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sich fast bis zum letzten Mann gegen eine ungeheure Uebermacht tapfergewehrt hat, seine Hochachtung unmöglich versagen kann! Man hat auchvolles Verständnis für unsere jetzige so traurige Lage, zweifelt aberandererseits nicht daran, daß wir uns recht bald wieder erholen werden.(Dasselbe feste Zutrauen in Deutschlands Zukunft, gepaart mit einer herz-erfrischenden, innigen Vaterlandsliebe, herrscht aber drüben auch beiunseren deutschen Landsleuten.)
Jedenfalls war meine Aufnahme in den besuchten Ländern bei denBehörden, Fachkollegen und vor allem auch bei den Studierenden einerecht herzliche, und zumal in Venezuela wurde ich mit Ehrungen geradezufiberhäuft, die sicherlich weniger meiner Person als dem Deutschtum alssolchem galten.
Ich betonte schon, daß die kulturellen Beziehungen zwischen unsund diesen Ländern nicht nur von ideeller, sondern auch von rechterheblicher wirtschaftlicher Bedeutung sind. Denn wennschon ichselbst in handelspolitischen Dingen zu wenig erfahren bin, um das beurteilenzu können, so waren doch alle sachverständigen Landeskenner in diesemPunkte sich durchaus einig. Aber eins ist ohne weiteres klar, und jeder,der im Auslande, sei es wo es sei, geweilt hat, wird es bestätigen können:Wer von Ausländern in Frankreich erzogen ist oder dort studiert hat,bewahrt sein Leben lang französische Sympathien, wer sich in Deutsch-land herangebildet und dessen Gastfreundschaft genossen hat, bleibt einFreund Deutschlands! Er liest die Bücher und Zeitschriften des Landes,dessen Sprache und Arbeitsmethoden ihm vertraut geworden sind, undbevorzugt infolgedessen die von seiner Industrie gelieferten Hilfsmittel; aberauch sonst wirkt er in j e d er Hinsicht für jenes Land. Da es sich geradeum die Gebildeten, die führenden Schichten der Bevölkerung, handelt, istauch ihr Einfluß auf die Politik von nicht unerheblicher Bedeutung; dieAerzte z. B. spielen im politischen Leben Latein-Amerikas eine weitgrößere Rolle als bei uns, und zahlreiche Minister und Staatssekretäregehen gerade aus dem Aerztestande hervor.
Wir haben also Grund genug, alle Bestrebungen, welchegeeignet sind, das Ansehen der deutschen Kultur drüben zustärken, auch von Deutschland aus nach Kräften zu fördern. DieMittel, wie dies geschehen kann, wären etwa folgende:
Die deutschen Schulen im Auslande sind nach Möglichkeitzu unterstützen. Im Vergleich zu der systematischen Schulpropaganda,welche die Franzosen- von jeher in ihren Interessengebieten getriebenhaben, ist in dieser Hinsicht von Deutschland bisher recht wenig geschehen.Freilich werden vom Reiche aus auch deutsche Auslandsschulen mit Zu-schüssen bedacht. Aber durch die Markentwertung ist deren Kaufkraftverschwindend gering geworden, so daß die Auslandsschulen jetzt ganzund gar auf die opferwillige Unterstützung der landesansässigen Deutschenangewiesen sind. Sie befinden sich daher zum Teil in arger Geldverlegen-heit, und die wenigen Lehrer und Lehrerinnen, die man sich leisten kann,sind so stark überlastet, daß sie den Schülern nicht das geben können,was sie möchten. Gehen die deutschen Schulen aber ein, so verlierendie heranwachsenden Kinder deutscher Eltern jeglichen Zusammenhang mitder Kultur des Mutterlandes: denn wenn sie zur Schule kommen, sprechen