4 W €X UBRIS C ör-ßelmat üester ERG. Bc| . HANDBUCH DER PHARMACEUTISGHEIM PRAXIS. FÜR APOTHEKER, ÄRZTE, DROGISTEN UND MEDICINALBEAMTE BEARBEITET VON Dß. HERMANN HAGEli. MIT ZAHLREICHEN IN DEN TEXT GEDRUCKTEN HOLZSCHNITTEN. ERGÄNZUNGSBAND. ZWEITER UNVERÄNDERTER ABDRUCK. BERLIN. VERLAG VON JULIUS SPRINGER. 1884. wf mß Vorwort. * Als das Handbuch der phannaceutisclien Praxis vollendet in den Händen der Herren Apotheker und Aerzte war, begann eine Zeit, welche sich in dem Bereiche der Arzneikunde durch ein Suchen nach neuen Arznei Stoffen auffallend zu erkennen gab, andererseits wurden die Unter- Buchungen und Prüfungen der Nahrungs- und Genussmittel mit vorwiegendem Eifer den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend betrieben, so dass das Handbuch nicht mehr den Anforderungen nach diesen Seiten bin genügte. Eine neue vermehrte Auflage desselben wäre nöthig gewesen, eine solche hätte aber die erste Ausgabe ziemlich werthlos gemacht. Mir erschien es daher den Verhältnissen entsprechender und auch der Praxis angemessen, die wichtigsten der nach dem Erscheinen des Handbuches bekannt gewordenen und zugleich als vortrefflich wirksam empfohlenen Arzneistoffe und ferner die seit dieser Zeit gewonnenen Fortschritte auf dem Felde der pharmaceutisch-chemischen Wissenschaft und Praxis, besonders aber in dem Bereiche der Untersuchungen und Prüfungen der Nahrungs- und Genussmittel zu sammeln und in der dem 1 landbuche eigenen Fassung als Ergänzungsband zu dem Handbuche der pharmaceutischen Praxis den Apothekern und Aerzten vorzulegen. Die seit dem Erscheinen des Handbuches untersuchten Geheimmittel und Specialitäten sind ebenfalls in diesen Ergänzungsband aufgenommen worden. Da die Auffassungen, was ein reines und ein verfälschtes Nahrungsund Genussmittel sei, wie in früherer Zeit so auch noch heute auffallend von einander abweichen, war es notbwendig, eine möglichst siebere Definition davon aufzustellen. Daher habe ich diese Definition unter Cacao S. 177 des Ergänzungsbandes versucht, und wurde mir darüber von verschiedenen Seiten zustimmende krochen. Anerkennung IV Vorwort. Durch Schaffung dieses Ergänzungsbandes ist man allerdings in die unangenehme Lage versetzt, oft in zwei Registern und zwei Büchern nachschlagen zu müssen, dennoch wolle man darüber hinwegsehen, um so mehr, als man zugleich erfährt, was der älteren Zeit und was der Neuzeit angehört. Um den Gebrauch des Werkes recht nutzbringend zu machen, so ist auch der Ergänzungsband mit einem ebenso vollständigen alphabetischen Inhaltsverzeichniss versehen wie das Handbuch. Indem ich diesen Ergänzungsband als einen vom Handbuch der pharmaceutischen Praxis unzertrennlichen Theil der 0Öffentlichkeit übergebe, bitte ich um wohlwollende Aufnahme und wegen der nicht unbedeutenden Arbeit auch um eine nachsichtige Benrtheilung. Fehler und Mängel, welche sich finden sollten, bitte ich mir gütigst mitzutheilen, um sie zu verbessern und mir auch Gelegenheit zu geben, sie, wenn erheblich, öffentlich zu besprechen zu Nutz und Frommen des Faches. Frankfurt a. d. Oder, im December 1882. Der Verfasser. Absinthium. Oleum acthercum Absinthii. Böhm und Kobert haben über die Wirkung dos Oels auf den thierischen Organismus eine Reihe Experimente angestellt. Sie fanden, dass dieses Oel dem Terpenthinöl am nächsten steht und wie, diese» und das Pfefferminzöl in massigen Gaben Reflexvorminderung und Depressions- zustände hervorrufen, während Rosmarinöl, Senföl, Thymianöl Erhöhung der Reflexerregbarkeit und Excitation bewirken. Vino Vermuth di Turino ist ein guter italienischer Wein, versetzt mit circa 8 Proc. Tinct. Absinthii, 2 Proc. Tinct. Aurantii corticis und 20 Proc. Zucker (0,75 Liter = 3 Mk.). (Hager, Analyt.) Essentia amara der Königsseer Olitätenkrämer soll eine Tinctur aus Hb. Ab- ßinthii, Millefol., Trifol. fibrin., Tanacet., Scord., Rd. Gent., Pom. Aurant. immatur., Liq. Amnion, caust. ana 30,0, Spirit. dilut. 1800,0 sein. Schweizer Absinthe. Ueber die Fabrikation dieser Getränke finden sich in der neuen Brennerei-Ztg. und in Jacobsens Chem. techn. Repertorium, 1. Halbjahr 1878, S. 155 Angaben, beziehentlich mehrere Anweisungen zur Darstellung der verschiedenen Schweizer Absinthe. Stoinachicum von Oswald Beer, ein 22 Proc. Zucker enthaltender Schnaps mit den extrahirten Stoßen aus Wermuth, unreifen Pomeranzen, Ingwer, Zittwer, wenig Angelica, Anis und Pfefferminze. (Hager, Analyt.) Acacia. Acacia Verek Guiixemin et Perrottet (A. Senegalensis Aiton), ein am Senegal ganze Wälder bildender Baum, hält FlüCktger für die eigentliche Stammpfianzo des Acacien- oder Arabischen Gummis. Ueber die verschiedenen Arien und Sorten des Acaciengummis findet sich von Masing im Archiv d. Ph. 1879 eine ausführliche Arbeit. Sie sind geschichtet in 1) Asiatische, 2) Arabische und Afrikanische, 3) Amerikanische, 4) Australische. Die Reaetion der Lösungen ist meist schwach säuerlich, selten stark sauer, einige Sorten sind aber auch völlig neutral, eine Sorte zeigte eine schwach alkalische Reaction. In vielen Vorzugssorten konnte Stärkemehlgehalt durch Jod nachgewiesen werden. Der Aschengehalt variirte zwischen 2,5 und 5,5 Proc, der Feuchtigkeitsgehalt zwischen 10 und 15 Proc., er ist meist 10—12 Proc. Die meisten Sorten geben mit Kaliumsilicat Niederschlage. Mezqnite-Glimmi, schon seit Deccnnien gekannt, tauchte in neuerer Zeit auf dem europäischen Markte wieder auf. Es kann nur die geringeren Sorten des Arabischen Gummis ersetzen. Die Mutterpflanze ist Algarobia glandulosa Torrey Hager, Pharm. Praxis. Buppl. 1 2 Acacia. et Gr. (Prosopis glandulosa Torr., Mezquitobaum) eine in Nord-Amerika und Texas einheimische baumartige Mimosee (Acaciee). Heilkräfte besitzt dieses Gummi nicht. Senegalgummi in wässriger Lösung mit metallischem Eisen längere Zeit macerirt geht in Dextrin und Glykose über (Kosmann). Mucilago Gummi Arabici. Behufs Darstellung eines klaren und auch haltbaren Gummischleimes wird die rohe Lösung in ein porcellanenes Gefäss gegeben und mit Fliesspapier bedeckt an einen warmen Ort (eine Ofen-Wärmröhre) von 50— 70° gestellt. Nach Verlauf von 2—3 Tagen haben sich etwaige Unreinigkeiten am Boden und in der am Niveau der Flüssigkeit entstandenen Haut abgesetzt. Man schiebt die Haut bei Seite und decanthirt durch ein reines Haarsieb. Ein Versetzen des zu Arzneimischungen dienenden Gummischleims mit Salicyl- säure oder anderen fremden Stoffen behufs der Conservirung widerspricht der pharma- ceutischen Ordnung. In ganz bis in den Hals hinein gefüllten Flaschen (das Niveau auch wohl mit einer Paraffinschicht bedeckt) hält sich der Schleim sehr gut. Mixtura gummosa (Additamenta Pharm. Austriacae) wird aus 10 Th. Gummi Arabic, 5 Th. Zucker und 150 Th. Wasser bereitet. Dem Gummischleim als Klebsubstanz Tenacität zu verleihen, die einge, trocknete Schicht biegsam zu erhalten genügt ein Zusatz von 2—3 Proc. Gly- cerin. Mit einem solchen Klebleime bestreicht man auch das Papier zu Kapselnweiche zum Ausgiessen von Pflaster und Ceraten verwendet werden. Universal-Klebschleim, Gummischleim als Klebemittel von Papier auf Holz, Pappe, Papier, Glas, Porzellan, Metall wird zusammengesetzt aus 100 Th. Gummi Arab., 6 Th. Alumina sulfurica, 10 Th. Glycerin, 140 Th. destill. Wasser und 20 Th. verdünnter Essigsäure. Klebschleim für Etiquetten aufWeissbleeh, Zink und Messing wird erhalten, wenn man den Universal-Klebschleim mit 2 Proc. Kupferacetat oder 3 Proc. Liquor Stibii chlorati versetzt. Wasserfester Gummilack, wasserfester Gummikitt. Einfacher Gummischleim mit Kalibichromat versetzt und dem Lichte ausgesetzt, wird in Wasser unlöslieh (Eder). Es lässt sich dieser Umstand sehr wohl verwerthen zum Ueberziehen von Papier, Schildern, beim Kitten der Glassachen. SELLE'scher Kleister für papierne Etiquetts auf Metallblech ist ein con- centrirter Gummischleim mit 20 Proc. Glycerin versetzt. Diamantine (Güignot's). Arab. Gummi 5—8 Th., Dextrin 3 Th., Traganth 2 Th., Gelatine 3 Th., irgend eine Farbe, so viel als hinreichend, werden als Pulver gemischt, mit heissem Wasser zu einem dünnen Schleime angerührt, im Wasserbade noch eine Stunde erhitzt und dann auf Glas- oder Porzellantafeln aufgestrichen. Nach dem Trocknen werden die Tafeln in einem Räume mit circa 110° C. Wärme erhitzt, bis sich die Ueberzüge abblättern. Endlich wird die Masse fein oder gröblich gepulvert. Es wird dieses Pulver bei der Fabrikation künstlicher Blumen gebraucht. (1) Charta adhaesiva Indica Gummi. Gummi's Ostindisches Pflsmzenpapier. ty Gummi Arabici 100,0. Solutis in Aquae destillatae 400,0 Grlycerinae 10,0 admisce Coline piscium optimae 7,5 soluta in Aquae destillatae 200,0. Liquor limpidus chartae sericeae tenui (Seidenpapier), chartae bibulae impositae, ope penicilli mollioris illinatur, quae ope- ratio, illitura priore siccata, repetatur. (2) Pulvis traumatica». Loeo Colliame. Wundheilpulver. Vf Gummi Acaciae optimi 100,0 Corticis Chinae rubrae Boracia Acacia. Acidum aceticum. Acidi boracioi Acidi tannici Acidi salicylici ana 5,0. Misce. Fiat pulvis subtilissimus. D. S. Aeusseriich, z. Bestreuen frischer und alter Wunden. Colliame nennt man in Frankreich ein Pulver, welches Pflanzengummi und Pflanzenleim als hauptsächliche Bestandtheile enthalten soll und eine rosenrothe Farbe hat. Obige Vorschrift liefert ein Pulver, welches die Heilung der Wunden vortrefflich fördert und eine faulige Verjauchung derselben verhindert. Colle blanche, Pariser Leim, ist concentrirte wässrige Lösung von Arabischem Gummi oder ein Präparat aus Zucker, Aetzkalk und Leim (vergl. unter Gelatina). Kommt in kleinen Flaschen mit Pinsel, der dem Stopfen eingefügt ist, in den Handel. Acidum aceticum. V. Meyer hat im Eisessig des Handels circa 0,01 Proc. Furfurol (C 5 H 4 0 2 , Aldehyd der Pyroschleimsäure) aufgefunden, welcher Aldehyd bekanntlich bei der Verkohlung des Holzes entsteht. Zum Nachweise solcher Aldehyde versetzt man einige CC. mit einigen Tropfen Silberlösung und erwärmt eine Viertelstunde im Wasserbade. Es tritt Bräunung oder Metallausscheidung ein. Diese Verunreinigung beeinträchtigt übrigens den Werth der officinellen Essigsäure nicht. Acetum. Prüfung auf freie Mineralsäuren soll sich Hubee's Reagens (siehe Suppl. unter Kalium ferro-cyanatum) eignen. Ferner empfahl Mallet den verdächtigen Essig mit Natronsalicylatlösung zu versetzen. Es erfolge in reinem Essig keine Salicylsäureausscheidung. Diese Reactionen sind werthlos, im letzteren Falle tritt eine Ausscheidung der Salicyl- säure dann nicht ein, wenn die Mineralsäure in nur geringer Menge vertreten ist. Hubek's Reagens würde auch bei einem starken reinen Essig Erfolg haben. Auch die empfohlene Reaction mit Methylviolett ist eine unsichere und erfordert ein mehrfaches Experimentiren, um die Farbennuancen richtig zu be- urtheilen. Die einfachste Prüfungsweise ist (nach Hauku), circa 20 CC. Essig (Schnellessig) mit 5—6 CC. Aetzammonflüssigkeit zu versetzen und an einem 60 — 80° C. heissen Orte oder auch im Wasserbade in einer Glassehale mit flachem Boden zu verdunsten. Roiner Essig hinterlässt einen gelben bis braunen Fleck, dessen Substanz nicht oder kaum wägbar ist, bei Gegenwart von freien Mineralsäuren (auch Weinsäure, Citronensäure) dagegen hinterbleibt eine krystallinische Masse, in welcher sich nicht nur die Art der Mineralsäure, selbst auch ihre Menge sehr leicht bestimmen lässt, insofern die aus Schwefelsänre, Salzsäure und Salpetersäure resultirenden Ammonsalze kein Krystallwasser enthalten. Da beim Erhitzen sich diese Ammonsalze verflüchtigen (Tartrat und Citrat verkohlen), so kann auch gleichzeitig die Prüfung auf fixe Bestandtheile, des Essig mit diesem Verfahren verbunden werden. Ein Essig, welcher nach der Sättigung mit Amnion einen salzartigen Verdampfungsrückstand hinterlässt, ist für den pharma- ceutischen Gebrauch zu verwerfen. Eine empfehlenswerthe Priifungsweise auf freie Schwefelsäure ist von Nessi.er angegeben. Man soll 30—40 Ctm. lange Streifen Piltrirpapier aufhängen, so dass sie mit dem unteren Ende um 2-3 Ctm. in den Essig (»der We"n), in welchem man 2—3 Proc. Rohrzucker aufgelöst hat, eintauchen. Nach einem Tage werden die Papierstreifen im Wasserbade getrocknet. War freie Schwefelsäure (auch Salzsäure) gegenwärtig, so ist das Papier braun ü's schwarz gefärbt. 1* 4 Acidum aceticum. Mit Kupfer verunreinigter Essig ist öfters angetroffen worden. Es genügt, 15 CC. des Essigs mit 15 Tropfen Kaliuraferrocyanid- (Blutlaugensalz-) Lösung zu versetzen und einige Stunden bei Seite zu stellen. Bei Spuren Kupfer wird sich ein brauner Bodenanflug oder Bodensatz einfinden. Bei Gegenwart starker Kupferspuren tritt sofort eine braune Trübung ein. Ein an der Luft schwarz werdender Essig entstammt nach Wittsein einem nicht genügend gereinigten Holzessig und enthält daher noch Brenz- säuren. Essig in eichenen Fässern aufbewahrt oder fabricirt enthält kloine Mengen Gerbsäure und färbt sich in Berührung mit Eisen (eisernen Kochgeschirren) tintenartig. Essigessenz. Die chemische Fabrik Eisenbüttel zu Braunschweig liefert in concentrirter Form unter dem Namen Essig-Essenz (nach Verlangen mit 50, 56,6 und 65 Proc. Essigsäurehydratgehalt) einen sehr reinen Essig. Derselbe wird mit destillirtem Wasser verdünnt und auf den Gehalt des officinellen Essigs gebracht, (Vergl. auch Hbd. d. ph. Pr. II, S. 1351.) Anwendung der Essigsäure. Bouciitjt empfiehlt die Eisessigsäure zur Beseitigung der Warzen und Papillen, überhaupt bei allen Hypertrophien der Haut. Täglich wird die Säure einmal auf die Neoplasmen aufgetragen. Diese lösen sich in dünnen Schichten ab und verschwinden endlich unter Hinterlassung einer unbedeutenden Narbe. Zu parenchymatösen Injectionen (behufs Zerstörung carcinomatöser, sarcomatöser etc. Geschwülste) ist der Eisessig mit der 4- höchstens 2 fachen Menge Wasser zu verdünnen oder Acidum aceticum dilutum mit gleichviel Wasser zu verdünnen. Acidnm monochloro-aceticum, Monochloressigsäure (C 2 H 3 C10 2 ) wird durch Einwirkung von trocknem Chlorgase auf Essigsäureanhydrid bei 100° C. dargestellt. Sie bildet farblose rhombische Prismen, welche hygroskopisch sind, bei 62° schmelzen, bei 187° sieden, sich im übrigen wie Eisessig verhalten und in gleicher Weise auf das organische Gewebe ätzend einwirken. Man hat sie als Aetzmittel angewendet, sie wird aber durch Eisessig vollständig ersetzt. Acidum trichloro ■ aceticum, Acidnm aceticum trichloratum, Trichloressigsäure ist als ein dem Chloralhydrat ähnlich wirkendes Mittel erkannt, aber noch nicht als solches angewendet worden. (1) Acetum cosmetienm. Vinaigre cosmetique. iy: Benzoes pulveratae 100,0 A.C1UJ16 Rosiic Acidi acetici diluti (1,040 p. sp.) ana 500,0. Digere per diem unum, tum sepone per dies duos loco frigido et filtra. Liquori filtrato adde Olei Menthae piperitae Olei Bergamottae Olei Cinnamomi ana 10,0 Olei Aurantii florum 2,5 Spiritus Melissae 100,0 Spiritus Vini 2500,0 Acidi acetici diluti 500,0. Sepone per hebdomadem unam, tum filtra. Aeidum aceticuin. — Acidum benzoYeiim. (3) Gargarisma aceticum Macüenzie. P/ Acidi acetici düuti 20.0 GHycerinae 10,0 tillata M. D. S. Zum Gurgeln (gegen Angina bei acuten Exanthemen). (2) Acetum flornm omnium. Vinaigre de millcfleurs. Rr Aquae Coloniensis optiraae Aceti cosmetici ana 1000,0 Acidi acetici diluti (1,010 pd. sp.) Aquae Rosae ana 500,0 Tincturae Moschi 1,0. Misce, sepone per hebdomadem unam, tum ultra. Arcana. Gichtwasser, J. Funk's, von einem gewissen Metzger in Mainz versendet, wird mit einem wollenen Lappen auf der leidenden Stelle des Körpers so kräftig verrieben, bis sich die Haut röthet und der Lappen dampft. 120 g Flüssigkeit, bestehend aus ungefähr Ol. Rorismar. 2,0, Ol. Spicae, Ol. Serpylli, Ol. Thymi ana 1,0; Acid. acetici 10,0; Spiritus Vini und Spirit. Vini dilut. ana 55,0, oder nach einer anderen Angabe aus 100 Th. Spiritus Serpylli und 3 Th. Essigsäure oder 118 Th. Weingeist und 7 Th. Essigsäure. Mykodermaticon von Gl. Kirchberg in Greifswald, Mittel zur Förderung der Essiggährung; 1. Flüssigkeit: lOproc. Essig enthaltend 1,56 Proc. Ammon-Maguesia- phosphat und 0,17 Proe. indifferente organische Substanz, Spuren Schwefelsäure, Salzsäure, Kali, Natron. (Schädler, Analyt.) — 2. Festes, ein gröbliches weisses Pulver, bestehend aus Magnesia, Amnion, Phosphorsäure, Weinsäure, Zucker. (Sommer, Analyt.) PusciiKAROw'sche Flüssigkeit, ist braunschwarz, fast von Syrupconsistenz, wenig sauer und von 1,18 spec. Gew. Sie ist eine holzessigsaure Eisenflüssigkeit mit etwas Zink und vielen Brandharzen. (Casselmann, Analyt.) Acidum foenzoTcuin. Nabgeli beobachtete die antizymotische Eigenschaft der Preisseibeeren (Früchte von Vaccinium Vitis Idaea) und 0. Low constatirte darin einen reichlichen Benzoesäuregehalt. Die Darstellung aus Akaroidharz (Bd. II, 331) wird als wahrscheinlich angenommen, doch enthält dieses Harz zugleich Zimmtsäure. Die Englischen Fabriken liefern die sublimirte Benzoesäure zu auffallend billigeren Pre'sen als die Deutschen und nimmt man an, dass man in England irgend eine andere Benzoesäure ergebende Droge verarbeitet oder dass man eine besondere LJlige Darstellungsweise künstlicher Säure anwendet. Darstellung. Prof. K. v. Wagner schlägt vor, Benzoeharz mit roher Essigsäure zu extraLiren, den Auszug behufs Entfernung des gelösten Harzes mit 4 Th. siedendem Wasser zu verdünnen und das heisse Filtrat erkalten zu lassen etc. Die Darstellung aus Steinkohlennaphthalin resp. Phthalsäure soll in Frank- Teich im Grossen betrieben werden, denn diese künstliche Benzoesäure (Acide benzoique de la houille der Franzosen) hat angeblich viele Vorzüge vor derjenigen aus Harn. Prüfung. Eine Verfälschung mit Salicylsäure ist zu beachten, die wässrige Lösung darf sich also durch Ferrichloridlösung nicht violett färben. Verunreinigung oder Verfälschung der Benzoesäure mit Sublimat ist vorgekommen. Zur Prüfung auf Benzoesäure aus Hippursäure, Acidum beuzoi'cum ex urina, wägt m »n 0,5 der Säure ab, übergiesst dieses Quantum mit 50,0 Wasser und lässt unter wiederholtem Umschütteln eine Stunde stehen. Erfolgt vollständige Lösung, so liegt höchst wahrscheinlich jene Säure ex urina vor. Erfolgt nicht vollständige Lösung, sondern erst nach weiterem Zusatz von 30,0 Wasser und 6 Acidum benzo'icum. einstündiger Maceration, so ist eine Beimischung dieser Säure wahrscheinlich (Hager). Sie macht sich auch durch den Geruch kenntlich. Boürgoin hat die Löslichkeitsverhältnisse der Benzoesäure in Wasser con- trolirt und fand er, dass 1000 CC. Wasser lösen Temp. Säure Temp. Säure Temp. Säure 0° 1,70g 20° 2,90g 70" 17,75 g 5° 1,85 30° 4,10 80° 27,15 10" 2,10 50° 7,75 90» 40,75 15° 2,45 60° 11,55 100« 58,75 Ferner wurden bei 15° 0. durch 100 Th. 90 proc. W eingeist 4 100 Th. absoluten Weingeist 46,7, durch 100 Th. absoluten Aether 31,3 Th. der Benzoesäure gelöst (Boürgoin). Nach anderer Beobachtung ist die Säure löslich in 2% Th. 90 proc. Weingeist, 2 Th. absolutem Weingeist und 3V 2 Th. Aether. Im Organismus der Vögel geht (nach Shepard und Jaffa) die Benzoesäure nicht in Hippursäure, sondern in eine andere Säure, Ornithursäure (C 19 H 20 N 2 O 4 ), über, welche wasserfrei krystallisirt, in Wasser sehr schwer, in Aether kaum, in heissem Weingeist ziemlich leicht löslich ist und mit Alkalien und den alkalischen Erden neutrale, in Wasser lösliche Salze liefert. Anwendung. Benzoesäure hat sich als ein sehr wichtiges Arzneimittel erwiesen und zwar als ein hervorragendes Antipyreticum, Antizymoticum und Antisepticum, sie übertrifft die Salicylsäure in jeder Beziehung. Daher findet sie bei Diphtheritis und Gelenkrheumatismus (Senator) vorzugsweise Anwendung (vergl. auch Natrum benzoicum). Bruns' Benzoesäure-Gaze (Benzoegaze) wird durch Tränkung der durch Waschen mit Soda völlig entfetteten Gaze mit weingeistiger Benzoesäurelösung dargestellt, welche Lösung mit 2 /s des Benzoesäurequantums Ricinusöl oder i/ 5 Ricinusöl und !/ 5 Colophon versetzt ist (um das lästige, Husten erregende Stäuben zu verhindern). 1 Kilog. (ca. 25 m) Gaze erfordert 2,5 Liter Lösung. Zur Darstellung der 5 proc. Benzoegaze wird 1 Kilo entfetteter Gaze mit 2,5 Liter einer Lösung von 50,0 g Benzoesäure, 20,0 g Ricinusöl (oder Ricinusöl und Colophon ana 10,0 g) in 2,43 Liter (2430 CC.) Weingeist getränkt. Zur Darstellung der 10 proc. Benzoegaze wird 1 Kilo fettfreier Gaze mit einer Lösung von 100,0 g Benzoesäure, 40,0 g Ricinusöl (oder Ricinusöl und Colophon ana 20,0 g) in 2,36 Liter (2360 CC.) Weingeist getränkt. Benzoe-Watte, Benzo'e'sänre-Watte Bruns', Benzoe-Me (Dsehute), Benzoesiinre-Juto Bruns'. Zur Darstellung dieser Verbandmittel verbraucht man auf 1 Kilog. der Pflanzenfaser 3,5—4 Liter der weingeistigen Benzoesäurelösung, welche 2 / 5 vom Säurequantum Ricinusöl oder 1/5 Ricinusöl und 1/5 Colophon enthält. Zur Darstellung einer 5 proc. Watte wären aus 50 g Benzoesäure und 20 g Ricinusöl (oder Ricinusöl und Colophon ana 10 g) und Weingeist 4 Liter Lösung zu machen. Zur Darstellung einer 10 proc. werden 100 g Säure, 40 g Ricinusöl (oder Ricinusöl und Colophon ana 20 g) und Weingeist zu 4 Liter Lösung gemacht. Bei Jute genügen auf 1 Kilo 3,5 Liter der Lösung. Conservirung anatomischer Präparate nach Toninetti (Deutsch. Patent). I n - jection einer Lösung von 50,0 Benzoesäure in 1000,0 Weingeist und 50,0 Aether oder Durchtränkung damit. Dann Einpressen von 85—100° C. heisser Luft bei einem Drucke von mehreren Atmosphären (in die Jugularis und Carotis), bis zur Trocknung des Objectes. Acidum benzoi'cum. — Acidum boricum. (1) Aqua benzoica. Benzoesäurewasser. Liquor Acidi benzoi'ci. Benzoesäurewasser zum Hausgebrauch. ty Acidi benzoi'ci 1,0. Solve in Aquae destillatae 1000,0. Dient zum Bereiten von Compot oder Speisen, welche leicht verderben und einige Tage aufbewahrt werden sollen. (2) Linimentum antipsoricum. Krätzspiritus. fy Acidi benzoi'ci 3,0. Solve in Benzini lithanthracini 57,0 Spiritus absoluti 35,0 Glycerinae 5,0. D. S. Bei Tageslicht täglich zweimal mit einem Pinsel aufzutragen (auf die Stellen, wo sich Krätzpusteln befinden). (3) Liquor injectorius excitans KOHDE. fy: Acidi benzoi'ci 1,5 Camphorae 1,0 Spiritus Vini 12,0. (4) Trocliisci cum Acido benzoico. Pastilli antaphonici. Voice lozenges. fy Acidi benzoi'ci 5,0 Fructus Anisi vulgaris 10,0 Succi Liquiritiae 20,0 Tragacanthae 5,0. Pulveratis admisce Glycerinae Aquae Rosae ana 10,0 Vanillae saccharatae 0,5 Kadicis Liquiritiae q. s., ut fiat massa, quae in pastillos vel tabulas centum (100) redigatur. Ligno santalino rubro conspergantur. D. S. Am Tage öfters 1—2 Stück zu nehmen (bei Heiserkeit und catarrhalischen Halsbeschwerden, besonders für Sänger und Schauspieler). (5) Unguentum antiherpeticum acre. Kf Baisami Peruviani 5,0 Acidi carbolici puri 2,0 Acidi benzoi'ci 1,0 Unguenti cerei 20,0. M. D. S. Zum Uereiben (bei Kinn- oder Bartflechte, Pinnen im Gesicht). (6) Unguentum antiherpeticum leniens. Kf Baisami Peruviani 5,0 Acidi benzoi'ci 2,5 Unguenti cerei 25,0. M. D. S. Wie die vorhergehende Salbe zu gebrauchen. 1). S. Subcutan 1,0 zu injiciren (als starkes Excitans). Arcanum. Menyl von A. Nieske (Dresden), Mittel rothe Nasen weiss zu machen, besteht aus 1) einer weingeistigen partümirten Lösung von Benzoesäure, Salicylsäure und Thymol und 2) einem Pulver aus Zinkweiss, Talkstein mit Thymol parfümirt. (Geissler, Analyt.) — Ein anderes Menyl war ein wässriger Veilchenwurzelauszug mit Caloniel gemischt. Acidum boricum. Borsäureanhydrid mit einem doppelten Gewicht Wasser Übergossen bindet das Wasser unter Wärmeentwickelung bis über 100° C. Borsäure ist ein sicheres, dabei geschmackloses und in kleinen Mengen der Gesundheit nie schädliches, daher in der Chirurgie und Oekonomie verwendbares Antizymoticum und Antisepticum, doch ist nicht zu übersehen, dass sie in zu grosser Verdünnung nicht immer den Ansatz von Schimmel verhindert, dass sie diesen dann mir zurückhält. .Man hat auch das wenig lösliche Kalkborat (CaB 4 0 7 ), welches auch als Hayesin oder Ulexit vorkommt, zum Conspergiren des zu conservirenden Fleisches vorgeschlagen, jedoch ist es noch nicht in den Handel gebracht worden. Seine Darstellung aus dem Stassfurtit dürfte kerne kostspielige sein. Nach Peligot's Versuchen ist die Einwirkung der Borsäure auf die Pflanzen- Vegetation eine deletere. Diese Wirkung kommt besonders der Borsäure zu, 8 Acidum boricum. weniger dem Borax. P. zieht hieraus den Schluss, dass die Borsäure und Borax als Conservirungsmittel des Fleisches nicht ohne Einfluss auf die Gesundheit derjenigen, welche damit conservirtes Fleisch geniessen, sein dürfte. Es müsse solches Fleisch daher vor dem Genüsse durch Einwässern und Abwaschen sorgsam gereinigt werden. Dagegen hat G. Pom durch Versuch constatirt, dass die Borsäure selbst längere Zeit mit den Nahrungsmitteln genossen, ohne allen Nachtheil auf die Gesundheit ist. Auch Polli bestätigt die ausserordentliche antizymotische und antiseptische Wirkung der Borsäure. P^ligot's Versuche ergeben die vortreffliche deletere Wirkung der Borsäure auf den Hausschwamm (Merulius lacrymans Schum., M. destruens PER8.). Vergl. unten: Holzlack gegen Hausschwamm. Es ist nicht zu übersehen, dass Mischungen von Borsäure (oder Borax) mit Salicylsäure (oder Salicylaten) einen sehr bitteren Geschmack haben, obgleich jede für sich auch nicht im mindesten bitter sind. Wegen dieses Um- standes lassen sich beide zugleich behufs Conservirung der Nahrungsmittel nicht anwenden, dagegen aber als ein sicheres Conservirungsmittel der Gewebe, Pelze, Haare etc. und zwar als Schutz gegen Motten, Wanzen, Läuse und anderes Ungeziefer (Hager). Lintenm boricatum, Bor 1 int, Sagena boricata, Borwatte, sind Leinen oder Watte (Baumwollenwatte) mit Borsäurelösung getränkt. Letztere wird nach ihrem Gehalt bestimmt und Borwatte und Borlint mit 10—15—20procentig bezeichnet. Die Lösung wird hergestellt: Vf Acidi boracici 10,0—15,0—20,0. Solve in Aquae destill, calidae 90,0—85,0—80,0. Diese Lösung oder nach dem Erkalten mit Krystallen durchsetzte Mischung wird vor der Anwendung auf circa 50° C. erwärmt, bei welcher Wärme wiederum Lösung eintritt. Das durchtränkte, noch circa 40° C. warme Gewebe wird sofort als Verband aufgelegt oder es wird an einem lauwarmen Orte getrocknet und vor Staub geschützt für den Gebrauch aufbewahrt. liintcum plicnolo-boricatum, Borphenollint, Sagena plienolo-boricata, Borphenol- watte, werden wie die vorhergehenden Verbandstoffe hergestellt und wendet. Die Lösung zur Tränkung der Faser wird nach folgendem Verhältnis« dargestellt: IV: Acidi borici 5,0 (—10,0) Acidi carbollci puri 2,0. Solve in Aquae dest calidae ]oo,0 (Spiritus Vini 5,0). 1) Spiritus boricus J. Neumann. ff Acidi borici 2,0. Solve in Glycerinae 10,0 Spiritus Vini diluti 50,0. Tum adde Olei Oaryophylloi um guttas 5. D. S. Zum Bereiben der kranken Hautstellen (bei Pityriasis versicolor, Herpes tonsurans, Urticaria, Pruritus der Haut, Ekzemen etc.). (2) Unguentum Acidi borici LlSTEH (et NUSSBAUM). vjc Acidi borici subtilissime pulverati Cerae albae ana 10,0 Olei Amygdalarum Paraffin! ana 20,0. M. ut fiat unguentum. Vergl. auch Ungt. vulncrar. Listfr, Bd. II, 8. 634, und Ungt. Acidi borici Credb, Bd. II, S. 1351. Acidum boricum. — Acidum carbolicum. 9 Amykc, Desinfectionsniittel, ist eine Flüssigkeit angeblich bestehend au8 20 Th. Borsäure, 2 Th. Borax, 10 Th. Gewürznelkentiuctur (Gewürznelkenextract) und 80 Th. Wasser. Amykos von H. Galen in Upsala, Cosmeticum, ist eine mit Glycerin und Borsäure versetzte Gewürznelken-Abkochung. Amykosascptiil, mit Borsäurelösung getränkte Leinwand. Antimcrulion, Zerener's (Deutsch. Patent) zwei Mittel gegen Hausschwammm. 1) Kieseiguhr mit Kochsalz tmd Borsäure (G und 3 Proc.) imprägnirt; 2) Wasserglas mit Kochsalz und Borsäure. Fabrikant Gustav Schallehn in Magdeburg. Borocat, Jannasch's Oonservesalz wird durch Eindampfen der Lösungen von gleichen Th. Kaliumchlorid, Natriumnitrat und Borsäure gewonnen. Erhaltungspulvcr, Dr. II. Oppebmann's in Bernburg zur Conservirung der Nahrungsmittel enthält vorwiegend Borsäure. Galactopbyl, Milchconservirungsmittel, eine Mischung aus circa 1 Th. Borsäure und 4 Th. Zucker. Glacialin, ein Conservirungsmittel, besteht aus 18 Th. Borsäure, 9 Th. Borax, 6 Th. Zucker, 9 Th. Glycerin und 400 Th. Wasser. (Engl. Patent.) Glasur, bleifrcie (nach Jannasch). 5 Th. Sehlämmkreide, 4 Th. calcinirte Soda, 4 Th. Borsäure, 2 Th. Kalisalpeter, 1 Th. Sand werden gemischt bei Rothglühhitze halb geschmolzen (gefrittct), dann in ein feines Pulver verwandelt und wie Töpferglasur verbraucht. Um sie leichter flüssig zu machen, setzt man noch etwas mehr Borsäure hinzu. Hekzkn's Flcischcoiiscrvations-Fliissigkeit besteht aus 150 Th. roher Borsäure, 30 Th. Borax, 15 Th. Kochsalz, 5 Th. Kalisalpeter und 2000 Th. Wasser. Nach 24—.'56 stündiger Maceration wird das Fleisch in Fässer eingeschichtet und verpackt. (Engl. Patent.) Holzlack gegen Hanssdnvamin, Meraücntod. 200,0 Borax, 400,0 Schellack und 2000,0 Wasser werden im Dampfbade bis zur Lösung erhitzt, dann noch mit 1000,0 heissem Wasser vermischt, nach dem Erkalten kolirt. Die Holzfläche wird hei trockner Witterung zuerst mit einer heissen Lösung aus 200,0 Borax, 100,0 Borsäure, 250,0 Essigsprit und 2500,0 Wasser, vor der Anwendung mit 200,0 Spiritus versetzt, zwei- bis dreimal Überstrichen und getränkt, dann nach dem Trocknen mit jenem Lacke überzogen. Der Erfolg ist vortrefflich (Hager). llilchpnlver G. HüGHE'h (London), Milchconservirungsmittel enthält Borsäure. (Der Vertrieb ist in Dresden verboten.) Acidum carbolicum. Darstellung. Bbougthon zu Oatacamund bespricht die Darstellung der Carbolsäure durch Destillation der aus dem ätherischen Oele von Ahdromeda Leschenaultii, einer auf den Neilgherriehügeln wuchernden Pflanze, gewonnenen Salicylsäure über Kalk und Sand. 500 g würden 5 — 7 Sh. zi stehen kommen. 10 Acidum carbolicum. Bildung und Vorkommen. Bei der Fäulniss von Eiweisskörpera, so wie im Wege der Verdauung findet die Bildung von Phenol statt. In 100 k Faeces fanden Brieger und Salkowski 0,14 g Phenol. Es entsteht ferner bei Schmelzung von Albuminoi'dkörpern mit Aetzkali. 100,0 Eiweiss ergaben 0,255 Phenol (Nencki). Die Ursache der Rothfärbung des reinen Phenols während der Aufbewahrung soll nach Finzelbbrg hauptsächlich in der Art des Glases, aus welchem die Gefässe bestehen, zu suchen sein. Die Einwirkung von Wärme oder Licht sei nicht die Ursache dieses Rothwerdens. Hager dagegen glaubt dieses Rothwerden in einem Zutritt von Ammongas zur Säure zu erklären, und fand er eine Säure in 2 Th. getheilt, den einen Theil in ganz gefüllter hermetisch geschlossener Flasche, den anderen Theil in offener Flasche mit 2,0 Ammoncarbonatstückchen in Gesellschaft unter einer Glocke, nach 8 Tagen letztere Säure roth gefärbt, die in dicht geschlossener Flasche aber farblos. Chemie u. Analyse. Die Reaction des Ferrichlorids auf Phenol wird verhindert durch die Gegenwart der meisten organischen Säuren, der Mineralsäuren, der Phosphorsäure, der Acetate, Phosphate, des Borax, Glycerins, Weingeists, Amylalkohols, Aethers (Haöeb). Der Nachweis des Phenols neben Salicylsäure oder Salicylaten gelingt auf Zusatz von Aetzammon und dann einige Minuten späteren Zusatz von gechlorter Natronflüssigkeit. Es entsteht eine blaue Färbung, welche durch Säuren roth, durch Alkalien wieder blau wird. Freies Chlor und freie Säuren verhindern die Reaction. Es ist daher Ammon bis zur alkalischen Reaction, jedoch Chlornatron nicht im Ueberschuss zuzusetzen. Bei V M ooo Verdünnung erfolgt die Reaction erst in 24 Stunden, bei V30000 Verd. in 15 Minuten (Almen). Allen setzt behufs Nachweises der Carbolsäure zu einigen Tropfen Salzsäure 1 — 2 Tropfen der zu prüfenden Flüssigkeit, dann einen Tropfen Salpetersäure. Es erfolgt purpur-cannoisinrothe Färbung, doch Kreosot stört diese Reaction. — E. IIoffmann (in Kandel) hat folgende sehr scharfe Reaction auf Carbolsäure aufgefunden. In einem Reagircylinder überschichtet man 1—2 CC. reiner concentrirter Schwefelsäure mit einem gleichen Volumen der wässrigen Carbolsäure- lösung (z. B. 1 Säure auf 500) und lässt nun einige Körnchen Salpeter in die Flüssigkeit fallen. Schon bei Anwesenheit von 1 mg Carbolsäure erzeugt jedes Partikel Salpeter einen violetten Streif. Beim Umschütteln färbt sich die ganze Flüssigkeit intensiv violett. Wasserzusatz verändert die Farbe in roth-orange. — Davy empfiehlt als Reagens eine Lösung der Molybdänsäure in conc. Schwefelsäure, welche Lösung mit Carbolsäurelösungen violette Färbungen hervorbringt. Behufs Absonderung des Phenols in organischen Massen kann man diese mit Wasser verflüssigen und mit Essigsäure im Ueberschuss versetzt der Destillation in Glasretorten unterwerfen. Die quantitative Bestimmung geschieht (nach Degener) mittelst einer wässrigen Bromlösung. Die phenolhaltige, von Schwefligsäure freie Flüssigkeit wird mit der Bromlösung von bestimmtem Gehalt versetzt, so lange das flockige weisse Tribromphenol ausfällt. Das Ende der Reaction wird durch Kaliumjodidstärke- papier, dessen Jod durch freies Brom frei wird, erkannt. Das Zurücktitriren überschüssigen Broms geschieht entweder mit titrirter Phenollösung oder mit titrirter Kaliumjodidlösung. Im letzteren Falle kann ausgeschiedenes Jod durch Natronhyposulfit bestimmt werden. 94 Phenol entsprechen 280 Brom oder 1 Phenol entsprechen 3,5213 Tribromphenol. Indol giebt mit Brom auch einen Niederschlag, aber einen amorphen. Das Tribromphenol ist krystallinisch. Acidum carbolicum. 11 Eine andere Methode ist die Verwandlung des Phenols mittelst rauchender Schwefelsäure in Sulfophenol, Sättigung mit Barytcarbonat, Filtration, Fällen mit Schwefelsäure. 100 Barytsulfat = 80 Phenol. Freies Phenol lässt sich mit Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff aus Lösungen ausschütteln, nachdem etwa vorhandener Weingeist in gelinder Wärme (30—40° C.) verdunstet ist. Behufs Gehaltbestimmung einer rohen Carbolsäure werden 10 CC. mit 10 CC. Aetznatronlauge (1,33 sp. G.) und 10 CC. Wasser kräftig durchschüttelt und eine Stunde unter bisweiligem Schütteln digerirt, hierauf mit weiteren 10 CC. Wasser gemischt, erkalten gelassen, durch Glaswolle filtrirt und diese mit etwas Wasser nachgewaschen. Das Filtrat wird, nachdem circa 10 g Kochsalz darin gelöst sind, mit 7 CC. Salzsäure (von 1,124 sp. G.) oder bis zum geringen TTeberschuss versetzt und nach halbstündiger Digestion an einen kalten Ort gestellt. Die abgeschiedene Carbolsäure ergiebt den Gehalt der rohen Carbolsäure. Bezüglich der Anwendung der Carbolsäure ist zu erwähnen, dass sie sich bei Diphtheritis vorzüglich bewährt hat. Dr. Schüler in Cüstrin starben bei ihrer Anwendung nur 4,3 Proc. der diphtheritischen Patienten, während die Anwendung von Kalichlorat 14,6 Proc. und die von Salicylsäure 46,6 Proc. Sterbefälle ergaben. Viele Aerzte geben der Benzoesäure als Antidiphtheriticum den Vorzug. Zu parenchymatösen und hypodermatischen Carbolinjection en wird Aqua phenylata duplex (2 zu 100) angewendet (1 — 2 volle Pravazspritzen), bei Entzündungen einzelner Organe, der Drüsen, bei Blutgeschwülsten, Tumoren jeder Art, Erysipelas, Rachenbräune, Luftröhrenentzündung, Lungenentzündung, Gelenkrheumatismus, Lumbago etc. Hueter hält die Carbolsäure für das mächtigste Antiphlogisticum und Antipyreticum. Dass hier nur eine sehr reine Carbolsäure in Anwendung kommen darf, ist wohl zu beachten. Die Dosis für ein Klystier ist 0,1 — 0,15 — 0,2 in 150,0 Aq. oder Auf- guss (bei Durchfall, Leiden des Rectums). Stärkste Klystierdosis 0,3. Bedenklich ist eine Dosis zu 0,5. Frauen sind empfindlicher, Kinder am empfindlichsten gegen Carbolsäureinjectionen. Diesen letzteren genügt eine Dosis von 0,05 in 120,0 Aq. Die Pile Doctors (Haemorrholden-Aerzte) Nordamerikas sollen in die betreffenden Knoten eine Mischung aus Carbolsäure und Olivenöl (man behauptet sogar eine solche Mischung zu gleichen Theilen!) injiciren. Von einigen Seiten wird angegeben, dass sie hierzu auch Mischungen aus Carbolsäure, Morphin, Jodoform, Chloralhydrat etc. anwenden. Eine weitere Anwendung ist die Inhalation des Carbolsäurcstaubes. Zu den CarbolinhalationeD wird 1,0g höchst reines Phenol in 1 Liter dest. Wasser gelöst verwendet bei Lungengangrän und chronischen Lungencatarrhen, besonders bei übelriechendem Sputum. Santesson befolgt folgende Behandlung grosser Brandwunden: 1) Des- infection der Wunde und Umgebung mittelst Carbolspray (Aq. phenyl. simpl.), 2) Auflegen mit 4 proc. Borsäurelösung getränkter Compressen, 3) Darüberlegen von Guttaperchapapier, und 4) Bedecken mit ungeleimter, mit Carbolwasser durch- sprengter Watte. Heilsam hat sich die Carbolsäure äusserlich angewendet erwiesen bei syphilitischen Geschwürsformen. Die Aerzte pflegen die Präparate aus Carbolsäure gewöhnlich nur mit der Abkürzung Carbol- zu bezeichnen, z. B. Carbolspray, Carbolgaze. 12 Aoidum carbolicum. In Betreff der Wirkung auf den thierischen Organismus ist zu erwähnen: Carbolsäure ist eine giftige Substanz. Sie wirkt direct auf das cerebrospinale Nervensystem und auf das Athmungscentrum, erst reizend, dann lähmend, auch ist sie nicht ohne Einfluss auf das Blut, denn nach einigen Stunden der Intoxi- cation tritt Hämoglobinurie ein. Die Ausscheidung aus dem Körper erfolgt in 12—16 Stunden. Glycerin mindert die Giftigkeit. Im thierischen Organismus unterliegt die eingeführte Carbolsäure zum grösseren Theile einer Oxydation, aus welcher Oxalsäure und Kohlensäure resultiren. Der Harn nimmt nach äusserlichem und innerlichem Phenolgebrauch eine dunkle bis tintenartige Farbe an. Baumann und Pbeusse constatirten im Harne nach einer Vergiftung mit Phenol Hydrochinon und Brenzcatechin als Aetherschwefel- säuren. Das in die Verdauungswege eingeführte Phenol wird hauptsächlich in pheuolschwefelsaures Salz übergeführt und als solches durch den Harn abgeschieden. Salkowski fand bei Phenolgebrauch stets einen Harn mit grossem In- dicangehalt. Als Gegengift empfiehlt Jandousch Zuckerkalk oder ein Gemisch aus Kalkhydrat und Zucker. Feeiiand empfiehlt zur Entfernung des Giftes aus dem Magen Ipecacuanha, Apomorphin, Magenpumpe, dann Verabreichung von Kalk- saccharat oder ein Gemisch aus 5 Tb.. Kalkhydrat, 15 Th. Zucker und 40 Th. Wasser, Milch, Wein, Kaffee, äussere Reizmittel. Die innerliche, besonders die äusserliche Anwendung auf Wunden, zu Klysticren, Injeetionen sollte nur mit der Aqua phenylata simplex oder duplex geschehen. In concentrirterer Form (1 rolien Vergiftungen. Gegen Intoxicationen in Folge wiederholter Anwendung der Carbolsäure auf Wunden, in Waschungen hat Dr. Sonnkiseik; , auch Baumann den innerlichen Gebrauch von Natriumsulfat (Glaubersalz) stets wirksam gefunden. Sanftleben empfiehlt den Gebrauch folgender Mixtur (Kp. Acidi sulf. diluti 1,0; Syrupi gum- mosi 200,0. M. S. Stündlich 1 Esslöffel). Mit dem Gebrauch von Glaubersalz verschwindet alsbald die dunkle Farbe des Harnes. Die Wirkung beruht auf der Bildung von Sulfocarbolsäure, welche nicht giftig sein soll. Carbolgaze, Listee's, Lister's antiseptic muH, nach Prof. Dr. Paue Beuns Anweisung dargestellt. Die LiSTER'sche Carbolgaze wird in der Art hergestellt dass man Gazestoff in eine heisse Mischung von 1 Th. reiner Carbolsäure mit 5 Th. Harz und 7 Th. Paraffin taucht und dann in mehrfacher Lage zwischen zwei Rollen hindurchpresst. Bkuns stellt nun diese Carbolgaze in einfacherer und leichterer Weise dar. Er verwendet dazu eine dünnflüssige kalte weingeistige Lösung, welche von dem Baumwollengewebe leicht aufgenommen wird. 1 Kilos. entfetteter Gaze (ca. 25 Meter) erfordert circa 2,5 Liter einer Flüssigkeit bestehend aus 100,0 g Carbolsäure, 400,0 g gepulvertem Colophonium, 40,0 g Ricinusöl und 2 Liter Weingeist. Zuerst wird das Colophon im Weingeist 'gelöst, dann die Carbolsäure zugesetzt etc. In diese Flüssigkeit wird die Gaze eingetaucht und darin wiederholt umgedreht, einige Minuten lang mit den Händen (wohl besser mit einem Holzpistill) geknetet etc., um eine gleichmässige Durchtränkung zu erreichen. Durch Aufspannung in horizontaler Lage wird das Gewebe getrocknet, was in einer halben Stunde geschehen sein kann. Diese BitUNs'sche Carbolgaze (eine 10 proc.) ist viel weicher und schmiegsamer als die LiSTER'sche Gaze (welche nur 6—7 proc. ist) und ist frei von Paraffin, welches in vielen Füllen auf die Haut reizend wirkt. Der Preis pro Meter der in der Klinik z. B. vom Krankenwärter zubereiteten Carbolgaze kommt, das Meter Gaze Acidum carbolicum. 13 zu 18 Pf. angenommen, auf ungefähr 25 Pf. oder 0,25 Mk. Die LiSTEn'sche Carbolgaze wird zu 35—45 Pf. pro Meter gekauft. Die BRiras'sche Carbolgaze kann nach dem Gebrauch durch Auskochen in stark verdünnter Aetzlauge gereinigt und dann aufs Neue mit der antiseptischen Flüssigkeit getränkt werden. Carbol-Gewebc, antiseptische Verbandstoffe. Hierzu verwendet man gebleichten und ungebleichten Mull, der mit einer Masse, bestehend aus 16 Th. Paraffin, 4 Th. Colophonium und 1 Th. reiner Carbolsäure, imprägnirt wird. Ein Uebelstand an diesem so zubereiteten Stoffe ist der, dass Paraffin und Colophonium den Verbandstoff steif machen und das nachträgliche Waschen desselben erschweren. Da der ungebleichte und unbearbeitete Mull einen Fettgehalt von 1 bis 2 Proc. hat, welcher eine directe Imprägnirung mit Carbolsäure wesentlich hindert, so haben sich die obenerwähnten Mittel zum Auftragen der Carbolsäure als noth- wendig erwiesen. Wenn man die Gewebe durch Waschen mit Natroncarbonat vom Fette befreit, so lässt sich die Imprägnirung mit Carbolsäure auch direct ermöglichen. Poehi, giebt dazu folgende Anweisung. Man bediene sich dazu eines kupfernen Apparates, welcher die Einrichtung eines PApra'schen Topfes bat. Er ist ein kupferner Kessel mit hermetisch schliessendem Deckel, welcher mit Sicherheitsventil und Ableitungsrohr nebst Krahn versehen ist. Zudem ist noch eine Oeffnung im Deckel, in welche ein Thermometer eingesetzt wird. In den Kessel kommt ein Drahtnetzgestell, welches dazu bestimmt ist, das Gewebe aufzunehmen und zwar derart, dass letzteres die äusseren Wände des Kessels nicht berührt, wodurch ein mögliches Versengen des Gewebes, wie auch Verstopfung des Sicherheitsventiles vermieden wird. Das Gewebe wird vor dem Einlegen in den Kessel mit einer Mischung von 100 Th. Acid. carbolic. ehem. pur. cryst. und 5 Th. 95 proc. Spirit. vini auspulverisirt und zwar nimmt man 3,5—4,0 g dieser Mischung auf 1 qm. Nachdem das G ewe be in das Drahtnetz gelegt ist, wird der Deckel hermetisch geschlossen und der Inhalt bis zu 120 bis 130° C. erhitzt. Sollte das Sicherheitsventil schon vor Erreichung dieser Temperatur gehoben werden, so muss man durch zeitweiliges Oeffnen des Ableitungskrahns den Druck im Kessel mindern, um einer Explosion vorzubeugen. Sobald die Temperatur von 120° C. erreicht ist, nimmt man den Kessel vom Feuer und lasst ihn allmählich abkühlen. Das schliesslich fertige Verbandmittel wird wie gewöhnlich in Pergamentpapier oder in carbolisirtem Paraffinpapier aufbewahrt. Carbolsiiiire-Iiint wird nach Prof. Bruns mit einer Lösung von 100,0 g Carbolsäure, 40,0 g Colophon und 40,0 g Ricinusöl in 2 Liter Weingeist, womit 1 kg Lint durchtränkt wird, dargestellt. Prüfung der Carbol-Verbandstoffe. Diese geschieht nach Poehl, dass man ein Stückchen des Stoffes in eine circa 15 proc. Mercurinitratlösung, welche etwas Salpetrigsäure enthält, eintaucht. Bei Gegenwart von Carbolsäure färbt sich die Lösung intensiv roth. Im Allgemeinen genügt eine Extraction eines bestimmten Quadratmaasses oder Gewichts des Verbandstoffes mit 30 proc. Weingeist, welcher nur die Carbolsäure, aber nicht deren Vehikel oder Bindemittel löst etc. Acidum carbolicum camphoratuui, Phonolkampfer (vergl. Bd. II, S. 1319) soll zum innerlichen und äusserlichen Gebrauch geeignet und darin die giftige Wirkung der Carbolsäure gemindert oder abgeschwächt sein. Dieses Mittel mit der 2—3 fachen Menge Olivenöl oder Weingeist verdünnt dient besonders zum Bestreichen und Bereiben seabiöser Exantheme sowie der Hautanschwcllungen in Folge von Inseclenstichen und der sogenannten Hautwür- me r sowohl bei Menschen wie bei Hausthieren. 14 Acidum carbolicum. Phenolkampfer empfiehlt sich hauptsächlich als Ersatz der Carbolsäure beim Wundverbande. Es soll weder die Haut noch die Wunde irritiren und macht eine Erneuerung des Verbandes alle 8—10 Tage nöthig. Es lindert den Schmerz der Wunden und vermindert die Eiterbildung. Carhollirniss zum Bestreichen von Holz, dasselbe zu conserviren und vor Fäulniss zu bewahren, auch zum Bestreichen der Wände und Mauern, auf welchen Pilzvegetationen existiren, bei Hausschwamm etc. Es werden in einem eisernen Kessel 100 Th. Borax und 50 Th. Aetznatron in 4000 Th. Wasser gelöst, bis zum Kochen erhitzt, allmählich unter Agitation mit 450 Th. Schellack versetzt. Nach geschehener Lösung werden der halb erkalteten oder lauwarmen Flüssigkeit 200 Th. einer 90—95 proc. Carbolsäure (gereinigte) hinzugemischt. Dieser Firniss wird lauwarm verwendet. Er ersetzt das Carbolineum der Firma Gebr. Avenabius zu Gau-Algesheim. Vergl. auch Holzlack S. 9. (1) Aqua Coloniensis desinflciens. i)c Acidi carbolici puri 10,0 Aquae Coloniensis 100,0. Misce. Ein bis zwei Theelöffel zu dem Wasser zu mischen, mit welchem man die Hände waschen will, nach Operationen, Befassen kranker Thiere etc. (2) Bacilla cuneiformia carbolica. Carbolnasalbougies. Carbolnasenstäbchen. ijc Gelatinae albae 55,0 Glycerinae 30,0 Aquae dcstillatae 15,0. Calore balnei aquae in massam gelatinoaam redactis adde Acidi carbolici puri 2,0. Effundendo in modulos vitreos vel e Charta paraffinata factos fiant bacilla quindc- cim (15), centimetros octo ad decem longa, millimetros circiter quinque lata paulum cuneiformia. D. S. Nasenbougies (bei übermässigem Nasenschlcimfluss, stinkendem Nasenschleim etc.). (3) Guttae antodontalgicae phenylatae. Phenylirte Zahntropfen. i£ Acidi carbolici puri Chlorali hydrati ana 2,5 Extracti Aconiti 1,0. Solve in Aquae Cinnamomi vinosae Tincturae Opü ana 10,0 Spiritus Mcnthae pip. 5,0. D. S. Auf Baumwolle getropft in den hohlen Zahn zu stecken. (4) linlmentum carbolisatum Platt. Pockenliniment. Br Acidi carbolici puri 5,0 Aquae destillatae Glycerinae ana 50,0. M. D. S. Täglich zweimal mittelst eines Schwammes die Pusteln zu bereiben tum Eiterung und Narbenbildung der Pusteln bei echten Pocken zu verhindern). (5) Liquor jodocarbolicus Holtz. ty Acidi carbolici Spiritus vini ana 5,0 Aquae destillatae 25,0 Tincturae Jodi 20,0. M. D. S. zum Bepinseln (bei Diphtheritis). (6) Liquor jodocarbolicus C. G. Rothe. ff Acidi carbolici puri Spiritus Vini difuti ana 1,0 Tincturae Jodi 0,5 Glycerinae Aquae destillatae ana 2,5. M. D. S. I. 25-30 Tropfen auf 1 bis 2 Esslöffel Wasser (zur Inhalation in zerstäubter Form bei Diphtheritis, Phthisis pulmonum, oder zum Touchiren des Scl)lun(lkopfcs). M. IX S. II. 40 Tropfen in einer Tasse Wasser zum MundausspUlen, Gurgeln (bei Diphtheritis, Scharlachfieber oder als Pro- pliylacticum bei herrschender Diphtheritis und Scharlachfieber). (7) Liquor stypticus Pavesi. Vf Acidi carbolici puri 10,0 Acidi sulfurici concentrati 16,Q. Digere calore balnei aquae perhoras tres. Post refrigorationem adde Acidi benzoici Acidi tannici ana 5,0 anten soluta in Glycerinae Spiritus Vini ana 25,0. Acidum carbolicum. 15 Tum adde Aquae Kosae 200,0. Wird als ein vortreffliches blutstillendes Mittel gerühmt. (8) Mixtura antidiabetica Ebstein, Lebert. fy Acidi carbolici 5,0 Aquae destillatae 150,0 Aquae Menthae piperitae 50,0. M. D. S. 2—4mal täglich 1 Theelöffel. (9) Mixtura antidiarrhoica infantum C. G. Eothe. R? Acidi carbolici 0,2 Aquae Menthae piperitae 30,0 Tincturae Valerianae aethereae 2,0 Tincturae Opii crocatae Tincturae Jodi ana 0,05 (—0,15) Mucilaginis Gummi Arabici Syrupi Papaveris ana 10,0. M. D. S. Zweistündlich einen Theelöffel (bei Kindercholera). (10) Mixtura inhalatoria Waldenburg. (Loco Mixturae inh. Waldenburg. Bd. I, S. 36 (r; 33.) R? Acidi carbolici puri 5,0. Solve in Spiritus Vini 25,0. Tum adde Acidi tannici 20,0 Aquae destillatae 100,0 et agita, donec liquor limpidus effectus fuerft. D. S. 1—2 Esslöffel auf ein halbes Liter Wasser zu Inhalationen in zerstäubter Form (bei Phthisis, Bronchectasie, Bronchitis putrida). Vet. (11) Compositio carbolica universalis. Universal-Oarbolcomposition. ^ Benzoes Sumatrensis notae secundae 100,0 Aloes 50,0 Acidi salicylici notae inferioris 25,0. In pulverem redactis adde Olei Spicae 50,0 Olei Anisi stellati 10,0 Spiritus Vini 1000,0. Macera per diem unum, interdum agitando, tum primum admisce Acidi oleinici 100,0 deinde Natri caustici crudi 50,0, Boracis 25,0 antea soluta in Aquae communis 500,0. Intcr agitationem digere per diem unum, tum mixturae adhuc calidae adde Acidi carbolici crudi, 90 ad 95 partes Phenoli in centenis partibus conti- nentis, 3000,0. Agita per horam dimidiam, tum sepone loco frigido per hebdomadem unam. Post hoc tempus liquorem limpidum co- lando decantha. D. S. Vorsicht. Ein Theil dieser Flüssigkeit wird unter Umrühren in die 30— 120 fache Menge Wasser eingegossen und gemischt. Die verdünnte Flüssigkeit wird mittelst einer Bürste (sogenannte Schmierbürste) auf das Fell der Hausthiere aufgetragen. Dabei ist ein Spritzen in die Augen oder an die Geschlechtstheile zu verhüten. Gegen Zecken der Schafe, Läuse und Flöhe wird die lOOfache, gegen Bände die 30fache (bei Hunden die 40- fache), auf jauchige Wunden die lOOfache Verdünnung angewendet, im letzteren Falle entweder mit der 100fachen Verdünnung die Wunde ausgespritzt oder t Charpie oder Hede, Werg damit angefeuchtet. Um Fliegen und Insecten abzuhalten, wird mit der 100fachen Verdünnung Leinen befeuchtet und das Fell des Thieres damit gestrichen. Diese Composition ersetzt die Little'- sche Flüssigkeit, ist selbst besser als diese. Vet. (12) Ungneiitum ungularium. Ungucntum ad ungulas. Huf- und Klaucnheilsalbe. ■fy Benzoe's Oatechu Carbonis ossium ana 10,0. Subtilissinie pulveratis admisce Acidi carbolici dopurati 8,0 Vaselinao 100,0 Cerae flavae 10,0. Leni calore fiat unguentum aequabile. Salbe bei Brnokelhuf, Wunden und Erosionen des Hufes der Pforde, auch bei Klauenleiden der Zweihufer. Carbolate of Jodide Inhalant. Eine der rohen Carbo'sä'uro nicht unähnliche Flüssigkeit, nach CarbolsHure, Kampfer und Wintergrüm'1 riechend, von neutraler Ke- action, bestehend aus Phenolkainpfer, versetzt mit wenig Wintergrünöl (Preis f. 12 g 2,50 MIO. (Gates u. Prkscott, Ä.nnlyt.) 16 Acidum carbolicum. — Acidum carbonicum. Hnngerford'sche Antirhenmatisnrussallic von Wedecke in Berlin ist ein Gemisch aus lg Kampfer, lg Carbolsäure, 12g Wachssalbe. Preis 1,50Mk. (Schaedlbe, Analyt.) Little's Flüssigkeit, ein ungiftiges Mittel, um Schafe, Rindvieh etc. von Ungeziefer in leichter und billiger Weise zu reinigen Heilmittel gegen Räude, ist eine dunkelbraune dicklich fliessende Substanz, in ihrer Hauptmasse aus roher Carbolsäure, verseift durch Natron, bestehend. Wahrscheinlich enthält es noch etwas Terpenthinöl, Quillajaextract. (Soll in England, Frankreich und Oesterreich patentirt sein.) Vergl. S. 15 Compositio carbolica universalis. (Hager, Analyt.) Desinfection. pulver, Duulas', besteht aus Calciumsulfit, Kalk, Carbolsäure. Wanzenmittoi, Kampe's, scheint ein Tabakaufguss, versetzt mit Carbolsäure, nach Angabe (, jedoch nur Mistjauche zu sein. Acidum carbonicum. Carboleiim Beins', durch Druck verflüssigte Kohlensäure, verwendbar zur Darstellung von Kohlensäuerlingen, auch als motorische Kraft. Zur Darstellung be- Fig I. Bin starkwandiges eisernes Bohr, in A liegend, ausgefüllt mit Natrinmdicarbonat, ist bei O Ter- m und bei 7/angeschraubt. E ein Meiner Kühlkessel; C Glasrohr, umgeben von einem starken eisernen Bohre, worin sich zwei gegenüberstehende Längsschlitze befinden zum Durchschauen; 7> als Manie dienende», mit Glasplatten versehenes Kühlrohr, B Spiritus- oder Gaslampe. Zündet man die Lampe // an, so wird das in A sich befindende Dicarbonat erhitzt und zersetzt, das Gas tritt durch //in // und laset dort das gleichzeitig in Dampf übergeführte Krystallwasser des Natriumdicarbonats zurück. Längs J und 7 gelangt die Kohlensaure in C. Das Manometer zeigt stets höhere Spannung , bis der Zeiger die Atmosphären angiebt, bei welchen Kohlensäure sich verflüssigt, nnd man sieht alsdann das Gas längs der Wände des Glasrohrs als Flüssigkeit herunterfliessen nnd sich dort ansammeln. Durch Hahn F kann die flüssige Kohlensäure abgelassen werden. Acidum cnrbonicum. — Acidum chvomicum. 17 nutzt er Natriumdicarbonat und eine Eisenretorte, welche aus zwei eoncentrischen Röhren besteht. In den durch diese beiden Röhren gebildeten ringförmigen Raum wird das Dicarbonat eingeschichtet, in das Innere der centralen Röhre ein Glüh- eisen gelegt, dessen Hitze die Kohlensäure aus dem Salze austreibt. Die Kohlensäure gelangt in einen mit Manometer versehenen Gasbehälter, nachdem der anhängende Wasserdampf unterwegs condensirt worden ist. Der Druck wird bis zur Verflüssigung der Kohlensäure gesteigert. Die flüssige Kohlensäure wird durch einen Hahn abgelassen. Der Apparat, durch vorstehende Figur vergegenwärtigt, wird von der Firma Beins, Hoen & Coevek in Groningen in den Handel gebracht. In Deutschland fand er bisher wenig Aufnahme. Chemie U. Analyse. Zur Bestimmung der Kohlensäure neben Schwefligsäure in Carbonatem, Sulfit- und Hyposulfitlösungen soll man sich nach Polacci's Angabe des reinen Kalibitartrats bedienen, welches nur die Kohlensäure freimacht. Die Wirkung der Kohlensäure, welche mit kohlensäurehaltigen Getränken genossen wird, ist ähnlich derjenigen, welche sehr kleine Gaben Mineralsäuren zur Folge haben. Es erfolgt eine geringe Belebung der Verdauung und eine etwas vermehrte Harnsecretion. Es handelt sich hier im letzteren Falle nur um eine reflectorische Beeinflussung der Nieren von Seiten der Magennerven. Dadurch, dass die Kohlensäure durch die Wärme der Verdauungswege freigemacht wird, nimmt sie Wärme auf, und jedes zerspringende Kohlensäurebläschen erzeugt auf der Haftstelle ein Kältegefühl (Prickeln). Ein Theil der Kohlensäure wird vom Mageninhalt resorbirt und wirkt dann, wie schon erwähnt ist, wie kleine Mineralsäuregaben. Als Gegengift bei Intoxicationen durch Kohlensäure und Kohlenoxydgas wird von Dr. Schlosser neben dem Einflüsse frischer Luft der Gebrauch einer Lösung von 0,3 Extr. Seealis cornuti in 50,0 Wasser (viertelstündlich ein Theelöffel) empfohlen. Acidum chromicum. Ueber die Darstellung der Chromsäure und deren Aufbewahrung findet sich eine von Holzschnitten begleitete Arbeit von Gawalovski in Zeitschr. f. analyt. ™'- 17, S. 179. Der aus einer heiss gesättigten Kalibichromatlösung mittelst Schwefelsäure ausgeschiedene Chromsäurebrei wird in einem Trichter gesammelt, dessen Rohrtheil abgeschnitten ist. Dieser Trichter ist in einen grossen Trichter eingesetzt und mit Glaswolle so abgeschlossen, dass eine Schicht Glaswolle zwischen beiden Trichterwandungen lagert. Der Aussentrichter wird mit einer Glasplatte geschlossen. Nach dem Abtropfen der Flüssigkeit werden die^Kry- ßtalle in einer gleichen Menge gesättigter Kaliumdichromatlösung gelöst, dann wiederum mittelst Schwefelsäure gefallt und der abgeschiedene Brei wieder in die Trichtervorrichtung gebracht. Der Trichter wird nun mit dem Chromsäurebrei auf ein Becherglas gestellt, 12 Stunden im Exsiccator placirt und der Brei auf Backstein trocken gemacht, dann in wenigem Wasser gelöst, mit etwas Baryum- chromat versetzt, durch Glaswolle filtrirt und in massiger Hitze zur Krystalli- ßation abgedampft. Ueber die Aufbewahrung vergleiche man die genannte Zeitschrift. Hager, Pharm. Praxis. SuppL 2 18 Acidum chromicum. — Acidum citricum. Es wird von v. Mosetig in dem Jahresb. d. k. k. Krankenhauses Wieden ein Vergiftungsfall mit tödtlichem Ausgange gemeldet. Das kraterförmige Carcinoma medulläre mammae sinistrae bei einer 39.jäkrigen kräftigen Frau wurde behufs Hemmung des jauchigen Zerfalls mit Chromsäure cauterisirt. In der nächstfolgenden Nacht traten mehrere Intoxicationserscheinungen (Erbrechen, Bauchschmerzen etc.) auf und der Tod erfolgte am Morgen. Mosetig hatte schon früher bei Anwendung von Chromsäure als Aetzmittel Erbrechen beobachtet, dasselbe aber der Anwendung von Chloroform zugeschrieben. Der vorliegende Fall erwies aber das Erbrechen als Folge der Anwendung der Chromsäure. Letztere erfordert also Vorsicht. Delpech und Hillaiket besprechen in den Annal. de hygiene publ. 1876 die Krankheitserscheinungen, welchen die Arbeiter in den Fabriken, in welchen Chromate dargestellt und verarbeitet werden, ausgesetzt sind, wie die Ulcera- tionen an den Extremitäten, Wunden und Perforationen an den Nasenknorpeln, Erstickungszufälle, Luftröhrenentzündung, Geschwüre in der Kehle, welche syphilitischen ähnlich sind, Kopfschmerz, Schwäche etc. Acidum citricum. Der Italienische Citronensaft soll mit Kochsalz, Schwefelsäure, Salpetersäure, Weinsäure oft beschwert und verfälscht sein. In Deutschland hat sich zu Rosslau a. d. Elbe eine Citronensäurefabrik unter der Firma Dr. E. Fleischer & Cp. etablirt, welche eine sehr schöne reine, völlig bleifreie Säure liefert, aueh einen reinen klaren Citronensaft mit einem Gehalt von 16 Proc. krystall. Säure in den Handel bringt. Dieser letztere Artikel wird der praktischen Pharmacie sehr willkommen sein. E. Boubgoin fand, dass 100 Th. absoluter Aether 2,26 TL, absoluter Weingeist fast 76 Th. und 90proc. Weingeist 52,8 Th. Citronensäure lösen. Chemie U. Analyse. Zum Nachweise der Apfelsäure neben Citronen- und Bernsteinsäure soll man (nach Pagasogli und Poli) die Flüssigkeit mit etwas Schwefelsäure und Kalibichromat versetzen und erwärmen. Bei Gegenwart von Aepfelsäure entwickelt sich der Geruch nach überreifen Früchten. Um die Citronensäure in Fruchtsäften nachzuweisen, verfährt man (nach Laskowsky und Sabarin) in folgender Weise: Man vermischt den Saft mit gleichviel Weingeist, lässt absetzen, filtrirt, fällt mit Bleiacetat aus, sammelt den Niederschlag, wäscht ihn, digerirt ihn in Aetzammon, verdunstet die Lösung bis zur Austreibung des Ammons, leitet Schwefelwasserstoff hinein, beseitigt das Schwefelblei, dann den überschüssigen Schwefelwasserstoff', versetzt mit Baryt - acetat, erwärmt, sammelt den entstandenen Niederschlag, wäscht ihn aus und zersetzt ihn mit Schwefelsäure. Endlich wird die vom Barytsulfat getrennte Flüssigkeit eingetrocknet und mit der 6 fachen Menge 10 proc. Aetzammon in einer verschlossenen oder zugeschmolzenen Glasröhre 6 Stunden hindurch auf 120° C. erhitzt. Der Röhreninhalt färbt sich, lag Citronensäure vor, gelb und Krystalle scheiden sich daraus ab. Giesst man dann die erkaltete Flüssigkeit in eine porzellanene Schale, so nimmt sie nach einigen Stunden unter Verschwinden der Krystalle eine blaue Farbe an, welche nach einigen Tagen blassgrün wird und endlich in Farblosigkeit übergeht. Während das Blau auch im durchfallenden Acidura citricum. — Acidum cresotinioum. 19 Lichte blau, und zwar noch intensiver erscheint, sieht das Grün im durchgehenden Lachte blau aus. Wird das Erhitzen in der verschlossenen Röhre länger und bis auf 150° fortgesetzt, oder nimmt man auf 30 CC. Aetzammon 10g der Säure, so erfolgt die Grünfärbung direkt. Steigert man aber die Hitze auf 160°, so bleibt die Färbung aus. Dieses Verhalten der Citronensäure wird nicht beeinträchtigt durch die Gegenwart vorwaltender Mengen Oxalsäure, Weinsäure, Apfelsäure, nur Bedingung ist, dass wenigstens 0,01 g Citronensäure zugegen sein muss. Itakonsäure scheint die Keaction allein zu stören. Zur Prüfung der Citronensäure des Handels auf Weinsäuregehalt oder Beimischung giebt man nach (Caileetet) in ein Reagirglas 10 CC. kalte gesättigte Kaliumdichromatlösung und lg des Säurepulvers und rührt mit einem Glasstabe um. In 10 Minuten ist die Flüssigkeit orangefarben bis bräunlich, bei Gegenwart von Weinsäure dunkelbraun bis schwarzbraun. Reine Weinsäure wird dadurch sehr schnell dunkelpurpurviolett bis schwarz, reine Citronensäure dagegen sehr langsam kaffeebraun. Natro-Kali citricum, Natrio-Kalium citricum wird von Pusch empfohlen als Ersatz des Tartarus natronatus im Pulv. aerophor. laxans. Es werden 108 Th. Kalicarbonat und 221 kryst. Natroncarbonat mit Citronensäure (100 Tb..) gesättigt und zur Krystallisation gebracht. Acidum cresotinicum. Acidum cresotinicum, Cresotinsiinre (C 8 H S 0 3 = 152). Farblose, bei 150° schmelzende Prismen, schwer löslich in kaltem, leicht löslich in kochendem Wasser, Weingeist und Aether. In Borax, Natriumcarbonat, Ammon enthaltendem Wasser ist sie leicht löslich. Sie entsteht aus dem Cresol oder Cressylalkohol (C 7 H 8 0) wie die Salicylsäure (C 7 H 6 0 3 ) aus dem Phenol oder Phenylalkohol ( ( V,'l|;0) beim Einleiten von Kohlensäure in erhitztes Cresol, welches mit Aetz- natron verbunden ist. Sie hat auch mit der Salicylsäure im Geschmack und dem Verhalten gegen Reagentien viel Aehnlichkeit. Mit Ferrichlorid erzeugt sie ebenfalls eine violette Färbung. Dr. C. F. Buss zu Basel, von der Voraussetzung ausgehend, dass die Cre- sotinsäure als eine der Salicylsäure homologe Verbindung auch ähnliche Wirkungen haben müsse, veranlasste die therapeutische Prüfung der Säure und des cresotinsauren Natriums. Die klinischen Beobachtungen an Fieberkranken, bemerkt Dr. Büss, lassen keinen Zweifel übrig, dass die Cresotinsäure ein dem Chinin und der Salicylsäure ebenbürtiges Antipyreticum ist (Berl. klin. Wochen- schr.). Das cresotinsäure Natrium wurde zu 6,0—8,0 gegeben. Nach dem Einnehmen klagte der Kranke zuweilen über schlechten Geschmack, nie über unangenehme Sensationen, meist stellte sich aber Ohrensausen, selten Schwerhörigkeit nach einigen Stunden ein. Weitere Versuche ergaben, dass Cresotinsäure dieselben Wirkungen wie die Salicylsäure hat, und hat sie daher auch einen Eingang in den Arzneischatz gefunden, wird aber in letzterer Zeit nirgends angewendet. 2* 20 Acidum gallicum. — Acidum hydrobromicum. Acidum gallicum. BouRßOiN fand, äass bei 15° C. je 100 Th. absoluter Aether 2,56 Th., absoluter Weingeist 38,8 Th., 90proc. Weingeist 23,3 Th. Gallussäure lösen. Die Reaction der Gallussäure (und Gallusgerbsäure) mit Ferrichlorid wird durch die Gegenwart des officinellen Natriumphosphats nicht gestört, wohl aber dieselbe Reaction der Salicylsäure und Carbolsäure (Hager). Zur Auffrischung und zum Leserlichmachen geschriebener alter Schrift erweist sich eine weingeistige lproc. Gallussäurelösung brauchbar. Das damit genetzte Papier trocknet leicht ab, ohne fleckig zu werden (Hagkh). Acidum hydrobromicum. ■f Acidnm hydrobromicum concentratnm, concentrirte Bromwasserstoff- sänre, concentrirte Hydrobromsiinre, eine 25 Proc. Bromwasserstoff enthaltende Säure (HBr + 27 Aq = 324), von 1,203—1,205 spec. Gew. Darstellung. In eine Gasentwickelungsflasche giebt man 100 Th. krystal- lisirtes Natronhyposulfit, 50 Th. Brom und 17 Th. Wasser und leitet das sich entwickelnde Gas in die obere Schicht von 140 Th. destillirtem Wasser. Die Gasentwickelung wird, wenn sie träge erscheint, durch gelinde Erwärmung unterstützt (Mene). > Ausbeute 185—190 Th. flüssiger Säure. Acidnm hydrobromicum (dilntum), verdünnte BromwassersMsüure, die mit gleichviel destillirtem Wasser verdünnte Säure. Sie wird dispensirt, wenn der Arzt Acidum hydrobromicum ohne weitere Bezeichnung vorschreibt. Die Aerzte Nord-Amerikas, welche diese Säure zuerst anwendeten, bedienten sich einer 8- bis 10 proc. Säure, dargestellt ex tempore aus Kaliumbromid und Weinsäure. Zur Darstellung ex tempore, welche nur im Nothfalle zulässig ist, wäre die Zersetzung des Kaliumbromids mittelst Weinsäure zu unterlassen, denn sie ist eine sehr unvollkommene. Eine etwas bessere Vorschrift zur Darstellung einer 12,5 proc. Säure ist, in einem Glaskolben 15,5 Kaliumbromid in 25,0 heissem Wasser zu lösen, die Lösung mit 38,0 verdünnter Schwefelsäure (1,115 spec. Gew.) zu versetzen, den Kolben in kaltes Wasser zu stellen, dann nach einiger Abkühlung mit 40,0 eines 90 proc. Weingeistes zu vermischen, nach zweistündigem Beiseitestellen an einen kalten Ort durch Glaswolle zu filtriren und den Rückstand im Trichter mit 15,0 eines 80 proc. Weingeistes nachzuwaschen. Das Filtrat giebt man in eine kleine Tubulatretorte oder, wenn die Fertigstellung Eile hat, in ein tarirtes Porzellan- kasserol und dampft den Weingeist im Wasserbade bei 60—80« C. soweit ab, bis die Flüssigkeit auf 80,0 reducirt ist oder verdünnt den Rückstand bis auf 80,0 mit destillirtem Wasser. Das Abdampfen des Weingeistes geschieht am besten in einer Retorte. Wird es in einem Kasseroi vorgenommen, so ist eine Ammon enthaltende Luft und auch das Athmen in der Nähe der Säure zu vermeiden. Es entweichen zwar nur höchst unbedeutende Mengen Bromwasserstoff, doch sind sie den Lungen immerhin schädlich. Acidum hydrobromicuni. 21 Behufs Gewinnung einer 10 proc. Bromwasserstoffsäure ist das Nachwaschen des Trichterinhaltes mit 20,0 eines 62 proc. Weingeistes passend und die Con- centration nicht auf 80,0, sondern auf 100,0 zu stellen. Eigenschaften. Die reine Bromwasserstotfsäure ist eine farblose, wasserhelle, sehr saure, beim Erhitzen völlig flüchtige, mit ammoniakalischen Dämpfen in Berührung kommend rauchende Flüssigkeit von erstickendem Gerüche, welche auf Zusatz von Chlorwasser sich gelb färbt und nun mit Chloroform oder Aether geschüttelt, auch diese gelb färbt. Die officinelle Säure muss möglichst frei sein von Jod, Jodwasserstoff, Chlorwasserstoff, Ammon, und völlig frei sein von fixen Substanzen und Metallen. Häufig ist die Säure schwach gelblich gefärbt in Folge Spuren freien Broms, Jods oder Jodwasserstoffs. Die ex tempore bereitete Säure enthält starke Spuren Salzsubstanz und Schwefelsäure, und wenn zu ihrer Darstellung ein jodhaltiges Kaliumbromid verwendet wurde, wird sie mehr oder wenig gelb gefärbt erscheinen. Das spec. Gew. der 25 proc. Säure ist bei 15° C. 1,204, der 12,5 proc. 1,97—1,98. Es ist bei 10 Proc. 1,077—1,078, bei 20 Proc. 1,158—1,159, bei 30 Proc. 1,251—1,252. Aufbewahrung: mit Vorsicht, in einer Flasche mit Glasstopfen und Glaskapsel, um ammoniakhaltige Luft abzuhalten. Prüfung. 1) Völlige Flüchtigkeit beim Erhitzen mehrerer Tropfen in einer Glasschale im Wasserbade. Ein weisser Rückstand deutet auf Ammongehalt, wenn — 2) einige Tropfen der Säure im Platinschälchen erhitzt sich völlig flüchtig erweisen. Bleibt auch hier ein Rückstand, so sind fixe Stoffe gegenwärtig. — 3) Prüfung sowohl der mit Wasser verdünnten, als auch der mit Ammon tibersättigten Säure mittelst Schwefelwasserstoffs auf Metalle. — 4) Prüfung auf Jod und Jodwasserstoff. Ersteres ergiebt sich an der violettrotheu Farbe des mit etwas Säure geschüttelten Chloroforms. Es macht die Säure verwerflich. Jodwasserstoff und auch Jod werden erkannt, wenn man zu 5 Tropfen der Säure 5 CC. Wasser und 5 CC. Aetzammon giebt und dem Gemisch einen Tropfen Silbernitratlösung zusetzt. Nach dem Schütteln muss die Mischung klar oder darf höchstens nur so getrübt erscheinen, dass ihre Durchsichtigkeit nicht total gestört ist. Letzteres Verhalten deutet nur auf eine entfernte, daher zulässige Spur Jodwasserstoff. — 5) Prüfung auf Chlorwasserstoff. 2 Tropfen der concentrirten oder 4 Tropfen der verdünnten Säure werden in einem Reagir- cylinder mit 4—5 CC. Wasser und circa 10 Tropfen Silbernitratlösung versetzt Nach dem Durchschütteln giebt man 6—8 CC. Ammoniumcarbonatlösung (Lösung des etwas verwitterten ofiieiuellen Salzes) hinzu und macerirt unter bisweiligem Umschütteln circa 10 Minuten. Man filtrirt nun und giesst das etwa zuerst trübe abtropfende in das Filter zurück, bis das Filtrat total klar erscheint. Von dem Filtrate werden einige CC. mit reiner Salpetersäure übersättigt. Bleibt es kl ar, so ist kein Chlorwasserstoff vorhanden. Es ist je nach der Menge desselben aber opalescirend bis milchig trübe. Eine massige Opalescenz macht die Brom- wasserstoffsäure nicht verwerflich. — 6) Bestimmung des Säuregehaltes auf volu- metrischem oder stathmetometrischem Wege. Anwendung. Viele Aerzte ziehen die Hydrobromsäure dem Kaliumbromid Vor > dessen unangenehme Nebenwirkungen ihr Gebrauch nicht zur Folge haben s°U. Gegen Ohrensausen, Krampfhusten, Erbrechen Schwangerer, bei dyspeptischen ^ständen wird die concentrirte Säure zu 1—2—3 Tropfen (0,05—0,1—0,15) Endlich bis zweistündlich in starker Verdünnung (1 : 100—150) gegebeil. 22 Acidum hydrobromicum. — Acidum hydrochloricum. Die verdünnte Säure wäre in doppelt so grosser Menge zu verordnen. Dio stärkste Einzelngabe der concentrirten Säure wäre zu 0,5 anzunehmen. Die Hydrobromsäure dürfte äusserlich in allen den Fällen bei Croup und Diphtheritis anwendbar sein, in welchen man bisher Salzsäure gebrauchte, jedoch stets nur in einer Verdünnung mit der 5 fachen Menge Wasser. (1) Mixtura hydrobromica. ijc Acidi hydrobromici diluti 5,0 Aquae Menthae piperitae 200,0 Syrupi Aurantii corticis 50,0. M. D. S. Dreistündlich einen Esslöffel mit einem halben Weinglase Wasser zu nehmen. (Bei Erbrechen Schwangerer und Dyspepsie.) (2) Pilulae hydrobromicae. fy- Kalii bromati 5,0 Acidi hydrobromici diluti 10,0 Glycerinae 6,0 Tragacanthae 12,5 vel q. s. M. Fiant pilulae ducentae et quadraginta (240). Lycopodio conspergantur. D.advitr.S. 2—3stündl.3Pillen. (Jede Pille enthält 1 Tropfen verdünnter Säure.) Acidum hydrochloricum. Behufs der Dispensation in Mischungen sind 1 g zu rechnen = 16 Tropfen, 2 g = 33, und 3 g = 50 Tropfen. Prüfung. Eine solche auf Arsen, Antimon, Kupfer etc. geschieht einfach durch Aufsetzen kleiner Tröpfchen auf starkes Stanniol. (Vergl. unter Arsenum.) Hierzu wird die rohe Säure mit dem zweifachen, die reine 25 procentige mit dem gleichen Volumen Wasser verdünnt. Ein grauer oder schwarzer Fleck im Verlaufe von 1—2 Stunden macht beide Arten Säuren verwerflich. Chemie U. Analyse. Reagens auf freie Salzsäure neben Chloriden ist (nach Löwenthal) bei Abwesenheit der Chloride des Eisens und Zinns, Bleihyperoxyd, welches Chlor frei macht. Die aus Königswasser entwickelten Dämpfe sind (nach Goldschmidt) ein Gemenge von Chlor und Nitrosylchlorid (NOC1). Kältemischungen aus Salzsäure (1,185 sp. G.) und Schnee. 500 Schnee und 200 Säure — 29°, 500 Schnee und 250 Säure — 31°. Wird die Säure bis zu mehreren Kältegraden abgekühlt, so fällt die Temperatur noch um mehrere Grade. Krystallinischc Musterung des Weissbleches wird (nach Dr. Bering) erlangt, wenn man das bis zum beginnenden Schmelzpunkt des Zinnes erhitzte Weissblech in eine Flüssigkeit, bestehend aus 16 Salzsäure, 8 Salpetersäure (1,3 spec. Gew.), 24 Wasser und 1—2 Th. Kalibichromat eintaucht, nach dem Abspülen mit einer Natronhyposulfitlösung benetzt etc. Nach Hager erreicht man eine krystallinische Musterung wenn man das heisse Blech mit einer heissen Mischung von Schwefelsäure (circa 100 Th.) mit Kochsalz (50 Th.), gelöst in Wasser (300 Th.) tlbergiesst. Mikcthanaton (nicht Mykothanaton), Schwammtod der Firma J. Herrmann (Berlin) ist der Rückstand aus der Kohlensäureentwickelung aus Magnesit mittelst Schwefelsäure in 20 proc. Salzsäure gelöst. Man kann es ex tempore darstellen, wenn man circa 10,0 Eisenvitriol, 20,0 Kupfervitriol, 300,0 Bittersalz in 300,0 Wasser Acidum hydrochloricum. — Acidum hydrocyanicum. 23 und 300,0 roher Salzsäure löst. Nutzloses Mittel. (Hager, Analyt.) Nach Prof. M. Ballo's Untersuchung enthält ein Liter 1,16 Eisenoxyd und Thonerde, 1,47 Cuprioxyd, 16,72 Magnesia, 99,9 Schwefelsäure und viel Salzsäure. Vinum amethystnm. Antikaterwein. Katerwein. ijc Vini nostratis 500,0 Spiritus Vini 5,0 Tincturae arornaticae 2,5 Glycerinae 10,0 Aoidi hydrochlorici 5,0. Mixta sepone per horam unani loco tepido, ' vase clauso. D. S. Alle 1—2 Stunden i/ 3 Weinglas (2 Esslöffel) voll mit 1 j i Weinglas Wasser gemischt zu trinken. Acidum hydrocyanicum. Die Bildung von Azulmin, dem starren braunen Cyanwasserstoff, scheint durch die Gegenwart einer nur geringen Menge Alkali veranlasst zu werden. Chemie U. Analyse. Botreffend den Nachweis der Blausäure in Vergiftungsfällen empfiehlt Sokoloff auch die Muskeln als Objecte, in denen die Blausäure anzutreffen ist, anzusehen, besonders wenn die Untersuchung längere Zeit nach der Vergiftung gefordert wird. Die fraglichen Körpertheile werden mit Wasser, welches mit Schwefelsäure stark sauer gemacht ist, übergössen und (in einer Retorte) entweder einer langsamen, 2—3 Tage dauernden Destillation aus dem Wasserbade oder einer eintägigen aus dem Sand- oder Oelbade unterworfen. Da vermodernde Körpertheile hierbei auch Schwefelwasserstoff entwickeln, so soll man das mit Kali übersättigte Destillat mittelst Bleiacetats davon befreien, ehe man z ur Titrirung mit Silberlösung schreitet. Von den bekannten Beactionen auf Blausäure ist die Rhodanreaction (Ferri- sulfocyanidreaction) eine ungemein empfindliche, denn Almjen konnte sie noch hei einer Verdünnung von 1 : 4 000 000 erkennen. Nach Almen's Vorschlage w ' r d die auf Blausäuregehalt zu prüfende Flüssigkeit mit einer Spur Natronlauge alkalisch gemacht, um beim Erwärmen im Wasserbade eine Verflüchtigung des Ammoniumrhodanids zu verhüten, dann mit Schwefelammonium (gelbgewordenen) versetzt, zur Trockne eingedampft, der Rückstand mit wenigem " asser aufgenommen, mit sehr geringer Menge Salzsäure und einige Minuten später mit Ferrichlorid versetzt. In einer anderen Probe wurde nur bis zum Farbloswerden der Flüssigkeit eingedampft, angesäuert und dann mit Ferrichlorid versetzt. Bei sehr starker Verdünnung war die gesättigt blutrothe Färbung durch Orangeroth ersetzt. Nächst dieser Reaction erwies sich die Guajak- Kupforreaction als eine sehr empfindliche, denn sie war noch bei einer Verdünnung von 1 : 3000000 deutlich. Ein Fliesspapierstreifen, mit einem Auszuge des Guajak- harzes mit 4proc. Weingeist getränkt, nach dem Trocknen mit einem Tropfen einer i/ 4 proc. Kupfervitriollösung befeuchtet, ergab bei der erwähnten Verdünnung n °ch deutliche Blaufärbung. Anwendung. Macdonald empfahl die Blausäure bei Nachthusten der Kinder. 24 Acidum hydrojodicuin — Acidum hydrosulfuricuin. Acidum hydrojodicuin. Die ViGiER'sche Vorschrift zur Darstellung der Jodwasserstoffsäure berich tigte Kolbe dahin, dass man in eine mit Kohlensäure angefüllte und mit 10 Th. Jod beschickte Retorte nach und nach 1 Th. Phospor in kleinen Stücken einträgt und das dann noch einige Zeit hindurch erhitzte Gemisch von Di- und Trijodphosphor nach dem Erkalteu mit 4 Th. Wasser übergiesst. Acidum hydro-silieio-fluoricum. Man ist auf die Idee verfallen, Kindern behufs Belebung der Zahnbildung Fluorverbindungen zu reichen, obgleich die unteren Volksschichten und die wilden Völkerschaften ohne Gebrauch von Fluorverbindungen die herrlichsten Gebissa aufweisen. I. Pulvis ad Odontophyiam. ^ Acidi hydro-silicio-fluorici 100,0 Natri phosphorici Kali bicarbonici Natri bicarbonici ana 5,0 vel q. s., ut liquor sit reactionis alka- lini. Leni calore evapora, tum massaui residuam misce cum Tragacanthae 10,0 Sacchari lactis Sacchari albi ana 65,0, ut fiat pulvis subtilis. D. S. Nach Abgewühnung des Kindes von der Mutterbrust ist demselben täglich so viel wie eine Erbse gross mit der Milchnahrung zu geben. II. Tabulae ad Odoutophyiain. Vf Natrli vel Kalii fluorati 5,0 Natri phosphorici leni calore dilapsi Tragacanthae ana 10,0 Sacchari albi 250,0 Glycerinae 30,0 Aquae destillatae 15,0. M. Piant tabulae vel trochisci quin- genti. D. S. Täglich eine halbe bis ganze Pastille nach dem Abgewöhnen von der Mutterbrust (um die Bildung eines gesunden kräftigen Zahngebisses zu unterstützen). Löthsalz. Als solches empfiehlt Stolba Borfluorkalium, Kaliumbor- fluorid (KBF1 4 ), dargestellt durch Auflösen von 100,0 Kaliumdicarbonat und 01,8 kryst. Borsäure in Fluorwasserstoffsäure, so dass diese vorwaltet, oder auch aus Kaliumcarbonat durch Sättigen mit Borfluorwasserstoffsäure. Der Geschmack ist schwach bitter. Es ist löslich in Wasser und Weingeist, schmilzt bei geringer Erhitzung, bei der Löthhitze Fluorborgas freilassend. Bei der Anwendung ist daa Aufathmen des Fluorborgases zu vermeiden. Acidum hydrosulfuricum. Die Darstellung des Schwefelwasserstoffgases durch Erhitzen von Paraffin mit Schwefel bis auf 110° C. erfordert einen besonderen Apparat, welcher eine Verdichtung der Paraffindämpfe ermöglicht, ehe das Gas in das Waschgefäss oder in die Gasleitungsröhre eintritt. Acceptirt man den Apparat Hageb's (Handb. I, 75, Fig. 26), so wäre h und c mit einem circa 10 Ctm. langen, circa 4 Mm. weiten Glasrohre oder durch ein weites Glasrolir, welches in seiner Mitte eine kugligo Acid. lactic. — Acid. molybdaenic. — Acid. nitric. 25 Erweiterung hat, zu verbinden, für die Paraffindämpfe ist also eine Verdichtungs- Vorrichtung anzubringen. Diese Art der Entwicklung des Schwefelwasserstoff. gases empfiehlt sich nicht (Hageb). Chemie und Analyse. Von R. Otto wurde darauf aufmerksam gemacht, «ass das Schwefelwasserstoffgas, aus rohen Materialien dargestellt, nicht selten Arsenwasserstoff enthalte und man deshalb in forensischen Untersuchungen, in welchen Arsen in Frage kommt, dieses Gas aus reinen Materialien oder aus Cal- ciumsulfid, dargestellt aus Calciumsulfat, mittelst Salzsäure entwickeln solle. Toxicologisch.es. Bei Vergiftung durch Cloakenluft empfiehlt Dr. Th. Schlosser innerlich 10 Tropfen Spiritus aethereus mit wenig Wasser, Riechen a n Spiritus Aetheris nitrosi oder Chlorkalklösung neben frischer Luft und Waschung mit Essig. Statt des Riechens an Chlorpräparaten ist ein vorsichtiges Riechen an verdünntem Bromwasser vorzuziehen (Haudb. I, 76). Acidum lacticum. Anwendung. Laufenauer empfahl die Milchsäure als mildes Hypnoticum, doch wandte er zu starke Gaben an (5,0—10,0 stark verdünnt auf 2—3 mal nach dem Abendbrote). Andere beobachteten unangenehme Nebenwirkungen (wohl in Folge zu starker Gaben), so dass man von der Anwendung als Hypnoticum absteht. Salzsäure ist ebenfalls indirect ein Hypnoticum, aber nur in starker Verdünnung (0,8—1,0—1,5 in 400,0 Zuckerwasser nach dem Abendbrote halbstündlich auf 4—5 mal zu nehmen), indem sie wie die Milchsäure das Verdau- ungsgeschäft während des Schlafes erleichtert (Hager). Acidum molybdaenicum. Ammonnm molybdaenicum. Der gelbe Bodensatz, welcher sich in der Lösung dieses Reagens bei der Aufbewahrung bildet, entsteht nach Jungk in Folge der Einwirkung des Lichtes und ist eine besondere Modifikation der Molybdänsäure. Man soll daher die Lösung sorgfältig vor Tageslicht schützen. Huber's Reagens auf freie Mineralsäuren ist eine Mischung vou Lösungen des Ammoniummolybdänats und Ferrokaliumcyanids (Blutlaugensalz). Wird davon zu einer Flüssigkeit gesetzt, welche freie Mineralsäure (Schwefelsäure, Schwefligaäure, Salzsäure, Salpetersäure, Arsensäure, Phosphorsäure, Phosphorig- säure) enthält, so erfolgt eine rothe bis braune Färbung oder Trübung, welche auf Zusatz von überschüssigem Alkali verschwindet. Bei Borsäure und Arsenig- saure erfolgt keine Reaction. Nach dem damit gemachten Experiment scheint dies Reagens auf grosse Schärfe nicht Anspruch macheu zu können. Acidum nitricum. Wenn Luft durch ein Gemenge von Wasser, Magnesiacarbonat oder Kalk- jwbonat und Braunstein gesogen wird, findet Salpetersäurebildung statt (Hühn- * E W), Rekjhardt). 26 Acidum nitricum. Chemie und Analyse. Ein scharfes Reagens auf Salpetersäure (und auch Salpetrigsäure) ist Diphenylamin (C 12 H U N). 1 Th. Salpeter in 30,000 Th. Wasser gelöst ergab damit noch deutliche Reaction. Man löst ein Nadelkopf grosses Stückchen des Reagens in einigen Tropfen Schwefelsäure und etwas Wasser und setzt dieser Lösung mehrere Tropfen der zu untersuchenden Flüssigkeit zu. Es tritt eine blaue Färbung ein, welche nach und nach wieder verschwindet. Prüfung. Ein sicherer Nachweis von Jodsauerstoffsäuren in der rohen Salpetersäure gelingt nach E. Biltz in folgender Weise: Etwa 3 bis 5 g der Salpetersäure verdünnt man in einem etwa 1,3 Ctm. weiten Reagircylinder mit gleichviel Wasser, vermischt die Flüssigkeit mit einigen Tropfen Stärkelösung, und lässt einige Tropfen Schwefelwasserstoffwasscr vorsichtig auffliessen. Enthält die Salpetersäure auch nur 0,001 Procent Jodsäure, so zeigt sich dennoch ein scharfgeschnittener blauer Ring von Jodstärke (besonders deutlich, wenn man durch die Grenzschicht beider Flüssigkeiten hindurch nach einer weissen Wand sieht). Hat man z. B. 5 Gramm solcher Salpetersäure verwendet, worin also 0,00005 Jodsäure, und haben die 10 Gramm Mischung im Reagircylinder etwa 70 Mm. Höhe, so wird die Dicke der scharfgeschnittenen Jodamylumzone etwa !/ fi mm., das Gewicht derselben 0,025 Gramm betragen. Da die Reaction aber nur dem an dieser Stelle befindlichen Theilchen Jodsäure entspricht, so ist man also auf diese Weise im Stande, ein Zehnmilliontel Gramm Jodsäure deutlich und unzweifelhaft zu sehen. Der Nachweis von Jod oder Jodsäure geschieht nach Hager' s Angabe kurz und bündig, indem man circa 3 CC. der Salpetersäure mit 3 Tropfen Natriumsulfitlösung oder Schwefligsäure, dann nach einer Minute mit 5 CC. Aetz- ammon versetzt und nach der Mischung einen Tropfen Silberlösung dazu giebt. Entsteht eine Trübung oder Fällung, welche selbst nach Zusatz von einigen CC. Aetzammon nicht verschwindet, so liegt eine Verunreinigung der Salpetersäure mit Jod oder einer Jodsäure vor. Oleum oxygenatum. fy Acidi nitrici 10,0 Olei Papaveris 90,0. M. D. S. Aeusserlich. Umgeschüttelt zum Bestreichen der Frostbeulen (ist nicht zu empfehlen). Intoxication durch salpetrige Dämpfe. Das Einathmen dieser Dämpfe ist gefährlich, wie dies im Handb. I, S. 89 auch angegeben ist. Vor einem Jahre sind drei Fälle bekannt geworden. In zwei Fällen war ein längeres Kranksein die Folge, in einem trat der Tod ein. Nitrirsiiure bezeichnet in der chemischen Technik ein Gemisch aus 2—3 Th. rauchender Schwefelsäure und 1 Th. rauchender Salpetersäure. Acidum nitrosnm, Salpctrigsiinrc, salpetrige Säure. Als ein sehr empfindliches Reagens auf Salpetrigsäure empfiehlt Peter Griess das M e t a d i a m i d o b e n z o 1 (Metaphenylendiamin *). Dieses Reagens soll doppelt so scharf wirkend sein als die Diamidobenzoesäure. 1 Th. Salpetrigsäure in 10 Millionen Th. Wasser gelöst, mit diesem Reagens versetzt, färbt sich nach *) Metadiamidobenzol. Bezugsquelle: Chem. Fabrik von C. A. F. Kaht,- baum, Berlin SO, Schlesische Strasse 13/14. Acidum nitricum. — Acidum oleinicum. 27 kurzer Zeit gelb. Das Metadiamidobenzol wird in überschüssiger verdünnter Schwefelsäure gelöst, nöthigen Falls mit Thierkohle farblos gemacht und aufbewahrt. Wassersoffsuperoxyd ist ohne Wirkung darauf. Eine noch schärfere Reaction auf Salpetrigsäure wurde von Griess einige Zeit darauf (in dem Bericht d. d. ehem. Ges. 12, 427) erwähnt: Man säuert nach Griess die zu prüfende Flüssigkeit mit reiner Schwefelsäure an und versetzt mit etwas Sulfanilsäurelösung (Anilinschwefelsäure), 10 Minuten später fügt man einige Tropfen einer durch Thierkohle entfärbten schwefelsauren Naphtylaminlösung hinzu. Bei den geringsten Spuren von Salpetrigsäure färbt sich die Flüssigkeit tief roth. Salpetrigsäure bildet hierbei aus Sulfanilsäure Diazobenzolsulfosäure, welche sich mit Naphtylamin zu einem rothen Farbstoffe vereinigt. Griess empfiehlt diese Reaction, um z. B. Salpetrigsäure im Speichel nachzuweisen. In einem hohen Glascylinder, welchen man in die Nähe eines Fensters auf einen Bogen weisses Papier gestellt hat, bringt man den mit dem 5—10 fachen Vol. Wasser verdünnten Speichel. Fügt man demselben die eben genannten Reagentien hinzu, so wird er nach kurzer Zeit intensiv magentaroth. Fresenius versetzt, behufs Prüfung eines Wassers auf Salpetrigsäuregehalt, dieses mit etwas reiner Essigsäure und unterwirft es der Destillation, das Ueber- gehende in mit Schwefelsäure angesäuertem Jodkalium-Stärkekleister-Wasser auffangend. Acidum oleVnicnm. OleTn des Handels ist eine rohe Oelsäure. Reine Oleinsäure zur Darstellung besonderer olei'nsaurer Salze lässt sich dadurch gewinnen, dass man ein reines fettes Oel z. B. ein ranzig gewordenes Mandelöl, Bucheckeröl, Arachisöl, Sesamöl, mit Natronlauge verseift, die ausgesalzene Seife mit Bleinitrat zersetzt, das sich hierbei abscheidende fettsaure j**ei, aus ölsaurem und palmitinsaurem Blei bestehend, sammelt und an einem lauwarmen Orte trocknet. Auf 100 Th. Oel sind erforderlich circa 50 Th. ■Natronlauge (1,33 spec. Gew.), 120—125 Th. Bleinitrat. Dieser fettsaure Blei- n| ederscldag (oder auch ein aus Oel bereitetes Bleipflaster) wird mit Benzol in der Wärme behandelt, welches das Olei'nat löst, das Palmitinat ungelöst lässt. ■^achdem von der benzolischen Lösung der grösste Theil Benzol abdestillirt ist, digerirt man den Rückstand unter bisweiliger Agitation mit überschüssiger reiner Salzsäure (circa 110—112 Th., 1,124 spec. Gew.), welche mit '/g Vol. Wasser verdünnt ist. Die abgeschiedene Fettsäure wird gesammelt, nach dem Absetzen »Itrirt und in offner Schale im Wasserbade erhitzt, bis aller Benzol- und Feuchtigkeitsgehalt entfernt ist. . Auch die käufliche rohe Oelsäure kann an Blei gebunden und diese Verbindung mit Benzol etc. behandelt werden. DiETERicii'sches Heftpflasterband. Die ehem. Fabrik von Eugen Dieterich zu «elfenberg bei Dresden liefert ein vorzügliches dauerndes, der Zwischenlage nicht ^dürftiges Heftpflaster in 1—2-3 etc. Ctm. breiten, 1—2—3—5—10 Meter B I 6 « Streifen aufgerollt in dazu passenden Blech- oder Pappschachteln. Dieses ettpflaster in eleganten Streifen wird von der genannten Fabrik mit Heftpflaster- and bezeichnet. Es ist ein sehr bequemes Material für den Gebrauch und be- »nciers geeignet für den Handverkauf. 28 Acidum ole'inioum. — Acidum oxalicum. Dieses Heftpflasterband verdrängt das Heftpflaster in Stangen, wie es im Handverkauf bisher abgegeben wurde, vollständig. Wegen seiner Dauerhaftigkeit sollten die Apotheker sich bemühen, dasselbe zu einem in jeder geordneten Hauswirthschaft vorräthig zu haltenden Material zu machen, um es bei jeder vorkommenden Verwundung sofort zur Hand zu haben, die Wunde zu schliessen und vor dem Eindringen schädlicher Stoffe zu schützen. Wird eine Wunde alsbald mit reinem Wasser gewaschen und mit Heftpflaster bedeckt gehalten , so wird sie in den meisten Fällen ohne Eiterung und in kürzerer Zeit heilen. Dieselbe Fabrik liefert ferner: Heftpflasterband auf Segeltuch in angemessener Breite (4—5 Ctm.) für den Verband gebrochener Extremitäten und überhaupt für Verbände, welche starre und feste Schichtungen erfordern. Die Klebfähigkeit erwies sich noch nach einem Jahre unverändert. Lederschmierc. Nach Eitneb soll Oelsäure als Lederschmiere das Leder hart und spröde machen. Dieser Angabe steht eine vieljährige Erfahrung entgegen (Hager). De'gras (spr. dehgrah), Abfallproduct aus der Sämischgerberei, wird künstlich dargestellt durch Mischung von circa 200 Th. Oelsäure mit 2 Th. Gerbsäure in 5 Th. absolutem Weingeist gelöst und dann Zusatz von frisch bereiteter Kalkseife, um die Consistenz zu vermehren. Die Kalkseife hierzu wird durch Mischen von 3 Th. Oelsäure mit 1 Th. Kalkhydrat hergestellt. Acidum oxalicum. Dass das Tageslicht auf Oxalsäure in wässriger Lösung zersetzend einwirkt, ist von einigen Chemikern beobachtet worden, dass auch eine solche zersetzende Einwirkung auf eine Ammoniumoxalatlösung stattfindet, wie Fleury angiebt, und auch bei den sauren und neutralen Oxalaten des Kalium und Natrium nicht ausbleibt, ist von A. Downes und Th. P. Blunt nachgewiesen worden. Die Veränderung besteht in einer Oxydation. Es sind also die Lösungen der Oxalsäure und der Oxalate an einem schattigen Orte aufzubewahren. Löslichkeit. Oxalsäure ist löslich in 14 Th. Wasser von mittlerer Temperatur, 6—7 Th. 90proc, 4 Th. absolutem Weingeist und in 80 Th. Aether. Giftlö'sung. Bei Darstellung derselben (nach dem Verfahren von Baiso und Fresenius), wie sie unter Arsenum, Handb. d. pharm. Praxis I, 485, angegeben ist, hat Melckebecke zuerst die Bildung von Oxalsäure beobachtet. Es resul- tirten aus der Behandlung mit Kaliohiorat und Salzsäure z. B. aus 100,0 Rindfleisch 0,021, aus 100,0 Milch 0,117, aus 100,0 Kalbsleber 0,9 Oxalsäure. Es sind wieder mehrere Fälle (in Berlin allein 4 Fälle) vorgekommen, in welchen Kaufleute statt Bittersalz Oxalsäure abgaben und die Vergiftungen einen tödtlichen Ausgang hatten. Die Polizei scheint von diesen warnenden Unglücksfällen nichts erfahren zu haben. __________ Die Anwendung der Oxalsäure und auch des Oxaliums zur Tilgung von Rostflecken in Weisszeug hat Erfolg, wenn man das betreffende Stück des Zeuges angefeuchtet auf eine warme Zinnfläche legt und nun mit der warmen Oxalsäurelösung bereibt. Ein sofortiges Auswaschen mit Wasser ist nothwendig, Acidum oxalicum — Acidum picrinicum. 29 denn die Oxalsäure wirkt auf die Zeugfaser corrodirend. Dieses Verfahren ist schon seit mehr denn 50 Jahren von den Wäscherinnen geübt worden. Die Zinnfläche wird durch ein Gefäss oder einen Löffel aus Weissblech gewährt, wenn Gin zinnernes Gefäss nicht zur Hand ist. Metallputzpomade, salbenähnliche Mischung zum Putzen der Metalle. Rp. Acidi Oxalici crudi, Kali bitartarici ana 10,0. In pulverem subtilissimum redactis ad- misce Talci Veneti praeparati 40,0, Glycerinae 20,0, Glycerolati simplicis 30,0, Aquae 5,0, Olei Lavandulae, Petrolei ana 1,0. Instantaneous ink extractor von Perry & Comp, sind Cedernholzröhrchen, Vollgegossen mit geschmolzener Oxalsäure. Der Tintenfleck wird angefeuchtet und Diit der Oxalsäure berieben. Eisentinte verschwindet. Dass der Fleck nach einiger «Git wieder hervortritt, beruht in dem Ammongehalt der Luft, welcher die Oxalsäure Sättigt. (Hager, Analyt.) Bostfleckzerstörer von Frühatjf (Fabrik von Otto Richter & Co. in Berlin) sur_ Entfernung von Rostflecken in Weisszeug. Der durchfeuchtete Fleck wird damit herieben, nach 15 Minuten gewaschen, nöthigen Falles diese Operation wiederholt. (Qüenzel, Analyt) Acidum phosphoricum. Die bei langsamer Oxydation des Phosphors an feuchter Luft entstehende Säure (phosphatige Säure) fand Th. Salzer aus Phosphorigsäure, Unterphosphorsäure (PO 4 ) und Phosphorsäure bestehend. Die Unterphosphorsäure giebt nait Ammonmolybdaenat keinen Niederschlag, wohl aber auf Zusatz von Salpeter- "ääure (Annal. d. Ch. Bd. 187, ph. Centralh. 1877, S. 353). Acidum phosphoricum glaciale. Prescott untersuchte 6 Handelssorten und rand in denselben 23—38 Proc. Natronmetaphosphat. Um ein einiger Maassen öanerndes Präparat zu erzielen, kann diese Beimischung nicht wohl vermieden werden. Chemie und Analyse. Als Sättignngsmdicator für Phosphorsäure schlägt öChxickum Cochenilletinctur vor. Diese Tinctur wird durch Säure gelb, durch Alkalien violettfarbig. Sobald ein Aeq. der Säure mit einem Aeq. Alkali verenden ist, z . ß. (NH 4 )H 2 P0 4 repräsentirend, geht bei Zusatz von mehr Alkali ^ gelbe Farbe in Violett über. — Zur Trennung der Phosphorsäure von Thon- rc te und Ferrioxyd soll man nach Deeomb die Substanz mit dem 6 fachen Ge- ichte entwässertem Natriumsulfat 10 Minuten hindurch erhitzen und nach dem rkalten mit Wasser behandeln, in welches die Phosphorsäure als dreibasisches «atriumphosphat übergeht. Acidum picrinicum. g .f Ammonum picrinicnm ist von Dellenbaugh in Philadelphia als ein wahres pecincum gegen Keuchhusten erkannt worden. Derselbe giebt es ungefähr in folgender Form: R? Ammonii picrinici 0,06 Ammonii muriatici 1,5 Succi Liquiritkie 4,0. Solve in Aquae destlllatae 00,0. D. S. Stündlich 1 Theelöffel (für Kinder von 6 Monaten und darunter), 2 Theelöffel (für Kinder von 1—2 Jahren). 30 Acidum picrinicum. — Acidum pyrogallicum. Die Anfälle sollen schon nach 2—3 Gaben an Heftigkeit nachlassen und nach einigen Tagen den Charakter eines gewöhnlichen Bronchialkatarrhs annehmen. Man vergl. Bd. I, 8. 104 und Bd. II, S. 1320, an welchen beiden Stellen Ammonpicrinat Erwähnung findet. f Kali (Kaliuni) isopnrpuricum, isopurpursaures Kali, gewöhnlich nur mit Isopurpursäure oder Picrocyaminsäure bezeichnet. Man stellt es dadurch her, dass man eine siedend heisse Lösung von 1 Th. Pikrinsäure in 10 Th. Wasser unter Umrühren zu einer bis auf 60° C. erhitzten Lösung von 2 Th. Kaliumcyanid in 4 Th. Wasser mischt und erkalten lässt. Der ausge- presste Krystallbrei wird durch Umkrystallisiren gereinigt. Blättrige braunrothe, das Licht grün reflectirende, in kaltem Wasser wenig, in verdünntem Weingeist leicht lösliche Krystalle. Beim Erhitzen bis 215°, auch in Berührung mit conc. Schwefelsäure kommend verpuffen sie mit starkem Knall. Ihre wässrige Lösung giebt mit Blei-, Silber-, Quecksilber- und Baryumsalzen Niederschläge, nicht mit Kupfer-, Zink-, Strontium-, Calcium-Salzen. Gelbe Holzbeize liefert eine wässrige Lösung der Pikrinsäure. Diorrexin, Sprengmittel von G. Pancera besteht aus 1,50 Pikrinsäure; 6,82 Holzkohle; 10,0 Sägespänen aus Buchenholz, 39,0 Salpeter; 21,0 Chilisalpeter und 12,0 Schwefel. (J. Fels, Analyt.) Acidum chinoplcricum, von Henry, Alfroy-Duguet und Perret als Fiebermittel und Chininsurrogat empfohlen, scheint durch Fällung der Chinarindenabkochung mittelst Pikrinsäure dargestellt zu sein, denn es war ein unreines Gemisch aus Chinin- und Cinchoninpicrinat. (G. H. Hörn, Analyt.) Bei Anwendung dieses Präparats ist alle Vorsicht nöthig, denn es gehört zu den stark wirkenden Mitteln, und können starke Gaben selbst den Tod herbeiführen. Acidum pyrogallicum. Die Pyrogallussäure hat in neuerer Zeit Anwendung als Arzneisubstanz gefunden. Prof. Hebba hat damit bei Psoriasis Heilerfolge erzielt. Innerlich ist sie von A. Vesey in stündlichen bis mehrstündlichen Gaben zu 0,05 als blutstillendes Mittel bei Blutungen der Lungen und aus dem Magen angewendet und soll sich hier als ein hervorragendes Heilmittel erwiesen haben. Sie wirke ebenso sicher wie Mutterkorn, Eisen, Tannin, Gallussäure, führe aber niemals wie Mutterkorn zu Erbrechen, auch belästige sie den Magen nicht in der Weise wie die anderen Mittel. Das Tannin erfahre innerlich genommen Umwandlungen in Gallussäure (welche auch direct viel als blutstillendes Mittel Anwendung findet und vom Magen besser tolerirt wird, als die Gerbsäure), Pyrogallussäure, Meta- gallussäure etc. Eine Combination von Mutterkorn mit Pyrogallussäure hält Hebra für zulässig. Ob nach vorerwähnten Erfahrungen die Pyrogallussäure noch ein6n Platz unter den stark wirkenden Arzneistoffen behaupten wird, scheint zwar fraglich, doch hat ein in Frerich's und Leyden's Zeitschrift mitgetheilter Vergiftungsfall mit tötlichem Ausgange nach äusserlicher Anwendung in Salbenform gegen Psoriasis universalis erwiesen, dass die Pyrogallussäure den toxischen Arzneistoffen zugezählt werden muss, dass sowohl die innerliche wio äusserliche Anwendung alle Vorsicht erfordert. Von ihrer Anwendung als Arzneisubstanz ist stets abzurathen. ___________ Es wurden Versuche angestellt und erkannt, dass Pyrogallussäure seiner antiseptischen Eigenschaften wegen in der Chirurgie statt der Carbolsäure ange- Acidum pyrogallicum. — Acidum salicylicum. 31 wendet werden kann und dieser gegenüber gewisse Vortheile bietet, wogegen es den Nachtheil hat, Instrumente und Haut schwarz zu färben, es lassen sich aber diese Flecke durch Oxalsäure beseitigen. Auch diese Anwendung als antiseptisches Verbandmittel ist zu verwerfen. Die Pyrogallussäure ist eine oxygeniovore Substanz, welche also mit Energie den Sauerstoff absorbirt, wo sie ihn findet, und als solche ist sie wie alle anderen energisch oxygeniovoren Substanzen dem Organismus nicht zuträglich, unter Umständen sogar ein Gift. Wenn schon das Einreiben einer Pyrogallussäure enthaltenden Salbe tötlich wirkte, sollte sie da innerlich genommen etwa weniger gefährlich sein? Da man bei Anwendung der sogenannten Chrysophansäure (vergl. unter Araroba) nie Intoxicationen beobachtet hat, so sollte man dieser (oder auch der Benzoesäure) stets den Vorzug geben. Bovet constatirt, dass die Pyrogallussäure oder das Pyrogallol eine hervorragende antiseptische Wirkung einschliesst. Die nach dieser Seite ausgeführten Experimente führten zu folgenden Schlussfolgerungen: 1. Das Pyrogallol verhindert die Zersetzung der thierischen Gewebe. Diese, in eine Lösung dieser Substanz getaucht, können monatelang darin bleiben, ohne dass sich darin Mikroorganismen oder Geruch entwickelt. Dazu bedarf es einer 1—l'^proc- Lösung. 2. Das Pyrogallol mit einer in Zersetzung sich befinden- dj n, schon stark riechenden und mit Bacterien erfüllten Substanz in Berührung gebracht, benimmt derselben den Geruch und tötet die Bacterien in kurzer Zeit. Um diesen Erfolg sicher zu erzielen, bedarf es einer mindestens 2—2Y2 l )roc - Lösung von Pyrogallussäure. 3. Die Pyrogallussäure verhindert die Alkohol- gährung. In Gegenwart von alkoholischer Hefe spaltet sich der Traubenzucker nicht, sobald er in eine 2 proc. Pyrogallussäurelösung getaucht wird. 4. Das Pyrogallol verhindert die Schimmelbildung. — Mit diesen Ergebnissen ist die Frage noch nicht beantwortet, ob Pyrogallol die antiseptische Wirkung seiner Neigung, Sauerstoff zu absorbiren, verdankt, °der ob seine Wirkung vielleicht nur eine allgemeine Eigenschaft der sogenannten aromatischen Körper ist. Purpiirogallin, ein Oxydationsproduct aus der Pyrogallussäure. Es entsteht a us letzterer im Contact mit einprocentigor Lösung des arabischen Gummis, ferner mi t Malzaufguss, Speichel, Blut, Hyperoxyden. Es bildet gelbe oder bronze- ai-bene glänzende Krystallnadeln, welche in kaltem Wasser schwer, in Weingeist, ^bloroform, heissem Wasser leicht löslich sind. Seine Lösungen werden durch Amnion vorübergehend dunkelblau. In conc. Schwefelsäure löst es sich mit car- m oismrother Farbe. Beim Erhitzen schmelzen die Krystalle und sublimiren. Pyrogallussiiureflecke in Leinen werden durch Oxalsäurelösung und Insolation getilgt. • Haarfärbemittel, Chinesisches, von Kothb & Cp. in Berlin, eine Lösung von wrca i lh. Silbemitrat und 1 Th. Pyrogallussäure oder Gerbsäure in 5 Th. Salmiakgeist und 92 Th. Wasser. (Hager, Analyt.) kai- ? ailni & ei »e von Eisknwein (Wien) besteht aus 2 Flüssigkeiten, einer ammonia- ^•»lscnen Silbernitratlösung und einer Pyrogallussäurelösung. So auch die Tannigene VonRuss. (I NNHAUSBK) inalyt.) Acidum salicylicum. , Acidum salicylicnra, Acidom spiricum, Acidum crthohydroxybenzoi'cnm, Spir- *■«. fcalicjlsäure (2HO, C ll H«0* oder C 7 H e 0 3 oder C 6 H 4 . OH. COOH = 138). 32 Acidum salicylicum. Darstellung. Diese in den Blüthen der Spiraea Ulmaria L. und als Me- thylsalicylsäure in dem ätherischen Oele der Oaultheria procumbens Linn. und Andromeda Leschenaultii vorkommende Säure lässt sich aus letzterer Ericaeee mit Vortheil darstellen. Diese Pflanze wächst in sehr grosser Menge auf dem südlichen Theile des Ghatgebirges (Vorderindien), den blauen Bergen (Nilgherry- gebirge). Das ätherische Oel dieser Ericaeee hat viel Aehnlichkeit mit dem Wintergrüniil (Ol. Gaultheriae, Bd. II, S. 11) und besteht hauptsächlich aus Salicylsäure-Methyläther. Mit Aetznatron behandelt liefert es Methyalkohol und Natronsalycilat, aus welchem sich die Salicylsäure durch Mineralsäuren abscheiden lässt. 1000 g Salicylsäure in dieser Weise zu gewinnen sollen einen Kostenaufwand von nur 8 Mk. beanspruchen (Broughton). John Williams constatirte die Identität der natürlichen Salicylsäure mit der völlig reinen künstlichen Säure, die als Handelswaare vorkommende reine Salicylsäure differirte dagegen in Betreff der Krystallisation und der Lösliehkeit. Der fabrikmässigen Darstellung der Salicylsäure geht die Darstellung eines trocknen Natronphenylats (Natriumphenols) voraus. Concentrirte Aetz- natronlauge wird mit Phenol gesättigt, so dass 1 Aeq. Natron mit 1 Aeq. Phenol verbunden ist, und die Flüssigkeit in einem flachen eisernen Kessel zur Trockne gebracht, indem man die teigig gewordene Masse unter Durchkneten, zuletzt unter Zerreiben im Mörser und Erhitzen in ein staubiges Pulver verwandelt. Dieses trockne Natronphenylat wird vor feuchter Luft wohl bewahrt in eine im Oelbade liegende Retorte gebracht und nun langsam erhitzt. Mit dem Einleiten troekner Kohlensäure wird begonnen, wenn die Temperatur im Innern der Retorte auf 100° gestiegeu ist. Man lässt während dos Einleitens der Kohlensäure die Temperatur langsam steigen, so dass die Masse im Verlaufe mehrerer Stunden ungefähr 180° erreicht. Zuletzt steigert man sie auf 220—250°. Die Operation ist beendet, wenn bei dieser Temperatur kein Phenol mehr übergeht. Der Rückstand in der Retorte ist grauweiss und besteht aus Natroncarbonat, Natron und Natronsalicylat (natrium-salicylsaurem Natrium oder basischem Natriumsalicylat). Er wird in Wasser gelöst, mit Salzsäure zersetzt, die krystallinisch ausgeschiedene Salicylsäure in einem Spitzbeutel gesammelt, ausgepresst, in kochendem Wasser gelöst, mit gereinigter thierischer Kohle behandelt, umkrystallisirt etc. Ausbeute circa 40 Proc. des angewendeten Phenols. Schering's chemische Fabrik in Berlin reinigte die Salicylsäure durch Dialyse und erwarb sich damit ein grosses Verdienst, indem nun die mit Phenol stark verunreinigte und giftige Säure vom Handelsmarkte und auch aus der Therapie verdrängt wurde. Eine durch Sublimation gereinigte Salicylsäure ist nicht beständig. Nach einiger Zeit färbt sie sich röthlich und es tritt der Phenolgeruch auf. Biel constatirte hierbei die freiwillige Zersetzung in Phenol und Kohlensäure. Da hier die mildwirkende Substanz freiwillig in eine starkwirkende übergeht, so darf sublimirte Salicylsäure nicht als Medicament in Anwendung kommen. Um die Salicylsäure von einer Verunreinigung mit OxybenzoBsäure und Paraoxybenzoesäure zu befreien, soll man sie mit einer kochendheissen Zuckerkalklösung behandeln. Wahrend Kalksalicylat niederfällt, bleiben die Kalkverbindungen jener Säuren in Lösung (Masset). Handelswaare. Es kommt die Salicylsäure in drei Sorten in den Handel, welche sich nur durch den.Grad ihrer Reinheit unterscheiden: — 1) Präcipi- tirte Salicylsäure, Acid. salicyl. praeeipitatum. Sie ist die geringste und unreine Waare, oft nicht von rein weisser Farbe und meist von schwachem Acidum salicylicum. 33 Phenolgeruch. Für den innerlichen arzneiliehen Gebrauch, sowie als Conser- TOunggmittel von Speisen und Getränken darf sie nicht Verwendung finden. — 2 ) Krystallisirte Salicylsäure, Acid. salicyl. crystallisatum, ist die reinere Waare und Arzneisubstanz für den innerlichen Gebrauch. — 3) Dialy- ßirte S., Acid. salicyl. crystall. dialysatum, die durch Dialyse gereinigte crystall. Säure. Sie ist ein sehr schönes und reines Präparat, dem man als Arzneis ubstanz den Vorzug einräumen sollte. Ihr ziemlich gleichstehend ist Acid. salicylicum recrystallisatum. Eigenschaften. Salicylsäure krystallisirt je nach der Concentration ihrer Lösung in kleineren und grösseren prismatischen Krystallen von saurer Reaction, ohne Geruch und von siisslichem, hintennach scharfem und kratzendem Geschmack. Die Krystalle schmelzen in einer Wärme von 175,5° und beginnen bei 200° zu sublimiren. Kochendheisse Lösungen dunsten Salicylsäure ab unter theilweisem Zerfallen in Kohlensäure und Phenol. Diese Zersetzung, obgleich in sehr geringem Maasse, findet auch in der wässrigen Lösung in der Wärme unter dem Kochpunkte statt. Die Salicylsäure löst sich schwer in Wasser. Eine in der Wärme bewirkte Lösung von 1 Th. der Säure in 350 Th. Wasser bleibt auch beim Erkalten bis zur mittleren Temperatur klar. Zur Lösung in Wasser von mittlerer Temperatur erfordert sie mindestens 400 Th. Wasser. Durchschnittlich kann man annehmen, dass 1 Liter Wasser bei 15° C. 2 g der Säure lost und auch bei einer Abkühlung bis auf 11° klar bleibt, dass 1 Liter Wasser von 20° C. 2,5 g löst und bei einer Abkühlung um 4°C. noch klar bleibt, dass 1 Liter kochend heisses Wasser 75 g der Säure löst und eine Abkühlung von 3 C. verträgt, ohne Krystalle abzuscheiden. Die Gegenwart der Carbonate und Acetate der Alkalien und des Borax fördern die Löslichkeit in Wasser ausserordentlich, es wird aber der Geschmack der Salicylsäure durch Borax (und durch Borsäure) in einen sehr bitteren umgeändert. Salicylsäure ist ferner löslich in 60 Th. Glycerin, 2 Th. absolutem, 2,5 Th. »0 proc. Weingeist, 2 Th. Aether, 80 Th. Benzol, 3,5 Th. Amylalkohol, 80 Th. Chloroform, circa 60 Th. fettem Oele. Aufbewahrung. Diese erfordert Glasgefässe mit weiter Oeffnung, dichten Verschluss mit Glas- oder Korkstopfen und einen Ort, welcher den directen Sonnenstrahlen nicht zugänglich ist. Im Anfange der Fabrikation war die Säure e ' ne s ^ ar k wirkende und wurde sie im Handbuch mit einem offenen f versehen, s deichen, dass sie zu den starkwirkenden Arzneistoffen gehöre. Einige Jahre spater, nachdem sich ein reines und nur mild wirkendes Präparat* eingeführt hatte, manche Apotheker aber die noch im Vorrath befindliche unreine Säure in den grösseren Gaben, wie sie für die reine Säure gelten, dispensirten, haben sich mehrere Vergiftungsfälle, einige sogar mit tötlichem Ausgange ereignet. Beim Um- und Einfüllen der Säure hat man sorgfältig das Einathmen des »taubes zu verhüten, denn er ist den Lungen feindlich, und bei manchen Personen wirkt der Staub so "reizend, dass sich ein krampfhafter, mit Erstickung' drohender Husten, selbst einige Tage dauerndes Unwohlsein einstellt. ' Massiges Kiechen an Aetzammon oder Olfactorium anticatarrhoieum ist zunächst das Gegenmittel. Prüfung. 1) Eine reine Salicylsäure wird von kalter concentrirter reiner »cnwefelsäure bei 10 bis 15" C. farblos gelöst (Hager). Wäre die Lösung nur enwach gelblich, so ist das Präparat nicht zu beanstanden, denn ein solches, ^eicnes sich völlig farblos in Schwefelsäure löst, ist im Handel noch seltene **■**• Eine bohnengrosse Menge der Salicylsäure wird in einem reinen Reagir- Ha üer, Pharm. Praxis. Snppl. 3 34 Acidum salicylicum. cylinder mit 4—5 CC. conc. Schwefelsäure Übergossen und unter sanftem Agitiren in Lösung übergeführt, was in 5 Minuten erreicht wird. Ist die Lösung bräunlichgelb oder braun, so wäre auch die Salicylsäure eine unreine und verwerfliche. — 2) Beim Erhitzen verdampft oder sublimirt die Salicylsäure, ohne dabei eine Andeutung einer Verkohlung erkennen zu lassen, und verdampft vollständig. Die Prüfimg nach dieser Seite lässt sich in zweierlei Weise ausführen. Eine halb- bohnengrosse Menge wird in einem kleinen Porzellantiegelchen über einer Weingeistflamme so erhitzt, dass die Flamme den Tiegel nicht berührt, ihre Spitze gegen 2 Ctm. vom Tiegel entfernt ist. Unter Dampfbildung schmilzt die reine Säure zu einer farblosen Flüssigkeit, welche endlich völlig ohne Zurücklassung eines farbigen Streifens oder Fleckes verdampft. Die heute in den Handel kommende reine Säure hinterlässt meist einen braunschwarzen Streifen oder solche Kreislinie (als Rest des flüssigen Säuretropfens) von der Breite eines Haares, eine weniger reine Säure dagegen einen Streifen oder eine Kreislinie von grösserer Breite oder auch wohl einen braunen Fleck. Bequemer ist die Erhitzung in einem 1,5—2 Ctm. weiten trocknen Reagircylinder, so dass der Boden desselben von der Flamme nicht berührt wird. Die reine Säure schmilzt zur farblosen Flüssigkeit und sublimirt, den untersten Theil des Reagircylinders klar und durchsichtig lassend. Die nicht genügend reine Säure hinterlässt einen bräunlichen bis braunen Bodenanflug oder Fleck. — 3) In einem reinen Reagircylinder von 1 Ctm. Weite giebt man eine halbbohnengrosse Menge der Säure, 4—5 CC. Aetzammon und erhitzt bis zum Aufkochen. Es erfolgt eine klare und völlig farblose Lösung. Bei einer nicht genügend reinen Säure ist sie gelblich bis bräunlich gefärbt. Die gelbliche Farbe erkennt man leicht, wenn man die Flüssigkeitssäule gegen ein Stück weissen Papiers betrachtet (Hagek). Prof. Kolbe giebt folgende Prüfungsweise an: Man gebe etwa 0,3 — 0,5 Gramm der zu prüfenden Salicylsäure in ein Reagirgläschen, löse die Substanz in möglichst geringer Menge absoluten Weingeistes und giesse die klare Lösung auf ein auf weisser Unterlage stehendes Uhr- glas. Mechanische Unreinigkeiten zeigen sich in der Mitte des Uhrglases auf dem Boden desselben. Bei dem hiernach erfolgenden freien Abdunsten des Weingeistes in möglichst staub- und eisenfreier Atmosphäre blüht die Salicylsäure in schönen Efflorescenzen wieder aus, und hat man nun Folgendes zu beobachten: 1. Sind die Spitzen der Efflorescenzen braun, so enthält die untersuchte Salicylsäure harzige Verunreinigungen. 2. Sind die Spitzen ganz lichtgelb, aber nicht kugelig, gleichsam dick zusammengeschmolzen, so ist das Präparat zwar harz- und carbolsäurefrei, je» doch nicht gänzlich von der Spur eines organischen Farbstoffes befreit, zu technischen Gebrauch, wo dieser nicht stört, immerhin brauchbar. 3. Sind die Spitzen violett oder rosa, so ist das Präparat eisenhaltig. 4. Sind die Spitzen klar, farblos, so ist das Präparat mustergiltig (crystallisirte Salicylsäure muss stets diese Probe bestellen). 5. Beim Verbrennen auf dem Platinblech muss die Verbrennung eine vollständige sein und darf keine unverbrennliche Asche zurückbleiben. Chemie und Analyse. Salicylsäurelösung giebt mit Bromwasser wie das Phenol (und sehr viele Alkaloide) einen krystallinisehen Niederschlag. — Salicylsäure mit wässriger Lösung des Kalimnferrocyanids der Destillation unterworfen, ergiebt ein blausäurehaltiges Destillat. — Ihre wässrige Lösung wird auf Zusatz von Ferrisalzlösungen intensiv violett gefärbt. Diese Reaction wird gestört durch die Gegenwart von Aetzalkali, Alkalicarbonat, Alkaliacetate, Borax, Kaliumjodid, Natronphosphat, Oxalsäure, Citronensänre, Weinsäure, Phosphorsäure, Arsensäure. 1 Acidum salicylicutn. 35 Da diese Reaction durch Weingeist nicht gestört wird, wohl aber die Reaction von Ferrisalz auf Carbolsäure, so versetzt man die fragliche Lösung reichlich m it Weingeist oder löst die fragliche Substanz in Weingeist und versetzt mit wenigen Tropfen Ferrichloridlösung. Eine violette Färbung lässt die Salicylsäure erkennen (Hager). Kalihypermanganat wirkt zersetzend unter Bildung von Ameisensäure, Kohlensäure und Wasser. Aehnlich wirkt Kalibichromat mit Schwefelsäure. In neutralen Salicylatlösungen erzeugt Silbernitrat einen weissen Niederschlag. Ein scharfes Reagens auf Salicylsäure ist das MiLLON'sche (Lösung von Quecksilber in rauchender Salpetersäure und Verdünnung der Lösung mit einem doppelten Vol. Wasser). Man setzt (nach Almen) 5—10 Tropfen des Reagens z u circa 20 CC. der Salicylsäurelösung (oder Carbolsäurelösung) und erhitzt zum Kochen, wobei ein gelber Niederschlag entsteht. Man setzt nun Salpetersäure hinzu bis zur Lösung dieses Niederschlages. Die Flüssigkeit nimmt bei Gegenwart von Salicylsäure (oder Carbolsäure) eine rothe Färbung an. Grenze der Reaction bei '/«iooooo Verdünnung. Wird eine Salicylsäurelösung mit Aetzammon und dann mit wenig verdünnter Chlornatronflüssigkeit versetzt, so erfolgt eine gesättigt blaue Farben- reaction, welche aber durch freies Chlor gestört wird. Neutrale Salicylsäurelösungen werden durch Cuprisulfat intensiv grün gefärbt. Freie Säuren wie auch Alkalien stören die Reaction (H. Schulz). Zur Bestimmung und Absonderung aus Flüssigkeiten, Getränken, Genuss- mitteln etc. werden diese wenn nöthig in gelinder Wärme concentrirt, mit verdünnter Schwefelsäure oder Phosphorsäure stark sauer gemacht und dann mit Aether, auch wohl mit Chloroform oder auch Benzol (bei 25—30° C.) ausgeschüttelt. Beim Verdunsten des Aethers bleibt die Salicylsäure im Rückstande inä kann gewogen werden (Yvon). Oder man macht die Flüssigkeit mit Natron- carbonat schwach alkalisch, dampft sie (z. B. Bier) im Wasserbade bis auf ein geringes Volumen ein, vermischt sie mit Gyps und bis zur sauren Reaction mit Salzsäure, trocknet die Masse in lauer Wärme aus, zerreibt sie und extrahirt sie m 't Aether oder Cloroform, welche die freie Salicylsäure lösen. Zum Nachweise von Spuren werden nach Cazeneuve z. B. 100,0 der Flüssigkeit bis auf 10,0 eingedampft, dann mit 1,0—2,0 Salzsäure und 20,0 «yps versetzt und eingetrocknet. Der zerriebene Rückstand wird mit Chloroform ° de r auch Aether extrahirt. Bei Harn ist Chloroform geeigneter. Der Ver- ^Pfuugsrückstand wird mit heissem Wasser aufgenommen und heiss filtrirt. er Gyps hat die Eigenschaft etwaige Farbstoffe zurückzuhalten. Soll die Salicylsäure aus Substanzen extrahirt werden, welche Harzstoffe, 'ette etc. enthalten, so ist die Anwendung einer kalten 1 proc. Aetzammon- l,s sigkeit passend. Der Auszug in gelinder Wärme eingetrocknet hinterlässt nnr Salicyl säure . Der Genuss Salicylsäure enthaltender Stoffe lässt sich in dem 2—20 Stauen nach dem Genüsse gelassenen Harne mittelst Ferrichlorid constatiren. Auf «satz von Cuprisulfat färbt sich der Harn intensiv grün. Anwendung. Die alle zulässigen Grenzen überschreitenden Reclamen für Anwendung und Gebrauch der Salicylsänre, deren Darstellung aus Phenol und Kohlen- aure dem Herrn Prof. d. Chem. Dr. Kolbe zu Leipzig patentirt ist, nöthigten A-GEii (ph. Centralh. 1879, S. 37) zu folgenden Auslassungen: liel iedei 'l'olt haben wir darauf hingewiesen, dass Salicylsäure ein vortreff- ä] . l ®. 8 An «zymoticum, eine die Gährung und Zersetzung der Kohlehydrate und Ul< *er Stoffe verhindernde oder doch zurückhaltende Substanz sei, aber kein 3* 36 Aciduin salicylicum. Antisepticum, kein fäulnisswidriges Mittel. Da wo es sich um die Conser- vation thierischer Substanzen handelt, wird sie die faulige Zersetzung nicht verhindern. Dass sie diese eher befördere, ist nicht erwiesen. Die von einer Seite bemerkten Nachtheile der Salicylsäure auf den Schmelz der Zähne ist nicht wahrscheinlich, denn die Salicylsäure ist zu ohnmächtig, um auf den Schmelz der Zähne im Verlaufe von 2—3 Minuten, der Zeit der Anwendung des Mundmittels, zersetzend einzuwirken. Es wurden Zähne in Salicylsäurelösung einen Tag macerirt, und war nach dieser Zeit an dem Schmelz der Zähne keine Veränderung, höchstens an dem Theile der Zähne, welcher der Wurzel angehört, wahrzunehmen. Obgleich die Säure kein Antisepticum ist, so zeigt sie dennoch in Salben und Pflastern eine gute Heilwirkung, die kleinen Wunden scheinen schneller und leichter, gewöhnlich ohne alle Eiterung zu verheilen. Die Beobachtung Dobkowolski's, dass nach Gebrauch von Zahnpulver und Mundwasser, welche Salicylsäure enthielten, sich ein eigenthlimlicher Geruch im Munde entwickelt habe, ist nur von dieser Seite her beobachtet, und wurde angenommen, dass die Säure aaf das Natriumsulfocyanid im Speichel zersetzend einwirke. Diese Ansicht hat auch ihre Widerlegung (durch Kühler und Andere) gefunden. Wo die Anwendung des Mundmittels nur einmal am Tage stattfindet, kann doch eine solche Einwirkung sich nicht den ganzen Tag hindurch vollziehen. Die Anwendung der Salicylsäure als desodorirendes und die Schweissabson- derung minderndes Mittel, z. B. in den Streupulvern gegen Fussschweiss, hat sich in der Praxis bewährt, dennoch steht sie hier dem Alaun und Thonerde- sulfat nach, denn diese leisten noch bessere Dienste, auch als Mittel bei aufgeriebener und wunder Haut. Den Ruf der Salicylsäure als Antipyreticum verdankt sie allein der Re- clame, denn im Kalinitrat haben wir ein weit besseres und billigeres Antipyreticum. Man irrt, wenn man sie für ein Specificum bei acutem Gelenkrheumatismus hält und man ihrer Anwendung die Erkenntniss zu verdanken habe, dass bei dieser Krankheit die Hebung des entzündlichen Zustandes die vornehmlichste Aufgabe des Arztes sei. Im Jahre 1843 übergab ein französischer Arzt, mit Namen Martin Solon, der Academie de medicine eine Arbeit, welche die Anwendung des Kalisalpeters, dieses ältesten Antipyreticums, bei acutem Gelenkrheumatismus empfahl. Da der Kalisalpeter kein neues Mittel war, so ist die Sache gleichsam wider Willen in die therapeutische Rumpelkammer geworfen worden und kein Arzt dachte heute daran, dass schon Martin Solon vor 36 Jahren ein antipyretisches Heilverfahren in dieser Krankheit obenanstellte. Das Auffallende ist, dass man mit der Salicylsäure erfreuliche Heilerfolge erzielte, nebenher auch nach grossen Gaben dieser Säure Dyspepsie beobachtete und später von mehreren Seiten über deletere Wirkungen dieser Säure berichtete. So wurde von einem schnell eintretenden Tode eines an acutem Gelenkrheumatismus leidenden Mannes nach Gaben von 0,75 g Salicylsäure, im Deutsch. Arch. f. klin. Med. von der toxischer Wirkung dieser Säure, in einem anderen medicinischen Blatte von einer tödtlichen Vergiftung einer 28jährigen, an Pleuritis leidenden Frau in der Deutsch, med. Wochenschr. von einer acuten Vergiftung nach Verbrauch von 22 g Natronsalicylat berichtet. Auch Tuckwell hat auf Gebrauch der Salicylsäure Vergiftungssymptome beobachtet. Zum Theil wird in diesen Vergiftungsfällen eine nicht genügend reine Säure in Anwendung gekommen sein. Man könnte auch hiernach die Salicylsäure als eine nicht so unschuldige Substanz auffassen, die sich nicht wohl zur Conservirung von Genussmitteln eigne. Man bedenke aber, dass Kalisalpeter sich in einer gleichen Lage befindet, dass grosse Gaben dieses Salzes ebenfalls deletere Wirkungen äussern, es aber dennoch ohne Acidum salicylicum. 37 Bedenken zum Einpökeln des Fleisches von je her verwendet wird. Kleine Gaben der reinen Salicylsäure haben sicher nichts Bedenkliches und die Mininialgaben v on Salicylsäure, welche bei Genussmitteln in Betracht kommen, dürften in der rhat höchst unschuldige, auf den Organismus des Körpers fast wirkungslose sein. — Die Frage nun, ob die reine Salicylsäure in Genussmitteln zulässig sei, konnte man unbedenklich mit ja beantworten. Man sollte die Salicylsäure also als Conservationsmittel in Nahrungs- und Genussmitteln mit der Einschränkung zulassen, dass sie hier nur in sehr kleinen Mengen in Anwendung kommen dürfe. Da nun aber kleine Mengen unbestimmte Gewichtsmengen darstellen, so mttsste «ie Polizei, im Falle sie die Salicylsäure in Genussmitteln als zulässig erklärt, auch gewisse Grenzen vorschreiben, z. B. 1 Liter Bier darf nicht über 0,5 g, ein Eiter Wein nicht über 0,2, eine saure Gurke nicht über 0,2, 1 Kilo eingemachte Früchte nicht über 1,0 g Salicylsäure enthalten. Im anderen Falle würde man in Berlin ein Genussmittel wegen zu grossen Salicylsäuregehalts verwerfen, welches in Leipzig oder Dresden unbeanstandet bleibt. Dass eine nicht gehörig reine, noch Phenol beigemischt enthaltende Säure, wie sie nicht selten im Handel angetroffen wurde, als eine der Gesundheit nachtheilige anzusehen ist, dass eine solche Säure in den oben bemerkten Vergiftungsfällen die Hauptrolle spielte, ist unverkennbar. Erst durch Scheking's Fabrik wurde eine reine Salicylsäure in den Handel gebracht. In den ersten 2 Jahren, als die Salicylsäure auf dem Markte erschien, war diese selten eine derartig beschaffene, dass man sie als eine reine hätte bezeichnen können. Eine reine Säure wird selbst in etwas überstarken Gaben wenn auch den Magen sehr belästigende, so doch keine deletere Wirkungen zur Wahrnehmung bringen. Diese Anführungen geben einen Ueberblick über den Werth der Salicylsäure als Arzneimittel und als ein Gegenstand für den ökonomischen Gebrauch. Durch Versuch ist constatirt, dass Salicylsäure bei Infectionskrankheiten nicht die Wirkungen zeigt, welche man von ihr entsprechend der irrthümlichen Angabe, dass sie ein kräftiges Antisepticum sei, erwartete. Uebeihaupt die unendlich schönen Heilwirkungen, welche in allen Fachblättern Erwähnung fanden, erlitten nach und nach in der Wirklichkeit eine erhebliche Reduction oder Herabminderung. Es war eine sehr traurige Wahrnehmung, dass des Geschäftes halber oder aus persönlichen Rücksichten für ein Mittel wie die Salicylsäure eine überschwengliche, selbst bis in das Sinnlose überflicssende Reclame von Männern gemacht wurde, von denen man ein sachverständiges ürtheil erwarten konnte, und oass Apotheker und Aerzte solchen Reclamen Glauben schenkten. _ Wesentlich ist, dass die Salicylsäure die Functionen des Magens stört, dass einige Personen sie in starker Dosis gar nicht nehmen können oder nach der Einführung in den Magen ein gewisses Unwohlsein empfinden und andere damit lm Zusammenhange stehende Zufälle bekommen. Die Individualität des Patienten und die Grösse der Gaben spielen eine nicht geringe Rolle. Es ist räthlich, bei Beginn der Salicylsäureanwendung stets mit den kleineren Gaben anzufangen. Der Harn zeigt bei innerlichem Salicylsäuregebrauch einen grösseren Indican- gehalt^ und daher eine grüne Farbe. Für therapeutische Zwecke giebt man die Salicylsäure innerlich zu 0,5— LO—2,0 ein-, zwei- bis dreistündlich, oder zu 3,0—5,0—8^0 auf einmal am la ge oder in zwei bis drei Gaben getheilt, welche halb- bis einstundhch genommen werden. Die kleineren Gaben empfehlen sich bei acutem Gelenkrheumatismus, chronischen Magen- und Darmkatarrhen, Katarrh der Luftwege, Diarien mit stinkenden Ergüssen, Dysenterie, Phthysis, die grösseren Gaben bei 1 yphus, Intermittens, am besten in Pulverform mit Haferschleim, in Bissen oder ^■■■■■^■m 38 Acidum salicylicum. weingeistiger Lösung. Der kratzende Geschmack und die Belästigung des Magens nach dem Nehmen der Salicylsäure genügen, der Anwendung des Natrum salicylicum den Vorzug zu geben, jedoch ist die antipyretische Wirkung dieses Salzes eine etwas minder kräftige als die der Salicylsäure. Dem entsprechend muss die Gabe um ein Drittel verstärkt werden, auch in dem Falle, in welchem man die Salicylsäure in Form einer Saturation mit Natriumdicarbonat anwendet. Es erfordern zur Saturation 1,0 Salicyls. 0,65 Natriumdicarbonat 2,0 „ 1,3 3,0 „ 2,0 4,0 „ 2,6 „ 5,0 „ 3,25 iin Erwärmen oder Erhitzen 6,0 Salicyls. 3,9 7,0 n 4,55 8,0 n 5,2 9,0 n 5,85 10,0 » 6,5 Natriumdicarbonat einer sauren wässrigen Salicylsäurelösung ist zu vermeiden, wegen Disposition derselben zur Zersetzung. Die Salicylsäure bewirkt im Allgemeinen ein Herabgehen der Temperatur, doch nicht immer eine Minderung der Pulsfrequenz. Es ist ihre Anwendung besonders dann indicirt, wenn auch eine vermehrte Transpiration erwünscht ist. Auch im Klystier bewirkt die Salicylsäure eine Abschwächung der Temperatur (2,0—4,0—6,0 pro Klystier). Bei Migräne erwiesen sich halbstündliche Gaben von 1,0—1,5 wirksam, den Anfall einige Zeit zurückzuhalten oder abzuschwächen Bei Lumbago, Ischias und Neuralgien mit entzündlichem Charakter 1 / i — 1 Stündlich 0,5—1,0. Es erfolgt häufig Besserung, manchmal auch nicht. Die Schmerzen müssen durch Morphininjectionon herabgedrückt werden. Bei Gelenkrheumatismus, der fieberhaften Polyarthritis rheumatica erweist sie sich meist heilend bei Tagesdosen von 3,0—5,0 (5,0 — 8,0 Natronsalicylat). Heilung erfolgt in 4—6 Tagen. Dr. Stricker normirt bei Gelenkrheumatismus folgende Dosirung: für jugendliche und kräftige Rheumatiker stündlich als Maximaldosis 1,0, für ältere und schwache 0,5, für Kinder zwischen 5—15 Jahren 0,25. Als Prophylacticum bei herrschendem Scharlach hat sich Salicylsäure (aber nicht Natronsalicylat) bewährt. Vergl. die Vorschrift zu Bacilla antiscarlatina. Sie wird hier täglich zweimal zu 0,1—0,5 (pro Jahr 0,05) so lange gegeben, als in der Familie oder dem Hause ein Scharlachpatient ist und eine Desinfection nicht stattgefunden hat (Barker). Salicylsäure hat sich als Antaphrodisiacum erwiesen. Bei längerem Gebrauch ist Minderung, selbst vorübergehender Verlust des Geschlechtstriebes constatirt worden. Nach Jewelt soll eine fünfmalige Darreichung von je 1,0 täglich den Geschlechtstrieb für 3 Monate schwachen. Dass Salicylsäure nach dem Genüsse trichinösen Fleisches vor Trichinose schützt, ist unzweifelhaft. Vergl. Aq. Vitae antitrichinotica. Bei Diabetes mellitus glaubt Bartels mit grossen Gaben Erfolge erzielt zu haben, doch andere Aerzte constatirten bei dem Gebrauche der Salicylsäure in grossen Gaben stets Eiweissgehalt im Harne. GegenhektischesFieberTuberculöserfanden Loebisoii und v. Rokitansky das Natronsalicylat in Gaben von 3,0—6,0 recht wirksam. Bei schmerzhafter Myelitis (Rückenmarkentzündung) gewährt der Gebrauch der Säure (in Saturationsform) vorübergehend Linderung. Ebenso steht es mit der Wirkung bei Podagra und Arthritis nodosa. Will man hier die Salicylsäure als Prophylacticum benutzen, so ist das Natriumsalicylat in seltneren massigen Gaben vorzuziehen, dessen Tagesdosis 5,0 nie übersteigen sollte. Bei Diphtheritis, auch als Mittel gegen Bandwurm ist Salicylsäure ohne Werth. Acidum salicylicum 39 Die in den Magen eingeführte Salicylsäure wird im Wege der Verdauung zum grösseren Theile in Salicin, Salicylursäure und Oxalsäure verwandelt, zum Theil in Phenol und Kohlensäure zersetzt. Diese Producte werden theils mit den Faeces, theils mit dem Harne, welcher an Indican reicher wird und eine grüne Farbe zeigt, im Laufe eines Tages abgeschieden. Zu den unangenehmen Neben- und Nachwirkungen, welche nach dem Gebrauch der Säure bei manchen Patienten zur Beobachtung gelangen, zählen Appetitlosigkeit, Uebelkeit, Erbrechen, Ohrensausen, Schwindel, Schwerhörigkeit, Abgeschlagenheit der Glieder, Collapserscheinungen, auch zuweilen Ei weiss im Harne, Nesselausschlag, Petechien, Ecchymosen etc. Diese Wirkungen, mit Salicylis- mus bezeichnet, sind bei Anwendung des Natronsalicylats um vieles geringer oder sie treten gar nicht auf. Aeusserlich ist Salicylsäure in allen möglichen Fällen angewendet und in allen verschiedenen Arzneiformen zum äusseren Gebrauch untergebracht worden. Das Verhältniss der Mischung ist 1 bis 10 auf 100. Hier ist noch zu bemerken, dass Salicylsäure in Verbindung mit Borsäure in ein energisches Antisepticum übergeführt wird (vergl. Acidum borosalicylicum), dass sie in dieser Verbindung im LisTER'schen Verbände das im vollen Maasse leistet, was man von ihrer alleinigen Anwendung irrthümlich erwartete. Die Lösung, welche als Salicyl-Spray Verwendung findet, besteht aus 1 Th. Salicylsäure und 300—350 Th. Wasser. Gegen profuse Naehtschweisse der Phthisiker fand Köiinhorn das Einpudern der Haut mit dem Pulver gegen Fussschweiss (Pulvis antihydroticus; vergl. S. 41) wirksam und erfolgreich. Die ökonomische Verwendung ist bereits erwähnt und weiter unten sind Beispiele angegeben. Bei ihrer Anwendung in Genussmitteln sind Borax und Borsäure stets zu meiden, weil daraus eine sehr bittere Verbindung entstellt, welche aber wiederum als ein Gift für allerhand Ungeziefer von Werth ist, z. B. als Mittel gegen Läuse, Flöhe, Wanzen, Blattläuse, Kaupen etc. Unten sind diesen Zwecken entsprechende Mittel angegeben und verdienen diese den Vorzug, da sie n 'e die schädlichen Folgen erwarten hissen wie die Quecksilbermittel. Prof. Frosky will die Salicylsäure als Mittel gegen Hausschwamm erkannt haben und genügt nach ihm öfteres Bepinseln der Holz- und Mauerstellen u einer weingeistigen Lösung derselben. Salicylgazc, Salicylsiinre-fiaze Bruns'. Ein Kilog. fettfreier Gaze (circa 25 m) erfordert c i rc a 2,5 Lit. Flüssigkeit. Zur Darstellung einer öproc. Gaze wird lk Gaze mit einer Lösung von 50,0 g Salicylsäure und 20,0 g Ricinusöl (oder Ricinusöl und Colophon ana 10 g) in 2,43 Lit. Weingeist getränkt und bei lauer Wärme getrocknet. Zur Darstellung einer 10 proc. Gaze wird 1 k Gaze mit einer Lösung von 100,0 g Salicylsäure und 40,0 g Ricinusöl (oder Ricinusöl und Colo- Phon ana 20 g) in 2,30 Lit. Weingeist getränkt etc. Salicylwatte, Salicyljute (Salicyldschute) Bruns'. Zur Darstellung der 5 proc. ^ahcylwatte. wird 1 Kilog. Walle mit 4 Liter einer Lösung von 50,0 g Salicylsäure, 20,0 g Ricinusöl (oder Ricinusöl und Colophon ana 10,0 g) in 3,930 Liter '^930 CC.) Weingeist getränkt. Zur Darstellung der 10 proc. Salicylwatte wird 1 Kilo Watte mit einer Lo- s "ng von 100,0 g Salicylsäure, 40,0 g Ricinusöl (oder Ricinusöl und Colophon ana 2o >0 g) in 4,860 Liter (4860 CC.) Weingeist getränkt. Bei Darstellung des Jute-Verbandmittels wären auf ein Kilo Faserstoff, die ^bemerkten Lösungen aber nur bis auf 3,5 Liter mit Weingeist zu verdünnen. Salicylwatte nach E. Rennard. Behufs Darstellung der 10 proc. Watte werden 2 Theile Salicylsäure in 15 Theilen Weingeist von 80 pCt. gelöst und 40 Aeidum salicylicum. mit 35 Theilen Wasser von 25 bis 30° C. verdünnt. In diese Mischung werden 10 Theile gute, weisse, gereinigte und mit Natronbicarbouat vollständig entfettete Watte getaucht und dann getrocknet. Wird die rothe Farbe der käuflichen Watte gewünscht und soll der Spiritus nicht verloren gehen, so löst man die Säure blos in Spiritus und destillirt denselben aus der Destillirblase ab, wodurch beides erzielt wird. Auf dieselbe Weise, nur mit entsprechend weniger Säure wird die 4proc. Watte, sowie auch die Salicylsäure-Jute hergestellt. Um das Stäuben zu verhüten, werden 10—15 pCt. Glycerin zugefügt. Salicylsäure-Tampons für Wunden, Salicyl-Wundpfropfe der Soldaten. Ueblich sind zwei Grössen. Die kleinen bestehen aus 1,0 g Salicyl-Watte umhüllt oder vielmehr straff umwickelt mit einem circa 4 Ctm. langen und 3 Ctm. breiten Stück weicher Baumwollengaze, durchzogen mit ein Paar Stichen feinem Zwirn, um den Zusammenhalt zu wahren. Die grossen enthalten 2,0 g solcher Watte in einem 5 Ctm. langen und 3,3 Ctm. breiten Gazestück. Der Gehalt der Watte an Salicylsäure ist ein circa 10 procentiger. Es können die Tampons aus getränkter und getrockneter Watte gefertigt werden oder man stellt sie aus unge- tränkter Verbandwatte her und tränkt sie hierauf. 1000 g oder 1 k Watte oder 1000 kleine oder 500 grosse Tampons erfordern eine Lösung von 100,0 g Salicylsäure, 30,0 g Ricinusöl, 10,0 g hellem Fichtenharz in 4000,0 g (oder 4,860 Liter) Weingeist. Die aus ungetränkter Watte gefertigten Tampons werden in einem Napfe oder einem Fasse eingeschichtet, mit der Lösung übergössen, nun mit einer passenden hölzernen Scheibe bedeckt stark zusammengepresst, so dass die Lösung alle Tampons bedeckt, und in dieser Lage eine Stunde erhalten. Dann entfernt man die pressende Kraft und breitet die Tampons auf Brettern oder Hürden aus Leinwand in einem kleinen scharf geheizten Zimmer aus, damit sie trocknen. Der auf dem Schlachtfelde verwundete Soldat, welcher nicht alsbald vom Arzt verbunden werden kann, bedeckt oder füllt die Wunde damit aus, um sie vor Fäulnisserregern zu bewahren. Salicylsäure-Cold-cream, ein Präparat der ehem. Fabrik zu Helfenberg bei Dresden, ist ein schönes und haltbares Präparat in Glasdosen, welches sich Bchnell heilend bei aufgesprungener und auch wunder Haut erweist. Die elegante Fassung mit Signatur und Angabe der Anwendung ist schon eine genügende Empfehlung. Zincum salicylicum, Zinksalicylat, ein krystallisirendes Salz. Zur Darstellung ex tempore mischt man 2,0 Salicylsäure und 1,0 auf nassem Wege bereitetes Zinkoxyd innig und feuchtet mit 3 Tropfen Wasser an. Aeidum boro-salieylicum, Borsalicylsiinre, ist eine chemische Verbindung, welche ein wahres Antisepticum ist, und jederzeit entsteht, wenn Salicylsäure mit Borsäure in Lösung zusammentreffen. Zu seiner Darstellung für den pharmaceutischen Gebrauch werden zu 1 Th. krystallisirter Borsäure, in 5 Th. heissem destillirtem Wasser gelöst, 2 Th. Salicylsäure in 10 Th. Weingeist gelöst gesetzt und die Mischung im Wasserbade langsam eingetrocknet. Es bildet dieses Präparat ein weisses krystalünisches Pulver oder ein Haufwerk kleiner nadeiförmiger Krystallc, löslich in 200 Th. kaltem, 40 Th. heissem Wasser, 10 Th. Weingeist. Der Geschmack ist ein anhaltender sehr bitterer. Anwendung. Diese ist nur eine äusserliche und mit derjenigen der Salicylsäure insofern übereinstimmend, dass die angewendeten Mengen nur 2 / 3 — 3 /4 so viel betragen. In Salbenform oder in Lotionen ist die Borsalicylsäure ein ganz vorzügliches Mittel gegen Scabies und besonders gegen Räude der Hausthiere. Hier sind zugleich keine schädlichen Nebenwirkungen zu fürchten, wie von vielen anderen gegen diese Hautausschläge angewendeten Mitteln (Hagek). Aeidum salicylicuui. 41 (1) Aqua Vitae antitrichinotica. Munitor. JV - Acidi salicylici puri 10,0. Solve in Spiritus Vini puri 1000,0. Tum admisoe Carvoli (vel Olei Carvi) 2,5 Tinoturae aromaticae 50,0 Syrupi Sacchari 1800,0. Ein Spitzglas nach dem Genüsse von Schweinefleisch oder Speisen aus Schweinefleisch, das trichinös zu sein verdächtig oder nicht mikroskopisch untersucht ist. (2) Bacilla antiscarlatina. Trochisci s. Panicelli prophylactici. Scharlachbrötchen. Ijc Acidi salicylici 10,0 Acidi benzoici 1,0 Sacchari albi 100,0 Olei Anisi Guttas 5 Tragacanthae Radicis Liquiritiae ana 2,0 Glycerinae 6,0 Aquae destillatae 4,0 vel q. s. M. Fiant panicelli ad tres centimetros crassi, radice Liquiritiae pulverata con- spersi. Loco vix tepido paululo desic- centur. L\ 8. Morgens und Nachmittags 1 Stück für ein Kind von 2 Jahren o " " " " " o vu !•"'"."&■ o '- " n n n n u n , " n .i » n 6 „ ö in -rv- JJ „ " » » n Ju n ^ie Brötchen worden nach und nach zerkaut und verschluckt, Wasser oder k? ? e nacll getrunken (als Prophylacticum oei herrschendem Scharlach). (3) Liquor autiotorrhoicus Bezold. * Acidi salicylici 2,0. Spiritus Vini 40,0 Aquae destillatae 60,0. nv. Täglich zweimal davon in das vnr zu giessen (bei Ohrenfluss). (4) Liquor salicylicus. Aeidum salicylicum solutum. % Acidi salicylici 10,0. oolve in .Spiritus Vini 90,0. -Uquor filtratus loco umbrosa servetur. ö - Sumatur Xplum. (5) Mixtura antidyspeptica Moslek. * Acidi salicylici JNatri boracici ana 6,0 Aquae destillatae 170,0 Syrupus Sacchari 30,0. M. V. S. Mittags und Abends vor dem Essen 1—2 Esslöffel (bei Dyspepsia aeida. Wohl nicht zu empfehlen und durch Gebrauch von Pepsin nebst kleinen Gaben Salzsäure zu ersetzen). (6) Mixtura salicylica Dufpet. fy Acidi salicylici 10,0. Solve in Liquoris Ammoni acetici 60,0 Aquae destillatae 230,0. D. S. Stündlich zwei Esslöffel. (In dieser Lösung soll die Salicylsäure sehr gut vertragen werden.) (7) Mixtura salicylica infantum. yc Acidi salicylici 5,0 Natri carbonioi crystallisati Succi Liquiritiae ana 2,5. Solve in Aquae destillatae 120,0 Syrupi Sacchari 20,0. M. D. S. Stündlich 1 Kinderlöffel voll. (8) Mixtura salicylica yinosa. ty- Acidi salicylici 5,0. Solve leni calore in Spiritus Vini Gallici Vini Hispanici ana 100,0 Syrupi Aurantii corticis 50,0. D. S. Oefters (2—4stündlich) zwei Ess- lüffel zu nehmen (bei chronischen Darm- katarrhen milderen Grades). (9) Pulvis iuspersorius antiliydroticus. Salioyl-Fussachweisspulver. Mildes Ein- Streupulver bei schweissigen Füssen. Vf Acidi salicylici 3,0 Amyli 10,0 Tale« Veueti 87,0. M. f. pulvis subtilissimus. D. S. Zum üepudern der Füsse (gegen Fussschweiss) oder der Haut des Körpers (gegen profusen Nachtschweiss). (10) Saccharum salicylatum. Aeidum salicylicum saccharatum. ^ Acidi salicylici 2,0 Sacchari albi 8,0. Misce. Fiat pulvis subtilis. (11) Unguentnm antieezematicum AüKI.IN. Vf Acidi salicylici 1,0 Spiritus Vini 2,0 Adipis suilli 4,0. M. Fiat unguentum. (Bei flechtenartigen Hitzblätterchen auf Gesicht und Kopf.) 42 Acidum salicylicum. (12) Unguentum antieczematicum Fleischmann. Ijc Acidi salicylici 2,5 Tincturae Benzoiis Spiritus Vini Glycerinae ana 1,0. Centerendo mixtis adde Unguenti emollientis 35,0 D. S. Täglich 2—3 mal damit zu bestreichen (die mit Seife abgewaschenen und abgetrockneten Stellen der nässenden Flechten). (13) Unguentum leniens salicylatum. Salicylsäure-Cold-cream. Ijf Acidi salicylici 5,0 Natri carbonici crystallisati 2,0 Aquae Rosae 20,0 Spiritus Vini 5,0. In cucurbitam vitream ingesta digere, do- nec solutio effecta fuerit, quam inter agitationem sensim sensimque immisce mixturae paratae e Cerae virgineae albidae Cetacei ana 10,0 Olei Amygdalarum 70,0 Olei Rosae guttis 3 Aquae Kosae 10,0. Diese Salbe soll besonders bei aufgesprungener Haut schnell heilend wirken. (14) Unguentum contra tineam capitis. Unguentum contra bestiolas molestas. Salicyl-Läusesalbe. Grindsalbe ty: Acidi salicylici 10,0 Acidi borici 3,3. In pulverem tenerrimum redacta commisce cum Cerae flavae 50,0 Adipis suilli 250,0 antea liquata et pigmento rubro Alkan- nae tincta. Tum adde Baisami Peruviani 10,0 Olei Bergamottae guttas 50 Olei Anisi stellati guttas 20, deinde paullatim Aquae Rosae 30,0. Agita, donec massa unguentaria plane refrixerit. Diese Salbe ist niemals eine schädliche und besonders eine Läusesalbe für Kinder, welche am Kopfgrind leiden. Dieser damit bestrichen, heilt sehr bald ab, natürlich ist auf bessere Nahrung zu sehen. Ferner ist die Salbe als Haarpomade geeignet für die Kinder, welche die Volksschule besuchen, gleichsam als Präservativ gegen Kopfläuse. (15) Unguentum vnlnerarinm salicylatum. Salicylsäure Wund- und Fusssalbe. ty: Sebi taurini recentis 10,0 Olei Olivae Cerae flavae ana 5,0. Leni calore llquatis immisce Acidi salicylici triti 1,0 Spiritus Vini absoluti guttas 10. Digere inter agitationem per aliquot mo- menta temporis, tum in modulum cylin- dricum effunde. Sint bacilla 5 cm longa, 1,5 cm crassa. Zum Heilen leichter Wunden und Haut- aufschürfungen. Eugkn Diet brich 's Fabrik zu Helfen- berg bei Dresden bringt eine ähnliche Salbe (a Stück 8,0) mit Signatur und Gebrauchsanweisung in den Handel. (IG) Vinnm salicylatum. Salicylwein. Vf Acidi salicylici 5,0. Natri carbonici 2,5. Solve digerendo in Vini Hispanici 500,0. (17) Vet. Unguentum antipityricum equorum. Pferdeschorfsalbe. Vf Boracis 5,0 Aquae fontanae 50,0 Cerae Japonicae 10,0. Coque, donee in massam puriformem la- cteam invcrsa fuerint. Tum admisce Acidi salicylici Acidi borici Benzoes ana 5,0 in pulverem tenerrimum redacta et com- mixta cum Adipis suilli 100,0. D. S. Pferdeschorfsalbe. Bei jüngeren Pferden kommt zu manchen Zeiten ein eigentümlicher Hautschorf zum Vorschein, welcher sogar ansteckend ist und mittelst Docken und Geschirr auf gesunde Pferde übertragen wird und mit einer Irritation der Hautstello seinen Anfang nimmt. Von der Salbe wird täglich zweimal die Stelle oder der Schorf bestrichen. Balsam um salicylico-benzoTnatum lässt denselben Heilzweck erreichen. (18) Liquor conservatorius universalis Hager. HAGER'sUniversalconservirungsflüssigkeit. Vf Acidi salicylici 20,0 Acidi borici 30,0 Kali carbonici 5,0. Solve in Aquae fervidae 800,0 Glycerinae 250,0. Acidum salicylicum. 43 Tum admisce Olei Cinnamorai Cassiae Olei Caryophyllorum ana 15,0 soluta in Spiritus Vini 500,0. Postremum filtra. D. Zum Besprengen, Bestauben, Befeuchten der dem Wurm- und Insecten- frasse ausgesetzten Gegenstände, auch zum Conserviren von Flüssigkeiten und feuchten Objecten der Anatomie. Andere Arzneicompositionen mit Salicylsäure vergl. unter Natrum salicylic. Handb. Bd. II, S. 539 u. f. Zur Conservirung der Getränke, eingemachter Früchte, der Fruchtsafte etc. genügen auf 1 Eilog. Zucker 2—3 g, auf 1 Lit. Fruchtsaft 2 g Salicylsäure. pier wird vor Nachgährung bewahrt im Sommer auf Zusatz von 0,15—0,25 g pro Liter, jn kalter Jahreszeit auf Zusatz von 0,05—0,1g pro Liter. Die Brauer in Belgien gebrauchen circa 8,0 g der Säure auf 100 Liter Bier (Blas). Piaz will sehr günstige Resultate in der Conservirung des Obstes erhalten haben, ohne jedes Erhitzen oder Aufkochen wurde die betreffende Obstsorte einfach in eine Flüssigkeit eingelegt, welche auf 1 Liter Wasser 100 — 500 g Zucker und 2V2 — 3g salicylsäure enthält. Dann wurden die Gläser mit gewöhnlichem Schreipapier verbunden. Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Trauben, Kirschen, Birnen hielten sich auf diese Weise ein ganzes Jahr im Vollbesitz ihres Aroms; gekochten Fruchtsäften braucht nur etwa lg Salicylsäure auf das Liter Flüssigkeit zugesetzt zu werden, um sie völlig haltbar zu machen. Auch abgenommenes Obst kann man jetzt besser aufbewahren als sonst, indem man der Luft in der Obstkammer geringe Mengen Aether, rnenol, Chloroform oder Schwefelkohlenstoff beimengt. Der Redakteur von Dingler's polytechnischem Journal, Dr. Fischer, erhielt dadurch, dass er hin und wieder einige iropren reines Phenol auf den Boden seines Obstkellers tropfte, Aepfel bis zum nächsten Juli völlig frisch. In allen Fällen ist bei Darstellung solcher salicylirten Genussmittel die Anwendung eiserner Geräthschaffen und auch eines Ocker absetzenden oder eisenhaltigen Wassers zu vermeiden. Salicylsäureliqueur, von welchem man bereits eingemachten Früchten beimischt oaer welchen man in dünner Schicht auf die Oberfläche des Eingemachten aufgiesst, nesteht mis einer Lösung von 20,0 Salicylsäure in 200,0 Weingeist und 1800,0 Syrupus oaeenan. Eine Zumischung von 200,0—300,0 Glycerin ist zweckmässig. . Salicylsäuresyrup zu derselben Verwendung wird aus 5,0 der Säure, 50,0 Weingeist, 700,0 Wasser und 800,0—1000,0 Zucker bereitet und in denselben die Früchte eingeschichtet. j . .Salic.vlsäuro-FsKeiiz zur Conservirung von Bier, Wein und anderen Getränken ort ei \jfr filtl ' irte Lösung von 1 Th. Salicylsäure in 9 Th. Weingeist. Auf 1 Liter Bier E We . ln genügen im Sommer 80 Tropfen, im Frühjahr und Herbst 20 Tropfen, im nter lo Tropfen. Vergl. oben Liquor salicylicus. Brä ^o**» von J. Herbabny (Wien), Präservativ und Heilmittel bei Diphtheritis, raune, Diabetes etc., ist ein mit Salicylsäure und Thymol gesättigtes Glycerin. itrODEFFRC-Y, Analyt.) Beanme antizymique, ein (wenig nützendes) Präservativ gegen syphilitische Ansteckung, soll bestehen aus je 6,0 Chloralhydrat, Salicylsäure, Glycerin, Natrium- 8U W, lß,o Wasser und 4,0 Weingeist. w Krepin von E. H. Bovend (Crefeld) besteht aus Salicylsäure, Weingeist und »Ja- IS r > ein sutes Mittel gegen Insecten, Würmer etc., welche der Gärtner, Landwirth und Forstmann fürchtet. v Pbnnks' Ethcrole autiseptique soll eine weingeistige Lösung von Salicylsäure, ersetzt mit wenig Eucalyptusöl, sein. : . . s «lubrine cullnaire Perrot's (Genf), Conservirungsmittel für den Hausgebrauch ein Gemisch aus 3 Th. Salicylsäure und 2 Th. Kochsalz. Salubrine oenosote Perrot's ist ein Gemisch aus 80 Th. Salicylsäure und 20 Th. ernstem zur Conservirung weiniger Getränke. Salubrine-Saccharosote Perrot's, dem Zucker zum Einmachen der Früchte j^usetzen, ist ein Gemisch von 70 Salicylsäure und 30 Weinstein (1 Kilo = 64 M.). ^chaedler, Analyt.) B .. Schutzmittel gegen Syphilis des Dr. Kienee ist eine Salicylsäurelösung in Wachem Weingeist mit Eau de Cologne parfümirt. (Innhauser, Analyt.) W 44 Acidum salicylicum. — Acidum silicicum. Zahnwasser, Kothe's, eine Lösung von 0,3 Salicylsäure in 100,0 eines 65 proc. Weingeistes, mit einigen Tropfen Pfefferminzül versetzt. (Schaedler, Analyt.) Die Zahn-Schöne Kothe's enthält nicht Salicylsäure und ist ein Gemisch aus Alaun mit Kreide, mit Pfefferminzöl parfümirt. Fischconservation nach der EcKART'schen Methode besteht darin, unter Beihilfe eines hydraulischen Apparates die Fische mit Salicylsäurelösung zu durchtränken, in Fässer einzuschichten und dann mit Glyceringelatine zu decken. Dass die Fische an Geschmack nicht gewinnen und die Consorvation eine lückenhafte ist, lässt sich wohl voraussehen. Hiihneraugencollodinm, Leichdorncollodiuin des Apoth. Gezow, ein Gemisch aus 3,0 Salicylsäure, 24,0 Collodium, 0,5 Extract. Cannabis Indicae. Hühneraugenmittel des Apoth. Wit-Tschaikowski, ein Gemisch von circa 5,0 Salicylsäure, 30,0 Collodium, 3,0 Terpentin. Acidum silicicum. Zur Analyse der Silicate resp. Bestimmung der Alkalien in den Silicaten wird nach A. Terreil das gepulv. Silicat mit der 7 fachen Menge geschmolzenem Barythydrat durchmischt und (im Silbertiegel) bei kaum schwacher Rothglühhitze (350—400° genügen) geschmolzen, die Schmelze ausgelaugt (Baryt kann noch im Rückstände verbleiben), durch die filtrirte Lösung Kohlensäure geleitet, aufgekocht und die Lösung der alkalischen Carbonate durch Filtration gesammelt. Diese Lösung wird mit Salzsäure gesättigt, zur Trockne gebracht und in Wasser gelöst (behufs Abscheidung von Kieselsäure). Die Chloridlösung wird eingetrocknet, schwach geglüht und gewogen. Dann wird Kali mittelst Platinchlorids und Natron durch Berechnung bestimmt. Ist Lithon zugegen, so ist dieses aus den trocknen Chloriden durch Aether zu scheiden, worin Lithiumchlorid löslich ist. Anwendung der Kieselsäure. Von Batty wurde Kieselsäurehydrat bei Diabetes und auch gegen Krebs empfohlen (0,06 zweimal täglich). Dass reine hydratische Kieselsäure in die Verdauungswege eingeführt, ohne alle Wirkung ist, scheint eine zutreffende Ansicht zu sein. Wasserglas mit der 5fachen Menge Wasser verdünnt, dient als Ueberzug von Erysipelas. Es bildet sich eine glänzende Decke, unter welcher Schmerz und Röthe bald verschwinden sollen. Conscrvationsmittel für Kleister, Leim, Gelatinelösungen, Gummischleim etc. ist nach Regensberg Natronwasserglas, von welchem man zu einem Liter der Lösung jener Klebflüssigkeiten 15—20 Tropfen unter Umrühren zumischt. Glaswolle, Lana silicea, Lana vitrea, ein Natronglas in feinen Fäden, der gekrempelten Baumwolle ähnlich. Fr. Zitzmann brachte sie zuerst in den Handel und hat den Vertrieb dem Apoth. R. II. Paulcke in Leipzig übertragen. Sie existirt in drei Nummern I, II und III. Die Nummer I ist die feinste. Die Glaswolle ist ein ganz vortreffliches Colir- und Filtrirmittel. Man schiebt ein lockeres Bäuschchen in das Abflussrohr eines Trichters entweder mittelst Glasstabes oder eines am Ende sichelförmig gebogenen Drahtstückes. I und II eignen sich zum Klarmachen von Flüssigkeiten, welches sich durch Filtration oder Coliren durch feinmaschige Seihetücher erreichen lässt, III zum Coliren, wenn Acidura silicicum. 45 ein Ausdrücken des Rückstandes nicht gefordert ist. Zum Filtriren behufs Absonderung von schleimigen Partikeln ist sie nicht geeignet. Da sie aus weichem Glase fabricirt wird, so ist sie gegen Alkalien und starke Säuren nicht indifferent, doeh immer noch besser als Asbest. Glaswolle ist im Ganzen ein billigeres Material als Filtrirpapier oder Colirzeug, besonders aber bequem in der Receptur zum Coliren der Salzlösungen und Mixturen. 10 g Glaswolle I, II, III wurden bezahlt mit 2—1,50—1 Mk. Die Wiener Glaswolle soll aus zu weichem Glase bestehen, welches selbst von Wasser corrodirt wird. Man hüte sich eine Glaswolle in den Gebrauch zu nehmen, welche aus bleihaltigem Glase besteht. Zur Prüfung kocht man ein Bäuschcken der Glaswolle Mit verdünnter (10 proc.) Natronlauge auf, verdünnt mit Wasser, decanthirt und übersättigt das Decanthat mit verdünnter Schwefelsäure oder versetzt es mit Schwefelwasserstoffwasser. Glaswollen-Colatorien. Man soll Gewebe aus Glaswolle darstellen, es sind solche aber noch nicht im Handel. Lampendochte aus Glasfäden, auch verwendbar für Spirituslampen brachte die Firma Voubriehl & Beck in Hanau in den Handel. . 1 ressglas, Amerikanisches, enthält circa 18 Proc. Alkali, es ist daher nicht zu pharmaceutischen Aufbewahrungsgefässen geeignet. Dagegen ist , Anactinisches filas, bernsteingelbes Glas, Stender's, wie es die Glashütte »Tenders in Lamspringe in den Handel bringt, ein herrlicher Ersatz des Hya- glases zu Aufbewahrungsgefässen für lichtempfindliche Chemikalien. P^rglasur, Meifreie nacn Constatin besteht aus 100 Wasserglas von 50 Beaum6, 15 Quarz, 15 Schlämmkreide oder aus 100 Wasserglas, 15 Schlämmkreide und 15 Borax. , Glasur, bleifreic (Bernagoud's). Ein Glasfluss aus 100 Kieselerde, 80 gereinigter Potasche, 10 Kaliumsalpeter, 20 gebranntem Kalk mit Wasser in Hydrat ergeführt, wird in ein feines Pulver verwandelt, welches auf die zu glasirenden angefeuchteten Thongefässe anfgesiebt wird. Dann lässt man die Gefässe an der utt trocknen, um sie nun im Töpferofen zu brennen. »lasur für Ofenkacheln mischt man aus Kalkhydrat und Wasserglas, womit f n °" e Kacheln bestreicht, nachdem sie zuvor einen Anstrich mit Wasserglas erhalten haben. Kitte für Porcellan, Glas, Holz etc. aus Lüneburger Infusorienerde (2—3 Th.) und Kalkhydrat (3—5 Th.) und heissem Wasser haben sich gut bewährt. Die Mischung mit dem Wasser darf nur ex tempore geschehen. Zur Erhärtung ist immer eine Zeit von mehreren Tagen erforderlich. Kitt, Sealy's, ein Gemisch aus Porcellanthon und Aetzkalilauge. Kitt, Siamesischer. Zwei Fläschchen, von denen das eine Schlämmkreide, das andere Wasserglas enthält. (Kögeer, Analyt.) Van Baerle's Wasserglascomposition oder weisse Schmierseife gesteht aus 10 Th. Natronseife, 90 Th. sodahaltigem Wasserglase und eingetragener Luft. Sie ergab 56,8 Proc. bei 100 »C. verdampfbaren Wassers. (Bezugsquelle van Baerle & Sponnagee. Berlin, Hermsdorfer-Str. 8.) (Merz, Analyt.) Mastic-Cement (Bd. I, S. 112) ist nach einer anderen Angabe aus 40 Th. ^ophon, 80 Th. Kreide und 100 Th. Sand zusammengesetzt. 46 Acidum silicicum. Sjnrer's Cenient, Kitt für Glas auf Messing, besteht aus 20 Th. Fichtenharz, 4 Th. Wachs, 4 Th. Ocker und 1 Th. Gyps. Ure's Cement besteht aus 25 Th. Harz, 4 Th. gebranntem Ocker, 2 Th. gebranntem Gyps und 1 Th. Leinöl. Varley's Cement besteht aus 1 Th. Wachs, 16 Th. Harz, 16 Th. ausgetrockneter Kreide. Franzosischer Cement, ein Material für künstlichen Sandstein. Er soll ein pulveriges Gemisch aus 40 Th. Sand, 60 Th. Kalkstein, 3 Th. Bleiglätte sein, welches mit circa 7 Th. Leinölfirniss vor der Anwendung vermischt wird. Einen anderen Cement mit demselben Namen bereitet man durch Tränken gebrannten Gypses mit kalt gesättigter Alaunlösung und dann durch nochmaliges Brennen. Es dient dieses Material zur Darstellung des künstlichen Marmors. Brillantine, Ceaon's, ein Polirmittel (patentirt). 100 Th. Guanoextract, 25 Th. Trippel, 12 Th. Weizenmehl, 10 Th. Kochsalz werden in der Siedehitze des Wassers zu einer gleichförmigen Masse (Brei) gemischt und nach dem Erkalten in ein feines Pulver verwandelt. Dinaskrystall, plastischer, ein Cement, aus circa 90 Th. Kieselsäure, 6,6 Th. Thonerde, 3 Th. Kalkerde und weniger als 1 Th. Eisenoxyd bestehend, mit Wasser gemischt in einigen Stunden erhärtend, in der Rothgluth sinternd. Phoenixessenz' Pereles', ein Mittel, Gewebe, Papier schwer verbrennlich su machen, eine Lösung von 15 Th. Natronwolframat, 10 Th. Natronwasserglas, 3 Th. Natronphosphat und etwas Gummi Arabicum in circa 35 Th. Wasser. (Hager, Analyt.) Pntzpolver aus Kohlenasche. Nach A. Viedt (Braunschweig) ist es die fein gepulverte Asche der Bogheadkohle, das beste Putzpulver für Metalle. Es enthält circa 42 Proc. Kieselsäure, 40 Proc. Thonerde, 1 Proc. Eisenoxyd und Feuchtigkeit. Steroxylin, ein Leinsurrogat in der Papierfabrikation ist nach Haelwachs eyrupdickes Wasserglas. Eisenschwamm, Ofenwolle, Schlackenwolle, Schlacke in faseriger Form, dargestellt durch Einblasen von Luft in geschmolzene Eisenschlacke, ist ein schlechter Wärmeleiter. Die Schlackenwolle besteht durchschnittlich in Procenten aus 65 Kalisilicat, 20 Thonerdesilicat, 15 Magnesiasilicat, kle'nen Mengen Eisen, Mangan und Schwefelmetallen. Man benutzt sie als Ausfüllmaterial bei Bauten, der Fussböden, zum Umhüllen von Eisreservoirs, Eisschränken, Wasserröhren, Dampfiöhren, Dampfcylindorn, feuerfangender Gegenstände etc. Um sie als Filtrir- material fiir Wasser oder auch zum Ausfüllen unter Dielungen der Wohnungen zu benutzen, muss sie vorher durch Maceration in 1 proc. Salzsäure von den Schwefelmetallen befreit werden. Zur Filtration des Wassers zu künstlichen Mineralwässern ist sie nicht verwendbar, weil sie nicht völlig unlöslich ist. Das Erzherzog-Albrechtsche Eisenwerk zu Trzinietz an der Kaschau-Oder- berger Eisenbahn liefert 50 k zu 5 Mark. Die Fäden haben einen Durchmesser von 0,0004—0,0006 mm. Lapis Lyncis, Belemnites, Helmintholithus, Dactylus Idaens, Donnerkeil, Donner- stein, Katzenstein, Lachstein, Druidenstein, ein häufig dem Kiessande beigemischtes, hauptsächlich aus Kieselsäure und Kalksilicat bestehendes Fossil, eine versteinerte Species der vorweltlichen Familie der Cephalopoden (Kopffüssler). Es sind gewöhnlich Bruchstücke, cylindrisch, 1 — 1,3 Ctm. dick, mehrere Ctm. lang, an dem einen Ende in eine Spitze auslaufend, mehr oder weniger durchscheinend, Aciduui silicicum — Acidum sucoinicum. 