Nitrylchlorid, Chlorkohlenstoff, Kohlenoxychlorid.
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Am bequemsten erhält man Nitrosylchlorid, wenn man die Bleikammerkrysfalle(Nitrosylschwefelsäure) NO . S0 4 H mit Kochsalz auf 80-90° erwärmt:NO. S0 4 H + NaCl = NOC1 + S0 4 NaH.Das Nitrosylchlorid ist ein gelbrothes Gas, das sich in einer Kältemischung zueiner ebensolchen Flüssigkeit verdichtet, die bei - 5° siedet. Mit Metallchloriden bildetes gut krystalllsironde sublimirbare Doppelverbindungen. Basischen Oxyden gegenüberverhält es sich wie das gemischte Anhydrid von salpetriger und Chlorwasserstoffsäure:NOC1 + 2 KOH = NO. OK + KCl + H 2 0.
Nitrylchlorid, N0 2 C1.
Stickstoffperoxyd und Chlor vereinigen sich bei höherer Temperatur zu Nitrylchlorid
2N0 2 + Cl 2 = 2N0 2 C1.Dieses „Chloranhydrid der Salpetersäure" entsteht auch aus POCl 3 und Silbermtrat:
3N0 2 .OAg + rOC! 3 == 3N0 2 C1 + PO(OAg) 3 .Nitrylchlorid bildet eine gelbe Flüssigkeit, die schon bei + 5° siedet und sichmit Wasser zu Salpetersäure umsetzt.
Chlorkohlenstoff, CC1 4 .
In mehreren Fällen sind die Chloratome im Stande, den Wasserstoffder Kohlenwasserstoffe (S 102.) Atom für Atom zu ersetzen; man erhaltso schliesslich die wasserstofffreien Chlor kohlen st oft e, die indessenweit weniger zahlreich und wichtig sind, als ihre ebengenannten Dar-stellungsmaterialien. Lässt man beispielsweise Chlorgas aut Methan Ui 4einwirken, dann werden die Wasserstoffatome des letzteren successivedurch Chlor ersetzt, indem sie in Form von Chlorwasserstoff austreten:
CH 4 + Cl 2 = CH 8 C1 + C1H; CH ;i Cl + CL = CH,C1 2 + C1H;
CH*cX + Cl, = CHÖf + C1H; CHC1 3 + Cl a = CC1 4 + C1H.Der chemische Vorgang wird als ,,Substitutionsprocess" bezeichnet; dieentstandenen chlorhaltigen Abkömmlinge des Methans sind ,bubstitutions-produete" desselben. Diese Verbindungen lassen sich auch noch nachanderen Methoden gewinnen; CH,C1 beispielsweise aus Holzgeist undSalzsäure: CH, . 011 + HCl = CH.C1 + H a (). Einzelne derselben sindvon grossem Interesse für die organische Chemie, wohin ihre nähereBesprechung gehört. . .
CH 3 C1, Monochlormethan, Methylchlorid (CH, = Methyl) ätherischriechendes Gas: Sdp — 23°. - CH 2 C1 2 , Dichlormeth an, flüssig; Bdp. + « •> • 'C HCl a , Trichlormethan, Chloroform. Farblose, eigenthümlich riechende, mWasser unlösliche Flüssigkeit; dient als Anaestheticum. Spec. G. 1526; Sdp. I 53. ■CC1 4 , Tetrachlormethan, Chlorkohlenstoff. Dem Chloroform durchaus ähnliche,leicht bewegliche und sehr flüchtige Flüssigkeit. Specif. Gew. 1632; Sdp. ?6'5 . Von
««Wen Chlorkohlenstoffen seien genannt: Perchloräthan, C 2 Cl f , camphera hnlichrechende, sehr flüchtige Krystalle, schmelzen und sieden unter gewöhnlichem Druckbei 185». -Perchlorilthylen, C 2 CI 4 . Eigenartig riechendes Liquidum, fcdp. 121 .
Kohlenoxychlorid, Carbonylchlorid, C0C1 2 .
Die Vereinigung Reicher Volume Kohlenoxvd und Chlorgas voll-zieht sich rasch im Sonnenlicht (daher auch der Name Phosgengas),ebenso beim Ueberleiten der Gase über glühenden Platmschwamm odeidurch eine 4 Centimeter lange, mit Thierkohle beschickte, Ciasrohre.