Zincum. Zinkstaub. Explosion.
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Sauerstoff entziehen, wodurch beträchtliche Mengen von Wasserstoffgas frei werden.Gleichzeitig tritt, wie bei allen derartigen Vorgängen, eine so bedeutende Tempe-raturerhöhung ein, dass unter günstigen Umständen das entwickelte Wasserstoff-gas sich entzünden und in der Nähe befindliche brennbare Stoffe in Brand setzenkann. Das war ohne Zweifel auch der Hergang in einem Falle, in welchem aufeinem Schiffe, welches Zinkstaub geladen hatte, Feuer ausbrach. Dieser Fall istnäher mitgetheilt in ph. Centralh. 1877, S. 174. Der Zinkstaub enthält immeretwas Zinkoxyd und oft grössere oder kleinere Spuren Schwefel.
Die Werthbestimmung oder vielmehr Gehaltsbestimmung des Zinkstaubesführt Drewsen (Zeitschr. f. anal. Ch. XIX, S. 50 u. ff.) in der Weise aus, dasser Zinkstaub, Kaliumdichromat und verd. Schwefelsäure zusammen schüttet. Esfindet dann keine Wasserstoffentwickelung statt und die frei gemachte Chrom-säure wird zu Chromoxyd reducirt, nach der Gleichung: 2Cr0 3 + 3H= Cr 2 03 + 3110.Die nicht reducirte Säure wird mittelst Ferrosulfat bestimmt. Man soll zweiLösungen bereiten a) aus 40 g geschmolzenem Kaliumdichromat mit Wasser bisauf 1000 ccm und b) aus 200 g kryst. Ferrosulfat und 200 g verd. Schwefel-säure bis auf 1000 ccm verdünnt. Die gegenseitigen Titer beider Lösungen sindauszugleichen und festzustellen. Nachdem man den gegenseitigen Wirkuugswerthbestimmt hat, setze man zu dem (lg) im Becherglase befindlichen Zinkstaube100 ccm der Kaliumdichromatlösung, füge noch 10 ccm verdünnte Schwefelsäurehinzu, rühre um, setze wieder 10ccm der verdünnten Schwefelsäure hinzu undlasse unter bisweiligem Umrühren i / i Stunde stehen. Nachdem die Reactionvollendet ist (ein kleiner Rest des Metalls bleibt immer ungelöst) füge man eineüberschüssige Menge Schwefelsäure und 50 ccm der Ferrosulfatlösung hinzu, hieraufaber tropfenweise von letzterer Lösung bis ein Tropfen mit Kaliumferridcyanideine deutliche blaue Reaction ergiebt,- und titrire mit der Dichromatlösung zurück,bis die Reaction verschwindet. Man ziehe nun von den verbrauchten ccm derChromatlösung die Meugo ab, welche der angewandten Menge der Ferrosulfat-lösung entspricht. Das in den übrig bleibenden ccm enthaltene Chromat wirdnun mit dem Quotienten 0,66113 multiplicirt, um das in dem Zinkstaube vor-handene metallische Zink zu ermitteln. Es wurden z. B. gefunden 82,13—90,84—82,54 Proc. metallisches Zink.
Ein Verfahren der Werthbestimmung des Zinkstaubes nebst Apparat ver-öffentlichten Beilstein und Jawein in d. Bericht, d. d. eh. Ges. XIII, S. 948n. ff., auch in ehem. Centralbl. 1880, S. 775. Das Verfahren ist ein elektro-lytisches. Die Zinknitrat- oder Zinksulfatlösung wird mit Ammon bis zur be-ginnenden Fällung versetzt, alsdann KCy zugefügt, bis die Lösung wieder klarist. In diese werden nun die Platinelectroden von 4 BuNSEN'schen Elementeneingesenkt. Bei zu starker Erwärmung ist die Zersetzungsstelle in kaltes Wasserzu stellen. Nach vollendeter Fällung wird die Electrode zurückgezogen, dasZink mit Wasser, dann mit Weingeist, schliesslich mit Aether ausgewaschen undim Exsiccator getrocknet. (Nach der Wägung löst man das Zink in Salzsäureund Salpetersäure etc. auf.) Nun bringt man die gereinigte Electrode wiederumin die Lösung in der Zersetzungszelle, um sich von der völligen Ausfällung zuüberzeugen.
Explosionen beim Auflösen von Zink in grossen Mengen sind wiederholtbeobachtet worden. Im Fabrikbetriebe gebietet es die Vorsicht, diese Operationentweder im Freien oder in einem gut ziehenden Räume und bei massiger Wärme(40—50° C.) vorzunehmen. Eine Erklärung dieser Explosionen ist schwer zufinden. Da Zinkstaub mit Feuchtigkeit und Luft im Contact in den Zustandder Glühung übergeht, so glaubt man, dass das von der Säure zum grösserenTheile corrodirte Zinkstück dem Zinkstaube gleiche, während der Action an die