47 aussen glatt, auf dem Bruche meist strahlig krystallinisch, in der Längsrichtung mit einer röhrenförmigen Höhlung. Dieses Fossil wird hin und wieder vom Landmanu in der Apotheke gefordert. Den Besitz desselben hält der Aberglaube für einen Schutz z. B. gegen Feuersgefahr, gegen Verwundung, Hexerei etc. Acidum succinicum. Bernsteinsäure soll 8,5 Th. 90 proc. Weingeist, 14 Th. absoluten Weingeist Und 80 Th. Aether zur Lösung erfordern. Das Vorkommen der Bernsteinsäure in unreifen Weintrauben wurde von Beunnee lud Beakdenbueo constatirt. Der Saft wird mit Kreide übersättigt, filtrirt, eingedampft, gelöst, mit Thierkohle gereinigt. Aus der verdampfenden Flüssigkeit sondern sich Calciumsuccinatkrystalle (C 4 H 4 Ca0 4 + 3H 2 0) ab. Bernsteinsäure wirkt auf Kaliumdichromat bei Gegenwart von Schwefelsäure nicht reducirend, wohl aber Aepfelsäure. Acidum sulfuricum. a ' ,* CI ,^ um sulfuricnra crystallisatum s. anhydrum, krystallisirte oder anhy- onscne Schwefelsäure, Schwefelsäure in fester oder krystallinischer Form, aus «0—90 Proc. Anhydrid und 10—20 Proc. Monhydrat bestehend. Sie wird auf «en STAEK'schen Werken in Böhmen nach Prof. Cl. Winklee'b Methode dargestellt. Sie ist arsenfrei. Die Verpackungsgefässe sind zugelöthete Weiss- oiechbüchsen (da anhydrische Säure bei gewöhnlicher Temperatur und bei Ab- schluss von Feuchtigkeit Schwermetall nicht angreift). In den Preiseouranten unserer Drogisten findet sich diese Waare noch nicht verzeichnet. Aus England kommt in 50 k fassenden eisernen Trommeln eine Säure, welche nur 40-50 Proc. Anhydrid enthält. Von den eisernen Aufbowahrungsgefässen ist feuchte Luft und Wasser fern Zu üalt en. Unsere Keller sind gewöhnlich etwas feucht und daher keine geeigneten Orte für die Lagerung dieser Säure. Nach einem Deutschen Patent stellt J. A. W. Wolters (in Kalk bei Cöln) as Anhydrid durch Erhitzen des wasserfreien Natriumdisulfats mit wasserfreiem Magnesiumsulfat dar. ^ as Clamoe WiHKLER'sche Verfahren beruht auf den Vorgang dass Schwefelsaure in der Hitze in Schwefligsäure und Sauerstoff zerlegt wird, und die beiden von Wasser befreiten Gase im Contact mit fein zertheiltem Platin (platinirtem «mstein) sich zu Schwefelsäureanhydrid verbinden. Prüfung. Die Bestimmung der Stickstoffverbindungen in der Handels- oetjwefelsäure kann nach Watt's Angabe am besten durch Bestimmung des oiumens und Gewichts des Stickoxyds, entwickelt durch Quecksilber, erzielt bwe y, n " AUS der Menge des Stickoxvds wird das Stickstoff-Trioxyd (N 2 0 3 ) Acidum sulfuricnra fujnans. Die Darstellung dieser Säure gelingt nach einem J - A. W. Woltees in Kalk genommenen deutsch. R.-Patente, wenn Natri- 48 Acidum sulfuricum. umdisulfat vorsichtig geschmolzen, dann mit einer entsprechenden Menge entwässertem Magnesiumsulfat gemischt der Destillation unterworfen wird. Letztere soll bei massiger Hitze vor sich gehen. Der Retortenrückstand kann wieder zerlegt und zur weiteren Fabrikation anhydrischer Schwefelsäure benutzt werden. Chemie und Analyse. Zur quantitativen volumetrischen Bestimmung der Schwefelsäure in den neutralen Alkalisulfaten soll man nach Jean die Lösung mit Barytwasser im Ueberschuss fällen, den Barytüberschuss durch Kohlensäure fällen, die vom Niederschlage dekanthirte Flüssigkeit aufkochen, dann das Ganze der Filtration unterwerfen, den Filterrück stand mit kochendem Wasser auswaschen. Das mit Lackmus tingirte heisse Filtrat wird nun mit Normal-Schwefelsäure titrirt. Die Menge der hierzu nöthigen Schwefelsäure ist gleich der an Alkali gebunden gewesenen. Hiermit wird zugleich die Menge des Alkalis bestimmt. Nach den Versuchen von F. Kohlkausch (Annal. d. Phys. u. Ch., 1878, Ergänzungsbd. 8, S. 675) ergeben sich folgende specifische, Gewichte für Mischungen von Schwefelsäure (Gewichtsprocent) und Wasser: S0 4 H„ Spec. Gew 90 1,8147 91 1,8200 92 1,8249 93 1,8290 94 1,8325 95 1,8352 96 1,8372 97 1,8383 98 1,8386 99 1,8376 100 1,8342 G. Lunge (Ber. d. deutsch, ehem. Ges., 1878, S. 370) hat punkte für Schwefelsäure gefunden: Proe. Proc. S0 4 H 2 Siedepunkt S0 4 H 2 Siedepunkt 5 1010 70 170» 10 102 72 174,5 15 103,5 74 180,5 20 105 76 189 25 106,5 78 199 30 108 80 207 35 110 82 218,5 40 114 84 227 45 118,5« 86 238,5» 50 124 88 251,5 53 128,5 90 262,5 56 133 91 268 60 141,5 92 274,5 62,5 147 93 281,5 65 153,5 94 288,5 67,5 161 95 295 Die Desarsenicatio n der Schw efelsäure ge ächieht nach hat folgende Siede- Rud. Wagneb leicht, entweder durch Natriumsulfid (Na<,S), weniger gut durch Natriumhypo- Acidnm sulfuricum. — Acidum sulfurosum. 49 su 'fid, oder durch Baryumhyposulfit. Im letzteren Falle scheiden Arsensnlfid Tnd Baryumsulfat aus. 19,8 Th. Arsenigsäure erfordern 85,5 Baryumhyposulfit. Kreosozon nennt Dr. G. Leube sen. eine verdünnte Schwefelsäure, Wasser mi t 4 Proc. Schwefelsäure versetzt, zur Conservirung von Fleisch, auch zur Des- 'ntection von Faecalmassen. Das Fleisch wird in das Kreosozon 2—4 Minuten untergetaucht oder wiederholt untergetaucht, Würste werden damit bestrichen. r osse Stücke Fleisch sind vor dem Eintauchen in kleinere zu theilen. Die Con- servation ist danach um viele Tage und Wochen, je nach der Jahreszeit, zu ergehen. Für Zwecke der Anatomie und gerichtlichen Chemie ist das Kreosozon n 'cht ohne Werth. Michel's Pasta, eine Mischung aus 3 Th. conc. Schwefelsäure und 1 Th. gepulvertem Asbest. Sie dient als Causticum. Die Umgebung der zu cauteri- n 'enden Hautstelle ist mit Heftpflaster oder Collodium zu decken. Sie soll ein ettl ge Schmerzen verursachendes Causticum sein. Corrcspondenzkartcn-Tinte,Tinte, unsichtbarefür Correspondenzkarten. lOn R- BÖTTGEB senrc ibt man mit einer verdünnten Schwefelsäure (2 Säure, 0 Wasser). Beim massigen Erhitzen kommen die Schriftzüge zum Vorschein. leses Erhitzen deutet man dem Adressaten mit s. v. v. c. fsi vis eidere cale- jaej an. ' aeblanstod, Mittel zur Tödtung der Reblaus, von Breslau aus in den Handel georacht, bestand aus einer Mischung von 2 Th. Schwefelsäure und 98 Th. asser. Es wurde für dieses Mittel ein 50facher Preis seines wahren Wertlies gefordert. Hühneraugen-Essenz, aus Steiermark in den Handel gebracht, war ein Gemisch s concentrirter Schwefelsäure und Fettsubstanz, nach Wittstein aus 2 Th. öcäweinefett und 1 Th. Schwefelsäure. Gntlae anthiaroticae (G. A. Richter). * Acidi sulfurici diluti 15,0 imeturae Opü simplici 5,0 MW R x UM Maei modern' Soi,i„f Na ? üm ittags und Abends vor Settnf en S ehen »/, Esslöffel mit einer hS; f iesr zu nehmen (geson Mixtnra anthaemoptysica aclda. ty- Acidi sulfurici diluti 10,0 Syrupi Rubi Idaei 90,0. M. D. S. Stündlich einen Thoelöffel mit einem Löffel Wasser verdünnt zu nehmen. Zum Getränk % Esslöffel zu einem Trinkglase Wasser zu mischen (gegen Blutspucken). Acidum sulfurosum. du i, ] lWefl '& s 'i nrw 'ampf für Desinfectionszwecke erzeugt man nach Kates • r( r Verbre mien von Schwefelkohlenstoff. Dieser wird für sich oder auch ge- der * mit Brennöl oder Petroleum in einer einfachen Dochtlampe verbrannt, en Dochthalterrohr mindestens 15 Ctm. lang ist. 10,0 g Schwefelkohlenstoff eugen verbrennend circa 50000 CC. Schweflii^äuredampf, 10—12 g reichen zu rii 6 " RaUm von J e 10 ° Cubikmeter aus, diesen Raum so mit Schwefligsäure ru Uen, dass ein lebendes Wesen darin nicht eine Minute existiren kann. und Da8S d ' e Desinf ection durch Schwefligsäure stets die zweckmässigere, billigste ^ Urd am wenigsten umständliche ist, gegenüber der Desinfection mittelst Chlors, e durch Experimente Pettenkofeb's und Mehlhausen's nachgewiesen. a B e r, Tharm. Praxis. Suppl. 4 50 Acidum sulfurosum. — Acidum tannicum. Baryta sulfnrosa. Baryumsulfit, soll ein gutes Mittel gegen Hausschwamm fMerulius lacrimansj sein. Zu seiner Darstellung für diesen Zweck wird eine Lösung des Witherits in roher Salzsäure mit Natriumsulfit versetzt, so dass Ba- ryumchlorid noch im Ueberschuss ist. Nach 2 — 3 maligem Uebertünchen wird die Wand mit Cement belegt. Calcaria sulfnrosa. Das so genannte Kalkbisulfit in wässriger Lösung findet verbreiteten Verbrauch nicht nur in der Bierbrauerei und Branntweinbrennerei bebufs Sistirung der Gährung, auch bei der Weinbereitung, wo es den Schwefeleinschlag zu verdrängen scheint. Sanerkalk ist eine neue Bezeichnung der Kalkbisulfitlösung. Natronbisulfit ist ein geeigneter Ersatz des Natriumhyposulfits als Antichlor. Bleichling der Zeugfaser und anderer organischen Stoffe wird nach Tessie du Mothay sicher und schnell erreicht, wenn man die Faser in Kaliuinhyperman- ganatlösung einige Minuten macerirt, dann auswäscht und hierauf in eine Lösung von Natriumdisulfit einlegt. Askolin. Mit diesem Namen soll man ein mit Schwefligsäure übersättigtes Glycerin bezeichnen. Harnorgane. Mittel gegen Leiden der Harnorgane von E. Karig (Berlin). 24 Pulver, bestellend aus 10,0 Natriumsulfit, 4,0 Kochsalz, 4,0 gebrannter Magnesia (3 Mk.). (Schaedler, Analyt.) Acidum tannicum. Die sogenannte krystallisirte Gerbsäure (Handb. I, 133) wird auch mit Acidum tannicum levissimum bezeichnet (Bezugsquelle: Scherings ehem. Fabrik). Chemie und Analyse. Beziehendlich der Constitution der Galläpfelgerbsäure ist an Jul. Lowe's Untersuchungen zu erinnern, welcher die Bruttoformel C 28 H 12 0 18 oder C 14 Hi 2 0 9 aufstellte. J. Löwe constatirte, dass die Gallusgerb- säure in wässriger Lösung auch bei Luftabschluss bei höherer Temperatur in Gallussäure übergeführt werden kannf und dass sie kein Glycosid ist. Der in letzterer Beziehung bei Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure neben Gallussäure und Ellagsäure resultirende Stoff (1,25 Proc.) ist nicht Glykose, wahrscheinlich aber ein seeundäres Derivat der Gerbsäure. Die Galläpfelgerbsäure bei 120° getrocknet enthielt noch 0,8 Proc. Wasser, welches erst bei 140— 150° C. verdampfte. Die Gerbsäure der Eichenrinde hat Aehnlichkeit mit der des Catechus. Dass Gallusgerbsäure kein Glykosid ist, wurde nicht allein von J. Löwfy in neuerer Zeit auch von anderen Chemikern nachgewiesen. Bei Anwendung von Ferrichlorid als Reagens auf Carbolsäure, Salicylsäure? Gerbsäure, Gallussäure, versetzt man die zu prüfende Flüssigkeit reichlich mit Natriumphosphatlösung und setzt dann Ferriehloridfliissigkeit hinzu. Bei Gegenwart nur von Carbolsäure oder Salicylsäure tritt keine violette Färbung ein, wohl aber bei Gegenwart von Gerbsäure oder Gallussäure (Hager). Bestimmung. CabPENI fällt mittelst einer Lösung von 2 Th. Zinkacetat in 3 Th. Aetzammonflüssigkeit und 10 Th. Wasser. Zinktannat ist im Ueberschus» des Reagens, in Amnion und Wasser nicht löslich, die ammoniakalische Zinkacetat- lösung wird nicht durch Tartrate, Eisensalze mit organischen Säuren, Leim, Ei' Acidum tannicum. 51 weiss, Weinsäure, Aepfelsäure, Weingeist, Glycerin etc. getrübt, Gallussäure, Bernsteinsäure, Glykose, Thonerdesalze erzeugen damit jedoch Fällungen, welche aber in einem Ueberschuss der Zinklösung löslich sind. Das Reagens dem Weine zugesetzt bewirkt einen Tannatniederschlag, welcher auch den Weinfarbstoff enthalt, aber davon durch Erwärmen und Wiedererkaltenlassen der Flüssigkeit zu entfernen sein soll. Baruieri fand diese Methode unzureichend und modificirte sie dahin ab, "ass er die Flüssigkeit mit dem Zinkniederschlage um 1 / 3 einkocht, nach dem Erkalten filtrirt, den Niederschlag mit heissem Wasser auswäscht, dann in verdünnter Schwefelsäure löst und nun mit Kalihypermanganat titrirt. Diese Methode scheint nur für die Eisenblaufärbenden Gerbstoffe geeignet (Hager). Löwenthal giebt eine sehr umständliche Methode der Bestimmung des Gerbstoffes an. Journ. f. pract. Chemie Bd. 81 8. 150, Zeitschrift f. analyt. Uiem. Jahrg. 16, 8. 33. Ferd. Jean bedient sich zur Bestimmung des Gerbstoffes des Jods und hat er gefunden, dass 1 Th. Gerbsäure 4 Th. Jod absorbiren, ehe in der Flüssigkeit freies Jod auftritt. Natürlich ist die Anwendung dieser Methode nur eine beschränkte. Die gewöhnlichen Extractivstoffe verhalten sich gegen Jod indifferent, Gallussäure aber nicht. Es werden 4 Gm. Jod in Jodkaliumlösung gelöst und die Lösung bis zu 1 Liter verdünnt. Von dieser Lösung setzt man zu . ^- einer 0,1 Proc. enthaltenden Tanninlösung, welche vorher mit 2 CC einer 25 Proc. krystallisirte Soda enthaltenden Lauge vermischt ist, so lange, b 's ein aus der Mischung genommener Tropfen auf stärkehaltigem Papier einen violetten Fleck erzeugt. Der so erhaltene Titre ist zu corrigiren, d. h. man muss von der Anzahl CC. der Jodsolution, welche 0,01 Gm. Tannin entspricht, asjenige Volumen der Lösung abziehen, welches man umsonst anwenden muss, evor man eine farbige Reaction auf dem gestärkten Papiere erhält. Zu diesem Zwecke misst man 10 CC. destillirtes Wasser ab, setzt 2 CC. der Alkalilösung mzu und dann tropfenweise die Jodlösung bis zu dem Punkte, wo man auf em Papier einen Fleck bekommt. Mit einer Jodsolution, welche 4 Gm. Jod im wter enthält, beträgt die Correction gewöhnlich 0,1 CC. Auf 0,01 Gm. Gerbsaure m io CC. Wasser gelöst, bedarf man durchschnittlich 10,5 CC. Jodlösung v «n 4 Proc. Bei Gegenwart von Gallussäure und behufs Bestimmung derselben ist die «erbsäure vorher durch thierische Haut zu entfernen, nachdem man in einer an- ern Portion Flüssigkeit beide zusammen mit Jod bestimmt hat. Unvcrlöschliche Tinte Braconnot's. 20,0 reine Pottasche werden in kochen- j\ em w a_sser gelöst und mit 10,0 zerkleinerter Lederabfälle und 5,0 Schwefel- , umen _ m einem gusseisernen Gefässe bis zur Trockne eingekocht, dann unter beständigem Umrühren stärker, und überhaupt so lange erhitzt, bis die Masse sich erweicht, wobei indess Entzündung derselben sorgfältig zu vermeiden ist. ach allmählichem Hinzufügen einer angemessenen Menge Wassers, wird die dunkel- tarbigß Fi ttssigkeit colirt und in dicht verscn i ossenen Flaschen aufbewahrt, in eichen sie sich sehr gut hält, wenn man nur nicht versäumt, das Gefäss jeder- se« möglichst verschlossen zu halten. (1) Fomentum ad attrita. 11 n88, auf dem Bruche fast eben und rein weiss. Der Geschmack ist mehhg- enleimig und rein bitter, weder reizend noch kratzend. Unter der Lupe findet man im Querschnitt eine ähnliche Structur, wie bei A - Napellus, nur sind die gelblichen Gefässstränge unregelmässig und lückig gestellt 56 Aconitum. — Adeps. Auf der Schnittfläche färbt conc. Schwefelsäure röthlich, Jodjodkalium violett bis schmutzig blauschwarz. Ferrichlorid verhält sich indifferent. Der Aufguss (1 : 5) ist filtrirt goldgelb. Er röthet Lackmus, schäumt beim Schütteln stark, ist rein bitter und überzieht sich nach einiger Zeit mit einem dünnen schillernden lläutchen. Er wird durch Ferrichlorid weder getrübt noch gefärbt, durch Bleiacetat wcissflockig gefällt. Der Niederschlag verschwindet nicht beim Aufkochen. Der durch Bleiessig bewirkte Niederschlag ist dunkelgelb. Cuprisulfat, Brechweinstein, Leimlösung verhalten sich indifferent. Jodjodkalium giebt die Stärkereaction, ebenso erzeugen die Alkaloidreagentien Niederschläge. . Das in den Atees-Knollen vertretene Alkaloid ist das nicht giftige Atesin. Sie enthalten Akonitsäure, eine Art Gerbsäure, Rohrzucker, Pflanzenleim, Pektinkörper, Fett, Stärkemehl, 2,33 Proc. Asche. Wahrscheinlich enthalten sie noch ein zweites, aber unkrystallisirbares Alkaloid. Der Atesingehalt beträgt kaum 0,08 Proc. Paul und Kingzett gaben dem Alkaloid der Japanischen Akonit- knolle die Formel G^H^NOg, Bkoughton aber die Formel C 46 H 74 N 2 0 4 , welche durch v. Wasowicz's Analyse Bestätigung findet. Dieses Alkaloid wurde angeblich von anderen Chemikern auch in den Knollen von A. Napeüus nachgewiesen, ihm aber die Formel C 30 H 45 NO 10 gegeben. Es ist nicht das 4 von Hüisschmann eingehender studirte Napellin. Geoves und Andere trafen das Napellin in den Knollen vieler anderen Akonitarten an, doch erwies es sich aus den Indischen Knollen abgeschieden nicht identisch mit dem in den Europäischen Knollen. T. und 11. Smith glaubten noch ein drittes Alkaloid, Aconellin, welches sie später mit dem Narcotin identisch hielten, in den Knollen von A. Napettus aufgefunden zu haben, jedoch gelang anderen Chemikern die Abscheidung desselben nicht. Aconitum ferox Wallich (A. virosum Don.), Nepafscher Eisenhut, Bikh, Bish, einheimisch auf dem Himalaja und in Nepal, scheint die giftigste Aconit- art zu sein. Sie liefert das MoRSON'sche oder Englische Aconitin, auch Pseudo-Aconitin, Nepalin (nach Flückigeh), Acraconitin (nach Ludwig) genannt. üeber die Knollen dos Aconitum heterophißlum findet sich eine pharmakologische und chemische Arbeit, illustrirt mit Holzschnitten, von Dr. Dum v. Wasowicz im Arch. d. Pharm. 1879. An derselben Stelle finden sich auch Tubera Aconiti Japonica, welche verschiedenen Aconitarten zu entstammen scheinen, besprochen. Die Japanischen Aconitknollou sollen denen von A. ferox an Giftigkeit in keiner Weise nachstehen. Das Extract aus beiden Arten Knollen wird auch als Pfeilgift, sowie zur Erzeugung localer Anästhesien angewendet. Aus diesen Notizen kann man entnehmen, dass die bei uns officinellen Tubera Aconiti nicht durch Knollen von Akonitarten, welche in Asien einheimisch sind, vertreten werden können. Nach Labokde wäre das in Frankreich vegetirende A. NapelJus weit weniger giftig, als das in der Schweiz und Süd- Deutschland heimische (vorgl. unter Aconitum, S. 55). Adeps. Hin und wieder kommt ein Schweinefett in den Handel, welches 10 bis 20 Proc. Wasser beigemischt enthält. Es ist nothwendig darauf zu untersuchen. Man füllt ein Reagirglas mit dem starren Fette an und stellt es eine Stunde in ein Wasserbad. Die geschmolzene Fettschicht muss ziemlich klar und ohne eine untere Wasserschicht sein. Adcps. — Aetlier. 57 Einen Ersatz für Schweinefett, welches die Eigenschaft besitzt, nicht ranzig zu werden, ist eine im Wasserbade bewirkte Mischung von circa 10 Th. Knochenfett, 3 Th. Vaseline und 3 Th. reinem gelbem Bienenwachs, durch Agitiren mit 1 Th. Wasser gemischt. Je nach der Consistenz des Knochenfettes, welches aus guter Hand zu beziehen ist und in der Weise, wie man Bd. II f S. 941 (unter Sebum) bemerkt findet, gereinigt wurde, ist der Wachszusatz abzuändern und selbst bis auf 5 Th. zu erhöhen. Soll der nicht ranzig werdende Fett-Ersatz nicht gelblich sein, so wäre zu einer Mischung aus frischem Oleum Cacao 10 Th., Vaseline 15 Th. und Wasser 2 Th. zu greifen. Je nach der Consistenz der Vaseline vermehrt oder vermindert mau die Menge des Cacaoöls. Ein Zusatz von Salicylsäure zum Schweinefett soll dieses vor dem Ranzig- werden schützen. Eine solche Wirkung der Salicylsäure ist schwer erklärlich, doch hindert auch Benzoesäure, wie die Erfahrung lehrt, ein Ranzigwerden des Schweinefettes. Vergl. Adeps balsainicus. Asthmasalbe von Stürz enegger in St. Gallen ein mit Kupfer verunreinigtes «emisch aus Stearin und Schweinefett (30,0 g = 2 Mk.). Brustwarzenbalsam von C. Schelling in Sensheim im Elsass ist Bratenfett vom Hirsch oder Reh (37,0 g = 3 Mk.). (IIagek, Analyt.) „ , ••r K o'!! mfett ' destillirtcs von Abt, ein Haarwuchsmittel, besteht aus 2 Th. Rici- nusoi, ö ih. Proveneeröl (23,0g = 2 Mk.). (Hagee, Analyt.) Hu iu"J lffeilscllwindsH °ht-Mittel des R. Strang zu Friedrichsroda in Thüringen ist Aether. Napier fand, dass sich eine Salzsäure mit 38—39 Proc. Chlorwasserstoffgehalt mit Aether klar mischen lässt. Es resultirt daraus eine dickflüssige rauchende Substanz. 100 Vol. der Säure geben bei 0° C. mit 177,5 Vol. Aether, ei 08 C. mit 135 Vol. Aether klare Mischungen, aus welchen sich der Aether vollständig wieder abdestilliren lässt. h h ^ U reifart 'S erstarrenden Wasserdunst, wie er bei Filtrationen von Aether Beobachtet wird, untersuchte Tanket näher und hält er denselben für ein Hydrat es Aethers, welcher Ansicht beizutreten man aus vielen Gründen abgehalten wird. L vir Prüfung des Aethers auf Weingeistgehalt versetzt man einige CC. mit einigen Körnchen Rosanilin. Reiner Aether färbt sich nicht, der ofticinelle, welcher nicht total frei von Weingeist ist, erst nach Verlauf einiger Minuten und dann immer nur sehr wenig. Zur Erkennung von Wasser im Aether bedient sich Napiek eines mit Cobaltichlorid gebläuten Papiers, welches in reinem o a a Se ' no Farbe nicllt verändert, in wasserhaltigem aber im Verlaufe von ^4 Stunden roth wird. Methylalkohol im Aether nachzuweisen mischt man (nach Langbeck) 10 Vol. des Aethers mit einer 2 proc. gilbernitratlösung und lässt 24 Stunden oeiseitc stehen. Bei Gegenwart des Methylalkohols hat die Fläche, in welcher B >ch Aether und Silberlösung berühren, eine schwach violettrothe Färbung ange- nom men lmd ein der Alkouolmenge entsprechender rothbrauner Niederschlag von öüberoxyd gebildet. Anwendung. Aether steht in sofern vor dem Chloroform als Anaestheticum ™ ru ck, alg er big zum Eintr ; tt der Narkose eine Einwirkung von 15—20 Minuten, ^bloroform aber nur 3 Minuten Zeit erfordert. Da die Aetherinhalationen für 58 Aether. — Aether acet. — Aethyle bromata. — Aethyle jodata. weniger gefährlich gehalten werden, so empfiehlt Weigel eine Mischung von 9 Th. Aether mit 1 Th. Chloroform als ein vollkommen gefahrloses Anaestheticum. Zahntropfen Blace's sollen ein Gemisch aus 1 Th. Alaunpulver und 50 Th. Aether sein. Frostschutzpomade der Baronin Stempel ist ein Gemisch von 25,0 Aether mit einer bis auf 30° C. erwärmten Mischung von 3,0Bleipflaster; 1,0 Wach»; 10,0Schweinefett und 40,0 Schöpscntalg. Die Mischung geschieht in einem sogenannten Opodeldok- glase. Diese Pomade dient zum Bestreichen der gegen Frost empfindlichen Hautstellen. Aether aceticus. Je weniger der Essigäther Feuchtigkeit enthält, um so weniger disponirt er zum Sauerwerden. Bei der Behandlung mit entwässertem Natriumcarbonat ist es daher gut, ihn damit nicht einen halben, sondern l l / 2 Tage hindurch zu ma- ceriren, ihn auch wohl vor der Bectification mit geschmolzenem Calciumchlorid zu schütteln. Aethyle bromata wird von einigen Aerzten, selbst von Professoren mit dem Namen Aether bro- matus belegt. Aethylbromid hat hier und da Anwendung gefunden, namentlich als Hyp- noticum, und sich bei Asthma, nervöser Aufregung etc. bewährt. Nur in einigen wenigen Fällen seheint es nicht vertragen zu werden, insofern sich nach dem Einnehmen Uebelkeit oder Erbrechen einstellt. Ein Bromgehalt ist mittelst Blattsilbers zu beseitigen. Aethyle jodata. Aethyljodid benennen einige Aerzte und selbst Professoren mit Aether j o d a t u s. Das Aethyljodid ist schwer conservirbar, d. h. es wird sich trotz besten Verschlusses stets mit der Zeit bräunen. Das Entbräunen mit Kupfer ist bereits (Hdb. Bd. I, S. 190) angegeben. Hiervon ausgehend hat man in das Standgefäss eine Silbermünze geworfen und es blieb das damit in Berührung stehende Aethyljodid farblos. Diesem Modus ist der Vorwurf zu machen, dass der Jodidgehalt durch ein unreines Silber, woraus die Münzen bestehen, im verstärkten Maasse gefährdet ist. Es ist besser, dicht vor der Dispensation ein Blättchen reines Blattsilber in das Standgefäss zu werfen, umzuschüttein und zu decan- thiren. Eine Filtration geschieht nur durch Glaswolle. Die Inhalationen lässt man jetzt in der Weise vornehmen, das3 man zum Einathmen durch die Nase ein Glasgefäss mit weiter Oeffnung (Opodeldokglas) mit circa 10,0 des Aethyljodids versieht und das Niveau dieser Flüssigkeit mit einer circa 1,5 mm dicken Wasserschicht bedeckt, oder dass man ein Weinglas hierzu verwendet, wenn das Einathmen durch Mund und Nase geschehen soll. Agropyrum. — Alcohol amylicus. — AlkaloTdia. 59 Agropyrum. Zuckerl" pi U ? fan 5 £ , der 1 t y° cknen Pflanze in Renten: krystallisirbaren In der äL W"? 4 ' ? ta * emehl 13 ' 9 ' Fett 1>115, Stickstoff 1,45, Asche 3,25. felsäule RA9 £ n n er / n o n?\f Kie8elsäure > 1°> 9 Phosphorsäure, 12,35 Schwede, 8,42 Kalkerde, 2,04 Magnesia, 26,23 Kali, 5,06 Natron, 2,4 Ferrioxyd weichest 6 a ™ lyti8cll , en Ergebnisse, allerdings auf die ganze Pflanze bezogen! OuppT von Müllers Angaben über das Rhizom bedeutend ab, welcher in der Stärke!^ - : *C 8 Pr0C ' Triticin > eine dem !™li" sich anschliessende linkfl , V ? y aSSer le!cht löslich und den Polarisirten Lichtstrahl nach ablenkend, durch Mineralsäuren leicht in Glykose überführbar. Jedenfalls ist die Quecke als Arzneimittel eine höchst überflüssige Droge Alcohol amylicus im'erliX zuTa^n^ 60 mit ° leUm fermentationis - Fermentolenm bezeichnet, wira Er wurde v™ H ' 1_ °' 15 , (1—3—5 Tropfen) einige Male täglich gegeben. Trunksucht pLfiT gC f n Alcohollsmus chronicus, zur Abgewöhnung von der stärkste, (?L P t ,° n - Al8 Stärk8te Einzelngabe sind 0,2g oder 6 Tropfen, als Rabt den Ta " °' 8 anzun °hmen. tungssvmntn!f U b ,? obacutete an sich nach einer Dosis von 0,5 erhebliche Vergif- ^igeVltni i ^T D os^ ™n 1,8-2,3 können den Tod im Verlaufe tischen 1 4_i l ierb ^f ,lhren - Eine tödtliche, innerlich genommene Dosis liegt DnjAßDiN Beaumetz) UtaU 1St d ' e tüdtende Do8is eine g röss cre (Audige und man mfeliSf 1 ™ 611 d S . r > dass ein vie le Tage andauerndes Unwohlsein, beruhend Das te- T 10n Nerv ensystems, die Folge sein kann (Hageb). jedoch isom ? 8eI(il des Handels besteht gewöhnlich aus zwei verschiedenen, d ere inact' em \ lkoholcn > von welchen der eine optisch linksdrehend, der anhaben iaf *• m aUch rerl| ts(liv] ie nd ist. Da sie einen gleichen Siedepunkt säure'eXti rrennun « 1<:ulm ausführbar. Bei der Behandlung mit Schwefel- Löslichkeit- ZWei AmyIs chwefelsäuren, deren Baryumsalze eine verschiedene Chininsql - Ze i' ge i n ' Del ' aCtive Am y la lkohol liefert eine Valeriansäure, deren Amvlall v, D i i krT8talll8irt - Das Chininsalz der Valeriansäure aus dem inactiven voraus! kl 7stallisirt dagegen leicht. Der Amylalkohol, welcher nach einigen ceutw£f ga £ g6nen Fl ' actio,1G1 i zwischen 128—132" C. übergeht, ist als pharma- euüsche Waare genügend (Gkeene). Alkaloi'dia. behalt' ? RUGI . IT0N berichtet über die Einwirkung der Düngung auf den Alkalold- Djj' er Cinchonen, Tu. Diettkich in Altmarschen über den Einfluss der & u ng auf den Morphingehalt des Papaver somniferum. Ammoniumsulfat und 60 Alkaloidia. Guano werden bei den Cinchonen durch Hofdünger (Excremente des Mensehen) um vieles übertreffen. Bei Papaver erwies sich Hofdünger vorzugsweise wirksam. Opium aus Papaver, welches in hungrigem Boden gezogen war, enthielt 1 / i Proc. Morphin, nach Düngung mit Chilisalpeter auf demselben Boden 2 Proc, nach Düngung mit Ammoniumsulfat 6,5 Proc, nach der mit Hofdünger 15 Proc. Morphin. (Pharm. Centralh. 1876, 221.) Ausmittelung organischer Gifte (Hdb. Bd. I, S. 210). Es ist wesentlich, die Auszüge in eine trockne Form überzuführen, um daraus die alkaloidischen, glykosidischen, harzigen, zuckerartigen Substanzen mittelst der geeigneten Auflösungsmittel zu extrahiren. Der chemisch indifferenteste und Feuchtigkeit im reichlichsten Maasse absorbirende Stoff ist nach Ansicht einiger Chemiker wasserfreie Thonerde oder ein Thonerdesilicat, woraus der weisse Bolus besteht. Da die natürliche weisse Thonerde nie frei von Carbonaten des Calcium und Magnesium ist, so muss sie vor dem Gebrauch zuerst mit verdünnter Salzsäure unter Digestion, dann mit Wasser ausgewaschen und endlich scharf ausgetrocknet werden. Die aus pflanzlichen oder thierischen Stoffen bereiteten wässrigen, weingeistigen etc. Auszüge werden durch Abdampfen auf ein geringes Volumen gebracht und dann mit dem gereinigten weissen Boluspulver vermischt, so dass eine breiige oder krümliche Masse entsteht. Diese in einer porcellanenen Schale ausgebreitet wird bei gelinder Wärme getrocknet, zerrieben und dann nochmals in derselben Wärme einige Stunden belassen. Unter Umständen ist es zweckmässig, den total wasserfreien gereinigten Bolus nach dem Gewicht dem concentrirten Auszuge zuzusetzen, z. B. bei Bestimmung von Glycerin. Während beim Erhitzen der concentrirten, Glycerin enthaltenden Flüssigkeit stets etwas Glycerin abdunstet, findet dies in der Mischung mit weissem Bolus kaum oder doch im allergeringsten Maasse statt. Wie E. Hbintz beobachtete, so adhäriren dem Bolus Farbstoffe, harzige und andere Stoffe mit gewisser Energie, so dass diese Stoffe nicht oder doch im geringen Maasse in die Lösungsmittel, womit die bolushaltige Masse behandelt wird, übergehen. Von den Lösungsmitteln zieht im Allgemeinen Heintz das Chloroform dem Aethcr und Essigäther vor, weil diese letzteren Wasser aufnehmen, auch nicht alle Alkaloide lösen; auch Benzol und Petrolbenzin zieht Heintz dem Petroläther, Benzol dem Petrolbenzin vor. Bei der Bestimmung der Mengen Alkaloüd in Tincturen, Extracten etc. sind diese durch Abdunsten vom Weingeist zu befreien und der Rückstand oder das Extract in mit Schwefelsäure oder Salzsäure sauer gemachtem Wasser zu lösen oder auch mit Amnion alkalisch zu machen und dann mit Chloroform in der Weise auszuschütteln, dass man die Absonderung des Chloroforms durch geringe Digestionswärme (30—40° C.) unterstützt. Andere Methoden sind unten angegeben. HaöEB konnte in vielen Fällen die nicht flüssigen Alkaloide sowohl aus thierischen wie vegetabilischen Massen dadurch im ziemlich reinen Zustande abscheiden, wenn er die Substanz mit 2 Proc. Schwefelsäure enthaltendem Wasser kalt oder warm, je nach Umständen, extrahirte, den colirten oder auch filtrirten Auszug im Wasserbade auf den dritten Theil des Volumens gebracht zuerst mit präparirtcr Bleiglätte im Ueberschuss (1 Th. PbO zur Sättigung der Schwefelsäure und 3 Th. PbO als Ueberschuss), dann nach einer Stunde der Einwirkung einer Digestionswärme mit 1 Th. Bleiweiss (Bleisubcarbonat) versetzte und nun unter Umrühren eintrocknete und austrocknete. Die so gewonnene Masse wird zerrieben und entweder mit absolutem Weingeist oder mit einem Gemisch aus gleichen Theilen absolutem Weingeist und Chloroform extrahirt, der Auszug i n einem genau tarirten Glaskolben abdestillirt und dann im Wasserbade ausgß' AlkaloTdia. 61 trocknet. Der dem Gewichte nach bestimmte Rückstand kann nun mit Aether, Chloroform etc., je nach der Art des Alkaloi'ds extrahirt werden. Durch Zusatz von Alaun zum schwefelsauren Wasser konnten im Allgemeinen die Alkaloi'de nicht reiner und farbloser isolirt werden. Dagegen wurden die etwa sehr dunkelfarbig gewonnenen Alkaloi'de mit etwas schwefelsaurem Wasser gelöst, mit Alaun versetzt, die Lösung auf ein geringes Volumen eingedampft, nun mit Kalkhydrat im geringen Ueberscliuss versetzt, in lauer Wärme ausgetrocknet, mit absolutem Weingeist extrahirt und der Auszug eingetrocknet, m einem ziemlich reinen Zustande gesammelt. Zur Abscheidung flüssiger Alkalo'ide genügt Extraction mit schwefelsaurem Wasser, Concentration des Auszuges, Versetzen mit Alkali und Ausschütteln mittelst eines passenden Lösungsmittels, wie mittelst Aethers oder Schwefelkohlenstoffs und Abdunsten dieser Lösung oder Versetzen derselben mit Oxalsäure etc. Lösch's Methode der Bestimmung der AlkaloTde. Die Pflanzentheile werden unter Digestion mittelst 90 proc. Weingeistes, welcher mit Salzsäure angesäuert ist, extrahirt, die Tincturen entweder durch Destillation oder Abdampfen auf J / 3 Volumen reducirt, filtrirt und im Wasserbade zur Extractdicke eingedampft. Der Verdampfungsrückstand wird nun mit doppelt so vielem warmem Schwefelsäure- faltigem Wasser, als vegetabilische Substanz in Arbeit genommen ist, extrahirt, nachdem Erkalten filtrirt und das Filtrat mit dem 3fachen Volumen kalt ge- sa tigter Alaunlösung vermischt, erwärmt, durch einen geringen Ueberschuss Aetzammon ausgefällt, nun das Ganze im Wasserbade zur Trockne gebracht, dann zu Pulver zerrieben und dieses Pulver mit den Lösungsmitteln wie Aether, Chloro- ° lm ' -Amylalkohol etc. erschöpft. Beim Verdunsten dieser Lösungen sollen die Al- aloide in ziemlich reiner Form zurückbleiben. Die ganze Procedur dürfte wohl einer Kürzung fähig sein. Die flüchtigen Alkaloi'de können nicht auf diesem Wege bestimmt werden. Lösch sammelte z. B. in Proeenten nach der Methode von aus / Chinin | Cinchonin /Chinin \ Cinchonin bi'auner Chinarinde !?^T Kfinigschina rother Chinarinde Fol. Sem. Fol. Rad. Rad. \ Cinchonin Hyoscyamin Hyoscyami. Hyoscyami Belladonnae. Atropin Belladonnae , Ipccacuanhae. Emetin *oliaAconiti. Aconitin Stas 2,735 0,194 1.105 0,425 0,895 2,485 0,099 0,197 0,115 0,3 0,72 0,3 Wagner 2,46 0,187 1,085 0,4 0,825 2,35 0,085 0,18 0,1 0,275 0,55 0,265 Mayer 2,57 0,175 1,005 0,395 0,8 2,3 0,074 0,1 0,09 0.225 0.475 0,22 Lösch 3,25 0,285 1,235 0,525 0,975 3,075 0,175 0,285 0,225 0,375 0,875 0,425. Als Lösungsmittel giebt Lösch dem Amylalkohol den Vorzug, nach diesem "em Chloroform. Zur Bestimmung flüssiger oder flüchtiger Alkaloide wird der Pflanzentheil Unter Einwirkung von Aetzkalk oder Aetzalkali destillirt, das Destillat mit Salzsaure gesättigt, zur Trockne ein-edampft, der Rückstand nun entweder mit Aetz- «alilösung destillirt oder mit Weingeist extrahirt, die alkoholische Lösung eingetrocknet und der Rückstand mit Xctzkalilösung gemischt und mit Aether ausgeschüttelt. Dj e quantitative Bestimmung geschieht alkalimetrisch. Lösch er- cen »t in dieser Methode einige, Mängel an, denn die Trennung des Alkaloid- , -~ «i^ooi mumoue einige iumigei ;m, u««»" ---- ------------o------------------ n J'drochlorats von Ammoniumchlorid mittelst Weingeistes ist keine exaete. Aus 62 Alkaloidia. diesem Grunde empfiehlt er, das Destillat mit Schwefelsäure zu sättigen (Pharm. Ztg. 1879 No. 89). Gerbstoff-Bleioxyd-Methode der Alkaloidbestimmung. Dieselbe ist ein altes, im Allgemeinen aber quantitativ keine sicheren Resultate gewährendes Verfahren, weil die Alkalo'idtannate gegen ein und dasselbe Lösungsmittel ein verschiedenes Verhalten zeigen, sie entweder nur in neutraler oder in schwach- oder in starksaurer wässriger Flüssigkeit unlöslich sind, ihre völlige Abscheidung bald eine kürzere bald längere Zeit erfordert. Im Uebrigen liefert diese Methode, was die Reinheit der Alkalo'ide betrifft, sehr befriedigende Resultate, in manchen Fällen vollkommen reine Alkalo'ide. Gewöhnlich werden die Alkalo'ide aus der nur schwach sauren schwefelsauren Lösung gefällt. Das Filtrat vom Tannatniederschlage ist zu prüfen, ob es auf weiteren Zusatz von Gerbsäure oder Schwefelsäure oder Natronacetat Fällungen giebt. Im letzteren Falle, wäre die Flüssigkeit zu sauer und müsste sie durch stark verdünntes Aetzammon um etwas abgestumpft werden. (Ammon bildet in Verbindung mit Mineralsäuren kein Tannat.) Der feuchte gewaschene Niederschlag, das feuchte Tannat wird mit 2—3mal so viel präparirter Bleiglätte, als vegetabilische Substanz in Arbeit genommen wurde, vermischt und langsam ausgetrocknet, hierauf nochmals zerrieben, mit etwas Wasser befeuchtet und daun vollständig zur Trockne gebracht. Die zerriebene Masse wird mit absolutem Weingeist oder auch anderen Lösungsmitteln der Alkalo'ide behandelt etc. Auf Alkalo'ide, welche mit Gerbsäure nicht völlig in Wasser unlösliche oder auch keine Tannate geben, ist selbstverständlich diese Methode nicht anwendbar. Hager's pharmacentische Methode der Alkaloidbestimmnng in vegetabilischen Körpern kürzt die gewöhnlich sehr umständliche Extraction ab und liefert meist die Alkalo'ide in ziemlich reiner Form. In einem tarirten Glaskolben wird eine bestimmte Menge der vegetabilischen Substanz in gröblicher Pulverform, z. B. 15,0 mit 150,0 Wasser übergössen, welches 2 Proc. Schwefelsäure enthält (z. B. gemischt aus 20,0 verd. Schwefelsäure und 180,0 Wasser). In einem tarirten Glaskolben, welcher mit einem kleinen Glastrichter geschlossen ist, wird die Mischung 6—8 Stunden im vollheissen Wasserbade erhitzt oder in einem tarirten porcellanenen Kasseroi eine Stunde hindurch gekocht, dann ein etwaiger Verdampfungsverlust genau durch Wasserzusatz ersetzt, zum Erkalten mindestens 2 Stunden beiseite gestellt und nun colirt. (Enthält die Substanz harzige Stoffe, so ist eine Filtration vorzuziehen.) Der unlösliche Theil bei lufttrocknen Samen und Rinden (A) ist zu 80, bei lufttrocknen Wurzeln und Rhizomen (B) zu 60, bei lufttrocknen Blättern und Blüthen (C) zu 50 Proc. anzunehmen. Von der Colatur oder dem Filtrate werden bei A. 102,0, bei B. 104,0, bei C. 105,0 g, entsprechend 10,0 der zu untersuchenden Substanz, in einer porcellanenen Schale oder einem solchen Kasseroi bei gelinder Wärme abgedampft, und sobald die Flüssigkeit auf Yj Volumen reducirt ist, mit 25,0 präparirter Bleiglätte (liegen viele Farbstoffe vor, so mit 30,0 Bleiglätte) vermischt. Nachdem nach weiterem 30 Minuten dauernden Erwärmen und Abdampfen der nothwendig noch flüssigen Masse 5,0 Bleiweiss (Bleisubcarbonat) zugesetzt worden sind, wird die Mischung weiter eingedampft und in gelinder Wärme ausgetrocknet. Die so gewonnene Masse wird zerrieben und mittelst eines der passenden Lösungsmittel der Alkalo'ide, z. B. mit absolutem Weingeist, Chloroform, Amylalkohol etc. unter Mace- ration extrahirt. Das Filtrat ist häufig Bleioxydstaub haltend. Man muss es einen halben Tag absetzen lassen, ehe man den Weingeist durch Destillation aus dem Wasserbade oder durch Verdampfen beseitigt. Die Extraction der eingetrockneten Masse auf dem Verdrängungswege ist unthunlich. Bisweilen ist der Alkaloi'dia. 63 Rückstand des vom Lösungsmittel befreiten und filtrirten Auszuges so rein, dass nut der Wägung desselben die Bestimmung der Alkaloidmenge abgeschlossen ist. Extracte und Verdampfungsrückstände aus Tincturen mit nicht flüssigen Alkaloi'den werden mit schwefelsaurem Wasser gemischt, nach mehrstündiger Ma- ceration filtrirt, das Filtrat mit Bleioxyd und Bleisubcarbonat, wie vorher angegeben gemischt und eingetrocknet etc. Das Gewichtsverhältniss der auszuziehenden Substanz und der verdünnten Schwefelsäure zum Bleioxyd ist leicht zu bestimmen. Der Auszug muss stark sauer sein und Bleiglätte ist mindestens 10 mal mehr zu nehmen als Schwefelsäurehydrat vertreten ist. Die Abscheidung der Alkaloide geschieht häufig auch mittelst Kalk- Hydrats (in Stelle des Bleioxyds), worauf vor einigen Jahren Cazeneuve (Journ. de Ph. et de Ch. 1876) aufmerksam machte. In diesem Falle verfährt man in folgender Weise: Die gepulverte Substanz feuchtet man mit Wasser an, vermischt sie mit circa ihrem halben Gewichte Kalkhydrat, theilt das Gemisch in zwei Theile und lässt den einen Theil an der freien Luft, den andern im Wasserbade eintrocknen. Jeden Theil behandelt man alsdann mit Aether. Von jedem der beiden ätherischen Auszüge lässt man einen Theil freiwillig verdunsten, beobachtet den dabei verbliebenen Rückstand unter dem Mikroskop, men andern Theil der Aetherauszüge versetzt man mit einer Lösung von Oxal- ame in Aether; dadurch werden viele Alkaloide als Oxalate niedergeschlagen, weil sie in dieser Verbindung in Aether unlöslich sind. Eine entstandene Trü- ung kann übrigens auch von oxalsaurem Kalk herrühren, dessen Kalk dem egetabil durch den Aether als fettsaurer oder harzsaurer Kalk entzogen woran ist. Eine solche Trübung würde aber durch Wasser nicht wieder verschwinden, während die Oxalsäuren Alkaloide sich darin sofort lösen. Zwar lösen sich viele Alkaloide nicht in Aether, allein nach dem vorstehenden Verfahren sollen sie dennoch, da sie sich im amorphen Zustande be- nncien, davon aufgenommen werden. Dass in den Aether auch noch andere Pflanzenbestandtheile übergehen onnen, ist erklärlich, daher ist eine weitere Prüfung der extrahirten Materie aut ihre Natur immer nothwendig. tt ^hufs Abscheidung der flüssigen Alkaloide unter Anwendung der «ek sehen Methode dampft man die saure schwefelsaure Lösung bis auf einen geringen, aber noch flüssigen Rest ein und vermischt diesen mit einem Gemisch aus Bleiglätte und stark ausgetrocknetem weissen Bolus und nach Ver- . e, ner Stunde noch mit etwas getrocknetem Bleiweiss, so dass die Mischung e'nem staubigen Pulver gleicht. Sie wird mit absolutem Weingeist extrahirt. ist der Auszug farblos, so wird er mit Salzsäure oder Oxalsäure neutralisirt «nd eingetrocknet, ist er aber noch gelblich gefärbt, so neutralisirt man mit verdünnter Schwefelsäure, setzt aber etwas Wasser hinzu, dampft bis zur Verjagung des Weingeists ab, macht mit Aetznatron alkalisch und schüttelt mit A ether aus. Alkaloidreagentien sind als neu folgende empfohlen: Ueberchlorsiiurc, Acidum hypcrehloricura, von Fbaude vorgeschlagen. Man Kocht einige Minuten eine minimale Menge des Alkaloids mit einigen CC. wäss- ri pr Ueberchlorsäure von 1,13—1,14 sp. Gew. Indifferent verhalten sich die Alkaloide des Opiums, der Chinarinde, auch Atropin, Coffein, Coniin, Nicotin, v eratrin. Es erfolgen Farbenreactionen bei Aspidospermin (Alkaloid aus ^ er Quebracho-Rinde) dauernd fuchsinroth, Brucin dunkel madeirafarbig, ötl 'ychnin röthlich gelb. Bei einer stundenlangen Kochung werden die Farben 64 Alkaloi'dia. heller und gehen zuletzt in intensives Gelb über. Die durch das Reagens bewirkten Färbungen werden durch Zinkstaub und Schwefligsäure zerstört. (Weiteres in d. Ber. d. deutsch, ehem. Ges. XII, 1558.) Kieselwolframsäure, Acidnm silicico-wolfraniicum, von R. Godeffroy (Wien) und Latjbekheimbb empfohlen, ist eine Verbindung, welche beim Kochen frisch gefällter Kieselsäure mit einer Natriumhyperwolframatlösung und durch Abscheidung aus dieser Lösung mittelst Säure gewonnen wird. Man stellt sie auch dadurch her, dass man frisch gefällte Kieselsäure mit Natriumwolframat- lösung kocht und die daraus entstehende Lösung mit Mercuronitratlösung versetzt. Der gelbe Niederschlag, Mercurosilicowolframat, wird mit Salzsäure zer setzt und die filtrirte Flüssigkeit zur Krystallisation abgedampft. Es scheidet die Silicowolframsäure in farblosen oetaedrischen Krystallen ab, welche an der Luft verwittern, bei 36° C. zerfliessen und in Wasser und Weingeist löslich sind. Wegen letzteren Umstandes können die Alkaloide mittelst dieser Säure auch aus weingeistiger Lösung gefällt werden. Die Silicowolframsäure-Lösung erzeugt in den Hydrochloratlösungen der Alkaloide Niederschläge. Die Empfindlichkeit der Reaction ist eine so weitgehende, dass noch dadurch Yisooo Atropin- hydrochlorat, Vsoooo Chininhydrochlorat, 7200000 Cinchoninhydrochlorat angezeigt werden. Diese Niederschläge sind meist schwer löslich in Salzsäure. Aetzkali scheidet das Alkaloid daraus ab und Kaliumsilieowolframat bleibt in Lösung. Aetzammon löst die Alkaloidsilicowolframate, aus welcher Lösung sich nach und nach Kieselsäure abscheidet. Ferrichlorid, Ferrum sesqnichloratum, fällt aus salzsaurer Lösung (nach Godeffroy) Aconitin, Piperin, Strychnin, Veratrin als gelbe bis rothe Niederschläge, fällt aber nicht: Atropin, Chinin, Cinchonin, Coffein, Morphin. Stannochlorid, Stannum chloratum, Zinnchloriir giebt nach Godeffroy in salzsauren Lösungen mit Aconitin Chinin Coniin Solanin Atropin Cinchonin Morphin Veratrin Brucin Codein Piperin dichte krystallinische Niederschläge. Es fällt auch Nicotin in concentrirter Lösung, aber nicht Coffein. Dieses in salzsaurer Lösung mit Stannochlorid eingedampft giebt monoklinische Krystalle von der Formel SnCl 2 C 8 H 10 N 4 O 2 HCl. Antimonehlorid, Stibium chloratum, von R. Godeffroy empfohlen, fällt in salzsaurer Lösung nicht: Coffein, Morphin, es fällt aber: Aconitin, Atropin, Chinin, Cinchonin, Piperin, Strychnin, Veratrin weiss oder gelb. Lindo's Reaction. Lindo löst das Alkaloid in concentrirter Schwefelsäure, beobachtet das Verhalten und versetzt dann zuweilen mit conc. Ferrichlorid- lösung. Es werden folgende Resultate angegeben: — Berberin (Buxin, schwefelsaures) in braunen Schuppen löst sich tief schwarz, mit mehr Schwefelsäure wird die Lösung roth, mit Ferrichlorid beim Erwärmen dunkelgrün (über weissem Papier betrachtet). Bei Wasserzusatz wird die Flüssigkeit schmutziggelb. — Betulin giebt eine schmutzig grünbraune Lösung, die mit Wasser klar und farblos wird. — Brucin giebt eine hell amethystfarbene Lösung, die von der Seite betrachtet orangegelb oder rothgelb, von oben angesehen roth erscheint; das Amethystroth erblasst allmählich, bleibt aber 14 Tage hindurch deutlich erkennbar. — Coffein löst sich farblos, wird dann tiefgelb, endlich wieder farblos. — Chinin (schwefelsaures) des Handels löst sich hell' gelb, wird beim Erwärmen mit Ferrichlorid dunkler und mit Wasser farblos. — Cinchonin (unreines) giebt klare gelbe, trübe gelbe und gelbliche Flüssig- Alkalo'idia. 65 F9tZ\,i~a Cotar , nin S iebt eine du n k el bräunlichgelbe Lösung. Auf Zusatz von Flii^-b. 0 "! , en i tSte J ht ein ^isslicher Niederschlag, der sich zu einer dunkelrothen cotin a •?' mit Wasser eine etwas hellere Färbung annimmt wie Nar- Farh/^ s,c . h ebenso lange hält. - Cumarin löst sich klar mit orangegelber dieT« ™* w «W8er ganz blassgelb wird. - Narceln löst sich orangefarben, coH i , trÜbe und etwas P ur Purroth, schliesslich blassroth. — Nar- Fer tM.i -1 m \ m]t ti efeelber Farbe, nach einer Stunde orange werdend, mit roth f W dle Lö8ung bIutroth - hi erauf etwas purpurroth, endlich tief- Pan . wie Ferrirhodanid; letztere Färbung bleibt wohl 14 Tage eonstant.— welo», ? * 8lch in Sch wefelsäuro zu einer blass purpurrothen Flüssigkeit, chlorid * e ' ner Stunde verbla »st und bräunlich wird. Ein Zusatz von Ferri- die Fl- U " i . Lrwärmen verwandelt die Purpurfarbe schnell in Gelb, wobei sich den ],T n • tl ' Übt ' Wa88erzu satz entfärbt die Flüssigkeit, die nach 24 Stundung !! . « _ p hlorizin giebt eine blutrothe Lösung, die bei Anwen- gerinj„ V,^ Sub8tanz anfaD S 8 orangegelb ist- Wasserzusatz bewirkt einen tiefrX /f ,g T Nleder T ScMag UDd 1ÖSt oran Sefarben. - Piper in giebt eine NiedPvL, s i chwarze Lösung, beim Erhitzen mit Ferrichlorid einen flockigen schW f- Wasserzusatz entsteht eine gelbe Flüssigkeit, der Nieder- — 8trv h ?t dunkelbra ™; nach 24 Stunden wird die Flüssigkeit fast farblos, farblos wird." 111 Sich ZU ein er farblosen Flüssigkeit, die hellgelb, dann wieder ein G?asl-mI!T Uth; l 0did (Bd ' l > S " 206) - Zu seiuer Darstellung giebt man in Jodid i* nf'° Wismuthsubnitrat, 17,0 zerriebenes Kalium- decanthirt n- ' d °still. Wasser, digerirt mehrere Stunden, lässt erkalten, und 200 0 rt Wassn Se Schicht, giebt zu dem Bodensatz 50,0 Kaliumjodid schütteln wiJi flu-I" WaSSer " Naoh eintägiger Digestion und öfterem Um- SalzsäureTazu S ° llte *" FÜtrat tr " be Wel ' den ' Sü giebt man 2 >°- 3 >° noch fr! r J,M! S aUS Z 1 ' 0 Wismuthmetall gewonnene Wismuthsubnitrat wird dest wl" eme k ° c hendheisse Lösung von 60,0 Kaliumjodid in 150.0 10,0'einer A" einge ra S cn - Nach 10 Minuten langem Umrühren giebt man ' uer zt > Proc. Salzsäure hinzu. perin J °T J l!!!!i llilmi . ^ l > S " 201 )- Nich t gefällt werden dadurch Coffein, Pi- Bestimmnn m ' Harnstoff - Dieses Reagens lässt sich zur alkaloidimetrischen Kaliumiodid 27™*™ (R- Wagner). Die Flüssigkeit aus 12,7g Jod, 20,0g hält Jod a Wasser wird bis zum Liter verdünnt. Der Niederschlag ent- H nicht 0 ?k t .fT ar Stets in «onstanter Menge, jedoch nicht in Verbindung, d. h. Das Z n\ tltu ' rend - D!e Dauer dieser Verbindung beträgt mehrere Stunden, hvno^ifiti USSe zu g es etzte Jod wird im Filtrat mittelst 7 10 -NormaI-Natrium- jodkalium Tt f timmt (Arch - d " Pharm - 1863 ' S - 26 °)- Guyard hält Jod- dum* (K va-- I Ür eme einfache Lösung, sondern für eine chemische Verbin- g (^aiiumdijodid, K.T 2 ), weil Metallsalze vollständige Fällung bewirken. Kaliumquecksilberjcdid (Bd. I, S. 201). Das Mayek'hcIic Reagens ist eine Alka °. 1 , ma '" L ? sun &- Der Niederschlag ist eine Doppel Verbindung von gleichen Aeq. All °!^ u ydrojod 1 d und Quecksilberjodid. Behufs volumetrischer Bestimmung der vaioide werden diese in schwach saurer Lösung (von 1 in 200—1000 Wasser) tralT **'• DaS End ° der R eaction ergiebt sich, wenn man 2—3 Tropfen des Fil- Tr"b aU einem U hrgläschen mit einem Tropfen des Reagens mischt. Bleibt die " S au8 > 80 ist die Reaction auch beendigt. Diese Probe muss natürlich lös (iaS Endo der React i°n nach jedem Zusätze des Reagens zur Alkaloid- Un g vorgenommen werden. Die Gegenwart von Weingeist, freier Essl I Ha Ker, Pharm. Praxis. Suppl. sigsäure, 66 AlkaloTdia. freien Ammons stören den Reactionsverlauf. Gummi, Eiweiss, Glykose, Ex- tractivstoffe in massiger Menge sind ohne Einfluss. Die Ansäuerung der Al- kaloi'dlösung geschieht am besten mittelst verdünnter Schwefelsäure. Dragen- dorff hat dieser Titrirung in „die ehem. Werthbestimmung einiger starkwirkenden Drogen etc. St. Petersburg 1874" besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Auch diese Methode der Bestimmung der Alkaloide hat mit den übrigen empfohlenen durch den Mag. Pharm. A. Lösch (Russland) eine nichts weniger denn günstige Kritik erfahren. Wenn die in dieser Beziehung angestellten Versuche eine richtige Ausführung fanden, so dürfte Losch's Methode den Vorzug verdienen. Sublimate aus den Alkaloiden. Hierüber hat Armstrong (Pharm. Journ. and Trans. Vol. 8) Versuche angestellt. Unterhalb einer Temperatur von 100° C. sublimiren Coffein, Thebain, Cantharidin, krystallinische Sublimate, und Hyoscyamin und Atropin, amorphe Sublimate ausgebend. Zwischen 150— 200° C. sublimiren Pilocarpin, Strychnin, Morphin mit krystallinischeu Sublimaten. Solan in bedarf eine Hitze über 200°. Analyse. Eine kurze und leicht auszuführende Methode der Extraction der Alkaloide aus forensischen Untersuchungs-Gegenständen wird von C. Rennard (Chem. Centralbl. 1876) angegeben: Behufs Extraction der Cadavertheile kommt ein 90— 94 proc. Weingeist, bei fettreichen Substanzen Wasser zur Verwendung. Dem Weingeist wird verdünnte Schwefelsäure bis zur deutlich sauren Reaction zugesetzt. Nach hinlänglicher Digestion im Wasserbade wird er in ein Becherglas decanthirt, der Rückstand mit einer n,euen Menge Weingeist nochmals extrahirt und dieser Auszug mit dem ersten vereinigt. Nach völligem Erkalten filtrirt man, destillirt den Weingeist aus dem Wasserbade zum grössten Theile ab und verjagt aus dem Rückstande, nach Zusatz von etwas Wasser (wenn nöthig), den letzten Rest des Weingeistes. Einen wässrigen Auszug lässt man gleichfalls erst vollständig erkalten, bevor er filtrirt wird. Auf dem Filter hinterbleibt ein grösstentheils aus Fett bestehender Rückstand, den man mit heissem, etwas angesäuertem Wasser ausschüttelt, letzteres vom Fette trennt, nach dem Abkühlen filtrirt und mit dem ersten wässrigen Filtrate vereinigt. Liegen zur Untersuchung schleimige oder zuckerhaltige Stoffe vor, so lässt sich Wasser zum Ausziehen nicht anwenden, weil schliesslich eine wässrige, syrupöse Flüssigkeit resultirt, welche beim Ausschütteln mit Aether, Benzol etc. mit diesen eine Emulsion bildet, deren Klärung nur schwierig und unvollständig gelingt. Indessen giebt auch Weingeist bei Säften kein befriedigendes Resultat, da er Fruchtzucker in Lösung zurückhält; in diesem Falle fügt man zum weingeistigen sauren Auszuge ein Viertel- bis ein Drittel - Volumen Aether hinzu; dann scheidet sich der Fruchtzucker als schmierige Masse an den Wänden und dem Boden der Kochflasche fast vollständig aus und die überstehende Flüssigkeit lässt sich klar abgiessen und ohne Filtriren weiter verarbeiten. Bei der Extraction von erbrochenen, überhaupt viel Wasser enthaltenden Untersuchungsobjecten erhält man nach dem Abdestilliren des Weingeist 9 eine relativ grosse Menge wässriger Flüssigkeit, die man behufs weiterer Rei» 1 ' gung erst auf dem Wasserbade concentriren und mit Weingeist nochmals behandeln muss; auch. hier ist ein Zusatz von Aether oft passend. Operirt ni» B nach diesem kurz skizzirten Verfahren, so resultirt schliesslich eine Verhältnis^' massig kleine Menge einer dünnflüssigen, klaren, wässrigen Flüssigkeit, aus wW" eher sich das darin event. enthaltene Alkaloid mit Leichtigkeit isoliren lässt- Hauptbedingung bleibt dabei immer eine vollständige Abkühlung und ein Ab" setzenlassen. Alkalo'idia. 67 Das Ausschütteln der sauren wässrigen Flüssigkeit geschieht zuerst mehrere Male mit Petroläther, dann einmal mit wenig Aether. Beide Flüssigkeiten werden vorläufig bei Seite gestellt. Die mit Ammoniak übersättigte wässrige Flüssigkeit kann alsbald mit Aether oder Benzol ausgeschüttelt werden. Der Aether verdient wegen seiner grösseren Flüchtigkeit den Vorzug, nur muss er weingeistfrei sein. Zur sehliess- hchen Extraction kann statt des Amylalkohols rectificirter Essigäther angewendet werden. Die aus der alkalisch gemachten Flüssigkeit in Aether oder Benzol übergehenden Alkalo'ide hinterbleiben nach dem Verdunsten der Lösungsmittel In der Regel in so reinem Zustande, dass damit ohne Weiteres die Reactionen vorgenommen werden können; dagegen nimmt Amylalkohol, in geringerem Grade ^ssigäther, aus dem Wasser etwas gefärbter Stoffe auf, so dass eine weitere Reinigung des Alkaloides (Morphin) oft nothwendig wird. Gegengift giftiger Alkalo'ide. Als ein solches ist jodirtes Stärke- . ®hl, Amylumjodatum, empfohlen worden. Es ist dieses wohl ein sehr unsicheres Mittel. Einerseits ist es nichts weniger denn unschuldig in seiner Wirkung» andererseits sind auch die Verbindungen der Alkalo'ide mit Jod nicht wollig unlöslich im Magen- und Darmsafte. Gerbsäure dürfte immer den ersten atz als Gegengift der giftigen Alkaloi'de behaupten, von welchen keine speci- Alk\ .® genmittel bekannt sind. Da Jodjodkalium in wässrigen Lösungen, welche Alkaloidtannate enthalten, noch Fällung erzeugt, so wäre zuerst Gerbsäure al3 gengiit und 10 Minuten später jodirtes Stärkemehl und zwar in ziemlich arker Gabe zu verabreichen, denn Gerbsäure ist wieder ein Gegengift des Jods. ßeactionsschema der giftigen Alkaloide und Glykoside nach Stas und Otto. At •'\ S ^ er sauren Lösung gehen in Aether über (neben Spuren durch Gerbsäure fällbar Colchicin. Losung gelb, conc. Schwefelsäure färbt violett. Verdünnt man die Salpetersäure Lösung und macht mit Natron alkalisch, so entsteht eine orangerothe Färbung. Mit Jodlösung Niederschlag. Digitalin. Mit Gallenlösung und conc. Schwefelsäure versetzt entsteht anfangs eine schön rothe Zone, später eine rothe Flüssigkeit. In conc. Schwofelsäure gelöst auf Zu- sntz einer Spur Bromwasser violettrothe Färbung. nicht fällbar Pikroloxin. Die farblose Lösung in natronhaltigem Wusser redueirt kalische Kupferlösung. Mit Jodlösung kein Niederschlag. Conc. Salzsäure löst mit grüngelber, später smaragdgrüner Farbe. 68 Alkalo'idia. B/SS 9® cm t» B >*jcd'B g=(jq CD ^ a^g F*" O BS g. 5 co B . 5* 'S,!* fr v^ so 1 &o ^o &' P-s „. 2 p-p *" cd g*§ §>§ & s a -■; n c: 0 ^i- W H 0" O g_ >~i C^ >-i 55 ob B B t» "« _ 5 8= ZL ° a 5- tf s. <= £»Sa5. CO I- t^S* " CD. ""Ö _ B taj j B (jrj SrP-_B » J. o ■2 B 2.-S § 3 CT-CD S- P- 85 2 C CD B- ö» P2 15 CD««- j B 'tS pj p ^^ p ?$ Sg-2.2g2.5:g-3 13 8» 85 P 85 Fä ä" B B CD CD P P- B Sog-2. c § kommt auch die Wurzel von Onosma eine 2*ToJ'\ Alkannawurze l in den Handel. Diese unterscheidet sich durch ehusa t • Weitere Fü S un S ih rer Gewebeelemente von der Wurzel der An- «d-o„ Plg "f entum A,kannae ' Anchusin, ist löslich in Weingeist, Aether, den flüchten und fetten Oelen mit rother Farbe. kanna ^n°n"S iM ' wM Bach Apotb - Le ° zu Bensheim bereitet aus: 15,0 Al- 3—4tkriBeTV r 3 °'° Drachenblut > 500 >° e >nes 95 proc. Weingeistes durch demTrocknen ,ge - S t °."* DaS H ° lz wird ZUVor mit Salpetersäure gebeizt und nach ölt und nolVf ^ r Maha gonibeize ein- oder mehrmals bestrichen, endlich ge- ponrt. Diese Beize soll sich besonders für Fussbödeu eignen. sehr kurÜ It*?'!?" 8 ' nermis ' Hen nablätter, sind einfache, fast sitzende oder Beim Tropf ' an don Zw eigen des Strauches abwechselnd stehende Blätter. Aufeuss fävi? 11 2? „ Sonne bew abren sie ihre grüne Farbe. Der wässrige »indiZi f 1 Farbe des rothcn 0chers almlich )- Die trocknen Blätter ruch an. neü men aber angefeuchtet einen schwachen eigentümlichen GeAsien 16 Wp,3 e -i^f Y ° n mehreren Seit en z- B. aus Persien, dem nördlichen Blätter in ihr % Senegal) in den Handel gebracht und es bieten die eiförmig J>-+ ♦ ? 61nlge Versch iedenheit. Die Persischen sind (nach Vogl) verlaufend ' 8 * ac i hels P itzi 8) am Grunde in den Blattstiel sich verschmälernd gerollt Dip 01 ] 0 * Ctm ' la " S ' 1 Ctm - breit > ganzrandig, am Rande etwas einleite heller 't • **** Ranzende Oberfläche ist grünlichbraun, auf der Unter- Rando « \ mi . t . emem Hauptnerven und mit Nebennerven, welche nicht weit vom "•tnae anastomisiren. zum ^h" 0 " 1 ! 9 ' DC1 " Allf S uss Ullfl «Jas Pulver werden schon seit alten Zeiten gelten ai 1 i * Und Haare aIs «osmotische Mittel benutzt. Die Blätter den TV i Läuscmittel > besonders aber werden sie als Wundhcilmittel von hat IV a , geBchfttzt ' welcher Umstand seinen Grund in einem Tanningehalt wendi w, «f a an ciseil braungrünfärbendem Tannin erklärt auch die An- uung behufs Abhärtung der Haut an den Fusssohlen und der inneren Hand, Beseitigung des Fussschweisses etc. Aloe. Bestandtheile. KOSMANN fand die Aloe bestehend aus zwei electronegativen arzen und Säuren in Verbindung mit einem Kohlehydrat, nach einer 1863 ausgeführten Analyse aus circa 60 Proc. Aloe bitter (Aloetin), welches in Wasser °slich ist, und circa 33 Proc. Aloeharz, welches in Wasser unlöslich ist 70 Aloe. Beide Bestandteile sind nach Kosmann Glykoside, durch Oxydation beim Eintrocknen des Aloesaftes aus dem glykosidischen Aloin entstanden. Aloin mit verdünnter Schwefelsäure behandelt zerfällt in Glykose und einen harzartigen Körper. Das Aloebitter zerfällt auf demselben Wege in die krystallisirende Aloeretsäure und das indifferente Aloeretin, das Aloeharz in Aloeresin- säure und Aloeretinsäure. Nach anderen Chemikern ist Aloin kein Glykosid. Wie neuere Untersuchungen ergeben, ist Alolnsubstanz in allen Aloearten vertreten, jedoch in jeder Sorte Aloe von etwas abweichender Beschaffenheit. In der Barbadosaloe hat man es Barbaloin (das Aloin der früheren Zeit), in der Natalaloe Nataloin, in der Socotorina Socaloin, in der Zanzibaraloe Zan aloin genannt. Das von Flückiger in der Natal-Aloe entdeckte Nataloin weicht vornehmlich von den anderen Aloi'narten physikalisch und chemisch ab. Nach Tilden sind die verschiedenen Aloine isomerisch und nur durch Wassergehalt von einander abweichend, z. B. Nataloin C lfl H 18 0 7 ; Barbaloin C 16 H 18 0 7 + H 2 0; Socaloin C 16 H 18 0 7 + 3II 2 0. Barbaloin wird durch Ferrichlorid grün, durch kalte Salpetersäure tief car- moisinroth gefärbt. Socaloin färbt sich mit kalter Salpetersäure nur schwach roth, Nataloin etwas mehr roth. Mit heisser Salpetersäure bilden sie, Nataloin ausgenommen, Chrysaminsäure, Aloesäure, schliesslich Pikrinsäure und Oxalsäure. Die schwefelsaure Lösung des Nataloins mit einem Wenigen Salpetersäure oder Kaliumbichromat versetzt gicbt eine ähnliche Keaction wie Strychnin. Salzsäure soll das Aloin der Leberaloe' in Zucker und Rottlerin (CuH 10 O 3 ) spalten, Zinkstaub daraus Anthracen bilden. Prüfung der Aloe. Dragendorff IM in Beziehung zur Prüfung der offi- cinellen Aloe ausführliche Arbeiten ausgeführt und wären folgende Merkmale der Güte der Aloe als Normative zu acceptiren. 1. Die officinelle Aloe darf nicht mehr denn 10 Proc. Lösliches an den offi- cinellen Aether abgeben. (Kandracki fand z. B. in 4 Sorten Cap-Aloe 1,68-— 6,5 Proc., in 3 Sorten Socotora-Aloö 4,27—5,30 Proc., in Barbados-Aloe 11 Proc in Aether Lösliches.) 2. Die officinelle Aloe darf nicht über 20 Proc. in 95 proc. Weingeist Unlösliches enthalten. 3. Der Aschengehalt darf 5 Proc. nie überschreiten (in guten Aloesorten steigt derselbe kaum auf 4 Proc.). Extraetum Aloiis repräsentirt die wirksamen Bestandtheile der Aloö, denn das Aloeharz ist ohne Wirkung. Aloina, Aloin, Aloebittcr (C 3l H ,8 0 14 oder Ci,H 18 0 7 = 334), der amorphe Aloi'nstoff aus der Socotora-Aloe oder der Cap-Aloe. Darstellung. Nach Mitchell soll man 1 kg Barbadosaloe in 14,5 Lite r warmem Wasser lösen, mit 66,6 g conc. Schwefelsäure versetzen und 24 Stunden ohne Agitation bei Seite stehen lassen. Mittelst Durchseihens beseitigt man die obenauf schwimmende Harzschicht, dampft die Colatur bis auf 3 Liter ein und stellt sie wiederum bei Seite. Nach mehreren Tagen haben sich Krystallchen angesetzt, welche man auf einem Filter sammelt, mit wenigem kalten Wasser abwäscht, hierauf in warmem Wasser löst und mit thierischer Kohle digerirt. D' e warme Lösung wird eingeengt und zur Krystallisation bei Seite gestellt. Auf diese Weise sollen 106—109 g Aloi'n gesammelt werden können. Eine andere Vorschrift der Darstellung siehe Hdb. Bd. I, S. 223. Anwendung des Aloins. Dieses hat man als die Quintessenz der Aloe' e m " pfohlen. Da eine gute Aloe schon in kleinen Dosen zu 0,5—1,0 stark purgirend Aloe. — Alumen. 71 ■wirkt, die Wirkung des Aloi'ns aber keine stärker purgirende ist, die krystallini- schen Aloine sogar schwächer als die Aloe wirken, so dürfte in dem Aloin kein therapeutischer Vortheil geboten sein und der Zweck der Wirkung durch Ex- tractum Aloes sogar völlig erreicht werden. Dragendorff beobachtete nach Jjaben von 0,3—0,5 reinem Alo'in nur eine schwache purgirende Wirkung und Mit er das Alo'in aus der Socotora-Aloe wirksamer. Barbados-Aloin und Natal- Alo'in äusserten fast keine purgirende Wirkung. Es ist das Alo'in somit ein nicht sicher wirkendes und auch überflüssiges Arzneimittel, welches man wahrscheinlich nur seines Namens wegen in einem Verhältnisse zur Aloe sich dachte, wie Chinin z w Chinarinde, Strychnin zum Strychnossamen. Abolitionstropfcn von Albin Esra, gegen Magenkrampf, bestehen aus 15,0 g Eebenselixir, 7,0 g Pomeranzentinctur, 7,0 g Mynsicht's Elixir, 30 Tropfen Opium- tmctur. (15,0 = 0,50 Mk.) (Quenzee, Analyt.) Brama-Livs-Elixir (Gesundheitst afelbitt er) von Mansfeld-Büllner und fassen (Kopenhagen) soll bestehen aus 4 Aloe und 96 Weingeist. (110,0 = 3 Mk.) (Wittstein, Analyt.) Essig-Bitter (Nord-Amerika) besteht aus einer Tinctur von Aloe, Glaubersalz, Acaciengummi, G- Ua j ak Essigsäure, Kohlensäure, Weingeist, mit Anisöl parfümirt. (JJiBERBACH, Analyt.) Feniale pills, Hooper's. Eine Schachtel enthält 40 Pillen im Gewicht von o a 4 bestenend aus 8 Aloe, 4 Eisenvitriol, 2 Myrrhen, 4 Extract. Hellebori nigri, 2 Seife und 1 Canella " Flusstinctur, stanzen mit etwas dieses Mittels wird zu Lazareths verwendet. a alba. allgemeine, Sulzberger's enthält bittere und aromatische SubAloe (15 g = 0,70 Mk.). Die Einnahme aus dem Vertrieb wohlthätigen Zwecken, besonders zur Unterhaltung eines aus Elixir ad longam vitam, ent- Electuarium Theriaca, nach einer soll auch noch Wachholderroob ent- Hamburger Tropfen, ein Theil der in Nord-Amerika vielgebrauchten Dr. Äug König sehen Familien-Medicinen, besteht Utt aber 3-4 mal mehr des Löslichen aus ande r e n Angabe aber mehr Lärchenschwam halten. (30,0 = 2,20 Mk.) ^^^^^^^^^^^^^_ hn h Pll T? iC balls ( Pur S irku S el n für Pferde) haben bereits S. 237, Bd. I des Hand- oucnes Erwähnung gefunden und zwar unter den Namen Englische Pferde- P »en. Englische Phissicks. Sie sind keineswegs Geheimmittel und jeder r Ut i G ^P° tnelsel ' bereitet sie nach seinem Ermessen. Ellimann veröffentlicht folgende Zusammensetzung: 20 Barbados-Aloe, 2 Glycerin, 2 Ricinusöl, 1 Ingwer. Alumen. Alaunsurrogat (von 0. Kaufiwiann in Niedersedlitz bei Dresden), ein Mullstoff für Papierfabrikanten, besteht aus einem Gemisch von Thonerdesubsulfat mit Infusorienerde. Alaunkuchen, Englische, bestehen aus rohem Alaun mit Sand und anderen Unreinigkeiten gemischt. Nicht Flamme fangende Zeugstoffe stellt Siebdraht (Dresden) durch Tränkung der Gewebe mit Lösungen von 5 Th. Alaun und 5 Th. Alumiuium- Phosphat in 90 Th. Wasser dar. Es genügt auch eine Aluminiumphosphatlösung. Asbestkohle sind Briquettes zur Feuerung, Asbestmasse mit bituminösen Stoffen durchtränkt. 72 Alumen. Aluniina. t'olliame, ein wahrscheinlich aus Acaciengummi (10 Th.) und gebranntem Alaun (1 Th.) bestehendes Pulver zum Bestreuen der Wunden. Zahiischiine (Kothe's, Berlin) zum Nachputzen der Zähne, ein mit Pfeffer- minzöl parfümirtes Gemisch von 1 Th. Alaun und 3 Th. Kalkcarbonat (Schaedler, Analyt.). Zahntropfen, Blace's, eine Mischung von 1 Th. höchst feinem Alaunpulver und 40 Th. Aether und 10 Th. Weingeist. Alumina. Zur Gewinnung eines reinen Thonerdehydrats behufs Darstellung reiner von Eisen freier Aluminiumsalze schlägt Dulca vor, die Lösung des käuflichen gewöhnlichen Aluminiumsulfats mit einer Kalkmilch, welche aus zerfallenem und an der Luft längere Zeit gelegenen Aetzkalk bereitet ist, welche also auch Calciumcarbonat enthält, zu zersetzen, den Niederschlag mit Aetznatronlauge zu behandeln und die alkalische Lösung durch Kohlensäure zu zersetzen. Chemie und Analyse. Behufs des Nachweises und der Bestimmung des Aluminiumoxyds wird das Hydroxyd (auch das getrocknete) in Barytwasser gelöst und aus dieser Lösung durch Ammoniumchlorid abgeschieden (Beckmann). Aluminiumhydroxyd existirt in zwei Modificationen, als amorphes und kry- stalloidisches. Ersteres entsteht im statu nascendi oder existirt kurze Zeit nach der Fällung, geht aber dann, schneller in der Wärme durch das Stadium des metamorphen Zustandes in den krystalloi'dischen über. Das amorphe ist in Essigsäure leicht, das metamorphe wenig, das krystalloi'dische beinah nicht löslich. Bei 100—105° C. führt wässriges Glycerin bei Gegenwart von Wasser und organischer Säure das metamorphe Hydroxyd in amorphes Über (Hager). Natrona refined saponifier ist ein rohes Natronaluminat. Patcnt-Thoncrde, Loewiö's, Argilla diplomata Loewtg. Die LoEwio'sche Patentthonerde kommt seit ein Paar Jahren in den Handel. Sie ist ein feuchtes, gallertartiges (amorphes) Thonerdehydrat mit circa 10 Proc. Aluminiumoxyd, oft kleinen Mengen Natron und Kalkerde und den Carbonaton derselben. Daher braust sie beim Anrühren mit Säure mitunter auf. Sie wird dargestellt durch Fällung von Thonerdenatron mittelst Aetzkalkes, Lösen des Thonerdekalkes in Salzsäure und Versetzen der Calciumchlorid und Aluminiumchlorid enthaltenden Lösung mit Thonerdekalk, stets unter Ausschluss von Wärmeanwendung. Aufzubewahren ist sie in dicht geschlossenem Gefäss und an einem kalten Orte. Nach einigen Wochen geht sie in den krystalloidischen Zustand über, was sie durch ein mehr weisses kreidiges Aussehen angiebt. Die Anwendung dieser Patentthonerde im pharm. Laboratorium als Klärmittel bei der Reinigung des Honigs und anderer einfacher neutraler Flüssigkeiten ist zu empfehlen. Nicht anwendbar ist sie als Klärmittel von Flüssigkeiten, welche Farbstoffe und Säuren enthalten, wie die Säfte der Früchte. Zur Darstellung von Thonerdesalzen mit organischen Säuron ist sie nur dann verwendbar, wenn sie sich noch im amorphen Zustande befindet oder die Salzlösung einen Glyccrinzusatz verträgt. Die Patentthonerde dient ferner als Hüllmittel von nicht sauren Arzneistoffen, welche äusserlich auf die Haut wirken sollen, zu Umschlägen, Einreibungen, wenn man Fettstoffe vermeiden will, auch zur Reinigung der Haut, zur Beseitigung der Fettflecke etc. Im letzteren Falle bestreicht man den Fettfleck Alumina. — Alumina acetica. 73 Seht 6 !?- 81 3 r^ m dicke " Lag0 und lä38t diese völl 'g trocken werden. Endlich mente. Thonerde rait Kalkhydrat und Wasserglas sehr gute Kitte und Ce- (SchlSf l \ gS( J! Telle ist die che mische Fabrik Goldschmieden bei Deutsch-Lissa V p 81en )> Firma Loewig & Comp. sucht la J lina ' Plastillin, Modellirthon-Ersatz, wurde von F. Giesel unter- 211 werde Iese ri Com P° 8ltl0 " bewahrt ihre Plasticitiit ohne trocken oder brüchig Zink „ Analyse ergab, dass sie aus Schwefel, fettsaurem (ölsaurem) besteht- J e .? eiftem 0el ' etwas Wachs und aus Thon in folgendem Verhältniss 13,4 ' r * e " sa " re «nd Fette 51,2 pCt., Zinkoxyd 5,2 pCt., Schwefel 30,0, Thon Erhitzt ; I Nachbildung der Plastilina wurde Oelsäure (aus Olivenöl) durch eine dem « • ^^ Menge Zinkoxyd in das Zinksah verwandelt, welche, wurde mit Jin T' *, w ä h ! lliche ^ 8chmeidl 'ge feste Masse darstellt. Dieses v erte fX ,T i Z zusammengeschmolzen, der äusserst fein gepul- tragen 'S v,r 7 ""N **£ Btot ' !m üml ' iil,10n in die warme Masse einge- zweck P J n wM«»l«* ^s Ganze möglichst vollkommen durchgeknetet. Als kommend? v, 0 ",' 1 ™ S6n sich dabei fol S ende der obi g en Analyse sehr nahe ■cuue Verhältnisse: 300 Gr. Oelsäure \ 150 Gr. Olivenöl \ , AI« • " mkox y d / 60 " Wachs ) + ( Al 2(N0 n !)' + 4 ll Ä ri< '!: i Aluminil1111 nitri, ' lim - s«lpeters»nre Thonerde. Aliimiiihimnitrat stallisirt und i}~ ' 6) Wlrd SeIten S ebrftuent - Da dieses Nitrat schwer kry- und zwar - in p 1Cl1 seh . r «erfliesslich ist, so dürfte seine Darstellung ex tempore lässt es sird, °i m » ner 501)roc - Lösun g än Praxis conveniren. Als Lösung . 81cu auch aufbewahren. !0,5 t?ocknel UD !^ ae - "Ü™** ndt ehlem Gehalt von 60 Pl ' üc - des k'vstall. Salzes. Digestion in "T™ 1 ™ Aluminiumhydroxyd (Alumina hydrata) werden unter satz von Wasser , v ", Salpetersäure von 1,180 spec, Gew. gelöst, durch Zu- in Flaschen mit nf 110 >° verdiinnt und dann filtrirt. Eine Aufbewahrung Signatur könnTe « i ?, fen ist nothwendi g- Spec. Gew. 1,170-1,172. Die Die Lösung * " Alnrama nitrica. Sumatur quantitas duplex" lauten, krystallisirten Sl ^ ausscrlichen Gebrauch enthalten 10—20 Proo. des Leinenzene- <** j , 8l ° wirken ätzend auf die Zeugfaser. Damit befeuchtetes Bolus 1 al8baW au8zuwaschc »- ™ a "" -virrf* 11 .* (Hdb - Bd - J > S - 255 ) diente in alter Zeit als Farbmaterial für wird aber heute b' -' " ' ' - - ______ JA iyj nun — _ 1 - la denmehl. 250 Gr. Schwefelt 118 - Thon. / Speise»; w™ bP ri ^ r ' ' __________.....- Farbstoffe nur l b01 emem Uebermaa8S anderer und schönerer rother todenmehl im d7 T ltCn an & ewendet - Man trifft ihn an im künstlichen Choco- a uf die Verdaui selbst in grösseren Mengen den Magen nicht im Geringsten "esenwert pr l • — b'™ DUU1 jaougou uun mageu mein im ueiinga v °n ünken'ntn" a 6men lloenst unschuldigen Farbstoff repräsentirt, so zeugt kleiner Meng ■ Unüberlegtheit, wenn Sachverständige seine Gegenwart 8a tz declariren. es in kleiner Mens™*- ^ ünubei 'l e Slheit, wenn Sachverständige seine Gegenwart in • tz declarir '" gefärbteu Genussmitteln als einen Betrug oder schädlichen Zu- Alumina «acetica. i Salz, das amorphe Alu A-ntisepf Un ^' Das Aluminiumacotat gilt bei der Wundbehandlung als ein P icum, welches sich dadurch auszeichnet, dass es nicht giftig ist. cinelle.' r 2 /3 essigsaure Salz, das amorphe Aluminiumacetat, ist das offi- 74 Alumina acetica. Bei Gonorrhoe wird die 8proc. Lösung mit der 10 — 15 fachen Menge Wasser verdünnt injicirt. Im Allgemeinen empfiehlt sich für die äussere Anwendung eine 5—10 fache Verdünnung. Innerlich giebt man von der 8 proc. Lösung 2— 3 stündlich 0,5—1,0—1,5 in Mischung mit Syrupus Saccbari (bei atoniscben Blutungen, Diarrhoe). Die BüROw'sche Lösung sollte nicht mehr in Anwendung kommen, denn sie ist ein schlechtes unsicheres und oft bleihaltiges Präparat. Liquor Aluminae aceticae glyccrinatus. 100 Th. Kalialaun und 8 Th. trocknes Thonerdehydrat (letzteres mit etwas Kalialaun zerrieben und gemischt) werden in einem Glaskolben mit 160 Th. destill. Wasser Übergossen und unter dauernder gelinder Agitation bis zum Aufkochen erhitzt. Unter bis- weiligem Agitiren stellt man nun zum Erkalten beiseite. Der völlig erkalteten Mischung setzt man 84 Th. Natronacetat in kleinen Krystallen oder gröblich zerrieben hinzu und stellt unter bisweiligem Agitiren wiederum einige Stunden beiseite. Dann mischt man in kleinen Portionen soviel 90 proc. Weingeist hinzu, dass das Totalgewicht 620 Th. beträgt. Man stellt es wieder mehrere Stunden an einem kühlen Orte (+ 8 bis 13°), kolirt dann durch ein dünnes, auf einen Glastrichter gelegtes leinenes Colatorium, presst mit der Hand gut aus und filtrirt die Colatur in einem bedeckten Trichter. Das Filtrat beträgt 410—420 Th. und repräsentirt eine Flüssigkeit, welche 10 Proc. wasserfreier 2 / 3 essigsaurer Thonerde enthält. Dieses Filtrat wird nun mit 20 Th. verdünnter Essigsäure (1,040 spec. Gew.) und soviel Glycerin versetzt, dass die Mischung 500 Th. beträgt. Diese Mischung ist an einem kühlen Orte aufzubewahren. Sie enthält 8 Proc. wasserleeres und circa 10 Proc. lufttrocknes Acetat. Durch Eindampfen, Glühen, Auswaschen des Glührückstandes und nochmaliges Glühen muss der Glührückstand mindestens 2,5 Proc. betragen. Liegt Löwig's Patentthonerde im amorphen Zustande vor, so übergiesst man in einem Glaskolben eine Portion derselben, welche 12 Th. wasserleerer Thonerde entspricht (zu erforschen durch Erhitzen und Glühen), mit 80 Th. verdünnter Essigsäure (1,040 spec. Gew.) und so viel destill. Wasser, dass das Gewicht des Ganzen 320 Th. gleich ist. Nach kräftigem Umschütteln und 4 stündiger Mace- ration wird filtrirt und das Filtrat mit so viel Wasser nachgewaschen, dass «las Filtrat 320 Th. beträgt. Das Filtrat, eine lOproc. Lösung darstellend, mit einem Gemisch aus 10 Th. verdünnter Essigsäure, 20 Th. Weingeist und 50 Th. Glycerin vermischt, liefern eine 8 proc. Lösung des wasserfreien oder eine lOproc. Lösung des wasserhaltigen 2 / 3 essigsauren Salzes. Glycerin verhindert den üebergang des amorphen Salzes in den in Wasser unlöslichen krystallinischen Zustand. Liegt Löwig's Patentthonerde im metamorphen Zustande vor, was an der Aehnlichkeit mit feuchter Kreide zu erkennen ist, so verfährt man zur Darstellung eines 8 proc. Liquor Aluminae aceticae in folgender Weise: In einen Glaskolben giebt man 600 Th. des metamorphen Thonerde- hydrats, 400 Th. verdünnte Essigsäure (1,040 spec, Gew.), 400 Th. destillirtes Wasser und 150—160 Th. Glycerin, schüttelt kräftig durcheinander, verschliesst den Kolben mit einem Kork mit 12—15 Ctm. langem offenen Glasrohr und setzt ihn in ein Sandbad. Man bringt die Mischung in's Kochen, und hin und wieder agitirend unterhält man die Kochung ungefähr eine Stunde. Dann wird nach dem Erkalten filtrirt und das Filtrat nun mit 60 Th. verdünnter Essigsäure und Wasser bis auf 2025 Th. verdünnt. Liquor AInminae aceticae Burow (verbesserte Vorschrift). 1 Th. des Liquor Aluminae aceticae glycerinatus wird mit 9 Th. destill. Wasser verdünnt. Alumina acetica — ole'i'nica — sulfurica. — Ammoniacum. 75 Liquor Alnminac aceticae Bruns, eine 3 proc. Lösung. Sie soll durch Lösen t™ Mischen von 144,0 Alaun und 230,0 kryst. Bleiacetat in so viel Wasser, dass ( ie filtrirte Mischung ein Liter ausfüllt, bereitet werden. Die directe Darstellung T le > r .k' i8lm £ au8 Aluminiumacetat verdient den Vorzug. Behufs continuirlicher rngationen der Haut wird die BRUNs'sche Flüssigkeit mit der 3—6 fachen Menge Wasser verdünnt. CfiOn n, *wasscr, RissBERßER's (Dresden) ist eine 2,5 proc. Aluminiumacetatlösung. ^UOg _- 5 Mark) (E _ GeissleE; Analyt.) b iT 16 - FouRNAiSE'sche Methode des Wasserdichtmachens der Gewebe s eht i ra Einweichen letzterer in einer 5 proc. Aluminiumacetatlösung, Auspressen und Trocknen bei 120—140« C. (1) Liquor styptlcus benzoinatus. * Benzoes pulveratae 10,0 Aquae destillatae ■wquoris Aluminae aceticae glycerinati M ana 50,0. «lacera per diem unum, tum filtra. W.> a ' 0 „ "*J (ttM * 5- bis 8faclien Menge wasser verdünnt zum Wundverband. (2) Syrupus Aluminae aceticae. tyr Liquoria Aluminae aceticae glycerinati 10,0 Syrupi Sacchari 90,0. M. D. S. 2—3 stündlich einen halben bis ganzen Esslöffel (bei Blutspeien, Durchfall, profusem Schweisa etc.). Alumina ole'i'nica. Gewebe wasserdicht zu machen. Vergl. Industriebl. 1880 8. 63. yarofugin zum Wasserdichtmachen der Gewebe ohne die Luftcirculation Welche md ?, rn \ besteht . aus einer Lösung von Alaun, Kupfervitriol und Zinnchlorür, fi,',,,.. . . eim p r Seifenlösung gemischt wird. Durch diese Lösung wird das wwebe einige Male ------ Reiche mit einer Seifenlös_________________________ Na b mi ^ e Male gezo ^ en und jedesmal getrocknet, weinffekt- ein 5. anderen Methode wird das Zeug zuerst mit einer dünnen schwach gezogen n heifenlösun S getränkt, getrocknet und dann durch eine Alaunlösung Alumina sulfurica. nügt es d ' utun S des Aluminiumsulfats auf einen Gehalt an freier Säure ge- schiit+oi!, ™ a ~, zu -P uiv er zu zerreiben und mit absolutem Weingeist auszu- ■i« V f i, at darf keine 8allre Reaction Weisen. centrirte T " Mit diesem Namen bezeichnet J. Th. Way eine con- ■wri^ a Losung des Aluminiumphosphats in Phosphorsäure oder Schwefelsäure, welche auch als Cement und Kitt Verwendung findet. 100 Th i • 3 minom •»enzolno-earbolisatns Brunner wird durch Mischung von wenn : ^- ' alumin - benz. Mentel mit 3 Th. gereinigter Carbolsäure und desinfi n - f dUrch Filtration bereitet. Diese Mischung wirkt adstringirend und Ammoniacum. bei n^kf die Reini S un 8 d er Gummiharze nach Eugen Dieterich (Helfenberg wel ha- Verg1 ' man unter Galbanum. Sie ist abweichend von derjenigen, m„ an ^ e Fra nzösische Pharmakopoe angiebt und auch unter Galbanum (Supple- m< *t) Erwähnung findet. 76 Ammonium chloratum. — Ammonium jodatum. — Ammonum. Ammonium chloratum. Besondere Verunreinigungen des Ammoniumchlorids sind Bleichlorid und Ammoniumnitrit. Ersteres wird sich leicht durch die bekannten Reaetioneu auf Blei nachweisen lassen. Letzteres wurde in einer lange Zeit, aber gut aufbewahrten Lösung nachgewiesen und (von Storek) als Folge von Pflanzenorganismen angenommen, welche sich in der Salmiaklösung gebildet hatten. Anwendung und Wirkung. Wie Adamkiewicz beobachtet hat, kann Salmiak als Heilmitlei bei Zuckerharnruhr gelten, indem mit der Assimilation des Ammons sich ein Schwinden des Harnzuckers verbindet, dass sogar bei nicht hochgradigen Diabetikern dieses Schwinden ein absolutes sein kann. Broom beobachtete nach vierstündlichen Gaben von 1,25 Salmiak ausserordentliche Erfolge bei Delirium tremens. __________ Laut Fataky's „Metallarbeiter" soll man die Bronce- Patina auf Bronce. Gegenstände in eine Lösung von Cuprinitrat, welche mit etwas Kochsalz versetzt ist, tauchen oder man betupft sie gleichmässig mit dieser Lösung. Nach dem Abbürsten taucht man sie in eine Lösung von 1 Th. Oxalium, 5 Th. Salmiak in 94 Th. EBsig und bürstet sie dann wieder ab. Dieses Verfahren, einige Male wiederholt, soll eine sehr schöne Patina erlangen lassen. Ammonium jodatum. Ammoniumtrijodid entsteht (nach G. St. Johnson) durch Sättigung einer Ammoniumjodidlösung mit Jod und Abdunsten der Lösung über Schwefelsäure behufs Krystallisation. Es enthält 63 2 / 3 Proc. Jod. Es ist in wenigem Wasser löslich, durch vieles Wasser wird Jod abgeschieden. Liniment of Jodide of Ammonia, Gile's, wird durch eine Mischung aus Am- moniumjodid 1,3, Kampfer und Lavendelöl ana 3,88, Salmiakgeist 124,32 und so viel Weingeist, dass 3790,0 ausgefüllt werden, repräsentirt. (Davids, Analyt.) Ammonum. Ein Salmiakgeist von 0,880 spec. Gew. kommt im Handel vor und wird von den Fabrikanten künstlichen Eises gebraucht. Prüfung. Eine sehr scharfe Rcaction auf pyrogene Producte im Aetz- ammon ist folgende. Man übersättigt stark mit verdünnter Schwefelsäure, welche sich gegen Kaliumhypermanganat indifferent verhält, tingirt nun mit diesem Salze und stellt */ 2 Stunde bei Seite. Es tritt während dieser Zeit bei Abwesenheit pyrogener Produete keine Entfärbung ein. Ein Salmiakgeist, welcher diese Probe aushält, ist übrigens eine seltene Waare. Diese Reaction der Praxis anzubequemen, wäre folgender Modus zu aeeeptiren: 5 CC. des 20 proc. oder 10 CG- des 10 proc. Salmiakgeistes werden mit 20 CO. verdünnter Schwefelsäure (1 u. 5) vermischt und mit 5 Tropfen der Kaliumhypermanganatlösung versetzt. Diese zu entfärben muss zugelassen werden. Entfärbt die Mischung weitere hinzugesetzte 5 Tropfen der Kaliumhypermanganatlösung, so ist der Salmiakgeist fU r pharmaceutische Zwecke verwerflich. Ammonum. — Ammonum carbonicum. 7? Farhl. H 7 ALM fand e!nen Salmiakgeist farblos und dennoch kupferhaltig. Die ^rmosigkeit erklärt sich aus dem gleichzeitigen Gehalt dieses Salmiakgeistes ^yan, denn die Cyankupferammoniumverbindung ist farblos, säure Prüfun S auf Anilin und ähnliche Basen neutralisirt man mit Schwefeiden ' ?° ncentrirt die Flüssigkeit und versetzt einen Theil mit Kaliumdichromat, ^dem m i t etwas Chlorkalklösung, an s eh gerbsäure fällt in nicht verdünnten Flüssigkeiten das Ammon, welches diesen Ir* Sauren > wie z - B - Essigsäure, gebunden ist. Man verwechsele (Hager!i chlag nicht mit den ähnlichen Fällungen aus Alkaloidlösungen WlL S nv Sen Alopecie ^as zu starke Ausfallen der Kopfhaare) empfahl Erasmüs Theile qT- WaSchuDg der betreffend en Hautstellen eine Mischung aus gleichen Rosmar- •• lakgeiSt ' Süs8m andelöl und Chloroform mit einem fünffachen Volumen kahlen « S t P n ltUS ' Dl6Se Flussi S keit wird mit einer Bürste aufgetragen. Bei Aconit« w, S0U eme Mischun & aus Campfer, Salmiakgeist, Chloroform und Ha ar ' , r Haarwuchs wieder hervorrufen. Dass Ammoniumcarbonat den hält ct ? fördert > llat Hagek bereits im Handb. Bd. I, S. 298 erwähnt und 5 Th 2 TL Mand elöl, 1 Th. Chloroform mit 10 Th. Hoffmann's Vor iedM■ A , Th - Wehl S eist > ™d 20 Th. Rosenwasser gemischt anzuwenden. Venr f/ e " g iSt e ' n kräfti S es ümschütteln nothwendig. dauun-swpl D / BfalIe '" Folge Einfuhr «ng von Salmiakgeist in die Ver- Salmiakeeirf ^ , melll ' ere b eol> a chtet worden. Nach dem Einnehmen von 45 g eines lwT .!™ lgte trotz Trinkens von Wasser, Essig, Milch und der Wirkung 8 Brec nm 1 ttels nach 32 Stunden der Tod. auf, laslen SüD? a "^ tU i- Die Zu8ätze zur Ph - Austriaca führen diesen Liquor Pharmakons™ \lt * ° Ch T 6 ^"einstimmung mit den Vorschriften anderer WeingeÄschen ^ ^^_ mit 25,0 Salmiakgeist und 100,0 4,0 SS^^Ss^^ aus 100 '° Weingeist > 30 >° Salmiakgeist - d ein G^Ä'A^lr'VÄ W ° BM & SC — U iu Oberweissbaoh), Den KäuternX Ä v ir 1 ^ 7' " 0matischM , "" 1 ftm««M*nnkti£ einige Tropfen Salzsäme n v T* f ° Um ' Am ^'Mmsen Zustand durch Nro 11.) öalZ8ame 'n Wasser genommen zu beseitigen. (Industriebl. 1880 Restitutionsflllid, Simon's, eine trübe hrihmlinV«. ui-, • i •+ , Amikaaufguss, 1 Th. KampferspS 1 Th sUS S *?' f ** &m 8 Tk «alz. Wird mit der 7 fachen J^bm^J&SÜT* ""! * ?" KoCh " Schneider, Analyt.) verdünnt angewendet. (Eöix und Trommelsuchtessenz des Parfümeurs Ritss iat ,»;„„ tu- i , • , • . Mnzöl und Weinet „;,n • \l • • eine Ml schung von Salmiakgeist, una Weingeist, vielleicht in einem Verhältniss von 20:1: 100. Ammonum carbonicum. Stpllf» wtt Cüem i sche Zusammensetzung des Ammoniumcarbonats des Handels ■»üte H. Vogler folgende Experimente an. Wurde*™? 01 1 Stftcke der S anz weissen krystallinischen durchscheinenden Masse n durch Abschlagen mit dem Meissel von der verwitterten äusseren Rinde 78 Ammon. carbonicum. — Amnion, molybdaenic. — Ammon. nitricum. befreit, nur der unverwitterte Kern zerkleinert und dieser der Analyse unterworfen. Aus derselben ergab sich die Formel (0 = 8) NH 4 0,HO, 2C0 2 + 2(NH 3 ,C0 2 ) = 157. Dasselbe Salz wurde dann 15 Tage lang über Schwefelsäure unter einer Glasglocke der Verwitterung überlassen, wonach der Rückstand nur noch 32,6 Proc. von der ursprünglichen Menge betrug. Die Zusammensetzung entsprach dann annähernd der Formel NH 4 0,HO,2C0 2 = 79. Dieses verwitterte Salz ist aber nicht, wie bisher angegeben wurde, luftbeständig, sondern verdunstet langsam schon bei gewöhnlicher Temperatur. Receptur. Bei Verordnung des Ammoniumcarbonats in Arzneimischungen sind selbstverständlich saure Substanzen zu vermeiden. Zu den sauren Substanzen muss auch Gummi Arabicum und der Syrupus gummosus gerechnet werden, welche bei einer Wärme von circa 20° C. eine reichliche Absonderung von Kohlensäure veranlassen. Die bei niedriger Temperatur (z. B. bei + 8 bis 10° 0.) bewirkte Mischung entwickelt kaum Spuren Kohlensäure. In einer dicht verkorkten Flasche in die Temperatur eines sehr warmen Zimmers translocirt, tritt sehr leicht die Kohlensäureentwickelung ein und die Flasche wird zersprengt. Eine solche Mischung wäre bei der Bereitung auf ungefähr 25° C. zu erwärmen, obgleich es auch Sorten des Acaciengummis giebt, welche sich nicht gegen Ammoniumcarbonat sauer verhalten. Mako. Unter diesem Namen versteht man ein Pestpräservativ, welches auf der Brust getragen wird. Zwischen zwei runden Lederscheiben mit eleganter Umhüllung und Einfassung befinden sich 2—3 g mit Carbolsäure und Rosenöl parfümirtes Ammoniumdiearbonat. Es wurde in Berlin in den Apotheken gefordert. Ammonum molybdaenicum. Hubeb's Reagens besteht aus einer Mischung einer Lösung des Ammon- molybdänats mit einer Lösung des gelben Blutlaugensalzes (Kaliumferrocyanid). Setzt man von dieser klaren, gelblichen Flüssigkeit zu einer farblosen, wässrigen Flüssigkeit, welche für sich oder neben Salzen der Alkalien und Erden nur eine geringe Spur freier Mineralsäuren (Schwefelsäure, Salzsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure, Arsensäure, Schwefligsäure, Phosphor!gsäure) enthält, so tritt sofort eine röthlich gelbe, bei grösseren Spuren Säure eine mehr oder weniger dunkelbraune Färbung, resp. Trübung ein, welche aber durch den geringsten Ueber- schuss Alkali wiederum verschwindet. Borsäure und Arsenigsäure geben keine Reaction. Dieses Reagens dürfte sich als Indicator in der Acidimetrie und Alkali- metrie verwerthen lassen. Ammonum nitricum. Ueber Stickoxydulgas undStickoxydulwasser hat Clamor Wink DEB eine Abhandlung veröffentlicht, aus welcher zu entnehmen ist, dass dieses Gas jetzt in eisernen oder kupfernen Flaschen, die unter einem Druck von 50 Atmosphären gefüllt werden, als Flüssigkeit in den Handel kommt. Der Preis beträgt pro Liter Stickoxydulgas ungefähr 8,8 Pf. ohne Flasche. Um Gasersparniss herbeizuführen, hat man wohl hier und da Einrichtungen getroffen, das von den Patienten ausgeathmete Gas wieder aufzufangen und durch Kalkmilch zu reinigen, um es von Neuem zu verwenden. Wird das Gas in völlig reinem Zustande Ammonum nitricum. — Ammonum phosphoricum. — Amygdalus. 79 eingeathmet, so tritt Bewusstlosigkeit ohne vorhergehende Heiterkeit ein. Man verwendet es jedoch nie rein, sondern immer mit J /io D ' s V« Volumen Luft vertuscht. Zur Hervorbringung einer totalen Narcose sind ungefähr 22—26 Liter bas nothwendig. Nach E. Andrews kamen vor: 1 Todesfall auf 2723 Narcosen mit Chloroform, 1 Todesfall auf 5588 Narcosen durch eine Mischung von Chloroform und Aether, 1 Todesfall auf 7000 Narcosen mit Methylendichlorid, iodesfall auf 23,200 Narcosen mit Aether, kein Todesfall auf 75,000 Nar- «"■» mit Stickoxydul. AJr. Schür in Stettin hat auf Anregung Anderer jetzt die Fabrikation des ases selbst, als auch die Darstellung von Wasser, das mit Stickoxydul unter ruck gesättigt ist, aufgenommen. Doch erfüllte das mit Stickoxydul beladene asser die Erwartungen bezüglich seiner anaesthesirenden Wirkung nicht, was cn ja auch leicht erklären lässt, wenn man die zur Narcose nothwendigen tilgen des Gases erwägt. In einer Flasche von i j t Liter Inhalt sind ungefähr u ?»7 Liter Stickoxydul enthalten. Die Anwendung des Stickoxydulgases als Anaestheticum ist contraindicirt bei ersonen, welche an Gehirncongestionen leiden und ein sehr reizbares Central- nervensystem vermuthen lassen. B. Bert schlägt (Compt. rend. 1878) vor, das Stickoxydul mit einem glei- 6I1 \r Umen atmo8 phärischer Luft behufs Anaesthesirung einzuathmen. oxvrl « KE WiU eine krystallisirte Verbindung des Stickoxyduls mit Natrium- y entdeckt haben, doch ist Näheres nicht bekannt geworden. Desinfecting Powder besteht aus mit Eisenoxyd überstäubten kleinen Am- moniumnitratkrystallen. Zum Gebrauch streut man davon auf glühende Kohlen. (Henry B. Parsons, Analyt.) Ammonum phosphoricum "/' S ' 307 - Ammoniumphosphat ist in neuerer Zeit wieder als ein Mittel empfohlen worden, die Zeugfaser, Papier etc. vor dein Brennen mit Flamme zu oewaüren Nach Siebdraht genügt eine Tränkung mit 5 proc. Salzlösung, wass die Beimischung des Phosphats zur Stärke den Zweck nicht erreichen lässt, ist an bezeichneter Stelle bereits erwähnt. Amygdalus. d naa ZUT PrÜfu "9 de8 fette « Mandelöls mit Schwefelsäure ist zu beachten tt 8 ret e en2„. kleme Mtm ^^ &*, weicht ^Temt BraunfSung Mandllö'b/vom SS, ^W ^ "^ PrÜfUng behufs Unterscheidung des Miscd , Pfirachkeraol bekannt gemacht worden. Das Reagens ist eine und Watr f ^ T h6il6n C ° nC - Schwefelsäure, rauchender Salpetersäure m Wasser Es wird kalt angewendet. Im Verhältniss von 5 Th. Oel auf ment p« • f, eagen8 £ lebt: Rein es Mandelöl: ein schwach gelblichweisses Lini- wird rhrsicakeri iöl wird sofort pfirsichbluthroth, später dunkler orange, Sesamöl Wall an ngS . bla88 S elbroth > s Päter schmutzig orangeroth, Mohnöl und Nussöl aus ''aussen giebt ein etwas weisseres Liniment als Mandelöl. Mit reiner Salpetersäure von 1,40 spec. Gew. gemischt, giebt Mandelöl ein ass gelbliches Liniment, Pfirsichkernöl sofort ein rothes Liniment, Sesamöl wird 80 Amygdalus. schmutzig grünlieh gelb, später röthlich, Mohnöl und Nussöl geben ein ganz ■weisses, Bucheckeröl ein röthliches Liniment. In Frankreich und Italien benutzt man noch mehrere Oelsamen, welche ein dem Mandelöl nahestehendes Oel liefern, zu denen in erster Linie die Zirbelnüsse oder Pinienkerne gehören. Ueber das Verhalten dieses Oels gegen Reagentien ist jedoch nichts Näheres bekannt. Uhrmaclier'ol. Die Vorschrift zu demselben Bd. I, S. 319 des Handb. d. ph. Prax. ist zu verwerfen und dafür zu setzen. Frisch gepresstes fettes Oel aus süssen Mandeln wird mit 5 Proc. eines dickflüssigen Paraftinöles und 10 Proc. Rinderklauenfett versetzt und 100 Th. des Gemisches mit 10 Th. zu einem höchst feinen Pulver zerriebenen Natronbicarbonats wiederholt durchschüttelt, hierauf 2—3 Wochen beiseite gestellt, um dann das klare Oel zu decan- thiren. Das Oel für Stubenuhren, überhaupt grössere Uhren wird aus 60 Th. Oel aus süssen Mandeln, 50 Th. Provenceröl, 10 Th. Rinderklauenfett und 10 Th. dicklichem Paraflinöl gemischt und in gleicher Weise mit 15 Th. Natron- bicarbonat behandelt. Amygdalin in die Verdauungswege eingeführt wirkt giftig, nicht bei subcutaner Injection. 0,4—0,6 tödteten Kaninchen. In den Verdauungswegen ist also ein Stoff gegenwärtig, welcher wie das Emulsin auf das Amygdalin wirkt (Morrigia und Ossi). Dass Amygdalin im Wickensamen vorhanden ist, wurde von Ritthausen und Kreuslee (1874) nachgewiesen. Aqua Amygdalarum amarariim. Man bringt mitunter das bei Bereitung des Bittermandelöls gewonnene destillirte Wasser als Bittermandelwasser in den Handel. Wenn es von dem vorschriftsmässigen Gehalte ist, dürfte seiner Verwendung nichts entgegenstehen. Prüfung des ätherischen Bittermandelöls. Hier ist eine Vorprüfung zu erwähnen. Diese besteht darin, dass man ein Gemisch aus 5 CO. 90 proc. Weingeist und 5 CO destill. Wasser (also 10 CO eines 45 proc. Weingeistes) in einem engen Reagircylinder mit 10 Tropfen des Oeles versetzt, dann den Cylinder mit dem Finger schliesst und nur durch ein zweimaliges sanftes Umwenden die Mischung bewirkt. Reines Bittermandelöl löst sich in dieser Weise sofort vollkommen klar. Enthält es Nitrobenzin, selbst nur 1 Proc, so sondert sich dieses ab und schwimmt, die Flüssigkeit anfangs trübend, nach Verlauf einer Minute in Form sehr kleiner Tröpfchen in der sanft bewegten Flüssigkeit, welche Tröpfchen sich in der Ruhe am Boden des Reagircylinders zu grösseren ansammele Würde sich das Bittermandelöl nur trübe lösen, so wäre das auch eine Andeutung einer Verfälschung mit anderen ätherischen Oelen. Da das Bittermandelöl die 16—17fache Menge 45 proc. Weingeist zur Lösung beansprucht, so kanu damit auch eine quantitative Bestimmung des ihm beigemischten Nitrobenzins ermöglicht werden. Dragendorff's Prüfungsmethode vergl. unter Nitrobenzin. Ein Bittermandelöl, welches sich in seiner 20fachen Menge eines 45 proc Weingeistes bei kurzer sanfter Agitation nicht sofort klar löst, ist einer Verfälschung verdächtig und daher zu verwerfen. Seit einigen Jahren soll in Frankreich ein Bittermandelöl in den Handel kommen, welches solches nicht ist, auch nicht die Oele aus Kirsehlorbeerblätteru, oder den Samen der Pfirsiche und Aprikosen repräseutirt. Seine Abstammung i 9 ' nicht bekannt. BOYVEAU sagt davon: Echtes Bittermandelöl hat ein spoc. Ge*- von 1,045—1,060, das nicht echte Oel ein Gewicht von 1,029—1,030. D aS unechte Oel hat einen minder angenehmen und auch schärferen Geruch, w» 9 man beim Tröpfeln auf Papier und Abdunstenlassen an der Luft erkennt. Bei« 1 Amygdalus. — Amylaether nitrosus. 81 feS,l Chen f f e f echten Bittermandelöls mit einem gleichen Volumen conc. Schwe- dunkW i , eme , T . FärbuD g der Mischung, welche zwar nach und nach mit ScWi •■ dtlnnfl1iS8i S ™d kl" bleibt. Das unechte Oel färbt sich m»a di7 f! n u Zm aUCh r0th ' die Mi8ch ™g wird aber dann braun, trübe Pfirsich ,* * nach e ' nem Tag ° ebe Starre bräunliche Masso. Aetherisches mit Schwer A P nkosenö1 verhalten sich wie das Bittormandelöl, die Mischung klar k; ! 8äm ' e wd aber schneller dunkelroth und dickfliessend, bleibt jedoch ist die M SC i. " beerö1 VerLält sich obenso wie die beiden vorbemerkten Oele, nur ei 'ne «nW Üi S mit der Scb wefelsäure alsbald sehr dunkelroth. Enthält das s o färbt • i S i ander ° d ' e8er ° de etwa 25 Proc - des »achten Bittermandelöls, aucb trübe' Mischung mit Schwefelsäure nicht nur braun, sondern wird 10 Th hn p t0fia ' em , Ma S enw ein, bereitet aus ca. 1500Th. Weiss-Wein, 20Th. Zimmt, ^vS^^tizr 1 ' bitteren Mandein ' 3o ° Th - zucker und 5o ° Th - Amylaether nitrosus. KalmmSt l Sw B e f 1 A « mylnitri J t8 \ GKEENE empfielllt d ie Darstellungsweise aus la «gere Dunkelen wf'T "£ Am y lalkobo1 - Da s Kaliumnitrit dargestellt durch mit gleichviel wl* » Kahumnitrats genügt. Die Substanzen, die Säure unterworfen 7 • T v n erdilnnt > werden der Destillation aus dem Wasserbade ub er. Das v .ES 90 - 100 ° C - destillirt das Amylnitrit mit wenigem Wasser verwandelte,! r.' . der 8ubs t anz en ist folgendes: 90 Th. des in ein Pulver durchmischt d*™ " "'* Werden mit 10 ° Th - Amylalkohol in einer Retorte lischer Sehw!,.« Verlauf einer halben Stunde allmählich mit 60 Th. Entrindet man «fW ****£* ^ 5 ° Th ' Wa88er > rersetzt «» d ^mischt. wenn dieser eil. , T 61 Retorte einen Gla skolben an, so ist es zweckmässig, Da s Destillat wird GD Hals hat Eine Retorte hat immer den Vorzug. getrocknetem oi»i l ^ T V ° n Feueht ig keit ™ befreien, mit zerfallenem und aussetzt ist maeenVf i ' e ' n ° ausreich ende Menge Calciumcarbonat zuge- unterworfen. "" g esch «ttelt und einer Rectification aus dem Wasserbade Balard bei^ßH^ • dCS r ™ nen Amyläthernitrits oder Amylnitrits liegt nach findet nicht statt rn Zersetzung dos Amyläthernitritdampfes bei der Destillation ist nicht Amyläth ^ OT1) ' Wm be ' der Destillation bis zu 90» C. überdestillirt, unbedeutend ; ler , nitnt - Die Verunreinigung mit Amyläthernitrat ist nur eine Das sS P d6r Slede P unkt d!eses Nitrats bei 140—1480 liegt. des Amvlnitr-t' • des Am y ln it»ts ist nach Dott 0,877. Die Haltbarkeit Ratification it r gesichert durch ein vollständiges Entwässern. Vor der in kleine gebUf'und na h Joa queck s ii,?',r- 7 k08 5 ehalt bestimmt. Kaiische Kupferlösung und kaiische blossen t ÄS g , ^^ | leiche Re8Ultate ' welche sih ™ttlich ™ Proc. Feuchtigkeit. Ihre tischen 0,15—o^P 6 S 30 + 10H2 ° = 1152, Die Aschenmenge variirt Me nge Zellmembran r iT n , l ^ ^ G1 y kosifici ™ng verbleibende unlösliche haltigen Stoffe" 9 21 ^roteiusubstanz in den Cerealien und den stärkemehl- FäUen, weun ^ -^ , UC a Nahl 'ingsmittel dienen. Sie geschieht in vielen Summe der Procent 1 a " f gr0S8e Gonaui g keit ankommt, durch Subtraction der Jose, Asche etc von 1™ *" Wa88cr > Fett > Stärkemehl, Zucker, Gummi, Cellu- Den Nährwe-th • Tb ' d " r anal y sirten Substanz. ß toffgehalt zu beme J6ner Substanzen P^g* man gewöhnlich nach dem Stick- dß r WiLL-VABurw "'. Dic lk ' stimmu "g desselben geschieht am besten nach Auffangen des sroh'^r 8Chen Motnode > Verbrennung mit Natronkalk und ba rytlösunsr ? , lr - 1 l-l ■ Ammon8 in titrirter Schwefelsäure, welche mit Aetz- ka lk und 1 T " lcktlt r ir t wird. Natronkalk ist ein Gemisch aus 2 Th. Aetz- !,5 Ctm weite R-i moIlccnem Aetznatron. In eine 55—60 Ctm. lange, 1,2— Oxalat, dann 18_9 aUS hartcm Glasc werden 1—2 g ammonflreies Calcium- hierauf 0 5_i r> ^ tm ' del Rön renlänge Natronkalk in kleinen Stückchen, 20 fachen' M 2, ° der m anal ysirenden Substanz gemischt mit der 15— i8t - Auf so dass das zweite Drittel der Röhre damit gefüllt Pfropf r, Sl p Theil kommt no( ' ]l *» Lage Natronkalk und ein loser Asbest- Sch We * felg Y a8 R ^ lr wird mit einer dreikugeligen Röhre mit 10 CC. Normal- Handl la ]k aUle *■ Vi000) und einer Vorlage etc. verbunden. Das Nähere über FftESENi Ung lmd Zusamme nstellung des Apparats sehe man in den Werken 84 Amylum. Die Stickstoffsubstanzen sind hier Albumin, Case'in (Legumin, Conglutin, Gluten-Casei'n), Kleberprotei'nstoffe (Glutenfibrin, Gliadin oder Pflanzenleim, Muee« din). Sie enthalten 15—19 Proc. Stickstoff. Eine kurze Methode der Bestimmung der Summe dieser Proteinkörper ist nicht bekannt. Werden 10 g Weizenmehl (Kernmehl) mit 150 CC. Wasser und 10 CC. verdünnter Schwefelsäure erst im Wasserbade erhitzt, dann 1 Stunde im Sandbade gekocht, so erlangt man eine dünne Flüssigkeit mit Bodensatz. Nach dem Erkalten wird dieser im Filter gesammelt, ausgewaschen, mit einem Messer vom Filter in eine Schale übertragen, ausgetrocknet und gewogen. Hiermit verbindet man die Parallelvorsucho mit bekannter Mehlsubstanz und gewinnt damit Momente in Betreff der Beurtheilung, ob das Mehl ein gröberes oder feineres, sogenanntes Kernmehl ist, welches letztere immer einen geringeren Bodensatz erwähnter Art liefert als das gröbere Mehl. Weizenmehl und Roggenmehl verhalten sich in dieser Probe auch verschieden. Es wird nämlich Roggenkernmehl häufig als Weizenmehl verkauft. Dieser trockne Bodensatz ist bei Weizenmehl gelblich, bei Roggenmehl braun, beim trocknen Weizenmehl beträgt er 7,5—10 Proc, bei trocknem Roggenmehl 5,5—7,0 Proc. Diese Procentzahlen mit 1,15 multiplicirt ergeben annähernd den Procentgehalt des Stickstoffs im getrockneten Mehle. Der Beweis dafür wurde in 2 Weizenmehl- und 2 Roggenmehlprobcn geliefert. Die Differenzen ergaben sich in der 2. Stelle, einmal in der 1. Stelle nach dem Komma in der Procentzahl. Die Mehle waren bei einer Wärme von 35—40° getrocknet (Ha<;ek.). Ueber die Bestandtheile der Cerealien und deren Mehle vergl. Chemie der menschlichen Nahrungs- und Genussmittel von Dr. J. König 1880. Der Feuchtigkeitsgehalt der Cerealien und Stärkemehlsubstanzen ist ein verschiedener, weil sich die Ilygroskopicität der Stärkemehle verschieden kräftig erweist und dies um so mehr, je feuchter und je kühler oder je tioekner und wärmer die umgebende Luft ist. Dieser Umstand ist da von Wichtigkeit, wo diese Substanzen nach dem Gewichte verkauft werden. 1000 Kilogr. Roggen können auf einem zweiwöchentlichen Transport bei trockner Sommerwitterung aS dem Orte seiner Bestimmung angelangt z. B. nur noch ein Gewicht von 950 Kilogr. aufweisen. Dasselbe Quantum im lufttrocknen Zustande verladen kann auf dem Transporte bei zweiwöchentlicher nasser Witterung auch z. !?• 50 Kilogr. mehr betragen. Nach den Resultaten einer grossen Anzahl von Analysen beträgt der Feuchtigkeitsgehalt lufttrockner Cerealien und Stärkemehle von Minimum Maximum Mittel Weizen 6 Proc. 20 Proc. 13 Proo, Weizenmehl 8 - 20 . 1 f - Weizenstärke 7 - 19 - 13 - Roggen 8 - 20 - 14 - Roggenmehl 9 - 21 - 15 - Hafer 7,6 - 16 - 11,8 - Hafermehl 9 - 18 - 13,5 - Gerste 7,6 - 21 - 14,3 - Malz 7 - 12 - 9,5 - Mais 8 - 22 - 15 - Je nach der Verpackung ist das Austrocknen wie das Aufnehmen der Feuchtigkeit erschwert oder nicht erschwert, im Ganzen erfolgten diese Vorgänge immer langsam. Bei dichter Verpackung kann dieser Vorgang sich nur um einen Brnchtheil eines Procentes handeln, bei undichter Verpackung in 5 Tagen um 1—2, in offner freier Lage in 5 Tagen um 3—4 Proc. Soll sich das ganze Maass der Differenz zwischen Minimum und Maximum des Feuchtigkeitsgehaltes Amylum. 85 ausfüllen, so gehören dazu immer mehrere Wochen Zeit und während derselben . le p&uer einer und derselben Witterung. Der mittlere Feuchtigkeitsgehalt ist als der normale zu betrachten. Rl t ,*' mmun 9 der Aschenbestandtheile des Mehles oder Brotes (Handb. od' 't> ^^). Dieselbe ist wegen der nothwendigen Einäscherung des Mehles mi h es 8tets eine se h r schwierige; selbst die Einäscherung eines Gell' ** ai 's Mehl und Kaliumnitrat (völlig trocknem) oder Ammoniumnitrat bei p a W'chem Eintragen in einen glühenden Tiegel verläuft unter heftigem Sprühen. r damit verbundene Verlust kann durch eine 8—10 Otm. breite auf den gelrand gesetzte Manchette aus dünnem Blech allenfalls verhütet werden. Mehl ist zuerst in Kohle zu verwandeln und diese mit Ammoniumnitrat S zu vermischen. Einfacher ist die Einäscherung, wenn man das Mehl oder rot mit circa 20 Proc. einer 25 proc. Salpetersäure tränkt, trocken macht und einem geräumigen porcellanenen Gefäss verkohlt, dann die kohlige Masse lederum mit Salpetersäure tränkt, in einem porcellanenen Gefäss bei gelinder arme eintrocknet und noch warm anzündet und schwach verglüht, endlich die Asche im Platintiegel vollständig entkohlt. h * es nur auf die Erforschung und Bestimmung beigemischter Mineralsubstanzen an, so wird das fragliche Object im Gewichte von 10,0 mit 2,0 Oxal- heiss V6 w etZt l ' n '^ mit ca " 100 >° Wasser einer mehrstündigen Erhitzung im voll- TTfih i, as8erDa de ausgesetzt. Die Flüssigkeit wird nun mit Aetzammon im ueoerschuss und mit weiteren 100,0 Wasser versetzt, einen Tag zum Ab- gesam 1 Seit ° gcstellt nnd danu tmter Decanthation filtrirt. Der im Filter mit "l" 16 . l Bodonsatz w i r d mit einem 2 proc. Salmiakgeist nachgewaschen oder einer 6m ?. )en geschüttelt und wiederum im Filter gesammelt, um ihn zuerst War °a " Pl ' iifnn g zu unterwerfen, dann einzuäschern (HagEE). In der Verf'I ii 6S , asser ^ ades erleiden die meisten Mineralsubstanzen, welche als Man^h •iT SSra ' ttel (lcs Mcn ' es dienen, keine wesentliche Veränderung ihrer Form, den ein t" ge * r0( ' k,ld,m Bodensatz auch wohl in zwei gleiche Theile, w,\° n - * einzuäschern, den anderen als Corpus delicti zu reserviren um n , Ei "e andere sehrT, ■ ' ' ■"' , Z 'T'f '™ ala Car P m deUcti ™ reserviren. Das Mehl wird mit w, t P,,0 . Methode ist ^K^e von Nesslee angegebene: 2* 20 C»bikcentLeTer" w ™ f™ 1 ? ? ÜMen Brei an » erührt «' tw:l 2 »*• Mehl d^ gleichen R ;l , lni • W ™*™) und dann nach und nach unter Umrühren mit geratscht. Je n ; „.n Ä 20 Oubikcentimeter) concentrirter Schwefelsäure -• Je nachde.....' r*°" * v ^ UD1 Kcennmeterj concentrirter Schwefelsäure Wir d, tritt grösseres «!\ Schwefelsäure rascher oder langsamer zugegossen ! üst ^eh das reine Cm ge " ngere8 Erhltzen der Flüssigkeit ein; in allen Fällen "» Gefässe bildet wflb V0 , ll8tä ° di g oder doch so weit auf, dass sich kein Satz Masses ansammeln ,, ", B ? 1 J 1 ^P»* h ) Gv PS ™ d Sand sich am Hoden des VOn kohlensaure,,, K 1 , „. 1 ,0,cht ° rka,,,,f ' Werden können - Bei Vorhandensein ' z «giesst, n,„l «i,,,. , , Krcid °) schäumt die Flüssigkeit, sobald man die Säure J ?den des Gefässes ih „ Me (! >'I )S scheidet sich nach und nach ebenfalls am dessen der Sn lm , " lV ' n , /j " bemerken ist noch, dass bei sehr langsamem Ein- w o«iure die F ins o-k m -+ p„ a + «._ki.„ i,ju , . , s ... . Jessen der Säure dl w« bomerken ist noc h, dass bei sehr langsamem Ein- : raT «i8chwarz wird t 1 ' gkeit filat farbloB hMht > be5 rascherem Eingiessen d,e Flüssigkeit 2 1 r? terem FalIe löst «ich das Mehl vollständiger auf und erkar,^ __ , lra anrehsichtiffer. so dass die ungelösten Mineralstoffe besser Flüssig •/• ln letzt er< ^ HS 1 IV dHrch9iehtl ^> •,„ w, iuen können •yy . -""_ '^'Milien. 3, »ch ChloTof Chere R f 8ultate gewährt die Scheidung der Mineralstoffe l87l > Bd TT «a™' Wie 8 '° Hageb '" den „Untersuchungen, ein Handbuch etc. Trockner, m i, 392 an S icbt - Man giebt 5 g des wohl durchmischten und 9n - * v "^n Meli es fnrW /1„» n-i_:-\ • •___ t> ___ :..„..i:...i„.. ,.-, Meines (oder der Kleie) in einen Reagircylinder, übergiesst mit ii_ t ...■_• Dl'. — T*k;_ ir* -i .' . , weiss zu A) -25 PO «V loaer (lcr Kleie) in einen Reagircylinder, übergiesst 1 trübe > aber lloroform und durchschüttelt kräftig. Die Mischung ist we noch so durchscheinend, dass darin Substanzen, welche mit Hast 86 Amylum. Boden sinken, zu erkennen sind. Dann giebt man 10—15 Tropfen Wasser hinzu und schüttelt innerhalb 5 Minuten wiederholt um. Bei reinem Mehl (welches trocken specifisch ebenso schwer oder schwerer als Chloroform ist) bildet sich nun eine milchige Schicht, welche die Mehltheile einschliesst, nach dem Niveau des Chloroforms strebt und sich in der oberen Chloroformschicht ansammelt. Bei Gegenwart mineralischer Beimischungen werden diese sich nur zu einem Bruchtheile ihrer Menge alsbald am Grunde des Chloroforms ansammeln, das übrige den Mehlpartikeln adhäriren. Bei gelinder und oft wiederholter Agitation der oberen Mehlschicht lösen sich aber die anhängenden mineralischen Iheilchen ab und sinken ihrer specifischen Schwere folgend zu Boden. Nachdem ein für die Untersuchung hinreichend starker Bodensatz sich angesammelt hat, giebt man mit Hilfe eines Glasstabes 8—10 Tropfen 25 procent. Salzsäure hinzu und vermischt dieselben durch Agitiren mittelst eines Glasstabes mit der Mehlschicht, welche sich in wenigen Augenblicken in eine gelatinöse Masse verwandelt und mehrere Minuten später mit einem hölzernen oder hörnernen Spatel abgenommen und beseitigt werden kann, um den mineralischen Bodensatz sammt Chloroform in eine Schale zu schütten. Sand lässt sich auf diese Weise vom Mehle oder der Kleie vollständig sondern, leichter und bequemer aber bestimmt man den Sand wenn man 25 Gm. Mehl mit 200 CC. Wasser und 10 CC. 25 proc. Salzsäure bis zum Aufkochen erhitzt, den Sand absetzen lässt, die Flüssigkeit decan- thirt, den Bodensatz mit stark verdünnter Salpetersäure nochmals aufkocht, auswäscht, trocknet und glüht. . B JBGEL beobachtete bei der Prüfung des Mehl es auf Muhlstcmstaub- eehalt unter Schütteln und Absetzonlassen in Chloroform eine hellblaue Schient, welche sich unter dem Mikroskop als ein Algengebilde in Form runder 0 002—0,004 mm dicker Zellen, deren Farbe durch Säuren in Hellroth, durcD Alkali in Gclbgrün überging, erwies. Ein L eh rage halt (Tlioncrdesilicatgehalt) im Mehle, von dem Detnt der Dreschtenne herrührend, ist keine Verfälschung, sondern verdankt sein Dasein einer nachlässigen Reinigung des Getreidekorns. Ueber i/» Proc sollte er nicht hinausgehen oder bis zu einer solchen Höhe zulässig sein. Andererseits sollten Müller kein Getreide vermählen, in welchem sieh Lehmkörnchen mit blossem Auge erkennen lassen. . Ein Zusatz einer sehr geringen Menge Alaun bis zu 1/5 Proc. zum Brot mehle sollte aus praktischen Gründen erlaubt sein, denn dieser geringe höchst unschädliche und im Brote nicht mehr als Alaun vertretene Zusatz ermöglich verdorbenes Mehl zu verbessern und das daraus gebackene Brot gemessba zu machen. Die Notwendigkeit dieses Zusatzes macht sich nach nassen Jahre» besonders geltend. Andererseits ist dieser Zusatz zum Mehlteige eine GowaW, dass das Gebäck von guter Beschaffenheit sein wird (Hagkk). Behufs Nacn- weises behandelt man das Mehl oder Brot mit verdünnter Salzsäure und unter wirft das Filtrat der Dialyse. Aluminiumchlorid ist ein Crystalloid. Der Aschengehalt des Roggenmehls beträgt 1 — 2 Proc. und übersteig (Tennen- und Mahlsteindetrit dazugerechnet) nie 3 Proc., der des Weizens 0,5-- 2 Proc und es könnte im allgemeinen 3 Proc. als die Grenze angenomm* werden ' welche der Aschengehalt des Getreidemehles nicht übersteigen soin- Der Aschengehalt der Leguminosensamen ist ein grösserer, 3-4 Proc., . a übersteigt er 4,5 Proc. nicht, und zeichnet er sich durch eine grössere alkaiiso Beschaffenheit aus. . , , . A - a ßr- Dass Brote an ihrer Unterseite bleioxydhaltig sein können, hat .«- 110 fahrung schon einige Male bestätigt, indem die Bäcker die Backofen mit ;m Holzwerk, welches mit Bleifarben bestrichen war, geheizt hatten. Die linrei Amylum. 87 la e S sen. r ° teS a " f anhän S ende Metalloxyde zu untersuchen, ist also nicht zu unterer aWetf 6 ^ 8 * J* Ni \ cb - we j 8 der Leguminosensamen nicht schwer wegen 12-15°, Ilden Form der Stärkekörnchen und des Zellgeweberestcs. Mittelst trummer !?:*, - ZalkamaUge wird die Starke zello gelöst, und die Zellgewebe- Zel Itrümm!f, en f** 0 *" • In letzterer Weise muss man verfahren, wenn man die Nachwei!" T Leguminosensamen im Mehle erkennen will. Der chemische Br <>te z l "L Bl ; 0t f 1S * Gieriger. Im Mehle ist Legumin unverändert, .im mit kalt™ w m dle unlösliche Form übergeführt. Mehl wie Brot werden ra «on SF nv SS6T ' Wßl , eLe8 mit * Proc - SaImi akgoist versetzt ist, unter Mace- 3 Theilp n T U extrahlrt > die Cülat ur nach dem Absetzen filtrirt und in 2- dß n einen Sfi TÄ Theil auf se incn Legumingehalt zu prüfen, z. B. w; e bei Mil,l IT 11 ^ 1 ' 11 « 2 ? ™ d Abdam P fen ™ Concentrin«, (es bildet sich Ha »terset t wM ^ £*?!*" e iT-^ Ut ' Weldle bcSeitigt > dur « h eine ™eite r ingeu TT vf ' Ein anderer Theil des Fütrats wird mit Essigsäure im ge- We! n L^ ber8 f US8 ve ™ tzt > da * abgeschiedene Legumin nach dei/waschen mit Sa «er rllv "ü™ Lüsl ! chkeit in verdünntem Aetzammon geprüft. Es wird Ein dritte TW!/* ™ dünnter . E / s igsäure unlöslich, in Aetzammon löslich sein. Gegenwart von Tp - mit Weingeist versetzt und es erfolgt bei rai t Getreidemehl T'VT Gonnnmi S- Zweckmässig ist es, Parallelversuche chenden Verhol J.^' aUS Getreidemehl anzustellen, um aus dem abwei- Zu bemerken ii S ' che , rlleit in der Bestimmung des Legumins zu gewinnen. Legumin seine r •?,,''• 8 mit Säuren coa Sulirte 3 und bei 100» C. erwärmtes fruchte enthalt i V '" verdünnter Aetzalkalilösung einzubüssen pflegt. Hafer- wa » nicht zu übersehen it ein6n dem Legumin sehr ähnlichen Proteinkörper, den angefeuchtet!!r h r 1 D< 1 NN ^ daS e ' De Ende eines starken Glasstabes anfeuchten, R Pbär e ( in e^V • T M ° hl b ° laden Und in eine Salpetersäuredampfatmo- bringen. Lemir^ Keaglr ?J" 8 erzeugt), dann in eine Ammnndampfatmosphäre Mautens 8oI f uminose .nmehl färbt sich purpurroth, Getreidemehl nur gelb. Nach a uf Porcellan dn ° m wem g eisti ges Extraot (aus Brot, Mehl) darstellen, dieses säuredampf d ausstrei cheu und nun auf 100» C. erhitzt zuerst mit Salpeter- den Leguminosc mit Ammon dampf in Contact bringen. Bei Gegenwart der Brot wird mit ^u" 10 " anhängenden Farbstoffe erfolgt eine granatrotho Färbimg. gesetzt sind unt m Wasscr > welchem 2 Proc. 10 procentigen Aetzammons zu Salzsäure einige Ar eration extrahirt, die Oolatur nach genauer Sättigung mit klarere Flüssieke> aufgekocllt und zum Absetzen bei Seite gestellt. Die obere 6'eist extrahirt n Wd decanthirt; ' zur Extractdicke gebracht und mit Wein- r( ihren lanffsn ' • we ingeistige Auszug in einer Porcellansclnilo ohne Umzug, der zn , ein & etrock net hinterlässt auf der Schalenwandung einen üeber- Berühr„r,n. , , mit üelss °n Salpetersäuredämpfen, dann mit Ammondampf in lutoung gebracht sich granatrotb färbt. (als Z,,Jl genm a hI ' das Mehl der Früchte von Seeale cereale h., nachzuweisen SvnantW aU X.' 341 ' Bd - l dcs Handb.). In den Roggenfrttchten hat MftNTZ jnanthrose nachtre—'- ~ ■ • - -- ----- ...... ^^^^^ I des Handb.).________°^^^^^^^^^^^^™ anderer ~(i"t "7 tlsew i ese n- Damit ist die Möglichkeit gegeben, das dem Mehle 8 V ^etreidefrüchte etwa beigemischte Roggenmehl chemisch nachzuweisen, gleiten l l0S ° ( .° lilH *2 0 ") ist dem Rohrzucker isomer und findet sich in Be- »amb tu Inulms iu d( ' u Knollen vieler Coinpositen, besonders in den Topi- aber ^° ■' In der unre i fen Roggenfrucht ist sie reichlich vertreten, schwindet Ve g e .g en die Reife mehr und mehr, indem sie in Stärkemehl übergeht, sie im ° l mdet aber nicüt ganz und MüNTZ fantl im Kernmehle des Roggens 3,5, schwarzen Mehle 4,67, in der Kleie G,23 Proc. Synanthrose. Sie ist in 88 Amylum. Maisstärkemehl. Weingeist schwer, in Aether nicht löslich, nicht gährungsfähig und auch optisch inactiv. Wie Saccharose verbindet sie sich mit Kalkerde und Baryterde, und mit verdünnten Säuren behandelt geht sie in Dextrose und Levulose über. Auf kaiische Kupferlösung wirkt sie erst während einer längeren Erwärmung oder nachdem sie in ihrer Lösung mit etwas Mineralsäure aufgekocht ist. Zum Nachweise wird das mit Bleiessig gemischte Mehl mittelst kalten Wassers extrahirt, aus dem Filtrat das Blei durch Schwefelwasserstoff beseitigt, die entbleite und mittelst Ammons neutralisirte Flüssigkeit auf ein geringes Volumen eingeengt und der rückständige Syrup mit anhydrischem Weingeist gemischt. Dadurch wird die Synanthrose als eine weisse amorphe perlmutterartig glänzende Substanz ausgeschieden. Durch Lösen in Wasser und Fällen mit Weingeist kann sie gereinigt werden. Ihre wässrige Lösung wirkt auf kaiische KupferlöBung nicht reducirend, sofort aber, wenn sie mit Wasser, welches circa 2 Proc. Schwefelsäure enthält, 2—3 Minuten gekocht wird. Dann zeigt sie sich optisch auch stark links drehend. In Weizen, Hafer, Gerste und Mais wurde wohl Rohrzucker, aber keine Synanthrose aufgefunden. --------------- Vergiftungen, sogar mit tödtlichem Ausgange, in Folge Genusses von Backwerk aus Mehl, welches Baryumcarbonat enthielt, sind vorgekommen. Die pharm. Ztg. erwähnte vor 3 Jahren zwei Fälle, in welchen zu Torten ein Zink weiss enthaltendes Mehl verwendet war und in Folge des Genusses Vergiftungssymptome, jedoch ohne tötlichen Ausgang, eintraten. Das Stärkemehl, von einem Stettiner Kaufmann bezogen, war abwechselnd mit Zinkweissschichten in einem Fasse verpackt gewesen. flaisstiirkcmfllil (Handb. Bd. I, S. 334). Das Maismehl, das Mehl der Früchte des Mais (Zea Mays) soll im verdorbenen Zustande giftige Substanzen bilden, welche man sogar als Ursache des Pellagra (der Mailändischen Rose, des Lombardischen Aussatzes) ansieht. Dass im Wege der Fäulniss wie in jedem anderen vegetabilischen Nahrungsmittel Stoffe entstehen, welche die normalen Lebensverrichtungen des thierischen Körpers stören, muBS allerdings angenommen werden, dass aber das giftige, Prinzip des fauligen Maismehles selbst tetanisirend und dem Strychnin ähnlich wirken sollte, dürfte doch wohl Zweifel zulassen. Dass es Ursache des Pellagra*) sei, wäre an und für sich eine ungemein wichtige Umstand, welchem die Gesundheitspolizei alle Beachtung zuwenden sollte. Prof. Tu. Husemann hat über diesen Gegenstand in der pharm. Ztg. 1879, Nro. 46 sich näher ausgesprochen und darin auch einen Fall der Vergiftung durch Brodpudding erwähnt, an welchem der Chemiker At/mgn den Geruch nach Häringä- lake (Trimethylamin) erkannte. Die Rcactionen auf Mutterkorn trafen nicht zu. Was nun der giftige Fäulnissstoff ist, welches Verhalten er gegen Rcagentien zeigt, das zu ergründen ist noch Aufgabe geblieben. Lombkoso erwähnt, dass er und Dupre aus der Tinctur von verdorbenem Mais ein in Alkohol lösliches Oel, das einige giftige und officinelle Erscheinungen *) Diese Krankheit äussert sich durch Röthung der den Sonnenstrahlen ausgesetzten Hautstellen, besonders im Gesicht und auf dem Rücken der Hände, welche sich kleienartig abblättern und von Allgemeinleiden begleitet sind, wie vonSchwäche- gofühl, dem Gefühl von Taubheit in den Gliedern, Schwindel, Schwermuth (welche selbst zum Selbstmord drängt), übelriechender Hautausdünstung. Gewöhnlich wii -d die Hautstelle hart und rauh, es finden sich auch juckende Bläschen ein oder über den ganzen Körper ziehen sich flechtenartige Aufschürfungen oder Geschwüre. Mund' geschwttre, Kopigrind kommen mitunter zum Vorschein. Auch Lähmungen, Krämpfe) Durchfälle, Wassersucht erscheinen als Folge der Krankheit. Im Frühjahre erscheint die Krankheit, um meist im Herbst ganz zu verschwinden. Früher hielt man Unrein* lichkeit für die Ursache dieses Leidens. Amylum. Mutterkorn. H_____ entwickelte, sowie eine giftige Substanz, die alkaloidische Eigenschaften aufwies, Bohrt haben. Nach neueren Untersuchungen desselben Oeles und derselben ?! '&en Substanz, deren Ausscheidung C. Uba nach Dicht geringen Mühen und .osten m ^ ausgezeichnetem Erfolge zu Stande brachte, gelang es Brugnatelli n Körper auszuscheiden, der alle chemischen und beinahe alle physiologischen g nschaften des Stryclmins aufwies. Da jedoch sich auch wieder Vergiftungs- ■> Ptome wahrnehmen lassen, welche von denen der Strychninvergiftung ab- Cflen, s 0 vermuthot LoMimoso, dass eine andere narkotische oder paralytische (] c z? lnun gen erzeugende. Substanz vorhanden sein müsse. Bei einer Fortsetzung , ' Untersuchungen wurde der mit Alkohol behandelte Mais mit Wasser ausgeben und dadurch ein Extract erhalten, welches durchaus keine strychninartige 'genschaften zeigte, aber Narkose oder Tod unter klonischen Convulsionen bewirkte. Beide Stoffe wirken ätzend auf die Gewebe. _ Baxbiako beschreibt das nach dem STAs-Ori'o'schen Verfahren abgeschiedene aisgift als ein weisses, leicht sich veränderndes, amorphes, in Wasser unlös- icnes, in Weingeist und Aether leicht lösliches, alkalisch reagirendes Alkaloid, essen schwefelsaure Lösung unter Einwirkung oxydirender Substanzen sich blau J u ' ähnlich der Strychninreaetion. Die Reaction gelinge auch mit concentrirter Schwefelsäure, welche Spuren des Stickstoffoxydes enthält. ist , chwcis des Mutterkorns im Mehle oder Brote. Diese Aufoibe (K fln A l'otheker C. H. Wolff (Blankensee) und Dr. E. Hoffmann che • l Volls ' ült iS gelöst worden (pharm. Ztg. 1878 und 1879), indem sie der desT U ^ Oact ' on die spectroskopische Prüfung anschlössen. Die Abscheidung reine m Mutterkoi ' ne eigenen Farbstoffes geschieht in folgender Weise: Wird 10 e • < ~° dei " daä zu Pulver verriebene getrocknete Brot) im Gewichte von ceniv f 11 * a° CC ' Aether lmd 20 Tropfen verdünnten' oder 5—6 Tropfen con- «nrter Schwofelsäure oder besser 15 — 20 Tropfen Mixtura Bulfurica aoida »/j— so -l a macerlrt > dann in ein Filter gebracht und der Rückstand im Filter mit Filh-t 1CT nach S 6wa schen, bis das Filtrat circa 14 CC. beträgt, so ist das einer k V lt U o. Str0hSelber Farbe " Wird da8 Filtrat mit 5—10 ,1,ld mehr Tro P feB so s t gesättigten Natriumdicarbonatlösung versetzt und damit durchschüttelt, Flüss l -^ m der Ruhe die Natriumdicarbonatlösung als eine fast farblose wie st T ™ B ° den " Chlor ophyllferbBtoffe und auch Farbstoffe aus Gewürzen, F fbau Baekwcrk e zugesetzt werden, verbleiben im Aether. Mntte 1 Mohl oder Brot Vio Proc - odcr noch eine S erin & ere JU ' n - e neikorn, und es wird in gleicher Weise behandelt, so setzt sich die Natrium- «caiDonatlösung nicht farblos, sondern violettfarbig ab. Man kann auch zur Br- vennung des Mutterkornfarbstoffes die Zonenreaetion vornehmen. Man giesst sa \ aUf eine Scnicllt der Natriumdicarbonatlösung behutsam eine Schicht des uren Aetherauszuges und beobachtet die Färbung der Niveauschicht, der Natrium- aiziosung. Die Reaction beruht auf der Abscheidung des Sclererythrins aus semer Verbindung mit Kalkerde, Lösung desselben in Aether und Bindung an mtron Diese Reaction dürfte, dir den Nachweis einer gesundheitsschädlichen Menge Mutterkorn im Mehle oder Brote; genügen, denn man wird doch wohl nicht behaupten wollen, dass z. B. l/ 20 -Procent Mutterkon, im Mehle, der Gesundheit ^achtheil bringen könne. Dieses Zwanzigstelprocent sollte, übrigens von Seiten der «esundheitspolizei zugelassen werden oder ein Mehl, welches V20 Proc - und we " ■"'ger Mutterkorn enthält, wäre als Nahrungsmittel nicht zu beanstanden. . Um dem wissenschaftlichen Nachweise zu genügen und selbst noch weit«ge- nngere Mengen Muttorkorn sicher nachzuweisen, schreitet man zur spectro- «Kopischen Prüfung und kann jene Natronpigmentlöeung oder auch die Aetherlösung hierzu verwenden. Um ein sicheres Urtheil zu erlangen, stellt man aus Ge- 90 Amylum. mischen von Mutterkorn mit Mehl oder Brot entsprechende Lösungen dar, um das spectroskopische Bild derselben mit demjenigen der Lösungen aus dem fraglichen Mehle oder Brote zu vergleichen. Die Natronsalzpigmentlösung, welche auch mit Natriummonocarbonat orlangt wird, kann mit Schwefelsäure übersättigt und mit Aether ausgeschüttelt werden, um mit der reinen ätherischen Pigmentlösung zu experimentiren. Ueber das Spectrum vergl. man die Angaben Wolff's in Zeitschr. für analyt. Chemie, 18. Jahrg. S. 119 und ph. Ztg. 23. Jahrg. Mittelst dieser Methode, der Behandlung der mutterkornhaltigen Substanz mit Aether, Säure und Natriumdicarbonat, lässt sich auch der Mutterkornfarbstoff, wie schon vorhin erwähnt ist, isoliren, denn die Natriumdicarbonatlösung mit Säure neutralisirt, lässt den Farbstoff niederfallen, so dass dieser im Filter gesammelt werden kann. Die Abscheidung des Farbstoffes und seine Bindung an Aluminiumhydroxyd geschieht in der Weise, dass man das Mehl oder Brot mit Weingeist, welcher mit 5 Proc. Mixtura sulfurica aeida versetzt ist, unter Maceration extrahirt, den Auszug mit Aluminiumacetat versetzt und dann mit Salmiakgeist schwach alkalisch macht. Die Thonerde scheidet sich nicht weiss, sondern mit rother Farbe ab. Bei lauer Wärme ausgetrocknet kann sie in forensischen Fällen als Beweis dem Richter vorgelegt werden (Hager). Petri's Untersuchungen und Resultate differiren im Ganzen hur nebensächlich von denen durch WOLFF gewonnenen. (Zeitschr. f. analyt. Chemie 18. Jahrg. S. 211.) Wenn ein heiss bereiteter weingeistiger Mutterkornauszug mit Salzoder Schwefelsäure schwach angesäuert wird, so verwandelt sich die ursprünglich bräunliche Farbe desselben in roth. Dieser rothe Farbstoff ist in kaltem Weingeist, Amylalkohol, Aether, Benzol, Chloroform leicht löslieh. Durch Einwirkung von Wärme, bei Concentration seiner weingeistigen Lösung z. B. erleidet er Ein- busse und seine Menge vermindert sich. Auf seinem spectroscopischen Verhalten beruht der sichere Nachweis des Mutterkorns. Die auch bei starker Verdünnung noch deutlich sichtbaren zwei Absorptionsstreifen lassen selbst geringe Spuren Mutterkorn mit Sicherheit erkennen. Der sich zuerst abhebende Streifen liegt im Grünen dicht an E nach F hin. Er ist etwas schmäler und weniger intensiv, als der zweite im Blauen, in der Mitte zwischen F und G gelegene. Die ursprüngliche bräunliche vor dem Säurezusatz gewonnene Lösung zeigt dieselben Absorptionsstreifen, nur weniger intensiv. Der rothe, auch in Wasser und verdünntem Weingeist lösliche Farbstoff lässt sich ans dieser Lösung durch Ausschütteln in Aether, Amylalkohol, Chloroform, Benzol etc. leicht überführen und zeigt in diesen Lösungsmitteln ebenfalls die beiden Absorptionsstreifen, die ätherische Lösung zeigt aber die Absorptionsstreifen am schönsten. Nach der Methode Jacoby's (Handb. Bd. I, S. 346) arbeitend fand PETBl auch im reinen Roggenmohle eine gering rothfärbende Substanz, obgleich dieses Mehl im reinen Zustande angeblich nur einen gelben Auszug darbieten soll. In 1 reinen Weizenmehl fehlt diese Substanz. Die nach Jacoby's Methode gewonnene rothe Flüssigkeit ergab nicht immer das dem rothen Mntterkornfarbstoffe entsprechende Spectrum. Jacoby's Methode kann also sehr leicht zu Irrthümem AnlasS geben. Auf Grund dieser Beobachtungen verfährt Pktki in folgender Weise: Ungefähr 20,0 des zu prüfenden Mehlee werden 5 Minuten hindurch mit siedendem Weingeist behandelt, dann absetzen gelassen und der gelb gefärbte Weingeist deeanthirt. Diese Operation wird so oft wiederholt, bis der über den» M»hle befindliche Weingeist farblos erscheint. Die Flüssigkeit wird nun mi* 20 Tropfen verdünnter Schwefelsäure angesäuert, filtrirt und, je nach der Inte»' sität der Färbung, in dickerer oder dünnerer Schicht im Spektroscop untersucht. Man vergleicht mit einer etwa gleich stark tingirten Lösung von Mutterkorn- Amylum. 91 Zur weiteren Prüfung wird ein Theil der Lösung mit 1 — 2 Vol. Wasser ver- "nnt und mit Amylalkohol, dieselbe Flüssigkeit aus einer anderen Probe mit sei n« 1 nn ' aUS e ' uer ^ r ' tten m ' t Benzol, aus einer vierten mit Aether ausge- kom 6 *"*' e S enan nten Lösungsmittel färben sich bei Anwesenheit von Mutterkorn i Und ze igen a l' e das charakteristische Spectrum. Statt des Weingeistes gelh w ^ en * aucD m '* Aether behandelt werden. Zur Beseitigung störender Farbstoffe genügt hier mehrmaliges Ausschütteln und Absetzenlassen, eine ' n - 1 uan titative Abschätzung der Mutterkornmengen im Mehle kann nur meh anna ' lern( J e sein und geschieht einfach durch Vergleich der Farbenintensität eier Auszüge aus Mehlmengon, welche verschiedene Mengen Mutterkornmehl be 'gemischt enthalten. zu -, n ] stauDe xplosionen sind vorgekommen und nimmt man an, dass gew Erscüeinun S ein gewisses Maass von Mehlstaub in der Luft, sowie eine seltp 1SS ° Trockenueit des Mehlstaubes und der Luft nöthig sind, denn nur in in R Den Fftlle "j in welchen der Staub mit einem Liebte oder glühenden Körper „ erührung kommt, erfolgt eine Explosion. Vergl. pharm. Centralhalle 1876, Seite 70. Amylin (Handb Bd. I, S. 340) pflegt man eine Substanz zu nennen, Polaris" t™ 0 T Z . wiscllon stufe zwischen Dextrin und Glykose einnimmt, indem sie den ist und t TT llt8tralU Stark DaCh rCChtS ablcnkt > durch Wein g ei8t nicht föllbar Dialv^-it ™ i C ZU1 w eingoistigen Gährung nicht gebracht werden kann. Im Doxtri \ YC m sie sich wie ein Crystalloid. Sie kann durch Dialyse vom lina'h' • 1 J rcn Währung von der Glykose befreit werden. In dem mit Ausgezeichneten Präparat ist sie bis zu 60 Proc. vertreten. Oelunn- ™ lfte f- men ' S cSltcr » geölter Weizen, kommt im Handel vor. Die ein sol f " eht \ um dem Getreidekorn ein besseres Aussehen zu geben. Wird Pulver a ? trcidosamen . m 'it Curcuma conspergirt, so hängt ihm das farbige Sehwim aU " i dom m ' t einem solchen Getreidesamen geschüttelten Wasser mimen kleine Kampferstückchen ohne zu rotiren. v erkauft°' "f armenisch em Bolus tingirt, ist, wenn er nicht als Indischer ist der * i k ein Fabrikat > dora Betrug zu Grunde liegt. Armenischer Bolus Färhn™ « cll8te rothe Farbstoff, welcher existirt und in alter Zeit viel zur b ™ g von Reisen Anwendung fand, mittel e *E- ei v emelU in De *trin und Glykose übergeführt als Nahrungs- und Stp m fam 'en zu dieser Ueberführung ist den Herren FbebiOHS, Boie Wasser u (Göttingen) patentirt worden. 100 kg Mehl werden mit 40 Lit. Temn ' . 8 *^ö °is 1,0 Proc. einer starken Säure enthält, bei gewöhnlicher durch- verknetct - Die Masse wird in Fäden gepresst und mehrere Male Mater' Tt" a " f 70 ~ 10 0° erwärmten langen Ofenraum geführt. Das getrocknete überl •? \ mmt in Trommeln, die sich in einem Oelbade befinden, welches durch die n T? Dampf auf 110 bis 145 ° erwärmt ist. Nach 10—15 Stunden ist mit V® X ™ mruil g vollendet. Zur Erzeugung der Glykose werden 100 kg Mehl Na hl ein6S ziemli e 1 » dünnen Malzauszuges (1 : 6) bei 50—60« verknetet. Dei a CT Zeit ist die 8tärke in Dextrin und Traubenzucker umgewandelt. ei ,dünnflüssige Teig wird noch einmal mit 50— 75 kg Mehl verknetet, dessen wrKe ebenfalls noch umgewandelt wird. Das die Knetmaschine umgebende Oel- WhVT d (lami auf 10 °— 110 ° erwärmt, um die Diastase zu zerstören. Endlich a das dextrinirte und glykosificirte Mehl gemischt. • Apparatine, Gerabd's, eine farblose durchscheinende Masse, aus Kartoffelstärke * (l Aetznatron hergestellt. 20 Th. Stärke, 100 Th. Wasser und 10 Th. °Proc. Aetznatronlauge werden gemischt und die daraus entstandene klare 92 Amylum. Gelatine auf Glastafeln getrocknet, so dass sie kornartige Blättchen bildet. Sie wird in der Kattundruckerei gebraucht. Apyrinstärke, Fenerschutzstärke. Die Bereitung derselben wurde vor vielen Jahren (von Hager) veröffentlicht. Da diese Stärke hier und da Beachtung gefunden hat, so möge die Vorschrift zu ihrer Bereitung hier einen Platz finden. 100 Th. gepulverter weissgebrannter Knochen werden mit 500 Th. heissem Wasser übergössen und nach und nach mit 60 Th. Engl. Schwefelsäure versetzt. Nach zweitägiger Digestion worden 1000 Th. Wasser dazu gemischt, die Mischung fil- trirt und der ungelöste Rückstand mit 500 Th. Wasser nachgewaschen. Dem Filtrate werden 50 Th. Bittersalz in 100 Th. kochendem Wasser gelöst und kolirt zugeführt und nach dem Umrühren und Erkalten mit Aetzammon im geringen Ueberschuss versetzt. Nach einigen Stunden wird der Niederschlag gesammelt, ausgepresst, an einem lauwarmen Orte getrocknet, zu einem feinen Pulver zerrieben und je 2 Th. dieses Ammonium-Magnesiumphosphats mit 1 Th. Natriumwolframat und 6 Th. Weizenstärke gemischt, auch wohl mit etwas blauem Carmin schwach gebläut. Wesentlich ist, dass diese Mischung kein Eisen enthält und dazu kein eisenhaltiges Wasser verwendet wird. Sie dient zum Stärken der Damenkleider. Die PATERA'sehe Salzlösung als Flammenschutzmittel (Handb. Bd. I, S. 336) ist stets dicht vor der Verwendung anzufertigen, um die Bildung von Magnesiumborat zurückzuhalten. Babyfood (in Nord-Amerika), Kindernahrung aus Weizenstärke und Milchzucker bestehend. (60,0 = 2 Mk.) (II. B. PARSONS, Analyt.) Backmehl, Ltebig's selbstthätiges des G. Lieiug in Hannover, besteht aus 84 Natriumdicarbonat, 18,8 Weinstein und 1000 Weizenmehl. Backpulver von J. Gaedicke & Co. (Berlin) entspricht dem HoRSFOR»'sehen (Handb. I, S. 347). Es besteht aus Phosphaten des Calcium und Magnesium, Natriumdicarbonat, Kochsalz, Mehl. (C. Raabe-Gkaf, Analyt.) Erbsen-Ialz-Mehl, Friedel's (auf Dahsau bei Herrnstadt), ein Nahrungsmittel in Pulverform von hellgelber Farbe und brotartigem Geruch und Geschmack. Es enthält in Procenten 28,1 Legumin und Erweiss, 51 Getreidemehlkörper (Stärkemehl, Dextrin etc.), 2,27 Fett, 8 Zellfaser, 2,55 Aschenbestandtheile, 8,1 Feuchtigkeit. (500,0 = 0,25 Mk.) (Frz. Hulwa, Analyt.) x Glutinin hat man eine Lösung des Stärkemehles in Aetznatronlauge genannt. 100 Th. Stärke werden mit 300 Th. Wasser zum Kleister gemacht, noch heiss mit 30 Th. concentrirter Aetznatronlauge und mit so viel Wasser versetzt, dass das Ganze 1500—2000 Th. beträgt. Hafermehl, präparirtes, Wetbezahn's (Fischbeck, Hessen-Nassau), Nährmittel für Kinder, Reconvalescenten und Gesunde, seheint Hafermehl zu sein, das in ähnlicher Weise wie präparirtes Gerstenmehl behandelt ist. Da Hafer einen dem Legumin ähnlichen Protei'nkörpcr enthält, so dürfte dieses Präparat als Nahrungsmittel Werth erlangen. Preis pro 450—500 g 0,50 Mk. Heiizwiebaek, Futter für Pferde, besteht aus sehr feingeschnittenem Stroh und Heu, Hafer- und Roggenkleie, Bohnenmehl mit heissem Leinsamen schleim besprengt und in die Form der Rapskuchen gebracht. Er kommt in Frankreich in •en Handel. Kindermehl von Gerber & Co. in Thun (Schweiz) besteht in Procenten aus circa 75 Stärke, Dextrin, Glykose, 15 Proteflnsubstanz, 5 Fett, 2 Aschenbestand- theilen, 4—5 Feuchtigkeit. (Renck, Analyt.) Amyluin. 93 Kleister für Papiersignaturen auf Metallblech soll man äuroh.Misch- säur V ° n i SeWi ' lLlllichem stärkekleister mit etwas Spiessglanzbutter oder in Salz- sanr 6 g „ 8stem Stannochlorid gewinnen. Auf 10,0 Kleister 20—30 Tropfen der uie n Metalllösung. da m ) ; t St p el11 ' Kunstweiss (Kunstmeel, Kunstwit) von Heeremanns & Co. (Rotter- Ba ckmeh1 • S ' welcller in fein gemahlener Form als Beschwerungsmittel des Jahren 1 m den HandcI gebracht und auch von einigen Thüringer Müllern seit cu verbraucht wurde. (100 kg = circa 8 Mk.) nitzi g? 8 "™ 1 " 0 ^ (Kraft-Suppen-Mehl) von Hartenstein (Nieder-Wiesa bei Chem- !" bem isch aus Leguminosensamenmehl und Getreidemehl. 1 kg = 3 Mk. kose ,, P ' llver ' ParMentier's ist ein gutes, dem Anschein nach mit etwas Gly- versetztes Brotpulver. (Hager, Analyt.) Hchteü i i rkeP u ipar ] atC für " die Hauswirthschaft. Es existiren (wie Hager be- den Zwo, u eme Menge Stärkepräparate, welche beim Steifen der Wäsche zum sS besser_ erreichen lassen, als Stärke an und für sich. Die eine Stärke wird ;„<-.' W ° em gewisser Glanz und Härte der Stärkeschicht nicht gefordert Lösune eme gute Weizenstärke mit 2-2,5 Proc. Borax. Mit einer lauwarmen stärke dShfc Ä B ° raX iD 15 ° Th ' reinem Was8er werden 100 ° Th - Weizen- doch d tir ft e e?n«■ T^ ^ Mischung dann an einem luftigen Orte getrocknet, denselben 7 w Ji emfache Mischung aus feinem Boraxpulver und Weizenstärke li wecK erreichen lassen. den Gebram'lf ri ' P/a ? r ^ A PP rctm '- filanz stürke ist ein solches einfaches Gemisch. Für ähnlichen'Flu.J'l- f e Miscll ™g mit kaltem Wasser zu einer dünnen milchbestrichen der 8 it I ail , gcrührt ' damit da8 feuchte, gut ausgewrungene Gewebe wiederholt' wl Jerschuss durch Auswringen beseitigt. Diese Operation wird »tärkten GewIT man „? m ° starke Steifung beabsichtigt. Ein Brechen der geVorkommen P " StarWhi ehten soll bei Anwendung dieser Stärke nicht «an dafstrkS m^T S 6 ™ Glanz der gemarkten Gewebe, so beginnt Elastik-Stärke. C kocllcndes Wasser in Schleim verwandelten Glanz- Stearin7stearins G i! M f laS ! ik " Stiirk ° ist ein Ge misch von ungefähr 0,7-0,8 Th. ungefähr seiner Inf l 10 °'° Weizonstärke. Geschmolzenes Stearin wird mit pulvert mit der •+ on Mei1 go Stärke gemischt und nach dem Erkalten ge- die Mühe erspart d^H St ärkemehlmenge vereinigt. Hier ist also der Hausfrau Glaiiy-Wirt» ' «+» r , Stärke noch Stärkeglanz (Stearin) zuzusetzen. gegenwärtig; mel Milrkcg,anz ( Ha ndb. I, 8. 336). Von diesem Artikel werden Ed. Preise fRr i verschledene Compositioncn in den Handel gebracht, Dr. Vorschrift IT^i a 6 ' 8 ' giebt zur Erlan g UI « einer S"tcn Mischung folgende 7 5 Th W a ke (Weizenstärke), 85 Th. Borax, 10 Th. Kochsalz, f eme P„lv • A . cacien g um mi und 275 Th. Stearin (Stearinsäure) werden als Stearinsa,/ 'T 6 vermiscllt - Etwas Schwierigkeit bildet die Pulverung der Benzin 1 sclll ägt Preise vor die auf der Reibe zerkleinerte Säure mit es wohl d- Cngt m e ' Uer R eibschale mit dem Pistill zu zerreiben. Einfacher ist Schmoh ' Z 435 g troekn e r gepulverter Stärke in die bei gelinder Wärme geleitete^" 6 Stearinsäure einzutragen und damit zu mischen, dann die völlig erlernt ^schrank bis zu + 5° C. abgekühlte) Masse in einem Mörser zu »rossen und durch ein Haarsieb zu schlagen, anffp i? e einfacne und genügend den Zweck erfüllende Mischung in vorstehend woie■ „ T ^ eise da rgestellt besteht aus 2 Th. Weizenstärke und 1 Th. sehr Wei sser Stearinsäure. 94 Amylum. Glanzstärke, arsenikhaltige, ist in Nord-Amerika in den Handel gebracht worden. Der Arsenikzusatz soll die Eigenschaften der Glanzstärke erhöhen. Der Verkauf einer solchen Stärke ist bei uns straffällig. Bei Untersuchung solcher Präparate muss daher auch auf Arsen vigilirt werden. Patent-Glanz-Stärke, Franz Coblenzek's (Cöln). Ein in Päckchen ä 50 Gr. zum Preise von 25 Pf. in den Handel gebrachtes Präparat ist ein sehr weisses Gemisch von 70 Proc. einer sehr kleinkörnigen Stärke (Reisstärke), 30 Proc. Borax und andern kleinen Zusätzen. Stärkeglanz, P. J. Klotten's (Cöln) bildet 15 g schwere Täfelchen aus Stearinsäure mit etwas Stärkemehl gemischt und mit blauem Carmin oder Ultramarin hellblau tingirt. Die Pulveroblaten, Cachets, Oblatencapseln, haben sieh eingeführt und sind von verschiedenen Seiten zu ihrer Anfertigung und Verwendung Vorrichtungen angegeben, z. B. von Boeing (Americ. Journal of Pharm. Vol. 48 No. 1), Rice (Americ. pharm. Journ. Vol. 48 No. 5), Digne (Schweiz. Wochenschr. f. Pharm. 1876). Sevcik'scher Oblaten-Verschlussapparat. Dieser Apparat besteht nur aus zwei Theilen: 1) aus dem Monteur oder Aufsatz, einem 3 Ctm. langen, im Lichten 1,7 Ctm. weiten Doppelcylinder (aus Weissblech oder Silber) mit beliebig verschiebbarem Docht, welcher als Befeuchter dient, und mit einem dem Dochte entgegengesetzten festen Ende, mit welchem der dichte Schluss der beiden Oblaten vollendet wird; 2) aus einem hölzernen, polirten Untersatz mit einer Vertiefung für die Aufnahme der zuschliessenden Oblaten. Um die Oblaten mit diesem Apparat zu füllen, werden die Pulver wie bisher auf Pulverschiffchen oder Kartenblättern dosirt und dann folgendermaassen verfahren: 1. Eine Oblate wird auf die Vertiefung des Untersatzes gelegt; der Docht des Aufsatzes wird vorgeschoben, mit Wasser benetzt und durch mehrmaliges Andrücken gegen ein reines trockenes Handtuch von der überschüssigen Feuchtigkeit befreit. Es genügt der so vorbereitete Docht mindestens für 12 Pulver. Nachdem der gefeuchtete Docht zurückgeschoben ist, wird der Aufsatz mit der Dochtseite auf die auf dem Untersatze liegende Oblate gestellt. 2. Den so zusammengestellten Apparat fasst man und zwar den Aufsatz mit Daumen und Zeigefinger, schüttet durch das Rohr des Aufsatzes mit der rechten Hand das Pulver auf die Oblate und klopft gegen die Unterlage einige Male schwach an, wodurch sich das Pulver auf der Oblate gleich- massig ausbreitet. 3. Der Docht des Aufsatzes wird nun gegen die Oblate vorgeschoben, wieder zurückgezogen und der Aufsatz abgenommen. 4. Eine zweite Oblate wird auf die erste genau passend angelegt, der Aufs^ 2 mit dem festen Ende darauf gestellt und festgedrückt und zwar durch Auflegen der beiden Daumen auf das Döchtende des Aufsatzes, wodurch ttf e Oblate geschlossen wird. Es ist wesentlich, dass der Docht nur feucht und nicht nass angewendet wird, da er sonst den Rand der Oblate mit Feuchtigkeit überladet, dann auch } , clluss Schwefelammoniums gestört wird, tritt dann noch ein, wenn die bald „ ° rkalk 0(Ier Chlornatron erfolglos ist. Die rosenrothe Farbe schwindet W ^ nd geht in Gelb über. Anilin IS L Gegen & ift bei eingeathmeten Anilindämpfen, Benetzung der Haut mit säure ' ™ nfübrun S v o" Anilin in den Magen wurde Riechen an verdünnter Essig- Ansicht aus r ? !t Essig ' Trinken essigsaurer Limonade empfohlen, von der Schlosser T fi i, daSS Anilin giftig wirke ' nicht aber soine Salzverbindung, merkune Mn als Ge S en g ift Emetica und im Widerspruch zu obiger Beerkannte gnesiamilch - Hofmann konnte Anilin nicht als Gift bezeichnen, doch ue r Einfüh ^ ^ ^ EUf den 0r S anismvl s übel einwirkende Substanz. Nach nommen w^d" 8 m d ' 6 Verdam,r, gswege konnte es nie in dem Harne wahrge- e er Rosanilinum muriaticum vergl. unter Pigmenta. Anisum. Nähe von W- f en bezeicbn et man eine tlionhaltige Erde in der den Reeenw aU Raus mtz in Mähren in Form kleiner Körner, wie sie von Körner werde™ 6 ™ *" dl ° 0berna(,,1 ° &* Erdschicht aufgestoßen werden. Diese damit die A \ gesammelt und unter der Hand an die Drogisten verkauft, welche gem. Geschäftll No if^Jl™ *? P-c hinauf versetzen (Campe ph. ehem. überhnnnt H ■ C ' 1H76 )- Die quantitative Bestimmung dieser Fälschung, aus das. n seltenen Beimischung von Sand etc. fuhrt man in der Weise nicht zu maD r7° n den wohl durchmischten Frachten 20 g in eine Flasche mit giesst R ™fer Oefihung giebt, mit circa 100 g gesättigter Kochsalzlösung überglas aus • lnutcn 8ellr kräftig durchschüttelt und das Ganze in ein Becher- Flüssip-l!; g -'. es In d,;r Kulu ' sammeln sich sofort die Anisfrüchte am Niveau der mit W V ° n W ° man Sie mit einem klein en Siebe wegnehmen kann. Die wird • ^" ab S ewaschene n Früchte werden getrocknet. Die abgesetzte Erde trocl T lUel gammelt, ausgewaschen und getrocknet. Das Gewicht der geKneten Früchte und das der getrockneten Erde ist zu vergleichen. Bein • d6n Anisfrüchten anhängende Erde sollte nur bis zu ein Glykosid von der Formel C 54 H 84 0 24 . Es scheint mit ide .. M ^ NS Cerberin (in den Samen der Apocynee Cerbera Odallam Hamilton) scn. Dem aus diesem Thevetin neben Glykose sich abspaltenden Theve- tat' Sl " kommt dic Formel C 48 H 70 O 17 zu. Thevetin gleicht qualitativ und quanti- v in seiner Wirkung dem Digitalin, ebenso das Theveresin. Andere Apocyneen, z. B. Geissospermum Vellosii (PeCKOLT) oder Geisso- _Pffmuni laeve (Baillon), sollen die als Fiebermittel empfohlene Pereiro- 0 W 6 ^ e ^ ern - Dem darin befindlichen giftigen Alkaloid Pcreirin wird von ' hjSSE der Name Geissospermin gegeben, und lässt dieser Chemiker einem eiten Alkaloid in derselben Rinde den Namen Per ei r in (Zeitschr. d. österr. Apotn.-V er . 1878, S. 193, Bericht d. d. eh. Ges. zu Berlin 1878). Apoiuorphiimm hydrochloricum. fet daa^m CotIt y ^ r °^ hl ° rat iSt in Aether und chlor( >form unlöslich, dagegen und Chloroform •! "^ Luft daraus entstehende Zersetzungsproduct in Aether sieh also leicht V V '° lettel ' Farbe lÖ8lich - Mittelst dieser Lösungsmittel lassen Operation dürft . zer8ctzten Salztheile von den unzersetzten trennen. Diese »irungsföhig W I m l nothwen <% werden, wenn ein altes Präparat dispen- Sammeln des SaW M . we ™™ mil8S - Es gentigt eine starke Durchschttttelung und leiten auf P CL, 1 •'■'", V i, ' D '° Abtrocknung geschieht schnell durch Aus- Eii f hesspapier. wär me n n H^TT ^ L( " Wl " ,R ° der d!c Bestellung einer Lösung durch Erhitzen bis ztimTT • (lad urch wird die Zereetzung begünstigt. Beim Reaction an und w°a nimmt die ursprünglich neutrale Lösung eine alkalische Soll an und wird gesättigt grünbrau,, werden, so ist ^"^^""^"wnydvochloratlösung auf mehrere Wochen conservirt Tropfen Aether ? H ^ enn B er Aetherzusatz zu empfehlen, auf 2 g der Lösung ein Wirkung des «4nl» AGEK)- Eino geringe Zersetzung ist ohne Einfluss auf die Morphin aber gS'eüv^* d " rCh (M °" 1 ° d ° r Chloroform ^'mindert, durch hohung A und T C °" 8 * a I tirte neben der Erbrechen erregenden Wirkung eine Er- Herabset/unp- alv tolgende Erniedrigung der spinalen Reflexerregbarkeit unter 'uug aer Herzschlage. zu 0 012 e . me A slCüere Emesis zu erreichen, soll die höhere Dosis, die subcutane Nachtheil ™ endun S kommen, da von einer etwas zu grossen Dosis kein Additamcnt™ 6rWarten Sei- Die stärkste Injectionsdosis normirt Pharm. Austriaca, (Berl Er* su . bcutane Injectionen des Apomorphinhydrochlorata will Vallendeb v on d Un - Wochen schr. 1878) in kurzer Zeit drei Epileptiker geheilt haben, geseh if en eine tä S licn vou 10—15 Anfällen gequält wurde. Die injeetion jede während der Aura in einer Dosis von 0,005. Der Anfall wurde nael, 811 ^ 1 coupirt und erfolgte anstatt des Krampfes eine Ohnmacht. Nach und den 1 ^ Urde die In J ecti °nsdosis reducirt, selbst bis auf 0,0025. Die Anfälle wur- leichter und seltener und blieben zuletzt ganz aus. Hager, Timm. Praxis. Suppl 7 98 Apomorphinum hydrochloricum. — Aqua. Apomorpbin. Patrouillard beschreibt im Journ. de Ph. et de Ch. 1877 ein aus England bezogenes Apomorpbin. Es bildete ein voluminöses graues Pulver, untermischt mit schwärzlichen Partikeln. Zusammengerieben Hess es sich mit der Lupe als ein Haufwerk von glänzenden Schüppchen erkennen. Es war von schwacb bitterem Geschmack, in Wasser, Weingeist, Aether, Chloroform löslich. Salpetersäure färbte es dunkelroth bis violett, allmählich blasser und klebrig werdend. Durch Aetzammon wurde diese salpetersaure Lösung wieder dünnflüssig und braun. Ferrichlorid färbte die Apomorphinlösung erst tief rosenroth, welche Farbe in Violett, endlich in Schwarz überging. Jodjodkalium erzeugte in der wässrigen Lösung einen schmutzigrothen Niederschlag, welcher beim Erwärmen verschwindend eine erst lebhaftrothe, dann braun werdende Flüssigkeit ergab. Die wässrigen und weingeistigen Lösungen waren fast farblos, ins Graue ziehend, wurden dann an der Luft grünlich, smaragdgrün. (1) Liquor Apomorphini hydrochlorici ad injeetionem subeutaneam. y: Apomorphini hydrochlorici 0,12. Solve in Aquae bisdestillatae 10,0. Per penicillum lanae vitreae funde. D. S. Eine Pravazspritze voll zu inji- ciren (1 CC. entsprechend 0,012 Apomorphinum hydrochloricum). (2) Apomorphiiiuiu hydrochloricum saccharatum. fy: Apomorphini hydrochlorici 1,0 Sacchari Lactis 9,0. Misce, ut fiat pulvis subtilis. Scrva. Signa: Sumatur Xplum. Dient zum Abwägen sehr kleiner Mengen des Apomorphinsalzes. Es ist in kleinen dicht verkorkten Flaschen an dunklem Orte aufzubewahren. Flaschen mit Gla8- stopfen sind zu diesem Zwecke ungeeignet. Aqua. Bacterienkeime, Ursprosser im Wasser. Diese werden in jedem Wasser, welches mit der Atmosphäre in Berührung stand oder steht, vorhanden sein. D a viele dieser Keime die Kochhitze des Wassers überstehen, selbst, wie L. PasteüB und Joubebt berichten, eine Hitze von 130° ertragen, ohne getödtet zu werden, so finden wir sie auch im gekochten und destillirten Wasser, welches ja nach der Erhitzung mit der Luft in Berührung bleibt und auf diese Weise von Bacterien- keimen bestäubt wird. Viele sind so klein, dass sie selbst durch unsere Papit' 1 " filter gehen. Ch. Chamberland beobachtete eine Bacterie, welche er für Bd' cillus subtilis Coiin hält, welche die Wasserkochhitze überstand, aber bei lH> ihre Lebensthätigkeit oinbüsste, im Uebrigen nur in neutralen, nicht in sauren Flüssigkeiten vegetirte. Es ergiebt sich daraus, dass durch Kochen des Wassers die Keime dieser mikroskopischen Organismen nicht immer getötet werden könne 11. Hager stellte dahinzielende Versuche an und gelang es ihm immer die im Wasser gewöhnlich vorkommenden Organismen bei 100° C. zu töten. Tannin stört die Lebensfähigkeit der Bacterienkeime, die Bacterien und die anderen mikroskopischen Vegetationen in dem Wasser. Von Müntz wurde sog» 1, constatirt, dass das Mycelium des gewöhnlichen Schimmelpilzes 60 Proc. Tannin» die Pilze einer höheren Ordnung selbst bis zu 86 Proc. Tannin aufzunehmen vermögen. Die Annahme, dass Brunnen-Wasser, welches durch Gerbsäure g e ' trübt wird, Leim enthalte, ist eine irrthümliche. Gas- und Theerwasser, Leuchtgas im Brunnenwasser. Diese Verunreinigung macht sich in verschiedener Weise kenntlich. Oft reicht schon f b' r Geruch und Geschmack aus. Das Wasser kann enthalten starke Mengen Ammo» als Chlorid, Nitrit, Nitrat oder Hyposulfit, Fetttheile (Schwimmprobe mit Kampfer)» Aqua. Prüfung des Wassers. 99 ^wefelwasserstoff. Nach H. Vohl wird das Hyposulfitsalz in der Weise nach- ., i^ sen ; dass man 1 Liter des Wassers mit Bleiacetat fällt, den Niederschlag auf ^. a * r * umcar bonatlösung aufgekocht, heiss filtrirt, das Filtrat durch Eindampfen fei <;■ ln ^ er ' n S es Volumen bringt und davon einige Tropfen zu verdünnter Schwe- W» re se ^> ™ welche man reine Zinkstückchen giebt. Das sich entwickelnde Q e ersto %as lässt man auf mit Bleiessig getränktes Papier einwirken. Bei senwart Von Hyposulfit entsteht Schwefelwasserstoff. Cliln- Um Nachweise des Leuchtgases versetzt C. Himly das Wasser mit Seiti . Wasser > setzt die Mischung mehrere Stunden dem Sonnenlichte aus und bedang - n °- as ^ re i e Chlor durch Quecksilber oder Quecksilberoxyd. Riecht einer rt Germsc h °der ein partielles Destillat daraus nach Aethylenchlorid oder Ste ; i a , cnen Chlorverbindung, so liegt eine Verunreinigung des Wassers mit halb °!H engas vor - Zu diesem Experiment muss nothwendig mindestens ein 1 _'ter dos Wassers verwendet werden. daninf/i^" 8 auf organische Stoffe und Bestimmung derselben. Man mit r k' ter des Wassers bis fast zur Trockne ein, nimmt den Rückstand Subst * )r ° C " Aetznatronlauge auf, filtrirt, erwärmt und bestimmt die organische g al anz . mit der auf 1 / m Normal-Oxalsäure titrirten Chamäleonlösung. Dass übersehe SäUre U " d Ammon reducirend auf diese Lösung einwirken, ist nicht zu o r g an i g ! Un ^,** er Kaliumhypermanganatlösung zur Bestimmung der einen Dr w t!i ^stanz. Die im Handbuch gegebene Anweisung enthält statt 4 0R- In der 4 ' Zeile von unten S< 382 ' Bd- r ' ist zu setzen °' 4 ist es zwe V 6 - ■ Rru ^ un £ des Wassers mit der Kaliumhypermanganatlösung bis auf 50—Rno S n g ' daS Wa88er mit Aetznatron stark alkalisch zu machen und der nro-or,- i zu erwä ™en. Unter diesen Verhältnissen geht die Oxydation organsehen Substanz leichter und schneller vor sich. Nach HoTT Imm ^ ng deS Ammons oder Ammoniumcarbonats im Wasser, rein weis« o** i!^ 6 versetzt man in einem farblosen Glasgefäss oder in (Lackmusti \ ™ rce l lan8chale z - B. 1 Deciliter mit weinrother Lackmuslösung soll selbst A • Gegenwart von Ammon tritt sofort Blaufärbung ein und auf diese w mm ° n m Cmem Verhaltniss v on 1 Th. zu 4 Millionen-Theilen Wasser welcher 1 op 86 '^ erkennen sein - Zum Titriren eignet sich eine Säure, von Gkiessmayer "i f. V/V g) gCTlaU °' 001 g Ammon anzeigt. Versetzt man nach so erfolgt Entfä h pfen Gerbsäuivlösung mit 1 CC. 1 /, 00 -Normal-Jodlösung, enthält du 1 A n"^" Au ^ Zusa tz von Wasser, welches Ammoniumcarbonat r othe im äff „ ^ ochen ( ? ) aber von Kohlensäure befreit ist, erfolgt eine schön Färbung enden L,cht e carmoisinroth erscheinende, längere Zeit andauernde mit 2—o h ( 3, ei8 . der Sal Petersäure. Man versetzt ca. 15 CC. des Wassers ÜB zum* An r , einer Salzs äure und einigen Goldblättchen, digerirt und erhitzt (Zinnchl "T. U ! en- Das Filtrat versetzt man mit einigen Tropfen Stannochlorid Stunde »!' War Sal P ete rsäure gegenwärtig, so erfolgt sofort oder einige So seh" a e ™ e r ° the Färbung oder ein röthlicher Niederschlag (Aug. Vogel). oder pT i gUt dieS0 Reaot i 011 ist, so bleibt sie hinter der mit Diphenylamin riienyiamlin, welche E. Kopp (Zürich) vorschlägt, weit zurück. Diphe- säu r amin m scllwcfelsam 'er Lösung zeigt sowohl Salpetersäure als auch Salpetrig- Dinl 6 a 'i < - v . erg1, Su ppl. S. 26). Das Reagens ist eine Lösung von gepulvertem Püenylamin in concentrirter Schwefelsäure. In ein Porcellanschälchen giebt n ungefähr 2 CC. dieser Lösung und mittelst eines Glasstabes einen Tropfen e ™ Prüfenden Wassers. Bei Gegenwart von Salpetersäure oder Salpetrigsäure steht eine lasurblaue Färbung oder man giebt auf ein auf weissem Papiere 100 Aqua. Analyse des Wassers. stehendes Uhrglas einige wenige Krystalle von Diphenylamin, ttbergiesst dieselben mit etwas concentrirter Schwefelsäure, und fördert durch Umrühren mit einem Glasstabe die Lösung derselben; bringt man nun vermittelst des Glasstabes einige Tropfen des zu untersuchenden Wassers in die Flüssigkeit, so entstehen an den Stellen, wo sich die Schwefelsäure mit dem Wasser zu mischen beginnt, bei Gegenwart auch minimaler Mengen Salpetersäure blaue Streifen, und beim Umrühren wird die ganze Flüssigkeit deutlich blau. Wenn eine quantitative Bestimmung bezweckt wird, so macht man 1 Liter des Wassers mit einigen Tropfen Aetznatronlauge alkalisch und dampft bis auf 10 — 15 CC. ein, um den Salpetersäuregehalt im concontrirten Zustande zu sammeln. Nachweis von Salpetrigsäure. Das mit Essigsäure angesäuerte Wasser wird der Destillation unterworfen und die ttberdestillirenden Tropfen in mit Schwefelsäure angesäuertem Kaliumjodidstärkekleister aufgefangen. Salpetrigsäure, welche ohne Zersetzung zu erleiden leicht im Anfange der Destillation übergeht, erzeugt hier eine blaue Jodstärke-Ausscheidung (Fresenius). Diese Reaction ist eine scharfe, wo es darauf ankommt Salpetrigsäure neben Salpetersäure und bei Abwesenheit von Ferrioxyd nachzuweisen, im anderen Falle verdient die weit schärfere Reaction mit Diphenylamin in schwefelsaurer Lösung den Vorzug (vergl- unter Acidum nitrosum). Ein noch schärferes Reagens auf Salpetrigsäure ist nach Gutes das Metadiamidobenzol, welches 1 Th. Salpetrigsäure in 10 Mill- Th. Wasser durch Eintritt einer gelben Färbung anzeigt. Es wird in verdünnter Schwefelsäure gelöst und die Lösung durch gereinigte Thierkohle entfärbt. Eine solche Lösung lässt sich Monate hindurch aufbewahren. Die im Handb. (Bd. I, S. 384) angegebene Reaction mit Cadmiumjodid haltender Stärkelösung kann auch durch eine Zinkjodid-haltende Lösung erwetzt werden. 