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Der Wiederaufbau und die deutsche Wissenschaft : Festrede, geh. bei der Feier der Hamburgischen Universität zur Erinnerung an die Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1923
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lichem Gebiete so bahnbrechenden Forschertätigkeit der Name einesAlexander von Humboldt in diesen Ländern mit Ehrfurcht genannt,und ist in weitesten Kreisen der Bevölkerung bekannt.

Sehr wesentlich ist es nach dem oben Ausgeführten end-lich für uns, dahin zu wirken, daß Studierende aus Latein-Amerika, die sonst nach Paris gegangen wären, den Aufent-halt an deutschen Universitäten vorziehen, und gerade jetztkommt solchen Bestrebungen der leider so elende Stand unserer deutschenValuta sehr zu Hilfe. Hamburg, in dem viele dieser Herren infolgeder alten Handelsbeziehungen zu Latein-Amerika Freunde und Verwandtefinden und an dessen Universität die Auslandsstudien ja so eifrig gepflegtwerden, dürfte von den deutschen Hochschulen besondere Anziehungs-kraft auf sie ausüben: Zumal wenn durch Vorlesungen in spanischerSprache Gelegenheit geboten wird, daß die Studenten (auch bevor sienoch genügend deutsch gelernt haben, um den anderen Kollegs zufolgen) vom ersten Semester an ihre Fachstudien treiben können.

Sie, meine Herren Studierenden, bitte ich, den Komilitonen ausLatein-Amerika durch freundliches Entgegenkommen den Aufenthalt imfremden Lande zu erleichtern: Sie können versichert sein, daß es solchesind, die Deutschland und seine Wissenschaft hochschätzen sonstwären sie ja nicht gekommen, und entsprechendes gilt sicher auch fürdie überwiegende Mehrzahl der übrigen bei uns studierenden Ausländer.

Von Hamburg aus sind ja Bestrebungen, mit der Geisteswelt vonLatein-Amerika in regere "Wechselbeziehungen zu treten, schon seitlangem im Gange; ihr Mittelpunkt ist unser Ibero-AmerikanischesInstitut und das im Jahre 1922 neu entstandene internationaleCentro-Ibero-Americano de Hamburgo". Um Beziehungen der deutschenMedizin zu den Aerzten spanischer Muttersprache herzustellen, erscheintschon seit dem Jahre 1919 in spanischer Sprache dieRevista medicade Hamburgo", deren Herausgeber und Schriftleiter dem EppendorferKrankenhaus und dem Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten ange-hören. Ein Glied in der Kette dieser Bestrebungen war auch die aufEinladungen von dort erfolgte, so ungemein erfolgreiche Vortragsreiseeines unserer bedeutendsten Hochschullehrer, Prof. Dr. Nonne, nachBrasilien, Argentinien, Uruguay und Chile; ebenso wird Prof. Dr.Mühlensvom Hamburger Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten demnächsteiner von Spanien aus ergangenen Aufforderung zu Vorträgen entsprechen.Auch meine jüngst vollendete Vortragsreise nach Zentral- und Süd-amerika fügte sich in diesen Rahmen; als Beauftragter unserer medizinischenFakultät sollte ich auch Beziehungen mit den dortigen medizinischenFakultäten anknüpfen, ein Anerbieten, das drüben eine sehr günstigeAufnahme gefunden hat. Bezeichnend dafür, daß die HamburgerKaufmannschaft den Wert solcher Werbetätigkeit zu schätzen weiß,ist der Umstand, daß einer der Chefs eines unserer führenden HamburgerWelthäuser 1 ) meine Reise angeregt hat, und daß sie von diesem Hauseauch in großzügiger Weise organisiert und finanziert wurde. Wir könnenalso darauf hoffen, daß unser Wirken für deutsche Kultur im

1) Das Haus Schlubach, Thiemer & Co.