sie zum größten Teil nur spanisch und lernen deutsch erst in der Schulevon ihren Lehrern!
Daß auch Kinder einheimischer Eltern die deutschen Schulenbesuchen und dadurch unsere Kultur schätzen lernen, wurde bereitsbemerkt. Sehr wünschenswert wäre es, daß auch für erwachsene Ein-heimische deutsche Sprachkurse abgehalten würden — wie entsprechendeswährend meines Aufenthaltes in Guatemala von Seiten der Franzosengeschah —, wozu freilich Vorbedingung ist, daß die Lehrkräfte nichtanderweitig zu stark überlastet sind.
Auch solche Privatschulen Deutschlands, in welche die Elternvon Uebersee ihre Kinder nach alter Tradition zu senden pflegen, dürfen— zum Teil ist es leider bereits geschehen! — unserer allgemeinen Not-lage nicht zum Opfer fallen. Je eingehender an solchen Schulen diespanische Sprache und Literatur berücksichtigt und auch Gelegenheitgeboten wird, spanische und latino-amerikanische Welt- und Kultur-geschichte zu erlernen, desto mehr Anziehungskraft werden sie auf den„Ueberseer" ausüben. Sehr zu begrüßen ist es, daß dem Spanischenjetzt auch in unseren staatlichen Schulen allmählich der Platzeingeräumt wird, der ihm als für uns so wichtige Handels-sprache zukommt.
Ferner ist Verbreitung deutscher Literatur in den latino-amerikanischen Ländern sehr wünschenswert. Den Franzosengegenüber sind wir allerdings schon dadurch im Nachteil, daß diedeutschen Bücher erst ins Spanische übersetzt werden müssen, währenddie gebildeten Kreise Latein-Amerikas ja französisch verstehen. Zudemsind die Franzosen darauf bedacht, ihre Bücher möglichst billig zu ver-kaufen; sie haben z. B. vor einiger Zeit in Santiago eine französischeBuchhandlung gegründet, die ihre Bücher zum Gestehungspreise abgibt,mit dem Erfolg, daß am ersten Tage über 2000 Bücher verkauft wurden.Andererseits werden die deutschen Bücher durch unsere Export-bedingungen drüben so wesentlich verteuert, daß ihr Absatzrecht schwer wird.
Bei der Auswahl der Bücher kämen vor allem wohl fach-wissenschaftliche Werke der Technik, Chemie, Medizin, Pädagogik usw.in Betracht.
Die Franzosen verstehen es offenbar auch recht gut, ihrer wissen-schaftlichen Bücher drüben bekanntzumachen, indem sie Freiexemplaredavon an die geeigneten Stellen bringen: So fand ich in der recht gutenStudentenbibliothek von Guatemala zwar kein einziges deutsches Buch,wohl aber eine Auslese der besten und neuesten französischenmedizinischen Werke, welche die Verleger dorthin gestiftet hatten. Freilichgibt es auch schon eine recht erhebliche Anzahl spanischer Ueber-setzungen guter deutscher medizinischer Werke, aber infolgefehlender Propaganda weiß kein Mensch etwas davon, jedenfallsnicht die Mediziner der latino-amerikanischen Länder, die mir gegenüberwiederholt den Mangel solcher Bücher bedauerten.
Um die Einführung speziell für Zentral- und Südamerika in gemein-samer Arbeit von deutschen und einheimischen Landeskennern in spanischerSprache verfaßter naturwissenschaftlicher und geographischer