10 CC. des Wassers werden mit 1 Tropfen des Reagens versetzt. Bestimmung der Sulfate im Wasser. Dieselbe geschieht nach Ava- Houzeau in folgender Weise: 10 CC. des Wassers werden in einen (12 Ctm. langen, 1,8 Ctm. weiten) Reagircylinder gegeben und mit einem Tropfen Essigsäure angesäuert. Hierauf giebt man aus einem Tropfenzähler je nach Umständen 2, 4, 6, 8 oder 10 Tropfen einer titrirton Baryumchloridlösung hinzu. Hat sich nach Verlauf von 3 Minuten eine Trübung gebildet, filtrirt man durch ein genässtes doppeltes Filter. Das Filtrat versetzt man wiederum mit einem oder mehreren Tropfe" der Baryumsalzlösung, wartet 3 Minuten und giesst, wenn eine Trübung einge- treten ist, durch dasselbe Filter. In dieser Weise fährt man fort, bis das Filtrat aufhört, mit dem Reagens im Verlaufe von 3 Minuten eine Trübung zu geben. Die Methode der Titrirung lässt sich beim Wasser auch auf andere Bestand' theile wie Kalkerde, Chloride etc. anwenden. Nothwondig ist, die Zusätze genau zu notiren. Dass sich diese Methode auch auf stathmetometrischom Wege vo1 ' wenden lässt, bedarf wohl keiner Erklärung. Farbe des Wassers. Zur Erkennung derselben werden zwei gleich weite (2 Ctm. weite) Reagircylinder, der eine derselben mit, dem fraglichen Wasser, der andere mit destill. Wasser gefüllt und beide neben einander gegen eine Scheibe völlig weissen Schreibpapiers in verschiedenen Lagen gegen das Lieh 1 betrachtet. Düngerjauche, Dejectbestandtheile, Cloakenstoffe im Wasser nachzuweisen oder zu erkennen, ob ein Brunnen mit Düngergruben oder Abtritten communicirt, verfährt mau (nach Hager) in folgender Weise. Man dampft jj einem Porcellangefäss 1 Liter des Wassers bis auf circa 30 CC. Rückstand ei» und filtrirt, das etwa an die Gefässwandung angelagerte mit einem P»' se Aqua. Trinkwasser. 101 richte 1 mit dem Wasser in das tarirte Filter bringend, um es dem Ge- luichde ° ZU bestimmen und näher zu untersuchen. Von dem Filtrate werden, 'einigen^r 68 p aUf o- ein Vorhalten S e S en Reagenspapier geprüft ist, 5 CO. mit hitzt rw ™, f llbci ' Iösun g versetzt und im Wasserbade eine halbe Stunde erschlag »? * lüssigkeit giebt mit Silbersalz nicht nur einen sehr starken Niedersatz, oder^-ik * Sicl1 :lUch Wohl schwarz oder enthält einen schwarzen Bodensäure ve t 1St reducirt - And ere 5 CO. werden mit mehreren Tropfen Gerb- 10-15 T< V ein ° dlitte Portion von 5 CC - des Wassers werden zunächst mit weitere 5 on T verdünuter Schwefelsäure und dann mit 5 CC. Pikrinsäurelösung, J °äjodkal Wassers mit einigen Tropfen verdünnter Schwefelsäure und mit oder der n Versetzt Bei Gegenwart jener fauligen Stoffe treten in der einen oder mJ U IT FlüS8i S keit alsbald oder nach einstündigem Stehen Trübungen Kommen d e w ge em " Mindcstens werden 3 dieser lleactionen eintreten. des Wasser* Keactl0nen erst nach einiger Zeit zum Vorschein, so ist der Gehalt 80 ist es ™* a V e ™ n St °f en ein unbedeu tender. Giebt Gerbsäure keine Reaction, Mit dem fil , lttss, S ke,t mit wenig Essigsäure schwach säuerlich zu machen. Harnsäure Ti „ ein S odam P ften Wassers versucht man Reactioncn auf Amnion, directe Verl T Du> ' bci(len letzteren sind nur da nn vertreten, wenn eine z ur Trockne 1 " e in" S 1 ZW " , ' h< '" Brunnen und Dunggrube vorhanden ist. Das bis gewöhnlich einen l P Wa8Ser ^terlässt bei einem Gehalt an Dungstoffen Behufs Ah* T Unen ° der dunkelfarb 'Sen Verdampfungsrückstand. Wasser sa b j T Cüatzun g und Beurtheilung des Wassers als Trinklösung an n«H < -f R V ° r 15 Janren das Verhalten desselben gegen Tannin- dic se Reaction , , 8 ' ch im IIandb - Bd - *> S - 385 > sub Iv die Anweisung, Zeit den Wertl, ^ USZUtldlren UIld ™ beurtheilen. Endlich hat man in neuerer insofern, als k.« Kea(,,t 1 lon erkannt, jedoch modificirte man Hagkr's Angaben ftiurlich erachtet 1 ^- n Ge,,rauch eines Wassers als Trinkwasser für ge- Trübung erleidet T™ ?™ "berhaupt durch Tannin gleich oder später eine machten Anweisung■" T ■ dazu ' dass er ,lio ilu 11;u,db - loco citato ge- Er beobachtete Trflhn • *? g6 Ulld der Erfal "'ung sich anschliessende, hält, ^satze. Diese WaZr m , dritten und viertcn Stunde nach dem Tanuin- dem Brunnen scheiXt £*?** . , m Sc,1, "'l )fG » und kurz nach der Entnahme aus Wohl aber einen etwa« Z 7 T lge "' farbl ° 8 l,nd hatten einen guten Geschmack, organischer (nicht or ■• • Kalk S ehalt ( im Liter ca. 0,25) und eine geringe Menge graugelblich, nach | an,sirter ) Substanz, denn der Verdampfungsrückstand war braun. Nach eintäiri^f stärkeren Erhitzen im geschlossenen Tiegel schwärzlichfanden sich organisier i e !\ en '" dicht S esclllüSSe ner Flasche bei 15 — 18° C. »nd wird ohne allen IST i?i ■ ein- Ein solches Wasser wird oft angetroffen werflioh, welches in t , " ei1 genossen. Hageb hält nur das Wasser für ver- T anninzusatze crsrielt ' ors 1 ten zwei Stunden erhebliche Trübungen nach dem käme man in a;i , t Wurde man der KAEMMEBEB'schen Ansicht folgen, so Das wL! P,' W0hl 50 Proc - der Binnen zu oassiren. enthält die mm' 7v farbloS odor fast farblos ist und Ursprosser oder Algen Nährboden hah Ve ! ?etabll,s e ll on Zersctzungsproducten entstehen oder solche als nachweist frl « lm Al| gemeinen, wie HAGEB aus mehrjähriger Erfahrung da geg en ah T'^ Valh - 1879 ' S ' 267) ' der Gesundheit nicht nachtheilig, tionen thieri h a Genuss des Wassers höchst gefährlich, dessen Algenvega- Vß rdank W,1IS , n Stoffen, Dejecten, Faecalmassen, todten Thieren ihren Ursprung A rt wirrt ° Uei SOlche Substanze n zum Nährboden haben. Wasser der letzteren trtihp,/ j me erman geln in der ersten Stunde nach dem Tanninzusatze sich zu »en oder einen Bodensatz zu bilden. Uie Beurtheilung eines Trinkwassers stützt in neuerer Zeit A. Dupasqtjiek 102 Aqua. Aqua bisdestillata. auf das Verhalten einer Goldehloridlösung in dem Wasser. Dieser Chemiker giebt folgende Anweisung: Man setzt zu 25—50g des Wassers einige Tropfen Goldchlorid-Lösung in der Art, dass die Flüssigkeit schwach gelb gefärbt erscheint. Enthält das Wasser nur so viel organische Substanz, wie das gewöhnliche Trinkwasser überhaupt, so bleibt die gelbliche Färbung selbst bei anhaltendem Kochen ohne Veränderung; enthält dagegen das Wasser eine ungewöhnliche Menge organischer Substanzen, so färbt es sich zuerst bräunlich und später bläulich violett. Wie gefährlich der Genuss von Wasser ist, welches mit Faecalmasse in Berührung war, ergiebt ein in England zu Caterham vorgekommener Fall. Das Deject eines Typhuskranken war in das Wasser eines Grabens gefallen, aus welchem fast 400 Arbeiter ihr Trinkwasser schöpften, und es erfolgten 300 Typhuserkrankungen. Massenhafte Erkrankungen nach Genuss von Wasser aus Teichen und Gräben, in welchen man todte Thiere geworfen hatte, sind oft vorgekommen. Mcdieinische Pilanzenwä'sser. Man hat vorgeschlagen, zur Conservirung der destillirten Pflanzenwässer einen Glycerinzusatz zu machen. Da schon ein mit 33,3 Proc. reinem Glyceri» versetztes Wasser die Bildung von Schimmel und Schleimalgen zulässt, so ist jener Vorschlag ein verfehlter (Hager). Aqua bisdestillata, höclistreincs Wasser, zweimal destillirtcs Wasser, bisdestil' lirtes Wasser bezeichnet ein Wasser, welches mit besonderer Sorgfalt gereinig'' ist und zur Darstellung der Lösungen und Flüssigkeiten dient, welche eine hypo- dermatische Anwendung finden. Dass das destillirte Wasser, wie es in den Apotheken vorräthig gehalten wird, meist Bacterienkeime enthält und beim Stehe» die Bildung von Organismen in Form von Schleimflocken zulässt, dass ein solches Wasser subcutan angewendet, Entzündung und Eiterung an den Injectionsstelle» hervorbringt oder zur Folge hat, wurde von HAGER durch Experiment an eigener Person constatirt. Bisher erklärten die Aerzte diese unangenehmen Erscheinung" 11 und localen Nachwirkungen der Injectionen als Folge einer unreinen Beschaffenheit der gelösten Injectionssubstanz und man ahnte nicht, dass meist nur die Beschaffenheit des destillirten Wassers die Ursache sei. So kam in einer Apotheke in Pommern der Fall vor, dass ein und dasselbe Morphinsalz bei der einen Person jene Entzündungen hervorbrachte, bei der anderen nicht. Der betreffende Apotheker verthoidigte sich damit, dass die eine Person wohl zu diese» Entzündungen disponire, die andere nicht. Als Gegenbeweis dieser Ansicht ergab sich, dass die Lösung aus einer anderen Apotheke entnommen nicht solch 6 Nachwirkungen gezeigt habe. Die Einführung einer Aqua bisdestillata > n die praktische Pharmacie ist zu einer Forderung geworden (pharm. CentralhalW 1879, S. 385. 473), die zu erfüllen ist. Die Darstellung dieses zu Injectionen brauchbaren Wassers richtet sie» nach der Beschaffenheit des Brunnenwassers. Ist letzteres nicht frei von org»' nischer Substanz und Amnion, so versetzt man 50 Liter des in einem Steintopi 9 oder einem Glasballon befindlichen Wassers mit 10 g Kaliutnhypcrmanganat, £ 6 ' löst in einem halben Liter Wasser, kolirt nach einigen Stunden in die Destill»' blase, versetzt mit 25 g Kalialaun und destillirt, nach Verwerfung des zuerst übe 1 " gehenden ersten Liters Wasser die folgenden 33—34 Liter sammelnd. Gic» das Destillat mit Silbernitrat im Verlaufe einer Viertelstunde keine Trübung, ^ wird es durch ein doppeltes, vorher mit destill. Wasser gewaschenes Papiern» 6 direct in j / 2 — 1 -Literflaschen hineinfiltrirt. Die vollen Flaschen werden sofo mit Glasstopfen geschlossen und mit Glas- oder Blechkapseln tectirt und an ei» c1 ^ schattigen Orte aufbewahrt. Hätte das Destillat auf Zusatz von Silbernitrat e» 1 ^ Trübung erfahren, was vorkommt, wenn das Brunnenwasser viel Calciumchlor 1 Aqua. 103 st lf ^ T agn . esmmclllorid enthält, so muss es über 5 g Aetznatron und 10 g kry- all- -Natriumcarbonat nochmals destillirt und das Destillat durch ein doppeltes Filter gegossen werden. und A d!eS ^ Weise erhält mai1 ein Wasser, welches frei von organischen Stoffen m't T V' m . mon ist - D ^ e Destillation über Alaun erscheint nach der Behandlung | Kaliumhypermanganat überflüssig, dennoch sichert man die Bindung des mons und die Zerstörung aller organischen Keime, welche nach der Behand- ng mit dem Kaliumhypermanganat und wühlend der Beschickung der Destillirblase aas Wasser hineingestäubt sein könnten. m ass & e Flaschen und Trichter völlig rein und vor Staub geschützt sein Seil > ehe sie mit dem Wasser gefüllt werden, ist unumgänglich nothwendig. oxal f 8 . psnn S des Wassers. Diese geschieht nach F. Anthon durch Baryum- mehr H1 v 10 '° kr y staluB > rtes Calciumsulfat genügen 15,0 Baryumoxalat und V> d * Di Se stion swärmc. 1 Liter mit Gyps gesättigtes Wasser enthält schneller™ 11 ' Bßi S ' edehitze erfolgt die gegenseitige Zersetzung beider Salze dorf -1 ' ma *knig schlechten Wassers. Diese wird nach Oltmanns (Obern- 1 CO A' l . e ) s ' c her dadurch erreicht, dass man 1 Liter des Wassers mit erreicht la i- rter Eisenflüssigkeit versetzt und 1—2 Tage absetzen lässt. Gunning Olt.uann' f" , Zweck dureh Zusatz von 0,033 wasserfreiem Ferrichlorid. Die welchen das W hode dürfte den Vorzug haben, besonders in den Fällen, in _ as Wasser technischen Zwecken dienen soll. kalk m*j U w ,1Cn harten Wassers - Zu 100 Liter Wasser werden 20 g Aetz- dem Abset , er abgelöscht, zugesetzt, bis zum Aufkochen erhitzt und nach kann Sn enIassen filtrir t- Wenn ein Erhitzen bis zum Aufkochen nicht geschehen lässt 'ein P J% Setzt 1 man 10 ° Liter Wasser mit 25-30 CC. 10 proc. Aetzammon, 1 e . men Ta g absetzen und filtrirt. England"!^^ 1 ^'- Bl8CHOF ' 8 - Diese Vorrichtung wurde vor 10 Jahren in kation de, Mi beSteht alls Eisenschwamm und soll sich in der Fabri- üch ein,™ T "r' überhaupt zur Reinigung schlechten Wassers vortreff- theken No 4 Tk * verschiedene Grössen. No. 1 dürfte sich für Apo- E. Levium ,'v Vi/ , Mineralwasserfabriken eignen. Bezugsquellen sind "urg ' Dazu j 8 ™ " Cöln und E ßN8T Voss (Gebr. Kai.kmann) in Ham- Anti-K TTT . bare Glaskugelhähne werden zu 7,20—8,10 Mk. berechnet, heim gehalten ' \ giebt es eine grosse Anzahl, deren Zusammensetzung geStuttgart Fabrik t Welche P atentirt sin(L Das HAUFF'sche (Feuerbach bei Aetznatro'n 9± ti V °^t Hauff ) besteht nach BBOCKHOFF und Süssengut aus 73 Th i,i i • atnumchl orid 1,24 TL, Natriumsulfat 2,13 Th., Wasser Anti Kps« - a • 6me aus roher Soda bereitete Aetzlauge. — Das patentirte Chlorid ml T p mi V ° n Meyn & Cp - ( Bel ' lin ) besteht aus unreinem Baryum- Mittel fR Vv Salmiak, tingirt mit rothem Ocher. — Das Ad. MAßOiiN'sche chlnriV-! i. w yor 'gen ähnlich, nur mehr Ocher enthaltend. (Baryum- lienpVVri ™ er » welchea an Magnesiumchlorid nicht arm ist, ein verworfenes Ant.kesselstemmittel.) — Pate antitartrique in Form einer ziegelrothen an, f 6n a f a f a ht aus Meersal z, Soda, Sand, Eisenoxyd und den Rückständen aus R btarkefabl 'ikation. — Alex. Stock's Antikesselsteinmittel (Guben) besteht s öorax und Kochsalz. — Ein unbenanntes Mittel bestand aus unreinem Mag- "esmmoxalat, Borax und Kochsalz (Hagek). chl S mlagen von Zinkstäben in die Dampfkessel (bei Gegenwart von Magnesium- lorid entsteht Zinkchlorid, welches der Bildung des Kesselsteins entgegenwirkt). 104 Aqua. Eisdarstellung. Eine Verfahrungsweise, das Wasser, welches zur Speisung von Dampfkesseln bestimmt ist, zu reinigen, um die Kesselsteinbildung zu verhüten, ist in No. 2 der Industrieblätter 1880 von K. und Th. MöLLEB (Kupferhammer bei Brackwede) angegeben. Dampfkesselspeisewasser, empirische Beurtheilung desselben. W. F. K. Stock sagt darüber (Chemical News), dass es auf folgende Punkte ankomme und eine genaue Analyse nicht nöthig sei: 1) das Wasser muss frei sein von einer sehr merklichen Menge suspendirter mineralischer Substanzen, 2) darf dasselbe keine freien Mineralsäuren, saure oder corrodirende Salze enthalten, 3) dürfen ölige und fettige Substanzen ebenfalls nicht vorhanden sein, 4) darf ein gutes Kesselspeisewasscr nicht mehr als 0,44 g feste Substanzen per Liter enthalten, und dürfen von diesen sich nicht mehr als die Hälfte beim Kochen unter Druck ausscheiden. Zur Bestimmung letzteren Umstandes kocht man, nachdem man die Gesammtmenge der gelösten Substanzen bestimmt hat, ein bestimmtes Volumen des Wassers am Rückflusskühler und wägt den ausgeschiedenen Niederschlag. In Erwägung kommt, dass Magnesiumcarbonat neben Calciumsulfat und Calciumchlorid in Wasser bis zu 100° C. erhitzt zersetzend wirkt und Sulfat und Chlorid des Magnesium entstehen, dagegen dass bei höherer Temperatur dieser Process eine retrograde Richtung annimmt und Magnesiumcarbonat und Sulfat und Chlorid des Calcium resultiren. Auf diesen Umstand hin wird von E. Bohliö (Eisenach) Wasser gereinigt (D. R.-Patent). Bleirühren, Ziiinriilireii. Für Wasserleitungen sind Bleiröhren in unserem Klima die besten und dauerhaftesten. Zinnröhren brechen und bersten leicht, besonders in der Winterkälte. Eiserne Röhren liefern immer Wasser von Ocher getrübt und sind ebenfalls weniger dauerhaft denn Bleiröhren (Bd. I, S. 385). Die mit Zinn ausgekleideten Bleiröhren könnten den Vorzug verdienen, doch auch hier erleidet Zinn bei starker Kälte, Temperaturwechsel, Erschütterung eine Disaggregation, die schwache Zinuauskleidung wird krystallinisch und bröckelt in kleinen Stücken ab. Diese Erscheinung tritt nicht ein, wenn das Zinn 2 bis 3 Proc. Blei enthält. Dass bei Anwendung von Röhren aus 2—3 Proc. Blei enthaltendem Zinn an Mineralwasserapparaten die Gefahr einer Verunreinigung der künstlichen Mineralwässer mit Blei zu erwarten sei, ist nicht erwiesen. Entsprechende Versuche mit solchen Röhren ergaben Wasser, welches sich völlig bleifrei erwies (Hager). Eisdarstellung. Die Eis-Erzeugungsmaschine Siddeley's und Maukay's beruht auf der Kälteerzeugung durch Aetherverdunstung und Uebertragen der Kälte auf tief unter 0° erstarrende Salzlösungen. Viel Verwendung zur Eisbereitung findet Methyläther. Die Darstellung desselben geschieht einfach durch Erhitzen einer Mischung von 13 Th. Methyl' alkohol und 20 Th. conc. Schwefelsäure und Hindurchleiten des bei 110" entwickelten Dampfes durch Natronlauge (behufs der Reinigung von Schwefligsäure) und Hineinleiten in conc. Schwefelsäure. Diese vermag ein 600faches Volumen Methylätherdampf' zu absorbiren. Diese Lösung von Methyläther in Schwefelsäure kommt in den Handel. Um den Methyläther daraus frei zu machen, lässt man 1 Th. der Schwefelsäurelösung in 2 Th. Wasser eintröpfeln. Hierbei werden 92 Proc. des Aethers als Dampf frei (Kriciibaumeu). Die Ammoniak- und Aether-Eismaachinen leiden an dem Uebelstande, das» die völlige Dichtung der Gasleitungen etc. daran schwer zu erreichen ist, und die WiNDiiAu.sKN'sclien Eismaschinen, deren Construction auf dem Wärmeverb rauch bei der Ausdehnung comprimirter Luft beruht, sind sehr voluminös und biete» angeblich auch ihre Schwierigkeiten, so dass sie nur seltene Anwendung finden. Aqua. Eisdarstellung. 105 Raoul Pictet (in Genf) baut Eis-Maschinen und benutzt als Kälteerzeu- gungsmittel Schwotiigsäureanhydrid, welches billig zu beschaffen ist und bei ~~ 10° C. etwas mehr als 1 Atmosph., bei + 35° nicht mehr als 4 Atmosphären a Bipfspannung besitzt. Von zwei Röhrenkesseln dient der eine als Verdampfungs-, er andere als Condensationsraum. Eine Pumpe evacuirt den ersten und com- i imirt die gebildeten Dämpfe in dem zweiten Kessel und ein durch einen gehörig gestellten Hahn passend verengtes Rohr liisst die condensirte Flüssigkeit aus em zweiten Kessel continurlich nach dem ersten zurücklaufen. Durch die 0 e , n des ersten Kessels circulirt Salzwasser, das zur Uebertragung der Kälte worin durch eine BuNSEN'sche Lampe ein mit Sektes RohTerhiS St ^e freigema h iß T m Drucke (12- kupfernen Behältern auf- Beter,. Eb dritter B *a,ter dl ent dazu, um aus den ersteren Behftl- [™J d le f ül . die T «at.on nöthige Kohlen- * re «n der nöthigen Jannung ( 4 - 5 Atmo- 2J-) zu bringen. Die T* de , r ™ imprägniren- Jen Massigkeit gefüllten Haschen werden in radialer Stellung auf cino kupferne Drehwelle aufgeschraubt. Flg, I). l U Natürl. Orü Doppelter Bein'Bciier Mineralwasserapparat. Drehwelle 17 ^f" mit Kautschukventil scheidet jede Flasche von der Die Welle' ™Tt a ™ Berftlll ' u »K des Metalls mit der Flüssigkeit gehindert ist. welcher 7^,v t Flascll0rl wird 10 Minuten hindurch in Action gesetzt, nach icnei zeit die Imprägnation beendet ist. Zur Sicherheit sind die Flaschen mit einem Drahtgitter überdacht. nannten S\fl f^ jeder Art hier verwendbar sind, so sind doch die soge- SSSJFfl^AaBchen vorzuziehen. An diesem Apparate befindet sich auch ein Lrw,' P h ™> belmfe Ausschankes, so dass die gekohlensäuerte Flüssigkeit bleibe, nicht mit Metall in Berührung kommt. kuo- i Die K u gelflaschen sind den Weinflaschen ahnliche Flaschen mit Glas- Im H l ' •" E "S lan d vi el im Gebrauch. Ihr Rauminhalt beträgt 300 CC. Halse ruht eine Glaskugel, welche grösser als die Mündung der Flasche ist. seh i! e - Sei " Mündun S befindet sich eine horizontale Rinne, in welcher ein Kaut- nukring ruht. Durch den Druck der Kohlensäure des Mineralwassers wird die 108 Aqua. Mineralwasser. gläserne Kugel an den Kautschukring angepresst und damit die Flasche hermetisch geschlossen. Siphons mit Kohlensäurewässern können nicht nur durch Erwärmen, sondern auch bei unvorsichtiger Abkühlung zerspringen. Eine Abkühlung muss so geschehen, dass der ganze Siphon bis zum Kopf unter Wasser steht. Würde er nur am unteren Theile von kaltem Wasser umgeben sein, so würde die Con- traction des mit dem kalten Wasser in Berührung stehenden Glases eine stärkere sein als in dem oberen, von der wärmeren Luft umgebenen Glase. Diesem Missvorhältnisse addirt sich der starke Druck im Siphon hinzu und ein Zerspringen ist die Folge. Was ist künstliches Mineralwasser? Die Beantwortung dieser Frage dürfte dem Apotheker als Sachverständigen obliegen. Künstliches Mineralwasser ist jode Nachbildung eines natürlich vorkommenden Wassers. Kohlensäurewasser, Sodawasser, Natrokrene sind nur Namen für die Nachbildungen des Selterserwassers. Diese Wässer zählen also zu den künstlichen Mineralwässern. Dagegen sind pyrophosphorsaurea Eisenwasser, Lithionwasser, kohlensaures Bitterwasser, kohlensaures Magnesiawasser, Hämorrhoidalwasser, Bleichsuchtwasser und andere ähnliche Zusammensetzungen Arzneimischungen, welche nur der Apotheker verkaufen darf, nicht aber der Nichtapotheker. Dass letzterer z. B. künstlich dargestelltes Friedrichs- haller Bitterwasser und Saidschützer Bitterwasser verkaufen darf, ist nicht zu bestreiten, denn sie sind eben künstliche Mineralwässer, nicht aber kohlensaures Bitterwasser, denn unter letzterem Namen wird eine Bittersalzlösung mit Kohlensäure imprägnirt verstanden, ein Medicament, welches zu verkaufen dem Apotheker zusteht. Sodawasser ist kein Arzneimittel, sondern ein Genussmittel. Seewasscr-, Meerwassfr-Niiiierling, Mariiie-Siinerling, Meerwasser mit 2 Proc. Salzgehalt und mit Kohlensäure imprägnirt. Sal marinum facticium (Handb. H> 8. 504) 20 g und Natriumdicarbonat 5 g werden in 1 Liter reinem Brunnenwasser ohne Wärmeanwendung gelöst und unter einem Drucke von 3,5 Atmosphären mit Kohlensäure gesättigt. Soll natürliches Seewasser verwendet werden, so ist es mit so viel Brunnenwasser zu verdünnen, dass es nur 2 Proc. Salze enthält, und pro Liter mit 5 g Natriumdicarbonat zu versetzen. Die Lösung «i r( * durch frisch bereitetes Holzkohlenpulver filtrirt und mit Kohlensäure, wie vorstehend angegeben, gesättigt. Dieses Wasser soll ein gutes Mittel bei dispeptisebe« Leiden sein und blutreinigend wirken. Emsor (Jnellsalz in flüssiger Form (Administration der König-Wflhelms- Fig. 4. Kugelflasche. Aqua. Mineralwasser. elsenquelle) ist Emser Mineralwasser in concentrirter Form. Es kommt in den einer 7 lt2 tm ' lan S en > 4 Ctm - weiten, viereckigen Glasflaschen, welche neben autgeklebten auch mit einer aufgepressten Signatur und einem 16theiligen farbi aU Ser versehen sind - Eine Flasche enthält 150 g einer völlig klaren keit •?' salmisch und mild alkalisch, nicht unangenehm schmeckenden Flüssig- 3 T't w Dem Salz S ehalt y on 6,7 Proc. Es entsprechen diese 150 g Flüssigkeit misch?" R aS f. er der Victoriaquelle. Diese Flüssigkeit gewährt sämmtliche ehe- lvtisM nea ™ onen der Hauptbestandtheile, welche Fresenius in seinem ana- kaufsn efunde der Victoriaquelle angiebt. Eine Flasche (Flacon) hat den Ver- _ preis von 2 Mk., auf welchen Preis die Wiederverkäufer einen Rabatt von r *oc. in Natura vergütet erhalten. Wilher^p ^ aSt '" en mit ° der ohne pf efferminzarom (Administration der König- lang ™"^ lseno l u ellon) sind mittelst Maschine gefertigt, von ovaler Form, 2 Ctm. den Quellp i breit ' rein weiss ' tra g en den Stempel „Ems" und enthalten neben ca. 10 e "* alzcu Zucker als Constituens. 8 Pastillen haben ein Gewicht von «nd Zucker ^ T^ Pa PP schachtel enthält 47 Pastillen, enthaltend Quellensalz dß r That "' , Wedor ° }me oder m & einem Pfefferminzarom. Sie enthalten in quellen anJnhf IiClle Salze ' welche Fb ese nius in der Analyse der Emser Mineral- u nd wird dp w- Der Preis einer Scuacllt el mit 47 Pastillen beträgt 85 Pfg. Budarj 7 rkäufern ein Rabatt von 50 Proc - gewährt. v °n Hager) ' m J** Janos ■ Bitterquelle (Fresenius Analyt. — Berechnet Natriumsulfat Magnesiumsulfat ^almmsulfat wthiumsulfat N atriumchlorid Calciumchlorid Natriumcarbonat 50 NaO,S03 M MgO,80» K0,S03 LiO,SO» NaCl CaCl - -— WIlil , NaO,C02 «yst. Ferrosulfat FeO,803+7HO ^ rmmsilicat 3Nab,2Si03 *£ a ™Phosphat3NaO,PO« *Kal^ bib ° rat NaO,2B03+ 10H0 Kalmmbromid KBr Tlunu Kaliumjodid jjj Kohlensäure 3 ,5 Volume. UnnHtL be B-t Clmeten Sind in d <* Analyse als Ungarisches Bitterwasser (v. Liebi G , Analyt.). K0,S03 5 ° NaO,S03 MgO,803 NaCl NaO,C0 2 ----- ^. Vilu CaCl «yst. Ferrosulfat FeO,80 s + 7HO «anganosi-lfat MnO,SO» £a halaun K 0,S0^ AP 0 3,3S03+ 24HO ^ahumsilicat 3KO,2Si()3 £atnumpliosphat 3NaO,P0 5 Kohlensäure 4 Volume. Kaliumsulfat Natriumsulfat Magnesiumsulfat Natriumchlorid Natriumcarbonat Calciumchlorid Kilogramm 100 Kilogramm 990,5 1981,0 Grm, 974,8 1949,6 „ 0,65 13,3 „ 0,05 0,1 „ 14,15 28,3 „ 54,15 108,3 „ 46,0 92,0 „ 0.21 0,48 „ 1,11 2,22 „ 0,05 0,1 „ 0,05 0,1 „ 0.05 o,i „ 0,05 0,1 „ in Spuren vorhanden aufgeführt Kilogramm 100 Kilogramm 2,60 6,2 Grm. 969,00 1938,0 „ 1087,12 2174,2 „ 19,10 38,2 „■ 175,50 354,0 „ 51,25 102,5 „ 1,90 3,8 „ 1,10 2 > 2 n 0,44 0,89 „ 1,0 2 ,° » 0,15 0,3 „ 110 Aqua. — Araroba. Prodnits hygieniqucs a l'ean de mcr in Form von verschiedenen Backwaaren und Getränken, fabricirt mit destillirtem Meerwasser, gerühmt gegen alle nur denkbaren Krankheiten, kommen in Frankreich in den Handel und finden gläubige Consumenten. Hier sieht man, dass Reclame nur allein die Basis der Geschäfte dieser Art ist. Auch das in Deutschland sich geltend machende Magnetisch-heilkräftig bereitete Wasser eines Dr. Kuhlmann erfreut sich gläubiger Consumenten. Apparate und Instrumente zur Untersuchung des Wassers. Einen für die Zwecke der physikalisch-chemischen Trinkwasser-Untersuchung construirten Apparat in Etui mit den nöthigen Instrumenten hält die Firma Ch. F. Geissleb Sohn (Albert Geissleb) Berlin SW. Hallesches Ufer 26 zu einem Verkaufspreise von 40 Mark vorräthig. Beachtenswerte Arbeiten über Wasseruntersuchungen sind: Anleitung zur Untersuchung von Wasser von Dr. Fkrd. Tiemann (Braunschweig, Vieweg & Sohn). Lübecks Trinkwasser von Th. Schobeb (Lübeck, Ruu. Sbeliö). Araroba. Andira Araroba Aguiae, Angelin amarzogo, eine der Andira atithelmin- thica Bentham sehr ähnliche Papilionacee, aus der Gruppe der Dalbergieen. Dieser Baum ist im südlichen Amerika, besonders in Bahia einheimisch. Das Holz ist von sehr bitterem Goschmacke, daher die Bezeichnung amarzogo, im Gegensatz zu Angelin dolce (Andira vermifugaj. Araroba, Chrysarobina, Acidnm chrysophanicnm crndnm, Pulvis (ioa, Chrysarobin, Goapnlver, Bahiapulver, Po de Araroba, Po de Bahia, Poh Baia, Po de fioa, ein inter- cellulares Secret im Holze der oben angegebenen oder einer derselben sehr ähnlichen Andira-kxi. Man sammelt die Araroba, indem man das Holz des bis zu 50 Ctm. dicken Stammes alter Bäume spaltet und die in Längskanälen abgelagerte, anfangs dunkel schwefelgelbe Masse mit der Schneide der Axt ab- stösst. Da die Araroba nachdunkelt, so erhalten wir sie im Handel als ein rhabarberfarbenes bis grünlich aloebraunes, selbst bis dunkelviolettes von Holzfasern durchsetztes Pulver. Bestandteile. Attepield fand in der Araroba Proc. 84 Chrysophansäure, 7 Glykose, Bitterstoff, Arabin, 2 Harz, 5,5 Cellulose, 0,5 Asche. LiebeemanN erkannte in der Substanz, welche Attkftkld für Chrysophansäure hielt, ein Gemisch von verschiedenen Stoffen, unter welchen ein indifferenter Körper, welcher mit der Chrysophansäure viel Aehnlichkeit hat, der auch in Chrysophansäure übergeführt werden kann, in vorwiegender Menge vertreten ist. Diesem Körper gab man den Namen Chrysarobin. Seine Zusammensetzung entspricht der Formel C 30 H 26 O7. Chrysarobin wird von conc. Schwefelsäure mit gelber, Chrysophansäure mit rother Farbe gelöst, ersteres ist in sehr verdünnter Kalilauge unlöslich, letztere löst sich darin mit rother Farbe. Ersteres giobt mit Kali eine braune, letztere eine blaue Schmelze. (Berichte d. d. ehem. Ges. Jahrg. 11, 8.1003.) Kochendes Benzol löst die Araroba bis auf die beigemischte Holzfaser (16-" 18 Proc), und aus der erkaltenden benzoligen Lösung scheiden 60—65 Proc- eines blassgelben kristallinischen Pulvers oder warzenförmiger Krystalle aus. l & kalten Benzol bleiben circa 10 Proc. in Lösung (Liebeemann und Setdleb). Aufbewahrung. Ehe die Araroba in die Standgefässe eingeführt wird, _i st sie durch ein Sieb zu schlagen. Der Staub wirkt heftig reizend auf die Schleim' Araroba. 111 im"! 6 ? CT ? ase und der A ugen. Es ist rathsam das Zerreiben und Absieben A Slen rf D bedeckten Sieben vorzunehmen und eine Staubbrille zu benutzen, dur , " Wendun 9- Araroba fand bisher nur äusserlicho Anwendung und dürfte hat Ben ™ es |äure sehr wohl ersetzt werden können. Als Ersatz der Araroba che ^T * zarinum siccum (Bianthraehinon) vorgeschlagen, wegen der antr" V ^ Aehnlicllkeit desselben mit der Chrysophansäure (dem Bioxymethyl- ^ acninon). Da nun aber letztere Säure nicht in der Araroba vertreten ist, zarin ma \ den . Vorschla g wohl nicht acceptiren, obgleich sich das billigere Ali- Hetici a Psor iasis bewährte. Araroba dient als Antipsoricum, Antiher- erzielte' ^ nt , ( ! czematicum ) gegen Leber- und andere Hautflecke. J. Neumänn riasis & • , sem M i tte l bei Psoriasis vulgaris, Herpes tonsurans und Pity- ftr ein^TMr J schnelle und gute Heilerfolge. Körner hält die Araroba nur Collodhim lT ' ttel bei Psoriasis - Für die Anwendung empfiehlt sich das aber mitunt ySarobinatuni - Die Wirkung soll eine mild stimulirende sein, ist stelle um<>-iebt 6m6 ubermaS8i & re!zend e. Die mit der Salbe einzureibende Hautgesunden Hai t man aUCh WoH mit Heft P fl aster, um Färbung und Reizung der schneller w « vorhüt en. Die Färbung der Haut schwindet in 8—10 Tagen, Arid i ereiben mit BenzoL ( c uH 8 0 4 od* o T T ys n ophanicu,n ' Kheinsanre, Raponticin, Rinnicin, Chrysophansäure barberwurzel d q 2(011 ) 2 ' aIso i some r dem Alizarin) findet sich in der Rha- Namen als A a Sennesblät tern, in den Rumexarten etc. Das unter diesem parat war da" ., rpotlcum und Aateczematicum in den Handel gebrachte Präverwandelte F ? Benzols aus der Araroba ausgezogene und in ein Pulver Anwendung act ". Sollte der Arzt Acidum chrysophanienm zur äusserlichen g verschreiben, so wäre diese Araroba de pur ata zu dispensiren. (1) Collodinm chrysarobinatum Collodium cum äS s. Aciclo chry- sophanico. * Ararobae 2,0 M . sc Collodii 15,0. D - S. Zum Bepinseln der Haut. (2) Ltaünentnm antiherpetlcnm ckrysa. fy Acidi benzoiei 2 5 Ararobae 5,0. ' fcubtüissime pulverata misce cum Benzim litnanthracini 60 0 Spiritus Vini abaolut ^,0 Glycermae 10 0 ' Sepone loco tepido per horam dimidlam Liquor refngeratus, per lanam™tream fusus dispensetur. vuream n P;S., Zum . Bestreichen der leidemlm, (3) «neuem™ A.Mi etajMfkmtoi «EUMANN. ^ Ararobae 10,0 Unguenti lenientis 40,0. M. D. S. Zum Einreiben. (Die einzureibende Hautstelle wird mit Heftpflaster umgeben, um die Färbung der gesunden Haut zu vermeiden.) (4) Unguentuni Acidi chrysophanici Sqüieb. iy Ararobae 10,0 Benzini litnanthracini 15,0 Adipia snilli W : 0. In cueurbitam vitream ingesta diger- antur per horam dimidiam, tum per lin- teum fusa caloro balnei aquae seponantur, donec Benzinum evaporandofugatum fuerit. unguentum inter agitationem refrigeratum dispensetur. (5) Unguentum antipsoricum chrysarobinatum. IV Ararobae 2,5 Unguenti cerei 30,0. 1). S. Zum Einreiben (mittelst eines kleinen weichen Lederballens). (ß) Unguentum Ararobae. IV Chrysarobinae 5,0 Unguenti cerei 30,0. M. f. unguentum. 112 Argentum. Argentum. Selenlialtiges Silber ist von Deuuay beobachtet worden. Die Legi- rungen daraus sind blasig und lückig und soll es beim Schmelzen schäumen. Der Selengehalt scheint einer zur Affinage verwendeten selenhaltigen Schwefelsäure zu entstammen. Erkennung von Silber oder echter Versilberung (Hdb. I, S. 437) und Vergoldung. Betupft man das Metall mit 10—15 proc. Silbernitratlösung, so wird bei vorliegendem edlem Metall innerhalb 15—20 Minuten die betupfte Stelle und auch der kleine Flüssigkeitstropfen ungefärbt, bei unedlem Metall dagegen farbig erscheinen (Hager). Die zu untersuchenden Gegenstände werden durch diese Probe nicht im Geringsten im Ansehen beeinträchtigt. Weniger lässt sich dies von folgender Probe sagen. Eine Lösung oder Mischung von 1 TL Kalium- dichromat mit 1 Th. reiner Salpetersäure wird auf den Gegenstand aufgetropft. Bei Gegenwart von Silbermetall hinterbleibt nach einigen Augenblicken beim Abspülen der Waaro mit Wasser ein blutrother oder braunrother Fleck. Agyrolith. Mit diesem ungehörigen Namen bezeichnete man vor einigen De- cennien eine versilberte Metalllegirung, welche mit Silber viel Aehnlichkeit hatte. Argentina, argentinirt nennt Hansen (Stockholm) den metallischen, besonders silbernen Ueberzug unglasurten Porcellans. Das Porcellan wird wahrscheinlich in eine silbersalzhaltige oder überhaupt metallsalzhaltige Flüssigkeit eingetaucht und dann durch Hitze eine Reduction des Ueberzuges bewerkstelligt. Argentina ist nicht mit Argentine zu verwechseln. Argentine, eine Versilberungsflüssigkeit, bestehend aus 10,0 Silbernitrat, gelöst in 200,0 Wasser, dann versetzt mit 12,0 Salmiak, 20,0 Natriumhyposulfit und 20,0—25,0 Schlämmkreide, ist also der Kuim'schcn Versilberungsflüssigkeit ähnlich. Unter dem Namen Argentine verstellt man auch eine Druckfarbe für Gewebe, bestehend aus durch Zink galvanisch niedergeschlagenem Zinnmetall und Caseinmasse aus Milch. Dianenbauni, Arbor Dianae, baumzweigartige Aneinanderreihung von Silberkrystallen, welche durch galvanoclectrische Reduction gebildet sind. In eineu> Spitzgläschen übergiosst man einen erbsengrossen Quecksilbertropfen mit Silber- nitratlösung und^stellt an einen kaum lauwarmen Ort bei Seite, um Erschütterung zu vermeiden. Je nach der Concentration der Silberlösung bildet sich der D 1 ' anenbaum langsamer oder schneller. Glanzvcrsilberung. Ebebmayb» löst 20g Silber in 60g Salpetersäure, fall* das Silberoxyd durch Aetzkali (20 g), löst es nach dem Auswaschen in einer wässrigen Lösung von 100 g Kaliumcyanid und verdünnt mit Wasser bis auf ein Volumen von 2 Litern. Silberscliwanim zu Zahnplomben. R. Boettger empfiehlt Silbertartrat auf einem Platin- oder Kupferb iche einzuäschern und zu glühen. Dieses locker 0 Silbermetall kann jedoch nicht das Blattgold für denselben Zweck ersetzen, denö die kleinen Silberlamellen haben nicht die Weichheit des Goldes. Tula- oder Niello-Silber. Die Legirung ist von der Firma F. Zacher & G*' (Berlin) aufgefunden worden und soll aus 9 Th. Silber, 1 Th. Kupfer, 1 Tb- Blei und 1 Th. Wismuth bestellen und den blauen Farbenton zeigen (Dingi-eK 8 polyt. Journ.). Nach Hakt werden 4 Th. Feinsilber, 9 Th. Kupfer, 9 Th. Blei, 2 Tjj' Borax uud 48 Th. sublimirter Schwefel in der Weise vereinigt, dass der Metall- Argentum. — Argentum nitricum. 113 Atta? n m * Borax auf den Schwefel giesst, damit schmelzt und dann das werd ge • ! Sch über Reiser in Wasser giesst behufs Granulirung. Die Granülen zu n e - n ii- ln T 1 Pulver verwandelt, welches mit Salmiaklösung gemischt auf das Fen« at, - e * MetaU tibertra gen wird. Durch Glühen, langsames Abkühlen, »an, Schleifen mit Tripel wird die Niellirung fertig gestellt. Versilberungspntzpulver ist ein Gemisch aus Silberehlorid mit der 10 fachen ffle nge gepulvertem Weinstein. Argentum nitricum. haltip^ 6r J? h ? elzpunkt des Silbernitrats liegt bei 225» C. Beim Schmelzen gold- SUbemif 8 8<>lieidet G ° ld metallisch aus - (J- M. EdeK 18t ™ ^ em g e i st um so weniger löslich, je stärker dieser ist )■ 100 Th. Weingeist mit einem Gehalt an wasserfreiem Weingeist lösen bei 150 3 g bei 50° 73 bei 750 18,3 Silbernitrat. I _____ In reinem Aether, Spuren Mic h , ein We \ F. Bd. 17) 80 70 60 50 40 30 20 10 Vol.Proct. 10,3 22,1 30,5 35,8 56,4 73,7 107 158 Gew. Th. — — 58,1 — 98,3 — 214 T) n 42,0 — 89,0 — 160,0 — 340 » n Ch. N. auch in mit Wasser gesättigtem Aether ist es nur in ingeistgehalt steigert jedoch die Löslichkeit (Journ. f. pr. Die He stifte durch 7 ™ S genügend harter und nicht leicht zerbrechlicher Höllenstein- Wie aus den H dh V0D Sllberc Worid ist schon vor 2 Decennien versucht worden, die krvstüli;,,;,, 1, D .' Bd " *> 8- 449 gemachten Angaben hervorgeht, genügt es, _ Krystalhmsche Structur der Stifte zu stören, sie wenigstens feinkörniger zu machen Chlorid enthaltenTem S K ^ ^ geringer Zusatz von Silberchlorid oder etwas Salze reichen v-ir™ allsal P e ter. 2 Proc. von dem einen oder dem anderen Stifte zu ww£ *™' , leichte Zerbrechlichkeit und das Abbröckeln der Silberchlorid SIT' £? ° härter zu machen - E ™ Zusatz bis zu 10 Proc. gesehene Hart* Z a ™ erma881 g er und verleiht den Aetzstäbon eine nicht gern ficationsmittel U Resistenz beim Touchiren. Wird Kalisalpeter als Solidi- Diese solidificirten T a- & ° I8t eS nothwe ndig, dass er etwas Chlorid enthält einer Spur Chlor d, . e aus einem Silbernitrat bereiteten Stifte, welches mit Zeit naoh ihrer n n ™t U vf emiSter Sal Petersäure dargestellt wurde, werden kurze grauen Höllenstein als S 8 ,?»?- Wie bekannt geben die meiste n Aerzte dem dificirende Zusaty „Jl 7 ! en Vorzu S- Ea w äre erwünscht, wenn der soli- _________ geben jrzug. Es \ z. B. zu 2 Zur D ~t---------'"^icurn fusu ^^^^^^^^^^^^^^^ n,__ " arstellun g w äre eine Vorschrift zu geben und die Mischung deTHSuLrteSVT 11 feS t tge8tellt ' z - B ° zu 2 Pr °e- normirt würde und man cinell machte. Zur nL S „f_" m nitlieM fusum solidatnm s. solidificatum offi aus 98 Th. Silbernitrat l 5Vh tt ,- , , - , - bewerkstelligen. ' Kalisalpeter und 0,5 Th. Kaliumchlorid zu QüorJd auSefSrTdTS i*E Dr ° gUisten ist der HölIen8tein mit 10 Proc - ^nSSSrJlÄ^ Pr ° C - Kali «mnitrat noch nicht, dagegen aber ein ALT J A ^ 75 - 6 6,6-50-33,3 Proc. Kaliumnitrat. Der reine und ReW Wlrd auch von den Droguisten in Gaze und Glas, in Holz, Federposen je 30 x . g g ellalte n- Die in Holz nach Art eines Bleistiftes gefassten und Actyst-ff 1 P1S entnaltende n werden auch zuweilen mit dem Namen HELLEB'sche ^ wsiitte belegt. Sie sind in Frankreich bereits seit anderthalb Decennien »rauch und unter dem Namen Crajons au nitrate d'argcnt im Handel Ha. er, Pharm. Praxis. Suppl. im (vergl. 114 Argentum nitricum. Handb. Bd. I, 8. 448). Ein gutes Einhüllmittel ist mit Collodium überzogene Seidengaze. Prüfung. Krystallisirtes Silbemitrat hat Siiuttleworth goldhaltig angetroffen. Zum Nachweise fällt man mit Salzsäure aus und versetzt das Filtrat mit Kaliumrhodanid. Es tritt bei Gegenwart von Gold eine orangerothe Färbung ein; oder man stellt in das Filtrat einen Zinkstab, auf welchem sich das dunkle Gold ablagert. Wittstein und auch Biel berichten von Höllenstein, welcher Bleinitrat enthielt. Anwendung. Silbernitrat gilt als ein gutes Mittel in Krankheiten des Verdauungsapparates, sowohl den acuten wie chronischen, besonders bei Neuralgien des Unterleibes. Niewodniczanski fand, dass dieses sehr leicht zersetzliche Salz durch Zinksulfat in allen Fällen und sogar noch besser versetzt werden könne (bei Magenkatarrh giebt er innerhalb 24 Stunden 0,06 — 0,08 g Zinc. sulfuric). Silbernitrat wird von Le Denttj zu Injectionen in das Unterhautzellgewebe gegen Neuralgien, Ischias, Arthritis etc. als schmerzlindernd empfohlen. Injectionsdosis 2—3 Tropfen einer 20 proc. Lösung. Es folgt nach der Injection starker Schmerz, nach 3—4 Tagen Abscess, welcher nach Oeffnung in 4—• 5 Tagen abheilt. Diese Injectionen sollen ein besserer Ersatz der Anwendung von Aetzpasta, Glüheisen etc. sein. Bei stinkendem Nasenschleim (Punaisie) soll ein Auspinseln der Nasenhöhle mit 2 proc. Silbernitratlösung (und Einführung von mit Alaunlösung getränkter Tampons) sehr zweckdienlich sein. Zu den subcutanen Injectionen nach Thieesch und Nüssbaum: (bei Carcinomen und entsprechenden Geschwülsten) wird zuerst eine 0,1 proe. Lösung angewendet. Sie wird durch mehrere Stichöffnungen injicirt und dann eine Natriumchloridlösung nachinjicirt. Argentum nitricnm cum Kali nitrico. Zur Darstellung ex tempore bei Mangel einer Höllensteinform oder behufs Herstellung einer Mischung im besonderen Verhältnisse hat man hohle Cylinder aus Pergamentpapier als Ersatz der Form empfohlen. Da die Temperatur des geschmolzenen Gemisches ausreicht, die Papierhülle zu entzünden, wie auch von Schlesinger praktisch nachgewiesen wurde, so ist von dem Gebrauche dieser Formen abzuweichen und in Stelle derselben wären fingerlange erwärmte Glasröhren, welche an dem einen Ende mit etwas Boluspasta geschlossen, auch wohl im Innern mit beöltem Fliesspapier berieben sind, zu benutzen. Nitrosilber bezeichnet eine Verbindung, welche in ihrer Zusammensetzung einem Silberhyponitrit entspricht. Zur Vertilgung der Silberllecke auf Geweben (Hdb. Bd. I, S. 451) empfiehlt Krätzer eine Lösung von 10 Th. Salmiak und 10 Th. Aetzsublimat in 100 Tb. Wasser. Zeichenstifte für Wäsche. Nach einer irgend wo gemachten Angabe sollen solche Stifte in gleicher Weise wie starke Bleistifte gemacht werden, und zwar aus einer Masse, welche aus 8 Th. weissem Thon, 2 Th. feinstem Pulver des Braunsteins, 3 Th. Silbernitrat und 5 Th. destill. Wasser gemischt ist. Comachrome, eine ammoniakalische, Pyrogallussäure enthaltende Silbernitratlösung. Haarbalsam der Franziskaner-Brüder in St. Mount ist eine wohlriechende, auu 0,3 Silbernitrat, 25,0 Glycerin und 134 Weingeist bestehende Flüssigkeit (WittstbiS. Analyt). Argentum nitricum. — Arnica. — Arsenum. 115 Haarfärbemittel, Chinesisches, von Kothe & Cp. (Berlin) besteht aus einer l-öaung von 2 Th. Silbernitrat und 1 Th. Pyrogallussäure oder Gerbsäure in 5 Th. Salmiakgeist und 92 Th. Wasser. (Hager, Analyt.) , Haarliqnor, Chinesischer, Richard Hoffmann's (Leipzig) ist_ eine ammonia- Kansche Silbernitratlösung. Die gleichzeitig beigegebene Contra-Tinctur zur Beseitigung der Silberflecke ist eine Kaliumjodidlösung. (Industriebl.) Hiawatha Haarbalsam, Hoyt's, von David Wright (New-York), ist eine am- moniakalische lproc. Silberlösung. (Chandler, Analyt.) 2 Vl .. Tannl & e ne von Euss, auch Tannigene von Eisenwein sind Haarfärbemittel, aus <: Flüssigkeiten bestehend, von denen die eine ammoniakalische Silberlösung, die an- uere Pyrogallussäurelösung ist. Arnica. . E ™ v e r giftungsfall mit letalem Ausgange, durch Genuss von 60—80 g Ar- dp^T- f ntinctur veranlasst, ist wiederum vorgekommen. Die Experimente mit 300 A- ergaben ' dass in den Amikablüthen scharfe Stoffe enthalten sind, und d w tlDCtUr wurde n eingedampft, mit Chloroform der Rückstand extrahirt Es erM f . "^ Verdampfungsriickstand auf gesunder Haut aufgestrichen, tinctur 6me Reizun S m it warzigem Ausschlage. Auch eingedunstete Arnica- gifteten ^f"^ Blasen wi e Spanischfliegenpflaster. Der Mageninhalt des Ver- win i\- ' a T( T ^dunsten concentrirt, erzeugte ähnliche Reizungserscheinungen aie durch Abdunsten concentrirte Tinctur (Journ. de Ph. et de Ch. 1879). von 2*™"*?u 1 von BÜH LiGEN bestehen aus 1) einer braunen Salbe, einem Gemisch Tinctur mk £?? ef ?'' 5 Th - Cacaomasse, 1 Th. wohlriechendem Oele; 2) einer kleinen Tin^, ,v- h S : 467 )> dem Conservateur oder der grossen Tinctur; 3) der Analyt) U Armcae florum) und 4) einer Tanninbalsamseife (?) (G. Krause, Arsenum. beanJ P ■ A, Wendu "fl- Arsen wird Jetzt häufiger subcutan angewendet, esonders bei Chorea. Die Injectionsdosis ist 3-5 Tropfen der 1 procent. Ar- emgsaurelosung oder der FowLEü'schen Solution, welche man mit der zwei- lacüen Menge destill. Wasser verdünnt. Die kleinere Dosis ist für Kinder von cJ' a P ÜSSere fur Kind er von 11—14 Jahren. Die Heilerfolge, welche nicht 1 erzielte, waren erfreuliche. Nur selten wurde die Injection gar IWä^i, agen - 15—20 Injectionen innerhalb eines Monates genügten. Je nach Tasr !niic?rr W £ an S e gebene Dosis jeden Tag oder jeden zweiten oder dritten dermatischP A, • Reizun S der Injectionsstelle erfolgt äusserst selten. Hypo- rbZil P S oW ninJ0Ctl0nei1 Sind auch bei anderen Nervenleiden, ferner bei ä. ÄÄ'ÄTSnsiär^iif^^ woaudi eine inner ' „„,„.. \.\f[ ben , s stattfandet, empfohlen worden. Mauteeli berichtet über einen Fall (Gaz. med. ital. 1877), wo er durch subcutane Arsenmjectionen ein lange Zeit dauerndes Asthma nervosum heilte. Der Kranke war ein Mann im Alter von 39 Jahren. Die Injectionsdosis wurde von 0,6 bis zu 1,0 der FowLEß'schen Solution, welche mit der zweifachen Menge Wasser verdünnt wurde, gesteigert. Nach jeder Injection cessirte der Anfall unu nachdem im Ganzen 8—9 Injectionen gemacht waren, kamen Anfalle nicht mehr vor. Die maximale Injectionsdosis wäre so hoch wie die innerliche anzunehmen u ud ein üeberschreiten dieser Dosis mit Vorsicht zu erwägen. r 116 Arsenum. Chinin, arsenicic. Zu Inhalationen mittelst des Verstäubungsapparates (gegen Asthma) ist die Verwendung einer sehr verdünnten Lösung der Arsenigsäure und zwar 1 auf 2000—3000 Wasser angezeigt. Soll der Rauch inhalirt werden, so wird lg (oder 18 Tropfen) der FowxEß'schen Solution auf Schreibpapier ausgegossen und Bach dem Trocknen das zu einem Fidibus gefaltete Papier angezündet. Liquor Kali arsenicosi (Fowler), Solutio arsenicalis Fowlee. Behufs Cou- servirung und Verhinderung der Pilz- und Schleimbildung schlägt J. Mülle u (Horde) einen Zusatz von 0,4 Borax vor. Die Anwendung einer Aqua bisdestillata genügt demselben Zwecke so lange, bis der Boraxzusatz von Seiten der Pharmakopoe acceptirt und officinell gemacht ist. Da Arsenigsäure durch ihre Disposition zur Sauerstoffaufnahme indirect eine Nährsubstanz für Pilzvegetationen ist und sie durch den Lebensprocess dieser Ursprosser in Arsenwasserstoff umgesetzt wird, so ist erklärlich, dass eine von Schleimpilzen bewohnte arsenikalische Solution allmählich im Arsengehalt eine Minderung erfährt. Letztere ist sogar von Bretet (Arch. d. Ph. 1880, XIII, S. 61) nachgewiesen, so genügt ein Zusatz von 10 Proc. Weingeist nicht nur die Pilzvegetation zurückzuhalten, als auch den Arsengehalt zu conserviren. Dem entsprechend ist die weiter unten folgende Vorschrift gefasst. Die in der Arseniklösung vegetirenden Algen und Pilze sind nicht von einer und derselben Art. Es sind dieselben, welche sich auch auf Bier, schwachem Weinessig einfinden. Meniere bezeichnet den Pilz mit Hydro- crocis arsenicalis. Die Algen, welche sich in und auf Arseniksäurelösungen bilden, sind vorwiegend Leptothrix-, Hygrocrocis- und Anabaena-Arten. (3) f Syrupus Ferri arsenicici. Sirop d'arseniate de fer. 'V (1) f Liquor Arsenici bromati Clemens. (Handb. Bd. I, S. 474, sub 10.) Dieser Arzneiformel ist der Zusatz zu machen: Eine längere Zeit eonservirte Zusammensetzung soll wirksamer sein als die frisch bereitete. Dosis: 1 — 2 Tropfen täglich 1—2 mal und anhaltender Gebrauch, dabei Nahrung und frische Luft, als Heilmittel der Epilepsie. Tritt nicht völlige Heilung ein, so doch Reduction der Anfälle. (2) f Liquor Kali arsenicosi (Fowler). Solutio arsenicalis Fowler. i^ Liquoris Kali arsenicosi Ph. Germa- nicae 90,0 Spiritus Vini absoluti 10,0. Misce. Liquor in centenis partibus partem unam Acidi arsenicosi contineat. Haec mixtura in lagena bene clausa per annos multos conservari potest. Chininnm arsenieicnm (Handb. Bd. I, S. 478). Hier ist der Zusatz zu machen, dass Adler gelungen ist eine Chinmarsenitverbindung darzustellen und zwar durch Wechselzersetzung von Silberarsenit mit Chininhydrochlorat und ExtractioB mittelst 70 proc. Weingeistes. Die Krystalle erwiesen sich als eine Verbindung von 1 Molecül Arsenigsäure mit 3 Molecülen Chinin (Archiv d. Pharm. 1879)- Die Zweifel an dem Bestehen dieses Salzes sind noch nicht dadurch beseitigt. Arsenwasserstoff. Die Prüfung auf Arsen erfordert in den meisten Fällen die Umsetzung der Arsenverbindung in Arsen Wasserstoff, jenes farblose, knoblauchartig riechende Gas, welches schwerer als atmosphärische Luft ist, in dieser mi* bläulicher Flamme zu Arsenigsäure verbrennt, welches auf der Porzellanflächfy Ferri arsenicici 0,1 Acidi citrici 0,5. Conterendo mixtis affunde Glycerinae 5,0 Syrupi Sacchari 94,5. Digere per diem unum, interdum agi- tando, donec solutio effeeta fuerit, tum liquorem adhuc calidum per pannuni linteum funde. D. S. Täglich 2—3 mal einen Thee- löffel. Den CLERMONT'schen Syrup stellt Duin v. Wasowicz durch Lösen von 0,02 Ferroarsenit (arsenigsaurem Eisenoxydul) in wenig Essigsäure, Verdünnen mit Wasser, Neutralismen mit Natriumdi- earbonat, Verdünnen mit Wasser bis auf 40,0 und Lösung von 60,0 Zucker, dar. Arsenum. Arsenwasserstoff. Giftlösung. 117 die von seiner Flamme berührt wird, den metallischen dunklen Arsenfleck er- sen' g s UD ^ au ' dem ü " )er semer Flamme gehaltenen kalten Porzellan einen Ar- 'gsäurebeschlag absetzt, welches eingeathmet wie ein heftiges Gift wirkt. , ' e P e ^erführung der Sauerstoffverbindungen des Arsens in Arsenwasserstoff Schw^ .' S ^ er unter Einwirkung von arsenfreiem Zink auf arsenfreie verdünnte j^, . e e,sä ure bei Gegenwart der Arsen Verbindung. In neuerer Zeit haben Dawy em f lu ™ ama lgam mit Wasser und Johnson Aluminiummetall mit Aetzkalilauge triu ^ era Wasser wird zuerst die arsenhaltige Substanz, dann das Na- amalgam in kleiner Menge zugesetzt. In eine mit ihrem halben Volumen sser verdünnte Aetzalkalilauge, versetzt mit der arsenhaltigen Substanz, wer- 1- , e ' n ige Stücke Aluminiumdraht gegeben und die Gasentwickelung durch ge- unae Wärme in Gang gebracht. Aluminium des Handels ist wohl selten arsenfrei und dieser Umstand ist ein mdenii SSj das nicht überwunden werden kann. Aluminium entwickelt übrigens rj? , Contact mit Aetzlauge. und Arsenigsäure theilweise Arsen wasserstoffgas, ein Ifleil des Arsens wird aber metallisch ausgeschieden. Vergl. auch S. 118. Bei Einwirkung des Arsenwasserstoffgases auf Mercuricyanid in weingeistiger Lösung, beim Hindurchleiten des Gases durch diese Lösung erfolgt ein oth-branner Niederschlag, welcher sich in einigen Stunden in Quecksilber, arsenigsäure und Cyanwasserstoff zersetzt. Phosphorwasserstoff erzeugt inen blassgelben Niederschlag, welcher sich im Lichte schwärzt, und Anti- 8 ;iL UWasser Stoff scheidet aus der Mercuricyanidlösung metallisches Queck- Fälle h • Un 9- Dass * 5ei Darstellung der sogenannten Giftlösung in forensischen 8ä n . Behandlung der organischen Substanz mit Kaliumchlorat und Salzen m i< germge Mengen Oxalsäure entstehen, ist bereits unter „Acidum oxali- eum« erwähnt. 8äurel- rSen8äUre ' n arsenigsäure überzuführen genügt Kochung mit Oxal- lösliolf r i Sen8Ulfid und Antimontrisulfid sind in Kaliumdisulfitlösung B h ft B DUr 6twaS 8clrwieri g er -' fahren Trennung des Arsens vom Antimon giebt Nilson folgendes Ver- sune-CliT' - Man 1ÖSt die frisch gefällten Sulfide in Kalilauge, leitet in die Lö- einer P - °V m Ueber8cnu88 > erwärmt im Wasserbade, lässt nach und nach mittelst Abdamnf Concentrirf e Salzsäure zufliessen, wiederholt das Erwärmen resp. Chlor Und Zusetzen von Salzsäure, und setzt, nachdem jede Spur freien hi 8 a ™getrieben ist, frisch bereitetes und gesättigtes Schwefelwasserstoffwasser (Sb s\ ■ 80r °rt oder binnen kurzer Zeit alles Antimon als Antimonpersulfid 2 A Dl ^ ' ^ aS g esa mmelt, gewaschen und bei 110° getrocknet wird, gas i Filtraten wird das Arsen durch Einleiten von Schwefelwasserstoff- tij 1 ~ 2ta S'ges Stehenlassen bei Luftabschluss, wiederum Sammeln des Nieder- 8c Wages u. s. w. gewonnen. dei-R li Erkemmn S des Arsens in Metall-Sulfiden genügt eine Kochung in W mit Wasser «nd Filtration. Nur das Arsensulfid geht hierbei in ein Wasser lösliches Oxyd, Arsenigsäure, über (Frommel, Ph. de Cleemont). 2 0 Irr" 9 der Farben auf Arsengehalt. Von dem Pigment werden 2,0 mit > Kalisalpeter und 1,0 entwässertem Natriumcarbonat gemischt, mit etwas «ttumcarbonatlösung angefeuchtet, getrocknet und die pulvrige Masse messer- J uenweise in einen glühenden Porzellantiegel eingetragen. Die Asche wird nun rtUt Arsen untersucht. Reinsch empfiehlt das verdächtige Anilinpigment mit verdünnter chemisch 118 Arsenum. reiner Salzsäure zu digeriren, in die Flüssigkeit einen Kupferstreifen zu stellen und einige Minuten zu erwärmen. Bei Gegenwart von Arsen ist das Kupfer mit einem grauen bis schwarzen Ueberzuge bedeckt. Arsennachweis, empirische Methode. Um in der Salzsäure, Schwefelsäure oder in Salzen, welche nicht Schwermetallsalze sind, den Nahrungsmitteln etc. Arsen bis auf einen Gehalt von Y4000 nachzuweisen, verdünnt man die Salzsäure mit der 10fachen Menge Wasser, die Schwefelsäure mit circa der 10 fachen Menge Wasser und giebt zu letzterer etwas Kochsalz. Salze und andere Stoffe extrahirt man mit einer Salzsäure, welche mit der 10 fachen Menge Wasser verdünnt ist und setzt von der Flüssigkeit auf Weissblech, besser auf dickes Stanniol kleine Tröpfchen auf und stellt eine Stunde bei Seite. Nach dieser Zeit zeigen die betropften Stellen nach dem Abspülen mit Wasser braune, graue oder auch stahlfarbene Flecke. Schneller und stahlfarbiger wird der Fleck, wenn man das Blech über einer Petroleumlampe in der Distanz hält, dass ein schnelleres Abdunsten oder Eintrocknen des Tropfens ohne Kochung erfolgt (Hager). Methode von Hager (Hdb. I, S. 493) hat sowohl durch W. Dawy, als auch durch Johnson eine Modifikation erfahren, insofern ersterer als Arsenwasserstoff-Entwickler Natriumamalgam mit Wasser, letzterer Aluminium im Contact mit Aetzalkalilauge empfiehlt. Natriumamalgam kann leicht arsenfrei hergestellt werden, aber Aluminium in Drahtform ist nicht immer arsenfrei. Letzteres kann also nur dann in Anwendung kommen, wenn es sicher arsenfrei ist. Die Vortheile, welche beide Wasserstoffgas-Entwickler darbieten, bestehen darin, dass sie die Entwickelung von Schwefelwasserstoff und Antimonwasserstoff nicht bewirken, wohl aber die des Phosphorwasserstoffs. In einen Probircylinder oder ein Kölbchen giebt man 5—7 CC. Wasser» dazu eine geringe Menge der auf Arsen zu prüfenden Substanz und dann eine Menge Natriumamalgam von dem Volumen einer halben Bohne oder man giebt in das Kölbchen eine Lösung von 2 g Aetzkali (Kali caust. fusum) in 7—8 CG- Wasser, etwas von der arsenhaltigen Substanz und ein Paar centimeterlange Aluminiumdrahtstückchen, setzt auf den Cylinder den Kork mit dem mit Silber nitratlösung befeuchteten Pergamentpapierstreifen oder auf das Kölbchen eine» Kork mit einem 6—8 Ctm. langen Glasrohre und stülpt über dieses Glasrohr einen kleinen oder kurzen Probircylinder, in welchem sich ein Bäuschchen feinster Glaswolle befindet, welche mit Silbernitratlüsung getränkt ist. Diese Tränkung geschieht einfach in der Weise, dass man das lockere Bäuschchen Glaswolle io den kurzen Probircylinder hineinschiebt und ein Paar Tropfen der Silberlösung daraufgiesst. Hätte man zu viel darauf gegossen, so kann man das vom Glas- bäuschchen Ablaufende in das Standgefäss für die Silberlösung zurückgiesse»- Die Spitze oder äussere Mündung des Glasrohres muss bis in oder an daö Bäuschchen hinaufreichen. Bei Anwendung des Aluminium ist eine geringe Erwärmung nöthig. Das Glaswollonbäuschchen wird grau bis metallisch glänzend schwarz, wenn Arsen gegenwärtig ist. Aus der Silbernitratlösung wird bekanntlich durch Einwirkung von Arsenwasserstoff Silber metallisch abgeschieden unter Arsenigsäurebildung, und Salpetersäure wird frei. Jandouscii empfiehlt einö Silbernitratlösung, welche mit etwas Salpetersäure angesäuert ist, wenn sie zum Benetzen des Pergamentpapieres Verwendung finden soll. (Vergl. oben unter Arsenwasserstoffgas.) Zur Beseitigung von Arsenigsäure aus Wasser, um dieses trinkbar zu machen, versetzt man dasselbe mit einer entsprechenden Monge Ferrichlorid und dann mit etwas Kalkhydrat oder zerfallenem Aetzkalk und lässt absetzen- Arsenum. 119 Arse in d* 18 ^ 11 ^ ox ' c ''°g-)- Nach andauernder Einführung von Arsenverbindungen Ban " Organismus findet eine Localisation des Arsens im Gehirn statt, es U arn e . Slcl1 hier an, den Phosphor delogirend, welcher als Phosphat in den ein unl' t 1 ^ 0 ' 1 *' In Stelle der Glycerinphosphorsäure tritt Glycerinarsensäure Menge Lecethin enthält in Stelle des Phosphors Arsen. Im Gehirn sind grössere sehen V . en nachweisbar als in der Leber und den Knochen. Nach chroni- siirhn ^ftungen mit Arsen wäre also das Gehirn das vornehmlichste Unter- ul, ngsobject (0. Caillol und Ch. Livon). giftu ieSer - ^ eorja chtung entgegen erkannte E. Ludwig bei chronischen Ver- A ^ en i die Leber, nach acuten Vergiftungen auch die Nieren als vorwiegende ^ nspeicher. Nach acuten Vergiftungen verhielten sich die Arsenmengen in g ; f] lrn ! Leber, Nieren und Muskeln wie 1 : 89 : 135 : 3. Diese Verhältnisse Q mit aller Sicherheit bestimmt worden. Ital' £'f tun Sen durch Arsenwasserstoff sind dadurch vorgekommen, dass vier v 0n I6 p er Ö n Altena) sich mit der Darstellung von Wasserstoffgas zur Füllung wimmiballons beschäftigten und diese Arbeit mit arsenhaltigem Zink und jsenhaltiger Schwefelsäure in einem kleinen, schlecht ventilirten Zimmer ausführten. Drei der Vergifteten wurden innerhalb 14 Tagen geheilt, der vierte er lag der Vergiftung. zymo r t S . enik oder Arsenigsäure ist weder ein Antisepticum noch ein An timischen 1 °A ?' 6S verma g weder die fauli g e Zersetzung noch irgend einen che- "Wohl ab l Welcher zur Kat egorie der Gährungen gehört, zurückzuhalten, zufuhr 6r e , tztere zu modificiren und in die Form der fauligen Gährung ttber- sogar es ist 8 °g ar "ndirect ein Nährkörper für Pilzvegetationen. Wickersi a , e Behauptung kann sicher und klar durch Benutzung der nacheew- EB sc,len Conservirungsflüssigkeit mit und ohne Arsenigsäuregehalt «gkeit m e t en in Verden ' Man darf nur 10 C0, der einon und der anderen Flüs - bei Seitp ♦ n ^' Harn miscllen > in leicht oder locker bedeckten Gefässen ähnlich v d l Und dieSen beiden Proben 10 ° CC - Harn obn e Zusatz in einem Mischung -i- 11 GefaS8e zugesellen. Während nach 5 — 6 Wochen die arsenige beiden P v! 6 ' nei fin g er( licken Pilzschicht erfreut, ist sie bei den anderen Matu \ kaUm 2 mm dick ( Hagee )- enthalten *» M . m der Färberei und Zeugdruckerei sind entweder Arseniate oder Tanot t e f' at ( Amm oniumarseniat). dächtiff ■ Und Zen S fiir,t) « n J eder Art > nicht allein die g rü ne, sind verWenn . arsenna ^ig zu sein, und dies um so mehr, je lebhafter sie erscheinen, nichts p 6 nUI ?P ure n Arsen enthalten, so können sie in ihrer Verwendung färben •. 8Und \ le * tsscn ädliches darbieten. Ueberhaupt total arsenfreie Mineral- er , n mit geringem Einkaufspreise dürften sich immer als eine seltnere Waare f r n " " & nun die Proben auf Arsen sich meist einer grossen Schärfe er- niss n f- S ° Wäre es won * angezeigt, eine Reaction in einem gewissen Verhält- nelT den Nacüw eis der nicht zulässigen Spuren Arsen als normative anzu- fra rv' Hager erlaubt sich folgendes Verfahren vorzuschlagen: 1,0g der und n o Sub8tanz wird getrocknet oder eingetrocknet mit 0,5 Natriumnitrat v wass erleerem Natriumcarbonat eingeäschert, die Asche mit 10 CC. Wasser xtrabirt und filtrirt. Von dem Filtrate werden 10 Tropfen zu 10 CC. einer n! 3proc. Salzsäure (dargestellt durch Verdünnen von 10 CC. einer 25 proc. aure auf 100 CC.) gemischt. Von dieser Mischung werden einige mittelst eines . asstabes aufgenommene Tropfen auf starkes Stanniol aufgesetzt und dieses so über ■ner brennenden Lampe gehalten, dass nur ein massig warmer Luftzug gegen 120 Arsenum. die Unterfläche des Bleches strömt. Die langsam eintrocknenden Tropfen hinterlassen einen Fleck, welcher stahlfarbig ist, wenn eine starke Spur Arsen in der zu untersuchenden Substanz vertreten ist, welche auch von nachtheiligem Einflüsse auf die Gesundheit sein kann. Enthält der Auszug Salze, so muss die Stelle, wo die Tropfen eintrockneten, mit Wasser abgespült werden. Wäre der Fleck nur hellgrau ohne dunklen Rand, so wäre die Abwesenheit von Arsen anzunehmen, ebenso wenn der Fleck dunkelgrau oder einfarbig ist und sich an seinem Rande eine Stahlfärbung oder eine solche farbige dunkle Einfassung nicht wahrnehmen lässt. Diese Reaction hat bei einem Arsenigsäuregehalt von V4000 i flre Grenze und kann eine solche Verdünnung in Tapeten und Farben schwerlich von Einfluss auf die Gesundheit sein. Fleck fand Arsenigsäure in starkem Maasse vertreten in verschiedenen Sepia-Arten, Terra Siena, Brun de van Dyk, Ocre brun etc., welche Farben den Firmenstempel „Chenal Paris" mit der Randschrift „Richard" trugen. Anstrich für Schiffsböden (nach irgend einem Patente) besteht aus 15 Th. Zinnober, 10 Th. Zinkcarbonat, 20 Th. Harz, 15 Th. Kreide, 10 Th. Arsenik, 10 Th. Trockenfirniss, 8 Th. Petroleum, 2 Th. Bleiacotat und 10 Th. Mennige. Hier hat Arsenik wohl nur eine Stelle auf Grund des Aberglaubens gefunden, dass Arsenik die Fäulniss stört, wo es doch gerade eine Substanz ist, welche die Fäulniss durch Begünstigung der Vegetation von Pilzen und Algen unterstützt. Arsenikrückstände, wie sie sich in verschiedenen Fabrikzweigen ansammeln, werden nach Clam. Winkler in der Weise ausgenutzt, dass man in Natronlauge löst, die Lösung bis zur Salzhaut eindampft, mit natürlichem Calciumcarbonat und Steinkohlenpulver mischt, die Mischung austrocknet, dann in Muffelröstöfen glüht und den Arsendampf auffängt und verdichtet. Antiseptic fluid von A. Morell entspricht dem Liquor antisepticus Anglicus, Hdb. Bd. I, S. 473 sub (8). Conservirungsflttssigkeit Wickersheimer's (mit D. R.-Patent) für anatomische Zwecke. 100 Th. Alaun, 25 Th. Kochsalz, 12 Th. Kalisalpeter, 60 Th. Potasche und 20 Th. Arsenigsäure werden in 3 Litern Wasser gelöst, filtrirt und das Filtrat mit 1550 Th. Glycerin und 300 Th. Methylalkohol vermischt. Diese Vorschrift ist da» traurigste Elaborat unserer heutigen Chemie und dennoch soll die Flüssigkeit ein« Conservirungskraft von wunderbarer Stärke besitzen. Wie das Experiment erwiese» hat, vermögen 10g der Flüssigkeit 100g frischem Harn zugesetzt nicht, diesen ohne Schimmelansatz nur auf 8 Tage zu conserviren und das damit durchtränkte Muskelfleisch lässt innerhalb 3 Wochen Pilzvegetationen aufkommen. Das Filtrat enthält nur 0,622 Proc. Arsenigsäure, ist nur schwach alkalisch und enthält kein Alaunerdesalz. Das arsenfreie Filtrat conservirt Harn besser und länge' als bei Arsenigsäuregehalt (Hager). Granules d'arseniate d'or dynamise' du Dr. Addison (Pharmacie Gelin, nie Rochechouart 38, Paris), ein Mittel für alle Krankheiten, welche in den Bereich der innerlichen gehören, sind Pillen (candirte?), mit Goldarseniat. Jede Pille soll circ» 0,0005 Goldarseniat enthalten. 1,0 Goldarseniat ergiebt sich aus einer Mischung v;" 1 1,8 Chlorgoldnatriumchlorid (Auro-Natrium chloratum) und 0,55 ausgetrocknetem Na- triumarseniat. Wahrscheinlich existirt Goldarseniat nicht, denn nach der Berechnung zusammengesetzt ist das Resultat kein Körper, welcher eine bestimmte chemisch 6 Zusammensetzung hat oder in Krystallen gesammelt werden könnte. Pento-Epilatoire, Enthaarungsmittel, stellt eine Lösung von circa 8 Pro"' Arsensulfid in Schwefelnatriumlösung dar. Pflanzenconservirung durch Tränkung einer Lösung von 10 Th. NatriumarseniaJ in 30 Th. Wasser und 300 Th. Glycerin hat man empfohlen, hoffentlich aber diesem Rathe niemals Folgo gegeben. Poudre merveilleuse de Vivier besteht in Th. aus 48 Jod, 8 Arsenik, 8 Brechweinstein und 1 Phosphor (Bürchner, Analyt.). Arsenum. — Artemisia. — Asarum. den Handpi Unter diesem Namen kommt eine Pulvermischung gegen Wanzen in Ea ist also Welcne aus persischem Insectenpulver und Schweinfurter Grün besteht ° ars enhaltig, seine Anwendung erfordert grosse Vorsicht. Hdb R,? r T 18 2 lbe ftir Pferde von Ferrat entspricht dem Unguentum antifarciminicum, • ou - i, b. 476 sub (34). Artemisia. Epile - 6 BüRDACH ' scue Methode der Anwendung der Radix Artemisiae gegen das pT besteut darin, dass dem Kranken kurz vor dem erwarteten Anfalle ein? x f der Wurzel zu 2,0—3,0—4,0 mit Warmbier oder erwärmtem Biere Dosi •• n - Wird ' Tritt der Anfa11 eher ein > bevor die Verabreichung dieser j) h mo ^' c h isi > so muss sie sofort nach dem Anfalle getrunken werden. Die " enuss warmer Getränke ist eine vermehrte Transpiration zu erzielen, ke' a ^ e S ebene Portion wird einen um den anderen Tag, wenn aber dennoch m Schweiss eintritt, täglich gegeben. st e ] lt ^Pilepsieinittel des Fräulein Karoline Gotzkow (Goldap in Ostpreussen) be- Geschma 8 t ^ üok aschgrauen, 0,5 g schweren Pulvern von süsslichem aromatischem kleinen TV este h. en d aus Zimmt, Beifusswurzel und der Kohle von irgend einem 3,50 Mv cm 6, ie Ku r wird 2—3 mal repetirt. 7 Pulver haben einen Preis von e • . TTS . TEIN ' Anal y t -) dem ExtMof iemitte1 ' DuRANr >' 8 > besteht aus 1) 600 Pillen mit Artemisiapulver und mondes 7i V i? n Ga ^ um palustre, 2) einigen Laxirpulvern, beim Eintritt des Voll- «elsioris. nenmen , und 3) einem Thee aus kleingeschnittenen Folia Fraxini ex- vermischt eU "rnr, clea Dr - Schöpfer war Kadix Artemisiae concisa mit etwas Cureuma • dü0 S wurden mit 45 Mk. bezahlt. Asarum. H. As dische 8 'tf arum Qanademe Linn., auch Asarum arifolium Michaux, Cana- Aristolocli ng6nWUrZ ' Indianisclier Ingwer, zwei in Nord-Amerika einheimische ist dCT a E, RlliZOm iSt die in Nord-Amerika officinelle Radix Asari. Dieselbe ihrem i pälScuei i ähnlich, nur von grösserer Form und dunklerer Farbe, in ruche ^^ ^ aue achter und härter und von aromatisch pfefferartigem Ge- • oie ist in Blech- oder Glasgefässen aufzubewahren, wur ^ r^^ treff der Wirkung hat diese Wurzel mit der Europäischen Asarum- (2 P \ Ue Aellnllc likeit. Sie enthält ein scharf aromatisches flüchtiges Oel Tep}. r °t Uüd Wird aucl1 in der Stelle des In S wers in der Hauswirthschaft und ^verwendet, Sie wird als Diaphoreticum, Stimulans, besonders bei Starrin y r Kinde r und als Emmenagogum gebraucht. Als Medicamente kommen mit >T^K Ura * Sari Canadensis > bereitet durch Digestion von 1 Th. der Wurzel 5 Th. verdünntem Weingeist (0,892 spec. Gew.), und Extractum Asari Canadcnsis fluidiim, bereitet durch Digestion aus 100 Th. der (n e ö D o SeSchnittenen w urzel mit 50 Th. Glycerin und 250 Th. Weingeist ^,«33 spec. Gew.), Auspressen, Filtriren und Eindampfen bis auf einen Rückstand von 105 Th. Man lässt mehrere Tage an einem kalten Orte das etwa »»geschiedene Harz sich absetzen und decanthirt. Das nur wenig trübe De- °anthat muss 100 Gew.-Th. betragen. 122 Asarum. — Asellus. Syropus Asari Canadensis, eine Mischung aus 5 TL Fluidextract mit 95 Th. Syrupus Sacchari. Asellus. Th. Husemann hat (pharm. Handelsbl. 1877, No. 99—100) eine sehr belehrende Abhandlung über Leberthran der Oeffentlichkeit übergeben, aus welcher wir hervorheben, dass die Gallcnfarbstoffreaction als eine charakteristische des Leberthrans aufzufassen ist, die Leberthrane als Fabrikthrane und Bauernthrane oder Privatindustriethrane zu unterscheiden sind, von denen erstere den Vorzug verdienen, dass der Namen Dorschloberthran für einige Fabrikthrane keineswegs zutreffend sei und er von Gadus Callarias abstammen müsse. Während der Fabrikthran aus frischen Lebern bereitet wird, kommen zur Gewinnung des Bauernleberthrans auch alte Lebern zur Verwendung. Der Jodgehalt der hellgelben oder sogenannten weissen Sorten beträgt 0,025—0,035 Proc. Die vorzüglichsten Fabriken für Leberthran sind die des Dr. phil. FrantZ Peckel Moller (Christiania und London) und die des Heinrich Meyer in Christiania. Der beste und reinste Leberthran wird gewöhnlich mit Oleum Jec. Aselli naturale, natürlicher Medicinal-Leberthran, bezeichnet und ein solcher ist in den Preislisten unserer Drogisten mit Ol. Jec. Aselli album (vap. par.) I a notirt. Ein weisser Leberthran ist der blassgelbliche, ein farbloser (oder völlig weisser) echter Leberthran existirt nicht. In Betreff der Aufbewahrung, wäre ein Zusatz von 0,2 Proc. eines wasserfreien Weingeistes zu empfehlen. Ein solcher Leberthran wird weniger leicht ranzig. Ein Filtriren ist möglichst zu vermeiden. Der Jodgehalt ist nicht als ein charakteristisches Kennzeichen des Leberthrans zu betrachten, denn auch viele fetten Oelo lösen in der Wärme kleine Mengen Jod farblos auf. Der Nachweis und die Bestimmung des Jods geschieht in der Weise, dass man den Leberthran mit Aetzkali verseift, den Seifenleim eintrocknet, daun scharf austrocknet und in Asche verwandelt. Die Glühhitze darf nur so stark sein, dass eine kohlige Asche resultirt, im anderen Falle wird ein Theil des Kaliumjodids verflüchtigt. Sicherer verfährt man, wenn man das eingetrocknete Seifenpulver bei schwacher Kothgluth verkohlt und mit seinem halben Gewicht reinem Kalisalpeter vermischt in kleinen Portionen in einen tiefen glühenden Tiegel nach und nach einträgt. Die zerriebene Asche wird mit der doppelten Monge Wasser gelöst und dann mit einem 10 fachen Volumen Weingeist durchschüttelt. Kaliumjodid geht in den Weingeist über und kann darin als Silberjodid bestimmt worden. Als Verfälschung und Unterschiebung des Dorschleberthrans wird von Monrad Krohn (Bergen, Norwegen) der Leberthran einer Art Haifisch, des Haakjorring, Scymnus borealis, angegeben. Die Leber dieses Fisches soll 100—150 k Thran ausgeben und wird iu Finnmarken seit mehreren Jahren der Fang dieses Fisches stark betrieben. Der Leberthran soll sich nur durch einen weniger angenehmen Geruch und Geschmack unterscheiden, es dürften aber auch Manipulationen versucht werden, Geruch und Geschmack dem des Dorschleberthrans anzupassen. Wahrscheinlich weicht die Wirkung dieses Thranes nicht wesentlich von derjenigen des Dorschleberthrans ab. Fischthrane für Industriezwecke sind mit Harzöl, selbst mit PetTOle« 0 ' verfälscht vorgekommen. Asellus. 123 zoieu "^P^^lung des Oleum Jecoris Aselli ferratum ist Ferrum ben- salzes , andb - Bd. I, S. 510) vorgeschrieben, aber die Darstellung dieses Eisen- • nicht angegeben worden, daher hier die Vorschrift. 3 (C u H 5 0™? 0lcnm oxydatiiin, Ferrisubbenzoat, basisches Benzoesäure« Eisen (2Fe 2 0 3 , 2oo CO a ~^~ l^HO). Man löst 10,0 g der krystallisirten Benzoesäure in dass n t *'.^ a8ser und 15,0 g oder so viel lOproc. Actzammonflüssigkeit, Pliigojn, i .' gelinder Digestion aus der Lösung eine nur schwach ammoniakalisohe k eit *™ hervorgeht. Dieser Flüssigkeit setzt man 11,0 g Femehloridflüssig- ^ T ach d SpeC ' Gew -)' verdünnt mit 200 CC. heissem destill. Wasser, hinzu. canth' f 6m .^ mruüren lässt man an einem kalten Orte einen Tag absetzen, de- decantv' T ^} ri ^ en Bodensatz nochmals mit kaltem Wasser an, lässt absetzen, Wj=°»~- wie derum und wäscht nun den Bodensatz in einem Filter mit kaltem dpnto^j S ?J eit aus > bis das -abtropfende durch Silbernitrat eine nur noch unbedeutende Trübung erfährt. auss-h • F ' Iter mit dem feuchten Niederschlage auf einer Lage Fliesspapier der >J ,r0ltet läSSt man an ein6m lauwarmen 0rte trocken werden. Nachdem trock 1Üag ZU Pulver trieben ist > legt man ihn behufs vollständiger Aushebt "h" 8 ' noc ! lraals einen Ta S an einem warmen Ort (bei circa 40° C.) und auf g • scbliesslich in einem gut verstopften Glase vor Tageslicht geschützt in Wasser }" h } wird circa 12 >° g betragen. Es ist dieses Benzoat weder Leberthra " -^ Essi K saure löslich - Behufs Darstellung des eisenhaltigen einem M -1 ? Zerre!bt man 1°> 5 S des pulvrigen, völlig trocknen Ferribenzoats in Masse ( T umörser mit etwas (circa 4,0 g) Leberthran zu einer unfiihlbaren öfter um V f r . mlsoht dies e mit 990,0 g Leberthran. Nachdem man einige Tage Oel" den^t Üttelt ^ t ' laSSt man aD8e tzen und decanthirt das braunröthliche filier y zt ® n tr «iben Rest filtrirt man durch ein zuvor ausgetrocknetes Papier- der Bereit 1 , tcinflu8S ist auch der eisenhaltige Leberthran sowohl während anderen p^f • wanrend der Aufbewahrung möglichst zu bewahren, denn im und kratz d W ' ld ^ ^ escnmack des Präparats ein ziemlich unangenehmer (1) Mixtura contra tussim Gull. Gull's Hustenmixtur. Olei Jecoris Aselli M. D S e ^I ati ana 30,0. täglich ein?« vi u ™£eschlittolt 3—4 mal einen Theelöffol bis i/, Esslöffel. (2) Oleum Jecoris AselU aetherisatum. Geatherter Leberthran. Artd^Jl Aselli 100,0 Aetnens 4,0 D - S. Täglich 3- «V M (Diese7T«w£ gllctl a ~ 4 nial '/ 2 Esslöffel, titem ™ b ? rthran 8o11 ste ts leichter ver- CÄA ? e / nieht ätherisirte, 8 ichSem 8 EÜ g e b ^inT genphthiSi8 ™ ( 3 ) Oleum Jecoris Aselli aspido- sperminatum. ^retd P o id 8 0 olveTn ni »* 2 '°' Olei Jecoris Aselli flavi 100,0. D. S. Täglich 3—4 mal einen Thee- löffel bis halben Esslöffel voll. (4) Oleum Jecoris Aselli coffeatum (SlMONDO). fy Seminum Coffoae tostorum grosso modo pulveratorum Carbonis ossium ana 10,0 Olei Jecoris Aselli 200,0. Digere per horam unam. Sepone per diem unum loco frigido, deinde filtra per char- tam bibulam. Dieser Leberthran soll Kaffeegeschmack haben und gern genommen werden. (5) Oleum Jecoris Aselli cum Extracto Mal«. Malzextract-Leberthran. iy Extra cti Malti Gummi Arabici ana 10,0 Aqua destillatae 15,0. 124 Asellus. — Aspidosperma. Mixtis sensim adde Olei Jecoris Aselli 75,0, ut fiat emulsio, cui Aetheris guttae 10 admisceantur. D. S. 3 mal täglich einen Esslöffel. (Der Aether kann auch durch eine andere Substanz z. B. Elaeosacchar. Menthae pip. 2,0 ersetzt werden, doch verdient Aether den Vorzug, weil er die Mischung vor Schimmelansatz bewahrt und auch den Geschmack verbessert. Eine Emulgirung mit Eigelb gelingt ebenfalls, doch mehr auf Kosten der DünnflUssigkeit.) (6) Oleum Jecoris Aselli jodoferratum. Oleum Jecoris Aselli cum Ferro jodato. ^ Olei Jecoris Aselli 200,0 Jodi 0,5. In cucurbitam vitream ingestis et paullum calefactis adde Ferri pulverati 0,5. Digere saepius agitando per horas duas vase clauso. Deinde sepone ad sedi- mentationem. Liquor limpidus decan- thetur. D. S. Täglich 3—4 mal einen Thee- löffel bis Va Esslöffel. Aspidosperma. Aspidosperma Quelracho Schlechtendal , ein in den Gegenden auf der östlichen Seite der Cordilleras und südlich der Republik Bolivia häufiger Baum. Cortex Aspidospermatis (Juebracho, Cortes (juebracho, (juebrachorinde, die mit Borke bedeckte Rinde des Stammes. Sie ist 1—2 Ctm. dick. Die Dicke der mit nur dünner Korkschicht bedeckten Borke beträgt ungefähr l / i derjenigen der Innenrinde. Die Borke ist uneben, höckerig, tief rissig, aussen röth- lich braungelb oder ochergelb, auf dem frischen Querschnitt mehr oder weniger roth, durchzogen von dunkleren, gelbbräunlichen, unregelmässig concentrischen, mit einander zusammenfliessenden Linien (Korklamellen) und auch dicht weisslicb punktirt. Die weisslichen Punkte erweisen sich unter dem Mikroskop als stark sclerenchymatisch verdickte Elemente. Die innere Rinde ist von bräunlichgelber oder blassgelblicher Farbe, kurz- und grobfaserig, mit nach verschiedenen Richtungen und unregelmässig verlaufenden, schief aufsteigenden Fasergefässzügen. Nach Möller's Angaben lässt der Querschnitt mit blossem Auge aus hellen Punkten sich zusammensetzende mosaikartige Zellenreihen erkennen. Mit den» Mikroskop beobachtet man Korkbänder von verschiedener Breite (bis über 1 Mm) und Verlaufsrichtung, welche tief in die Innenrinde hineintreten. Zwischen de» genäherten, 1—3 reihigen Markstrahlen findet sich nur wenig dünnwandiges Gewebe. Ausser den regelmässigen tangentialen Sclerenchymbändern kommen auch noch selbstständige, grosse Gruppen von Sclerenchym und isolirte grosse Steinzellen vor. Die Bastzellen sind 1 —1,5 Mm lang, 0,06 Mm breit, spindolig* stumpf endigend und über und über mit Krystallen bedeckt, so dass man in Macerationspräparaten selten der Faserwand ansichtig wird. Die Verdickung ist sehr bedeutend. Mit den Bastfasern untermischt und vereinzelt finden sieb Steinzellen von verschiedener Gestalt, Grösse und Verdickung. Das Sclcrenchym ist hellgelb, die Wände der Parenchymzellen sind mit einer glänzend braun- rothen Substanz angefüllt, welche nur zum Theil aus Gerbstoff besteht, denn sie wird durch heisses Wasser nicht vollständig gelöst und Eisenchloridflüssigkeit zeigt neben dem fast schwarzen Niederschlage unveränderte Reste derselben. Das Pulver der Rinde entspricht in seinem Aussehen einem Gemisch der Pulver der Königs- und rothen Chinarinde und ist von bitterem Geschmack- Der Aufguss ist bräunlichgelb und von sehr bitterem Geschmack. Die Abkochung ist dunkler an Farbe und lässt beim Erkalten einen Bodensatz fallen» welcher durch Zusatz von Salzsäure oder Schwefelsäure fast ganz verschwindet» ein Beweis, dass er hauptsächlich aus Alkalo'id besteht. Aspidosperma. 125 Bäum r ^ 6m ^ amen Quebracho kommen Holz und Binden von anderen Handel % ' Loxopterygium Lorentzii Grisebach als Gerbmaterialien in den innen fl We cne a ber die oben beschriebenen Quebrachorinde nicht ersetzen, da ß s Alk aloid Aspidospermin fehlt. Gerbstoff Q ttle ' le der Rinde " Paskis fand 3 > 48 Proc -> ElTNEB nocn weniger oder O ' , Hicke ndanz wies in der Rinde ein Alkaloid, Aspidospermin ^«ebrachin nach. pjj ■ wen üung. Da die Rinde im Handel oft fehlte, so experimentirten die loid e tf 6n Und -Merzte °ft m i* dem Quebrachoholz, welches nur Spuren Alka- ßinde • ' - aber reicn an GerDstoff ist - Jedenfalls kommt die Wirkung der Sttdam ""t derjen 'Sen der Chinarinde fiberein, wie dies auch von den Aerzten Wend as behauptet wird, welche die Rinde viel gegen Wechselfieber an- gennl Penzold (Berliner Klinische Wochenschrift 1879, 19) Hess 10 Th. der 6 pulverten Rinde mit 100 Th. Weingeist extrahiren, den Auszug eindampfen, ln Wasser Im- — i3ii_:___ -:-i -----»-- * * ~- - ■ - ■ -- vv asser lösen, filtriren, eindampfen und den Rückstand in 20 Th. Wasser ® n " Obgleich auf diese Weise der grösste Theil des Alkalo'ids, welchem doch h . ^uptwirkung zuzuschreiben wäre, beseitigt wurde und in der Lösung p sächlich unschuldsvoller Extraktivstoff vertreten gewesen sein kann, so hat lKtrüi eM10cl1 Wirkungen beobachtet. Von dieser Lösung wurden 1—2 Thee- lonel eeffpliPT, —i °. _ . - - — 25 Kranken 11 ' aUCh die D ° 8iS 2 ~~ 3 Mal täglich wiederholt und bei mehr als Phthisis oh V . ers , ucüt > welche aus verschiedenen Ursachen (wie Emphysem, litten. Alle ^t- Pneumonie > Pleuritis etc.), an Dispnoe (Schwerathmigkcit) freqnenz Sa 1 nten fan( len Erleichterung des Athemholens, die Respirations- Brust) vorha 1 Und War Cyanose ( das Gef,ihl von Schwere und Druck auf der fl uss auf diePi' , 8 ° wurde sie entwe der verringert oder beseitigt. Einen Ein- Die v \ ulsfl ' e< l uenz konnte man nicht constatiren. fterapeutisXe ir PENZ0LD in Erlan g° n m it dem neuen Heilmittel angestellten Quebracho Ri rt Versuche hab en zu folgenden Resultaten geführt: - 1. Die mittel geo-en a ers * emt in manchen Fällen als ein nutzbringendes Palliativscher BronebV 8Pn ° etlSclle Beschwerde n bei Emphysema pulmonum und chroni- fln ss, namentl'l' T- andereD Fällen dagegen bleibt das Mittel ohne jeden Ein- fehlern abhä * be jahrten Individuen. Bei der von erworbenen Klappenlängerem Geb Slg6n Dys P n ° ö scheint sein Werth mindestens fraglich. — 2. Bei wirkune-pn n „ au °. des Mittels treten eine Reihe von unangenehmen Neben- &™ aut, die o?v.„ ___ :± ___ i______ 3 ____ j____ii___ ____i_______ « t-v- 3. Die Respirations V ' 6me we ' te re Anwendung desselben erschweren. ;„ :„ , .., " rec iuenz wird durch das Mittel um so zuverlässiger hc sie die Norm übersteigt. Das Mittel zeigt keine constante in ie hi\h a r. «~T™ wird durch das Mittel um so zuverlässiger herabgesetzt, Einwirk,, P lade 8ie die Norm ttb< ' * ' " ........ " " m . g auf die Beschaffenheit des Pulses. 1 Th R°i n / a * s Pidospcrmatis s. (juebracho corticis wird durch Digestion aus strinp-irp a?? Und 5 Th - verdünntem Weingeist bereitet. Eine rothe ad- gnena bittere Tinctur. wird n,, i Ji Aspidospcrmatis s. (Juebracho aqnosa, wiissrige (Jncbrachotinctiir 3 Th W • gr ° b S e P ulverte r Rinde, 1 Th. Glycerin, 1 Th. Weingeist und hiftp,.' i aSSer durcft 3t ägige Digestion dargestellt. Eine rothe, adstringirend Dltter s _ehmeckende Tinktur Bidn< ! J inC i'- Ura As Pidospermatis s. Quebracho ex extracto, Tinctura extracti As- y«»perniatis wird durch Lösen von 1 Th. des Extracts in 10 Th. eines 45 proc. eingeigtes und Filtration dargestellt, der ^. X ^ ractnm Aspidospcruiatis s. (juebracho corticis wird durch Extraction Kinde mittelst 30 proe. Weingeistes dargestellt und der durch Digestion be- 126 Aspidosperma. — Atropinum. wirkte, erkaltet filtrirte Auszug zur Musconsistena eingedickt, auf glasirtem Porzellan oder Glas circa 2 Ctm. dick ausgestrichen und bei einer gelinden Wanne (35 bis 45° C.) so weit ausgetrocknet, dass es sich leicht von der Porzellan- flache abstoseen lässt. Das Extract löst sich trübe in Wasser, klar in 30 proc- Weingeist. Extraetum Aspidospermatis s. Qnebracho corticis fluidum, Quebracliofluid- extraet 100 Th. der grobpulverigen Quebrachorinde werden mit 40 Th. Gly- cerin und 300 Th. 30 proc. Weingeist übergössen, 3 Tage hindurch digerirt und ausgepresst, der Pressrückstand mit 200 Th. 30 proc. Weingeistes nochmals 1 Tag digerirt und ausgepresst. Die Colaturen werden gemischt, filtrirt, dann im Wasserbade bis auf circa 90 Th. eingeengt und nach dem Erkalten mit 10 Th. oder soviel verdünntem Weingeist vermischt, dass das Gewicht des Fluid- extraotes 100 Th. beträgt. Aspidosperminum, (Jaebrachin (C 22 H 30 N 2 O 2 oder C 22 H 28 N 2 0 2 ), das Alka- lo'id der Quebrachorinde. Es wurde von Schickendanz zuerst aufgefunden und ist von Fbaude dargestellt und nach seinen chemischen und physikalischen Eigenschaften geprüft worden. Die Abscheidung aus der Einde geschieht in gleicher oder doch ähnlicher Weise wie die der Chinaalkalo'ide aus der Chinarinde. Aspidospermin bildet farblose (weisse), prismatische, sehr bitter schmeckende Krystalle, welche nicht in Glycerin, wenig in Wasser, leicht in Weingeist und Aether, auch in fetten Oelen löslich sind, bei 205° schmelzen, stärker erhitzt zum Niesen reizende, nach Acrolei'n riechende Dämpfe entwickeln. Das Sulfat und Hydrochlorat dieser Base sind in Wasser leicht löslich. Die Lösungen schmecken sehr bitter, geben mit Mercurichlorid einen flockigen weissen und mit Phosphorwolframsäure einen weissen amorphen Niederschlag. Die Lösung der Platinverbindung mit überschüssigem Platinichlorid färbt sich beim längeren Stehen oder Erwärmen tief violett. Abata hält das Aspidospermin mit Hesse'» Geissospermin identisch, welcher Ansicht die Zustimmung nicht fehlen dürfte, denn Geissospermum ist auch eine Apocinee und aus derselben Gruppe (den Plumerieen) wie Aspidosperma. Aspidospermin hat noch keine therapeutische Verwendung finden können, d» es noch nicht im Handel vorkommt. Atropinum. tt Das sogenannte Simon' sehe Atropin ist das in Deutschland dargestellte Atropin und ist ebensogut und besser wirksam als das aus England kommende- Es hatte sich sogar in der praktischen Medicin der Usus eingeführt, dem Atropa aus dieser oder jener chemischen Fabrik den Vorzug zu geben. A. Pokiu, hat diesem auffallenden Umstände eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet und nachgewiesen, dass auch Daturin als Atropin oder Gemische beider in den Hände» gebracht werden. Planta hatte Atropin und Daturin für identisch gehalte» und war diese behauptete Identität von anderen Chemikern, Pharmacouten und Physiologen als eine begründete anerkannt. Daher kam es, dass man Atropa sowohl aus der Belladonna wie auch aus Datura darstellte, welche letztere S* lanee weit häufiger und massenhafter vegetirt als Belladonna. PoeHL constatirw zunächst eine optische Verschiedenheit und fand, dass Daturin die Polarisation^' ebene nach links dreht (q = —14,12°), Atropin aber optisch inactiv ist» Atropinum. 127 Nieder hf* m Cü emischer Beziehung Atropinsalze mit Platinchlorid einen geben' d Datui 'insalze a ^ er m ^ demselben Reagens keinen Niederschlag dieser's- a8S Datur in salze mit Pikrinsäure eine Fällung, Atropinsalze mit D j e aure a ber keine Fällung geben, heute e t^ ^ ande l vorkommenden Atropine waren oder sind vielleicht noch die PubMi ^ r Atropin °der Daturin oder Gemische aus beiden. Wenn auch theils ^"^'' atiren de Wirkung beiden Alkaloiiden zukommt, so differiren sie D a fa\ dieser Wirkung und kommen ihnen differirende Nebenwirkungen zu. hat es 8 • f Ut . 8Cüe Atropin meist aus der Atropa Belladonna bereitet wird, so ist i circa °> 02 > wird mit 20 >° Wa8ser und 4 Tropfen Pikrins" **• ,? cllWefelsaure gelöst. Diese Lösung darf durch ein halbes Volumen (Atroni * . un S n i° üt oder doch nur schnell vorübergehend getrübt werden. 10 0 W P1CriDat i8t ' n Pikrinsäurelösung löslich.) Eine Lösung von 0,02 in W ander^ 1 T? Und * Tropfen Sal zsäure muss durch Platinchlorid Fällung erleiden, turins d ^t ^^ ^ e S* Daturin vor. Noch sicherer ist der Nachweis des Da- ßirten TMk* optische Verhalten, denn Daturin dreht die Ebene des polari- cMes nac h links, Atropin ist inactiv (Poehl). ftiser g^ vend " n 9- Stephanides wendete Atropin mit schnellem Erfolge bei proTropfen -t* 06 an " Der Kranke nahm Abends beim Schlafengehen einen Ver ■«" nS V ° n ^ Atr °P in in 10 '° Aqua - chen benha vi? 9 * Und Ge 9 en 9'tt- Immunität für Atropin hat man beim Kaninwirken r^' auch fand man, dass für Hunde erst Dosen von 3—8 g letal Knapste • erwa «ksenen Menschen schon 0,13—0,3 letale Dosen sind. Beitn? k -N T' 68 - ^ urcn Experiment nach, dass Atropin und Morphin gegen- gegen - e ! ne . tidote sind, zwischen ihnen kein Antagonismus besteht, da- diese h'n °Pi n ein Gegengift des Muscarins und Pilocarpins, aber ralh d l6tzte . ren nicht Gegengifte des Atropins. Bei Vergiftung mit Chlo- merk y B ' cl1 Atropin wirksam erwiesen. Im Gegensatz vorstehender Be- - ung empfiehlt Schlossek bei Vergiftungen mit Atropin oder Belladonna einen Hsm ^ Auf S U8s von 10,0 Folia Jaborandi zu 200,0 Colatur, auf einmal zur *"to, dann jede halbe Stunde einen Esslöffel voll mit 1 Esslöffel Wein zu chl m . en > und ausserdem subcutane Injectionen von 0,05 Pilocarpinum hydro- emfi^"' gelöst in 2 >° de8tilL Wa »ser. Bei Vergiftung mit Chloralhydrat nphehlt Schlosses, Atropinsulfat 0,002, gelöst in 35,0 destill. Wasser, auf weimal in einer halben Stunde zu nehmen, oder statt dieser Lösung Tinctura ^elladonnae 2,0. Wood und Johnston empfehlen Atropin als Gegengift des Opiums. 128 Atropinum. — Atropinum salicylic. — Atropinum sulfuricum. Chemie und Toxikologie. Die Abscheidung kleiner Mengen Aropin aus Mischungen mit leicht zersetzlichen thierischen Stoffen ist nach Selmi eine sehr schwierige, doch erkannte er die Gegenwart des Atropins an dem Weissdorn- blüthengeruch beim Verdampfen der Lösung (wässrigen?) an der Luft. Extraction des Atropins zuerst durch Ausschütteln der ammoniakalischen Flüssigkeit mit Amylalkohol, dann Ausschütteln der amylalkoholischen Lösung mit schwefelsaurem Wasser, Depurirung der sauren Lösung durch Schütteln mit Aether, endlich Ammoniakalischmachen der sauren wässrigen Lösung und Ausschütteln derselben mit Aether sind Operationen, welche beim Abdunsten des Aethers das Alkaloi'd in farbloser und reiner Form gewinnen lassen. Künstliches Atropin. Die Darstellung desselben giebt Ladehberg an. Atropin spaltet sich unter der Einwirkung von Baryt oder Salzsäure in ein neues Alkaloi'd, Tropin und eine Säure, Tropansäure (C 17 H 23 NO s + H 2 0 = C 8 H 15 NO + C 9 H 10 O 3 ). Bei Behandlung des tropansauren Tropins mit Salzsäure unter 100° entstand wiederum Atropin. Atropinum salicylicnm, Atropinsalicylat, soll ohne reizende Wirkung auf das Auge sein. Man stellt es ex tempore durch einfache Mischung von 1,62 Atropin mit 0,78 Salicylsäure (höchst reiner) dar. Ein Theil des Salicylats ist in 20 Th. Wasser löslich, die Lösungen conserviren sich überhaupt gut. Nach angestelltem Versuch ist es zweckmässig, das Atropin um ein Geringes vorwalten zu lassen und stets 2 Th. Atropin mit 1 Th. reiner Salicylsäure zusammen z° bringen. Vergl. unten Collyrium salicylatum. Das Atropinsalicylat is» amorph. Tichborne empfiehlt ein Vorwalten der Salicylsäure in der Mischung, * e " dadurch die Lösung besonders conservirt werde, doch scheint dann die Lösung reizender auf die Schleimhaut zu wirken. Collyrinm salicylatum. Loco Collyrii stillatitii Graefe. Vf Atropini puri 0,1 (vel 0,15) Acidi sahcylici 0,05 (vel 0,075). Solve in Aquae destillatae 20,0. D. S. Augentropfwasser. Atropinum sulfuricum. + t Vergl. vorhergehend: Atropinum. , Das Atropinsulfat kommt im Handel in fein körniger oder granulirter an* in pulvriger Form vor. Es ist wesentlich, dass nur das Deutsche Atropinsulf» 1 ' das aus Atropa Belladonna bereitete, in Anwendung kommt. Zu verwerfen J* das Daturin enthaltende, erkennbar durch den Niederschlag, den es in schwe fe ' saurer Lösung auf Zusatz von Pikrinsäurelösung giebt (Atropinsalz wird ni<# dadurch gefällt). Vergl. unter Atropinum. Anwendung. Subcutane Injectionen (0,0005—0,001 pro doai) sind » Krampfanfällen, Neuralgien, Muskelschmerz, Rheuma etc. mit Erfolg angewend^' Als Epilepsiemittel wurde das Atropinsulfat mit Kaliumbromid von einem $ wissen Kilmsuh in Form eines Geheimmittels und gegen dieses Nervenlei« Atropinum sulfuricum. — Aurantinm. 129 sulfat^fti 4 8pec ' e11 empfohlen, welcher letzterer von einer 1,2 Proe. Atropin- Nach V & i den w ässrigen Lösung täglich 1—2 mal je 1 Tropfen nehmen lässt. genomm^ ßines Monats wir ^ immer den Monat hindurch 1 Tropfen mehr um dan " • °'St Besserung, so bleibt Patient bei der letzten Dosis stehen, einen T W er zurückzugehen unter monatlicher Verminderung der Dosis um oder itr; j n * Machen sich Intoxicationen bemerkbar, so Aussetzen des Mittels Mmdemng a er Dosis . W Pilnlae Atropini Fraentzel. * ArSi P i ini Sulfllrici 0.°1 ^t P uIty e co d p U o 0 dt o : iginti (18) - C ° nSPei - Nacht«' o- ADen ,ds und we nn nöthig auch schweisse) 16 e (g6gen profu3e Nacht " (2) Pil ilae antepilepticae meflicl in. cogniti. Epilep a i epillen eines UüDekannten Arztes. * Atropini 8ulf S r/chnini nitrici o',2 GSX? fol « ana ™>° SS ^ haeae ana 3.0 «aaicia Artemisiae q. 8 ^Ätir»* 6 (200) - AI D. ad vitrum. S. Die ersten 14 Tage täglich 1 Pille, die folgenden 14 Tage Morgens und Abends je 1 Pille, die hierauf folgenden 4 Wochen Morgens, Mittags und Abends je 1 Pille, dann alle 14Tage Minderung der Dosis um 1 Pille. Tritt während letzterer Zeit ein Anfall ein, so wiederum Vermehrung der Dosis um 1 Pille. (Dieses Mittel befreite angeblich einen jungen Mann von 18 Jahren von der Epilepsie und wurden dem Dr. Hager 10 Pillen zur Untersuchung eingesendet. Die chemische Untersuchung unterblieb seiner Zeit (1878, November), weil Einsenderin (die Mutter des Patienten) die Bezugsquelle der Pillen nicht angeben wollte. Für die Pillen scheint ein horrender Preis gezahlt worden zu sein. Der guten Sache halber wurde die Analyse in diesen Tagen, als Verf. dieses niederschrieb, ausgeführt. Möglich ist es, dass auch Extractum Saponariae oder Kadis Saponariae pulv. gleichzeitig vorlag, denn ein sehr leichtes Schäumen der wässrigen Lösung wurde beobachtet, Saponin konnte Lycopodio aber wegen Mangels an Material nicht nachgewiesen werden.) Das Wasser des Handels » mit Säuren gemischt eine röthliche bis rothe Farbe iiher glaubte man in dieser Rothfärbung besonders bei Zusatz Aurantium. tat zuweilen ü'"™^ 'lornm, Oraiigenbliithcnwasser. anzunehmen. ? Oraneenhlit^ aWe 6 * ne Identitätsrcaction zu haben, doch kommen auch echte hunjr „v ^ nwä8Ser in den Handel, welche in keiner Weise diese rothe Fär- schfffenfe-t^ 8ie Steht -' edenfalls sammenl Wassers, welches zur Destillation Verwendung findet, im Zu- seiner A* m* • Wesentl ich ist und bleibt der Geruch des Wassers das Kriterium Wasser Ri i U " d Güte- Dass es ferner auf Zusatz von Schwefelwasserstoff- °arf, ist eine Bedingung, welcher ein reines Orangenblüthenwasser ge- hung~erp h '" vuwa8ser in den Handel, welche in keiner Weise diese rothe Fär- D „i,_«. , geDe] Sie steht jedenfalls mit der Art der Darstellung und der Be- werdÜ' / , Bl " tlau S e ns,alzlösung und Gerbsäurelösung weder gefärbt noch getrübt u en darf, int Q ;,i„ d.j? ______ __ n __ . ____• ___ r\ ______v,i.iu. I >„niaQciir im. nu gen muss.' auch D 'l Eigenscllaft des echten Wassers, sich zuweilen mit Mineralsäuren, selbst Zu " mit organischen Säuren röthlieh oder roth zu färben, führt nicht selten und d ang6Dehmen Erk l ä rungen zwischen Arzt und Apotheker, wenn z. B. eine Eve ?' e ^ lbe Mischung roth, ein anderes Mal farblos ist. Um solchen leidigen blith Cn aus dem We & e zu genen, ist es rathsam, Mixturen mit Orangen- «uenwasser mit einem gefärbten Zuckersyrup zu versehen. Ha ser, rhann. Pr»xL. Suppl. 9 130 Aurantium. — Aurum. Dr. Hoffmann (Kaudel) fand in einem Orangenblüthenwasser Spähnchen oder Gewebezellen der Phijtolacca decandra oder Beta vulyaris. Es ist ja möglich, dass man nach einem alten Usus dem Wasser solche rothfarbigen Substanzen zusetzt, und von diesem Umstände das Rothwerden des Wassers im Con- tact mit Säuren abhängig ist. Aqua Vitae stomachica Cnjawica. Cujawischer Magenliqueur. fy Fructuum Aurantü immaturorum 100,0 Corticis Aurantü expulpati 35,0 Kadicis Gentianae Rhizomatis Galangao Bhizomatis Zodoariae ana 25,0 Corticis Cinnamomi Cassiae 30,0 Foliorum Menyanthis trifoliatae Caryophyllorum aromaticorum Fructus Anisi stellati ana 20,0 Fructus Cardamomi minoris Fructus Carvi ana 10,0 Fructus Foeniculi 5,0. Contusis, concisis et grosso modo pulve- ratis affunde Spiritus Vini 1000,0 Aquae destillatae 500,0 antea mixta et ad 60° C. calefacta. Deinde affundendo Spiritus Vini 1600,0 Aquae destillatae 1000,0 antea mixta modo deturbatorio fiat ex- tractio, postremum aquae copiam suffi- cientem affundendo, ut colatura con- summata ponderis 3600 grammatum colligatur, cui admisce. Syrupi Sacchari 1500,0 Aquae destillatae 1000,0. Portug-alöl, Mallaed's, besteht aus 10,0 Neroliöl, 10,0 Vanillentinctur und 100,0 Spiritus. Katarrhtropfen, Dr. Worms, eine aromatische Tinctur mit Pomeranzengeschmack, In welcher etwas Aetzammon und Essigäther vertreten sind. Sirops, Laeoze's, existiren von verschiedener Zusammensetzung, z. B. enthält der blutreinigende Kaliumjodid, der schmerzstillende Kaliumbromid. Ein Hauptbestandteil ist immer ein Auszug aus der Pomeranzenschale. Aurum. Glaimergoldung nach E. Eisermayer. Das Goldchlorid aus 10 g Gold wird gelöst und mit Aetzammon als Knallgold ausgefällt, dieses im Filter gesammelt, ausgewaschen und noch feucht in einer Lösung von 100 g Kaliumcyanid in 300—400 g Wasser in der Weise gelöst, dass man diese Lösung wiederholt auf das feuchte Knallgold im Filter auf- und zurückgiesst, bis es total gelöst ist. Die Flüssigkeit wird dann bis auf 1 Liter mit Wasser verdünnt. In die erwärmte Flüssigkeit wird der zu vergoldende blanke Metallgegcnstand eingetaucht. Bei Befolgung dieser Vorschrift gehe man mit aller Vorsicht vor, denn diese Vergoldungsmethode hat schon manches Menschenleben vernichtet. Ebermayer giebt desshalb auch eine Anweisung der galvanischen Vergoldung mittelst Blutlaugensalzes. Vergl. E. Jacobsen's ehem. techn. Repertor. 1877- Vergoldung des Eisens nach Kirchmann (Archiv d. Pharmacie, Bd. 201 S. 232). Es besteht wie das Bemalen mit Goldzeichnungcn darin, die Oberfläche des Eisens mit Natriumamalgam einzureiben, welche, selbst wenn oxydu't, sofort verquickt wird, und sodann concentrirte Goldchloridlösung aufzutragen und das Quecksilber vor der Lampe oder auf dem lleerdo zu verjagen. Es resultirt eine sehr polirbare ebenmäßige Vergoldung. Mit Silber- oder Platinsalz erhäW man entsprechende Resultate. Abschcidung des Goldes aus alten Tonbädern (der Photographen). Ma» filtrirt das Tonbad, macht es mit Natriumbicarbonat alkalisch und fügt dann tropfenweise concentrirte alkoholische „Anilinroth-Lösung" hinzu, bis die Flüssigkeit eine tief himbeerrothe Färbung angenommen hat. Hierauf stellt man die «vi ig» <»'■'" Aurum. — Balsamocarpon. 131 sich a« vT-^ ^ un den an ein hell beleuchtetes Fenster. Nach dieser Zeit hat violettes PT ' ronun g s P rocesse nicnt in Verwerthung gekommene Gold als dunkel geworde ? r niedergeschlagen und die überstehende Flüssigkeit ist farblos jeder n*' 8e giesst man, als unbrauchbar, vom Niederschlage ab. Bei wieder - U6 ^. nun S s P r ocedur filtrirt man das in Gebrauch gewesene Goldbad verfährt " • Sewe Flasche, direct auf den früher erhaltenen Niederschlag und Men»e f hT °^ en an S e » eDe n, weiter. Hat sich nach und nach eine genügende es * old oxydul angesammelt, so bringt man dasselbe auf ein Filter, wäscht enthalt' tro °' Jnet das Filter und verbrennt es. Die Filtorasche mit dem darin übers v. Den ®°^ e löst man schliesslich unter Anwendung gelinder Wärme in ' sc TOssigem Königswasser auf, etc. (HaüGK.) ein K ei . n ' Lyrischer Stein, dient zum Probiren des Goldes und ist Golde IeSe ! scniefer - Auf demselben macht man Striche mit dem zu probirenden Gold • ZUr Ver g leicllun S Striche mit Probirnadeln, welche aus verschiedenen löst j? lrun S en bestehen. Werden die Striche mit Salpetersäure übergössen, so ode p e . das J em Se, was nicht Gold ist. Auf diese Weise lassen sich Tombak r ij' 0 ^ imtat,0Iien leicht vom Golde-unterscheiden. Dicot I i h E " DüMAS und Renault ist der Probirstein ein fossiles Holz einer ProeeVt °Z' viell eicht der Rosthernia Unger. Die Bestandtheile sind in Bestandth 1 ^ Kiesclsaure > 5 ~ 6 Thonerde, 1—2 Eisenoxyd und ferner die Substa - r F ^ 8cne der Dicotyledonengewächse nebst 4—5 organische des Gold ^ ENAüLT schlägt den Namen Obryssaxylon (Holz zur Prüfung es) für Probirstein vor (wohl eine sehr wenig passende Bezeichnung). Balsamocarpon. Chile ?l* ani0 . ca rp°n brevifolium Philippi, eine in der Provinz Coquimbo in wnneinuBche strauchartige Caesalpiniacee. garobo^Jit? w lsamoear P i ' FrnctlIS Algarobillae, AlgaroMlIa (Algarovilla), AI- förmiff'em «? ' die getrockneten walzenförmigen Hülsenfrüchte mit linsen- v on gelblich" 1 ^" D ' e . Früchte sind 3—5 cm lang, 1,5—2,5 cm. dick, meist bei der E" ^ be > J e( loch auch je nach dem Reifezustande und der Witterung einen Seite 118 ^"! lun S oft gelbbraun, dunkelbraun, selbst zuweilen auf der Schalen) ' t cb - Das gitterartige Zellgewebe des Perikarps (der Hülsenstoff) dnv h I° n e '" P1 8l*nzeadea bernsteingelben harzähnlichen Masse (Gerb- Oberhaut 7 ■ Und gefullt - Stellenweise fehlt die gelbliche oder bräunliche ma« ao i,_'.._., „. scnen Oberhaut und der Innenhaut ist jene glänzende Gerbstoff- aa -^ptsächiTch g ^r Zellen ^ V . naut de r Hülse besteht aus kleinen polygonalen tafelförmigen krümV h ^ VOn e 'S e nthümlichen Spaltöffnungen und kugligen Drüsen mit und dfc lnh ' Alt besetzt - Die Gefässbündcl bestehen aus zarten Spiroiden cW™ ,, verd ickten Bastfasern. Die Innenhaut ist aus typischen Prosen- WSÄ 1 ™t lauggezogenen sp ^andd,cke bedeutend übertrifft. Wanfl^- i mit lan Sgezogenen spitzen Enden zusammengesetzt, deren Lumen die ka r • bedeutel »d übertrifft. In den lnnenraum der Hülse sendet das Endo j P. m 'tunter kurze Diaphragmen hinein, zwischen welchen die Samen (2—6 b . < r mer Hülse) liegen, welche reif linsenförmig und mattbraun und 8—9 mm dt sind. Sie enthalten Aleuron und Fett, aber kein Stärkeineid (Haxatsek). In dem Deutschen Handel kam die Frucht erst seit zwei Jahren und auch ;r spärlich vor. Sie wird von Chile aus verschickt. q* 132 Balsamocarpon. — Balsamum Copaivae. Bestandtheile. Der Gerbstoffgehalt der ganzen Früchte beträgt 58— 60 Proc. Da die Samen keinen Gerbstoff enthalten und 12—13 Proc. des Totalgewichtes ausmachen, so enthalten 100 Th. der trocknen samenlosen Hülsen 68—70 Th. Gerbsäure, welche von Spuren Gallus- und Ellagsäure, aber reichlich von einem gelben Farbstoffe begleitet ist (R. Godeffkoy). Der Gerbstoff ist eisenblauschwarz fällend. Anwendung. Die Algarobillafrüchte haben in Stelle von Cortex Quercus Anwendung gefunden und entsprechen 1 Th. der Frucht 3 Theilen der Eichenrinde. In der Technik sind diese Früchte seit Decennien ein gesuchtes Gerbmaterial, besonders wo es auf eine Schnellgerbung ankommt. Der Gerbstoff ist in Stelle des Galläpfelgerbstoffes insofern nicht verwendbar, als er von einem gelben Farbstoff begleitet ist, welcher sich schwer beseitigen lägst. Dia öerb« Säure atlB der Algarobilla hat ; in clor Weiw wie aus den Galläpfeln dargestellt, stets eine braune Farbe. Balsamum Copaivae. Der Name Copaivbalsam für Copaivabalsam scheint sich in Deutschland einzuführen. Wie sich aus einem Bericht Bailmw's (l'Union pharm. Vol. 18) ergiebt, ist die Zahl der Copaivabalsame liefernden Bäume keine geringe. Dieser Umstand erklärt die ausserordentliche Verschiedenheit der im Handel vorkommenden Balsame. Meist werden sie Gemische der Balsame von verschiedenen Copai- fera-Arten sein. Bowman (Americ. Journ. of Pharm. Ser. 4. Vol. 49) hat vergleichende Untersuchungen angestellt: Paracopaiva-Sorten. Mischung mit wenig absolutem Weingeist klare Lösung, mit viel absolutem Weingeist flockiger Niederschlag. Mit wenig Weingeist (0,817 sp. G.) Trennung in zwei Schichten, mit viel Weingeist (0,817 sp. G.) fast klare Lösung. Mit Weingeist (0,835 sp. G.) zwei Schichten, untere durchsichtig, obere trübe. Mit y 2 Vol. Aetzammon klare Lösung. Auf Papier getropft und verdunstet, harziger Fleck ohne Fettrand. Verdunstung: 44,4 Proc. Harz. Maracaibo-Sorten. Mischung mit absolutem Weingeist nur Trübung, kein flockiger Niederschlag. Mit wenig Weingeist (0,817 sp. G-) milchig, ohne Schichtung, mit viel desselben Weingeistes nur trübe Mischung- Mit Weingeist (0,835 sp. G.) zwei Schichten. Mit y 2 Vol. Aetzammon bleibend milchige Mischung. Auf Papier getropft etc. harzige' Fleck mit Fettrand. Verdunstung: plastischer od. weicher Rückstand. Im Archiv der Pharm, fand sich von Mütbb folgende Prüflingsmethode auf fettes Oel im Copaivabalsam angegeben. 3—4 g des zu prüfenden Balsam» werden mit 50 CC. Weingeist und 5 g Aetznatron auf dem Wassorbade vei' seift. Ist Alles gelöst, so wird es mit einer nicht zu kleinen Wassermenge i fl eine Schale gespült und über einer schwachen Flamme bis auf 100 CC. ein£ ,! ' engt. Jetzt wird verdünnte Schwefelsäure bis zur bleibenden Trübung und dafl Balsamum Copaivae. 133 liehst n ^ tr ° Dl " su «g bis zur völligen Aufhellung zugefügt, damit so eine mög- D as ß„ ' . Lösung mit einem erheblichen Gehalte von Natriumsulfat resultirt. das zurii lrhT^ ^ etzt ™ Wasserbade unter Rühren zur Trockne gebracht und Glaskolben n ? e Pulver dreimal mit Je 70 CO. Aetherweingeist in einem und auf einem Filter gesammelte je Rückstand" u t uaülrt - Der dabei verbleibende, ^^^^^^^^^^^^^^^^^^ war vo f Wird J etzt nur aus Natriumsulfat bestehen, wenn der Balsam frei in war en Öelen, sonst aber auch Natriumoleat enthalten. Man löst ihn werden" 116-11 }, ^ a8ser > säuert mit Salzsäure an und stellt kalt. Bei reinem Balsam eine öl' n ™ ein 'S e wenige bräunliche Harzflecken an der Oberfläche finden, ige Schicht dagegen, wenn er mit fetten Oelen verfälscht war. 4 fach 1C l nusö ' im Copaivabalsam erkennt man, wenn man denselben mit einem findet 6 fl umen Petrolbenzin mischt und mehrere Stunden bei Seite stellt. Es benzin i'. ft p\° ;nu Sl-LU:lltuu fi »*»«j denn Ricinnsöl ist nur theilweise in Petrol- durci r (vel ' Kl - llnter 0I - Rißini)- Eine goringo Beimischung von Ricinusöl dürfte Prob Probe nicht immer erkannt werden und ist es angezeigt, noch andere war anzustellen ? z - B - 1— 2 Tropfen auf Papier zu geben und an einem lau- m ^ n Orte abtrocknen zu lassen, wo ein Fettrand nicht ausbleiben dürfte, Terpenthin und Terpenthinöl J-opaivaöl bei 240- _____ Jedenfaü 8 T Bal8amS - vormmmt > 80 werden die ersten übergehenden Tropfen auch Gu* " erp ® ntmnö1 se in und sich durch den Geruch leicht zu erkennen geben, junbalsam im Copaivabalsam zu erkennen, mischt man nach Flückiger 15—20 fachen Volumen Schwefelfen einer völlig erkalteten Mischung von Schwefelsäure mit conc. Salpetersäure hinzu. Nach Letzteres siedet bei 160—170° C, Wenn man daher in einer kleinen Retorte eine Destil- kohwiSf d f fra g 1 ieten"Ba*lsäms™mirdem V gleichen° ff T S ß Setzt daM ^ e Tro P fe Thcilen wiederholt " ___________________________________________ ™~~- 6 p ^^ein farbt sich die Flüssigkeit nach und nach dunkelviolett. Pnifung i st kcine iame, welche sich "«uu aber im Vprl P »»"" ----~. u»™™™ uuiobuucu uisb uiauuiuiu l.uoeu, arten färbten sichT- vT" halben Stunde auch violett werden. Einige Balsam- Diese PrtftT • S Flüssigkeit e c °Paivabalsame i^ k ° ine ent8che idende, denn wie Hager fand, giebt es dann aber 5™ \L™ e . e . sich unter denselben Umständen erst braunroth färben, ist jedenfalls der p äunlich ' r othbraun, braun, eine Para-Sorto nur gelb. Es gebene (Hüb t ^ L ™ KKJEß ' 8c ben Prüfungsweise auch die von Hager ange- schliessen Wen ' ? 48 ) Mischung mit dem 4—5 fachen Vol. Petroläther anzu- Probe die Färbm, a & M,8chun g klar ausfällt, und in der FLüCKiGER'schen öurjunbalsam m & h Braun in viole tt übergeht, kann eine Verfälschung mit Ein Balsam genommen werden, sehen Probe auch^ 6 - 1 '* 61 '. 11 "* Sassai,ra801 verfälscht schien, gab in der Flückiger'- aetion mit Sa««,,*,. e .!? e viole tte Färbung, nicht aber ein Balsam, der für die Re- Die p rob • 0l ver mischt war. Weil es einis^ pm Petrolather kann übrigens auch nicht immer entscheidend sein, nn °.„ ^amsorten giebt, welche mit einem 4—5fachen Vol. Petrol- äthe eine zweifachen Vo]** 8 6 Miscüun S geben, nicht aber mit einem gleichen oder kla ie, i m ZW( / t me \ S0 wie es auch Balsame giebt, die im ersteren Falle eine wär e desshalh fli,- le eine trübe Mi8chun S g ebe n- Die HAGER'sche Probe 2 fachen rmi\ a abzuändern, dass man zuerst eine Mischung mit dem de n Mischii i. mt dem 5fachen VoL Petroläther vornähme. Wenn in bei- von ft,™ ^Verhältnissen eine trübe Mischung erfolgt, so ist die Gegenwart ^ ur Jinbalsam anzunehmen. erhalte^ 1 -hT 11 mit der FLÜCKIß ER'schen Methode immer zweifelhafte Resultate sichere a ' WaS auffallen d ist, da die Reaction in der That eine völlig wäre, wenn es eben keine Copaivabalsamsorten gäbe, die dieselbe Farben- re action darbieten. Harzöl (Oleum resinae Pini) ist ein seit wenigen Jahren en vogue ge- 134 Balsamum Copaivae. Aciclum copaivicum. kommenes Verfälschungsmittel des Copaivabalsams. Da dieser in vielen, so sehr von einander abweichenden Sorten in den Handel kommt und für ihn keine sichere Identitätsreaction existirt, so bleibt der bestimmte Nachweis des Harzöles in dem Copaivabalsam eine noch zu lösende Aufgabe. Wenn nachgewiesen wird, jdass jeder echte Copaivabalsam in dem 60fachen Vol. eines lOproc. Aetz- ammons löslich ist, was nämlich bei vielen Balsamen zutrifft, so wäre auch die Verfälschung zu erkennen, denn diese liefert keine Lösung. Zu 10 CO. des Aetzammons giebt man ein Quantum von 5—6 Tropfen des Balsams und schüttelt um. Bei Gegenwart von Harzöl erfolgt eine fast milchige Mischung- Im Uebrigen kommt auch hier die Prüfungsweise auf Terpenthinöl und Terpen- thin (Hbd. I, S. 547) in Geltung (Hager). Acidnm copaivicnm, Copaivsäurc, Copaivasänre (C 20 H 30 O 2 ), wird als kry- stallisirte und amorphe unterschieden und als Acid. cop. crystallisatum oder Acidum metacopaivicum, Metacopaivsäure, und als Acid. cop. amorph um in den Preislisten der Droguisten aufgeführt. Erstere hat hauptsächlich Anwendung gefunden. Die erstere zeigt deutliche Krystallisation, ihre Darstellung gelingt nur aus einigen Copaivabalsamsorten, sicher und ergiebig aber au» dem Gurjunbalsam, dem Balsamum Copaivae Indiae orientalis. Die amorphe Säure des Handels enthält gewöhnlich mehr oder weniger nicht saure Harze- Im reinen Zustande bildet die krystallisirte Säure farblose Prismen (die des Handels hat gewöhnlich eine gelbliche oder bräunliche Farbe), ist fast geruchlos» von bitterem Geschmack, sauer reagirend, unlöslich in Wasser, schwer löslich i» Aether und kaltem verdünntem Weingeist, leicht löslich in absolutem Weingeist» auch löslich in flüchtigen und fetten Oelen. Ihre Darstellung besteht darin, da98 man Gurjunbalsam bei 30—35° C. mit 5 proc. Aetzammon, welcher mit 8 Proc- Weingeist gemischt ist, zweimal ausschüttelt, die ammoniakalische Lösung durch Filtration sondert und in gelinder Wärme eindampft und austrocknet. Der Verdampfungsrückstand wird mit 10 proc. kaltem Aetzammon ohne Weingeistzusat« aufgenommen und erschöpft und die filtrirte Lösung eingedampft und ausgetrocknet. Will man die etwas gelbliche Säure rein weiss gewinnen, so mus* dies mit Hilfe gereinigter Thierkohle geschehen (Hager). Natroncopaivatpillen, Pilnlae Natri copaivici, Geza Lucich's, sind mit Zucker dragirte Pillen mit je 0,13 g Natriumcopaivat, entsprechend 0,4 g Copaiv*' I talsam. Bezugsquelle: Apotheke zum Salvator in Pressburg. In derselben Ap"' theke können auch Acidum copaivicum, in Form eines weissen krystallinischen Pulvers, und Natrum copaivicum, ebenfalls in derselben Form, bestehend » TlS 1 Aeq. Natrium und 1 Aeq. Säure, bezogen werden. Einige Aerzto, besonder* Dr. Zeamal konnte mit diesen Präparaten nicht nur sichere, sondern auch schnell 6 Heilerfolge erzielen. Es sollen weder die harzigen Stoffe noch das Aetheröl »" Copaivabalsam das wirksame Princip repräsentiren, sondern nur die sauren ß e ' standtheile sind es, welche wirken. Balsamnm Copaivae Indiae orientalis, East Indian Balsam Capivi, Ost- indischer Copaivabalsam. Unter diesem Namen bringen die Engländer einen GurjW 1 ' baisam in den Handel. Ob derselbe den westindischen Balsam als Medicarnetf zu ersetzen vermag, ist noch eine zu beantwortende Frage. Wäre die Copaivf säure das eigentliche wirkende Prinzip, so wäre auch der Gurjunbalsam ^ |0 Copaivbalsam anwendbar, denn er enthält eine der Copaivasäure sehr ähnlich Säure. In Ostindien gebraucht man den Gurjunbalsam in denselben Fällen wl bei uns den Copaivbalsam. Vergl. Balsamum Gurjunicum. (4) Guttac anticystocatarrhoicae Edlefsen. J£ Olei Terebinthinae rectificati Baisami Copaivae ana 10,0. M. D. S. 4—5 mal täglich 20 Tropfen (bei Blasenkatarrh. Der alkalische Harn nimmt bald saure Reaetion an). Balsamum Copaivae. — Balsamum Gurjunicum. Cereoli Baisami Copaivae Bebendes sind 7 c m i„ Bezu ssclnpll ™Se, 4 mm dicke Stäbchen. in Hameln Tv potlleker Dr - Berendes leicht in (i P , tr 8e Stäbchen sollen sich fü hrt sie mit* i ttarn röhre auflösen. Man röhre in di« a einer 5 mm weiten Glas- uie Harnröhre ein. ^ ( 2 ) Enema Baisami Copaivae. ^Paivbalsamflüssigkeit zum Klystier. &"> caciae 10,0 Misc'o q u t ae , d f esti " wenngleich es in England gebräuchlich ist. Uebrigens rites cordata R r trockliendes 0el aus dcn Samen dos Oelfruchtbaumes, Aleu- Ja Pan einheimis l • 0WN {Elaeococcus verrucosus Juss.), welcher in China und Holzes schürt V St Und den man dort we g en semer Schönheit und seines harten Das im p • Viel cultivirt > mit Holzöl (huile de bois) benannt, fähigen und • Juubalsam enthaltene Harz besteht aus einem krystallisations- Flückicek 6 "y Cm amor P llen Theile. Der erstere, die Gurjunsäure, scheint, wie Gu rjunbalsa T auslasst : (Arch. der Pharm. 1878 unter: Indifferentes Harz aus Metaconai "' mi * ^ im Maracaibo-Copaivbalsam von Straus nachgewiesenen w ein£rekf V r aUre identi § cn zu sein. Die Gurjunsäure ist in stark wässrigem Schwefpiv Ü, aUm ' wolü aber in 90 P r oc. Weingeist, auch in Aether, Benzin und eieiKonlenstoff löslich. Flückiger berechnet die Formel zu C 28 II 40 O 2 . rufung. Als Identitätsreaction des Gurjunbalsams giebt Flückiger folgende kohle tff ZU einer Mischung von 1 CC. des Balsams mit 10—15 CC. Schwefel- Bchwf l 0m ' ge Tr °P fen einer kalten Mischung aus gleichen Theilen conc. illm-i r i Ule Ulld conc " Salpetersäure gegeben und umgeschüttelt, so erfolgt eine nauhch oder bald eintretende dunkle violette, 1—2 Stunden dauernde Färbung 136 Balsamum Gurjunicum. — Balsamum Peruvianum. der Mischung. Diese Reaction ist eine sehr sichere, aber es giebt auch einige Copaivbalsam-Sorten, welche eine sehr ähnliche Reaction zulassen und nur insofern abweichen, als der violetten Färbung eine rothbraune vorausgeht. Aehnlich verläuft dieselbe Reaction mit mehreren Sorten Harzöl (Ol. Resinae Pini), nur hier ist die violette Farbe etwas braun nuancirt. Mischungen aus Gurjunbalsam mit einigen Sorten Harzöl oder einigen Sorten Copaivabalsam geben in dieser Reaction ebenfalls eine violette Färbung, jedoch tritt diese bei Gurjunbalsam gewöhnlich um mehrere Minuten schneller und intensiver ein. Balsamum antarthriticum Indicum, Indischer Balsam wurde im Jahre 1878 von der mit Geheimmitteln handelnden Firma Elnain & Cp. in Frankfurt a. M. in den Handel gebracht und als Mittel gegen Gelenkrheumatismus empfohlen, und von dem Obermedicinalrath H. von Holder als vortrefflich wirksam attestirt. Dieses Mittel ist nicht mit Indischem Balsam (Gurjunbalsam oder Balsamum Peruvianum Indicum) zu verwechseln. Bei seinem ersten Erscheinen im Handel war es wahrscheinlich Gurjunbalsam, mehr oder weniger versetzt mit Harzöl, denn eino kleine Probe des Balsams, welche in einem Umfang von circa 2g in Hager' s Hände kam, war nicht dickflüssig, enthielt aber in ihrer Hauptmasse anscheinend Gurjunbalsam, denn sie ergab mit Petroläther eine trübe milchige Mischung wie Gurjunbalsam und unter dem Mikroskop Hessen sich kleine Krystalle in der Flüssigkeit erkennen. Hager bemerkte daner bei Besprochung dieses Arkanums, pharm. Centralh. 1878, S. 383: „Jener Balsam ist wahrscheinlich nur jener bekannte Gurjunbalsam." — Nach Ed. Hahn's Geheimmittel und Specialitäten etc. besteht der Balsam nach der Analyse des Apoth. Dr. Hirsch in Frankfurt a. M. aus 1 Th. Harzsäure, 2 Th. eines schweren und nicht verseifbaren Oels und etwas Fettsäure, auch Baldriansäure. Dieses analytische Resultat wurde seiner Zeit mit auffallender Animosität in einer Menge sich drängender Artikel in den Tagesblättern veröffentlicht und nur zum Beweise, dass der Balsam nicht Gurjunbalsam sei. Ein Balsamum antarthriticum' Indicum, Indischer Pflanzensaft, gegen Gichtschmerzen, Muskelrheumatismen etc. wurde im Jahre 1876 von Hager analysirt und als Gurjunbalsam erkannt (23 g 1 Mk.). Vergl. pharm. Centralh. 1876, S. 313. Ob der vorerwähnte Balsam mit diesem Arcanum aus derselben Geheimmittelquelle hervorgegangen ist, war nicht mehr zu eruiren. Der vorerwähnte Balsam wurde 1878 als etwas ganz Neues angerühmt und liegt die Wahrscheinlichkeit vor, dass der nicht Aufnahme findende stark dickflüssige Balsam von 1876 durch Zusatz von Harzöl dünnflüssiger gemacht und modificirt nochmals mit einer besonderen ärztlichen Empfehlung bedacht in den Verkehr gebracht wurde. Da Gurjunbalsam und Harzöl auch wieder in verschiedenen Sorten in den Handel kommen, so ist es wohl leicht begreiflich, dass die Mischungen des Geheimmittelkrämers nicht immer dieselbe Beschaffenheit zeigten. Balsamum Peruvianum. Bei Untersuchung und Prüfung eines Perubalsams sind nach Hager folgende Operationen erforderlich und auch ausreichend: 1. Prüfung des »pec. Gewichtes. (Die Kochsalzlösung hält man in gut verkorkter Flasche vorräthig. Hndb. I, 555.) 2. Schüttelung mit Petroläther (der dann decanthirt farblos sein muss. D' e im Handb. gemachte Angabe über das Verhalten des Balsams nach dem Schütteln ist hinfällig, denn Benzoe enthaltendes Balsam würde sieh als ein reiner Balsam erweisen). 3. Lösung von 1 Th. Balsam in 7 Th. Weingeist, einestheils die Intensität der Farbe der Lösung zu mustern, anderentheils zur Mischung mit Wasser. 4. Mischung von 6,0 des Balsams mit 8,0 conc. Schwefelsäure und B e ; handlung der ausgewaschenen und auf ihre Consistenz geprüften, dann in z* el gleiche Theile getheilten Masse mit Steinkohlenbenzin oder Benzol und nn' Petrolbenzin. Balsamuui Peruvianum. 137 10 0 W cnirn g v on 5,0 des Balsams mit 0,14 wasserleerem Natriumcarbonat, keit m aSSCT und Erhitzen bis zum Aufkochen. Die erkaltete wässrige Flüssig- neutral sein oder sauer, aber nicht alkalisch reagiren. löst ist • ^^"S des Balsams mittelst Petrolbenzins, welches den Balsam nicht fliessend 1D6 '^hämliche, denn Petrolbenzin löst circa 30 Proc. einer wie Oel n Seiblichen bis gelben klaren Masse. übte d k^lschung des Perubalsams mit Benzoe scheint eine seit Jahren geBalsam • onders in Bremen cultivirt worden zu sein. 1) Man löse 1 Th. des 8o l ,, In 7 Th. eines 90 proc. Weingeistes. Die Farbe dieser Lösung ist um SUn , r > J e grösser der Benzoegehalt ist. Zur Controle dient eine gleiche Lö- die Hnp ec ^ ten Balsams. Nach Beobachtung dieser Farbentiefe verdünnt man 8 chtttt Hl — Lösung mit einem 4—5 fachen Volumen kalten Wassers und bei Kräftig durcheinander. Diese milchige Flüssigkeit lässt man 3 Tage milchi + nlieller zimmertem P eratur bei Seite stehen. Nach dieser Zeit ist sie so ist na S Ji • 6 Wiö am ersten Ta ^ e - Harz, Oel oder Pech enthaltender Balsam oder dieSer Zeit nicllt ° der ^bedeutend trübe mit Absonderungen am Niveau Bech aQ i Grunde - ~~ 2 ) Die dur °h schnelle Agitation mit dem Glasstabe in einem wird tT bewirkte Mischung aus gleichen Vol. Balsam und conc. Schwefelsäure Wassers üb dem Erkaltcn unter Kn eten mit der 10 fachen Menge kochenden decanthirt e ^f. 0S8en u,ld unter Kneten und Drücken ausgewaschen, dann letzteres scheiden ist h- W * ssri B e Flüssigkeit, aus welcher sich kleine Krystalle aus- henzoe fiJhl rein em Balsam ungefärbt, bei Siambenzoe gelblich, bei Penang- lm d aus ' ° 8 ' ^° nochmals in warmem Wasser mit den Fingern durchknetete abgetrocf 6 *^ 0110116 Masso wird durch Drücken zwischen alter trockner Leinwand einen W aucu wohl in dünner Schicht auf einer Glasfläche durch Stellen an St ücken wT^ ° rt mö & lic h st trocken gemacht, nach dem Erkalten in kleine zuerst mac -T Uüd zerdrückt und davon die eine Hälfte mit Petrolbenzin sein, die Di ' dann digerirt. Die abgesetzte Maceratflüssigkeit muss farblos Im anderen 1 ^ 11 • lgk ° it mUSS fast farblos sein oder kaml gelblich erscheinen, abgedampft "U-Ti llCgen Veria l sc hungen vor. Die Digestfliissigkeit hinterläßt Theil krvstall" ■ l Pr ° C- dcS 15a l 8arns e i nor gelblichen oder weisslichen, zum oder fetti, n, fn en > aber nicht fettigen Masse. Ist dieser Kückstand gefärbt fe anzufühlen, so liegt eine Verfälschung vor. uie zweite TT'Kv • Schwefelsäure-B i jener ausgewaschenen, getrockneten und zerkleinerten und 6 Stunde a mmasse wir d mit ihrer 10 fachen Menge Benzol übergössen absetzen dec^r^ öfterem Schütteln macerirt. Dann lässt man 6 Stunden des Decanthar 1 -\ Un 5 Proc - beträgt, ist mit 1,2 multi- V cut c a nnahernd die Menge des Benzoezusatzes (Hager). Behandhi' 10 °™i lf 8t aue ' ! den trocknen ausgewaschenen Balsamrüokstand aus der Gegenwa t 8cüwe /elsäure, sogar vollständig, nur ist die Filtration der bei T>i Q ;i ar .. T 0n Benzoe trüben Lösung eine zu schwierige, indem die trübenden Aäeüemrt durch das Filtrum geben. Wei . Verfal8c hung mit Benzoe steht in erster Keihe. Die mit absolutem sist " g . Dere ' te te Benzoe-Tinctur wird wahrscheinlicb bis zur dicken Syrupcon- T)eut" Z i eingeengt und in der Wärme mit dem Perubalsam gemischt. In thera- l tischer Beziehung wird natürlich damit dem Perubalsain kein wesentlicher Nachen zugefügt. Der Weingeist bildet mit der Benzoe- oder Zimmtsäure die entsprechenden Aether. 138 Balsamum Peruvianum. Als Verfälschungssubstanzen des Perubalsams gelten Weingeist, flüchtige Oele, fette Oele (Ricinusöl), Copaivabalsam, Canadabalsam, Gurjunbalsam, Styrax, Asphalt, Pecli. Weingeist in massiger Menge und als Lösungsmittel von Harzen dem Perubalsam zugemischt, kann, wie schon bemerkt wurde, nicht völlig durch Destillation aus dem Wasserbade gesondert werden, denn die aus ihm entstandenen Aethyl- verbindungen destilliren erst bei einer über 200° hinausgehenden Hitze. Wollte man ihn nachweisen, so müssten 20—30 g des Balsams mit einer gleichen Menge 10 proe. Aetznatronlauge durchschüttelt und der Destillation aus dem Wasserbade unterworfen werden. Flüchtige Oele dürften schwerlich zum Verfälschen Verwendung finden, denn sie würden sich durch den Geruch nur zu leicht verrathen. Ebenso steht es mit dem Canadabalsam. Dagegen wären Canadabalsamharz und Colophon in concentrirter weingeistiger Lösung ganz geeignete Verfälschungs- mittel und mögen auch in Anwendung kommen, doch ist ihr Nachweis kein erschwerter, denn bei Mischung von Schwefelsäure mit Perubalsam findet keine Schwefligsäureentwickelung statt, wohl aber bei Gegenwant der Harze der Pinien- Die ausgewaschene und getrocknete Masse aus der Mischung von 4 Th. Schwefelsäure und 3 Th. Balsam ist ferner in kaltem Petrolbenzin nicht löslich, wohl aber werden die Pinienharze davon gelöst. Hier wäre jene Masse in sehr kleine Stückchen zu verwandeln und mit kaltem Petrolbenzin einen Tag zu maceriren. Das was Petrolbenzin über 2 Proc. löst, ist als Verfälschung zu betrachten. Die Verfälschungen mit fetten Oelen, Gurjunbalsam, Copaivabalsam werden einerseits an dem geringeren spec. Gew. des Perubalsams erkannt, denn dieses würde stets geringer denn 1,136 sein, andererseits an der ausgewaschenen Masse aus der Mischung des Balsams mit Schwefelsäure. Diese ist bei reinem Balsam bei einer Temperatur von 10—15° C. brüchig und nicht klebrig, bei Gegenwart jener Verfälschungen aber weich und kleberig, oft so weich, dass sie sich nicht mit den angefeuchteten Fingern kneten lässt. Aus derselben können die benannten Substanzen durch Petrolbenzin extrahirt werden. Die Lösungen sind durch Maceration zu bewirken. Kaltes Petrolbenzin löst circa 2 Proc., heisses aber 8—10 Proc. einer starren, hell bräunlichgelben Masse. Wäre diese sehr weich, halbflüssig oder starr und dunkel gefärbt, so deutet dies auf ein 0 Verfälschnng. Styrax und Asphalt dürften schwerlich als Verfälschungsmittel dienen, denn die Mischung damit ist eine sehr erschwerte, bei Styrax nicht einmal eine lohnversprechende. Asphalt würde die Farbe des Balsams so sehr dunkel machen, dass man die Verfälschung sofort erkennen miisste. Wie aus vorstehenden Bemerkungen ersichtlich ist, lassen sich die bekannten Verfälschungen des Perubalsams mit einiger Sicherheit erkennen, selbst viele derselben quantitativ bestimmen. In Dulk's Commentar 1839 findet man die Verfälschung mit Benzoe erwähnt, aber dabei die Bemerkung, dass dadurch der Balsam speeifisch leichter denn Wasser werde. Das ist nun ein starker Irrthum, denn die Benzoe ist selbst schwerer als jene Salzlösung, welche zur Prüfung der Eigenschwere des Pertt- balsams benutzt wird (Hdb. I, 8. 555). Anwendung des Perubalsams: In Betreff der innerlichen Anwendung ist de' Säuregehalt zu beachten und nur ein säurereicher Perubalsam wird bei Lungen- katarrh und sonstigen Beschwerden der Athmungsorgane eine sichtliche Wirkung äussern. Aeusserlich auf Wunden ist der säurereiche Perubalsam nicht " u schmerzstillend, sondern auch schnell heilend, Eiterung verhindernd oder mindern und desinficirend. Es ist also der Balsam beim Einkauf auf den Säuregehalt vor- Balsamum Peruvianum. — Balsamum Tolutanum. 139 ßJ! W61Se zu Prüfen. Auf Wunden anzuwenden tränkt man Baumwolle mit dem bunk l" ^ orzu Slicß bewährt er sich bei eiternden Panaritien, gutartigen Kar- j n ' Bran dwundcn, Erosionen etc. Wirk n 6reSSant * st > dass man sich in neuerer Zeit ärztlicher Seits über die mit S D f Pernbalsams als Wundmittel in den Fachblättern auslässt, und da- vom T n m ^ a ^ c bringt, welche man schon vor 100 Jahren erkannt hat, auch j^enpublikum überall gekannt sind. des e U mum Peruvianum artificiale, künstlicher Pernbalsam, als Substitut ( , Balsams, verwendbar zur Darstellung der modificirten Pharaoschlangen ra: ' Unter Kalium sulfo-cyanatum). Man mischt 100 Th. gepulverte Benzoe' «ig ■ oS ) mit 20 Th - Gurjunbalsam und 400 Th. absolutem Weingeist, ^.gerirt, filtrirt nach dem Erkalten und dampft das Filtrat (im Dunstsammler) ZW ^y^Pconsistenz ab. Dieses Präparat ist in der Veterinärpraxis auch da t T eb WeU ^ )ar ' wo die Anwendung des theuren Perubalsams angezeigt ist (Hagee). er einen Ersatz des Perubalsams vergl. unter Benzoe im Suppl. den Benzoö- a Sam ; Balsamum salicylico-benzofnatum. V ) tmulsio balsamlca antibronchitica (Bouchaedat). * Baisami Peruviani 1,0 r Tl ,mn- m 7 8 1 alarum dulcium 20,0 ; umm ' Arabici 10 0 Cor,ti qUi \ e de st>llatae 16,0. sS « emu l 8loni P eractae add ° An? p ? acc hari 50,0 1[R dR stillatae 200,0. (bei hart^M ■ 2stUn( Bich einen Esslöffel «aitnackiger Bronchitis). Haars (2) Emnlsio balsamica anticatarrhoica (Wiss). J?c Baisami Peruviani 5,0 Olei Amygdalnrum Gummi Arabici ana 10,0 Aquae destillatae 15,0. Miscendo ad emulsionem redactis admisce Aquae destillatae 250,0 Syrupi Cinnamomi 50,0. D. S. 2—3 stündlich einen Esslöffel (bei Lungenkatarrh). 1 ProcOm.?" ltus ' Lii,l off's, Hoffmann's Lebensbalsam mit 3 Proc. Perubalsam, • werosaure, 1/2 Proc. Kampher. 24 Benz^tiü'^ 61 ' f e i bes Le bensöl ist ein Gemisch resp. Tinctur in Thoilen aus momöl 4 -Rp ' 8 nü8 sigem Storax, 6 Perubalsam, 4 Casslaöl, 3 Nelkenöl, «| 3 Carda- 32 ordinären il J J° X Macif 3-, Kosmarin-, Lavendel-, Sassafras-Oel, 64Weingeist, *>*• Richter) 8 " 1 ' 6 Safrantinctur und etwas Zuckertinctur (nach Angabe des dem HoFFMANN S ' en >?' Swanisc,le (begleitet von einem Hefte von Dr. Venus) entspricht versetzt mit 9 p n Lebensbalsam verdünnt mit einem gleichen Vol. Weingeist und * iroc. Pcrubalsam. baisam 3 «Uf C ?• ^"^am, ein Gemisch in Grammen aus 120 Hoffmann's Lebens- sienöl/pomp• .^ ur ' 60 Hoffmann's Tropfen, je 0,15 Cajeputöl, Angelicaöl, Cas- (30g i MkWf? Ze Kamillenöl, Bernsteinöl, Lavendelöl, Rosmannöl, Muscatnussöl. ff 1 \1\t\ rr\ ' "-»iuii en< Wu d ^ QüENZEL ' Analyt.) «^K^^^^^M^^^^^^M Pr'änavitp • er ? tt * s 5**> Englischer. Unter diesem Namen kommen mehrere verschiedene ist ein La Wheimntfttelhandel. Dem Handb. I, S. 559 verzeichneten ähnlich zoes enrn °- r Von Geis sler untersuchter, welcher sich als eine Tino turn. Benunter Tpv ü- 01 £ a ei '£ ab - Ein anderer Balsam mit derselben Bezeichnung findet sich Oliv™ ,, 1 ]S i lna verzeichnet und ist ein grüngefärbtes Gemisch aus 60 Proc. Ol. Vae und 4 0 Proc. Ol. Terebinthinae. Balsamum Tolutanum. Nach E. Busse sind im Tolubalsam Harz, Benzoesäurebenzylätker, Zimmt- 8 aurebenzyläther, Zimmtsäure und Benzoesäure vertreten. Gegen Lösungsmittel und die meisten Reagentien verhält sich der Tolubalsam ziemlich ähnlich der Siambenzoe. Conc. Schwefelsäure färbt kirschroth, 140 Balsamum Tolutanum. — Baptisia. ohne Sehwefligsäure zu entwickeln (Ulex) und Weingeist löst die Schwefelsäurebalsammasse mit violetter Farbe. Enthält der Tolubalsam Colophon oder Pinienharze, so entwickelt sich beim Zusammenreiben mit conc. Schwefelsäure auch Schwefligsäure. Nach Mattison löst vom Tolubalsam ein 90 proc. Weingeist 26 Proc, aus dem in Weingeist nicht löslichen Theile Aether weitere 63 Proc. einer Styracin haltigen Masse. Die übrigen 11 Proc. sind Holzfaser etc. Petroläther löst aus dem Balsam etwas über 1 (1,2) Proc. eines nicht flüchtigen Harzes und 7—8 (7,5) Proc. flüchtige Bestandteile (Hirschsohn). Benzol löst höchstens 5 Proc. Wegen des Zimmtsäuregehaltes destillirt aus einem Gemisch mit Kalium- dichromat und Schwefelsäure oder auch mit Kaliumhypermanganat und Schwefelsäure Benzaldehyd (Bittermandelöl). Durch den Benzoesäuregehalt unterscheidet sich der weiche Tolubalsam vom Perubalsam, welcher nur Zimmtsäure und keine Benzoesäure enthält. Holmes und Nalob (Pharm. Journ. Transact.) weisen darauf hin, dass sich im Englischen Grosshandel ein in seinem chemischen Verhalten abweichender Tolubalsam findet, welcher in dicken Lagen gelbbraun, in dünnen Schichten vollständig durchsichtig und goldgelb und ausserordentlich klebrig ist. Er wird beim Aufbewahren wenig hart und selbst bei mehrtägiger Einwirkung einer Temperatur von 100° nicht spröde. Er erinnert in seinem Gerüche etwas an Leim und beim Kauen entwickelt er erst nach einigen Secunden ein brennend scharfes Gefühl. Bei der mikroskopischen Untersuchung nach vorherigem Erhitzen auf 90° setzen sich beim Erkalten keine Krystalle ab. Der Schmelzpunkt liegt bei 58°, also niedriger als beim Tolubalsam, auch unterscheidet sich der neue Balsam dadurch, dass er sich vollkommen in Aether auflöst, ebenso in Benzol, während Kalilauge ihn nur theilweise löst. In dem Balsam ist kein Tolen oder ein bei 160° siedender Kohlenwasserstoff enthalten. Weitere Untersuchungen machen es ziemlich klar, dass es sich um ein wirkliches Naturproduct handelt, dessen Abstammung jedoch noch zu ermitteln ist. Syrnpus Balsami Tolntani, Synipus Toktanus. Die Darstellung dieses Syrups durch Mischung der Tinctur mit Magnesiacarbonat und etwas Zucker und dann mit der nöthigen Menge Syrupus Sacchari ist eine ganz unpassende, und durch Saturirung des Säuregehaltes wird auch der therapeutische Werth reducirt. Baptisia. Baptisia tinetoria R. Brown (Sophora tinetoria Linn., Podalyria tin- ctoria Willdenow), wilder Indigo (Pferdefliegenstrauch), eine in Nord-Amerika einheimische Papilionacee, der Gruppe der Podalyrieen und der Untergruppe der Eupodalyrieen angehörend. Radix Baptisiae, Baptisienwnnel, kommt noch nicht im Handel vor. Si e soll einen widrigen Geschmack haben. Die Tinctur hat Anwendung gefunden. Pharm. Centralh. 1879, 438 theilt darüber mit: Eine Tinctur aus der Wurzel der Baptisia tinetoria hat Johnson in 7 Typhusfällen, von denen 3 mit sehr schweren Erscheinungen auftraten, nebe» kühlen Abwaschungen, Milch und Stimulantien angewendet, 1—5 Tropfen 1-" 4 stündlich. Der Verlauf der Fälle blieb frei von bedenklichen Erscheinungen, namentlich fehlten Delirien und trat nur wenig Diarrhoe auf. Die Temperatur wurde durch die Tinctur merklich herabgedrUckt und Genesung trat rasch ei». Baptisla. — Barosma. — Baryt. Pflaa? e a8 t KraUt der Pflanze enthäIt ^digo ähnlichen Farbstoff. Die Zweige der Wurzel 7 ec ^ t . man a "f die Pferdegeschirre, um die Stechfliegen abzuhalten. Die breche f* 6 ' nen widrigen Geschmack und soll sie frisch genossen sowohl Er- sie seh f - aUC k Durchfall bewirken. Getrocknet und in kleinen Gaben hat man septisch \r ^ w ' e Dr " ^" R° 8ENTH AL in seiner Synopsis bemerkt) als anti- riiulo S ,'ttel bei Scharlach, typhösen Fiebern, auch als Substitut der China- uncie gerühmt. Barosma. Wp j . ^Holmes berichtet, kommt im Handel eine neue Sorte Bukkublätter vor, moi>,. 6 Je ™ cn wegen ihrer kleinen Form und ihres etwas abweichenden Geruches mehr a n Feldkümmel erinnern. Es sind dies die Blätter von Barosma Auch i* 0 ' diß ' W ' e der Name sagt > an unser Heideblümchen (Erica) erinnern, in d Blätter von Empleurum serrulatum kommen wieder als Bukkublätter ien' Gn ** ande *- ^' n neues Kriterium zur Unterscheidung dieser Blätter von den- fiv+ • , von Barosma serratifolium besteht in der grösseren Länge und stärkeren Entwicklung der Seitenadern. welcher d ^ AY ? E . ent hält das ätherische Oel der Bukkublätter einen Körper, denn b ' v ^. nw i r ^ un S chemischer Agentien in Salicylsäure übergeführt wird, folgte j^ Im . ' scnen des Oeles mit Natronlauge und dann mit Salzsäure er- ' D' ie -Jr. USScne idung von Krystallen, welche sich wie Salicylsäure verhielten. Harze M ung der Blätter beruht in dem ätherischen Oele und einem bitteren • Man hat in Anwendung gebracht verdünlrtem W*™ 8 ™* 6 ' bereitet durch Di gestion aus 1 Th. Blättern und 5 Tb, geigt. D. tU J?} Barosma « fluidnra, bereitet durch Extraction mit 90 proc. Wein- nnd dan ** • te Auszug wird auf 4 /s der extrahirten Blättermenge gebracht schütteln Glycerin versetzt. Behufs Dispensation ist das Extract umzu- ßaryta. orthorho h' a / v * wasser lange Zeit in weichem Glase aufbewahrt, so bilden sich BaT th Bar y um9ili catkrystalle von der Formel BaO,Si03+2(BaO,I10). Silicate ^ Hydrat (Baryumhydroxyd) ist ein gutes Aufschliessungsmittel der hitze v3i durch Säuren nicht angegriffen werden. Selbst in der Rothglüh- wendet * & • ""^ Völlig vom Hydratwasser befreit. Zum Aufschliessen ver- (Terb, "T** ei " im Platint!e S e l) besser im Silbertiegel geschmolzenes Barythydrat dan Bar „ yth ydrat bis zum Schmelzen erhitzt, jedoch bei nicht zu starker Hitze, re« 1? Söckchen zerbrochen und mit Wasser bestäubt, dient als Kohlensäure- es orptionsmaterial in der Analyse. CV f r Bar y ume arbonat ist ein tödtliches Gift, denn es wurde von Reincke ve^ff JSchl '- f - S er - Med - Bd. 28) ein Vergiftungsfall mit letalem Ausgange rath ht * Bßi Dis P ensa ti° n dieses Stoffes ist daher stets Vorsicht anzu- v f Rattengift, Miiuse?ift, Maulwnrfsgift, giftfreies (?), lässt sich nach folgenden Schriften herstellen: 142 Baryt. — Baryum chloratum. — Belladonna. fy Casei paululum vetusti rasi 100,0 ty: Casei paululum vetusti siccati contriti Glycerinae 20,0 Carnis taurinae coctae et minutiui con- Barytae carbonicae praecipitatae 50,0 cisae Boli Armenae laevigatae 5,0 Glycerinae depuratae ana 50,0 Farinae secalinae 10,0. Aquao Anisi 20,0 M. f. bacilla vel rotulae centum, quae Barytae carbonicae praecipitatae 100,0 farina secalina conspersa adhibentur. Panis siccati pulverati q. s. M. f. bacilla ducenta, farina conspergenda. Letztere conserviren sich sehr gut und sind zugleich ein Gift für Maulwürfe. Wenn auch kein directes Gift in diesen Compositionen vertreten ist, so sind sie dennoch so zu legen, dass andere Thiere nicht dazu kommen können (IIägeh). •{• Miiusegriitze, eine mit Kohlenpulver grau gefärbte und unansehnlich granu- lirte Mischung aus 5 Th. präcipitirtem Baryumcarbonat, 1 Th. Zucker und 4 Th. Weizenmehl. Tyrabus Oribasci, Henby's (Paris), ist ein Pulver-Gemisch aus Baryumcarbonat, Zucker und Mehl und dient als Mäusegift. Baryta nitrica, Barynmnitrat, wird in der Glasperlfabrikation gebraucht. Künstliche Elfcnbeinmasse (rothe) erhält man nach Gawalovski durch Mischung von 10 Th. Mennige, 16 Th. Schwerspath, 9 Th. Thon und einer Lösung von 25 Th. Leim in 25 Th. Wasser. Baryum chloratum. Baryumchlorid ist ein gegen Kesselsteinbildung viel angewendetes Salz. Es wurde für diesen Zweck von der Firma de Haen (Hannover) besonders empfohlen, auch wurden in Betreff der Anwendung die nöthigen Anweisungen veröffentlicht. Das Mittel gegen Kesselstein, Kakeowa's, besteht ebenfalls in Baryumchlorid, welches nur Anwendung findet, wenn das Wasser Calciumsnlfat enthält. Vergl- auch unter Aqua. Halogenin oder Hallogenin, Antikesselsteinmittel, ist eine Mischung aus 17 Proc. Baryumchlorid, 65 Proc. Salmiak und 18 Proc. Catechu. Antikessclstein, Marohn's (Berlin), unreines Baryumchlorid mit etwas Salmiak und 10 Proc. Eisenoxyd. Antikesselstein, patentirter, von Meyn & Cp. (Berlin), besteht nach Beockiioj* und Süssenguth aus dem Pulver einer eingetrockneten Lösung von Witherit in Salzsäure und enthält in Proc. 76 Baryumchlorid, 4 Salmiak, 16,6 Feuchtigkeit, 0,5 Calciumchlorid, 0,14 Chlormagnesium etc. (1 kg 2 Mk.) Belladonna. In allen Theilen der Atropa Belladonna befindet sich ein Blau Schill er- stoff von grosser Beständigkeit und starker Fluorescenz (FA88BENDEB). Wo die Belladonna eultivirt wird, beobachtete man bei guter Düngung bedeutendere Entwickelung der Pflanze, besonders in der Länge, doch soll sie dann an Wirkung einbüssen, also nicht an Alkaloidgehalt zunehmen (im Gegen - satz zu den (Jhinabäumen, welche nach guter Düngung einen grösseren Alkaloidgehalt aufweisen). Toxicologische Analyse. Nach einer Mittheilung Wasilewsky's ist Chloroform das bessere Alkaloid-Extractionsmittel bei Untersuchung von Substanzen» Belladonna. 143 auf de a e ^ er -Atropa Belladonna, Dafüra und Hyoscyamus enthalten, nimmt 's ik 6ge ^ er -^nsschüttelung aus alkalischer Flüssigkeit. Chloroform Petroläth 6 a 6tWaS Alkalo'id aus saurer Flüssigkeit auf, aber nicht Aether, untersuchte! ylalkollol 7 Benzol. Letztere können also zur Reinigung der zu uer frasd' 6 }! ^ ÖSUn S dienen. Die Procedur der Untersuchung ist: Extraction geringes y ^ n Substanz mit schwach salzsaurem Wasser, Eindampfen auf ein VCTdamnf ^ men (*"■ zur Syrupconsistenz), Vermischen mit Weingeist, Filtriren, (aber n u . Weingeistes aus dem Filtrat, Ausschütteln mit Petroläther etc. Werden "! m it Chloroform), bis das Ausschüttelungsmittel farblos decanthirt VeiQam f U ' Ammoniakalischmachen und Ausschütteln mit Chloroform. Der Weise fd gsruckstan d aus der chloroformigen Lösung lässt sich in bekannter Atroni -\ UrC ^ Wiederholung des obigen Verfahrens) leicht reinigen (vergl. unter (Maypb'" p ^' 6 c l uant ' tativ6 Bestimmung kann mit Kaliummercurijodidlösung BS Reagens), von welcher 1 CC. 0,0145 Atropin entspricht, geschehen. Infusi „ Ge 9 en 9' f t dcs Atropins und der Belladonna empfiehlt Schlosser 200,0 BtündUl, IUm Jaborandi (10:200), die Hälfte auf einmal und dann halb- Injenf 1 Esslöffel mit 1 Esslöffol Wein zu nehmen. Ausserdem subcutane Ringe k ™ n Pilocar P in - hydrochloric. 0,005 in dest. Wasser 2,0. Sydney Pilocan) Clltet Über ZWe * Ver S'ft un S 8 f alle > in welchen sich Jaborandi und und Hvd B t Unter . tne üweiser Nichtäusserung der Wirkung zur Hypersalivation Un d Jabor ranS P Ir . at ' on > erfolgreich erwiesen. Kinder zeigten gegen Belladonna Belladonn F t 6m '^ e Toleranz. Auch eine Vergiftung durch Anwendung eines xtract enthaltenden Liniments ist in England vorgekommen. tract nach^^ Relladonnae ph - Gcrm - enthält 1,3—1,6 Proc., das Ex- Foli a r nglisellcn Pharmakopoe 1,7—2,0 Proc. Alkaloid. Alkaloid. ellad °nnae im getrockneten Znstande enthalten 0,2—0,25 Proc. A lkaloM\ lxBellad °nnae im getrockneten Zustande enthält 0,33—0,38 Proc. kaloid. lnetUla Bellad onnae Ph. Germ, enthält 0,03 — 0,05 Proc. Al- velche e bei A a kal< f dSelmlt des Ettraotes hlln 8 t zum ThoU von der Wäme ab > von 70__WA "^ ' n Anwendung kommt, denn schon bei einer Wärme pins. Einfi w» entwc i en en, mit den Wasserdämpffen kleine Mengen des Atro- Pms. Eine Wärme von 60° C. £saLft. w *ÄS.-* •ugen. sollte nie überschritten werden. Das Ab- im Dunstsammler bei 50—60° C. sehr gut Pulvis fuinalis antasthmaticus Crevoisieb. fy Foliorum Belladonnae Foliorum Digitalis Foliprum Stramonii Foliorum Salviae ana 10,0. Minutim concisa et inter manus frieta misee cum Kali nitrici pulverati 10,0 aquae guttis nonmillis irrigatis. D. S. Ein halber Theelöffel wird angezündet und mit einem oben offnen Papierkegel bedockt. Der Dampf wird auf- geathmet (gegen Asthma). 144 Belladonna. — Benzinum. Heilpllaster, Richard'« (Sommerville), Boll aus Belladonna, Pech und Kautschuk bestehen. Asthma remedy, Langell's (Nord-Amerika). Grobes Belladonnapulver mit 10 Proc. Salpeter in Lösung befeuchtet und getrocknet. Auf einer Platte angezündet, sind die Dämpfe einzuathmen (60 g 1,25 Alk.) (Hager, Analyt.). Asthmatic and Fumigating pastilles von Samuel Kidder & Cp. (Charlestown U.S.) 5 Ctm. lange, 6,5 Mm. dicke Stäbe. Es wird eine solche Kerze in einem Metall- gefäss erhitzt und man athmet die Dämpfe ein. 12 Pastillen 50 Cents. Die Kerzen bestehen aus Belladonnaextract, Belladonnapulver, Strammoniumblätterpulver, Kohle, Gummi, Stärke, Gewürzen mit 15 Proc. Salpeter (Hager, Analyt.). Dieselben Kerzen, jetzt von Daniel White & Cp. (New-York) verkauft, wurden zusammengesetzt gefunden aus 20,1 Kalisalpeter, unreinem (?) 3,5 Scammoniumharz, 35,0 Gummi und Zucker, 40,7 Kohlenpulver, Pflanzenstielen und Blättern (Fleck, Analyt.). Sedative Pills, Gunther's (N.-Amerika), bestehen nach Henry B. Parsons Angabe in Theilen aus 50 Asa foetida, 50 Extract. Valerianae, 3 Extract. Belladonnae, 1 Zinc. oxydat., 2 Castoreum. Decigrammpillen, 2—6 zweimal täglich bei Chorea. Benzinum. Die im Handel vorkommenden Benzole sind 1) Benzolum purum, reines Benzol, aus Benzoesäure dargestellt. Man hat ihm auch den Namen Benzinum purissimum gegeben. 2) Benzinum lithanthracinum» Steinkohlenbenzin. Von diesem existirt ein 90procentiges und ein 30pro- centiges. Ersteres 90procentiges ist das officinelle Benzol und das in der chemischen Analyse gebräuchliche und gemeinhin Benzol, nur von wenigen Chemikern auch Benzin genannt. Das Benzin aus dem Petroleum ist von def Pharmacopoea Germanica als Benzinum, Benzin, offieinell gemacht worden^ doch bezeichnen es die Chemiker mit Petroleumbenzin oder Petrolbenzi»« Abieten, Erasin, Heptan sind Namen für Destillate aus dem Harze der PinU* Sabiniana Douglas, welche in Californien einheimisch ist. Diese Destillate gelten als Ersatz des Benzols (Thorpe). Steinkohlentheeröl, leichtes, des Handels ist das Destillat aus der Steinkohler aus welchem durch fractionirte Destillation das Benzol gesondert wird. Es lässt sich für technische Zwecke in Stelle des Benzols verwenden. Der Benzolgehalt beträgt 30—40 Proc. Es wird auch als 30 procentiges Steinkohlenbenzin vo» den Kaufleuten abgegeben. 10 CC. 90 proc. Weingeistes lösen höchstens » e ' 16° C. 2,5 CC. dieses Steinkohlentheeröls. Mineralgeist ist ein leichtes Steinkohlentheeröl. Dispensation, Die Aerzte nehmen es mit der Unterscheidung der Benzin 9 nur zu häufig wenig genau und schreiben Benzin vor, wo sie das Benzol anwenden wollen. Ist es zum innerlichen Gebrauch bestimmt, so ist stets ®t Benzinum das Benzinum lithanthracinum zu dispensiren. Die Prüfung des Steinkohlenbenzins auf seinen Benzolgehalt geschieht eiB' fach durch Prüfung seiner Löslichkeit in 90 proc. Weingeist oder der Löslicbkei t des 90 proc. Weingeistes im Steinkohlenbenzin. Vom 90 proc. Steinkohlenbenü' 11 geben 77,77 Vol. mit 22,23 Vol. jenes Weingeists eine klare Mischung. ^*j! giebt in einen graduirten Cylinder 5 CC. 90 proc. Weingeist von 15—16° 0. un setzt nach und nach vom Benzol hinzu, bis die stark durchschüttelte Mischung nur eine schwache Trübung zeigt. Das Volumen des zugesetzten Benzol muss mindestens 17 CC. gleich sein (Hager). Je weniger das Steinkohlenben» 1 * Benzinum. Nitrobonzinum. 145 Weine ■ e ! ltllält ' um so weniger vermag Weingeist zu lösen. 5 CC. eines 90proc. Stein!li . 1ÖSen z - B - 7 > 5 CC - des 45proc., aber nur 2,5 CC. des 30 proc. ' Ein BB nach starkem Schütteln und bei 16° C. mit 5 nn ^""gende Reinigung erkennt man, wenn man circa 3 CC. des Benzola unter AeT • geist mischt, dazu ein Paar Tropfen Silbernitratlösung giebt, Pärbun il &n auf koclit, dann etwas Wasser zugiebt und bei Seite stellt. Die Bein nnd fr ^ lenzo tischen den beiden Schichten darf nur eine geringfügige Zu v Vmtere weingeistige Schicht darf kaum gefärbt erscheinen, durch m , cl ' weise des Benzols in Steinkohlengasen leitet man letztere rauchende Salpetersäure. Es bildet sich Nitrobenzol. • lj ei K nv ^ ent * un 9- Hier wäre zu erwähnen, dass Lochner Benzolinhalationen holt e T DSt6n em P fühlen hat - Benzol wird auf das Bett des Patienten wieder- iiumm lfelt " Gleichzeitig sollen täglich 2—3 mal 3—5 Tropfen innerlich ge- »men werden. Alkal "fl 201 iSt 6in willkommener Ersatz des Weingeistes bei Darstellung der Plüss v •' Wenn auf Wem S e ' st eine zu none Steuer liegt. Aus der alkalischen mit R g besser der alkalischen trocknen pulvrigen Masse wird das Alkalold den An" Zo1 Warm oder kalt, je nach dem Lösungsverhältniss des zu extrahiren- fola-Pn,in! ln \ olllenbenzin als Fettfleckvertilger. Brydges giebt hierzu Die pi n einfaches Verfaliren an: banden^ - 6 ^. & ^^u, « ul W)W uciiiu^cowH weiuen. gifteten ist choeol r! V® 8 ° Sclme11 wie Blau8ällre tödtend. Das Blut des Ver- Die Cadaver sind w mA verliert die Pah 'gkeit Sauerstoff aufzunehmen. Hunde beobachtet p gefärbt. Beim Blute der mit Nitrobenzol vergifteten Stelle des w« JT 7 le «Ne spectroskopisch zwischen C und D rechts neben der a «b Hämatimtreifens ein Absorptionsband. Oele PpHow^* ? ind Substanzen zu meiden, welche Nitrobenzol lösen, z. B. i reue, Weingeist. • it uerischem ,< B-H U " Chemie - Eine Methode des Nachweises des Nitrobenzols in K - Jacottf mandelol > Bittermandelwasser, Kirschwasser u. dergl. gründet mit Zin " MI -, N auf die Beduction zu Anilin, welche das Nitrobenzol in Berührung lösunef •/ u tron erleideL Wenn man eine Stannochloridlösung (Zinnchlorür- entstel, a l,J ei ' sehflS8i gem oder soviel Natronhydrat versetzt, bis der Anfangs benzoli ederschla g wied er gelöst ist, dann einige Tropfen der auf Nitro- zu prüfenden Substanz zusetzt und kurze Zeit erwärmt, so wird hinter, rh aim . Praxis . Supp , 10 146 Benzinum. Nitrobenzinum. reichend Anilin gebildet, um auf Zusatz von einem Tropfen Phenol und etwas Chlorkalklösung oder unterchlorigsaurem Natron, die bekannte blaue Farbe des erythrophenylsauren Kalkes oder Natrons hervorzubringen. Hier muss man etwas mehr Chlorkalk anwenden, weil die ersten Portionen zur Ueberführung des Restes vom Zinnoxydulnatron in Zinnoxydnatron verbraucht werden. Nach Dragendokff's Anweisung mischt man 5 bis 8 Tropfen des Oels mit ebenso viel Weingeist und giebt in diese Mischung ein linsengrosses Stück Natrium. Das Metall überzieht sich mit einer weissen flockigen Schicht, und die Flüssigkeit behält ihre Farblosigkeit, wenn das Oel rein ist, während sie bei Anwesenheit von Nitrobenzol dunkelbraun wird. Diese Färbung kann übrigens auch bei Gegenwart eines anderen Oeles stattfinden. Jedenfalls zeigt die braune Färbung eine Verfälschung an. Die angegebene JACQUEMiN'sche Methode verdient hier den Vorzug. Man löst einen Tropfen des Oeles in circa 20 CC. eines 45 proc. Weingeistes oder zur Prüfung des Bittermandelwassers, Kirsch- wassers nimmt man 10 CC, verdünnt nun mit 10 CC. Weingeist und giebt einige Zinkstüekchen und Schwefelsäure dazu. Nachdem die Wasserstoffentwickelung eine Viertelstunde gedauert hat, ist die Keduction erfolgt. Man übersättigt nun mit Natroncarbonat, filtrirt, versetzt mit einem Tropfen Carbolsäure und dann mit Chlorkalklösung oder Chlornatronflüssigkeit. Erfolgt eine braune, bald in Blau übergehende Färbung, so ist die Gegenwart von Nitrobenzin angezeigt. E. Jacquemin hat über das Verhalten des Nitrobenzins eingehende Untersuchungen angestellt. Dass Nitrobenzin in den Organismus übergeführt eine Keduction zu Anilin erleide, ist nur von Letiikjsy beobachtet. Güttmann und Bergmann gelang es nie, nach der Einführung des Nitrobenzins in die Verdauungswege weder in der Leber noch im Harne selbst nur Spuren Anilin aufzufinden, während Letiikuy dieses im Harne, in der Leber und dem Gehirne nachzuweisen vermochte. Aus diesem Widerspruch lässt sich der Schluss ziehen, dass die klein 0 Menge Anilin, welche etwa im Darmkanale entsteht und vom Blute aufgenommen wird, keine tödtliche Wirkung zur Folge hat. Obgleich die Vergiftung*" Symptome, wegen Schwerlöslichkeit des Nitrobenzins, sich langsam kundgeben, s° bezeugen doch alle Beobachter, dass von dem Zeitpunkte an, wo das Thier voi» Schwindel ergriffen ist, seine Lunge den charakteristischen Geruch dieses Körpers aushaucht, sein Harn nach bitteren Mandeln riecht, und nach dem Tod« dasselbe im Blute wahrgenommen werden kann. Das Nitrobenzin hat also ctf' culirt und als solches die toxikologischen Erscheinungen hervorgerufen. Da auch Bittermandelöl einen ähnliches Geruch hat, so ist bei Untersuchungen von Substanzen mit Blausäuregeruch anzunehmen, dass Bittermandelöl Blausäure oder Nitrobenzol oder Bittermandelöl und Nitrobenzol zugleich vorliegen. Eine Trennung muss versucht werden. Man destillirt nach Zusatz vo» verdünnter Schwefelsäure. Etwa entstandenes Anilin bleibt im Rückstände, llT1 Destillate findet sich Nitrobenzol oder Bittermandelöl in öligen Tropfen und die9 e können daraus durch Ausschütteln mit Aethcr aufgenommen worden. Bei Gege°' wart von Blausäure oder Bittermandelöl wird das Destillat auch Blausäure ctn' halten und ist darin leicht nachzuweisen. Enthält es nicht Blausäure, so li ß 8 nur Nitrobenzin vor. Behufs Erkennung desselben kann man die im Handb. > S. 588 angegebene Reaction versuchen oder nach E. Jacquemin in folgend 6 Weise verfahren: Ein ungefähr einem Tropfen Nitrobenzin entsprechendes Quantum der Fl» 8 sigkeit vermischt man mit 10—20 CC. Weingeist von 45—50 Proc. ^ e j schüttelt mit Zink und Schwefelsäure und theilt die saure Flüssigkeit in dr« Benzinum. Petrolbenzin. 147 rrvi .. zum Fn+T ^ men Theil davon übersättigt man mit Natroncarbonat, filtrirt, setzt natron-) p* ? men Tropfen Carbolsäure und hierauf Natronhypochlorit- (Chlor- Blau üb ltt ? 8 ' R ^ e ^j wodurch eine braune Färbung entsteht, welche alsbald in welches W t% ~~ In den zweiten Theil giebt man etwas braunes Bleisuperoxyd, bald ein' Unters ' utzt durch vorhandene freie Schwefelsäure, oxydirend wirkt und ferünlichl 1 r ° Senrotüe Färbung hervorbringt, die in eine braune und dann in eine Krystall ^ ° dör v i°l° ttDlaue übergeht. — In den dritten Thoil wirft man einen herabla f ° rsaures Kali und läSBt an der Wand des Glases conc. Schwefelsäure zum \t UQU ," Diese zersetzt das Chlorat, worauf eine schöne violette Färbung Um Vorschein kommt. besteht^ . CHAMP ' 8cne Verfahren zur Umwandlung des Nitrobenzins in Anilin zu dest'ir U ' m ^ Eisenfeile und Essigsäure zu erwärmen und bis zur Trockene Destill f- n > wobei das Anilin als Acetat übergeht. Jacqubmin vermeidet die EssW ' indem er X Tr °P fen in 2 0 CC. Weingeist löst, mit Eisenfeile und gsaure schüttelt und wie oben angegeben verfahrt. ode ff- ^ te " e der Reduction des Nitrobenzins mittelst Schwefelsäure und Zinks hitzt ns em P nenlt sich diejenige mit Zinnoxydulnatron (Natriumstannit). Er- einer lTt Nitrobenzo1 mit emer coneentrirten Lösung von Zinnoxydulnatron in FällPT, < f te > so destillirt Anilin über. Das Destillat lässt sich in forensischen ien autbewahren und dem Gerichtshofe vorlegen, Anwendung Wt*~*-.~i ist als Verdeckung Irand- und Fusel-Essenz in den Bändel ge- nu ng. Nitrobenzol uciiurzt n„j bracht V a lt r er ( n^ US8land )- F-ner wein hpnnt,«. "' -, " MV »mum ist als Verdeckungsmittel des Fusels im Brannt- * word ^ Anti - Bl ______________________________o- or en. i n p olge deg (j enu8ge8 solchen Branntweines kamen Todesfälle OelgenVMfl"" ioluor wurde Nitrobenzol von E. v. Bibea zur Reinigung geschehe die V empfohIen - Da das Einathmen des Dunstes gefährlich ist, so ÖeWmiilrtlfM 6 - ndimg fiir diesen Zweek an einem etwas ™gige» Orte. Die traler (officinln ' S ? g geschieht in der Weise, dass das mit Wasser und neueren aus f em( T ™ edlc ! n]Scüer )_ Se ifc gereinigte und trockne Gemälde mit Bäusch- berieben wird den diese emer ^alter Leinwand, welche mit Nitrobenzol getränkt sind, sanft se mit • T ln ' ge Farben8t eUen eingeschlafen (matt geworden), so wer- mit reinen LftTmlh appcben > welches mit Olivenöl gefettet ist, berieben und das Bild mit pf T VOn etwa anhängendem Oel wieder befreit. Endlich wird mit einem Lack überzogen. vom Steinkohlenb nt6 ' 8Clleidet sicl1 nicht nur durch den Geruch, auch dadurch 2 >5 CC. lösen. Ein™' ^ 10 CC " 90proc - Weingeist bei 16° C. höchstens ung von deichen \M Sen ," gcn de Reinigung erkennt man, wenn man eine Misch- nitratlösung vers t ,° , Lcilen Benzin und Weingeist mit einigen Tropfen Silberdarf kaum gefubt d Un ""^ Agitiren aufkocht - Die untere weingeistige Schicht ___________________ mu ' blassgelblich erscheinen (1) Guttae antempneumaticae Windtropfen !)uTg^ hracini - 5 .o Spiritus aeth'erei 10 0 M. D. S 'V nach jeder M^,' 1C ^ 3 T 4ma l ^no Stunde (bei starkon Pi-[ eU) Je 2 °- 30 Tro P f e° Wiudkoik) Blahun S° n und Neigung zur (2) Linimeutnm antiscabiosuiii. Krätzspiritus. Nitrobenzini Acidi benzoioi ana 5,0 Benzini litlianthracini Aquae Colonionsis Spiritus Vini Grlyccrinao ana 20,0. M. D. S. Nur Sie Stellen mit Pusteln tBglich am Tage einmal zu bereiben. (Dieses Liniment macht keine Flecke und hat keinen üblen Geruch. Vier Einreibungen genügen zur Vertilgung der Scabies.) 