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Contraindicationen,
Ueber die Contraindicationen sind die Meinungen ebenfalls nochsehr verschieden und wird es auch bei dem immer weiter um sichgreifenden Gebrauch des Chloroforms sehr schwer sein, bestimmte
aufzustellen.
Die wichtigsten Contraindicationen sind :
1) Wenn der Kranke die Anwendung des Chloroforms verweigert.
2) Bei allen Operationen, bei welchen durch die Narkose Erstickungs-zufälle begünstigt werden können, wie bei Operationen im Munde.
3) Wenn die Folgen der Narkose (Erbrechen) störend auf dieOperation (Herniotomie, Augenoperationen) oder die Nach-behandlung wirken können.
Bei Catarrhen der Mundhöhle soll es nach Stanclli nur mithöchster Vorsicht gebraucht werden. Besondere Vorsicht er-fordern Hysterische, Epileptische, weil die Erfahrung lehrt, dassdiese schwer zu narkotisiren sind und nach der Narkose dieKrämpfe mit verstärkter Cewalt hervortreten. Gleiche Vorsichtfordert die Säuferdyskrasie. Krankhcitszustände, wie Phthisis,grosse Schwäche, Prostation der Kräfte, besonders durch langeEiterung herbeigeführte, Lungen- und Herzkrankheiten bedingenkeine Contraindication , zumal man das Chloroform grade alsHeilmittel in der Pneumonie und Linderungsmittel in der Phthisisangewandt hat.
Äussere Anwendung.
Die Anwendung des Chloroforms in Krankheiten ist eine somannigfaltige geworden, dass es zu weit führen würde, sie alle hieraufzuführen. Durch seine anästhesirende Wirkung ist seine An-wendung bei jeder Hyperästhesie und Hypercinese gerechtfertigt.Bedeutende Linderung verschafft es im Tetanus, indem es die Krämpfebeseitigt und dem Kranken Schlaf bringt. Wenn es auch den Tetanusnicht zu heilen vermag, so ist dieser Erfolg schon desshalb ein be-deutender, weil die Kranken durch die Krämpfe und die Entbehrung