10* 148 Renzinum. Benzoe. (3) Spiritus benzolatus depnvativus. Reinigungsspiritus. Milben- und Insektentödter. Vf Benzini lithanthracini 100,0 Olei Thymi Olei Bergamottae ana 5,0 Älcoholis amylici 20,0 Spiritus Vini 150,0. M. D. S. Reinigungsspiritus. (Diese Composition dient zur Desinfection der Kleidungsstücke, besonders der Pelze von Personen, welche an Scabies oder an ansteckenden Krankheiten litten, welche Kleidungsstücke nicht gewaschen werden können, auch zur Desinfection von Betten und Bettzeug. Entweder werden die Gegenstände mit der Flüssigkeit bestäubt, oder was besser ist, in einen Kasten, welcher ziemlich dicht verschliessbar ist. locker eingeschichtet und mit der Flüssigkeit begossen. Der Kasten wird so; gleich geschlossen und eine Woche bei Seite gestellt. Obige Portion reicht für einen Kasten von 1 Kubikmeter Rauminhalt aus. Das Einathmen des Dunstes ist möglichst zu meiden.) Benzoe. Palembenzoe ist eine neue Handelswaare, welche frei von Zimmtsäure ist und circa 10 Proc. Benzoesäure enthält. Sie soll aus Sumatra kommen und ist ■wahrscheinlich das Material, aus welchem in England die im Handel auffallend hillige Benzoesäure dargestellt wird. Sie unterscheidet sich von der Siam-Benzoe" insofern, als sie mit Weingeist eine hellere oder blassere Tinctur ergiebt, welche in Wasser gegossen dieses nicht milchig macht, sondern flockige Ausscheidungen verursacht. Die Tinctur aus dieser Benzoe ist also nicht der officinellen zu substituiren. Zur Unterscheidung der Benzoearten soll nach Hirschsohn concentrirte Schwefelsäure Siam-Benzoe kirschroth, die anderen Benzoearten braunrotb färben. (Diese Reaction tritt nicht immer in dieser Farbe auf, Hager.) Die Schwefelsäure-Siam-Benzoemischung soll mit Weingeist eine klare violette Lösung geben und dann auf Zusatz von Wasser violettrothe Flocken abscheiden. Die Schwefelsäure-Sumatra- und Penang-Benzoe-Mischung wird von Weingeist rothviolett gelöst und lässt auf Wasserzusatz schmutzig violette Flocken fallen. Aus der ausgewaschenen und getrockneten Schwefelsäure-Benzoemischung lös* Benzol bis zu 16 Proc. vom Gewicht der Benzog. Das Gelöste ist dunkelfarbig bis schwarzbraun. Petrolbenzin dagegen löst aus derselben Mischung circa 1 Proc- und ist der Auszug fast farblos (Hager). Ein wesentliches Zeichen eines Benzoeharzes ist die Farblosigkeit des au' kaltem Wege bereiteten Petrolbenzinauszuges, welcher eingetrocknet einen klaren* kaum oder doch unbedeutend gefärbten Rückstand von sehr angenehmem G 0 ' ruche hinterlässt, welcher Rückstand bei Penang- oder Sumatra-Benzoö 3,5--' 4,5 Proc, bei Siam-Benzoe 1,5—2,5 Proc. beträgt. Der erstere ist weich und schmierig. Das mit Petrolbenzin extrahirte Pulver der Penang-Benzoe war weis9' lieh, von der Siam-Benzoe gelb. Dass Petroläther aus Siam-Benzoe 26—29 Proc» aus der Sumatra-Benzoe nur 2—4,5 Proc. Lösliches aufnehme, wie HiRKOiisoiitf angiebt, scheint Beanstandung zuzulassen, denn die von Hager geprüften Sia 110 ' Benzoesorten gaben an Petroläther nur 2—2,6—3,5 Proc. Lösliches ab, in wel' chem Benzoesäure den Hauptbestandteil ausmachte. Die Unterscheidung der Zimmtsäure enthaltenden Benzoö von der u" 1 " Benzoesäure haltenden ist nicht erschwert. Man zerreibt in einem kleinen P° r ' zellanmörser circa 1 g des Harzes mit ebensoviel Kaliumdiehromat, mischt »1** dann 4—5 g conc. Schwefelsäure und nach einer halben Minute circa 10 CG- Wasser dazu. Die in Folge dieser Mischung heisse Masse dunstet bei Gege n ' wart von Zimmtsäure Bittermandelölgeruch aus. Benzoe. — Berberis. 149 (Han U \ ^' am -Benzoe soll Vanillin vertreten sein und giebt Chr. Rümp 2 -p, V n r> Agende Anweisung zur Abscheidung dieses Körpers. Man reibt das l'of e v, Z ° ö Und * ^h. Kalkhydrat mit Wasser zu einem Brei an, setzt dann lässt di^ 6 ^ rasser hhizu, kocht, colirt, übersättigt die Colatur mit Salzsäure, Flüssiek - t , e herauskrystallisiren, schüttelt die von den Säurekrystalleu befreite dampft 61 ■• m ^ Aetüer aus und lässt den Aetherauszug abdampfen. Der VerWasser ^ SrÜ ^ s * an d gleicht dem Vanillin und wird durch Umkrystallisiren aus wie y ^ rein igt. Nach Jannasch hat diese Substanz dieselbe Zusammensetzung H AG ass ^ er Benzoe antiseptische Eigenschaften zukommen, wurde 1872 von »Aeus f. nge ? eben : welcher im Commentar zur Ph. Germ. I, S. 359 bemerkte: ist s' m wem S e i sti g er Lösung zeigt sie fäulnisswidrige Eigeuschaften und und D ^°ß l1 - ZUm Tlleil we S en des Benzoesäuregehaltcs ein mildes Antisepticuni einer i6n8 ' daher ein bewährtes Wundmittel." Diese Angabe beruhte auf rieht>t V ° m A l )otlleker Pancbatz in Friesoythe im Jahre 1870 an Hager ge- et en Beurtheilung der Benzoe als antiseptisches Wundheilmittel. v ) »nlsaniniii salicjlico-benzoinatum Hager. Benzoe'-Balsam. Salicyl-Wundbalsam. * ptÄf*^™ 1 » c^tusae 100,0 riois mgrae 15,0 Acidisali cylici ' 10 Basami G urjumcl ^ 00 Spmtus Vini absolutföOO.O. h oras, tümZ m a £ itando Per aliquot "„„ aa .? edlmen tationem sepone. ex parte a et massa rosidua refrl- Liquor T B 8edlm entatiun e m balnei ■Z?„? tm . et colatus calore *a e t u 1 destiiiand ° dilu P a dtU8 Vlni ab8 ° 1Uti q " 3 - rap l i at tenüio r t i 8 liquor Bit 8 P issi tudinis sy- und'büLe^."!,,^, ein sehr geeigneter dem er »C* des Pcrubalsams, mit Pfiehlt sfeh be S ™n nhch - keit hat - Er ™ Pl^is. Mit " nders in der Veterinär- M«. """d e?wÄ e K Co r den klei " e Jhnlich genUgt ein ein- bestriche^'Ü^^^K^OTiationendirect >n wenigen T lclien Unrt lliü Wunde heilt strichenen Pv» 8 ® 0, • Auc1 ' die damit be a >nd sie unl^ Ü 7 ,ltl0llcu llci 'en schnell 6 "bedeutend, in einem 'Page. (2) Lac cosmeticum Reginae. Der Königin Schönheitsmilch. ijt Benzoes Sumatrensis 50,0 Baisami Tolutani Cortieis Quillaiae ana 20,0 Spiritus Vini 400,0. Digere per dies duos et post refrige- rationem filtra. Liquori limpido ad- misee Aquae Rosae 50,0. Sepone per aliquot dies, tum liquorem aecantnatum serva. Ad parationcni lactis infunde liquoris 20,0 in Aquao Kosae frigidae 100,0, Dum infusio efficitur, bene agita. (3) Unguentnm benzoinicum. Unguentum benzoieum. ly Benzoes pulveratae 5,0 Aetherls 15,0. In cueurbitam vitream ingesta Stent per horam unam et saepius agitentur. Per penicillum lanae gossipinae fusis admisce Olei Ricini 2,5. Looo tepido evapora et residuo ab Aethere liberato admisce Unguonti cerei q. s. ut pondus mixturae 20,0 exaequet. von Jostirii Kriegl (Grätz), ist Tinctura Benzoes Nitiv " '--------' v "' "" 1SSLKK > Analyt.) solutem w" nannte »»an einen Lack, welcher aus Th. 7 Benzoe, 8 Ghimmilack, 50 ab- m vvtmgeist, 4 gekochtem Leinöl, 1 Alkaana und 1 Fuchsin bereitet sein soll. P v,„:, (20g °' 60 Mk -) (E. GBl! Berberis. f D 0 ^ erber innm phosphoricum, Berbcrinphosphat, phosphorsaures Berberil!. V°^ 0 H 17 NO 4 ,2PH a O 4 + 5H 2 0.) Berberil! wird mit der 30fachen Menge lau- 150 Berberis. — Bisrauthum. warmen Wassers übergössen und dann unter Umrühren mit so viel Phospliorsäuro versetzt, bis Lösung und auch eine neutrale Flüssigkeit erfolgt. Bei Anwendung einer Phosphorsäure von 1,120 spec. Gew. reichen fast gleiche Theile aus oder auf 105 Berberin 100 Phosphorsäure. Die heiss gemachte und heisa filtrirte Flüssigkeit wird durch langsames Abdampfen zur Trockne gebracht. Das Ber- berinphosphat bildet ein kanariengelbes, in Wasser leicht, in heissem Weingeist schwerer, in kaltem Weingeist schwer lösliches Pulver. Wenn man eine con- centrirte Lösung des Salzes in kalten starken Weingeist tröpfelt, so scheidet es als gelbes Pulver aus. Das Berberinphospat ist in wässriger Lösung als entzündungswidriges To- picum angewendet worden. Bismuthum. Einige noch wenig in Erwägung gekommene Verunreinigungen des Wismuths sind Tellur und Selen. Sie sind keine so seltenen, insofern Wismuth (besonders im Banat, in Brasilien und Mexiko) aus seien- und tellurhaltigen Erzen abgeschieden wird. Das aus einem solchen Wismuth dargestellte Subnitrat giebt sein Tellur an das Blut ab und der Erfolg ist ein stinkender knoblauchähnlicher Athem. Zum Nachweise übersättigt man die salpetersaure Lösung des Wismuths oder das Wismuthsubnitrat mit Kalilauge, filtrirt, versetzt das Filtrat mit etwas Schwefel- ammonium, filtrirt wenn nöthig wieder nach einiger Zeit, übersättigt das Filtrat mit Essigsäure und dann mit SdneefelwaBSerBtoff. Bei Gegenwart von Tellur fällt braunes Tellursulfid nieder. Wäre Tellur nicht gegenwärtig, aber Arsen, so würde gelbes Schwefelarsen ausscheiden. Das Selen geht höchstens in entfernten Spuren in das Subnitrat über und bleibt hier ohne Nachtheil. Bismuthum depuratnm. Zur Reinigung des Metalls hat H. Tamm folgendes Verfahren angegeben: 200 Th. Wismuth werden bei gelinder Hitze geschmolzen und demselben eine trockne innige Mischung von 10 Th. Kaliumcyanid, 3 Th. Schwefel (in Stelle des Kaliumrhodanids) nach und nach zugesetzt. Dann erhält man das Metall eine Viertelstunde hindurch in Rothgluth. Der Regulus er- giebt einen Verlust von 6—12 Proc. je nach der Reinheit des in Arbeit genommenen Metalls. Bei Anwendung eines total reinen Kaliumcyanids genügen auch 8—9 Th. statt 10 Th. Einen ziemlich reinen Regulus erhält man, wenn man 100 Th. Wismuth in ein mittelfeines Pulver verwandelt, dieses mit 5 Th. Kalisalpeter, 2 Th. Natronsalpeter und 2 Th. trocknem Aetznatron mischt, das Gemisch in einem Hessischen Tiegel unter zeitweiligem Umrühren schmelzt und eine halbe Stunde im geschmolzenen Zustande erhält. Da die Darstellung eines chemisch reinen Wismuthregulus umständlich und sehr schwierig ist, so hat Hageb eine Vorschrift zur Darstellung eines reinen Hydroxyds gegeben. Vergl. weiter unten. Chemie und Analyse. Ein Reagens auf Wismuth ist das ScHNEiDEB'sche Reagens, eine Lösung von 3 Th. Weinsäure und 1 Th. Stannochlorid (Zinn- chlorür) in der genügenden Menge Aetzkalilauge. Die damit versetzte neutrale oder alkalische Lösung des Wismuths wird mit dem Reagens versetzt und einig 6 Zeit auf 70—80° C. erwärmt. Es erfolgt ein schwarzbrauner Niederschlag» selbst bei einer Verdünnung von 1 Metall auf 200000 Flüssigkeit. Oder m*» versetzt die zu prüfende Lösung mit einer hinreichenden Menge Weinsäure» Bismuthum. Bismuthum citricum. 151 der*St Un ^ macüt m 't Kalilauge scliwach alkalisch. Dann setzt man einige CO. wnnochloridlösung hinzu und erwärmt circa 5 Minuten auf 60—700. durch K ^ Ua . n *itative Bestimmung des Wismuths geschieht nach BobchebS mischen a . | Sa *ion der Lösung mit Amnion, Versetzen mit Salmiaklösung, Ver- mit sah ™ emei u Ueberschuss Wasser, Sammeln des Niederschlages, Auswaschen ist nae}> Z T rellalti S em Wa sser und Trocknen bei 1200 C. Dieser Niederschlag Sein C -T TrockllC11 wasserfreies Wismuthoxychlorid (2Bi0 3 ,BiCl 3 oder BiOCl). gewicht mit o,8036 multiplicirt ergiebt den Wismuthmotallgehalt. 10 0 ' v °l um etrischen Bestimmung gehört eine Kaliumdichromatlösung von Trüh m **^ ®®' ^'° salpetersaure Lösung wird mit Ammon bis zur leichten vom ^sr 7 ersetzt > erhitzt und mit jener Kaliumdichromatlösung versetzt, bis ein lösun ' Ö rscü ^ a S 6 gesonderter klarer Tropfen mit überschüssiger Silbernitratroth t weisser Fläche zusammengebracht nach einigen Augenblicken eine oder 6 in UDg orfäürt - 1 CC - der Kaliumdichromatlösung entspricht 0,0095 g, Btör ^' ents P recllen 0,095 g Wismuthmetall. Grössere Mengen Chlorid A en . Uncl die Methode ist nicht anwendbar, wenn Calciumnitrat, Cuprinitrat oder en 'gsäure gegenwärtig sind (Patttnson). Anf Legirun gen: Walke's Legirung besteht aus Wismuth 8, Zinn 4, Blei 5, 92» oT 1 ' ~ ° NI0NS Le gi™ng aus Blei 3, Zinn 2, Wismuth 5 (Schmelzpunkt Punkt h - Wir<1 dieser Legirung 1 Quecksilber zugesetzt, so liegt der Schmelz- zu Ei ect ei t 77 C- > ^er Erstarrungspunkt bei 60° C. Walke's Legirung dient ein o- t ro ^P^ orm en und zu Clichös. Für Zinngicsser ist folgende Legirung Zu 68 A : . Wismuth 2 > Blei 4 > Zinn 3 - ^umlauT bitten der Messingschale auf die Glasbehälter der Petro» 4 Zit.« P c n -nr° 11 fol Sende bei 100» schmelzende Legirung passend sein: 6 Blei, un ' 5 Wismuth. g^ungen zum Messen der Temperaturen hat Dullo angegeben: Legirung Schmelz- Erstarrung* • Blei Zinn Wismuth punkt punkt 120 140 120 180« 1120 145 145 100 140° 1290 160 150 75 150° i:!5° *)150 150 50 160° 150« 170 180 35 170° 163° 210 190 30 1800 165° 140 155 190» 180» 200 185 200° 180° 200 180 210° 180° 240 150 220° 180° 207 294 1800 180 o >ie mit Stern Krystalle aus. bezeichnete L 3girung bleibt erstarrend homogen u Roths ! m "tricum, Wismuthcitrat, citronenxiiiires Wismuth, wird nach Bau argestellt > wenn man 10 Th. Wismutlisubnitrat, 7 Th. Citronen- eineVi Un 4 ° Th ' Was8er erhitzt, bis ein Tropfen der Mischung mit Ammon Vol e _ Flussi g k eit liefert. Dann verdünnt man das Ganze mit einem 10 fachen „ men w asscr, lägst absetzen, decanthirt, wäscht den Bodensatz mit Wasser u - und trocknet diesen in gelinder Wärme. Ausbeute circa 13 Th. 152 Bismtithum oleinic, oxyd. hydric, tannic. Bismnthum olei'nicura, Wismnthseife, wird durch Mischung und Erwärmen im Wasserbade aus 50,0 Wismuthoxydhydrat und 200,0 Oelsäure dargestellt. Eine salbenartige Mischung, welche in Stelle der Bleisalbe und bei Exanthemen Anwendung findet (Betty). Bismnthum oxydatnm hvdrieuin, Bismnthum hydroxydicum, Wismnthhydrat, Wismuthhydroxyd (Bi0 3 ,HO oder BiH0 2 = 243). Das Bismuthmetall des Handels, 100 Tb.., wird in zerstossener Form nach und nach in die 4 fache Menge reiner Salpetersäure von 1,185 spec. Gew., welche im Wasserbade erhitzt ist, eingetragen. Wäre volle Lösung eingetreten, so giebt man noch etwas Metall hinzu, bis bei fortgesetzter Erhitzung Lösung nicht mehr stattfindet und ein geringer weisslicher oder bräunlichgrauer Bodensatz sich ansammelt. Nach weiterer halbstündiger Erhitzung in der Wärme des Wasserbades Iässt man die Flüssigkeit absetzen und decanthirt sie noch warm unter Durchgiessen durch ein Bäuschchen Glaswolle. Das klare Decanthat resp. Filtat wird nun unter Umrühren in 400 Th. lOproc. Aetzammon, welche mit einem 4—5 fachen Volumen destill. Wassers verdünnt sind, gegossen, die Mischung einige Male umgerührt und zum Absetzen bei Seite gestellt. Die klare Flüssigkeit wird abgegossen und der Bodensatz mit destillirtem Wasser vermischt, in einem leinenen Colatorium gesammelt und mit destillirtem Wasser ausgewaschen. Hierauf wird der Niederschlag in ein gläsernes oder porcellanenes Gefäss übertragen und mit 50 Th. conc. Aetznatronlauge, welche mit 225 Th. destill. Wasser verdünnt ist, oder mit 275—300 Th. einer 5 Proc. Kaliumoxyd haltenden Lauge gemischt, eine Stunde digerirt, hierauf mit einem gleichen Volumen destill. Wasser durchmischt, nun der Bodensatz in einem leinenen Colatorium gesammelt, mit warmem destill- Wasser gut ausgewaschen und endlich ausgetrocknet. Auf diese Weise werden Eisen, Zink, Blei, Kupfer, Antimon, Arsen, Selen, Tellur etc. vollständig beseitigt. Der Bodensatz in der salpetersauren Lösung enthält Eisen, Antimon, Arsen im oxydirten unlöslichen Zustande. Wäre diese Lösung gelblich gefärbt, so ist eine längere Erhitzung bis zum Aufkochen nöthig, um das Eisenoxyd unlöslich zu machen. Nothwendig ist die Beseitigung dieses Bodensatzes und kann man denselben nach dem Decanthiren auch in einem Papierfilter sammeln und mit etwas Salpetersäure von 1,180—1,185 spec. Gewicht auswaschen. Die Fällung mit überschüssigem Ammon bezweckt die Beseitigung von Silber, Kupfer, Nickel, Arsen, Selen, Tellur und die Behandlung mit Aetzalkali die Beseitigung von Zink, Blei und den Resten von Arsen etc. Wesentlich ist die Anwendung eines eisenfreien Wassers (Hager). Dieses Wismuthhydroxyd bildet ein rein weisses Pulver und dient zur Darstellung reiner Wismuthpräparate. Bismuthum tannienm wird besonders bei Diarrhoe der Kinder empfohlen, welche den Tag über 1—2 g vertragen. Im Handbuche ist die Dosis doppelt so gross wie vom Subnitrat angegeben. Liquor Bismuthi tartarici natricus ist in Stelle des Liq. B. tartaric. kalicus (Handb. I, 609) zu setzen und als Reagens anzuwenden. In Stelle der Aetz- kalilauge ist Natronlauge zu verwenden. Die Lösung erfolgt leichter und schneller und dieselbe hält sich besser. Sie dient zum Glykose-Nachweis. (1) Mixtura antidiarrhoica bismnthiea. Mixtis adde fy Bismuthi tannici 3,0 Gummi Arabici 10,0 Tuberis Salep 1,0. Aquae Cinnamomi 100,0 Syrupi Sacchari 50,0. „ ,, D. S. Umgeschilttelt 2 — 3 stUndlid 1 einen Esslöffel (Kindern 3 Glyzerin, H Natriumhyposulfit, 1,7 Wismuthsub- u «na b6,0 Wasser. (Hager, Analyt.) Bismuthum nitricum. nitrar! ISmUth , Um suMtricnra P" r,im - Zur Darstellung eines reinen Wismuthsub- datumTr. in einem Glaskolb en 103 TL des reinen Bismuthum oxy- flbergos se n y i r r um mit 265 Th - reiner Salpetersäure von 1,185 spee. Gew. W äre diese rTfct * blsweili S em Agitiren erhitzt, bis völlige Lösung erfolgt. säure hinzu W ? ' U erre,chen > so setzt man tropfenweise kleine Mengen Salpeter- N öthigenfalh' völll S e Lösung erfolgt und die Flüssigkeit klar erscheint. 200 Th kr Fvr mÄD S '° giesst al'fl auf setzt man Jenes gesonderte Einviertel hinzu, schüttelt kochendes d Tu- 1 ehl6n Glastricllter in ein Geftas, welches 4500 Th. durch. Nach Vi f' 68 Wasser enthält und agitirt eine Viertelstunde hin- einem Filter ooV l- em6r halben StUnde 8ammelt man den Niederschlag in destill. Wassp 1 Uen Colat orium und wäscht ihn mit 1000 Th. kaltem Tellern in nicht * jm Dann breitet man den Niederschlag auf poroellanenen die Masse vor sT h Schicllt aus ' be deckt die Teller mit Fliesspapier, um Temperatur 3no -i/x ZU 8cüttt zen, und stellt an einen lauwarmen Ort, dessen Aus der Colat Überstei S t - D!o Ausbeute beträgt 120—130 Th. (Hageb). gesammelt. r Wird der Wismutkrest durch Aetzammon abgeschieden und geben. Eine Venin^ 6 -" 6 Verunremi « un 8 mit Tellur ist unter Wismuth ange- handen, nicht zu h rem,gun S m it Amnion ist, wenn dieses nur in Spuren vor- das Wismuthsnb ., anstanden ) wie dies bereits im Handbuch angegeben ist, denn Amnion And • mit atmo8 P här i8clier Luft im Contact entzieht derselben das andere Säure lT SeitS kommon auch durch die Salpetersäure, welche wie jede Wurde bei d • n t0tal fr °' VOn Ammon ist ' Spuren Amnion in das Präparat, geben so Tl.., rste ^ un g Amnion angewendet, wie einige Vorschriften dies an- Verfäkcli das Präparat auch mehr als Spuren Amnion. Betrügerische in das P a n Smd Calcium P b osphat und Gyps. Kalkerde kommt in der Weise wendu ; raparat ' wenu be i der Fällung statt des Wassers Kalkwasser zur An- durcl "^ , mmt - Ka lk und Magnesia können auch dem Asbest entstammen, Hie/'T • man nicht selten die salpetersaure Metalllösung zu coliren pflegt. ist eine reine Glaswolle das bessere Material, m» ic fun & des Wismuthsubnitrats lässt sich im Ganzen dahin ordnen, dass an 1,5 g desselben mit 10 CC. Aetzammon (10 proc.) und 15 CO. Wasser 154 Bismuthuin nitricum. 15 Minuten unter kräftigem Umschütteln macerirt und dann filtrirt. Das farblose Filtrat theilt man in 3 Theile (A, B, C). Der Theil A wird zunächst mit Salzsäure schwach übersättigt (eine weisse Trübung ist Silber), dann mit Kaliumferrocyanid versetzt (eine mehr oder weniger braunrothe Färbung zeigt Kupfer, eine weissliche Nickel an). Den zweiten Theil (13) des Filtrata mischt man mit einem gleichen Volumen Salpetersäure (1,185 spec. Gew.) und theilt diese Mischung in 2 Theile, um den einen zuerst mit einem gleichen Gewicht oder einem iy 4 Vol. officineller Ammoniumacetatlösung und dann mit einigen Tropfen Silbernitratlösung (eine braunröthliche Trübung oder Färbung zeigt Arsensäure an), den anderen Theil aber mit circa 2 CC. Ammoniummolyb- dänatlösung zu versetzen und aufzukochen (es erfolgt bei Gegenwart von Arsensäure oder Phosphorsäure eine gelbe Trübung). Den dritten Theil (C) kann man wieder in zwei Theile (a und b) theilen und den einen (a) mit Salzsäure übersättigen und bis zum Aufkochen erhitzen, um ihn dann mit Schwefelwasserstoff- wasser zu versetzen und wiederum etwas zu erwärmen. (Ein gelber Niederschlag deutet auf Arsen oder Selen, ein brauner langsam entstehender auf Tellur.) Den anderen Theil (b) prüft man nach Uebersättigung mit Salpetersäure, mit Silbernitrat und Baryumnitrat auf Salzsäure und Schwefelsäure. Der Filterinhalt nach der Behandlung mit der Mischung aus 10 CC. Aetzammon und 15 CO. Wasser wird nun mit 10 CC. einer 8—10 proc. Aetznatronlauge übergössen, das Filtrat auf den Filterinhalt nochmals zurückgegossen und dann mit Schwefelwasserstoff behandelt. Es darf weder eine Färbung noch Trübung erfolgen (Blei, Zinn, Zink). Eine zweite Portion Wismuthsubnitrat circa 1,0 g wird mit 2,0 g Ammoniumchlorid gemischt mit 15 CC. Wasser einige Male aufgekocht und filtrirt. Im Filtrat wird auf Kaikorde und Magnesia reagirt, z. B. mit Ammoniumoxalat und Natriumphosphat, im letzteren Falle unter Erhitzen bis zum Aufkochen. Die Prüfung des Wismuthternitrats auf Reinheit geschieht in gleicher Weise, nur wären auf 1,5 desselben 12 CC. Aetzammon zu verwenden. Aufbewahrung. Eine freiwillige Explosion des nach Ph. Germanica bereiteten Subnitrats wird von Grtesf.isacii erwähnt. Dieser sonderbare Fall hat keine Aufklärung gefunden. Wahrscheinlich enthielt das Präparat Silberammoniak (Knallsilber). Anwendung. Dass der arzneiliche Werth der Wismuthpräparate in den starken Spuren Arsen, welche sie in früherer Zeit enthielten, zu suchen ist, hat Hager bereits in dem Commentar zur Ph. Germanica I, S. 366 besprochen. I» neuerer Zeit entdeckten die Französischen Chemiker in dem Subnitrat dos Französischen Codex reichliche Mengen Blei. Von einer Seite wurde diese Verunreinigung selbstverständlich als eine gefährliche erkannt, von anderer Seite aber auch wieder als eine erwünschte oder nothwendige hingestellt, weil diese Verunreinigung die Wirkung bei Dysenterie und Diarrhöen erkläre, auch habe man bisher noch keine Bleivergiftung in Folge des Gebrauches dieses bleihaltigen Subnitrats beobachtet (wahrscheinlich weil man vorgekommene Symptome dieser Ver- giftung nicht als solche erkannte). Der phannacentische Puritanismus der heutige 0 Zeit muss diese giftigen Verunreinigungen verwerfen, denn wenn der Arzt die Wirkung des Arseniks oder des Bleihydroxyds wünscht, so möge er die betreffenden Körper direkt in den Gebrauch ziehen. Das Wismuthsubnitrat ist i» Italien, besonders in Frankreich fast zu einem Hausmittel geworden, es dürft 6 daher ein starker und öfterer Gebrauch des bleihaltigen Präparats wohl zu Bleivergiftungen führen und auch schon geführt haben. Bismuthum nitricum. — Blatta. 155 P) Glycerolatum bismuthicuin. Llni mentum Bismuthi nitrici. c ontrhK a m Ul ' ici cr y stalM88ti 5,0. adde y ° enna 8 »na 2,5 ai ycerina e 90,o. ( der * HäutiMi Einr ? iben oder Bestreichen . ««teilen mit Eczematen verschieden (3) Pulvis inspersorius bismnthicus. ty- Bismuthi subnitrici 5,0 Rhizomatis Iridis Florentinae 45,0. M. Fiat pulvis sübtilis. D S. Zum Einstrenen, zum Boreiben, zum Schnupfen (bei Hautwunden, Prurigo, Nasenkatarrh etc.). (4) Trochisci digestiv! Borivent. Pastilles digestives de Borivent. "o-" trciuio jDieiiiniment, „ t>- ±i • i, ;* ■„• oa 'gen etc. in Anwendung kommen) * B»"">uthi subnitrici 2,0 & ; Calcanao phosphoncae 3,0 Natri bicarbonici 1,0 Magnesiae subcarbonicae 20,0 Ferri carbonici 5,0 Sacchari albi 100,0 Elaeosacohari Monthae piporitae 40,0 Glyceritiae 10,0 Aquae Monthao piperitae q. 8. Misce, ut fiat massa, ex qua trochisci Lycopodio centum et quinquaginta (150) formentur. Siccatae dispensontur. 8. Den Tag über bei Digestionsstörungen 10—15 Stück und zwar je 2—3 Stück —jer Art -------- -- •______ Bl eiIösnnMT, Ü*? e ?_ « weMle , Blejliniment, ( 2 ) I'ilnlae anticardialgicae H. E. RlCIITER. * Bismuthi subnitrici 6,0 ^traeti Conii 1,0 saponis medicati q. s. gen'l öde 1 r a 2 1 pii| dl ' 0imal bei ]eerem M » ^ngeschwUren,taUlramp f ; n (bei ^ zu nehmen. Sivt e8teh * Ä£/58w£ r il ma , ^*5l M r nUng der Geradflügler (Orthopttra) und der Familie *ergewandert, i st bei *™ EI8TER )- D! ese Schabe, aus Asien nach Europa "ger Menge besonder« p , " flg eine Haus P la S e und hewohnt dann in unzäh- fcuchte Räume Am T üac 1 ks * uben und Küchen, überhaupt warme und auch «Uzen auf, am Ah m /i U SIch dleses licb -tscheue Insect in Löchern, Fugen, Blatt ■ kommt es dann hervor. (Sckwahe, Russrt'da« 111 ! 8 ' Rii, ' lieilscliab «- Kakerlake, Biickerschabe, schwarze Tarakak '«Hg, röthllch r f cnwal ' zbra ™e todte getrocknete Insect. Es ist circa 2 Ctm. Geschlechter smri 8 ° hwarzbraun > mit helleren Beinen und Flügeldecken. Beide dem Weibchen «bi 1 ^' die Mügel s!nd aber bei dem Männch en lang, bei oben gesehen >T i '"^ S ° da8s man dieses für ungeflügelt halten könnte. Von finden sieh • pf von dem P latten Brustschilde bedeckt. Am Kopf la ng e fa/w* 61 . gr08Se > aber weni g gewölbte nierenförmige helle Augen und zwei ge fadenförmige vielgliedrige Fühler. Der Körper ist platt mit seliarStSm 156 Blatta. Fig. Seitenumfange. Die Beine sind an Schenkeln und Schienbeinen mit vielen feinen eingelenkten beweglichen Dornen besetzt. Die Tarsen (Püsse) sind 5-gliederig mit zwei starken Klauen. Das Weibchen legt von April bis August im Ganzen 48 Eier, je 16 Eier in zweireihiger Gruppirung von einer pergamentartigen 1,3 Ctm. langen und halb so breiten Hülle umschlossen. Anfangs trägt das Weibchen diese Hüllen mit sich herum, klebt sie aber endlich mit Hilfe eines leimartigen Schleimes an verschiedene Stellen oder in Fugen an. Die Eier kommen oft erst nach einem Jahre aus. Die Weibchen bilden die Mehrzahl in der Familie, Männchen sind immer nur wenige. Auf ein Männchen kommen mehr denn hundert Weibchen. Als Nahrung dient ihnen alles, was der Mensch geniesst, sie fressen auch kleinere Insecten, zernagen aber auch Haare, Gewebe, Leder etc. Einsammlung und Aufbewahrung. Abends kommen diese Schaben aus ihren Schlupfwinkeln hervor und dann streicht man die meist in grösseren Gruppen an der Wand, in den Wandecken, den Thürpfosten sitzenden mittelst einer Federfahne in Trinkgläser, oder man logt mit Wasser oder Bier gefeuchtete Lappen an verschiedene Stellen des Zimmers, unter welchen sich diese Insecten mit Vorliebe sammeln. Da sie weder beissen noch stechen, so kann man sie mit den Fingern erfassen. Einfacher ist die Einsammlung, den Raum bis 9 Uhr Abends finster zu lassen und dann die an Wänden und Schränken sitzenden Insecten mit zusammengelegten Handtüchern zu erschlagen. Die Trocknung geschieht an einem lauwarmen Orte. Bei einer Wärme über 60° C. getrocknete sind weniger wirksam. Aufbewahrungsgefässe sind dicht geschlossene Glasgefässe. Man hält sie als grobes und feines Pulver vorräthig. Es ist zweckmässig, das Pulver in den Gefässen mit einigen Tropfen Schwefelkohlenstoff zu begiessen und dann das Gefäss dicht zu schliessen. Eine Verwechselung mit der Hausschabe oder kleinen oder Deutschen Schabe {Blatta Germanica) ist nicht gut möglich, denn diese ist wenig über einen Centimeter lang. Dass die in Russland gesammelten wirksamer seien, ist nicht erwiesen. ' ,J * ist übrigens ein grosser Irrthum, die aus Russland kommende Waarc für Blatt 0, Lapponica zu halten, denn diese Blattine lebt in Wäldern und Holzungen und nicht in Wohnungen, Küchen und Backstuben. Bestandtheile. BOGOMOLOW schied aus der Blatta einen krystalliniscke» Stoff, welchen man für den wirksamen Theil ansah und mit dem Namen Anti' hydropin, Taracanin belegte, welcher aber in 7 Fällen angewendet, sich ohne jede Wirkung erwies. Der wirksame Bestandtheil ist noch nicht erkannt. Anwendung. Die orientalische Blatta ist in Russland ein allgemein bekanntes Hausmittel gegen Wassersucht. Seit einigen Jahren ist sie auch i° Deutschland bei hydropischen Leiden angewendet worden. Man giebt sie z u 0,2—0,3—0,6. Blatta. — Borax. 157 In ein ie p euer folge sind nach den veröffentlichten Berichten ausserordentliche, der fort ^ e von 0,6 ist die orientalische Blatta ein sicheres Diureticum. Bei des Gesi hl en Anwendung nimmt die Harnmenge zu, Oedem der Hände, Füsse, absenden S '' S ° W ' e Bauchwassersucht (Ascites) schwinden schnell, die Sehweiss- dauivne "'S '?' me ' s t gesteigert. Nierenreizung wurde nicht beobachtet, die Ver- t; g j '' m keiner Weise beeinträchtigt. Man hat bei Albuminurie, Nephrisol ßRIG HT'schen Nierenkrankheit, Pleuritis, Pericarditis die besten Heil- vertnio- p 0nneni Der Eiweissgehalt des Harnes nimmt bedeutend ab. Kinder Gaben 6n ZU °' 2— °' 3 dreimal täglich leicht und ohne Belästigung, selbst 0>5—1,0 Hessen keinen erkennbaren Nachtheil wahrnehmen. 1 1 J?, < ^ nra Blattae Orientalis, Liquor antihyilropicus, wird durch Digestion gestellt 8r ° b S e P ulvertem Inseet und 5 Th. verdünntem Weingeist daraus l Jh. gek kenmittel, Mittel zur Vertilgung der Schaben sind mehrere in den Handel /p °. mr " en > z- B. 1) bestehend aus 44 g Mehl und 16 g Angelicawurzelpulver rothT b MMk) ' — 2 ) bestehend au8 Zinkoxyd, Eisenvitriol, Schwefel, Sand, Zucker ,. ™ (100 S 1 Mark), - 3) bestehend aus 2 Th. Fliegenstein, 1 Th. unu l Xh. Mehl. NieswuT ? 1T ^ ach8te Mittel ist eine Pasta aus je 20 Th. Breehweinstein, weisser migende m U " d Zucker > 40 Th - Brotpulver, 50 Th. Glycerin und der ge- dahin le t ge Wag ser. Man formt Ktigelchen oder Panicellen, welche man eindrückf ' tt^ ^ Poeten ihren Lauf nehmen oder in die Fugen und Löcher Theilen B • ganze Kolonien zu tödten, spritzt man ein Gemisch von gleichen Beeten l la ,. enZm . llnd Schw efelkohlenstoff in die Löcher, aus welchen man die In- ' en '"»▼•»kriechen sieht. Borax. Der oetaedrische Borax hat die Formel Na 2 B 4 0 7 + 5H 2 0. Verhalten in Gesrenw ly ? 9rin ' B ° rax zeigt gegen G1 y cerin ein eigentümliches gelöst auf Nat . v °n Carbonaten. Giesst man Borax in kaltem Wasser fort wenn m '"ni lca onat > so erfolgt keine Kohlensäureentwickelung, aber so- weicht eeradfl- Cer,n hlnzU8etz t, und in einer Wärme von 60—80° C. ent- dieses Verb lt Hälfte der Kohlensäure des Natriumdicarbonats. Es kann werden B ' G ^- Z1U ^ e8 t™ mu ng von Dicarbonaten in Monocarbonat verwerthet man da« itf 6 * kerer H 'tze wird auch das Monocarbonat attakirt. Uebergiesst Monne I onocarbona t mit der Boraxlösung und Glycerin, so steigen die dem den Sd a !?. anhän genden Luftbläschen und die Kohlensäurebläschen auf, welche fehle T carbona t, die in dem längere Zeit aufbewahrten Monocarbonat nie und T ammen (Hager). Diese Wahrnehmungen stimmen mit denen Senier's ma b n mcht übere5n > denn diese nehmen an, dass Glycerin Borsäure frei . • Dass d >ese Ansieht nicht die zutreffende sein kann, Iässt sich daraus nehmen, dass wenn man Borsäure und Natriummonocarbonat mit Wasser über- giesst, keine Kohlensäureentwickelung eintritt, sofort aber, wenn man Glycerin ^usetzt. Wahrscheinlicher ist eine einfache Contaktwirkung die Ursache dieses 158 Borax. Feuerschutzniittel. Borax uad Salicylsäure oder Natriumsalicylat. Wenn diese Substanzen in Lösung zusammentreffen, so nimmt diese einen sehr bitteren Geschmack an, wie dies auch schon unter Borsäure erwähnt ist. Solche Mischungen sind zu unterlassen, wenn man etwa Milch, Fleisch etc. damit conser- viren will. Borax hat sich als ein vortreffliches Conservans des Butter fettes erwiesen. Es genügt ein Zusatz von 5—6 Proc. feinem Boraxpulver. In Betreff des Einflusses des Borax auf den Organismus berichtet Cyon die Resultate, welche er an Hunden beobachtete: 1. Borax, dem Fleische in einer Menge von 12 g per Tag, d. h. eine 17 Mal grössere Menge als zum Conser- viren nöthig ist, hinzugesetzt, kann von dem Körper aufgenommen werden, ohne die geringste Störung in dem Ernährungsprocesse hervorzubringen. — 2. Wird Borax an Stelle des Kochsalzes mit der Nahrung genossen, so tritt eine ver- hältnissmässig starke Vermehrung des Körpergewichtes in Folge grösserer Assimilation ein. Polli stimmt den Ansichten Cyon's bei. G. Le Bon will die entgegengesetzten Resultate gewonnen haben (Compt. rend. 1878) und erklärt den Borax in den Nahrungsmitteln für ein Gift, besonders schon aus dem Grunde, dass Peligot die giftigen Wirkungen des Borax auf die Vegetation nachgewiesen hat. Diese letztere Folgerung ist übrigens eine wenig begründete, denn Arsenigsäure ist z. B. ein Gift für den thierischen Organismus, nicht aber oder kaum für den pflanzlichen, sie ist sogar ein Nährboden für Pilzvegetationen, wie Hager durch Experiment nachgewiesen hat. Massige oder geringe Mengen Borax in die Verdauungswege eingeführt sind sicher ohne allen Nachtheil. Nach Versuchen an eigener Person vermochte Hager keine Wirkungen zu beobachten, welche auf einen naehlheiligen Einflnss des Borax in täglichen zweimaligen Dosen von 0,5—1,0 g auf den Gesundheitszustand eines gesunden Menschen schliessen lassen. Decroix hat den Borax als ein Heilmittel des Milzbrandes (bei Pferden) erkannt. Wahrscheinlich befindet er sich im Irrthume. Die Infectionsbacterien im Blute sind nicht Ursache dieser schrecklichen Krankheit, sondern sind die Folge derselben. Feuersclintzniittcl. Dass Borax ein gutes A n t exap t i cum, ein die Entzündung durch Flamme hinderndes Mittel ist, beweisen die unter Amylum angegebenen Vorschriften für Feuerschutzstärke (z. B. PATERA'sches Salz). Folgende Zusammensetzung soll ein Antexapticum für Gewebe und Holz sein, welche mit der heissen F^issigkeit getränkt oder bestrichen werden (the Druggist Circular eto. 1879). (1) Antexapticum ad texta tenera. Feuerschutz für Gewebe. r- Amyli triticei 20,0 Aquae fervidae 500,0. Mucilagine effecta, adde Ammoni sulfurici 80,0 Ammoni carbonici 25,0 Acidi borici 17,0 soluta in Aquae calidae 500,0. (2) Antexapticum ad res lignosas. Feuerschutz für Holz, I. iy Amyli triticei 15,0 Aquae fervidae 400,0. Mucilagine effecta, adde Glutinis fabrilis 15,0 soluta in Aquae fervidae 200,0. Agitatiouo peracta, admisce liquori calido Acidi borici 50,0 Ammoni muriatici 150,0 Liquoris Kali silicici Liquori» Natri silicici ana 150,0 soluta in Aquae fervidae 500,0. Postremum adde Aquae fervidae q. s., ut post refrigerationem mixturae muci- lago fluida, effecta sit. Ad usum Greta laevigata admiscetur, ut fiat massa »f ruposa, rebus lignosis ope penicilli ilH" nenda. Borax. Lithokolytcr. 159 II. * Acidi borici 600,0 Amraoni muriatici 1500,0 ßoracis 200,0. Solye in Aquae 10000,0. werk" «t ZUm Tl ' ;inken von Segeltuch, Tau- > ötroh, Holz etc. angewendet. III. ijc Acidi borici 30,0 Boracis 20,0 Ammoni sulfurici 80,0. Solve in Aquae 1000,0. Wird zum Trünken von feinerem Papier, Wechseln, Documenten, Büchern ver- , Borax scheint ein die Bildung des Kesselsteins zurückhaltendes Mittel zu sei " und wendet mau ihn zu diesem Zwecke mit der 2—4 fachen Menge Kochsalz gemischt an. Das dem Alexander Stock in Guben patentirte Mittel ist e >ne ähnliche Mischung. Hageb's Lithokoljtcr, pharmaccutisclier, ist ein Antikesselsteinmittel für pkarma- ceutische Dampfapparate. Es besteht aus einem grobpulvrigem Gemisch von 6 Th. Borax, 20 Th. rohem Kaliumchlorid und 30 Th. Natriumchlorid. Diese Mischung greift nicht die Metalle an und das abdestillirende Wasser ist pharmaceutisch verbrauchbar. Emailmasse für Eisen wird nach Th. Raetz zusammengesetzt aus 260 Kry- stailglas, 41 calcinirtcr Soda und 25 Borsäure in Form eines feinen Pulvers. Oder man emaillirt in 2 Schichten aus Grundmasse und Deckmasse. Zur Herstellung der Grundmasse werden 60 feingemahlener Peldspath mit 50 Borax zusammengeschmolzen, die geschmolzene Masse fein gepulvert und mit 20 Thon, ieldspath und 3 Magnesiumsubcarbonat gemischt. Diese Grundmasse wird die zu emaillirenden Gegenstände, mit Wasser zu einem Brei gemacht, auf- 6® ragen und dann mit der Deckmasse einer nach dem Schmelzen gepulverten Mischung von 75 Quarzmehl, 75 Borax, 100 Zinnoxyd, 30 Soda und 20 Kalisalpeter bestreut. Diese auf dem Geschirre gleichmässig vertheilte Masse wird vorsichtig getrocknet und in dem Muffelofen geschmolzen. (1) Pulvis antaphidicus. Mittel gegen Blattläuse. Boracis 20 0 Acidi salicylici Talci Vene« ana 5,0 (2) Pulvis antigryllicus. Mittel gegen Heimchen oder Grillen. ty: Boracis 10,0 Farinae 20,0. M. Fiat pulvis subtilis. Dieses Pulver wird den Heimchen, gewöhnlich des Nachts in die Fugen des Mauerwerks eingeschüttet. Feuchte Nahrungsmittel müssen entfernt gehalten werden. Diese Vorschrift ist der pharm. Ztg. entnommen. p„„ i . uu ana Oaerulei montani Rhizomatis Curcumae ana 2,0. M. Fiat pulvis subtilis. wo M BlnIli Sem P . ulver werden die stelle ». W ° ßlattl »use sitzen, bestäubt. M (3) Vet. Bad gegen Zecken der Scliaafe. 1500 Liter Wasser werden mit einer Lösung von 5 k Borax in 30 Liter Wasser, dann mit 10 Liter Salmiakgeist und 5 Liter Carbolsäure vermischt. tw„ A , nti - A ciÄum.PulYer, Holländisches, zur Conservirung der Milch, besteht aus wasche, Soda und Borax. (A. du Bell, Analyt.) d P1 . 1 ^. asc,u,i ethode, k. k. ausschliesslich privilegirte, oder Recept zur Behandlung ^i Wasche von Franz Palme (Trautenau), gründet sich auf Anwendung eines Waschpulver. w Das Recept lautet im Auszuge: 1) festes, starres Brom, ist eine Mischung von Brom (1) Substanz 7 ° 7 der InfusorieDOrde (5—8). Es dient dieselbe als Desinfections- e in Sieb' Ti eck dCT arzneilichen Anwendung ist die Infusorienerde durch Mischung 11 gen ' ehe sle mit Brom gemischt wird. Zweckmässig ist hier die stets am 0 / 0 " 1 r> Th * Brom mit 9 Tb " Terra infusoria - Das Mischen geschehe Packt und ?" ' W ° Luftzu & stattfindet. Die Mischung wird in Gläsern verHandel 1 P ensirt - Da s von Frank in Charlottenburg bei Berlin in den in Wurf 1 '? e feste Brom ist sehr gehaltreich an Brom und durch Pressen Zustand s 8täbe S ebracnt - Es dürfte diese Solidification des im flüssigen Sanitäts i- US ? erst gefährlichen Körpers eine grosse Bedeutung gewinnen und der mittel 1 •°. 1Zei un <* Wundbehandlung die herrlichsten Dienste als Desinfections- gefüh t ' a '• ,^ ese Solidification ist hier nur eine Nachahmung der längst ein- r e n Solidification des Nitroglycerins, des NoBEL'schen Sprengöles. (1) Liquor inhalatorins bromatus. Netolitzky, Jacob Schütz. Kali bromici (Kalii bromati?) womi ana 1,0 Aquae destillatae 200,0. oder W » . HalbstUn T e n 1 V Inäs8iger Meil S e gegossen Nase A\ Minuten durch Mund und zu-itl.m S1 /u h beimachenden Dünste ein- zum r!? ( ^ 61 Crou P; Diphtheritis) oder ^diÄ-^ ei äoor > Exsudationen batifii ,%. bcnlc ™häuten) oder zum Ver- Sn»-^ be i Kit erungen). din.?l -T Z n hUlt ^eses Mittel für ein Car- •'«nittcl, welches er beim Ergriffen- Ha S«, Tharm. Praxis. Suppl. sein der Luftwege zu Inhalationen des Dampfes, als Gurgelung, Injection, zum Bepinseln empfiehlt. (2) Mixtura bromata Redenbachfu. Bromirte Mixtur gegen KeMkopferoup. ty Decocti Althaeae 120,0 Kali bromici (Kalii bromati?) 4,0 Bromi 0,3 Syrupi simplicis 30,0. M. D. S. Stündlich einen Esslöffel. Die Dispensation des Broms in Substanz und kleiner Dosis ist eine sehr er- 11 162 Bromum. — Brueinum. Schwerte, abgesehen von dem dabei sich freimachenden Bromdampfe, welcher Lunge und Waage nicht unberührt lässt. Es ist daher zweckmässig, Aqua bromata zu verordnen, welche 5,0 Brom in 1000,0 Aq. enthält. Dieses Bromwasser correspondirt mit dem officinellen Chlorwasser. Ferner ist der Gehalt der Mixtur an Althee- schleim ein chemischer Widersinn und erklärt, dass die Mixtur nach kurzer Zeit O/2 Stunde) nicht mehr nach Brom riecht. Obiges Recept wäre umzusetzen in ijc Kali bromici (Kalii bromati?) 4,0. Solve in Aquae destillatae 100,0. Tum adde Aquae bromatae 60,0 Syrupi simplicis 30,0. Diese Mischung conservirt den Gehalt an freiem Brom wenigstens einige Tage hindurch. Will man eine länger haltbare Mixtur darstellen, so lässt man auch den Syrupus simplex fort und setzt dafür Wasser. (3) Solutio antidiphtheritica Clemens. I. r, Kalii bromati 4,0 (ad 6,0). Solve in Syrupi simplicis 30,0 Aquae destillatae 80,0. D. S. Alle Stunden einen Esslöffel voll, mit einem Theelöffel Chlorwasser gemischt zu nehmen. II. fy Aquae chloratae 50,0 Detur et vitrum nigratum. S. Alle zwei Stunden einen Theelöffel voll mit einem Esslöffel der Medicin gemischt zu nehmen. Brueinum. Brucin ist nach Shenstone in 150 Th. kochend heissem Wasser lös- (ieh und nicht, wie gewöhnlich behauptet wird, in 500 Th. Ferner constatirt derselbe Cownley's Resultate, dass Brucin mit verschieden verdünnter Salpetersäure kein Strychnin als Zersetzungsproduct liefert, doch könne man die zersetzende Einwirkung einer 5 proc. Salpetersäure immerhin benutzen, kleine Mengen Strychnin im Brucin nachzuweisen und quantitativ zu bestimmen. Lüdecke bestimmte die Krystallform des Brucins, und es scheint diese dem monoklinischen Systeme anzugehören. Ber. der d. eh. Gesellsch. Jahrg. 10. Chemie und Analyse. Es gelang dem Alkaloid-Analytiker Draoendorff einige das Brucin betreffende Farbenreactionen aufzufinden. Wenn man Brucin in conc. Schwefelsäure löst und darauf etwas Kaliumdichromat hinzufügt, giebt reines Brucin eine dunkelgrüne Lösung. Ferner fand D., dass Brucin, wenn man die Lösung in conc. Schwefelsäure oder Schwefelsäuredi- resp. trihydrat zunächst mit etwas Salpetersäure versetzt und die erste Farbenreaction abblassen lässt, später nach Zusatz von Kaliumdichromat diese grüne Färbung nicht mehr gieht und die Farbenreaction eventuell vorhandenen Strychnins nicht stört. Ferner ist bekannt, dass in wässrigen Lösungen von Brucinsulfat Kaliumdichromat allmählich einen deutlich krystallinischen Niederschlag liefert und dass ein ähnlicher krystallinischer Niederschlag erhalten werden kann, wenn man Brucin mit verdünnter Chromsäurelösung llbergiesat. Ferner fand D. eine weitere Reaction- Löst man Brucin in einer Mischung von einem Vol. reiner Schwefelsäure und 9 Vol. Wasser auf, so resultirt eine farblose Flüssigkeit. Bringt man in diese mittelst des Glasstabes kleine Mengen einer sehr verdünnten wässrigen Solution von Kaliumdichromat, so färbt sich die ganze Flüssigkeit für einige Secunden schön himbeerroth, um dann allmählich in Rothorange und später in Braunorang 0 überzugehen. In der Wärme erfolgt dieser Farbenübergang schneller, wie in der Kälte; es ist aber zu empfehlen, die Versuche bei gewöhnlicher Temperatur anzustellen. Die Empfindlichkeit dieser letzteren Probe ist sehr bedeutend. L 8 " Brucinum. — Butyrum. 163 Bungen von 1 :1000 nehmen sogleich schön tiefrothe Färbung, etwa wie der aus der Himbeere gepresste Saft, an; auch in 1 : 10000 ist die Reaction sehr deutsch zu beobachten, wenn man einen Ueberschuss von Kaliumdichromat vermeidet. ■L> a man, selbst wenn aus Leichentheilen das Bruoin nicht ganz rein isolirt sein sollte, mit e ; ner Mischung von 1 Vol. Schwefelsäure mit 9 Vol. Wasser farblose sungen desselben erhält, so hat diese Reaction einen gewissen Vorzug vor sol- fv a denen conc. Säuren in Anwendung kommen, welche durch begleitende mcle Stoffe dunkel gefärbt werden. , Von Meyer befindet sich im Archiv d. Pharm. Bd. X, S. 413 eine Arbeit 1 Jj r Absorptionsspectra der Lösungen des Brucins, Morphins, Strychnins etc. n(1 eine Vorführung der Absorptionsspectra. Yvon beobachtete bei Brucin ein continuirliches Absorptionsspectrum. Bänder fehlten. Die Verdunkelung ist von der Lichtintensität abhängig und sie ist um so stärker, je dunkler die Färbung fl er Brucinlösung ist. Als Gegengift des Brucins fand sich Chloralhydrat bewährt. Brucin in die Verdauungswege eingeführt soll theils durch den Harn, theils durch die Galle unverändert abgeschieden werden. Butyrum. dene t? a " dtheile - Na <* Bromeis setzt sich das Butterfett aus fünf verschie- garin a 7; örpern zusammen und zwar aus 30 Proc. Butyroolein, 68 Proc. Mar- betfpL Proc- But y™> Ca P rin und Caprofii. Die Tischbutter des Handels zuck k US 83 ~ 93 Proe - reinem Butterfett, 0,5—3 Proc. Casein und Milch- NachF * 2 Pr ° C ." WaS8er und 2—3 Proc - Kochsalz. Vergl. Handb. I, S. 636. Butt f T?i EI8CHMANN ' 8 Untersuchungen (185 Analysen) ergiebt sich, dass reines «1=7v , 85 ' 79 —89,73 Proc. nicht flüchtige oder in Wasser unlösliche Fettsäuren aisgeben kann. fett '?. ns ' s * enz des Butterfettes ist im Allgemeinen derjenigen des Schweine- l y 8 . ? eicu > doch trifft man auch, wenn auch nur selten, Butter an, deren Bu- in f)° eil lf e ^ a ^ bis auf 50 Proc. steigt. In der Sommertemperatur sondert sich Bier er p u ^ e beim Aufbewahren grösserer Mengen ein grosser Theil dieses flüs- „ b f n . * ;es aD > und sind auch schon Fälle vorgekommen, in welchen man daraus eine Verfälschung der Butter mit einem flüssigen Oele schloss. Dieser Um- _ nt befugt zur Annahme, dass die quantitative Zusammensetzung der Butter ne constante ist, sondern mehr oder weniger variirt. Dieses flüssige Butterfett ist von der Consistenz des Olivenöls, War ™W meist gelb. Handelswaare. Die Butter kommt in verschiedener Form und Zubereitung «en Handel. Man unterscheidet 1) eine gesalzene und 2) ungesalzene, wstere ist vorwiegend im nördlichen Europa, letztere im südlichen Europa gebräuchlich. Die gesalzene ist mit wenig Salz (bis 2,5 Proc.) die sogenannte ^'schbutter, mit stärkerem Salzversatz (bis 8 Proc.) die Kochbutter, Fass- outter. Die ungesalzene Butter kommt entweder als frische Butter auf den rkt od er sie wird geschmolzen und abgeschäumt und klar abgegossen als ge- e «molzene Butter, Schmelzbutter, zuweilen auch Schmalz genannt, " (l en Handel. Letztere kommt aus Frankreich, Bayern und Russland in den Handel. Sie ist eine sehr reine und auch sehr dauernde, nicht leicht ranrig 11* 164 Butyrum. Prüfung der Butter. werdende Butter. In ihr fehlen Casei'n, Salz und auch Wasser. Letzteres ist höchstens in Spuren vertreten. Grasbutter kommt von Kühen, welche mit Grünfutter, Strohbutter von Kühen, welche im Stalle und mit Heu etc. ernährt werden. Maibutter entstammt der Zeit, wo die Weiden sich üppiger Vegetation erfreuen, Stoppelbutter der Zeit, wo das Vieh auf den Stoppelfeldern Nahrung findet. Man unterscheidet auch Sommer- und Winterbutter. Die Hofe- oder Have- butter kommt von den Meierhöfen Holsteins. Farbe der Butter. Die Butter ist gewöhnlich blassgelb, strohgelb, am häufigsten gelb. Mitunter ist die Butter rein weiss oder gelblich weiss und dann nicht verkäuflich, so dass eine Gelbfärbung geboten ist. Das Publikum ist an die gelbe Farbe gewöhnt und die Gelbfärbung ist wohl seit mehr denn 2 Jahrhunderten geübt worden. Im Anfange des vorigen Jahrhunderts wurde die Butter in der Nähe Berlins mit Mohrrüben gelb gefärbt, was aus mündlichen Ueber- lieferungon dem Schreiber dieses bekannt wurde. Es sei dies erwähnt, um einen alten Gebrauch nicht heute in die Rubrik des Betruges zu stellen, wie dies von einigen jungen unerfahrenen Chemikern geschehen ist. Uebrigens ist reines Butterfett farblos. Die Butter verdankt ihre gelbe Farbe dem Chlorophyll oder Xantho- phyll. Bei Fütterung mit Nährstoffen, welche zu den oberirdischen Theilen der Vegetabilien gehören, erzielt man eine gelbe Butter, dagegen ist bei Fütterung nur mit Stoffen, welche den unterirdischen Theilen der Vegetabilien angehören (Rüben, Kartoffeln), die Butter mehr weiss als gelblich und doch eine gute reine Butter. Da die Fütterung gewöhnlich in Gräsern besteht oder eine gemischte ist, also in ober- und unterirdischen Pflanzentheilen besteht, so ist die Butter meist gelblich bis gelb und das Auge dos Consumenten an diese Farbe von je her gewöhnt. Die künstliche Färbung der Butter mit unschuldigem Farbstoff ist also keine Fälschung, sie ist dies vielleicht nur dann, wenn der Producent dem Consumenten eine künstlich gefärbte Butter für reine Maibutter oder Grasbutter abgiebt. Verfälschungsmittel der Butter giebt es eine ziemliche Anzahl. Als solche findet man angegeben: Kreide, Gyps, Schwerspath, Thon, ja selbst Bleisalze, wie Acctat, Carbonat, Sulfat, Chromat, ferner Alaun, Borax, Wasserglas, Kochsalz. Stärkemehl, Getreidemehl, Kartoffelmehl, Kartoffelbrei, Quark (Weich-Käse), Curcuma, gelbe Möhren, weisse Rüben, Talg, Schweinefett, Pferdefett, Oleo-Mar- garin, Rtiböl, Madiaöl, Sonnenblumenöl, Gänsefett, ranzige oder Fassbuttor. Bei letzterer Verfälschung besteht der innere Theil des Butterstückes aus schlechter Butter und ist eingehüllt in eine dünne Schicht guter Butter. Empirische Prüfungsmethoden existiren mehrere. Man bedient sich derselben, um die mit Umständen verknüpften Methoden zu umgehen. Einige sind in der That so sicher, dass eine eingehendere Untersuchungsweise oft überflüssig wird. I. Hagek's Dochtprobe. Handb. I, S. 638 (unter Talg). Es kann dieselbe auch in eine Geruchsprobe umgesetzt werden. In ein Glaskölbchen giebt man 1 Vol. des klar abgesetzten warmen flüssigen Butterfettes und 2 Vol. einer Mischung von 1 Vol. reiner conc. Schwefelsäure mit 2 Vol. eines 95—98 proc Weingeistes. Man setzt dem Kölbchen ein gläsernes Dampfleitungsrohr auf und erhitzt mit einer Weingeistflamme bis zum Aufkochen, um 2—3 CC. Destillat, welches man in einem Roagircylinder sammelt, zu erlangen. Einige Tropfen des Destillats auf der Hand zerrieben und mit dem Geruchssinne geprüft ergeben bei der Kuhbutter einen angenehmen Butteräthergerueli, Rumgeruch, bei der Kunst- Butyrum. Prüfung der Butter. 165 butter keinen Butteräthergeruch, sondern einen einigermaassen obstähnlichen Geruch und hintennach den unangenehmen Geruch nach altem Talg. Dass das zum Versuch verwendete Butterfett völlig abgesetzt haben muss und keine Casein- Partikel enthalten darf, ist selbstverständlich. Wenngleich die Kunstbutter meist Talgfett enthaltend ist, so soll auch mitunter Kunstbutter in den Handel kommen, welche kein Talgfett enthält, z. B. eine solche, welche aus Pferdefett und Kuhmilch bereitet ist. Für diese Fälle wäre v °rher bemerkte Docht- und Geruchsprobe nicht anwendbar. , n. Hager's Alkoholprobe. Wenn die Dochtprobo kein sicheres, über- au Pt kein Resultat giebt, so schreite man zu folgender Probe. "Von dem geschmolzenen decanthirten klaren ßutterfette giebt man in ein cylindrisches Glas genau 1 g und dazu 12,5 g eines anhydrischen Weingeistes von 0,797—0,799 8 Pec. Gew. Der passende Weingeist ist ein solcher von 0,798 spec. Gew. Man setzt das Glas in ein Gefäss mit Wasser und erhitzt genau bis 60,5° C. Dann verschliesst man mit einem Stopfen und schüttelt kraftig um. Es erfolgt eine klare durchsichtige Lösung. Da hierbei eine kleine Abkühlung stattfindet und desshalb Trübung eintritt, so stellt man das Gefäss noch einige Augenblicke in das Bad, welches auf 60—61» zu halten ist. Dann ergreift man das Glas auf's Neue, trocknet es möglichst schnell mit einem in der linken Hand gehaltenen luehe oder Fliesspapierstreifen ab und schüttelt kräftig um. Liegt reines Butter- tett v 0r) g0 i8t die L ösung tota i klar und durchsichtig. Bei Gegenwart von Schweinefett, Talg, Rüböl etc. ist die Mischung mehr oder weniger trübe, je nach dem Maasse der Verfälschung. Zeit ut" Butter P roben aus vier verschiedenen Stellen und zu zehn verschiedenen fache AT bezo £ en v e rn ielten sich wie angegeben, sie lösten sich in der 12,5- und d i? e eines Wein S eistes von 0,798 spec. Gewicht bei 60° C. völlig klar löst . C ^ Slcllti ff- Andere Fette, welche zur Verfälschung der Butter dienen, MisT S " icht kIar ' auch nicht bci einer Erhitzu »g auf 70» C. Was nun die letzt 6n del Butter mit anderen Fetten betrifft, so ist allerdings die Erkennung Bei ftT' Wen " S ' e DUr ZU 1— 10 Proc - in der Butter vertreten sind, keine sichere, das - e £ enwart von Talg wurden noch 4 Proc. wahrgenommen, bei Schweinefett, liesre SI , S ?^ r . verschieden erweist, scheint die Erkennungsgronze bei 11 Proc. zu ein 7' ^ e ' ner ^ orte Ia » sie 80 S ar bei 16 Proc - D ' e K (>ril, .- s( e Trübung ist welch n' daSS die Butter ein fremdes Fett enthält. Ein flüssiges Butterfett, y f .. es Hage u aus guter Hand erhalten hatte, erwies sich in dieser Probe einer naiscüung verdächtig. Es war entweder verfälscht oder es giebt auch Butterfette, ,, 6 • Se Pr obe mit Weingeist nicht aushalten. Spätere Erfahrungen gehören wendig zur Beantwortung der Frage, ob die Prüflingsweise vollen Werth hat. D , , E ' ne dritte empirische Probe könnte sich darauf gründen, dass bei .^•Stellung des reinen Butterfettes durch Schmelzung, Absetzenlassen in der aime, Coliren unter Decanthation durch ein lockeres Bäuschchen Glaswolle eis ein bei circa 40" C. völlig klares Fett gesammelt wird. Bei Kunstbutter clleses Fett meist, vielleicht immer trübe. Es wird auch nicht klar, wenn a n es einen ganzen Tag weiter in einer Wärme von ca. 40° C. absetzen lässt. jese Beobachtung wurde von Hager in mehreren Fällen, auch von Filsinger ^^rgenommen. R IV- Bach ' s empirische Butterprobe beruht auf der Löslichkeit des Mterfeties in der 20 fachen Menge einer Mischung von 3 Vol. Aether und 1 Vol. nes> 95 proc. Weingeistes bei einer Temperatur von 19—21° C. Fremde Fette, ] e Schweineschmalz, Talg, Pferdefett etc. sind darin unlöslich oder weniger lös- c "j selbst bei Erwärmen um mehrere Grade über 20° C. Da manche Kunst- 166 Butyrum. Prüfung der Butter. butter sich hier wie Kuhbutter verhält, so hat die Probeweise keinen Anklang finden können. V. Husson's empirische Butterprobe ist eine Parallele zu der Bach- schen. Das Butterfett wird in seiner 10 fachen Menge eines Gemisches aus gleichen Gewichtstheilen Aether und 90proc. Weingeist bei einer Wärme von 35 bis 40° C. gelöst und die Lösung an einen Ort gestellt, dessen Temperatur eonstant ungefähr 18° C. ist. Nach 24 Stunden hat die Lösung der reinen Milchbutter einen Bodensatz aus Margarin gebildet, welcher gesammelt und ausgetrocknet nicht über 40 Proc. und nicht unter 35 Proc. betragen soll. Beträgt er über 40 Proc, so deutet dies auf eine Verfälschung mit Talg der Wiederkäuer, ist er dagegen geringer denn 35 Proc, so deutet dies auf Kunstbutter (nach Mouries), Schweinefett, Gänsefett. Sowohl in der BACu'schen wie in der HussoN'schen Probe soll nach ursprünglicher Angabe die Butter, wie sie ist, in Lösung gebracht werden. Da die Herren Autoren aber hierbei nicht an den verschiedenen Wassergehalt der Butter dachten, welcher in die Lösungsflüssigkeit übergeht und deren Lösungs- Kraft herabdrückt, so haben ihre Methoden nur dann einigen Werth, wenn man die durch Schmelzung, Absetzenlassen und Decanthation gereinigte Butter anwendet. Uebrigens sind beide Proben von Hager, geprüft und als unbrauchbar erkannt worden (pharm. Centralhalle 1878 No. 5). VI. Mikroskopische Prüfung. Dieselbe hat nur einen beschränkten Werth, denn die Kunstbutter, welche durch Buttern der Fettmasse mit Sahne oder Milch in der bekannten Weise oder durch Maschine hergestellt ist, erscheint unter der Linse nicht um einen Deut abweichend. Nur bei oberflächlicher Mischung sind die Fettkü gelchen entweder doppelt so gross oder sie fehlen und dafür erblickt das Auge unförmliche Massen, durchsetzt von Stearinstäbchen oder eckigen Partikeln. Der Werth der HBHNER'schen Methode ist gewiss nicht zu bestreiten, doch ist von verschiedenen Seiten nachgewiesen worden, dass der Gehalt an nicht flüchtigen Fettsäuren im Butterfett, welcher von Heiiner bis höchstens 88 Proc. zugelassen wird, ein noch höherer sein kann. M. Kretsohmab (Ber. d. d. eh. Ges. 1877) fand im Juni 89,34, im Juli 89,45, im August 89,57, im Nov. 89,20 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren. Kretsohmab fand in 2 Sorten Kunstbutter 95,5 und 95,1 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren, im Schweinefett 95,8 und 95,5 Proc Er macht noch darauf aufmerksam, dass die Fettsäuren beim Trocknen bei 100—110° nach einiger Zeit in Folge Oxydation eine Gewichtszunahme erfahren. Filsinger bat unter Befolgung der HEHNER'schen Methode auffallende und wohl zu beachtende Resultate erlangt. Unter den Kunstbutterarten (12 an der Zahl aus verschiedenen Quellen bezogen) fand er in dem sogenannten Bayerischen Schmalz 87,5 bis 88 Proc, in der Kuhbutter (10 Fälle) 88— 89 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren. Da Heiiner 88 Proc. als höchste, 87,5 Proc. als normale Meng«: annimmt, so hätten jene Kunstbuttersorten als rci" () Butter, viele der Kuhbuttersorten als Kunstbutter erkannt werden müssen. Auch Oscar DlETZSCH fand Pariser Sparbutter (Pariser Oleo-Margarine) mehrmals mit 88 Proc jener Säuren. Filsinger fand ferner wie auch Hager (pharm. Centralh. 1877, S. 413)> dass durch Schmelzen, Absetzenlassen, Decanthiren in der Wärme die Kuhbutter ein völlig klares, die Kunstbutter aber ein trübes Fett liefert. Es wäre diese» Verhalten, wie schon erwähnt ist, als eine empirische Probe aufzufassen. Butyrum. Prüfung der Butter. 167 E. Reichabdt (Jena) hat in Bezug zur HEHNEn'schen Methode eine ziemlich lange Reihe von Analysen anstellen lassen, z. B. 9 verschiedene Butterproben, die verschiedenen Oele und Fette des Handels, dann Mischungen von Butter mit Schweinefett in verschiedenen Verhältnissen (Arch. d. Pharm. 3. 12, 128). Der Gehalt an in Wasser nicht löslichen oder nicht flüchtigen Fettsäuren betrug hiernach in Kuhbutter . . 85,70-87,92 Proc. Kuhbutter ..... 88 02 „ Rmds talg 1 ......94,07 „ n .. » U......93,83 ., ba nsefett. 95 47 Schweinefett.....95,58 . Mohnöl . . 95 97 Mandelöl ......94,02 „ R üböl .......96,03 „ Olivenöl......94,03 Leberthran.....93,87 Proc. Palmöl 1 ......86,20 „ „II ......86,08 „ Butter (mit 85,73 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren) gemischt mit 10 Proc. Schweinefett . 87,36 Proc. 20 „ 33,3 „ ., 50,0 „ 89,05 :; 88,90 ;■> 89,21 n 90,65 » Werden in der Kuhbutter 89 Proc. als grösster Gehalt jener Fettsäuren angenommen, so ergiebt sich, dass mit der HEHNEK'schen Methode eine Beimischung von Schweinefett bis zu 25 Proc. hinauf nicht erkannt werden kann, B nd be t den Mischungen mit mehr denn 25 Proc. Schweinefett berechnen sich aie Zusätze immer auf ein weit geringeres Quantum, bei 33,3 Proc. Fett nur ^,6—23 Proc, bei 50 Proc. Fett nur 40 Proc. Kuhbutter mit 86,80 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren gemischt mit 10 Proc. Talg ergab nicht flüchtige Fettsäuren 87,88 Proc. o 0 .. " " " » » n 88,44 „ d y n n n „ „ „ 89,92 „ T 1 - ■*, *" ei ' gab die HEHNEK ' scue Methode eine Beimischung bis zu 23 Proc. ag nicht an, und lässt man die 89 Proc. als höchste Menge in der Butter w S °n Wäre noch der Zusatz von 83 > 3 Proc - Tal & nicht z " erkennen. 89 7*p Fleis Chmann und P. Vietii fanden 85,79 Proc. als Minimalgehalt und ,5 g wasserfreies reines Fett werden in einem 150 CC. fassenden Kolben mit 1,0 g Kalihydrat und 20 CC. 80 proc. Weingeist unter Erwärmen im Wasser- 168 Butyrum. Prüfung der Butter. bade und unter Agitiren verseift, bis ein Aufschäumen etc. nicht mehr stattfindet. Dann werden 50 CC. Wasser und nach der Lösung 20 CC. verdünnte Schwefelsäure (1 CC. conc. Schwefelsäure auf 10 CC. Wasser) dazu gegeben. Nun soll man den Inhalt des Kölbchens mit Vorsicht der Destillation unterwerfen, dass ein Stossen der Flüssigkeit nicht stattfindet, und zwar unter Hindurchleiten eines schwachen Luftstromes. Auch soll man, um ein Ueberspritzen von Schwefelsäure zu verhüten, eine Kugelröhre mit weiter Oefmung dem Kolben aufsetzen. Nachdem 10 bis 20 CC. übergegangen sind, giesst man das Destillat wieder in das Kölbchen zurück und setzt nun die Destillation fort, bis 50 CC. filtrirtes Destillat gesammelt sind. Dieses, eine wasserhelle Flüssigkeit bildend, wird mit vier Tropfen Lackmustinktur tingirt und mit y i0 -Normal-Natron titrirt, bis die blaue Farbe des Lackmus bestehen bleibt. Aus einer reichen Anzahl Versuchen ergab sich, dass 13—14,95 CC. (im Durchschnitt 13,97 CC.) y^-Normalalkali für das Destillat aus reinem Butterfett erforderlich sind, und daraus schliesst E. Reichert, dass eine Butter, welche weniger denn 12,5 CC. der Alkalilösung erfordert, als verfälscht zu erachten sei. Es waren ferner erforderlich bei Cocosnussfett . . . . 3,70 CC. „ Kunstbutter .... 0,95 „ Schweinefett 0,30 „ Nierenfett .....0,25 „ Rüböl ......0,25 „ der y^-Normalalkalilösung. Verf. hat auch verschiedene Mischungen des Butterfettes mit anderen Fetten derselben Untersuchung unterworfen und gefunden, um den wahrscheinlichen Buttergehalt in Procenten zu bestimmen, dass man von der verbrauchten Zahl CC. Yio-Normalnatrons 0,30 abziehen und den Rest mit 7,30 multipliciren müsse. Wäre der Gehalt der Butter an flüchtigen und nichtflüchtigen Säuren quantitativ constant, oder doch um etwas weniger differirend, so hätte diese Methode ihre Vorzüge. Die Differenz um 2 CC. (13 und 15 CC.) ist eine zu erhebliche und lässt fremde Fett-Beimischungen bis zu 10 Proc. übersehen. Uebrigens hat bereits Hehnek auf Bestimmung der flüchtigen Fettsäuren eine Methode begründen wollen, konnte aber nicht zu normativen Resultaten gelangen. Die Reichert'scIic Methode befolgte E. Meissl (Polytechn. Journ. 1879) mit einigen beachtenswerten Abänderungen. 5,0 g des reinen Butterfettes wer den in einem Glaskölbchen von 200 CC. Rauminhalt mit 2,0 g stückigen Aetz- kalis (Kali causticum fusum) und 50 CC. eines 70 proc. Weingeists versetzt im Wasserbade bis zum Verschwinden der öligen Tröpfchen erhitzt und die klare Seifenlösung bis zur vollständigen Verflüchtigung des Weingeists eingedampft. Den erhaltenen dicken Seifenleim löst man in 100 Wasser und zersetzt ihn mit 40 CC. verdünnter Schwefelsäure (1:10). Das Kölbchen wird nun mit einigen wie Ilanfkorn grossen Bimssteinstückchen beschickt, durch ein knioförmig gebogene« Kugelrohr mit Kühlapparat verbunden und der Inhalt, der ohne zu stossen ruhig kocht, der Destillation unterworfen, diese liefert circa 110 CC. Destillat. Diese 110 CC. des Destillates werden filtrirt und vom Filtrate 100 CC. nach Zusatz einer immer gleich geringen Menge Lackmustinktur so lange mit Zehntel-Normal- Kalilauge versetzt, bis die blaue Farbe der Flüssigkeit auch nach längerem Schütteln sich nicht mehr verändert. Die Anzahl der verbrauchten CC. Kalilauge imiss selbstverständlich um 1 /io vermehrt werden, der Gesammtmenge des Destillates entsprechend. Das zu verwendende Aetzkali soll nicht zu sehr mit Nitraten und Chloriden verunreinigt sein, um nicht aus diesen Quellen im Destillate freie Säuren zu erhalten. Aus diesem Grunde empfiehlt sich die Anstellung Butyrum. Prüfung der Butter. 169 eines Controlversuches ohne Hinzuthun eines Fettes, und muss derselbe ein säurefreies Destillat ergeben. Die Menge der verbrauchten CO. Kalilauge schwankte bei 17 untersuchten echten Butterfetten zwischen 27,0 bis 31,5 und betrug im Mittel 28,76, bei 35 anderen Butterfetten zwischen 26,6 bis 31,8, und betrug im Mittel 28,79, während ^» s Mittel aus allen 52 Untersuchungen zusammen 28,78 gefunden wurde. Bei «esen 52 Untersuchungen wurden 35 Mal zwischen 28,0 bis 30,0 CC. verbraucht. *« lässt sich nicht die Gesammtmenge der flüchtigen Fettsäuren des Butterfettes durch die Destillation mit Wasser gewinnen, wie auch schon Hehnek angegeben üat ; doch geht bei gleichen Mengen Butterfett und gleichen Mengen Flüssigkeit stets dieselbe Menge flüchtiger Säuren in das Destillat über, was Controlanalysen, deren Resultate höchstens um 0,4 CC. differirten, bestätigten. Gleichgültig ist es > ob das zu untersuchende echte oder verfälschte Butterfett im frischen oder stark ranzigen Zustande zur Untersuchung gelangt; denn als 2 Fettproben, eine echte und eine sogen. Sparbutter (Oleo - Margarm - Kunstbutter), im frischen Zustande und dann nach 6 Wochen langem Liegen bei Zimmertemperatur, im stark ranzigen Zustande zur Untersuchung kamen, wurde im letzteren Falle blos 0,3 und 0,4 CC. Kalilauge weniger verbraucht, eine Differenz, welche innerhalb der Fehlergrenzen liegt. Dieser Versuch zeigt gleichzeitig, dass beim Ranzigwerden der Butter nicht flüchtige Fettsäuren gebildet werden. Auch eine starke Erhitzung des Butterfettes beeinträchtigt den Gehalt an Säuren nicht. Die Anzahl der verbrauchten CC. t/io-^ 0 ™* 11 -Kalilösung nimmt, wie auch Reichert fand, proportional dem steigenden Gehalte der Butter an fremden Fetten j~> ™d lässt sich demzufolge zur Berechnung des Gehaltes an reinem Butterfette * ie bormel B — a (n — V) benutzen, wobei B die Procente reines Butterfett, ? le Zalü der verbrauchten CC. Zehntel-Normallauge, a und b Constanten beeilten. Unter Zugrundelegung der von dem Autor nach der modificirten Methode ernaltenen Mittelzahl 28,8 CC. für reines Butterfett und 3 CC. für andere Fette 3K7c man aUS obiger Formel ft* -B = 0, 6 =. 8 und für B = 100, a — Ol • t' Dlllcü Substitution der für a und b gefundenen Wevthe ergiebt sich die weichung B = 3,875 (n— 3), d. h. man findet den Procentgehalt eines Fettes 0 vt nem ^^erfette, indem man die um 3 verminderte Anzahl der verbrauchten Mibikcentimeter Zehntel-Normallauge mit 3,875 multiplicirt. Was nun die Beurtheilung anbelangt, ob eine, Butter oder ein Butterschmalz verfälscht sei, so lässt sich nach den mitgotheilten Untersuchungen folgern, dass ein Butterfett, dessen Destillat 27 CC. Zehntel Normal-Kalilauge und darüber zur Neutralisation erfordert, unbedingt unverfälscht ist; 27 bis 26 CC. sind zwar verdächtig, doch noch nicht zu beanstanden. Was aber unter 26 verbraucht wird, deutet auf Verfälschung. Die Resultate aus dieser Prüfungsmethode gehen 80 m 't denen aus der HEHNER'schen Methode ziemlich parallel. Werden 89 Proc. der unlöslichen oder nicht flüchtigen Fettsäuren als Normativ für r e i ne Butter aeeeptirt, so sind Fälle möglich, dass Beimischungen von Schweinefett bis zu 35 Proc. nicht durch die HEHKEs'sche Methode erkannt werden können. Bei Messung der flüchtigen Säuren scheint dieses Quantum bis auf 15 Proc. zurückzugehen und verdient vielleicht nur desshalb die Reichert- sehe Methode den Vorzug. Butter, Ostpreussische soll ein Gemisch sein aus 100 Th. Isländisch-Moos- ^allerte, 200 Th. Butter mit Orlean selb gefärbt. (Jul. Post, Analyt.) Butterfarbe aus Paris. Ein Gemenge von 40 Proc. Chromgelb und einem durch Urlean gefärbten Fett. (Flückiger und Weil.) 170 Butyrum. — Cacao. Butterpulver von K. von Gimfsorn, zur Beförderung der Butterausscheidung ist Natriumbicarbonat. (P. Petersen, Analyt.) Nota. Es widerspricht die Anwendung des Natriumbicarbonats zur Beförderung der Butterausseheidiing aus der Milch den Bedingungen des Zweckes. Nur Kaliumbitartrat ist hierzu geeignet. Star Butter Powder ist ein Gemisch aus Alaun und Kochsalz ana. T"ig. fi. a Kakaobohne von der Fläche betrachtet, n Nabel, b dieselbe von der Seite gesehen, ti Nabel, s Nabelstreifen, o Langendurchschnitt, etwas vergrössert, r Wurzelchen. Cacao. Theobroma Cacao Linn., Th. leiocarpum Bernouixi, Th. pentagonum Bernhardt, Th. Salzmannianum Bernhardi, Bäume des nördlichen Süd- Amerikas u. Central-Amerikas, liefern Kakaobohnen. Der Oel- oder Fettgehalt der Kakaobohne ist zwar kein scharf begrenzter, dennoch kann man 50 Proc. als den durchschnittlichen annehmen. Lamhofer fand in Guayaquil- kakao 46, in Carracas 38, in San Blas 45, in Balikakao 51 Proc. Oel. A.Mitscherlicu fand in einer Sorte Trinidad 48,3, in einer anderen Sorte 52 Proc, G. Wolfram in einer Caracassorte 53,8, in Tabasca 52,6, in Domingo 51,5 Proc. Testae Cacao, Kakaosamenschale, ist dünn, zerbrechlich, rothbraun, auf ihrer Innenfläche mit einem dünnen farblosen Häutchen bekleidet, welches unregelmässig in die Masse der Kotyledonen eindringt und selbige in unregelmässige Stücke zerklüftet. 100 Th. trockner Kakaosamen liefern durchschnittlich 12 Th. Schalen. Die Samenschalen in der Kakaomasse sind in nur geringer Menge keine Verfälschung und nur der Gebrauch zu einer Zeit, wo man die Kakaosamen im Stoss- mörser präparirte, brachte es mit sich, die Schalen zurückzulassen und nicht mit dem Kern zu präpariren, denn die Umwandlung der Schalen in eine unfühlbare Masse hätte eine Verdoppelung von Arbeit und Zeit nöthig gemacht. Heute, wo man die Präparation mittelst Maschine bewerkstelligt, würde man die Schalen nicht verwerfen, denn auch sie enthalten Theobromin und Nährbestandtlieile und haben präparirt einen Chocoladengeschmack. Es liegt kein Grund vor, die Schale in der Masse als Fälschung anzugehen. Eine Parallele haben wir im Getreidemehl mit und ohne Theile, welche die Rinde des Getreidekorns darstellen. Auch in der Kakaoschale ist der Stickstoffgehalt ein etwas grösserer als in dem Samen. Die Proteinsubstanz in der Schale beträgt 12—18 Proc, in den Samen ohne Schale, den Kakaobohnen 13—16 Proc Der Fettgehalt beträgt 5 — 9 Proc, die Holzfaser 12—16 Proc (in den Bohnen 3—4 Proc), die Aschentheile 6— 8 Proc Wird die Gesundheitspolizei die Gegenwart von Schalen in der Kakaomasse verbieten, so muss der Verordnung Folge geleistet werden, wenn nicht, so kann man auch die Gegenwart von Schalentrümmern in der Kakaomasse nicht als eine Verfälschung oder Verunreinigung declariren. Cacao. Theobromin. 171 Theobromin ist nach neueren Erforschungen löslich in 1600 Th. kaltem, 15° Th. kochendem Wasser, 4300 Th. kaltem, 430 Th. kochendem absolutem Weingeist, 105 Th. heissem Chloroform. Durch Phosphor molybdänsäure wird Theobromin gelb und amorph, Jj r . Kaliumwismuthjodid roth und krystallinisch gefällt. Silbernitrat e - . emer r s °hr verdünnten Lösung des Theobrominnitrats gesetzt veranlasst nach Pik * ■ * d ' e Ausscheidung silberweisser Krystallnadeln, eines Doppelsalzes. Jodifl ln8äUre ^ allt mcüt > Gerbsäure nur unbedeutend. Kaliumcadmium- läggt ' ^ alium( l uee kiäilberjodid geben keine Fällung. Platinchlorid nun t Uac ^ eini S er Zeit braune Flocken ausscheiden. Wird Theobromin mit ver- des i Scnwefelsilure uud Bleihyperoxyd unter Vermeidung eines Ueberschusses Da«, öfteren en värmt, so erfolgt unter Kohlensäureentwickelung Zersetzung. Di ui 18t fal ' Wos > farbt aber die Haut purpurroth und Magnesia indigoblau. ie Flüssigkeit mit Aetzkali versetzt entwickelt Ainiii wst Theobromin. «ttxcDici uniigobiau niiiion. Aetzammonflüssigkeit Oleum Cacao. Der Schmelzpunkt des Oeles der verschiedenen Kakaosorten vanirt zwischen 32 und 33° (Lamhofeb). Es ist somit der im Handb. angegebene Schmelzpunkt von 25« C. nicht der richtige. Obgleich fettig anzufühlen, 2h *• ^ a ° Ö1 bei + 10 bi8 15 ° G - brüchi S- Unter dem Mikroskop lässt Krv t ii 4 i )0 - 500facller Vergrösserung deutlich ein krystallinisches, zart fasriges nied! S ^ S<3 erkennen - Aus 8einer Lö8ll "S in 2 Th. Benzol scheidet es bei der fr' lem P eratur in Krystallen aus. Die Benzollösung auf einem Objectglase stemfitaW " Abdunstun & überlassen und dann mit Deckglas belegt ergiebt haunt fW grappirte nadeiförmige Prismen, welche aber kaum i/ 8 so breit, über- Dieses F* Und Zarte1 ' alS ähnlich hergestellte Krystalle des Talgs erscheinen. Experiment kann bei der Prüfung des Kakaoöls benutzt werden. 20Proe nfl e " thält die Glv ceride verschiedener Fettsäuren, unter anderen Säur P 'v! ein8aure > f emer Theobrominsäure und noch eine nicht näher gekannte ' aDer k eme Stearinsäure (Kingzett). (Hdb I* e Pl p ifunS des Kakaools ist es stets rathsam, auch die Dochtprobe ist ein ' • v. anzuwenden, denn Verfälschungen mit Nierentalg junger Rinder korkter Fl Selt ? n . e * Die Lösung des Kakaoöls in 3 Th. Aether in gut, verfolgend . a8(ne einige Tage stehen zu lassen ist zu empfehlen, denn später er- dauer d° U Aidlingen deuten auf Verfälschungen, während echtes Oel eine sün bleibende Aetherlösung giebt. Eine ähnliche Prüfung ist die Lö- dur 1 V ° n •^' K a k aoo l in 2 Th. Benzol und das Beiseitostellen einen Tag hiu- an einen Ort von circa 15° C. Auch diese Lösung muss klar und frei n jeder Trübung oder Ausscheidung bleiben. Holländischer Kakao, leicht löslicher Kakao, nach Holländischer Methode Art nl ^ altil0 Zählt mcllt zu der Präparirten Kakaomasse, er ist vielmehr eine n Chocolade, welche meist in Pulverform in den Handel kommt. Diese Ohoco- d Vichy-Salz) 10—20mal grössere Portionen, Jahr ein, Jahr aus, ohne v °n merklich schädliche Wirkungen zu beobachten. van Hotjten's reiner Kakao, zu welchem der verstorbene Professor >'• Sonnenschein (Berlin) folgendes Attest nach Besprechung der Bestandene gab, kann nur als ein chocoladenartiges Präparat aufgefasst werden. «Hiernach kann ich mein Gutachten nur dahin abgeben, dass der von C. J. van Houten & Zoon in Weesp dargestellte „van Houten's reiner Kakao. Ein lösliches Pulver." ein ans reinen Kakaobohnen dargestelltes unverfälschtes Präparat ist, welches dnrehans keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthält. Berlin, den 21. Januar 1878. Dr. Fr. L. Sonnenschein, tjj a\ Professor an der königlichen Universität und vereidigter 1 ' *' Sachverständigor bei den königlichen Gerichten." Nun wa i" oder ist dieser Kakao kein reiner Kakao, sondern nach Holländischer Manier behandelter. Er hatte also aufgehört reiner Kakao zu sein. olche Mystifikationen sollten polizeilich untersagt werden, und Chemiker von Ruf Ab 6n i ^ titeu > Mystifikationen dieser Art durch Zeugnisse zu unterstützen. h"t au ° n hi er haben wir ein Beispiel, dass der als Gerichtschemiker hoclige- den d NNENSCHEIN den Unterschied von Kakao und Choeolade nicht kannte, au™ tn* 1 ^ ätte el nur dem VAN HouTEN'schen Chocoladenpräparat ein Attest rat J!! n 9 lmcl Untersuchung der Kakaomasse und Chocoladenpräpa- do Vi' a m ^ er ^ scnu ngen und Verunreinigungen hierzu bilden eine lange Reihe, k dürften viele der genannten Körper überhaupt noch nicht in Anwendung röstpf"" 16 ^ 8e! " - Verfälschungen der Kakaomasse sind: ungeröstetes und ge- sllw m Getr eideraehl, Thon, Bolus, Hoksagemehl (Mahagoniholz), ausgepresste frtht • ln ' aus g e presste Wallnusskerne, Kartoffelmehl, geröstetes Brot, Hülsen- .' J*:> Eicheln etc. Auch durch heisse Pressung vom Fette befreite und dann ' Kln dernierentalg versetzte Kakaomasse ist im Handel angetroffen worden. Für die Choeolade können nur die Stoffe als Verfälschung gelten, welche ,. zu Q en Nahrungsmitteln und den Gewürzen gehören, und welche dazu lenen das Gewicht zu vermehren, ohne auf den Geschmack verbessernd einzuwirken, wie Thon, Bolus, Holzmehl, Pressrückstände der Mandeln, Nüsse. Auf ttl e Gesundheit nachtheilig einwirkende Stoffe sind selbstverständlich als Verfälsch- Un gen zu betrachten. Kakaomasse darf nur aus den Stoffen und Gewebetrümmern bestehen, a «s welchen sich der Kakaosamen constituirt. Dazu gehören auch die Samenschalen, welche jedoch von vielen Fabrikanten, behufs Erzeugung einer Waare bester Qualität, beseitigt werden und daher meist nicht in der Kakaomasse verbeten sind. Zunächst entscheidet das Mikroskop und ist es zweckmässig gleichzeitig die mikroskopischen Bilder einer Kakaomasse von reiner Qualität mit denen der zu untersuchenden zu vergleichen. Die mikroskopischen Präparate sind mit v erdünntem Glycerin anzufertigen und eines derselben mit etwas stark verdünnter 174 Cacao. Prüfung u. Untersuchung. Jodlösung zu versetzen, um die Form der Stärkemehlkörnchen zu erkennen. Letztere sind ungemein klein, meist rund oder oval, nur selten nierenförmig oder dreieckig. Die Gewebeelemente der Cacaobohne und der Schalen sind eigenthümliche, daher lassen sich fremde Substanzen leicht erkennen. Zunächst sind zu bemerken die verlängerten, cylindrischen, keulenförmigen oder spindelförmigen, an dem einen Ende zuweilen getheilte, durch Querscheidewände, auch wohl durch Längsscheidewände geschichtete Schläuche, die sogenannten Mitscherlich'scIk'ii Körperchen, ferner die braunen vieleckigen Zellen der Keimlappen, welche die minutiösen Stärkemehlkörperchen einschliessen, und endlich die mit einem rothbraunen Farbstoff gefüllten Zellen. Mitunter, jedoch nur höchst selten, sieht man auch kleine prismatische Krystalle, vielleicht Theobrominkrystalle, zwischen den Trümmern des Zellgewebes. '•'•'- U % Fig. 7. m Schläuche der inneren Samenhaut oder Mitscherlich'sche K*u- perchen, k Theobrominkrystalle (120=150 fache Vergr.). Fig. i .K s Stärkemehl führende, J Farbstoff führende Zellen der Krumlappen (150 fache Vergr.). Fig. 8. Kakaomasse, k Kakaostärkemehl, m Mitscherlich'sche Körperchen. Der Farbstoff wird durch verdünnte Schwefelsäure mit blutrother, durch Essigsäure mit violetter Farbe gelöst. Stark verdünnte Ferrichloridfliissigkeit tingirt blau, jedoch nicht bei allen Kakaosorten. Bestimmung der Asche. Diese beträgt durchschnittlich 3 Proc, niemals über 5 Proc. Sie besteht aus circa 50 Proc. Kali und Natron, 2 Proc. Kalkerde, 30—40 Proc. Phosphorsäure, Spuren Magnesia, Chlor, Kieselsäure, 3— 5 Proc. Schwefelsäure. Sie ist in verdünnter Essigsäure fast ganz löslich. Bestimmung des Fettes. Man zerreibt in einem Mörser mit Ausguss 10 g der Masse mit Benzol oder Aether und filtrirt durch Papier im bedeckten Trichter, oder man sammelt das Fett, welches beim Kochen der Masse mit Wasser sich abscheidet, von der erkalteten Flüssigkeitsschicht, trocknet es, löst es in Benzol, filtrirt und dampft das Lösungsmittel ab. 8 Th, des Fettes sowohl in 9 Th. Aether, als auch in 2 Th. Benzol gelöst, ergeben klare Lösungen, welche auch nach eintägigem Stehen an einem kalten Orte weder wolkige Trübungen noch überhaupt Ausscheidungen ergeben, wenn ein reines Kakaoöl vorliegt. Der Fettgehalt der Kakaosamen beträgt 47—52 Proc. Als Durchschnittsgehalt können, wie schon oben angegeben ist, 50 Proc. angenommen werden. Bestimmung des Extractgehaltes. Liegt Kakaomasse ohne Beimischung vor, so wird die Masse (z. B. 10 g) fein gepulvert, mit der 10 fachen Menge kaltem Cacao. Prüfung u. Untersuchung. 175 Wasser wiederholt kräftig durchschüttelt und dann nach eintägigem Beiseitestellen der Filtration unterworfen. Oder es wird der nach der Extraction mittelst Benzols oder Aethers verbleibende Kakaorückstand getrocknet zerrieben und mit kaltem Wasser behandelt. Das Filtrat ergiebt eingetrocknet zerrieben und bis Mrf 110° C. erhitzt 12—14 Proc. einer rothbraunen Masse von schwach salzig bitterlichen Geschmack, welche in Wasser gelöst und mit Schwefelsäure angesäuert mit Pikrinsäurelösung keine, mit Phosphorwolframsäure eine grünlichgelbe mit Kaliumwismuthjodidlösung eine röthliche Trübung und Fällung giebt. w Bestimmung des Stärkemehls. Die im Filtrum bei Behandlung mit kaltem Wasser verbleibende Masse aus 10 g Kakaomasse wird mit 100 CC. Wasser und >°g Salzsäure von 1,124 spec. Gew. übergössen und einen Tag im Wasser- oc | er Dampf bade erhitzt, dann erkalten gehissen, das abgeschiedene Fett beseitigt und dann filtrirt, das Filtrum gut nachgewaschen und das Filtrat eingetrocknet. Während des Eindampfens, besonders gegen das Ende der Operation setzt man öfter einige CC. Weingeist hinzu, um die Abdampfung noch vorhandener Salzsäure zu fördern. Das im Wasserbade eingetrocknete und zuletzt bis auf 110° C. erhitzte Extract beträgt gewöhnlich ebensoviel wie das kalte wässrige Extract, also 12—14 Proc, entsprechend einem Stärkegehalt von 11—13 Proc. Wenn man die Extraction auf kaltem Wege unterlässt und alsbald die Kochung der 10 g Kakaomasse mit dem salzsäurehaltigen Wasser unternimmt, so ist das Resultat dasselbe. Eine Kakaomasse ergab zuerst 13 Proc. kalt bereitetes Ex- «act, dann 13 Proc. salzsaures heiss bereitetes Extract, und ohne vorherige kalte Extraction 26 Proc. salzsaures heiss bereitetes Extract. Die Menge des salzsauren heiss bereiteten Extracts (nach vorhergegangener kalter Extraction) mit u,9 multiplicirt ergiebt die Menge des in Glykose übergeführten Stärkemehls. Da 80° a y ob ? hnen in Glykose überzuführende Stoffe höchstens 14 Proc. enthalten, m hihi- e e ' ne ** aruber hinausgehende Menge auf eine Verfälschung mit stärkest V t ■ 6n ^ tofton hinweisen. Eine über 15 Proc. hinausgehende Menge con- a nt mit a u er Sicherheit eine Verfälschung. Man hat nämlich auch schon <> iToc. solcher der Glykosificirung fähiger Stoffe in den Kakaobohnen nachgewiesen. ■—-•-' • ■ 11 Proc. , meist betragen sie aber nur 13 Proc. und der Stärkegehalt 10— einige t"' ™ an daS Pulver der Kakaomasse mit kaltem Wasser schüttelt und •Todw ro P en davon auf Fliesspapier giesst, dann die Rückseite des Papiers mit Missv hai . tl0 I ) ^ t ? so erfolgt die Stärkereaction oder sie erfolgt nicht. Dieses und d s hängt von der Wärme ab, welcher die Kakaobohnen beim Brennen Q i„ ? m la Pariren ausgesetzt waren. Diese Reaction auf Stärkemehl ist hier also ohne Werth. Zw - f , S *' mmun 9 des Theobromins. Sollte der Geschmack der Kakaomassc g. l aufkommen lassen, ob in der That Kakao vorliegt oder eine andere Sub- \ v 11U Wäle d ' e 1 uan titativo Bestimmung des Theobromins nothwendig. Für S wohnlich genügt es die Gegenwart des Theobromins zu constatiren. Mau über- gesst circa 3 g der gepulverten Masse mit 12 CC. Wasser und 6 Tropfen ver- p^nnter Schwefelsäure, schüttelt kräftig um, erwärmt auf 30—40° C. und filtrirt. as Filtrat theilt man in 2 Theile, den einen mit 5 Tropfen verdünnter Schwefel- 2o"r Und 2 ° T, '°P fen Natriumphosphorwolframatlösung, den anderen Theil mit St l 0 P^' nK:l ' iumea rt m i<™jodidlösung versetzend und beiseite stellend. Nach einer linde findet man in jeder Mischung einen Bodensatz, in ersterer einen grünlich- ge ben, in der anderen einen gelbrothen. Noch besser gelingt die Reaction, wenn a n das auf kaltem Wege bereitete wässrige Extract in der 10fachen Menge altem Wasser, dem man einige Tropfen verdünnter Schwefelsäure zugesetzt hat, lQ st, filtrirt etc. 176 Cacao. Chocolade. Die qualitative Bestimmung des Theobromins geschieht nach Dragendorff dadurch, dass man die mit Petroläther ausgewaschene Masse trocknet, mit kochend heissem Wasser, welches mit Schwefelsäure angesäuert ist, durchmischt, dann nach dem Abkühlen auf 70—60° C. mit Amylalkohol ausschüttelt. Den Amylalkohol decanthirt man in eine Porzellanschale, dampft ab, bringt die Schale in ein Oelbad von 110° C, setzt Chlorwasser zu, dampft schnell ab und befeuchtet den Rückstand mit Ammon. Es erfolgt eine purpurrothe Färbung (Murexid- reaction). Zur quantitativen Bestimmung hat G. Wolfram folgendes Verfahren angegeben (polyt. Journ. 1878). Kakaomasse oder Chocolade wird fein zerrieben oder die Kakaobohnen werden im heissen Mörser zu einem dickflüssigen Brei zerrieben. 10 g dieser Masse oder der Kakaomasse oder 30 g der Chocolade, werden mit kochendem Wasser behandelt, mit ammoniakalischem Bleiessig oder Bleizucker bis zum geringen Ueberschusse versetzt, heiss filtrirt und mit heissem Wasser so lange ausgewaschen, bis das angesäuerte erkaltete Filtrat mit Natrium- phosphorwolframat keinen Niederschlag mehr ergiebt. Zum Auswaschen bedarf man ungefähr 700 bis 800 CC. Wasser. Das Filtrat, welches bei Ueberschuss an ammoniakalischem Bleiacetat wasserhell erscheint, wird mit Natronlauge versetzt und bis auf etwa 50 CC. Flüssigkeit eingedampft, mit Schwefelsäure stark angesäuert und das schwefelsaure Blei mittelst Filters abgesondert. Das Filtrat wird nun mit einem grossen Ueberschusse phosphorwolframsaurcm Natron gefällt und die Abscheidung des gelbweisaen Niederschlages durch gelindes. Erwärmen und Umrühren beschleunigt. Nach einigen Stunden wird die erkaltete Flüssigkeit in ein Filter gebracht und der Filterinhalt mit Hülfe von 6-procentiger Schwefelsäure ausgewaschen. Darauf wird das Filter mit dem Niederschlage in einem Becherglase mit Aetzbarytlösung bis zur stark alkalischen Reaction vorsetzt, die Zersetzung durch Wärme unterstützt, das überschüssige Barythydrat durch Schwefelsäure neutralisirt und ein etwaiger Ueberschuss derselben durch Baiyumoarbonat beseitigt. Die Flüssigkeit, welche das Theobromin gelöst enthält, wird kochend heiss filtrirt und der Niederschlag mit heissem Wasser ausgewaschen. Das Filtrat wird in einer Platinschale eingedampft, getrocknet und gewogen. Da neben Theobromin stets noch eine geringe Menge Barytsalz, hauptsächlich als Bicar- bonat, in Lösung bleibt, so wird das Alkaloid durch Glühen verjagt, der Rückstand mit kohlensaurem Ammoniak befeuchtet, eingedampft, erhitzt, zurückgewogen und die Differenz der beiden Wägungen als Theobromin in Rechnung gebracht. Der Theobromingehalt der Kakaobohnen ist durchschnittlich zu 1,5 Proc. anzunehmen. Aus den Samenschalen schied Treumann 0,3 Proc. Theobromin ab und zwar durch Auskochen, Fällen der Abkochung mittelst Bleisubacetat, Beseitigung überschüssigen Bleies mittelst Schwefelsäure und Einengen des Filtrats, Neutralisation mit Magnesiumsubcarbonat, weitere Einengung, Versetzen mit gebrannter Magnesia im Ueberschuss und völliges Eintrocknen. Der trockne Rückstand wird mit 80 proc. Weingeist ausgekocht, der Weingeist-Auszug abgedampft und der Rückstand mit Thierkohlo gemischt mit kochendem Wasser extrahirt etc. (Zu 4,5 Kilog. Kakaoschalen wurden ein Bleiessig gebraucht aus 940 g Bleiacetat und 300 g Bleioxyd. Theobrominausbeute 13,5 g.) Chocolade des Handels. Die Gutachten, welche mit der Untersuchung der Chocolade beauftragte Chemiker abgaben, waren vor einigen Jahren so sonderbar und häufig so wenig den thatsächlichen Verhältnissen entsprechend, dass sich Hager wiederholt zu Kritiken dieser Gutachten gezwungen sah. Um nun den Cicao. 177 jungen Pharmaceuten und Chemikern eine Anleitung für die Beurtheilung zu geben, was bei Untersuchung der Nahrungs- und Genussmittel als Verfälschung ^gesehen werden kann und muss, und was nicht als Verfälschung aufzufassen "jt, veröffentlicht Hager (pharm. Centralh. 1878, No. 16) eine Einteilung oder ru Ppirung der Nahrungs- und Genussmittel, welche bisher von keiner 61 e einen Einspruch erfahren hat. Die Gruppirung ist folgende: . *• Gruppe: a) Rohmaterialien, b) daraus dargestellte Fabrikate, welche ^uen f?n™. -r»-i— • ..... en ■, \f 7 ' ""» m *" iau ™i vj um»uo uaigusieiiie raoriKaie, weicne _ aem Rohmaterial nicht angehörigen Zusatz (Zusätze behufs der Conser- kein viruns- " """"•»"<"«" mcni angenongen Äusatz (Zmsät: | ausgenommen) enthalten und e) einfache Fabrikate. «n h) L g . ellören z - B - zu a) Weizensamen, Kakao, Kaffee, Gewürze, Milch, — Butter w Zenm ^ ' Wfzenkleie, Kakaomasse, gebrannter Kaffee, - zu c) Stärke, «er Wein, Ess.g, Oliven-Oel, Fleischextract, einfaches Brot, täte welohö'?/?/ Z " s f n ! meng ,f etzte Nahrungs- und Genussmittel oder Fabri- «nd Glismi teln olr • gS f UnS v, eine Mischung aus verschiedenen Nahrungs- GothmaJkXdiFn h B ,! ,m,Schuns von «^stanzen erfordern, welche den ^r trfeb^geS JÄÄ *"* ^ * - ^^ «* aeusirte SS^lf^ ™ hiede - Backwerk, Chocolade, Mostrich, con- "«g^und^r« ®r,° ga o- f f die den Gr "PP en L und «• ^gehörigen Nah- Sa go SaffLtr T rf «■ HlCTher gehÖren Z - B - Chocoladenmehl, iniindischer s«> öarrransurrogat, Kaffeesurrogate. «nd anaörtT' T° dne V , erfälschun g bei den Stoffen der I. Gruppe anfängt k Betracht d beant * ortet sich srt bst. Bei der II. Gruppe kommt sie gar nicht lieh abgesehen 1St allem der Geschmack der einzige wahre Richter, natür- sundheitszust^/ 0 ," ^ ^gemischten Substanzen, welche auf den normalen Ge- 11be n- Besteht 7* M r7 enscllen einen nachtheiligen oder unliebsamen Einfluss aus- k «ugslosen plrW „ ] Beimischungen aus Nährstoffen, Gewürzen, wir- J'ältnissmässio-», „ nn m Jeder Hinsicht unschädlichen Substanzen in ver- Kakao ,-!t IT f Dge ' 8 ° kann von einer Verfälschung nie die Rede sein. b «umes. An n A t ■ , Name ** die 8amen aus der Frucht des Kakao " einer gelinden R ■ * * MC könuen diese Sameu nicht genossen, sie müssen zuvor die Beseitig,, i g unterworfen werden, welche sie ihrer Härte beraubt und sind nicht • Samenschale erleichtert. Doch auch die gerösteten Samen Verden D^ 618 " 6 *' W ' e BoJmen °* w Erbsen durch Kochen weich gemacht zu ei ne zarte ; ,T erden sie P r äparirt, d. h. durch Zerstossen und Zerreiben in k ommt unte fl 8em Wasser leicht »srtheilbare Masse verwandelt. Die Masse gleichviel 7 t Namen Kakaomasse oder präparirter Kakao für sich oder mit m «hl Eichel f vemischt in den Handel. Wäre dieser Masse Mehl, Stärke- cieli ansieht beigemischt, ohne dass der Fabrikant diese Beimischung spe- Oruppe i ' 8 ° 18t sie auch eine verfälschte Waare. Kakaomasse gehört der fas t unbta'ht i 11 ' 61 6ine reine Waare vorliegt > wird «e dennoch vom Publikum bares Getr" t gelassen - Dieses giebt der angenehmer schmeckenden, ein brauch- tigten Gm fl »efernden Chocolade alle Zeit den Vorzug und aus vielen berech- G enussnr' U t I ^ Chocolade S ekört zur Gruppe IL und ist .ein zusammengesetztes Stärkemehl 7 b " die Kakaomasse ist durch Zusätze von Gewürzen, Mehl, zu einer M feer etc ' zum dir ecten Verbrauch in der Küche geschickt gemacht, °der ko i f 0 geformt, welche angenehm schmeckt und mit kochendheisser Milch giebt ^' endem Wasser ein gleichförmiges, dauernd dicklich flüssiges Getränk k anten S & T ^ Miscnun g ein solches Getränk erreichen lasse, ist des Fabri- 1 oache, im anderen Falle würde das Publikum das Fabrikat nicht beachten. *« ei .Pi»™. p r « i8 Suppl. 12 178 Cacao. Chocoladc. Fehlt Stärkemehl in der Mischung, so erreicht man auch ein ähnliches Getränk, welches aber in kurzer Zeit, in 15—20 Minuten der Ruhe die Kakaosubstanz absetzt, und eine dünne, nicht angenehm schmeckende Flüssigkeit sammelt sich über dem Bodensatz. Das muss aber verhütet werden und ein Mehl- oder Stärkemehlzusatz macht das Getränk so schleimig, dass sich kein Bodensatz bildet. Somit ist ein Zusatz einer stärkemehlhaltigen Substanz zum Kakao notwendig und keine Verfälschung. Denn dann könnte man auch die Gewürze oder den Zucker als Verfälschungen ansehen. Die Frauen, welche die feineren Choco- ladensorten zu kaufen pflegen, setzen derselben stets etwas Stärkemehl hinzu, um die dauernde Schleimigkeit des Chocoladengetränkes zu erreichen. Bei einem zusammengesetzten Nahrungsmittel können nur ungehörige, der Gesundheit nachtheilige und nicht als Nährsubstanz verbrauchbare Beimischungen Beanstandung finden. Dies gilt auch vom Chocoladensuppenmehl, einer Pulvermischung aus 10 Proc. Kakao, 70 Proc. Zucker, 10 Proc. Mehl und 1 Proc. Armenischem Bolus. Dieses ist eine Mischung zum Zwecke der Darstellung einer Suppe mit Chocoladengeschmack, indem die Hausfrau zu kochendem Wasser einige Löffel des Mehles setzt. Hier hat man den Mehlzusatz und den Armenischen Bolus beanstandet, obgleich letzterer das unschuldigste Farbmaterial ist, welches existirt und in alter Zeit als solches viel gebraucht wurde. Diesem Bolus kommt nach keiner Seite hin auch nur eine Spur einer Wirkung auf den Organismus zu, selbst in grösseren Mengen genossen zeigt er keine nachtheilige Wirkung. Bei Prüfung derChocolade kommen in Erwägung 1) der Geschmack, 2) der Gehalt an reiner unverfälschter Kakaomasse, 3) die Abwesenheit gesundheitsschädlicher Mineral- und Pflanzenstoffc, welche nicht als Nahrungs- und Genussmittel dienen, z. B. Holzfaser, präparirte Cellulose, Thonerde, Schwerspath, Kalk- carbonat etc. Eine Portion der Chocolade wird eingeäschert und die Asche auf ihre Bestandteile untersucht. Ein Gehalt von 1—2 Proc. Natriumcarbonat in der Chocolade ist gegenstandslos. Es soll ein solches Präparat ein besseres Getränk liefern. Eine andere Portion wird getrocknet mit einem Fünfteltheil Kalisalpeter und Natriumcarbonat gemischt und eingeäschert. Diese Asche wird auf Arsenik untersucht. Kupfer ist zuweilen in der Asche angetroffen worden, wahrscheinlich i» Folge Darstellung der Chocolade in kupfernen Gefässen. Dann kann es nur in Spuren vertreten sein und ist dessbalb ohne allen Nachtheil auf die Gesundheit. 5 Ctg. Kupfer pro Kilo der Chocolade sollte als unschädlich zuzulassen sein. Auch Zinn wurde von Hager, jedoch auch nur in Spuren, in einer Chocolade angetroffen. Behufs Erkennung solcher Metalle übergiesst man 0,25 g der Asche mit 10 CC. Wasser und 10 Tropfen Salzsäure, schüttelt einige Male um, und stellt dann einen blanken Zinkstab hinein. Nach 1—2 Stunden hat sich der Zinkstab mit einer Schicht des fremden Metalls bedeckt. Man reinigt den Stab durch Eintauchen in Wasser, lässt ihn trocken werden und schabt dann den Ueberzug ab, behufs Prüfung auf Kupfer oder Zinn. Auf Zink ist die Asche besonders zu untersuchen. Gyps Thon, Calciumcarbonat, Bolus können nur dann beanstandet werden, wenn ihre Mengen eine Beschwerung des Gewichtes erkennen lassen und sollte die zulässige Grenze zu 1,5 Proc. angenommen werden. Dass diese Stoffe auch bis zu dieser Menge die Qualität der Chocolade herunterdrücken, kann nien bestritten werden. Schwerspath, dieses schon oft als Verfälschung des Stärke- Cacao. — Cadmium. 179 ruf hl L a p getr0 !? ne i Miliei ' a1 ' 0bglcich es in kleinen Men S en oh ™ allen Nachtheil aie Gesundheit ist, sollte immer beanstandet werden. Aethor e . M ? Uge T 30 - 5 °S der gepulverten Chocolade wird mit Benzol oder Verdau? ' er Auszug in e!nem tarirten Glaskolben der Destillation resp. Gew2 T g unterworfen - D!e Fettqnantität nimmt man als die Hälfte des Versucht vertretenen Kak aomasse an. Das Fett wird auf seine Identität «trahiit V °^ Fett befreite Masse wird nun getrocknet und mit kaltem Wasser andere i, i*ri unlösllche Rückstand enthält Kakao, Gewürzpulver und etwaige erman Jr T Jl oSe > auf welcüe aufmerksam zu machen das Mikroskop nicht lade 1 1™ w* iPf, Ge "! icht des getrockneten unlöslichen Theiles der Choco- d er FettouantTtät hl ^ ^ P t^ Fettc l u antität ergiebt nach Abzug der aus Chocolade vert eten en t"w K ^TT S " annahernd daS Gewicht der * d * r ÄÄ^X,^. W6Dn r n ÜberhaUpt über die Zusammensetzung einTr »ÄvoliS dI sifrrVl" ° d6 , r f" ÄUftrag zur B^timmung desltärke- bestimmen l£t so W Kaka ° ge . halt in der Chocolade ziemlich annähernd masse angehört Sie kanr^Tp ^ ^^ Starkemel "> welche der Kakao- auch das g sS; mP h, ? ZU , 12 Proc - angenommen werden. Es ist dann aber stimmen £>7™ ,", ^ J n Wa8Ser 1Ö8lichen Theile der Chocolade zu be- fl er filtrirte iLnrW W , " *? ° irCa 200 CC ' kaltem Wasse r extrahirt, m it einem 2oTL vT on"™ 611 ^ ru P con8ist enz eingedampft, der Rückstand z nm Absetzenlastt L ^ , P I°n; W ^ Dgei8t gemischt und ein bis ™ei Tage UDd getrocknet ist I d ^f"! Der B ° denSatz rait Wei °g eist ausgewaschen in Folge der ErwäLt J^^f zugesetzten St ärke zu betrachten, welcher mel, lform übergeSrt d Fabnkati ° n der Chocolade in die lösliche mvke- »feeS^^ Gemisch a » 8 geröstetem Getreide- Kakaomasse scheint „S ?♦ * ' und . geringen Mengen Gewürz. Die hierzu verwandte Hardidad-t entfettete zu sein. (Hager, Analyt.) Zucker, 112 Th ö^ S . iati ?, che Ch ocolade, besteht aus 42 Th. Kakao, 180 Th Analyt.) lh - Starkemehl, 64 Th. Reismehl und 3 Th. Vanille. (Chevallier,' IÖB te5nTweKmÄ^ P A Kkepli N ist Chocolade mit 20 Proc. ge- Kimler, h! ' , °°- Kaka ° UDd 4Ö PrOC - Zucker - (Hager, Analyt.) ext ract, Kak^TsafeW^M ^ Av ° tK ?S L »™ A ™ (Berlin) besteht aus Fleisch- Theob™«.„., ^ a6 Praep> Und Sacchanim(5Ö0g2 fik.). (Hager, Analyt.) de * ^ATÄiÄr^ l8t daS tr0ckne P' llvri 8 eExtoct aua Cadmium. flüssitrkJ-^i (Compt. rendu 1878), dass Schwefelcadmium in Schwefelammonium. de r Tem +' gewöhnlicher Temperatur löslich ist und dass diese Löslichkeit mit felk upfer P R U i r Steigt ' daS8 B ' e auch eine bedeu tend grössere ist als beim Schwe tallen « ü ufs der Trennung von den in Schwcf'elammonium löslichen Me »OU raan s i ch der Su i fid „ A Natrium oder Kalium hedipnon ;„ ™,-i„w» _ — ».^„^„g YVU uou m uuiiTuuumiiiwuiuui uisiicnen me- »ou man sich der Sulfide des Natrium oder Kalium bedienen, in welchen 12* 180 Cadmium. — Caladium das Schwefelcadmium sowie das Schwefelkupfer nicht löslich sind, auch soll man das Cadmium bei der Analyse nicht nur in der Fällung mittelst Schwefelwasserstoffs, sondern auch in dem Macerat der Schwefelmetalle mit Schwefelammonium aufsuchen. Puritas, Haar-Verjüngungsmilch für graue Haare, zur Wiederherstellung ihrer ursprünglichen Farbe von Otto Fkanz & Cp. (Wien, Mnriahilferstr. 38). Eine Flasche mit 165g Inhalt, bestehend aus 40g Glycerin, 106g Wasser, 3g kry- Stall. Soda, etwas Natriumhyposulfit enthaltend, 15g Schwefelcadmium und 1,3g Schwefelzink. (Hageb, Analyt.) Caladium. Dießenhachia seguina Schott, Caladium seguinum Ventenat, Arum seguinum Linn., Schweig-Kohr, eine in Süd-Amerika, den südlichen Nord- Amerikanischen Freistaaten und auch in Ostindien einheimische, höchst giftige Aroi'dee, der Gruppe der Anaporeeu angehörend. Sie wird hier und da in unseren Gärten gezogen. •{• Herta recens Caladii segnini, Rhizoma mens Caladii segnini, Snccns recens Caladii segnini. Dieses Schweigrohr gilt als die giftigste Pflanze unter den Giftpflanzen. Der Saft ist an und für sich giftig, aber er enthält oder in ihm sind rhaphidische Gebilde suspendirt, welche mit der Haut in Berührung in die Poren eindringen und lebensgefährdende Entzündungen bewirken können. In der Kochhitze wird die Giftigkeit der Pflanze und ihres Saftes vernichtet. Hageb sagt pharm. Centralh. 1878, S. 36 über diese Pflanze: Der Saft der frischen Pflanze ist überaus scharf und ätzend, so dass schon sehr kleine Mengen desselben in die Verdauungswege eingeführt, Entzündung derselben und gefährliche Intoxication hervorrufen. Auf Leinen macht er un- vertilgbare Flecke und könnte er als unauslöschliche Tinte Verwerthung finden, wäre er nicht so giftig. Er ist also ein Verwandter der Balsamflüssigkeit in den Anacardien. Es wird erzählt, dass das weidende Vieh, welches die Blätter nicht frisst, aber in dieselben hineinbeisst, dies mit Anschwellung der Zunge und Entzündung der Schlingorgane büssen muss. Diese Notiz soll uns Pharmaceuten nur zur Vorsicht mahnen, beim Zerquetschen der Blätter und dem Auspressen des Saftes mit der grössten Vorsicht vorzugehen. Ein geringes Spreutröpfchen auf der Haut bewirkt ein heftiges stechendes und juckendes Brennen, dann Geschwulst. Die eine Person ist gegen diesen Saft empfindlicher als die andere und in einem Falle genügte ein auf die Hacke geschleuderter Tropfen, obgleich er alsbald abgewischt wurde, eine rosonartige Entzündung der betreffenden Gesichtshälfte, dass für das Leben des Betroffenen wenig Hoffnung blieb. Nach der Heilung fand sich ein herpetischer Ausschlag ein. Das Rhizom scheint einen verdünnteren Saft zu enthalten und es wurde seiner Zeit von amerikanischen Aerzten gerade dieser Saft gegen Pruritus pu- dendorum empfohlen. Man sollte 15 bis 20 Tropfen des Saftes in einen Tassenkopf Wasser geben und mit dieser Mischung Waschungen machen. Nun ist es eine wunderbare Beobachtung, dass die Tinctur die Schärfe des frischen Saftes nur noch zu einem Brnchtheil zeigt. Die Ursache dieser Erscheinung ist folgende. In dem Safte sind kleine mikroskopische Krystalle (Rha- phiden), vielleicht aus einem Oxalat bestehend, welche in die Poren der Haut eindringen und die Entzündung bewirken. Weingeist löst diese Krystalle nicht und wie es scheint, geht nur ein geringer Theil derselben durch das Filter. Daher wird es erklärlich, dass eine durch ein dichtes Fliesspapier oder ein Caladiuni. — Calanius. — Calcaria. 181 Doppelfilter gegossene Tinctur die Unschuld selber ist. Hier finden wir aueh ■wohl oine Erklärung, dass ein Dr. Sciiolz die Tinctur als ein Speeificum gegen Pruritus empfehlen, Dr. Carl Mayer aber gar keinen Heilerfolg constatiren Konnte. Vielleicht auch entsprang Scholz's Empfehlung dem „similia similibus" aer Homöopathen, denn der Saft erzeugt ja heftiges Jucken. Das Schweigrohr erlangt bei uns eine Höhe von 1 — 2 m. An der Spitze e , S . " ten gels sind die länglichovalen zugespitzten weissgefleckten Blätter sehopf- ?% gestellt. Die Blüthenscheide ist blassgrün und kürzer als der Blüthenkolben. er Geruch der Blüthen ist faulig, cadaverös. Einsammlung und Aufbewahrung. Dass der Einsammelnde alle Vorsicht anzuwenden hat, er hierbei mit bedeckten Händen und einer Scheere agiren muss, ass beim Zerschneiden mit der Scheere und dem Auspressen des Saftes des Krautes, der Blätter und Blüthen ein Bespritzen des Gesichtes oder der Hände sorgfältig zu vermeiden ist, folgt aus dem vorhin Erwähnten. Der Saft wird mit {.., °°' Amylalkohol versetzt und in dicht verkorkten Piasehen aufbewahrt. So alt sich der g^ unen dliche Zeit hindurch. Zur Verwendung wird er umge- acnüttelt. Der Aufbewahrungsort ist der Raum für die directen Gifte. Anwendung. i n Amerika gebraucht man die Abkochung der Pflanze zu a ern und Pomentationen gegen Hydrops, Gicht, zu Bähungen bei Obstructionen, aen mit Wasser verdünnten Saft zu Waschungen gegen Pruritus pudendorum. Tinctura Caladii seguini wird rationell dadurch bereitet, dass man gleiche iüeue des frischen Saftes und 90proc. Weingeistes mischt und durch Leinwand ourt, nicht filtrirt. Zum Gebrauch ist jedesmal umzuschüttein. Die in den gesc* ^h eingeführte Tinctur wird in der für die narkotischen Tincturen vor- 8 nnebene Bereitungsweise hergestellt. 5 Th. des zerschnittenen frischen autes we rden zerstampft mit 6 Th. 90proc. Weingeist gemischt, einige Tage ienn p i, nn UntOT Aus P ressen colirt und filtrirt. Durch die Filtration werden abgesch" l geMd6 beseitigt und damit die Wirkung der Tinctur bedeutend d • °™ 2—3—5 Tropfen mehrmals täglich gegen Pruritus. Maximal-Einzeln- 8 lü Tropfen oder 0,3 g, Maximaldosis auf den Tag 1,5 g. Mixtura antiprurltica Scholz. ijc Tinctura e Caladii seguini 0,6 (—1,5) Aquae destillatae 150,0 Syrupi Sacchari 30,0. D. S. Stündlich einen Esslöffel. Calamus. Sareptabalsam, angeblich ein aus verdünntem Weingeist bestehendes Destillat aus Kalmusrhizom und Lavendelblüthen, mit Curcuma gelb gefärbt. Wimdertriinkleiii, Johann Treitler's, Einsiedlers beim Spittelberge bei Glaz, ist ein Aquavit mit Bestandteilen des Kalmusrhizoms. Calcaria. Calciumoxyd in deutlichen hexaedrischen Krystallen wird durch Glühen von Calciumnitrat bis zur vollständigen Zersetzung gewonnen (ähnlich wie Baryum- 182 Calcaria. — Calcaria carbonica. oxyd und Strontiumoxyd). Diese Krystalle werden durch Feuchtigkeit der Luft und Kohlensäure weniger leicht angegriffen (G. Brügelmann). Als ein ausserordentlich empfindliches Reagens auf Kalkerde ist von Sonstadt Natriumwolframat angegeben worden. Da dieses Salz aber auch mit den Salzlösungen der anderen Erden Niederschläge giebt, so kann es nicht als ein specielles Reagens aufgefasst werden. Glycerin befördert die Löslichkeit des Calciumoxyds in Wasser, 1000,0 Wasser gemischt mit 100,0 Glycerin lösen 3,58 Calciumoxyd. 1000 Th. Wasser lösen bei 10° C. 1,333, bei 15° C. 1,3, bei 20° C. 1,2, bei 300 c. 1,1, bei 40° C. 1,0 Th. Calciumoxyd. Plastisches Dinas-Krystall, Neuenheuseb's, ist ein Cement, besonders geeignet für Feueranlage im pharmaceutischen und chemischen Laboratorium. Es soll besser wie Chamottestein sein. Bezugsquelle Dr. Rieth & O'Bbien, Portland- Cementfabrik zu Bonn, Franz Coblenzer in Cöln. — 100 kg 16 Mk. Argentid, ein Putzpulver für Metall, wahrscheinlich gebrannter Dolomit. (1) Aqua Calcariae glycerinata. Tfy Calcariae ustae 25,0. Aquam insperge, ut calcaria dilabatur. Dein affunde Aquae fontanae 300,0. Post agitationem et sedimentationein aquam decantha. Tum adde Aquae destillatae 800,0 Glycerinae 200,0. Sepone per horas (Inas, vaso clauso, sae- pius agita, postremum ultra. Serva in lagenis bene obturatis. Conti- neat in centenis partibus fere quinque partes Calcariae. (2) Linimentum ad anibnstiones Laub. Vf Calcariae ustae 3,0. In pulverem terondo redactis affunde Glycerinae 150,0. Digere leni calore. Post refrigerationem admisce Spiritus Aetheris chlorati 5,0. Calcaria carbonica. Meerschanm, künstlicher nach Wagenmann, ist eine Mischung aus Kalkbrei mit etwas kohlensaurer und gebrannter Magnesia mit Wasserglas. Um echten Meerschaum von künstlichem zu unterscheiden, soll man mit einer Silbermünze darauf streichen. Echter Meerschaum zeigt keinen Strich, dagegen unechter einen Strich wie mit einer Bleifeder. Gyps-Cement, Schott's, eine im SiEMENs'schen Puddelofen geschmolzene und dann gepulverte Mischung von 75,5 Th. Kalkstein mit 100 Th. Anhydrit (wasserfreiem Gyps), welche als feine Pulver vorher gemischt sein müssen. Compound Chinese Tablet of Alabaster von John IrvIne, Schönheitspulver für die Haut, besteht aus Kalkcarbonat, frei von schädlichen Metallen. (CiiandlBR, Analyt.) Compound Chinese Tablet of Alabaster von Shand. Dieselbe Anwendung und dieselben Bestandteile wie das vorhergehende Pulver. (Chandlek, Analyt.) Epilepsiemittel, von der Frau Gross - Herzogin von Mecklenburg- Schwerin empfohlen, zu beziehen aus der Hofapotheke zu Schwerin, besteht aus 91,23g Päonienpulver und 8,77g präparirten Krebssteinen, verthoilt auf 24 Pulver, und einer Flasche Maiblumenwasser. (Himly, Analyt.) Hnndswuthmittel, Thömbr's. In einem pharm. Blatte wurde folgendes Mittel» welches früher ein Familiengeheimniss war, mitgetheilt. Calcaria carbonica. — Calc. hypophosphorosa. — Calc. laotioa. 183 ijc Lapidum Canororum praeparatorum Radicis Gentianae ana 60,0 Boli rubrae 30,0 Myrrhae 15,0. M. Fiat pulvis subtilis. Von diesem Pulver nimmt der Gebissene an drei auf einander folgenden Morgen drei Messerspitzen voll mit Warmbier, und wartet den Schweiss ab. Diät oder irgend welche anderweitige Behandlung ist nicht nöthig. Lily White, superior, besteht aus Kalkcarbonat und wenig Magnesiasubcarbonat. ^Händler, An%t.) Universalputzpulver für Eisen ist gesiebte Steinkohlenasche. Zahnhalsbänder für Kinder von B. Burchell, aus England bei uns importirt, bestehen aus 12 cylindrischen, 13mm laugen, in ihrer Mitte 4mm im Durchmesser haltenden, nach den Enden sich schwach verjüngenden Perlen aus Knochen, auf einen seidenen Faden gereiht. Daneben befinden sich 1,3 g eines gelblich weissen Pulvers zum Eingeben, welches aus präparirten Austerschalen, mit Schlämmkreide durch- mischt, besteht. Der ganze Apparat kostet 9 Mark (9 Schilling). (Hager, Analyt.) Calcaria hypophosphorosa. Von diesem Salze verlangt Ponne, dass es in 6—7 Th. Wasser völlig lös- wh sei und dass die Lösung mit Baryumclilorid und Bleiacetat keine in Essig- 8 ure unlösliche Niederschläge gebe. Calciumhypophosphit soll aus seiner wäss- "gen Lösung durch Zucker fällbar sein. In Betreff der Anwendung dieses Salzes ist daran zu erinnern, dass es zu en Oxygeniovoren gehört und als solches nie einen wohlthätigen Einfluss, noch weniger einen die inneren Organe betreffenden Heilzweck erwarten lässt. Dass ie Einwirkung auf den Organismus und die Blutbildung ein nachtheiliger sein onne, ergiebt sich aus dem Vergleich mit der Wirkung anderer Oxygeniovoren. 0n dem Gebrauch dieses Salzes ist immer abzurathen (Hager). Calcaria lactica. Sanerkalk des Dr. Schoepfer (jenes genialen Erfinders von Geheimmitteln Chinesischen Herkommens) ist Calcaria phosphorico-lactica (kann aus der Löwen- apotheke zu Leipzig bezogen werden). Liquor Calcariae pyrophosphorico- lacticae. Vf Calcariae pyrophosphoricae 17,0. Conterendo pulveratis addo Acidi lactici concentrati 19,0 Aquae destillatae 904,0. Saepius agitando macera, tum liquorem filtra. Ein Esslöffel voll enthält 0,25 Calcium- pyrophosphat. Calcaria phosphorico-lactica ist ein Gemisch aus 2 Th. der officinellen neuralen Calcaria phosphorica und 1 Th. Calcaria lactica. 184 Calcaria phosphorica. Superphosphat. Calcaria phosphorica. Parrish Chemical Food (Nährsaft) bereitet mau in der Weise, dass man 10 g Kalkhydrat, 20 g Zucker und 50 CC. Wasser mischt, eine Stunde macerirt, dann filtrirt, das Filtrat mit 450 g Phosphorsäure (1,120 spec. Gew.) mischt, hierauf mit 3 g kryst. Natriumcarbonat und 5 g Kaliumcarbonat, welche in 50 CC. Wasser gelöst sind, versetzt und nun das Ganze bis auf 800 CC. mit Orangenblüthenwasser auffüllt. Nachdem man 8 g zerriebene Cochenille zugesetzt und eine Stunde macerirt hat, wird filtrirt und 600 CC. des Filtrats mit 1000 g Zucker zum Syrup gemacht. In den übrigen 200 CC. des Filtrats werden 30 g kryst. Ferrosulfat gelöst, filtrirt und dieses Filtrat endlich mit jenem Syrup gemischt. Solution Cotere. 47 g kryst. Natriumphosphat werden in 1,5 Liter Wasser gelöst und mit einer Lösung, welche 25 g wasserleeres oder 50 g wasserhaltiges Calciumchlorid enthält, oder mit 100 Th. einer Calciumchloridlösung von 1,235— 1,236 spec. Gew. gefällt. Der ausgewaschene Niederschlag wird mit 400 CC. Wasser und 23 g einer 25 proc. Salzsäure übergössen und in Lösung gebracht und bis auf ein Volumen von 1000 CC. mit Wasser verdünnt. Ein Esslöfl'el enthält 0,25 g saures Calciumphosphat (Madsen). Patent-Superpliospliat von Müller, Packaed & Cp. soll durch Extraction der Lahnphosphorite mittelst verdünnter Schwefelsäure dargestellt werden und 30 Proc. in Wasser lösliche Phosphorsäure enthalten. Superphosphat. Nach Abel'b Patent wird das natürliche Kalkphosphat in Pulver verwandelt, mit Salzsäure zu einem Teige angerührt, dann ausgepresst. Der Pressrückstand ist Superphosphat. Auf 100 Th. Phosphat reichen 60— 62 Th. Salzsäure aus. Von einigen Chemikern wird die im Calciumdiphosphat vertretene Phosphor säure ebenso kräftig düngend angesehen, wie die wasserlösliche Phosphorsäure. Zur Bestimmung der wasserlöslichen oder assimilirbaren Phosphorsäure in den Superphosphaten hat man die von Fresenius, Neubauer und Luck angenommene, von Joulie modificirte Methode als beste aeeeptirt, welche darauf beruht, dass die alkalische Ammoniumcitratlösung das unaufgeschlossene basische Calciumphosphat nicht berührt. ALBERT und Siegfeied (Zeitschr. f. analyt. Chem. 1877, 1879) geben dem Ammoniumeitrat vor dem ebenfalls empfohlenen Ammoniumtartrat den Vorzug. 400 g Citronensäure in Wasser gelöst werden mit Aetzammon gesättigt, noch mit 10 CC. Aetzammon versetzt und bis auf das Volumen eines Liters mit Wasser verdünnt. 1 g des Superphosphats wird mit 40 CC. der Ammoniumcitratlösung im Mörser zerrieben und in ein Glaskölbchen gespült. Nach einstündiger Einwirkung bei mittlerer Temperatur wird die Mischung bis auf 100 CC. verdünnt, filtrirt und 50 CC. des Filtrats mit Magnesiamixtur gefällt. Nach Verlauf von 4 Stunden wird das gefällte Ammoniummag- nesiumphosphat im Filter gesammelt mit verdünntem Aetzammon ausgewaschen etc., auch wohl die Phosphorsäure volumetrisch bestimmt. Behufs Bestimmung der Phosphorsäure im Fischguano ist die directe Lösung in Säuren oder die Lösung der Asche in Salpetersäure vorzuziehen. In Betreff der Umwandlung der löslichen Phosphorsäure in unlösliche in den Superphosphaten bemerkt Jouliio (Annal. de Ch. et de Phys. T. XVIII), dass nur zu häufig Materialien zur Darstellung der Superphosphate in Anwendung kommen, welche stark mit Stoffen vermischt sind, die eine Rückwandelung der löslichen Phosphorsäure begünstigen. Zu diesen gehören: Eisenoxyd, Thon- Caloaria phosphorica. Celluloid. 185 erde etc. Die Bedingung, unter welchen eine Umwandlung erfolgen kann, sind folgende: 1. Superphosphate, welche sehr stark mit Eisen und Thonerde vermischt sind, erleiden keine Umwandlung der assimilirbaren Phosphorsäure, wenn Sl e mit einer genügenden Menge von Säure dargestellt worden sind, sie bleiben dann aber teigig. 2. Wenn bei der Fabrikation die Menge der Säure reducirt ^ or den oder die Einwirkung unvollständig geblieben war, trocknet die Masse , e9Ser aus; aber die assimilirbare Phosphorsäure erleidet dureh die Einwirkung «er 0 Xyac auf die sauren Calciumphosphate eine Umwandlung, deren Besultat •j; 1 , 6 Bildung von neutralem Calciumphosphat und mehr oder weniger basischem üisen- und Thonerdephosphat ist. 3. Ein Kreide- oder Gipszusatz zu den Super- Phosphaten bewirkt sofort dieselbe Erscheinung, deren Intensität mit der Zeit z unimmt. Ilung-Extract, Abry's in Helmstedt, ein Ersatz für Knochoumehl und Guano, enthalt nur Spuren Phosphorsaure und Stickstoff, Kali 1,84 Proc. (50 k 15 Mk.) (Dr. Hugo Sciiultzb, Analyt.) Nitrophosphatdünger, aus England importirt, Vertrieb bei Wilkes in Deutz, enthält in Proc. 1,65 Stickstoff, 5,9 Phosphorsäure, 33 organische Substanz. (100k 17,5 Mk.) (Mäekee, Analyt.) Nitro-Phosphoric-Guano wurde in der Zeitschr. des landw. Centralv. der Provinz Sachsen von Marsiiall & Comp, in Colchester bei London durch die Goneral- •^entur dieses Hauses (Eggers & Stollforth in Bremen) empfohlen. Es sollte sä S - 6S Dun 8 mitte l enthalten: 15—16 Proc. löslicher, 7—8 Proc. unlöslicher Phosphor- aure und 3—4 Proc. nicht flüchtigen Ammoniak. Eine in dem BEKTHOLD'schen 560°P 1Um dor Versuchsstation untersuchte Probe ergab nur 2,40 Proc. lösliche, den Me un \ uslichü Phosphorsäure und 2,30 Proc. Stickstoff, ausserdem in bedeutendem A V 6I f !v den Pnanzen so schädliche Khodanamnionimn. Es wäre deshalb vor Kaut dieses geringhaltigen und sogar giftigen Düngers zu warnen. stein Phosphat, Westindisches, soll Kalkphosphat enthalten, wird aber für Kesselaus den Dampfschiffkesseln gehalten. Aus ,7 alln P erlen » Ramcois' (Paris). Fabrikant August Lbonhakdi in Freiburg, lochen gedrechselte Perlen oder Kügelchen. (Wittstein, Analyt.) Elfenbein, künstliches, Celluloid, enthält nicht die Bestandteile des Elfenbeins. P h™* zuerst von dem Amerikaner IIyatt (1869) dargestellt und zwar durch „andeln v °a Cellulose, Papier etc. mittelst Schwefelsäure (5 Th.) und Salpeter- auie (2 Th.), Auswaschen der nitrosirten Masse, Austrocknen, Pulvern, Vermischen mit Kampfer, Pressen etc. Die Masse ist sehr hart, aber zugleich elastisch, lässt sich poliren, wird durch Erhitzen in Wasser oder Oel dehnbar Un d plastisch, lässt sich mit Farbstoffen vermischen, doch ist sie leicht entzündlich und bei Annäherung einer Flamme verbrennt sie schnell und heftig w je jeder andere Nitrokörper. Man arbeitet aus diesem Celluloid Sachen, wie aus Elfenbein. Wegen der leichten Entzündlichkeit sind diese Sachen im Grunde recht gefährliche Gegenstände und sollten desshalb polizeilich verboten werden. Clouet giebt folgende Beschreibung von diesem vorzugsweise in Amerika, jetzt auch in «ankreiehfabricirten Stoffe: Celluloid ist eine harte, feste, unzerbrechliche Masse, dem hellen Hörn ziemlich ähnlich. Es ist elastisch und wird bei Erwärmung auf 125« C. plastisch; die einzelnen Stücke lassen sich dann durch Zusammendrücken vereinigen. Es lässt sich zu Blättern von 0,5 mm Dicke auswalzen, drücken, incrustiren und auf Holz, Marmor etc. aufleimen. Wenn die Masse aus ue n Apparaten kommt, ist sie durchscheinend. Sie brennt mit russiger Flamme, w obei sie starken Kamphergeruch verbreitet, lässt sich aber nur schwierig (?) 186 Calcaria phosphorica. — Calcaria sulfürica. entflammen. Wird sie allmählich erwärmt, so wird sie bei ca. 135° undurchscheinend und zersetzt sich dann plötzlich bei ca. 140° unter Bildung eines rechlichen Rauches. Sie ist geruchlos und wird durch Reibung nicht electrisch. Das Cellulo'id lässt sich leicht bearbeiten und sehr schön poliren; man stellt daraus u. A. Billardkugeln, Schirmgriffe, Gebisse, Gaumen, Kämme, Spielsachen etc. her; durch verschiedene Zusätze kann man Nachahmungen von Bernstein, Korallen, Malachit, Lapis, Lazuli, Ebenholz und Elfenbein herstellen. Das Celluloi'd ist unlöslich in Wasser, daher für Gegenstände der Hauswirthschaft, wie Messergriffe, Bürstenrücken etc., verwendbar. Angeblich ist es in Säuren unlöslich, doch hat Clouet gefunden, dass es durch concentrirte Schwefelsäure zwar nicht unmittelbar angegriffen wird, wohl aber allmählich auch in der Kälte sich darin auflöst; nach 36 Stunden hatte sich ein Stück vollständig ohne Rückstand gelöst. Schon seit seiner ersten Entdeckung wurde das Cellulold zu chirurgischen Apparaten, Bruchbändern, elastischen Gürteln etc., sowie zu künstlichen Gebissen verwendet. Der Preis der rohen Masse beträgt 6,50 Mk pro 1 kg. Calcaria sulfürica. BEELv'sche Gyps-Hanf-Schienen für chirurgische Zwecke (Langenbeck's Archiv für Chirurgie XIX). Von Dr. Beely ist in neuerer Zeit eine Methode angegeben, für chirurgische Zwecke „Schienen", d. h. rinnenförmige Stütz-Apparate, für die Extremitäten des Körpers zu construiren, die sich dadurch auszeichnen, dass das zu ihrer Herstellung erforderliche Material sehr wohlfeil und die Technik der Bereitung ebenso einfach als mühelos ist. — Das Material zu diesen Schienen besteht nur aus gehecheltem Hanf, gebranntem Gyps und Wasser. — Man theilt den Hanf in schmale Bündel, welche, locker hingelegt, etwa 3 bis 4 cm breit, 1 cm dick sind, zusammengedreht kaum Kleinfinger-Dicke haben; ihre Länge differirt je nach der Länge der einzelnen Fasern zwischen 40 und 60 cm. Nun wird aus circa 4 bis 5 Raumtheilen Gypspulver und 4 Raumtheilen Wasser ein gleichmässiger Brei angerührt; man taucht ein Bündel nach dem andern hinein, wobei man aber darauf zu achten hat, dass der Brei auch zwischen die einzelnen Fasern eindringe, streift den Überflüssigen Brei durch Hindurchziehen der Bündel zwischen den Fingern ab und legt nun diese Gypshanfstreifen parallel dicht neben einander, oder so, dass sie sich zum Theil noch decken. — 5 bis 7 Hanfstreifen genügen für eine solche, 1 cm dicke, die halbe Circumferenz deckende Schiene am Unterschenkel. — Sind die Gypshanfstreifen länger als die beabsichtigte Schiene, so werden die Enden abgeschnitten oder einfach umgeschlagen. — Trägt man jetzt noch etwas Gypsbrei auf und streicht denselben glatt, so hat man in der sehr soliden Schiene, welche vermittelst einer Rollbinde an der Extremität befestigt wird, zugleich einen getreuen Abguss des Körpertheils, über welchem die Schiene angelegt war. Will man sich einen solchen Abguss von der Form einer ganzen Extremität schaffen, so hat man zwei solche Schienen zu bereiten, von denen eine die Streck-, die andere die Beugseite deckt. Die Erstarrung des mit Wasser angerührten gebrannten Gypses kann durch Zusatz von Kaliumsulfat so beschleunigt werden, dass das Ausgiessen des GypS- breies kaum möglich ist (Schott). Calcaria sulfurica. — Calcium chloratum. 187 Zur Herstellung abwaschbarer Gypsabgiisse empfiehlt Dechend folgendes Verfahren: Man lasse die Gypsabgiisse nach völligem Trocknen 24 Stunden lang in einer kalten Barytauflösung, wasche sie nach der Herausnahme sorg- taltig niit kaltem Wasser ab, so dass der anhängende Baryt vollständig beseitigt ^' ir< i, und lasse sie dann 3 bis 4 Tage bei gewöhnlicher Zimmertemperatur rocknen. Hierauf bringe man sie auf kurze Zeit — etwa eine halbe Stunde —- . eme heisse Auflösung von 1 Th. Kernseife in 15 bis 20 Th. Wasser und 1 ockne sie endlich, nachdem die anhängenden Seifentheilchen durch Wasser ent- nt worden sind, in geeigneten Trockenräumen. Um Gypsabgiisse gegen die Einflüsse der Witterung stabiler zu machen, er den 8 i e m ;t folgender Flüssigkeit überstrichen: 30 g krystall. Aetzbaryt wer- e n in 800 CC. destill. Wasser gelöst, dann mit einer Lösung von 7,5 g Oxalsäure in 200 CC. destill. Wasser versetzt. liithomarlit ist ein künstlicher Marmor, den man durch Mischung von einer Lösung aus 125 g Borax in 15 Liter Wasser und 1 Liter dünnem Leinwasser mit so viel Gypspulver mischt, dass eine mittelst Presse zu bearbeitende Masse entsteht. Durch Einrühren von Farbstoffen lassen sich marmorähnliche Zeichnungen hervorrufen. Cement, Kenne's. Gebrannter Gyps wird mit Alaunlösung getränkt, bei dunkler Rothgluth gebrannt und zu Pulver zermahlen. Zum Gebrauch wird dieses ulver mit einer 7—8 proc. Alaunlösung angerührt. Blatte als J " P xt a ' 8 Ratten S ift ist in neuerer Zeit von einem pharm. G ypses für ZT „? em P n fohlen worden. Die Anwendung des gebrannten Anwendung fT\ t ™r WU , rde Von Hageb 8chon vor 50 Jahren "ach erfolgter Manuale rL™, *f ™ rthe auch versucht und hat Hageb auch in seinem Mischune »nt \ " Ke media contra rattos eine stets frisch zu bereitende gegeben aber Se ? ran " tem Gv P 8 und Mehl ana 100 g und Anisöl 5 Tropfen an- wenn Wasser T l Glfte aUch Wasser aufzustellen nicht angerathen, denn der Ratten be bH *" Dispo9itlon 8tand > konnte auch keine Verminderung Calcium chloratum. Aufnah^ , umcnlor i d ist in neuerer Zeit wiederum als innerliches Medicament in führte l^ e g ? mmen - Das zu dispensirende ist das sub I im Handbuch aufgellt a rvs a 'l' s ' rte - Sollte der Arzt in der Bezeichnung des Salzes nicht Sorg- anneh n . und der Apotheker die Bezeichnung für die des Chlorkalkes chi™;.^ 611 ' ?° lst in Bolchen zweifelhaften Fällen immer das kiwstallisirte Calcium- elilorid -------------------------............— —krystallisirte <— zu dispensiren, wenn es für den innerlichen Gebrauch bestimmt ist. gelöst U1 * ,y erllmderun S de s Strassenstaubes hat man rohes Caleiumchlorid man i\ en tcildes Wasser zum Besprengen angewendet. An vielen Orten hat Lösu 6n Z T e °k angeblich nicht erreicht, wahrscheinlich wegen zu geringhaltiger "«'ährt^' r» Eine - 8olcnc m ^ 5 Proc - wasserfreiem Salze hat sich immer gut be- Pflast' • e ' ne 8olcne auc ^ die Vegetation des Grases zwischen den eine p 1 t< : illen hi n d ert, so ist damit ein weiterer Vortheil dargeboten. Da ferner ^alcmmchloridlösung ein vortrefflicher Flammenlöscher ist, so kommt 188 Calcium chloratum. — Calcium sulfuratum. — Carnphora. mit dem Zurhandhalten einer Calciurnchloridlösung noch ein dritter schätzbarer Vortheil in Betracht. Der Pyro-Extinctor Rommel ist allerdings eine concentrirte Calciumchloridlösung, doch dürfte eine 10 procentige Lösung den Zweck der schnelleren Flammenlöschung weit besser erreichen lassen. Da ein Gefrieren dieser 10 proc. Lösung die Einwirkung einer Kälte von circa 20° C. erfordert, also bei Feuersgefahr iin Winter stets ein flüssiges Löschmittel zur Hand sein kann, zu diesen Vortheilen- auch ein ungemein niedriger Einkaufspreis kommt, so sollte in jeder kleinen Ortsgemeinde das Vorräthighalten einer coneentrirten Lösung, welche zum Gebrauch zu verdünnen wäre, eine polizeiliche Forderung sein. Calcium sulfuratum. Die phosphorescirenden Eigenschaften des Schwefelcalciums hat man bereits für leuchtende Zifferblätter an Uhren verwerthet. Das von diesen Zifferblättern ausgestrahlte Licht ist blauviolett, wie das, welches Becqueeel am Arragonit beobachtete. Das Leuchten dauert die ganze Nacht hindurch. Dieses Leuchten wird durch jede Lichtquelle angeregt, deren Farbenstrahlen über das Gelb im Spectrum hinausreichen. Liquido anticriptogamico, ein Mittel gegen Traubenkrankheit, von Mailand aus in den Handel gebracht, ist eine röthlichgelbe Flüssigkeit, bestehend aus einer coneentrirten Kalkschwefelleber und enthaltend 7,47 Proc. Calcium, entsprechend 10,45 Proc. Calciumoxyd, und 15,41 Proc. Schwefel. Zum Gebrauch wird 1 Liter mit 39 Litern Wasser verdünnt und damit der kranke Pflanzentheil inspergirt. (K. Pokteee, Analysator.) (1) Massa depilatoria. Enthaarung» teig. ■fy Calcii sulfurati 20,0 Natri hyposulfurosi 5,0 Sacchari albi Glycerati simplicis ana 15,0 Oloi Bergamottae guttas 15 Aquae q. s. ut fiat massa pultiformis mollis. D. S. Auf die zu enthaarende Stelle aufzustreichen und nach mit Wasser zu entfernen. l j 2 Stunde (2) Pulvis ad massnin depilatoi'iain. Pulver zum Enthaarungsteig. I£ Natri hyposulfurosi 20,0 Calcariae ustae 10,0 Sülfuris depurati 5,0 Amyli Solani tuberosi 30,0. M. Fiat pulvis subtilis. Dispensetur in lagena bene obturata. S. Mit warmem Wasser zu einem dünnen Teige anzurühren und damit die behaarten Stellen zu bestreichen. In 5—10 Minuten ist der Zweck der Enthaarung erreicht. Camphora. Kampher ist von Dr. Wittich als ein vorzügliches Hypnoticum erkannt und als ein ausgezeichnetes Mittel gegen Schlaflosigkeit weiblicher mit Melancholie, Angst, Aufgeregtheit geplagter Irrsinniger gerühmt worden und zwar bei hypodermatischer Anwendung. 1 Th. Kampher wird in 10 Th. Mandelöl gelöst und davon wird 1,0 subcutan injieirt. Localer Abscess in Folge der InjectioB soll nicht stattfinden. Der Schlaf dauert mehrere Stunden. Chloratum camphoratum. Vergl. unter Chloratum hydiatum. Camphora. Camphora monobromata. 189 Anti-Rheumatismus-Salbc von Frau Hungerford (zu haben bei Wedecke, Berlin, Neuenburgerstrasse 13) besteht aus circa 1,0 g Kampher, 1,0 g Carbolsäure, 12,0 g Wachssalbe. Dieses Salbengemisch wird in Sonderheit empfohlen gegen acuten und chronischen Rheumatismus, Hüftschmerz, Gicht, Rheumatismus des Herzens, Nervenschmerz, Lumbago (Hexenschuss), Lähmungen. 1,5 Mark. (Schädler, Analyt.) , Chamberlain's Relief besteht aus 20,0 Tinct. Capsici annui, 16,0 Spirit. Cam- PHörae, 12,0 Tinct. Guajaoi. (1,40 Mk.) (Pierron, Analyt.) ho p ai »phor.Milcli von Coleb, zuverlässiges Mittel gegen alle Hautkrankheiten, 1 ml aus 10 S präcipitirtem Zinkoxyd, 180 g Rosenwasser und 5 g Kampherspiritus. 1 ffl s- (Schädler, Analyt.) : Extern Embrocation, Dr. Airy's, ein weingeistiger Auszug von Cort. Mezerei n<1 Cascarillae, in welchem viel Kampher gelöst ist. „ Flagg's Relief besteht aus 4,0 Ol. Caryophyll, 6,0 Ol. Sassafras, 36,0 Spirit. Wünphorae. (2 Mk.) (Pierron, Analyt.) Gichtwolle des Apothekers Nauenburg in Neu-Gersdorf ist Kammwolle mit Äampher und wohlriechendem Oel parfümirt. (Schädler, Analyt.) Hammn's Wizard Oll besteht aus 20,0 Spirit. Camphorae, 10,0 Liq. Amnion, caust. spirit, 10,0 Ol. Sassafras, 6,0 Ol. Caryophyll., 15,0 Chloroform., 10,0 Ol. Tere- binth., 50,0 Spirit. Vini. (4 Mk.) (Pierron, Analyt.) Kellog's Red Drops bestehen aus 45,0 Spirit. Camph., 5,0 Spirit. Origani, In l N Sassafras ' 10 '° 0L Terebinth., 5,0 Tinct. Sacohari, 10,0 Spirit. Vini. (Pierbon, besteht aus s ■ . , — -------------- ,. ......-, -„ ^... uau.u.v..«^»..«»., -.. J ... Rosmarie- „pnitus, 50 Th. Salmiakgeist, 5 Th. Wasser und einigen Glaubersalzkrystallchen aus 20,0 Analyt.) * Tv, A a ; ilther ' Dentsche r, von Ed. Gross (Breslau) zu Einreibungen, *m -7 Ae ä er ' 15 Th - Araeisenspiritus, 25 Th. Kampferspiritus, 25 Th. rw>n^'o Th - Salmiakgeist, 5 Th. Wasser und einigen Glaubersalzk (500 CC. 3 Mk.) (Hager, Hulwa, Analyt.) Sni ., 1 ' 1 ™ iment der Franziskaner-Brüder (St. Mount) ist zusammengesetzt " pmt. Camph., 20,0 Liq. Ammon. caust. und 40,0 Kaffeeaufguss. (Wittstein, „ , contp Lanrill Q een ' Beumentiial's (Berlin) gegen Rheuma und Gicht besteht in Prouten aus 8 Seife, ;5 Kampher, 1 Rosmarieöl und 94 eines 75proc. Weingeistes. Lav-, 1 ? 6 ' licine Chinese oder Chinese Medicine soll einer Mischung aus 12,0 Spirit. Snir? Q< V°. m P- \ 15,° Spirit. Camph., 15,0 Liq. Ammoni caust., 1,5 Ol. Sassafras, 36,0 "Pirit. Vini und 20,0 Aqua entsprechen. (4 Mk.) 1 Th M p* tentinct ur von Fuhrmann ist aus 2 Th. Colocynthid., 2 Th. Fruct. Capsici, Phvllnr n! ?' Krum und 20 Th. starkem Spiritus dargestellt und mit Ol. Caryo- AnalytV La vandulae und etwas Kampher parfümirt. (250 g 1,5 Mark). Hager, 8 Tm!fl le m 1 n de8 Apothekers Nauenburg (Neu-Gersdorf) 8,0g Ol. camphorat., »pien ui. Caryonhvll TnehisivH ftip.h+wnflA 1 ft Mn.vk (Schädler. Al Caryophyll. Inclusive Gichtwolle 1,5 Mark. (Schädler, Analyt.) Camphora monobromata. Handb. II, S. 1326 ist die MAiscH'sche Vorschrift zur Darstellung dieses Bromids angegeben, welche Vorschrift Gatjlt modificirt. n einem feinen Strahle und unter sanftem Schwenken lässt man so viel Brom aui gepulverten Kampher fliessen, der sich in einer geräumigen Retorte befindet, ois derselbe aufgelöst ist. So entsteht zunächst Dibromkampher. Der Hals der etorte ist mit einem langen und weiten Abzugsrohre versehen, welches in eine wdalösung ausmündet. Man erhitzt nun die Retorte im Wasserbade, alsbald entwickelt sich Bromwasserstoffsäure und die dunkelbraune Flüssigkeit wird bernsteinfarbig. Man giesst sie alsdann in kochendes Wasser und lässt eine Zeit 'ang sieden, wodurch noch Brom und Bromwasserstoff verflüchtigt werden. Die Masse ist jetzt fast farblos, durch wiederholte Krystallisation aus Weingeist wird sie völlig entfärbt und stellt nun reinen Monobromkampher dar. Wenn die Zersetzung des Dibromkamphers, nach der Vorschrift von Maisch, in höherer Temperatur als der des Wasserbades stattfindet, so bildet sich nebenbei in nicht unbeträchtlicher Menge ein öliger Körper, eine Verbindung von Monobromkampher m it Bromwasserstoff. Wird derselbe auf 200 bis 220° erhitzt, so entwickelt sich sss 190 Camphora monobromata. — Cannabis. Bromwasserstoff; aus der rückständigen schwarzen viseosen Masse lässt sich dann mit Weingeist Monobromkampher extrahiren. In der pharm. Centralhalle 1880, S. 88 und in der Schweiz. Wochenschr. f. Pharm. 1880 No. 6 findet sich eine Vorschrift von Kelleb angegeben. Nach derselben löst man in einer Tubulatretorte 300,0 Kampher in 180,0 Chloroform, versetzt mit 320,0 Brom, lässt einige Stunden stehen und destillirt dann aus dem Wasserbade. Chloroform und Bromwasserstoff destilliren nebst etwas Brom ab und Monobromkampher bleibt als Rückstand, welcher mit absolutem Weingeist ausgewaschen aus Aether umkrystallisirt wird. Ausbeute 340,0 Monobromkampher. (1) Elixiriuui Camphorae mono- bromatae. ^t Camphorae monobromatae 2,0 Spiritus Vini 10,0 Glycerinae 30,0. Conterendo bene mixtis adde Tincturae Cinnamomi Casaiae 20,0 Syrupi Sacchari 50,0. (2) Emulsio Camphorae mono» bromatae. Vf Camphorae monobromatae 2,0. Solve in Olei Amygdalarum 15,0. Tum adde Gummi Arabici 7,5 Aqua destillatae 12,0. Conterendo agitandoque fiat emulsio, quae Aquae destillatae q. s. diluatur, ut mixturae pondua 100,0 exaequet. (3) Pulvis anticoryzoicus Geneuil. Schnupfenschnupfpulver. Vf Camphorae monobromatae 2,0 Rhizomatis Iridis Florentinae 5,0 Acidi tannici 0,2. M. Fiat pulvis. D. S. Zum Schnupfen bei Nasenkatarrh. Täglich einige Male eine Priese. (4) Syrupus Camphorae monobromatae emulsivus. ty Camphorae monobromatae 2,0. Soluta in Olei Amygdalarum 15,0 miscendo cum Gummi Arabici 10,0 Aquae Aurantii florum 15,0 in einulsionem redige, cui adde primum Syrupi Sacchari 140,0, deinde Glycerinae 20,0. Post agitationem syrupus dispensetur. Cannabis. Herba Cannabis Indieae. Peltz (Riga) untersuchte den Indischen Hanf und erhielt durch Behandeln mit kaltem Weingeist 30 Proc. einer weichen klebrigen Substanz. Aether zog daraus 28 Proc. einer ähnlichen harzigen Masse aus. Der wässrige Auszug des Haschich lieferte durch Destillation für sich und noch mehr mit Kali eine Flüssigkeit, worin Nikotin nachgewiesen werden konnte. Als er hierauf die blühenden Spitzen der Pflanze sowohl mit Wasser allein, als auch unter Zusatz von Kalk oder Kali destillirte, enthielten die Destillate gleichfalls Nikotin. Die Ausbeuten davon betrugen: aus 150g Summitates 0,025 g, aus 50 g Summit. mit alkalischem Wasser 0,335 g, aus 6 g Extract 0,091 g und aus 2 g Extract mit alkalischem Wasser 0,063 g Nikotin. Pbeobbasciiensky hatte auch im Haschisch einen Körper von alkalo'idischer Beschaffenheit angetroffen und als Nikotin bestimmt. Die Araber gebrauchen den Haschisch in Stabform gepresst in zwei Sorten, von denen die eine nur aus den Blättern und Bliithen der Cannabis Indica besteht, die andere (Haschisch-Kafur) aber noch Zusätze von Hyoscyamus, Stra- monium etc. enthält. Die Stäbe werden in kleine Stücke zerbrochen und mit Tabak geraucht (A. Poehl). Dann hat man im Orient ein fettiges Haschisch- Cannabis. — Cantharides. 191 Extraet (Dawa-Mesc) versetzt mit Gewürzen braucht. Es wird als Aphrodisiaeum ge- Um das Extractum Cannabis Indicae in Mixturen in Suspension zu «rhalten, zerreibt man es mit Gummi Arabicum, Zucker und Glycerin, auf 1 Th. Extraet 10 Th. Gummi, 10 Th. Zucker und 30 Th. Glycerin. Zigaretten aus Cannabis Indica, Pumigateurs pectorales, von Grti- mault & q p _ (p ar ; s ) ; aus höchst kleingeschnittenen Blättern fabricirt, bestehen nach Dr. Herm. Braun (Wien) hauptsächlich aus Belladonna mit wenig Canna- j> ls MäÜern, einer Art Epilobium etc. Zu den Cigarettes Indiennes giebt r - 6. Ramdohr (ph. Ztg. 32, 1880) folgendes von Dorvatjlt angegebene Re- ce Pt an: Rc Foliorum Belladonnae 0,3 Foliorum Hyoscyami Poliorum Stramonii ana 0,15 Herbae Cannabis Indicae 0,1. Concisa humectentur Extracti Opii 0,013 soluto in Aquae Laurocerasi 0,5. Tum fiat ope tubi chartacei cigareta. (1) Charta cigaretaria Cannabis Indicae. JV- Herbae Cannabis Indicae 100,0. 1 oncisis et siccatis affunde Spiritus Vini 200,0 Benzini lithanthracini 50,0. D 'gere calore 80» C. per aliquot horas, ™m post refrigerationem exprime. ße- »iduo denuo affunde »piritus Vini 250,0. 'S 6 e i , ex P rim e- Liquores commixti r«™ balnei a( l uae evaporent, ut 150,0 remaneant. Per hoc residuum Charta cZ»l' quae antea Kali «itrico soluto sicceC 8a 68t ' trahatur - tum wco tepido difp 1 nl treifen , Pa P ier w »>-d angezündet, verglimmenden Papiers wird aufgeathmet. (2) Cigaretae cum herba Cannabis Indicae. Cigaretae pectorales. Brustcigaretten, r? Herbae Cannabis Indicae 20,0 Foliorum Belladonnae Foliorum Stramonii Foliorum Nicotianae ana 5,0 Herbae Veronicae 20,0. Minutim concisis primum insperge Kali nitrici 5,0 soluta in Aquae destillatae 15,0. Tum insperge Tincturae Opii Tincturae Benzoes ana 10,0 antea mixta. Postremum mixturam sicca et per cribrum laxum trajice. In tubos chartaeeos nitricatos species in- gerendo imprimendoque fiant cigaretae decem magnae vel viginti parvae. Cantharides. Seit einigen Jahren wird eine Art Spanisch-Fliege, Mylabris Cichorii *Abricius, aus dem östlichen Asien in Deutschland importirt, welche grösser «ud stärker gebaut (4cm lang, 1,5 cm breit) und auch cantharidinreicher ist. f-opf, Brust und Hinterleib sind mit schwarzen Haaren besetzt; die Fühler sind Keulenförmig und nur '/ 4 so lang als der Körper. Die schwarzen Flügeldecken zei gen 3 breite, bräunlichgelbe Querbinden; von denen die oberste nicht vollständig gezeichnet ist. Auch die Ostindische blaue Cantharide, Lytta Gigas Fabricius kommt im Handel vor. Sie ist von dunkelvioletter Farbe und auch schlanker Un d grösser als Lytta vesicatoria. 192 Canthai'ides. Werthbestimmung. Zur Werthbestimmung der Canthariden, resp. Bestimmung des Can- tharidingehaltes verfährt Dragendorff in der Weise, dass er 25—30 g der in Pulver verwandelten Canthariden mit Petroläther extrahirt, um das Fett zu beseitigen, dann das -wiederum getrocknete Pulver mit !/s des Gewichts gebrannter Magnesia und etwas Wasser mischt und eintrocknet, nun den pulvrigen trocknen Rückstand mit 25—30 g Chloroform durchtränkt, dann verdünnte Salzsäure bis zur sauren Reaction zusetzt, die Mischung mindestens 3mal mit je 30 CC. Aether ausschüttelt, den Aetherauszug durch Schütteln mit Wasser auswäscht und nun abdunstet. Der Aetherrückstand soll mit Hilfe von Weingeist auf ein tarirtes Filter gebracht, hier mit etwas Weingeist, dann mit 2—3 CC. Wasser gewaschen und zuletzt bei 100° C. getrocknet werden. Bei der Wägung sind in Rechnung zu bringen, dass 100 CC. Petroläther 0,0108 g, 10 CC. Weingeist 0,0077 g, je 1 CC. Wasser 0,0005 g Cantharidin lösen. (Die ehem. Werthbestimmung etc. von Dragendorff 1874.) 100 CC. Schwefelkohlenstoff sollen nämlich 0,018 g, 100 CC. Weingeist 0,0777 g Cantharidin lösen. Nach Desne's Untersuchungen ist Essigäther das beste Lösungsmittel des Cantharidins. Eugen Dietrich scheidet das Cantharidin auf dialytischem Wege ab und stellt es in dieser Weise im Grossen dar (ph. Centralh. 1880, S. 87). Gröblich gepulverte Canthariden, 1000 g, werden nach Zusatz von 50 g Kalihydrat mit 6000 g Wasser 5 Stunden digerirt, dann 15 Minuten kochend gemacht, nach dem Erkalten colirt und ausgepresst. Der Pressrückstand wird nochmals unter Zusatz von 20 g Kalihydrat in gleicher Weise behandelt. Die fütrirte Colatur wird auf 3 Dialysatoren von 60 cm Durchmesser vertheilt und unter Ersatz des verdunstenden Wassers 5—6 Tage der Dialysation überlassen. Die colloidische dialysirte, bräunlich gefärbte Flüssigkeit wird nun mit verdünnter Schwefelsäure neutralisirt, mit Holzkohlenpulver gemischt und eingetrocknet. Dieser krümlige Rückstand enthält neben freier Schwefelsäure Kaliumsulfat und Cantharidin. Um erstere zu binden wird etwas Baryumcarbonat zugesetzt, dann das Ganze mit Essigäther ausgekocht und vom Auszüge der Essigäther abdestillirt. Das im Rückstande befindliche Cantharidin wird mit etwas Weingeist abgewaschen und aus Essigäther umkrystallisirt. Das so gesammelte Cantharidin ist blendend weiss und beträgt circa 2,8 g. Durch Ausziehen mit Aether und Entfetten mit Schwefelkohlenstoff konnte Dietrich nur 2,3 g sammeln. Nachweis des Cantharidins. Es werden nach Partes die betreffenden Theile mit Wasser, in welchem etwas Aetzkali gelöst ist, digerirt, die Flüssigkeit bis zur Extractdicke abgedampft, mit reinem Sand und mit einer entsprechenden Menge Essigsäure gemischt. Die Masse wird in einer Weise erhitzt, wie man Benzoesäure aus Harz sublimirt. Man bedeckt mit einer Scheibe Fliesspapier und setzt eine Glasglocke darüber und erhitzt bis auf 210° C. Das an die Wandung der Glasglocke angesetzte sublimirte Cantharidin lässt sich mit Chloroform sammeln. Uebrigens dürften die Mengen Substanz, welche nach Vergiftungen di»' ponibel sind, im seltensten Falle zur Gewinnung von Cantharidin ausreichen. Fahnestock schied aus Cantharis vittata {Lytta vittata, gebänderter Pflasterkäfer, Kartoffclfliege) 1,5 Proc. Cantharidin ab. Warner vermochte nur 0,4 Proc. zu erlangen. Kalicantharidatsparadrap wird wie das Englische Heftpflaster bereitet, nur dass der Hausenblasenlösung für die zwei letzteren Anstriche eine heisse weingeistige Lösung des Kaliumcantharidats zugesetzt wird. Auf 100 qcm genüge» 0,1 g des Cantharidats. Cantharides. — Capsieum. 193 (1) Emplastrum Cantharidum alkalinum extensum. Alkalisches Spanischfliegenpflaster. ^raplastro Cantharidum extenso insperge Natri carbonici dilapsi Cantharidum pulvern tarum ana 2,0 'na ? a m ' xta > tum pulvercm inspersum 6? r ™ metacarpii exteriore (Ballen der wncl) adprime. Emplastrum Chart« wathnata obtectum dispensa. s Dieses Spanischfliegenpflaster soll keine langurie als Nebenwirkung zur Folge •ioen. Derselbe Zweck wird besser ergeht wenn man die Pflasterfläche mit 11 'nu L ^ ng von 2 Th - Kampher in x in. Chloroform bestreicht. (2t f Olenm Cantharidum. Handb. I, S. 714 ist ein Vorhältniss von 1 : 10 angegeben. Dieses Verhält- niss haben auch z. B. die Belgische und Französische Pharmakopoe acceptirt. Der Preuss. Arzneitaxe 1878 ist ein Anhang beigefügt mit verschiedenen Vorschriften, von welchen die meisten den heutigen pharmac. Anforderungen nicht Rechnung tragen und wahrscheinlich aus der Hand eines in der Pharmacie völlig unbewanderten Mannes kommen. Es sind z. B. 1 Th. Canthariden auf 4 Th. Oel vorgeschrieben. Hier sei nur darauf aufmerksam gemacht, dass kein Apotheker an diese Vorschriften gebunden ist (Hager). ■ralhÄÄ ® !nt «"» e 1 n t des Lieut James, ein Mittel gegen Späth der Pferde, siaitete Stollbeulen, Leberbeine etc. 25 ...... . . . ' halbe von starkem Geruch. Es besteht lalhP^nr. 8 !? 11 ^ 1116 ?! ^ei'beine etc. 25g einer grünlichbraünen weichen schmierigen 18 e F^-ffh on^ ei ' UC > £ 8 b . esteht aus 3 S Cantharidenpulver, 2,5 g Euphorbium, TefofnftÄ mÄ ?3r h0 ^ h0lzöl > 20 topfen RoWi'eöl und 20 Tropf« ärpenthinöl. (3 Mk.) (Hager, Analyt.) Liquid Mister of HimsoN ist ein öliger Cantharideuauszug. en Capsieum. v °n J. c. DragextkV ' TilESn wu rde aus der Capsieumfrucht ein früher schon von Erhaltend , Flückigeu erkannter flüchtiger, anscheinend alkaloidisch sich s aicin eTu y8talll8irbarei ' Kör P er abgeschieden, welcher den Namen Captin a „v,J. .„ at und das die Schärfe der Frueht repräsentirende Prinzip zu Se m schei t Z- "" "" U1 ° ocuarie aer jfruebt repräsentirende Prinzip zu w eingeistiffe irn man den Aetner auszug abdunstet, den Rückstand in heisser ausfällt d *? ,f use 1ÖSt ' d ' e Lösun S mit Wasser verdünnt, mit Baryumchlorid Aetheraim , 1( f erschla S auswäscht, trocknet, mit Aether extrahirt und diesen zeichnete rhr Stet ' 8 ° hmterbleibt da s von Buohubim mit Capsicol be- ab. Dieses t* 6 F1 . uidum * Aus diesem Capsicol schied Tresii das Capsaicin dünnte L" '! '"• Wem £ e ist leicht löslich. Die weingeistige nicht zu sehr verlösliche N" U ^ ^ leD * m it Baryumchlorid oder Calciumchlorid einen in Aether verdünnt le . erscü ' a o- Auch Silbernitrat erzeugt einen Niederschlag, löslich in dunkler ^ . etzammon - Diese ammoniakalische Lösung wird beim Kochen und giebt einen braunschwarzen Niederschlag. Das S em, 8er Vorsicht lässt sich das Capsai'ein auch unzersetzt verflüchtigen. fl üehti t * erscße! nt dann in Form von Fettkügelchen. Bei 100° 0. ver- seh; J 6S 81CÜ scüon etwas, und darüber abdestillirtes Wasser besitzt einen entschieden stechenden Geschmack. dünnt a8 1 5 la P 8a,fC111 läS8t sich auch isoliren, wenn man das Oel (Capsicol) in verstand 6r alllau S e löst, zur Lösung Ammoniumchlorid setzt, den dadurch entern™ ™ gefarbten Niederschlag sammelt, wieder in Kalilauge löst, und mit krvHt°n Umchl ° rid bei 50 ° C - behandelt. Die nach einigen Tagen entstandenen lässt ■ werden nötigenfalls noch einmal so behandelt. Auch durch Dialyse g • T 11 das Capsaicin gewinnen. 60—80 g der concentrirten Tinctur des und d " Pfoffers werden in einen Dialysator von Pergamentpapier gegossen, de P rselbe mit starkem Weingeist umgeben. Dieser nimmt rasch einen stechen- n Geschmack an und liefert, nach einiger Zeit verdunstet, Krystalle, welche a 6«r, Pharm. Praxis. S Suppl. 13 194 Capsioum. — Caragaheen. mit den oben erwähnten übereinstimmen. Die dialysirte Tinktur reagirt ent- schieden sauer. _ - # FlüCKIGEK fand für das Capsaicm die Formel 0 9 H u O 2 . „ Tinctura Capsici ist von Englischen Aerzten gegen Delirium tremens mit Ertolg angewendet. Cbowthkr giebt 3-5 stündlich 1-2 g der Tinctur mit 15 g Wasser verdünnt. Da die Tinctur nach der Britischen Ph. halb so stark als die bei uns gültige ist, so wäre von letzterer 3-5 stündlich 0 5-1 g mit Wasser verdünnt zu geben. Die Wirkung erwies sich stimulirend und denvirend. Tremor und die Unruhe werden dadurch beseitigt, Schlaf folgt, es tritt normale Hautwärme und gelinder Schweiss ein. Die Zahl der Pulsschläge wird gemindert, voller und kräftiüT6r. Die Verwandlung des Spanischen Pfeffers in ein höchstfeines Pulver ist kaum möglich, er kann nur als mittelfeines Pulver dispensirt werden. Eine Austrocknung, welche auch eine höchst feine Pulverung zuliesse, würde die •wirksamen Bestandteile völlig verändern oder zerstören. Denuo digere per tres dies et ultra. Li- quore lern caloro ad 300,0 remanentia redacto charta tenuior et glutinata ter illinatur. r- Charta capsicinata. (Papier Wi,insi.) Fructus Capsici annui 100,0 Spiritus Vini absoluti 600,0. Digere per dies tres, tum exprimendo cola. Colaturae adde Benzoes 30,0 Euphorbii 10,0 Baisami Copaivae Sanguinis Draconis ana 5,0. Streifen des erwärmten Papiers werden auf die Hautstellen aufgelegt, wo_ ein innerer Schmerz empfunden wird, bei Katarrh auf die Brust. Es bewirkt eine Küthung der Haut und angeblich eine Ableitung des Krankheitsstoffes. Blister essence, C. Smou's, ist eine dem Restitutionsfluid ähnliche Zusammensetzung. Caragaheen. Sagena carragenata, Caragaheen-Watte, Carragenirte Watte, baumwollene Watte mit einer Caragaheenabkochung getränkt und dann getrocknet. Auf einem Blech von verzinntem Eisen breitet man eine dünne Watte aus, übergiesst sie mit einer dicken (1 Ctm. hohen) Schicht concentrirten Decocts des Caragaheenmooses, breitet dieses gleichmässig über die Watte aus, und legt eine ähnlich grosse, aber dünne Platte der Watte darauf. Dann beschwert man nach einigen Minuten das Ganze mit einem zweiten Bleche aus verzinntem Eisen, presst durcn allmählich vermehrte Beschwerung und trocknet am lauwarmen Orte aus. Dies von Lelievre zuerst dargestellte Watte dient als Ersatz der Leinmehlumschlage. Vor der Anwendung lässt man ein Stück der Watte auf einem Teller circ» 15 Minuten lang in heissem Wasser weichen. Die trockne Caragaheen wa« schwillt an und wird sofort noch warm als Cataplasma angewendet, Tabulae Caragaheen, Moospllanzciizeltclien, ein in Oesterreich viel g e ; brauchter Artikel. In 4000,0 Colatur der Abkochung aus 200,0 Caragaheen wenden 1000 0 Acaciengummi (A rab - Gummi) und 2500,0 Zucker gelöst, die colu -t Lösung mit einer Lösung von 30,0 Gelatine in 100,0 Glycerin vermischt u» abgedampft bis eine Probe beim Erkalten erstarrt. Die Masse wird mit Phyi laccasyrup 'oder Cochenilleauszug tingirt und mit etwas Ananasäther oder Neroli aromatisirt, dann auf geöltes Metallblech gegossen, in quadratische Stücke z e schnitten und mit Vanillenzucker (1 Vanille, 5 Milchzucker, 15 Rohrzucker) eo spergirt. Caragaheen. — Carbo animalis. — Carbo mineralis. 195 Moospflanzenzeltchcn, Roznatjer, aus der Apotheke „zur Mutter Gottes" des J. Seichert im Molken-Kurorte Roznau am Radhorst in Mähren, sind 1,5 mm dicke, verschieden grosse rhombische Tafeln, mit Cochenille roth gefärbt, bestehend aus Zucker, Carrageenschleim und einer Spur Sitssholzextract. (Hager, Analyt.) Den Japanischen Agar-Agar soll Gelideum corneum Lamouroux (Sphaerococcus corneus Agardh) liefern. Im Agar-Agar ist Pararabin nachgewiesen worden. Eine Masse zu Vaginal kugeln erhält man durch Kochung von 10 Th. Agar-Agar, 200 Th. Wasser und 100 Th. Glycerin. Carbo animalis. , RoLLER'sches Pulver gegen Epilepsie, Veitstanz, Starr-, Lach-, Wein-Krampf, 'tei'ische Krämpfe, aus der Diakonissen-Anstalt in Dresden, besteht aus nicht voll- ... -----'v iw <*»1J^/H3, rllio \a.Kjx i/umvuiowji &ma»m*»u xxi j^*vjuvwi*, wjvvxxv i*«u »ii/ii. y\jxx c.inaig verkohltem Hörn (Haöbr) oder der Kohle von Vögeln, wie Elstern (deren eaern mit Hornsu 1 — NDORFF, W( D „^"V Elstern sind, welche 12 Tage nach Weihnachten geschossen wurden (Jahres- koJ° 6 ' S. 575). Trotz allen Forschens konnte von Seiten der Inclustrieblätter ecie rn mit Hornsubstanz doch wohl einige Verwandtschaft haben) und zwar versichert kr>nP E ?? 0RFF ' wahrscheinlich war er Augenzeuge bei der Bereitung, dass es ver- K„„- ,. Elste m sind. specielle Reaction auf solche Elstern aufgefunden werden. Untp Stiefelwichse, englische wasserdichte: Man mischt 60 Th. gebrannte Knochen atK.. ,. Uim 'ühren mit 45 Th. Syrup, giebt 12 Th. Essig und nach und nach unter be nni"' die fe -TT Uü . erl M...I ß e Wichse in Büchsen auf. Das Kautschuköl wird durch Schmelzen von 1 Th. der Ru^ m Umrühren 12 Th. Vitriolöl zu. Nach 7 Tagen, in welcher Zeit man Alles die ferti f iS. 61 ' 1 '' 88 *. mischt man die Masse noch mit 9 Th. Kautschuköl und bewahrt z erschn'?r> ' n B ücn8 en auf. Das Kautschuköl wird durch Schmelzen von lTh. 6 hi« q ™ nem Kautschuk in einem irdenen Topfe über Kohlen und durch Mischen mit U1S O rh. T.ninKl ,.„i„,. TT___ :;1 ____1____:^„i. An. Leinöl unter Umrühren bereitet. Carbo mineralis. nach T* ' mmun g des Schwefels in der Stein- und Braunkohle werden der f • KI . CHI n akamura 3—4 Th. Kalium-Natriumcarbonat innig mit 1 Th. lern pulvensirten Kohle gemischt, in einem Platintiegel erst gelinde mittelst emgeistlampe, dann bis zur hellen Rothgluth mittelst Bunsenbrenners erhitzt, ^etztere Gluth wird 1 Stunde unterhalten. Nach dieser Zeit ist die Masse völlig s oder bei Gegenwart von Eisen röthlich. Die Masse wird während des Britzens nicht umgerührt. Die Schmelze wird in Wasser gelöst, filtrirt und dann u *e Schwefelsäure auf gewöhnliche Weise bestimmt. Dass im Russ der Steinkohle Arsenigsäure vertreten ist, hat Macadam nachgewiesen. Es wird hiernach auch der Rauch aus Steinkohlenfeuerung arsenhaltig sein. Ktinstliche Diama iten will Hannay durch Erhitzen von Kohlenwasserstoffen mit Magnesium bis zur Rothgluth und unter hohem Druck erlangt haben (.Uiem. News"41, 106). Dampfrohrhiillmasse wird erhalten durch Mischung von Th. 100 feingemahlenem »•alkstein, 350 feingemahlener Steinkohle, 250 Thon, 300 Flugasche aus Dampf- Kcsselzügen, 600 Wasser, 10 Schwefelsäure, 15 Haaren (Kälber-, Kuh-Haaren, Schweinsborsten). Mit der Masse werden die Rohre bis zu 5 Ctm. dick umhüllt. 13* 196 Carbo vegetabilis. — Carboneum oxydatum. Caroo vegetabilis. Die Pflanzenkohle, in geschlossenen Gefässen erzengt, enthält nach Jaillakd auch Essigsäure (an Kali gebunden). Er fand z. B. in 1000 Th. solcher Kohle 3,7 Th. Kaliumacetat. Presskohle, auch Pyrolith genannt, ist ein Feuerungsmaterial, welches langsam, rauchlos und ohne Funkensprühen brennt. Sie besteht aus Holzkohlenpulver vermischt mit etwas Salpeter, mit Thonerde und Wasser zur Masse gemacht und in Ziegel geformt. Tusche, schwarze, Boswell's. Zur Darstellung werden Hornspäne unter Digestion in Aetzkalilauge gelöst, die Masse eingetrocknet und in einem eisernen Tiegel bis zur Schmelzung erhitzt. Die in kochendem Wasser gelöste und colirte Masse wird mit einer überschüssigen Alaunlösung versetzt, der Niederschlag gesammelt, mit heissem Wasser ausgewaschen, mit Acaciengummi versetzt und in Formen gebracht. Tusche, schwarze, Lukas'. Kampherruss, dargestellt durch Verbrennen des Kamphers bei geringem Luftzuge und dann mit Weingeist ausgewaschen, giebt mit Leim und Gummi eine schöne Tusche. Cerussa nigra. Schwarze Schminke. Vf Fuliginis e Camphora effectae 1,0 Olei Cacao 6,0. Leni calore conterendo exacte mixtis adde Olei Neroli guttas 5. Massa refrigerata in bacillum redigatur. Wachsgrindmittel eines in der Nähe von Werl wohnenden Heilpfuschers besteht aus einer Flasche Bieressig und einer Salbe aus 70 Th. Butter, 30 Th. einer kohligen Masse, wahrscheinlich geröstetem verkohltem Salbeikraut, Pfeffer und Roggensamen. (Hager, Analyt.) Carboneum oxydatum. Carboneum oxydatum, Kohlenoxydgas, Kohlenstoffmonoxyd, Kohlengas (Carbonyl) (CO) entsteht beim Verbrennen von Holz, Kohle etc. neben mangelhaftem Zutritt von Luft. Es wird vom gemeinen Manne mit Kohlen dun st bezeichnet. Wenn dasselbe auch kein pharmaceutisches Object ist, so kommt der Pharmaceut dennoch zuweilen in die Lage dieses giftig wirkende Gas zu bestimmen und nachzuweisen. Kohlenoxydgas ist ein permanentes Gas, geruch- und farblos, von 0,9674 spec. Gew. (Luft = 1), in Wasser fast nicht löslich, indifferent gegen Lackmus, angezündet mit Flamme zu Kohlensäure verbrennend. TJm es von beigemischter Kohlensäure zu befreien leitet man das Gas durch Kalkwasser oder dünne Kalilauge. Leitet man das Kohlenoxydgas durch eine nothwendig völlig neutrale Pal- ladiumchlorürlösung, so färbt sich diese schwarz unter Abscheidung metallischen Palladiums. Mit der Palladiumchloriirlösung gefeuchtete Leinwandstreifen in einem Räume, in welchem sich Kohlenoxydgas befindet, aufgehängt, färben sich in wenigen Minuten intensiv schwarz (Rr>. Boettoer). Hier ist nicht zu übersehen, dass auch Kohlenwasserstoffgase, Wasserstoff, Aethylengas etc. ein« ähnliche Reaction bewirken Carboneum oxydatuni. 197 Bei Untersuchung einer Zimmerluft auf den Gehalt an giftigen Gasen ist zunächst die Entstehung letzterer zu erforschen. Sie können durch direete Feuerung im Ofen oder Kamin entstanden sein, aber auch aus anderen über oder unter dem betreffenden Zimmer liegenden Feuerungen herrühren. Die Gegenwart von Kohlenwasserstoffen oder Wasserstoff dürfte nur eine seltene sein. Um nun vorläufig zu prüfen, ob in einer Luft Kohlenoxyd ist, bläst man mittelst eines Handblasebalges (Insectenpulverbläsers), dem man ein im Winkel gebogenes Glasröhrchen aufgesetzt hat, einen 10—30 Minuten dauernden, durch eine kleine Wasserschicht getriebenen Luftstrom durch die Palladiumcklorürlösung. Es findet hei Gegenwart von Kohlenoxydgas in der Luft eine Reduktion in der Metalllösung statt, und um so schneller, wenn diese auf circa 40° C. warm erhalten wird. Auf Aurich loridlösung wirkt Kohlenoxydgas ebenfalls reducirend und Gold wird ausgeschieden. Ueber den Nachweis im Blute vergl. unter Sanguis. Hempel (Zeitschr. f. analyt. Ch. 18. Jahrg. 399) mischt das Blut mit gleich v, el frisch bereitetem Schwefelammonium (Handb. II, S. 882). Er fand, dass m an mindestens 10 Liter Luft durch verdünntes Blut leiten müsse, um spectralana- 'ytisches Resultat zu erlangen. Eine Maus müsse wenigstens einige Stunden in dem betreffenden Räume athmen. Hempel hält die Vogel' sehe Methode des rjachweises von Kohlenoxydgas für die beste (dieselbe findet man ausführlich im Berichte d. d. ehem. Ges. 11, 235). Man soll in der Weise verfahren, dass man eine mit Wasser gefüllte Flasche in dem das Gas enthaltenden Zimmer entleert, , ° CC. eines sehr stark mit Wasser verdünnten Blutes, welches eben nur noch einen Stich in's Rothe, dabei aber die bekannten Absorptionsstreifen im Spektro- j ( v°P^.^ei Reagensglasdicke deutlieh zeigt, zusetzt und einige Minuten umschüttelt. ln KoWenoxydgehalt bewirkt sofort eine Farbenänderung in Rosa. Auf Zusatz , eini gen Tropfen Schwefelammoniums verschwinden die beiden Absorptions- eiten nicht, während dieselben bekanntlich im kohlenoxydfreien Blut bei dieser eaction durch ein breites verwaschenes Band ersetzt sind. Hierbei lassen sich v ach Vogel's Angabe 0,25 pCt. Kohlenoxyd noch deutlich nachweisen. Nach rsuchen Hempel's gelang es nicht, Gasgemischen, welche sehr geringe Mengen to Kohlenoxyd enthalten, dieses vollständig mittelst verdünnter Blutlösungen zu n ziehen. Hempel versuchte nun die Lungen lebender Thiere zur Concentration es Kohlenoxydgases. Mäuse, befindlich in zwei mit den grössten Durchmessern gegeneinander stossenden Trichtern, die durch Ueberspannen eines breiten dünn- n 'gen Gummibandes mit einander zu einem doppelconischen Räume vereinigt aren, wurden der auf Kohlenoxyd zu prüfenden Luft ausgesetzt. Die Ausfluss- onren der Trichter gestatten mittelst Gummischläuchen die leichte und sichere erbmdung mit den Gasometern. Der Gasstrom wurde so regulirt, dass 10 Liter *as den Apparat in 1—2 Stunden passirten, der von der Respiration des Thieres borrührende Kohlensäuregehalt der Luft überstieg gewöhnlich nicht 1 pCt. Eine ergiftung durch Kohlensäure war also ausgeschlossen. Die Mäuse wurden durch Eintauchen in Wasser getödtet und durch Zerschneiden in der Herzgegend reichliche Mengen Blut aus denselben entnommen. Das Kohlenoxydhaemaglobin wurde nach Zumischung von frischem, farblosem Schwefelammonium nachgewiesen, »chwefelammonium hat vor dem weinsauren Eisenoxydul-Ammoniak den Vorzug, dass man bei ihm auch ohne Spectralapparat bei Spuren von Kohlenoxyd eine Verschiedenheit der Färbung der reducirten Lösungen leichter erkennt. Zur Untersuchung der Zimmerluft schlägt Hbmpkl vor, sich der Vogel' sehen Probe in der Weise zu bedienen, dass man wenige CO. verdünnten Blutes in einen Absorptionsapparat bringt und dann mindestens 10 Liter Luft hindurch- ieitet, oder, dass man eine Maus in einer Drahtsiebfalle einige Stunden in dem 198 Carboneum oxyrtatum. — Üarboneum sulfuratum. Räume athmen lässt und dann ihr Blut untersucht. Auf Grund dieser Versuche und der Erwägung, dass Kohlenoxyd nicht wie die Kohlensäure zu den unvermeidlichen Bestandtheilen der Zimmerluft gehört, ist Hempel der Ansicht, dass der von Vogel und neuerdings von Wolffiirigel ausgesprochenen Ansicht, dass geringere Gehalte von Kohlenoxyd als 0,25 pCt. vom hygienischen Standpunkt aus als unbedenklich anzusehen seien, nicht beizutreten, dass vielmehr bei der Beurtheilung von Heizanlagen vom Standpunkt der Gesundheitspflege aus die Gegenwart von Kohlenoxyd überhaupt als unzulässig angesehen werden muss. Carboneum sulfuratum. Schwefelkohlenstoffistein ausserordentlich wirksames Conservirungs- mittel in allen den Fällen, in welchen eine Verdunstung gehindert ist, besonders in wässrigen Flüssigkeiten. Hager conservirte mittelst 1,0 g ein Liter diabetischen Harnes durch 3 Jahre. Hugo Schiff hat in dieser Beziehung eine Menge von Versuchen angestellt und konnte er Fleisch über Jahr und Tag conserviren. Ferner ist Schwefelkohlenstoff ein Gift für alle parasitischen Wesen. Es genügen einige Gramme davon in das Gefäss mit Oanthariden, Flores Arnicae, Radix Bardanae zu giessen und in den Gefässen den Schwefelkohlenstoffdunst einige Zeit zu erhalten. Der Anwendung in der Hauswirthschaft als Conservirungsmittel steht der Geruch entgegen, welchen viele Frauen nicht ertragen können, und die Feuergefahr!ichkeit. Die vortreffliche Eigenschaft als Uiigcziofergift wird, wie Prof. Kirschbaum berichtet, bereits an vielen Strafanstalten und Lazarethen benutzt, um die Kleidungsstücke der Vagabunden und Kranken zu desinficiren und von dem daran haftenden Ungeziefer zu befreien. Hierzu gehören dichte Kästen mit Eingusseinrichtung. Pro Cubikmeter genügen pro Tag 20 CC. Schwefelkohlenstoff und eine 3—5 tägige Einwirkung. Die Eier des Ungeziefers sollen ebenfalls dadurch lebensunfähig werden. Schwefelkohlenstoff ist das beste Mittel gegen Motten, wenn eben luftdicht zu verschliessende Kästen zu Gebote stehen und ein Einfüllen der Flüssigkeit nur alle 2—4 Wochen zu wiederholen wäre (pharm. Cen- tralh. 1879, S. 194). Schwefelkohlenstoff ist der beste Löschkörper für brennende Schornsteine. Enthält er einige Procento Schwefel in Lösung, so ist eine Wirkung um so sicherer. Die Anwendung erfordert viel Vorsicht und müsste eine bezügliche Spritze stets zur Hand gehalten werden. Die Spritze besteht aus Zinn, ihr Stempel giebt das Maass der Füllung an. Für einen 1-etagigen Schornstein genügen 60 g, für einen 2-etagigen 100 g, für einen 3-etagigen 130 g Schwefel kohlenstoff. Der 0,4—0,5 Ctm. weiten Oeffnung der gefüllten Spritze, wird ein 1,5—2 m langes circa 0,2 Ctm. weites zinnernes oder aus Messingblech gelöthetes Rohr aufgeschraubt und nun entweder der Schwefelkohlenstoff in den Schornstein hinaufgespritzt oder wenn dies nicht angeht, in die unterste mit Thür geschlossene Schornsteinöffnung ein Bogen Papier angebrannt und auf diesen der Schwefelkohlenstoff aufgespritzt. Dass hier Personen und Thiere während dieser Action fern zu halten sind, ist selbstverständlich. Schweffilkolilcnstofflampe behufs Schwefligsäure-Räucherung, Einschwefeln der Weinfässer etc. Die Lampe besteht aus einem zweihalsigen WuLF'schen Fläsehchen von 200 CC. Inhalt, dessen mittlere Oeffnung mit einem durchbohrten Kork geschlossen ist, in welchem sich eine gerade, einen baumwollenen, federkieldickon Carboneum sulfuratum. Sulfocarbonate. 199 Docht tragende Glasröhre, besser und sicherer eine blecherne 0,4 Ctm. weite Röhre befindet, die bis auf den Boden des Fläschchens reicht. Die zweite Oeff- nung des Fläschchens, durch welche man den Schwefelkohlenstoff einbringt, ist durch einen eine möglichst enge, rechtwinkelig gebogene Glasröhre tragenden Kork geschlossen. Das Ende dieser letzteren Röhre muss von dem Dochte der Flamme möglichst entfernt sein. Das Fläschchen wird zu 3 / 4 mit Schwefelkohlenstoff gefüllt, wobei wegen der Explosibilität des Schwefelkohlenstoffdampfes grosse Vorsicht geboten ist. Reicht die den Docht enthaltende Röhre möglichst bis auf den Boden der Flasche, 8 » ist die Anwendung der Lampe gefahrlos. Beim Gebrauche zündet man den Docht an. Diese Lampe lässt sich auch zum Einschwefeln der Fässer gehrauchen und bietet, da hierbei ein Abtropfen von Schwefel, sowie das Fallen von Leurwandkohle in die Fässer vermieden wird, grosse Vortheile. Die Modification besteht darin, dass man die den Docht tragende Röhre rechtwinkelig umbiegt und die Flamme durch jjas seitliche Zapfloch in das Fass ein- 'ihrt. Bei Anwendung der Lampe gebetet es die Vorsieht, die Lampe vor dem A 'izünden in einen grösseren eisernen eine Schicht Wasser haltenden Topf zu setzen und dafür zu sorgen, dass der Anzünder sofort den Ort, wenn der Noth- ta R eintritt, verlassen kann. Wie die Lampe brennt, wird vorher in der Weise ^ersucht, dass man nur eine kleine Menge Schwefelkohlenstoff (20—30 CC.) ein- tull t und die Lampe anzündet. Diese Lampe ist von F. Koenig angegeben. Fig. 10. Schwefelkohlenstofflampe, li Docht und Blecbrohr, r offenes (ilasrohr. • Die Bestimmung des Schwefelkohlenstoffs in den alkalischen Sulfo- carbonaten geschieht nach E. A. Grete durch Titrirung mit einer «/jo-Nor- mallösmig von krystall. Cuprisulfat, welche in 1 CC. 0,003168 Cn enthält und deren je 1 CC. 0,0076 Schwefelkohlenstoff entspricht. Zur Darstellung der alkalischen Titrirflüssigkeit löst man 3,168 Kupfervitriol, versetzt die Lösung mit Seignettesalz und Natriumcarbonat, bis der anfangs entstehende Niederschlag wieder verschwunden ist, und verdünnt bis zu 1 Liter. Der beim Titriren sich bildende Niederschlag von xanthogensaurem Kupfer setzt sich nach wiederholtem Schlagen sehr gut flockig ab und ermöglicht selbst in nicht ganz geklärter Flüssigkeit mit grosser Genauigkeit das Ende der Reaction durch Ausbleiben der Trübung nach weiterem Zusatz von einem Tropfen Kupferlösung zu erkennen. Der von der Bildung des Xanthogenates bleibende geringe Ueberschuss an Aetzkali muss durch Zusatz von Natriumbicarbonat unschädlich gemacht werden. Finot und BERTBAND's Methode beruht auf der Unbeständigkeit des sulio- carbonsauren Zinks, welches sich in der Kälte langsam und bei ÖU—bU rasch nach der Gleichung ZnS CS 2 = ZnS + CS 2 zersetzt. Man verfährt folgender- maassen. In einen Glaskolben von ungefähr 100 CC. Inhalt bringt man 10 g des zu Untersuchenden Sulfocarbonates, dann 25-30 CC. Wasser und 10 CC. einer 200 Carboneum sulfuratum. — Carica Papaya. concentrirten Lösung von Zinksulfat; die beiden Flüssigkeiten mischen sich nicht sogleich, sondern bilden eine halbflüssige Masse. Der Kolben wird mit einem zweifach durchbohrten Kork verschlossen. In der einen Durchbohrung steckt ein Glasrohr, welches mit einem Trockenrohr (Bimstein mit Schwefelsäure) verbunden ist. In der anderen Durchbohrung steckt ein kurzes Glasrohr, das sich durch ein Kautschukrohr mit Stöpsel verschliessen lässt. Der Apparat wird gewogen, dann schüttelt man den Inhalt gehörig, wodurch ein gelber Niederschlag von Zinksulfocarbonat entsteht. Hierauf wird gelinde erhitzt, wodurch Zersetzung eintritt und der Schwefelkohlenstoff entweicht. Wenn die Masse vollständig weich geworden ist, saugt man trockene Luft durch den Apparat, um die letzten Spuren Schwefelkohlenstoff zu entfernen, und wägt wieder. Der Gewichtsverlust entspricht dem Schwefelkohlenstoffe. Kalium sulfo- carboniciini, Kaliunisulfocarbonat, schwefelkohlenstoffsaures Kalium (oder Kali), sulfo-kohlensaures Kali (Ka 2 CS 3 + Aq) wird bereitet durch Darstellung von einfach Schwefelkalium, indem man in eine Aetzkalilauge bis zur Uebersättigung Schwefelwasserstoff leitet und dann ein gleiches Volumen Aetzkalilauge zusetzt. Dieser Einfach-Schwefelkaliumlösung setzt man eine genügende Menge Schwefelkohlenstoff hinzu. Das Kaliumsulfocarbonat kommt in wässriger Lösung, auch als krystallisirtes Salz in den Handel und wird zur Vertilgung der Reblaus (Plvylloxera vastatrixj gebraucht. Ebenso das Kali aethylosnlfo-carbonicam, Kalium xanthogenicum, Kaliiinuanthogenat, Kalinmsnlfoearbonat, acthylxanthogensanres Kalium (K,C 2 H 5 0,CS 2 ), welches entsteht, wenn man eine mit Aetzkali gesättigte weingeistige Lösung zuerst mit Schwefelkohlenstoff versetzt und dann mit einem mehrfachen Volum Aether schüttelt. Kaliumxanthogenat ist wie Schwefelkohlenstoff ein ausserordentlich kräftiges Conservirungsmittel, welches Fäuhiiss und jede Art von Gährung zurückhält und zugleich ein Gift für kleine Thiere, Würmer, Insecten etc. ist. Der Anwendung als Conservirungsmittel in der Oekonomie steht der Geruch entgegen, welchen die meisten Frauen nicht ertragen können. Zahnschmerzmittel von Gustav Trabbrth in Eisenach (mit electrischem Strom). Ein längliches, einlöthiges Fläschchen, am Boden eine kleine Schicht rothgefärbter Baumwolle, getränkt mit Schwofelkohlenstoff und wahrscheinlich versetzt mit 1 Tropfen Senföl. 10 Tropfen der Flüssigkeit stehen über die Baumwolle hinweg. (1,5 Mark.) (Hager, Analyt.) Carica Papaya. Carica Papaya Linn., Papaya Carica Gaertner, Melonenbaum, Papay- baum, eine in Südamerika einheimische, in anderen tropischen Ländern viel eultivirte, bei uns in Gewächshäusern gezogene Papayacee. Saccus recens Carica e I'apayac, Succus Papayac, Melonenbaunisaft, Papaya- Saft, der frische Saft der Blätter und des Holzes des Papayabaumes. Dieser in Brasilien mit Papay oder Mamaoeria bezeichnete palmenähn- liche, astlose, bis zu 6,5m hohe, sich aus dem Samen ungemein schnell entwickelnde, im dritten Jahre seines Alters schon 0,3 m dicke, jedoch im vierten und fünften Jahre schon absterbende, fortwährend Blüthen treibende und Früchte reifende Baum hat einen krautartigen Stamm und langgestielte gipfelständige grosse bandförmige, 7-lappige Blätter, aus deren Winkeln blassgelbe, kressenartig riechende und schmeckende Blüthen hervortreten, und längliche, gefurchte, melo- nenähnliche, 5-kantige beerenartige, einfächerige, bis zu 7,5 k schwere, anfangs Carica Papaya. 201 grüne ? dann gelbe Früchte mit süssem wohlschmeckendem Fleische und milchähnlichem Safte, mit vielen Samen vom Geschmacke der Indischen Kresse. röhri? t i £ I Papaya, a Oberer Theil des fruchttragenden Baumes , | 20 Grösse, t männliche, Narbe r t erf " rm 'R e i 5-spaltige Blüthe, c fl-theilige weibliche Blüthe mit fünflappiger gekerbter auf dem Pistill, d Früchte, eine derselben in der Mitte quer durchschnitten, bamen an fünf wandständigen Samentiägern. seh .f Z ^ nd B ' atter sm d strotzend angefüllt mit einem neutralen gelben bitteren Bubst 6n ^ cnsa fte, welcher peptische Eigenschaften besitzt und seit je als Arzuei- Wai anZ V ° n den ^' n S e borenen benutzt wurde. Aus Einschnitten in den asch- Luft 6n glatten Baumstamm fliesst der Saft reichlich aus und coagulirt an der Zusat Unt6r Ab8cüe idung eines dicklichen und eines dünnflüssigen Theiles. Durch v ersch" V° n ^ ucker ' Glycerin, Aether, Chloroform lässt er sich conserviren und wässri w Milch W ' rd durch den 8aft coa S ulirt j abel ' dann volli S in eine und l-- 6 * . si S keit verwandelt. Eiweiss, Kleber, Fleisch, Blutfibrin erweicht er Ascarid ** lan S sam > leicht bei 30—40» C. auf. Auch Taenien, Spulwürmer, Amerika n rT W6rden davon getödtet und gelost. Als Wurmmittel gebrauchten in a «e Aerzte den Saft schon seit langer Zeit. P„ • a P?J 1 na, Papaina, Papayinum, Papayk, Papai'n, Pflanzeiipopsin, ist der wie stoff 7 ende Stoft ' im Safte des Papaybaumes. Er enthält 10,6 Proc. Stickte ' u sei ner Darstellung wird der frische Saft durch ein feinmaschiges Cola- R( . U ! m gegossen oder der geronnene Saft filtrirt und der im Filtrum verbleibende am h - mit Wasser ausgewaschen. Die Colatur wird bei gelinder Wärme, fa h ten ' m Vacuum auf ein geringes Volumen eingeengt, dann mit einem viel- ■ cnen Volumen Weingeist versetzt, der Niederschlag nochmals in Wasser gelöst, leaerum mit Weingeist ausgefällt und in gelinder Wärme (30—35° C), am esten im Vacuum, ausgetrocknet. Dieses Papayin bildet ein amorphes weiss- 'cnes, in Wasser lösliches, schwach zusammenziehend schmeckendes Pulver, dessen wäBsnge Lösung sich beim Kochen trübt und mit Weingeist, Bleiacetat, Gerbte, Salpetersäure etc. Fällungen giebt (Wuktz, Bouchut). 0,1 Papayin löst 10,0—20,0 Blutfibrin, sowohl in neutraler, wie in saurer oder alkalischer Flüssigkeit. Papayin wird wie Pepsin angewendet, ist aber noch nicht im Handel, ^a es auch auf Croupmembranen und diphtherische Vegetationen schnell lösend 202 Carica Papaya, — Caro. Fleischsaft. wirkt so dürfte es auch bei allen den Krankheiten, wo Mikrococcen, Bacterien und ähnliche Wucherungen zu beseitigen oder deren Bildung zurückzuhalten sind, Anwendung finden. Caro. Saccus Carnis recens expressus, frisch geprcsster Fleischsaft Wie eine Hand grosse und dicke Muskelfleischstücke des Kindes werden durch Zwiscken- lagerung von reinen leinenen Lappen übereinander geschichtet und dann mit einer kräftigen Presse ausgepresst. Die auf diese Weise gesammelte Flüssigkeit wird wenn notwendig, colirt und in kleine Flaschen bis zur Mündung eingefüllt ' Die Flaschen werden mit Spitzkorken geschlossen, so dass der Kork etwas Fleischsaft verdrängt. Die Aufbewahrungszeit ist 17, Tag, im Winter 2 bis 3 Tage Dieser Fleischsaft ist blutroth, von schwach saurer Reaction, von Fleischgeschmack und Geruch. Nach Voit und Bauer hinterlässt er beim Abdampfen 6 Proc. trockne Substanz. Man giebt den Saft in Fleischbrühe oder einer dünnen Lösung von Fleischextract, auch wohl rein zweistündlich einen Esslöffel. Fleischsaftklysticr. 300,0 Rindermuskelfleisch und 150,0 Bauchspeicheldrüse werden fein geschnitten und gewiegt, hierauf kräftig zerstossen, dann durch ein Haarsieb gerieben und nun die durchgeriebene Masse in einem Porzellanmörser mit lauwarmem Wasser soweit verdünnt, dass 3 Gläser ä 180,0 damit angefüllt werden. Ein Zusatz von 1,0 Salicylsäure soll die Flüssigkeit auf mehrere Tage conserviren. t Gesellschaft für Fleischproduction zu St. Petersburg stellt Fleischsaft im Grossen dar durch Auspressen des frischen vom Fett befreiten Rindfleisches und Filtration, natürlich für den alsbaldigen Absatz berechnet, denn die Dauer des reinen Fleischsaftes ist nur auf 1—1»/. Tag anzunehmen. Von diesem lleisch- saft berichtet J. Martenson, dass das spec. Gew. 1,031—1,037 betrage, dass er eine klare fleischrothe Flüssigkeit darstelle und unter dem Mikroskop vereinzelte Blutkörperchen und Fettkügelchen zeige, in der Siedehitze erstarre, dass schon bei 45» die Coagulation beginne und er in Proc. aus 6,12 organischer, 04 mineralLher Substanz und 92,84 Wasser bestehe. Die 6 12 org. Subs an. setze sich zusammen aus 3,86 Albumin, 0,3 Zucker und 1,96 Leim, Kreatm Inosin etc. In 1,04 mineral. Substanz fanden sich 0,064 Phosphorsaure. 90 proc Weingeist löst aus dem Fleischsafte 4 Proc. Das Fleisch giebt nach Martenson höchstens 50 Proc. Saft und die ersteren Pressungsflüssigkeiten enthalten stets weniger Albumin als die spateren m» grösserer Kraft abgeschiedenen. . . , , r Flaschenbouillon wird nach Dr. ÜFFELMANN in Rostock in folgender Weise bereitet (pharm. Centralh. 1880, No. 21): Frisches, vom Fett so weit als möglich befreites Rindfleisch oder Kalbfleisch, in kleine, etwa bohuengrosse StucKe zerschnitten, giebt man in Mengen von 250 bis 500 g, ohne jeglichen Zusatz i» eine Flasche, korkt letztere leicht zu, stellt sie in ein Gefäss mit warmem Wasser, erhitzt dieses langsam und erhält es 35-45 Minuten hindurch nahe dem Siedepunkte Nimmt man nun die Flasche wieder heraus, so findet man in ihr ein gelbliche oder bräunliche Brühe; dies ist die^sogenannte Flaschenbomllon, welcg man von dem Fleische einfach abg.esst und ungeseiht verabfolgt. 100 lli« so bereiteter Rindfleisch-Flaschenbouillon enthalten 1,73 Th. Salze neben 5,53 U organischer Substanz und in letzterer 2,69 Th. sogen. Extraktivstoffe un Caro. Fleischconserven. 203 1,84 Th. Protein und Leim; die Salze selbst sind vorwiegend Kalisalze. Diese Bouillon ist wenig haltbar, muss daher jeden Tag frisch bereitet werden. Die aus Kalbfleisch in derselben Weise gewonnene Bouillon ist reicher an Leimsubstanz, ärmer hingegen an Protein, Extraktivstoffen und Salzen. Sie enthält in 100 Th. 1,56 Th. Salze und 5,77 Th. organische Substanz, wovon 2,95 Th. Extraktivstoffe, 1,95 Th. Leim und 0,87 Th. Protein sind. Conscrvirung des Fleisches. Dieselbe kann auf verschiedene Weise bewerkstelligt werden. Salze, welche die Conservirung erreichen lassen, sind die Alaunerdesalze, besonders Alaun, Kaliumsulfat, Kaliumnitrat, Kaliumborat in wässriger Lösung, Borsäure gemischt mit l / l0 Kaliumphosphat. Flüssigkeiten 8 "id Schwefelsäure oder Phosphorsäure (3 — 4 proeentige), Schwefelkohlenstoff, Chloroform, Aether, die meisten zusammengesetzten Aether, welche dem Wasser, Worin das Fleisch liegt, zuzusetzen sind. Zu vermeiden sind Natronsalze. Die Japanesen tauchen das Fleisch auf 3 Minuten in kochendes Wasser (behufs Coagulation der Eiwoisskörper), und legen es dann in Wasser, welchem sie eine Schicht fetten Oeles aufgiessen. -.rvcn sind in Menge in den Handel gekommen. Unter denselben sind vorzügliche Präparate: , Courousa aus der Conservenfabrik von J. B. Jacquier in Nantes. Sie j st in Bacillenform gebracht und von Stanniol umhüllt. Jede Bacille ist 11 cm a "g und hat ein Gewicht von circa 45 g. Die Courousa ist eine bräunliche Ubstanz, welche trocken und in heissem Wasser zerthoilt genossen werden kann. er Geschmack erinnert an Fleisch und Cacao. Die Bestandtheile sind in Proin n? ^ 2 ' 2 Fleisc,lmehl ' 47,0 Stärkemehl, 4,3 Salze, 5,2 Wasser. 2 Bacillen ^ U,5 Liter Wasser 10 Minuten gekocht liefern eine kräftige braune Fleischsuppe, seh m dör Rulle einen B °densatz (Gri 63 ) bildet. Der Aufbewahrungsort muss r trock en sein, im andern Falle schimmeln die Bacillen. D me ponservirungsmethode für Fische, diese mit Salicylsäurelösung unter kein t^ im P rä S mren und dann mit Gelatineschleim zu iibergiessen, dürfte wohl Anf n . ° an S nn( ien, denn Salicylsäure ist wohl ein Antizymoticum, aber kein Ta» . cum- ü ' e m dieser Art behandelten Fische sind, wenn sie nur einen Schm t ^ * jU *' t m Bohrung waren, nicht mehr geniessbar und der Ge- was>Vi der soeben aus der Gelatinemasse entnommenen Fische war trotz Ab- ens kein angenehmer. Emil Jacobsen fand sie ebenfalls wenig dauerhaft, dar 1S . '""'t'Conserve, Pain de sonpc, ein sich gut conservirendes Präparat, um da • ^ UUt kochendem Wasser sofort eine wohlschmeckende und kräftige Suppe Da-'r j? ' y elche3 auc h im Kriege 1870 in Frankreich Anwendung fand. Zur 11 w" 8 dleser Broteonserve hat man verschiedene Wege eingeschlagen. B Wenn man Fleisch mit Mehl gemischt unter Hinzufügung von Sauerteig der gährung unterwirft, so geht das Fleisch während der Gährung in die Brotasse über und es verbleibt keine Spur von unverändertem Fleisch im Brote, "t solche Weise hergestelltes und getrocknetes Brot zeigt nach 7 Jahren ^einerlei Veränderung, wenn es nicht etwas ranzig schmeckt, vom Fettgehalte u es Fleisches herrührend. Zur Herstellung des Teiges macht man eine Misch- an g von 550—575 Th. Mehl, 50 Th. Sauerteig und 300 Th. zerhacktem, gut zerkleinertem Fleisch. Unter Zusatz der nöthigen Menge Wasser wird ein Teig v on gewünschter Steifheit hergestellt. Derselbe wird behufs Gährung 3 Stunden hindurch lauer Wanne ausgesetzt und dann in gewohnter Weise verbacken. Die Gährung erzeugte hierbei stark saure Produkte, die zwar durch Natrium- bicarbonat gehoben werden konnten, allein das hieraus resultirende Brot besass einen weniger angenehmen Geschmack als das ohne Natron dargestellte. Es 204 Caro. Fleischpräparate. wurde darauf das zu verbrauchende Fleisch vorher mit der zur Herstellung des Teiges nöthigen Wassermenge eine Stunde lang gekocht, von diesem Momente an waren die Gährungserscheinungen constant und trat keine überschüssige Säure mehr auf. Die Menge des anzuwendenden Fleisches darf 50 Th. auf 100 Th. Mehl nicht übersteigen, zahlreiche Versuche bewiesen, dass dann die Gährung eine unvollständige ist. Das so erhaltene Brot hat ungetrocknet einen angenehmen Geschmack, welcher sich durch Zusatz von Salz verbessern Hesse, wenn dadurch das Brot nicht hygroskopisch würde. Zur besseren Conservirung setze man dem Brote 10 Proc. feines Knochenmehl hinzu, welcher Zusatz den Geschmack nicht beeinflusst. Fluid Meat (flüssiges Fleisch), ein theurer concentrirter syrupdicker Fleischsaft, dessen Eiweissgehalt in Pepton umgewandelt ist oder sein soll. Die Farbe ist braun, der Geschmack und Geruch erinnert an Fleischextract und Leim. 2 Esslöffel sollen 625 g Fleisch entsprechen. Nach Rubner besteht daB Präparat aus 79,21 Proc. Trockensubstanz und 20,79 Proc. Wasser, 18,64 Proo. Asche. Zur Darstellung eines ähnlichen Präparats löst man 100 Th. Buschen- THAi,'sches Fleischextract, 8 Th. Kochsalz und 4 Th. Kaliumchlorid in 20 Th. Wasser und 12 Th. Weingeist, lässt absetzen und decanthirt. Meat-Juice, Valentine's, ein concentrirter, im Vaeuum eingedickter Fleischsaft in Flaschen zu 60,0, angeblich entsprechend 2000,0 Fleisch und Eiweisa enthaltend. J. Forster fand eine schwach saure Reaction, 40,84 Proc. feste Substanz, 59,16 Proc. Wasser. Die feste Substanz ergab in Proc. von dem Gewichte des Fleischsaftes 13,88 Asche, 26,96 verbrennliche Stoffe, 0,73 Ei- weiss, 3,45 Stickstoff und 20,50 in 90 proc. Weingeist nicht lösliches. Hagek fand (ph. Centralh. 1879, S. 213, 214) 1,8 Proc. Eiwcisssubstanz, 70 Proc. in Weingeist lösliches, 49,1 Proc. feste Substanz und 9,79 Proc. Asche. (Die 1. c. angegebenen 18 Proc. Eiweiss sind einem Druckfehler zuzuschreiben.) Hagek fand in einem Fläschchen 72 g Inhalt; Preis einer Flasche 5 Mk. Dass das Präparat ein vortreffliches ist, unterliegt wohl keinem Zweifel, es ist nur zu theuer und wird es durch die billiger zu beschaffenden Fleisch- extracte Liebig's und Anderer vollkommen auch ersetzt. Bezugsquelle CorbyN, Stacey & Cp., 300, high Holborn, London, ferner Wittig & Benkendore, grüne Apotheke, Chausseestr. 21, Berlin. Mastvieupulver von L. Barthold & Cp. (Dresden) scheint ein pulveriges Gemisch aus Weizen- und Roggenkleie, grobem Roggenmehl und Fleischmehl mit 5 Proc. denaturirtem Viehsalz zu sein. Heinrich fand in Procenten 9,6 Feuchtigkeit, 90,4 Trockensubstanz, 8,08 Fett, 47,25 Kohlehydrate, 27,30 Proteinkörper, 1,72 Rohfascr, 6,05 Asche, wovon 4,67 Kochsalz. Viertel-Originalbüchse mit 750 g Inhalt wird mit 5 Mark bezahlt, während nach Berechnung des Nähr- werthes pro Centner 9 Mk. den wahren Werth darstellen sollen. Fleischfaserzwicback für Hunde aus New-York, ein künstliches Futtermittel aus Mehl, Fleischfaserstoff, Datteln und anderen „Ingredienzien," welches die Verabfolgung anderen Futters überflüssig machen, sowie dem Thiere besonders Ausdauer, kräftige Muskeln und starke Knochen verleihen soll, enthält nach E. Kern's Untersuchung eingetrocknete Fleischfaser, neben derselben aber auch beträchtliche Mengen structurloser hyaliner Knorpelmasse. Das Verhältniss der stickstoffhaltige» Nährstoffe zu den stickstofffreien Bestandteilen ist wie 1 : 3,70. (50 k 24 Mk.) Mehl für Geflügel aus New-York, ein künstliches Futtermittel aus gemahlenem Fleischfaserzwieback, Mehl, Lupinen und Sonnenblumensamen, als Eier erzeugendes und nährendes Futter für Geflügel empfohlen. Die mikroskopische Untersuchung lässt nach E. Kern die Anwesenheit eingetrockneter Fleischfaser zwar erkennen, Caro. Fleischpriifung. 205 doch zeigen sich neben derselben beträchtliche Mengen structurloser hyaliner Knorpelmasse, neben einem Gehalt von 5,58 Proc. der lufttrocknen Substanz an Calciumcarbonat. (50 k 24 Mk.) Das Fleisch, obgleich in der elementaren Zusammensetzung gleichartig, zeigt dennoch bedeutende Verschiedenheiten, je nach Art, Alter und Ernährung des Thieres. Die Erkennung der verschiedenen Fleischarten wird nur durch e ine oft wiederholte praktische Anschauung eine sichere. Der Feuchtigkeitsgehalt variirt zwischen 70—83 Proc. Das Fleisch alter oder schlecht genährter Thiere ist stets das wasserreichere. An der Consistenz, der Farbe, dem Geruch des die Muskelfaser begleitenden Fettes lässt sich in den meisten Fällen das Herkommen des Fleisches beurtheilen. Verdorbenes, ungesundes Fleisch. Ein frisches und gesundes Fleisch zeigt seine ihm eigenthümliche lebhafte rothe Farbe, ergiebt beim Druck mit dem Finger darauf eine gewisse Festigkeit, verschwistert mit einer eigenthümlichen Geschmeidigkeit und Elasticität. Die mit dem Finger bewirkte Vertiefung verschwindet mit aufhörendem Drucke, ein Hervortreten des Saftes darf an der gedrückten Stelle nicht stattfinden und d r Finger darf nicht nass werden. Das Verhalten des guten Fleisches beurtheilt man sehr bald, wenn man ein solches Fleisch 0 «er befühlt, überhaupt durch die Sinne prüft. Je wärmer und feuchter die Temperatur der Luft, um so leichter und schneller geht das Fleisch in einen putriden Zustand über. Dieser Zustand g;ebt sich zu erkennen durch den Geruch, durch Annahme einer dunkleren oder Vl oletten oder schwärzlichen Farbe, Fliegen drängen sich, sich auf das Fleisch zu 8etz en, Eier darauf zu legen und dann wird das Fleisch der Wiith von Maden- onien. In der kälteren Jahreszeit tritt der Zersetzungsproeess später ein und geht dann auch nur langsam vorwärts. Bei einer Temperatur unter dem O-Punkt ms hinauf auf + 2<> C. findet keine Alteration statt, bei + 2 bis 5° C. tritt >e unmerklich ein und erst nach Verlauf von 5—8 Tagen macht sie sich den ^nne n i m geringen Maasse kenntlich. Das dem freiwilligen Zersetzungsprocosse ^enallene Fleisch verändert die Farbe, es wird missfarbig, beim Druck mit dem p! nser fühlt es sich mehr oder weniger schwammig an, der zurückgezogene f mger ist an der Stelle, an welcher er mit dem Fleische in Berührung war, u . c ht; auch wohl klebrig-feucht. Bei kräftigerem Zusammendrücken des Fleisches wischen den Spitzen des Daumens und Zeigefingers quillt klebrige Feuchtigkeit ervor, Woim ^ ag pie^ch ; n e j nem Zustande ist, in welchem es selbst durch raten nicht mehr in eine geniessbare Form versetzt werden kann. Der Geruch Wl rd letzteres bestätigen. Man bedient sich auch wohl der empirischen Methode, pP. ca " 10 S schweres Fleischschnit/.el mit Kraft gegen die perpendiculär gehaltene Fläche der linken Hand zu werfen. Klebt es dieser so an, dass es nicht alsbald abfällt, so ist das Fleisch verdorben. Das Fett widersteht der Fäulniss am längsten, es kann desshalb kein Merkmal in der Prüfung abgeben, wohl aber eignet sich das Gewebe an den Stellen, an welchen Fettschichten die Muskelfasercomplexe durchsetzen, zu berühren, zu drücken und zu streichen. Hier sondert sich der Saft des verdorbenen Fleisches am reichlichsten ab, welcher durch das Maass seiner klebrigen Beschaffenheit die vorgeschrittene Zersetzung sicher erkennen lässt. Während ein Fleisch eines nicht alten und gut ernährten Thieres, also ein gutes und gesundes Fleisch durch Kochung weder einschrumpft, noch am Gewicht stark Einbusse erleidet, noch hart und zähe wird, beobachtet man an dem Fleische alter oder schlecht ernährter Thiere das Gegentheil. Durch Austrocknen 206 Caro. Amyloi'd. Milzbrandbacterien. lässt sich dieser Unterschied leicht feststellen. Das Muskelfleisch der guten Qualität klein geschnitten und völlig in der Wärme des Wasserbades ausgetrocknet verliert höchstens 73 Proc. Feuchtigkeit, die schlechtere Sorte dagegen bis zu 83 Proc. Das Fleisch, welches weniger als 70 Proc. Feuchtigkeit enthält, ist auch das vorzüglichste. Die Abkochung eines frischen Fleisches reagirt schwach säuerlich, und Geruch und Geschmack sind nicht unangenehm, diejenige eines Fleisches, welches faulig alterirt ist, ist alkalisch und Geruch und Geschmack sind widerlich. Das frische Fleisch mit 10 proc. Aetznatronlauge zerrieben giebt kaum Spuren Amnion, das alterirte Fleisch dagegen reichlich Ammon aus. Diese letztere Reaction er- giebt meist auch ein Fleisch von Vieh mit einer ansteckenden Krankheit. Unter dem Mikroskop wird das gesunde und frische Fleisch eine klare mehr oder weniger durchsichtige Muskelfaser zeigen, das alterirte oder kranke Fleisch eine weniger klare und weniger scharf begrenzte Muskelfaser, begleitet von ungewöhnlichen Gebilden (vergl. weiter unten). Die Aufstellung einer Charakteristik guter und gesunder Fleischconserven ist eine schwierige Aufgabe. Hier kann nur der Vergleich mit guter Waare zu einem richtigen Urtheile führen. Krankhafte oder parasitische Gebilde im Fleische giebt es eine grosse Menge. Hier können nur die wichtigsten Erwähnung finden. AmyloTd. Mit diesem Namen bezeichnet man eine eigenthümliche, den Ei- weisskörpern verwandte, also stickstoffhaltige Substanz, welche in gewissen Erkrankungen der Leber, Milz, Nieren sich anatomisch durch Einlagerung einer homogenen, stark lichtbrechenden scholligen Masse in die Gewebe zu erkennen giebt und die amyloide Entartung darstellt. Die amyloide Substanz wird durch wässrige Jodlösung mahagoniroth und bei nachherigen Zusatz von Schwefelsäure blau gefärbt. Heschl fand, dass das Dahliablau (die Basis der Leon- HARDi'schen Tinte) auch Jodviolett genannt, die amyloiden Theile roth, die anderen Theile aber blau färbt, ohne die Durchsichtigkeit des Gewebes zu stören, wie jene (MEissEL-ViRCHOW'sche) Jod-Schwefelsäurereaction. . oo&l Tip. VJ. Tollender sehe Korperchen im Milzbrand- Fig. 13. ig Schleimgerinsel, .1 in stärkerer Vergr.. blute, 800fache Vergr. e Eiterkörnerchen, p Gahrpilze, 1. : >0fache Vergr. Mikbriuidkctcrien, PoLLENDKR'sche Körperchen {Bacterium anthracirum BOLLINGER, Bacillus anthracis Cohn) im Blute an Milzbrand leidender oder Caro. Psorospevmien. 207 verendeter Thiere sind mikroskopisch kleine cylindrische stäbchenförmige, glatte, einer freiwilligen Bewegung nicht fähige Gebilde. Das Blut ist damit überfüllt. Eine Verwechselung mit Blutkrystallen ist nicht gut möglich und wäre durch eine stärkere mikroskopische Vergrösserung zu constatiren. Die gewöhnlichen bewegungsfähigen Bactcrien, Micrococcen, Vibrionen, Bacillen kommen in dem Blute der milzbrandkranken Thiere nicht vor. Die Milzbrandbacterien sind keine organisirten Wesen (Harz). Dass sie den Milzbrandinfectionsstoff darstellen, ist noch nicht sicher erkannt. Bei der Untersuchung ist Vorsicht nöthig und ist es gut, wiederholt an Aether zu riechen, auch einige Tropfen davon einzunehmen. Synchytrium Mischerianum , MiKöCiiKii'sches oder lUiNEY'sches Kör- Perchen, Psorospermie. Mit diesen Namen bezeichnet man Organismen, welche den Gregarinen sich anreihen, innerhalb des Zellgewebes innerer Organe des Thieres. Eine zarte Hülle, bestehend aus structurloser Membran, in ovaler oder wurmförmig gestreckter oder schlauchartiger Form umschliesst eine körnige Masse, bestehend aus mikroskopisch kleinen kugligen oder # eiförmigen Zellen mit Zellkern. Die Hülle und Zellkern fohlen zuweilen und ist die körnige Masse p«. Fig. 14. Miescher'sche Körperchen oder Schlauche und (oben rechts) der ausgeärBcite körnige Inhalt derselben in den Muskelfasern, 30—50fach Tergr. zwischen den Fleischfasern zerstreut gebettet. Die Hüllen mit ihrem Inhalt sind von verschiedener Grösse, mikroskopisch klein bis bohnengross und durchsetzen das Fleisch oft massenhaft, dasselbe graustreifig und missfarbig erscheinen lassend. Obgleich eine Psorospermienhülle mit ihrem körnigen Inhalte farblos ist, so erscheint sie unter dem Mikroskop grau und zart punktirt, so dass sie sich von der klaren und durchsichtigen Muskelfaser leicht unterscheiden lässt. Ueber den pathologischen Werth dieser Gebilde ist man noch nicht zu einem sicheren Schlüsse 208 Caro. Bacterien, Micrococcen. gekommen und man hält sie für unschädlich. Es kommt eben auf ihre Menge an und hat man beobachtet, dass Schafe daran verendet sind. Schweine, in denen diese Gebilde häufig vorkommen, scheinen in ihrem Wohlbefinden zwar wenig irritirt zu werden, dennoch schmeckt ein von Psorospermien durchwuchertes Schweinefleisch weichlich und nicht kräftig und ein solches Fleisch neigt stärker zur Fäulniss. Dass ein solches Fleisch roh genossen dem Mensehen nicht zuträglich ist, dass Menschen, welche solches rohes Fleiseh mit Begierde assen, später kränkelten und besonders zu Hydrops neigten, glaubt Hagek beobachtet zu haben. Gekocht oder gebraten ist dieses Fleisch sicher unschädlich und wurde dasselbe auch bisher polizeilich nicht beanstandet. Der durch das Gefilge der Muskelfasern zerstreute Inhalt der Psorospermien- bläschen ist nicht zu verwechseln mit Schleim-, Eiter- und andern Körperchen, Micrococcen etc. Bacterien, Micrococcen, Eiter, Schleimkörperchen und andere, dem gesunden Fleische nicht angehörende Gebilde. Um das Fleisch mikroskopisch auf seine Brauchbarkeit und Verwendbarkeit als Nahrungsmittel zu prüfen, ist eine sichere Kenntniss von Form und Gestalt der Müo n Muskelfaser und Fettbläschen, überhaupt die Kenntniss von den Gewebeelementen des Fleisches nothwendig, denn dann sind abweichende Gebilde wie Bacterien, Micrococcen, Spirochaeten, Eiterbläschen, Schlc : mkörperchen, Lymphkörper- chen etc. leicht zu erkennen. Viele der Bacterien, wie Bacterium termo, Spirochaete, Spirillum, erfreuen sich lebhafter Bewegung und entgehen daher dem Auge nicht. Sie sind Anzeichen, dass das Fleisch der freiwilligen Zersetzung entgegen geht und nicht gesund ist. In Hageb's Mikroskop und seine Anwendung finden sich mikroskopische Abbildungen vom Eiter, Sehleim, Lymphkörperchen, Gährpilzen, Blut, Sarcinien etc. Demselben eine Durchsicht zu widmen, auch selbst Versuche anzustellen, Fleisch faulen zu lassen und mikroskopisch zu prüfen, sei denen empfohlen, welche in die Lage kommen können, nach dieser Seite hin Gutachten oder ein Urtheil abgeben zu müssen. Fig. 15. B Bacterium termo, M Micrococ in, S Spirochaete, Spirillum tenue (Bacterien in Spi- Tillenform,), JE Eiterkörperchen. Trichina spiralis Owen, Trichine, ein Rund wurm aus der Ordnung der Fadenwürmer oder Nematoden, ein Schmarotzer im Muskelfleische vorwiegend der Schweine, dann in dem Fleische der Menschen und vieler Thiere, wie Katzen, Hunde, Ratten, Mäuse, Füchse, Iltis, Marder, Hamster, Dachs, Igel, Waschbär, also Thieren, welche Fleisch fressen, dass aber auch die Trichine auf Nicht- fleischfresser übertragen ist, unterliegt keinem Zweifel und kann sie auch im Kaninchen und Hasen vorkommen. Geniesst der Mensch (oder das Thier) trichiniges Fleisch, in welchem die Trichine noch auf der Wanderung durch dia Muskeln begriffen ist oder bereits einen Ruhepunkt als eingekapselte, d. h. als eine kalkige eiförmige Hülle eingeschlossene Trichine gefunden hat, so entwickelt Caro. Trichine. 209 sie sich im Darmkanale geschlechtlich. Die männliche Trichine zeichnet sich durch zwei lappenartige Fortsätze am Schwanzende aus. Die weibliche Trichine, Trichinenmutter bringt eine Woche nach Einführung in den Magen etwa 100 lebendige Junge (Embryonen) zur Welt und fährt in dieser Erzeugung 6—8 Wochen, Während der Lebensdauer der Muttertrichine, fort, so dass dieselbe 500—1000 Embryonen entleert. Die Embryonen wandern in die Muskeln über und in diesen Leiter, zugleich wachsend und an Grösse zunehmend, finden endlich einen Ruhe- Pnnkt, rollen sich spiralig zusammen, die Lagerstelle ausbuchtend und dieselbe reizend, so dass sich um die Trichine eine Lagerung einer kalkhaltigen Haut Wdet, welche an Dicke zunimmt, bis endlich die Trichine von einer undurch- S| chtigen Hülle umschlossen ist. Eine solche Kapsel beherbergt gewöhnlich eine, zuweilen auch 2—4 geschlechtslose Trichinen. Diese Wanderung der Embryonen 'n die Muskeln, mag sie auf dem Wege der Blut- und Lymphgefässe oder durch Durchbohrung der Darmwände geschehen, dauert so lange als Embryonen zur Welt kommen. Die Wanderung in den Muskeln ist ebenso eine unausgesetzte, bis ein Hinderniss entgegensteht. Ein solches Hinderniss bilden die sohnigen Ansätze der Muskeln, durch welche diese an die Knochen angeheftet sind. Hier kommen die wandernden Trichinen meist zur Ruhe und kapseln sich ein. Um die sehnigen Ansätze herum und an den sehnigen Zwerchfellansätzen findet man die meisten Trichinen. Wanderung und Einkapselung dauern 2—3 Wochen. In dieser Einkapselung zeigt die Muskeltrichine einen Scheintod und zwar so lange, bis sie in den Magen eines Thieres gelangt, dessen saurer Magensaft die kalkige Hülle löst und die Trichine frei macht. Es erfolgt nun die geschlechtliche Ent- wickelung, und in dem neuen Wirth erfolgt die Vermehrung und Wanderung wie angegeben. Die in Folge dieses Vorganges entwickelte Krankheit, Trichiniasis oder Trichinose, endet sehr häufig letal. männlichen Trichine. Fig 17. Weibliche Trichine, 200 mal vergr. Fig. IS. Eingekapselte Trichine, (10 bis 8(1 mal vergr. Die weibliche Darmtrichine hat eine Länge von 1 bis 3 mm, die männliche v °n 0,8 bis 1,5 mm, die Embryonen von 0,08 bis 0,13 mm, die Muskeltrichine von 0,7 bis 1,0 mm. Als Untersuchungsobjecte reichen 5 bohnengrosse Muakel- eischportionen aus, entnommen aus verschiedenen Theilen des Körpers aus der ■Nähe der Sehnenausätze, darunter hauptsächlich 1—2 Portionen des sehnigen neues des Zwerchfelles oder Bauchfelles. Dass der Genuas von Branntwein, Wein, besonders der Aqua Vitae antitri- etnnotica die Entwickelung der Trichine stört, selbst verhindert, ist durch die Erfahrung erwiesen. Durch Kochung werden die Muskoltricliinen getödtet und nra so sicherer, wenn die zu kochenden Fleischmassen nicht dicke Stücke bilden. Die Erforschung des Lebens, der Entwickelung und Fortpflanzung der Trichinen verdanken wir besonders den Forschern Zenker, Virchow, Leuckabt. H ager, Phi-m. Praxis. Supnl 14 210 Caro. Strongyliden. Ollulanus tricuspis Leuckaet, Ollulane, ein Strongylide, welche Leuckaet zuerst in der Magenschleimhaut einer Katze antraf und auch bei Wiederkäuern und anderen Thieren beobachtete, lebt wie die Trichine und kapselt aich wie diese ein, zeigt mit dieser überhaupt eine auffallende Aehnlichkeit. Ollulanus gebärt lebendige Junge, welche fast 1 / 3 des mütterlichen, 1 mm langen Körpers messen (0,32 mm). Der Leib ist schlank (0,015 mm dick), mit einfach abgestumpften Mundende und einem kurzen Schwänze, dessen Ende S-förmig gekrümmt ist. Der Oesophagus (Speiseröhre) nimmt über l / 3 , fast die Hälfte des gesammten Tractus intestinalis ein und sein hinterster kolbig verdickter Theil lässt helle Bläschen durchscheinen. Diese Embryonen kommen nur zu 3 Stück im Mutterleibe zugleich vor. Sie finden sich im Magen, im Darminhalte und durchwandern den Wirth wie die Trichinen. Der Pleuraüberzug, das Diaphragma, die Leber, die Lungen des inficirten Thieres sind mit zahlreichen Cysten (von 0,15—0,2 mm Länge) besetzt, welche einen auch mehrere Embryonen einschliessen. In einer Maus, welche mit ollulanenhaltigem Fleische gefüttert war, fand Leuckaet Fig. 19. Eoibryo des Ollulanus tricuspis. SOfache Vergr. Fig. 20. Embryo der Strongylus filaria. 25fache Vergr. 6 Wochen später mehrere hundert als eingekapselte Muskelbewohner. Die Kapseln entbehren der inneren Schale, welche der Trichinenkapsel eigen ist. Die Wand der Kapseln besteht aus einfachem Bindegewebe, äusserlich von wuchernden Kernen umgeben und zahlreiche Körnchenzellen einschliessend. Den eingekapselten Wurm fand Leuckaet bis zu 0,8 mm gross. Dass dieser Wurm den Tod der Katze, in welcher Leuckaet ihn zuerst erkannte, bewirkte, unterliegt keinem Zweifel und wird er auch in den Verdauungskanal des Menschen gelangend, sich gefahrdrohend erweisen. Strongylus commutatus traf Leuckaet in den Lungen der Hasen und Kaninchen, Strongylus commutafus im Verein mit Str. ßlaria in den Lungen der Schafe an. Die Embryonalform ist der vorstehend angegebenen ähnlich. Die Embryonen entwickeln sich nesterweise in den feineren Bronchialästen und deren Enderweiterungen in dem Maasse, dass sie Ursache zu bedeutenden Entzündungen werden. Eine Wanderung durch die Gewebe des Wirthes scheint nicht stattzufinden, wahrscheinlich weil sie dicker und plumper als die Embryonen von Ollulanus tricuspis sind. Sie unterscheiden sich von diesen durch eine geradgestreckte Schwanzspitze. Die kleinsten, noch nicht geschlechtlich differen- zirten Exemplare von Strongylus ßlaria maassen 3 —5 mm und wurden in der Luftröhre gesunder Schafe angetroffen. Zwerchfell und Bauchfell der Fledermäuse, Igel, Wiesel, Raubvögel fanden die Forscher R. Owen, Leuckabd, v. Sieboed u.a. oft von Tausenden eingekapselter Nematoden durchsetzt, sie fanden selbst wirbellose Thiere, z. B. Mehlkäfer, Mistkäfer als Wirthe dieser Würmer. Caro. Ascaris-Arten. 211 Im Mäusekoth findet man häufig Embryonen der Spiroptera obtusa in circa 0,04 mm langer bräunlicher Eihülle, aus zwei Schichten bestehend, worin der Embryo in Form eines 0,14 mm langen und 0,01mm dicken Spulwurmes eingebettet liegt. Das abgestumpfte Endo desselben zeigt eine stachelförmige Hervorragung und die Schwanzspitze drei Papillen. Diese Embryonen in der Eihülle gelangen in den Darm der Mehlwürmer, welche den Mäusekoth benagen, entwickeln und vermehren sich in diesen Würmern und dauern als eingekapselte Würmer aus, bis sie wieder in den Magen der den Mehlwurm fressenden Maus gelangen. Die sogenannten Maulwurfs trichinen sind nach Leückart auch nur eine Ascaris- Art. Sie trifft man frei und eingekapselt an. Sie gehen wie Trichinis spiraiis in andere Thiere über, welche die Maulwürfe fressen. Trichocephalus a fjmis, Oxyuris vermicularis, Dochmius duodcnalis, Dochmius trigonocephalus sind häufig angetroffene Würmer, welche im Menschen und in den Hausthieren vegetiren, sich einkapseln und mit Trichinen verwechselt werden können. In den Fischen finden wir die Muskel- und Fleischnistler besonders häufig Und viel vertreten, z. B. treffen wir im Fleische des Dorsches und anderer Seefische, welche als Nahrungsmittel dienen, die stricknadeldicke und 2—3 Ctm. lange Filaria piscium oder Ascaris capsularis, welche von einer Gewebekapsel eingeschlossen, also auch eingekapselt ist, zu vielen Hunderten an. Diese Kapsel in den Magen anderer Thiere gelangend, öffnet sich und ihr Bewohner "wächst zu einer Ascaris aus. Diesen Wurm finden wir oft in den Gedärmen der anderen Raubfische, der Seehunde, der Schwimmvögel sich vermehrend und seine Embryonen in das Fleisch seiner Wirthe versendend. Im Weissfisch {Leuciscus albumus) findet man gewöhnlich im Gekröse 1 mm grosse Kapseln, welche eine sogenannte Trichina cyprinorum, eine Ascaris-Art, emschliessen. In den Hechten sind diese und andere ähnliche Nematoden gar nicht selten. Gucullanus elegans (Kappenwurm) des Barsches wird bis zu 16—20 mm ang und zeichnet sich durch ein pfriemenförmiges Schwanzende aus. Mit Hülfe >eses Schwanzes sieht man nicht selten eine Menge von Embryonen zusammenjagen und kräftig schnellende Bewegungen ausführen. Die kleineren, 0,4— ^b mm langen und 0,04 — 0,05 mm dicken Em- ryonen könnten mit Trichinen verwechselt werden, ^ S , ®"-lt ihnen aber die schlanke Form, und unterscheiden si e sich durch das dicke Kopfende und spitze Schwänzende. Es giebt ausser den vorstehend angeführten noch eme Menge Nematoden, welche bei Untersuchung des leisches in Betracht kommen, von denen aber die meisten sicher durch Kochen des Fleisches getödtet e ruen und dann die Gesundheit des Fleischessers nicht vr° , ro en> Demjenigen, welcher über diese Parasiten alleres zu wissen wünscht, sei Leuckakt's Men- 8 chen-Parasiten empfohlen. Fig. 21. Embryo des Cncullanus elegans. 20fache Vergr. Cysticercus, Finne. Der Blasenwurm des ge- bulichen Bandwurmes, Taenia solium, findet sich ^ m 'läufigsten im Schweinefleisch, die Finne von laenia mediocanellata dagegen oft im Rindfleisch. Ule Finne von Bothriocephalus latus, welche nur im Wasser vorkommt, dürfte "ach Leuckaut durch den Genuss von Fischen in den Menschen überwandern. 14* 212 Caro. Cysticercus. Finne. Bandwurm. Die Finnen, wenn sie auch verschiedenen Bandwurmarten angehören, sind sich in der Gestalt und Form ziemlich ähnlich. Sie wohnen zwischen den Fasern des Fleisches ihrer Wirthe und bilden mit unbewaffnetem Auge erkennbare weiss- liehe oder halbdurchsichtige, mehr oder weniger walzenförmige, Senfkorn- bis erbsengrosse Blasen innerhalb einer häutigen weissen Kapsel, welche mit dem umgebenden Fleische verwachsen ist. In dem Fleische der Schweine (zuweilen im Fleische des Rindes und anderer Thiere, auch im Fleische des Menschen) findet man die Finnen häufig in unzähliger Menge. Unter dem Mikroskop findet Fig. 22. Schweinefinne (vergr.). Bandwurm- Jtiteinge- Mitvorge- oder stülptem strecktem Finnenkopf. Kopf. Kopf. Fig. 23. Die im Rinde vorkommende Finne der Taenia mediocanellata. Diese Finne ist 3—5 mm lang. Fig. 2i. Hakenkranz des Finnen- oder Bandwurmkopfes. 50 mal. Vergrößerung. man an dem Kopfe schon bei schwacher Vergrösserung vier wulstige, in ihrer Mitte vertiefte Erhabenheiten, Saugnäpfe, und inmitten derselben einen Hakenkranz, dessen Haken zweierlei Form und Grösse haben. Gelangt die Finne lebend in den menschlichen Magen, was beim Genüsse rohen Schweine- und Rindfleisches, oder roher Wurst, oder nicht genügend gekochten Fleisches geschieht, so entwickelt sie sich hier zum Bandwurm, indem der Kopf sich an die Wandung der Verdauungswege ansaugt und festsetzt, die Blase aber abfallt und dafür sieh bandförmige Glieder (Proglottiden genannt) entwickeln, deren Zahl viele Hunderte erreicht, so dass ein Bandwurm bis zu 3 m Länge und mehr auswächst. Der Kopf des gewöhnlichen Bandwurmes (Knrbisbandwurra, Taenia solium) hat eine Breite von circa 1 mm, der darauf folgende ungegliederte Hals eine Länge von 10—15 mm, die folgenden Proglottiden oder Glieder eine Länge von 0,1—13,0 mm, und zwar sind sie um so weniger lang, je näher sie dem Kopfe liegen. Die Breite der Glied 61 beträgt 1,3 — 6,3 mm. Inmitten de* Gliederkette läuft der Fruchtbehälter, welcher in den untersten und letzten Gliedern die Eierbildung besorgt. Diese Glieder erlangen einen gewissen Grad der Reife und trennen sich gefüllt mit Eiern von selbst ab, um mit dem Darm- Die reifen Glieder entleeren ihre Eier ?'../. Fig 25 Taenia solium. k Kopf von der Seite gesehen (stark vergr.), g eine Proglottide mit Uterus und Geschlechtsftll'nung (vergr.), e ein Fi der Taenia solium mit Schale, äusserer Gallerthülle und Dotterkern. (Stark vergrössert.) inhalte nach aussen entleert zu werden. durch eine besondere, an dem Seitenrande liegende Mündung. Das Bandwurmei, Caro. Wurst-Untersucliung. 213 0,02—0,03 mm im Durchmesser, erscheint unter dem Mikroskop als ein braunes, kugelig ovales Körperchen. Gelangen diese Eier in den Magen oder Darmkanal des Menschen, des Schweines oder eines anderen Thieres, so entwickeln sie sich hier schnell und die Embryonen entschlüpfen ihrer Schale in Form kleiner wasserheller Bläschen, an denen sich 4—6 paarweise geordnete Häkchen entwickeln und welche nach allen Gegenden des Körpers wandern, um sich an irgend einer Stelle als Finne ( Cysticercus) auszubilden. Im Schweine findet der Embryo den zusagendsten Vegetationsboden. Bei anderen Bandwurmarten findet sich ein ähnlicher Generationswechsel und Entwickelungsvcrlauf. Durch Kochung wird sowohl die Finne als auch das Bandwurmei und der Bandwurm getödtet, ebenso durch Einpökeln, nicht immer durch lläuchorung. Vorstehende Angaben sind bei der Untersuchung, besonders der mikroskopischen Untersuchung des Fleisches zu beachten. Was nun die Untersuchung des Fleisches und der Fleischpräparate auf giftige Beimischungen und ihrer Verwendbarkeit als Nahrungsmittel betrifft, so verdienen folgende Angaben Beachtung. Bleihaltiges Fleisch. Das in verlötheten Blechbüchsen importirte Fleisch, sowie in gleicher Art verpackte Conserven haben sich in den Schichten, ■welche mit der Löthung in Berührung waren, bleihaltig erwiesen. Wenn nicht durch Beschauen mit der Lupe Bleimetall zu erkennen ist, so ist eine Einäscherung und der Nachweis des Bleies in der Asche nothwondig. Fleischwurst, Bratwurst mit Stärkemehlgehalt. Wurst gehört zu den zusammengesetzten Nahrungs- und Genussmitteln (vergl. Suppl. S. 177). Dem urstfabrikanten muss hiernach die Freiheit zustehen, die Wurst dem Geschmack und dem üblichen Verbrauche in Küche und auf dem Tisch anzupassen. Um nun eine Bindung der zerkleinerten Fleischmassen zu erreichen, den Fleischgeschmack angenehmer zu modificiren, setzen die Fabrikanten Stärkemehl oder höchst feines Weissbrotpulver zu 4—10 Proc. hinzu und sie haben diesen Zusatz schon seit der Zeit gemacht, seit überhaupt Fleischwurst in den Handel gebracht wurde. Die zur R aU0üeruU g bestimmten Würste erhalten keinen Stärkemehlzusatz, wohl aber alle die Wurstsorten, welche bald nach ihrer Anfertigung verzehrt werden. Wenn man alte und neue Kochbücher zur Hand nimmt, findet man au «h gewöhnlich einen Semmelzusatz verzeichnet, z. B. zur Brätwurst, Blutwurst. Dann ist der Consument oft daran gewöhnt, dass eine Fleischwurst einen Semmelzusatz enthält, und er glaubt in einer Wurst, wo dieser Znsatz fehlt, eine schlechtere Waare vor sich zu haben. Die vor einigen Jahren plötzlich in Manie ausartende Verfälschungsspürsucht land in dem kleinen Stärkemehl- oder Semmelzusatz eine Verfälschung, welcher Ansicht sich selbst an vielen Orten (z. B. in der Schweiz) die Polizei anschloss und die Fleischer als Fälscher verurtheilte, welche nur einem alten eingeführten Gebrauche gefolgt waren. Andererseits wiesen hier und da Chemiker sogar Stärkemehl in einer Wurst nach, welcher gar keine Stärkemehlsubstanz zugesetzt war. Die Chemiker stellten sich nicht die Frage, ob Fleisch nicht auch Substanzen enthalten könne, welche wie Stärkemehl resp. wie Glykose reagiren. In einigen Orten ist der Geschmack unter polizeiliche Controle gestellt und entweder der kohlehydratische Zusatz ganz untersagt oder bis zu einem bestimmten Maasse zugelassen. Die Wurstmacher forderten in einer in Berlin abgehaltenen Versammlung einen Zusatz bis zu 5 Proc. Stärkemehlsubstanz. Bei de r quantitativen chemischen Untersuchung müssen 2 Proc. kohlehydratischer Substanz als der Wurst von Hause aus angehörend angenommen werden und zwar 1/2 Proc. den zugesetzten Gewürzen und l 1 /» Pr oe- dem Fleische ange- 214 Caro. Wurstuntersnclmng. hörend. Letzterer Procentsatz ist etwas höher, als gewöhnlich angetroffen wird, doch ist der Fall denkbar, dass das Rindfleisch von Vieh stammt, welches hauptsächlich durch Schlempefütterung gemästet wurde. Bei Pferdefleischwurst ist dieser Procentsatz sogar auf 2'/ 2 Proc. zu erhöhen. Die Bestimmung des Stärkemehls in der Fleischwurst wird nach Medicus und Schwab's Angabe dadurch ausgeführt, dass man die Wurstmasse mit Malz- aufguss mehrere Stunden bei 40—50° digerirt, filtrirt und in dem Filtrate Maltose und Dextrin durch Zusatz von Salzsäure und Kochen in Glykose überführt, dann mit kalischer Kupferlösung titrirt. Von dem Resultate sind, wie bemerkt, 2 Proc. in Abzug zu bringen, denn es kann nicht bestritten werden, dass Dextrin oder Stärkegummi im Blute und der Leber der Herbivoren vorkommt, besonders reichlich im Pferdefleische. Glykogen ist ferner eine animalische kohlehydratische Substanz, welche ein vorwiegender Bestandtheil der Leber ist und in dem Fleische der Herbivoren nie fehlt. Glykose ist im Blute und Fleische der Nutzthiere immer vorhanden, bald mehr bald weniger, wahrscheinlich aus Dextrin und Glykogen entstanden, auch im bebrüteten und unbobrüteten Ei. Bei pathologischen Zuständen ist Glykose besonders stark vertreten im Speichel, Schweiss, in Nieren, Lungen, Faeces, Harn bei Diabetes mellitus. (Inosit ist zwar auch kohlehydratischer Zusammensetzung, aber wirkt nicht redu- cirend auf kaiische Kupferlösung.) Behufs Untersuchung der Fleisehwurst auf Stärkemehlgehalt ist es das einfachste, 100 g der Wurst mit 5 g Oxalsäure zu versetzen und 4 Stunden im vollheissen Wasserbade zu erhitzen. Dann ist alles Stärkemehl in Glykose übergeführt. Man vermischt nun mit 2,5 g Aetzkalk, vorher in Hydrat verwandelt, hierauf mit 2,5 g kohlensaurer Kalkerde und füllt das Ganze bis auf ein Gewicht von 500 g mit Wasser auf, lässt einige Stunden stehen und colirt, den Rückstand im Colatorium mit Wasser nachwaschend, bis die Colatnr 500 CC. beträgt. Die Colatur filtrirt entspricht in 100 CC. 20 g der Wurst. Das mittelst kalischer Kupferlösung gefundene Glykosequantum mit 0,9 multiplicirt er- giebt die Menge des Stärkemehls, von welchem 2 Procent als den Bestandteilen der Wurst (dem Pfeffer und Fleisch) natürlich angehörend in Abzug zu bringen sind. Das Versetzen eines mit warmem Wasser bewirkten colirten Auszugs oder das Befeuchten der Wurstscheibe mit Jodwasser, um an der sich entwickelnden blauen Farbe die Gegenwart von stärkemehlhaltiger Substanz zu erkennen, ist nur dann anwendbar, wo ein jeder stärkemehlhaltige Zusatz überhaupt polizeilich untersagt ist, doch muss immer die Stärkemehlsubstanz aus Gewürzen z. B. aus Pfeffer- und Pimentzusatz zugelassen werden. ' in den Handel bringen, z. B. liegt für den Kaufmann keine Verpflichtung rln' S0 S ena "nten Nelkenstiele von den Gewürznelken zu trennen. Die ge- Seren, besonders die amerikanischen Sorten, kommen gewöhnlich mit 1— • j ^ elke nstielen vermischt in den Handel. Sind diese Nelkenstiele ganz, ° sm( \ ß ie natürlich leicht durch Absieben zu sondern, weniger leicht aber, v enn s i 6) w j e g ewi 5j ln ij c i l7 zerbrochen sind. In diesem Falle gehören sie also u der Waare und charakterisiren nur diese zu einer wenig geringer werthigen. e Beimischung der Nelkenstiele beträgt meist 3—4 Proc. Diese Nelkcnstiele, die Blumenstiele dos Nelkenbaumes, früher als Festucae ar yopliyii orum i n den Apotheken gehalten, benachtheiligen in geringer enge in keiner Weise die Gewürznelken. Man kann von ihnen sagen, dass »esc pharmaceutisch misscreditirte Waare besser als ihr Ruf ist, dass sie den eschmack des Gewürznelkenpulvers sogar angenehm modificiren und dessen scharfe für die Zunge erträglicher machen. Da sie auch reichlich mit Arom ausgestattet sind, welches dem der Gewürznelken ähnlich ist, da ferner der Ge- p 8S der Stiele nichts Nachlboiliges für die Gesundheit bietet, so liegt auch kein wund vor, auf welchen hin der Kaufmann zu verpflichten wäre, diese Nclken- r 1 e , vor der Pulvorung der Gewürznelken sorgfältig zu beseitigen. Deshalb ann ihn auch nicht, wenn er die mit einigen wenigen Proc. Stielen vermischten troff 611 '" Pulver verwandelt, der Vorwurf der Verfälschung oder des Betruges " en - Letzteres wäre doch nur dann der Fall, wenn er die auch als besondere treffi 220 Caryophyllus. Nelkenstiele. Waare in den Handel kommenden Kelkenstiele express den Gewürznelken beimischt und mit diesen in Pulver verwandeln lässt. In der pharmazeutischen Waare dürfen selbstverständlich keine Nelkenstiele vertreten sein. Fig. 28. Formen der Gewobeelemente der Gewürznelken. * Zellen mit Krystallen. (Kalkoxolat- krystalldrusen). /Bastfaser. oOelzellen. »p Spaltöffnungen, b Pollenkörner, h. TiOmal vergrö Querschnitt eines Holzbundeis. st Treppeugefass aus den Nelkenstielen. (200fache Vergr.) Fig. 29. A Gewürznelkenblüthenstiel (Nelkenstiel) in natürlicher Grösse. B Gewebeelemente der Nelkenstiele in 80—lOOfacher Vergr. Zu der mikroskopischen Untersuchung des Gewürznelkenpulvers verwendet man zunächst das nur mit verdünntem Glycerin gemischte Pulver, dann aber auch zur besseren Examination der Zellen und Gefässe eine Portion des Pulvers, welche mit verdünnter Actzlauge geschüttelt, in einem Filter gesammelt, mit Wasser abgewaschen und mit Glycerin gemischt ist. Es lassen sich folgende Formenelemente wahrnehmen: — 1) Oelzellen, unter der kleinzelligen Oberhaut liegend. — 2) Bastzellen, meist spindelförmige. — 3) Spiralgefässe, zum Theil in einem kleinzelligen Parenchym, dessen Zellen Krystallgruppen (Krystalldrasen) enthalten. — 4) Pollenkörner (Blüthenstaub- zellen). Diese erscheinen dreiseitig und sind dreiporig. — 5) Spaltöffnungen mit den beiden Schliesszellen. Die Formenelemente der Nelkenstiele zeichnen sich aus 1) durch dick- schichtig-wandige rundliche oder eiförmige Steinzellen, — 2) starke grössere Bast- bündel und lange spindelförmige Bastzellen, — 3) dickere treppenförmige Gefässe mit weiterem Lumen und grössere Parenchymzellen, also überhaupt durch grössere Gewebeelemente als in den Gewürznelken. Die Stein- und die grossen Bastzellen sind vorwiegende Elemente in dem Pulver der Gewürznelken. Verfälschungen des Gewürznelkenpulvers sind zerriebene Brotkruste, Eichelkaffee, zerriebene Oelkuchen aus Raps und Lein, hauptsächlich aber bereits extrahirte Gewürznelken oder sol- S (w * eher Gewürznelken, aus welchen bereits das Oel abdestillirt ist. Eichelpulver verräth sich durch seine Stärkemehlzellen, Fig. :io. Stärkemehl der Eichein. «120 mal, &250 mal vergr. welche denen der Hülsenfrüchte sehr ähnlich, nur kleiner sin» und einen langen und breiten Kernhöhlenspalt zeigen. Das Gewürznelkenpulver mit verdünnter Lösung des Ferrichlorids befeuchtet färbt sich blauviolett wegen des Gehaltes an Gerbstoff. Diese Reaction erfolg 4 Caryophyllus. 221 nicht, oder ist nur gering, wenn eine bereits extrahirte Waare vorliegt. Eichelpulver würde sich beim Benetzen mit Jodwasser leicht erkennen lassen. Die Prüfung ganzer Gewürznelken auf beigemischte extrahirte Waare ist bereits im Handb. Bd. I, S. 762, 763 angegeben. In Gewürznelken für den ökonomischen Gebrauch und den geringeren Sorten wären 15 Proc. taube Gewürznelken zulässig. Behufs Beantwortung der Frage, ob diese 15 Proc. natürliche taube oder ob sie extrahirte sind, dient die Bestimmung der Menge des schwefelkohlenstoffigen Extracts (siehe weiter unten). Taube Nelken geben 7— 10 Proc. Extract, bereits extrahirte aber bedeutend weniger (2—5 Proc). Die Schwimmprobe im Wasser lässt sich auf das Gewürznelkenpulver nicht ausdehnen, denn auch die extrahirte Waare sinkt im Wasser zu Boden. Hier ist in Stelle des Wassers eine bei gewöhnlicher Temperatur gesättigte Kochsalzlösung zu nehmen. Circa 4 CG. des Pulvers werden in einem Reagir- cylinder mit 15—20 CO. kalt gesättigter Kochsalzlösung von 15—18°C. eine Minute kräftig durchschüttelt. Die bei Seite gestellte Mischung wird nach "Vorlauf von 20—30 Minuten einige Male sanft agitirt, damit die durch Luftbläschen an dem Niveau der Flüssigkeit zurückgehaltenen Partikel Gelegenheit finden, zu Boden w» sinken. Nach 5—8 Stunden der Ruhe ist das Pulver guter Nelken total zu Boden gesunken. Das etwa am Niveau der Flüssigkeit verbleibende beträgt kaum den lOOsten Theil des geschüttelten Pulvers. Das Pulver extrahirtet Nelken hat sich in diesem Falle in zwei ziemlich gleiche Theile getheilt, die eine Hälfte ist Bodensatz, die andere Hälfte bildet die Niveauschicht. Das mit fettem Oele gefeuchtete Pulver wird eine höchst 'eine Bodenschicht und eine starke Niveauschicht bilden. Für ökonomische jW ecke und für ein Pulver aus einer geringen oder altlagernden Sorte Gewürznelken könnte eine Niveauschicht zugelassen werden, welche l / 3 von der Höhe er Bodenschicht einnimmt. Ist die Niveauschicht dicker, mehr als 1 / 3 betragend, 'st das Pulver ein schlechtes und der Verfälschung sehr stark verdächtig. Die Farbe der Kochsalzlösung ist bei gutem Gewürznelkenpulver nach 5— Stunden der Ruhe die des Weissweines. Ist sie fast farblos oder farblos, so ^Stauch eine Verfälschung vor, ebenso wenn sie dunkelfarbig ist. Mit Schwe- ,!■ ? nstoff oder Petroläther extrahirte Nelken färben die Kochsalzlösung nicht s arker und schwächer als gutes Gewürznelkenpulver. Die Beobachtung dieser .bung iß t ein sehr wichtiger Theil der Untersuchung. Auffallend ist, dass reines Wasser eine dunklere Färbung annimmt und sich mit Nelkenpulver, welches mit Schwefelkohlenstoff oder Petroläther extrahirt ist, sogar sehr dunkel färbt. Die Mischung des Pulvers mit der Kochsalzlösung wird der Filtration unterworfen. Das Filtrat ist von der Farbe des Ungarweines oder Weissweines. Es r educirt in der Wärme kaiische Kupferlösung und wird durch Pikrinsäure nicht getrübt. Es wird ferner durch Jodjodkalium dunkler gefärbt, giebt aber a nnt keine Jodreaction (Gegenwart von stärkemohlhaltigen Beimischungen). Gerbsäure erzeugt eine strohgelbe Trübung oder Fällung. Der filtrirte Aufguss mit kaltem Wasser ist meist dunkelgelbroth, j^er indifferent gegen Gerbsäure, auch gegen Pikrinsäure, selbst nach z von verdünnter Schwefelsäure erfolgt nur eine höchst unbedeutende Trtt- Ferrichlovid färbt violett. Schüttelt man das Pulver guter Gewürznelken mit Chloroform, so setzt »ich in der Ruhe zu Boden, höchstens schwimmt nach einer Stunde in der nlcrof ormschicht eine unwägbare Menge eines staubigen Pulvers. Giebt man nu n mehrere Tropfen Wasser hinzu und schüttelt eine Minute um, so tritt in Ruhe die Pulvermasse an das Niveau der Chloroformschicht, diese ist kaum bung. es der 222 Caryopkyllus. gefärbt und am Grunde sammeln sich Verfälschungszusätze, Mineral-Substanzen, welche schwerer als Chloroform sind. Zur Darstellung des Extractes mittelst Schwefelkohlenstoffs werden die gepulverten Gewürznelken auf dem Wege der Deplacirung und Filtration durch Glaswolle mit Schwefelkohlenstoff extrahirt, der Auszug in einem genau tarirten Glaskölbchen unter allmählicher Erwärmung des Wasserbades der Destillation unterworfen und dann der Rückstand im geöffneten Kölbchen im voll- heissen Wasserbade noch 20 Minuten hindurch erhitzt. In einem Kolben findet hier keine Verdampfung des ätherischen Oeles statt. Dann wird der Rückstand nach seinem Gewicht bestimmt. Diese Procedur hat nur einen Zweck, wenn es darauf ankommt zu bestimmen, ob ganz oder nur theilweise extrahirte Nelken vorliegen. Amboina-Nelken gaben 30 u. 34,5 Proc, Zanzibar-Nelken 28, 30 und 32 Proc, älteres Zangibar-Nelken-Pulver 25 Proc. Verdampfungsrückstand. Dieser hinterliess einer stärkeren Hitze (150° C.) in offener Schale ausgesetzt l / i2 —V'J seines Gewichtes Harzsubstanz. Diese Ergebnisse wurden aus sehr guten Sorten Gewurznelken erlangt. Eine sehr geringe und alt gelagerte, aber gut conservirte Sorte ergab schwefelkohlenstoffiges Extract 18 Proc, dessen Harzgehalt aber auf 1 / i seiner Menge stieg. Eine Sorte, welche 10,8 Proc. Oel ausgab, lieferte 14 Proc. schwefelkohlenstoffiges Extract. Man könnte hiernach einen Gehalt von 14 Proc. dieses Extractes als Mindestgehalt einer brauchbaren Gewürznelken- waare annehmen. Da der Gehalt an ätherischem Oele den Werth der Waare bedingt, so kann unter Umständen die Bestimmung desselben nothwendig werden. Die Extraction geschieht in ähnlicher Weise wie bei der mit Schwefelkohlenstoff, aber mit Petroläther oder Aether, welche hauptsächlich das Oel lösen. Der Oelgehalt variirt zwischen 9 — 22 Proc. In der Ostindischen Waare finden sich 16 bis 21, in der Afrikanischen 12—17, in der Amerikanischen 9—12 Proc. flüchtiges Oel. Der Harzgehalt ist ebenfalls kein stabiler und variirt zwischen 4—9 Proc Derselbe wird gefunden, wenn der Rückstand von dem destillirten Schwefelkohlenstoffauszuge in Weingeist gelöst und in einer offenen Schale eingetrocknet und bis auf 110° C. erhitzt wird. Der Oelgehalt der Nelkenstiele beträgt 4—5 Proc, der Harzgehalt 1,5— 2 Proc. Das mit fettem Oele gefeuchtete Pulver erkennt man, wenn man eine dünne Schicht des Pulvers zwischen feinem Postpapier mit dem Daumen drückt. Das reine Gewürznelkenpulver erfordert einen sehr bedeutenden Druck, ehe es Oeliges an Papier abgiebt. Dieses Oelige ist flüchtig, der Fleck verschwindet, nicht aber der aus gefettetem Pulver. Olcnm Caryophyllorum, Gewürznelken öl, ist ein Gemenge eines dem Terpenthinöle isomeren, wie Terpenthinöl riechenden Kohlenwasserstoffs (C I6 H 2 4) mit einem sauerstoffhaltigen, phenolartigen Oele, dem Eugenol. Jener Kohlenwasserstoff hat ein spec. Gew. von 0,918 und geht bei der Destillation zuerst über (leichtes Nelkenöl). Das Eugenol (CaH3.C3H5.OCH3. OH oder C l0 H 12 O 2 ), auch Nelkensäure, Eugensäure genannt, ist frisch farblos, vom Geruch und Geschmack der Gewürznelken, bei 18,5« C. von 1,063 spec Gew., bei 253° siedend, von kaum saurer Reaction, unlöslich in Wasser und Glycerin. Klei» 0 Mengen Salicylsäure kommen in Nelkenöl bisweilen vor (Fi.ückigeh). Mit Superoxyden und Oxyden der edlen Metalle in Contact kommend bewirkt das Gewürznelkenöl Explosionen. Gegen Kaliumhyperoxyd und Mercuri- oxyd verhält sich das Oel indifferent (R. Boettger). Behufs Prüfung des Gewürznelkenöls schüttelt man dieses mit kaltem Wasser Caryophyllus. — Cassia. — Castoreuin. 223 und filtrirt nach einiger Zeit. Das Filtrat darf nicht sauer reagiren, und giebt mit Ferrichlorid eine gelbweise Trübung, keine grüne oder anfangs ins Violette ziehende (Carbolsäure). Wenn man auf eine Wassersäule in einem Reagircylinder einige Tropfen des Gewürznelkenöls giesst, so sinken die Tropfen bei sanftem Rütteln des Cy- ünders auf den Grund der Wassersäule, ohne sich zu trüben oder mit einer trüben Wolke zu umgeben. Wenn man nun den Cylinder mit dem Daumen Bchliesst und zweimal langsam umwendet, so dass die Oeltropfen gezwungen sind, die Flüssigkeitssäule noch zweimal zu durchwandern, so bewahren die Tropfen die Durchsichtigkeit, bei weiterer Agitation gewöhnlich nicht mehr. Das Wasser aus dieser Probe giebt mit Ferrichlorid eine Trübung. Das Nelkenstengelöl weicht wenig von dem Gewürznelkenöl ab. Es ze 'gt im Geruch eine geringe Abänderung, auch ist es um ein Geringes specifisch leichter, aber immer schwerer als Wasser. Es giebt auch dieselben Reactionen. Zahnschraerzmittel, Cölner, zum Stillen des Zahnschmerzes, ist eine Mischung Ton 2 g Nelkenöl und 8 g Aether. (Schädlee, Analyt.) Cassia. Pnlpa Cassiac (Ph. Austr.). Eine Mischung von 3 Th. Pulpa Cassiae depurata und i Th. Zucker wird im Wasserbade bis zur gehörigen Musconsistenz abgedampft. Castoreum. Pharm. Centralh. 1879, No. 7 spricht Hager den Wunsch aus, und gewiss er Uebereinstimmung vieler Aerzte und Pharmaceuten, das Castoreum aus der , eiSc hatzkammer hinauszuwerfen, denn einerseits sind seine pkarmakodynauii- en Eigenschaften nicht grössere als die der Valerianwurzel, eher geringere, n zweitens ist es eine thierische Absonderung, daher ein ekelhaftes Medi- ament, welches das Schicksal der einst officinellen Stercoralia verdient. Die Ausgabe der Pharmacopoea Austriaca ist hier mit gutem Beispiele voran- f S a ngen und hat Castoreum nicht mehr recipirt. Hoffentlich wird eine neue sgabe der Ph. Germanica diesem Beispiele folgen. ,. ^ Um Abschiede des Castoreum aus dem Arzneischatz mögen einige gemütliche Notizen über die dem Biber entnommenen Arzneisubstanzen folgen. Der Biber scheint in alter Zeit über ganz Europa verbreitet gewesen zu em, denn IIippokrates, später Galen, Celsus, Aretaeus bedienten sich des ^ibergeüs bei Mutterbeschwerden und Krämpfen. Das Fleisch ist dem Rind- |8ch ähnlich, nur fettreicher und von nicht angenehmem Fleischgeruch. Der gebratene fette Schwanz galt in alter Zeit für eine Delicatesse. Das Fett, weißes u m die Castoreumbeutel lagert (Axungia Castorei), wurde zu erweichenden mreibungen^ auch zu Einreibungen gegen Nervenschmerzen und bei Lähmungen, »s tett aus dem Schwänze in Canada zu Pomaden wie bei uns das Markfett em ft UCh - ZU nerve nstärkenden Einreibungen gebraucht. Rondelet (1540) Satt di ° Biber K alle ala Mittel gegen den grauen Staar und als ein den Be- S ttungstrieb förderndes Mittel. Andere rühmten das Biberblut gegen Epilepsie entzündliche Zustände der Brustorgane, den Harn als Antidot (Alexiterium), 224 Caätoreum. Pferdestaub. Biberhaare zum Blutstillen der Wunden, die Zähne als Amulet beim Zahnen der Kinder, dagegen calcinirt und gepulvert innerlich gegen Bräune und Seitenstechen. Nach Plinius wird das Fell zum Einhüllen und Bedecken gichtischer Glieder gebraucht, nach Anderen in späterer Zeit zum Bedecken atrophischer Kinder, an Puerperalfieber daniederliegender Frauen und Wuthkranker empfohlen. Irgend ein Gelehrter wollte sogar gefunden haben, dass das Tragen von Biberpelzen das Gedächtniss stärke. Die Bibergeilsubstanz scheint schon vor Hippokrates ein Volksmittel gewesen zu sein. Es wurde gegen Nervenleiden jeder Art, auch gegen Epilepsie, selbst bei Gemüthskrankheiten von jeher angewendet und für ein Opium thieri- scher Herkunft gehalten. Gelegenheit zu vorstehender Aeusserung bot die von Godeffroy (Wien) veröffentlichte Untersuchung eines abnormen, aber allem Anscheine nach unverletzten Castoreumbeutels (Ztschr. d. Oesterr. Ap.-Ver. 1879, No. 3). Dieser Beutel enthielt nur ein Uebermass Calciumcarbonat und zweifelt Hager keineswegs an der Echtheit desselben, denn auch der Biber unterliegt Krankheiten und dürfte die übermässige Absonderung des Kalksalzes als ein pathologischer Vorgang zu betrachten sein, zumalen schon öfters in der Canadischen Waare bis zu 40 Proc., in Sibirischer Waare bis zu 45 Proc. Calciumcarbonat angetroffen wurde. So fand vor 50 Jahren Willem van Barnefeld in frischer russischer Waare 25 Proc. Kalkerde, entsprechend 45 Proc. Kalkcarbonat, Brandes über 55 Proc. verschiedener Kalkverbindungen. Dass Castoreum auch mit geringem Kalkgehalt vorkommt, ist wohl erklärlich, da Klima, Jahreszeit, Nahrung, Alter der Thiere nicht ohne Einfluss sind. Godei^froy fand in jenem Beutel: Kieselsäure .... 0.3305 'l'OO. Kohlensaures Calcium. 47.0690 n Durch Glühen flüchtige Substanzen . . . 52.5980 n Summa 99.9975 » Woingeistextract . . 7.723 n Aetherextract . . . 12.380 n Petroleumätherextract. 3.402 n Chloroformextract . . 0.386 n Wasserextract . . . 3.553 » Ammoniakextract . . 2.394 n Feuchtigkeit .... 4.425 n B Pferdestaub, Striegelstanb, der durch Striegel und Kartätsche von der Haut der Pferde gesammelte Staub, kann ein Gegenstand in gerichtlichen und polizeilichen Untersuchungen werden, einmal wird er von Knechten und Ca- valleristen auf Tanzböden ausgestreut, um durch seine Niesen und Jucken erzeugende Wirkung den Tänzern das Vergnügen des Weitertanzens zu verleiden» ein anderes Mal zu gemeinen Schelmstücken benutzt, die hier zu benennen der Anstand verbietet. Es kann also dem Chemiker die Aufgabe werden, irgend eine Substanz in Pulverform, auch in fester Form zu untersuchen. Steht der Gegenstand mit einem Pferdeknechte oder Cavalleristen in Beziehung, so mag der Chemiker auch an den Pferdestaub denken. Der Pferdestaub bildet ein graues Pulver, welches unter dem Mikroskop amorphe, weisslich-gelbe oder gelbe, durchsichtige Massen darstellt. Er las 9 sich trocken mit den Fingern zusammendrücken und zu festen Stücken forme 11. Castoreum. — Cntechu. 225 Mit Aether geschüttelt giebt er ein gelbliches fettes Oel an diesen ab. Dieses Oel ist nicht flüssig, mehr zähe von Consistenz, wenig leichter wie Wasser, bei gewöhnlicher Temperatur also nicht flüssig, im übrigen durchsichtig. Der Staub T on einigen Pferden, z. B. von Schimmeln ergab ein fettes Oel, welches con- sistentor als das aus dem Staube von braunen Pferden war und sogar etwas zur Krystallbildung disponirte. Verseifbar ist es nur zum grösseren Theile. Der Pferdestaub enthält 12—17 Proc. dieses fetten Oeles (HaöEB). Krampftropfen, Königscer, bestehen aus Spirit. nethereiis 10,0, Spirit. Aetheris mtvosi, Tinct. Castorei Canad., Tinct. Opii, Tinct. Valerianae ana 2,0. Mutterkolikessenz, Königseer, besteht aus Tinct. aromatioa, Tinct. Aurant. Pom. ana 5,0, Tinct. Croci, Tinct. Opii croc. ana 2,5, Spiritus Vini diluti 10,0. Catechu. Katechu soll in Indien hauptsächlich von Acacia Catechu Willd. (Mi- inosa Sandra Roxb.) einem 12 Meter hohen Baume mit braungrauer Binde und von Acacia Suma Kurz {Mimosa Suma Roxb.), ebenfalls einem grossen Baume mit weisser Rinde gesammelt werden. Die Gambir-Sorte, obgleich von den Pharmakopoen zurückgewiesen, soll wegen ihres starken Catechingehalts den Vorzug verdienen. Gambir, (Jutta Gambir, ist das getrocknete Extract aus den Blättern der Un- cj»Ha Gambir Roxburgh {Nauclea Gambir IIhntek), welche Rubiacee in in enndien zu Hause ist und im östlichen Asien cultivirt wird. Arm. GaüTIEB n die8e Catechu-Art, von welcher in Grossbritannien jährlich wohl 20000 Tonen als Gerb- und Farbmaterial verbraucht werden, näher untersucht und gern en, dass sie drei unter sich verschiedene Catechine in wechselnden Verhält- issen enthält. Nach Gautier's Angabe operirt man in folgender Weise: , Gambir wird gepulvert mit kaltem Wasser erschöpft, der Auszug ab- st n ampft; und dor Rückstand aus siedendem Wasser umkrystallisirt. Die Kry- a Imasse wird nun in verdünntem Weingeist gelöst und mit Bleiacetat versetzt, Th J, e yJ Stiedersclll ag hellgelb erscheint. Man filtrirt, destillirt den Weingeist zum lm Kohlensäurestrome ab, entfernt das überschüssige Blei durch Schwefelwasserstoff, destiHirt abermals 3 / 4 der Flüssigkeit im Kohleusäurestrome ab und ^ erkalten. Das hierdurch erhaltene erste Catechin (A) ist vollständig weiss. *n wäscht es mit siedendem Wasser und trocknet es. Die Flüssigkeiten, Waschwässer und Mutterlaugen, werden abermals auf 2 / 3 •jtmeentrirt und man erhält durch Abkühlen ein zweites Catechin (B). Endlich a mpft man die Mutterlauge bis zur Syrupdicke ein und erhält ein Product, cbes aus einem öligen Körper und einem krystallinischen dritten Catechin (C) auf v ' D ' 6Se diei C!atecmne mii89ön schnell mit ausgekochtem kaltem Wasser | kalkfreien Filtern gewaschen und im Vicuum oder in einer Kohleiisäureatmo- Phäre unterhalb 50" getrocknet werden. Aus 1 kg Gambir wurden von A 150, °" -B 20 und von C 6—7 g erhalten. Die Analyse ergab für A die Formel n L «oH3 8 0 le + 2H 2 0, für B C 42 H ts O le + 11,0 und für C C 4 „H :) s0 lf , + H 2 0. ^as Krystallwasser entweicht bei allen dreien bei 120—1300. A bildet kleine cniefe rhombische Prismen, C sehr feine Nadeln. A schmilzt bei 204—205°, * bei 176—1770 und C bei 163°. 100 Th. Wasser lösen bei 50° von A 9,9, 0n C nur 5,3 Th. Durch diese verschiedene Löslichkeit ist auch die Trennung Urch fractionirte Krystallisation bedingt. Ba 8cr, Tharm. p raxis Suppl 15 226 Catecku. Cautschuc. Die empirische Formel fitr Catechin ist nach C. Liebermann und Tauchert C 2 iH 20 O 9 + 5H 2 O. Pyrocatecliina, Acidum oxyplienicum, Brenzkatecliusäure, Bioxybenzol, Meta- bioxyphenol, Breiizkatechin (C 6 H 6 0 2 oder C 6 H 4 (OH) 2 ) findet sich im Kino, in Eucalyptus, den Blättern von Ampelopsis heder acea, entsteht durch trockne Destillation vieler Pflanzenextracte, des Katechu, Kino, beim Schmelzen junger Braunkohle mit Kalihydrat, beim Erhitzen von Kohlehydraten mit Wasser auf 200° C. Es bildet säulenförmige farblose Krystalle, ist von nicht unangenehmem Gerüche und löslich in Wasser und Weingeist. Bei gewöhnlicher Temperatur verdunstet es langsam, schmilzt bei 112°, siedet bei 240° und sublimirt in Blättchen. Die alkalischen Lösungen färben sich an der Luft dunkelgrün, zuletzt schwarz, es reducirt die Oxyde der Edelmetalle und kaiische Kupferlösung. Ferri- chlorid färbt es dunkelgrün, Bleiacetat fällt es weiss (der Niederschlag ist in Essigsäure löslich), Salpetersäure verwandelt es in Oxalsäure. Erhitzt mit Phtal- säureanhydrid und Schwefelsäure und dann mit Wasser übergössen liefert es eine Flüssigkeit, welche auf Zusatz von Kalihydrat blau wird. Die Darstellung des Brenzcatechins aus Katechu ist nach J. Löwe folgende: Katechu, bis zu einer Temperatur von 165° langsam ausgetrocknet, dann gepulvert, wird in einer Retorte, deren Wände vom Feuer umspielt werden, erhitzt, das Destillat mehrmals mit gesättigter Kochsalzlösung ausgeschüttelt, die Kochsalzlösung dann mit Aether ausgeschüttelt, vom Aetherauszuge der Aether ab- destillirt und der Rückstand in wenig heissem Wasser gelöst. Die nach dein Abkühlen erstarrte Masse wird zwischen Fliesspapier ausgedrückt. Dieses Brenz- catechin ist weiss, kann aber durch Sublimation weiter gereinigt werden. Das Repert. de Pharm. 4, p. 395 berichtet einen Fall der Vergiftung durch Cachou de Bologne, und zwar war dieses Präparat mit Bleisalz verunreinigt. In dem Inhalte einer Schachtel fand Lendet 0,2 g Blei. Antikftsselsteinmittel, Levesque's , besteht aus 30 Theilen Alaun, 30 Farin- zucker, 120 Soda, 120 Katechu, 90 Arab. Gummi, 30 Potasche. Cautschuc. Kautschukpillen sind auf der erwärmten eisernen Pillenmaschine z° fabriciren. Am sichersten verfährt man, wenn man die Kautschukbenzollösung bis zur Syrupdicke eindampft resp. bei höchst gelinder Wärme abdampfen lässt und mit einer genau zu bestimmenden Menge und so viel Armenischem Bolus versetzt, dass eine weiche Pillenmasse entsteht. Diese wird in einer Dicke ausgerollt» dass die Riefen der Pillenmaschine beim rollenden Abschneiden sich mit ihre» Schärfen berühren und die Abrundung mit den Fingern wenig Mühe erfordert. Ueber diese Darstellung ist die Einwilligung des verordnenden Arztes einzuholen- Dass diese Pillen auch nach der im Handbuch vorhandenen Vorschrift (Bd. I, 782) herstellbar, wenn auch nicht schön geformt sind, ist hierbei wohl zu beachten- Man verwende hierzu nie vulkanisirten Kautschuk. Zur Darstellung von Pflastern etc. ist die unten angegebene Kautschuk; Benzol-Lösung verwendbar und lässt sich diese Lösung mit allen erwärmten und flüssig gemachten Fett- und Harz-Mischungen verbinden. Platten, dünne und dickere, aus vulkanisirtem Kautschuk dienen zum Erweichen hornartiger Gebilde und harter Hautverdickung durch Auflegen und längere Zeit dauerndes Bedeckthalten. Cautschuc. 227 Corn-Extirpators, Leichdornzerstörer, sind dünne Kautschukscheiben, Kautschukpergament, auf der einen Seite mit der Kautschuk-Benzollösung oder in Benzol gelöstem Heftpflaster bestrichen. Saugpfropfen wurden Zinkoxyd, einige auch Baryt enthaltend angetroffen. Kautschukpfropfen wurden Arsen enthaltend angetroffen. Bei Untersuchungen auf Arsen sind also diese Pfropfen zu meiden. Kautschnk-Sparadrap, Kautschukadhiisivptlaster. Kautschukpergament wird a uf einer Seite mit einer Lösung von Heftpflaster in Benzol dünn überstrichen und an der Luft abgetrocknet (von Morgan in Boston zuerst empfohlen). Kautschukpergament ist ein Fabrikat, welches Gelatinepapier, feines Leder, Goldschlägerhäutchen, Pergament etc. zum Verschluss der Flaschen ersetzt. Es bildet sehr geschmeidige dehnbare weisse oder verschieden gefärbte Blättchen, dargestellt aus feinstem Parakautschuk mit Schwefelzink, gefärbt mit Zinnober, Ultramarin, Chromgrün, Schwefelcadmium etc. Das Vulkanisiren erfolgt in der Kälte mittelst einer Lösung von Chlorschwefel in Schwefelkohlenstoff. Durch ein sehr einfaches — aber nicht angegebenes — Mittel wird dem Pergament der durch den Chlorschwefel hervorgebrachte unangenehme Geruch und die hellgelbe Farbe genommen. Vegetabilisches Pergament, vegetabilisches Elfenbein. Mit diesen Namen bezeichnet man schwefelfreie Mischungen aus Kautschuk und Magnesia. Es wird dadurch hergestellt, dass eine Kautschuklösung mit gebrannter Magnesia versetzt und die Masse dann mittelst der hydraulischen Presse in erwärmten gusseisernen formen comprimirt wird. Das vegetabilische Elfenbein ist also durch Magnesia gehärteter Kautschuk. Man stellt daraus z. B. Billardkugeln her, die denen aus Elfenbein täuschend ähnlich sind, denn sie sind ebenso gleichmässig, haben dasselbe specifische Gewicht, sind aber dabei sehr elastisch und doch so fest, dass sw nicht zerbrechen, wenn sie aus einer Höhe von 20 m auf Stein fallen. Sie as sen sich ganz wie achtes Elfenbein drehen, poliren und färben. Durch An- endung verschiedener Verhältnisse von Kautschuk und Magnesia kann man unter S eichzeitiger Einwirkung von Wärme und Druck mehr oder weniger dichte und e ir oder weniger harte, aber stets sehr elastische Produkte erhalten. Diese asse dürfte sich für viele chemische Apparate verwenden lassen. Das vege- sche Elfenbein unterscheidet sich von dem hornisirten Kautschuk, Ebonit, nur in der Zusammensetzung und durch etwas grössere Elasticität. Der Ebonit wird durch Erhitzen von 20 Th. Kautschuk m « circa 10 Th. Schwefel, Versetzen mit Kreide, Zinkweiss, Bleiweiss, Schellack dargestellt. Bornesit ist ein färb- und geruchloser, nicht gährungsfähiger Süssstoff im orneokautschuk. Er krystallisirt in 4-seitigen Prismen, ist leicht löslich in Wasser, ^enig löslich in Weingeist, schmilzt bei 175° und sublimirt bei 205° unter parlier Zersetzung. Die Polarisationsebeno des Lichtes lenkt er nach rechts ab. Dambonit (C 4 H 8 0 2 ), aus dem Gabon-Kautschuk zu % j 2 Proc. abgeschieden, 18 t ein färb- und geruchloser, nicht gährungsfähiger Süssstoff, welcher bei 190° schmilzt, bei 210° sublimirt, in Wasser und Weingeist löslich ist. Weder Bornesit, »och Dambonit reduciren kaiische Kupferlösung, beide.geben aber mit rauchen- er Jü dwasserstoffsäure im geschlossenen Gefäss auf 120» C. erhitzt, Jodmethyl Ufl d Dambose (C 3 H 6 0 3 ). Ueber Chicle und Bai ata vergl. man unter Gutta percha. Animalischer Kautschuk kommt von einer Coccus-Art, einem Insect in Yucatan ^entral-Amerika). Es ist ziemlich gross, von brauner Farbe und unangenehmem Ue lgeruch. Das aus dem Insect ausgebratene Fett gilt als Arzneimittel. Wird 15* 228 Cautschuo. dieses Fett stark erhitzt, so verflüchtigt sich ein Theil und eine dem Schellack ähnliche Masse bleibt zurück. Wird diese Masse angezündet und lässt man sie bis zum Verlöschen brennen, so hinterbleibt eine zähe dem Kautschuk ähnliche Substanz. Aroinatisirung des Kautschuks und der Fabrikate daraus. Diese geschieht nach Tuepin durch Einlegen der Gegenstände in Schwefelkohlenstoff auf 5 Se- cunden, Herausnehmen, Abtrocknenlassen an freier Luft, dann Bepinselung mit wohlriechenden ätherischen Oelen. Fettdicliter Kautschuk, glycerinirter Kautschuk. Wird der Kautschuk während des Vulkanisirens mit Glycerin behandelt, so zeigt er sich gegen Fette und fette Oele total widerstandsfähig. Der Kautschuk wird zwischen erwärmten Walzen bearbeitet, nach Zusatz von Glycerin allein oder auch von mit Glycerin vormischten metallischen oder mineralischen Stoffen (Zinkweiss, Bleiweiss, Schlämmkreide, Schwefel etc.). Man wendet z. B. an: 3 kg Paragummi, 3 kg Schlämmkreide, 0,5 kg Glycerin von 1,230 spec. Gewicht, 0,1kg Bleiglätte, 0,2 kg Schwefelblumen. Zur Vulkanisirung wird der Gegenstand aus der so gemischten Masse bestehend in ein Glycerinbad gelegt und dann in einem geschlossenen Gefäss der Einwirkung von Wasserdampf von mehreren Atmosphären Druck ausgesetzt. Für manche Gegenstände genügt schon die alleinige Anwendung eines Glycerin- bades. Künstlicher Kautschuk nach Danckwerth und Sanders (Deutsches Reichs- Patent 9620). 100 Th. einer Mischung aus gleichviel Holz- nnd Kohlentheeröl und 100 Th. Hanföl werden mehrere Stunden auf 140—150° erhitzt, bis die Masse sich in Fäden ziehen lässt. Dann werden 100 Th. durch Kochen verdicktes Leinöl zugesetzt, hierauf 15—30 Th. Ozokerit nebst etwas Wallrath und nach weiterem mehrstündigem Erhitzen 18 — 25 Th. Schwefel dazu gemischt. Diese Masse soll sich wie Kautschuk verarbeiten lassen. Eliiokoin nennt man künstlichen Kautschuk, bereitet durch Kochung von Leinöl unter Zusatz von wenig Salpetersäure bis zur dicklichen Consistenz, und Zusatz von kleingeschnittenem Kautschuk oder Guttapercha bis zur Lösung- Dann wird Schwefel zugesetzt, erhitzt und durch Zusatz von Kreide, Baryt, Magnesia, Bolus, Metalloxyden, Schwefelmetallen, Ultramarin der Mischung Consistenz nnd Farbe gegeben. Es bildet eine harte und etwas elastische, polirbare Masse. Kautschuk - Benzol • Lösung dient zur Darstellung von elastischen Firnissen und Lacken. Zur Darstellung derselben wird Kautschuk in sehr kleine Stückchen zerschnitten, welche auf Porcellantellern bei einer Wärme von 30—40° C. ausgetrocknet werden. Hierzu genügt meist eine Zeitdauer von 14 Tagen. Dann giebt man den erkalteten Kautschuk in eine Glasflasche mit weiter Oeffnung und übergiesst ihn hier mit einer 6 fachen Menge Steinkohlenbenzin (Benzol), so dass die Flasche ungefähr halb gefüllt ist und die Mischung öfters gut umgeschüttelt werden kann. Wird sie beim Erkalten steif, so giebt man noch so viel Benzol hinzu, dass sie eine giessbare honigdicke Masse darstellt. Es ist gut, die Lösung bei einer Wärme von 30—40° C. zu unterstützen. Hartgummi wird durch Benzol nur erweicht, nicht gelöst. Kautschuk-Firnisse, Kautschuk-Lacke, elastische Firnisse stellt man dadurch auf kürzestem Wege dar, wenn man den Leinölfirniss oder den Harzlack mit Yio - " 1 '» der Kautschuk-Benzol-Lösung mischt. Kautschuk-Graphit-Firniss. Eine Mischung von 2 Th. Kautschuk-Benzol-Lösung mit 5 Th. gutem Leinölfirniss und 3—4 Th. präparirtem Graphit. Er dient Cautschuc. — Centaurium. 229 zum Bestreiclien von Metallblecken, Zinkdächern, Kupferbleohdächern und Gegenständen, -welchen man das Aussehen von Metall geben will. Kitt für Laugenbehälter. 10 Th. Kautschuk-Benzol-Lösung wird mit 2 Th. Paraffin versetzt und damit bis zur Lösung erwärmt, die Flüssigkeit durch ■Abdunsten an der Luft auf ein halbes Volumen gebracht und dann mit Schwer- spath und weissem Bolus, welche gut ausgetrocknet sind, zu einer kittartigeu uialarirbaren Masse gemacht. Für Gefässe für warme oder heisse Lauge eignet s ' ( 'h dieser Kitt nicht und ist er dann ohne Zusatz von Paraffin darzustellen oder •n Stelle des Paraffins gepulverter Copal zu nehmen. Kitt für Säure gefässe, welcher sowohl der Salzsäure wie der Salpeter- saure widersteht. Nach Oenicke wird kleingeschnittener Kautschuk, 10 Th., mit 20 Th. Leinöl unter Umrühren langsam erhitzt, bis eine gleichförmige Masse entstanden ist. Dieser setzt man 35—45 Th. oder soviel einer Mischung aus gleichen Theilen weissem Bolus und Schwerspath hinzu, bis eine kittartige plastische Masse vorliegt. Der Kitt wird erwärmt angewendet. Der Bolus muss vorher mit Salzsäure und Wasser ausgewaschen und dann gut ausgetrocknet sein. Bei der Bereitung der Kieselfluorwasserstoffsäure ist dieser Kitt nicht anwendbar. Kleidungsstücke mit vulkanisirtem Kautschuk zu tränken. Man tränkt das Tuch mit einer Kautschuklösung und setzt es dann Schwefelchloriddämpfen aus. (Deutsch. R.-Pat. 2265. W. Abbot, London.) Centaurium. _ In der pharmaceutisehen Tagespresse tauchte plötzlich die Chininblume, . Vlnt ne -flovers , auf und wurde von derselben sogar als Ersatz der China so o Rühmens gemacht, dass dieses Vorgehen deutlich auf eine kaufmännische Peciilation hindeutete. Unsere Erythraea Centaurium ist seit jeher als Fiebermittel benutzt und auch, wie aus dem Namen Tausendgüldenkraut (100 Gold- ucke werth) folgt, als ein vorzügliches Medicament geschätzt worden. Ihre ^o isthümlichcii Namen sind auch: Fieberkraut, Erdgalle. Den Namen entauriurn (xsptvcvqiov) hatte dieses Kraut schon von den alten Griechen er- a ten, weil der Centaurer Chiron als Lehrer der Aerzte besonders dieses Kraut lochschätzte. Es wäre somit der Erythraea Centaurium der Name deutsche ^uininblume ebenso gut beizulegen, wie den ähnlichen Gentianeen der nörd- . en Amerikanischen Freistaaten. Welche Gentianee oder Erythraeaart Ali e ' cu Florida's Quinine-flowers liefert, war nicht in Erfahrung zu bringen. ter Wahrscheinlichkeit nach ist sie Frasera verlicillata Wai/ter (Sabattia c °rymbosa Bldw.). Sollte sich in Deutschland das Verlangen nach der Chininblume einstellen, wäre dafür Herba Centaurii minoris zu dispensiren. In England wird man atiir die officinelle Herba Chirettae s. Chiraytae (von der im nördlichen Ost- noien einheimischen Gentianee Ägathotes Chirayta Don.) dispensiren, welche Ch ebenfalls als Fiebermittel bewährt hat. Magenkrampfelmr der Pauline Seide ist ein Elixir aus circa 80 proc. Weingeist aus Beifuss, Tausendgüldenkraut, Dreiblatt, Veronica, Melisse etc. mit etwas Kochsalz versetzt. geist 230 Cera. Cera. Specifisches Gewicht des Europäischen Bienenwachses. Die im Handbuch gemachten Angaben sind dahin abzuändern, dass das spec. Gewicht zwischen 0,956 und 0,964 schwankt, dass ein spec. Gewicht ausserhalb dieser Grenzen auf eine Verfälschung des Wachses deutet. Bei Bienenwachs aus anderen Erd- theilen und auch bei weissem Wachs kommen unerhebliche Ueberschreitungen der angegebenen Grenzen vor, ohne dass eine Verfälschung vorliegt. Ein Brasilianisches Bienenwachs zeigte z. B. ein spec. Gew. von 0,980. Das spec. Gew. des Wachses aus jungen Bienenstöcken soll selbst bis auf 0,945 herabgehen. Weisses Wachs hat wegen der nöthigen Beimischungen von weicher Paraffinsubstanz, Talg ete. ein oft bis auf 0,950 herabgehendes spec. Gew. Ein filtrirtes, höchst reines Wachs wird von der ehem. Fabrik zu Helfenberg bei Dresden durch Eugen Dietericii in den Handel gebracht. Hier ist man nicht nur vor verfälschtem Wachse gesichert, man erhält auch eine total reine Waare, wie sie für pharmaceutische Zwecke nur allein verwendet werden sollte. Künstliches Wachs (nach einem Französischen Patent der Firma Pauvert, Moussay & Chauvis) besteht aus 2 Th. Colophon und 1 Th. Paraffin. Mischungen aus Harz, Wachs, Paraffin, Ceresin sind oft im Handel aufgetaucht. Es mahnen diese immer wiederkehrenden Verfälschungen besonders den Pharmaceuten zur Vorsicht und nöthigen ihn zur Prüfung jedes eingekauften Wachses. Brote jenes künstlichen Wachses mit echtem Bienenwachs überzogen, wurden ebenfalls angetroffen. Daher ist jedes Wachsbrot zu durchbrechen und ein Theil aus der Bruchfläche näher zu prüfen. Ein künstliches Bienenwachs, bestehend aus Fichtenharz (40 Proc.) und Paraffin (60 Proc.) ist im Handel vorgekommen. Durch Kochung mit 63—68proc. Weingeist lässt sich das Harz leicht sondern. Cera alba. Schon im Commentar zu den Pharmacopöen Nord-Deutschlands (1854) sagte Hager: „Das gebleichte Wachs ist, ähnlich anderen gebleichten Pflanzenfetten, den Ranciden zuzuzählen. Man glaube nicht, dass das weisse Wachs als Arzneikörper vor dem gelben den Vorzug verdiene etc." Die Entfernung des gebleichten Wachses aus dem Arzneischatze ist von demselben Schrift steller immer und immer wieder angeregt worden. Nichts desto weniger ist der alte Aberglauben, dass das gebleichte Wachs eine bessere Arzneisubstanz sei, noch immer vorhanden und selbst Pharmaceuten von Ruf, z. B. Mohr glaubten, dass zu einer Wachsemulsion nur weisses Wachs (wahrscheinlich als das bessere) genommen werden müsse. Um weisse Salben zu dispensiren, wurde das weisse Wachs beibehalten und der diesen Salben nothwendig anhängende ranzige Geruch als nebensächlich und nicht der Rede werth erachtet. Nun wird sich die Phar- macie wohl mehr Ehre einlegen, wenn sie die Dispensation ranziger Salben meidet und denselben in Folge der Verwendung des gelben Wachses einen leichten gelblichen Farbenton oder ein lichtes Chamois gönnt. Arzt und Publikum würden sich bald daran gewöhnen. Hat doch das Unguentum cereum der Pharmacopoea Germanica nirgends Beanstandung erfahren. Nun vertheidigt Lauteschläger das weisse Wachs, indem er die Ranciduäi der übrigen Fettkörper einem Ozongehalt zuschreibt (pharm. Ztg. 1879, No. 29), welcher bei weissem Wachse nicht vorhanden sei. Wenn Ozon im Talg eine» Cera. Untersuchung des Wachses. 231 Wohnsitz anstrebt und findet, so wird er auch im weissen Wachse, welches gewöhnlich mindestens 5 Proc. Talg enthält, keinen Widerstand finden. Andererseits ist es doch auffallend, dass von zwei Salben, die eine mit weissem, die andere mit gelbem Wachse bereitet, erstere in den ersten 2 Wochen schon Ran- cidität anmeldet, während die andere erst nach 10—20—30 Wochen dem Schicksale anderer Fette anheimfällt. Ob ein gebleichtes Wachs einen Zusatz von Talg oder weichem Paraffin behufs der Erhaltung der Wachsconsistenz erfahren hat, dürfte sich durch die unten sub VI und VII angegebenen Proben erkennen lassen. Prüfung des Wachses auf Identität und Verfälschung. Eine solche, jedoch empirische ist von Hager aufgestellt und praktisch durchgeführt worden. Wenngleich sie in manchen Beziehungen mit der im Handbuch angegebenen übereinstimmt, so umschliesst sie doch so manches, was das Resultat der Prüfung sichert und irgend eine der üblichen Verfälschungen nicht übersehen lässt (pharm. Cen- tralh. 1880, No. 15 u. 16). Zuvor ist zu erwähnen, dass in katholischen Kirchen nur Bienenwachskerzen anwendbar sind und der - Lieferant solche Kerzen unter Garantie abgiebt, dass also hier auch Fälle vorkommen werden, wo der Apotheker als Sachverständiger gerichtlich herangezogen werden dürfte. Ferner liegt nur dann Fälschung oder Betrug vor, wenn Ceresin und andere künstliche Wachsfabrikate als reines Bienenwachs abgegeben werden, dass unter dem Namen Wachs nicht nothwendig Bienenwaclis zu verstehen ist, um so mehr als die ''äparate aus künstlichem Wachse oder Ceresin nicht selten ein schöneres Aussehen haben und sie sieh für den Gebrauch oft besser eignen, dass die Wachs- niasse zu den Wachsstöcken verschiedene Zusätze erfordert, wie Talg, Harz, um , m " achse die genügende Tenacität zu geben, und dass weisses oder ge- ' eic htes Wachs seit jeher einen Zusatz von mehreren Procenten Talg erhält, m die ihm eigene Sprödigkeit zu beseitigen. Die Prüfung geschieht in folgender Weise: I. Bestimmung des spec. Gewichtes. Dieselbe geschieht durch die ]T 7 Hagek bereits im Jahre 1861 veröffentlichten (pharm. Centralh. III, S. 196, * 9 <) Schwimmprobe, welche S. 132, Jahrg. XX der ph. Centralhalle ausführlieh esprochen ist. Wenn die Masse des Wachses nicht von Feuchtigkeit durchsetzt ' st j schneidet man mit einer heiss gemachten Messerklinge fünf und mehr kleine Stückchen ab oder besser man schmelzt einige Gramme in einem Schälchen mit A, isguss, tropft, die Tropfen nur niedrig fallen lassend, das Wachs auf eine Glas- P atte, welche mit einem feuchten Tuche vorher abgewischt ist, und legt die Glasplatte in kaltes Wasser. Entweder lösen sich die Wachstropfen bei leisester Berührung leicht ab oder man stösst sie nach Verlauf einer halben Stunde mit einem Messer ab. Das spee. Gew. wird durch die erwähnte Schwimmprobe unter Mischung von Wasser und Weingeist bestimmt, bis die Wachsstückchen nämlich n der in eine rotirende Bewegung versetzten Mischung kreisend schwimmen, ohne die Neigung des Auf- und Abwärtssteigens wahrnehmen zu lassen. Die Wachs- tl- opfen, welche etwa ein Luftbläschen einschliessen, sind leicht zu erkennen, denn Fahrern! die Hauptmenge der Tropfen am Grunde der weingeistigen Flüssigkeit ^ch sammeln, schwimmen die bläschenhaltenden nach oben oder am Niveau der Flüssigkeit. Letztere beseitigt man. Die Eigenschwere des Wachses, des gelben UQ d weissen, liegt wie Hager sich überzeugt hat, nur zwischen 0,956 und 0,964, «t also durchschnittlich 0,960 und meist 0,958—0,960. Die Angaben im Handbuch sind hiernach zu corrigiren. Liegt das spec. Gew. ausser 0,956—0,964, So ist das gelbe Wachs einer Fälschung sehr verdächtig. 232 Gera. Untersuchung des Wachses. Das spec. Gew. ist meist ein höheres bei Wachs, welches Stearinsäure, Harz oder Japanisches Pflanzenwachs beigemischt enthält. Es ist leichter bei einer Beimischung von Paraffin oder Erdwachs und Talg. II. Lösung in Chloroform oder in einem fetten Oele in der Wärme. Die Lösung ist bei trockenem Bienenwachs klar, bei feuchtem etwas trübe, in der warmem Lösung darf sich aber kein Bodensatz bilden, welcher gesammelt und mit Benzin oder Aether abgewaschen, näher zu bestimmen ist (Mineral-Stoffe, Stärkemehl etc.). III. Boraxprobe. In einem Reagircylinder werden 6—8 CC. kaltgesättigte Boraxlösung mit einem bohnengrossen Stücke des Wachses bis zum Schmelzen des Wachses erhitzt und sanft agitirt. Die wässerige Flüssigkeit trübt sich etwas bei reinem Bienenwachs, erscheint aber nie milchig trübe. Stellt man zum langsamen Erkalten bei Seite, so sammelt sich die Wachsschicht am Niveau der Flüssigkeit, diese fast klar oder nur wenig trübe oder halb durchscheinend lassend. Wird sie dagegen weisslich milchig trübe und bleibt sie auch nach dem Erkalten undurchsichtig und milchähnlich, so sind in dem Bienenwachs entweder Japanisches Pflanzenwachs oder Stearin (Stearinsäure) gegenwärtig. Harz und brasilianisches Pflanzenwachs verhalten sich in dieser Probe wie reines Bienenwachs, jedoch macht eine Mischung aus Harz oder diesem Pflanzenwachs die Boraxlösung undurchsichtig trübe. IV. Sodaprobe. In einen Reagircylinder giebt man 6—7 CC. Natron- carbonatlösung (1 Salz, 6 Wasser) und ein bohnengrosses Stück des Wachses. Man operirt in der Weise, dass die obere Schicht der Flüssigkeit ohne Agitation bis zum Schmelzen des Wachses erhitzt wird. Findet hier an der Wachsschicht ein starkes Aufschäumen statt, so ist Stearinsäure wahrscheinlich gegenwärtig. Man erhitzt nun das Ganze bis zum Aufkochen. Wird hierbei die Flüssigkeit milchig, milchiggelblich oder milchweiss, so liegt die Gegenwart von Japanischem Pflanzenwachs oder Stearinsäure vor. Nach dem Erkalten ist die wässrige Flüssigkeit in diesem Falle immer noch milchig, bei Japanischem Wachse mehr oder weniger breiig, selbst steif, während bei Stearinsäure die milchähnliche Schicht gewöhnlieh flüssig und auch wohl von nicht milchigen Schichten durchsetzt erscheint. Die Wachsschicht am Niveau ist meist mürbe oder wenig hart. Bei reinem Bienenwaehs erscheint nach dem langsamen Erkalten die Wachsschicht hart und die wässrige Schicht ist zwar trübe, aber nicht milchig, sogar oft halb durchscheinend und was die Hauptsache ist, vollkommen flüssig. V. Nachweis von Harz, besonders Fichtenharz. Enthält das Bienenwaehs Fichtenharz, so findet bei Ausführung der Sodaprobe eine glatte Scheidung des Harzes statt. Statt bis zum einmaligen Aufkochen zu erhitzen, lässt man eine Minute kochen und dann langsam in der Ruhe erkalten. Die Masse besteht dann aus 3 Schichten, einer oberen ziemlich scharf abgegrenzten harten Wachsschicht, einer flüssigen, nur wenig oder unbedeutend trüben Sodalösung, und einer am Grunde derselben befindlichen oder auch die Sodalösung durchsetzenden lockeren oder flockigen Harzschicht. Dass auf diese Weise eine quantitative Bestimmung des Harzgehaltes möglich ist, liegt auf der Hand. Im Uebrigen lässt sich das Harz mittelst heissen 60proc. Weingeistes total ausschütteln, wie auch Handb. Bd. I, S. 788 angegeben ist. Obgleich diese einfachen Methoden des Harznachweises ausreichen, so sei noch die von Schmidt modificirte Methode Donatii's erwähnt. 5 g des Wachses übergiesst man mit 14—15 CC. roher Salpetersäure, von 1,32—1,33 sp. Gew., lässt eine Minute kochen, setzt dann ein gleiches Vol. Wasser und dann unter Cera. Untersuchung des Wachses. 233 Umscliütteln Aetzammon im Ueberschuss hinzu. Die decanthirte Flüssigkeit ist bei reinem Wachs gelb, bei Gegenwart von Harz intensiv rothbraun. VI. Nachweis des Talges im Wachs. Obgleich eine ziemliche Menge von .Methoden des Talgnachweises existiren, so scheint die allerdings sehr empirische, im Handb. (Bd. I, S. 789) angegebene Dochtprobe immer noch die sicherste zu sein und wird neben folgender Probe ausgeführt, welche bis zu 3 Proc. Talg angiebt und die Gegenwart dieses Fettes ausser Zweifel stellt. Ungefähr 0,5 g des zu prüfenden Wachses wird in zarte Schnitzel zertheilt in einem engen Probircylinder mit circa 5 CC. Aether übergössen, der Probircylinder verkorkt und bei mittlerer Tagestemperatur mindestens 4 Stunden oder länger bei Seite gestellt, auch wohl 2—3 mal umgeschüttelt. Reines Bienen wachs scheidet sich in der Ruhe in zwei Schichten, eine obere gelbliche klare und eine untere dickere weisslich • trübe, das nicht gelöste Wachs enthaltend. Mittelst eines Glasstabes nimmt man von der oberen Schicht Tropfen auf, setzt sie auf weisses Schreibpapier (Kanzleipapier) und wartet 15—20 Minuten ab. Nach dieser Zeit ist der frisch wie ein Fettfleck erscheinende Fleck in so weit verschwunden, dass er gelblich erscheint und er nur gegen das Licht betrachtet einen schwachen oder matten Fettrand wahrnehmen lässt. Bei auffallendem Lichte liegt kein Anzeichen, welches auf einen Fettfleck schliessen könnte, vor. Enthält das Wachs Talg (oder eine ähnliche Fettsubstanz), so ist die Schichtung der Aetherllüssigkeit in eine klare obere und trübe untere eine mehrere Stunden in Anspruch nehmende, und der auf das Papier gesetzte Tropfen von der oberen etwas dünneren, trüben oder klaren Aetherschicht conservirt auch nach mehreren Stunden noch den durchscheinenden Fettfleck in bester Form. Da auch Japanwachs, Ceresin, Paraffin und Gemische dieser Substanzen mit Bienenwachs eine so ausgeprägten Fettflecke wie das talghaltige Wachs erzengen, diese Flecke sich mir durch einen etwas stärker ausgeprägton Fettrand kenntlich machen, so ann mit dieser Probe auch in den genannten Substanzen ein Talggehalt erkannt werden. VII. Nachweis von Paraffin. Dieser könnte gefordert werden, denn Jenn ein Wachs speeifisch leichter als Bieuenwachs ist, es verhält sich aber in er Borax- und Sodaprobe wie Bienenwachs, oder das Wachs hat das richtige pecifische Gewicht, erweist sich aber in der Borax- und Sodaprobe japanwachs- laltig, so ist die Gegenwart von Paraffin oder Ozokerit mehr denn wahrschein- *ich, sogar sicher. Japanwacha ist durchschnittlich fast so speeifisch schwer wie Wasser. Nur durch Zusatz von Paraffin lässt es sieh speeifisch leichter machen und auf die Bienenwachs-Eigenschwere reduciren. Die Abscheidung und quantitative Bestimmung des Paraffins neben Japanwachs, wie im Ceresin, bietet keine Schwierigkeit und kann ziemlich exaet ausgeführt werden (vergl. unter Ceresin). Ueber die Abscheidung des Paraffins aus Gemischen von Bienenwachs mit Japan- Wachs und Paraffin hat Hager verschiedene Versuche gemacht (ph. Centralh. 1880, No. 16). Eine exaete quantitative Bestimmung des Paraffins ist bei Gegenwart von Bienenwachs kaum möglich, denn eine bessere Methode als die im Handbuch Bd. I, S. 788 angegebene LANDOi/r'sche ist nicht bekannt. Die Hauptsache bleibt immer die Beantwortung der Frage: ist Paraffinsubstanz in dem Wachse von normalem spec. Gew. vorhanden oder nicht. Da neben Paraffin, ^'enenwachs, Japanharz und Fichtenharz vertreten sein können, so übergiesst ma n in einem Becherglase 5 g des fraglichen Wachses mit 10 CC. Wasser, er- nitzt und setzt, wenn das Wachs geschmolzen ist, 10 CC. Aetznatronlauge (1,333 ?Pec Gew.) oder eine Lösung von 3 g geschmolzenem Aetznatron in 7 CC. Wasser hinzu und nach dem Umrühren 45 CC 90 proc. Weingeist. Unter Um- mhren erhitzt man weiter, so dass die Mischung 75—80° C. heiss ist, aber t 234 Cera. Untersuchung des Wachses. nicht ins Kochen geräth. Nach einer Viertelstunde des Erhitzens lässt man langsam erkalten, damit die Wachsschicht Gelegenheit gewinnt, sich am Niveau der Mischung zu sammeln. Nach dem Erkalten hebt man die harte Wachsschicht ab oder giesst die lauwarme und flüssige weingeistige Flüssigkeit aus, versetzt die Wachsschicht mit 5 CC. Aetznatronlauge und 30—40 CC. verdünntem oder 68 ßroo. Weingeist, erhitzt unter Umrühren eine halbe Stunde hindurch bei 75—80° C, lässt erkalten und schmelzt die Wachsschicht 3—4 mal in 30—40 CC. verdünntem Weingeist um, bis der Weingeist unter der erstarrten Wachsschicht kaum trübe erscheint. Letztere wird nun in einem flachen Schälchen umgeschmolzen, ausgetrocknet und gewogen, dann auf das spec. Gew. geprüft. Reines Bienenwachs hinterlässt nach dieser Operation ca. 33,3 Proc. Unverseif- bares. 5 g Wachs müssten also 1,66 g ausgeben. Was das Unverseifbare mehr beträgt ist Paraffinsubstanz, welche zunächst von der Wachsmenge in Abzug zu bringen ist. Da nun die Wachsmischungen selten aus reinem Bienenwachs und Paraffin bestehen, sie entweder Japanwachs oder Harz enthalten, so wird man selten fehlgreifen, wenn man 5 /s <*er Menge des Unverseiften als Parafiinsubstanz, in dem untersuchten Wachse vorhanden, annimmt. 5 g einer Mischung von 3 g Wachs und 2 g Paraffin ergaben 3,3 g unverseifte Masse. Das spec. Gew. der nicht verseifbaren Masse des Bienenwachses schwankt zwischen 0,949 und 0,955. Das Nichtverseifbare aus einer Wachsmischung mit 33,3 Proc. Paraffin zeigte ein spec. Gew. von circa 0,935, aus einer Wachsmischung mit 40 Proc. Paraffin ein spec. Gew. von 0,926. Ist das spec. Gewicht des Nichtverseifbaren geringer als 0,948, so ist auch die Gegenwart von Paraffin im Wachse anzunehmen. Das hauptsächlich aus Harz und Paraffin bestehende künstliche Wachs lässt sich mit Hilfe der Sodaprobe (vergl. unter V) scharf in seine Bestandteile zerlegen. Während sich die Paraffinsubstanz am Niveau der aufgekochten und dann langsam erkaltenden Sodalösung ansammelt und zu harter Masse erstarrt, verbleibt das Harz in der Sodalösung in Form lockerer Flocken vertheilt. Paraffin kann auch durch Destillation abgeschieden werden. Diese Destillation ist, da die Paraffindampfe sehr schwer sind, so einzurichten, dass man in einem circa 1,3 C. weiten und 8—9 C. langem Reagircylinder circa 2,0 g des Wachses giebt und dieses in lebhaftes Kochen bringt. Die weissen Paraffindämpfe lässt man unter vorsichtiger Neigung des Cylinders, den man mit einer Blechklammer hält, so vorsichtig in ein Glas mit genügend weiter Oeffnung ab- fliessen, dass von dem flüssigen Wachse nichts aus der Mündung des Cylinders abfliesst. Das zu einer weissen Masse erstarrende Destillat wird in zwei Tropfen geformt, um das speeifische Gewicht zu erforschen und dann mit etwas Natronlauge behandelt, um die paraffinige Beschaffenheit zu erkennen. Ergiebig ist diese Destillation nicht, genügt aber, die Gegenwart des Paraffins zu constatiren. Pharmaceutische Prüfung des Bienenwachses. Sie ordnet sich m folgender Weise: 1) Boraxprobe, 2) Sodaprobe, 3) Bestimmung des speeifischen Gewichts nach der sub I angegebenen Methode (wenn sich in den beiden vorhergehenden Proben nichts Verdächtiges ergab). Ob die Masse mineralische oder vegetabilische Stoffe als Beschwerung beigemischt enthält, ergiebt sich beim Schmelzen der Wachsmasse behufs Bestimmung des speeifischen Gewichts, denn geschmolzenes Wachs muss eine klare Schicht aufweisen. Unter Beihilfe von Soda beigemischtes Wasser scheidet sich beim Schmelzen aus, unter Trübung der geschmolzenen Wachsschicht. Zur Bestimmung der Wassermenge schmelzt m an 2 g Wachs im Reagircylinder und lässt in der Wärme des Wasserbades absetzen. Ein Talgzusatz ist, wenn sich die Abwesenheit von Japanwachs ergab, durch die Dochtprobe und die sub VI erwähnte Fleckprobe leicht zu erforschen. Ein talghaltiges Wachs wird speeifisch leichter, ein stearinhaltigcs aber schwerer Cera. Cera Japonica. 235 sein. Weisses oder gebleichtes Bienenwachs enthält immer einige Pro- cente Talg, welche nach sehr altem Gebrauch zur Verbesserung der Consisteuz zugesetzt werden. Cera Japonica, Japantalg (Handb. I, S. 789). Der Namen Japantalg wird als der passendere angesehen, weil diese Substanz mit Wachs in chemischer Beziehung keine Aehnlichkeit hat, sie vielmehr ein Glycerid ist. Das Japanwachs soll auch von Rhus vernicifera DC. und JRhus sihestris Siebold et Zuccarini entnommen werden. Beide Species sind ebenfalls in Japan beimisch, üeber Japantalg findet sich im Arch. d. Pharm. 1879 von Arthur Meyer eine erschöpfende pharmakologische Arbeit. Die trocknen und schwach gerösteten Samen ergeben durchschnittlich 25 Proc. Wachs. Ueber die Darstellung vergl. pharm. Centralh. 1864, S. 46. Die Verschiedenheit des specifischen Gewichtes lässt den Schluss zu, dass das Japan wachs je nach der Abstammung verschieden ist, denn es ist auch zu 0,970 und zu 0,978 angetroffen worden. Meist ist es 0,990 — 1,000. Der Schmelzpunkt liegt meist bei 52° C. Japanwachs verseift sich mit Borax, Al- kalicarbonat und Aetzalkali leicht, milchige breiige Massen liefernd. Mit 10 proc. Aetzammonflüssigkeit giebt es eine etwas trübe Lösung. Die Verseifung mittelst eines gleichen Gewichtes Aetznatronlauge mit einem 4—5 fachen Volumen 45 proc. Weingeist gemischt ist klar und gelb, erkaltet etwas trübe, und kleine Partikel inverseifter Substanz schwimmen an der Oberfläche, völlig erkaltet stellt die Flüssigkeit eine opodeldokähnliche Gelatine dar. Mit Wasser gekocht theilt das Japanwachs demselben eine saure Reaction mit. Eine Verfälschung des Japanwachses mit Stärkemehl, durch Jod zu erkennen, ist nur dann anzunehmen, wenn dieses mehr als 2 Proc. beträgt. Man schmelzt ein bestimmtes Quantum des Wachses und lässt an einem golind warmen Orte sedimentiren. Den Bodensatz nimmt man mit warmem Benzol auf, filtrirt, wäscht mit Benzol nach etc. ___________ Das Ligustrum-Wachs, weisses Wachs von Sze-chuen, scheint 0cn n icht nach Europa gebracht zu werden. Dieses Wachs erzeugt ein Insect, welches auf dem in China einheimischen Ligustrum lucidum lebt und die Zweige flle ses Strauches mit der Wachssubstanz überzieht. Ceresin wurde zu verschiedenen Zeiten und aus verschiedenen Bezugsquellen entnommen untersucht, und es ergab sich, dass es reines Ozokerit oder Belmontin 8e m kann, dass es aber gewöhnlich ein Gemisch aus Paraffinsubstanz mit Japanwachs ist. Es wurde auch irgendwo angegeben, es sei ein Gemisch aus raffi- "irtem Ozokerit und Karnauba-Wachs. Ger es in, gelbes und weisses liefern entweder in der Borax- und Soda- Probe milchige Flüssigkeiten oder sie verhalten sich in beiden Proben wie Bienenwachs, zeigen dann aber ein geringeres speeifisches Gewicht. Zwei Sorten Cere- Sm a flava, welche als gelbes Wachs verkauft waren und die Borax- und Sodaprobe ^ie Bienenwachs bestanden, ergaben speeifische Gewichte von 0,925 und 0,931. u ;e Gegenwart von Paraffinsubstanz war also unzweifelhaft. Bei der Kochung Ml t Natriumcarbonatlösung ergaben sie 56 und 59,5 Proc. unveränderte Wachsttasse von 0,920 und 0,923 speeifischem Gewicht. Das speeifische Gewicht des im Handel vorkommenden Ceresins schwankt «wischen weit auseinanderstehenden Grenzen je nach dem Gehalt an Paraffin- Substanz. Es ist Ceresin von 0,860—0,980 spec. Gewicht angetroffen worden. 236 Cera. Cerasus. Die Bestimmung der Paraffinsubstanz im Ceresin ist nicht schwierig. Man übergiesst 5 g des Ceresins mit 5 CC. Aetznatronlauge und 20 CC. Wasser, erhitzt bis zur Schmelzung des Ceresins, rührt anhaltend um und mischt dann 30 CC. 90proc. Weingeist dazu. Nach dem Umrühren unterstützt man die Scheidung der Paraffinsubstanz von der Japanwachsseife durch Stellen an einen Ort von 50—60° C. Dann lässt man völlig erkalten. Obgleich auch Japanwachs einige Proc. unverseifbare Substanz enthält, so ist dennoch die am Niveau der Masse befindliche Paraffinschicht durch ihr geringeres specifisches Gewicht zu erkennen. Isolit, Masse zum Abguss von Medaillen, Holzschnitten etc. ist ein Gemisch aus gelbem Ceresiu oder Wachs mit 5 Proc. präcipitirtem Schwefel und 6—7 Proc. Leuchtpetroleum. (1) Ceratum eosiueticum snponntuiii. Cold-cream ohne Fett. Vf Mucilaginis Gummi Arabici 15,0 Aquae Rosae 5,0 Acidi stearinici 50,0 Saponis medicati 5,0. Leni calore mixtura efficiatur et admixtis Glycerinae 10,0 agitatio usque ad refrigerationem pera- gatur. Diese Mischung soll in Frankreich als ein billiges Cold-creamsubstitut gebraucht werden. (2) Unguentum leniens vasiliuatum. Vaseline-Cold-cream. I. ■Bf Cetacei Paraffini • Olei Cacao ana 10,0. Liquatis adde Vaselinae flaviusculae 100,0 Saponis medicati pulverati 20,0 Aquae Eosae 60,0 Olei Eosae Guttas 2. Fortiter per horam unam usque ad refrigerationem perfectam agitando hat unguentum molle. Ad usum mercatoriuin hoc unguentum laudant. II. ■Bf Cerae albae Cetacei ana 10,0 Saponis medicati 20,0 Vaselinae 100,0 Aquae Eosae 60,0. L. a. et agitatione per horam unam effecta fiat unguentum molle aequabilc album. Labaigub lässt zur Darstellung des Vaseline-Cold-cream 40,0 Quittenschleim, 60,0 Mandelölseife, 10,0 Stearinsäure und 2,0 Glycerin verwenden. Original Pasta -Pompadour von Dr. A. Eix Wwe., gegen Sommersprossen, Leberflecken und andere Gesichtsübel. Ein Gemisch von feingeriebenen entschälten bitteren Mandeln und Cold-Cream oder Wachspomade. (25g 3 Mk.) (Schädler, Analyt.) Schönheitspasta, Orientalische, von Albin Müller in Brunn, ist Cold-Cream in elegantem Glastöpfchen. (40 g 0,65 Mk.) (Hagek, Analyt.) Cerasus. Das Klären der Fruchtsäfte, besonders der farbigen, mit der hierzu empfohlenen Löwio'schen Patentthonerde ist nicht zulässig, weil der Farbstoff theils verändert theils an die Thonerde gebunden und aus dem Safte herausgefällt wird. Sympus Cerasornni. Künstlich gefärbter Kirschsyrup soll im Handel vorkommen. Die Prüfung besteht darin, ungefähr 30 g des Syrups mit Amylalkohol auszuschütteln. Der deeanthirte Amylalkohol darf in keiner Weise gefärbt erscheinen. Vergl. auch Suppl. unter Pigmenta. Cerasus. Kirschwasser. 237 Syrupus Ccrasi cortieis, Kirschriiidcnsyrnp (Syrnp of wild cliovry bark). Die Rinde des wilden Kirschbaumes (entweder von Cerasus Padus DC. oder C. Virginiana Miciiaux, auch C. serotina Loiseleur-Deslongciiamps) wird bei gelinder Wärme oder an der Luft getrocknet, grob gepulvert und 100 Th. mit einer Mischung aus 30 Th. Glycerin und 50 Th. Wasser angefeuchtet im geschlossenen Gefäss (aus Porzellan oder Glas) drei Tage bei Seite gestellt, dann mit einem Gemisch aus 40 Th. Weingeist und 350 Th. Wasser übergössen drei Tage macerirt. Die durch Auspressen oder Deplaciren gesammelte Colatur wird filtrirt und 380 Th. des Filtrats mit 620 Th. zerstossenem Zucker unter Digestion in geschlossenem Gefäss zum Syrup gemacht. Dieser Syrup, welcher blausäurehaltig ist, wird besonders bei Lungenleiden und fieberhaften Zuständen angewendet. Kirsclikeniiil. In den Wäldern Nord-Amerikas wächst Cerasus Virginiana Mich au x und Cerasus serotina Loiseleuh-Deslongchamps {Prunus Virginiana Miller) in grosser Menge. Die Rinde dieser Bäume, Cortex Pruni Virgini- anae, wird viel, besonders wegen ihres Amygdalingehaltes, bei Lungenleiden gebraucht, und aus den Samenkernen presst man gegen 8 Proc. eines fetten Oels, welches dem fetten Oele aus süssen Mandeln nicht unähnlich ist, aber durch einen Blausäuregeruch und eine grünliche Farbe von demselben abweicht. Sein speeifisches Gewicht ist 0,905—0,908. Bei —5 bis 8° C. erstarrt es. Durch Schütteln mit gepulvertem Natriumbicarbonat und trockner kohlensaurer Magnesia, Absetzenlassen in ganz gefüllten und dicht geschlossenen Gefässen liefert es ein "el, welches dem Oleum Amygdalarum dulcium ähnlich ist. Ob es nun schon als solches in den Handel kommt, ist noch nicht beobachtet. Es dürfte sich viel- eieht durch ein speeifisches Gewicht von weniger denn 0,912 erkennen lassen. ^ u * ^itae (icrasoriuii. Spiritus Ccrasorum, Kirschwasser, Schweizer Kirsch- asscr, Kirsch, ein im südwestlichen Deutschland, in der Schweiz und dem südlichen Frankreich als Genussmittel dienendes farbloses Destillat aus dem ge- gonrenen Safte der wilden Kirschen mit den Kernen (besonders von Cerasus num), welches einen Blausäuregehalt aufweist und ein speeifisches Gewicht von • C tiv. '^ ,f> na ^ Die Kirschen werden von den Stielen befreit, zerquetscht und . * äs sern oder Cementgruben der Gährung unterworfen. Nach der Gährung ^d die Masse der Destillation aus kupfernen Blasen unterworfen. 100 kg Hirschen liefern 12—13 Liter Kirsch. Dieses Getränk wird oft künstlich nachgeahmt und zwar durch Vermischen des Weingeistes von 0,935 spec. Gew. mit Bittormandelwasser, Kirselüorbeer- wasser oder durch Maceration des Weingeistes mit Kirschlorbeerblättern oder zer- stossenen Pfirsich- und Kirschkernen und folgende Destillation. Diese Producte "aben entweder nicht den angenehmen Geschmack oder sie enthalten mehr Blausäure. Der echte Kirsch enthält höchstens 0,01 Proc., gewöhnlich nur 0,005 **roc. Cyanwasserstoff. 100 CC. des Kirsch, mit 10 Tropfen verdünnter Salpetersäure und einer Lösung von 0,06 g Silbernitrat vermischt, dürfen nach Verlauf einer Viertelstunde nur ein solches Filtrat ausgeben, welches auf weiteren Zusatz v °n Silbernitrat keine weitere Trübung erfährt. Im Jahre 1867 empfahl Gentiuiomme, früher auch schon Desaga (Ilandb. I, °- 797) den Kirschspiritus mit Guajakholz zu schütteln, wodurch das echte Prä- Parat indigoblau gefärbt werde. Diese Prüfung fand Aufnahme und wird auch noch heute oft angewendet, obgleich Delcominete und später Hardy daran erinnerten, dass diese Reaction nur ein Zeichen des Kupfergehaltes des Kirsches ^ l nnd mit der Echtheit desselben in keiner Verbindung stehe, denn der aus Glasgefässen oder aus Kupferblasen mit Verdichtungsvorrichtung aus Zinn destil- rte Kirsch verhält sich gegen Guajakholz indifferent. 238 Cerasus. Cerevisia. Die Zulässigkeit eines Kupfergehaltes wäre dahin zu normiren, dass 50 CC. Kirsch mit 50 CC. Wasser verdünnt nach Zusatz von 0,02 g Kaliumferrocyanid in wässriger Lösung nach Verlauf von einer Stunde filtrirt auf weiteren Zusatz von Kaliumferrocyanidlüsung keine Fällung oder Färbung erleide. Da der künstliche Kirsch auch durch Nitroglycerin aromatisirt sein kann, so fälle man mit Silbernitrat und prüfe den Niederschlag mikroskopisch (vergl. Handb. I, S. 66). Fehlen die Silbercyanidkrystalle, so wird die lieaction auf Nitroglycerin nothwendig. Ein Liter Kirsch ist die geringste Menge als Unter- suchungsobject (vergl. Handb. II, S. 34 und Suppl. S. 80 und 81). Cerevisia. Wasser, Beschaffenheit desselben für den Braubedarf. Nach Ansicht Brauverständiger kann das Wasser eine ziemliche Härte besitzen, wenn dieselbe hauptsächlich von Gyps herrührt. Gypshaltiges Wasser wirkt sowohl beim Einmalzen als bei der Bereitung der Würze günstig. Wasser, welches grössere Mengen Bicarbonate enthält, erhitzt man vor der Verwendung, wenigstens vor der Verwendung zur Würzebereitung, bis zum Aufkochen. Natriumchlorid enthaltende Wässer wirken in der Mälzerei schädlich, die Würze dagegen und die resultiren- den Biere werden durch dieselben rascher klar. Wässer, welche viel organische Substanzen enthalten, sind in den Brauereien stets nur mit grösster Vorsicht zu verwenden, doch fehlt es nicht an Beispielen, dass solche Wässer besonders wohlschmeckende Biere liefern. Extractmenge des Malzes. Da die Gerstenfrucht nicht immer ein und dieselbe ist, so erklärt sich der Umstand, dass auch die Extractmenge, welche trocknes Malz liefern kann, eine verschiedene ist. Andererseits wird das eine Brauverfahren mehr Extract dem Malze entziehen als das andere. Die Durcli schnittsmenge des Extracts wäre zu 62 Proc. für den Verlauf des Brauactes und zu 70 Proc. für die physikalische Extraction durch den Chemiker anzunehmen. Diese Zahlen entsprechen auch den Annahmen der Chemiker. Die wirkliche Extractausbeute berechnet man nach V. Griessmayer nach der Formel: E = —, wobei E die Extractprocente, l die Anzahl der Liter von der gewonnenen Würze, s das spec. Gewicht der Würze, p den Extractprocent- gehalt dieser Würze (nach Balling) und m das verwendete Malz in Kilogrammen angeben. Maltose, unvergohrener Zucker, ist in jedem Biere vertreten, in den Extract-gehaltreicheren in grösserer Menge als in den leichteren Bieren. Der Gehalt schwankt zwischen 0,3—0,9 Proc. Eiweissstoffe, Proteine, Peptone betragen gewöhnlich 5—12 Proc. vom Gewichte des Extracts. In den mittelstarken Bieren betragen sie 0,4—0,6 Proc. vom Gewichte des Bieres. Glycerin kommt im normal gebrauten Biere stets vor, doch nicht über 0 3 Proc. hinaus, gewöhnlich zu 0,1 Proc. Ein Glycerinzusatz zum Biere macht dieses unbestritten vollmundiger. Da dieser Körper im reinen Zustande in seiner Wirkung auf den thierischen Organismus mit dem Zucker in gleicher Linie steht, so kann der Zusatz desselben zum Biere im Umfange von 1—4 Proc. nicht beanstandet werden. Einige Chemiker betrachten diesen Zusatz als eine Schmiererei, doch dürfte diese stets vom Consumenten wohlgefällig aufgenommen werden. Mit fetten Säuren verunreinigtes Glycerin würde stets als eine strafbare Verfälschung Cerevisia. Bierbestandtheile. 239 aufzufasseu sein, verrathen. Das Bierdestillat dürfte durch den Geruch ein solches Glycerin Bierklärmittel, übliche, sind Weissbuchenspäne, Haselnussholz, Kochsalz, Hausenblase, Gelatine oderLeim und Tannin, Caragaheen- moos. Verwerflich ist die Anwendung von Schwefelsäure mit und ohne Alaun. Ueber Kochsalz vergl. weiter unten. Conservirungsmittel, doch selten angewendete, sind Salicylsäure, Borsäure, Borax. Diese sind in höchst kleinen Mengen unschädlich, über 0,025 Proc. jedoch wohl zu beanstanden. Borsäure und Borax erkennt man nach dem Sauermachen des Bieres mit Salzsäure an dem Verhalten gegen Curcuma- Papier. Auch kann man das mit Phosphorsäure oder Schwefelsäure sauer gemachte, zur Syrnpconsistenz eingedampfte Bier mit Weingeist ausschütteln und den Weingeist anzünden, um an der grüngesäumten Flamme die Gegenwart von Borsäure zu erkennen. Zur Unterscheidung der Borsäure vom Borax genügt die weingeistige Extraction aus dem nicht angesäuerten Bierextract. Amylalkoholgehalt. Bier soll nur den Weingeist oder Aethylalkohol enthalten, welcher in Folge des Gähraktes aus der Glykose des Malzes entsteht. Wird nun ein Theil des Malzes durch Kartoffelstärkezucker ersetzt, so soll das daraus gewonnene Bier verhältnissmässig Amylalkohol enthalten, welcher auf den menschlichen Organismus schädlich, selbst giftig einwirkt. Nun wird Kartoffelstärkezucker wöchentlich zu tausenden von Centnern in Deutschland und Oester- reich als Biermaterial verbraucht und dennoch hat man den Amylalkohol bisher ni cht nachgewiesen, obgleich er im Destillate aus dem Biere leicht durch Geruch Un d Geschmack nachzuweisen wäre. Nach der Theorie müsste er im Stärke- zuckerbiere vorhanden sein. Da er es aber nicht ist, so mag dieses Fehlen ent- euer in fl em (Jährverfahron liegen, oder die Bildung des Amylalkohols wird urcn Stoffe in der Kartoffel veranlasst, welche im Kartoffelstärkezucker fehlen. Hopfensurrogate und fremdartige Zusätze. In einem Biere (1876) wurde f m " us siges Alkalo'id angetroffen, welches mit Pikrinsäure, Gerbsäure, Jodjod- almm Niederschläge gab. Hager nahm an, dass zu diesem Biere die bltthen- en Zweige von Sarothamnus scoparius Wimmer (Spartium scoparium L.) 8 Hopfensurrogat gedient haben mögen und das flüssige Alkaloid Spart ein gewesen sein könne. Das betreffende Bier soll in dem Erzeugungsorte gern getrunken werden. Der Name des Ortes und der des Analytikers war nicht in Erfahrung zu bringen (pharm. Ccntralh. 1876, S. 112). Von einem Analytiker wurde angeblich Colchicin in einem Biere angetroffen, es stellte sich aber dieser Befund später als Irrthum heraus. Ein Chemiker glaubte in einem Biere Morphin angetroffen zu haben. Es lle gt hier die grosse Wahrscheinlichkeit vor, dass eine Verwechselung mit Buxin stattgefunden hat, denn Buxus semperoirens L. wird auch mitunter als Hopfensurrogat benutzt. In einem Biere wurde Buxin (Bibirin) nachgewiesen (ph. Centralh. 1876, Wo - 50). Der Geschmack des Bieres war gut, nur der bittere Nachgeschmack etwas lange anhaltend. Der durch Gerbsäure gewonnene Niederschlag wurde auf Menyauthin, Quassiin und Colocynthin untersucht, jedoch ergab der farblose gesonderte Bitterstoff nicht die Farbenreactionen mit Schwefelsäure, er erwies sich auch leicht in Aethcr, Chloroform, selbst in Schwefelkohlenstoff löslich. Die Alkaloidnatur ergab die deutlich alkalische Eeaction und das Verhalten seiner schwefelsauren Lösung (welche nicht fluorescirend war) gegen die Alkaloid- J'eagentien. Das an Hager behufs Bestimmung übersendete Alkaloid (ungefähr 0,002 aus 5 Litern Bier) war weisslich und amorph. Aus seiner salzsauren 240 Cerevisia. Hopfensurrogate. Lösung war es durch Aetzkali fällbar, aber in einem Ueberschuss desselben löslieh, Jodsäure reducirte es nicht, durch Pikrinsäure wurde es vollständig gefällt. Concentrirte Schwefelsäure löste das mit Ammon gefällte farblose amorphe _ Al- kaloid farblos und nur naeh einem Tage trat eine bräunliche Färbung ein. Dieses Verhalten war wohl ein genügender Beweis, dass in dem Alkaloid Buxin (Bibirin) vorlag. Da im Liter Bier ungefähr 0,0004 g Buxin enthalten war und das Bierdestillat einen prononcirten Ilopfengeschmack aufwies, so lag hier wenigstens kein Ersatz des Hopfens durch Buxusbestandtheile vor und musste die Frage, ob eine Bierverfälschung vorliege, entschieden verneint werden. Ebenso musste die Frage, ob dieses Alkaloid als ein gesundheitsschädlicher Zusatz zum Biere zu erachten sei, verneint werden, da Buxin in Gaben bis zu 0,5 g (in mit Salzsäure sauer gemachtem Wasser) keine anderen Erscheinungen hervorbringt als eine gleiche Menge Chininhydrochlorat. Die von Conzen angegebenen Symptome, bei Hunden nach Gaben von 0,1 bis 0,8 Buxin sind ganz dieselben, welche er auch erhalten haben würde, wenn er statt des Buxins Chinoidin ohne Säure angewendet hätte. Es ist eben ein grosser Unterschied, ob ein stark basisches Alkaloid für sich oder als lösliches Salz gegeben wird. Buxin kann man nicht, zumalen in so unbedeutender Monge, als eine gesundheitsschädliche Substanz auffassen und ist es mit Quassiin und Menyanthin in dieselbe Reihe zu stellen. In einer Berliner Zeitung fand sich folgende Bemerkung: In einer zu Berlin abgehaltenen Versammlung Deutscher Brauer, wurde der Antrag: „Ein kaiserliches Reichsgesundheits-Amt zu ersuchen, bei dem Reichskanzler-Amt dahin zu wirken, dass gesetzlich festgestellt werde, dass zur Bierbereitung nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser verwendet werden dürfen und die Anwendung aller Surrogate oder sonstiger Zusätze verboten sein solle" — abgelehnt. (!) Diese Ablehnung war gewiss eine verständige, denn der Biertrinker will ein Bier trinken, das ihm mundet und wird der Brauer gezwungen, sein Fabrikat zu aromatisiren, demselben einen Geschmack zu geben, dass es gern getrunken werde. Unter 100 Brauern giebt es sicher 99, welche ausser zu Malz und Hopfen uoch zu unschuldigen Zusätzen, wie sie im Handbuch Bd. I, S. 801 aufgeführt sind, ihre Zuflucht nehmen. Dazu kommt, dass diese Zusätze meist in so geringem Umfange Anwendung finden, dass ihr Nachweis, besonders derer mit flüchtigem Arom, auf chemischen Wege meist kaum möglich ist und nur ein feiner Geschmackssinn sie entdecken kann. Dass diese Zusätze schon vor einigen hundert Jahren üblich waren, beweist die Geschmacks-Verschiedenheit der Biere, welche aus einigen Orten kommend einen besonderen Ruf hatten. Das im 16. Jahrhundert berühmte Bernauer Bier soll z. B. nach der Erzählung alter Leute einen an Anis erinnernden Geschmack gehabt haben. Vorstehende Bemerkungen haben nur den Zweck, den Ansichten über Bier und seine durch altes Herkommen und Gewohnheit sanetionirten Bestandteile Anhalt und Unterlage darzubieten, und den Chemiker in der Beurtheilung der Bierverfälschung eine klarere Einsicht zu gewähren. Es ist eine traurige Wahrnehmung, wenn ein Chemiker von Bierverfälschung spricht, wenn er neben den Honfenbestandtheilen etwa noch andere unschuldige Bitterstoffe und Gewürze angetroffen hat. Hierzu sei noch bemerkt, dass Hopfen keineswegs ein unschuldiger Stoff ist, dass derselbe sogar Vergiftungssymptome hervorbringen kann. Es sei nur an den Bierrausch und seine Nachwehen erinnert. Wenn ein Bier gm schmeckt und die Bestandteile enthält, welche im Biere vertreten sein solle»» so können etwaige unschuldige, den Geschmack nur berührende Stoffe das Biet nicht zu einem verfälschten machen. Die Möglichkeit, dass sich in Stelle des Hopfens auch ein anderes Arom einführen könne, liegt gar nicht so fern, un«- Cerevisia. Mikroskop. Prüfung. 241 wenn dann ein solches Bier von Vielen lieber genossen wird, so dürfte es dieselbe Berechtigung haben wie Hopfenbier, ohne dass es als ein verfälschtes bezeichnet werden könnte, eben so wenig als man ein mit Stärkezucker hergestelltes Bier, wie es doch in grossen Massen in den Handel kommt, für ein verfälschtes hält. Wenn also ein theilweiser Ersatz des Malzes durch Stärkezucker zugelassen wird, warum sollte der Brauer nicht auch einen theilweisen Ersatz des Hopfens anwenden dürfen, wenn dieser Ersatz dem Geschmacke des Consumenten genügt. Das Bier, welches in Amerika statt mit Hopfen mit den Früchten der Ptelea trifoliata L. aromatisirt ist, schmeckt eben so gut, wie unser Hopfenbier, und wegen des Zusatzes kleiner Mengen anderer Gewürze oft sogar noch besser. Ptelea trifoliata L., Hopfenbaum, Kleestrauch, eine in den südlicheren Staaten Nord-Amerikas einheimische, bei uns in Gärten gezogene Xanthoxylee, liefert in ihren geflügelten Früchten ein dem Hopfen ähnlich schmeckendes und Rechendes Arom. Diese sollen ein Alkaloid-P t e 1 e i n enthalten. Zu den Teucrium - Arten zählen einige, welche vortreffliche Hopfensurro- l?ate darbieten könnten, und hat man auch Scorodonia silcestris Link ( Teucrium Scorodonia L.) als solches warm empfohlen. Wie es scheint werden in Italien bereits einige Teucrium-Arten zur Geschmacksverbesserung des Bieres benutzt. Y er Nachweis wird ein sehr schwieriger sein, weil der Zusatz zu gering ist und das Teucrium-Arom durch das Hopfenarom ausreichend verdeckt wird. Die Wiederherstellung verdorbenen, sauren oder trübe gewordenen weres, d. h. das Trinkbarmachen eines solchen Bieres, geschieht in verschiedener eise. Ein zu schwaches Bier kräftigt man durch Zusatz von Zucker oder urze. Schleimig gewordenes Bier versetzt man mit Gerbsäure oder gerbstoff- *tigen Stoffen, sauer gewordenes mit Natriummonocarbonat und Natriumbicar- on at, Potasche, kleberhaltiges mit Leimlösung und Gerbsäure, d" , eDern altiges Bier ist trübe, die Klebersubstanz des Malzes ist in ie Würze übergegangen, das Bier hat nicht genügend ausgegohren. Kleber iru auch zum Theil durch Essigsäure, wenn diese im Biere stark vertreten ist, geost. Beim Neutralisiren des Bieres tritt desshalb eine Trübung, eine Aus- eheidung von Flocken ein. Ein solches Bier kocht unter Schäumen und Stossen. Gehörig vergohrenes Bier giebt (nach Werner Schmidt) mit einer neutralen Ferrisulfatlösung (1,157 spec. Gew.) nur einen geringen Niederschlag. 8 S °U 1 Th. der Lösung mit 16 Th. Bier gemischt werden und der Niederschlag Dacn 24 Stunden der Ruhe etwa den 6. Theil des Volumens betragen, nöei menr a j g ^ er jj^lfte (?) sollte das Bier nicht verwendet werden." Wirkung des Bierextracts. Hermann glaubt, dass im Bierextract Curarc- "wge Stoffe vertreten seien (Sciimidt's Jahrbücher d. ges. Med. Bd. 183, S. 242), ßnn nach hypodermatischer Injection beobachtete er an Fröschen Erscheinungen, le sie nach Curare-Injectionen beobachtet wurden. Wahrscheinlich sind die estandtheilc des Hopfens, welche in das Bier übergehen (Lupulin, Trimethyl- amin °der Zersetzungsproducte der Hopfenbestandtheile) die Ursache. Mikroskopische Prüfung. Dieselbe erstreckt sich zunächst auf die Hefe- Zemente, diejenigen der Unter- und Oberhefe und der sauren Gährung. Abforme mikroskopische Elemente sind mit der chemischen Untersuchung zu com- b miren. Die organisirtcn Elemente der Bierhefe bestehen nach Reess nur aus einer kpecies, Saccharomyces cerevisiae, und die der Unter- und Oberhefe sind nur Hager, Pharm. Paxis. Suppl. 16 242 Cerevisia. Mikroskop. Prüfung. Bierliefe. Fig. 3t Saccharomyces Cereviiiae zellen. TJH Unterhefezellen. OB oberhefe- 450 (;iche Vergr. Spielarten einer und derselben Art, erstere bei 5 bis 10° C, letztere bei 12 bis 24° C. vegetirend und sich fortpflanzend. Letztere wird durch den Temperatur- einfluss leichter und von den sich entwickelnden Kohlensäurebläschen nach oben gezogen. Man betrachtet die Hefeorganismen bei 350—ÖOOfacher Vergrösserung. Die Zellen der Unterhefe sind meist einzeln oder paarig, weil die Tochterzelle nur dann zur Sprossimg gelangt, wenn sie sich von der Mutterzelle getrennt hat. Die Form ist mehr kugelförmig als länglichrund, viele Zellen sind selbst kugelrund, völlig klar und durchsichtig oder enthalten ein oder mehrere weniger durchsichtige Zellkernchen in Form von dunkleren Punkten. I Die Grösse variirt zwischen 5— lOmmm. Mit Zunahme der Temperatur werden sie specifisch leichter, von der sich entwickelnden Kohlensäure nach dem Niveau der Gährflüssigkeit gehoben und gehen so in Oberhefezellen über. Die Oberhefezellen sind selten einzelne, meist paarig und zu mehreren kettenförmig aneinander gereiht. Wenige sind vollkommen klar und durchsichtig, meist mehr oder weniger trübe. Die Form ist eine länglichrunde oder ovale oder birnenähnliche. Der Durchmesser der Zellen variirt zwischen 5— 9 mmm. Bei Bier, welches in den sauren Zustand übergeht, verschwinden die Hefezellen oder es scheint vielmehr die Vegetation der llefezellen in die Form von Saccharomyces exiguus, besonders aber in Sacch. Pastorianus Kekss überzugehen, um dann der Bildung von Essigbacterien (Mycoderma Aceti) Raum zu lassen. Das in Säuerung übergehende Bier enthält viele kleine längliche und weniger regelmässig gestaltete, oft gerade und knotig aufgetriebene, verästelte Zellen (Saccharomyces Pastorianus). Stellt man das Bier in einem Glase einige Stunden bei 20—25° C. bei Seite und beobachtet das Niveau der Flüssigkeit im auffallenden Lichte, so lässt sich die Bildung der Essigbacterienhäutchen wahrnehmen, selbst Andeutungen von Schimmel, Mucor racemosus, mit seinen stecknadelkopfgrossen Sporangien sind bemerkbar, und in der Flüssigkeit findet man Organismen, welche an Saccharomyces exiguus, welcher sich an der Nach- gährung des Bieres betheiligt, und an Saccharomyces Pastorianus, an der keulen- oder grasstengeligen Form erkennbar, erinnern. Letzterer deutet au' den Uebergang zur Säuerung. Dass auch Elemente der Bacterien, welche die Essigsäurebildung, die Milchsäure- und Buttersäuregährung begleiten, vorhanden sein können, ergicbt die Erfahrung. Die Essigsäurebacterien {Mycoderma Aceti) zeigen sich in Form zarter Häutchen am Niveau der sauer werdenden Flüssig" keit, in welchem Häutchen stabförmige, in der Mitte eingeschnürte Zellen roihen- förmig gelagert sind. Die einzelne Bacterienzelle ist 2—3 mmm lang. Sowie das Häutchen mit seinen Einlagerungen untergetaucht und dem Contact mit der Luft entzogen wird, hört auch die Säuerung auf und es bildet sich am Niveau der Flüssigkeit ein neues Bacterienlager, welches nun wiederum den Oxydations- process des Weingeistes besorgt. Cerevisia. Bierhefe. Bierbestandtheile. 243 Bei einiger Massenentwickelung dieser Organismen lassen sich dieselben nach Znsatz von Weingeist, Absetzenlassen, Decanthiren sammeln. Je weiter der Säuerungsprocess vorgeschritten ist, um so weniger ist die Bierhefe vertreten. *./>. WRk M r. ^H Bliw.P' E EsBi .gs&ur«-Baet«rieB. S. e. Saccharo- J o» exiguun REESS. ST. Sarcharomyeet Pastori- anus EEESS. 450 fache Vergr. Fig. &3. tf t r. Mucor raaemosus. B— Butterbaure- bacterien. M— Milchaäurebacterien. 450 fache Vergr. Malz 1 ' Cht deS 6an 9 es der Bieranalyse. Getränke, welche aus Wasser, dar °f v f glyko8enalt 'g en Stoffen unter Vermittelung der weingeistigen Gährung des^l f dUrch die Bestandthe!le gewürzhafter vegetabilischer Stoffe, besonders Na h"^h DUr scnwaon aromatisirt sind und sich zum Theil in einer schwachen bier R UIlg befinclen > bon ennt man Biere. Einige Biere, wie Berliner Weiss- arom *■• ™ yllann > Ranziger Jopenbier, Wachholderbier werden nicht mit Hopfen atisirt. Die mit Hopfen aromatisirten halten sich am besten und sind die ■»eisten dargestellten und genossenen. , ^ er sachverständige Chemiker beantwortet sich die Frage, was Bier sei, c b noch nach einer anderen Seite hin und zwar: d v. • r ^ e ' n ZU8ammen g es etztes Nahrungs- und Genussmittel, welches cb seinen Kohlensäuregehalt erfrischend, durch seinen Weingeist- und romgehalt auf Körper und Geist belebend und anregend, durch seinen ^xtractgehalt ernährend wirkt. Ein Bier, welches diesen Eigenschaften nachkommt, bezeichnet man im ge- ohnlichen Leben mit vollmundig. Eine Vollmundigkeit zu erlangen ird der Brauer zum Theil genöthigt im gewöhnlichen Brauact Modificationen '»treten zu lassen und zu kleinen Zusätzen zu greifen, um das Arom dem Ge- eKnacke angenehm zu machen, denn ein nur aus Malz und Hopfen bereitetes 'er ist dann nur vollmundig, wenn auch sein Extractgehalt ein höherer ist. ., n ^ erers eit8 zieht man einen modifieirten Hopfengeschmack vor. Die Bestand- neue sind bei Hopfenbier laut mehr denn 100 Analysen im Minimum und Maxi- mi im (nach König): Sp. Ge w. Wasa. C0 2 1,0142 83,00 0,10 WU9 95,27 0,50 Alkohol Extr. 1,63 2,60 9,04 12,40 AI- Gly- bumin Zucker Dextrin Säure corin 0,02 0,10 1,46 0,08 0,07 1,98 2,45 7,85 0,71 0,40 Asche P0 5 0,14 0,02 0,48 0,09 IG* 244 Cerevisia. Bierbestandthoile. Spec. Gew. Gly- cerin Asche P0 5 0,026 Schenk- oder Winterbier im Mittel: AI- Al- Wass. C0 2 kohol Extr. bumin Zucker Dextrin Säure 1,0142 91,81 0,228 3,206 4,988 0,811 0,442 2,924 0,116 0,202 0,20 Lager- oder Sommerbier im Mittel: 1,0159 90,71 0,218 3,679 5,612 0,491 0,872 4,390 0,128 0,218 0,223 0,03 Exportbier (Bock- und Doppelbier) im Mittel: 1,0237 88,72 0,245 4,066 7,227 0,710 0,900 — 0,166 — 0,267 0,072 Beim Lagern des Bieres nimmt der Extractgehalt ab, der Weingeistgehalt zu, in Folge schwacher Nachgährung. Die Asche des Bieres besteht im Mittel in Procenten der Aschenmenge, welche zu 0,3 Proc. aus dem Biere erhalten wurde. K Na Ca Mg Fe 2 0 3 P0 5 S0 3 Si0 2 Cl 33,7 9,0 2,8 6,2 0,45 31,3 3,5 9,0 3,0 Der Kali- und Phosphorsäuregehalt, deren jeder ziemlich ^3 der Aschenmenge ausmacht, lässt in diesem Umfange die Verwendung des Gerstenmalzes erkennen. Selbst geringhaltige Biere aus Gerstenmalz und mit circa 0,2 Proc. Asche müssen mindestens 0,05 Proc. Phosphorsäure und 0,06 Proc. Kali enthalten. Bier gehört, wie schon erwähnt wurde, der Rubrik der zusammengesetzten Nahrungsmittel an (Suppl. S. 177), und es ist dasjenige das beste, welches von angenehmem, erquickendem, erfrischendem Geschmack ist, dessen Zusammensetzung sich nicht nach den Anforderungen unerfahrener Chemiker richtet, sondern in Betreff des Geschmackes, des Geruches, der Farbe und auch der physiologischen Wirkung den nach Ort und Zeit verschiedenen Anforderungen des biertrinkenden Publikums entspricht. Wesentliche Bestandtheile eines Bieres sind Wasser (mindestens 75 Proc), Weingeist (höchstens 10 Proc), Glykose oder Zucker, freie organische Säuren (höchstens 0,5 Proc. exclusive Kohlensäure) und irgend welche Gewürzstoffe, von welchen Hopfenstoffe die seit ältester Zeit beliebtesten waren und auch noch heute sind. Berliner Weissbier, Broyhahn, Danziger Jopenbier, Wacholderbier z. B. enthalten keine Hopfenstoffe und dennoch sind sie Biere. Jedes Bier hat nach der Art der Bereitung seinen besonderen Charakter und divergiren sie nach Geschmack, Geruch, Farbe, Consistenz, Dauerhaftigkeit. Verfälschte Biere sind solche, welche das nicht sind, wofür sie ausgegeben werden. Ein Hopfenbier, gehopftes Bier muss nothwendig durch Hopfen- bestandtheile aromatisirt sein und heben noch andere beigefügte kleine Mengen Bitterstoffe und Arome den Charakter eines Hopfenbieres nicht auf, wofern das Hopfenarom vorwaltet. Das Hopfenbier ist dann ein verfälschtes, wenn G e " schmack und Geruch der Hopfentheile durch Geschmack und Geruch anderer Gewürzstoffe überwogen wird, oder ein Bier ist dann ein verwerfliches, nid» trinkbares oder ein verfälschtes, wenn es Bestandtheile fasst, welche der Gesundheit Nachtheile bringen können, dem Wohlbefinden des Geniessenden erfahrungsgemäß nicht zuträglich sind, wenn ein Bier überhaupt einen Charakter zeigt, welcher ein Getränk scheinbar zu einem Biere macht, das z. B. ein Product einfacher Mischung ist statt ein Product der weingeistigen Gährung zu sein. Die Erkennung und Nachweisung dieser Abweichungen und Umstände ist allein der Zweck der 6 e " sundheitspolizei und der durch letztere angeordneten chemischen Analyse. Da die geköpften Biere am meisten fabricirt werden, so kommen die Bestandtheile eines normalen und gut gebrauten Bieres, wie sie die Erfahrung » e ' Cercvisia. Zusätze. Analyse. 245 stimmt, in erster Reihe in Betracht. Unter schweren Bieren versteht man solche mit grossem Extractgehalt, unter starken Bieren solche mit grossem Weingeistgehalt, unter leichten Bieren solche mit mittlerem Extractgehalt und kleinem Weingeistgehalt. Ein leichtes Bier enthält 2—3, ein mittelschweres Bier 3,5—5, ein starkes Bier 6—9 Proc. Weingeist. In Bayern findet man an einigen Orten die polizeiliche Vorschrift, dass bei der zu verwendenden 12 proc. Würze der Wemgeistgehalt 3 Gew.-Proc. oder 3,8 Vol.-Proc. nicht überschreiten darf und der Extractgehalt mindestens 5,25 Proc. betragen müsse. Verwerflich oder nicht trinkbar sind stark trübe Biere, in denen s ich die Hefe noch suspendirt vorfindet oder sich in Folge der Glutintrübung ausgeschiedene Eiweisskörper, Peptone etc. noch nicht abgelagert haben. Die Farbe des Bieres kann nur dann beanstandet werden, wenn sie durch Znsatz eines Farbstoffes bewirkt ist, der sich nicht für den Genuss eignet oder (1 °n Geschmack eines Bieres merklich beeinträchtigt. Man unterscheidet helle Und braune Biere und verdanken diese ihre Farbe der Anwendung von Luftoder Darrmalz, von welchen das erstere auf dem Wege des Brauens helle, das andere braune Biere liefert. Ob nun ein Bier künstlich oder in normaler Weise gefärbt ist, wird nach V. Griessmayeb (einer Autorität für die Bieranalyse) gebunden, wenn man in 10 CC. des Bieres 6—7 g Ammoniumsulfat löst und nun die Lösung mit 10 CC. 90 proe. Weingeist kräftig durchschüttelt. In der Ruhe sondern sich zwei Schichten, von denen die obere weingeistige die normale Malz- arbe des Bieres aufgenommen hat und die untere Schicht entweder schwach far- ig oder doch immer blasser als die obere gefärbt ist. Bei Gegenwart von Zucker- oueur etc., ; 8 t entweder die untere Schicht dunkler als die obere gefärbt oder ... senr blassfarbig und an der Grenze, in welcher sich beide Schichten bereu, findet man die zugesetzte Farbe in trübschichtiger Ansammlung. Die Farbenintensität des Bieres bestimmt man oft durch Vergleich mit einer ormaljodlösung, einer Lösung von 12,7 g Jod, 15 g Kaliumjodid in Wasser, so ass sie 1 Liter ausfüllt. Die Farbe wird dann nach dem Jodgehalte der ent- Prechend farbigen Jodlösung bezeichnet. Besondere Zusätze zum Biere, welche eine Verbesserung des Geschmackes, , F arbe, eine Klärung, eine länger andauernde Haltbarkeit oder eine Herab- juinderung des Gehaltes an freier Säure bezwecken, und in Folge des lange Zeit hindurch stattgefundenen Gebrauches oder auch wegen Mangels eines nachtheiligen Zuflusses auf das Wohlbefinden als zulässig angesehen werden, sind: Starke- Mucker, Rohrzucker, Glycerin, Zuckercouleur, Natriumcarbonat, Natriumbicarbonat, ■Natriumoisuifi^ Potasche, Salicylsäure, ferner die Gewürze Anis, Coriander, Carda- rnomen, Thymian, Zimmt, Englisches Gewürz, Ingwer, dann die Bitterstoffe aus Wermuth, Fieberklee, Tausendgüldenkraut, Kardobenedikten, Buchsbaum. Dass nier das Maass des Zusatzes von Wichtigkeit ist, dass von einem oder dem andren zu grosse Mengen nicht in Anwendung kommen dürfen, ist bekannt. Der fjusatz sollte nie so gross sein, dass er im Geschmack überwiegt. Wenn das ßier trotzdem trinkbar ist und auch gern getrunken wird, so liegt auch kein «rund der Verwerfung oder wohl gar das Kriterium einer Verfälschung vor. Der vollständigen Analyse des Bieres geht eine genaue Berücksichtigung der physikalischen Verhältnisse, spec. Gew., Klarheit, Farbe, Geruch, Geschmack etc., unter Umständen die mikroskopische Untersuchung der Bodensätze voraus. Dann schreitet man zur Bestimmung: 1) des Weingeistes (gewöhnlich 1,5—6 Proc), 2) des Extracts (3,5—6 Proc. in den gewöhnlichen Hopfenbieren), sss 246 Cerevisia. Extract-, Weingeist-Beat. 3) des Verhältnisses des Weingeistes zum Extract (es beträgt gewöhnlich 1:1,2 bis 2,6, in besonders guten Bieren wie 1:1,7 bis 1,8), 4) der Bestandtheile des Extracts (gewöhnlich Proc. 1 Glykose, 3—5 Dextrin, 0,5 Prote'instoffe, 0,15—0,5 Aschentheile), 5) des Verhältnisses des Zuckergehalts zu den anderen Kohlehydraten und Nicht-Kohlehydraten (gewöhnlich 1 Zucker zu 3—4,5 Nichtzucker), 6) der ursprünglichen Concentration der Würze (mindestens 10,5 Würze- procente, gewöhnlich 11—14 Proc), *7) des Säuregehaltes (ohne Kohlensäure), welchen man in der Zahl der zur Neutralisation erforderlichen Anzahl CO. Normalalkali (gewöhnlich 1,5 bis 2,5) ausdrückt, 8) der freien Kohlensäure, 9) des Phosphorsäuregehaltes in der Asche (gewöhnlich ein Drittel der Asche), •10) der besonderen Zusätze. Da diese flüchtige und nicht flüchtige Theile enthalten können, so ist eine Destillation aus einem Glaskolben nothwendig, und zwar ist die Destillation so lange fortzusetzen, bis circa 4 / 5 in der Vorlage gesammelt sind. In zwei gleiche Theile getheilt, dient der eine zur Bestimmung flüchtiger Säuren. Der Rückstand im Kolben wird auf die fixen Bestandtheile untersucht, oder zur Glycerinbestimmung benutzt, 11) der zufälligen Verunreinigungen (Zink, Kupfer, Blei). Finden nur die mit einem Stern bezeichneten Bestimmungen Beachtung, so ist die Analyse eine einfache Bieranalyse, welche in den meisten Fällen den Anforderungen der Gesuiidlioilspolizei genügt und die Anhaltspunkte zur Be- urtheilung gewährt, ob ein Bier für den Genuss zulässig ist oder nicht. Extract-Bestimmung. Diejenigen, welche häufig Bieranalysen auszuführen haben, bedienen sich einer Bierwaage oder eines Saccbarimcters (BAUJNG'sches), welches Instrument immer kleine Fehler an sich trägt. Der Pharmaceut bestimmt den Extractgehalt zugleich mit der Bestimmung des Weingeistgehaltes, wobei der wirkliche von dem berechneten Gehalt Differenzen ergiebt, welche höchstens 0,015 Proc. betragen. Ist der wahre Gehalt zu erforschen, so unternimmt man eine directe Bestimmung und zwar dampft man 200 CC. des Bieres auf circa i / 10 Vol. ein, versetzt mit 10,0 eines weissen Bolus, welcher mit Salzsäure haltendem Wasser und mit reinem Wasser ausgewaschen und in der Wärme total ausgetrocknet ist, trocknet die Mischung in der Wärme des Wasserbades (nicht bei 110° C.) ein und so lange aus, bis sich ihr Gewicht constant erweist. Das Mittel aus dem berechneten und dem auf vorbemerkte Weise erlangten Gewicht repräsentirt den wirklichen Gehalt. Beim Abdampfen in flachen Gefässen ist nämlich eine geringe Abdunstung des Glycerins nicht zu vermeiden. Um den Zucker vom Dextrin zu scheiden, extrahirt man die Masse mit 90 proc. Weingeist, welcher den Zucker löst. Mit Wasser lässt sich dann Dextrin extrahiren. Weingeist- und Extract-Bestimmung. Dieselbe geschieht nach irgend einer der unter Spiritus Vini (vergl. Handb.) und Vinum angegebenen Methoden. Will man ihn durch Destillation absondern, so ist das Bier zuvor mit Natron neutral oder schwach alkalisch zu machen. Am einfachsten ist die Eaodb. Bd. H> 8. 994 sub 2 angegebene Methode, welche sich mit der Bestimmung des Extractgehaltes verbinden lässt. Man bestimmt das spec. Gew. des Bieres (A), dampft 100 g desselben bis zur vollen Verflüchtigung des Weingeistes ab, was nach dem Abdampfen bis auf 1 / 3 des Volumens erreicht ist, und verdünnt diesen Rest mit kaltem Wasser bis auf 100 g. Nun bestimmt man das spec. Gew. dieser Ver- Cerevisia. Glycerin-, Hopfenharz-Best. 247 dünnung (B) bei gleicher Temperatur (15 0 C). Die Differenz aus dem spec. Gew. von A und B von 1,000 subtrahirt ergiebt das spec. Gew. eines Weingeistes von demselben Gehalte, wie er im Biere (A) vertreten ist. Wäre das spee. Gew. von A 1,022, von B 1,030, so sind in A enthalten (1,030—1,022 = 0,008; 1,000—0,008 = 0,992 spec. Gew. oder) 4,8 Proc. Weingeist. Wird die nach dem Komma stehende, aus drei Stellen bestehende Zahl der Zahl, welche das spec. Gew. der entgeisteten und auf 100 g mit Wasser verdünnten Flüssigkeit mit 255, oder die nach dem Komma folgende, aus vier Stellen bestehende Zahl mit 2550 multiplicirt, so ergiebt das Product annähernd den Extractgewichtsprocentgehalt (für Gehaltsmengen von 1—8 Proc.) an. In vorstehendem Beispiele wäre der Extractgehalt des Bieres (0,030 x 255,0 =) 7)65 Gew.-Proc. (nach SchüLTZü's Tabelle 7,71, nach Balling 7,5). Behufs Bestimmung des Gehalts im Volumen wären 100 CC. Bier zu verwenden und die Verdiinnung auf 100 CC. vorzunehmen. In diesem Falle ist der Multiplicator 260 oder 2G00. Obiges Beispiel ergäbe in 100 CC. des Bieres (0,030 x 260,0 =) 7,8 Gew.-Proc. Extraet (nach Schultze 7,94). Um nach Balling's Tabelle den Extractgehalt in 100 Gewichtstheilen Bier z ü berechnen, wären die Gehalte von 0,1—7,0 Proc. Extraet (bei spec. Gew. von 1,001—1,028) durch Multiplication der Zahl nach dem Komma der spec. Gew.-Zahl mit 250 zu erfahren. Die Tabelle Schultze's findet man in Dr. Victor Griessmayer's: Die Verfälschung der wichtigsten Nahrungs- und Genuss- mi ttel (1880) angegeben. Glycerinbestimmung. Der Glyceringehalt der Biere ist ein sehr verschiedener, obgleich er in sehr vielen Fällen den 15. Theil des Weingeistgehaltes ausmacht, beträgt im Allgemeinen 0,25—0,75 Proc, doch hat man Biere mit noch grösse- rem Gl ycerin-Gehalte angetroffen. Die Bestimmung führte Hager in letzterer Zeit in folgender Weise aus. Bl er (oder Wein), 200—300g, wird durch Aufkochen vom Weingeist befreit no - mit einer passenden Menge gereinigter Thierkohle (30 g) zwei Tage macerirt, ann filtrirt und der Filterrückstand mit möglichst kaltem Wasser nachgewaschen. *e Waschwässer werden für sich durch Abdampfen im Wasserbade eingeengt und der Verdampfungsrückstand dem Bier (Wein) zugesetzt. Das Bier wird bei 7 0— 8()o C. auf circa den 16. Theil des Volumens (auf 12 — 13 CC.) eingeengt ^'t einem annähernd gleichen Volumen (20—25 g) gepulverter gereinigter, sehr Trockner Thonerde vermischt, die Mischung an einem lauwarmen Orte oder über Schwefelsäure ausgetrocknet, zu Pulver zerrieben und nun auf dem Wege der ^eplacirung mit einem Gemisch aus gleichen Volumen Aether und absolutem Weingeist extrahirt, der klare Auszug in einem tarirten Glaskölbchen der Destillation aus dem Wasserbade unterworfen und dann das geöffnete Kölbchen ^ ni ge Stunden hindurch in der Weise im Wasserbade erhitzt, dass der Hals des ^ölbchens um die Hälfte seiner Länge aus dem Wasserbade hervorsteht. Letztere Operation bezweckt Abdunstung etwaiger anhängender Feuchtigkeit. Es ist nicht zu übersehen, dass wässrige Glycerinlösungen beim Abdampfen in flachen Gefässen bei einer Wärme von 60—80° C. zu einigen Proc. an Gewicht durch Verdunsten Einbusse erleiden, dass Glycerin selbst bei gewöhnlicher Temperatur einer Abdunstung fähig ist. Kommt es auf scharfe Genauigkeit nicht an, so kann die Behandlung mit «tierischer Kohle unterbleiben. Bestimmung des Glycerins und Hopfenharzes nach Victor Griess- m Ayep., eines hervorragenden Chemikers der Bieranalyse (Ber. d. d. ehem. Ges. 1 878). Im Wasserbade werden 300 CC. des Bieres bis auf 100 CC. einge- 248 Cerevisia. Glykose-, Aschcn-Bestiiniuung. dampft, in einen Halbliterkolben mit engem Halse und dazu 200 CC. Petrol- äther gegeben. Man schüttelt 3—4mal je 5 Minuten kräftig durch, lässt ca. 3 Stunden absetzen und bringt die Flüssigkeit in einen Scheidetrichter. Nach 3—4 Stunden lässt man die untere braune Flüssigkeit wieder in den Halbliterkolben abfliesen, die obere gelatinöse Masse nebst dem überschüssigen Petrol- äther giebt man in eine tarirte Glasschale und überlässt sie zunächst sich selbst. Die Flüssigkeit im Halbliterkolben wird wiederum mit 200 CC. Petroläther behandelt, wieder in den Scheidetrichter gebracht, und nach 4—5 Stunden die untere, nun von Ilopfenbestandtheilen freie Flüssigkeit in den Halbliterkolben abgelassen und sofort mit Barytwasser oder Baryumalkoholat alkalisch gemacht. Aus der Glasschale, in welcher sich mittlerweile der überschüssige Petroläther vom ausgeschiedenen Hopfenharz scharf getrennt hat, wird ersterer abgegossen und die im Scheidetrichter noch restirende Masse dazugegeben. Nach einiger Zeit giesst man die Flüssigkeit (Petroläther und Spülwasser) ab, bringt die Schale aufs Wasserbad und beendigt die Austrocknung über Schwefelsäure. Man wägt und findet so den Gehalt des Bieres an Hopfenharzen. Die im Halbliterkolben befindliche alkalische Flüssigkeit wird nun in analoger Weise mit dem doppelten Volumen einer Mischung von 2 Th. absolutem Weingeist und 3 Th. Aethyläther geschüttelt und abgeschieden. Die wasserhello Aether-Flüssigkeit stellt man in ein Glaskölbchen gegeben sofort ins Wasserbad, bis der Aether verdunstet ist. Die restirende Flüssigkeit wird nochmals mit gleichviel Aether- Weingeist behandelt und die nach dem Ablassen der braunen Flüssigkeit im Scheidetrichter übrig bleibende Glycerinlösung in das Glaskölbchen von der ersten Beschickung gegeben, und wiederum aller Aether auf dem Wasserbade abgedunstet. Die nun restirende weingeistige Flüssigkeit wird in eine tarirte Porzellanschale nach und nach eingetragen und deren Inhalt im Wasserbade so vorsichtig eingeengt, dass sie bis zur Erlangung einer zäheflüssigen Consistenz 15—- 20 Stunden erfordert. Endlich bringt man die Schale unter den Recipienten über Schwefelsäure oder wasserfreie Phosphorsäure und wägt nach 2 Tagen. Nach Abzug der Tara hat man das Gewicht des Glycerins. Bestimmung des Stärkezuekers oder Stärkezuckersyrups in Bieren, bei deren Darstellung ein Theil des Malzes durch Stärkezucker ersetzt ist. Die Erkennung des zugesetzten Stärkezuckers basirt auf einem Gehalt an Amylin, eines von Bechamp zuerst erkannten, zwischen Glykose und Dextrin rangirenden, durch Hefe nicht in Gährung versetzbaren, durch Weingeist nicht fällbaren, den polarisirten Lichtstrahl dreimal stärker als Glykose rechtsdrehenden Kohlehydrats in dem käuflichen Stärkezucker. Eug. DlETKBICH fällt zum Nachweise des Amylins zuerst Dextrin mittelst Weingeistes aus dem Bierextract, beseitigt die Glykose durch Gährung (4tägige) mittelst Hefe vollständig und entfärbt mit Kohle. Das Filtrat zeigt nun eine starke Rechtsdrehung des polarisirten Lichtes. Die Abscheidung vom Dextrin bewirkte dieser Chemiker auch durch Dialyse, in welcher sich Amylin wie ein Crystalloid verhält. Die Bestimmung des zum Biere verwendeten Stärkezuckers aus dem Phosphorsäuregehalt ist keine zutreffende (vergl. unter Bestimmung der Phosphorsäure). Stammwürze. Die Quantität derselben ist = Weingeistgehalt x 2 + Ex- traetmenge. Aschenbestimmung. Der Aschengehalt variirt bedeutend und da nicht selten mineralische Zusätze gemacht werden, welche Entsäuerung, Conservirung oder eine Verbesserung des Geschmacks bezwecken, so wird die normale Aschenmenge um ihr zwei- bis fünffaches Gewicht vermehrt. Der normale Aschengehalt beträgt 0,2—0,3 Proc, und circa 1/3 dieser Menge ist Phosphorsäure. Cerevisia. Säurebestimmimg. 249 Ein Bier, welches mehr denn 0,35 Proc. Asche liefert, hat einen mineralischen Zusatz erfahren, z. B. von Kochsalz, Soda, Potasche. Bestimmung der Phosphorsäure. Der Gehalt an Phosphorsäure ist ein selir variabler und zwar schon aus dem Grunde, dass die Grösse des Gehalts der das Malz liefernden Gerste je nach Boden und Jahreswitterung sehr verschieden ausfällt, auch nicht selten Zusätze von Knochenerde, Triastase etc. stattfinden. Die Bestimmung geschieht nach einer der im Handb. Bd. I, S. 100 u. f. angegebenen Methoden. Nach Gbiessmayeb werden 500 CC. Bier auf mehr denn ein halbes Volumen eingedampft, mit 3 g Baryumnitrat (oder 2 g Aetzbaryt) versetzt (besser ist die Verwendung von 1,5 Baryumnitrat und 1 g Aetzbaryt), zur Trockne eingedampft und nun in einem nicht zu kleinen Tiegel eingeäschert. Die Asche befeuchtet man mit Salpetersäure, trocknet sie wieder ein, wiederholt dies noch einmal (behufs Unlöslichmachens der Kieselsäure), nimmt nun den Rückstand mit Salpetersäure auf, giesst durch ein feuchtes Filtrum, wäscht den Rückstand gut aus und bestimmt in dem sauren Filtrat die Phospborsäure nach einer der im Handbuche angegebenen Methoden. Man versetzt das Filtrat reichlich mit Weinsäure, übersättigt stark mit Aetzammon, versetzt mit Magnesiamixtur, wäscht den Niederschlag mit 3,3 proc. Aetzammon nach etc. Ein Phosphorsäuregchalt unter 0,05 Proc. deutet auf einen Ersartz des Malzes durch Stärke/.ucker, Glycerin, welche keine Phosphate enthalten. Diesen Phos- Phatmangel auszugleichen, dürfte dem klugen Bierbrauer durch Zusatz von Knochenasche wohl leicht gelingen. Dass dieses in der That geschieht, ist kein Geheim n, ss. Ob damit eine Fälschung geschieht? Eine solche muss entschieden bezweifelt werden, so wenig der im grossen Maassstabe betriebene Ersatz des Malzes ur ch Stärkezucker als eine Fälschung verurtheilt werden kann. Das Fabrikat , lert dadurch nicht im Geringsten an seinem Charakter als Bier, es wäre - Mi, dass man einen besonderen Werth auf die im Malzbiere vertretenen Proteinose legte, welche auch wiederum durch Zusatz von Weizenfrucht zum Malz - setzt werden ktonen, denn bekanntlich vermag die im Malz vertretene Diastase e 'ir Stärkemehl in Glykose umzusetzen, als das Malz an und für sich darbietet. Kohlensäure-Bestimmung. Diese geschieht nur in besonderen Fällen und an berechnet ihre Menge entweder aus dem Gewichtsverlust beim Kochen des 'eres, unter Leitung des Wasserdampfos durch ein tarirtes Rohr mit Calcium- chlorid, oder aus dem Baryumcarbonat, resultirend aus dem Einleiten der Dämpfe ps kochenden Bieres in eine ammoniakalischo Baryumchloridlösung. Kürzer ist le Bestimmung, das Bier mit einem gleichen Volumen Wasser zu verdünnen Un d dann mit ammoniakalischer Baiyumchloridlösung zu versetzen, den Niederschlag Z u sammeln, auszuwaschen, zu trocknen und zu wägen. Der Niederschlag -wird mit verdünnter Essigsäure behandelt. Der Theil, welcher sich löst, P) 1 ' 0,22335 multiplicirt, ergiebt den Kohlensäuregehalt des Bieres, der nicht ge- oste Theil, getrocknet und gewogen, mit 0,34335 multiplicirt ergiebt die Schwefelweiche etwa vorhanden wäre. säure, halte Der Kohlensäuregehalt beträgt gewöhnlich 0,1—0,5 Proc. Bei einem Ge- von 0,05 bis 0,1 Proc. ist der Geschmack des Bieres ein fader. Säurebestimmung im entkohlensäuertem Biere resp. Hopfenbiere, Bestimmung der im Verlaufe des Gähractes entstandenen Säuren, also der Essigsäure, Milchsäure, Bernsteinsäure (oder dertrigicrisehen Säure Maumene's). A uszuschliessen sind etwa dem Biere zugesetzte Schwefelsäure, Salicylsäure, Borsäure etc. Die Menge dieser organischen Säuren beträgt in einem normalen Ge- br äu höchstens 0,2 Proc. Sie genügt dem Geschmacke und ist zum Theil Ursache der erfrischenden Wirkung des Bieres. In der Analyse bezeichnet man 250 Cerevisia. Säure-Bestimmung. die Summe dieser organischen Säuren gewöhnlich mit Milchsäure und berechnet die Menge auch nach dem Atomgewicht (90) der Milchsäure, d. h. lg Säure entspricht 11,11 CC. Normalalkali. Ein Bier, welches über 0,2 Proc. Säure enthält, also mehr als 2,2 CC. Normalalkali oder 22 CC. Zehntel - Normalalkali zur Sättigung erfordert, ist ein sehr sauer schmeckendes Bier. Der normale Säuregehalt eines unverdorbenen entkohlensäuerten Hopfenbieres beträgt oft noch nicht 0,01 Proc. Griessmayer vergleicht den Säuregehalt mit dem Extractgehalt. Er bezeichnet das Verhältniss des Extractgehaltes zum Milchsäuregehalte mit Relation oder Aciditätquotienten und stellt folgende Rechnung auf: Bei einem Biere mit 6,4 Proc. Extract und 0,23 Proc. Milchsäure ist die Relation (6,4 : 0 23 — 100 : x =) 3,593. Bei den Deutschen und Oesterreichischen Lagerbieren fand er die durchschnittliche Relation zu 2,869 bei einem durchschnittlichen Milchsäuregehalt von 0,164 Proc. Die Belgischen Biere fand derselbe Chemiker so stark sauer, dass wir sie in Deutschland für ungeniessbar halten würden, während sie den Belgiern sehr wohl munden. Trotz dieser Erfahrung kommt Griessmayeb zu folgendem Schlüsse (Polytechn. Journ. 227): Es erscheint daher pro lege ferenda nothwendig, erstens von allen fremden Bieren abzusehen und zweitens für die einheimischen nur zwei Arten zu unterscheiden: Lagerbiere und Schankbiere. Für erstere möchte die Relation 3,8 die passende sein, für letztere 1,9." Letztere Ziffer findet folgende Motivirung: Ein Schankbier habe 3,8 Proc. Extract (gewiss ein Minimum) und verlange zur Neutralisation von 100 CC. 0,8 CC. Normalnatron = = 0,072 Proc. Milchsäure (das Maximum); also ist hier die Relation (0,072 x 100) 3,8 = 1,9. „Alle Relationen, welche die beiden entwickelten oder andere nach diesem Principe zu wählenden Maxima überschreiten, seien straffällig" (straffällig? wohl nur in Bayern). Insofern das Säuremaass im Biere durch den Geschmack controlirt wird, der Geschmack aber ein individueller ist, indem der eine etwas zu sauer findet, was dem andern nur säuerlich erscheint, und auch der Geschmack der Säure durch den Extractgehalt gemildert wird, so dürfte sich die Aufstellung eines bestimmten Verhältnisses des Säuregehaltes zum Extractgehalt der Einfachheit halber empfehlen. Nach Griessmayeb, soll der Säuregehalt (Milchsäuregehalt) bei Lagerbieren 4 Proc., bei Schankbieren 2 Proc. von der Menge des Extracts nicht überschreiten. Enthält z. B. ein Schankbier 5 Proc. Extract, so wäre die höchste zulässige Säuremenge (100 : 2 = 5 : x =) 0,1. Wenn man für Lagerbier eine doppelt so grosse Menge Säure zulässt, so wäre auch diese Menge als normativ für jedes nicht übermässig saure Bier anzunehmen. Schwefligsäure, Nachweis und Bestimmung. Behufs Sistirung der Gährung und der Conservirung setzt man dem Biere Schwefligsäure oder vielmehr Natriumdisulfitlösung hinzu. Ist dieser Zusatz in kleinen Grenzen gehalten, so beeinflusst er keineswegs den Geschmack. Er darf nie so gross sein, dass er durch Geruch und Geschmack wahrnehmbar ist. Die äusserste zulässige Grenze dürfte für Schwefligsäure bei 0,0005 Proc. vom Gewichte des Bieres liegen. Zur Erkennung der Gegenwart versetzt man in einem Cylinderglase circa 30 CC. des Bieres mit 10 CC. 25 proc. Salzsäure und giebt ein Stück reines (schwefelfreies) Zinkmetall dazu. Die Oeffnung des Glases bedeckt man mit einem Stück Filtrir- papier welches mit einem Tropfen Bleiessig getränkt ist. Bräunt sich dasselbe, oder wird ein nach Schwefelwasserstoff riechendes Wasserstoffgas entwickelt, so ist auch Schwefligsäure im Biere vorhanden. Behufs quantitativer Bestimmung soll man nach J. A. Pabst ein bestimmtes Quantum Bier (100 CC.) mit einem halben Volumen Wasser verdünnen, ' mit Cerevisia. Säure-Bestimmung. 251 Schwefelsäure (4—5 g) stark sauer machen, im Wasserbade bis auf circa 50° C. erhitzen und einen Luftstrom hindurch und in eine Baryumchloridlösung leiten, welche mit etwas Jodlösung und Salzsäure versetzt ist. Es erfolgt bei Gegenwart von Schwefligsäure ein Niederschlag von Baryumsulfat, dessen Gewicht mit 3,64 dividirt das Gewicht der Schwefligsäure angiebt. Der Schwefligsäurezusatz in kleiner Menge ist nicht als eine Verfälschung aufzufassen, denn damit wird weder eine gewinnbringende Volumvermehrung, noch ein Ersatz des Biergeschmaekes, noch irgend eine Täuschung des Consumenten erreicht. Schwefelsäure, freie. Nachweis und Bestimmung. Im Weissbier hat Gbiessmeyeb diese Säure neben Leimsubstanz angetroffen und war dieselbe entweder in Folge einer Klärmothode hineingekommen oder absichtlich zugemischt, u m die Weinsäure zu ersparen. Zum Nachweise dampft man das Bier bei gelinder Wärme auf den 5. Th. seines Vol. ein, giebt 2—3 Tropfen auf Fliesspapier und lässt in gelinder Wärme trocknen. Die Tropfenflecken werden einerseits einen dunklen oder schwärzlichen Rand zeigen, andererseits wird der Fleck- l heil des Papiers sehr mürbe und leicht zerbrechlich sein. Man kann auch (nach Nesslee) Fliesspapierstreifen zur Hälfte mit dem conc. Biere befeuchten und trocknen. Behufs Bestimmung dampft man ein bestimmtes Quantum des Bieres ws auf den 5. Thoil seines Gewichtes ein, vermischt den erkalteten Rückstand rait einem 10fachen Vol. Weingeist, lässt absetzen, decanthirt, wiederholt das kchittteiu des Bodensatzes mit dem Weingeist und decanthirt. Im Decanthat Wir d nach Zusatz von Salzsäure und Wasser die Schwefelsäure mit einer Barytsalzlösung gefällt, der Niederschlag mit heissem Wasser ausgewaschen etc. Salicylsäure wird durch die Holzfaser aufgenommen und zerstört, wie Kolbe 8 unden hat. Es hat daher keinen Zweck, Bier behufs der Conservirung mit Salicyl- ure zu versetzen, wenn dieses in Holzfässern aufbewahrt oder verschickt wird. Behufs Nachweises der Salicylsäure macht man circa 10 CC. des durch Ab- ampfen concentrirten Bieres mit 10—15 Tropfen verd. Schwefelsäure saure, ,, . ^ m it Aether aus und giebt den Aether auf eine stark verdünnte Ferri- |j. Uo "dflüssigkeit, dann damit sanft schüttelnd. Die violette Farbenreaction zeigt le Sa l'cylsäure an. Ein damit versetztes Bier wird an und für sich auf Zusatz on Ferriehlorid eine etwas dunklere Farbe annehmen. Mittelst thierischer Kohle as st sich die Salicylsäure der schwefelsauren Lösung am sichersten entziehen. Calciumsulfat-Bestimmung. Diese geschieht bei Abwesenheit von Sulfiten aus der Asche, im anderen Falle wird das Bier mit Salzsäure stark sauer gemacht eingedampft und das Extract mit wenig Kaliumnitrat gemischt und eingeäschert, oder man dampft 100 CO. Bier zur Syrupdicke ein, versetzt mit > 5 Kaliumnitrat, trocknet die Mischung bei 110—120° C. aus, zerreibt zu nlver, behandelt dieses mit heissem Wasser, filtrirt und versetzt das Filtrat mit ^aryumchlorid und Salzsäure. Kochsalzgehalt des Bieres. Ein solcher ist kein normaler, aber geeignet in gewissen kleinen Grenzen, den Geschmack zu verbessern. Da er mitunter gemacht wird, um bei den Biertrinkern Durst zu erzeugen, so wäre eine Normirung uieses Gehaltes durch die Gesundheitspolizei gerechtfertigt. Da das Kochsalz als «eschmackscorrigeus in einer Menge von 0,1 Proc. ausreicht, so könnte v,l Proc. auch als höchste zulässige Menge erachtet werden. Hierbei wären höchstens 0,03 Proc. als eine während des Brauactes durch das Wasser in das oier hineingekommene Natriumchloridmenge anzunehmen und die höchste zulässige Menge Natriumchlorid in Summa zu 0,13 Proc. zu normiren. 252 Cerevisia. Prüfung auf Bitterstoffe. Das Versetzen des Bieres mit vielem Kochsalz, um Durst zu erzeugen, ist ein Betrug, denn der Zweck des Biertrinkens wird dadurch verhindert, der Käufer und Trinker des Bieres betrogen. Ein Vergleich hierzu wäre die Zahlung eines messingenen Geldstückes in Stelle eines Goldstückes. In England sind gesetzlich höchstens 0,06G Proc. Kochsalz zulässig. Eiweiss- oder ProteTnStoffe. Zur Bestimmung derselben werden 50 CC. Bier bis zur vollständigen Trockne gebracht mit Natronkalk gemischt, verbrannt und das Ammon bestimmt oder mit Normal-Schwefelsäure titrirt. Der Stickstoff mit 6,2 multiplicirt ergiebt die durchschnittliche Menge Proteinsubstanz. Die Multiplication mit 6,25 ist die übliche, jedoch erhält man damit zu hohe Protem- mengen. Prüfung des Bieres auf Alkalo'ide, Bitterstoffe und Hopfensurrogate. Sowohl die KüBiCKi'sche, als auch WiTTSTEiN'sche Methode für diesen Theil der Bieruntersuchung finden sich im Handbuch Bd. I, S. 802 u. f. angegeben. Die KüBiCKi'sche Methode wird auch mit erster DRAGENDOßFF'schcn bezeichnet. Von Werth ist noch die zweite DKAGENDOBiVsche (Die gerichtl. eh. Ermittelung von Giften, 2. Aufl. S. 300). Bier, 600—1000 CC. werden behufs Austreibung der Kohlensäure erwärmt, nach dem Erkalten mit Bleiessig versetzt, so lange ein Niederschlag entsteht und dann filtrirt. Aus dem Filtrat wird der Bleiüberschuss durch Schwefelsäure gefällt, die Flüssigkeit filtrirt, das Filtrat bia auf 200 CC. abgedampft und nun mit verschiedenen Lösungsmitteln ausgeschüttelt und sollen sich auf diesem Wege in 600—1000 CC. Bier, z. B. 0,25 g Quassia, lg Ledum palustre, 0,1g Wermuth, lg Fieberklee, 3g Benedictenkraut, 2g Tausendgüldenkraut, 3 g Weidenrinde, 0,05 g Aloe, 0,5 g Koloquinten, 0,5 g Kockels- körner, 1,0 g Colchicumsamen, 0,1 g Spanischer Pfeffer nachweisen lassen. Hierzu wäre zu bemerken, dass die üblichen Zusätze behufs Verbesserung des Bier-Geschmacks eine solche Höhe höchst selten erreichen und die angegebenen Mengen sich auf 3—5 Liter vertheilen dürften. Wenn sie als Hopfenersatz in Anwendung kommen, so werden die angegebenen Mengen sich auch auf 1 — 2 Liter Bier vertheilen. Desshalb ist es rathsam, mindestens 2 Liter für diese Untersuchung zu verwenden. Zunächst ist die Beseitigung der Hopfenbestandtheile die Aufgabe. Ist diese gelöst, so wird der Geschmack die Gegenwart der fremden bitteren oder scharfen Stoffe anzeigen. Sehr gleichgültig dürften die unschuldigen Bitterstoffe sein, wenn Hopfenbestandtheile genügend vertreten sind und wäre es nur die Aufgabe, die Stoffe zu erkennen, welche eine starke oder giftige Wirkung auf den Organismus ausüben. Hierher gehören Aloe Koloquinten (Colocynthis) Amberkraut (Marum versum) Opium üclladonna Pikrinsäure Bilsenkraut (Hyoscyamus) Porst fLedum pahisfrej Herbstzeitlose (Colchicum) Seidelbast (Mezereum) Kockelskörner (Fruct. Cocculi) Strychnossamen. Von allen diesen können Aloe, Kockelkörner und auch Porst vielleicht im Biere vorkommen, weil sie angeblich vorgekommen sein sollen, die anderen sicher nicht. Sollten sie angetroffen werden, so liegt allerdings eine straffällige Fälschung eines Genussmittels vor. Dagegen sind die unschuldigen Bitterstoffe aus Enzian, Fieberklee, Kardobenedicten, Quassia, Tausendgüldenkraut, Wermuth, Weidenrinde, Ruchsbaum, Erdrauch, Genista, Marrubium, Ysop, Gamander fTeucrium ChamaedrysJ, Wallnussblättern, Stoffe aus Fenchel, Anis, Wachholder etc., welche sämmtlich in nur unbedeutenden Mengen im Biere vorkommen können, nicht zu Cercvisia. Prüfung auf Bitterstoffe. 253 beanstanden, sofern nämlich kein Gesetz, keine polizeiliche Verordnung ein nur aus Malz und Hopfen bereitetes Bier für den Genuss im Handel fordert, denn das Bier gehört den zusammengesetzten Genussmitteln an (vergl. S. 177). Die Beseitigung der Hopfenbestandtheile aus dem Biere, behufs der Untersuchung auf andere Bitterstoffe, wird nach Dkagendobff durch Fällung mit Blei- subacetat erreicht. Es scheint nothwendig, vorher das Bier von der Kohlensäure und durch Abdampfen bei gelinder Wärme auch zum Theil vom Weingeist zu befreien, ein möglichst basisches Bleisubaeetat anzuwenden und, wenn das Bier auch Salicylsäure enthalten sollte, nach der Fällung mit überschüssigem Bleisubaeetat die Flüssigkeit mit Schwefelsäure stark sauer zu machen und mit circa 10 g thierischer Kohle in der Kälte zu maceriren. Diese Kohle wäre dann später auf anhängende Bitterstoffe (Aloö) zu untersuchen. Das also durch Zusatz "von Schwefelsäure im geringen Ueberschuss entbleite Filtrat (aus circa 2 Litern Bier) wird durch den Geschmack die Gegenwart eines bitteren oder scharfen Stoffes genügend erkennen lassen. Ist ein solcher Geschmack noch vorhanden, so theile man das Filtrat in zwei gleiche Theile (A und B), um den einen säuerlichen (A) nach Dragendokff's Methode zur Ausschüttelung zu verwenden, den anderen Theil (B) aber nach irgend einer anderen Methode der Untersuchung oder zur Prüfung auf die Gegenwart einiger besonderer Stoffe, wie Aloe, Salicin, Salicylsäure zu verwenden. Man befreit ihn auch wohl, mit Ammon neutralisirt, durch Schwefelwasserstoff von den anhängenden Bleispuren, engt ihn auf ein halbes Volumen ein und prüft die mit Schwefelsäure angesäuerte Flüssigkeit mit «erbsäure. Keine Trübung, kein Niederschlag lässt die Anwesenheit von Enzian. Weidenrinde, (Aloe), Kockelskörner, Spanischem Pfeffer, (Belladonna) annehmen. Einen anderen Theil derselben Flüssigkeit versetzt man mit Alkaloüdrcagentien, m sich, überhaupt über die An- und Abwesenheit von Alkalo'fden zu unterrichten. aer man engt die mit Natriumoarbonat schwach alkalisch gemachte Flüssigkeit (B) auf ein halbes Volumen ein, mischt sie mit 20g (pro Liter Bier) gereinigter thierischer Kohle und macerirt 2 Tage. Nach dieser Zeit wird filtrirt, le Kohle mit Wasser von circa 10° C. abgewaschen, bei gelinder Wärme getrocknet und dann mit absolutem Weingeist bei 50— 60° C. extrahirt. Auf diese yeise sammelt man die im Biere vorhandenen Alkalo'ide und Bitterstoffe in ziem- ,er Reinheit. Schmeckt das von der Kohle gesonderte wässrige Filtrat bitter, 80 lg t die Gegenwart von Enzian mit einiger Sicherheit anzunehmen. Das säuerliche Filtrat A wird nach Dragendobff mit einem Lösungsmittel ausgeschüttelt, dieses bei gelinder Wärme abgedampft und der Rückstand chemisch und physikalisch geprüft. Krystallinisch ist er nur bei Aloe, Pikrinsäure, Belladonna, Strychnos. Die Ausführung dieser Methode ist in Dragendorff's : Die gerichtlich- chemische Ermittelung von Giften, 1876, S. 301 u. f. ausführlich angegeben. Hier sind nur die wichtigsten Stoffe erwähnt, welche durch Ausschütteln der entbleiten Flüssigkeit (A) und Abdampfen des Lösungsmittels resultiren. Petroläther-Rückstand amorph, mit Schwefelsäure sich zuerst braun, dann Violett, endlich rothviolett färbend (Spuren Absynthiin). Benzolrückstand. Krystallinisch: nicht bitter, mit Kalilauge purpur- r oth, mit Schwefelsäure zuerst roth, dann orange werdend (AIoetin). Amorph: Schwefelsäure und Zucker röthen kaum und die wässrige Lösung wird durch Bleiessig nur schwach getrübt (Gentianbitter, Quassiin). Geschmack kaum bitterlich, und Ferrichlorid färbt die wässrige Lösung beim Erwärmen braungrün (Gentianbitter); Geschmack sehr bitter, und Ferrichlorid färbt die Lösung braun (Quassiin). — Bleiessig trübt oder fällt die Lösung stark, Schwefelsäure und Zucker färben nach und nach roth bis kirschroth. Schwact 254 Cerevisia. Prüfung auf Bitterstoffe. bitterlich (Cnicin, Ledumbitter, Trifoliumbitter, Centaureabitter> Absinthiin). Die wässrige Lösung reducirt nur in der Wärme Goldchlorid, reducirt aber ammoniakalische Silberlösung nicht, Tannin trübt nur schwach; mit verd. Schwefelsäure erhitzt wird Ericinolgeruch entwickelt und Fröhde's Reagens färbt schwarzbraun (Ledumbitter). Die wässrige Lösung wird durch Tannin gefällt, und sie reducirt ammoniakalische Silberlösung; beim Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäure entwickelt sich Menyantholgeruch (Trifoliumbitter). Die wässrige Lösung fällt kalte Goldchloridlösung, reducirt diese aber nicht in der Wärme, und mit verdünnter Schwefelsäure erhitzt, entwickelt sich schwacher Benzoesäuregeruch (Centaureabitter). Die wässrige Lösung fällt Goldchlorid und reducirt es in der Wärme. Schwefelsäure löst zuerst braun, dann allmählich violett; Salzsäure von 1,135 spec. Gew. färbt zuerst grün, dann schön blau (Absynthiin). Die saure Flüssigkeit (A) wird nun nach dem Ausschütteln mit Petroläther und Benzol mittelst Aetzammons alkalisch gemacht und nun wieder mit Benzol ausgeschüttelt, der Benzolauszug abgedampft und eingetrocknet und der Verdampfungsrückstand geprüft. Wirkt dieser Benzolrückstand aus der Ausschütte- lung aus alkalischer Flüssigkeit auf die Pupille erweiternd und giebt er mit Platinchlorid keine Trübung oder Fällung, so liegt A tropin vor, giebt er aber mit Platinchlorid eine Trübung, so liegt höchstwahrscheinlich Hyoscyamin vor. Auf die Pupille nicht erweiternd wirkend sind Strychnin und Brucin. Ersteres giebt mit Schwefelsäure und Kaliumdichromat eine blaue Farbcnreaction und letzteres färbt Salpetersäure roth. Um auf Sali ein zu reagiren, muss die Flüssigkeit A nach dem Alkalisch machen mit Ammon mittelst Amylalkohol ausgeschüttelt werden. Die Untersuchung nach der Methode Kubicki's, welche auch mit Dragen- DOBFF'sche erste Methode bezeichnet wird (die DiiAGENDORFF'sche zweite Methode ist die vorstehend angegebene), sowie die Methode nach Stas-Otto ergeben Rückstände der Petroläther-, Benzol-, Chloroform- und Aother-Ausschüttelung aus saurer wie aus alkalischer Flüssigkeit, welche eine gelbe bis rothbraune Farbe haben und manche Aehnlichkeit mit Colchicin zeigen und von bitterem Geschmack und Caramelgeruch sind. Sie reduciren weder die kaiische Kupferlösung oder ammoniakalische Silberlösung, noch geben sie mit Jodjodkalium, Tannin, Goldchlorid Fällungen; Brom- und Chlorwasser trüben etwas, und Salpeter-Schwefelsäure, auch Salpetersäure färben roth. In diesen Rückständen repräsentirt sich ein eigenthümlicher Körper, welcher kein Colchicin ist, vielmehr aus Resten der Hopfenbestandtheile und in Folge des Gähractes aus dem Malz und der Gly- kose entsteht, welcher auch wohl einfach mit Bieralkaloüd bezeichnet wird. Wegen des Auftretens dieser Substanz scheint das KuBiCKi'sche (1. DrageN- DOEFF'sche) und Stas - Orro'sche Verfahren bei Bier weniger geeignet und ist dem DRAGENDORFF'schen 2. Verfahren der Vorzug einzuräumen. Dannenberg beseitigt dieses Bieralkaloüd, indem er den beim Verdunsten der Aether- und Chloroform-Ausschüttelung restirenden Körper wieder in Wasser löst, filtrirt, mit Tannin vorsetzt, den Niederschlag absondert, mit Bleioxyd mengt, mit verdünntem Weingeist extrahirt und diesen Auszug abdunstet. Giebt auch dieser Rückstand Colchicinreactionen, so liegt unzweifelhaft Colchicum im Biero vor. Dass in Folge eines nicht normal verlaufenden Gähractes im Biere eine Substanz alkaloidischer^Natur vorhanden sein kann, besonders wenn Darrmalz in Anwendung kam, ist kaum zu bezweifeln und dürfte sie vielleicht einer noch unbekannten Hefepilzvegetation ihren Ursprung verdanken. Hopfeneztract, Hopfenbäler, wie es im Biere vertreten ist, wird durch Bleisubacetat, Cuprisulfat, Mercuronitrat, Jodjodkalium, Gerbsäure (in der schwefel- Cerevisia. Prüfung auf Bitterstoffe. 255 sauren Lösung) getrübt und gefällt, und wirkt auf Goldchlorid und ammonia- kalische Silberlösung reducirend. Jene Trübungen und Fällungen erfolgen meist in der concentrirten Lösung des Extraets. Das Blau der Kupferacetatlösung "wird selbst durch dünne Hopfen-Extractlösungen sofort zerstört, natürlich bis zu einer gewissen Grenze. Im Bier, welches durch Abdampfen vom Weingeist befreit ist, wird das Hopfenbitter durch Bleisubacetat vollständig gefällt. Es ist wesentlich, dass das Subacetat möglichst basisch ist. Nach der Fällung lässt man 2 Stunden am kalten Orte stehen und schreitet dann zur Filtration. Das reine Hopfenbitter, Lupulinsäure, Lupulit, bildet farblose Prismen, welche im Wasser fast unlöslich, dagegen leicht löslich sind in Weingeist, Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Benzol, Petroläthcr. Die weingeistige Lösung reagirt sauer. Das Hopfenharz, in Weingeist und Aether löslich, schmeckt nicht bitter, aber schmeckt und riecht hopfenartig. Gkiessmayek will ein flüchtiges, dem Coniin ähnliches Alkaloid in den llopfendrüschen aufgefunden haben. Artemisia Absynlhium giebt sein Bitter an Benzin und Chloroform, weniger an Petroläther ab. Der Bitterstoff unterscheidet sich von dem vorhergehenden dadurch, dass er durch Bleisubacetat nicht gefällt wird, er auch ammoniakalische Silberlösung nicht reducirt, Goldchlorid in der Kälte trübt und mit concentrirter Schwefelsäure und Fköhde's Reagens erst braun, dann violettblau wird und er 8l ch auch mit 27 proc. Salzsäure erst grün, dann blau färbt. Gnicus benedictus. Der Bitterstoff giebt mit concentrirter Schwefelsäure Und Fiiühde's Reagens eine blutrothe, mit 27 proc. Salzsäure eine grüne, dann braune Färbung. Erythraea Centaurium. Der Bitterstoff wird durch Tannin gefällt. Er reducirt ammoniakalische Silberlösung. Mit conc. Schwefelsäure und Fköhde's eagens braune Färbung. 27 proc. Salzsäure färbt grün, beim Erwärmen braun. Gentiana. Der Bitterstoff wird durch Tannin nicht gefällt und färbt sich owohl mit conc. Schwefelsäure, als auch mit Fiiühde's Reagens und mit Kaliauge braun. Conc. Salpetersäure löst mit rothbrauner Farbe. Ledum pahistre. Der Bitterstoff (Ericolin) geht in Benzol und Chloroform er- Er trübt Goldchlorid nicht, reducirt es aber in der Wärme. Tannin wirkt übend. Bleisubacetat bewirkt keine Fällung, ammoniakalische Silberlösung wird 'cht reducirt. Conc. Schwefelsäure färbt gelbbraun, Fköhde's Reagens schwarzraun, Schwofelsäure mit Zucker färben roth. Mit verdünnter Schwefelsäure erhitzt wird Ericinolgcruch entwickelt. Quassia. Der Bitterstoff wird von Petroläther kaum aufgenommen. Er ^ lr kt auf Goldchlorid weder trübend noch reducirend, auch nicht auf ammoniak. 'Iberlösung. Durch Tannin wird er gefällt (selbst aus weingeistiger Lösung), Weniger durch Bleisubacetat. Mit conc. Schwefelsäure und Fröhde's Reagens arbt er sich dunkelbraun. Mit conc. Schwefelsäure und Zucker entwickelt sich ai »gsam eine rothe Färbung. Quassiabitter kann auch durch den Geschmack v °n anderen Bitterstoffen unterschieden werden. Colchicum. Colchicin geht leicht in Chloroform über und ist in Aether nicht '»slich, Benzol oder Aether lösen nur etwas Colchice'in, Chloroform löst es aber leicht. Colocynthis. Petroläther und Benzol lösen kaum den Bitterstoff, wohl aber Uiloroform. Er fällt weder, noch reducirt er Goldchlorid, noch wird er durch bleisubacetat gefällt, wohl aber durch Tannin. Mit conc. Schwefelsäure färbt er s 'ch roth, mit Fköhde's Reagens rothviolett (gewonnen aus der benzoligen Aus- schüttelung nach der ersten Methode Dragendorff's. Nach der zweiten Methode aus der Chloroformausschüttelung treten diese Färbungen nicht ein). Koc7celskörner. Das Pikrotoxin ist krystallinisch, geht vorzugsweise an ^'iloroform über, welches sich mit conc. Schwefelsäure gelb färbt. Es reducirt 25 6 Cerevisia. Bierstein, Bierkläre. kaiische Kupferlösung. Seine Lösung in conc. Schwefelsäure ist goldgelb und wird durch eine Spur Kaliumbichromat violett, durch mehr Chromat braun. Aloe. Fällung mit Bleisubacetat, Beseitigung des Bleies durch Schwefelsäure, zuerst Ausschiittelung mit Aether, dann Ausschüttelung mit Amylalkohol, welcher amorphes und krystallisirendes Aloin leicht löst. Der Verdampfungsrückstand kann durch Bromwasser, Tannin, Bleisubacetat etc. leicht erkannt werden (Meyke). Thierische Kohle schlägt Aloebitterstoffe auf sich nieder. Pikrinsäure ist als Hopfensurrogat nur als ein Phantasma auf dem Felde der Bieranalyse zu betrachten. Weil ein Chemiker (H. Rose) vor 40 Jahren die Möglichkeit hinstellte, dass diese Substanz als Hopfensurrogat verbraucht werden könne, so wurde auch schon das Factum erkannt. Die Anwendung der Pikrinsäure als Hopfensurrogat ist und bleibt wenig glaubwürdig. Behufs des Nachweises dampft man das Bier auf circa den 5. Theil seines Volumens ein und versetzt einige CC. mit einer sauren Cinchoninsulfatlösung. Alsbald oder im Verlaufe von 5 Minuten erfolgt eine gelbe Trübung oder ein solcher Niederschlag, weleher unter dem Mikroskop aus Krystallen besteht, oder man schüttelt das mit Schwefelsäure angesäuerte Bier mit Amylalkohol aus, dampft die amylalkoholische Lösung ab, löst den Rückstand in Wasser und prüft d,ese 1 ösung mit ammoniakalischer Lösung des Cuprisulfats (grünlicher krystalhmscher Niederschlag), oder nach dem Erwärmen auf circa 60" C. mit Kaliumcyamd (blutrothe Färbung), auch mit saurer Cinchonin- oder Chininsalzlösung. Die Pikrinsäure lässt sich auch dem mit einer Spur Schwefelsäure angesäuerten Biere durch Wolle oder weisse Seide entziehen. Bierstein, Getreidestein, Zeilithoid, von F. G. Ritsch erdacht und zuerst (1845) dargestellt (auf der Domaine Böhmisch Rudoletz in Mähren). Dieses Präparat war ein Malz- und Getreide-Extract in fester Form, welches mit der 8 bis 12 fachen Menge Wasser gelöst ein gutschmeckendes Bier lieferte. Eine hellbraune Sorte Bierstein wurde zur Darstellung von Bayrischem Bier, eine schwarzbraune Sorte zur Darstellung von Porter dargestellt. Gawalovski fand in dem Bier- Btein in Procenten Bierstein heller dunkler Wasser.........12,655 11,325 Asche ..........1,680 1,580 Prote'inkörper .......5,599 3,913 Glykose .........35,360 27,270 Hopfenextract und Fett .... 0,292 0,035 Dextrin und andere Kohlehydrate . 44,414 45,877 Stickstoff .........0,890 0,626 Summe der Kohlehydrate . . • 80,066 73,182 Der Bierstein soll jetzt nicht mehr dargestellt werden und nicht mehr im Handel vorkommen. Könnte dieses Präparat nicht für Seefahrer verwerthe werden können? Bierklännittel, Bierkläre, kommt von verschiedener Zusammensetzung in den Handel. E ; n Hauptbestandteil ist Natriumbicarbonat, dieses auch neben Weinsäure in Lösung und in Pulverform. Eine Probe einer dunkelbraunen weichen Masse erwies sich eine Mischung aus Stärkezucker, Leim und Gerbsäure. (HaöER, Analyt.) Triastase Chatelain's, ein Zusatz zum Malze oder zur Getreidefrucht, weiches der Malzung unterworfen werden soll, ist eine Mischung aus Natriumphos- Üerevisia. — Ceriuni. — Chamoiuilla. 257 phat, saurem Calciumphosphat, Kochsalz, Stärkezucker, Dextrin und Malzpulver. Mit diesem Mittel erreicht der Brauer zunächst einen höheren Phosphatgehalt und kann er viel Bier aus wenig Malz herstellen. Ausschankpressionen mit Bleiröhren sind an vielen Orten polizeilich verboten, weil sie zu einer Verunreinigung des Bieres mit Blei Anlass geben. Unguentum Forteri. ty- Cerevisiae Anglicae, quae Porter no- minatur, q. v. Usque :id massam remanentem mellaginis spissitndinis evaporetur. Massae romanentis 10,0 commisce cum Medullae bovinae 80,0. Cerium. Cerium OXalicnm. Miixs schreibt (Med. Times Vol. 6 No. 212), dass dieses kalz beim Glühen in Ceroso-Ceroxyd verwandelt und braun wird (während Lan- thanoxyd weiss ist), in Wasser, Weingeist, Aether, Chloroform, Salzsäure, Salpetersäure, Natronlauge, Kalilauge in der Kälte fast unlöslich ist, und das« er das Oxalat mit Lanthan- und Didymoxalat verunreinigt angetroffen hat. Zum ^achweise wird das Cerozalat erhitzt und zersetzt, der Rückstand mit Salzsäure 'n der Wärme behandelt, das Filtrat mit Kalihydrat gefällt und in die Mischung lor geleitet, welches die Lösung des Lanthan- und Didymoxyds bewirkt. Nun ... er Niederschlag im Filter gesammelt, ausgewaschen, in heisser Salzsäure e ost und wieder als Oxalat gefeilt, getrocknet und gewogen. Der (Jewichts- n*~ wgiebt die Menge der fremden Oxalate. Man kann auch den erhitzten - oxalatrückstand, das Ceroso-Ceroxyd, mit Ammoniumchloridlttsang einige Stun- _ n kochen, fdtriren und dann das Oxyd in Oxalat verwandeln, trocknen und ■gen, oder man löst Lanthan- und Didymoxyd in Salpetersäure. p Henry (}. Greenish , ' M1I(1 (Pharm. Journ. and Trans. 8 Ser. Vol. 7 No. 859 »g. 909) das Oxalat noch mit Kalk, Eisen, Magnesia und auch mit Lanthan Didym verunreinigt, so dass die Menge des Lanthans die des Cers überwog. Im Handel hält es schwer, ein Oxalat von genügend weisser Farbe zu er- 'angen. Cerium oxalicum fand Thomas Clark sehr wirksam bei chronischem Husten ln d Mobje wandte, es in Folge dieser Erfahrung auch bei Keuchhusten der Einer an. Er gab einem tjährigen Kinde täglich 1 mal vor dem Frühstück 0,03, inem 7jährigen 0,18. Her Erfolg im Krampfstadium war ausserordentlich, 'cht nur wurde, die Anzahl der llustenanfälle auffallend reducirt, die Intensität, ( erselben auch gemindert, Nachtruhe wurde erzielt und der Krankheitsverlauf at) gekiirzt. Eine Woche hindurch muss das Mittel in Anwendung kommen. Chamomilla. Piilsey-flowers. ITeber diese Benennung berichtet IL Thoms (pharm. Ztg.): Uieser englische Ausdruck ist im Norden Englands bekannt, besonders in York- slui 'e, Cumberland, Westmoreland. Von einem Freunde, der längere Zeit dort gelebt, erfuhr ich, dass pulsoy ein Corruptivum des Wortes poultice ist. Letzteres Hl g8r, Pharm. Praxis. Suppl. j~ 258 Cbamomilla. — Charta. Oellulose. bedeutet Cataplasma, erweichender Umschlag, und zur Bereitung desselben werden in England hauptsächlich verwandt: Kamillenblüthen (der Engländer braucht fast nur die doppelte oder römische Kamille: roman camomile), ferner Fliederblüthen (elder-flowers), Minze (mint), Melisse (balm) u. m. a. Auch nimmt man zuweilen Mohnköpfe (poppy-heads) zu den poultices. Fliederblüthen und Kamillen spielen jedoch die Hauptrolle. Unter pulsey-flowers wird man also eine Mischung von dergleichen Blüthen zu verstehen haben, die, wie unsere „Species ad Cataplasma" oder „Species emollientes" zu erweichenden Umschlägen gebraucht werden. Charta. Cellulose, Pflanzenzellstoff, die Grundlage des Papiers und der meisten Gewebe, wird von conc. Schwefelsäure nach und nach gelöst, aus dieser Lösung durch Wasser in weissen Flocken ausgeschieden, welche sich mit Jod blau färben. Bei der mikroskopischen Untersuchung benutzt man diese Reaction in der Weise, dass man erst mit Jod tränkt und dann mit conc. Schwefelsäure macerirt. — Verdünnte Miner als äuren verwandeln die Cellulose erst in Hydrocellulose, dann in Glykose, conc. Salpetersäure in der Kochhitze in Oxalsäure. — Eine Mischung von 1 Th. conc. Salpetersäure und 2 Tu. conc. Schwefelsäure verwandelt die Cellulose in Nitrocellulose (Trinitrocellu- lose, Pyroxylin). — Kupferoxydammoniaklösung löst Cellulose, welche Lösung durch Salzsäure oder durch Weingeist (nicht durch Aether) gefällt wird. Die Lösung geht nur bei ganz reiner Cellulose vor sich. Reagentien auf Holzstoff, llolz-Cellulose (im Papier, auch auf Jute) sind Anilinsalze, wie Anilinsulfat, welche die Holzfaser schwefelgelb färben. Naphtylaminsalze, z. B. das salzsauere, reagiren noch schärfer, die Holzfaser lebhaft orange färbend. Als das kräftigste Reagens auf Ilolz-Cellulose im Papier empfiehlt Wiesneb das Phloroglucin (Trioxybenzol, C 8 H 8 0j). Man bereitet es durch Erhitzen von Phloretin, Quercitrin, Drachenblut, (iummigutti, Kino und ähnlichen Substanzen mit Aetzkali. Es setzt sich dann in Form rhombischer Krystalle, die zwei Moleküle Krystallisationswasser enthalten, ab. Es ist in Wasser, Weingeist und Aether löslich. Die auf Holzstoff enthaltendes Papier getropfte Lösung färbt roth mit violettem Tone. Eine 0,01 proc. Lösung soll noch reagiren. Rud. v. Wagner lässt sich darüber in folgender Weine aus (Dbsöleb's Journ. Bd. 228): Die Probe ist eine scharfe, leicht auszuführende und In den meisten Fällen zutreffende; doch sind, damit in der That das Resultat der Versuche von praktischem Werth sei, einige Umstände nicht ausser Acht zu lassen. Der Nachweis von Holz im Papier gelingt durch Phloroglucin und Salzsäure bei Vorhandensein von geschliffenem Holzstoff zuverlässig, dagegen nicht bei Cellulose, nachdem dieselbe die in den Cellulosefabriken übliche Behandlung mit Natronlauge, das Zertheilen der Fasern in dem Holländer und die Chlorbleiche durchgemacht hat. Die rohen Späne der Coniferenhölzer geben selbstverständlich mit Phloroglucin und Salzsäure eine violette Färbung. Bei einer früher ausgeführten Arbeit über die Zersetzungsproducte desMac- lurins (der Moringerbsäure) beobachtete v. W., dass das Gelbholz (von Maclura tinetoria) mit concentrirter Salzsäure befeuchtet eine intensiv rothe oder violette Färbung annimmt. Diese Färbung hat zwar nichts Auffallendes, da die nahen Beziehungen des Maclurins zum Phloroglucin festgestellt sind, überraschend ist dagegen der Umstand, dass Fichten-, Föhren und Tannenholz mit concentrirter Charta. Hydrocellulose. Celluloid. 259 Salzsäure befeuchtet und dann dem Sonnenlichte ausgesetzt (ohne Phloroglucin) eine violette Färbung annehmen. Die von Run«e herrührende Reaction auf Phenol mit Hilfe eines Spanes von harzhaltigem Holze und Salzsäure ist trotz ihrer Unsicherheit vielleicht doch in gewissen Fällen zur Erkennung von Holzsubstanz anwendbar. Ist doch genau genommen die WiESNEu'sche Probe im Wesentlichen eine Modification der von Runge herrührenden; beide gehen vom Phenol aus, nur verwendet Rungb die gewöhnliche Carbolsäure, während Wiksnkr ein dreiatomiges Phenol, das nicht ganz leicht zu beschallende Phloroglucin, benutzt. Xylophilin wurde von v. IIöhnki, im Kirschholz aufgefunden, von ihm benannt und als Holzfaserreagens empfohlen. Ea soll im Pflanzenreich sehr verbreitet sein. Amisronn fand, dass Xylophilin und Phloroglucin im Wesentlichen identisch sind. HöHNEl's Xylophilin ist, wie es z. B. im weingeistigen Extracte des Kirschholzes vorliegt, ein Gemenge von viel Phloroglucin mit wenig Brcnz- katechin. Harz- und Stärkemehl-Bestimmung im Papier. Hierzu wägt man nach C. Wurster 0,5—1,5g ab, trocknet und wägt zur Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes. Der Papierstreifen wird dann der Länge nach in kleine, 3—4 mm breite Falten zusammengelegt und mit Weingeist, dem einige Tropfen Salzsäure zugesetzt wurden, gekocht. Durch das in Lösung gebende Harz wird der Weingeist gelb gefärbt. Die Harzlösung wird dann abgegossen, das Papier sorgfältig mit Weingeist abgespült oder besser einigemal mit frischem Weingeist ohne Salzsäure ausgekocht, nun zwischen Filtrirpapier abgepresst, getrocknet und gewogen. Der Gewichtsverlust abzüglich der aufgelösten mineralischen Bestandteile ergiebl die im Papier vorhandene Harzmenge. Beim Verdünnen der Harz- g mit Wasser trübt s'cb diese stark. Stärkemehl kann in dem ersten wein- nie nächgewiesen werden. Der harzfreie Papierstreifen wird efaltet und so lange im bedeckten Gegeistigen Auszüge nun zur Entfernung der stärke wieder fasse mit gle'chen Volumen Weingeist und Wasser und einigen Tropfen Salz- s,nil 'e gekocht, bis das mit Wasser gut abgespülte Papier durch .lodlüsung nicht eQ I gefärbt wird. In den meisten Fällen wird ein \L,- bis I ständiges Kochen genügen. Der Streifen wird dann herausgenommen, mit Weingeist and Wasser " In< ' Säure gut abgespült oder besser ausgekocht, getrocknet und gewogen. 1)l( '< Gewichtsdifferenz giebt direkt das Stärkemehl an. Hydrocellulose nennt \. Girabd eine Modification der Cellulose von der Formel C 12 Hj 2 O u , gleichsam ein Hydrat der Cellulose, welches bei Einwirkung von Säure auf Cellulose entsteht und sieh durch Bruchigkeit und leichte Zerrabiich- «it auszeichnet. Sie entsteht z. B., wenn mau die. mit stark verdünnter Säure befeuchtete Cellulose einer Temperatur von 100° C. aussetzt. Der Vorgang ist >5 Contimoter breiten, aneinander liegenden Streifen sauber aufgetragen. Zum gebrauch kann man sich ein Stück des blauen oder rothen Streifens oder auch n °ch bequemer ein Stück mit blauem und rothem Streifen abschneiden und mit letzterem durch eine Manipulation auf Säure und Alkali gleichzeitig prüfen. Reispapier, Chinesisches, besteht aus dem Marke der in China, einheimischen Aralia papyrifera Hooker. Dieses Mark hat einige Aehnlichkeit mit dem Hollundermarke und besteht aus homogenem Parenchymgewebe. Es wird *u dünnen Blättern zerschnitten, gepresst, geglättet etc. und kommt als Reispapier »> den Handel. Sicherlicitspapicr ist ein mit grünem Ultramarin gefärbtes Papier. Wird mittelst stark verdünnter Salzsäure oder Alaunlösung darauf geschrieben, so treten die Schriftziigc rein weiss hervor, und ist ein Badiren, Falschen etc. nicht unbemerkt möglich. Valkanisirtes Papier, vulkanisirtc Faser ist ein Pergamentpapier, aber nicht mit Schwefelsäure, sondern mit Zinkchlorid gedichtet. Durch eine nur lau warme neutrale syrupdicke Zinkchloridlösung wird ungeleimtes Papier nach Um 262 Charta. stünden langsamer oder schneller gezogen, so dass es davon völlig durchdrungen ist, lind dann mit Wasser vollständig ausgewaschen, gepresst, getrocknet und geglättet. Dieses Papier besitzt grosse Festigkeit, Biegsamkeit und Geschmeidigkeit, so dass es selbst dünnes Leder and vulkanisirten Kautschuk vertreten kann. Yosliinopiipier ist ein Packpapier von grösserer Zähigkeit als das gewöhnliche Strohpapier. Bezugsquelle: Chem. Fabrik zu Helfenberg bei Dresden. Wasserdiebtmachen des Papiers und der Papp- und Papierschachteln. Kieses erreicht man durch Auspinseln der Gefässe aus Pappe mit geschmolzenem Paraffin oder durch Bestreichen oder Tränken des Papiers mit einer 10 proc. Leimlösung, welche unmittelbar vor der Anwendung mit 3 Proc. Kaliumdiehromat in Lösung versetzt ist. Dieser letztere Anstrich muss den Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, um iliii in Wasser unlöslich zu machen. Die Chinesen sollen zum Wasserdichtmachen der Gewebe, des Papiers, der Pappe etc. eine Mischung aus (j Th. defihrinirtem Blut, 10 Th. Kalkhydrat und 1 Th. Alaun verwenden. Das Leimen des Papiers, besonders der geringeren Sorten, geschieht jetzt meist mit ßesinaten des Natrons und der Thonerde. Letzteres Resinat wird durch Einwirkung von Alaun auf Natronresinat erzeugt und kommt die anti- capillarisehe Wirkung dem Thonerderesinate vorzugsweise zu. Das Fort/Glimmen des Papiers zu verhindern, dient eine Lösung des Ara- moniumphosphats, womit das Papier getränkt wird. Cellulose-Verdiclitnugsringe, sind aus Holzcellulose fabricirte Ringe zum Legen zwischen Dampfkessel!heile, zwischen Helm und Destillirblase, zwischen Dunst- sammler und Kessel, brauchbar zur Flantschen-Dichtung. Mit Oel getränkt sind sie, von ausserordentlicher Dauerhaftigkeit. Bezugsquelle: Actiengesellschafi für Maschinenpapier-Fabrikation in Aschaffenburg. Glanzpapiere mit arsenhaltigen Farben sind vorgekommen. Dieselben sollten möglichst vermieden werden. Da man (in Amerika) der Stärke Arsenik lie'mischt, um den gestärkten Gegenständen mehr (ilanz zu geben, so liegt es nahe, dass man diese Zumischung auch für die Darstellung von Glanzpapier nicht scheut. Wood, Amerikanischer Polizei-Chemiker, fand in grünen, rothen, blauen und braunen Glanzpapieren Arsen. Solche Papiere werden zum Einwickeln von Bonbons und ähnlicher Genussmittel benutzt. Wer dies ihul, wäre wohl nicht strafbar, aber der Glanzpapierfabrikant wäre verantwortlich zu machen. Sägespäne. Ueber die Verwendung und Ausnutzung dieses Abfalles finden sich in pharm. Centralhalle 1878, S. 93 nähere Angaben. Zusatz zur Pag. 818, Bd. I, des Handbuches: V. Charta liaonuitoxylinatn simplex. VL Chartae r ^S^Us. n . „ , t>, , , . Reactivpapiere. Einfaches Blauliolzpapiev. w . ™,. . • • , .. , t ;; Weisses Filtnrpapier wird mit der L,o- 10 Th. kleingeraspeltes Blauholz werden mit 200 Th. Wasser übergössen, welches von Kohlensäure und von Amnion total frei sein muss. Nach 86stündiger Mace- ration im dicht geschlossenen Gefäss, wird filtrirt, Fliesspapter mit dem Filtrate getränkt und dann getrocknet. Das Papier erscheint nach dem Trocknen kaum gefärbt, Es wird durch Alkali gebläut, durch Säuren geröthet, jedoch ist es weniger empfindlich als Lackmuspapier und nur anwendbar bei den Alkalien und Mineralsäuren. sung des Reagens getränkt; und dann in tauer Wanne getrocknet. Diese Papiere ersetzen die flüssigen Reagentien. Solche im Ibindb. d. pli. I'r. mich nicht erwähnten Eeactivpapierosind z. I!. 1) Bleizuckerpapier (H 2 S. Sulfide), 2) Kaliumferro- cyanidpapier (Eisen-, Kupfer-Salze), 3) Kaliumrhodanidpapier (Ferri-, Cupri-Salze), 4) Amylumkali u mjodid- papier (Chlor, Hypochlorit), 5) Tanninpapier {Eisensalze, Amnion, A.etzkaU, alkalische Erden), (i) Bruci n pa liier, mit Brucinsulfatgetränkt(Salpetersäure,Chlor)- Charta. — China. 263 Phocnixessenz des Marcus Pereles, ein Mittel, Gewebe, Papier etc. schwer verbrennlich zu machon. Eine Lösung von 15 Th. wolframsaurem Natron, 10 Th. fl-Ussigem, kieselsaurem Natron und 3 Th. phosphorsaurem Natron neben Gummi arabicum in 35 Th. Wasser. (Hager, Analyt.) China. Cortex Chinac Calisayae. Unter den auf Java cultivirten Cinchonen liefert Cinchona Calisaya Ledgeriana die grösste Menge Chinin und zwar bis zu 13 Proc. Die Bezeichnung Ledgeriana geschieht zu Ehren des Reisenden und Forschers G. Ledger, welcher die Samen dieser Cinchona 1865 aus Peru nach Europa brachte. J. E. Howard analysirte eine und dieselbe Rinde des Stammes einer Cinchona Ledgeriana und erhielt folgende Resultate: Im Sonnenschein getrocknet Künstlich getrocknet Chinin.....11,66 Proc. Chinin.....11,68 Proc. Cinchonin .... 0,32 „ Cinchonin .... 0,31 „ Amorphes Alkalo'id . 0,45 „ Amorphes Alkaloid . 0, 51 „ Summa 12,43 Proc. Summa 12,50 Proc. Der Chiningehalt geht hiernach wie der Totalgehalt in der Sonne zurück. Damit wird uns ebenfalls eine Mahnung, die Chinarinde und die Präparate daraus v or Sonnenlicht zu bewahren. Dass durch lange Lagerung der Alkalo'idgehalt bedeutend zurückgeht, welche Erfahrung schon vor 5») Jahren gemacht wurde, lässt sich auch aus Analysen otoEDEB's entnehmen. Derselbe fand in einer flachen Kalisaya (Monopolwaare) :UI « den Jahren IS 15—1855 gegen 3,8 Proc. Alkaloid, und in derselben Rinde aus dem Jahre 1874—1875 gegen 5 Proc. Ein Königs-Chinarindcnpulver im Ja hre 1870 beschafft, ergab damals 3,92 Proc. Alkalo'idgehalt, im Jahre 1880 nur 3,47 Proc. Das Aufbewahrunga-Cefäss bestand aus Pappe (HaöEB). Die Ostindischen, besonders die Javanischen Rinden sind im Allgemeinen Wkaloldreicher als die Amerikanischen. In therapeutischer Beziehung erscheinen die Rinden der Cinchona succirubra vor der officinellen braunen Rinde, Cortex Chinae fuscus, den Vorzug zu verdienen. Diese vortreffliche Rinde kommt im Handel vor als Sorte I: Succirubra-Stammrinde mit 6—8,7 Proc. Alkalo'idgehalt und specicll mit 0,7—1,4 Proc. Chinin; 3,2—4,4 Proc. Cinchonidin und 1,8—2,5 Proc. Cinchonin. — Sorte II: Stammrinde mit 6—7 Proc. Alkalo'id — lud Sorte III: Bruch mit 6—6,6 Proc Alkaloid. — Succirubra-Wurzel- Hnde wies 8—9,5 Proc. Alkaloid auf. Weniger Werth scheint die Javanische Kalisaya zu haben, denn der Alkalo'idgehalt vanille zwischen 1,0—3,5 Proc. und 0,2—0,4 Proc. Chinin. Die Wurzelrinde der Calisaya Javanica ergab 5,0—5,6 Proc. Alkaloid und 1,1— 1,5 Proc. Chinin. Calisaya Ledgeriana, Stammrinde. Die Handelswaare enthält gewöhnlich 8—9 Proc. Alkaloid, inclusive 5 — 7 Proc. Chinin. Howard fand die Rinde der Cinchonenwurzeln stets alkaloidroieher als die des Stammes. Bei der China succirubra fand er stets die rechtsdrehenden kry- stalliuischen Alkaloide (Conchinin und Cinchonin) überwiegend und die Alkaloid- summe in den Rinden der Zweige zu 3,3 Proc, in denen des Stammes zu 5,5 Proc, in denen der Wurzel zu 7,6 Proc, in den Wurzolfasern zu 2 Proc. In der Wurzelrinde der Königschina fand er 6—8 Proc, in welchen sich die Alkaloide nach Pro- 264 China. China-Alkulo'ide. centen vertheilten: Chinin circa 50, Chinidin oder Conchinin 9, Cinchonidin 9, Cinchonin 16. Der Feuchtigkeitsgehalt lufttrockner Chinarinden beträgt durchschnittlich 12,5 Proc. Cortex Cliinae ruber, der Cinchona succirubra entnommen, kommt in dicken Rindenstücken in den Handel. Die Stücke sind mit milchweissem querrissigem längsrunzligem Periderm und runden dicken Korkwarzen bedeckt. Die Mittelrinde ist rotlibraun, matt, mit Längsrunzeln und Querrissen. Die Innenfläche ist röthlichbraun, im Bruch fein- und ziemlich langfaserig. Ueber ihren Alkalo'id- gehalt vergleiche das Vorhergehende. Cusco-Cliina. Diese Rinde ist identisch mit derjenigen, welche bereits vor etwa 50 Jahren Leverköhn untersucht und als falsche Kalisayarinde bezeichnet hat. Sie bildet meist nach einwärts gebogene Stücke, ist auf dem Bruche auch rauher und kurzfaseriger als die echte Kalisaya und giebt die GßAHE'sche Re- action nicht. 0. Hesse fand in dieser Rinde Aricin neben Cusconin an und zwar 0,62 Proc. Aricin und 0,93 Cusconin. Letzterem giebt Hesse die Formel C 2 3H 26 N20-4, krystallisirt die Formel Cj 3 H as 17 s 04 + 2H 2 0. Eine der Cuscorinde sehr ähnliche ist die Cinchona Pelletierana, in welcher Hesse neben Aricin und Cnsconidin noch Cuscamin und Cuscamidin auffand. Die Alkaloi'de sind, wie De Vri.; nachgewiesen hat, in der Chinarinde als Tannato enthalten neben freier Chinasäure, welche Ursache ist, dass kaltes Wasser circa :i / 7 der Alkaloi'de aus der Rinde aufnimmt (welche, Alkaloide ausgefällt und in Weingeist, gelöst mittelst Polaristrobometers eine Rechtsdrehung von [«] D = + 14° 18' bewirkten). Die übrigen 4 / 7 der Alkaloide lassen sich leicht mit Salzsäure enthaltendem Wasser extrahiren. Diese Alkaloide zeigen eine Linksdrehung des polarisirten Lichtstrahles von [a\ D = — 36° 2'. (Sämmtlich 7 Proc. Alkaloid in weingeistiger Lösung zeigten eine Molecularrotation von [«] D = - 11° 1'.) Diese sehr wichtige Beobachtung in Betreff der Extraction der Alkaloide mit Wasser oder wässrigen Flüssigkeiten fordert zum Nachdenken auf, wenn mau Vorschriften für Chinapräparate verfasst. Sie sei der Beachtung aller derjenigen empfohlen, welche Pharmakopoen bearbeiten. (Ausfuhrliches: Archiv der Pharm« 1880, Januarheft S. 34.) De Vrij (spr. vrei) fand, dass 320g Chinaalkaloid 2 Liter Normal-Salzsäure (36,5 g Chlorwasserstoff im Liter) erfordern oder 3,2 Alkaloid 20 CC. Normal-Salzsäure. Dem entsprechend sind die Vorschriften für Chinapräparate einzurichten (vergl. Extr. Chinae liquidum De Vrij). Aufbewahrung. Dass die Chinarinden durch langes Lagern Einbusse an ihrem Alkaloidgehalt erleiden, ist längst bekannt, dass aber auch das Sonnenlicht einen schädlichen Einfluss auf die Chinarinden ausübt, ist erst in neuerer Zeit erkannt worden. Es laset sich dieser Einfluss auch aus den Versuchen Fi:<ückotkb's entnehmen, welcher Chininsolutionen dem Sonnenlichte aufsetzte und die Umwandlung dieses Alkaloids in das braune Chiniretin beobachtete. Jedenfalls ist es gut die Chinarinden vor dem Sonnenlicht zu bewahren, und diese Vorsicht auch auf die Präparate aus der China auszudehnen. China-AlkaloTde und deren Derivate sind (nach 0. Hesse, dem hervorragendsten Chinologen unserer Zeit): 1. Chinin, 2. Conchinin, das Chinidin der Pharma- ceuten und Aerzte, 3. Chinicin, 4. Diconchinin, 5. Cinchonidin, 6. Cinchonin» 7. Cinchonicin, 8. Dicinchonin, 9. Homocinchonidin, 10. Homocinchonin, 11. Homo- cinchonicin, 12. Dihomocinchonin, 13. Chinamin, 14. Conchinamin, 15. China- China. China-AlkaloTde. 265 midin, 16. Apochinamin, 17. Chinamicin, 18. Protoehinamicin, 19. Pariciu, 20. Paytin, 21. Paytamin, 22. Cusconin, 23. Aricin, 24. Cusconidin, 25. Cus- eamin, 26. Cuscamidin, 27. Javanin. Näheres darüber: Zeitschrift d. Oesterr. Apothekervereins 1878, S. 425, 443. Einen therapeutischen Werth erlangten von diesen Alkaloi'den nur Chinin, Conchinin (Chinidin), Cinchonidin und Cinchonin. Aricin bildet (nach Hesse) weisse Prismen, schmilzt bei 188°, reagirt nur schwach alkalisch, schmeckt sehr schwach adstringirend, nicht bitter, löst sich sehr leicht in Chloroform, ziemlich leicht in Aether, wenig in Weingeist; 1 Th. erfordert 20 Th. Aether und 235 Th. 80 proeontigen Weingeist zur Losung. Es verhält sich gegen Salpetersäure und Schwefelsäure wie das Cusconin und wird durch Anunon, Natron, Schwefelcyankalium, Kaliumbijodid, rotlies und gelbes Blutlaugensalz, Platinchlorid, Goldchlorid, Kaliumquecksilberjodid, Phosphorwolfram säure, also wie Cusconin, dann aber noch durch Kaliumjodid und Gerbsäure gefällt. Im krystallisirten Zustande hat es die Formel C 23 H2eN20 4 , also genau dieselbe wie das wasserfreie Cusconin. Krystallwasser enthält es nicht. Das Aricinacetat unterscheidet sich von allen anderen bis jetzt bekannten Alkaloldacetaten. Setzt man nämlich zur Auflösung des salzsauren Salzes Essigsäure, so fällt das Acetat in kleinen, weissen Körnern nieder, welche sich sehr schwer in kaltem, leichter in kochendem Wasser lösen und daraus wieder beim Erkalten krystaUisiren. Das Aricinoxalat krystallisirt in Rhomboedcrn und ist kaum in kochendem Nasser löslich. Cusconin bildet (nach Hesse) matt glanzende, weisse Blättchen oder kurze "ismen, schmilzt bei 110°, wird in höherer Temperatur zersetzt, reagirt in geistiger Lösung sehr schwach alkalisch, ist löslich in 35 Th. Aether, leichter in eingeist und Aceton, sehr leicht in Chloroform, wenig in Benzin und Petrol- ather, wird wie da,s Aricin durch concentrirte Salpetersäure erst dunkelgrün und ost sich dann darin mit grünlichgelber Farbe, in concentrirter Schwefelsäure c enfalls mit grünlichgelber Farbe, die beim Erwärmen in Dunkelbraun über S? ,• '" salzsaurer Lösung wird es durch Amnion, Natron, Schwefelcyankalium, ^■aliumbijodid, rothes und gelbes Blutlaugensalz, Platinchlorid, Goldchlorid, Ka- 'ramquecksilberjodid, Phosphorwolframsäure gefällt und ist nach der Formel C, :i ll 2f( N 2 0, + 2II 2 0 1U8 ammengesetzt. Seine in Wasser löslichen Salze reagiron im stöchiometrisch neutralen Zustande sauer, schmecken anfangs kratzend, dann schwach bitter, das "eutrale Sulfat zuletzt kühlend, brennend, etwa wie geringes Pfefferminzöl. Es 18 t linksdrehend. Cuscamin wurde von 0. HESSE in einer Cuscorinde, welche auch Aricin und kosconidin enthielt, entdeckt. Es krystallisirt in farblosen platten, an den Luden *lnef abgestumpften Prismen, leicht löslich in Aether, Chloroform und heissem »eingeigt. Es ist von schwach beissendem Geschmack, in Verbindung mit Säure anfangs schwach zusammenziehend, hintennach schwach bitter. Cuscamidin von (). HESSE in derselben Cuscorinde aufgefunden, scheint C| n Umwandelungsproduot des Cuscamins zu sein. Javanin, ein neues von Hesse in einer Kalisaya-Varietät, der China Ja- ^anica, aufgefundenes Alkaloul. Es krystallisirt aus Wasser in rhombischen l lättchen und ist in Aether löslich. Ein flüssiges Alkaloid von penetrantem Geruch wurde von Hesse in einer jungen Kalisaya-Rinde aus Bolivia angetroffen. Chinasäure krystallisirt nach 0. Hesse stets wasserfrei (C,H 12 0 6 ). Mit Natronlauge behandelt liefert sie Protocatechusäure. 266 China. Alkalo'id-Bestimmung. Die Extraction und Bestimmung der Alkaloide der Chinarinde (Handb. I, S. 830 u. folg.) vollzieht sieh im Allgemeinen sicher und auf kürzestem Wege, wenn man die Rinde in Form eines gröblichen Pulvers mit der Hälfte ihres Gewichtes Kalkhydrat und mit Wasser zu einem weichen Brei anrührt, dann nach dreistündigem Stellen bei gelinder Wärme (im Wasserbade) vollständig austrocknet. Das zu Pulver wohl zerriebene Gemisch wird in ein Deplacirgefäss eingeschichtet und (bei Chinin enthaltenden Rinden alteret mit Aetherweingeist) mit erwärmtem absolutem Weingeist erschöpft und der liest des Weingeistes mittelst Wassers verdrängt. Aus einem tarirten Glaskolben destillirt man in der Wanne des Wasserbades den Weingeist ab. Der Rückstand enthält die Alkaloide. Diese werden nun in einer verdünnten Säure gelost, filtrirt und weiterhin untersucht. Aus der Lösung fällt man z. 1>. die Alkaloide mit Aetz- natron, wäscht sie mit wenigem ammoniakaliseheni Wasser aus, trocknet und behandelt mit Aether, welcher Chinin löst oder man versetzt die nothwondig Weinsäure, nicht zu concentrirte Lösung mit Natriumbicarbonat und unterwirft die Flüssigkeit alsbald der Filtration, liier bleibt Chinin in Lösung und die. anderen Alkaloide werden gefällt. Bei längerein Stehen vor der Filtration beginnt auch Chinin sicli auszuscheiden. In Chemical News war folgende Anweisung zu der Analyse der Chinarinden angegeben. 50 g der feingepulverten Chinarinde werden zweimal mit 250 CG. Wasser, mit 2 CC. Schwefelsäure versetzt, extrahirt, dann zuletzt mit 125 CC. Wasser ausgekocht. Die gemischten Filtrate werden bis auf einen Rückstand von 125 CC. eingeengt, nach dem Erkalten mit Kalkhydrat bis zum Uebersehuss versetzt, nach einigen Stunden der Bodensatz gesammelt, ausgewaschen, im Wasserdampfbade getrocknet, zerrieben und mit absolutem Weingeist unter Digestion bei 60—70° C. extrahirt. Die weingeistigen Auszüge werden durch Abdampfen oder Destillation (aus tarirtem Kolben) im Wasserbäde zur Trockne gebracht, mit Schwefelsaure enthaltendem Wasser gelöst, filtrirt, mit Natrium- carbonat im Uebersehuss versetzt und mit Chloroform ausgeschüttelt, welches Chinin, Chinidin und Cinchonin löst. Die chloroformige Lösung wird abgedampft und der Ruckstand gewogen. Dieser Rückstand, mit Aether behandelt, giebt an diesen das Chinin (kristallinisches und amorphes) ab. Der vom Aether nicht gelöste Theil wird in verdünnter Essigsäure gelöst, dann mittelst concentrirter Kaliumjodidlösung das Chinidin ausgefüllt und der Niederschlag bei sehr gelinder Wanne getrocknet (100 Th. Chinidiuhydrojodat entsprechen 63,64 wasserfreiem Chinidin). Das vom Chinidinhydrojodat gesonderte Filtrat wird mittelst Amnions oder Natriumcarbonats gefällt, dann das auf diese Weise abgeschiedene Cinchonin mit ammoniakalischem Wasser gewaschen und zuerst im Wasserbade, endlich im Oel- bade (120" C.) getrocknet. Die Wägung der Alkaloide in den Chinapräparaten geschieht einfach in der Weise, dass man diese in etwas Wasser löst oder durch Abdampfe 0 concentrirt, mit Kalkhydrat und thierischer Kohle mischt, austrocknet, zu Pulver zerreibt, mit Weingeist extrahirt, den Weingeist verdampft, den Rückstand mit salzsaurem Wasser aufnimmt und mit Aetznatron ausfüllt etc. Die GuMM.'sche Chi na probe beruht darauf, dass alle China-Rinden, welche Chinin, Cinchonidin oder deren Isomere enthalten, beim Erhitzen im Probirrohr karminrothe Dämpfe entwickeln. Dagegen liefern die Rinden, welche nicht Chinin, Cinchonidin oder deren Isomere enthalten, nur braungefärbte Dämpfe und Schliesslich einen braunen Theer. China. Extract, Chinae. 2G7 Extractum Chinae frigide paratum ist in seinem Alkaloldgehalt sehr variirend, doch kann es, aus gehaltreichen Rinden dargestellt, 3—5 Proc. enthalten. De Vku's Beobachtungen, nach welchen Wasser :i / 7 des Alkaloi'ds löst, sind hier nicht 'zutreffend, weil nach der Vorschrift der Ph. Germanica nur kaltes und zu wenig Wasser zur Darstellung augewendet wird. Extractum Chinae liquidum wird aus der Kalisayarinde wie Extr. Chinae rubrae liquidum bereitet. Extractum Chinae rubrae liquidum (Extractum Cinchonae snecirubrae De Vau). 100,0 Cortex Chinae rubrae, Cortex Cinchonae succirubrac, werden in ein grobes Pulver verwandelt mit 10,0 Salzsäure (1,124 spec. Gew.) und 1000,0 kaltem Wasser übergössen, nach Zusatz von 20,0 Glycerin 3 Tagt; macerirt, dann ausgepresst und der Rückstand nochmals mit 100,0 Wasser vermischt und ansgepresst. Die filtrirte Colatur wird bis auf 500,0 eingedampft, zwei Tage bei Seite gestellt, decanthirt, dann bis auf 85,0 Rückstand eingedampft, mit 15,0 Weingeist vermischt und an einem schattigen Orte aufbewahrt. 100 Th. enthalten die wirksamen Bestandteile aus 100 Th. der Rinde. Nach DB Vru erfordern 3,2 g Chinaalkalotd 20 CC. Normal-Salzsäure (in 1000 CC. 36,5 g Chlorwasserstoff enthaltend). Enthält die Rinde 6,4 Proc. Al- kalold, so mttssten hiernach fast 6 g der 25 procentigen Salzsäure zur Verwen- dung kommen. Soll das Extract nach De Vsij's Anweisung hergestellt werden, N(J ist auch die obige Vorschrift entsprechend abzuändern, und der Alkalo'id- Kchalt zuvor zu bestimmen. Dieses letztere zu umgehen, sind 10,0 der Salzsäure, vorgeschrieben, denn der etwaige Ueberschuss der Säure geht beim Abdampfen gröSStentheilS verloren, andererseits iiiuss auf die Asehentheile der Rinde Micksfclit genommen werden, welche durchschnittlich 2,5 Proc. betragen, wovon Mindestens 1,5 Proc. Kalkerde und Kali der Salzsäure zugänglich bleiben. Die Asche von 100 g Chinarinde würde somit 1,5 g 25 procentiger Salzsäure allein beanspruchen. Enthält die Kinde 6.1 Proc. Alkaloid, so ist bei Verwendung von iog der Säure, kein Ueberschusa derselben disponibel, die Säure wird vollständig gebunden. Extractum Chinae regiae liquidum riiarinacopooae Briticae, Ex- tractum Cinchonae llavac liquidum, Liquid Extract of Yellow Cinchona. 1000,0g | r obgepulverte Königs-China werden mit 800 CC. destill. Wasser durchfeuchtet und nach vierundzwanzig Stunden in einen "Verdrängungsapparat gegeben mit so vielem Wasser erschöpft, bis die Colatur 15000 CO. beträgt oder "'s das Wasser farblos abtropft. Die Colatur wird nun bei einer Wärme, welche nicht aber 70» C. hinausgeht, bis auf 1250 CC. abgedampft und durch ein sllter gegossen. Das Filtrat wird nun weiter abgedampft, bis der Rückstand !90 CC. beträgt oder ein spec. Gew. von 1,200 aufweist. Diesem Rückstände Werden dann allmählich und unter Umrühren 62,5 CC. oder so viel Weingeist ^gesetzt, dass das spec. Gew. der Flüssigkeit = 1,100 ist. Ein Theil dieses Extracts entspricht ungefähr 5 Th. Chinarinde, im Alkaloldgehalt aber nur 3 Th. Rinde. Syrupus Chinae. Im Anhange der Preuss. Arzneitaxe 1878 befand sich eine Vorschrift, welche auf Gedankenlosigkeit basirt, denn es ist wohl eine bekannte »ache, dass Rothweine keine Auszugsmittel für Chinarinden sind. Die Vorschrift lässt 1 Th. braune China und 1 Th. Zimmt acht Tage mit 24 Th. Rothwein mace- riren und die Colatur mit 32 Th. Zucker zum Syrup machen. Vinum Chinae regiae (rationalis), Kiinigs-China-Wein, wird mittelst achttägiger Maceration aus 100,0 grobgepulverter Kalisayarinde, 2000 0 268 China. Vinum Chinae. gutem Weisswein, dessen Weingeistgehalt nicht unter 10 Proc. herabgeht, und 10,0 Salzsäure (1,124 spec. Gew.) dargestellt. Nach dem Auspressen lässt man die Colatur am finstern Orte 14 Tage stehen und filtrirt hierauf. Eine klare braune, bitter und nicht sauer schmeckende, kaum Bodensätze bildende Flüssigkeit. (Vergl. ph. Centralhalle 1879, S. 141.) Dieser Chinawein kann auch ex tempore dargestellt werden durch Mischung von 100,0 des Extractum Chinae liquidum mit 1900,0 Wein. Vinum Chinae hygienicum, China-flesundheits-Wein, wird wie Vinum Chinae regiae rationalis bereitet, nur werden noch 50,0 gepulverter Zucker und 50,0 Glycerin zugesetzt, und der Wein muss mindestens 12 Proc. Weingeist enthalten. Dieser Wein kann auch ex tempore dargestellt werden durch Mischung von 50,0 des Extractum liquidum, 50,0 Zucker, 50,0 Glycerin und 850,0 Wein. Chiuaweiue der Firma C. H. Burk (Stuttgart, Archivstrasso 21 und 23) zeichnen sich als Producte einer sorgfältigen Herstellung aus. Diese Firma bringt in den Handel 1) Eisenchinawein mit 0,08, 2) Chinawein, mit Malvasier hergestellt, mit 0,085, 3) Chinawein, mit Santorinwein hergestellt, mit 0,075 Procent wasserleerem Alkalo'idgchalt, 4) Cacaochinawein mit 0,16 Proc. (inel. Theobromin). Die Analysen dieser Weine sind von v. Febxing und Abel ausgeführt. Da die Darstellung der Chinawoino eine besondere Sorgfalt erfordert, um sie von möglichst gleichem Alkaloidgehalt zu erlangen, und auch erst eine längere Erfahrung die Wege angiebt, wie man gehaltreiche Chinaweine erlangen kann, so dürften die Bemühungen genannter Firma wohl Anerkennung verdienen. (1) Elixir Chinae compositum. Elixir Cinchonae compositum. Kalisaya- Elixir. R: Extracti Chinae liquidi 50,0 Aquae Cinnamomi spirituosae Syrupi Aurantii corticis ana 20,0 Spiritus Citri Aquae destillatae ana 5,0. Misce. (2) Elixir Chinae ferratum. Vf Elixiris Chinae compositi 90,0. Adde Ferri citrici ammoniati 5,0 soluta in Aquae destillatae 5,0. Paretur, si poscitur. Täglich wird 2—3 mal Weisswein genommen. 1 Esslöffol mit Antiperiodic Fever-and Ague-Cnre, Wilkoft's. Ungefähr 120g eines wässrigen schwefelsauren aromatisirteii Chinarindenauszugea enthalten fast 1,0g Chinin u. 1,75g Schwefelsäure. (Churchill, Analyt.) Ague-Cure, Aver's (Nord-Amerika). 200g eines schwefelsauren Chinarindesaaszuges mit Chinoidin versetzt, mit Wintergrconül aromatisirt und mit Zucker versetzt. (0. L. Churchill, Analyt.) Ague-Cure, Jayne's, eine nur sehr unbedeutende Mengen Chinaalkaloid enthaltende Mixtur mit Rhabarber- und Löwenzahnaufguss und Zucker. (0. L. Churchill, Analyt.) Ague Mixture, Christie's. 175 CC. eines Chinaauszuges mit 30 proc. Weingeist mit dem Pulver der Capsicumfruchte. (Churchill, Analyt.) Haarcrzeugimgstinctnr, Paul Kneifel's (Dresden), ein filtrirtes Gemisch aus Chinatinctur, HoFFMANN'a Ecbensbalsam oder einer ähnlichen Mischung und Zwiebel- saft. (Hager, Analyt.) Haarwuchssalbe des Apothekers Otto Selle in Zaehau in Pommern. Diese Salbe ist nach einer in den Apotheken häufig benutzten Vorschrift ein Gemisch von Wachssalbe mit einer concentnrten Chmaextractlösung, geringen Mengen Kino- oder Katechutinctur und Spuren Perubalsam. (90g 3,5 Mk.) (Hager, Analyt.) Michigan Ague-Cnre, Petermann's. 175 CC. weingeistiger Rindenauszug mit Chinoidin, Schwefelsäure und Zucker. (Churchill, Analyt.) Separatem- a base de (Juinquina, preparö par F. Crucq, chimiste, oin Pariser Haarfarbemittel, enthält keine Bestandtheile der Chinarinde, wohl aber Bleizucker, resp- China. Vieirina. 269 Schwefelblei, von einem Zusatz von Natriuinhyposulflt herrührend. Weitere Bestandteile waren Weingeist, Wasser, Glycerin. Roborircudes Pulver, Simon's, besteht aus 8,0 Königs-China, 10,0 Kalkhydrat, 5.0 Rhabarber, 4,0 Eisensubcarbonat. Vor dem Essen eine kleine Messerspitze zu nehmen. Acidum vieirinicuut, Vellosina, Vicirinsiiure, Vieirina, Vicirin, eine Säure aus der Rinde der Wurzel der Remigia ferruginea UC. (Cinchona ferruginea Saint Hilaire). Ein Dr. Vieira beschreibt diese amorphe und sehr bittere, harzähnliche Substanz zuerst und hat man ihr deshalb den Namen Vieirin gegeben. Zur Darstellung wird die gepulverte Kinde der Wurzel und auch des Stammes mit der Hälfte ihres Gewichtes Kalkhydrat gemischt, mit kochendem Wasser extrahirt, das Filtrat mit Salzsäure und der daraus folgende Niederschlag mit thierischer Kohle behandelt. Man kann die Rinde auch mit ammoniakali- Behem Wasser extrahiron und dann den Auszug mit Salzsäure bis zum Ueber- ächuss versetzeu etc. Ausbeute 9 —10 Proc. Frisch bereitet ist das Vieirin weiss, färbt sich aber unter Einfluss von Luft und licht. Der noch feuchte weisse Niederschlag besitzt den angenehmen Geruch der Quina da carapo, trocken ist er fast geruchlos. Der Geschmack ist sehr bitter. Vieirin reagirt sauer und ist specifisch schwerer als Wasser, übrigens unlöslich in Wasser, Aether und den flüchtigen Oelen, wenig löslich in fetten Oelen, löslich aber in Weingeist "nd Chloroform. Es brennt- nicht mit Flamme, schmilzt bei 120° C. unter Wasserverlust und geht in eine dunkelbraune harzähnliche Substanz über. Es giebt mit den Alkalien und der Kalkerde leicht lösliche Sa 1/.Verbindungen. Tinctlir» Viefrliia« ist eine Lösung von 1 Th. Vieirin in 10 Th. Weingeist. Syrupiis Vieirina« s. Calcariae viciriilicae wird aus 3,0 Kalkhydrat, 3,0 Vieirin, yasser und Zucker zu 300,0 Oolatur dargestellt, so dass 1 Löffel 0,2 Kalk- viciiinat enthält. Da der Geschmack gerade nicht angenehm ist, so muss der k yup mit pr.ssendem Arom versetzt werden. Diese Mittel werden bei Scrophulosis und Rhachitis angewendet. Die Gabe de s Vieirins ist 0,1—-0,15—0,2 mehrere Male täglich. Es gilt auch als Toni- cu m> Stomachicum und Antipyrcticum. W (1) Mlvtura auf isi rophulosa. * Calcariae hydratae Vireirinae ana 8,0 Aquae deatillatae ,,. Syrupi Aurantii corticis ana 150,0. M «ce et cola. . '• S. Zwei- bis dreimal täglich einen i ;lMl(,| i bis ganzen Esslöffel (kleinen Kin- '.'. l ;! 1 wird 4 lös 5 mal täglich ein Thee- '.' '. ll , grösseren 2 lös 3mal ein Kinder- »«fiel gegeben.) Ery (2) Mixtnra antlscropliulosa martiatii. Vf Ferri citrici ammoniati Viroirinae ana 2,0 Qaloariae saccharatae 5,0. Solve in Aquae destillatae 50,0. Tum adde Syrupi Cinnamoml Syrupi Aurantii corticis ana 75,0. D. S. 3 bis 4 mal täglich einen halben bis ganzen Esslöffel, vwähnungswerthe chinologische Arbeiten sind: Studien über die qualitative und quantitative ehem. Analyse der Ohinaalkalotde mit Hilfe des Mikroskops und Polarisators. Von Mathias Rozsnyay Arad (Ungarn) 1878 (45 Tag.) Preis lJtot , . Studien über die mikroskopischen Reactionserscneinungen der China-Alkaloide Anschrift des Oosterr. Apothekervereins 1878) von Dr. Richard Oodbpfeoy. Letztere Arbeit ist auch im Separat-Abdruck in der C. ÜKBEBEEDTER'sehen Buch- «wuckerei (Wien) 1878 erschienen. 270 Chinidinum. Chinidinum sulfuncuiu. Chinidinum. Zusätze zu S. 839, Bd. I und S. 1330 Bd. II des Handbuches der pharma- ceutisehen Praxis. Der Chinologen -Congress in Amsterdam (13. April 1877) hat beschlossen den Namen Chinidin festzuhalten und die anderen Benennungen dieses Alka- loi'ds nur als Synonyme gelten zu lassen. Die Motive zu diesem Beschlüsse finden in einer von Dr. G. Kerner im Archiv der Pharmacie 1880, Aprilheft S. 259, veröffentlichten Arbeit ihre Erklärung. Chinidin ist eine dem Chinin isomere tertiäre Diaminbase. Es kommt in mehreren Chinarinden vor, wie z. B. in Cinchona Pitayensis, C. amygdalifolia, C Calisaya (JacanicaJ. Aus Weingeist sollen 2 Atome des Chinidins mit 5H,0 in verwitternden Prismen, aus Aether mit 4II 2 0 in Rhomboödern, aus kochendem Wasser mit 3H 2 0 in zarten Plättchen krystallisiren, von welchen die beiden letzteren bei gewöhnlicher Temperatur nicht verwittern (HESSE). Es ist löslich in Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Benzol, unbedeutend in Petroläther. Seine Lösungen lenken den polarisirten Lichtstrahl nach rechts (Chinin nach links) ab, es sind aber die Lösungsmittel und Temperatur von Ein- fluss auf das Maass des Drehungsvermögens. Durch höhere Temperatur gebt es, besonders in Verbindung mit Säuren wie das Chinin in Chinicin (C20II24N2O2) über. Die wässrigen schwefelsauren Lösungen des Chinidins fluoresciren ebenso blau wie die des Chinins, die Chinidinsalze sind aber in Wasser meist leichter löslich. Salzsäure oder Chloride stören oder beben die Fluorescenz auf. Ueber das Chinidin und seine Salze existiren Arbeiten von Julius JobsT (Neues Rep. d. Pharm. 1875, ph. Centralh. 1870) und sehr ausführliche von Rick. Godeffroy in der Zeitschr. d. Oesterr. Apoth.-Vereins 1878. Letzterer studirte besonders das Verhalten gegen Reagentien und die mikroskopischen Formen der Niederschlüge. Das Chinidin krystallisirt aus Weingeist in verwitternden Prismen nach der Formel C20H24N2O2 + 2y 2 H 2 0. Es Bchmeekt sehr bitter und zeigt Bchwacb alkalische Reaction. Es löst sich in 2000 Theilen Wasser von 15", in 2d TheileB SOprocentigem Weingeist und auch in 22 Tb. Aether bei 20°. In Aetzammon ist es nicht unlöslich. Aus ätherischer Lösung krystallisirt, es in Kbomboedei'U und Prismen, welche letztere oft blumenkohlartig gruppirt sind. In Chlorwasser gelöst und mit Aetzammon versetzt erfolgt ein grüner Niederschlag, welcher sich in mehr Aetzammon mit grüner Farbe löst, es giebt also mit Chlor und Ammoniak dieselbe grüne Färbung wie Chinin; bezüglich seiner optischen Eigenschaften nähert 88 sich mehr dem Cinchonin. Bei vorsichtigen 1 Erhitzen gehen seine Salze in Chinicinsalze über. Chinidinum sulfurkum (Handb, Bd. 1, S. 838, Bd. II, S. 1330). Hesse fand die Zusammensetzung 2(C 20 H M N 2 O2)H 2 SO 4 + 2H 2 0 mit 82,87 Proc. Alkaloid, 12,53 Proc. SO4H oder 10,23 Proc. Schwefelsäureanhydrid und 4,6 Proc. Kry"- stallwasser. Nach anderen Analysen ist die Bd. I, S. 838 angegebene Kon' 11 ' 1 die richtige. Es wird erst bei 120° C. wasserfrei. Die wässrige Lösung bläut rothes Lackmuspapier. Dieses Chinidinsulfat ist, das offieinelle. Chinidinum sulfnrifiiiii, neutrales Sulfat (C 20 H 24 N,O 2 )H 2 SO 4 . Im Grossen dargestellt bildet es weiche asbestartige, an der Luft nicht verwitternde Krystall- büschel von einer Schönheit und Leichtigkeit, wie solche von keinem andern Chinidinum hydrochloricum. •Sulfat der Cinchona-Alkalo'ide erreicht werden. Die Krystalle behalten an trockener Luft Ihren Glanz und lassen sich auch dadurch von dem Chinin- wie auch Cin- chonidinsulfat unterscheiden, dass sie sich leicht in reinem Chloroform auflösen. Das Chinidinsulfat bedarf ins Theile Wasser von 10° zur Lösung. Die Molecularrotation des Salzes 2[C 20 1I 24 N 2 0 2 1 H 2 80 4 + 2H 2 0 (4,5 Proc. Wasser) wurde von OüDEMANNS bestimmt zu + 255,2°, diejenige eines aus anderer Quelle bezogenen Salzes bestimmte Dk Vrij = + 255,4°. Nach O. Hesse's Untersuchungen enthält das officinelleChinidinsulfat 2 Mol. oder 4,6 Proc. Krystallwasser (neben 12,53 Proc. Schwefelsäure). Von diesem Wasser verdampft bei 100° C. gegen 1 Proc, der ganze Wassergehalt erst bei 120° C. Das entwässerte Salz nimmt an der Luft Wasser wieder auf. Chinidinsulfat ist in einer Natrio-Kaliumtartrat- (Seignettesalz-) Lösung leicht löslich (Chininsnlfat dagegen unlöslich). Zur Prüfung auf einen Cinchonidingehalt (ein Chiningehalt ist in pharmaceu- f scher Beziehung kein Nachtheil für das Präparat) Bchtittelt man 0,5g mit 30CC. Kaltem Wasser von 15" ('. eine halbe Minute und filtrirt sofort. Das Filtrat mit 2—3 CC. Kaliumtartratlösung versetzt läset nach und nach einen salzig körnigen Niederschlag feilen, wenn Cinchonidinsulfat über 3 Proc. gegenwärtig ist. In Chloroform ist das Chinidinsulfat leicht löslich. Aus dieser Lösung gehen beim Schütteln mit Wasser nur starke Spuren des Salzes in das Wasser über. Das Cinchonidinsulfat ist dagegen in Chloroform schwer löslich. Die chloroformige Chinidinsulfatlösung färbt sich beim längeren Stehen, schneller im Sonnenlichte. 0,5 des Salzes mit, 3 CC. Chloroform und 2 CC. absolutem Weingeist geschüttelt niiiss sieb völlig klar lösen (Abwesenheit anorganischer Stoffe). Chinidinum hydrochloricum, Chinidinum muriaticum, neutrales salzsaures Imidin (C 20 l|^,N.,(). 2 IH 'I + ILO) krystallisirt aus einer gesättigten Lösung des ^hiihIiiih in Salzsäure in asbestartigen Prismen. Dieselben sind leicht löslich in ''"'"''ist, unlöslich in Aeiber. Das salzsaure Chinidin erfordert 60 Th. Wasser Von 100 zur Lösung. Chinidinum hydrojodicum, neutrales jodwasserBtoffoaures Chinidin (C20H24N2O2HJ) ® n 'Steht ans der Lösung dea Chinidinsulfates mit Jodkaliumsolution als weisser kristallinischer (sandähnlicher) Niederschlag, welcher sieh in Wasser (1200 Th.) und Weingeist äusserst schwierig bist. _ Wässrige Brechweinsteinlösung nimmt beim Kochen das freie Alkaloid leicht *M, indem sich das schwerlösliche, aber gut krystallisirende Autimonoxyd-Chinidin- l artrat, weinsaures Conchinin Antimonoxyd ((''„ l ll, 1 N,(»,,(' l ll 5 (SbO)O 0 ) bildet. Prüfung des Chinidinsulfats und Chinidinhydrochlorats nach °- Hesse und De Vim.i. 0,5g des Salzes wird mit 40 CC. Wasser 5 Minuten bei 60° digerirt, dann 3 g Tartarus natronatus zugesetzt. Bei Gegenwart von 6% und mehr '""in- oder Cinchonidinsak entsteht, ein Niederschlag. Wird ein solcher nach 1 Stunde abfiltrirt und das erwärmte Pütrat mit 0,5 g Kaliumiodid versetzt, so 1:1111 •'dies vorhandene Chinidin als Hydrojodat nieder. Ein Tropfen Aetzammon Zt " dem nach einer Stunde gewonnenen Filtrate gesetzt, zeigt bei Gegenwart von mindestens 2% Cinchonin dasselbe durch einen Niederschlag an. Noch schärfere Resultate erhält man, wenn man 0,5g des Cliinidinsalzes mit 10 CC. Wasser auf ( ' 0 ° C. erwärmt, dann 0,5g Kaliumjodid zusetzt, einige Male umrührt, erkalten 272 Chinidinurü. läset, nach Verlauf von etwa einer Stunde filtrirt und das Filtrat mit 1 — 2 Tropfen Aetzammonflüssigkeit versetzt. Eine daraus erfolgende Trübung deutet auf die Gegenwart von Chinin, Cinchonin oder Cinchonidin (0. Hesse). Eine geringe. Trübung ist in pharraaceutischer Beziehung zulässig und eine starke Trübung in Folge der Gegenwart einer reichlichen Menge Chinins wäre ebenso wenig zu beanstanden, weil Chinidin und Chinin an Wirkung und lleilwerth sich fast gleich sind, letzteres sogar das erstere um ein Geringes überragt. Etwa in dem Chinidinsulfat vorhandene Calcium- und Natriumsalze bleiben ungelöst, wenn 0,5 g des Salzes mit 7 CC. eines Gemisches aus 2 Vol. Chloroform und 1 Vol. absolutem Weingeist während mehrerer Stunden in Berührung gelassen und mitunter geschüttelt werden. Da Cinchonidin in der Wirkung dem Chinidin nahe steht, so ist eine geringe Verunreinigung damit nicht zu beanstanden. Hauptsächlich ist auf Abwesenheit von Cinchonin, dem billigsten und gering wirkenden ChinaalkaloTd zu sehen. Hier beim Chinidin und seinen Salzen können Verunreinigungen vorkommen, welche nur in chemischer, nicht aber in pharmaceutischer Beziehung Beanstandung finden sollten. Die mikroskopische Prüfung giebt die schärfsten Resultate. Man schüttelt etwas des Chinidinsulfats oder auch ein anderes ofiicinelles Chinidinsalz mit Wasser und filtrirt. Einen Theil des Filtrats versetzt man mit Aetz- ammon im Ueberschuss und bringt davon einige Tropfen auf ein Objeetglas, Fig. 34a. C Chinidinsalz durch Amnion geftUt Cd Chinidin- und Cinchonidinsalz durch Amnion gefällt. 10n—löofache Vergr. Fig. :i.">h C Chinidinsalz mit Boriutlosung, Ca Chinidin- und Cinchonidinsalz mit. Borax, ßnChinidin- und Cinchoninsalz mit Borax. 100 l.'.ui'arho Vergr. legt ein dünnes Objectglas darauf und zertheilt das Object durch Gegeneinander- reiben beider Gläser. Nach Verlauf von 10—20 Minuten geht, man zur optischen Prüfung über. Reines Chinidinsulfat ergiebt ein aus kleinen Krystallen l> ( ' stehendes Haufwerk, welches kaum gefärbt ist oder dem Auge blassgraugelblich erscheint. Bei Gegenwart von Cinchonidin lagern neben den Partikeln kleine helle Kügelchen von gelblicher Farbe und innerhalb der Krystallhäufchen erblickt man dunkele rundliche Körper von dunkler brauner Farbe, welche Gemische von Chinidin mit Cinchonidin sind. Chinidinum. Chinidinum glycyrrhizinat. 273 Einen anderen Theil des Filtrats versetzt man mit Boraxlösung und verfährt damit wie vorstehend angegeben ist. Nach Verlauf von 10—20 Minuten schreitet man zur optischen Prüfung. Bei reinem Chinidin sind die kleinen KrystallanSammlungen hell und etwas gelblich, bei Gegenwart von Cinchonidin erblickt man dunklere bräunliche Kügelchen, mehr oder weniger von einem sternförmigen Kranze umschlossen. Bei Gegenwart von Cinchonin sind ähnliche noch dunklere bräunliche oder braune Körper von den lichten Krystallhäufcheu bedeckt, doch diese dunkelen Körperchen sind theils kleiner, theils weniger sternförmig eingefasst. Diese Formen bilden sich erst beim Liegen des Objectes im ^erlaufe von 15—30 Minuten. Sofort nach der Fällung mit Ammon oder Borax beobachtet treten sie nicht oder weniger scharf hervor. Vergl. Handb. Bd. II, S. 1330. Einkauf. Die nun einmal im Laufe der Zeit eingeschlichene Verwirrung der ■Namen des vorliegenden Alkalo'ids macht es nöthig, dass bei der Bestellung der Auftraggeber dem Namen Chinidin oder Chinidinum ein (Conchinin oder Conchininum) folgen lässt. In diesem Falle kann der Drogist nicht Cin- ehonidin abgeben und es gäbe eine solche Abgabe dem Empfänger das Recht, die Waare zur Disposition des Drogisten zu stellen. Pseudoeliiiiin hat sich nach Marty als Chinidinsulfat erwiesen. Anwendung der Chinidinsalze. Chinidin steht dem Chinin als Arzneisub- **»* sehr nahe. Wenn man die Wirkung des Chinins mit 100-procentig bezeichnen würde, so müsste dem Chinidin auf Grund mehrjähriger Versuche mindestens eine 90-procentige Wirkung zugelassen werden. Es hat in sofern einen orzug vor dem Chinin in den Fällen, wo die Nebenwirkungen starker Gaben ^hinb, -wie Schwerhören, Schwere in den Gliedern etc., störend sind. Diese .Genwirkungen S eüen zwar dem Chinidin nicht ab, sie sind aber um vieles ge- nger, 0 jj ne ^j e Körpertemperatur merklich weniger denn Chinin herabzusetzen ^Agee). Die Anwendung und die Grösse der Gaben kommen mit denen des nms völlig überein. Da die Chinidinsalze einen bedeutend billigeren Einkaufs- Chi: j! eis haben, so empfiehlt sich die Anwendung bei allen den Kranken, welchen hohen Chininpreise zu schwer fallen, denn die Preise der Chinidinsalze sind nur ' circa % g0 jjQßjj w j e ^; e ß er Chininsalze. Da Chinidinsulfat nur y 4 so viel r ystallwasser enthält als das officinelle Chininsulfat, so kann man ersteres fast so hoch im Preise abschätzen bei fast gleicher Wirkung. «,. . Chinidinum glycyrrhizinatnm purum, Cliiuinnm dalce, sweet (hiinine, süsses ^ninin, ein mit dem Süssstoff der Süssholzwurzcl verbundenes Chinidin. Es ist ^°n gelbbrauner Farbe, unbedeutend löslich in Wasser und von bitterlichsüssem «eschmack. Zu Beiner Darstellung werden 100 Th. Glycyrrhizin mit 300 Th. ^estillirtem Wasser und 45 Th. lOproc. Aetzammon gemischt und im Wasserbade erwärmt. In die agitirte Mischung wird eine heisse Lösung von 40 Th. Neutralem Chinidinsulfat in 500 Th. lauwarmem Wasser und 17,5 Th. vertonter Schwefelsäure (1,115 spec. Gew.) gegossen. Die unter Agitiren im 1 bei asserbade erhitzte, dann erkaltete Mischung, wird zwei Tage beiseite gestellt. a nn der Bodensatz gesammelt, mit etwas kaltem Wasser ausgewaschen und bei gelinder Wärme getrocknet. Der Chinidinhydratgehalt beträgt 30 Proc. Das rohe Glycyrrhizin-Chinidin, rohes Süss-Chinin, stellt man dadurch her, dass man nach der Bereitung des Succus Liquiritiae depuratus den Rückstand und die Bodensätze mit ammoniakalischem Wasser extrahirt, den fil- w *rten Auszug zur Trockne eindampft, zu Pulver zerreibt, hierauf 120Th. desselben mit 110 Th. Wasser und 45 Th. lOproc. Aetzammon mischt, dann mit einer Rissen Lösung von 40 Th. Chinidinsulfat in 300 Th. Wasser und 17,5 Th. verdünnter Schwefelsäure versetzt und endlich das Gemisch zur Trockne abdampft H »g er. Pharm. Praxis. Suppl. lg 274 Chinidinum tannicum. und zu Pulver zerreibt. 1 g entspricht 0,25 g Chinidinsulfat. Es ist ein braunes süsslich schmeckendes Pulver. Dieses Präparat ist zu dispensiren, wenn das obige reine (purum) nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist. Chinidinum nreato-hydrochloricum, Chinidinum bimnriaticum carbamidatum, eine Doppelverbindung des Chinidinhydrochlorats mit salzsaurem Harnstoff. Es wird wie das entsprechende Chininsalz (vergl. S. 284) dargestellt, jedoch werden in Stelle von 400 Th. Chininhydrochlorat 380 Th. Chinidinhydrochlorat verwendet. Die Krystalle dieses Salzes sind gelblich. Die Anwendung ist dieselbe. Chinidinum tannicnm, Conchininum tannicum neutrale, Chininum tannicum insipidnm, Chinidintannat, gerhsanres Chinidin oder Conchinin, ein weissliches, in Wasser und Aether unlösliches, in Weingeist und verdünnten Säuren lösliches Pulver. Die verdünnte Lösung in verdünnter Schwefelsäure schmeckt sehr bitter und fluorescirt wie eine Chininlösung. Alkalo'idgehalt mindestens 33,3 Proc. Behufs Abscheidung und Bestimmung des Alkalo'idgehaltes wird das Tannat mit dem 15fachen Gewicht Bleioxyd und Wasser gemischt, langsam bei einer 40° C. nicht übersteigenden Temperatur eingetrocknet, dann mit Weingeist extrahirt, der Auszug eingetrocknet und gewogen. Darstellung. 100 Th. des officinellen Chinidinsulfats (Handb. Bd. I, S. 838) werden in 3000 Th. kochend heissem Wasser gelöst und in einem geräumigen Gefäss (von circa 5000 Vol.-Th. Inhalt) mit 2 / 3 Vol. einer colirten, kalten, aus 180 Th. Gallusgerbsäure und 1400 Th. Wasser dargestellten Lösung versetzt. Nach dem Umrühren lässt man sofort gleichzeitig das letzte l / 3 Volumen der Gerbsäurelösung und 40 Th. 10proc Aetzammon, verdünnt mit 360 Th. Wasser, hinzufliessen, während die Fällungsflüssigkeit agitirt wird. Nach einstündigem Stehen wird der Niederschlag in einem leinenen Colatorium gesammelt, mit kaltem Wasser abgewaschen, ausgedrückt, in nur lauer Wärme am schattigen Orte ausgetrocknet, endlich zu Pulver zerrieben und an einem schattigen Orte in dicht geschlossenem Glasgefäss aufbewahrt. Ausbeute 220—230 Th. Zur Darstellung darf in allen Fällen nur destillirtes Wasser in Anwendung kommen, überhaupt sind eiserne Geräthschaften sorgfältig zu vermeiden. Aus der Fällungsflüssigkeit ist der Chinidinrest durch Ansäuern mit Schwefelsäure etc. abzuscheiden. Die Wärme zum Trocknen überschreite nicht 40° C. Wirkung und Anwendung. Die Bereitung und Einführung dieses Präparats verdanken Pharmacie und Therapie dem Apotheker Mathias Rozsnyay zu Arad in Ungarn. Er war es, welcher das geschmacklose Chinintannat, Chininum tannicum insipidum in Substanz und in der Form von Zucker- und Chocoladenbrötchen zuerst in den Handel brachte und auch noch bringt. Rozsnyay's Verdienst besteht darin, dem Arzte einen Chininersatz in die Hand gegeben zu haben, * e *" eher bei Kindern jeden Alters angewendet werden kann. Nun sind die Leiden der Kinder gewöhnlich entzündlicher Natur. Chinin als Antipyreticum zu geben, ist nur selten möglich, denn beim Forciren des Eingehens der Chininmittel, breche» die Kinder entweder das Gegebene aus oder sie verschlucken es und der Widerwille steigert sich bis zu Krämpfen. Das Chinidintannat ist dagegen geschmacklos, von gleicher antipyretischer Wirkung und lässt sich mit Zucker, Zuckerwasser oder süsser Milch leicht nehmen. Saure Flüssigkeiten sind hier zu vermeiden, sowohl dicht vor als wie gleich nach dem Eingeben des Chinidintannats, denn die geringste Säuremenge entwickelt den bitteren Chinidingeschmack. Sauer ode r säuerlich schmeckende Flüssigkeiten sind 15—20 Minuten nach der Chinidintannat- gabe zu reichen. Ckinidinum tannicum. 275 Das Chinidintannat wird mit der Zeit ein Specialmittel in Kinderkrankheiten werden. Das Register der Todesfälle im Kindesalter dürfte künftig ein bedeutend kleineres werden, wenn die Aerzte diesem Mittel mehr Beachtung schenken. Hager hatte einige Male Gelegenheit kranken Kindern, deren Leben vom Arzte bereits aufgegeben war, durch Eingeben des RozsNYAY'schen Chininzuckerl nicht nur das Leben zu erhalten, sondern auch dies in auffallend kurzer Zeit, in einem Falle in einem halben, in einem anderen in einem Tage zu erreichen. Hager kann von vielen Fällen erzählen, wo er das kleine Kind im Säuglingsalter am Zahnfieber schwer leidend antrifft, wo schon die Eltern den Tod nahe sehen, wo a ber drei bis vier Gaben des Chinidintannats ausreichen, das sterbenskranke Kind wieder aufzurichten und demselben nach einigen Stunden Munterkeit und Frische wiederzugeben. Genug in allen Kinderkrankheiten, in welchen sich ein entzündlicher oder fieberhafter Zustand bemerklich macht, ist die Anwendung des Chinidintannats angezeigt und giebt man je nach dem Grade des Fiebers Kindern von 1—2 2—3 3—4 5—6 6—10 Jahren 1—2 stündlich 0,1 —0,15 g 0,15—0,2 „ 0,2 -0,3 „ 0,3 -0,4 „ 0,4 -0,5 „ u nd zwar bei hochgradigem Fieber die ersten 3—4 Gaben stündlich, dann 2— ^stündlich, bei gleichzeitigen dyspeptischem Zustande stets die kleinere Gabe. °° wie das Fieber gehoben ist, sind die Gaben noch seltener, 4—6 stündlich zu verabreichen. Bei Brechdurchfall sind dieselben Gaben, aber halbstündlich bis stündlich und nur halb so gross anzuwenden. Ist die Anwendung von Salz- ^ re nothwendig, so ist die salzsaure Mischung eine Viertelstunde nach dem Ein- 11 dos Tannats zu verabreichen. Besonders sei darauf aufmerksam gemacht, ass das Chinidintannat ein vorzügliches Hustenmittel ist. Da Kindern bis ZU ^ T "L ö Janren nicht wohl Opium noch Morphin gegeben werden kann, so ist in lesem Tannat ein Mittel dargeboten, welches mit aller Sicherheit jede Art des " Uste ns beseitigt oder auf einen sehr leichten und erträglichen Stand verweist. Erwachsenen, welche Pillen oder bittere Chininlösungen nicht nehmen wollen 6r können, giebt man dieses Tannat wie das Chinintannat, welches einen bitter- »cnen, nicht angenehmen Geschmack hat, in gleicher Weise und Gabe und lässt n Minuten nach dem Einnehmen saure Limonade nachtrinken. p. Will man das Chinidintannat mit Eisenhydrat (Ferrum oxydatum fuscum), isenzucker, Eisencarbonat verbinden, so ist dies sehr leicht zu bewerkstelligen, °nne dass sich gerbsaures Eisen bildet und der Tintengeschmack hervortritt, wenn ■^än nämlich der Mischung kleine Mengen Magnesia zusetzt. Es sind saure Sub- a nzen in der Mischung stets zu vermeiden. Rozsnyay's geschmacklose Chininpräparate. Dieselben bestehen in drei Formen Un d enthalten hauptsächlich Chinidintannat oder ^-Chinintannat: 1- Saccharola Chinini Rozsnyay, Chininzuckerln, circa 2,4g schwere, bräunlich weisse, krystallinisch glänzende, innen gelbliche, nicht sehr ^rte, mit dem Finger leicht zerdrückbare, durch Zucker und Glycerin versüsste Würfel von sehr süssem Geschmack. Jeder Würfel enthält so viel Tannat, dass üle ses 0,05 g Chinidinhydrat entspricht. (100 Stück 8 Mk.) 2. Pastilli Chinini Rozsnyay, Chininchocoladenpastillen sind «rca 1,5 g so hwere, 7 mm dicke und 2 cm breite Kugelsegmente, enthaltend eine u >°5 g Chinidinhydrat entsprechende Menge Tannat. (100 Stück 8 Mk.) 3. Pastilli Tannochinini ferrati Rozsnyay, Chinineisenpastillen 8 'nd einfache scheibenförmige mit Zucker versetzte Pastillen, deren jede 0,15 Chi- 18* 276 Chinidinum tanmcum. nintannat und 0,05 wasserlösliches Eisenoxyd enthält, ein vorzügliches Präparat für kleine bleichsüchtige Mädchen, Kinder mit blasser Gesichtsfarbe, an Helmin- thiasis leidende Kinder. Das KozsNYAY'sche Chinintannat ist vollkommen geschmacklos, blassgelb von Farbe und besteht nach zwei von Hagek zu verschiedenen Zeiten ausgeführten Analysen in Procenten 1) aus 5,83 Chinin, 12,72 Chinidin, 5,43 Cincho- nidin, 66,98 Gerbsäure und 9,04 Wasser. — 2) aus 4,5 Chinin, 15,88 Chinidin, 3,2 Cinchonidin, 67,52 Gerbsäure und 8,9 Wasser. Auch dieses Tannat sowie jene Präparate können vom Apotheker Mathias Rozsnyay zu Arad in Ungarn oder von der Firma J. D. Riedel, Berlin N., Gerichtsstr. 12, 13, bezogen werden. Es wurden diese Präparate insofern angegriffen, als sie ihr Erfinder mit Chininpräparate benannte. Man übersah ganz, dass sie der Erfinder aber auch mit geschmacklose Chininpräparate bezeichnete, und jedem Chemiker und Pharmaceuten bekannt sein musste, dass das reine Chinintannat nicht geschmacklos ist. Insofern damals ß- Chinin noch eine übliche Benennung war, so ist dem Erfinder wohl kein Vorwurf der Mystification zu machen, wie dies von einigen Seiten geschehen ist. Betrachtet man die Sache vom praktischen Standpunkte, so hat die vom Erfinder angegebene Benennung sehr viel dazu beigetragen, seine Präparate als Volksarznei einzuführen, denn hätte er das Kind bei seinem wahren Namen gerufen, so hätte die eingebürgerte Ansicht, dass nur allein Chinin das wahre wirksame Chinaalkaloi'd sei, genügt, die RozsNYAY'schen Präparate alsbald zu miss- creditiren. Von der chemischen Seite aus betrachtet verdiente jene Bezeichnung allerdings einen Tadel, von pharmaceutischer Seite dagegen, wo die Wirkung und der Heilwerth in Betracht kommen, ist sie bei der fast gleichen Wirkung jener Alkalo'ide von unwesentlicher Bedeutung. Rozsnyay kann das Verdienst, China- alkalo'ide in geschmackloser Form eingeführt zu haben, nicht bestritten werden. Von den Chinaalkaloidtannaten hatte Hager vordem in Uebereinstimmung mit der Ansicht Anderer nicht viel Wirkung erwartet, aber in Folge Anwendung dieser RozsNYAY'schen Präparate bei mehreren Krankheiten der Kinder jeden Alters überzeugte er sich, dass dem Chinidintannat die Wirkungen der China- alkalo'ide ganz und voll zukommen, dass es ein vortreffliches Antipyreticum ist, auch die Gerbsäure darin in ihrer Wirkung auf die Nieren dem Zwecke sogar günstig scheint, dass endlich in keinem der Fälle der Anwendung widerwärtige Wirkungen zur Wahrnehmung gelangten. Dazu kommt der Vortheil, dass die Kinder jene Mittel gern nehmen und ein etwaiger zu starker Gebrauch keinen Nachtheil zur Folge hat und haben kann. Pilulae antiphlogisticae (Hagek). Saure China-Alkalo'idpillen. Entzündungswidrige Pillen. Haglr's Katarrhpillen Nr. I. Universalhustenpillen Nr. I. ■gf Chinidini sulfurici 10,0 Tragacanthae 7,0 Radicis Althaeae Radicis Gentianae ana 3,0 Ligni Santali rubri 1,0 Glycerinae Acidi hydrochloricl ana 7,5. M. Fiant pilulae ducentae. Cortice Cas- siae cinnamomeae pulverato sat con- spergantur. (Singulae pilulae continoant 0,05 salis Chinidini). D. ad vltrum. Beabsichtigt man einen noch niedrigeren Herstellungspreis, so nehme man Chinidini sulfurici et Cinchonidini sulfurici ana 5,0. Diese Pillen sind dann die Katarrhpillen Nr. II. Die angefertigten Pillen 2—3 Stunden an der Luft (ohne Wärmeanwendung) abtrocknen zu lassen, ist für die weitere Conservirung zweckmässig. Als Katarrhmittel nimmt man je nach dem Grade des Fiebers täglich 3— 4mal je 4—5 Pillen. Um den Katarrh in 3—4 Stunden zu beseitigen, nehme man innerhalb 3 Stunden stündlich 5 Pillen mit Wasser, bei Mitleidenschaft de» Chinidinum. Magens jedoch halbstündlich zwei Pillen, bis 12 bis 15 Stück verbraucht sind. Ein besonderes Verhalten ist nicht erforderlich, nur Weingeist enthaltende Getränke sind zu meiden. — Als Präservativmittel der Entzündungen der Brustorgane (der Lungen- und Lungenfellentzündung älterer Leute) nimmt man innerhalb drei Stunden 15 Pillen (3 mal je 5 Pillen), dann alle 2—3 Stunden 3 Pillen. Das Nehmen der Pillen geschieht sofort, sobald sich ein Schmerz in der Brust, besonders beim Athemholen, fühlbar macht. Um dieser Anweisung nachzukommen, ist selbstverständlich das Zurhandhalten der Pillen erforderlich. Als Hustenmittel nimmt man täglich 3—4 mal je 3—5 Pillen. Lässt der Husten nach, meldet er sich seltner an, so nimmt man täglich zum Frühstück und vor der Nachtruhe je 3—4 Pillen. (1) Pilulae contra tussim. Hustenpillen. Jfc Chinidini sulfurici 2,5 Morphini muriatici 0,1 Extra cti Trifolii 3,0 Glycerinae guttas 5 Radicis Althaeae q. s. M. fiant pilulae quinquaginta (50). D. S. Morgens und Abends 2—3 Pillen z u nehmen (bei Keizhusten). ( 2 ) PuMs antiphlogisticus infantum. Kinderpulver mit Chinidintannat. I. * Chinidini tannici 5,0 Magnesiae subcarbonicae 0,5 Sacchari albi 20,0 M . Elaeosacchari Foeniculi 10,0. iisce. Serva in vaso vitreo a luce re- moto. Man giebt 1 — 2 stündlich eine starke Messerspitze (bei allen Leiden im Gefolge ue s Zahnens, heissom Kopf, Durchfall, Katarrh, Husten, unruhigem Schlaf). dieses Pulver vertritt besser und kräf- iger wirkend das sogenannte Kinderoper Beruhigungspulver. * II. H Chinidin! tannici 2,0 Magnesiae subcarbonicae 0,2 Sacchari albi 5,0. • Divide in partes aequales decem (10). S. 1-(—2-) stündlich ein halbes (oder ganzes Pulver in einem Löffel Zuckerwasser zu geben. w) Syrupus antiphlogisticus infantum. Fiebersaft für Kinder. * Chinidini tannici 2,0 Magnesiae subcarbonicae 0.5 Syrupi Sacchari Syrupi Liquiritiae ana 50,0. M. D. S. Umgeschüttelt 1-j— 2-)stündlich einen halben (bis ganzen) Esslöffel. (4) Syrupus contra pertussim. (Keuchhustensaft.) ty Kalii bromati 5,0 Magnesiae subcarbonicae 0,2. Contrita misce cum Aquae destillatae Syrupi Sacchari ana 100,0 Tincturae Croci 10,0 Tum admisce conterendo Chinidini tannici 5,0. D. S. Umgeschüttelt Vormittags von 10 bis 12 Uhr, Nachmittags von 4 bis 8 Uhr stündlich einen Theelöffel bis zu einem halben Esslöffel voll zu geben (im ersten Stadium des Keuchhustens). (5) Trochisci roborantes. Kraftbrötchen. Kraftpastillen. Blutundeiseubrötchen. ijc Chinidini tannici 30,0 Pulveris sromatici 5,0 Corticis Aurantii fruetus 2,5 Vanillae saccharatae 5,0 Tragacanthae 20,0 Sacchari albi 300,0 Magnesiae subcarbonicae 2,5 Ligni Santali rubri 5,0 Aquae Aurantii florum 50,0 Glycerinae 20,0. Exacte mixtis adde Ferri oxydati fusci 20,0 Magnesiae subcarbonicae 2,5 Sacchari albi 50,0 Glycerinae 10,0 Aquae destillatae 5,0 antea optime contrita. Fiant trochisci trecenti (300), qui loco vix calido paullulum dosiccati in vitro clauso serventur. . Täglich 2—4mal je 2—3 Stuck zu geniessen (3—4 Wochen hindurch bei Schwäche des Körpers und des Geistes, Hinfälligkeit, Hysterie, Blutarmuth, blasser leidender Gesichtsfarbe). 278 Chinidinum. — Chininum. (6) Trochisci roborantes infantum. Kinder-Kraft-Brötchen. Keuchhustenpastillen. fy Chinidini tannici 20,0 Magnesiae sübcarbonicae 2,5 Tragacanthae 20,0 Sacchari albi 300,0 Ligni Santali rubri 5,0 Pülveris aromatici 2,0 Fem oxydati fusci 20,0 Glycerinae 30,0 Aquae destillatae 40,0 vol q. s. M. Fiat massa plastica, ex qua formentur trochisci trecenti (300). Ligno Santali vubri conspergantur. Loco vix calido paullum modo siccati in vase clauso ser- ventur. 1—2—4 Pastillen den Tag über zu nehmen. (Bei Keuchhusten im zweiten Stadium, bei Wurmleiden, trocknem Husten der Kinder, bei blasser Gesichtsfarbe trotz ausreichender Ernährung). Diese Brötchen haben sich als ein vortreffliches Präservativ bei Diphtheritis erwiesen. Sie werden langsam zerkaut und langsam verschluckt. Chininum. Chinin (und auch Chinidin) und seine Salze gehen beim Erhitzen über 1500 c. in Chinicin (C 20 H 24 N 2 O 2 ) über, z. B. liefert Chininsulfat bis zum Schmelzen erhitzt Chinicinsulfat. Chinicin ist amorph, bildet aber krystalhsirbare Salze und lenkt den polarisirten Lichtstrahl schwach nach rechts ab. Es prä- existirt nicht in den Chinarinden. Die Fluorescenz des Chinins tritt in der schwefelsauren Lösung am kräftigsten hervor, wird aber durch viele Säuren und Salze, besonders Salzsäure und Chloride gestört, abgeschwächt oder ganz aufgehoben. Ueber das specifische Drehungsvermögen der Chinaalkalo'ide und die quantitative Analyse der Gemische von 2—3 dieser Alkaloide mit Hülfe des Polari- strobometers existirt von Oudemanns jun. eine ins Deutsche übertragene Arbeit: Annalen der Chemie und Pharm. Bd. 182 S. 33 u. f., im Auszuge: Jahresbericht über die Fortschritte der Pharmacognosie, Pharmacio und Toxicologie von Prof. Dr. G. Dragendorff Jahrg. 11, 1876, S. 480 u. f. Wässrige Chininlösungen erleiden unter dem Einflüsse des Sonnenlichtes eine Veränderung, und das Chinin geht in Chiniretin über (Flückiger). Vergl. unter Chininum sdfuricum. Zur Bestimmung des Chinin-, beziehendlich Chma-AIkaloid- Gehaltes in pharmaceutischcn Präparaten oder Mischungen genügt meist ein Mischen mit Kalkhydrat, Eintrocknen und Extrahiren mittelst Weingeistes. Dieser Modus ist in den Fällen zu empfehlen, wo noch Farbstoffe interveniren. Die weingeistige Lösung wird fast zur Trockne abgedampft und der Kückstand mit schwefelsaurem Wasser aufgenommen. Harz- und Fettsubstanzen werden damit zugleich beseitigt- Einfache Chinaalkaloidlösungen werden concentrirt, mit Aetznatron versetzt un.a mit den verschiedenen Lösungsmitteln wie Aether, Chloroform ausgeschüttelt. Aether löst nur Chinin neben Spuren der anderen Alkaloide. Vorgl. auch Handö. Bd. I, S. 829. t Um den Chinin geh alt zu bestimmen macht man das Chinin mitteis Aetzammons oder Aetznatrons frei und schüttelt mit Aether aus. Der Vcrdampt- ungsrückstand der Aetherlösung ist nach Allen C 20 II 21 N 2 O 2 + II 2 0 (und weh 3H 0). Die Ausschüttelung ist sofort nach der Fällung auszuführen, ehe a» ausgeschiedene Chinin in den krystallinischen Zustand übergeht. Im Allgemeinen ist der Verdampfungsrückstand amorph, wird aber bei mehr als 100» C. thei weise krystalliniseh. Der Aether löst von dem amorphen Alkaloid circa 1/30 seI Gewichtes, von dem krystallinischen circa '/so- Chininum. Chinetum. 279 Nach dem Ausschütteln mit Aether, schüttelt man mit Amylalkohol oder Chloroform aus, um die anderen Chinaalkalo'ide zu sammeln. Man kann auch die Flüssigkeit mit Natriumbicarbonat versetzen, eindampfen, austrocknen und mit Weingeist extrahiren, wenn andere Substanzen abwesend sind, welche sich in Weingeist lösen würden. Der aus schwefelsaurer Lösung mit Kaliummercurijodid gefällte Niederschlag enthält in 29 Th. 10 Th. Chinin (Prescott). Der durch Phosphormolybdänat gefällte, ausgewaschene und unter 70« C. getrocknete Niederschlag enthält in 36,65 Th. 10 Th. Chinin (Loob). Ckino'idinjodosulfat, ein Reagens zur Bestimmung des Chinins, von De Vrij vorgeschlagen, ist eine Herapathit-artige Verbindung, löslich in 6 Th. 90 proc. Weingeist. Zur Darstellung werden 2 Th. schwefelsaures Chino'idin (sogen, amorphes schwefelsaures Chinin) in 8 Th. Wasser mit 5 Proc. Schwefelsäure gelöst. Zur klaren Lösung fügt man langsam unter Umrühren eine Lösung von 1 Th. Jod und 2 Th. Jodkalium in 100 Th. Wasser. Dadurch entsteht ein orangegelber flockiger Niederschlag, der beim gelinden Erwärmen harzartig zusammenballt. Man decanthirt, wäscht mit warmem Wasser und trocknet im Wasserbade. Ein Theil des Rückstandes wird in 6 Th. warmem 93 proc. Weingeist gelöst. Beim Abkühlen scheidet sich etwas ab; die klare überstehende Flüssigkeit wird im Wasserbade eingedampft und der Verdampfungs-Rückstand in 5 Th. kaltem Weingeist gelöst, wobei wieder etwas zurückbleibt. Diese Lösung ist das Reagens. Zur Bestimmung des Chinins in einem Gemenge von Chinaalkalo'iden löst ffi an 1 Th. des letzteren in 20 Th. 90—92 proc. Weingeist, welcher 1,6 Proc. schwefelsaure enthält, und fällt durch tropfenweises Hinzufügen des obigen Reagens aus einer Pipette, bis die überstehende Flüssigkeit durch Gelbfärbung einen geringen Ueberschuss des Fällungsmittels anzeigt. Man erhitzt das Gefäss mit « e m Inhalt im Wasserbado bis zum beginnenden Kochen und filtrirt nach dem ^'kalten. Der Niederschlag wird mit einer gesättigten Lösung des Ckinoidinjodo- sulfata in Weingeist gewaschen, zwischen Uhrgläsern getrocknet und gewogen. ■Uer Umstand, dass das jodschwefelsaure Chinin in Alkohol zwar schwer, doch Dicht ganz unlöslich ist, sowie dass beim Auswaschen mit der Lösung von jod- Sclrwefelsaurem Chinol'din etwas von diesem in dem Niederschlage zurückbleibt, Macht eine Correction des Gewichts nöthig, die eben durch das Löslichkeitsver- nältniss des jodschwefelsauren Salzes bestimmt wird. Ein Theil des jodschwefelsauren Niederschlags entspricht 0,5509 wasserfreiem oder 0,7345 schwefelsaurem Chinin. Chinin-Ausschläge bei Arbeitern in Chininfabriken und auch mitunter Dach Gebrauch von Chinin und der anderen Chinaalkaloi'de beruhen auf Idiosynkrasie und individueller Empfindlichkeit. Emollientia sollen zur Heilung genügen. Chinetum, (juinetnm (Chininm Brasiliense) ist ein Gemenge von Alkaloiden, Chinin, Cinchonidin, Cmchonin in einem ungefähren Verhältniss von 1:4:2, mittelst sauren Wassers aus der Javanischen Rinde der Cinchona succirubra extrahirt, mit Natron ausgefällt und getrocknet. Dieses Gemisch bildet ein weiss- gelbliches trocknes bitteres Pulver. In Holland wird es viel angewendet. Dieses Präparat ersetzt auch das sogenannte Pscudo-Chinin. CWnetum (fyiinetum) snlfnricum ist das mit schwefelsaurem Wasser aus der Rinde der Javanischen Cinchona succirubra extraliirte, mit Natron gefällte und dann mit Schwefelsäure saturirte und eingetrocknete Alkaloidgemisch. Zur Prüfung des Chinets und ähnlicher Präparate auf gute Beschaffenheit genügen nach Hager: 1) die vollsändige Löslichkeit in 7 Th. Chloroform von 1,494 spec. Gew. 280 Chininum. Chinetuin. Ein sehr gutes Präparat bedarf selbst nur 6 Th. Chloroform. — 2) Ein Gehalt von mindestens 95 Proc. Alkalo'id. Man löst 0,5 des Chinets in 20 CC. Wasser und 10 CC. verdünnter Schwefelsäure und versetzt die Lösung mit 120 CC. einer bei gewöhnlicher Zimmertemperatur gesättigten wässrigen Pikrinsäurelösung. Sollte sich der Niederschlag nicht schnell absetzen und die über demselben befindliche Flüssigkeit sehr trübe sein, so setzt man noch 5 CC. verdünnte Schwefelsäure, auch wohl noch 20 CC. Pikrinsäurelösung zu. Die Fällung ist immer nur eine vollständige bei Gegenwart einer genügenden Menge freier Schwefelsäure und überschüssiger Pikrinsäure. Der Niederschlag setzt sich bald ab und die darüberstehende Flüssigkeit ist klar oder fast klar. Nach einer Stunde sammelt man den Niederschlag in einem Trichter, der mit einem Glaswollenbäuschchen geschlossen ist, wäscht ihn hier mit kaltem Wasser nach, bis die abtropfende Flüssigkeit die zuerst abgelaufene zu trüben beginnt. Den Niederschlag entwässert man durch Drücken zwischen Fliesspapier einigermassen und trocknet ihn in einer Wärme, welche 40° C. nicht überschreiten darf. Aus 1,0 eines tadellosen Chinets müssten mindestens 2,0 Pikrinat erlangt werden. Ein Chinet aus der Handlung von Gehe & Co. ergab 2,3 Pikrinat. Ein von de Vru besprochenes Präparat hatte kaum den halben Werth des Deutschen Präparats. E. de Vru giebt zur Prüfung des Chinets (im Journ. de Ph. et de Ch.) eine Anweisung, hat aber die Löslichkeit in Chloroform ganz unbeachtet gelassen, obgleich die nicht vollständige Löslichkeit in dieser Flüssigkeit auf einen überwiegenden Gehalt an Cinchonin hindeutet. De Vru betont die völlige Löslichkeit in Weingeist, welcher aber auch etwa beigemischtes Cinchonin lösen würde. Mau soll nach de Vru ferner 3,1 des Chinets mit 10 CC. Normal-Salzsäure über- giessen und maceriren. Es muss Lösung erfolgen, welche selbst noch eine alkalische Reaction wahrnehmen lässt. Wäre sie sauer, so macht man sie mit etwas Aetznatronlösung neutral und versetzt sie mit 2,0 gepulvertem Seignette- salz (kryst. Kaliumnatriumtartrat), dampft im Wasserbade fast zur Trockne ein, nimmt den Rückstand mit 60 CC. Wasser auf, erhitzt bis zur Temperatur des Wasserbades und stellt zum Erkalten bei Seite. Der Niederschlag wird gesammelt, mit einer massigen Menge Wasser ausgewaschen, durch Pressen zwischen Fliesspapier möglichst entfeuchtet, das Tartrat aus dem Filter genommen und in einem Schälchen im Wasserbade völlig trocken gemacht. Ein gutes Chinet soll mindestens 2,015, d. h. 65 Proc. Tartrat ausgeben. Die vom Tartratniederschlage gesammelte Mutterlauge dient nach DE VrU zum Nachweise der Abstammung des Chinets, ob dieses auch wirklich aus der Rinde der Cinchona succirubra hergestellt ist und nicht etwa ein entsprechendes künstliches Gemisch aus Cinchonidin und Cinchonin vorliegt. Man soll nämlich diese Mutterlauge mit Aetznatron versetzen und den daraus hervorgehenden Niederschlag nach dem Trocknen mit Aether behandeln, welcher nur das amorphe Alkalo'id (Sertürner's Chinoi'din) mit Spuren von Chinamin und Chinidin löst, während Cinchonin ungelöst bleibt. (1) Pilulae Chineti. Vp Chineti 5,0 Acidi muriatici diluti 7,5 Glycerinae 2,0 Tragacanthae 5,0 Kadicis Gentianae pulv. q. s. M. f. pilulae centum. Pulvere Cassiae cinnamomeae consperge. D. ad vitrum. (2) Pulreres cum Chineto. Vf Chineti 2,0 Acidi tartarici 1,C Sacchari lactia Sacchari albi ana 4,0. M. f. pulv. Divide in partes aequales de- cem (10). D. S. Dreistündlich ein Pulver zu nehmen. Chininum. Chinium (amorph.). Chinin, ferro-citric. 281 Kerner's übersichtliche Zusammenstellung der Charakteristik der vier hauptsächlichsten Chinaalkaloide. Drehen die Polarisationsebene nach Links. Bil- ( den in Wasser sehr schwer lösliche Monotartrate. Isomere Al- kalo'ide von der Formel: C20H24N2O2 _+ xTPO. Ihre Lösungen in Sauerstoff- sauren fluo- resciren blau. Die Lösungen ihrer Salze geben mit Chlorwasser und Ammon eine charakteristische Grünfär- l| ung. Die reiben Alkalofde bilden krystal- bnische Hydrate, welche v erwittern. . Chinin. In Aether leicht löslich. Seine meisten Salze sind weit schwerer löslich, als die entsprechenden Salze der übrigen Chinaalkaloide. Bildet einen in Alkohol schwer löslichen , charakteristischen ______ Herapathit. Chinidin. In Aether schwer löslich. Bildet ein in Wasser und Alkohol sehr schwer lösliches, krystallinisches Hydrojodat. Cinchonidin. In Aether sehr schwer löslich. Bildet derbe, grosse wasserhelle Kry- stalle als II y d r o c h 1 o r a t. Kommt in 2 Modifica- t i o n e n vor, die sich durch die Form der Sulfate unterscheiden. Cinchonin. In Aether am schwersten löslich. Wird aus massig verdünnten neutralen Lösungen durch KJ nicht gefällt. Das Hydrojodat ist in Alkohol leicht löslich. Isomere Al- kalo'ide von der Formel: C20H21N2O. Ihre sauren Lösungen fluo- resciren nicht und geben mit Chlor- wasser undAm- mon keine Grünfärbung. Diorei- nen AlkaloTde krystallisiren wasserfrei und verwittern daher nicht. Drehen dio Polarisationsebeno nach Rechts. Ihre Monotartrate sind in Wasser relativ leicht löslich. Chinium, Chininuin amorplmm, (juinium, ist eine dem Chinoldin nahestehende Substanz und bereits im Handbuch Bd. I, S. 840 als Chininum crudum aufgeführt. Moens fand in 100 Th. desselben 17,20 Chinin, 4,53 Chinidin, 7,90 Cin- Cfl onin, 1,10 Cinchonidin, 20,45 amorphe Chinabasen, 4,60 Chinovin, 1,05 un- or ganische Bestandtheile (Asche) und 15,83 Wasser. Diesem Präparat kann ohne Bedenken Chinoldin substituirt werden. Chininum chinicum, chinasaurcs Chinin, Chininchinat (C.2oIl24N.20 2 [C 7 H 12 0 6 ]., + 2H 2 0) wird entweder dargestellt durch Sättigung der Chinasäure mit frisch gefälltem Chiuinhydrat oder aus 100 Th. trocknem Baryumchinat und 85 Th. J-hininsulfat, welches in 1000 Th. destill. Wasser, versetzt mit 10 Th. conc. Schwefelsäure, gelöst ist. Das Baryumchinat wird mit Wasser zu einem dünnen pei angerührt nach und nach der Chininlösung zugesetzt. Enthält eine abfil- wirte Probe noch Baryt oder Sulfat gelöst, so ist noch eine entsprechende kleine Menge Chininsulfat oder Baryumchinat hinzuzusetzen. Das Filtrat, welches von Baryterde oder Sulfat frei sein muss, wird im Wasserbade eingedampft, bis zur Consistenz eines dicken Teiges gebracht, in Lamellen zerzupft und an einem lau- Jarmen Orte völlig ausgetrocknet und zerrieben. Audi streicht man die syrup- dicke Lösung auf Glastafeln aus und trocknet, aber immer am lauwarmen Orte, UI Q eine warzige Krystallbildung zu erzielen. Chininchinat bildet ein weissliches oder weisses, sehr bitter schmeckendes Pulver, löslich in 4 Th. Wasser, leicht löslich in Weingeist. Es ist von Collier zu hypodermatischen Injectionen empfohlen worden. Chininum citricum, Handb. Bd. I, S. 841, ist das basische Salz von neutraler «eaction. Ein Bericht über Constitution und Darstellung der Chinincitrate von Mandelin findet sich im Arch. der Pharm. 1879. Chininum ferro-citricum. Behufs Bestimmung des Chiningehaltes löst man in wenig warmem Wasser, setzt Barytwasser bis zur alkalischen Reaction hinzu, erwärmt kurze Zeit und filtrirt. Der auf dem Filtrum freiwillig getrocknete Rück- 282 Chininum. Ch. ferro-lactic, snlicylic. stand giebt an Aether das Chinin ab. Um auch auf Cinchonin zu prüfen kocht man den mit Aether extrahirten Rückstand mit Weingeist aus, dampft den Auszug ab, löst das als Rückstand verbleibende Alkaloid in möglichst wenig Essigsäure, fällt mit Amnion und prüft die Löslichkeit des abgeschiedenen Alkaloids in Aether, worin Cinchonin und auch die andern Alkaloid e nicht löslich sind (Flückiger's Chemie). Von F. W. Fletscher wurde folgendes Verfahren der Werthbestimmung empfohlen (pharm. Ztg.): Will man ein Citrat nicht nur auf seinen Gesammtgehalt an Alkaloiden, sondern auch auf die Reinheit des angewandten Chinins prüfen, so verfährt man nach dem Verf. wie folgt: 20 Gr. des Citrats werden in einer 100 CC. haltenden Flasche in 50 CC. dest. Wasser gelöst und der Lösung allmählich ein Ueberschuss von Ammoniak (0,960) unter jedesmaligem Umschütteln hinzugefügt. Letzteres ist wichtig, damit das Chinin im Zustande feiner Vertheilung sich abscheidet, da es sonst zu dicken, später schwer löslichen Klumpen sich zusammenballt. Hierauf werden 25 CC. gewaschener Aether zugesetzt und die Flüssigkeit so lange geschwenkt, bis das Alkaloid vollständig gelöst ist. Die Mixtur wird hierauf auf einen kleinen gläsernen Scheidetrichter gebracht und, nachdem die untere Schicht der Flüssigkeit in die Flasche zurückgelaufen ist, die ätherische Lösung in eine Platinschale von 100 CC. Inhalt gegeben. Die Flüssigkeit in der Flasche wird nochmals mit 20 CC. Aether behandelt und dann, wie vorhin erwähnt, verfahren. Die Operation wird hierauf noch ein drittes Mal wiederholt. Die Schale, welche die sämmtlichen ätherischen Lösungen enthält, wird hierauf in ein Gefäss mit Wasser gestellt und der Aether durch einen Luftstrom weggeblasen, wobei das Eintauchen des Gefässes in Wasser verhindern soll, dass der Aether sich an den Seiten ansetzt. Die Platinschale, welche nunmehr einen pastaartigen Rückstand enthält, wird hierauf im Luftbade ausgetrocknet und nach dem Erkalten bedeckt und gewogen. Das Gewicht, minus das der Kapsel und des Deckels, multiplicirt durch fünf, ist der Procentgehalt an Gesammtalkaloid. Das anhydrische Alkaloid wird hierauf durch Zusatz von Schwefelsäure in basisches Sulfat verwandelt. Aus der klaren Lösung scheidet beim Abkühlen eine kry- stallinische Masse aus, die durch Filtration abgeschieden wird. Ihr Gewicht, multiplicirt durch 1,18, repräsentirt ihren Werth als krystallisirtes Chininsulfat. In das Filtrat werden ungefähr 20 CC. gewaschener Aether und ein Ueberschuss von Ammoniak hinzugefügt, um das etwa vorhandene Cinchonidin nachzuweisen. Chininum ferro-lacticum, Chininnm Iacticnm martiatnra, Chinineisenlactat, ein Gemisch aus Chininlactat und Ferrilactat, entsprechend dem Chinineisencitrat. Es wird wie dieses aus 10,0 Chininhydrat, 5,0 oder der genügenden Monge Milchsäure, 80,0 Ferrilactat (Ferrum lacticum oxydatum in hellbraunen Lamellen) und der genügenden Menge Wasser gemischt, so dass eine syrup- dicke Flüssigkeit entsteht, welche auf Glastafeln ausgestrichen und am schattigen Orte getrocknet wird. Es bildet bitter-eisenhaft schmeckende braune Lamellen mit 10—11 Proc. Chiningehalt. Chininnm salicylicum, Chininsalicylat (2C 20 H 24 N 2 0 2 , C 7 H 6 0 3 + 2II 2 0> dargestellt durch Vermischen einer warmen Lösung von 40 Th. Chininhydio- chlorat in 600 Th. heissem destill. Wasser mit 14 Th. Salicylsäure, welche m einem Gemisch von 100 Th. destill. Wasser mit 17 Th. 10 proc. Aetaamnw» gelöst sind. Es erfolgt ein käsiger Niederschlag, welcher nach dem völligen ^ kalten in einem leinenen Colatorium gesammelt und dann in lauer Wärme getrocknet wird. Zu Pulver zerrieben wird er in wenig absolutem heissem we geist gelöst, die Lösung am warmen Orte zum Absetzen des Ammonsultats Chininum sulfoaethylicum. 283 Seite gestellt, durch Glaswolle filtrirt und nun an einem lauwarmen Orte der freiwilligen Verdunstung überlassen. Die zurückbleibenden Krystalle werden gesammelt und aufbewahrt. Ausbeute 44—45 Tb. Aus der Mutterlauge fällt man nach dem Ansäuern mit Schwefelsäure den Chininrest mit Gerbsäure. In Form leichter Krystalle wie das Chininsulfat erhält man das Chininsalicylat, wenn man 90 Th. Chininsulfat und 35 Th. Natronsalicylat mit 1200 kochendem destill. Wasser ttbergiesst, zum Aufkochen erhitzt und zur Krystalli- sation beiseite stellt. Die Krystalle werden mit kaltem Wasser abgewaschen. Das Chininsalicylat ist in 230 Th. Wasser und 20 Th. 90 proc. Weingeist löslich. Man wendet diese Verbindung bei typhösen Fiebern, Rheumatismus, Gicht etc. wie das Chininum sulfuricum an. So auch das Chininnm salicylicum aeidum, saures Chininsalicylat (C 20 H 24 N 2 O 2 ,C 7 H 6 O 3 ) wird in ähnlicher Weise wie das neutrale Salz aus 90 Th. Chininsulfat, gelöst in 400 Th. Wasser versetzt mit 10 Th. concentrirter Schwefelsäure und 70 Th. Natronsalicylat. Chininum snlfovinicum, Bd. I, S. 844 des Handbuches ist einzufügen: Chininum sulfo-aethylicum, iithylschwefelsaurcs Chinin, Chininathylsulfat (C 20 H 24 N 2 O 2 ,SH[C 2 H 5 ]O 4 = 450) wird durch Doppelzersetzung aus 100 Th. saurem Chininsulfat und 35,7 Th. trocknem oder 39 Th. krystall. Baryum- äthylsulfat dargestellt. Baryum- und Chininsalz werden in der geringsten Menge heissen Weingeistes gelöst und gemischt, ein Ueberschuss des einen oder des anderen Salzes ausgeglichen, das Filtrat durch Abdampfen bei gelinder Wärme eingetrocknet und der Rückstand ausgetrocknet. Ausbeute circa 100 Th. Das Chininäthylsulfat enthält 72 Proc. trocknes Chinin und bildet ein weisses krystallinisches, sehr bitteres, in gleichviel Wasser, leicht in Weingeist, nicht in Aetlier lösliches Pulver. Die wässrige Lösung ist nicht fluorescirend und reagirt schwach alkalisch. Dieses in Wasser sehr leicht lösliche Salz ist von Jaillard zu hypoder- oiatischen und auch anderen Injectionen empfohlen worden und sollen aus der hypodermatischen Anwendung die örtlichen Nachwirkungen nicht eintreten, insofern es sich gegen die Albuminkörper und das organische Gewebe indifferent v erhält. (1) C'iiiiiolialsaiiinin Gosselini. Quinobaume de Gosselin. ^ Resinae balsami Copaivae 50,0 Chinini puri 2,0. Chininum bene exsiccatum solve in Spiritus Vini copia parva, tum adderesinam. Lern calore fiat massa. Wird zu Pillen geformt gegen Gonorrhoe angewendet. (2) Oleum Jecoris Aselli chininatum. Chinin-Leberthran. r- Chinini puri 2,0. Solve leni calore in Spiritus Vini absoluti 6,0. Tum adde Olei Jecoris Aselli flavidi 300,0 antea calefacta. Inter agitationem nrix- turam in vas planiusculum infusam cale- fac, donec Spiritus avolaverit vel liquor refrigeratus limpidus appareat. (3) Yinuin Chinini. IV: Chinini puri 5,0. Solve in Spiritus Vini 50,0. Tum admisce Vini generosi albi 1000,0. 284 Chininum hydrochloricum, - ureato - hydroohlorio. Chininum hydrocliloricum. Zur Prüfung des Chininhydrochlorats nach der Hesse' sehen Chininprobe werden 0,5 dieses Salzes mit 0,25 krystallisirtem Natriumsulfat (Glaubersalz) und 10 CO. Wasser von 60 bis 62° C. geschüttelt, davon nach dem Erkalten 5 GC. in das Chinometer hineinfiltrirt etc. (vergl. S. 289). Die Prüfung dieses Salzes auf Verunreinigung mit Chinidin, Cinchonidin, sowie mit Salicin, Salicylsäure, Morphinsalzen lässt sich einfach durch folgendes Verfahren den für Chininsulfat geltenden Proben Kerner's (Handb. Bd. I, S. 849) und Hager' s (Ergänz.-Bd. S. 287) anpassen. In einem Glaskölbchen löst man 2,25 g des Chininhydrochlorats in 25 CC. kochend heissem Wasser, versetzt die Lösung alsdann mit 10g kryst. zerriebenem Natriumsulfat, schüttelt wiederholt kräftig um und bringt die Temperatur der Mischung auf 14—15° C. Nach Verlauf einer Stunde wird riltrirt und von dem Filtrate zur KERNER'schen Probe genau 6 CC; zu den HAGEit'schen Proben je 5 CC, verdünnt mit 1 CC. Wasser, verwendet. Chininum bihydrochloricnm, Chininum bishydrochloratum, Chininum bimuri- aticum, saures salzsaures Chinin, ein Gemisch von Chininhydrochlorat mit einem gleichen Aequivalent Salzsäure. Es bildet weisse Massen, welche man erlangt, wenn man 400 Th. kryst. Chininhydrochlorat genau mit 100 Th. Salzsäure von 1,181 spec. Gew. (also mit 36,5 Proc. Chlorwasserstoff) mischt und über Aetzkalk im geschlossenen Räume austrocknet. Es ist dieses Gemisch zu subcutanen In- jeetionen empfohlen. Für diesen Zweck dürfte die Darstellung ex tempore jeder Zeit ausreichen. Man giebt in einen Glaskolben 10 g des officinellen Chininhydrochlorats, dann 3 g destill. Wasser und 3,6 g Salzsäure von 1,124 spec. Gew. oder 7,3 g verdünnte Salzsäure von 1,061 spec. Gew. und dann so viel Wasser, dass das Gewicht der Mischung 20 g beträgt, endlich erwärmt man auf circa 50° C Sollte beim Stehen der Lösung eine Ausscheidung stattfinden, so genügt eine laue Wärme zur Wiederlösung, lg enthält 0,5 g neutrales Chininhydrochlorat. Chininum ureato- h yd rochloricum, Chininum bimuriaticum carbamidatum, Hydrochloras Chinini et Ureae, Chininharnstoffhydrochlorat, eine Doppelverbindung des Chininhydrochlorats mit Harnstoffhydrochlorat, 69 Proc. Chinin enthaltend. Darstellung. 400 Th. Chininhydrochlorat werden in 300 verd. Salzsäure (1,061 spec. Gew.) gelöst, mit 60—61 Th. völlig reinem Harnstoff versetzt, bis zur Lösung erwärmt, durch Glaswolle filtrirt und zur Kry- stallisation beiseite gestellt. (Den Harnstoff reinigt man nöthigen Falles durch Umkrystallisiren aus 95 Proc. Alkohol oder aus absolutem, falls der Harnstoff feucht ist.) Die nach 24 Stunden gebildeten Krystalle bringt man auf einen Trichter, lässt abtropfen, wäscht mit destillirtem, möglichst kaltem Wasser nach, breitet sie auf flachen Tellern aus und trocknet bei Zimmertemperatur. Die Mutterlauge wird eingedampft (die Verbindung des Chinins mit Harnstoff erleidet in wässriger Lösung beim Kochen keine Zersetzung oder Farbenveränderung, auch ist das Sonnenlicht ohne Einfluss auf eine concentrirte Lösung) und wiederum zur Krystallisation hingestellt. Die letzte, braungefärbte Mutterlauge ttberlässt man in einer Schale der freiwilligen Verdunstung, wobei alles Chinin allmählich herauskrystallisirt und entfernt werden kann; was nun hinterbleibt, stellt eine dickliche, braunem Syrup ähnliche Masse dar, die keine Krystalle mehr aussondert, selbst bei —18° nicht gefriert und fast vollständig aus einem neuen Alkalose! — Cinchonichin — besteht (Drygin). Nach Kakl Jaffe's Angaben ist Chininum ureato-hydrochloricum. — Chininum sulfuricum. 285 dieses Cliininsalz hygroskopisch und soll die wässrige Lösung sich bald an der Luft bräunen. Eigenschaften. Das Chininum bimuriaticum carbamidatum krystallisirt aus heissen Lösungen in harten, weissen, zusammenhängenden, vierseitigen Prismen. Bei freiwilligem Verdunsten einer concentrirten Lösung entstehen sehr grosse, häufig durch die ganze Schale sich erstreckende, durchsichtige Prismen. Das Salz löst sich bei gewöhnlicher Temperatur in seinem gleichen Gewicht Wasser, e ine etwas dickflüssige, am Licht sich nicht verändernde Flüssigkeit von strohgelber Farbe bildend. Während des Auflösens findet eine bedeutende Temperaturerniedrigung statt. Es ist nicht hygroskopisch und verwittert nicht, nur beim Erwärmen werden die Krystalle trübe und gelblich. Bei 70—75° schmelzen sie unter Verlust von 10 Proc. Wasser zu einer gelblichen Flüssigkeit, welche nach dem Erkalten zu einer gelblichen Masse erstarrt. Lässt man die Masse an der Luft stehen, so zieht sie nach einigen Tagen die ganze Menge des verloren gegangenen Wassers an und wird wieder weiss. Löst man das geschmolzene Salz in Wasser, so lässt Cs sich vollständig in Krystallen wieder gewinnen. Auch in Weingeist ist es wslich und wird durch Aether aus dieser Lösung ein, wie es scheint, zum Theil zersetztes Salz ausgefällt (Duygin).*) Anwendung. Die therapeutischen Versuche mit diesem Chininsalze haben gute ■Resultate ergeben, doch dürfte die geringe Dauer seiner wässrigen Lösung seinem Verbrauch hindernd entgegentreten. Im Hamburger Hospital wurden 50 proc. Lösungen zu subcutanen Injectionen angewendet (unter die Rückenhaut 1—3 Pra- vazspritzen). Die locale Reaction bestand in einem brennenden, 1—2 Stunden •lauernden Schmerz, welcher sich nach Bleiwasserumschlägen bald legte. Die ■Webenwirkungen des Chinins treten nur im mildesten Grade auf. Die subcutane Anwendung empfiehlt sich besonders bei gleichzeitiger Dyspepsie und gastrischen fuständen. Endlich ist damit, wie versichert wird, eine Ersparung verbunden, ^sofern halb so grosse Dosen, wie solche vom Chininsulfat üblich sind, den Heilzweck erreichen lassen sollen. Chininum sulfuricum. Der Wassergehalt des neutralen Chininsulfats von der Formel (C 20 H 24 N 2 O 2 ) 2y b V« H 2 + 8H 2 0 beträgt 16,6 Proc, mit 7,5 H 2 0 Krystallwasser 15,8 Proc, »»t 7H 2 0 14,45 Proc. Das im Handel vorkommende Salz hält meist 14,5— 15>5 Proc. Wasser. Eine Beschwerung mit Wasser würde nur in den unteren schichten des gekauften Quantums anzunehmen sein. Zur Prüfung auf den Wassergehalt ist deshalb eine Durchmischung des ganzen Quantums nothwendig. *>0g des Salzes muss nach dem Austrocknen im Wasserbade mindestens 0,834g Rückstand ergeben. Ein grösserer Eintrocknungvcrlust deutet auf eine Anfeuch- tun g. In der Wärme des Wasserbades wird die Austrocknung perfect, nur erfordert sie mehrere Stunden. Am besten ist es, das Chininsalz in eine so grosse . , *) Cinchonichin nennt Drygin ein von ihm in der Mutterlauge des in Rede stehenden Salzes aufgefundenes AlkaloTd. Es ist in Aether schwer, in Chloroform 'eicht löslich. Aus der weingeistigen Lösung wird es durch Wasser ralorm kleiner glänzender Tafeln gefällt. Das neutrale Sulfat ist sehr schwer in Wasser löslich, ^inchonichin hält Farbstoffe energisch zurück. Auch in Chimnsalzen will Drygin dieses Alkaloi'd angetroffen haben. (Vergl. Jahresbericht über die Fortschritte der Pharmacognosie, Pharmacie und Toxicologie von Dragendorff, 13. Jahrgang 1878. Cottingen 1879, S. 477 etc.) 286 Chininum sulfuricum. Prüfung. Kapsel aus Schreibpapier einzuschliessen, dass die Dicke der Schicht circa 3 mm beträgt, und seine Austrocknung einen Tag hindurch zu bewirken. Das Chininsulfat, welches in Weissblechgefässen aufbewahrt wird oder darin lagert, erleidet stets einen Verlust an Krystallwasser. Man kann diesen Verlust pro Kilog. des Chininsulfats bei einer Temperatur von 15—20° C. im Verlaufe eines Monats auf 1 g veranschlagen. "Weissblech hält eine Abdunstung des Wassers sehr zurück, verhindert sie aber nicht. In wässrigen Chininlösungen, welche der Einwirkung des Sonnenlichtes ausgesetzt sind, ensteht unter bräunlicher Färbung der Flüssigkeit Chiniretin, eine dem Chinin isomere, nicht alkalo'idische Substanz. Sie ist unlöslich in Weingeist, Aether, Wasser, wohl aber in Säuren, ohne dieselben zu neutralisiren. Die salzsaure Lösung ist braun, von bitterem Geschmack. Gerbsäure fällt nicht, wohl aber Kaliummercurijodid, so auch Natriumchlorid, Ammoniumchlorid (Flockiger). Pharm. Centralh. 1878, S. 376. Geschmackscorrigentien des Chinins sind Kaffee, Chloroform, Zimmt, Süssholz. Batterbury hat gefunden, dass Milch am besten den bitteren Geschmack verdeckt. 0,3 g Chininsulfat in einem Trinkglase Milch schmeckt kaum bitter. Dass sich Chininsulfat bei Diphtheritis vor allen anderen Mitteln als das beste und sicherste Heilmittel erwiesen hat, wird von allen Seiton bestätigt. Die im Handbuche Bd. I, S. 849 angegebene KERNER'sche oder Ammoniakprobe, welche 1—2 Proc. Cinchonidinsulfat übersehen lässt, hat ihr Autor verbessert und sie behufs des Nachweises und der Bestimmung des Cinchonidin- sulfats in die Form einer Titrirung eingekleidet (Arch. der Pharm. 1880, Märzheft). Zur Probe gehört ein Glascylinder, ein Maassinstrument für die 10 proc. Aetzammonflüssigkeit mit Theilungen, welche bis zu 1 / 20 CC. angeben. 5 g des Sulfats werden mit dem kalten Wasser im Mörser angerieben und in ein Stöpselglas mit so viel Wasser eingefüllt, dass dieses 50 CC. beträgt. Die Mischung soll 12—18 Stunden unter öfterem Schütteln beiseite stehen (Kerner sagt ohne Erwärmen 12—18 Stunden digeriren). Man bringt nun von dem filtrirten wässrigen Chininsalzauszuge 5 CC. in einen in mindestens i / l0 CC. getheilten und 10 CC. fassenden Cylinder, setzt Ammoniakflüssigkeit von 0,92 spec. Gew. zunächst nur 3 CC. zu und schwenkt um. Das Gemisch wird in den meisten Fällen noch stark trübe sein. Es wird nun weiter in kleinen Portionen Ammoniak, zuletzt tropfenweise zugesetzt, bis die Endreaction (vollkommene Klarheit) eintritt. Der Verbrauch an Ammoniak für 5 CC. Chininsalzlösung wird dircct abgelesen. Nimmt man für einen Verbrauch von 5 CC. Am- moniakliquor auf 5 CC. Chininsalzlösung rund 1 Proc. Cinchonidinsulfat an, eine vollkommene Klarheit bei 3 CC. Ammoniakliquor gleich OProc, so lässt sich aus der vorhandenen Anzahl CC. Ammoniak (zwischen 30 /io und 50 /io CC.) annähernd die kleine in ^/^ Procenten sich bewegende Menge Cinchonidinsulfat abschätzen. Jedenfalls aber lassen sich in dieser Weise durch parallel laufende Versuche unter ganz gleichen Verhältnissen verschiedene Chininsulfate sehr scharf prüfen. Die Ammoniakzusätze sind in Zwischenräumen von circa 10 Secunden zu machen. Werden 5 g Chininsulfat mit 50 CC. Wasser verrieben und gemischt, dann filtrirt, so beträgt das Filtrat circa 40 CC, ist also ausreichend den Versuch 4—5 mal zu wiederholen und aus den Resultaten die Durchschnittszahl als die zutreffende anzusehen. 0,288 CC. oder rund 3 /io CC. Ammoniakliquor von 0,920 spec. Gew. entsprechen einem Milligramm kryst. Cinchonidinsulfat oder 0,1 Proc. dieses Salzes im Chininsulfat. Bei mehr als 1,5 Proc. des Cincho- nidinsulfatgehaltes im Chininsulfat wäre diese Prüfungsmethode nicht anwendbar. Ehe diese neue Ammoniakprobe bekannt wurde, hatte Hager folgendes Ver- Chininum sulfuricum. Prüfung. 287 fahren eingeschlagen, welches er stets der alten KöRNEn'schen Ammoniakprobe folgen Hess und ihm oft da noch Verunreinigungen anzeigte, wo die Ammoniakprobe das Chininsulfat als ein reines erkennen liess. Da sich diese Probe mit der KERNER'schen Ammoniakprobe verschwistern lässt und sie kurz und umstandslos J st, so glaubt Hager sie seinen Fachgenossen empfehlen zu müssen. Man schüttele 2,5 g des neutralen Chininsulfats mit 25 CC. Wasser von 15° C, macerire 15 Minuten, schüttele wieder um und filtrire. So erhält man circa 20 CC. Filtrat, von welchem 5 CC. für die KERNER'sche Ammoniakprobe, dann aber 4—5 CC. für die folgende Kaliumjodid- und 4—5 CC. für die Kaliumtartrat- Probe, der Rest für die Prüfung auf Morphin, Salicin, Salicylsäure etc. zu verbrauchen sind. Also je 4—5 CC. des Filtrata versetzt man: 1) mit 5 Tropfen Kaliumjodidlösung (1:20). Bei reinem Chininsulfat erfolgt eine äusserst geringe, opalescirende Trübung oder bei einem ziemlich reinen, nur Spuren Chinidin enthaltenden Chininsulfat eine die Durchsichtigkeit der 1 Ctm. dicken Flüssigkeitssäule nicht völlig aufhebende Trübung, bei grösserem Chinidingehalt aber eine Fällung. 2) mit circa 2 CC. einer Kaliumtartratlösung (1 : 5). Bei reinem Chininsulfat erfolgt keine Veränderung, bei einem Cinchonidin enthaltenden Chininsulfat entsteht sofort oder im Verlaufe von 15 Minuten ein körnig krystallinischer Niederschlag, welcher sich zum Theil an die Gefässwandung, dieselbe trübend, a nsetzt. Kleine nadeiförmige Krystalle, welche etwa bei niedriger Temperatur entstehen, sind nicht Cinchonidinsalz. Sowohl die Kerner' sehe Ammoniakprobe wie die beiden vorstehenden Proben beruhen auf dem Lösungsverhältniss der Chinaalkaloidsulfate in Wasser von + 150 C. Diesen drei Proben, ausgezeichnet durch Bündigkeit und leichte Ausübung, entgeht keine der in Rede stehenden Verunreinigungen. 100 CC. Wasser von 1 Th. Chinaalkaloidsulfat 15° C. lösen ist löslich in Wasser 0,133 g 750 Th. 1,000,, 100 „ 1,111,, 90 „ 1,429,, (-2 g) 70 „ Wesentlich ist, will man die Annahme des Chininsalzes verweigern, die Bestimmung der Nicht-Chininalkalo'ide, wenn eine der drei angegebenen Reactionen solche anzeigte. Eine bis zu 1 Proc. reichende Verunreiniguug sollte wohl als e me sogenannte unvermeidliche und daher zulässige erachtet werden. Die genauere Bestimmung, welche dem pharmaceutischen Bedürfniss genügt und leicht ausführbar ist, geschieht in folgender Weise: Man entnimmt von dem wohl durchmischtem Chininsulfat 2 g, übergiesst mit -00 CC. Wasser von 15° C, schüttelt kräftig durcheinander, lässt 20 Minuten stehen und schüttelt dann nochmals eine Minute und filtrirt, das Filtrum nachwaschend, so dass das Filtrat genau 200 CC. beträgt. Das Filtrum ist ein tarirtes, vor seiner Anwendung ausgetrocknet und dann gewogen. Es wird mit seinem Inhalt in ein Porzellanschälchen gegeben anfangs bei geringer Wärme, dann 1D » Wasserbade vollständig ausgetrocknet und sein Gewicht bestimmt. Das Filtrat wird mit 6 CC. verdünnter Schwefelsäure (1 : 5) sauer gemacht und mittelst einer kaltgesättigten Pikrinsäurelösung im Ueberschuss versetzt, der Niederschlag mit einer genügenden Menge Wasser (vergl. unten) gewaschen, getrocknet und gewogen. Reines Chininsulfat giebt an 200 CC. Schüttelwasser von 15° C. höchstens 0,27 g ab, und 0,27 g Chininsulfat geben 0,473 g Pikrinat. Lässt man 0,274 g Chininsulfat oder 0,48 g Chininpikrinat als äusserste Grenze gelten, so gehört Chininsulfat Chinidinsulfat . Cinchonidinsulfat Cinchoninsulfat 288 Chininum sulfuricurn. Prüfung. das darüber hinausgehende Quantum Pikrinat den Nicht-Chininalkaloidsulfaten an. Dieses Uebergewicht mit 1,9 dividirt ergiebt das durchschnittliche Quantum kry- stallisirten Nicht-Chininalkalo'idsulfats in 2 g Chininsulfat. Das Auswaschen des Alkalo'idpikrinats mittelst Spritzflasche geschieht genau so weit, bis das Abtropfende das Piltrat zu trüben beginnt, ein Zeichen, dass sich Alkaloidpikrinat, welches in schwefelsaurem Wasser nicht löslich ist, im Wasser zu lösen anfängt. Sobald also das Abtropfende in das Filtrat niederfallend eine Trübung bewirkt, ist das Auswaschen sofort abzubrechen. Das Filter mit Inhalt wird zuerst durch sanftes Drücken zwischen Fliesspapier so weit als möglich vom Wasser befreit, hierauf in einer Wärme von 30—35° trocken gemacht, dann in ein kleines flaches tarirtes Schälchen gegeben und in einer stärkeren Wärme (40—80°) ausgetrocknet. Hätte man nicht schon den Wassergehalt des Chininsulfats bestimmt, so trocknet man 1 g desselben Chininsulfats, aus dem wohldurchschüttelten Chininsalz- Vorrath entnommen, in der Wärme des Wasserbades aus. Damit sind die Hauptactionen der Untersuchung abgeschlossen und man schreitet zu der Berechnung, welche durch folgendes Beispiel erläutert wird. lg einer als reines (!) Chininsulfat gekauften Waare verlor in der Wärme des Wasserbades 14,2 Proc. Wasser. Der Gehalt an wasserleerem Sulfat betrug also 85,8 Proc. 2 g desselben Chininsulfats mit 200 CC. Wasser ausgeschüttelt gaben an dieses so viel Alkaloi'dsulfat ab, dass 0,9 g Pikrinat gesammelt wurden. Von diesen 0,9 g Pikrinat .gehören (0,9—0,48 =) 0,42 g den Nicht-Chininalkaloi'den an, und 0,42 g Pikrinat entsprechen annähernd (0,42 :1,9 =) 0,222 g krystalli- sirten Nicht-Chininalkaloi'dsulfat. Das untersuchte Chininsulfat enthielt also 11,111 Proc. kryst. China-Alkaloidsulfat, welches nicht Chininsulfat ist, und berechnet nur 88,889 Proc. reines krystallisirtes Chininsulfat. Der nach dem Ausschütteln verbleibende Chininsulfatrest aus 2 g ergab ausgetrocknet 1,29 g, welche (85,8 : 100 = 1,29 : x =) 1,503 g krystallisirtem Sulfat entsprechen. Dieser Menge sind 0,274 g krystall. Sulfat, welches vom Wasser gelöst wurde, zuzuzählen (1,503 + 0,274 = 1,777). Aus dieser Bestimmung berechnete sich also ein Gehalt an krystallisirtem Chininsulfat von 88,89 Proc. Somit decken sich die Resultate aus beiden Analysen. In sechs anderen gleichen Untersuchungen lief die Bestimmung oder Berechnung nicht so glatt ab und im Procentsatze der Menge Chininsulfat ergaben sich Differenzen, welche sich zwischen 0,01 und 0,2 bewegten. Sie sind erklärlich aus der grösseren Löslichkeit des Chininsulfats bei grösserem Gehalt an Chinidin- und Cinchonidinsalz und aus dem Maasse der Austrocknung. Cinchonidinsulfat z. B. erfordert 120° zur völligen Austrocknung. Diese Differenzen sind wohl unerheblich gegenüber der leichten Ausführung der Bestimmung. Es ist nicht zu tibersehen, dass diese Bestimmungsweise eine pharmaceutischo und nur anwendbar ist, wenn der Nicht-Chininalkaloidsulfatgehalt 50 Proc. nicht übersteigt. Ein solcher Fall dürfte wohl nicht vorkommen, es läge denn eine Verwechselung oder Unterschiebung vor. Von 7 Proben Chininsalz erwiesen sich nur eine als völlig rein, drei als ziemlich und drei als sehr unrein und konnten in der einen Probe bis zu 16 Proc. Nichtchinin-Alkalo'idsulfat nachgewiesen werden. Dieses Präparat sollte aus Frankreich gekommen sein. Jedenfalls mahnen diese Beispiele, die Untersuchung nie zu unterlassen, selbst wenn das Präparat aus sicherer Hand bezogen wird, denn auch der brave Drogist ist vor Betrug nicht geschützt. Will man nur das ungefähre Veihältniss der verunreinigenden Alkaloid- sulfate erforschen, so zerreibt man das Pikrinat und übergiesst es mit genau der Chininum sulfuricum. 289 20 fachen Menge 90proc. Weingeist. Dieser löst nur das Chinin- und Chinidin- pikrinat, die anderen Pikrinate aber nicht. Eine Verfälschung mit Salicylsäure hat Pkateri angetroffen und ist auch von anderer Seite erwähnt. Eine Durchmischung damit ist wohl ausgeschlossen, vielmehr wird der Fälscher eine Durchschichtung versuchen. Es ist behufs Prüfung eine Durchschüttelung der angekauften Chininsalzmenge erforderlich, ehe man 0,5 g davon nimmt und mit 10 CC. Wasser und 5 CC. verdünnter Schwefelsäure durchschüttelt. Salicylsäure wird sich nicht lösen, wenn sie in reichlicher Menge vertreten ist. Einige CC. dieser Flüssigkeit mit einigen Tropfen Ferrichlorid- flüssigkeit versetzt wird nicht ermangeln, eine violette Färbung anzunehmen. Um eine quantitative Bestimmung zu ermöglichen, muss der ganze Chininsalzvorrath durch Reiben im Mörser durchmischt werden. Circa 10 g von der Masse werden mit nasser, dann mit 6g Aetznatronlauge (1,333 spec. Gew.) durchmischt, mit "asser verdünnt, filtrirt, das Filtrum nachgewaschen, das Filtrat mit Schwefel- s äure übersättigt, die abgeschiedene Salicylsäure gesammelt, gewaschen und getrocknet. Der im Waschwasser und der Fällungsflüssigkeit in Lösung gebliebene Theil der Salicylsäure ist noch extra zu bestimmen, oder diese Flüssigkeiten werben durch Abdampfen concentrirt und erkalten gelassen, um auf diese Weise den palieylsäurerest abzuscheiden. Das abgeschiedene Chininhydrat ist auszuwaschen und ] o einer Wärme bis zu 100° C. zu trocknen. Es muss mindestens 7,4 g oder •4 Proc. betragen, wenn ein reines Chininsulfat vorlag. Chininprobe, 0. HESSE'sche. Von 0. Hesse (in Feuerbach) wurde im Archiv Jj er Pharm. 1878 eine neue Chininprobe veröffentlicht. Wenn sie auch nicht em Chemiker genügt, so ist sie für den praktischen Pharmaceuten und den r °guisten eine ausreichende und desshalb eine recht praktische. Das Gefäss, von Hesse Chinometer genannt, ist ein Reagircylinder mit stark »larker Wandung, so JJer Cylinder ist circ ihn W dass es mit einem Kork dicht geschlossen werden kann. circa 12 Ctm. lang und 1 Ctm. weit. Aussen versieht man mit zwei Diamantstrichen. Die eine Marke A giebt das Niveau von 5 CC. . , asser an und die zweite B von 1 CC. Aether über dem Wasser. Das Verehren für die Probe ist: 50 v an ^' e " )t * n e ' Den we ' ten Reagircylinder 0,5 des Chininsulfats und 10 CC. 10 vr 6 °° C ' warme8 Wasser und schüttelt einige Male kräftig um. Nach M Minuten werden von der erkalteten Flüssigkeit in das Chinometer bis zur ™ ark e A, also 5 CC, filtrirt, darauf Aether bis zur Marke B, also 1 CC, aufgegossen und dann noch 5 Tropfen der officinellen Aetzammonflüssigkeit (mittelst eines Tropfglases) dazugegeben. Nach Verkorkung des Chinometers wird einige , ale sanft geschüttelt und dann 2 Stunden beiseite gestellt. — Nach dieser Zeit a £i die Aethersehicht mittelst der Loupe keine Krystalle wahrnehmen lassen. — Ist also die Aethersehicht von Krystallen frei, so kann as Chininsalz immer noch bis zu 0,25 Proc. Cinchoninsulfat, oder bis 0,5 Proc. hini,i mgulfat (Conchininsulfat) oder gegen 1 Proc. Homocinchonidin- und Cincho- . nsulfat enthalten. Wäre mehr denn diese Mengen fremder Alkaloide im Chi- mnsalze gegenwärtig, so bilden sich Krystalle in der Aethersehicht, körnige bei Anwesenheit von Homocinchonidin und Cinchonidin, concentrisch gruppirte Nadeln . ei Anwesenheit von Cinchonin und Chinidin. Je grösser die Verunreinigung st > um so schneller bilden sich die krystallinischen Ausscheidungen. — Zeigt ® lc h nach zwei Stunden die Aethersehicht von Krystallen frei, so lockert man j* en Kork, so dass der Aether einer langsamen Abdunstung ausgesetzt ist. Bei ">o Proc. Cinchonidin- und Homocinchonidinsulfatgehalt bemerkt man dann noch e 'nen deutlich krystallinischen Rückstand, bei Spuren davon wenige Krystalle in H »ger, Phsrra. Praxis. Snppl. jg H 290 Chininum sulfuricum. der aus Chinin bestehenden amorphen Masse, bei völliger Abwesenheit jener beiden Alkalo'ide einen rein amorphen Rückstand. — Beträgt der Gehalt 0,5 Proo. Cinchoninsulfat oder 1 Proc. Chinidinsulfat, so scheiden sich im Aether sofort nach dem Schütteln die entsprechenden Krystalle ab. — Die mikroskopische Prüfung auf Cinchonidin und Cinchonin siehe S. 272 und 310. Reinigung eines Chininsulfats von einem grösseren Gehalt an Sulfaten des Chinidins, Cinchonidins und Cinchonins geschieht in folgender Weise: Man giebt das Chininsalz in ein Deplacirgefäss, welches mit einer Leinwandscheibe geschlossen ist (durch Ueberbindon der unteren Oeffnung). Der dichte Verschluss wird mittelst einer Gummischeibe bewirkt (welche über die Leinwandscheibe hinweg gelegt ist und jederzeit entfernt werden kann). Man drückt das Chininsalz zusammen, bedeckt es mit einer Leinwandscheibe und begiesst mit kaltem destil- lirten Wasser bis zur vollständigen Durchtränkung. Nach einem Tage beginnt man mit der Verdrängung und setzt dieselbe langsam, jedes Rütteln des Gefässes vermeidend so lange fort, bis weder Kaliumjodid noch Kaliumtartrat eine Re- action ergiebt. Dann wird das Chininsalz unter Zusammendrücken möglichst vom Wasser befreit und endlich auf grossen flachen Porcellanschüsseln ausgebreitet und mit Leinwand bedeckt an einem Orte von 20—25° C. trocken gemacht. Das Waschwasser wird mit Essigsäure schwach angesäuert und mit Gerbsäure ausgefällt, um den Niederschlag für Handvcrkaufsartikel als Chinidin- tannat zu verbrauchen, oder man dampft das Waschwasser ein und macht aus dem Rückstande Chininum dulce oder ähnliche Präparate. Dass eine Reinigung in dieser Weise gelingt, hat Hager dreimal durch Versuch constatirt. Der Verlust an Chininsalz, welches in das Waschwasser überging, betrug bei einen Gehalt mit 5,5 Proc, Nichtchininalkalo'idsulfat 8,5 Proc, bei 2,23 Proc. Nichtchininalkalo'idsulfat 6,7 Proc, bei 11 Proc. Verunreinigung (Chinidin und Cinchonidin) aber 18 Procent. Die Temperatur während der Waschung hielt sich zwischen 18—21° C. " Unter Beachtung der Resultate dieser Reinigungsmethode dürfte sehr wohl ein total reines Chininsulfat zu erlangen sein, und dennoch ist das Chininsalz des Handels nur in seltenen Fällen reines Chininsalz. iy (1) Globuli Chinini saccharati MüENHICH. Chininkugeln nach Müennich. Chinini sulfurici Acidi tartarici ana 1,0 Aquae destillatae guttas 2. Mixtis adde. Sacchari albi 2,0 (—3,0). Fiat massa plastica, quae in partes aequales dividatur. Quaevis pars ad globulum formata et Saccharo lactis pulverato conspersa dispensetur. Diose Form dient, um grössere Dosen Chininsulfat auf einmal zu nehmen. Die Kugel wird auf die Zunge genommen und mit Wasser in den Speisekanal eingeführt. (2) Liquor Chinini aethylosnlfurici ad injectiones subcutanea». V/l Chinini aethylo-sulfurici 2,5. Solve in Aquae destillatae 3,5 Spiritus Vini diluti 1,5. Si opus fuerit, per lanam vitream funde. D. S. Zur subcutanen Injection. (D ie " selbe hat keine widerwärtigen örtlichen Nachwirkungen zur Folge.) (3) Mixtura antidiphtheritica Wiss. Vf Chinini sulfurci 0,5 (—0,6) Aquae destillatae 90,0 Acidi hydrochlorici guttas 5 Ammoni hydrochlorici 6,0 Syrupi Aurantii corticis 90,0. M. D. S. Zweistündlich einen Esslöffe' (Kinderlöffel) voll zu nehmen. (4) Pilulae febrifugac fortiores (Lewis). 15c Chinini sulfurici 2,0 Morphini muriatici 0,05 Chininum sulfuricum, tannicum. 291 Extracti Gentianae 5,0 Badicis Gentianae q. s. M. f. pilulae quadraginta (40). D. S. Am fieberfreien Tage Vormittags und Nachmittags je 4—5 Pillen zu nehmen (nach Lewis ist die febrifuge Wirkung des Chinins um das Doppelte gesteigert, wenn es mit Morphin verbunden gegeben wird). Grichtelixir, J. Gulielmo's (Landau) ist eine Lösung von 1,5 g Chininsulfat und °- Slli ~ terendum, donec massa olei instar effeeta fuerit. tisch™ « inroiben oei neuralgischen, gich- "3|nen Schmerzen. mÄ r l ich 2 ~ 3 Tropfen mit Aquavit ge- K,., A ei Schlaflosigkeit, Leibsohneiden, rfiiW P ' Ml S rän e. Im letzteren Falle zor- eiDt man auch zugleich einige Tropfen anpi. irn ' auf dcn Schläfen. Dies ist ucn zur Verhütung eines epileptischen Anblies anwendbar. (3) Chloralum camphoratum compositum. ^ 2? lora11 camphorati 20,0 Mixturae oleoso-balsamicae 80,0. M. D. S. Zum Einroiben (bei Neuralgien. Bei Migräne sind die" Schläfe und Stirn zu bereiben, einige Tropfen auf der Handfläche zu zertheilen und daran zu riechen). (4) Chloralnm morphinatum. Vf Morphini hydrochlorici 0,1 Chlorali hydrati 10,0. M. Divide in partes aequales decem (10). D. S. Abends vor dem Schlafengehen ein Pulver mit Zuckerwasser zu nehmen. (Soll sehr sedativ wirken.) (5) Emplastrnm Chloralo hydrato conspersum Soläki. ty- Cerati resinae Burgundicae q. v. Supra telam linteam extonsum apprimendo consperge Chlorali hydrati q. s., ut singuli contimetri quadrati emplastri circiter quindeeim centigrainniatis (0,15 g) obtecti sint.» Wird aufgelegt gegen Schmerzen iu Folge Erkältung, Neuralgie, Syphilis. Nach 24 Stunden entfernt man das Pflaster und sticht die Blase auf. Nach Heilung der Hautwunde soll der Schmerz verschwunden sein. (6) Emplatrum Chloralis hydrati. iy Chlorali hydrati 10,0. Terendo in pulverem redaeta solve di gerendo in 298 Chloralum hydratum. — Chloroformium. Cerae flavae 30,0 Sebi taurini 20,0 antea liquatis. Massam bacillum redige. refrigeratam in (7) Linimentum camphorato-sulfuratum. r- Chlorali hydrati Gamphorae Sulfuris praecipitati ana 10.0. M. D. S. Zum Bestreichen (bei Acne rosacea, Finnen im Gesicht). (8) linimentum Chlorali hydrati. IV Chlorali hydrati 10,0. In pulverem terendo redactis affunde Olei • Amygdalarum 50,0. Digere, interdum agitando, donec so- lutio effecta fuerit. D. S. Zum Einreiben der schmerzenden Stellen. (9) Liquor Chlorali hydrati ad injectiones subcutaneas. Vf Chlorali hydrati 5,0. Solve in Aquae bis destillatae 10,0. D. S. Zu 3—5 Einspritzungen. (10) Liquor Chlorali hydrati fortior BOKITANSKY. Liquor antidiphtheriticus cum Chloralo. r- Chlorali hydrati 10,0. Solve in Aquae destillatae 10,0. D. S. Drei- bis viermal halbstündlich einzupinseln (die diphtheritischen Belege in sehr hartnäckigen Fallen. Nach jeder Pinselung erfolgt intensive Salivation. Schmerz nach einigen Minuten cessirend). (11) Liquor Chlorali hydrati morphinatus ad injectiones subcutaneas. Chlorali hydrati 5,0 Morphin! hydrochlorici 0,05. Solve in Aquae bis destillatae 10,0. (12) Suppositoria cum Chloralo hydrato. No. I. Vf Chlorali hydrati 5,0. Terendo in pulverem redacta solve di- gerendo in Cerae flavae 5,0 Olei Cacao 15,0 antea liquatis. Liquor limpidus in modulos effundatur, ut quinque suppositoria fiant. No. IL ty Chlorali hydrati 10,0 Cerae flavae 7,5 Olei Cacao 12,5. Mixtio ut supra efficiatur. Fiant suppositoria quinque. (13) Suppositoria vnginalia cum Chloralo hydrato. IV Chlorali hydrati 20,0. Terendo in pulverem redacta solve dige- rendo in Cerae flavae Sebi taurini ana 20,0 Adipis suilli 30,0 antea liquatis. Massam refrigeratam >° quinque suppositoria cylindrica redige. (14) Unguentum Chlorali hydrati. r- Chlorali hydrati 10,0. Terendo in pulverem redacta digerend» solve in Adipis suilli 45,0 Cerae flavae 5,0 antea liquatis. Solutione peracta liqao- rem in ollam infunde, ut refrigescat. Die französische Vorschrift lässt Cera alba verwenden und ersetzt das Wachs zur Winterzeit durch Adeps. IV Chloralyde des Dr. Bahr Mitchell (Firma Butler & Crispe). Eine 50 proc- Lösung des Chloralhydrats in verdünntem Weingeist mit 2 Proc. Opium etc. (Vergi- Handb. Bd. 1 S. 862). _____ Chloroformium. Man hat wiederholt gegen das Englische Chloroform oder Chloral- Chloroform agirt, dass es nicht besser sei als das gewöhnliche oder officinelle Chloroform des Handels, sich ebenso zersetze wie dieses, selbst wenn e8 Weingeist enthalte und dergleichen mehr. Es steht nun aber fest, dass es das ■^^^^^^^^■H Chloroformium. 299 reinere ist, z. B. nicht Amylalkohol und andere Verunreinigungen enthält, und dass es zweitens mehr Weingeist enthält als das officinelle, wodurch aber seine Haltbarkeit gesichert bleibt. Uebrigens ist wohl zu beachten, dass es der Apotheker wegen des geringeren spec. Gewichtes nicht als „Chloroformium", ■^ohl aber als „Chloroformium Anglicum" vorräthig halten und führen darf. Dass ein Chloroform mit 1,5 — 2 Proc. Weingeist, wie es durch das Chloral-Chloroform repräsentirt wird, Wochen hindurch dem Tageslicht ausgesetzt werden kann, ohne zersetzt zu werden, wurde wiederholt versucht. Wenn es nach Beobachtung Anderer der Einwirkung des Tageslichtes nicht widerstand, so war es auch nicht aus Chloral dargestellt oder besser es enthielt nicht 1,5—2 Proc, sondern weit weniger Weingeist. Ein 0,5—1 Proc. Weingeist enthaltendes Chloroform unterliegt am schattigen Orte aufbewahrt nicht der Zersetzung und erst eine mehrtägige Einwirkung des directen Sonnenlichtes führt diese herbei und zwar bei dem 0,5 Proc. Weingeist enthaltenden eher als bei dem mit 1 Proc. Dem Arzte kann nur ein nicht zersetztes oder ein nicht in der Zersetzung begriffenes Chloroform erwünscht sein, und ein solches ist sicher das Chloral-Chloroform mit 1,5—2 Proc. Weingeistgehalt. Die Folgerung daraus jst> dass der vorsichtige Arzt so lange das Chloral-Chloroform in Gebrauch zieht, ™8 die officielle Pharmakopoe das weingeistarme Präparat fallen lässt und ein We mgeistreicheres officinell macht. Dass manches Chloral-Chloroform des Handels nicht dem Chloral entstammt, "arf m an n ; cü t übersehen. Man muss dieses Präparat stets aus sicherer Hand entnehmen. Andererseits unterliegt es keinem Zweifel, dass ein reines Chlorkalk- Chloroform mit 1,5 Proc. wasserfreiem Weingeist versetzt jederzeit das Chloral- 'Moroform ersetzt. Perles dfi Clertail sind Gelatine-Hohlkugelchen. Jedes derselben enthält circa ö Tropfen Chloroform. dagg Reinigung. Diese wird nach H. Werner am sichersten dadurch erreicht, man das Chloroform zunächst mit 1 j i seines Volumens Wasser durchschüttelt, om Wasser trennt, es mit völlig entwässertem Natriumcarbonat 24 Stunden ma- ei irt, dann docanthirt und der Rectification aus dem Wasserbade unterwirft, fuo nm das .) eil 'S« Destillat als reines Chloroform gesammelt wird, welches bei b4 C. (richtiger bei 62—64°) übergeht. Die Antheile Destillat, welche unter 62° und über 64» C. gesammelt werben, dürften durch Schütteln zuerst mit '/s Vol. reiner conc. Schwefelsäure, dann flurch Schütteln und Maceriren mit geglühtem Natriumcarbonat und folgender Rectification so weit gereinigt werden, dass sie zum äusserlichen Gebrauch und ZUr Analyse verwendbar sind. Das nach Werner's Anweisung gesammelte reine Chloroform ist mit 1 Proc. absolutem Weingeist zu versetzen, um es haltbar zu machen. Prüfung. Eine vollständige Vornahme der Prüfung wurde von J. Regnauld an gegeben, welche mit einigen Verbesserungen und Abänderungen folgt. 1. Bevor man das Chloroform zum Betäuben anwendet, ist ein Stück Fliess- Papier, welches wie eine Compresse zusammengefaltet ist, damit anzufeuchten, und nachdem der grösste Theil davon verdunstet ist, der Rest einzuathmen. Reines Chloroform besitzt bis zuletzt einen charakteristischen milden Geruch und hmterlässt dass Papier trocken und geruchlos; unreines hingegen, welches also a ls Anästheticum zu verwerfen ist, verbreitet einen unangenehmen, theils widrigen, theils reizenden Geruch, und das beinahe trockene Papier bleibt davon durchdrungen. 300 CMoroformium. 2. Das Chloroform muss neutral reagiren und darf durch Silbernitrat keine Trübung erleiden. Die Röthung des Lackmuspapieres und die Trübung durch das Silbersalz zeigen freie Salzsäure an. Würde neben dieser Trübung das Lackmuspapier, statt roth, entfärbt werden, so wäre als Verunreinigung freies Chlor zugegen. 3. Man gebe in eine Probirröhre ein Stückchen Kalihydrat, einige Tropfen Wasser und 1—2 CC. des Chloroforms und erhitze bis zum Kochen. Es darf keine Färbung eintreten; wird das Gemisch gelb oder gar braun, so ist Aldehyd zugegen. 4. Man gebe in eine Probirröhre 1—2 CC. Chloroform, ein gleiches Volumen farblose concentrirte Schwefelsäure, schüttle tüchtig und stelle alsdann bei Seite. Wenn sich die beiden Flüssigkeiten wieder von einander getrennt haben, müssen sie ihre anfängliche Farblosigkeit noch besitzen. Ist braune oder braunrothe Färbung eingetreten, so deutet dies auf einen Gehalt an gechlorten Derivaten des Propyl-, Butyl- und Amylalkohols. 5. Der Siedepunkt des reinen Chloroforms ist 60,8° C. (bei 0,760 m Barometerstand) nach Biltz richtiger 62 °. Fängt es früher an zu sieden und übersteigt der Siedepunkt später die angegebene Grenze, so hat man im ersten Falle Schwefeläther darin, im letzten Falle andere Chlorverbindungen. Diese Probe gilt nur für das chemische Chloroform, für das pharmaceutische ist sie dann von Werth, wenn der Siedepunkt unter 60° und über 65° liegt, weil letzteres Chloroform stets etwas Weingeist enthält und auch enthalten muss, um es zu conserviren. . 6. Dem specifischen Gewichte des Chloroforms hatte man zuerst die Zahl 1,480 bei + 18° C. gegeben; Soubeiran zeigte aber, dass dieselbe zu niedrig ist, und änderte sie um in 1,496 bei + 12°. Jüngst gelangte C. Remys sogar zu der Zahl 1,500, Biltz dagegen zu der Zahl 1,502 bei + 15°, welche letztere die richtige ist; ferner fand Remys, dass ein Zusatz von '/soo Weingeist das spec. Gew. des Chloroforms um 0,002 erniedrigt, dass mithin solches, welches V200 Weingeist enthält, noch eine Dichtigkeit von 1,492 bei +15° besitzt. Biltz fand, dass 0,5 Gew. Proc. Weingeist das spec. Gew. auf 1,4936, 1 Proc auf 1,485 reducirt. Das officinelle, als Anaestketicum verwendbare Chloroform sollte bei 15° C ein spec. Gew. von 1,488 —1,492 haben, also 0,8 — 0,5 Proc. Weingeist enthalten, weil sich ein solches bei guter Aufbewahrung sicher conservirt (vergl- auch Handbuch, Bd. I, S. 863, 864). Dieses Chloroform lässt sich auch in den meisten Fällen bei der chemischen Analyse verwenden. Für die Fälle, in welchen die Verwendung eines von Weingeist total freien Chloroforms gefordert wird, stellt man dieses dadurch her, dass man es einige Male mit einem doppelten Vol. warmen destill. Wasser kräftig durchschüttelt, absetzen lässt und mittelst Scheidetrichters vom Wasser sondert. Eine sehr wichtige Entdeckung wurde von Hermann Werner gemacht, nämlich die Verunreinigung mit Amylalkohol, beziehendlich den entsprechenden Amylverbindungen, welche zum Theil die Ursache der gefährlichen Nebenwirkungen sein mögen, die beim Anaesthesiren mittelst Chloroforms beobachtet werden. Bei Fabrikation des Chloroforms sollte nur ein reiner Weingeist in Anwendung kommen. Werner erkannte den Amylalkohol in den letzten DestihV tionsfractionen am Geruch und an der Bildung von Valeriansäure beim Behandeln mit Kaliumdichromat und Schwefelsäure. Die Prüfung des Chloroforms auf einen Weingeistgehalt ist in pharma- ceutischer Beziehung zwecklos. Das geringere spec. Gew. zeigt von selbst den Weingeist an. In chemischer Beziehung ist der Nachweis des Weingeistes mit- Chloroformium. Bromoformium. 301 unter nothwendig. Fuchsin oder Rosanilin wird durch Wasser nicht gelöst, wohl aber färbt es das mit weingeistigem Chloroform geschüttelte Wasser, oder man giebt Chloroform mit einem gleichen Vol. Wasser in'einem Reagircylinder, einige Körnchen Rosanilin dazu und schüttelt um. Bei Gegenwart von Weingeist in dem Chloroform wird sich sowohl die Wasserschicht als auch die Chloroform Schicht gefärbt zeigen. Da diese Reaction eine zu scharfe ist, so empfiehlt es sich, das mit dem Chloroform geschüttelte und dann filtrirte Wasser mit etwas Kaliumdich- r omat und Schwefelsäure zu versetzen und zu erwärmen. Bei Gegenwart von Weingeist tritt Grünfärbung ein. L. Schaffer empfahl nach der Zahnextraction das Chloroform auf Baum- ^ollbäuschchen in den Alveolus zu bringen und diesen mit Chloroform auszuwaschen, bis die Blutung aufhört. Auch bei aussergewöhnlichen Blutungen soll Chloroform dienlich sein. Durch dieses Verfahren wird der Wundschmerz beseitigt und die Lücke schrumpft zusammen. Als desinficirendes, roborirendes und Schmerz stillendes Mundwasser empfiehlt Schaffer die Essentia gingivalis anodyna. Bouchüt empfieht Chloroform als Mittel gegen Nierenstein, Leberkolik, Neurosen. Vergl. Vinum chloroformiatum. Bei Herzkrankheiten mit Vorsicht angewendet hat es sich vielmals bewährt. Der Tod, welcher in Folge einer Chloroformnarkose zu erwarten stand, wurde 111 einem Falle durch Anwendung von Amylnitrit abgewendet (Brit. med. journ. !877 Nr. 868). Wachsmuth empfiehlt zur Erreichung einer gefahrlosen Narkose einen Zu- ßatz von 1 Th. Terpenthinöl zu 5 Th. Chloroform. Es soll dieser Zusatz auf •he Lungen erfrischend einwirken und vor Lungenlähmung schützen. Als Gegengift des Chloroforms empfiehlt Schlosser Riechen an Salmiakgeist, Einnehmen von Brausepulver, auch wohl ein Brechmittel. Spiritus Chloroformii ist eine Mischung aus 1 Th. Chloroform und •n,.. . emes 90proc. Weingeistes, geeignet mit wässrigen oder zuckerhaltigen n Wssigkeiten gemischt zu werden, um damit klare Flüssigkeiten zu gewinnen. Der . irit of C Th P lr it of Chloroform der Ph. Britica besteht aus 3 Th. Chloroform und 32 Weingeist (Dosis 20—60 Tropfen). Bromoformiam (Handb. Bd. I, 8. 865). Das specifische Gewicht ist nach &■ Schmidt's Untersuchung bei 14,5° C. = 2,775 und nicht 2,13, wie Löwio angiebt. (1) Essentia gingiralis anodyna _, Schaffer. Essentia antigingivitica Schaffer. Schaf- fer's Zahn- und Mundessenz. * Chloroformii 20,0 Olei Menthae piperitae guttas 10 spiritus Vini 180,0. „ «• D. S. Einen halben Esslöffel mit ■? o Esslöffel lauem Wasser gemischt zum ^■undausspülen (bei Gingivitis, Zahnne- "ose, blossliegonden Hälsen der Zähne, Zahnschmerz, Zahnfleisehschmerz). (2) Guttae anodynae Regina«. Schmerz und Krampf stillende Königin- Tropfen, ty Chloroformii 10,0 Tincturae Valerianae aethereae 20,0 Morphini acetici 0,1. Agitando misce, donec solutio Morphini acetici effecta fuerit. D. S. 30 Tropfen zunehmen (1—3mal täglich, bei eintretendem Schmerz, Krampf, Kopfschmerz, bei Hysterie etc. Bei Kopfschmerz soll zugleich das Riechen an den Tropfen gute Dienste leisten). (3) Liuuor Chloroformii compositus Anglorum. Mixtura anodyna chloroformiata. iv Chloroformii 10,0 Aetheris 2,0 Spiritus Vini 20,0 302 Chloroformium. — Chlorum. (4) Tinctura Chloroformii composita. (Ph. Brit.) ^ Chloroformii 10,0 Spiritus Vini 25,0 Tincturae aromaticae 30,0. M. D. S. 20—60 Tropfen (bei Krampf, Kolik, Migräne, Neuralgien etc.). (5) Tinnm chloroformiatum. Chloroformwein. r? Vini albi generosi 500,0 Spiritus Chloroformii 40,0. Misoe. D. S. Oefters am Tage ein Spitzglas voll zu nehmen. (Chloroform soll Cholesterin lösen und dieser Wein sich daher bei Nierenstein, Leberkolik, icterischer Hautfarbe bewähren.) Chloranodyne von Pauke, Davis & Co. besteht nach eigener Angabe aus circa Morphinhydrochlorat 0,5, Eesin. Cannabis Indicae 0,9, Chloroform. 4,0, Acid. muriatic. 0,6, Ol. Menth, pip. 1,0, Tinct. Capsici annui 24,0. Als Diaphoreticum 5—10, als Ano- dynum 5—15, als Antispasmodioum 10 — 12, als Adstringens 15—30 Tropfen. Kinder von 1—3 Monat 1—2, von 3—6 Monat 2—4, von 6—12 Monat 2—5, von 1—3 Jahren 3—6, von 3—5 Jahren 3—8, von 5—8 Jahren 4—10, von 8—12 Jahren 8—12, von 13—16 Jahren 10—20 Tropfen. Diese Composition ist abgeändert hier vorgelegt, denn nach Angabe der erwähn- Firma enthält ein Fluid - Drachme 1,3 Grain Morphinhydrochlorat und eben so viel Cannabisharz. Kinder bis zu 3 Jahren Morphin zu geben ist gefährlich. Es sollte der Verkauf dieser Specialität in Deutschland verboten werden. Gichtgeist des V. Franz (Holaubkau, Böhmen) ist ein Gemisch aus ca. 10,0 Chloroform, 10,0 Salmiakgeist, 90,0 Weingeist, versetzt mit 15,0 eines schwach Spirituosen, 1,0 Natriumcarbonat enthaltenden Auszuges aus 3,0—4,0 storaxhaltigem Perubalsam. Inclusive eines Bogens Gichtpapiers mit englischer Firma 2,50 Mk. (Hager, Analyt.) Zahntropfen, Geigek's ein Gemisch aus 90 Th. Chloroform und 1 Th. Senföl, nach anderer Angabe aus Chloroform und Morphinacetat. Olei Menthae piperitae guttas 3 Aquae Amygdalarum amararum 15,0. Mixtis adde Extracti Liquiritiae 5,0 Morphini hydrochlorici 0,05 soluta in Syrupi Sacchari 50,0 Syrupi communis (Theriacae, Treacle) 20,0. Diese Mixtur ist in England ein beliebtes Mittel, selbst Hausmittel hysterischer Frauen, wird auch bei allen krampfartigen Zufällen, Kolik, Leibschmerzen, Migräne angewendet. Dosis 1—2—3 Theelöffel. Die Originalvorschrift giebt 3,6 einer 10 proc. Blausäure an. Die vorstehende Vorschrift dürfte von dem Apotheker in Deutschland zu aeeeptirensein. wenn dieser Liquor von Engländern verlangt werden sollte. Chlorum. Erkennung des Chlors neben Brom und Jod nach G. Vortmann. Dieselbe basirt auf der Erfahrung, dass bei Einwirkung von Manganhyperoxyd oder Bleihyperoxyd auf ein neutrales Jodid theilweise Zersetzung eintritt und auf Zusatz von Essigsäure alles Jod abgeschieden wird. Bromide in neutraler Lösung werden durch jene Hyperoxyde nicht verändert; in essigsaurer Lösung wirkt nur das Bleihyperoxyd ein, es entweicht Brom, und nur wenn grössere Mengen von Bromid zugegen sind, entsteht auch etwas Bromsäure. Chloride werden durch keines der beiden Hyperoxyde bei Gegenwart von Essigsäure angegriffen. Behufs Prüfung auf Chloride bei Gegenwart von Bromiden oder Jodiden, kocht man die betreffende Substanz in essigsaurer Lösung mit Bleihyperoxyd, bis die Flüssigkeit nach dem Absetzen farblos erscheint und nicht mehr nach Brom und Jod riecht. Das Brom und theilweise auch das Jod entweichen als solche, der Rest des Jods bleibt als jodsaures Blei bei dem überschüssig zugesetzten Bleihyperoxyd, und im Filtrat hat man nun alles Chlor frei von Brom und Jod, Bei der volumetrischen Bestimmung des Chlors bei Gegenwart von Arse- niat, Arseniit, Phosphat und Fluorid mittelst Silberlösung ist die Beseitigung die- Chlorum. Calcaria chlorata. 303 ser Verbindungen nicht erforderlich. H. Pellet stellte Lösungen mit 2 Proc. jener Verbindungen her. Zu 10 CO. einer solchen Lösung fiigte er 20 CC. Wasser und darauf einige Tropfen chromsaures Kali. Es ergab sich, dass man bis zur Rothfärbung des Silberniederschlages ungefähr 0,1 CO. der titrirten Silberlösung verbrauchte. Hieraus ergiebt sich, dass sich das Silberchromat vor dem Silber- fluorid, Phosphat, etc. bildet, und dass jene Salze sonach nicht störend auf das Titriren des Chlors einwirken. Zur genaueren Feststellung wurden nun noch directe vergleichende Versuche ausgeführt, bei denen für Lösungen von Chlor- Kalium, die mit 20 CC. der genannten Salzlösung versetzt waren, derselbe Titer gefunden wurde, wie für reine Lösungen. Bei Bestimmung des Chlors in phos- Phorsäurehaltigen Aschen hat man daher nicht nüthig, die Phosphorsäure vorher z u beseitigen. — Die Jodide und Bromide verhalten sich in derselben Weise wie die Chloride. Mischungen des Chlorkalkes mit Schwefel, Glycerin, Salmiak, Ammon enthaltenden Substanzen sind zu vermeiden. Im ersten und letzten Falle Sl nd sie explosiv und die mit Glycerin erfolgt unter Bildung von Dämpfen und die Mischung ist mehr oder weniger braun. Gegengift der in den Magen eingeführten, freies Chlor enthaltenden oder Chlor entwickelnden Stoffe ist schwefligsaures Natrium (Natriumsulfit) oder sal- Petrigsaures Natrium in reichlicher Verdünnung. Charles wendete eine Lösung v °n 10,0 Natriumsulfit in 250,0 Wasser an. Calcaria chlorata. Chlorkalk, explosiver. Um die Ursachen zu erforschen, welche den Chlorkalk explosiv machen, exporimentirte Hager mit kleinen Portionen, davon ausgehend, dass die Ursache wohl in der Bildung von Chlorstickstoff zu suchen sei. Da in der Atmosphäre Ammon immer vertreten und mit dem aufbewahrten Chlorkalk im Contacte ist, da nicht allein das Chlor des Chlorkalkes Ammoniak bindet, auch Kalkhydrat Ammon auf seinen Partikeln conden- Slr t> wie man sich durch Versuch leicht überzeugen kann, so geht die Bildung v °n Chlorstickstoff ohne Unterlass in einem Chlorkalk, welcher sich mit atmosphärischer Luft im Contact befindet, vor sich. Im feuchten Chlorkalk ist der ^hlorstickstoff im feuchten Zustande und in mikroskopischkleinen Partikeln zer- heut weniger explosionsfähig. Bei einer Portion hochprocentigen Chlorkalkes, welche in ammoniakalischer Luft acht Tage gestanden hatte und feucht war, konnte beim Bestäuben mit Terpenthinöl keine Explosion bewirkt werden, wohl aber nach der Verwendung eines sehr trocknen Chlorkalkes. Salzer (polyt. Joum. . • 230 > 8. 418) sagt, dass wahrscheinlich unterchlorigsaures Ammoniak und nicht Chlorstickstoff entstehe. Nun ist das Ammon in der Atmosphäre nicht als solches, sondern als kohlensaures, vielleicht auch als salpetrigsaures Ammonium vertreten. Die Kohlensäure wirkt zunächst auf den Chlorkalk und Chlor wird frei, welches direct auf das Ammon einwirkt. Mag sich nun bilden, was da wolle, genug es entsteht eine Verbindung, welche bei Stoss, Reibung, Bestäuben mit Terpenthinöl explodirt. Jedenfalls erfordert diese Einwirkung des Ammoniakgases auf einen hochprocen- t'gen Chlorkalk, diesen nicht nur in dicht geschlossenen Gefässen aufzubewahren, sondern auch vor dem Contact mit ammoniakalischer Luft, welche in Keller nimmer reichlich vertreten ist, zu schützen. Es wären als Aufbewahrungsorte Räume zu wählen, welche dunkel und auch nicht feucht sind. Ein Apotheker will das Standgefäss des Chlorkalkes öffnen und da der Glasstopfen etwas zu fest sitzt, klopft er mit einem Holzstüek gegen den Stopfen, und schon beim zweiten Schlage zersplittert das ganze Gefäss in tausend Stücke. Zwischen Stopfen und Gefässhals war wahrscheinlich etwas Chlorkalk mit gebildetem Chlorstickstoff und der Schlag genügte zur Explosion. Andere erklärten 304 Chlorum. Calcaria chlorata. diesen Vorfall damit, dass das Gefäss mit comprimirtem Sauerstoff gefüllt gewesen und dadurch die Auseinandersprengung herbeigeführt sei. Nun schliessen Glasstopfen niemals luftdicht und damit ist die Annahme der Anwesenheit comprimir- ten Sauerstoffgases von selbst hinfällig. Ein anderer Apotheker öffnet das Chlorkalkgefäss, in welchem sich nur ca. 50 g befanden und kaum den Boden des Gefässes bedeckten. Indem er den Stopfen drehend öffnen will, erfolgt eine Explosion unter Zertrümmerung des Gefässes. Dass das im Glasgefässe angeblich vorhandene comprimirte Gas (Sauerstoff, Stickstoff) nicht die Ursache war, beweist die Erfahrung, nach welcher auch ein Chlorkalk in einem Fasse, welches im Keller stand, explodirte. Die Chlorkalkfässer dürften schwerlich luftdicht sein, zumal wenn man sie wie im vorliegenden Falle bereits geöffnet und Chlorkalk daraus entnommen hatte. Eine sehr fassliche theoretische Erklärung über das Explosivwerden des Chlorkalkes gab Apotheker H. Mikisch (pharm. Ztg. 1879 Nr. 19). Er sagt: „Die Heftigkeit der Einwirkung des Chlorkalks auf Salmiak ist auch Gegenstand der Beobachtung meinerseits gewesen; selbst ein geringhaltiger Chlorkalk giebt mit Chlorammonium, sobald die nöthige Wassermenge zugegen ist, eine stürmische Reaction. Wäre der Chlorkalk ein reines unterchlorigsaures Salz und ohne Gehalt an Calciumhydroxyd, resp. Oxychlorid, so würde die Reaction immerhin die Gefahr einer Explosion mit sich bringen, da drei Mol. Calciumhypochlorit sich mit drei Mol. Chlorammonium geradeauf in Calciumchlorid, Chlorstickstoff, freien Stickstoff und Wasser umsetzen: 3 (C10 2 Ca) + 3(NH 4 CI) = 3(CaCl 2 ) + NCl 3 -r-N 2 + 6H 2 0; und in der That tritt der characteristische, unangenehme, Nase und Augen stark angreifende Geruch des Chlorstickstoffs neben dem des Ammoniaks deutlich wahrnehmbar auf. Da aher jeder Chlorkalk einen Gehalts an Calcium hydroxyd resp. Oxychlorid hat, so erleidet der Process eine Störung, in Folge deren durch die Nebenreaction des Hydroxyds auf einen Theil des Chlorammoniums Ammoniak gebildet wird, welches sich mit dem entstehenden Chlorstickstoff zu Chlorwasserstoff — der sich im statu nascendi in Chlorammonium verwandelt __ und freien Stickstoff umsetzt: NH 3 -r-NCl 3 = 3(HCI) + 2N; es tritt also neben einer nicht unerheblichen Ammoniakentwickelung eine reichliche Entwickelung von freiem Stickstoff ein; demnach lässt sich der Chlorkalk sowohl zur Darstellung freien Chlors, als auch freien Sauerstoffs, und schliesslich des Stickstoffs verwenden. Da die Einwirkung in jedem Falle von einer bedeutenden Temperaturerhöhung begleitet ist, soll man nur mit kleinen Mengen Versuche anstellen. Dass Mischungen des Chlorkalks mit Salmiak nicht vorzunehmen, das diese Mischungen höchst explosiv sind, folgt aus dem vorstehend Gesagten. Die Anfertigung von Mischungen dieser beiden Körper, wenn sie vom Arzt verordnet werden sollten, kann der Apotheker mit Fug und Recht verweigern. Trockner Chlorkalk und trockner Salmiak lassen sich mit einander ohne alle Gefahr mischen, jedoch eine geringe Menge Feuchtigkeit macht die Mischung schon explosiv. Chlorkalk ist gewöhnlich feucht und nur in den aller seltensten Fällen trocken. Oben ist gesagt, dass Kalkhydrat Ammon condensire. Kalkhydrat, welches 14 Tage an der Luft gelegen hatte, dargestellt aus 60 Th. Aetzkalk und 40 Th. Wasser, mit Wasser übergössen und der Destillation aus einem Glaskolben unterworfen, unter Ausmündung des Dampfleitungsrohres unter dem Wasserniveau in der Vorlage, ergab 0,3 g Ammongas. Hier finden wir denselben Vorgang wieder, wie er bei der Aetzlauge des Natrons und Kalis von Hageb beobachtet wurde, indem er diese Laugen stets ammoniakhaltig antraf. Das Ammon der Luft is* an Kohlensäure gebunden; indem sich das Aetzalkali mit der Kohlensäure ver- hindet und diese in sich aufnimmt, macht es das Ammon frei, welches in der Aetz- Ohiorum. 805 nüssigfceit verbleibt oder den trocknen Partikeln des Aetzalkalis adhärirt. Da nun Chlorkalk ohne Aetzkalk nicht existirt, so wird schon dadurch die Fälligkeit des Chlorkalks, Amnion aus der Luft aufzunehmen, erklärt. Nach Foestek's Untersuchungen (Chem. News 26) entstehen aus mehreren Verbindungen von Eisen, Mangan, Wismuth, Chrom etc. beim Erhitzen in concen- trirter alkalischer Lösung des unterbromigsauren Natriums die höheren Oxyde (Eisensäure, Uebermangansäure etc.) unter gleichzeitigem Freiwerden von Sauerstoff. In diesem letzteren Umstände glaubt nun Fokster eine Erklärung der Explosionen des in geschlossenen Gefässen befindlichen Chlorkalkes suchen zu können, denn solcher Chlorkalk enthielt, wie Wkhuit constatirte, stets Mangan. Es erfolge die Oxydation zu Uebermangansäure unter Entwickelung von Sauerstoffgas, welches die dicht geschlossenen Chlorkalkgefässe zerreisse. Calcaria chlorata, auch Tennant's, Knox's Pulver genannt, in der 45fachen Menge Wasser gelöst und dann liltrirt liefert' Calcaria chlorata solnta, Liquor Calcariae chloratae, Hypochloris calcicus a lua solutus des Französischen Codex. Man gebraucht ihn mit der 40 fachen Menge Wasser verdünnt zu Injectionen bei chronischer Urethritis. Liquor Jfatri chlorati. Die frisch dargestellte, besonders die mittelst Natrium- nicarbonats bereitete Flüssigkeit nimmt zuweilen nach einigen Tagen eine rothe Färbung an. 8CHILBA0H glaubt, dass in dem Bicarbonat vorhandene Anilinsubstanz, Ribckheb dagegen, dass Spuren Mangan die Ursache der Färbung seien. Jedenfalls sollte man nur ein reines Natriumcarbonat anwenden. Euchlerinc, Cliloroehlorsäure, zweifachchlorsauro chlorige Säure (C20 3 2C1 2 0 6 ) ^tsteht bei Einwirkung von verdünnter Chlorwasserstoffsäure auf Kaliumchlorat. ^ 8 ist ein intensiv gefärbtes Gas, welches sich zu einer rothen Flüssigkeit vernichten lässt und sich wie Unterchlorigsäureanhydrid verhält. Mit Kalilauge geschüttelt liefert sie Chlorit (chlorigsaures Salz) und Chlorat. Nach Mitaon ist ^uchlorine ein variables Gemisch von Chlorsäure und Unterchlorsäure. 'in Handb. Bd. I, S. 874 findet sich eine Anweisung zur Darstellung eines ^hlorwassers zu Desinfectionszwecken aus Kaliumchlorat und Salzsäure. Euchlo- fttje wird hierbei jedoch nicht gebildet, denn das mit dem Gase gesättigte Wasser Mithält Chlor und Unterchlorigsäure zu ungefähr gleichen Theilen. Dieser Umstand lägst die Verwendung dieses Chlorwassers zu Arzneizwecken nicht zu. J^s ist diese Bemerkung zu beachten, weil einige Pharmaceuten die Darstellung des ^ülorwassers aus Kaliumchlorat und Salzsäure in Fachblättern empfohlen haben. Mehlhausen hat viele Experimente angestellt, ob Chlorgas oder Schwefe- ^gsäure als Desinficiens den Vorzug verdiene. Seine Versuche lassen keinen Zweifel darüber bestehen, dass der schwefligen Säure zum Desinficiren von geschlossenen Räumlichkeiten in jeder Beziehung der Vorzug gebührt. Das Verbrennen von 20 g Schwefel pro Cubikmeter und eine Einwirkung von 2 bis 7 Runden reicht hin, um das Leben von kleineren Thioren, von Infusorien und niederen Pilzen zu vernichten, ohne Möbel, Metallgeräthe, Zeugstoffe und Farben "J merklicher Weise zu schädigen. — Die Schwefelung ist ausserdem 4 bis 5 M al billiger als die Chlorräucherung (ph. Centralhalle 1879 Nr. 35). Anticlllor. Es resorbiren oder binden: 100 TL unterschwefligsaures Natron ungefähr 114,4 Th. Chlor, 100 Th. schwefligsaures Nalnm ungefähr 28,1 Th. Chlor, dagegen 100 Th. salpetrigsaures Nation ungefähr 103 Th. Chlor. Nachdem man sich von der starken antichlorigen Wirksamkeit des Natriumnitrits überzeugt hat, stellt Cakl LibBB in Charlottenburg dieses Salz für den Handel im Grossen dar. Hager, Pharm, r-raxis. Suppl. 20 306 Chlorum. — Cichorium. Eau de Javelle crystallis^e (Brochocki & Co. Boulogne sur Seine) iBt eine Mischung von 80 Proc. kryst. Natriumcarbonat, 8,5 Proc. Natriumchlorid und 11,5 Proc. Natriumhypochlorit, also wahrscheinlich eine unreine kry stall isirte, mit Aetznatron versetzte und mit Chlorgas gesättigte Soda. Stockflecke in Papier sollen sich durch Einlegen in Chlorwasser, welches mit Oxalsäure versetzt ist, beseitigen lassen. Mango, in England gebräuchliche Waschflüssigkeit für Leinen- und Baumwollengewebe, ist Chlorkalklösung. (Wagneb, Analyt.) Morrenm (Morpheum), zum Heilen von Wunden, Hautausschlägen bei Thieven, vom Thierarzt Barth in Marburg in Steiermark. 32 Th. Wasser, 12 Th. Spiritus, 2 Th. Chlorkalk, 1 Th. Ultramarin gut gemischt. (45 g = 2,4 Mark) (Hager, Analyt.) Peine-Wasser von Dr. Olfer, zur gefahrlosen Beseitigung von übelriechenden Fussschweissen und Stärkung der Fussadern etc. ohne Nachtheil für die Gesundheit. 125 Grm. einer farblosen, wasserhellen Flüssigkeit, ursprünglich eine filtrirte wässrige Chlorkalklösung mit Spiritus vermischt. (1 Mark.) (Hager, Analyt.) Cichorium. Im Handb. Bd. I, S. 883 ist das Nöthigste über Cichorienwurzel bereits gesagt. Cichorien, Cichorienkaffee, Deutscher KaiFee. Er wird nur noch von wenigen Fabriken dargestellt, dagegen ist Cichorien-Surrogat, feinster Deutscher Kaffee, meist aus Runkelrüben bereitet, stark im Handel vertreten, und sind die Packctc auch mit den erwähnten Namen bezeichnet. Gebrannter Zucker mit gerösteter Runkelrübe gemischt wurde vor einem Jahre im Handel angetroffen. Eine Zuckerfabrik war abgebrannt und mehrere tausend Kilog. angebrannter Zucker wurden zu einem billigen Preise von den Cichorienfabriken aufgekauft. Dieses Surrogat enthielt harte kohlige structurlose Massen und gab an Wasser über 88 Proc. Lösliches ab. Nach Angabe Krauch's besteht der Cichorienkaffee in Proc. aus 6,89 Wasser, 6,56 Stickstoff-Substanz, 0,41 Fett, 22,2 Zucker, 6,36 Holzfaser und 5,0 Asche, gebrannt dagegen aus 4,3 Wasser, 4,1 Fett, 10,37 Asche, 22,4 Zucker. Es giebt die gebrannte (geröstete) Wurzel 70 Proc. Lösliches an Wasser ab. Der Cichorienkaffee gehört der Gruppe I, c der Nahrungs- und Genussmittel an und zwar den einfachen Fabrikaten (Suppl. S. 177), er darf daher nur auB Cichorienwurzel, und zwar der durch Anbau gewonnenen, welche sich durch einen grossen Gehalt an kohlehydratischen Stoffen von der der wildwachsenden Pflanze unterscheidet, dargestellt sein. Die hauptsächlichste Substitution der Cichorie ist die geröstete Futter-Runkelrübe (Beta alba, Beta rubra) und die Zucker- Runkelrübe (Beta attissima). Das Röstproduct aus allen drei Wurzeln ist im Geschmack und Gehalt kaum verschieden. Runkelrübe und Zuckerrübe enthalten kein Stärkemehl, die Cichorienwurzel enthält solches, aber nur zu gewissen Zeiten ihrer Entwickolung. Die zur Zeit des Spätsommers gesammelte Cichorienwurzel enthält gewöhnlich nicht mehr Stärkemehl, sondern dafür eine grössere Menge Zucker. Der Mangel an Stärkemehl ist also kein sicheres Kriterium für das Fehlen der Cichorienwurzel. Der Kaligehalt der Asche der Cichorienwurzel beträgt 30—40, der der Runkelrübe 50—60 Proc. Der Gehalt an Schwefelsäure in der Asche der Cichorienwurzel steigt bis zu 8, in der Runkelrübenasche bis zu 4 Proc. Die Asche kann also Andeutungen für die Gegenwart der Runkelrübe im Cichorienkaffee gewähren. J. König giebt (die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel) folgende analytischen Resultate an: Cichorium. Cichorienkaffee. 3U7 75,69 10,69 Cichorienwurzel Wasser frische geröstete Runkelrübe (Beta alba) frische im Mittel 87,88 Zuckerrübe (B. altissima) im Mittel 83,91 Stickstoffsubstanz 1,01 6,29 Fett 0,49 1,52 Zucker 3,44 15,54 Stärkemehl Holzfaser Asche 1,07 0,11 6,55 2,08 0,11 9,31 17,62 55,00 Stickstofffreie Stoffe 2,43 2,41 0,97 6,11 0,78 Proc. 4,85 „ 1,02 0,94 1,14 1,04 12,49 8,45 7,93 3,17 10,99 3,81 0,91 2,38 1,80 Chlor 8,04Proc. 8,40 „ 5,18 Forri- Phosphor- Schwefel- Kiesel Asche. Kali Natron Kalk Magnesia oxyd säure säure säure Cichorien 38,3015,68 7,02 1,69 2,51 Runkelr. 54,02 15,90 4,12 4,54 0,82 Zuckerrübe im Mittel 55,11 10,00 5,36 7,53 0,93 Dass der Nährboden auf den Umfang der Aschenbestandtheile von grossem Einflüsse ist, kann als bekannt vorausgesetzt werden. So hat man in der Asche der Zuckerrübe selbst bis zu 8,89 Proc. Schwefelsäure und bis zu 78 und auch nur 40 Proc. Kali angetroffen. hp sb ''V 36. ;,. Holzgewebe, hp IToH- »«enotymieUen, sl, Siefcröhren. Cichorienwurzol. 1 ig. :t7. ng Netz^< Fig. 38. Milchsaftgeftiss, netzartig verzweigt. Die Cichorienwurzel unterscheidet sich von anderen zuckerhaltigen Wurzeln und den Hüben durch einen I nuli ngelialt, welcher in der getrockneten Wurzel der cultivirtcn Pflanze bis zu 18 Proc. hinaufgeht und in der Wurzel der wildwachsenden Pflanze kaum 12 Proc. beträgt. Wenn die mikroskopische "rüfung die Gewebe-Elemente der Cichorie wahrnehmen lässt, und es sind in der ausgetrockneten Masse 8—10 Proc. Inulin nachweisbar, so liegt auch sicher reiner Cicliorienkaffee vor. Die ganze ursprüngliche Inulinmenge kann nicht mehr angetroffen werden, denn durch die Rüstung ist die Hälfte des Inulins in Meti- nulin, Levulin, Levulose, Caramel übergeführt. Zum Nachweise des Inulins wird der kochendheisse Aufguss filtrirt, das Filtrat mit einem gleichen Volumen Weingeist vermischt und zum Absetzen beiseite gestellt. Inulin dreht den polarisirten Lichtstrahl nach links. Aus seinen heissen Lösungen scheidet es krystallinisch ab. Eine Verfälschung mit gerösteten Eicheln, Getreide- und Hülsenfruchtmehl würde zum Theil mittelst Mikroskops, und dann durch Jodlösung (wegen Stärke- aiehlgehaltes) erkannt werden. Diese Verfälschungen dürften übrigens Schwerlich vorkommen. Die Unterschiebung gerösteter Moorrüben oder gelber Hüben, Wasserrüben, Runkelrüben etc. würde an dem Mangel an Inulin erkannt werden. 20* 308 Cichorium. — Cina. Der Cichorienkaffee des Handels bildet gewöhnlich eine beim Kneten mit den Fingern derb teigige, dunkelbraune Masse, welche beim Trocknen im Wasserbade höchstens 13 Proc. am Gewichte einbüsst und 70—75 Proc. Lösliches an Wasser abgiebt. Ist der hygroskopische Wassergehalt oder der Gehalt an in Wasser löslichen Theilen geringer, so ist eine Verfälschung wahrscheinlich. Torferde, Braunkohle, alte gebrauchte Knochenkohle und Rübenrückstände aus Zuckerfabriken, welche schon als Verfälschungen des Cichorienkaffees vorgekommen sind, findet man in dem in Wasser unlöslichen Rückstände. Ein Quantum von 50 g des Cichorienkaffees wird mit heissem destill. Wasser behandelt und heiss der Filtration unterworfen. Dies geschieht wiederholt, bis das Filtrat nicht mehr gefärbt erscheint. In dem Nichtgelösten wird die optische und chemische Prüfung die Verfälschung leicht erkennen. Vergl. auch unter Coffea. In dem Runkelrübenkaffee dürfte sich Beta in nachweisen lasse«. Beta in (Oxyneurin) mit Kalilauge der Destillation unterworfen liefert Trimethylamin, in seiner weingeistigen Lösung fällt auf Zusatz einer weingeistigen Zinkchloridlösung eine krystallinische Verbindung aus. Aus der salzsauren Lösung wird es durch Phosphorwolframsäure gefällt. Goldchlorid fällt eine krystallinische Verbindung, welche in kaltem Wasser wenig, in heissem Wasser leicht löslich ist. Behufs der Abscheidung des Betai'ns fällt man mittelst Natriumphosphor- wolframats und scheidet aus dem Niederschlage das Betai'n mittelst Kalhydrats ab, beseitigt aus dem Filtrat die gelöst gebliebene Kalkerde mit Kohlensäure ete. Wären die gerösteten Rübenrückstände, wie sie nach dem Auspressen des Saftes gesammelt und als Dungmaterial verwerthet werden, in dem Cichorienkaffee vertreten, so wird sowohl der Feuchtigkeitsgehalt, als auch der im Wasser lösliche Theil um vieles geringer sein. Cina. Werthbestimmung. Bestimmung des Santoningehaltes. Diese geschieht nach Dragendorff in folgender Weise: 20 g zerstampfter Zittwersamen werden mit 200 CC. Wasser, welches mit 20 CC. 10proc. Natronlauge versetzt ist, extrahirt, der Auszug der Filtration unterworfen und der Rückstand im Filter mit heissem Wasser nachgewaschen. Das Filtrat auf circa 40 CC. durch Eindampfen concentrirt wird erkaltet mit Salzsäure neutralisirt und sofort filtrirt. Das Filtrat lässt man längere Zeit an einem kalten Orte stehen, dann sammelt man den Santoninabsatz und wäscht ihn mit 8proc. Natriumcarbonatlösung aus. Das Filtrat vom Sanloninabsatze wird mit Salzsäure nochmals versetzt, mit Chloroform ausgeschüttelt, der Chloroform- auszug mit Wasser gewaschen, der Destillation unterworfen und der Rückstand in Natronlauge gelöst und daraus das Santonin mit Salzsäure; ausgefällt. Durch Stehenlassen und Filtration, Abwaschen mit 8 proc. Natriumcarbonatlösung wird auch diese Portion Santonin gesammelt und mit dem zuerst gesammelten vereinigt- Hinzuzurechnen sind die in Lösung verbliebenen Santoninmengen. Je 10 CC. Wasser lösen 0,002 g, je 10 CC. Sodalösung 0,003 g Santonin. Guter Zittwersamen ergab 2,06, abgesiebter Abfall 1,16 Proc. Santonin. Die Werthbestimmung wird nach Omsk nach dem Gehalte an ätherischem Oele bemessen. Die Santoningehalt-Bestimmung ist wohl die wichtigen; Werthbestimmung, doch wäre eine kürzere und leichtere Bestimmung immer noch erwünscht. Wormpastillen, Dr. Kluge's, sind den Rotulao Sacchari ähnlich geformte, mit Cochenille gefärbte, Santonin und Zucker enthaltende Pastillen, dagegen Wurmpatronen, Wnriftkuchen, Dr. Kltjge's, sind aus Zucker, Traganth, aetheri- schem Cina-Extract und Cochenille zusammengesetzte Pastillen. Cinchonidinum Cinchonidinum. Das Cinchonidin ist das Alkalo'id, welches Kerner mit et- Chinidin, Winckler mit Chinidin bezeichnete. Aus Weingeist krystallisirt es wasserfrei. Diejenige Cinchonidinmodification, welche käsig-gallertartig krystallisirt und in magnesiaartigen Brocken in den Handel kommt, nennt G. Kerner «-Cinchonidin, Hesse Homocinchonidin. Vergl. Handb. Bd. II, S. 1334 u. f. Skraup giebt dem Cinchonidin die Formel C 19 H 22 N 2 0, und fand es dem Cinchonin isomer. Er schliesst ferner aus verschiedenen Eigenthümlichkeiten des Cinchonidins, welche dieses Alkaloid mit dem Homocinchonidin theile, dass letzteres nichts anderes als Cinchonidin sei. Die Oxydation des Cinchonidins liefert auch Ameisensäure und einen dem Cinchotenin isomeren und sehr ähnlichen Körper, den Skraup Cinchotenidin nennt und welcher mit 3 Mol. H 2 0 krystallisirt, sowie den Character einer schwachen Base und eines Phenols zeigt. Hesse sucht diese Angaben zu widerlegen und richtig zu stellen, indem er annahm, dass Skraup's Cinchonidin mehr Homocinchonidin gewesen sein könne, und giebt eine Probe zur Unterscheidung beider an. Man soll 1 g des fraglichen Sulfats in 50 CC. warmem Wasser lösen, dann anderthalb Stunden bei 15—20° C. stehen lassen. Cinchonidinsulfat krystallisirt in langen glänzenden Prismen, die jedoch nicht um einen gemeinsamen Punkt gruppirt sind, Homocinchonidinsulfat bildet dagegen zarte mattweisse Prismen in concen tri scher Gruppirung. Bei Gegenwart beider Sulfate bilden sich auch beide Formen neben einander. Diese Prüfung gelingt nur, wenn kein Chinin oder dieses doch nur in unbedeutenden Spuren zugegen ist. Cinclioniiliiram snlfaricura (C 20 H 24 N 2 O) 2 S0 4 H 2 , (Handb. Bd. II, S. 1334) krystallisirt (nach R. Godeffroy's Angaben) aus weingeistiger Lösung mit 2 Mol. Wasser in hübschen Prismen, aus conc. wässriger Lösung mit 3 Mol. Wasser in harten, glänzenden Prismen und aus verdünnter wässriger Lösung mit 6 Mol. Wasser. Mitunter soll es auch wasserfrei erhalten werden. Wasserfreies Salz löst sich nach Hesse in 97,5 Th. Wasser von 12° C, wasserhaltiges in 300 Th. Chloroform von 63,5° C. und in 100 Th. Chloroform von 15° C. unter Abscheidung von Krystallwasser. Letzterer Umstand erklärt, warum Cinchonidinsulfat beim Uebergiessen mit Chloroform gallertartig aufquillt. Weingeisthaltiges Chloroform löst Cinchonidinsulfat sehr leicht auf, dagegen ist dasselbe in Aether kaum löslich. Cinchonidinum sulfuricum aeidum, Cinchonidinbisulfat (C 20 H 24 N 2 0, S0 4 H 2 , 5H 2 0) krystallisirt in langen, farblosen, gestreiften Prismen, welche an trockener Luft leicht verwittern und. beim Zerreiben im Dunkeln ein intensiv blauviolettes Licht ausstrahlen. In Wasser ist es leicht löslich. Dieses Salz ist noch nicht in den Gebrauch gekommen. Die Prüfung des officinellen Cinchonidinsulfats ist im Handb. Bd. II, S. 1334 angegeben, doch dürfte sich hier diejenige auf mikroskopischen Wege besonders empfehlen (Hager). Man schüttelt etwas des Salzes mit Wasser und filtrirt. Einen Theil des Filtrats versetzt man mit Ammon, jedoch nicht in zu grossem Ueberschuss, weil sich das gefällte Cinchonidin wieder lösen würde. Von der milchig trüben Flüssigkeit giebt man nach Verlauf von 10 Minuten einige Tropfen auf ein Objectglas, belegt mit einem Deckglase und betrachtet bei 150— 200facher Vergrösserung. Das reine Cinchonidin erscheint hier dem Auge als eine amorphe bräunliche durchsichtige Masse, zu Kügelchen zertheilt, welche, wenn man nach Zusatz des Ammons nicht schüttelte, gross, nach starkem Schütteln 110 Cinchonidinum. aber klein sind. Hier und da sind 2 oder 3 Kügelchen auch wohl theilweise zusammengelaufen und bilden eine weniger kuglige Form. Enthält das Cinchoni- dinsalz wenig Cinchoninsalz, so sind die Kügelchen auch wohl mit kleinen Kry- stallen besetzt oder sie sind von kleinen spiessförmigen Krystallen umlagert. Cinchoninsalz mit Ammon gefällt giebt keinen amorphen Niederschlag, sondern ein klumpiges Hanfwerk von sehr kleinen kurzen Krystallen. Ist im Cinchoni- dinsalz viel Cinchonin enthalten, so findet man die amorphen Cinchonidinkügel- chen neben den Krystallhäufchen des Oinchonins gelagert. Einen anderen Theil des Filtrats versetzt man mit soviel Boraxlösung, dass eine bleibende Fällung entsteht. Das Cinchonidin erscheint auch hier amorph, aus kleinen Kügelchen bestehend. Cinchoninsalz mit Borax bildet noch kleinere Kügelchen, welche dunkler erscheinen. Cinchonidinsalz mit Cinchoninsalz stark verunreinigt giebt mit Borax ein Gemisch aus grösseren und kleineren Kügelchen. Letztere scheinen zuweilen ihre Rundnng zu verlieren, so dass man ein Gemisch von kleinen Krystallen mit Kügelchen vor sich zu haben glaubt. Nach einigen Augenblicken der Ruhe und bei genauer Besichtigung lassen sich die kleineren Cinchoninktlgelchen sehr gut erkennen. Cn. ■ Fig.39. Cinchonidinsalz mit Ammon. CU Niederschlag au«reinem Cinchonidinsulfat, Cn ansCinchoninsulfat, Cd+Cn aus wenig Cinchonin enthaltendem Cinchonidinsalz, Cn+Cd aus viel Cinchonin enthaltendem Cinchonidinsalz. 150—200 fache Vergr. Fig. 10. Cinchonidinsalz mit Borax. Cd Niederschlag auM reinen Clnchonidinsnlfat, Cnb aus reinem Cin- choninsulfat, Cd-\-Cn aus Cinchonin haltendem Cinchonidinsalz. 150—200 fache Vergr. Da die anderen drei Alkaloide, Chinin, Chinidin und Cinchonin durch Ammon in krystallinischer Form gefällt werden, so ist das Cinchonidin auf mikroskopischen Wege leicht zu erkennen. Durch Borax werden Cinchonidin und Cinchonin in amorpher Form abgeschieden, Chinin und Chinidin nicht. In Betreff der Anwendung der Cinchonidinsalze als Arzneistoffe sind von Hageb weitere Erfahrungen gemacht worden. Zu den Aeussorungen im Handb. Bd. II, S. 1334 wäre hinzuzufligen: Das Cinchonidinsulfat ist i f 3 so hoch im Preise wie des Chininsulfats, und wenn man den Ileilwerth des letztem = 100 setzt, so kommt dem des Cinchonidinsulfats die Zahl 75 zu. Um also den gleichen antipyretischen Effect des Chininsalzes ztt erlangen, wäre die Gabe, wie sie für das Chininsalz gilt, um l L zu vermehren. 1,0 Chinidinsulfat und 1,33 Cinchonidinsulfat würden somit dieselbe antipyretische Wirkung erreichen lassen. Diese An- Cinclioninidum hydrochloric, salicylic. 311 nähme wurde schon im Handbuche empfohlen und hat sie sich nach vielfacher Anwendung des Salzes heute als eine richtige bestätigt. Die lästigen Nebenwirkungen, wie sie im Gefolge der Chininanwendung gewöhnlich sind, scheinen dem Cinchonidin nicht in gleichem Maasse eigen zu sein und kann man sie nur halb so stark annehmen. Hager wendete das. Cinchonidinsulfat gewöhnlich in Verbindung mit Chinidinsulfat ana an und fand er diese Combination besonders geeignet, denn sie wurde in allen Fällen leicht vertragen und die lästigen Nebenwirkungen traten nur in einigen Fällen in sehr unbedeutendem Umfange auf, so dass sie erst von dem Kranken wahrgenommen wurden, als derselbe desshalb befragt und davon unterrichtet wurde. Hageb experimentirte an seiner Person und fand er die Nebenwirkungen vom Chinin und Cinchonin in entsprechender Gabe (die Wirkung von Chininsulfat = 100, Chinidinsulfat = 90, Cinchonidinsulfat = 75 und Cinchoninsulfat = 50 angenommen) viel kräftiger und lästiger hervortretend. Nun ist das Cinchoninsulfat nur i j i so theuer als das Cinchonidinsalz, doch dürfte letzteres als Antipyreticum eben wegen der geringeren lästigen Nebenwirkungen den Vorzug verdienen, dagegen sollte man dem Cinchoninsalz als Roborans in Verbindung mit Eisenoxyd und anderen Roborantien in Fällen, -wo der billigere Preis in Betracht kommt, mehr Beachtung zuwenden. Hier kommen eben keine hohen Gaben in Anwendung, so dass die Nebenwirkungen sich auch nur höchst unbedeutend geltend machen. In einer Zuschrift Weddel's an die Pariser Akademie sind ebenfalls die Vortheile hervorgehoben, welche der Ersatz des Chinins durch Cinchonidin als Fiebermittel ergiebt. Cinclionldinnm hydrochloricum, Cinchonidinum mnriaticnm, ehlorwasserstoff- sanres Cinchonidin, Cinchonidinhydrochlorid (2C'-"»H'^0,IIC1+2H0 oder C 20 H 24 N 2 O, C1H,H 2 0 = 362,5) krystallisirt aus verdünnter wässrigor Lösung in glasglänzenden rnonoklinoedrischen Doppelpyramiden, aus concentrirter wässriger Lösung dagegen >n langen, asbestartigen Nadeln, welche 2 Mol. Wasser einschliessen und sich bald unter Verlust von einem Mol. Wasser in die erstere Verbindung umsetzen. Das wasserfreie Cinchonidinhydrochlorid bedarf nach 0. Hesse 38,5 Th. Wasser von 10° C. und 20,1 Th. Wasser von 20° C. zur Lösung. In kochendem Wasser, "Weingeist und Chloroform ist es sehr leicht löslich; dagegen fordert es bei 10° C. 325 Th. Aether zur Lösung. Aus der Lösuug in Chloroform scheidet s 'ch allmählich eine Verbindung des Salzes mit dem Lösungsmittel in kleinen Nadeln ab, welche dann 13 Th. Chloroform zur Lösung bedarf. Dieses Salz fand bei vielen Aerzten Beachtung. Die Gabe ist dieselbe wie vom Sulfat. Cinchonidinum salicylicum, Cinchonidinsalicylat, salicylsaures Cinchonidin. Das aus 100 Th. schwefelsaurem Cinchonidin mittelst Aetznatrons abgeschiedene Cinchonidin wird ausgewaschen und in einem Glaskolben noch feucht mit 35 Th. Salicylsäure und 2000 Th. destill. Wasser gemischt, bis auf 100° C. erhitzt und unter bisweiligem Agitiren 12 Stunden hindurch bei dieser Temperatur erhalten. Dann wird die trübe Flüssigkeit in eine porcellanene Schale ausgegossen und an einen kalten Ort gestellt. Nach zwei Tagen sammelt man das Salz in einem Colatorium, presst es aus und trocknet es. Durch Eindampfen der Mutterlauge und Beiseitcstellen werden noch weitere Portionen des Salzes gewonnen. Das Cinchonidinsalicylat ist ein in Wasser schwer lösliches Salz. Dieses Salz bietet der Therapie und Pharmacie keine Vortheile und wird durch das billigere Sulfat jederzeit ersetzt. Die Menge der im Salze vertretenen Salicylsäure ist zu gering, als dass sie die antipyretische Wirkung des Cinchoni- dins wesentlich erhöhen könnte. Ex tempore kann man 10,0 des Cinchonidin- salicylats darstellen aus 9,2 Cinchonidinsulfat und 3,9 salicylsaurem Natron, welche gemischt mit etwas Wasser übergössen im Wasserbade erwärmt werden. 312 Cinchcmidinum. — Cinchoninum. Soll es als Pulver in Anwendung kommen, so benetzt man das Gemiscn mit verdünntem Weingeist und trocknet es im Wasserbade aus. Cincliomdiiium tannicnm, (ünchonidintannat, gerbsaures Cinchoiiidin wird in ähnlicher Weise wie das Chinidintannat dargestellt. (1) Pilulae Cinchonidini. (Loco Pilularum antphlogisticarum Hager.) Hager's Katarrhpillen No. III. Ijf Cinchonidini sulfurici 10,0 Tragacanthae 5,0 Radicis Althaeae 2,0 Radicis Gentiunae 5,0 Ligni Santali rubri 1,0 Glycerinae 7,5 Aquae destillatae 2,0 Acidi hydrochlorici 5,0. Misce. Fiant pilulae ducentae (200). Lycopodio eonspergantur. Dentur ad vi- trum. S. Bei Katarrh täglich viermal je 5 Pillen, bei Schmerz und Stechen in der Lunge, in der Seite täglich sechsmal je 5 Pillen zu nehmen. Diese Pillen sind ein billiger Ersatz der unter Chinidin angegebenen Bager'- schen Katarrhpillen. Bei chronischem Katarrh und dem damit verbundenen Hosten nimmt man täglich vor der Zeit, in welcher dieser Husten besonders heftig aufzutreten pflogt, innerhalb 2 Stunden 10 Pillen. (2) Trochisci antichlorotici. Bleichsuchtpastillen. Rothebacken- brötchen. ly Cinchonini tannici 20,0 Magnesiae subcarbonicae Pulveris aromatici ana 2,0 Tragacanthae 3,0 Sacchari albi 50,0 Aquae Aurantii florum Glycerinae ana 6,0. Mixtis et in massam redactis immisce massam paratam o Ferri oxydati fusci 40,0 Magnesiae subcarbonicae 1,0 Tragacanthae 5,0 Sacchari albi 100,0 Corticis Aurantii 5,0 Aquae Aurantii florum Glycerinae ana 10,0. Tum massam in troehiscos ducentos (200) redige. quos pulvere parato e ligni Santali rubri et Sacchari pulverati partibus aequalibus conspergas, postremum loco tepido sicca. Je nach dem Alter der Person 2—3—5 Stück den Tag über und 2—4 Wochen hindurch zu nehmen. Cinchoninum. H. Skraup fand die elementare Zusammensetzung des Cinhonins der Formel C 19 H22N 2 0 entsprechend (pharm. Centralh. 1877, S. 415). Cinchonin ist in 350 TL Chloroform bei 15° C, in 320 Th. bei 17,5° C. und in 300 Th. bei 20° C. löslich. Cinchoninhydrobromat krystallisirt in prismatischen Nadeln und ist in 19—20 Th. Wasser von mittlerer Temperatur löslich. Zur Darstellung weiden 2,38 g Cinchoninsufat in 24 CO. warmem Weingeist gelöst, mit einer Lösung von 0,76 g Kaliumbromid in 3 CC. Wasser vermischt, filtrirt und zur Krystallisation abgedunstet (E. Schmidt). (1) Aqua enodalofuga. Wasser gegen Ungeziefer der Hausthiere. tyr Cinchonini sulfurici 10,0 Acidi boracici 5,0 Acidi benzoiei, via humida parati 2,5. Solve in Aquae calidae 600,0. Tum adde Olei Rorismarini Olei Bergamottae Olei Cassiae cinnamomeae Olei Lavandulae ana 1,0 Spiriuis Vini 400,0. antea mixta. Fortiter agita, tum cola. Die Haut, das Fell oder Gefieder der Thiere wird mit diesem Wasser innerhalb 3— 4 Tagen zweimal benetzt oder bestrichen. Gegen Flöhe, Läuse und ähnliches Ungeziefer. Dieses Wasser kann nie schädlich wirken. Cinchoninum. — Cinnarnomum. 313 (2) Pilnlae Cinchonini acidae. Pilulae anticatarrhales pauperum. Cinchonini sulfurioi 6,0 Tragacanthae 3,5 Radicis Althaeae Radicis Gentianae ana 2,0 Ligni Santali rubri 1,0 Glycerinae 4,5 Acidi muriatici (1,124 p. sp.) 4,0. M. fiant pilulae centum et viginti (120). D. ad vitrum. D. S. Zweistündlich 2—3 Pillen (wenn der Fioberzustand gehoben ist, 4—5 stündlich 2—3 Pillen). Cinnamomum. Unter Holzkassie, Cassia lignea, Cassia bark verstehen die Drogisten und Kaufleute Deutschlands und Englands gewöhnlich den Chinesischen ^'ttimt, Cortex Cinnamomi Cassiae. Eine neue Sorte Cassia wird jetzt aus Cochinehina eingeführt. Sie soll von Cassia Boxburghii entnommen werden. Eine andere neue Sorte Zimmt kommt unter dem Namen Padang-Zimmt m den Handel. Von demselben berichtet H. Heintz (Duisburg) in der ph. Ztg.: »Ein mir gütigst zugesandtes Mustor zeigt dünne Stangen von eigenthümlich rauher lj erfläche, die Stangen dünner und in Farbe heller wie China-Zimmt, Geschmack ^hwach, ähnlich dem China-Zimmt, Geruch sehr schwach. Dieser Zimmt giebt ;»°°/o weissliche Asche, welche sich unter starker C0 2 Entvvickelung in verdünn- er Salzsäure klar löst und giebt diese Lösung mit NH 3 einen massigen ge- la wnösen weissen Niederschlag." .. »Die Besichtigung im Microscop zeigt neben Bastzellen, Stärke etc. ähn- ICa wie China-Zimmt. Es sind aber einige ganz durchsichtige platte Zellen da- il| ntcr, welche sich auf der Oberfläche der Stangen finden. Man sieht diese, XV| ' 111 ' man etwas von der Oberflache abschabt." »Wiederholt habe ich jetzt Zimmt untersucht, welcher in Original-Verpackung hier ankommt und hier gepulvert wird. Derselbe enthält häufig etwas ttgeschimmelte und muffig riechende Stangen; man findet Stangen dazwischen, le fast gar keinen Geschmack haben. Einen Unterschied von China-Zimmt ann ich nicht finden, dagegen ist der Aschengehalt so auffallend gering (2—2,1%)» ass icn diesen Zimmt durchaus für ein Gemenge von Zimmt, dem ein Theil eines Oeles entzogen ist, mit besseren Zimmt halten muss." 4-_r -^ scncn S e halt der Zimmtsorton. Dieser beträgt imCeylon-Zimmt 5 Proc, selten bis zu 6 Proc, in der Zimmtcassie ist er weit geringer. "inesischer Zimmt giebt 2 — 3 Proc, die feineren kleineren Röhien oft n °ch witer 2 Proc, Cassia lignea 3-5 Prc roc. DerStärkemehlgehalt steigt im Ceylon-Zimmt bis zu 4 Proc, im 'inesischen bis zu 5 Proc, in der Cassia lignea bis zu 7 Proc, höchst selten bis zu 8 Proc. Schleimgeh alt (aus der Abkochung durch Weingeist - Aether gefällt nach ~wrag des Stärkemehls) beträgt im Ceylon-Zimmt höchstens 4,5 Proc, im Chinesischen und der Cassia lignea 4—9 Proc. Der Aethorölgehalt ist im Ceylon-Zimmt am grössten, 2,5—4 Proc, in üe n anderen Zimmtsorten 2—2,5, selten bis zu 1 Proc; in sehr frischer Rinde, We lche in Blech verpackt war, wurden sogar 5,6 Proc. Oel angetroffen. Diese Angaben sind den Berichten Tkojanowsky's und Hageb's entnommen. In Betreff der Prüfung des Zimmtpulvers äusserte sich Th. Salzer (Worms) in der ph. Ztg.: 314 Cinnamomum, Zimmt-Untersuchung. „Meine frühere bez. Angabe berichtigend, bemerke ich, dass Holzcassie oder Malabar-Zimmt (Cassia vera) wahrscheinlich entsprechend verschiedener Abstammung sich gegen Wasser verschieden verhält; ein früher bezogenes mit Holzcassie bezeichnetes Pulver quoll in Wasser nur wenig auf; neuerdings bezogene Muster ganzer Holzcassie (deren Identität nach den Angaben Hager's und Vogel' s zweifellos erschien) lieferten mir dagegen Pulver, von denen je ein Gramm in Wasser zu schleimigen Massen von 12 CC. bis 20 CC. Kaum aufquoll. Da Hager nur angiebt, dass Holzcassie beim Kochen mit Wasser Gallerte bildet, ist wohl möglich, dass Holzcassie vorkommt, welche in kaltem Wasser nicht aufquillt. Ist also ein Zimmtpulver nicht aufquellend, so könnte es möglicherweise doch mit Holzcassie versetzt sein; ist es aber mehr oder weniger aufquellend, so kann dies als Beweis gelten, dass mehr oder weniger Holzcassie (oder ein anderer aufquellender Stoff) zugesetzt ist. Als weitere Verfälschungsmittel des Chinesischen Zimmts giebt Hager im Commentar (wie auch vordem Andere) den Mutterzimmt (Cort. Malabathri) und Cort. Culilawani an; erstere scheint im Handel kaum mehr vorzukommen, letztere ist in Wasser nicht aufquellend, enthält aber sehr wenig Stärkemehl und fast gar keinen Gerbstoff- Eine vergleichende Bestimmung des Gerbstoffgchalts ist bei der Untersuchung von Zimmt- und Gewürznelkenpulver leicht in der Weise auszuführen, dass man 1 g Pulver (im weiteren Verlaufe der angegebenen Methode) mit 50 CC. Wasser einige Stunden macerirt, dann 5 CC. abfiltrirt und diese mit einem Tropfen Eisenvitriollösung versetzt; die Flüssigkeit wird bei gutem Nelkenpulver undurchsichtig grauschwarz, bei gutem Chinesischen Zimmtpulver wie bei Holzcassienpulver undurchsichtig blauschwarz werden; ist die Flüssigkeit durchsichtig oder bleibt die Reaction vollständig aus (wie es bei Handelswaare vorkommt), so ist der Beweis einer Verfälschung mit gerbstoffä rmeren Vegetabilien oder mit den betr. Destil' lationsrückständen erbracht." Untersuchung und Prüfung des Zimmtpulvers. Der Kleinkaufmann oder Materialhändler in Deutschland pflegt unter echtem oder feinem Zimmt, K»" nehl, den Ceylon-Zimmt, unter Zimmt, Cassia lignea die Zimmtkassio & u verstehen. Der gemeine Mann macht keinen Unterschied und fordert beim Kauf' mann Zimmt oder Kanehl und ist befriedigt, wenn er eine Waare erhält, we»" eher der charakteristische Geruch und Geschmack des Zimmts eigen ist. Da ^ ie Zimmtkassie die um Vieles billigere Waare ist, so wird diese auch gewöhnte» im Detailverkauf abgegeben. Da keine polizeiliche Verordnung besteht, welc' 10 die nur als Zimmt im Detailverkauf zulässige Zimmtsorte näher bestimmt, 8 ° kann auch dem Materialwaarcnhändler kein Vorwurf gemacht werden, wenn 6 geringere Sorten der besseren beimischt, um so mehr als Geruch und Geschmac über den Werth der Waare allein entscheiden. Uebrigens giebt es viele Personen welche der Zimmtkassie wegen ihres milderen Geschmackes den Vorzug gebe» und als Arzneimittel hat die Zimmtkassie von jeher den Vorzug behauptet. ^ e» man daher liest (Dr. Werner Schmiü, Anleitung etc. 1878, S. 118), der Zim^ werde häufig mit Zimmtkassie verfälscht, so möge man dies als einen Irrtbu auffassen. Der chemische Sachverständige dürfte wohl kaum in die Lage kommen, übe Zimmtsorten sein Gutachten abzugeben, er wird aber öfter zu entscheiden babeu, ob einem Zimmtpulver Substanzen beigemischt sind, welche dem Zimmt nicht an- gehören. Solche Substanzen sind rother und brauner Bolus, Sandelholz, extra- hirter Zimmt, Mehl, Brotkruste, Steinschalen der Mandeln, fremde Baumrinden, Mahagoniholz, Zuckerkistenholz etc. _ . In pharmaceutischer Beziehung ist die Unterscheidung der gepulverten Zurr» >, welche in cauzer Waare auch nicht die geringste Schwierigkeit darbiete , sorte, welche in gauzer Cinnamomum. Zimmt-Untersuchung. 315 gefordert, besonders wenn der Geschmack und der Geruch Zweifel aufkommen lassen. Man macht einen Aufguss aus 1 Th. des fraglichen Zimmtpulvers mit 30 Th. kochend heissem Wasser und eben solche Aufgüsse von einem als echt bekannten gepulverten Ceylonzimmt und gepulverter Zimmtkassie, und stellt diese •"ei nach dem Erkalten filtrirten Aufgüsse in Eeagircylinder vertheilt neben ein- aader. Wäre der erkaltete Aufguss so gelatinös, dass er nicht filtrirbar ist, so hat man ein pharmaceutisch nicht verwendbares Pulver vor sich. Den klaren Aufgüssen, in Portionen zu 7—8 CC. in Probircylinder vertheilt, setzt man verschiedene Reagentien, aber immer in einem und demselben Vorhältnisse zu. Uas vornehmlichste Reagens ist eine verdünnte Jodjodkaliumlösung. Zwei tropfen genügen in 10 CC. Zimmtkassicaufguss eine dunkelblaue bis schwarz- Waue Färbung hervorzubringen, während der Ceylonzimmtaufguss kaum eine Veränderung seiner Farbe erfährt. Das zweite Reagens ist ein Viertelvolumen einer ^leiacetatlösung. Im auffallenden Lichte erscheint der Niederschlag in dem '-assiazimmtaufguss merklich dunkler bräunlichgrau, als der im Ceylonzimmtauf- S Us s, und nach dem Erwärmen filtrirt, erfolgt nun in jedem Falle eine farblose Flüssigkeit. Ein farbiges Filtrat deutet auf eine Verfälschung. Mercuri- «loridlösung bewirkt keine Veränderung, in Digestionswärme sammelt sich ^"er ein flockiger bräunlicher Niederschlag. Gerbsäure verhält sich indifferent, errichlorid bewirkt eine dunkel braungrüne Färbung, welche in beiden Aufgüssen c ' n,) gleich starkeist. Mahagoniholz enthält Eisen blauschwarzfällenden Gerb- 0r >> Zuckerkistenholz enthält keinen Gerbstoff. Die Reaction mit Jod bietet nur in ihrem ersten Erscheinen einen Anhaltspunkt, denn die Zimmtsorten haben die Eigenfhümliehkeit Jod aufzunehmen und ° Jodfärbung zum Verschwinden zu bringen, wie diese Eigenthümlichkeit auch ü " ^ er Milch bekannt ist. Wenn man daher mit Jodlösung auf Stärkemehl, ches in der Zimmtrinde von Hause aus vertreten ist, aber sich durch seine Serordentlich kleinen Zellen von anderen Stärkezellen unterscheidet, reagirt, mu ss ein Uoberschuss des Reagens in Anwendung kommen. ^ . Zur Untersuchung des Zimmtpulvers auf ungehörige, besonders mineralische eimischungen ist die Prüfung durch Schütteln des Pulvers mit Chloroform nicht fop 86 v ^ Cnn aH °k '" cr bilden sich bei reinem Zimmt am Grunde der Chloro- kal? ^ Bodensätze. Geeigneter ist die Mischung durch Umschütteln mit ob gesättigter Kochsalzlösung, welche Mischung in 10 Minuten der Ruhe eine ty 6re Zi mmtschicht und eine untere weniger gefärbte und kaum trübe salzige asserschicht darstellt. Der Bodensatz in letzterer Schicht gleicht nur einem s ' Warf »en Anfluge und besteht hauptsächlich aus Stärkemehl. Wäre die wässrige g'.'eht total trübe oder der Bodensatz beträchtlich, so lässt sich auf eine g Mischung von Bolus, Stärkemehl schliesson. Will man das Stärkemehl trennen, s, 'liüttelt man 2 g des Pulvers mit 10 CC. Chloroform tüchtig durcheinander, f tz t dann nach ungefähr 5 Minuten 20 Tropfen Wasser hinzu, schüttelt während n er Stunde öfter durcheinander und setzt bei Seite. Nach mehreren Stunden w Ruhe schöpft man die oberste Schicht ab und sammelt den Bodensatz durch "giessen der dunkelfarbigen Chloroformschicht und Abwaschen des Bodensatzes mit absolutem Weingeist etc. . Die Aschen menge des reinen Cassiazimmts variirt bei lufttrockner Waare fischen 2,0—3,5 Proc, und steigt selten bis zu 5 Proc. Ceylonzimmt liefert r~5 Proe., höchs selten 6 Proc. Asche, In der Asche fand Behneb einen ^anganoxydgehalt, welcher in der Ceylonzimmt-Asche unter 1 Proc, in der Cassia- Z 'mmt-Asche bis zu 5 Proc. steigt. Damit wäre ein Weg verzeichnet, das Pulver des Ceylonzimmts von dem des Cassiazimmts zu unterscheiden. Die Asche le tzteren Zimmts ist deshalb auch stärker graubraun gefärbt. 316 Cinnamomum. Zirnmt-Untersuchung. Fig. 41. Zimmtkassienpulver (150—200 fache Vergr.) s Steinzeiten, '' Stärkezellen führende Steinzeiten, b Bastzellon, bp SUrkezellen führende Bastzellen, o Oel/ellen. Weingeistiges Extract der Cassia-Zimmtsorten beträgt 10—12 Proc, das ätherweingei'stige 11—14 Proc. und der Rückstand aus letzterer Ex- traction giebt an kaltes Wasser noch weitere 5,5—6,5 Proc. Lösliches ab. Der Mindestgehalt an weingeistigem Extract wäre zu 10 Proc, an ätherweingeistigem Extract zu 11 Proc. anzunehmen, an mit kaltem Wasser gesammeltem Extract zu höchstens 7 Proc Ueber die Darstellung des weingeistigen und ä t h e r - weingeistigenExtracts siehe am Schlüsse dieses Kapitels. Der wässrige kalte Auf guss erhält sich gegen Gallus- gorbsäure und Pikrinsäure indifferent, auch in dem Falle, in welchem der Zimmt massige Mengen Getreidemehl oder gepulvertes Backwerk enthält. Wäre die quantitative Rß- Stimmung des zugemischton Backwerkes oder der stärkomehlhal- tigen Substanz gefordert, so dige- rirt man 2—3 Stunden 5 g des Zimmtpulvers nach Extraction mit kaltem Wasser mit 2 g Oxalsäure und 75 CC. Wasser in der Wärme des Wasserbades, liltrirt, süss 4 den Rückstand mit heissem Wasser aus, giebt zu der Colatur 2 g kohlensaure Kalkerde, digerW unter bisweiligem Umrühren eine Stunde, lässt erkalten, filtrirt etc. Das Filtrat wird in einer tarirten Schale im Wasserbade eingetrocknet und ausgetrocknet. Der Verdampfungsrückstand darf nicht 1 g übersteigen. Es ist hier noth- wendig, einen Parallelversuch mit echter Zimmtkassie anzustellen» und dann auch die gewonnenen Resultate mit den Mengen des ätherweingeistigen Extracts zu vergleichen. Unter dem Mikroskop betrachtet bietet das in Glyeerin eingeweichte Zimmtkassienpulver de m Auge folgende hauptsächliche Formelemente: 1) dünne spindelförmige, meist gl»^ 6 Bastfasern (circa 0,05 mm lang). Sie sind so verdickt, dass der Innenraum * ie eine linienförmige Spalte erscheint. — 2) Dickwandige Zellen des Bastparenchyms* Stärkemehl führend. — 3) Steinzellen mit und ohne Stärkemehl. — 4) Oelzellcn- Fig. 42. Pulver des rotten Santelholzes (120—1.10 fach« Vergr.) A Holzzellen, gh getüpfelte Holzparenchymzellen, hh Hol. mit umhöftec Tüpfeln, m Zellen aus den Ilarkstrahlen, k Krystallzellen. Cinnamomum. Zimmt-Untersuchung. äi? ~~ 5) Schleimzellen. — 6) Stärkemehlkörnchen (0,01 bis 0,018 mm im Durchmesser) finden sich in rothbrauner Masse eingebettet in allen Parenchymz eilen, in vielen Stcinzellen. — 7) Wenige, sehr kleine prismatische Kalkoxalatkrystalle (aus den Markstrahlzellen). Die Stärkezellen des Ceylon-Zimmts sind bedeutend kleiner und die Kalkoxalatkrystalle fehlen in diesem Zimmt. Auf die folgende Anweisung der Darstellung von Extracten und des kalten w ässrigen Aufgusses behufs der Untersuchung der Gewürze und ähnliche '■»enussmittel wird öfter in diesem Ergänzungsbande verwiesen werden. I. Bestimmung des weingeistigen Extracts der Gewürze. Zur Verwendung kommt das lufttrockne Gewürz in ein grobmittelfeines Pulver verwandelt. Man ^' ä ge ca. 10,5 gab, verwandele dieses bis auf den letzten Rest in Pulver unter Jossen in einem Mörser und Durchschlagen durch ein entsprechendes kleines le b. Ein solches extemporirt man aus einer Pappschachtel, deren oberen und Unteren Boden man abgeschnitten hat, durch Einlage eines Stückes gewöhnlicher *uttergaze. Von dem Pulver giebt man genau 10 g nebst ungefähr der 4 fachen Menge j_"proc. Weingeistes in ein Glaskölbchen und digerirt 3 Stunden hindurch bei 40— "P C. oder erhitzt auch wohl bis auf circa 75 ° C. und lässt erkalten. Dann S'ebt man das Gemisch in einen kleinen Deplacirtrichter oder eine Retortenallonge, ( eren Abflussrohr mit einem Bäuschen grober Glaswolle geschlossen ist. Hier * lr( l nun nach der bekannten Verdrängungsmethode unter Aufgiessen kleiner Giengen 90 proc. Weingeistes die Extraction langsam fortgesetzt, bis das Abrupfende f agt f ar bl 0 s erscheint. Das Filtrat lässt man alsbald in einen tarirten Waskolben vou 180—200 CC. Rauminhalt mit 6—7 Ctm. langem und 1,4—1,6 Ctm. weitem Halse abfliossen. Die hierzu nöthige Weingeistmenge beträgt gewöhnlich 90 bis 110 CC. Der Glaskolben wird mit einem zweimal winkelig gebogenen Glasrohre oder uch m ;t e ; nem LnsBia'schen Kühler verbunden und im Wasserbade die Destil- ation bei 80° und allmählich steigend bis auf 100° ausgeführt, wofern man as Destillat sammeln will. Im anderen Falle setzt man dem Kolben mittelst «renbohrten Korkos ein 7—8 Ctm. langes, 0,4 Ctm. weites offenes Glasrohr in der e 'so mittelst durchbohrten Korkes auf, dass es gegen 1 Ctm. seiner Länge in lR n Kolbenhals, gegen 5 Ctm. nach aussen über dem Korke hervorragt. Nun Jjwt man den Kolben in das Wasserbad, jedoch so, dass sich die obere jJälfte seines Halses ausserhalb des Wasserbades befindet oder vielmehr nicht von em Wasserdampfe unmittelbar berührt wird. Man destillirt oder erhitzt nun so '■'"p, bis sich das dem Kolben aufgesetzte Glasrohr kalt anfühlt, ein Bindurch- ■ Wimen von entweichenden Weingeistdämpfen nicht mehr stattfindet. Nun öffnet ^an den Kolben und schiebt in seine Halsöffnung eine circa 4 Ctm. lange Fliess- Papierrolle ein, welche die im Halse sich verdichtende Feuchtigkeit aufsaugt. I^urch Eingiessen von kaltem Wasser hält man jetzt das Wasserbad in einer Temperatur von 85—90° C. Wenn nach 15—30 Minuten eine neue eingeschobene Fliesspapierrolle trocken bleibt, ist auch die Austrocknung des Destillations- rf ickstandes vollendet. Den Kolbenhals kann man dadurch von der Erwärmung durch die Dämpfe «es Wasseerbades abschliessen, dass man ihn an seinem unteren Drittel mit e-| nem (aus zwei Hälften bestehenden) durchbohrten Korke, welcher vom Ringe ües Einsatzloches des Kochapparats umfasst wird, umgiebt. Auf diese Weise verdampft mit je 100 CC. Weingeist vom flüchtigen Oele, wenn es in reichlicher 318 Cinnamomum. — Citrus. Menge gegenwärtig ist, 0,4—0,5 g und man wird nicht fehl greifen, wenn matt annimmt, dass bei der oben erwähnten Weise der Destillation mit 100 g oder 120 CC. 90proc. Weingeist höchstens 0,5 g flüchtiges Oel destillirt, resp. verdampft. Ist dagegen der Kolbenhals weiter und kürzer, so ist der Verlust ein bedeutend grösserer. Der ausgetrocknete Destillationsriickstand wird endlich gewogen. II. Bestimmung des ätherweingeistigen Extracts der Gewürze. Hierzu verfährt man in ähnlicher Weise wie bei Bestimmung des weingeistigen Extractes, nur wird in Stelle des Weingeistes eine Mischung aus 2 Vol. 90proc. Weingeist und 1 Vol. Aether von circa 0,728 spec. Gew., sowie statt einer Digestion eine 2tägige Maceration vor der Extraction durch Verdrängung ausgeführt. Die Destillation oder Verdunstung des Filtrats in dem Glaskolben muss im allmählich angeheizten Wasserbade geschehen. III. Den kalten wässrigen Aufguss bereitet man aus dem grobmittelfeinen Pulver durch halbstündige Maceration in der 15 fachen Menge destillirten Wassers von 15 bis 20 °C. und dann darauf folgende Filtration durch Fliesspapier. Karri-powder, Kurripulver (Handb. Bd. 1, S. 896 Pulvis Kurri) hat auch den Namen Ragoutpulver erhalten. Olenm Cinnamomi foliorura, Zimmtbliittrrol, ist in der Farbe dem Zimmt- öle ähnlich. Der Geruch erinnert an Muskatnuss und Gewürznelken, jedoch tritt mit Kalihydrat erhitzt der Zimmtgeruch hervor. Spec. Gew. 1,050—1,'••">•"'■ Dieses Oel fulminirt nicht mit Jod. Es enthält Zimmtsäure, denn mit Kalium* bichromat und Schwefelsäure behandelt entsteht Blausäure (Kuhn). Ceutralh. 1877 Nr. 25. Vergl. pharm- Fumigator, Dr. Perjun's. ein mittelfeines Pulver, aus feinem SUffomehl, viel Zimmt, Gewürznelken, Piment und etwas Salpeter bestehend. (Hagur Analyt.) Hamburger Magenbittor, Hamburger Magen Drops, von Franz Oskar WuNimAtf, stellen eine klare braune Flüssigkeit dar, zusammengesetzt aus ca. 10 g Gewürztinctnii 11 g bitteren Magentropfen, 2 g Hoffmannstropfen und 12 Tropfen Pfefferminz"'" 0,6 Mark. (Hager, Analyt.) Citrus. Der aus dem Süden Europas in den Handel kommende Citronensaft entstamm nicht allein der Citronenfrucht, sondern auch der Limette und Bergamotte. D er concentrirte Bergamottensaft wird besonders an der Calabrischen Küste, concen- trirter Limettensaft in der Nähe von Barcelona, auch auf Domingo dargestellt Das spec. Gewicht des Bergamottensaftes soll ein höheres, der Säuregehalt aber ein geringerer sein. Siiccus Citri. Darstellung und Conservirung grösserer Mengen d cS frischen Citronensaftes. Die Citrononfrüchte, welche den besten Saft liefern, sind die vorwiegend lang- ovalen, von rein gelber Farbe, mit dünner Schale. Die franz. Militärpharma- kopöe schreibt Citronen vor, deren Gewicht nicht unter 100 g herabgeht. _ Man schält ab, durchschneidet mit einem versilberten Kupferblech, beseitig die Samen und presst mittelst Presse stark aus. Den Saft versetzt man mit ä Citrus. Succus Citri. 319 Vol. Proc. süsser Milch, schüttelt um, stellt 1—2 Tage an einen kalten Ort bei Seite und filtrirt alsdann unter Anwendung von 2 Filtern bei 1 Liter Saft. Das Filtrat wird mit soviel krystall. Citronensäure versetzt, dass 10 g des Saftes genau 2,3 g Liquor Kali carbonici neutralisiren, füllt damit 100-g-Flaschen bis in den Hals, erwärmt im Wasserbade bis auf 50 — 60° C, verschliesst mit abgewaschenem Spitzkorke, so dass dieser noch etwas des Saftes verdrängt, verbindet U| h1 bewahrt die umgekehrt gestellten Flaschen in einer passenden Kiste am kühlen Orte auf. Da das Aequivalentgewicht des Liquor Kali carbonici der Ph. Germ, bis &ttf einen geringen Bruchtheil ebenso gross ist als dasjenige der krystallisirten wicinellen Citronensäure, also 3 Th. des Liquor 1 Th. krystall. Citronensäure "eutralisiren, so lässt sich der Gehalt des Saftes mit Hilfe eines SALLEBON'schen ■Iropfgiageg auf stathmetometrischem Wege leicht bestimmen und der Saft für die "»liehen Saturationen mit Kaliumcarbonat fertig stellen. In 100 Th. Citronensaft rn üsson mindestens 7,77 Th. kryst. Citronensäure enthalten sein. Hätten z. B. 10 g Ue s Saftes nur 2,0 des Liquors zur Saturation erfordert, so enthält er in 10 g (2,0: 3=) 0,66 g krystallisirte Citronensäure oder 1000 g Saft enthalten 66,6 g "er krystallisirten Säure und es sind diesen 1000 g noch 11,1 g dieser Säure Zusetzen. 1 g Kaliumcarbonat erfordert von diesem Safte 12,9 g zur Sättigung. Behufs Erkennung des käuflichen echten Citronensaftes neutralisirt man mit A mmon versetzt mit Calciumchloridlösung im Ueberschuss. Es darf eine kaum ^rklidie Trübung erfolgen. Nun kocht man auf und giebt die kochende Fltts- M gkeit auf ein Filter, es muss in der Kochhitzo ein entsprechend starker Nieder- cnlag erfolgt sein. Die Gegenwart jeder etwa als Verfälschung zugesetzten Säure le Essigsäure, Weinsäure, Schwefelsäure, Salzsäure, Oxalsäure muss durch die wannten speciellen Reagentien nachgewiesen werden. Essigsäure ist durch istulation abzuscheiden und darf nur in kleinen Spuren vertreten sein. Eine nitung auf Verunreinigung mit Kupfer, Blei und Zink ist nicht zu unterlassen. .„ ^ as s Citronensaft in starker Menge, zu 100—500 g unverdünnt genossen 'g wirkt, selbst den Tod herbeiführen kann, ist eine wenig bekannte Sache, ln i Handbuch zu erwähnen, übersehen wurde. , Queens Citri depuratus, Succns Citri Fleischerianns, gereinigter oder Fleischerner Citronensaft wird seit einigen Jahren durch die Firma Dr. E. Fleisciiee & Co. 11 I^osslau a. d. Elbe in den Handel gebracht. Diese Firma stellt ihn aus dem "'en Sicilianischen Safte dar, indem sie diesen in sorgfältiger Weise von allen hleimstoffen befreit. Dieser gereinigte Saft ist völlig klar, blassgelblich und ■? at ein cn Säuregehalt von 9,3 — 9,4 Proc. In ganz gefüllten Flaschen oder in ^ er Weise auf Flaschen gefüllt, wie oben auf dieser Seite angegeben ist, hält m s, ch viele Monate unverändert. In zum Theil gefüllten Flaschen in der wär- ei(m Jahreszeit ist seine Dauer auf eine Woche, in der kälteren Jahreszeit auf ' lrere Wochen gesichert. Zu den Saturationen sind erforderlich: Satur; ation 10,0 20,0 50,0 100,0 120,0 150,0 Succ. Fleischerian 8,0 g 16,0 „ 40,0 „ 80,0 „ 96,0 „ 120,0 „ Liq. Kali carb. Liq. Kali carb. Natr. Darb. Natr. carb. zur säuerlichen Saturation 2,0 g 4,0 „ 10,0 „ 20,0 „ 24,0 „ 30,0 „ zur neutralen Saturation 2,3 g 4,6 „ 11,5 „ 23,0 „ 27,5 „ 34,5 „ cryst. z. säuerl. ory»t.^z. neu- Saturation 1,6 g 3,3 „ 8,2 „ 16,5 „ 20,0 „ 25,0 „ tral. Saturat. 1,8 g 3,6 9,0 186, 21,0 27,0 320 Citrus. Oleum Citri, Limettae. Es ist daran zu erinnern, auf den Recepten zu notiren, dass Succus filtratus verwendet ist, damit bei Reiteraturen wieder derselbe oder doeb ein filtrirter Saft genommen wird. Die Filtration ist natürlich in Ansatz zu bringen. Dauernde Haltbarkeit dieses Citronensaftes Hess sich durch grössere Con- centration nicht erzielen. Dr. Fleischer stellte in dieser Beziehung verschiedene Versuche an. Hager füllte mit dem gereinigten Safte 100 g-Flaschen in der Weise, dass der Kork beim Aufsetzen eine entsprechende Menge von dem 18 ° C. warmen Safte aus dem Flaschenhalse verdrängte, so dass die Flaschen total gefüllt waren; der Saft war noch nach 4 Monaten, wo er verbraucht wurde, unverändert. Eine vorgekommene Verfälschung des Citronensaftes mit Salpetersäure wird in der Gazz. di Chim. 1878 von Fr. Dotto-Scrtbant gemeldet. SyrupilS Citri sneci. Es wird bisweilen geklagt, dass der Citronensaft-Symp beim Aufbewahren trübe werde. Diese Erscheinung beruht auf der Einwirkung der Citronensäure auf den Zucker, welcher zum Theil in Fruchtzucker übergeführt wird. Es genügt einfach den Syrup über Kohlenfeuex zu erhitzen, ihn 2— 3 Minuten aufkochen zu lassen und dann sofort durch ein wollenes Colatorium zu giessen. Oleum Citri. Ch. Piesse und A. Wright haben (Journ. of the Ch. 1878) das Citronenöl nach seiner chemischen Zusammensetzung näher untersucht. Wie bekannt wird es in der Weise gewonnen, dass man die Oberfläche der Schale der nicht völlig reifen Fruchte auf einem Reibeisen schabt, dun erhaltenen Brei presst und die Flüssigkeit durch Absetzen und Filtriren klärt. Es besitzt so den feinsten Geruch der Frucht, während das durch Destillation des Pressrückstandes mit Wasser gewonnene Oel jenem im Geruch sehr nachsteht. Das durch Pressen erhaltene Oel hat bei -fl5,o ü C. ein spec. Gew. von 0,9052. Der Destillation unterworfen entweicht zuerst ein wenig Wasser; bei 181° fängt es an zu sieden, zwischen 181 und J8G° gehen etwa 70 Proc. über und wenn die Temperatur bis 250° gestiegen ist, bildet der Rückstand eine dunkelbraue klebrige, in der Kälte feste Masse. In dieser bilden sich binnen mehreren Wochen Krystalle, welche durch Krystallisation aus Weingeist gereinigt strohgelb und fast geruchlos sind und bei 162° schmelzen. Sie sind unlöslich in Wasser, löslich in Alkalilaugen, daraus durch Säuren wieder fällbar, nie' 1 ' flüchtig. Ihre Zusammensetzung entspricht der Formel O 18 II 2S O 10 . Sie unterscheiden sich jedenfalls von dem Hcspcridin Ed. Hofemann's, welches bei 245 schmilzt und eine andere Zusammensetzung hat. Das unter 186° destillirtc Oel ergab bei der Rectification 99 Proc. bei 176 • Der Rest destillirte zwischen 180 und 230° über. Jone 99 Proc. veränderten in Berührung mit Natrium ihren Siedepunkt nicht; die Elementar-Analyse führte zu der Formel C 20 n l0 . Das durch Pressen der Schale gewonnene Oel kann m»n mithin als eine Auflösung eines bei 250° noch nicht flüchtigen Weichharzes i" etwas mehr als dem doppelten Gewichte eines bei 176° siedenden Terebens ansehen. Das Tereben des Orangenöles siedet bei 178°. Citronenöl, patentirtes, kommt seit einiger Zeit in den Hadel. E« ist ein schönes klares Oel, doch findet der Geruch dieses Oels nicht Beifall; e 9 ist auch mit dem des gewöhnlichen Citronenöls nicht völlig gleich. Oleum Limettae, Limettenö'l, das ätherische Oel der Schale der Limetten- frucht. Es wird wie das Citronenöl gewonnen. Künstlich stellt man es dnren Mischen von Oleum Citri und Oleum Bergamottae ana 100,0 und Oleum Cinna- momi acuti 5,0 her. Der Geruch dieser Mischung soll genau der des Limotten- öles sein. Man gebraucht es nur als Parfüm. Cobaltum. 321 Cobaltum. Cobaltum, Kobalt (Co =29,5 oder Co = 59), ein im Mineralreiche häufig vertretenes, auch in den Meteorsteinen vorkommendes Metall. Die wichtigsten Kobalterze sind der Speiskobalt (CoAs mit 3 — 24 Proc.), Glanzkobalt (CoAsS mit 30—35 Proc), Kobaltkies (Co 3 S 4 mit 11—25,6 Proc), Glaucodot oder Kobaltarsenkies (FeS 2 ,FeAs 2 +20082+ CoAs 2 mit fast 25 Proc), Kobaltblüthe (Co 3 As 2 0 8 mit 37—38 Proc). Diese Kobalterze durch Bearbeitung vom Schwefel 'lud Arsen grösstentheils befreit, kommen als Farbmaterialien, hauptsächlich enthaltend Cobalto- und Cobaltioxyd, in den Handel, und werden in der Porcellan- nnd Glasfabrikation und Malerei, auch zur Darstellung des reinen Metalls und seiner Salze verwendet. Das Kohaltmetall aus dem Oxalat hergestellt hat eine röthlich stahlgraue *arbe, starken Metallglanz und lässt sich strecken, dehnen und poliren. Es ist härter und auch schwerer schmelzbar als Eisen, wird vom Magnet, doch weniger *l8 Eisen, angezogen und selbst magnetisch, verändert sich an der Luft und im "[asser bei gewöhnlicher Temperatur nicht, oxydirt sich in der Glühhitze und "ird von den verdünnten Mineralsäuren, jedoch nur langsam unter Wasserstoff- entwicklung, leicht von Salpetersäure und. Königswasser gelöst. Die concentrirten -Lösungen sind blau, die verdünnten rosenroth. Spec Gew. 8,5—8,7. Kobalt ist zweiwerthig, in den Verbindungen mit Co 2 ist es sechswerthig. Mit Sauerstoff bildet es Oxydul (CoO), Oxyd (Co 2 0 3 ), Kobaltoxyduloxyd (Co 3 0 4 ), Kobaltsäure (Co 3 0 5 ). Letztere entsteht beim Schmelzen des Oxyds mit Kalihydrat be i Luftzutritt. Kobaltoxydul, KoLaltmonoxyd, Cobaltooxyd ist olivengrün, das ydrat (Co 2 H c 0 6 ) rosenroth. Seine Lösungen in Säuren sind blau, in verdünntem «stände blass carmoisinroth. Auf Zusatz von Ammon färbt sich die Lösung 0 ü und wird nach und nach braun, ohne dass Fällung eintritt. Das etwa zu- 8 ' ausscheidende basische Salz wird durch einen Ammonübersehuss wieder ge- ? mit rothbrauner Farbe. Die Aetzalkalien fällen bei Abwesenheit des mmons ein basisches Salz, welches am Grunde der Flüssigkeit (vor Luft ge- cnützt) allmählich ; schneller beim Erwärmen in rosenrothes, bei Luftzutritt in oiivengrünes Oxydulhydrat übgergeht. _ Aus amoniakalischer Lösung und bei Luftabschluss bewirkt Aetzalkali Keine Fällung (Unterschied von Nickel). — Die Alkalicarbonate fällen bei "Wesenheit von Weinsäure, Zucker etc. pfirsichblüthrothes basisches Carbonat, e mg löslich in einem Ueberschuss des Fällungsmittels, löslich aber in Ammonium- carbouatlösung. — Baryumcarbonat fällt in der Wärme vollständig. — Schwefelwasserstoff fällt KobaLJ aus der neutralen oder der sauren und !t Natriumacetat versetzten Lösung vollständig als schwarzes Sulfid, ebenso fällt cnwefelammonium das Kobalt aus neutraler oder ammonikalischer Lösung als 8chwa rzea hydratisches Kobaltsulfid (CoS), unlöslich im Ueberschuss des Fällungsmittel n d in Aetzalkalilauge, wenig löslich in Essigsäure, verd. Schwefelsäure, verd. Salzsaure (Unterschied von den Sulfiden des Zinks, Eisens, Mangans), leicht löslich in Salpetersäure. — Kaliumnitrit nebst Essigsäure der concentrirten Kobaltoxydullösung ^gesetzt fällt röthlichgelbes Kaliumcobaltinitrit, kaum löslich in Wasser, unlöslich in jfahsalzlösungen und 80 proc. Weingeist (die entsprechende Nickelverbindung ist löslicher in Wasser). — Kaliumcyanid fällt bräunliches Cobaltocyanid, löslich in einem Ueberschuss des Fällungsmittels. — Kaliumferrocyanid erzeugt einen graugrünen, Kaliumferrideyanid emen braunrothen Niederschlag. — Chlor Hager, Pharm. Praxis. Suppl. 21 I 322 Cobaltum. oder Hypochlorit verwandelt das in verdünnter Salzsäure gelöste Cobaltochlorid in braunes Cobaltichlorid (Co 2 Cl 2 ), aus welchem durch Maceration mit Baryum- carbonat Cobaltioxyd vollständig ausgeschieden wird (Trennung vom Nickel). Vor dem Löthrohre lösen sich die Kobaltverbindungen in der Boraxoder Phosphorsalzperle sowohl in der inneren wie äusseren Flamme zu einem blauen Glase auf. Quantitativ bestimmt man es als Metall, indem man das mittelst Kalis gefällte Oxyd im Wasserstoffstrome glüht. Wesentliche Aufgabe ist die Trennung vom Nickel, von welchem es gewöhnlich begleitet ist. Phipson (Chem. News) fand, dass das Nickelxanthogenat durch Fällung mittelst Kaliumxanthogenats erhalten einen in Wasser fast unlöslichen, in Aetzammon aber leicht löslichen chocolade- farbigen Niederschlag bildet. Dagegen ist das Kobaltxanthogenat in frischer Fällung dunkelgrün und im Aetzammon fast unlöslich. Die schwach salzsaure Lösung beider Metalle soll man kalt und unter Umrühren mit Kaliumxanthogenat versetzen und den durch Absetzenlassen und Decanthation gesammelten Niederschlag mit Aetzammon schütteln, welches das Kobaltxanthogenat ungelöst lässt. Bequem ist die Abscheidung des Kobalts (und Nickels) aus der Lösung durch Zinkmetall. Das Kobalt wird zunächst abgeschieden und dann erst folgt Nickel, wenn es gegenwärtig ist (ÜEMABgAY). Wirkung auf den thierischen Körper. Die Kobaltsalze sowie die Kobaltoxyde sind an und für sich keine direkten Gifte, doch sind die in dem Handel vorkommenden Kobaltfarben selten rein und oft mit mehr oder weniger Arsenik verunreinigt, was ein Grund ist, die Anwendung derselben zum Färben von Genussmitteln zu verbieten und die Kobaltfarben als gesundheitsschädliche zu betrachten. Die in Wasser löslichen Salze wirken brechenerregend und nähern sieb in ihrer Wirkung auf den thierischen Organismus den Zinksalzen. Die Extraction aus organischen Substanzen lässt sich durch Digestion mit Salzsäure und Wasser oder auch Weingeist erreichen. Sicher ist der Nachweis in der Asche. Cobaltum chloratum, Chlorkobalt, Kobaltclilorür, Cobaltochlorid (CoCl + 6HO=119 od. CoCl 2 + 6H 2 0=238) wird dargestellt durch Lösung von Cobalto- oxyd in Salzsäure und Krystallisation. Es bildet kleine rosenrothe Krystalle, welche beim Erhitzen unter Krystallwasserverlust zu einem blauen Pulver werden. Es ist in Wasser und Weingeist leicht löslich. Die rothe Lösung wird durch conc. Säuren und Weingeist blau. Die mit der wässrigen Lösung g e " schriebenen Züge sind kaum sichtbar, treten beim Erwärmen blau hervor und verblassen an der Luft wieder unter Resorption von Amnion (sympathetische Tinte). Cobaltochlorid absorbirt Ammon und bildet damit Cobaltochlorid- ammonium, ein röthlichweissliches Salz. Mit Ammoniumchlorid bildet es Ammoniumcobaltochlorid (NH^CoCL)). Tinte, sympathetische (Hellot's), ist eine Cobaltochloridlösung, wie vorhergehend angegeben ist. Nach Zusatz von Niccolochlorid, Ferrichlorid oder Salmiak erscheint die erwärmte Schrift grün, nach Zusatz von Zinkvitriol violettrosa. Mittelst dieser Tinte lassen sich Landschaften malen, welche erwärmt eine Sommerlandschaft, in der Kälte an der Luft eine Winterlandschaft darstellen. Hierzu wird die Cobaltochloridlösung mit wenig Ferrichlorid oder Niccolochlorid versetzt. Das Cobaltoacetat giebt eine rothe Lösung, die damit gezeichneten Schrift züge werden aber beim Erwärmen blau. Cobaltum. 323 Eine mit eisenfreier Cobaltoacetat- oder Cobaltochlorid- Lösung gezeichnete Schrift ist getrocknet unsichtbar, tritt aber beim Erwärmen blau hervor. Ein mit schwarzer Farbe entworfene Landschaft, deren Grasflächen, Pflanzen, Blätter mit Cobaltochlorid, deren Blumen theils mit Cobaltoacetat, theils mit Cuprichlorid angegeben sind, erscheint in der Kälte als ein Entwurf oder auch als Winter- landscbaft, beim Erwärmen kommen Gras, Blätter, Blumen in ihren Farben zum Vorschein, welche Farben in der Kälte wieder allmählich verschwinden. Ein Experiment mit Farbenwechsel durch Erwärmen theilt Rud. Boettger (Frankfurt a. M) mit. Demselbeu wurde ein kleines, auf gewöhnlichem Schreibpapier sauber ausgeführtes Bild einer mit einer Auflösung von Magnesiuin-Platin- c yanür gemalten rothen Rose nebst mit Cobaltochlorid hergestellten, kaum sichtbaren Blättern zugesandt. Wurde dieses Papier auf seiner Rückseite vorsichtig massig erwärmt, so verschwand die gemalte Rose, während die mit einer verdünnten Lösung von Cobaltochlorid ausgeführten, kaum sichtbaren Blätter in hellgrüner Farbe scharf hervortraten. Entfernte man dann schnell die Wärmequelle, so sah man die Rose, während die Blätter noch sichtbar waren, allmählich Wieder in schönster Farbenpracht zum Vorschein kommen. Ein solcher Versucb lässt sich, wenn man die Erwärmung des kleinen Gemäldes nicht allzu sehr steigert, beliebig oft mit gleich günstigem Erfolge wiederholen. Cobaltum nitrienm, salpetersaures Kobaltoxydnl, Cobaltonitrat (CoO, N0 5 + bH °=145,5 oder Co(N0 3 ) 2 + 6H 2 0=291) bildet rothe hygroskopische Prismen und wird durch Lösen des Cobaltooxyds in verdünnter Salpetersäure dargestellt. ~ s ist in Wasser und Weingeist leicht löslich. Die verdünnte wässrige Lösung es reinen Salzes verhält sich gegen Gerbsäure indifferent. Die mit der Lösung gezeichneten Schriftzüge werden beim gelinden Erwärmen pfirsichblüthroth, bei s arkerer Wärme braun. Es ist ein Löthrohrreagens auf Zink, Thonerde und M agnesia. p , HO. Coernleum, Coelin, ein feuer- und luftbeständiger Farbstoff von hellblauer i«tn m ' t ^ e ' sem Stich ms Grünliche, erscheint auch bei Lampenlicht blau. Es ^obalto-Stannat und besteht aus circa 20 Proc. Cobaltooxyd, 50 Proc. Stanni- yü und 30 Proc. Kieselsäure, Gyps etc. Gegen Alkalien und Säuren verhält s sich bei gewöhnlicher Temperatur indifferent. Heisse Salzsäure löst mit blauer arbe au _ f - Salpetersäure löst nur das Cobaltooxyd auf. Es ist selbst mit Arsen ^erunreiuigt keine giftige Farbe, doch nicht zu Nahrungs- und Genussmitteln rwendbar, seine Verwendung hier selbst strafbar. Kobaltbronze ist Cobaltophosphatammoniak, ein metallisch glänzendes, violettes 8 ehupp eu f ormiges pulven , (t) Kobaltgelb, Fischer's Sah, St. Evre-flelb (Kalikobaltnitrit) ist ein krystallini- es ' in Wasser fast, in Salzlösungen ganz unlösliches Pulver. Dient in der Glas- n Porzellan-Malerei, darf aber zum Färben der Genussmittel nicht angewendet rden. Es ist eine Doppelverbindung von Kaliumnitrit mit Cobaltinitrit. h . (p Kobaltrosa, Kobaltroth, Kobaltviolett (Co 2 P,0 7 ) wird durch Erhitzen von Co- »aitophosphat erzeugt. Es wird in der Zeugdruckerei auch zum Tapetendruck angewendet, darf, obgleich nicht giftig, zum Färben der Genussmittel nicht Verwendung finden. (i) Kobaltgrün, Reinmann's Grün, Zinkgrün, S'ächsischgrün, grüner Zinnober kommt ? n verschiedener Farbenintensität in den Handel. Es besteht aus 70—90 Proc. ^nkoxyd und 10—25 Proc. Cobaltooxyd, ist aber oft arsenhaltig und dann eine «'«färbe. Als Farbstoff für Genussmittel darf es auch arsenfrei nicht verwendet 21* 324 Cobaltum. — Coca. werden, denn es ist ein der Gesundheit nachtheiliges Färbemittel. Aetzammon löst daraus zuerst das Zinkoxyd, dann das Cobaltooxyd. Cobaltioxyde des Handels kommen in verschiedenen Farben vor. Das schwarze Cobaltioxyd (RKO) ist Cobaltioxyd (Co 2 0 3 ). Cobaltophosphat bezeichnet man mit PKO, Cobaltoarseniat mit AKO, Kobaltocarbonat mit KOH. Kobaltschwärze, schwarzer Erdkobalt ist ein Cobaltioxyd (Co 2 0 3 ) mit verschiedenen mineralischen Verunreinigungen, in welchen Arsen selten ganz fehlt. (f) Robaltnltramann, Bleu Thenard, Leithener Blau ist ein aus Cobalto-Alumi- nat bestehender blauer Farbstoff. ('J')Smalte, Schmälte, Blaufarbe ist ein glasiges fein präparirtes Silicat de3 Kalis, Natronsund Kobaltoxyduls und besteht aus 65—75 Proc. Kieselsäure, 16—■ 22 Proc. Alkali, 2—8 Proc. Kobaltoxydul nebst kleinen Mengen Thonerde, Arsen, Kohlensäure, Wasser. Das feinere Pulver bezeichnet man mit Farbe, Couleur, Eschel, Fasseschel, das gröbere mit Blausand, Streublau, die kobaltreichste Sorte mit Königsblau, Kaiserblau. Echte Smalte verändert die Farbe nicht bei Einwirkung der Aetznatronlauge und der Hitze vor dem Löthrohre. Kochende Salzsäure färbt sie grüngelb. Auf einer weissen Glasscheibe mit der Tastseite des ersten Gliedes des. Mittelfingers stark gerieben ritzt die Smalte das grüne Fensterglas. Ein starker Gehalt von Nickeloxydul oder Kupferoxydul stört das Blau der Smalte und nuancirt sie röthlich, Eisenoxyd, Bleioxyd, Wismuthoxyd und Kupferoxyd nuanciren grünlich, Eisenoxydul stärker grün. Manganoxydul ist ohne Ein- fluss, hebt aber die Wirkung der Eisenoxyde auf. Geschwächt wird das Blau durch Kalkerde, Thonerde, Natron. Mit Cobaltooxyd gefärbtes Glas nennt man Kobaltglas. Hygrometer aus kobaltisirtem Papier. Vergl. diesen Ergänzungsband S. 261. Schwarze Schmelzfarbe für Schilder auf Porcellan. Es werden entwässertes schwefelsaures Cobaltoxyd 2 Th., entwässertes schwefelsaures Manganoxydul 2 TL, Salpeter 5 Th. gut gemischt in einem Hessischen Tiegel geglüht. Die ge- glühte Masse mit Wasser ausgekocht, hinterlässt ein tiefschwarzes Pulver. 1 Th. hiervon wird mit 2 x j 2 Th. Bleiglas auf einer Glasplatte verrieben. Bleiglas erhält man durch Zusammenschmelzen von 5 Th. Mennige, 2 Th. Sand und 1 Tb« calcinirtem Borax. Coca. Folia Cocae (Handb. Bd. I, S. 903). A. Pobhl theilt mit, dass man in Peru, ehe man aus den Blättern Präparate darstellt, einen Werth darauf legt, den starken Mittelnerv, sowie den Stiel zu beseitigen, was leicht geschieht, wenn ma° das Blatt der Länge nach faltet. Coca-Vinel, Vinel, entstammt einer Mimosee, der Prosopis ruscifotta, und soll von den Peruanern wie Coca benutzt und angewendet werden. Lossen fand in den Cocablättern neben Cocain noch ein Alkaloid, Hygrin- Dieses stellt eine klare gelbliche, wie Oel fliessende, alkalisehe Substanz dar. Der Geschmaak ist brennend, der Geruch trimethylaminähnlieh. Mit genäherten flüchtigen Säuren bildet es Nebel. Das Hydrochlorat ist ein zerfliessliches Salz. Coca. — Coccionella. 325 Cocainum (Handb. Bd. I, S. 904). F. Shull extrahirte die Coeablätter mit Weingeist, fällte die Farbstoffe mittelst Kalkhydrats und dampfte das Filtrat zur Mellagodicke ein, versetzte mit Wasser und dampfte wieder ein, bis aller Weingeist verjagt war. Aus der Flüssigkeit, welche mit Aetzkali versetzt war, schüttelte er das Cocain mittelst Aethers aus etc. Das Alkalo'id erwies sich löslich in Wasser, Weingeist, Aether, Chloroform. Beim Kochen mit verd. Schwefelsäure fand keine Spaltung statt. In den Blättern fand Shull das Cocain vereinigt mit einem amorphen, blassgelblich gefärbten, scharf brennend schmeckenden, alkalisch reagirenden, wie Cocain löslichen Stoff (wahrscheinlich amorphes Cocain). Cocain krystallisirt in farblosen Prismen des monoklinischen Systems. Der Geschmack ist anfangs bitterlich, dann die Zungennerven vorübergehend fast gefühllos machend. Es schmilzt bei 98° C. Unter Abschluss der Luft mit Salzsäure erhitzt zersetzt es sich unter Wasseraufnahme in Methylalkohol, Benzoesäure und Ecgonin (C 9 H ]5 N0 3 -f H 2 0), welches in farblosen Prismen krystallisirt, süsslich bitter schmeckt, neutral und in Wasser und Weingeist löslich ist und bei 198° schmilzt. Ueber die Wirkung der Coeablätter kann Christison nicht viel Erfreuliches berichten, selbst nach Gaben von 3—6 g. Sie vermindern die Nachwirkung starker anhaltender Anstrengung, indem sie den Puls beschleunigen. Sie vermehren die Speichelabsonderung (wahrscheinlich in Folge des Kauens). Die Transpiration w ird nicht gemindert. Eine Verringerung der Ausscheidung fester Harnbestand- 'heile scheint zu erfolgen. Pigeaux fand die erregende Wirkung geringer als n ach dem Genuss von Thee oder Kaffee. Colpaert meint, dass Coca das Gehirn affleire und nach lange dauerndem und excessivem Gebrauch ein Zustand völliger Geistesschwäche eintrete, welche dem Idiotismus nahe steht. , Cocapräpai'ate des Prof. Dr. Sampson sind genau genommen mehr Geheimmittel S. kpecialitäten. Bereits sind einige derselben im Handb. Bd. I, S. 905 erwähnt ' le en thaltcn eben nicht das, was ihr Name andeutet, denn in Cocapillen erwartet "Jan nicht Morphin, Opium, Goldschwefel etc. Da der Amerikanische Doctor mit Na- j e " oampson gehindert war, seine Gehoimmittel unter dem Aushängeschild „Coca" Berlin zu vertreiben, ging er, nun zugleich zum Professor avancirt, nach Mainz, o^ er einen anderen Doctor-Collegen und Apotheker, den Dr. Strauss, fand, welcher ,"*. . m Wege der Zeitungsreclamo den Vertrieb der Pillen I, II, III, des Coca- ni V?i US und des Cocaweines übernahm und noch heut besorgt. Da diese Pillen aif f entli alton, was ihr Name besagt, so können sie auch nur als Geheimmittel wgetasst und sollten als solche polizeilich verboten werden. Cocapillen des Dr. Alvarbs sollen den SAMPSON'schen Pillen gleichen (Quenzel, Coccionella. _ Eine häufig vorkommende Verfälschung der Cochenille ist, dieselbe mit bereits durch alkalische weingeistige Flüssigkeit extrahirter und dann getrockneter Waare zu vermischen. Die Bestimmung des Farbenwerthes der Cochenille kann, wie auch lm Handb. Bd. I, S. 907 erwähnt ist, mit Kaliumhypermanganat geschehen, es m uss aber die Vergleichsprobe stets mit der entsprechenden Cochenillensorte bester Qualität vorgenommen werden. Eine sogenannte Silborcochenille kann nur mit einer g u t eri Silbercochenille, eine schwarze Sorte mit einer guten schwarzen Cochenille verglichen werden, es entfärben nämlich die verschiedenen Sorten sehr verschiedene Mengen Chamäleon (Merrick). Löwenthal empfiehlt (Zeit 326 Coccionella. — Cocculus. schrift f. analyt. Ch. 16. Jahrg.) folgendes Verfahren: 2 g der Cochenille werden das erste Mal mit 1,5 Ltr. destillirtem Wasser 1 Stunde gekocht, durch ein gewöhnliches Theesieb gegossen und die im Siebe zurückgebliebene Cochenille noch einmal mit 1 Ltr. destillirtem Wasser 3 / 4 Stunden gekocht. Beide Flüssigkeiten zusammen betragen also nicht 2 Ltr., weil viel Wasser verdampft ist. Nach dem Erkalten wird die Flüssigkeit auf 2 Ltr. gebracht und je 100 CC. davon mit Indigocarmin und hinreichend Säure in 750 CC. bis 1 Ltr. Wasser titrirt. Nach Abzug des Chamäleonverbrauches für den Indigo hat man den Werth der Cochenille mit der Vergleichscochenille zu berechnen. Der Cochenillefarbstoff scheint durch die Azofarben verdrängt zu werden, denn diese kommen an Farbenpracht und Widerstandsfähigkeit der Cochenille mindestens gleich. Azoverbindungen bilden sich z. B. bei Behandlung desNitrobenzols mit alkoholischer Kalilauge. In den Rückständen der Anilindestillation findet sich Azobenzol vor. Dasselbe entsteht auch bei der Oxydation des salzsauren Anilins mit übermangansaurem Kali, stellt rothe, schwach rosenartig riechende Krystalle dar und ergibt bei der Erhitzung mit salzsaurem Anilia oder Toluidin violette und rothe Farben. (Vergl. unter Pigmenta.) Carniinroth für Miniaturmalerei soll dadurch in schönster Beschaffenheit hergestellt werden, dass man den käuflichen Carmin in Aetzammon löst, die Lösung durch Absetzenlassen und Decanthiren, resp. Coliren durch Glaswolle reinigt, dann mit Essigsäure übersättigt und ein 3—4faches Vol. Weingeist dazu mischt. Der Niederschlag wird gesammelt, mit Weingeist nachgewaschen und getrocknet. Carinintinte, rotlie (Hanäb. Bd. I, S. 909). Nach irgend einer Mittheilung in Boettger's Notizblatt soll eine alte ammoniakalische Carmintinte schwärzliche Schriftzüge ergeben (eine 5 Jahre alte Carmintinte hatte das reine Carniinroth bewahrt, Hager). Um diesem Uebclstande vorzubeugen, soll man 1 g Carmin mit 15 g Ammoniumacetatlösung und 15 g destill. Wasser mischen» einige Tage oder Wochen stehen lassen, dann filtriren und das Filtrat mit einigen Tropfen Zuckerlösung versetzen. Purpurtinte, lyrische, zum Zeichnen der Wäsche. Man soll nach v. Beli> 5 g Ammoniumcarbonat mit Salpetersäure neutralisiren (oder 7g Ammoniumnitrat in 10 Th. warmem Wasser lösen), und die Flüssigkeit mit 3—4 g Carmin verreiben. Als Beizflüssigkeit (Präparirflüssigkeit) dient eine Mischung aus 2 Th. Stannochlorid mit 10—13 Th. Aluminiumacetatlösung und etwas Wasser, womit man die Leinwand tränkt. Nach dem Trocknen und Glätten der getränkten Stelle wird mit der Tinte darauf gezeichnet. Cocculus. Das Fett der Kockelskömer ist nach Szteyner's Untersucnung äusserlich dem Cacaofett sehr ähnlich und besteht aus Palminitin- und Stearinsäureglyceriden, löslich in 4,7 Th. Aether, 3,2 Th. Chloroform, 6,4 Th. Benzol, 8 Th. Petrol- äther, 17 Th. 95proc. Weingeist, 18 Th. Amylalkohol, 2,8 Th. Schwefelkohlenstoff. Das Menispermin schied Szteyner in folgender Weise ab: Grob gepulverte Kockelskömer werden zweimal mit salzsäurehaltigem Wasser ausgekocht, die filtrirten Colaturen im Wasserbade bis zur Hälfte eingeengt und zuerst mit Benzol ausgeschüttelt, welches Paramenispermin und Farbstoffe aufnimmt, dann nach dem Zusatz von überschüssigem Ammon zunächst mit Aether und hierauf Cocculus. — Cocos. 327 mit Amylalkohol ausgeschüttelt. Die abgedampften Aether- und Amylalkohol- Lösungen ergaben Menispermin, welches nur durch Umkrystallisiren aus Weingeist gereinigt wurde. Es krystallisirt in gut ausgebildeten farblosen Prismen. Picrotoxinum. Von Oglialoro werden folgende charakteristische Reactionen des Pikrotoxins angegeben (Gaz. chim. ital.): Löst man etwas des Alkaloids in 2 g Salpetersäure von 1,4 spec. Gew. und erwärmt, so hinterbleibt eine amorphe gelblichrothe Masse, welche sich auf Zusatz von 2 g Pottaschenlösung lebhaft r oth färbt und beim Erwärmen die Farbe alten Blutes annimmt. Mischt man etwas Pikrotoxin mit 4 — 5 g conc. Schwefelsäure, so färbt sich diese goldgelb, dann safrangelb. Durch Zusatz von etwas Kaliumbichromat erfolgt eine grün- Vl olette Färbung, beim Verdünnen mit Wasser eine grüngelbliche Lösung. Von L. Barth und M. Kretschy ist der Nachweis geliefert, dass das ^genannte Pikrotoxin ein Gemenge von drei Körpern ist, von denen zwei überwiegend vorhanden sind, im Kohlenstoff-Gehalte um 4 Proc. differiren und dadurch, dass ihr relatives Mengenverhältniss nicht immer gleich ist, die von den verschiedenen Analytikern gefundenen abweichenden Zahlen erklären. Der Kohlenstoff-reichste der Körper hat die empirische Formel C 15 H 16 O 0 , er schmeckt stark bitter und ist sehr giftig, für ihn wird der Name Pikrotoxin beibehalten. Der zweite Körper hat die Formel C25H 30 O 12 , einen sehr bitteren Geschmack und ist Dl cht giftig, sie bezeichnen ihn als Pikrotin Der dritte Körper ist nur in Untergeordneter Menge (ca. 2 Proc.) vorhanden, er ist nicht bitter, nicht giftig Und wird Anamirtin genannt. (Chem. Centralbl. 1880, 134.) Von Amayat wurde (Journ. de thörapie T. 3, 543) nachgewiesen, dass Chloralhydrat in nicht toxischer Gabe ein Antagonist des Pikrotoxins sei. Dieses eri 'egt das Rückenmark, Kleingehirn, wahrscheinlich auch das ganze Gehirn u,1 d somit die Centren des Sensoriums. Chloralhydrat hindert diese Reizbarkeit n d macht jene Centren für die Einwirkung des Pikrotoxins unempfindlich. Es üi'fte wohl Chloralhydrat auch als Gegengift der Kockelskörner anzusehen sein. Cocos. I- Cocos nucifera (Handb. Bd. I, S. 914). Oleum Cocols. Aus dem Kokosnussöl bereitet man ein Cold-Cream, ^okos-Cold-Cream, durch innige Mischung von 50,0 g Kokosöl mit 5,0 g K °senwasser und 1 Tropfen Rosenöl. IL Elais Guineensis (Handb. Bd. I, S. 915). Das Palmkernfett ist mit dem Palmöl nicht identisch. Die sehr harten amenkerne der Palmfrucht werden nach England gebracht und hier daraus das ett, welches 35—45 Proc. beträgt, durch heisses Pressen abgeschieden. Es besteht aus circa 33 Proc. Stearin und Palmitin, 27 Proc. Olein, 40 Proc. Laurin lln d unbedeutenden Mengen Caprin, Caproin, Caprylin. Die Farbe des gereinigten wer gebleichten Fettes ist gelblich (Oudeman's jr.), im rohen Zustande ist es ^ocoladenbraun. Der Geruch erinnert an Cacao. Man bleicht dieses Fett durch lochen mit Salzlösung und Behandeln mit Salzsäure und Kaliumclrromat. III. Bassia Parkii Hooker, Sheabaum (spr. schihbaum). Westafrikanischer tfutterbaum, eine im westlichen Afrika und im Haüssalande einheimische Sapotacee. Bntyrum Bassiae, Sebum Bassiae Africaniim, Sheabutter (Schihbutter), Galam- Ritter, Rombukbutter, vegetabilisches Talg, das aus den Samen gewonnene Fett. Ule Frucht dieses Baumes ist von der Grösse und Farbe der Kastanienfrucht, 328 Cocos. — Codeinum. olivenförmig, in ihrer Hauptmasse aus einem Samen bestellend, innerhalb einer grünen dünnen Schale mit einer sehr dünnen Schicht eines süssen Fleisches bedeckt. Aus dem Samen wird durch Pressen, auch durch Kochen mit Wasser das Fett abgeschieden, welches als Sheabutter schon seit 30 Jahren nach England, jetzt auch mitunter nach Deutschland gebracht wird. Das frische und mit Sorgfalt ausgepresste oder ausgekochte Fett ist weiss- lich, von mildem angenehmem Fettgeschmack und wird daher von den Afrikanern den Speisen zugesetzt, soll selbst schmackhafter als Kuhbutter sein. Es hat Aehnlichkcit mit dem Cacaoöl, ist nur weicher und hat mit diesem die Eigenschaft gemein, nicht so leicht ranzig zu werden. Die nach Europa gebrachte Sheabutter ist sehr unrein, von grauer Farbe und einem an Terpenthin erinnernden Geruch. Beim Zerreiben auf der Hand lässt sie die Consistenz der Kuhbutter und eine gewisse harzartige Klebrigkeit erkennen. Letztere Eigentümlichkeit soll ihren Grund in einem Gehalt von circa 3,5 Proc. einer Wachssubstanz haben. Im Uebrigen besteht sie aus circa 68 Proc. Stearin und 27 Proc. Olein. In England wird die Afrikanische Bassiabutter in der Seifenfabrikation verbraucht, auch Stearin daraus bereitet. Sollte die Darstellung dieses Pflanzenfettes in verständige Hände übergehen, so dürfte der Pharmacie eine Fettsubstanz geboten werden, welche das Schweinefett sicher verdrängen würde und die Darstellung dauernder und nicht leicht ranzig werdender Salben ermöglichte. Es existiren eine Menge Bassia-Arten, welche ölhaltige Samen liefern z. B. Bassia butyracea Koxboukgh, Butterbaum, in Ostindien mit süssen essbaren Früchten und sehr süssen Blüthen, welche wie die Rosinen benutzt werden. Codeinum. Reine conc. Schwefelsäure mit Codei'n im Contact wird nicht gefärbt, auf Zusatz von wenig Ferrichlorid zur Schwefelsäure erfolgt sofort eine blaue Färbung- 0. Hesse giebt an, dass diese Reaktion nur dann gelinge, wenn Ferrichlorid enthaltende Schwefelsäure mit feinpulvrigem und völlig ausgetrocknetem Codein i° Berührung gesetzt werde. (Arch. der Pharm. Bd. 12, S. 330). Codeln ist nach R. Satjndby ein vortreffliches Sedativum, wo Opium und Morphium nicht gut vertragen werden und diese auf die Digestion störend wirken, wie bei Phthisis, Migraine, auch bei gichtischen und Leber-Leidenden, SAUNDBY giebt es zu 0,06 pro dosi in Tolubalsam. Nach Isaak Ott erzeugt Codein in grosser Dosis spinale Krämpfe, con- trahirt den quergestreiften Muskel und setzt direkt die Action des Herzmuskels herab. Die letale Gabe dürfte nicht bei 0,3 (siehe Handb. Bd. I, S. 917), sondern bei 0,8 beginnen. Ueber die Grösse der Gaben existiren verschiedene und von einander stark abweichende Angaben. Von diesen scheint diejenige, welche die Code'ingabe auf das Fünffache der Morphingabe abschätzt, wohl die von den meisten Aerzten acceptirte zu sein. Die Verfasser der Pharmacopoea Germanica hielten das Codei'n für stärker wirkend als das Morphin, denn die stärkste Tagesgabe normirten sie zu 0,1, die des Morphins zu 0,12. Sollte, wie man behauptet, die Code'inwirkung 5 mal schwächer sein als die Morphinwirkung, so wäre die Tagesgabc 0,6. CambOULIVES sagt in seinem Manuel pratique, 1880, dass die Gabe des Codeins selbst auf das Zehnfache der Morphingabe erhöht werden könne. Von dem Gebrauch einer so hohen Gabe muss jeden Falles abgerathen Codeinum. — Coffea. 329 werden. Nach den wenigen Versuchen, welche Hager an se ; ner Person anstellte, dürfte die Sfache Menge der Morphingabe das richtige Gabenverhältniss darbieten. Die Wirkung zur sofortigen Unterdrückung eines krampfhaften Reizhustens konnte z. B. durch 0,02 Morphinhydrochlorat erzielt werden, bei einer geringeren Gabe liess der Anfall erst im Verlauf einer Viertelstunde nach. Die sofortige Unterdrückung des Anfalles wurde mit Code'in in salzsaurer Lösung versucht und erst bei einer auf 0,06 gesteigerten Code'ingabe wurde derselbe Erfolg erreicht, welchen 0,02 Morphinsalz gewährten. Wurde das Code'in nicht in saurer Lösung gegeben, so trat in der Wirkung stets eine Zögerung ein. Die Anwendung des Code'ins in Stelle des Morphins bei Frauen, Greisen, Kindern hat sich immer bewährt, besonders waren bei Keuchhusten gute Resultate zu verzeichnen. (1) Syrupus CodeYni Berthe. * Codeini 0,08. öolve in Syrupi Sacchari 100,0. .Dieser Syrup ist in Frankreich der ge- orauchlichste, obgleich der Franz. Codex eaen Syrupus Codeini (Handb. Bd. I, S. * 11 ) recipirt hat. (2) Syrupus Codeiui citrati. (Syrupus Code'ini.) ■fy Code'ini 0,2. Solve in Syrupi succi Citri 20,0, tum adde Syrupi Sacchari 80,0. Coffea. Guter und havarirter Kaffee. Die Unterscheidung und Erkennung 6S guten und eines mehr oder weniger verdorbenen, sogenannten havarirten aüees rnuss durch Uebung erlangt werden und lässt sich nicht durch Beschrei- n g genügend schildern. Dem Verderben oder der Havarirung unterliegt der fe ^ ^ ™ ^°lg e ei ner nicht sorgfältigen Ernte, ungenügender Austrocknung, , ter Verpackung. Die dadurch entstandene Veränderung ergiebt das Aussen und der Geruch. — 2) In Folge der Eigenschaft des Kaffees, leicht fremde Gerüche anzuziehen, kann er einen üblen, gewöhnlich leicht zu erkennenden P "L """^icucil , AÜUÜ Cl Ü111UU UUmU, gCWUUiniUU loiuill z*u oiivtjuu^uuuii SVff * nneni »ien, wenn er neben anderen stark riechenden Waaren auf dem . . e ' in den Speichern lagert. In den Schiffsräumen kommen dazu die Einwirkungen der Feuchtigkeit und Hitze, wodurch sein Aussehen verändert wird.— "/ Kaffee, welcher mit Seewasser befeuchtet war oder in Seewasser lagerte, genannter marinirter, ist ein verdorbener, an Geruch und Geschmack schlechter Kaffee. k" «• üavar i rte Kaffee-Waare wird gewöhnlich dadurch ausgebessert und ver- auflich gemacht, dass man sie mit warmem Wasser, dem 2—3 Proc. Soda oder ^P^kgeist zugesetzt sind, circa 10 Minuten macerirt, unter Agitiren abwäscht .. dann »» der Luft trocknet. Dadurch erhalten die Kaffeebohnen eine gleick- • as 5ger vertheilte grüne Farbe. Die marinirte Waare wird mehrere Stunden Wasser macerirt und dann mit der dünnen Sodalösung gewaschen. Letztere aare wird sich immer durch einen starken Natriumchloridgehalt zu erkennen geben da die völlige Beseitigung des Restes Meerwassers selten ganz gelingt. Durch Lagerung wird der Kaffee an Qualität besser, natürlich, wenn der agerraum trocken und luftig ist. Die dunkelfarbigen Sorten werden während 'angerer Lagerung hellfarbig. Die Anforderung liegt nahe, den in den Gebrauch zu ziehenden Kaffee vor er Röstung mit kaltem Wasser abgewaschen, schnell zu trocknen, dann zu 330 Coffea. sortiren, d. h. die halben oder angebrochenen Bohnen, welchen gewöhnlich ein ranziger (Oel-) Geruch und Geschmack anhängt, und andere Verunreinigungen zu beseitigen. Der vom Kaufmann entnommene geröstete Kaffee ist selten ein durch Waschung gereinigter. Die grünen Kaffeebohnen enthalten 35—40 Proc. in Wasser löslicher Stoffe. Lichtbraun gebrannt (geröstet) schliessen sie die grössere Menge des Aroms ein. Sie verlieren bis zu dieser Farbe geröstet circa 15 Proc. an ihrem Gewichte und ihr Volumen wächst dafür von 100 auf 130. Bei der Röstung bis zum Kastanienbraun gehen circa 20 Proc. verloren und das Volumen steigt von 100 auf 150, und bei der Röstung bis zum Schwarzbraun, wie sie die Materialwaarenhändler gewöhnlich ausführen, gehen circa 25 Proc. des Gewichts verloren und das Volumen wächst von 100 bis auf 160. Durch die Röstung verliert der Kaffee an dem Gewichte der in Wasser löslichen Theile und zwar je nach der Dauer der Röstung circa 10—12,5—15 Proc. Der Dampf aus der Röstung enthält neben anderen empyreumatischen Stoffen besonders Methylamin und pyrogenes Fett, sowie Spuren Essigsäure und Coffein. Das Fett ist verdichtet und erkaltet gelb und starr. Der in dem Kaffeesamen vertretene Rohrzucker wird durch die Röstung ganz oder zum grössten Theil in Caramel verwandelt. Die grösste Menge des Aroms enthält, wie schon bemerkt wurde, der hell- nussbraun-gebrannte. Den besten und wohlschmeckendsten Kaffeetrank soll ein Gemisch aus gleichen Theilen Mokka und Bourbon-Kaffee ausgeben. Weiches Wasser soll dem gebrannten Kaffee mehr Lösliches entziehen als hartes. Wiederholte Auszüge aus dem gebrannten Kaffee mittelst kochendheissen Wassers sind im Geschmack und Gehalt nicht gleich. Der erste Aufguss enthält vorzugsweise das Arom, der zweite Aufguss hat einen bitteren adstringirenden Geschmack' um das Arom dem Kaffee anhaftender zu machen, bestreut man den frisch ge' brannten, noch heissen Kaffee mit gepulvertem Zucker. Hieraus ist der Gebrauch entstanden, den Kaffee während des Brennens mit Zucker zu bestreuen, so dass dieser auch eine Röstung erfährt. Dieser Umstand ist bei der Untersuchung des Kaffees zu beachten. Mit kaltem Wasser lässt sich dieser Zucker auch aus dem gemahlenen Kaffee wegwaschen, ehe Lösliches aus dem Kaffee in das Wasser übergeht. Coffein, Bestimmung im Kaffee. Nach A. Commaii.le werden 5g P u '' verisirten Kaffees mit lg calcinirter Magnesia innig gemischt und 24 Stunde» auf dem Wasserbade getrocknet. Das grüne Pulver wird dreimal mit kochendem Chloroform ausgezogen (100g Chloroform genügen dazu), welches Coffein U n< * Fett auflöst und sie nach Destillation zurücklässt. In das Destillationsgefä^ bringt man 10g gestossenes Glas und Wasser und erhitzt zum Sieden, flltnrt und behandelt den Rückstand noch zweimal mit siedendem Wasser. Die wäss- rigen Lösungen hinterlassen nach dem Verdampfen reines krystallisirtes Coffein* (Vergl. auch unter Guarana.) Krankheit der Kaffeeblätter. Auf Java und Ceylon hat sich sei* vielen Jahren eine Krankheit der Kaffeepflanze gezeigt, welche sich durch Behinderung der Entwickelung der Blätter und eine Beeinträchtigung der Vegetation der ganzen Kaffeepflanze kundgiebt. Die Krankheit soll ein Pilz verursachen- Es wurde eine bedeutende Belohnung für ein sicheres Mittel gegen diese Krankheit ausgesetzt (pharm. Ztg. 1880 Nr. 62). Kaffeegriin. Zur Darstellung dieser Farbe fand sich folgende Angabe i» einigen Fachblättern angegeben: Zech giebt an, dass man aus den Kaffeebohnen eine unschädliche grüne Farbe ausziehen kann, welche man bereits zum Färbe Coffea. 331 von Zuckersaclien und Confect zu benutzen anfängt. Prof. Steiner soll das Verfahren erfunden haben. Man zerkleinert die Kaffeebohnen, zieht das Oel mittelst Aethers aus, lässt sie trocknen und macht sie mit dem Weissen von Eiern an > so dass man eine Art Grütze oder Eiergerste erhält, welche man mehrere Tage der Luft aussetzt. Das in dem Eierklar enthaltene Eiweiss bedingt die ßntwickelung einer smaragdgrünen Farbe. Man kann nach Zecii noch einfacher verfahren und die zerkleinerten und ihres Oels beraubten Kaffeebohnen mit Wasser üoergiessen und mittelst Macerirens in Weingeist den Farbstoff ausziehen. Färben der Kaffeebohnen durch die aus der Kaffeegerbsäure entstehende Viridinsäure, wie sie F. Hoffmann (Kandel) beobachtet hat. Es genügt, die ^affeebohnen mit einer stark verdünnten Soda- oder Ammoniak-Lösung zu beachten. Durch Säuren wird die Farbe des Viridinats in Violett umgeändert. Von 0. Weyrich ist bestätigt worden, dass die Gehalte an Coffein, Kali, hosphorsäure in den Kaffeesamen in Beziehung zum Handelswerthe des Kaffees feinen Anfialt bieten. Levesie untersuchte 6 verschiedene Handelssorten und a nd den Fettgehalt zu 14—21,8 Proc. und zwar im grünen Mocca und Costa- «ica-Kaftee 21,8 und 21,1 Proc, den Schleimgehalt zu 20—27 Proc, den Le Uulose-Gehalt zu 29—36 Proc. ^ Untersuchung des Kaffees auf Verfälschungen, nach Hager's Methode. Im e tailhandel der Materialhändler kommt der Kaffeesamen in drei verschieden Zuständen vor: I. als ungebrannter Kaffee, II. gebrannter Kaffee , m. als gemahlener gebrannter Kaffee. Eine mikroskopische Prüfung at nur bei der letzteren Waare einigen Werth. g I- Ungebrannter Kaffee, der unveränderte, nur von der äussern dünnen ainenhaut befreite Kaffeesamen. Von jener Samenhaut finden sich gewöhnlich c n Reste in der Längsfurche auf der flachen Seite. Es existiren nun eine p ß nge Handels-Sorten, welche theils in Gestalt und Grösse, theils auch in der p. k ?^ er i ren . Im Allgemeinen ist der kleinere Samen die bessere Sorte. Die lieh 1S * ^ e * ^ en besseren Sorten häufiger eine grüne als eine gelbe oder weiss- da 6 " •^*° r Witterungsverlauf während der Zeit des Reifens der Beerenfrüchte, de^f verschiedene Art des Einemtens, das Erntewetter und auch die Weise s Trocknens und der ersten Aufbewahrung der Samen sind von Einfiuss auf e iarbe. D; ese üat a u en f a n s } n g0 f orn Werth, als ein grünlicher Samen auf 6 ^ r . gfälti S e Ernte und Einsammlung schliessen lässt. d -n . beim Rothweine eine dunkelrothe Farbe (die er meistens nicht nach er Bereitung zeigt und auch zeigen kann), so gilt dem Consumenten aus Un- issenheit und Gewohnheit beim Kaffee eine grüne Farbe als ein nothwendiges ^eichen der Güte. Den Anforderungen der Consumenten zu genügen, ist die d^w . 6 ^^kung der nicht grünen Kaffeesamen eine übliche geworden. Geschieht w\i kung mittelst unschuldiger Stoffe, so ist dieselbe keine Verfälschung, °W aber eine Täuschung. Sie würde eine Verfälschung sein, wenn die grüne arbe eine an der Kaffeebohne nie fehlende Eigenschaft wäre. Man kann sie y 1 Recht, da ohne dieselbe der Kaffee immer verkäuflich bleibt, als eine ervmreinigung oder als eine Ungehörigkeit beurtheilen, von welcher aber in den u ermeisten Fällen der Kleinkaufmann nicht der Urheber ist. Eine Färbung der Kaffeebohnen mit unschuldigen Stoffen geschieht . Urch Befeuchten mit verdünntem Aetzammon, verdünnter Pottaschenlösung, mit p em Aufguss aus Curcuma und Malvenblüthen, aus Alkaunawurzel mit etwas ottasche haltigem Wasser oder aus einer Lösung des löslichen Berlinerblaus, des * UCu gcarmins oder mit dem Aufgusse einer uns unbekannten Blume des heissen Amerikas, sämmtlich ohne und mit Zusatz von Curcuma, ferner mit einer Saftgrün- 332 Coffea. Kaffee-Verfälschungen. lösung. Die unschuldigste Färbung ist diejenige, wo man die Kaffeebohnen in einem geschlossenen Gefäss mit Aetzammon bestäubt oder einer Ammonatmosphäre aussetzt, oder mit einer sehr dünnen Pottaschenlösung auf einen Augenblick be- begiesst, dann trocknet. Wenn man die künstlich gefärbten Kaffeebohnen mit Wasser schüttelt, so färbt oder trübt sich dieses im Verlaufe einer Viertelstunde. Im Falle einer Färbung des Wassers schreitet man zur Untersuchung auf schädliche Farben. Als künstlich gefärbt gelten auch die Kaffeebohnen, welche durch Bestäuben mit etwas Graphitpulver und Schütteln polirt sind. Auch diese unschuldige Färbung ist als eine Verunreinigung aufzufassen. Giftige oder schädliche Farben sind Grünspan, Bleichromat (welches mit Indigo oder Berlinerblau gemischt ist), Schweinfurter Grün, Pikrinsäure, griine Anilinfarben u. dgl. Die beiden ersteren Farben sind in der That an Kaffeebohnen des Handels angetroffen worden. Hierher müssen auch die Kaffeebohnen, welche durch Schütteln mit Bleikugeln polirt sind, gerechnet werden. Zur Bestimmung der künstlichen Färbung und der Art derselben schüttelt man ein Quantum von 100 g kräftig mit kaltem Wasser, decanthirt das Wasser, lässt absetzen und filtrirt. Bodensatz und Filtrat werden untersucht. Auf diese Weise erfährt man, ob die Farbe aus löslichen oder unlöslichen Stoffen besteht. Man betrachtet das Filtrat in einem engen Reagirglase gegen ein rein weisses Papierblatt. Die nicht künstlich gefärbte Kaffeebohne giebt ein ziemlich farbloses Filtrat. Ob in dem Wasser unlöslicher Farbstoff suspendirt war, wird das aus weissem Fliesspapier bestehende Filter verrathen. Andere 50 g der Kaffeebohnen werden, wenn die Farbe durch Wasser nicht weggenommen worden konnte und sie einen Bleiglanz zeigt, mit Wasser, welches 2 Proc. Salpetersäure enthält, geschüttelt, eine Viertelstunde digerirt und das Filtrat nach Zusatz von Natronacetat mit Schwefelwasserstoff geprüft. Wäre der Bleiglanz durch Graph" verursacht, so würde das salpetersaure Wasser darauf nicht einwirken. Indigo würde beim Schütteln der Kaffeebohnen mit Chloroform an dieses tibergehen. Berlinerblau (unlösliches) und Alkannapigment würde ni»» durch Schütteln mit Kaliumcarbonatlösung auflösen und aus dieser Lösung B° Salzsäure fällen. Die Farbe der Kaliumcarbonatlösung würde auch die Gege»' wart von Cur cum a verrathen. Durch Schütteln mit verdünntem Aetzamw 00 lassen sich Grünspan oder Kupfersalze, durch Schütteln mit absolutem Weingeist Anilinfarben lösen. Die grüne Farbe aus Viridinat wird durch Säure» violett. Obgleich die schädlichen Farben nur in unbedeutenden Mengen vertrete» sind, so bilden sie am Kaffee dennoch eine strafbare Verunreinigung. Der künstlichen Färbung pflegt man gewöhnlich die marinirte Waare, mar' nirten Kaffee, den durch Seewasser geschädigten, zu unterwerfen, wenn man ihn als Brennkaffee nicht an den Mann bringen kann. Man wäscht diesen Kaffee n 11 heissem Wasser ab und färbt ihn. Marinirten Kaffee, Brak-Kaffee erkennt der Kaufmann an der unansehnlichen Farbe und dem eigenthümlichen Geruch, der Chemiker an dem reichlichen Silberchloridniederschlage in dem mit Salpetersäure angesäuerten Aufgusse ö 11 heissem Wasser auf Zusatz von Silbernitrat. Imitirte Kaffeebohnen, dem wirklichen Kaffeesamen beigemischt, ***? vor 10 Jahren keine seltene Erscheinung. In Böhmen soll sogar eine Fabrik f» diese Waare bestanden baben. Dieses Fabrikat war in Form und Farbe de Kaffee ähnlich und bestand aus Mehl, Thon, Berlinerblau und Curcuma. ®°J?. noch heute im Handel vorkommt, ist eine schwer zu beantwortende Frage. ^" Coffea. Bestandteile. 333 sogenannte Triage (Aussehuss), Kaffeebohnen in Stücken oder von schlechter Farbe, sind der Beimischung imitirten Kaffees immer verdächtig. Zur Erkennung dieser Kunstproducte giebt man eine Handvoll der Kaffeebohnen auf einen flachen Porcellanteller und übergiesst sie mit warmem Wasser. Der Kaffeesamen verändert im Verlaufe einiger Stunden seine Form nicht, wohl aber der imitirte, welcher entweder zerfällt oder sich mit einer trüben Schicht nmgiebt oder seine Farbe auffallend verändert. Bestandteile des ungebrannten Kaffees. Ueber dieselben existiren eine Menge Analysen von Payen, Hassall, Herapath, Levesie u. A. Der Wasser- oder Feuchtigkeitsgehalt beträgt 12—15 Proc, nach langer Lagerung, welche die Qualität des Kaffees verbessert, 11—13 Proc. Fett. Der Gehalt an Fett ist ein sehr schwankender, denn er beträgt 14— Z~ Proc. Es scheinen die besseren Sorten meist auch die fettreicheren zu sein. "Ureh Köstung geht der Fettgehalt zurück. Zucker, Dextrin: 14—16 Proc. Der Zucker ist Rohrzucker und wird durch Köstung in Caramel verwandelt. Prote'instoffe, in kochendem Wasser unlösliche 10—12 Proc, in heissem Wasser lösliche 3—4 Proc. Flüchtiges Oel 0,001—0,003 Proc. Die Asche beträgt 4—5 Proc, in seltenen Fällen 6—7 Proc Payen fand "* d ev Bourbon-Sorte 4,66, in der Martinique-Sorte 5,0, im Mokka 7,84 Proc. a che. Diese besteht aus Kieselsäure (20—40 Proc), Phosphorsäure, Schwefelsaure (4_ 6 p roc) Chlorwasserstoff (circa 0,5 in 100,0 Asche), Kali, Natron, alk. D er Kaligehalt variirt zwischen 50—65 Proc, der Phosphorsäuregehalt tischen 7—18 Proc. (meist 8—10 Proc). "of fing ehalt. Dieser ist auffallend verschieden, denn er schwankt zwischen l un ä 2,3 Proc, meist zwischen 1 und 1,5 Proc Die schlechte Kaffeesorte ist j reicher daran als die beste. In zwei feinen Mokkasorten wurden z. B. nur > 7 und 0,86 Proc. Coffein angetroffen. Chi Besondere Bestandtheile sind: Rociileder's Kaffeegerbsäure (Payen's „ ° r °gensäure). Durch Ferrichlorid werden ihre Auflösungen grün gefärbt. enger und Siebert wiesen auch Chinasäure nach. Die Kaffeegerbsäure betragt 4-5 Proc Röstung. Durch die Röstung, welche man im gewöhnlichen Leben mit pennen bezeichnet, verliert der Kaffee 15—20 Proc. an seinem Gewicht, er wird e r in seinem Volumen vermehrt. Nach Liebig wächst das Volumen von 100 j^O—160. 750 g Kaffee gaben nach dem Brennen eine Menge, welche ge- «telt ein Liter füllte (Hager). Vergleiche auch das oben S. 330 über diesen umstand erwähnte. Je stärker die Rösthitze ist, um so grösser der Verlust an Gewicht (selbst _ «o Proc) und um so grösser die Volumenvermehrung. Bei massiger Röstung, ri' Welcher der Samen eine kastanienbraune Farbe annimmt, ist der Verlust an offein ein sehr unbedeutender (höchstens 0,02 Proc), so auch der Fettverlust höchstens 0,4 Proc.) Die in Wasser löslichen Theile werden sämmtlich durch Rost "ng gemindert. , . Der frisch gebrannte Kaffee nimmt an der Luft liegend 4—5 Proc. Feuchtig K eit auf. K Der Zucker ist in Caramel verwandelt und nur bei lichtbraun gebranntem *; a «ee bleibt von dem Gewicht des Kaffees höchstens 1 Proc des Zuckers von leser Umänderung verschont. 334 Coffea. Kaffee-Untersuchung nach Hager. Die Angaben über den Extractgehalt wiedersprechen sich. Payen's und Cadet's Angaben sind sicher keine richtigen. Es geben aus an Extract nach hellbraun roh Payen — Proc. Cadet n J. König ' !) Hageb n 38 „ gebrannt 25 Proc. 12,3 „ ' n 30 „ 31 . kastanienbraun gebrannt 19 Proc. 18,5 „ —_ n 27 „ 29 . dunkelbraun gebrannt 16 Proc. 21,7 .. 29,5 „ 25 „ 26 „ und Genussmittel" Asche 5,33 4,81 J. König giebt in seinem „die menschlichen Nahrungs- die Zusammensetzung des Kaffee's an: Proc. Wasser N-Subst. Coffein Fett Zucker N-freie Stoffe Cellulose Ungebrannt 10,13 11,84 0,93 12,21 11,84 ( 9,54) (38,18) Gebrannt 1,81 12,20 0,97 12,03 1,01 (22,60) (44,57) Der ganze geröstete Kaffee wird mit andern Samen so leicht nicht verfälscht. Eine optische Prüfung lässt fremde Samen leicht wahrnehmen. Imitirte Kaffeebohnen haben nach dem Brennen gewöhnlich keinen Glanz oder sind zersprungen. Ricinussamen, Lupinensamen und andere ähnliche Samen dürften wegen der abweichenden Form dem Kennerauge sicher nicht entgehen. In Deutschland dürfte übrigens einer Verfälschung mit Ricinussamen so leicht nicht vorkommen. ObmaN (Antwerpen) fand einen Kaffee mit 40 Proc. Ricinussamen verfälscht. ü. Gebrannter Kaffee. Da dieser auf Wasser schwimmt und sich lange Zeit schwimmend erhält, imitirter aber unterzusinken pflegt, so ist eine Beimischung desselben auch durch die Schwimmprobe zu erkennen. Viele andere dem Kaffee ähnliche Samen, wie die Samen der Cassia occidentalis, der Lupine etc. sind nach der Röstung meist leichter als Wasser und sinken darin nicht unter, unterscheiden sich aber genügend durch Grösse und Form. Ein Hafenglas mit weiter Oeffnung füllt man mit Wasser zur Hälfte, giebt einige Dutzend der Kaffeebohnen hinein und schüttelt öfters recht kräftig durch- Das Wasser bleibt hierbei auch ungefärbt, wofern der Kaffee vor dem Brennen nicht etwa mit Zucker bestreut wurde, um ihn beim Brennen glänzender zu machen und ihm ein schöneres Aussehen zu geben. III. Gemahlener gebrannter Kaffee ist die Form, welche zum Verfälschen einladet, aber auch die üblichen Verfälschungsmittel so wenig verdeckt, dass eine Fälschung überhaupt leicht zu erkennen ist, wenn auch der Bestimmung der A« derselben sich mitunter einige Schwierigkeiten entgegenstellen. Die Prüfung i st eine empirische, chemische und mikroskopische. Als Verfälschungen kommen hier in Betracht: bereits ausgezogener Kaffee (Kaffeesatz), Saladinkaffee (geröstete Frucht des türkischen Weizens), Mogdakaffee (siehe unten), Cichorien, Löwenzahnwurzel, Runkelrübe, Mohrrüben, Getreidefrüchte, Lupinensamen, Eicheln, Dattelkerne. Die häufigsten Verfälschungen sind Roggensamen, Cichorien und Lupinensamen. Von diesen nehmen Roggensamen und Lupinensamen im geschlossenen eisernen Gefässe erhitzt und geröstet wie die Kaffeebohnen Glanz an. D e ' Roggensamen macht den gemahlenen gebrannten Kaffee gewöhnlich heller und wenigerglänzend, entbitterter Lupinensamen dagegen liefert ein Pulver, welches dem gemahlenen Kaffee sehr ähnlich ist. Als Verfälschungen des gerösteten gemahlenen Kaffees werden noch angegeben: geröstete Eichenrinde, Bohnen, Ingwer. Clouet (Rouen) J ia ^ Bilsenkrautwurzel, Obman (Antwerpen) Ricinussamen angetroffen. Diese Ver- Coffea. Kaffee-Uutersuchung nach Hager. 335 Fälschungen werden wohl nur vereinzelt dastehen und auch bleiben. Wir in Deutschland haben gewöhnlich nur Verfälschungen mit Cichorien-, Lupinen-, Wicken- und Getreidesamenkaffee zu gewärtigen. Tastprobe. Man erfasst mit Daumen und Zeigefinger eine starke Prise und drückt sie kräftig zusammen. Reiner Kaffee backt hierbei nicht zusammen J der die aneinanderhängenden Partikel trennen sich bei reibender Bewegung leicht wieder von einander. Mit Cichorien, Runkelrübe und anderen zuckerreichen Substanzen vermischt, backt der zusammengedrückte Kaffee zu einer mehr oder we- jfHjer dichteren Masse zusammen. Viele der Verfälschungsmittel, wie Roggen, ^upinensamen, Eicheln, ändern diese Eigenschaft des Kaffees nicht ab, d. h. der uarnit vermischte Kaffee backt beim Drücken zwischen den Fingern nicht zusammen. Man kann auch das Kaffeemehl etwas anfeuchten und zwischen den Fingern Rücken. Es giebt keine knetbare Masse, sondern krümelt leicht aus einander, u'e Partikel haften nicht an einander. Der Tastprobe reiht sich folgende Probe an, welche die Erkennung fremder be igemischter fettreicher Stoffe, wie Ricinussamen, Erdnüsse etc., Wß lche sich in der Schwimmprobe (vergl. weiter unten) wie geröstetes Kaffee- raehl verhalten, ermöglicht. Auf ein Stück starken Kanzleipapiers, welches •* u f einer circa 2 mm dicken Schicht glatten Papiers liegt, giebt man circa 1 g ^gemahlenen gebrannten Kaffees, breitet diesen in einer circa 2mm dicken cnicht aus, bedeckt diese Schicht mit einem zweiten ähnlich grossen Stück Kanz- pPapier und drückt mit dem Ballon der Hand kräftig (mit der Last des ganzen oerkörpers) gegen die Unterlage, ungefähr eine Minute hindurch. Dann nimmt an beide Stücke des Kanzleipapiers, schüttelt die nur eine lose Masse bildende a ffeeschicht ab und betrachtet das Papier im durchfallenden und auffallenden 'cate. Bei reinem Kaffee sind im letzteren Falle die Fettpunkte kaum erkennbar cl ^scheinen im durchfallenden Lichte als einzelne schwache, nicht zusammen essende stecknadolkopfgrosse Fettflecke. Bei Gegenwart fremder fettreicher Samen i die Punkte im auffallenden Lichte deutlich zu erkennen, und im durchfal- „ en Lichte findet man hier und da zwei und mehrere Punkte in einander ge- ossen, überhaupt fettreicher. Die gepresste Schicht Kaffee wird bei leiser Be- rung gestört, es ist auch nicht die geringste gegenseitige Adhärenz der Kaffee- Partikel erkennbar. Eine solche Adhärenz ist im geringeren Masse bei Gegen- b e - p mder fettreicher Samen, auch des Lupinenkaffees, und im grösseren Maasse Gegenwart fremder zuckerhaltiger Stoffe vorhanden. k„ Der Geschmack des gebrannten Kaffees ist wenig merklich bitter, man in ^^ -^ n k aum bitter nennen, dagegen ist der Lupine haltende bitter, wenn auch massigem Grade. Die anderen Verfälschungsmittel und entbitterte geröstete tr ^i" 6 mo( ^ nc 'rcn den Kaffeegeschmack kaum. Zunächst nimmt man eine Probe ... m den Mund, zerkaut und verschluckt sie. Bei Gegenwart von nicht halt em Leupinenkaffee macht sich hinten am Gaumen ein mehrere Minuten an- ender bitterer Geschmack geltend. Wäre der bittere Geschmack von einer anderen det gerösteten Substanz abhängig, so ist er weniger dauernd und verschwin- p r -,, aucl1 bald nach dem Verschlucken der Probe. Zur specielleren Geschmacks- yuung werden 3 g des gemahlenen (grob pulvrigen) Kaffeos mit circa 20 CO. kaltem ma? 86 ! - krafti S durchschüttelt und eine halbe Stunde bei Seite gestellt, dann noch- höfc , cllscllU ttelt und in ein Filtrum gegeben. Das Filtrat ist bei reinem Kaffee gelh k blilSS g elblich gefärbt, bei Gegenwart eines der Verfälsohungsmittel aber bitt auulic h oder braun gefärbt und schmeckt bei Gegenwart von nicht ent- So . " ter Lupine merklich und andauernd bitter. Läge nur reiner Kaffee vor, l « der Geschmack des Filtrats nicht im mindesten bitter. Ein bitterer 336 Coffea. Kaffee-Untersuchung nach Hager. Geschmack des Filtrats deutet also auf eine Verfälschung, und erweist er sich am hinteren Gaumen einige Minuten anhaltend, so ist eine Verfälschung mit Lupinensamen wahrscheinlich. Nach dieser Probe ist es rathsam, zunächst zur Schwimmprobe überzugehen und dann die chemische Prüfung vorzunehmen. Schwimmprobe mit gemahlenem Kaffee. Es haben sich mehrere Kaffeeverfälschungen erwiesen, wo die Schwimmprobe mit Wasser nicht mehr ausreichte, und muss in Stelle des Wassers eine gesättigte kalte Kochsalzlösung angewendet werden. In einen fingerweiten Probircylinder giebt man circa 2 g des gemahlenen Kaffees, also in der zerkleinerten Form, wie sie die Kaffeemühle liefert, über- giesst mit circa 20 CC kalter gesättigter filtrirter Kochsalzlösung, schüttelt, den Cylinder mit dem Finger geschlossen, eine halbe Minute recht kräftig durch einander und stellt eine halbe Stunde bei Seite. Nach dieser Zeit schwimmt reiner gebrannter gemahlener Kaffee am Niveau der Salzwasserschicht und diese erscheint blassgelblich, oft selbst fast farblos, und am Grunde der Salzlösung findet sich entweder nichts oder ein nur unbedeutender Bodenanflug, welcher höchstens 0,05 g des Kaffeemehles repräsentirt. Wäre der Kaffee nur hellbraun gebranat gewesen, was wohl selten vorkommt, so kann dieser Bodensatz selbst 0,1 g des Kaffees umfassen. Wesentlich ist, dass die Kochsalzlösung eine bei mittlerer Temperatur vollständig gesättigte ist. Bei Gegenwart irgend eines der Surrogate, auch des bereits ausgezogenen Kaffees (getrockneten Kaffeesatzes), wird entweder 1) ein Bodensatz vorhanden sein, welcher t/s— 1 / 2 der mit der Salzlösung geschüttelten Kaffeemenge ausmacht, also immer mehrfach stärker ist, wie er bei reinem Kaffee vorkommt oder 2) ist die Salzlösung in den meisten Fällen gelb, gelbbraun, dunkelbraun, jedenfalls dunklerfarbiger als bei reinem Kaffee. Bei Gegenwart ausgezogenen Kaffees ist der Bodensatz entsprechend seiner Menge. Gewöhnlich ist die Hälfte seiner Menge im Bodensatz vertreten- Die Salzlösung ist, wenn nicht andere Verfälschungen vorliegen, blassgelblich. Bei Lupinenkaffee, Mogdakaffee ist die Salzlösung gelblich bis gelb» hei Kaffee aus entbitterter Lupine selbst nicht stärker wie bei echtem Kaffee ge* färbt, aber ein Bodensatz fehlt nicht und derselbe beträgt i / i —*/a soviel wie dia Pulverschicht am Niveau der Salzlösung. Bei Cichorinkaffee, Malzkaffee und Rübenkaffee lagert die ganz" Masse des Pulvers am Grunde der Salzlösung, welche gelbbraun bis braun S 0 ' färbt erscheint und kann selbst eine mechanische Trennung des oben aufscrrwi m ' menden Kaffees ermöglicht werden. Bei Roggenkaffee lagert circa 7s desselben am Grunde und die SarZ" lösung ist hell gelbbraun. Mit dieser sehr empirischen Schwimmprobe in Kochsalzlösung wäre j e ", 9 Verfälschung, wie eine solche üblich ist, zu erkennen, denn auch andere Beimischungen, welche etwa vorkommen können, haben die Eigenthümlichkeit lD der kalten gesättigten Kochsalzlösung schnell Bodensätze zu bilden. Auch Verfälschungen von nur geringem Umfange verrathen sich in dieser Probe. Währen beim echten Kaffee der unbedeutende Bodensatz aus einem zarten feinen Pulve besteht, umfasst derselbe bei Gegenwart der Surrogate gewöhnlich dickere grössere Partikel, welche leicht in die Augen fallen. Die Farbe der Kochsalzlösung und das Verhalten derselben gegen Reagentie geben genügenden Aufschluss über die Art der Verfälschung, welche dann durc die mikroskopische Prüfung weitere Bestätigung erlangt. Diese Schwimmprobe leit e zu folgenden Schlüssen: Coffea. Kaifee-Untersuchung nach Hager. 337 1) Ein Bodensatz und blasse oder gelbliche Färbung der Salzlösung zeigen ausgezogenen Kaffee, Mogdakaffce und Lupinenkaffee oder solche Stoffe an, welche weder reichlich Stärkemehl noch Zucker enthalten. 2) Bin Bodensatz und gelbe bis bräunlichgelbe Farbe der Kochsalzlösung zeigen Getreidekaffee, Türkischweizenkaffee oder Stärkemehl, aber nicht Schlich Zucker enthaltende Stoffe an. 3) Ein Bodensatz und eine braune bis dunkelbraune Färbung der Kochsalzlösung /.eigen zuckerhaltige Stoffe, wie Cichorien-, Löwenzahn-, Rüben-, Malz-Kaffee an. 4) Kein Bodensatz, aber eine dunkle oder bräunliche bis braune * ar be der Kochsalzlösung zeigen echten Kaffee an, welcher beim Brennen mit 'Unker bestreut wurde. (Der Bodensatz ist später wenigstens in solcher Menge ixx sammeln, dass er zu einer mikroskopischen Prüfung ausreicht.) Will man die Kochsalzflüssigkeit auf das von ihr gelöste näher untersuchen, 80 schüttelt man die Mischung kräftig durch, lässt sie wieder eine Stunde stehen Un 3 filtrirt alsdann. Je 3—4 CC. versetzt man ^ 1) mit einigen Tropfen Jodjodkalium. Eine violette Nttancirung der , ar, »e zeigt Stärkemehl enthaltende Stoffe an, wie Roggenkaffee, Eichel- a 'fee, Saladinkaffec. Reiner Kaffee giebt hier keine Reaction. 2) mit einigen Tropfen Ferrichloridlösung. Eine dunkelbraune Färbung - r 'olgt, welche auch nach dem Verdünnen mit Wasser grünlichbraun erscheint, , '" 11 reiner Kaffee vorliegt, l^ine violette Abänderung der Farbe oder eine int( =naitige deutet auf eine Gerbstoff haltende Substanz z. B. Eichelkaffee. Uen dritten Theil des Filtrats versetzt man p 3) mjt kalischer Kupferlösung, und erwärmt zunächst bis circa 60°C. ojgt h; e r schon eine Reduction und Cuprooxydabscheidung, so ist ein glykose- l' r Körper gegenwärtig, wie Rübenkaffee, Cichorienkaffee, Cichoriensurrogat. # echten Kaffee ist einerseits Rohrzucker vertreten, andererseits ist von diesem . 8t in Caramel verwandelten Zucker nur eine Spur in die kalte Salzlösung ergegangen: es erfolgt also bei reinem Kaffee keine Reduction der kali- •*»» Kupferlösung. j Nun könnte ja noch der (wahrscheinlich nie vorkommende) Fall vorliegen, u',',r man das Surrogat vor dem Rösten mit Oel benetzt hätte und dass die Ge- , 1 ,' r ,( ''.'''""' ut( - nicht in den Bodensatz übergegangen wären. In diesem Falle ist , "lieh de,- fragliche Kaffee auch so wie er ist, nur feiner zerrieben direct mit m Mi kroskope zu prüfen. , Will man die Art der Verfälschung näher bestimmen, so schreite man zur einsehen und mikroskopischen Prüfung, und jede Art der üblichen Verfälsckungs- '"el entgeht der Erkennung nicht. riftl ^ em ' sc he Prüfung. Man übergiesst 5 g des gemahlenen und dann zer- ^■iKmen Kaffees mit circa 60 CC. destill. Wasser und 10 Tropfen Salzsäure, ^gerirt i m vollheissen Wasserbade 3 Stunden hindurch und filtrirt. War der kalt be ™ Brennen mit Zucker bestreut, so ist es zweckmässig, jene 5 g mit Hein Wasser 5 Minuten auszuschütteln, im Filtrum zu sammeln und dann mit s alz»;iureliall,igen Wasser zu digeriren. R Das Filtrat wird nach Geruch und Geschmack geprüft und zu folgenden actionen verbraucht. Je 4 bis 5 CC. des Filtrats werden versetzt: !•'. Pham Suppl. 22 338 Coffea. Kaffee-Untersuchung nach Hager. a) mit mehreren Tropfen Gerbsäurelösung. Es erfolgt eine weissgeli* liehe oder graugelbliche Trübung oder Fällung bei Gegenwart von echtem Kaffee, Lupinen- und Roggen- oder Getreidekaffee, b) mit einem gleichen Vol. Pikrinsäurelösung. Es erfolgt eine gelbe Trübung oder Fällung bei Gegenwart von Lupinenkaffee, auch des Kaffees aus zum Theil entbitterter Lupine, dem Kraftkaffee Bering's. Echter Kaffee und die anderen Surrogate verhalten sich gegen Pikrinsäure indifferent, c) mit einigen Tropfen Ferrichloridlösung. Es erfolgt eine dunklere Färbung, welche auch nach dem Verdünnen mit Wasser nichts Tintenartiges wahrnehmen lässt. Eine tintenartige Färbung zeigt Eichelkaffee oder eine andere gerbstoffhaltige Substanz an, d) mit mehreren Tropfen Jodjodkaliumlösung. Es erfolgt eine braun- rothe oder ähnlich farbige Trübung, welche bei reinem Kaffee nach einigen Stunden fast zu verschwinden pflegt, nicht aber bei Gegenwart von Lupinenkaffee. Die Trübung ist also bei Gegenwart von Lupine beständig. Erfolgt eine violette Färbung nach Zusatz der Jodlösung, so liegen Stärkemehlstoffe wie Getreidekaffee, Malzkaffee, Maiskaffee, geröstete Samen der Hülsenfrüchte vor, e) mit mehreren Tropfen Brombromkaliumlösung (vergl. unter Kalium bromatum; wird wie Jodjodkaliumlösung bereitet). Es erfolgt eine Trübung (welche bei Coffein armem Kaffee sehr schwach ist), welche bei reinem Kaffee nach und nach, in 1—2 Stunden, verschwindet, bei Gegenwart von Lupinenkaffee aber sehr stark und auch beständig ist, f) mit 5 Tropfen Aetzalkalilauge und 2—3 CC. kalischer Kupferlösung und erhitzt im Wasserbade bis zu 80° C. eine Viertelstunde hindurch. Bei reine 01 Kaffee und auch bei Lupinenkaffee erfolgt keine Keduction, wohl aber bei Gegenwart von Stärkemehl oder Zucker enthaltenden Stoffen wie Cichorien-, Löwenzahn-» Getreide-, Rüben-, Eichelkaffee etc. Den Umfang der Verfälschung mit Stärkemehl und Glykose oder Zucker enthaltenden Stoffen wird in gewöhnlicher Weise bemessen. Zuerst bestimm' man den vorhandenen Glykosegehalt, dann nach Umsetzung des Stärkemehls ,n Glykose (durch Kochung in 2 Proc. Schwefelsäure haltendem Wasser) wiederum de" 1 Glykosegehalt und berechnet aus der Differenz den Stärkemehlgehalt. (Vei'g 1 - unter Saccharum.) Hierbei sind 1 Proc. Glykose dem Kaffee, 20 Proc. Glyk° se der Cichorie oder dem Cichoriensurrogat und 60 Proc. Stärkemehl den Getreidefriicl ltc ' zugehörig anzunehmen. Das Resultat ans dieser Bestimmung kann mit demjenige aus der Bestimmung des Extracts verglichen werden, um wenigstens annähe' 11 ein Urtheil des Maasses der Verfälschung zu erlangen, wenn dazu dem Chemike der Auftrag gegeben wird. Ein bestimmtes und sicheres, der Wahrheit na kommendes Resultat ist nicht zu erreichen. Extractbestimmung. Obgleich der Gehalt an extractiven Bestandteilen i* Kaffee ein sehr verschieden grosser ist, und nicht einmal in einem nur annähern bestimmten Verhältniss zu dem Gewicht der gebrannten Kaffeebohnen steht, s ° können doch Umstände herantreten, welche eine Extractbestimmung erfordern- Der Gehalt an mit Wasser extractiven Stoffen im gebrannten Kaffee schwanK zwischen 20 und 35 Proc. Man vergleiche auch die S. 334 gemachten A&" gaben. Je nachdem der gebrannte gemahlene verfälschte Kaffee starkem 0 haltige Stoffe enthält oder davon frei ist, muss die Extraction modificirt werde • Der geröstete gemahlene Kaffee, welcher fr ei von Stärkemehl enthalten derSubstanz ist, wird noch feiner zerrieben, scharf ausgetrocknet, der durch Austrocknen erfolgte Gewichtsverlust bestimmt, alsdann 10 g des ausgetrockne Coffea. Kaffee-Untersuchung nach Hager. 339 Kaffees mittelst Wassers unter Kochen vollständig extrahirt, das Filtrat eingetrocknet und bei 110—120° C. ausgetrocknet. Zur Controle wird der unlösliche Rückstand aus der Extraction ebenfalls getrocknet und gewogen. Die Gewichte beider Theile müssen in Summa 10 g ergeben. Extract wie auch der unlösliche Rückstand sind schwach hygroskopisch. Der geröstete gemahlene Kaffee, welcher mit Stärkemehl enthaltender Substanz verfälscht ist, muss vor der Extraction mit Oxalsäure behandelt werben, um das Stärkemehl in Dextrin und Glykose überzuführen und löslich zu dachen. Man giebt 10 g des zerriebenen gebrannten, ausgetrockneten Kaffees, 1 g Oxalsäure und 80 CO. Wasser in einen Glaskolben, mischt durch kräftiges Schütteln und digerirt in der Wärme des vollheissen Wasserbades mindestens 4 Stunden hindurch. Nach dem Erkalten wird filtrirt und der Filterinhalt mit Wasser ausgewaschen, bis das abtropfende Filtrat kaum noch gefärbt erscheint. Das ''iltrat wird abgedampft und der Rückstand wie oben angegeben zur völligen Trockne gebracht. Wie Cichorienkaffee giebt auch der Getreidekaffee, nachdem dessen Stärkemehl in Dextrin und Glykose übergeführt ist, durchschnittlich 70 1>l 'oc. Extract. Bei Bestimmung des Verfälschungsmaasses aus der Extractmenge, welche Bestimmung immer nur zu annähernden Resultaten führen kann, sind gewisse "focento als dem wahren Kaffee angehörend in Abzug zu bringen und zwar kann ma n annehmen, dass der Kaffee 25 Proc., der als Verfälschung angewendete Zuckerhaltige Stoff oder auch der Btärkemehlhaltige Stoff, nach geschehener Lös- ''chmachung des Stärkemehls 70 Proc. Extract ausgeben. Dann stellen sich folgende Verhältnisse heraus: 10 0Th. verfälschter Kaffee Kaffee Verfäl- Gesammt- schungsstoff l'iXf.ract menge 27,25 Th. Davon kommen auf **«/," ,1 ii ii ii 95 90 85 80 75 70 65 60 55 50 45 40 + 5 + 10 + 15 + 20 + 25 + 30 + 35 + 40 + 45 + 50 + 55 + 60 ergeben 31,75 34 36,2ö 38,5 40,75 43 45,25 47,5 49,75 52 Verfäl- schungsstoff 23,75 und 3,6 Th. 22,5 n ' n 81,25 r 10 „ 20 n 14, „ 18,75 n *•>*» » 17,5 n 21 „ 16,25 • 24,5 , 15 „ 28 , 13,75 „ 31,5 „ 12,5 n ''° n 1 1,25 „ 38,5 „ Ii) - 42 „ Beträgt die Extractmenge weniger den 20,0 Proc., so ist der Kaffee wahr- ~J "'ndich mit bereits ausgezogenem Kaffee verfälscht, er ist dies sicher, wenn die «raetmenge 17 Proc. und weniger beträgt. Ein ausgezogener Kaffee, wie er in w Kaffeena usern als Ahlall fortgegeben wird, enthält noch bis zu 5 Proc. u Nasser lösliches. Wenn der Kaffee weniger denn 20,0 Proc. Extract ausgiebt, M e r nat s j cll aiicli . n ^ er gc^wimmprobe verdächtig erwiesen, so kann eine "wischung mit ausgezogenem Kaffee mit Sicherheit angenommen werden. Eine eitere Bestimmung des ausgezogenen Kaffees im reinen Kaffee vergleiche mau Wer mikroskopische Untersuchung S. 340. Der Nachweis ausgezogenen Kaffees ann - also durch drei verschiedene Experimente erwiesen werden. 22* 340 Coffea. Kaffee-Untersuchung nach Hager. Coffeingehalt, Oelgehalt des Kaffees. Den Gehalt an Coffein oder fettem Oel zu bestimmen und daraus auf Verfälschungen zu schliessen, bietet wie die Extractbestimmung keinen nur annähernd sichern Anhalt, denn sowohl der Gehalt an Coffein als auch fettem Oel ist ein stark schwankender. Dazu kommt, dass die Rösthitze sowohl den einen wie den anderen Stoff mindert. Der Coffeingehalt im gebrannten Kaffee schwankt zwischen 0,4—1 Proc, der Fettgehalt zwischen 8—16 Proc- Die Bestimmung des Gewichtes eines Verfälschungsmittels ist bei einem Nah- rungs- und Genussmittel der I.Gruppe (Ergänzungsbd. S. 177) etwas ganz Nebensächliches, denn es genügt einfach der Nachweis der Verfälschung und auch wohl der Nachweis der Art des Verfälschungsstoffes. Da der Richter den Dolus der Fälschung und des Betruges nicht nach Proceuten bemisst, wird der Nachweis des Verfälschungsmaasses stets ein nebensächlicher bleiben. Mikroskopische Prüfung. Diese Prüfung vervollständigt die Analyse und lässt auch die Art der Verfälschung erkennen. Zunächst ist der Bodensatz aus der Schwimmprobe in der Kochsalzlösung zu prüfen, um eine etwaige Beimischung ausgezogenen Kaffees zu erforschen. Ist nämlich der Bodensatz in der Kochsalzlösung ein starker und diese Lösung wäre nur gelb oder gelblich gefärbt, so kann ausgezogener Kaffee, Lupinenkaffee, Cassiasamenkaffee zugegen sein. Circa ein Volumen von 5 Tropfen dieses Bodensatzes wird in einem Mörser mit ein Paar Tropfen Glycerin zerrieben und davon ein Tropfen auf das Objectglas gebracht. Sind nur die Gewebeelemente des Kaffees vertreten, so ist die Gegenwart ausgezogenen Kaffees sehr wahrscheinlich. Diese Annahme muss noch durch weitere Proben begründet werden und zwar zunächst durch Extractbestinv mung, und wären 20 Proc. Extractgehalt dem echten Kaffee anzurechnen. Ei» geringerer Extractgehalt macht die Gegenwart ausgezogenen Kaffees eben nW wahrscheinlich. Endlich schreitet man zu folgender empirischen Probe, welche sich darauf begründet, dass ausgezogener Kaffee leichter Zuckersyrup aufsaugt, als nicht ausgezogener. In einen Reagircylinder von 10—11 mm Weite giebt ni an eine 4 Ctm. hohe Schicht Zuckersyrup (10 Zucker, 5,5 Wasser) und eine kli'i» 0 Priese des gemahlenen Kaffees, schüttelt um und lässt eine halbe Stunde stehen? damit der Kaffee sich am Niveau der Syrupschicht sammeln kann. Dann gi eb man behutsam eine gleichhohe Schicht einer gesättigten Kochsalzlösung dazu, *> dass eine Mischung beider Flüssigkeiten nicht stattfindet. Es wird sofort o 1 Kaffeeschicht an das Niveau der Salzlösung steigen und sich hier in Ruhe setze"' Sobald wie dies geschehen, giebt man eine circa 4 Ctm. hohe Wasserschicht eben behutsam hinzu, damit eine Mischung mit der Salzlösung nicht stattfindet. R ßl " e Kaffee steigt sofort an das Niveau der Wasserschicht, bereits ausgezogener K»tt e dagegen lässt nur einen Theil an das Niveau der Wasserschicht treten, ein T» el bleibt am Grunde der Wasserschicht und innerhalb derselben schwimmend. ^ t j5°, schnelle Drehung der Cylinder um seine Axe oder durch Agitation der Kam* Schicht am Niveau mittelst einer Stricknadel nöthigt man noch mehrere Parti»« abwärts zu sinken und zwischen Wasser und Salzlösung Platz zu nehmen. Wenn also in der Schwimmprobe mit Kochsalzlösung ein starker Bodens» i aus den Elementen des Kaffees bestehend, ferner ein geringer Extractgehalt '' ^ Gegenwart von ausgezogenem Kaffee vermuthen lassen und in letzterer Schwund probe mit Syrup-Salzlösungs- Wasser auch ausgezogener Kaffee angedeutet wir , so kann letzterer als sicher vorhanden angenommen werden. Objecte für die mikroskopische Prüfung sind jedenfalls 1) der Bodensatz au^ der Schwimmprobe mit der Kochsalzlösung und 2) eine geringe Menge des Kalte in einem porcellanonen Mörser mit einigen Tropfen Wasser und Glycerin feinz Coffea. Kaffee-Untersuchung nach Hager. 341 rieben. Zunächst ist eine 100—200 malige, und wenn nöthig zur Unterscheidung der Stärkemehlzellen eine 300 — 400 malige Vergrösserung ausreichend. Hier dürfte unter Rücksichtnahme der Resultate aus der empirischen und chemischen Prüfang keine Verfälschung übersehen werden. 2<.fi' 4i Spindelförmige Stein- Fig 41 o Kaffee, gebrannter, t Cichorien- ueu der Samenhant des Kaffee- kaffee. (120nial vergr.) Samens. (250 mal vergr.) i'ig. 45. Ein Strick aus dem Gewebe des Kaffeesamens. (250mal vergr.) Bei reinem unverfälschtem Kaffee sieht das Auge die gelbfarbigen Rudimente ' es Gewebes der Kaffeebohne, untermischt mit nur wenigen farblosen durchsiebten Theilen, und auch einzelne spindelförmige Steinzellen (vergl. die mikroskop. l S' 43 und 45). Bei Gegenwart von Surrogaten zeigen sich entweder Stärke- l e- 46. LnpiaeakafFee. (100 fache Vergr.) Fig. 47. RübenMflee. (lüüfacbe Vergr.) ™ehlzellen oder Treppengefasse, Spiralgefässe, abweichende Formen des Zellgewebes etc. Hat man nur einmal in dieser Weise reinen Kaffee untersucht, J> ! «n entgeht dem Auge auch nicht die geringste Spur des einen oder anderen 8u rrogats, zumal diese fremden Gewebeelemente trotz der Röstung farblos oder 342 Coffest. Kaffee-Untersuchung nach Hager. nur gelb sind. In dem Bodensatz aus reinem Kaffee findet sieh nichts, was eine Aelmlichkeit mit Stärkemchlzellen hat. Die Lupine schliesst bandförmige Zellen ein, wie sie keines der anderen Surrogate aufweist, und der Rüben- und Cichorienkaffee zeigt Treppengefässe und Fig. 48. Eichelkaffee. (100 fache Vergr.) lig. 40. Koggenkaftee. (100fache Vergr.) häutige Gebilde mit lockerem Zellgewebe. Getreide-, Roggen-, Eichelkaffee, Hül- sensamenkaffec zeigen unendliche Menge Stärkemehlzcllen, welche wiederum leicht zu bestimmen sind. Die Eichelstärkemehlzellen sind die kleineren, die Länge der Kleinkörner beträgt circa 0,01 mm, der Grosskörner 0,02 — 0,033 mm» 0 $ra« n Fig. 50. Starkemehlzellen W des Weizens, 6 der Gerste, M des Boggens, H des Hafers. (250 fache Vergr.) Fig. 51. Stärtcmchlzellen B der Bohne, ! der Erhse, L der Linse. (250facue Vergr.; Die Hülsensamenstärkemehlzellen sind mehr eiförmig oder kugelig und doppelt so gross und lang wie die der Eichel, mit denen sie verwechselt werden könnten, da ja eine gleichzeitige Verfälschung mit Eicheln und Erbsen vorliegen kann. Auch von den Roggenstärkemehlzellen sind die Kleinkörner circa 0,01 mm i ffl Coffea. Kaffeepräparat 343 Durchmesser, die Grosskörner 0,04—0,06 mm, im TJebrigen mehr linsenförmig und kugelig und zum grössten Theil mit einer strahligen oder kreuzförmigen Spalte versehen. Wenn das Object mit etwas Jodjodkalium versetzt wird, so treten die Stärkemehlzellen deutlich durch eine bläuliche oder violette Farbe hervor. Die Art der Stärkemehlzellen des Getreides ist leicht, die der Hülsenfrüchte etwas schwieriger zu erkennen, doch herrscht bei denen der Bohne mehr die ovale, bei der Erbse eine mehr bucklige, bei der Linse eine mehr nierenförmige Form vor. Kaffcepriiparat der Wiener Firma Ed. Perger & Co. Diese Firma hat auf ein „Verfahren zur Gewinnung der beim Rösten des Kaffee's sich entwickelnden flüchtigen Produkte und deren Verwendung zur Verbesserung von Kaffeesurrogaten und Extracten" ein Deutsch. Reichs-Patent (10519) erhalten. Den flüssigen Theil des Röstdestillats wird man wahrscheinlich zum Aromatisiren von Kaffeepräparaten und Kaffeesurrogaten verwenden. In der Natur der Sache liegt es, dass diese Producte schon in der Schwimmprobe erkannt und unter dem Mikroskop leicht bestimmt werden können. Zur Herstellung des Destillats wird der Dampf der in grossen Trommeln röstenden Kaffeebohnen (marinirte und haverirte) in besondere Behälter geleitet und verdichtet. 100 kg Kaffee sollen circa 11 Liter Destillat ergeben. Die ph. Ztg. berichtet über die von Bernheimer angestellten Untersuchungen Folgendes: Das flüssige Rohdestillat stellte eine gelbe, sehr angenehm nach Kaffee riechende Flüssigkeit dar, welche mit Aether ausgeschüttelt wurde. Der ätherische Auszug hintorliess nach dem Verdunsten des Aethers ein schweres dunkles Oel von ^genehmem Kaffeegeruch. Bei der Destillation desselben gingen zuerst Essigsäure und Wasser über, bei 200 ° darauf ein nach Kaffee riechendes, an der Luft bald gelb werdendes Oel, wobei die Temperatur auf 300° stieg. Der über 300° übergehende * "eil erstarrte butterartig und besass den ranzigen Geruch der höheren Fettsäuren, letzterer wurde mit dem zwischen 200° und 300° übergegangenen Theile mit koclalosung, zur Bindung der Fettsäuren, neutralisirt. Aus den alkalischen Waschfässern wurde mittelst Aethers eine Substanz abgeschieden, welche bei näherer Untersuchung als Chinhydron (Schmelzpunkt 171°) erkannt wurde. Aus dem erhaltenen Oele wurde durch fractionirte Destillation ein zwischen 195—197° Redendes Oel abgeschieden, welches das feine Aroma des Kaffee's in sehr intensivem Maasse besass. Verfasser nennt dasselbe „Kaffeol", es ist in kaltem Wasser _scheinbar gar nicht löslich, ertheilt demselben aber den erwähnten Goruch; es ist etwas löslich in heissem Wasser, von Weingeist und Aether wird es sehr leicht aufgenommen. Das Kaffeol erstarrt selbst in einer Kältemischung nicht und wird von conc. Kalilösung nur äusserst schwer gelöst. Bei der Einwirkung a uf schmelzendes Alkali entsteht ein krystallinisches Produkt, das in seinen Eigenschaften mit denen der Salicylsäurc übereinstimmte. Bernheimer glaubt daher " a s Kaffeol als ein Methylderivat des Saligenins ansehen zu können. Aus dem nicht vom Aether aufgenommenen Theile des flüssigen Rohdestillats wurde Coffein abgeschieden und zwar aus 50 kg Kaffee 140 g Coffein, also 0,28 roc., welches im Rohdestillat als essigsaures Salz enthalten zu sein scheint. Aus der nach der Abscheidung des Coffeins hinterbliebenen Mutterlauge wurde Inmethylamin abgeschieden. Es wurden im Ganzen folgende Producta erhalten. Als Hauptproducte: Palmitinsäure, Caffein, Caffeol, Essigsäure, Kohlensäure. Nebenproducte: Hydrochinon, Methylamin, Pyrrol, Aceton (?). Beim Rösten des Kaffee's scheinen demnach die Fettsäuren, die von Roch- ^Etjer in den grünen Bohnen nachgewiesen worden sind, unverändert überzugehen, "äs als kaffeegerbsaures Coffein-Kali vorhandene Coffein zersetzt sich schon bei 344 Coffea. Mogdadkaffee. schwachem Erhitzen, wobei die Base sich theilweise verflüchtigt. Das Ilydrochinon verdankt seine Entstehung jedenfalls der von Zwengek und Siebeut im Kaffee nachgewiesenen Chinasäure, während das Pyrrol von dem in den Bohnen entlud tenen Legumin herzustammen s«heint. Die Kaffeegerbsäure scheint beim Rösten zum grössten Theil wenigstens unzersctzt zurückzubleiben, sio wurde ebenso, wie sie aus den grünen Bohnen von Hlasiwetz dargestellt wurde, aus den gerösteten isolirt. Mog (lad -Kaffee, Negerkaffce, Cafe chilcn, ein Kaffeesurrogat, die gerösteten zermahlenen Samen der Gassia occidentalis L., einer in den Tropenländern häufigen Leguminose, aus der Gruppe der Caesalpineen, deren Rinde C ort ex Fedegozo früher als Fiebermittel Anwendung fand. Die Samen wirken emetisch, nicht aber nach der Röstung und werden als Kaffeesurrogat, wie J. MoelleK angiebt, auch schon in Deutschland als Verfälschungsmittel dos Kaffeos gebraucht. Der Aschengehalt des Cassia-Samen-Kaffees enthält 8—10 Proc. Aschontheile. J. Moellek berichtet darüber in Dingler's polyt. J. und ph. Centralh. 1880 Nr. 29 und 36. Die Samen der Cassia occidentalis L. sind eiförmig, seitlich abgeflacht, durch das hervorragende Würzelohen etwas zugespitzt, die Samennaht ist kaum angedeutet. Die Länge beträgt im Mittel 4,5 mm, die Breite und die Dicke sind weniger constant, und zwar schwankt die erstere zwischen 2,9 und 3,6 mm, die letztere zwischen 1,2 und 1,9 mm. Die extremen Formen sind bei diesen Maassangaben nicht berücksichtigt; es kommen auch einzelne unter 1 mm Dicke und andererseits fast kugelige Samen vor. Das Gewicht eines Samenkornes beträgt durchschnittlich 16 mg. Die Farbe der Samen im trockenen Zustande ist mit dein fahlen Graugelb der Platanenrinde oder mancher roher Kaffeesorten zu vergleichen. Beim Quellen wird ein durchscheinendes weisses Häufchen abgestossen und die Oberfläche der namhaft vergrösserten (6,5 mm lang, 4 bis 5 mm breit und 2,5 mm dick) Samen erscheint nunmehr braunroth. Die Samen sind glatt und haben matten Glanz» nur bei starker Lupenvergrösserung sieht man auf der Oberhaut eine feine, unregelmässig zerstreute und wenig dichte Stichelung. Bei sehr vielen Samen ist dieses fein punktirte Häutchen gesprengt und zum Theil in Schultern abgestossen. Ein Zerreisen der Oberhaut findet an vielen Samen sehr regelmässig statt, immer in einer Längsspalte, die sich zu einem elliptischen Zwischenraum erweitert- Der Keim ist in einer geringen Menge von hornartig durchscheinendem EiweisS central gebettet und bestellt aus einem kurzen, dicken, conischen Würzelchen und zwei grossen, flach aneinander liegenden Samenlappen. Diese sind dottergelb, umgreifen das Würzelchen mit herzförmiger Basis, sind breit eiförmig, !lU der Spitze etwas eingebuchtet, strahlnervig. Ueber den Werth der Samen als Kaffeesurrogat giebt die Analyse Auf' schluss: Cellulose........ 21,21 Fettes Oel....... 2,55 Pflanzenschleim...... 36,60 Gerbsäure, eisengrünende . . . 5,23 Unorganische Salze . . . . 4,33 Stickstoffhaltige organische Stoffe 15,13 Stickstofffreie organische Stoffe . 3,86 Wasser....... 11,09 100,00."" Coffein enthalten diese Cassiasamen also nicht. Coffca. Kaffee-Untersuchung nach Krauch. Demnach ist ein ziemlich ansehnlicher Nährworth den Samen sprechen; warum sie aber gerade als Kaffeesurrogat Vorzüge besitzen sollen, ist nicht abzusehen; vielmehr dürfte der grosse Schleimgehalt dieser Verwendung hinderlich sein. In dem Berichte des Wiener Stadtphysikates ist, theilweise abweichend von dem Vorstehenden, über den Mogdad-Kaffee gesagt: „Das zur Untersuchung behufs Erlangung der Vertriebsbewilligung vorgelegte Kaffeesurrogat unter dem Namen „Mogdad" entstammt dem Samen einer Papilionacee, enthält Caffein, ein cacaoartiges Chromogen nebst Legumin und Gerbsäure, riecht, stark geröstet, wie frisch gebrannter Kaffee und liefert mit Wasser ein Decocto-Infusum, das den Geschmack des schwarzen Kaffees besitzt, lg t somit zum Consum ompfehlenswerth." In beistehender Figur ist ein mikroskopisches Bild dieses Kaffees vorgelegt, welches jedoch auf Genauigkeit und correcte Ausführung nicht Anspruch macht. Bemcrkonswerth sind die Palli- sadcnzellschicht der Oberhaut des Samens. Die Parenchymzellen dos Oassia- 8amens zeigen in der oberflächlichen ^""e eine unregelmiissig polygonale ^estalt. Ihre Grösse; nimmt nach dem «anern des Samens zu. Die peripherischen Zellen sind die kleinsten, sie jegen dicht aneinander gedrängt. Die seilen der peripherischen Schicht sind b&nz ausgefüllt von einem feinkörnigen, ^•nkelbraunen Inhalt. Die grösseren ^ e| len aus dem Centrum der Frucht enthalten meist in ihrer Mitte den zusammengeschrumpften braungefärbten Kß st des ursprünglichen Zellkörpers. Untersuchung des Kaffees nach J* Krauch's Methode (Ber. d. d. eh. «es. 1878). Die Bestimmungen des Wassers, der Asche und des Fettes geschehen na eh den üblichen Methoden. Zur Bestimmung des in Wasser löslichen und unlöslichen Theilcs werden je i() g- Substanz mit 500 CO. Wasser 6 Stunden auf dem Wasserbade digerirt, a nn die Masse auf ein tarirtes Filter gebracht und ausgewaschen, bis das Fil- ra t 1000 CC. beträgt; der dabei unlöslich gebliebene Rückstand wird bei 110 ft Setrocknet, gewogen und aus seinem Gewichte auch der in Wasser lösliche Theil berechnet. Zur Bestimmung des ursprünglich vorhandenen Zuckers wird mit Wasser ai 'sgekocht, filtrirt, zur Trockene verdunstet, der hierbei gebliebene Rückstand mit heissem OOproc. Weingeist behandelt und aus dem weingeistigen Auszuge, nachdem er zur Trockne abgedunstet ist, mit Wasser der Zucker extrahirt, mit J-merkohle entfärbt, im Filtrate der Zucker auf gewöhnlichem Wege bestimmt Un d auf Rohrzucker berechnet. Die Zahlen, welche sich in der Rubrik „Zucker nach dem Kochen mit verdünnter Schwefelsäure" befinden, erhält man in folgender Weise: Je 3 g 8ub- stanz werden mit 200 CC. einer 2i/ 2 proc. Schwefelsäure 6—7 Stunden am Rück M.K. Fig 52. '■// Mogdad Kaffi (ge steter Samen von C.i^ •iä occidentalis). a Zellgewebe mit Eiweiss aua der Inneren Masse des Samens, h Trümmer der Cu- tioulaiBchiorit, Pallisadengchioht, c der Cuticula, d Zellgewebe der Schale. 346 Coffea. Kaffee-Untersuchung nach Krauch. flusskühler gekocht, hierauf die Säure mit Bleicarbonat, dann Thierkohle zugegeben und damit eine Zeit in der Wärme digerirt. Nunmehr wird das Ganze zuvor mit Wasser auf 500 CO. gebracht, filtrirt und ein abgemessener Theil des Filtrats mit FEHLiNß'scher Lösung gekocht, das dabei entstandene Kupferoxydul in Oxyd übergeführt und gewogen, das Gewicht des letzteren alsdann auf Rohrzucker berechnet. Eine Schwefelsäure von 2^2 Proc. scheint für diese Versuche besonders geeignet zu sein. Die Angabe, dass Ferrichlorid in dem Kaffeeaufgusse alle Farbstoffe niederschlage, dagegen nicht aus Cichorien, fand KraüOH nicht zutreffend, insofern nur eine theilweise Fällung stattfindet. Der Eisenniederschlag wird erhalten durch Fällen eines wässrigen Auszuges der Substanz mit Eisenchloridlösung im Ueberschuss. Der abfiltrirte und gut ausgewaschene Niederschlag wird geglüht und das Gewicht des Glührückstandes auf Procente der angewendeten Substanz berechnet (vergl. die Tabelle). Wie man aus der Tabelle ersieht, zeichnet sich der Kaffee, gegenüber den untersuchten Surrogaten, durch seinen hohen Gehalt an Fett aus, während der Aschengehalt im Vergleich mit der Cichorie sehr zurücktritt, im Vergleich mit Roggen und Weizen aber sich doppelt so hoch stellt als bei diesen. Wenn auch die Quantität dieser beiden Stoffe bei gröberen Verfälschungen für sich schon einige Anhaltspunkte für die Bestimmung der Grösse der Beimischung geben kann, so ist doch wohl, wenn es sich um geringere Beimischungen (10 —15 Proc.) handelt, weniger Werth darauf zu legen, weil dann die zu erhaltenden Zahlen immer noch innerhalb derjenigen Grenzen schwanken, welche je nacl/ verschiedenen Ernten und Sorten des Kaffees erhalten werden. Weit bessere Anhaltspunkte für diese Frage geben die starken Differenzen der im Wasser löslichen Stoffe (Extract), hauptsächlich für Cichorie und WeizeS> weniger für Roggen. Was jedoch für alle Fälle den besten Aufschluss geben wird, ist der Gehalt dieser Stoffe an fertig gebildetem Zucker oder an den durch verdünnte Säure in Zucker überfuhrbaren Substanzen. Was den fertig gebildeten Zucker anbelangt, so ist die Cichorie durch ihren bedeutenden Gehalt an dem selben ausgezeichnet, während die Cerealien durch ihren hohen Stärkegehalt eine reichlichere Menge von in Zucker überführbaren Substanzen liefern als der Kaffee. Das Gemisch von gebranntem Roggen und Kaffee zeichnet sich durch eine» höheren Gehalt an in Zucker überführbaren Substanzen aus; es enthält bei 1° Proc. Roggenzusatz circa 5 Proc. davon mehr als reiner Kaffee. Die vorstehend beschriebene Untersuchungsmethode liefert hiernach Anhaltspunkte, in fraglichen Fällen annähernd die Menge der Surrogat-Zusätze festzustellen. Man kann die Menge der in Wasser löslichen Stoffe bei der gebrannten Cichorie auf rund 70 Proc, die des gebrannten Kaffees auf rund 25 Proc. annehmen ; erstere hat daher ein Plus von 45 Proc. an in Wasser löslichen Stoffen- Enthält nun ein gebrannter und gemahlener Kaffee des Handels, welcher sich nach der mikroskopischen Prüfung, wie auch durch den vorhandenen fertig g°~ bildeten Zucker als mit gebrannter Cichorie verfälscht erwiesen hat, etwa 30 Proc. in Wasser lösliche Stoffe, so übertrifft er den reinen Kaffee hieran um Proc. Die Menge des Cichorien-Zusatzes berechnet sich daher einfach nach der Gleichung: 45:5 = 100 :x (=11,1); der Kaffee hätte demnach einen Zusatz von rund 11 Proc. Cichorie erfahren. In ganz derselben Weise berechnet sich die Grösse des Zusatzes von gebranntem Roggen oder von sonstigen Cerealien, bei denen man die Menge der durch vor- Coffea. Kaffeesurrogate. 347 dünnte Schwefelsäure in Zucker überführbaren Stoffe auf rund 70 Proc. der Trockensubstanz feststellen kann, während der wasserfreie Kaffee davon rund 25 Proc. besitzt. Selbstverständlich muss auch hier die mikroskopische Untersuchung zunächst qualitativ die Verfälschungsart sicher stellen. Es wäre wünschenswerth, dass die vorstehenden Zahlen noch durch Untersuchungen mehrerer anderer Proben der genannten Stoffe ergänzt worden wären; denn die Art der Berechnung ist um so richtiger, je mehr die angenommenen Zahlen für die Menge der in Wasser löslichen Stoffe, resp. der in Zucker über- fiihrbaren Substanzen der Wirklichkeit entsprächen, d. h. je grösser die Anzahl der Analysen ist, aus denen sie das Mittel bilden. I. Auf 100 Theile frischer Substanz berechnet. Verschiedene Kaffeesorten, gebrannt. II. III. IV. .2 SD o -StJ ° .o .2 l? a , 0 . o a> d 6o 2 *> SC.O tSJ ,£. Ä a ■5 M SD « % 'a'g et • — Wasser Asche Fett {"Wasser löst. J, n Wasser unlösl. /.ucker Z "°ker nach dem Jochen mit ver- '■"imtcrSchwe- „ ,el 8äure ^?oxyddurch w !uhend.Eisen- ni ederschUigs 1,55 4,43 1 I..V> 24,82 73,63 0,2 24,21 1.95 4,37 4,33 11,25 1,35 4,78 13,63 1,44 6,29 13,33 1,57 4,13 14,83 4,30 10,37 1,10 62,60 33,10 22,40 6,89 4,99 0,41 73,29 19,82 22,20 0,28 2,24 1.67 31,84 67,88 2,75 1,80 52,65 47,35 2,15 4,22 13,80 25,39 72,86 0,19 21,19 — 75,16 — 28,97 1,34 2,03 — — — 2,30 4,90 12,27 29,93 67,77 2,25 22,52 II. Auf 100 Theile bei 110° getrockneter Substanz berechnet. Asche Fett Jj» Wasser lösl. '"Wasserunlösl. '•'icker Z »*er nach dem Jochen m.verd. „Schwefelsäure ^senoxyd durch u !uhend.Eisen- aiederschlags 4,49 14,78 25,21 74,79 0,20 24,59 1,98 4,52 11,76 23,51 76,49 4,85 13,84 23,23 76,77 6,38 13,53 22,47 77,53 4,19 15,60 10,83 1,15 65,12 34,58 23,40 22,14 1,40 5,35 0,43 78,71 21,28 23,84 2,17 2,43 1,68 31,92 68,07 75,37 1,80 2,75 52,65 47,35 4,31 14,16 25,98 74,46 0,19 29,60 5,10 12,55 30,63 69,36 2,30 23,15 — bedeutet: „nicht bestimmt" Folge eines ß, fPP r . 0 ^ r tes Caff cc - Surrogat ist ein halb verkohlter Zucker. In ru. 6 o C i, les Z *v ^ einer Zuc k erf &brik wurden (1878) mehrere tausende Kilog. gebrannter Uck er billig angeboten und liegt wahrscheinlich hier diese Verwendung jenes gebrannten Zuckers vor. Cafe de Rlicims von Doyek & Cp. (Rhcims) ist ein dem comprirnirten Kaffee »uches Fabrikat, welchem jedoch etwas Cichoriensubstanz zugesetzt ist. 348 Coffea. Kaffeesurrogate. Caffee-Essenz, Holländische, in Pulverform, soll nach Skalweit gepulverter gebrannter Zucker sein, wahrscheinlich aus derselben Quelle stammend, aus welcher das Material zu dem approbirten Caffeesurrogat entnommen wurde. Caffeesurrogat, Döhren's (patentirt). Das Darstellungsvorfahren dieses Kaffeesurrogats besteht in der Erhitzung der Getreidefrucht in Wasserdampf, um das Stärkemehl aus seinem primitiven Zustande in den löslichen überzuführen. Das dann erfolgende Abspülen der gebrühten Getreidefrucht mit Wasser geschieht wohl aus Reinlichkeitszweck. Der Zusatz von 3 Proc. Natronbicarbonat vor dem Brennen bewirkt, dass der Aufguss dieses Surrogats eine recht dunkle Farbe annimmt, welche beim gemeinen Manne in hohem Ansehn steht. Caffee ■ Ersatz der Firma Leusmann & Zabel (Hannover) ist ein Gemisch mehrerer Surrogate, unter denen auch Stärkemehlstoffo in sehr geringer Menge vertreten sind. Dieses Surrogat zeichnet sich durch einen sehr angenehmen Kaffeegeschmack aus. Spuren Coffein waren nachweisbar (pharm. Centralh. 1880, Nr. 14). Caffee-Surrogat Pisoni's ist das trockne Extract aus gerösteter Cichorien- wurzel, wie Wittstein nachgewiesen hat, oder es liegt auch in diesem Präparat jener zu dem approbirten Kaffee-Surrogat verwendete gebrannte Zucker vor. Comprimirter Caffee (patentirt). Ruch, Chaktier und Bertjt (Cassel), ist ein sorgfältig gebrannter, zermahlener Kaffee, welcher unter einem Druck von mehr denn 40 Atmosphären in eine den Chocoladentafeln ähnliche Form gebracht ist, welche Tafeln durch vertiefte Linien in bestimmte Gewichtstheile gethoilt sind. Fcigcnkaffcc, Fngine, getrocknete geröstete Feigen, mehr Cichoriensurrogat, enthält circa 40 Proc. Zuckerstoff, 54 Proc. Feuchtigkeit, 1—1,5 Proc. Asche- Gesundheit«■ Caffee, homöopatischer, von E. Kreplin fand Hauer aus g e ' branntem Roggen bestehend. Jamaika-Caffee soll aus verschiedenen Caffeesurrogaten, wie gerösteten Hülsensamen, Eicheln, Getreidefriichten, zusammengesetzt sein. Lupinenkaffec, Kraftkaffee Bering's, ein Kaffeesurrogat, besteht aus den ganzen Samen von Lupinus luteus L., einer viel eultivirten Papilionacee, aus der Ordnung der Genisteen, welche Samen durch Maceration in Wasser zum Theil vom Bitterstoffe befreit und dann nach dem Trocknen geröstet sind. Das Verfahren ist patentirt. Dieses Surrogat mit gleichviel Kaffee gemischt giebt ein angenehm und kräftig schmeckendes Kaffeegetränk. Die Bitterstoffe der Lupinensamen sind von narkotischer Wirkung, jedoch in grösserer Verdünnung ganz unschädlich. Dasselbe gilt vom Coffein und Theo- bromin. Dann sind in diesem Kraftkaffee die Bitterstoffe nur in geringer Meng 6 vertreten und werden dieselben behufs Darstellung des Kaffees durch Digestion der Samen mit Wasser zu ungefähr 2 / 3 ihrer Menge entfernt (pharm. Centralh. 1880 Nr. 14). Auch Rheinischer Fruchtkaffee, Buchmann's, enthält hauptsächlich Lupinensamen. Ei ne Analyse ergab Proc. 21,0 Proteinstoffe, 1,5 Fett, 3,6 Asche und 0,76 Phosphor säure, 59 in Wasser lösliche Substanz. Bitterstoff der Lupine. E. Schulze und J. Barbieri schieden aus der ge' trockneten Lupine ein Glykosid in folgender Weise ab (Bericht d. d. eh. Ges., 1879): Das Vegetabil wurde mit 50 proc. Weingeist extrahirt und das Extract mit Bleiessig ausgefällt. Der Niederschlag wurde mit Schwefelwasserstoff zerlegt, mit vielem Wasser erwärmt und filtrirt. Aus der ablaufenden Flüssigkei Coffea. Kaffeesurrogate. 349 schied sich beim Erkalten das Glykosid, Lupinin, als gelblichweisse, fein kry- stallinische Masse ab. Es ist schwer in heissem und kaltem Wasser, sehr schwer in Weingeist löslich. In Ammoniak löst es sich sehr leicht mit tiefgelber Farbe, ebenso in Kali- oder Natronlauge; auf Zusatz von Säuren scheidet es sich sehr leicht nach einiger Zeit unverändert in Form eines gelben Niederschlages wieder ab, der unter dem Mikroskope als aus feinen Nadeln zusammengesetzt erscheint. An der Luft färbt sich die ammoniakalische Lösung allmählich dunkler, indem das i-'elöste Glykosid offenbar unter dem Einflüsse des Alkalis eine langsame Zersetzung erleidet; mit Bleiacetat und Bleiessig giebt sie citronengelbe Niederschläge. Bei anhaltendem Erhitzen mit vordünnten Mineralsäuren zerfällt das Lupinin in ein unlösliches gelbes Spaltungsproduct und Zucker (Dextrose). Die Elementaranalyse des Lupinins ergab C^E^O,,.,; doch würden die analytischen Resultate auch mit der Formel C 29 H 33 0 16 und C2 9 H3 4 0 18 stimmen. Das bei der Zerlegung des Lupinins auftretende gelbe Spaltungsproduct benannte man I'Upigtmin, C| 7 H, 2 0 (l , und die Spaltung des Lupinins muss somit nach der Gleichung C 29 H 32 O l0 + 2H 2 O=C, 7 H 12 O 6 + 2C ß H l2 O 6 erfolgen. Mclilotin ■ Kaffee, ein Surrogat, eine Mischung aus Kaffee, Dattelkernen und Cichorien, geröstet und gemahlen. Es soll (in England) dieses Surrogat WS eine Fälschung verurtheilt und der Verkauf inhibirt worden sein (Amerik. J ourn. 0 f Pharm. 1879, S. 2G6). Natron-Caffce, Deutscher von Thilo & v. Döhren soll geröstetes Getreidekorn Un d Cichorien sein, versetzt mit 8 Proc. Natriumbicarbonat. Rations-Kaffee der franz. Armee ist ein ähnliches, aber zugleich echten geästeten Kaffee enthaltendes Fabrikat in runden Tafeln. Sintenis-Mocca-Sacca-Caffee soll nach Hildwein ein geröstetes Gemisch aus Gerstenfrucht und Mate" sein. Sojakaffee. Die gerösteten Samen von Dolichos Soja L., Soja hispida «IOEnch, einer im wärmeren Asien einheimischen Papilionacee, aus der Gruppe er Glycineen. Diese Samen, welche unserer Linse ähnlich sind, enthalten reich- lc h fettes Oel. Bezugsquelle F. Auchmann in Marburg in Steiermark. Stragalkaffee, Astragalkaffee, Schwedischer Kaffee, Continental- Raffee, ein vortreffliches Kaffesurrogat, besteht aus den gerösteten Samen der rvaffeewicke, Astragalus baefirus L., einer im südlichen Europa einheimischen, auch hier und da cultivirten Astragalee. Nudankaffee, die gerösteten Samen der Parkia Africana R. Brown, Inga u ßobosa Wii/i,d., einer in tropischen Ländern einheimischen Mimosee. (1) Mixtura Coffeae chininata. Mixtura Ohinini sulfurici dulcificata. H- Infusi Ooffeao tostae (elO,0) 100,0 Uiimni sulfurici 0,5 Sacchari albi 30,0. M. p. s. Umgeschüttelt ein Weinglas 7 welche er in Betreff der Nichtexistenz des Coffeincitrats anstellte, welche auch die Gewissheit gaben, dass ein Citrat des Coffeins nicht existirt. Wittstein erwähn» Hager's Auslassungen im Jahre 1864 in seiner Vierteljahresschrift, und andere Pharmaceuten konnten später alle diese Angaben nur bestätigen. Da Hager jener Auslassung bemerkt „obgleich die Existenz jenes Salzes seit Jahren mehreren Seiten verneint wurde, etc.", so muss die Nichtexistenz des Colb'in- citrats schon in den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts besprochen sein. Wahrscheinlich geschah dies von Hertzog (Braunschweig). Es ist dieser Gegenstand wiederholt von Hager in seinen Werken, der pharm. Centralhalle und besonders in dessen Kommentar zur 7. Ausg. der Ph. Bor. 1865 erwähnt worden und zwar folgender Weise: „I'H. Hassiaca hat das citronensaure, Coffein aufgenommen, vielleicht mit dem guten Glauben, dass ein solches existire. Wenn man Coffein und Citronensaure in der geringsten Menge destill. Wasser löst und zur Krystallisation bei 9e lte stellt, die Krystalle mit Wasser abwäscht und trocknet, so hat man eben nur Coffein vor sich, denn die Citronensaure ist in ihrer ganzen angewendeten Q u * n " tität im Wasser gelöst gebFeben. Das citronensaure Coffein, wie es im Hand'' vorkommt, ist meist; auch nur reines Coffein oder ein Coffein mit etwas mechanisch anhangender Citronensaure. ni von in Coffeinum. — Coffeonum. — Colchicum. 351 Es kommt darauf an, dem Pharmaceuten guten Rath zu geben, was er dispensiren soll, wenn der Arzt für eine bezügliche Belehrung nicht zugänglich ist. Es ist jedenfalls das Richtigere, die betreffenden Salze ex tempore zusammen zu setzen und zwar auf je 2 Th. Coffein 1 Th. der Säure zu verwenden, denn die Coffe'insalze reagiren sämmtlich sauer. Bei Mischungen zu Mixturen, Pillen, Pastillen etc. geht dies ganz gut, nur w Pulvern ist die Zumischung von Salzsäure und Hydrobromsäure unthunlich. In diesem Falle kann nur das reine Coffein in Anwendung kommen. Gabe des CoffeTns. Ueber die Maximaldosis des Coffeins divergiren die Angaben bedeutend, doch dürfte 0,2 als eine starke und 0,3 als Maximaldosis anzunehmen sein. Die Maximaldosis auf den Tag kann bis auf 1,0 gesteigert werden. Sollte der Arzt diese Gaben überschreiten, ohne auf dem betreffenden Recepte ein Ausrufungszeichen der Gewichtsangabe beizufügen, so wird der Phar- niaceut den Arzt um die Zufiigung dieses Zeichens angehen. Möge er sich nicht äaxauf stützen, dass die Pharmakopoe eine Maximaldosis nicht angebe. Im Falle einer Vergiftung wird ihn die Strafe dennoch ereilen. Aehnliche Fälle sind ja vielmals vorgekommen, in welchen das natürliche Urtheil dem Pharmaceuten hätte günstig lauten müssen, und dennoch wurde er bestraft — für das Versehen des Arztes. •J Coffeoimm, Caffeon, die bei der in rotirenden Gefässen bewirkten trocknen Destillation des Kaffeesamens gesammelte Flüssigkeit, welche neben Coffein, Coffeidin, Fettsäuren, Chinhydron, Methylverbindungen, flüchtiges pyrogenes Oel e< *. enthält, und mit dem Kaffeol (vergl. S. 343) viel Achnlichkeit hat. Sie gehört d°r Reihe der starkwirkenden Körper an. Die Wirkung ist eine stark exciti- re nde, den Schlaf verhindernde, also der des Coffeins ähnlich. Gabe 0,1—0,2 "~"0,3 einige Male täglich. Stärkste Einzelgabe 0,4, stärkste Gesammt- g»be auf den Tag 1,6. Dieses Mittel hat nnr vereinzelt Anwendung gefunden. Colchicum. Aus England wird berichtet, dass in einigen Gegenden dieses Landes im Frühjahr blühende Herbstzeitlosen angetroffen worden sind. Von Rochette wurden (l'Union pharm. Vol. 17) verschiedene Mittheilungen gemacht, nach welchen die Blüthen der Herbstzeitlose besonders reich an Col- jMticin (bis 0,6 Proc.) sind und sich dieser Gehalt auch in die Antheren fortsetzt. In den Blättern fand Isidore Pierre 0,1—0,3 Proc. Colchicin. Tinctura und Vinum Colchici seminis nach l'li. Germ, enthalten 0,025 ^-0,028 Proc, das Extract aus den Samen 0,27—0,30 Proc. Colchicin. Colchicum gilt als Diureticum, Drasticum, Antirhoumaticum und Antarthriti- £ Um , auch selbst als Sedativuni, jedoch werden von einigen Seiten die an- Hmeumatischen und antarthritischen Wirkungen als problematische angesehen. *=• Husemann, eine Autorität auf dem pharmakodynamischen Felde, bezweifelt 111 seinem Handb. der Arzneimittellehre die antarthritische Wirkung und bemerkt derselbe bei Erwähnung des Ansehens, welches Colchicum als Gichtmittel in England geniesst: „Die Wirkungen bei Gicht sind indessen höchst Problematisch." Dieser Ansicht stimmt Hager, welcher Colchicum an sich "nd anderen als Gichtmittel versuchte, in so weit bei, dass er diese gichtheilenden Wirkungen nicht nur bezweifelt, auch beim Colchicumgebrauch jedesmal eine Beschwerung und Störung des Verdauungsprocosses beobachtete. Camboulives bemerkt in seinem Manuel: Die physiologische Wirkung des Colchicum bietet eine grosse Anzahl dunkler Punkte dar, welche die Wissenschaft noch nicht aufzuklären vermochte. Bei der Anwendung der Colchicummittel wird also auch noch fernerhin die Erfahrung und der Gebrauch leitend bleiben. 352 Colchicum. Colchicinuin. Nachweis und Bestimmung des Colchicins. Die Bestimmung lässt sich nach Dragendorff und Johannson sehr wohl mit Kaliummercurijodidlösung bewerkstelligen, wenn die Colchicinlösung überreichlich mit verdünnter Schwefelsäure versetzt wird, und dies um so mehr, je verdünnter die Colchicinlösung ist. l»as passendste Verhältniss der letzteren Lösung ist 1 : 600 Wasser und auf je 100 Tli. Wasser je 7—10 Th. verdünnte Schwefelsäure. Dass man nicht genügend Säure zugegeben hat, erkennt man, wenn das vom Niederschlage gesonderte Filtral durch verd. Schwefelsäure getrübt wird. Da das Vol. des Reagens sehr von der Concentration resp. Verdünnung und der Menge der verd. Schwefelsäure, abhängt, so scheint doch diese Titrirung keine Sicherheit zu bieten. Im Uebrigen vergl. man „Die chemische Werthbestimmung einiger starkwirkender Droguen etc. von Prof. Dr. Dragendorff" S. 75 u. folg. Nach Dannenberg lässt sich das Colchicin mittelst Amylalkohols ebenso leicht, selbst noch leichter aufnehmen wie mit Chloroform. Wenn etwa beim Ausschütteln mit Aether viele der fremden Stoffe mit «lern Colchicin extrahirt worden sind, so soll man den Aetherrückstand wiederum lösen, alkalisch machen und aufs Neue ausschütteln. In einem Gemenge; von 0,05 g Colchicin mit Fleisch, Brot und Wasser war noch nach 3 monatlicher Aufbewahrung bei mittlerer Temperatur das Colchicin nachweisbar. Faulendes Fleisch, gährendes Brot ergaben nichts, was mit Colchicin zu verwechseln gewesen wäre. Bei Untersuchung des Bieres auf Colchieingehalt erlangte Dannenberg durch Ausschütteln der sauren Flüssigkeit mit Aether oder Chloroform einen Körper, welcher sich in Salpetersäure und Salpeter-Schwefelsäure mit rother Farbe löste. Zur Bestimmung dieses Körpers soll man den Aether- oder CMoroform-Ausschüttelungs-Rückstand wieder in Wasser lösen, filtriren, mit Gerbsäure fällen, den Niederschlag mit Bleioxyd mengen, erwärmen, mit verd. Weingeist extrahiren und diesen Auszug abdunsten. Giebt der hierdurch erlangte Rückstand mit jenen Säuren die Colchicinreactionen, so kann er nur Colchicin sein. Im Uebrigen wären doch auch wohl andere Reactionen zu versuchen. Dragendorff hat das dem Colchicin ähnliche Bieralkaloid näher studirt. Um es zu beseitigen soll man zunächst nach Dannenbekg's Angaben verfahren; dann den chloroformigen Verdampfungsruckstand in warmem Wasser lösen, ßltri- ren, wieder mit Chloroform ausschütteln, und diese Operationen wiederholen, bis das leicht zersetzliche Bieralkalold in ein harzähnliches Zersetzungsproduct übergeführt und beseitigt ist. Diese Methode ergab noch ein Resultat, als 1 Liter Bier 0,013 g Colchicin (= 1 g Samen) beigemischt waren. Bei der Nachweisung abgeschiedenen Colchicins verwendet Dragendorff das besondere Verhalten, dass sich nämlich dieses Alkaloid in conc Salpetersäure gelb löst, diese Lösung auf Zusatz von etwas Salpeter blauviolett wird und dann, wenn diese Farbe verblasst, auf Zusatz von conc. Kalilauge eine lang dauernde rothe Farbe annimmt. Am reichlichsten wird Colchicin durch Gerbsäure und auch durch Brombroni- kalinm gefällt, in beiden Fällen in der schwefelsauren Lösung. Da das Bieral- kaloid durch letzteres Reagens nicht, gefällt zu werden scheint, so giebt dasselbe vielleicht ein Mittel zur Unterscheidung beider Alkalorde. Eine andere unterscheidende Reaction ist folgende. Eine yerdünnte klare Colchicinlösung giebt mit Boraxlösung keine Trübung, wohl aber beim Erwärmen bis auf circa. 50° C. Bi nicht verdünnter Colchicinlösung bewirkt Boraxlösuug eine Trübung, welche abe« beim Erwärmen stärker hervortritt. Bieralkalold scheint sich gegen Borax indifferent zu verhalten (HAGEB). Colchicin in wässriger Lösung einer mit Kaliumhypermanganat tingn - t eB Colchicum. — Collodium. — Golloxylin. 353 verdünnten Schwefelsäure (1 Säure u. 10 Wasser) hinzugetropft entfärbt sofort. Auf kaiische Kupferlösung wirkt es nicht reducirend (Hager). (1) Guttue colchico-guajacinae. * Tincturae ligni Guajaci Tincturae Colchici seminis ana 10,0. M. D. S. 3 stündlich zehn Tropfen, allmählich steigend bis zu 30 Tropfen (wenn Magenbeschwerden eintreten, dann wieder Wit der kleinen Dosis vorzugehen). Diese Mischung erscheint mitunter bläulich. (2) Mixtura pectoralis antarthritica Wbatherhead. * Decocti Althaeae radicis (e 10,0) 250,0 Vini Colchici seminis Vini Ipecacuanhae ana 5,0. n M - D. S. 1—2 stündlich 1 Esslüffel (bei äu sten Gichtleidender). (3) Filulae antarthriticae albae Wolef sind sub 9 unter Pilulae antarthriticae Wolff, Handb. Bd. I, S. 928, angegeben. Waldenbur« und Simon geben folgende Vorschrift in ihrem Handbuche: R? Extracti Colchici seminis acidi Aloes ana 2,0. M. f. 1. a. pilulae triginta (30). Consper- gantur Magnesia usta. (4) Vinum Colchici Williams. r? Vini Colchici seminis 25,0. Leni calore evapora usque ad 17,0 gram- mata remanentia, quibus admisce Spiritus Vini q. s. ut grammata 20,0 expleantur. D. S. Täglich dreimal 10—20 Tropfen. ^ Cociieux's Gichttinctur ist eine Tinctur aus Colchicumtheilen und entspricht ^'.'ilficinellen Tinctur aus den Samen, verdünnt mit einem halben Vol. verdünntem "Ungeist, d'H ** U8SON ' 8 Mcdicina Water, Husson's Giclitwusser, Gichttropfen, Eau medicinale üvjs Son ^j n England patentirt) wird aus 2 Theilen der getrockneten Colchicum- K" a nze und 5 Th. Spanischem Wein (Sherry) durch Digestion dargestellt. Gabe 20 •opten 2—3 mal täglich. 20 Tropfen dürften 0,0004 g Colchicin enthalten. nn, lj ^ vlL i'E's Gicht- und Bheumatismusmittel (Handb. Bd. I, S. 219) enthalten "zweifelhaft Bestandtheile des Colchicum. Noi r E Y N0L1)S 6ichtmittel, Antarthritic-Speciflc, Speciflque antigoutteux de Key- ' \V1TM t\ IIkaIi U J-Ümima TV/T« niMini'iAn rnici RAA r PVi A^oaIia« »n«flAti«tlin« a« f~*nl pll 1 PH 111 - ressen und festonno aai 'K estellt - Gaöe 20 Tropfen 2—3mal tätlich. Es enthalten 20 Tropfen ' u iW05 g Colchicin und Colchicei'n. (In England patentirt.) Un j "ANT's Gichtmittel, Medicinal-Water Want's, ist ein Präparat aus Colchicum zweif v, ^ as HussoN'sche ersetzen. Want lässt frische Colchicumzwiebeln in einer Gahp in 6 nn ^ cn S e Weingeist zwei Wochen maceriron, dann auspressen und filtriren. 8arnrLl_i Tro pfen einige Male täglich, allmählich steigend und soll die Tages-Ge- ....1' O «j ....... t- .. '. ...,i..i- 05 und mehr ist eine äusserst schwierige, andererseits ist ein häufiges Oeftnen er Vorrathsgefässe zu umgehen. So wie mau die trocknen höchst giftigen iKaloide mit der 9 fachen Menge Milchzucker oder Rohzucker gemischt vorräthig alt, um kleine Mengen sicher und bequem abzuwägen, so empfiehlt sich für die |™gen flüssigen Stoffe eine Verdünnung mit der 99 fachen Menge Weingeist. 'ue solche Lösung conservirt sich sogar besser als das reine unverdünnte Alka- a - Wird also Coniin in den Gebrauch gezogen, so stelle man eine Mischung ® 1 g Coniin und 99g Weingeist her. Die Signatur ist „Coniinum spiritu utum 1 jQ u oder „sume centuplum". Wie viel Tropfen auf 1 g dieser Lösung mmen, ist durch Versuch festzustellen und auf der Signatur zu bemerken, ra 't auch Mengen von 0,005 und weniger des Coniins abgemessen werden Küll uen (Handb. Bd. I, S. 940). j... ^°uün wird nicht allein innerlich, oft auch äusserlich angewendet, in Ein- eibuugen (o,l zu 5 bis 10 Glycerin, Oel, Weingeist) z. B. bei'Augenliderkrampf, halben (0,1 : 10 bis 20 Fettsubstanz). Soll es in Pillen oder Pulvern gegeben werden, so ist ein Zusatz von Wein- aur ® J* ellr zweckmässig, jedoch darf dieser Zusatz nur auf Anordnung des Arztes \r' ^' e Einwilligung des Arztes ist hierzu einzuholen. Moübrut berichtet von einer Verfälschung des Coniins mit Benzol, welche er älschung sich bei der Neutralisation des Coniins mit Hydrobromsäure "«''ausstellte. „ Chemie und Analyse (Handb. B. I, 940). Das spec. Gew. bestimmten 0 84fi ARD - r ' Pbloüze und Wuktz zu 0,878, Berthelot zu 0,890, Petit zu T)' ^ei 12 ° C. Das Rotationsvermögen ist kein bestimmtes (Jahresbericht, RAGENDoiiFF, 12. Jahrg. 1878, S. 430) und findet sich an bezeichneter Stelle "Ehrlicheres darüber. Temperatur, Lösungsmittel und die Salzverbindung sind on erheblich abänderndem Einflüsse. — An der Luft verharzt sich Coniin und " ü oi'aun. Bei Lufteinfluss auf die wässrige oder weingeistige Coniin-Lösung (l besonders beim Abdampfen findet Freiwerden von Ammon und die Bildung "ei" harzartigen, bitteren, in Weingeist und in Salzsäure leicht, in Wasser und etner schwieriger löslichen Substanz statt. Aus der salzsauren Lösung wird ese Substanz durch Alkalicarbonat wieder gefällt. Die Coniinsalze sind neutral, leicht löslich in Wasser, Weingeist und Aether- -~ 358 Coniinum. Weingeist, unlöslich in Aether. Einige krystallisiren nicht (z. B. das Sulfat, Nitrat, Acetat, Tartrat). Trockne Coniinsalze sind geruchlos, in der wässrigen Lösung aber exhaliren sie in Folge der Veränderung durch die Luft Schierlingsgeruch und gehen allmählich, besonders bei Säureüberschuss oder beim Erwärmen, durch Roth in Violett, Blau, Grün und Braun über. Conc. Salzsäure, mit Coniin in Lösung zusammengebracht, liefert grosse, nicht zerfliessliche, in Weingeist lösliche, rhombische Krystalle (C 8 H 15 N,HC1). Trockenes Chlorwasserstoffgas färbt dagegen Coniin anfangs purpurroth, dann indigoblau (Liebig). — Oxalsäure sättigt Coniin. Die Lösung bei gelinder Wärme eingetrocknet und mit Weingeist behandelt giebt an diesen das Coniinoxalat ab, gegenwärtiges Ammoniumoxalat bleibt ungelöst zurück. — Conc. Salpetersäure färbt blutroth (unter Ueberführung in Buttersäure). — Conc. Schwefelsäure färbt anfangs blulroth, später olivengrün. — Pikrinsäure fällt nur concentrirte Coniinlösungen, verdünnte nicht, auch nicht die wässrige alkalische Coniinlösung (Unterschied vom Nicotin). — Die Metalloxyde, z. B. die Oxyde von Blei, Kupfer, Silber, Quecksilber, Zink, Eisen, Mangan etc., werden aus ihren Salzverbindungen durch Coniin abgeschieden. — Chlorwasser, besonders aber Brombromkalium geben einen starken, letzteres einen schön rothgelb gefärbten Niederschlag. — Jodjod kalium- lösung erzeugt einen blassbraunrothen Niederschlag. Bei der Reaction des Jodjodkaliums auf Coniin, auf einem Uhrglase ausgeführt, beobachtete Liebbr- mann neben braunen und gelben, auch deutliche violette Streifen. — Natrium- phosphormolybdänat bewirkt in der verdünnten, schwefelsauren oder Oxalsäuren Lösung einen gelblichen, voluminösen, amorphen Niederschlag, welcher mit 18— 20proc. Aetzammon übergössen, diesen hellblau färbt (gegen weisses Papier zU betrachten), später sich blau färbt, aber vom Aetzammon wenig gelöst wird (Unterschied vom Nicotin und Anilin) (Grenze der Reaction circa bei Visoo)' — Kaliumcadmiumjodid in der verdünnten sauren Lösung eine starke gelblich" weisse Fällung, schwer löslich in überschüssigem lOproc. Aetzammon (Grenze der Reaction bei circa '/sso)-— Goldchlorid bewirkt in der nur wenig verdünnte» salzsauren Lösung einen gelben, in Wasser löslichen, in Salzsäure unlöslichen Niederschlag. — Platinchlorid giebt nur in der weingeistigen conc. Lösung eine tiefrothe krystallinische Abscheidung. — Mercurichlorid erzeugt ' n Coniinsalzlösungen keinen, in der wässrigen alkalischen Coniinlösung einen voluminösen flockigen weissen (gelblichweissen), in Weingeist schwer löslichen Niederschlag, welcher beim Erwärmen der Flüssigkeit zusammensintert, gelblich wir a und erkaltet eine harte brüchige krystallinische weissliche Masse darstellt. — Ne 11 ' trale Ferrichloridlösung (ein bis zwei Tropfen) zu einer wässrigen Coniinlösung (circa 6 CC.) gesetzt, trübt sich in Folge der Ausscheidung von etwas Eisenoxydhydrat. Kocht man nun, so färbt sich die Flüssigkeit rothbraun und wird klar (Ammon verhält sich ähnlich, jedoch zum Unterschiede vom Pheno und vom Anilin). — Kaliummercurijodid, Meyer's Reagens, erzeugt m massig sauren Coniinlösungen einen weissen amorphen Niederschlag, welcher, wenn das Reagens in starkem Ueberschuss zugesetzt war, sich in der Ruhe im Verlaufe mehrerer Stunden in Form einer dickflüssigen gelblichen oder gelben amorphen Masse am Grunde der Flüssigkeit ansammelt, nach 1—2 tägigem Stehet hart wird und zuweilen von spiessigen Krystallen umgeben ist. Diese Masse rm Kalilauge erwärmt entwickelt den Geruch nach Coniin, und mit Kalilauge desti- lirt erhält man ein Destillat, mit welchem sich die angegebenen Reactionen » u Coniin ausführen lassen. (Grenze der Reaction bei Viooo)- — Gerbsäurelösung bewirkt in der (nicht sauren) wässrigen Coniinlösung einen weisslichen Niederschlag, welcher durch einen Ueberschuss Gerbsäure, auch auf Zusatz von vei- Coniinum hydrobromicum. ■______ dünnter Essigsäure oder einer anderen Säure, aber auch durch Aetzammon zum Verschwinden gebracht wird. Wenn daher ein Destillat mit Conüngehalt auch Ammon enthält, wie es nicht selten ist, so kann die Reaction durch Gerbsäure vielleicht nicht zum Vorschein kommen; man versetzt daher das Destillat zuerst mit etwas Gerbsäurelösung und erfolgt darauf keine Fällung, so giebt man nach und nach je einen Tropfen verdünnter Schwefelsäure hinzu, denn sobald das freie Ammon neutralisirt ist, stellt sich die Abscheidung des Coniintannats ein. (Gallussäure giebt keine Fällung.) — Kaliumchromat und Kaliumbichromat bleiben auf Coniin und dessen Salze ohne Reaction. — Bei Oxydation durch Kaliumbichromat und Schwefelsäure oder durch Salpetersäure entwickelt sich der Geruch nach Buttersäure. — Wird die stark schwefelsaure Lösung mit Manganhyperoxyd geschüttelt, so findet keine Färbung der Flüssigkeit statt (Untersch. vom Anilin), und das Filtrat giebt mit Kaliummercurichlorid e 'ne Fällung. — Auf Silberlösung wirkt Coniin beim Erhitzen reducirend. ~~ Der mit Kaliumhypermanganat tingirten verdünnten Schwefelsäure (1 Säure, 10 Wasser) zugesetzt bewirkt es alsbald Entfärbung, — doch aufka- •ische Kupferlösung wirkt Coniin nicht reducirend. — Bestimmung des Coniin s. Das auf irgend eine Weise durch Kalihydrat abgeschiedene Coniin wird durch mehrmaliges Ausschütteln mit Aether aufgenommen, die Aetherlösung in einem tarirten Glasschälchen mit senkrechter Wandung der freiwilligen Verdunstung überlassen. Gegen das Ende der Abdunstung stellt man Oas Sehälchen unter eine Glasglocke oder über eine geräumige Schale mit 3—5 g* "•ochsalz und giesst auf das Kochsalz circa eine 10 fache Menge conc. Schwefelsaure. Da das Kochsalz beim Uebergiessen mit der Säure spritzt und aufbraust, So ist die Schale von genügender Grösse zu wählen, sie muss auch so placirt sein, dass Spritztröpfchen nicht in das Sehälchen des coniinhaltigen Aetheraus- u ges gelangen können. In dem abgeschlossenen Räume bei Gegenwart freier conc. Schwefelsäure ist innerhalb einiger Stunden das Coniin in trocknes Hydro- chlorat übergeführt. Dieses wird gewogen. C 8 H, 5 N, HCl x 0,774= CgH 15 N Wäger). Behufs Nachweises und Absonderung des Coniins in Vergiftungsfallen extra- u 't man das Erbrochene, Magen, Mageninhalt, Milz, Nieren, Lungen, Blut, Harn etc. am besten mit Weingeist, welcher mit 1 Proc. Oxalsäure versetzt ist. Der mtrirte Auszug wird in einer Glasretorte im Wasserbade eingeengt (unter Sammlung des Destillats behufs Untersuchung auf flüchtige Stoffe) und der Ver- üam Piungsrttckstand get heilt, um den einen Theil mit Natriuniearbonatlösung versetzt der Destillation zu unterwerfen, den anderen Theil nach der STAS-OTTo'schen Methode zu untersuchen. Enthält das Destillat keine alkalo'idische Base, so kann er zweite Theil des Verdampfungsrückstandes kein flüchtiges Alkaloid enthalten. ne Verwechselung des Septicins mit Coniin ist stets im Auge zu halten. ,p t ^ ^'»i' 1 " 1 " 1 hydrobromicum, Coniinh ydrobroniat, bromwasserstoffsanres Coniin ^"i.-;N,HBr = 206), eine weit beständigere (?) Verbindung als das 1 lydrochlorat, kl 'ystallisirt wasserfrei in farblosen nadeiförmigen, 1—2 Ctm. langen Prismen, welche in 2 Th. Wasser und 2 Th. Weingeist, in Aether und Chloroform schwer löslich sind. Der Geschmack ist schwach salzig. Dieses Salz ist trocken ge- ^tchlos, jedoch angefeuchtet, selbst schon beim Drücken zwischen den Fingern, entwickelt es Coniingeruch. Mit der Luft im Contact nimmt es unter Eihfluss des Sonnenlichtes nach und nach eine röthliche bis rothe Farbe an. Diese Fär- ° Un g ist ohne Einfluss auf seine Wirkung als Medicaraent. Erhitzt schmilzt es ; bei looo c. und stärker erhitzt sublimirt es unter theilweiser Zersetzung in Bromwasserstoff und Coniin. Bei seiner Darstellung ist die atmosphärische Luft I 360 Coniinum hydrobromicum. abzuhalten und die Hydrobromsäure im Wasserstoffstrome zuzusetzen, auch ist ein Erwärmen über 60° C. zu meiden, über welcher Temperatur das Coniin- hydrobromat in eine weisse, in Wasser, Weingeist und Salpetersäure unlösliche Modification übergeht (Mourrut). Man kann das Hydrobromat durch Doppelzersetzung aus Coniinsulfat und Baryumbromid darstellen, oder durch Sättigung der Hydrobromsäure mit Coniin, Concentration der Lösung bei gelinder Wärme und Krystallisation. Das Coniinhydrobromat, welches fast 60 Proc. Coniin enthält, ist als ein specifisches Heilmittel bei Keuchhusten empfohlen. Man giebt es Kindern zu 1—2 Jahren zu 0,0001—0,0002—0,0003, Kindern von 3—5 Jahren zu 0,0003 —0,0005, Kindern von 6—10 Jahren zu 0,001—0,0015 zwei- bis viermal täglich. Die stärkste Gesammtgabe auf den Tag ist für die kleineren Kinder zu 0,003, für grössere Kinder zu 0,005 anzunehmen. Gaben für Erwachsene sind 0,002—0,003—0,004 drei- bis fünfmal täglich. Die stärkste Gesammtgabe auf den Tag ist zu 0,04 anzunehmen. Dosis für eine subcutane Injection 0,003—0,004. Regnault injicirte 0,005 mit bestem Erfolge bei Ischias. Dujardin - Beaumetz lässt subcutane Injectionen von 1 Th. Coniinhydrobromat in 50 Th. Aqua Lauro-Cerasi anwenden und hält 1—2 stündliche Gaben zu 0,01, Gesammtgaben auf den Tag zu 0,1 — 0,15 zulässig. Diese Gaben sind jedenfalls zu hoch gegriffen, obgleich Coli.ignon in seiner Dissertation (Paris) bei kleinen Säugethieren nach subcutaner Injection von 0,05 g fast keine Wirkung beobachtet haben will. Einer arthritischen Frau von 64 Jahren wurde 0,1g injicirt, ohne dass Wirkungen eintraten, welche Coniinis- mus angedeutet hätten. Dass das Bromhydrat um vieles milder wirkt als reines Coniin, liegt ausser jedem Zweifel. Das Coniinhydrobromat ist als Gift abgeschlossen in Glasgefässen und vor Licht geschützt aufzubewahren. Es ist dieses Salz wohl die sicherste und bequemste Form des der freiwilligen Zersetzung so leicht unterliegenden Coniin 9 als Arzneisubstanz. (1) Liquores Coniini ad injectiones subcntaneas. I. Vf Coniini puri 0,1. Solve in Spiritus Vini 10,0 Aquae bis destillatae 40,0. D. S. Zu subcutanen Injectionen. (1,0 oder eine Pravaz - Spritze voll enthält 0,002 Coniin. 0,5 ist als eine milde Injection, 1,0 als eine starke Injection aufzufassen, bei Keuchhusten, Asthma, asthmatischen Zufällen, Neuralgien, Convulsionen, 'T'etanus, carcinomatösen Leiden etc.). IL Vf Coniini puri 0,1. Solve in Spiritus Vini 5,0 Aquae bis destillatae 20,0. D. S. Zu subcutanen Injectionen (1,0 enthält 0,004 Coniin. 1,0 ist als eine sehr starke und nicht zu überschreitende Injectionsdosis anzusehen, 0,5 g der Lösung ist eine gewöhnliche Injectionsdosis). (2) Liquores Coniini hydrobromici ad injectiones snbcntaneas. Vf Coniini hydrobromici 0,17. Solve in Spiritus Vini 10,0 Aquae bis destillatae 40,0. (Diese Lösung entspricht in ihrem y°~ niingehalte und der Wirkung der Inj 0 :?! tionslösung I sub (1), d. h. 1,0 enthalt 0,002 Coniin.) IL fy Coniini hydrobromii 0,17. Solve in Spiritus Vini 5,0 Aquae bis destillatae 20,0. . (Diese Lösung enthält in 1,0 annähernd 0,004 Coniin.) III. JV Coniini hydrobromici 0,2. Solve in Spiritus Vini 5,0 Aquae bis destillatae 15,0. . (1,0 enthält 0,01 Coniinhydrobromat oder 0,006 Coniin.) Coniinum. Septicin. PtomaTn. 361 (3) Syrupns Coniini. Syrupus Coniini hydrobromici. Vf Coniini hydrobromici 0,17. Solve in Spiritus Vini 2,0. Tum adde Syrupi Sacchari 98,0. Syrupi hujus centenae partes eam quantita- tem Coniini hydrobromici contineant, quae Coniini parti uni respondeat. Septicin, Sepsin, Ptoraa'i'n, Leichengift, Fiiulnissalkaloid, sind Namen, mit welchen c °niinähnliche Substanzen bezeichnet werden, welche während des Fäulnissactes aus thierischen Körpern, besonders den Albuminkörpern und dem Safte des Muskeln 1 eisches entstehen. F. Selmi zu Bologna bezeichnet diese Fäulnissalkaloule, w °hl nur zum Ueberfluss mit Ptomalne (Leichengifte). Im Handbuch der ph. " r axis Bd. I, S. 941 ist der Name Septicin (durch Fäulniss entstandener Stoff) ^ ( 'optirt worden und möge er auch als der richtigere beibehalten werden. Das e Pticin ist nicht allein den faulenden Leiehen eigen, auch Fleisch, welches fiir en Genuss bestimmt ist, z. B. Fleichconserve, welche man doch wohl nicht zu en Leichen zählt, kann in den fauligen Zustand übergehend, das Faulnissgift, Septicin, erzeugen. Die Zeitschrift „Gesundheit" und die „Industrie Bltt. 1876" Inhalt 467 erzählen einen Fall, wo man eine Büchse Fleichconserve öffnete und den ungebraucht 5 Tage stehen liess. Die 11 Gefangenen, welche alsdann avon genossen hatten, wurden sämmtlich krank und zwei derselben starben. Das der Floischconserve entstandene Gift Leichengift zu nennen ist doch wohl weit- i s ? f ^holt. Dass Selmi der Name Septicin unbekannt .gewesen sein sollte, wohl nicht denkbar, insofern das Septicin schon 5 Jahre vor Selmi's Forsch- ^ gen in der -chemischen Tagesliteratur besprochen worden ist und es sich in ^ a gee's „Untersuchungen" 1871, Bd. II, S. 151 und 154 bereits als Sepsin er *ähnt findet. ah Selmi schied aus längere Zeit gelegenen Menschenleichen ein Alkaloid s ' We lches weder bei Kaninchen noch bei Fröschen irgend eine Wirkung äus- \ l . S P äter hat er aus 2 Leichen ein krystallisirendes, in Aether lösliches, rystallisirende Salze bildendes Alkaloid abgeschieden. Selmi's Alkaloide werden eist als flüchtige bezeichnet. Sein Verfahren der Abscheidung war folgendes: er weingeistigo Auszug wurde mit Schwefelsäure angesäuert und in einer Re- fa$ unter einem Wasserstoffstrome destillirt. Die Fettmasse wurde durch Fil- a wn vom Residuum gesondert und letzteres mit Bleiessig präeipitirt. Der g , emie, lerschlag wurde durch Filtration gesondert, aus dem Filtrat das über- ^, 1 ' iss 'Se Blei mittelst Schwefelwasserstoffs abgeschieden, die so erhaltene Massiv ° Aussige Masse bis zur Dickflüssigkeit eingedampft und mit Baryt versetzt, entwickelte sich Amnion. Der Rest mit Aether aufgenommen und verdampft, gab einen Stoff von speeifischem Gerüche und auf der Zunge stechendem, aber C M bitterem Geschmacke. Dieses Alkaloid wurde Fröschen und Kaninchen in 6 Jugularis injicirt, verursachte jedoch weder den Tod der Versuchsthiere, noch knv übernau P t Intoxications-Erscheinungen hervor. Die Gegenwart eines alka- ^. sehen Stoffes in einer Leiche ist nach Selmi nicht für eine Vergiftung beeisend, zumal wenn erstere längere Zeit in der Erde lag. d p , Herma n van Gelder hat das Septicin aus 2 Leichen abgeschieden (Arch. ■ ^harm. 1879). Durch Ausschütteln des alkalisch gemachten Auszuges mit 362 Coniinum. Septicin. Ptomain. Aether, nachdem derselbe Auszug sauer gemacht und mit Aether ausgeschüttelt war, wurde eine Lösung gesammelt, welche nach dem Verdampfen des Aethers eine braune extractartige, theilweise in Wasser lösliche Substanz hinterliess, welche in ihrer wässrigen Lösung mit Jodjodkalium dunkelbraune, mit Goldchlorid und Platinchlorid braune, mit Phosphormolybdänsäure gelbe, mit Ka- liummercurijodid, Gerbsäure, Chlorwasser und Mercurichlorid weisse Niederschläge gab. Conc. Schwefelsäure und auch conc. Salpetersäure bewirkten keine Reaction, letztere nur beim Erwärmen eine Gelbfärbung. Der in Wasser nicht lösliche Theil des Rückstandes aus der Aetherlösung mit salzsäurehaltigem Wasser aufgenommen ergab mit jenen Alkalo'idreagentien keine Reaction. Der Geruch nach Nicotin und Coniin fehlte. Derselbe Aetherauszug aus Theilen der zweiten Leiche differirte in sofern, dass kein brauner extractartiger, sondern ein geringer fester Rückstand hinterblieb. Die Lösnng in schwefelsäurehaltigem Wasser fluorescirte deutlich. Goldchlorid gab keinen braunen, sondern einen gelben Niederschlag und Platinchlorid bewirkte nur eine schwache weisse Trübung. Obgleich die Reaction mit Chlorwasser und Aetzammon nicht erfolgte, so nahm VAN G. doch die Gegenwart von Chinin an, um so mehr, als der Verstorbene einige Tage vor dem Tode 1 g Chinin eingenommen hatte. Die Aetherausschüttelung aus der sauren Lösung ergab auch deutliche Reactionon des Chinins. L. Liebermann (Ber. d. d. eh. Ges., ph. Centralli. 1876, Nr. 14) schied durch Ausschütteln der alkalischen Lösung mit Aether eine harzige bräunliche Masse ab, welche mit Coniin in jeder Hinsicht Aehnlichkeit zeigte, nur fehlte der Coniingeruch. Vom Nikotin unterschied sich auch das Septicin, denn dieses g at> eine trübe wässrige Lösung und mit Chlorwasser eine weisse Trübung. Ferner erwiess sich das Septicin als ein nicht flüchtiger Körper und konnte aus der ou* Alkali versetzten Lösung selbst bei 200° im Oelbade erhitzt kein Destillat er- langt werden. Eine mit dem Septicin gefütterte Taube liess keine Wirkung er ' kennen. Liebermann fand, dass der ihm vorliegende Septicinkörper sowohl der sauren wie der alkalischen Lösung durch Ausschütteln mit Aether entzogen * er ' den kann. Beim Verdunsten des Aethers hinterbleibt eine gelbe, ölige, zulet^ bräunlichgelbe, harzige Masse von eigenthümlichem Geruch, leicht löslich lD Weingeist, aus dieser Lösung nicht krystallisirend, trübe löslich in Wasser, <**- mit eine alkalisch reagirende Lösung gebend, obgleich Liebermann den Geschm» 0 mit säuerlich und schwach brennend bezeichnet. Die Substanz giebt dieselbe Reactionen wie Coniin, ist aber nicht flüchtig, und wie es scheint auch r> lC giftig - ten Zuelzer und Sonnenschein sind der Septicinangelegenheit näher getret (Neues Jahrb. f. Pharm. Bd. 31). Die faulige flüssige Masse versetzten sie n« wenig Oxalsäure, dampften zur Syrupdicke ein und extrahirten mit Weingei s » filtrirten den Auszug, versetzten ihn mit Wasser, filtrirten nach einiger Zeit un dunsteten die Flüssigkeit über Schwefelsäure ab. Der Rückstand wurde mit a ' solutem Weingeist aufgenommen, filtrirt, der Weingeist abgedunstet und der sau'' Rückstand mit Aether mehrmals ausgeschüttelt behufs Beseitigung färbender Stol e. Der so gereinigte Rückstand wurde bei 30° C. zur Trockne eingedampft» ^ Kalilauge im Ueberschuss versetzt und mit Aether mehrfach ausgeschüttelt. _ N aC einigem Stehen wurde die Aetherlösung unter dem Exsiccator der freiwillig 13 Verdunstung überlassen. Der Rückstand, noch immer mit einer schmierige bräunlichen und stark süsslich faulig riechenden Masse verunreinigt, reagirte st» 1 alkalisch und enthielt mikroskopische zarte nadeiförmige Krystalle. Sie wur durch Umkrystallisiren gereinigt und zeigten jetzt folgende Reactionen: 1- Zusat» Coniinum. Septicin. Ptomavn. 363 v on Phosphormolybdänsäure bewirkte einen starken, gelblichen, flockigen Niederschlag; 2. Platinchlorid veranlasste einen bräunlich gelben, rasch sich zusammenballenden, 3. Goldchlorid einen gelblichen, krystallinisch werdenden Niederschlag; 4. Jodlösung brachte einen kermes-braunen Niederschlag hervor; «>• Taninlösung veranlasste eine weisse flockige Fällung und 6. Mercuri- enlorid einen starken käsigen weissen Niederschlag. Nach diesen Reactionen konnte es nicht zweifelhaft sein, dass sich bei der Fäulniss ein Alkalo'id gebildet hatte, welches äusserlich dem Atropin und Hyoscyamin nahe steht. Um die physiologischen Wirkungen des Alkaloids zu ermitteln, wurde auf diejenigen Erschei- nu ngen geprüft, welche v. Bezold und Bloebaum als charakteristisch für die schwächsten Atropin-Wirkungen bezeichnen, nämlich: MydriaMB, Kühe des Darmkanals und Beschleunigung des Herzschlages. Die physiologischen Versuche ergaben Folgendes: 1. Von der wässerigen Lösung der Krystalle wurden einige »Topfen einem Hunde und drei Kaninchen in den Conjunctivalsack gebracht. Bei •lern Hunde und zwei Kaninchen erweiterte sich die Pupille wesentlich und rea- girte selbst auf starken Lichtreiz fast gar nicht. Die Erweiterung hielt 3 — 4 stunden an. Bei dem dritten Kaninchen war eine Einwirkung nicht wahrzunehmen etc. Der Medicinal-Assessor Marquaedt zu Stettin, der Entdecker des Septicins, berichtete (ph. Centralh. 1876, S. 116): Ich gewann aus den alkalisch gemachen, wie angesäuerten Objekten stets denselben ölig-harzigen Körper von höchst 'Wem, narkotischem Geruch, bitterem Geschmack, gelblicher Farbe, stark alkali- eher Reaktion und sehr leichter Zersetzbarkeit. Auch die DuFLOs'sche Methode Destillation mit Magnesia) lieferte denselben Körper. Daraus konnte ich also eWiessen, dass der fragliche Körper ein alkalo'idischer, flüchtiger sei. Die al- a loidische Natur wurde nach dem Eintrocknen über Schwefelsäure durch das ar ke Bläuen rothen Lackmuspapiers und die Fähigkeit Salze zu bilden erwiesen. . Lösung des „Septicin" in verdünnter Schwefelsäure war geruchlos und a tte nach C> Tagen über Schwefelsäure deutliche, leicht zerfliessliche Krystalle feemldet, welche Aehnlichkeit mit den in Fresenius' Zeitschr. für analyt. Chemie, ' r gang I. Seite 397 abgebildeten hatten. Auch die salzsaure Lösung lieferte ystalle, die aber luftbeständiger und rhomboidal oder in nadeiförmigen Büscheln ' geschossen waren. Die schwefelsaure wie die Salzsäure Verbindung entwickelnd 6 aUf Zusatz von Kali sofort welche IIirschsoiin mittheilt, ist erwähnenswerth, dass Petroläther aus Zanzibai-j westindischem, Brasil-Kopal mehr denn 40 Proc, aus einem rohen Brasil -Kop» 70 Proc. löste, 95 proc. Weingeist aus Manilla-, Borneo-, Bombay-Kopal mehr den» 90 Proc. löste, dass endlich Chloroform aus Australischem Dammar-, Austrab rohem Brasil-, Bombay-Kopal 98—100 Proc. löste. Je nach dem Verhalten gegen die Lösungsmittel ordnet Hirschsohn (1,e Kopalsorten in folgender Weise: I. Chloroform löst vollständig; die Aetherlösung wird durch 95proc. Weingeist getrübt: Brasilianische Kopale. II. Chloroform löst unvollständig; die Aetherlösung wird nicht durch Weingeist getrübt: . A. Bromlösung scheidet aus der Chloroformlösung Harz in Klumpen au». Südaustral- und Kowrie-Kopal, Copal. — Pineyharz — Piney-Talg. 367 B. Bromlösung bewirkt in der Clüoroformlösung nur eine Trübung 1. Aether-Weingeist löst vollkommen; a) Salmiakgeist giebt mit dem weingeistigen Auszuge eine trübe Mischung: Guapinoll- und Borneo-Kopal. h) Salmiakgeist giebt eine klare Mischung mit dem weingeistigen Auszuge: weicher Afrikanischer Benguela - Kopal, Manilla- Kopal, Iiesina Look, Resina Intruicisica. 2. Aether-Weingeist löst unvollkommen; bester Ostindischer Kopal, Angola-Kopal, einige weiche (Ost-) Afrikanische Kopal- sorten. Eine gute Sorte letzterer Art (Warzen - Kopal) soM nur 6,5 Proc. an Petroläther, mindestens 25 Proc. an 95 proc. Weingeist und 42 Proc. an Chloroform abgeben. Die Haupttypen der Kopalo sind 1) harte Ost - Afrikanische (Ostindisehe) Sorten, 2) West-Afrikanische Sorten (Angola-, Benguela-Kopal), 3) Brasilianische f^°Pale, 4) Süd-Australische, 5) Borneo-Kopal, 6) Manilla-Kopal. Peru-Kopal lst fast ganz in Weingeist, Aether, Chloroform, Aether-Weingeist löslich. Der Un lösliche Rückstand bildet ovale, mit Jod sich gelbfärbende Körnchen. Die " ra sitianischen Kopale sind meist vollständig in Weingeist (absolutem) löslich. Vom Bernstein unterscheidet sich Kopal dadurch, dass der weingeistige f'ei'nsteinauszug durch Ferrichlorid nicht gefällt wird und Bernstein nur 2 Proc. bösliches an Petroläther abriebt. . fateria Inclica Linn. , Elaeocarpus copaliferus Retz, eine in Ostindien Inne ' m ische, besonders auf Malabar häufige Dipterocarpee. o Resina Vateriae Indicac, Vatcriaharz, Pineyharz schwitzt aus Verwundungen des p. a mmes aus. Frisch ist es von dünner Syrupconsistenz und kann es als Lack, lne yfirniss (Piney camishj verbraucht werden. Getrocknet kommt das * r z auch als Piney Dammar, Ostindischer Kopal, Anime in den "Oüel. Es ist sehr hart, so dass man die grösseren Harzstücke wie Bernstein erarbeitet. In Tcrpenthin- und Rosmarieöl gelöst und mit etwas Copaivabalsam Set zt, liefert es einen sehr schönen klaren Lack. Das aus den Samen durch Kochung in Wasser gewonnene Fett ist das «genannte Piney-Talg, vegetabilisches Talg, welches gebleicht in England zu r Kerzenfabrikation Verwendung findet. • , "*& für Weissblech. Ein Lack, der nicht beim Biegen des Bleches abspringt, »t der als brauner Kopallack (Handb. Bd. I, S. 952) aufgeführte mit i/ 8 seines vj V Jphtes Leinölfirniss vermischt. Joder braune Kopallack mit einem Zehntel- Fünftel- Volumen Leinölfirniss versetzt, lässt denselben Zweck erreichen. Gold-Lack, Gold-Firniss. 100,0 gepulverter Brasil-Kopal, 25,0 Kampher, 0,, ^mimgelb, 1,75 Corallin werden in einem gläsernen Kolben mit 300,0 Aethei ),5 —, -,.„ w.oiuu weisen in oiudui gläsernen Kolben mit 300,0 Aether, st if Ter l )(mtll ™"'l übergössen und unter öfterem Agitiren 14 Tage beiseite ge- elit - Nach dieser Zeit giebt man noch 100,0 absoluten Weingeist dazu und acenrt weitere 14 Tage. Endlich lässt man sedimentiren und deoanthirt. Ritt für Glas auf Glas oder Metall. Feines Mastixpulver wird mit »em Kopallack zu einer weichen honigdicken Masse gemischt. Für weisse egenstände nimmt man Zinkoxyd und Mastixpulver und mischt mit Kopallack. 368 Copal. — Coto. Kitt für Bernsteinsachen. Hierzu eignet sich eine syrupdicke Aether- lösung des Brasil-Kopals. Das Aneinanderdrücken der Bruchflächen muss 3—5 Tage dauern, nach welcher Zeit der Aether vollständig verdampft und die Kittung erhärtet ist. Coto. Ein in Bolivien einheimischer Baum, wahrscheinlich der Familie der Laura- ceeu angehörend. Aug. Vogl findet den Bau der Rinde ähnlich demjenigen der Rinde von Cryptocaria pretiosa Martius fMespilodaphne pretiosa Nees et Martius), einer Laurinee Brasiliens, welche in ihrer Rinde Fdo o Casca pretiosa liefert, ausgezeichnet durch angenehmen Geruch und brennend-aromatischen Geschmack. Diese Rinde wird als Roborans gebraucht. Das ätherische Oel derselben ist dem Zimmtöl im Gerüche ähnlich. Von anderer Seite vermuthet man in dem Baume, welcher Cotorinde liefert, eine Nectandra. Jobst und Hesse berichten, dass die Bezeichnung Coto-Rinde oder Coto-Coto einer Rinde gelte, welche einer Rubiacee, Palicurea densiflora Martius, der Gruppe der Coffeen angehörend, entnommen werde. Die zuerst nach Europa gebrachte Rinde bezeichnen beide Chemiker mit Cotorinde und die Cotorinde des heutigen Handels, welche einem anderen Baume entstammt, Paracotorinde. I. Cortex Cotonis, Cortex Coto, Coto-Rinde, Koto-Rinde. 10—50 Ctm. lange, 6—9 Ctm. breite, 0,8—1,4 Ctm. dicke flache oder nur schwach gewölbte, schwere, harte zimmtbraune Rindenstücke, meist von der Borke befreit, auf der äusseren Fläche mehr oder weniger grubig, nur stellenweise mit dünnen, hier und da weisslichem oder weissem sprödem Korke bedeckt. Die Innenfläche ist längsstriemig und breitfurchig, mitunter zerklüftet. Auf dem Bruche beobachtet man eine äussere körnig und ziemlich eben brechende Aussenrinde und eine grobfaserige, splitterig und uneben - zackig - brechende zähere Innenrinde. Die Querschnittfläehe zeigt drei Gewebeschichten, eine äussere und mittlere, von Markstrahlen freie und eine innere von Markstrahlen durchzogene Schicht. Das Periderm ist aus reihen- förmig übereinandergelagerten, etwas gestreckten Zellen mit braunem formlosem I 11 ' halt zusammengesetzt, die Mittelrinde besteht aus verhältnissmässig kleinen stark' verdickten Steinzellen, welche nach der Peridermschicht hin eine helle circa 8* reihige Schicht bilden. Unter dieser Schicht sind die Steinzellen hier und da von einzelnen Oelzellen durchsetzt. Die Innenrinde besteht aus Parenchym, Oelzellen, Steirizellenbündeln, welche letztere die ganze Breite der Baststrahlen einneü men, und eingetrockneten Siebröhren. Die Bast- und Markstrahlen haben ein geschlängelte Form und bestehen aus zwei Zellenreihen. Die Oelzellen s'" 1 kugelig oder oval, in der Mittelrinde zerstreut und einzeln in der Innenrinde hie und da zu mehreren gehäuft, angefüllt mit einem gelben dickflüssigen Balsam- Bastparenchymzellen, Markstrahlzellen, Oelzellen sind dünnwandig. In den lf renchymzellen finden sich rundliche und länglich ovale, zum Theil regelmässig zusammengesetzte Stärkemehlzellen und in den Markstrahlenzellen Kalkoxala krystalle. . Der Geschmack ist massig scharfbrennend und wenig bitter, nicht adstn girend, der Geruch ist nicht stark, eigenthümlich gewürzhaft-kampferartig, entfern an Zimmt erinnernd. Die Cotorinde soll vor Jahren als eine Art Chinarinde in den Handel g bracht worden sein, hat aber keine Aufnahme gefunden. Eine Verwechselung ^ Rinde mit anderen ist nicht leicht möglich. Hat man die echte Cotorinde einmal ein Coto. 369 Prüfung unterworfen, so hält es jedoch nicht schwer, sie wiederzuerkennen. Behufs der Musterung und Prüfung säge man die Rinde mittelst einer feinen Säge der Quere nach durch, bürste die gesägte Fläche ab und betrachte diese mit blossem und mit bewaffnetem Auge. Der Gewebebau ist wegen Grösse der Zellen leicht zu erkennen. Die zerschnittene und gepulverte Kinde wird theils durch Geruch und «eschmack, dann aber auch chemisch geprüft. Man macht eine Abkochung, lässt erkalten und filtrirt. Das Filtrat erweist sich gegen die Alkaloi'dreagentien * le Gerbsäure, Pikrinsäure, Jodjodkalium, Brombromkalium, Kaliummercurijodid, *errichlorid etc. indifferent oder es entstehen nur höchst schwache Trübungen. Dass Rinden in dem Handel auftauchten, welche nicht Cotorinde waren und mcht Spuren Cotoi'n enthielten, war nichts Ungewöhnliches. Dem Verlangen nach Cotorinde wurde Genüge geleistet, indem man Rinden verschiedener Art, welche Serade zur Disposition standen, unter dem nichtssagenden Namen „Cotorinde" abgab. Di e zuers t in den Handel gebrachte Rinde war wahrscheinlich auf irgend einem "Waarenlager angehäuft und man brachte sie als Coto (die populäre spanische Ausdrucksweise für cotica, Schwarte, Rinde) in den Handel, erfreut den Ballast unbrauchbarer Waare los zu werden. Es drängen sich noch weitere Ver- "jutlmngen auf. Als man mehr von dieser Rinde forderte, kam der Lieferant in ^ r legenheit, denn er kannte nicht einmal den Baum, von welchem die erste endung herrührte, doch der Kaufmann ist nicht in Verlegenheit, er schickt eine Wiche Rinde, wahrscheinlich von verschiedenen Nectandra- Arten entnommen, . siehe da, der Kaufmann hatte einen guten Griff gethan, oder der deutsche rz t und Chemiker kam ihm entgegen, denn die Wirkung blieb ziemlich dieselbe, ® r Chemiker trägt selbst nicht Bedenken, den in dieser Rinde aufgefundenen lr ksamen Stoff mit dem in erster Rinde gefundenen, aber ganz verschiedenen m Namen nach in Harmonie zu bringen, und die Aerzte tragen ebenfalls kein enken der mercantilischen Mystification gefällig zu sein. Genug eine zweite .^ un S Cotorinde, die von der aus der ersten Sendung ganz verschieden ist, mit Paracotorinde (vergl. unten) benannt und angenommen. tis l es ^ ar| dtheile. Die Cotorinde enthält nach Wittstein ein flüchtiges aroma- les Oel, ein flüchtiges dem Trimcthylamin ähnliches Alkalold mit Herings- Reh 1 Weichharz und Hartharz, Stärkemehl, Gummi, Zucker, Gerbstoff. Aschen- si h 1 ', 5 " -2 >° Proc - Jobst und 0. Hesse fanden in der Cotorinde krystalli- are Glykoside, Coto'in, Dicoto'in und Piperonylsäure, welchen Stoffen hauptsächliche antidiarrhoischo Wirkung zukommt. Aufbewahrung. Die ganze Rinde wird in Blechgefässen, die grob- und fein- sepulverte in dicht geschlossenen Glasgefässen vor Tageslicht geschützt aufbewahrt. ^ er Staub des Rindenpulvers wirkt heftig reizend auf die Schleimhäute der Luft- ege und ist desshalb beim Pulvern der Rinde die nöthige Vorsorge zu treffen. 8 , Wirkung und Anwendung. Nach Dr. von Gietl's Erfahrungen und Ver- M beim Einreiben der Haut entsteht Hyperämie Selben, verbunden mit einem brennenden Gefühle. . f Extraetwn Cotonis (s. Coto) flaidnm. 1000 Th. grobgepulverte Coto- nde werden mit 2000 Th. verdünntem (60proc.) Weingeist drei Tage genrt u „d nach dem Erkalten das Flüssige abgegossen und colirt. Die Colatur a Ser, ruaem. Praxis. Buppl. 24 370 Coto. Para-Coto-Rinde. im Gewichte von 800—900 Th. wird beiseite gestellt. Die Rinde wird nun mit 2000 Th. 60 proc. Weingeist übergössen, 2 Tage digerirt, dann nach dem Erkalten ausgepresst, die filtrirte Colatur soweit bei gelinder Wärme eingedampft, dass der Verdampfungsrückstand mit der zuerst gewonnenen Colatur gemischt 1000 Th. ausfüllt. Nach der Mischung setzt man die Flüssigkeit einige Tage beiseite und filtrirt. Das Filtrat ist am schattigen Orte aufzubewahren. Es belästigt die Verdauung im geringeren Grade als das Pulver der Rinde. Gabe 0,2—0,3—0,4 drei- bis vierstündlich. Das Extract zählt zu den stark wirkenden Arzneikörpern. Dieses Extract scheint sehr vereinzelt in den Gebrauch gekommen zu sein, insofern die Angabe seiner Darstellungsweise nur von einer Seite eingefordert wurde. f Tinctura Cotonis, Tinctnra Coto, Cototinctnr, Kototropfen. 1 Th. der grobgepulverten Rinde wird mit 9 Th. verdünntem Weingeist 4 Tage digerirt, dann 4 Tage macerirt, ausgepresst und zwei Tage später filtrirt. Das grelle Tageslicht ist abzuhalten. Der Geschmack der Tinctur ist brennend und scharf (vergl- oben). Die Gabe ist 10—15 Tropfen (0,6—0,8) drei- bis viermal täglich mit Wein, Bier. Diese Tinctur reiht sich den stark wirkenden Arzneikörpern an. Wie Jobst berichtet, kommt die Coto'in liefernde Rinde jetzt nicht mehr in den Handel. Die jetzt für Coto gelieferte Rinde benennt Jobst Para-Coto-Rinde- I. Para-Coto-Rinde (Cortex Coto falsus). Die in Stelle der Cotorinde heutige» Tages aus Bolivien nach Europa kommende Rinde soll an den Ufern des Mapi* 1 (eines Flusses Boliviens) gesammelt werden. Sie bildet 10—70 Ctm. lange, 3—' Ctm. breite, 1,2—1,8 Ctm. dicke Stücke. Aeusserlich gleicht sie der Cotorinoe» auch auf dem Bruche, doch soll sie öfter mit einer weisslichen tief längsfurckig en und querrissigen Borke bedeckt sein. Der Geruch ist bedeutend angenehme^ schwächer und an Muskatnuss erinnernd, der Geschmack schwach brennend- Auch die Verpackung soll mit derjenigen der Cotorinde übereinstimmen. Wam' scheinlich entstammt sie einer Nectandra-krt. Bestandteile. Jobst fand auch in dieser als Paracotorinde unterschiedene 11 Waare Piperonylsäure, aber von dem Coto'in und Dicoto'in abweichende Sto» e > wie Paracotoi'n, Hydrocoton, Dibenzoylhydroeoton, Leucotin» Oxyleucotin, ferner flüchtiges Oel, Weichharze und eine sehr geringe Meng eisengrünender Gerbsäure. Extractum Paracotonis corticis, Tinctura Paracotonis werden ähnlich wie d' 0 bezüglichen Präparate aus Cortex Cotonis bereitet und auch ähnlich aufbewan 1 '• Dispensirt wird für Cotorinde und ihr entstammende Präparate auch Paracotorinde und die aus derselben gewonnenen Präparate, je nachdem m» eines oder das andere vorräthig hat, doch erfordert es die Ordnung, dem -^ lZ davon Mittheilung zu machen mit der Bemerkung, dass die Paracotorinde vo der Cotorinde verschieden ist und eine etwas mildere Wirkung haben soll. " e . p i( j die Zufuhr der Cotorinde wieder stattfindet, was ja möglich werden kann, * ir auch eine scharfe Unterscheidung beider Rinden Platz greifen. Wirkung und Anwendung der Paracotorinde. Die Wirkung entsprach nie* den Erwartungen, welche auf der Achnlichkeit der Namen der beiden unter sie verschiedenen Rindenarten basirten. Die Berichte wiedersprachen sich s0 | a ,' denn wahrscheinlich hatte der eine Arzt die Tinctur aus einer Rinde angewende^j welche wieder eine neue Paracotorinde war. Desshalb liess man die R' n fallen und nahm zu den daraus gesonderten Stoffen, dem Coto'in und Paracotoi t zwei unter sich sehr verschiedenen Substanzen, die Zuflucht. Coto. Cotoin. •f* CctoTna, Coto'inum, Cotoin (C 22 H 18 0 6 ), ein chemisch indifferenter Stoff. Darstellung (nach Anweisung Jobst's). Gröblich gepulverte Coto-Rinde wird im Verdrängungs-Apparat mit kaltem- Aether erschöpft, der ätherische Auszug im Wasserbade bis auf y i0 seines Von hamens eingeengt, noch warm in eine Porzellanschale gegossen und mit 6 Theilen "warmen Petroläthers vermischt. Auf Zusatz dieses letzteren und nach erfolgter ■vollständiger Verdampfung des Aethyläthers scheiden sich grosse Mengen von Harz ab, während die überstehende, klare und noch warme Lösung abgegossen } ln d zum Krystallisiren gebracht wird. Es scheidet sich zwar mit den Krystallen 'Dimer noch etwas Harz ab, welches sich aber zumeist am Boden fest ansetzt, So dass die Krystalle durch Aufrühren und Abgiessen unschwer getrennt werden *«ttnen. Die krystallinische Masse wird nun auf einem Filter gesammelt, abge- Presst und aus heissem Wasser mehrmals umkrystallisirt. Ausbeute 0,75 bis *>5 Proc. Eigenschaften. Cotoin stellt gelblich weisse, in der Farbe der Gallussäure *Jes Handels ähnliche, leichte Krystalle dar, welche unter der Lupe oder dem Mikroskop als quadratische Prismen zu erkennen sind. Das Cotoin besitzt den eissenden Geschmack der Rinde im höchsten Grade, ist schwer löslich in kaltem, e iehter in heissem Wasser, leicht löslich ferner in Weingeist, Aether, Chloroform ,._ Schwefelkohlenstoff. — Von Benzol und Petroläther wird es schwieriger ge- st, dagegen ist es aus Weingeist leicht in grossen, schwefelgelben Prismen zu ^halten. Sein Schmelzpunkt liegt bei 124°. Alkalien lösen Cotoin leicht mit gelber Farbe, aus welcher Lösung es durch Säuren wieder gefällt wird. —- Conc. a 'Peter säure löst Cotoin in der Kälte allmählich, rasch beim Erwärmen mit utrother Farbe. Aus dieser Lösung werden bei starker Verdünnung mit ^asser braunrothe Flocken gefällt. — Conc. Schwefelsäure löst mit braungelber, Salzsäure mit rein gelber Farbe auf. — Die wässrige Lösung reagirt neutral. ^ redudrt in der Kälte Silber- und Goldsalze. — Bleiacetat erzeugt j rin keine Fällung, dagegen bringt Bleiessig einen hochgelben Niederschlag »a ° r " — Eisensalze erzeugen in verdünnter Lösung eine braunrothe Fär- 8> aus concontrirten Lösungen scheidet sich ein schwarzbrauner Niederschlag ~~ Kaiische Kupferlösung wird in der Wärme schnell reducirt. Ueber Cotoin berichteten Jobst und Hesse ein Jahr später, dass sie für hätt reine ■ C ° t0ln d ' e Formel C 22 H i8°6 und de n Schmelzpunkt zu 130» bestimmt en - Sie bemerken gleichzeitig: so h rd r °^ es ^ otom Deüuf s Reindarstellung mit kochendem Wasser behandelt, besteht die erste Krystallabscheidung meist aus fast reinem Cotoin, die spä- n Fraktionen enthalten aber mehr und mehr von einer zweiten Substanz, w , ° ne tin, beigemengt. Cotonetin krystallisirt in zarten, fast weissen Plättchen, ge ^ bei 74° schmelzen, in Aether, Weingeist und Chloroform leicht, in heis- Sal ^ sser a ' ler schwierig löslich sind. Concentrirte Schwefelsäure löst es gelb, mit P p äWe dage S on blutroth, namentlich beim Erwärmen. Die Formel wurde fol«- i^ 1005 festgesetzt. Die Beziehungen des Cotonetins zu Cotoin wären in &ender Gleichung zu erkennen: C 2 oH lr ,0 3 + C 2 II 4 0 2 = C 22 H 18 O ß + H 2 0. Cotonetin. Essigsäure. Cotoin. aus i ch Einführung von 2 At. Wasserstoff in das Molekül des Cotoi'ns scheint letzterem das Hydrocotoi'n gebildet zu werden. C 22 H, gOj + H 2 = C 2 2H 20 O ß . Cotoin. Hydrocotoi'n. Ueber die Wirkung und Anwendung vergleiche unter Paracotoln. 24* 372 Coto. Paracoto'in. ■J" Paracoto'ina, Paracotoinnin, Paracoto'in, ein mit dem Coto'in in keiner chemischen Verwandtschaft stehender indifferenter Stoff, abgeschieden aus der Paracotorinde. Im Jahre 1876 mehrere Monate später, als der Coto'invorrath erneuert werden musste, unternahm Jobst die Darstellung aus einer neuen Sendung angeblich bester Cotorinde, obgleich sich diese sowohl in ihrem Aeussern wie auch im Geschmack und Geruch verschieden von der früheren Cotorinde erwies. Der daraus nach dem angegebenen Verfahren abgeschiedene Körper bildete gelbe Krystallplättchen und ergab ganz andere Reactionen als das Coto'in. Der beis- sende Geschmack fehlte, es war die Löslichkeit in Wasser, Weingeist, Aether, Amnion und Kalilauge nicht nur geringer, auch concentrirte Salpetersäure ergab damit nicht die charakteristische rothe Färbung, sondern nur eine gelbe Lösung. Da aber dieser Körper, wie die therapeutischen Experimente des Dr. Burkart zu Stuttgart ergaben, eine gleiche antidiarrhoische Wirkung zeigte, so hat ihn Jobst mit den Namen Paracoto'in belegt. Jobst hat übrigens ein grösseres Vertrauen zu den Cotorinden, dass sie nämlich von einem und demselben Baume oder verwandten Bäumen entnommen werden und dass in ihnen ein ähnlicher Umstand wie in den Chinarinden obwalte, indem sie Cotoin-Modificationen enthalten. Ueber die Gewinnung und chemische Beschaffenheit veröffentlichten J. Jobst und Hesse im Jahre 1877 einen ausführlichen Bericht (Ber. d. d. eh. Ges., pharm. Centralh. Nr. 24), aus welchem Folgendes entnommen ist. Durch Extraction der Paracotorinde mit Aether resultirt eine gelbbraune Flüssigkeit, welche nach Entfernung des Aethers einen braunen harzigen Rückstand liefert, der nach einiger Zeit eine reichliche Menge Krystalle, vorzugsweise ans Paracoto'in, Oxyleucotin und Leucotin bestehend, ausgiebt. Es können dieselben durch fractionirte Krystallisation aus heissem Weingeist getrennt werden. Das Paracotoün bildet gelbe Blättchen, welche in Aether, kochendem Weingeist und Chloroform leicht, in kaltem Weingeist, Benzin, Petroleumäther und kochendem Wasser dagegen wenig löslich sind. Seine Formel ist C 19 H 12 0 6 . ^ 8 schmilzt bei 152° C. zu einer gelben beim Erkalten strahlig-krystallinisch e r " starrenden Flüssigkeit. In höherer Temperatur sublimirt es in gelben, glänzende 0 Plättchen. Barytwasser wandelt es in Paracotoinsäure C 19 H u 0 7 um (C 19 H 12 0 6 +HOH=C 19 H u O,) . Die Paracotoinsäure ist ein gelbes, amorphes, in Aether und Weingeist leid» lösliches Pulver. Dieselbe entsteht auch aus dem Paracoto'in, wenn man letztere» mit verdünnter Kalilauge kocht oder auch nur bis auf 80° erwärmt. Daneben bilden sich freilich noch andere Producte, worunter auch Paracumarhydrin. D*^' selbe entweicht, falls die Lösung gekocht wird, mit den Wasserdämpfen. >' J bildet weisse, zarte, bei 85 ° schmelzende, in Weingeist und Aether leicht lösli°» Plättchen von der Formel C n H 8 0 3 . Das Paracumarhydrin hat einen an Cumarin erinnernden Geruch und zeigt bei raschem Erhitzen noch den Geruch nach Gau - theriaöl und Bittermandelöl Wird Paracoto'in mit Aetzkali geschmolzen, so bildet sich unter Wasserstoft- entwickelung neben einer flüchtigen Säure (anscheinend Ameisensäure) noch <'»'° der Protocatechusäure in mancher Beziehung ähnliche Säure. Oxyleucotin (C 2 iH 20 O 7 ) wird von den letzten Rosten des Paracotoins am zwwkmässigsten durch erwärmte verdünnte Kalilauge befreit, welche das Par»- coto'in löst, beziehungsweise zersetzt, während Oxyleucotin nicht angegriffen wir ■ Von Leucotin lässt es sich leicht trennen, da letzteres in Alkohol ausserorden lieh leicht löslich ist. Oxyleucotin bildet dicke, weisse, bei 133 ° C. schmelzen«« Prismen. Es löst sich leicht in heissem Weingeist, Chloroform und Aether, wenig Coto. Paracotoin. 373 in kaltem Weingeist und gar nicht in kaltem Wasser und in Alkalien. Es ist geschmacklos, neutral und bewirkt in chloroformiger Lösung keine Ablenkung der Ebene des polarisirten Lichtes. Durch concentrirte Schwefelsäure wird es in der Kälte mit dunkelgelber, beim Erwärmen mit dunkelsafrangelber Farbe aufgenommen. Concentrirte Salpetersäure löst es beim Erwärmen mit blaugrüner J-arbe; gleichzeitig entsteht ein bläulichschwarzes Harz, das in Weingeist mit blaugrüner Farbe löslich ist; die Farbe der Lösung verwandelt sich aber bald in Rothbraun. Mit Aetzkali geschmolzen giebt das Oxyleucotin eine eisengriinende, kl 'ystalüsirbare, von der Protocatechusäure verschiedene Säure. Leucotin (0 2 iH 20 O c ) kommt in der Paracotorinde sehr reichlich vor. Es ist m Weingeist, Benzin und Aether leicht löslich und bildet sehr zarte, leichte, Geisse Prismen, welche bei 97° schmelzen. In chloroformiger Lösung zeigt es Wenfalls kein Drehungsvermögen. Bezüglich seines Verhaltens zur Schwefelsäure 80 wie auch zur Salpetersäure gleicht es dem Oxyleucotin. Hydrocotoin (C 2 2H 20 O 0 ) bleibt in der weingeistigen Mutterlauge gelöst, Reiche bei der Gewinnung des Krystallgemisches von Paracotoin, Oxyleucotin und Nicotin resultirt. Beim Verdunsten hinterlässt diese Lösung ein braunes Harz, welchem durch stark verdünnte Kalilauge Hydrocoto'in entzogen werden kann. urch Zusatz überschüssiger Salzsäure erhält man aus dieser alkalischen Lösung nen flockigen röthlichgelben Niederschlag, welcher in heissem Weingeist löslich W ,q Un ^ ^ m Erkalten der Flüssigkeit glänzende blassgelbe Prismen ausscheidet. ydrocotom ist neutral, geschmacklos, schmilzt bei 98° und erstarrt beim Er- a ten krystallinisch. In chloroformiger Lösung zeigt es ebenfalls keine Ablen- Un g des polarisirten Lichtstrahles. In Alkalien ist es mit gelber Farbe löslich nd wird aug d j esen Lg sun g en selbst durch Kohlensäure gefällt. Conc. Schwe- saure löst es gelb, Salpetersäure beim Erwärmen purpurroth. Mit Braunstein schwefelsaure erhitzt entwickelt es einen an Hyacintb.cn erinnernden Geruch. Aufbewahrung. Cotoin wie Paracotoin sind als starkwirkende Stoffe vn US « unc * ^ aüer gesondert aufzubewahren. Da diese Stoffe bei Einwirkung li i , nnen licht eine Veränderung wahrnehmen lassen, so sind sie vor Tages- llCüt zu schützen. St (V k un 9 lmtl Anwendung des Cotoüns und Paracotoins. Mit diesen beiden (V °\ hat Dr " BuilKAKT befriedigende Erfolge erzielt. Das Cotoin wurde ^\ p h. Ztg. Nr. 101, 1879 angiebt) theils in Pulverform (0,05 pro dosi, ^stündlich), theils in wässeriger Lösung (0,1—0,5 : 120) mit Hinzufügung eines >t»gen Geschmackscorrigens gegeben. Es wurde überall eine hervorragend lästigen Nebenwirkungen beliebi anfadiarrhoische Wirkung und das Nichteintreten der den Magen constatirt. In wie weit es zur Heilung von Cholera verwandt ta T kann, muss noch weiter ermittelt werden. Jedenfalls müsste die subeu- fiil ° ^ nwena ung, vermöge seiner Löslichkeit im Wasser, rasch zum Ziele do " 9 ^ araoot oin wurde bisher in Pulverform und zwar 0,1 — 0,2 pro 2 2 S ' 3 8t «ndlich verordnet. Von 24 Fällen mit acutem Darmcatarrh, wurden 2 Paii ^ 6m **—* Dosen Paracotoin genommen waren, vollkommen geheilt, in äer ^ ■ Wieb der Erfolg aus. Von 3 Fällen Cholera nostras wurden 2 geheilt, r dritte Fall war für die Beurtheilung der Wirkung des Paracotoins von unter- s oi'diiotcr Bedeutung. Der einzige Uebelstand bei der Anwendung des Paraco- ln s, namentlich für die subcutane Application, ist, wie Prof. Baetz hervorhebt, ^ e schwere Löslichkeit des Präparates in passenden Flüssigkeiten. Glycerin und ^asser zu gleichen Theilen schien ihm noch am brauchbarsten als Menstruum zu In der Voraussetzung, in der Paracotoinsäure eine lösliche Form des sein. 374 Coto. — Crocus. Paracotoins zu besitzen, wurden auch mit dieser von Dr. Büekakt Versuche angestellt. Dieselben ergaben indess, dass die Paracotoinsäure physiologisch ganz indifferent ist. Hierdurch ist zugleich bewiesen, dass beim Uebergange des Paracotoins in das Blut diese Substanz unmittelbar zur Wirkung gelangt, aber ohne vorherige Umwandlung derselben in die genannte Säure. Von den übrigen Bestandtheilen der Cotorinden treten in Betreff ihres physiologischen Verhaltens Oxyleucotin, Leucotin und Hydrocotoin besonders hervor. Sie wirken zwar ähnlich wie Coto'in und Paracotoi'n, doch bedeutend schwächer, sodass zur Erzielung desselben Effectes sehr grosse Dosen davon gewählt werden mussten. Hieraus ergiebt sich aber auch, dass das Paracotoin bei seiner Darstellung möglichst von diesen Begleitern zu befreien ist. Die in den Cotorinden vorkommenden Stoffe nehmen in therapeutischer Hinsicht nach Dr. Bukkakt folgende absteigende Stufenreihe ein: Cotoin, Paracotoin und die Gruppe des Oxyleucotins, Leucotin und Hydrocotoin. Von diesen ist das Paracotoi'n ein vorzügliches Mittel gegen Darmkatarrh und Cholera nostras, in Bezug der Heilung von Darmkatarrh wird es durch das Coto'in noch bedeutend übertroffen. Der 6 Stunden nach dem Einnehmen des Paracotoins gelassene Harn förbt sich mit Salpetersäure roth. Obgleich Jobst fast 1,0 einem Kaninchen subcutan injicirte und er keine toxische Wirkung danach wahrnahm, so lässt sich aus den Berichten über dia Wirkungen des Coto'ins und Paracotoins entnehmen, dass sie der Reihe der starkwirkenden Arzneikörper angehören. (1) Liquor injectorius Paracotoinae (Baelz). I. i*- Paracotoinae 0,2. Solve leni calore in Aquae bis destillatae 14,0 Spiritus Vini 6,0. II. fy Paracotoinae 0,2. Solve leni calore in Aquae bis destillatae 10,0 Spiritus Vini 2,0 Glycerinae 8,0. Zu subcutanen Injectionen 0,6—0,8—1,0. Tum admisce Syrupi Sacchari 30,0 Aquae destillatae 120,0. D. S. Ein- bis zweistündlich eine» Esslöffel (bei Diarrhoe, Cholera nostr»*» Magenkatarrh, Diarrhoe der Phthisiker. In 24—48 Stunden soll sich die Wirkung einfinden). (3) Mixtura cotonata. rv * (2) Mixtnra antidiarrhoica. Mixtura Coto'inae. Cotoi'nae 0,05 (—0,08) (yel Paracotoinae 0,15—0,25). Solve in Spiritus Vini diluti 10,0. Tincturae Cotonis corticis Tincturae Cardamoni ana 2,5. Mixtis adde primum Syrupi Sacchari 10,0 tum Aquae destillatae 180,0 Mucilaginis Gummi Arabici 15,0. D. S. Zwei bis drei Esslöffel mehr« 1 » 1 » des Tages (bei Diarrhoe in Folge vo Darmtuberculose). Crocus. Verfälschungen des ganzen wie des gepulverten Safrans mit gelbem Boro » rothgefärbtem Kalkcarbonat, Schwerspath, Schmirgel, Gyps, Stärkezucker, Rohrzucker sind in den letzten 3 Jahren wiederholt vorgekommen, so auch Vcri» schungen mit Calendulablüthen, welche mit Campechcholzaufguss gefärbt, B" Pflanzen- oder Grasfasern, welche mit rothgefärbter Kreide überzogen waren. Crocus. Prüfung des Safrans. 375 Croein ist sowohl als Synonym des Polychroiits (Gardenin, C^H^O«) als auch des Crocetins, des Spaltungsproductes aus dem Polychro'it, angewendet worden. Das ätherische Oel des Safrans ist dem Carvol isomer (C 10 H 14 O) und bis zu 1,4 Proc. im Safran enthalten. Prüfung. Vergl. Handb. Bd. I, S. 954 und 955. Im Handel sind zwei Arten Safran oder vielmehr zwei Substanzen zu unterscheiden, welche den Namen Safran führen, welche aber der gebildete Kaufmann und der Apotheker als Safran Und Safransurrogat unterscheiden. Gelegentlich der Kritik eines Buches über Untersuchung der Lebens- und Genussmittel bemerkte Hager (pharm. Centralh. !878, S. 466): „Safran reiht der Verf. den Gewürzen an, erzählt nur von dem Safran, wie er in den Apotheken gehalten wird, lässt aber das Safransurrogat, welches (in kleinen Holz schachteln) unter dem Namen Safran durch ganz Deutschland, Oesterrcich und auch in der Schweiz von dem gemeinen Manne als Speisefarbe benutzt wird, ganz unerwähnt. Hier kommt der eigenthümliche Fall vor, dass den tarnen „Safransurrogat" nur der Kaufmann, das Publikum aber nur den Namen »Safran" gebraucht, dass letzteres, wenn es den Safran als Medicament (z. B. unter Breiumschläge für kranke Brustdrüsen oder wohl gar als Mittel zum künst- u< *en Abortus) gebrauchen will, den Safran in der Apotheke oder unter dem Namen „echter Safran" zu kaufen weiss. Dem Publikum ist jenes Surrogat Safran, und der Safran (Crocus) echter Safran." In Rücksicht auf die Verirrungen chemischer Sachverständiger, welche in de n Jahren 1876 — 1879 mohrfach an die Oeffentlichkeit traten, glaubte Hager den Gegenstand nochmals zu besprechen (pharm. Centralh. 1879, S. 163): Safran, die getrocknete Narbe der Blüthe des Crocus sativus, ist genau genommen kein Genussmittel und kein Gewürz, wurde aber von je an als ein Farbstoff für Speisen und Backwerk gebraucht, von welchem der gemeine Mann SJaubt, dass er ein Gewürz sei. Da beim Safran für den Hausgebrauch es nur au f die Farbe ankommt, Geruch und Geschmack desselben ganz unwesentlich * ln « und auch in den Genussmitteln wegen zu starker Verdünnung nicht zur Erkennung kommen, der Safran endlich eine sehr theure Waare ist, so lag es nahe, lr gend ein Surrogat zu schaffen, welches nicht nur weit billiger ist, sondern auch den Zweck des Gelbfärbens der Genussmittel vollständig erreichen lässt. Es entfanden daher vor ungefähr 70 Jahren in Augsburg, später auch in Hanau hafran- f abriken, d.h. Laboratorien, in welchen man ein Safransurrogat darstellte und aus welchen dieses unter dem Namen Safran in den Handel gebracht wurde. Dies geschah keineswegs in strafbarer Weise, denn der Fabrikant bezeichnete dieses Safranpulver mit dem Namen chemischer Safran, und gestand er, dass es künstlich dargestellt sei, es aber auch Safran enthalte. Dieses Präparat, welches ™ den zusammengesetzten Genussmittelu zählt (vergl. S. 177), hat sich in Deutschland eingebürgert, und erhält der Consument für 10 Pfennige ein Schachtelchen mit circa 1 Gramm eines rothen Pulvers, welches allein zum Färben der Speisen und des Backwerkes Verwendung findet. In neuerer Zeit unterlassen es viele Fabrikanten nicht, den Schachteln eine Etiquette mit Safran Surrogat aufzukleben. . Dieser chemische Safran ist eine für die Küche höchst praktische Erfindung, denn für wenig Geld erhält man ein Pulver in einer Schachtel, welches den Zweck der Färbung besser und leichter erreichen lässt, als wahrer batran. Zweitens hat sich dieses Präparat eingebürgert, an welchem nur häutig zu tadeln wä re, dass die Schachteln nicht mit der Etiquette „chemischer Safran" oder «Safransurrogat" versehen sind, um gegen die Unerfahrenheit mancher Chemiker 376 Crocus. Safran-Untersuchung. und etwaiger Denunzianten gepanzert zu sein. Das Publikum würde trotz dieser Etiquette nicht vom Namen „Safran" lassen. Da sich die Materialwaarenhändler aus allen Schichten des Volkes recrutiren, so mag es auch wohl vorkommen, dass der das Safransurrogat verkaufende Materialist oft gar nicht weiss, dass er ein Surrogat in der Hand hat, dass es noch einen echten Safran giebt. Der Chemiker, welchem der Auftrag wird, zu constatiren, ob das unter dem Namen Safran vom Kaufmann entnommene auch wirklich Safran sei, hat als Sachverständiger über das eingebürgerte und zu Recht bestehende Safransurrogat sich zu äussern und der Gesundheitspolizei die nöthige Aufklärung zu geben. Wenn die Polizei dann an den Kaufmann die Forderung stellt, die Schachtel mit der Aufschrift „Safransurrogat" zu versehen, so verlangt sie jedenfalls etwas der Ordnung Gemässes. Dann kann der Chemiker der Gesundheitspolizei noch den Wink geben, dass die Fabrikanten des Safransurrogats sich unbe- wusst ein Verdienst um die Moral des Deutschen Volkes erworben haben, insofern sie dem echten Safran die alleinige Stellung als Arzneimittel bewahrten, da z. B. in Frankreich, wo das deutsche Safransurrogat nicht Eingang fand, das Verbrechen, die künstliche Amblosis (!)> mittelst des Safrans etwas ganz Gewöhnliches ist, welche auch schon in Deutschland hier und da gekannt zu sein scheint. Von diesem Umstände, welcher im Handbuche Bd. I, S. 956 erwähnt ist, scheinen weder die Chemiker noch die Gesundheitspolizei Kenntniss zu haben, denn dann würde man den Safransurrogaten das Wort reden und den Verkauf eines Ambloticums, des Safrans en detail, nur der Apotheke zuweisen. Nun sei bemerkt, dass der chemische Safran nicht ganz ohne Safran zu sein pflegt. Durch Zufall kam Hager in den Besitz eines Recepts einer Augsburger Safranfabrik, nach welchem 4 Th. Weizenmehl, 2 Th. guter Safran, 2 Th- gepulverte Curcuma, 1 Th. gepulvertes rothes Santelholz nebst etwas Gewürzpulver (Zimmt, Englisches Gewürz) mit Wasser und Spiritus zu einem Teige angerührt, zu einem Kuchen ausgewalzt, getrocknet und dann in ein feines Pulver verwandelt werden sollten. Eine wesentliche Aufgabe des Chemikers ist es, in dem käuflichen Safran- Surrogat die Abwesenheit von Stoffen zu constatiren, welche der Gesundheit nachtheilig sind, wie z. B. Chromate, Bleiverbindungen, Pikrinsäure, Anilingelb und andere Nitroverbindungen. Der kalte wässrige Aufguss darf eine saure Cincb 0 ' ninlösung nicht fällen und eine Bleiacetatlösung nur unbedeutend trüben. £* ie Asche sollte nur bis 8 Proc. hinaufgehen und darf weder Chrom noch Blei enthalte«- Der Geschmack des Surrogats sollte nur schwach bitterlich und massig gewürz- haft brennend sein. Wie es scheint, enthält das Surrogat mitunter auch ö 0 ' standtheile des Spanischen Pfeffers, was wohl zuzulassen wäre. Dass die Safransurrogatfabrikanten zu den Theerfarben greifen und Nj tr °' cresole als Safransurrogate in den Handel bringen würden, war beim Eintn - dieser Farben in den Handel vorauszusehen. Diese Körper gehören den stark wirkenden Stoffen an und müssen sie in ihrer Wirkung auf den thierischen Organismus der Pikrinsäure gleich gehalten werden. Aus diesem Grunde eigne" sie sich nicht zum Genuss und sollte die Abgabe derselben als Safransurroga polizeilich verboten werden. Ihre Erkennung ist nicht schwer und genügt es eine Messerspitze des Pulvers einer Flamme zu nähern. Die meisten werde» flammend verpuffen oder knisternd oder sprühend abbrennen. Viele dieser Nitr<£ Verbindungen sind löslich in Benzol (worin auch der Farbstoff des rothen Sante - bolzes löslich ist) und in Petroläther (worin das Santelholzroth nicht löslich ist)- Einige haben einen sehr bitteren Geschmack. Crocus. Safran-Untersuchung. Die ehemische Prüfung des echten Safrans ist bereits ausreichend im Handbuch (Bd. I, S. 954, 955) angegeben. Hinzuzufügen wäre noch: Der Safran-Farbstoff ist leicht löslich in Wasser und kann daraus durch Amylalkohol ausgeschüttelt werden. Curcumafarbstoff geht auch in Amylalkohol über. Benzol nimmt den Farbstoff aus wässriger Lösung nicht auf. Setzt man zu 3—4 CO. conc. Schwefelsäure circa 1 CO. des wässrigen Safranauszuges, so tarbt sich die Mischung gelbroth. Verdünnt man die Mischung nach Verlauf einer Stunde mit dem 5 fachen Vol. Wasser und betrachtet sie alsdann gegen eine weisse Papierfläche, so erscheint sie gelblich, nicht aber röthlich (wie bei Gegenwart von Curcuma). Mischt man gleiche Volumen wässrigen Auszuges und G'ycerin, giebt dann ein halbes Vol. conc. Schwefelsäure hinzu und betrachtet flach einigen Minuten die Mischung gegen eine weisse Papierfläche, so erscheint der Safranauszug braun bis chocoladenbraun, Curcuma- und Santelholzauszug nur Seiblich bis gelb. Das Extractquantum aus gutem Safran muss mindestens 36 °roc. betragen und steigt bis zu 42 Proc. Die Verfälschung des Safrans mit extrahirtem und dann mit Carmin °uer atnmonikalischer Carminlösung aufgefärbten scheint besonders in England flfld Frankreich vorzukommen. Hager ist ein solcher, Carmin enthaltender nur einmal vorgekommen. Zur Erkennung desselben prüft man die Farbekraft, be- ftunmt den Extractgehalt und beobachtet das Verhalten beim Untertauchen und Maceriren sowohl in Salpetersäure von 1,180 spec. Gew., als auch in 2,5 proc. Aetzammon. Die Farbekraft des Safrans ist stärker als die der Surrogate desselben. }* g des Safrans mit 10 CC. Wasser übergössen und bis zum Aufkochen erhitzt siebt eine Flüssigkeit aus, von welcher 5 CC. ausreichen, 7,5 Liter Wasser entlieh gelb zu färben. Mit dieser Mischung füllt man einen 1 Ctm. weiten eagireylinder und betrachtet die Flüssigkeitssäule gegen weisses Papier. Die Urr ogate des Safrans oder ausgezogener Safran ähnlich behandelt liefern eine iMoso Mischung mit jener Menge Wasser. Jene 10 CC. Auszug aus bester österreichischer Waare färben selbst noch 20 Liter Wasser gelb. Fig. '3- Sf Saflorlilüthe, Co. BandMüthe der Calendula officinalis. Tl Floischfaser, »J IVlloakorner des „». Bors, Co. Pollenkorner der BingelWume, Calendula officinalis. s Safran. lOufaclio Vergr. Ein gröbliches Safranpulver kann auch der Probe mit Salpetersäure (Handb. f a - l > S. 954) unterworfen weiden. Unter der Lupe sieht man die Theile der emden Blüthen alsbald erblassen. Ein Aufbrausen lässt beigemischte Carbonate er kennen. Die Asche darf 8 Proc. nicht übersteigen. Zur Beschwerung werden 378 Crocus. Safran-Untersuchung. Kreide, Schwerspath, Bolus verwendet. Gelber Bolus wird eine rothe Asche liefern. Besteht die Beschwerung in rothgefärbtem Zucker oder anderen organischen, in Fig. 55. Safran zu Pulver zerrieben und in Glycerin eingeweicht. Dieses hat den Farbstoff gelöst. Dem Auge zeigen sich gestreckte Zellen und farblose Körperchen und Oeltropfen. 100fache Vergr. Fig. 56. Cnrcumapulver in Glycerin geweicht. Gly~ cerin ist farblos, die Curcumatheile sind gelb. P ie Zellen nähern sich mehr der Kugelform, wenig 6 sind gestreckt. Durch Jod werden die Starkemehlkörner hervorgehoben und sind dann leicht zu nn* terscheiden. S Stärkemehl, h Harzhäufchen. 100 fache Vergr. Wasser löslichen Stoffen, so lassen sich diese durch Wasser absondern. Man giebt 2,0 g des Pulvers in ein Glaskölbchen, übergiesst mit 10 CC. kalten 1 Wasser (10—15° C), schüttelt eme halbe Minute und colirt durch Leinwand- In dieser kurzen Zeit werden höchstens C> Proc. vom Safran g e ' löst, während die fremden N* 9 " lichen Theile fast vollständig ,n Lösung übergehen. Man kann auch das Extract bestimmen, ^ el " ches 72 Proc. nicht übersteigen darf. Der wässrige Safranaufgus 9 wirkt reducirend auf kaliscn Kupferlösung. Die mikroskopische Prüfung lässt die meisten Verfälschung 611 erkennen. Man mischt eine g e ' ringe Menge des Safranpulvers mit verdünntem Glycerin, lässt bis 2 Stunden stehen und schreitet dann zur Prüfung. Safran h»* langgestreckte Zellen und in de gelben Glycerinflüssigkeit beobachtet man farblose Oeltropfen- Saflorblüthen werden sien nicht nur durch ihr abweichende» getüpfelte HoY/parenchymzellen, hh Ilolzparenchymzelfen '/plln-pwprip hpsnndprs aber durCB mit umhöften Tüpfeln, m Zellen aus den Markstrahlen, k ^tn 0 eweUL, (JLSUiiuei» Krystallzellenm.Calciumoxalatkrystallen. Ca. 120facheVergr die Pollenkörner Verratlien. lk» Fig. 57. Gepulvertes rothes Santelholz, h Holzzellen, gh tere haben einen Durchmesser von 0,05 — 0,07, sind von rundlich-dreiseitiger Form, bedeckt mit zarten Wärzchen und versehen mit 3 grossen Poren. Der gelbe Saflorfarbstoff bildet kleine rundliche Massen. Die Blüthen der Calendula ofßcinalis (Ringelblume) zeigen dreiseitige und stachlige Pollenkörner, von 0,02—0,04 mm Durchmesser. Der orangegelbe Farbstoff ist in kleinen Bläschen enthalten, welche in langgestreckten Zellen lagern. Die Fleischfaser lässt sich an ihrem Bau und der Querstreifung erkennen. Der Bau des Zellengewebes des zu prüfenden Safranpulvers ist durch Vergleich mit dem eines gepulverten echten Safrans zu bestimmen. Er weicht bedeutend von dem Gewebe jener Blüthen, so wie von dem des Santelholzes und «er Curcuma ab. Curcuma verräth sich durch ihre Stärkemehlzellen und den mehr kugligen Bau der Zellen. Das verdünnte Glycerin, worin das Curcumapulver eingeweicht ls *> löst nichts von dem Farbstoff und erscheint farblos Croton. Als Säuren des Crotonöles waren früher von Schlippe neben Stearin-, Pal- nutm-, Laurin-, Myristicinsäure die Croton-, Angelica- und Oelsäure angegeben, Während Geuther und Fröhlich in der Mutterlauge der Crotonseife die Gegenwart von Essigsäure, Buttersäure, Valeriansäure und Tiglinsäure nachwiesen. In ezug an f letztere Säure sprachen sie die Vermuthung aus, dass es möglich sei, ass si e m ;j; der von Frankland und Duppa dargestellten Methylcrotonsäure j,entisch se ^ Um letztere Frage zu entscheiden, haben E. Schmidt und J. . ERe ndes vergleichende Versuche angestellt und gefunden, dass beide Säuren m der That identisch sind 8k Die Angabe, dass die Löslichkeit des Crotonöls mit dem Alter zunehme, hat ni er bestätigt gefunden. Absoluter oder auch 90proc. Weingeist, 50 Vol., geschüttelt mit 10 Vol. Oel löste von demselben 20 Proc. frisch gepressten, Proc. drei Monate alten, 55 Proc. drei Jahre alten und 60 Proc. noch älteren j^otoiiöls. Eine vollständige Lösung des Oels in Weingeist fand nicht statt. ie wirksamen Theile des Oels gehen zugleich in den Weingeist über. Bei Herpes tonsurans wendete Cottle Crotonöl mit Erfolg an, indem er ""t diesem die Stelle bestrich, um eine Eiterung zu bewirken und dann diese mit ö ahcylsäuresalbe behandelte. Samen und Holz von Croton Tiglium sollen in Vorderindien als Betäubungsmittel der Fische angewendet werden. (1) Mittel gegen Muttermale. rw e Beseitigung der Muttermale mit der w ■ geschieht nach Dr. Sigler in Nafl , lso > dass man durch einen Kork de« a • Sticht ' so dass sie S- 4 mm mit wpifl pitzen hervorragen. Diese Spitzen das m mit Crotonöl benetzt alsdann in riiol utterm al eingesenkt und nun zu- i\Z m Zogen > oder mit anderen Worten, rit; r% wird mit Crotonöl baunscheidte- Moi ^ 3 bildet «eh auf der Stelle des wi,-i S r elne Kraf >te. Nach Abheilung holt Operation noch 2 mal wieder- (2) Bacilla Olei Crotonis Limousin. Crayons ä l'huile de Croton. Crotonstifte. R/r Olei Cacao Cerae flavae ana 5,0 Olei Crotonis 10,0. Leni calore liquando mixta in bacilla duo 0,8—0,9 ctm. crassa redige, quae stanno foliato involuta dispensentur. Diese Stifte wurden von Ladreit de la Ciiabkieke bei Tinea tonsurans angewendet. B»r<52ä 380 Croton. Curcas. M. (3) Collodiuin crotonatnm. C roton ö Icollodium. Olei Crotonis 2,5 Collodii elastici 7,5. (4) Mixtura antispastica Killiet et Bakthez. w Diese Mischung wird in Stelle des Cro- tonöls behufs Reizung der Haut und Pustelerzeugung angewendet. Sie gewährt den Vortheil, dass das Aufgestrichne nicht verwischt werden kann. Olei Crotonis 0,1 Sacchari albi 10,0 Gummi Arabici Tincturae Cardamomi ana 2,0 Aquae destillatae 60,0. emulgendo. D. S. Mehrmals täglich einen Thee- löffel (bei Meningitis cerebralis od. Gehirnhautentzündung). M. Semina Curcadis (Handb. Bd. I, S. 960). Die Mutterpflanze, Curcas pur- gans, soll auf Cuba und in Neu-Granada zu Hause sein und in allen tropischen Ländern cultivirt werden. Hanausek giebt (Zeitschr. d. österr. Ap.-Ver.) folgende Charakteristik der Samen an: „Die Samen sind länglich eirund (mit sehr abgerundeten Spitzen), haben eine Länge von 18 — 20 mm, eine Breite von 8—10 mm und eine Dicke von 7—8 mm. Der Rücken ist ziemlich stark gewölbt, in der Mitte sichtlich durch eine rippenähnliche Erhöhung getheilt. Die Bauchfläche ist symmetrisch zur deutlich entwickelten Nabellinie gedrückt. An dem einen Ende des Samens befindet sich eine harte graubraune Schwiele, an deren Grunde der Nabel stark hervortritt. Die Samenschale ist hier etwas vorgezogen. Ist die Schwiele (Keimwülstchen) abgestossen, so bemerkt man an dieser Stelle eine lichte seichte Vertiefung. Die harte circa 0,5 mm dicke licht- oder dunkelbraune Samenschale ist aussen am Rücken glatt, an der Bauchflächo rissig und rauh. Die glatte Seite ist vom Schwielenende gegen das andere Ende zart längsgestreift, dagegen die Bauchseite vielfach durch die ÜB' regelmässigen Risse licht geädert. Gesprenkelte oder scheckige Stellen, wie solche bei den Micinus-Arten vorkommen, sind hier nicht vorhanden. Die innere Fläche der Samenschale ist gleichmässig licht graubraun, ähnlich jener der Ricinussamen. Die innere Samenhaut ist weiss, etwas runzelig, weich und zart und stark glänzend (nicht silberglänzend). Der Samenkern besteht aus einem gelblich" weissen ölhaltendcn Eiweisskörper, von welchem dei Keim eingeschlossen ist. Der Keim ist aus den zwei stark klaffenden, zarten, gewölbten, eirunden, fünfhervigen Samen läppen und aus dem ca. So 10 langen, 1 mm dicken, gegen den Nabel gerichteten Würzelchcn gebildet. Der Samenkern enthält Zucker, Gummi, wenig scheide und vorgezogene spitze äor freie Aepfelsäuro (?), etwas fette Säure, scharte Sm Ä^'E»b S ^™U 6 »m^ nf - festes Harz und fettes Oel (SOUBEIBAS). P*** Tier und Caventou fanden eine scharfe flüchtig 0 Säure, Jatrophasäure, welche nach Soübeiran aber nur im Tigliumsa möJ vorkommen soll. . , l Oleum Curcadis. Das Oel der Samen ist dem Provencoröl ähnlich, le'C« flüssig, wird leicht ranzig und setzt hierbei eine Fettsäure in mikroskopisch kleine" Krystallon ab. Spec. Gew. 0,947. Das Oel enthält Jatrophasäure, welche die drastische Wirkung bedingen soll. Fig. 58. Samen von Curcas purgans von der Itückenfliiche gesehen, r ripponartige Erhöhung, S Samen- Crotono-Chloralum. — Cubebae. — Cucurbita, Crotono - Chloratum. Das als Crotonchloralhydrat in den Arzneischatz eingeführte Hypnoti- TO m ist Butylchloralhydrat, wie dies auch bereits im Handbuche Bd. I, "• 961 angedeutet ist. Die Aerzte bezeichnen es immer noch mit dem ersten Namen. Waldenburg und Simon führen es in ihrem Handbuche als Butyli wiloralum hydratum, Boerner in seinem Taschenbuch als Butyl-ehlo- ra ralhydrat genügen, einen ruhigen öcl »af zu bewirken. (2) Pilulae anodynae Yeo. * Butylo-Chlorali hydrati Conservae Eosae ana 2,5. M. f. pilulae quinquaginta (50), Lycopodlo conspergendae. D. ad vitrum. S. 2—5 Pillen als Anodynum, 6—20 Pillen als Hypnoticum zu nehmen. 25 Pillen wären wohl als stärkste Gabe anzunehmen. Cubebae. soll ! ac ^ ,lm Cnbebarnm spiritnosum, das Extract der Pharmacopoea Austriaca das therapeutisch zweckentsprechendere sein und vor dem ätherischen Extract en Vorzug haben. Vergl. Ilandb. Bd. I, S. 964. Nac h E. Schmidt (Arch. d. Ph.) scheint Cubebin ein einfaches Oxydations- iwoduct des Cubebenöls zu sein (2C 16 H 24 + O 18 =9H 2 O+C 30 H 3 (A). Cucurbita. , D * e Kürbissamen (Ilandb. Bd. I, S. 967) unterwarf Kapylow einer Unter- cnung und sonderte er durch Pressen 20 Proc. fettes gelbliches Oel und durch ^ e Jiandeln des Bückstandes mit Aether noch 15 Proc. eines dunklen Oels ab. Zm l ° el enthielt Harz und lre i e Fettsäuren. Ferner fand er in den Samen ' K'ker, Stärkemehl und Eiweiss. Er konnte darin weder ein Alkaloid, nocli ein y , osid auffinden. Das fette Oel fand er bestehend aus Palmitin-, Myristin- m Oelsäureglyceriden. Nach Vigier sind die Samen der Cucurbita maxima Duch. ebenso wirk- p m wie von C. Pcpo. Vigier bestreitet, dass das wirksame Prinzip in dem ^.ensperm zu suchen sei, denn dasselbe ergab angewendet auch nicht den ge- ngsten Erfolg. Nach Dumas' Ansicht ist der wirksame Stoff in den entölten Kotyledonen zu suchen. 382 Cucurbita. — Cuprum. Schulze und Barbieri haben in den Keimlingen des Kürbissamen Leucin und Tyrosin aufgefunden. 1 Kilo frischer Keimlinge ergab 0,15 g Tyrosin. Bröking fand die Kürbissamen aus dem nördlichen Europa weniger wirksam als die aus Deutschland und Frankreich bezogenen. Gery lässt 40 g der Samen zu einer zarten Pulpa zerstossen, mit 150 g Milch gemischt als Dosis verbrauchen und den anderen Tag Ricinusöl nehmen. Andere lassen 40 g Samen und 30 g Ricinussöl zugleich zu einer Emulsion gemacht als Dosis gegen Bandwurm nehmen. Tima, ein Mittel gegen Schwindsucht, aus Tampico in Mexico, sollen die mit Zucker zu einem Syrup gemachten Früchte von Gressentia edulis De C, einer in Mexico einheimischen Gesneracee oder Crescentiee, sein (1 Flasche 3 Doli.). Das Mittel entstammt keiner Kürbisfrucht, wie man vermuthete. Cuprum. Eine besondere Eigenschaft des Kupfers ist Wasserstoffgas zu resorbiren und zurückzuhalten, selbst wenn es auf 160° C. erhitzt wird (Lietzenmayer). Re- ducirtes Kupfer darf aus demselben Grunde bei der Elementaranalyse stickstoffhaltiger Körper mittelst Wasserstoffs nicht in Anwendung kommen (Fresenius). Kupferhydrür ist eine amorphe, von Würtz entdeckte Verbindung» welche niederfällt, wenn man Unterphosphorigsäure auf Cuprissulfat einwirken lässt. Sie entwickelt beim Erhitzen mit Salzsäure oder Wasser Wasserstoff- Ueber diesen Gegenstand findet man Ausführliches Chem. Centalbl. 1880, S. 67 und 70. Würtz giebt der Verbindung die Formel Cu 2 H 2 (Cu= 63,5). Die Fällung des Kupferoxyds durch Alkalien wird (nach WislicenUS, Coray u. A.) durch die Gegenwart der aromatischen Verbindungen, welche der Orthoreihe angehören, verhindert. Salicylsäure giebt mit Cuprisulfat und Aetzal- kali eine intensiv blaugrüne Lösung. 1 Mol. Salicylsäure verhindert bei 2 Mol- Natriumhydrat die Fällung von t j i Mol. Kupfervitriol. Oxybenzoesäure. Paraoxybenzoesäure verhindern die Fällung nicht. Resorcin, Hydro' chinon verhindern nicht, Brenzcatechin, Gallussäure, PyrogalluS' säure, Chinasäure verhindern die Fällung des Kupferoxyds (Bericht d. d# chem. Ges. 1876). Magnesium fällt (nach Kupfersciiläger) Kupfer bei Gegenwart von "a- miak vollsändig nieder. Der Niederschlag mit verdünnter Säure abgewasehe wird dadurch von anhängendem Eisen befreit. Schönbein's Reagens auf Kupfer. Kupfersalz in Lösung, welche ausserdem Ferrocyanide, Sulfocyanide, Cyanide, alkalische Chloride enthält, giebt i»i Guajaktinktur eine blaue Färbung. Setzt man Chloroform hinzu, so geht 0 blaue Farbe in dieses über. Proc. Kupfer lässt diese Reaction zu- i Lösung; giebt man etwas Kaliumcyania Noch >/,,„„„ Einer nur entfernte Spuren Kupfer haltigon Lösung g. . hinzu und lässt den Tropfen Guajaktinktur auf die Flüssigkeit sanft auffliessen, wo sich dann eine blaue Zone am Niveau bildet. Bestimmung des Kupfers. Dieselbe geschieht nach E. A. Grete mittels» Kalium-Xanthogenats. Da sich der Titer der Lösung dieses Salzes nicht consei- viren lässt, so sind die Controlbestimmungen unerlässlich. Im Uebrigen vc gleiche man die Bestimmung des Schwefelkohlenstoffs, Ergänzungsband S. 19 9 ' Vorhalten des Kupfers und Kupferlegirungen gegen verschiedene Sa z und Flüssigkeiten. Diesen Gegenstand hat A. Wagner (Prof. in München) nac allen Seiten bearbeitet und eine erschöpfende Menge Experimente angeste Cuprum. Legirungen. 383 (pharm. Centralhalle 1876 S. 107, 118). Mit Wasser und Kohlensäure haltiger Luft im Contact gehen nur Spuren Kupfer in Lösung über, Messing und Neusilber "werden etwas mehr, doch nur schwach angegriffen, nicht aber Britanniametall. Mit Natriumchlorid enthaltendem Wasser, Kohlensäure und Luft im Contact werden stark angegriffen: Kupfer, Messing, Neusilber. (Britanniametall wird hierbei bei Zutritt Kohlensäure-freier Luft stärker angegriffen, als bei Zutritt Kohlensäurehaltiger Luft.) Von Kupfer, Messing und Neusilber gehen bedeutende Mengen ln Lösung über. Im Contact mit salmiakhaltigem Wasser und Kohlensäure-haltiger Luft Verden stark angegriffen: Kupfer, Messing und Neusilber, wenig Britanniametall. ^ei lange Zeit dauerndem Contact enthält die Flüssigkeit Ammon und es bilden •"eh ammoniakalische Chloride des Kupfers. Aehnlich stark angegriffen werden ~ le genannten Metalle, besonders Messing im Magnesiumchlorid enthaltendem Wasser. Enthält das Wasser Kaliumsulfat, so erleidet Britanniametall keine ^■wichtsabnahme, wohl aber Kupfer, Messing, Neusilber. Mit Salpeter-haltigem Wasser und Kohlensäure - haltiger Luft im Contact werden Kupfer, Neusilber und Messing nicht stärker angegriffen als in destill. Wasser, und Britanniametall wird üur wenig angegriffen. Enthält das Wasser Natriumcarbonat, so scheinen upfer, Messing und Neusilber nicht angegriffen zu werden, wohl aber Britan- ni ametall. Mit Aetznatron haltendem Wasser und an Kohlensäure freier Luft im °ntact wird Kupfer nicht, Messing und Neusilber unbedeutend, Britanniametall ar k augegriffen. Enthält das Wasser Aetzkalk, so erleiden Kupfer, Britannia- etall und Neusilber keine, Messing nur eine unbedeutende Gewichtsabnahme. le speciellon Angaben wolle man an angeführter Stelle nachsehen. . Kupferlegirnngcn. Alfenide ist eine dem Argentan ähnliche Legirung. ^ nr ysorin, eine Legirung aus 100 Kupfer und 51 Zink, ist dem 18—20- arätigen Golde ähnlich. CooPEE'scho goldähnliche Legirung besteht aus Kupfer, 7 Platin und 1 Zink. Sie soll goldähnlich sein und von kalter Salpetersäure nicht angegriffen werden (?). Kupfer mit 5—10 Proc. Aluminium na vi lic *' crt e ' ne an Glanz und Farbe dem Golde ähnliche Masse. Lametta, in 0 SKALWEIT eine Legirung aus 98,93 Kupfer und 1,07 Silber. Sie wird soll ZU Fa ^ en gearbeitet, aus welchen man Gewebe darstellt. Diese Fäden en auch zum Schmuck unserer Weihnachtsbäume Verwendung finden. Lemab- wands unoxy dir bare Legirung besteht aus 750 Kupfer, 140 Nickel, 20 üwarzem Kobaltoxyd, 18 Zinn und 72 Zink. Marlie's unoxydirbare Le- |^ r "ng besteht aus 25 Messing, 35 Nickel, 10 Eisen, 20 Zinn, 10 Zink. Die g 0 ra ™ gefertigten Gegenstände werden glühend gemacht in eine Mischung aus schwefelsaure, 10 Salpetersäure, 5 Salzsäure und 25 Wasser getaucht. Lu- ecin, Pariser Legirung (von Le Mat, Picabd & Bloch) besteht aus 160 upter,^2 Nickel, 4 Zinn, 2 Kobalt, 1 Eisen, 1 Zink (Deutsche Ind.-Zeitung). u^f 1 ^ silber ähnliche Legirung (Franz. Pat.) besteht aus Kupfer, Mangan Und in Verhältniss en von 70 : 30 : 20(—35) oder 45 (—50): 5 : 35 (—40) »a 10 Nickel oder 109:51:40 oder 111:26:63. Sterrometall ist eine 3fi gl L Un g> welche sich durch eminente Festigkeit auszeichnet. Es besteht aus steh pfer > 43 zink > 2 Eisen und 1 Zinn. Zapfenlagor-Legirungen be- en aus Kupfer, Zinn, Antimon in Verhältnissen von 4:6:8 oder 40 : 8 :1. 60 rr ctzu " ssi Sk e >t fUr Kupfer. Es werden 10 CO. rauchende Salzsäure mit fehl Wasser verdünnt und dann mit einer Lösung von 2 g Kaliumchlorat V niorsaurem Kali) in 20 CC. Wasser versetzt. Behufs Abschwächung der Wirung verdünnt man die Flüssigkeit mit 9 Zinn und 0,76 Phosphor. Verkupferung, galvanische, von Holz, Glas, Porzellan, Steingut. Vergl. Che- '»ikerzeitung 1879, S. 259. Substanzen zum Leitendmachen der Oberfläche "•cht leitender Gegenstände können von Dr. E. Ehermateb (Nürnberg) bezogen Verden. f Cuprum semichloratum, Ciipruni chloratum ullnim, Knpferchloriir, Cupro- Chlorid (Cu 2 Cl = 98,9 oder Cu 2 Cl 2 = 197,8). Wird Kupfer im Chlorwasserstoffgase °- r «itzt, so entsteht Cuprochlorid in Form eines weissen oder farblosen Salzes, (lie ses igt dagegen braun, wenn es durch Erhitzen von Cuprichlorid, gelb, wenn es d urch Erhitzen von Kupfer mit Merourichlnrid dargestellt wird. Man giebt zu ' ,ini ' r Kupfervitriollösung so viel Kochsalz, als sich darin in der Wärme auflösen tann > wirft eine entsprechende Menge Kupferblechstreifen dazu, erhält das Ganze ( '; a ; 10 Minuten lang inv heftigsten Sieden und giesst die Flüssigkeit sodann in eine Reichliche Menge kaltes Wasser und lässl absetzen. Das in Wasser unlösliche ^iprochlorid scheidet sich hierbei in Gestalt eines zarten weissen Pulvers ab. Wenn man Ouprichloridlösung mit Kupfer digerirt, so erhält man das Cupro- cnlorid i u schönen Krystallen. Dass möglichst schnell unter Drucken zwischen Fliesspapier getrocknete Salz lst al »bald in kleinen, gut verkorkten Flaschen sowohl vor dem Einflüsse der Luft W i e d eg Sonnenlichtes aufzubewahren. Im directen Sonnenlichte färbt es Sl °ü metallisch kupferroth, an der Luft grün, besonders wenn das Salz nicht geigend trocken ist. In Wasser ist es unbedeutend löslich, leicht aber in Salzsäure- "altigem Wasser und in Lösungen anderer Chloride. Es schmilzt bei 410° 0. ° lln e Zersetzung. Die salzsaure Lösung wirkt kräftig desoxydirend und absorbirt begierig Kohlenoxyd gas, damit perlmutterglänzende Krystallplättchen bildend, j^ch die ammoniakalische Lösung, welche an der Luft alsbald blau wird, resor- Jlr t Kohlenoxydgas (auch viele andere Gase). Dieses Cuprochlorid dient nur zu illl alytischen Zwecken. Cuprum chloridatum, Cuprum bichloratnm (Handb. Bd. I, S. 974) ist zu Verandwässern schlecht eiternder Wunden und von Clemens als Desmfectionsmittel Iw» herrschenden contagiösen Krankheiten) empfohlen worden. Zu letzterem Zwecke Wlrd in eine Spirituslampe eine weingeistige 1 proc Cuprichloridlösung gegeben u "d mittelst Dochtes verbrannt. Es sollen die Dampfe dieser Flamme die Respi- r ationsorgane nicht im mindestens angreifen. Wenn letzterer Umstand richtig ist, So kann dem Dampfe der Flamme auch nicht die mindeste Desinfectionsfähigkeit Pharm, Cuxis. Suppl. 25 Ha« 386 Cuprum. Kupfer in Nahrungsmitteln. eigen sein. Es hat ein Dampf nur dann Desinfectionskraft, wenn er die Lungen irritirt, und diese Kraft ist um so stärker, je heftiger die Lungen irritirt werden. Diese Ansicht wurde der ÖLEMENs'schen Empfehlung entgegengehalten. Liquor cnpricns kalicus Loewb, Julius Lowe's kalisehe Kupferlösmig. 15,621g hydratisches Kupferoxyd (entsprechend 40g krystallisirtem Kupfervitriol), 30g Glyeerin, 80 CC. Aetznatronlauge von l,34spec. Gew. (oder eine Lösung von 27 g geschmolzenem Aetznatron in 55 CC. Wasser) und 160 CC destilll. Wasser werden im Wasserbade digerirt, bis Auflösung erfolgt ist und dann die Lösung bis auf 1155 CC. mit Wasser verdünnt. 10 CC. dieser Lösung entsprechen 0,05 g wasserfreiem Traubenzucker. Man hat vorgeschlagen behufs Conservirung der kaiischen Kupferlösung Salicylsfture anzuwenden. Ein solcher Zusatz ist zu meiden, da er den quantitativen Reactionszweck stört. Der bereits im Handbuche angegebene Zusatz von Glyeerin wirkt dauernd conservirend. Kupfer und Kupferverbindungen in Nahrungs- und Genussmitteln. Dass Kupfer- und Kupfersalze keine directen Gifte sind, sie überhaupt den Giften nicht angehören, glaubt M. v. Galipe durch eine lange Reihe physiologischer Versuche nachgewiesen zu haben. Die in Wasser löslichen Verbindungen wirken zwar brechenerregend, jedoch nur vorübergehend, und nie letal. Ein 8k schwerer Hund erhielt z.B. 124 Tage hindurch 72g, täglich circa 0,5g Kupferacetat. Erbrochen und Durchfall trat neben grosser Fresslust ein. Die 260 g schwere Leber des getödteten Thiers lieferte 0,31g Kupfer. Ein anderer Hund erhielt in 122 Tagen 43g, ein dritter in 151 Tagon 65g, ein vierter in 150 Tagen 98 g Kupfervitriol. Der letztere Hund hatte geworfen und in »er Leber der jungen Thiere fand sich ebenfalls Kupfer. In der grossen GrünsP' aT1 ' fabrik zu Montpellier sind niemals Erkrankungsfälle beobachtet, welche annehme" Hessen, dass sie durch Kupfersalze veranlasst seien. So schön diese Erfahrungen erscheinen, so sind sie jedoch mit Reserve auf' zunehmen, denn Hunde vertragen überhaupt, wie auch Burg und Ducom (Journ- de Ph. et de Ch. T. 25 P. 546) durch Versuche bestätigen, die Kupfers»'* 6 leichter als Menschen. Das schwarze Kupferoxyd ist ein sicheres Mittel den Bandwurm zu tödte und wurde es vielmals, in einem Falle selbst in starken Tagesgaben zu *> ~ eine Woche hindurch gegeben, ohne dass bei Vermeidung saurer Speisen aUSSC stark vermehrtem Appetit eine lästige Neben- oder Nachwirkung sich einstellte. H A< '.'' Hess das schwarze Kupferoxyd in Tagesgaben zu 0,5 g zwei Wochen ß ' nte !. e 'uj; ander nehmen, jeden Tag, den Zustand des Bandwurmträgers controlirend. ^ lC nur verschwanden die durch den Bandwurm veranlassten Krankheitssympt° schon am dritten Tage, der Appetit war ein auffallend verstärkter und das finden des Kranken ein solches, wie bei einem vollgesunden Manne. Nach der i> konnten auch nicht die geringsten Nachwirkungen beobachtet werden, obg» el in den letzten Tagen des Gebrauches des Kupforoxyds saure Speisen S en ^ 8 L waren. Der Urin enthielt kein Kupfer, wohl aber die Faeces, selbst 5 l a » nach Ablauf der Kur. il9 Wenn auch nach solchen Erfahrungen die Kupferverbindungen nicht Gifte aufzufassen sind, so müssen sie doch den starkwirkenden Arzneistoffen l gezählt und Verunreinigungen der Nahrungs- und Genussmittel, so wie auch Arzneistoffe mit Kupferverbindungen als angehörig und der Gesundheit nich fraglich erachtet werden. Hier kommt es wesentlich auf das Maas« der Ver ^ rf j reinigung an, denn ein Genussmittel, welches nur Spuren Kupfer enthalt; Cuprum. Kupfer in Nahrungsmitteln. 38? deshalb noch nicht ungenicssbar und verwerflich. Früher, als die eisernen Kochgeschirre noch nicht üblich waren, wurden die Speisen gewöhnlich in kupfernen Gefässen gekocht und die Folge war in allen Fällen eine täglich vorkommende Verunreinigung der Speisen mit Kupfer. Fin Nachtheil für die Gesundheit hat Kl< h daraus nie ergeben und nur in einzelnen Fällen, in welchen saure Speisen tagelang in kupfernen Gefässen reservirt waren, ereigneten sich Vergiftungen, '"'"ge sogar mit letalem Ausgange. Chronische Vergiftungen (Aeruginismus) haben ''"' Aerzte mit aller Bestimmtheit erkannt und dieselben als Hydrämie aufgefasst. "leichsucht, Abmagerung, Schwäche, Zahnfleisch mit purpurrothem Saume z. B. w &ren Folge des andauernden Genusses kupferhaltiger Speisen. Bei Arbeitern, Reiche andauernd mit Kupfer und Kupferpräparaten zu schaffen hatten, stellte 5| ch eine grünlich« Färbung der Haut und seihst der Ilaare ein. Dass Kupfer such durch Harn und Faeces abgeschieden werden, erkannten mehrere Aerzte an j »ich natürlich vor Ueberlreibungen, vor einem Zuweilgehen zu hüten hat. w erden in Nahrungs- und Genussmitteln nur entfernte Spuren Kupfer angelnd s - ' 8 ° liegt '' :uin w "' 1 ' "''' ll was dieselben vom Genüsse ausschliessen verbind Verwerflich mach en könnte, weil eben Spuren oder kleine Mengen Kupfer- selbst -f en hi " '""' wil ' 111 ' 1 ' ""> Speisen genossen ohne allen Nachtheil bleiben, Maaga f vor ttbergehend von Krankheitssymptomen begleitet werden. Das • Q «es Zulässigen ist schwer zu bestimmen, doch könnte es zu 0,03 Proc. Kupfer Seht l" " n< ^ ZU ^> <)0 '~ > ' >l '" 1 '- Kupfer in flüssigen Gennssmitteln normirt werden, das C <1 ' 1 ' ^ u P^ er 8 ena lt über dieses Maass hinaus, ist er ein grösserer, so wäre ^nnssmittel auch verwerflich. *ud i (inin, ' il ' 1 "' 11 <1( ' r (ieuussmiffel mit Kupferfarben müsste in allen Fällen epliou . n nt "' n strafbar sein, wenn selbst damit jener zulässige Kunfer- " alt nicht übersehritten würde. ' Kmiic " A1!I,KS ""'ersuchte mehrereGemttseconserven und fand derselbe in 1000g 0,208-n 9- : ?' 163 ' °' 26 ' °' 25; °' 1; °' 097 ' °' 087g (l,,ll ' T Ku Pfermetall 0,13; über d - ---'- °- 8 ' °' 078 ' 0>076g). Einige dieser Zahlen ergeben Mengen, welche Wahrfl!*. 8 - 2 , 1 ^ 88 ' 86 Maa8S llilm " s g ehen " , " 1 (li( ' Färbung mittelst Kupferfarben • Hcneinhch machen. Dass Kupfervitriol als Farbmaterial der Gemüseconserven tralh TftT^ X V"'' er86üen wil ' ■'""* einer Auslassung Meidingeb's (pharm. Cen- • -lo77, S. 165). Sich d- r"'" ;I ' S '" < ' l ' MMSSIIlill( ' 111 zulässig aufgestellte Kupfermenge Schliesst ]1;i(h ( '" Ergebnissen an, wenn Genussmittel in kupfernen Gefässen zubereitet, Eichel { '\- ,"' l ' l ' il ""-" aDer alsbald daraus entfernt werden. Die Zulassung einer vor w u P fermen ge hat also eine gewisse Berechtigung. Eine solche läge nicht zeil',.l,'"",'''''' (i<,|l1 ' ; W''h kupferner Gefässe bei Bereitung der Genussmittel Doli- verboten wäre. 25* zeilich I 388 Cuprum. — Cuprum aceticum. — Cuprum oxydatum. Metallisches Kupfer in Form eines groben Pulvers bleibt ohne Nachtheil auf den Organismus, ebenso Kupfer in grösseren Partikeln. Nach dem Verschlucken von Kupfermünzen hat man nie einen Nachtheil für das Wohlbefinden beobachtet. Grünfärbung der Gemüseconserven, Chlorophylllack. Diese Con- serven werden gewöhnlich nach der ÄPPERT'schen Methode hergestellt, indem man die Substanz 5 Minuten in kochendes und dann sofort in kaltes Wasser überführt (Bleichverfahren). Dann wird die Substanz in geschlossenen Weiss- blechgefässen der Einwirkung einer Wärme von 110° ausgesetzt. Dadurch wird das Chlorophyll fast total zerstört und um die grüne Farbe zu erhalten, setzt man dem kalten Wasser, in welches das gekochte Gemüse übergefiihrt wird, Kupfervitriol hinzu. Hier Chlorophylllösung anzuwenden, soll schon von mehreren Seiten versucht sein. Güillemare schlägt die Anwendung eines Chlorophylllackes vor. Spinat, Grünkohl werden mit verdünnter Aetznatronlauge extrahirt und der Auszug mit Alaun versetzt. Es scheidet Alaunerde mit Chlorophyll tingirt aus. Man sammelt den Niederschlag und wäscht ihn mit wenigem Wasser. Wird dieser Lack im Wasser vertheilt mit dem Gemüse in Contact gebracht, so schlagen sich seine Partikel auf das Pflanzengewebe nieder, es grün färbend. Bei der Untersuchung der Gemüseconserven wird man zuweilen Alaunerde antreffen. Es dürfte dann diese von jenem Chlorophylllack herrühren. Ob auch Compositionen, wie solche im Handb. Bd. II, S. 691 angegeben sind, in Aß' wendung kommen, ist nicht bekannt. Die Essentia viridis ist jedenfalls ein un- schuldiges Farbmaterial, ebenso die grüne mit Natriumcarbonat hergestellte Farbe aus Kaffeebohnen. WiNTER'sche Gichtketten sind aus 60, zu gleichen Theilen aus Kupfer-, Zink- un'* Messingdraht bestehenden Schaken im Wechsel zusammengesetzt. Es giebt zwei Arte 11 dieser Ketten; bei der einen hängen an dem herzförmig gebogenen Draht, welcher die beiden Enden der Kette verbindet, zwei sogenannte Elephantenläuse, bei <* e .* anderen Art hängt an dieser Stelle eine leere Kapsel in Form und Grösse einer kW*" nen Damenuhr, die eine Seite besteht aus Kupferblech, die andere aus Zinkbleciji Dass hier weder Electricität noch Magnetismus zur Wirkung kommen, ist ersichtli cD (pharm. Ztg.). Cuprum aceticum. (1) Collyrium viride. Grün-Augen wasser. Grünes Kräuter wasser. IV: Cupri acetici 1,0. Solve in Aquae Rosae 150,0. Tum adde Acidi salicylici 0,5 Tincturae Opii 1,0. D. S. Augenwasser (bei chronischer Entzündung der Bindehaut, purulentor Augenentzündung, thränendem Auge). (2) Tinctnra Cupri acetici Schacht. (LocoTincturaeCupri acetici Rademacheri-) ijr Cupri acetici triti Acidi acetici diluti ana 10,0 Aquae dostillatae 150,0 Spiritus Vini 100,0. Sit Digerendo fiat solutio, quae filtretur. o liquor lirapidus, pallide caeruleus. ^ e e[ tenae partes liquoris partem unan* dimidiam Cupri oxydati contineant. Cuprum oxydatum. Im Anhange des Handbuches (Bd. II, S. 1338) ist die Vorschrift 'zu de» Kupferoxydpillen gegen Bandwurm bereits in verbesserter Form angegeben. Di Cuprum oxydatum. — Cuprum sulfuricum. 389 Vf M Mittel wurde seit dem Erscheinen des Handbuches mehrere Male und in der uosis modificirt mit dem besten Erfolge angewendet, und auch Kindern gegeben, as wäre erwünscht, wenn die Aerzte diesem Bandwurmmittel mehr Beachtung zuwendeten. Während bei dem Gebrauch der andern Bandwurmmittel einerseits as Ziel nicht immer erreicht wird und der Bandwurmwirth wahren Qualen und orturen j n p olge (lcr Kur imtorwor f en igt> wird mit dem in Rede steüenden 1 ''"ei der Bandwurm nicht nur sicher beseitigt, der Patient wird auch nicht im mdesten gequält und sein Digestionsapparat in seinen Functionen eher gestärkt ais gestört, denn es trittt stets verstärkte Esslust ein. (!) Pilulae Cupri oxydati (Hager). Haoek's Bandwurmpillen. '*" Cupri oxydati nigri 6,0 Catcariae oarbonicae 2,0 1!,| li albae lacvigatae 12,0 ,. Glycerinae 10,0. ■''• Pilulae centum et viginti (120). Y' "• In der ersten Woche täglich vier- nl £ Pillen, die folgende Woche täglich v,e «nal 3 Pillen zu nehmen. ?w i h dem Verbrauch der Pillen ist es ^eckmäaajg einen Esslöffel Ricinusöl ■! »'Ohmen. Saure Speisen und Getränke Pili zu . me iden. Nach Verbrauch dieser Verw mt dor Bandwurm jeder Art im ' "Osten Zustande abgegangen.) (2) Placentae taenifugae (Haqek). Hager's Bandwurmküchelchen. * ( 'upri oxydati nigri 5,0 ^alcariae carbonicae «lagnesiae carbonicae ana 1,0 «agaeanthae 10,0 Wycerinae 5,0 Sacchari albi 40,0 M Aquae 3,0 vel q. s. D Q l ' oclllsci quinquaginta (50). (fürWi j Täglic ' 1 dreimal je ein Stück nicht er von 8 -12 Jahren, welchePillen Kinrt«. r8ohlucken wollon oder können. , ! '' unter 7 Jahren nehmen täglich vieriin «L ei „ ne , halbe Pastille. Saure Speisen branM, vj nke 8in(l 7 < u meiden. Nach Ver- wnrm, dleser Küchelchen ist der Band- ui im verwesten Zustande abgegangen). Vet. (3) Boli taenifngi cauum majoruin. Bandwurmbissen für grosse Hunde. Cupri oxydati nigri Boli Armenae ana 15,0 Carnis coetae minutim concisae 40,0 Sacchari albi Glycerinae ana 10,0 Farinae secalinae 20,0 vel q. s. . f. pasta mollis, ex qua boli quadiaginta (40) formentur. Farina secalina consper- gantur. D. S. Täglich grossem Hunden zweimal je 1 Stück, sehr grossen Hunden täglich dreimal je 1 Stück zugeben (bei vermehrtem Futter). Vet. (4) Boli taenifugi canum niinoruin. Bandwurmbissen für kleine Hunde. Vf Cupri oxydati nigri Boli Armenae ana 10,0 Carnis taurinae coetae concisae 20,0 Sacchari albi Glycerinae ana 10,0 Farinae secalinae q. s. M. f. pasta mollis, ex qua boli quadra- ginta (40) formentur. Farina, Becalina conspergantur. D. S. Täglich sehr kleinen Hunden ein Stück, etwas grösseren Hunden zweimal je zwei Stück zugeben (bei vermehrtem Futter. Kleinen Hunden im Ganzen 30, grösseren 40 Bissen). Cuprum sulfuricum. SynhT P ^ rSUlfat rühmen Mar ™ und Oberlin als Ersatz des Quecksilbers bei einisr V n S ' e erzieIcn bei Ta #e s gaben von 0,004 — 0,008—0,012 und in lieh £ , a " en unter Anwendung von Bädern (mit 20,0 des Kupforsalzes) angeben die herrlichsten Heilerfolge. Keim Ku Pf erv itriollösung, in welcher Saatgetreidesamen zur Abtödtung der wen C • V ° n , T ^ et ^ a Garies Tulasne eingeweicht werden, erfüllt den Zweck, n sie i/ 2 — lprocentig ist und kann die Einweichung 12 Stunden dauern. Hol VOr Fäul niss zu schützen, wird mit Cuprisulfat getränkt, doch das z > welches nicht Gerbstoff enthält, muss vor der Tränkung mit Kupfer- 300 Cuprum sulfuiicum. vitriollösung in einer mit 10 Proc. Weingeist versetzten Eichenrindenabkochung eingeweicht und dann getrocknet werden. Mineralische Vegetation. Eine solche soll sich entwickeln, wenn man Kupfer- oder Eisenvitriolkrystalle in eine etwas verdünnte Wasserglaslösung (Kaliumsilicat- lösung) legt. Haarfärbemittel, dessen Gebrauch keinen Nachthcil für die Gesundheit fürchten lässt, besteht aus 2 Lösungen. Die eine (I) besteht aus 2,5 Kupfervitriol, 2,5 Kupferacetat, 0,5 Pyrogallussäure, 95,0 Wasser und 5,0 Salmiakgeist, die andere (II) aus 10,0 gelbem Blutlaugensalz und 100,0 Wasser. Nachdem das Haar mit der ersten Flüssigkeit durchbürstet und ohne Wärmeanwendung trocken geworden ist, durchbürstet man es mit der zweiten Flüssigkeit. (2) Vomitorium cupi'icuiu antidoticuni Janpousch. Brechmittel in Vergiftungsfällen. j^ Cupri sulfurici 2,5. Solvo in Aquae destillatae 35,0« 1). S. Viertelstündlich einen Esslöffel, bis Erbrechen erfolgt. Schlosser empfiehlt eine Lösung rot 1,0 Cuprisulfat in 40,0 Wasser, innerhalb 5 Minuten auf zweimal zu nehmen. (1) Bacilla Cupri sulfur/ici Weber. Weber's Kupfervitriolstifte. r? Cupri sulfurici exsiccati q. v. In tubos o Charta confectos Impressum iterum iterumque modo pulverisationis aqua conspergatur, ut bacilla solida praebeat. Alan giesst auch heiss concentvirto Lösungen des Kupfersulfats in Glasröhren, lässt liier krystallisiren, giesst dann das Flüssige ab, um es wieder durch eine heiss concentrirte Kupfersulfatlösung zu ersetzen. Endlich zerbricht man die Glasröhre, lim den Vitriolstift zu erlangen. Mittel gegen Getreidebrand von II. v. Giuboess (Emmerich) bestand aus 2:3,1 Kupfervitriol, 76,9 Alaun und Eisenvitriol (0,5kg 0,40 Mark). Ein gleiches Mittel von Arkenbout (Gouda) enthielt 9 Proc. Kupfervitriol, '■''■' Proc. Arsenik, und 56 Proc. Eisenvitriol (0,5kg 0,40 Mark). (Prof. Adolf MaYERi Analyt) Zahnhalsbänder von Otto Glatte (Berlin). Diese angeblich galvanischen Zahnhalsbänder bestehen aus einem 25cm langen und 3cm breiten, rothen Sammet- streifen, der Länge mich zusammengenäht und an jedem Endo mit einem Bindeband versehen. Im Innern der so gebildeten Scheide befinden sich drei über einander liegende mit Leim überzogene Papierstreifen, von denen der eine mit grobgepulvertpni Kupfervitriol, der andere mit Zinkvitriol, der dritte mit Braunstein bestreut i 3t ' (KollOSSER. Analyt.) Cliprum sulfuricum ainiiioniatiini hat sich bei Neuralgien des Trigominus ausserordentlich hilfreich erwiesen. Chinin, Morphin, Kaliumbromid, Chloral, Gelse- nium etc. liessei) keinen Heilerfolg erreichen und nur der tägliche Gebrauch v " n 0,1—0,15 des Kupfersalzes genügten, dass schon am zweiten Tage Schlaf eintrat und wenige Tage später die Krankheit gehoben war (Fükkol). Dieses Salz wird in der Form grösserer Krystallo in der Pyrotechnik häufig angewendet. f Liquor Cupri sulfurici ammoniatus, ammoiiiakalische CuprisulfatliisiMe' ammoiiiakalischc Kiipfenitriollösung (Reagens). Eine Lösung von 1 Th. krys*- Cuprisulfat in 3 Th. warmem destill. Wasser wird mit soviel lOproc. Äetzammonflüssigkeit versetzt, bis der anfänglich entstandene Niederschlag vollständig in Lösung übergegangen ist. Es werde die Flüssigkeit in einer Flasche mit Glasstopfen aufbewahrt. Sie dient als Reagens auf Schwefelkohlenstoff, ml welchem es eine violettbraune bis dunkelrothbraune Färbung reap.; solchen Niederschlag giebt. In einer weingeistigen Senfcillösung erfolgt damit nur ein ultramarinblauer Niederschlag. Curara. 391 Curara. Folgende Gewächse sollen in der Rinde, dem Splint und der Wurzel Material zur Darstellung des Curare liefern: Strychnos Oabalonga, welche Nux vomica Chiaspajensis liefert. Strychnos cogens Bentham in Guiatta, Strychnos Castelnauana s. Castelnaeana s. Castelnaea Weddell (nach den Forschungen Castelnau's) an den Ufern des Amazonenstromes einheimisch. Strychnos Gujanensis Maktius (Rouhamon Gujanensis Aublier) in wasilien und Guiana einheimisch. Strychnos toxifera Schomburgk in don Gegenden am Amazonenstrome häufig. Strychnos triplinercia, häufig um Rio de Janeiro, ist baumartig, nicht Wetternd und hat ovale unbehaarte, dreinervige Blätter, zu Trugdolden vereinigte Bjttthen, lanzettförmige Kelchblätter, eine röhrige Corolle. Nur die Rinde liefert ein Curare-ähnliches Extract. Strychnos Gubleri Plancuon in der Gegend von Rio Negro (Südamerika). Strychnos Creoauxii Plancuon, ein 40—45 m hohes Gewächs im Französischen Ober-Guiana. Strychnos rubiginosa und Strychnos Yapurensis Planchon, am Yapura (Südamerika) einheimisch. Strychnos Melinoniana Baillon, mit nicht klimmendem Stamme. Sophora tomonfosa Linn. (Anticholerica Rumph), filziger Schnurstrauch, l ,: >s bidji and Sophora speciosa, auf Ceylon, Java, den Molukken einheimische ai. ,. oreen (Papilionaceen) liefern vielleicht auch Material zu einem dem Curare •uinliPhen Mittel. Von H. C. Wood wurde aus den Samen, welche die Ein- ™ °f? nen a ^ 8 Berauschungsmittcl gebrauchen, eine alkaloidische Substanz ab- e sc,neden, welche in der Wirkung mit Curare viel Aehnlichkeit zeigte. Thcüictrum macrocarpum. In der Wurzel desselben fanden Hanuiot und ? A p 8ENS einen krystallinisclu n Körper, Thalictrin, welcher toxische Eigen- tten wie Curare besitzt (Bull. Par 32, 610). Coccuhis toxiferus Weddell kommt mit Strychnos Castelnauana am oberen mazonengtrome vor und wird bei der Cnrarebereitung gebraucht. Dass auch Paullinia CururulAHN. zur Curarebereitung Verwendung finde, demt eine irrthiimliche Angabe zu sein. Ausführliche Berichte über Curare linden sich in der pharm. Ztg. 1880, CTr - 66, 71 und im Repert. de Pharm, par Lebaigne 1880, Heft 2. Das Dunkel, welches auf dem Curare in Beziehung der Darstellung und des orkommens desselben lagert, ist durch den Deutschen Botaniker Dr. Richard „uiomisurck ( Dire ctor der botanischen Gürten zu Adelaide, der Hauptstadt Süd- u straliens) einigermaassen gelichtet, insofern dieser Forscher dem Vorgänge bei er Darstellung durch einen Eingeborenen beizuwohnen Gelegenheit fand. Die arstelllung selbst gilt als eine heilige Handlung. Zur Verwendung kamen unter anderen Rinden von vier verschiedenen Strychnos-Arten (z. B. Strychnos toxi- Jera ■Schomburgk b. Str. Schomburgkii Klotzsch, Str. cogens Bentham etc.), ' "' Wurzel einer Cissus-ktt, Holzstückchen einer Xanthoxylee. Diese Substanzen "™ en zerstossen und ausgekocht, aber auch der Einwirkung des Sonnenlichts änrend der Auskochung Raum gegeben. Das Produkt war ein sehr giftiges, denn 392 Curara. Strychnos triplinervia. der Indianer ritzte mit der Spitze einer Nadel, welche mit dem Gifte befeuchtet war, mehrere Thiere und der Tod trat bei der Eidechse nach 10, bei der Ratte nach 4, bei einem Huhne nach 3 Minuten ein. In demselben Producte konnte Prof. Heintz keine Spur Strychnin auffinden. Diese Wahrnehmung lässt schliessen, dass die Strychnosalkaloide irgend eine Abänderung erfahren haben, mag diese nun in der Wirkung des Sonnenlichtes oder durch irgend einen Umstand im Vollaufe der Kochung herbeigeführt sein, oder die Strychnostheile, welche Verweil düng fanden, enthielten kein Strychnin. Jobert erforschte, dass durch Extraction von Theilen der Strychnos Ca- stelnauana und Cocculus toxiferus Curare hergestellt wird, dass mitunter auch Theile anderer Pflanzen z. B. der Pauilinia, Taja etc. dazu verwendet werden, dass aber die Bestandtheile der Strychnos - Arten auch immer die Hauptbestandteile des Curare bilden. Couty und de Lacerda haben Forschungen angestellt, um die Mutterpflanze des Curare zu erkennen, und sie fanden, dass Strychnos tripKnercia in der Wurzel und der Rinde die Stoffe darbietet, welche dem Curare eigen sind, doch fanden Andere, dass das Extract daraus eine weit schwächere Wirkung hat oder bedeutend weniger giftig ist als das Curare der Indianer. Couty und Lacerda fanden ferner, dass das durch Digestion und in der Hitze des Dampfbades hergestellte Extract aus jener Strychnos- Art viel reicher an Curare sei, als das durch Kochung dargestellte, dass Curare aus den Orginal-Kabassen und Thon- töpfchen entnommen beim Kochen über freiem Feuer seine Wirksamkeit einbüsst. Die Wurzeln liefern die grössere Extractausbeute, die Extraete der Rinden sind aber die wirksameren. Die Extraete zeigten die Curarewirkung, aber immer eine schwächere als das Curare aus den Kalabassen und Thontöpfchen der Indianer. Jobert berichtet (Journ. de Pli. et de Oh. Tome I, p. 33), dass Strychnos Castehiauana, eine Phytolaeee (Pctiveria), eine Aroidee (Adenohma) und eine Aristolochiacee Stoffe zu dem Curare der Tecunas-Indianer liefern, dass aber auch von Strychnos rubiginosa und triplinervia Theile zur Curare - Bereitung verwendet werden. Jobebt fand, dass die Süd-Amerikanischen Strychnos - Arten eine gleiche physiologische Wirkung äussern, indem sie nicht wie die Asiatischen Strychnos- Arten tetanisirend wirken, sie vielmehr die Muskeln der Reflexbewegung beeinflussen, auf das System der Bewegungsnerven wirken, das Empfindungsvermögen, die Sinnesorgane und den Circulationsapparat schonen. Das Herz der Frösche schlug noch 24 Stunden nach Einführung des Giftes. Jobert mahnt, das C a " rare des Handels durch ein zuverlässiges Präparat zu ersetzen. Die Peru-Indianer sollen sogar gebrannten Zucker ihrem Pfeilgifte zusetzen, welches wenig v0 " Strychnos - Arten, dagegen viel von einer Monispermacee (ChondrospermurnJ enthält. Ckevaux bereitete Curare (3 kg) aus der Stammrinde von Strychnos Castehiauana, welches er dem College de France vorlegte und welchem er eine zehnmal grössere Wirkung als dem Curare der Indianer nachrühmte (Journ. de Pn- et de Ch. Tome I). Curare enthält nach Th. Sachs circa 75 Proc. in kaltem Wasser Lösliches. Absoluter Weingeist löst nur geringe Spuren. Das Curarin ist darin als Sulfat vertreten. f Extractum corticis Stryclini triplinerviae. Die kleingeschnittene und zerstampf' 6 Rinde incl. Splint der Strychnos triplinervia wird mit der doppelten Menge Wasser übergössen 6 Tage niaoerirt, dann nach Zusatz einer gleichen Menge Wasser einen Tag digcrirt und ausgcpresst. Der Pressrückstand wird nochmals WL Curara. Curarinum ^^^^^^^^^^^^^^^ einen Tag hindurch mit Wasser digerirt und ausgepresst. Die Colaturen werden an Wasserbade zur Extractdicke eingeengt. Die Gabe, die innerliche wie die hypodermatisehe, ist eine doppelt so grosse wie sie vom Curare im Handbuche angegeben ist. Hei der Bereitung ist die Macerationsdauer von 6 Tagen eine erfahrungsgemäß« nothwendige. Das Extract soll bei geringer Macerationsdauer weniger wirksam sein. ff Cnrarinam (NC,„H 3r) =:265). Von Th. Sachs wurde (Ann. d. Chem. 1878) Uirarin näher untersucht und er erzielte mit dem Acetat desselben folgende Keactionen: Natriumplatinich lorid erzeugt einen voluminösen,schwach gelblichweissen Niederschlag (NC :i( .,II ;! -IICl + PtCl 2 ) der sich rasch zersetzt. — Kaliummercuri- Joüid: schwach strohgelber Niederschlag. — Kaliumcadmiumjodid: weisslicher lederschlag. (Dieses Reagens steht aber dem Kaliumquecksilberjodid so sehr an ~ m Pfindlichkeit nach, dass sich dieser Niederschlag nicht zur Darstellung des urar ins empfiehl.) — Kaliumplatinocyanid (Kaliumplatincyanür) flockiger, Selblichgrauer Niederschlag, welcher sich beim Erhitzen grossentheils löst. — aliumplatinochlorid (Kaliumplatinchlorür) ähnlicher Niederschlag, löst sich . J1 'tir;ills beim Erhitzen fast ganz. Beim Erkalten bildet sich eine schwache r ubung ; die überstehende Flüssigkeit ist schön lasurblau gefärbt. Die Trübung ^'»windet auf Zusatz von Salzsäure, indem sich eine violette Lösung bildet. — 0Idchlorid: röthlichgrauer Niederschlag. Der Niederschlag hält sich, wie scheint, unter der Flüssigkeit unzersetzt, beim Abfiltriren und Auswaschen teilweise Zersetzung ein, indem sich metallisches Gold abscheidet. Diese 8t ft . un S ' st zur Analyse ebenso ungeeignet wie die Platinverbindung. Gerb- j,. i: nur schwache Trübung. — Pikrinsäure: reichlicher voluminöser gell» r \v 1 f 1 '' il g. —■ Kalium liieren riehlorid: weisser voluminöser Niederschlag, "er nach längerem Auswaschen trübe durch das Filter geht. — Natrium- r [ üs l>hat, Natriumarseniat , Kaliumjodat (jodsaures Kali), Kalium- U | ' an id, Kaliumferrocyanid, Kaliumferrieyanid ergeben sammt- mit T ^"". )1|lne Niederschläge von weisslicher Farbe, mit Ausnahme des letzteren, ^aliuraferricyanid erzeugten, welcher gelb gefärbt ist. bare s a ! Z8aure8 und schwefelsaures Curarin sind unbeständige, nicht krystallisir- Alka] ? a,1S l ^ el ^^y 80 des Pikrinsäuren Curarins abgele uiv;J.,, U8 , ls ' ^^36^35, woraus sich das Mischungsgewicht zu Salze. ^^^^^^^^^^ leitete Formel dieses grösser .1 """»«"»»» "«"»»" "««* —» —-».•■■ O »o-------- zu 2G5 berechnet, also den —' ■ (,s n ( '" U11 vordem ausgeführten Quecksilberbestimmung gefun- Fa säure nicht. *'arb ^*' (! ^ n 8 aDe v "" Psbter, dass Curarin mit Schwefelsäure eine blaue säu*o i ebe ( H andb. Bd. I, 8. 988), ist unrichtig, da sich Curarin mit Schwefel- . färbt. Das Curarin findet sich im Curare an Schwefelsäure gebunden, wie RouhiN und Boussingault angeben, an Essigsäure. wirk, Wendun 9 des Curare und Curarins. Dass Curarin 20mal stärker «"ari W ' c . Curare ' lia t sich nicht bestätigt, auch hat das schwefelsaure Cu- von d a * 8tarkere Wirksamkeit gezeigt. Jedenfalls wird man gut thun, zu 1, M Anwendu ng des Curarins abzusehen und nur dem Curare das Vorrecht Milb> 86n Und / ' war mit der Vorsicht > die subcutane [njeetionsdosis mit 5—6 Muskel ZU beginnen " iul vorsichtig zu steigern, bis man die Dosis erlangt, welche erst n ? < ~ laffun 8 bedingt (Husemann). Schwere Wirkungserscheinungen sollen 0 l„." a •■' ~ aben vu n einigen Decigr. auftreten; es sollen selbst täglich viermal je ' b injicirt vertragen werden, wie Voisin und Lionviij.e angeben. Diese 394 Curare. Dita'in. Cyclamin. wendeten es bis zu 0,38 endermatisch und bis zu 0,4 im Rectum an. Diesen Angaben entsprechend sind die im Handbuche angegebenen Maximalgaben abzuändern. Die Aerzte haben festgestellt, dass Curare, in das Blut direct übergeführt, fähig ist, in die motorischen Nerven einen Widerstand einzuschieben, welcher die Bewegungen sämmtlich lähmt, während die Bensibelen Nerven in ihrer Thätig- keit verharren, dass aber eine zu grosse Dosis subcutan injicirt durch Lähmung der Herzmuskulatur den Tod schnell herbeiführt. Curare hat sich in einem Falle von Hydrophobie heilsam erwiesen. Pharm. Centralh. Nr. 25, 1879 findet sich dazu folgende Notiz: Bei ausgebrochener Uundswuth versuchte man früher die äusserliche und innerliche Anwendung von Quecksilber, besonders die innerliche Anwendung der Belladonna, später auch die des Morphins, Kaliumbromids, Anästhesirung mittelst Chloroforms, Aderlass, warme Bäder etc. In neuester Zeit hat man erkannt, dass Belladonna, Morphin» Chloroform, Aderlass hier völlig werthlos sind, dass sich aber Curare als Heilmittel bewährt, wie dies Dr. Offenbekg zu Münster (Westphalen) durch einen eclatanten Fall nachweist (Geheilte Uundswuth beim Menschen, von Dr. OffeN- BEEG). Einer Frau, bei welcher die Symptome der Uundswuth zum vollen Ausbruch gekommen waren, injicirte er hypodermatisch zur Unterdrückung der Krämpfe innerhalb 5 Stunden in Summa 0,2g Curare und der Erfolg war Heilung. In der medicinischen Section der Naturforscherversammlung in Cassel theilto Dr. Kunze seine Erfahrungen bezüglich der Heilung der Epilepsie durch Curare mit. Derselbe hat 6 Falk; unter .SO dauernd damit geheilt. In kleinen Dosen zu 0,001 erscheint ihm dieses Mittel wirkungslos und er hat dasselbe z u 0,038 pro Injection angewandt: Curare 0,3, Aq. dest. 5,0, Acid. hydrochl. Gtt- 1—2. M. S. zu acht Einspritzungen. Dr. KNECHT berichtet von 51 Fällen der Anwendung von Curare geg eI1 Tetanus, von welchen 26 Genesung ergaben, 25 mit dem Tode endeten. Liquor Curarae ad injeetioncä subeuta- neas Kunze. Liquor injeetorius epilepticorum Kunze. ly Curarae 0,6. Solve calore non adhibito in Aquae bis dostillatae 10,0 Acidi hydrochlorici guttis 3 et filtra. D. S. Zu sechzehn subcutanen Injec- tionen ausreichend (8 Injectiouen genügen meist zur Heilung). Ditain, jener extractivo Stoff der Ditarindc, welchen man für ein ausgab, fand Harnack wie Curare wirkend. Alkaloid (lyclamina, Cyclamin (C 2n lI. u O 10 ), das Glyeosid des Cyclamen tiuropaeu 0 Link, bildet nach Saladin kleine weisse Krystalle, nach Martius und De LU eine weisse amorphe Masse, ohne Geruch, aber von äusserst scharfem Geschinac • Es ist in Weingeist und Wasser leicht, in Aether, Chloroform und Schwcfelk" '- lenstoff nicht löslich. Die wässrige Lösung schäumt nach De Luoa wie Seife» wasser und bis auf 60—70° C. erhitzt scheidet es im geronnenen Zustande au- Cyclamin wird von conc. Schwefelsäure anfangs mit gelber, allmählich in ^ i0 \ übergehender Farbe, gelöst. Beim Kochen mit verdünnter Mineralsäure spa Curara. Animjilisches Curare. es sich in Glykose und Cyclamiretin, eine in Wasser und Aether nicht lös- lithe, in Weingeist lösliche harzähnliche Substanz. Dieselbe Zersetzung bewirkt Emulsin bei 30 bis 35« C. Darstellung. Die im Herbst gesammelten frischen Knollen werden zu einem e ' Verstössen, mit wenigem Wasser extrahirt, der Auszug bei einer Wärme, Welche 60° 0. nicht überschreitet, abgedunstot, der syrupdicke Rückstand mit absolutem Weingeist erschöpft, die weingeistige Lösung mit thiorischcr Kuhle "wandelt und dann der Verdunstung an einem lauwarmen Orte überlassen. Anwendung. Cyclamin hält De Luca für ein Substitut des Curare und empfiehlt es als Mittel gegen Starrkrampf. Nach Versuchen Pelikan's bei Röschen intern und subcutan angewendet gehört Cyclamin zu den irritirenden '»teil. Scheofp Hess bis zu 0,2 Gm. nehmen und die darauf folgenden toxi- /vi? 1 Erscheinungen verschwanden nach Verlauf einer Stunde. Hiernach ist die •ragkeit des Cyclamins circa '/ioo so gross als die des Curare. Strophanius hispidiis DC. oder Strophanlus Kombi Oliver., Schling- ylanzen a us der Familie der Apocyneaceen und der Abtheilung Euapocyneen, J: m Tribus der Echitecn angehörend, welche Abtheilung bekanntlich sehr giftige 0e 'misch, soll Kombe, Ineh, Onage, ein Pfeilgift, liefern, welches in Afrika Zum T 1 " ii. * * ' ' lodtcn grosser Jagdtliiere viel gebraucht wird. Baiu.on und auch Oliver 7T ten Strophanfus-Artcn für die Pflanzen, aus welchen es bereitet wird. FßASEB Rannte als das giftige Prinzip darin einen Stoff, den er Strophantin nennt, *8 weingeistige Extract der Samen ist nach Tu. Fbasbb ein Herzgift, welches seh Warm,,lütni Sen Thieren Rigidität der Muskeln, so wie Lähmung der motori- el tf Un<1 seus ' nulcn Nerven, des Halssympathicus, der Bauchganglien und der 8 Mten Muskelfasern des Magens, Darmes, Uterus und der Blase bedingt. rar Beschaffenheit und die Merkmale, welche dieses l'feilgift von dem Cu- unterseheiden, finden nirgends Erwähnung. St * ^^"kanische Pfeilgift mit Namen Wabayo scheint ebenfalls einer rophantus-Axt zu entstammen, obgleich eine Carissa-Art als die giftliefernde "•inzo, angegeben wird. ^ "äs in Ost-Asien gebrauchliche Pfeilgift Cay-Chuy, in Form eines trocknen eu / S wird in Bambusrohr aufbewahrt, Es soll der eingetrocknete Milchsaft zw .S aris (Baillon) sein. Der Milchsaft der A. toxicaria Leschenault ist ar giftig, dient, a ber als drastisches Abführmitttel und dürfte daher wohl nicht J° n <* l'feilgift liefern. a ^"inialischcs Curare. Von Lourduaiilt (Marseille) wird von einem Im südlichen ei ™ erika gebrauchten PMlgifte berichtet, welches einem froschähnlichen Reptile, em Batrachier, entnommen ist. Unter Einwirkung der Hitze glühender Kohlen di iW p tzt . aus dcr lllHlt des Tliieres ein gelblicher scharfer Saft, in welchen man •I. Pfei }8pitzien eintaucht, In den Magen eingeführt ist diese Substanz nicht & "ig, direct in das Blut übergeführt ist die tödtliche Wirkung eine sofort er- n .|® nde unter Eintritt der Paralyse, welcher Asphyxie folgt. Ein Gegengift ist . C W gekannt. Jenes als N eaarä bezeichnete Thier hat Triana auf seinen Krisen Ken , VViUll< ' m von Tamana angetroffen. Es ist eine Art Phyllobates, mit Uf 'n Rilckennii che und schwarzen Beinen, nach ANDBÄ eine Abart von der 0,1 la leb «nden Phyllobates bicolor, die jedoch auf den Bäumen lebt, was der "mmbische Frosch 'nicht Unit. Ä.HDBE 'nennt ihn Phyllobates bicolor rar. °mcaria, während der Columbisohe Zoologe I'osada Abango ihn als PhyUo- 396 Curare. — Oyanus. — Dammara. — Dextrina. bates Chocoenses, Chocofiosch, bezeichnet. In seiner Wirkung soll das daraus bereitete Pfeilgift höchst intensiv sein und einen Jaguar in 4 — 8 Min. tödten. Es scheint sich um dasselbe in der Mitte zwischen Kröten und Fröschen stehende Amphibium zu handeln, welches Ddmeeil zu einer Mittheilung an die franz. Akademie veranlasste und das dort als Phyllobates melanorrhinus bezeichnet wird, obschon die Farbenangaben etwas differiren (ph. Ztg. 1880, Nr. 71). Cyanus. Der Aufguss der Kornblumenblüthen ist braunroth und wird durch Salzsäure roth, durch Kali grün, durch Alaun dunkelviolett. Der Aufguss soll sich gegen Nachtblindheit (Nyctalopie) wirksam erwiesen haben und zwar in folgender Zusammensetzung: Rp. Infusi florum Cyani (e 10,0) 100,0; Cupri sulfurici 0,3; Tincturae Opii 1,0. M. D.S. Täglich dreimal die Augenlider und Augenwinkel zu benetzen. Daimnara. Hikschsohn berichtet in seiner Arbeit über das Verhalten der Harze, Gummiharze etc. gegen Lösungsmittel und Reagentien vom Dammar, von welchem er 23 Proben untersuchte, dass es sich in Weingeist, Aether-Weingeist und Aether unvollständig löse, ohne dass der Rückstand Aufquellung erkennen lässt. — Blei - acetat, Ferrichlorid fällen die weingeistige Lösung nicht oder nur unbedeutend und ist der Niederschlag beim Erwärmen löslich. Ammoniak trübt die weing. Lösung. — Chloroform löst das Dammarharz vollständig. — Natrium' carbonatlösung giebt farblose Auszüge, welche durch Essigsäure nicht oder nur unbedeutend getrübt werden. — Chlorkalk färbt nicht. — Petroläthef löst 77 — 88 Proc, ebenso Weingeist. — Das in Petroläther nicht löslich" färbt sich mit Schwefelsäure und Feöhde's Reagens gelb bis gelbroth und m 1 * Chloraireagens schwach grün. Lack für Papiersignaturen, welcher ohne Gummirung des Papiers aufgestriche' 1 werden kann, besteht nach einer aiitorlosen Angabe aus einer decanthirten, durc > 14tägige Digestion (bei 40° C.) bewirkten Lösung aus circa 50g Dammar i'| 200g Aceton, welche mit 120g Collodium gemischt ist. Der Lack soll n>' einem sehr weichen Pinsel in verticalen Strichen aufgetragen werden, und sin 2—3 Ueberstriche damit zu machen. Alabasterimitation, Marinorimitatioii. Solche erlangt man nach Boschan, * enI1 man den aus Gyps, Holz, Papiermache" etc. bestehenden Gegenstand mit farbloseni Dammarlack überzieht und mit Glasmehl bestäubt (wodurch Alabaster nachgeahw wird). Versieht man diesen Ueberzug mit einem zweiten Dammarlacküberzug ^ und bestreut mit feingepulvertem Marienglase, so hat man eine Carara-M ar ' morimitation. Dextrina. Die Vorschrift der Ph. Germanica hat man getadelt und den Vorschlag %f macht, die Stärke mit 5 Proc. Gerstenmalz zu digeriren. Dieser Vorschlag >^ ebenso wenig brauchbar, denn auf diesem Wege kann eine gleichzeitige Gly koS Dextrina. — Digitalis. bildung nicht verhindert werden. Der Zweck des Dextrins ist, damit trockne wer trocken bleibende narkotische Extracte herzustellen. Dieser Zweck kann nur rnit einem glykosefreien Dextrin erreicht werden und letzteres erlangt man, wenn die Forderung der Pli. Germ., dass das Dextrin mit Jod keine Stärkemehl- leaction geben darf, wegfällt und dafür nur eine klare Lösung in Wasser vorgeschrieben wird. Die Vorschrift erhält alsdann folgende Abänderung: Sobald die Mischung aus Stärkemehl, Wasser und Oxalsäure in der Wasserbadwärme dünnflüssig geworden ist, versetzt man sie mit der genügenden Menge Calciumcarbonat und sst «kalten und absetzen, um dann zu filtriren. Dann enthält das Dextrin zwar noch viel lösliche Stärke, doch tritt diese nirgends bei der Verwendung des Dextrins störend in den Weg. Die Möglichst, dass die Verf. der Ph. Germ, das Gegentheil dieser Behauptung aufstellen 'önnten, sei keineswegs bezweifelt (Hager). I'i'iinzösischcr Papierkitt, eine Kleistermasse behufs Aneinanderklebens von P ler > "öl/, uud Papier, künstlicher Blumentheile etc., besteht aus gleichen Vol. ^y updicker Lösungen von Acaciengummi und Dextrin mit 5 Proc. conc. Alu mi niumacetatlösung und 1 Proc. Aluminiumsulfat. Digitalis. Das heisse Infusum der Digitalisblätter wird mitunter mehrere Stunden bis n Tag nach seiner Bereitung schleimig dick oder trübe und gelatinös. w Umstand hat verschiedene Erklärungen gefunden. Als Ursache werden mmelansatz in Folge zu langsamen Trocknens der Digitalisblätter und unge- g na luft,ig 0 Trockenräume angegeben. Andere suchen die Ursache in dem lnen > Kalkerde und Ammon enthaltenden Wasser, welches zum Aufguss Ver- Co Ua K findet und mit dem Inosit und dem Pectin in den Digitalisblättern in aus d k° mmt;- Nach Bernbeck (Germersheim) ist die Beimischung von Blättern tink'• 6m er8 * en Vegetationsjahre der Digitalis, welche vorwiegend reich an Pec- ist P ern , s ind, die Ursache des (ielaünöswerdens des heissen Aufgusses. Es hör e8ent ^ cn > dass die Digitalisblätter der Vegetation des zweiten Jahres ange- reicT' al8 ° - ZUr Zeit der Blntno > gesammelt werden. Dann sind sie nicht nur er an Digitalinstoffen, sie enthalten auch nur unbedeutende Mengen Pectin. das F iSt e ' n " bler Umstand, dass nur wenige Apotheker in der Lage sind, die '^ sammeln der Digitalisblätter zu überwachen, und sollten diejenigen, welche die S< Ri- ° g6 fÜr den Handel besorgen, mit aller Strenge darauf halten, dass nur 8 CI , cr der ' n voller Blüthe stehenden Pflanze eingesammelt werden. Da s 1 ,' U .° 1 ' 1 ' 8 Erfahrungen auch der cultivirten Pflanze gleiche Wirksamkeit zu- unt ?' S ° Wäre vieIleicllt die Cultur der Digitalis auf den Gebirgsabhängen zu ernehmen. Dann wäre auch die Einsammlung der Blätter von der blühenden anze vo » und ganz gesichert. Handbuch (Bd. I, S. 1001) ist gesagt: „Vor dem Blühen der Digitalis gesammelte Blätter sind mehr gestielt und ohne Rudimente des Zellge- ter , vom Stengel.« Vorher findet sieh angegeben „Den Stengelblät- r n hängen am Grunde noch Rudimente des Zellgewebes vom öte »gel an." Trotz dieser Angaben vermochte man bei Besprechung jenes Gelatinöswer- ens a er Infusa keine Unterscheidungsmerkmale für die Blätter der 1- und -Jahngen Pflanze anzugeben. Beim Einkauf hat man also auf diese Merkmale ■»«sonders zu achten. 398 Digitalis, Bestandtheile. Bestandteile (zur Vervollständigung des im Handbuch Bd. I, S. 1002 Angegebenen). Solche sind Digitalin, Digitalose, Digitalsäure, Antärrhinsänre, Digi- tale'insäure, Gerbsäure, Stärkemehl, Zucker, Pectin, Eiweiss, ein rother Farbstoff, Chlorophyll, flüchtiges Oel (Homolee und Quevenne). Digitalsäure, welche weisse nadeiförmige Prismen darstellt, und Antirrhinsäure, eine farblose flüchtige, unangenehm sauer schmeckende Flüssigkeit, wurden von Mokin nachgewiesen. Digitale'insäure, eine fettartige Flüssigkeit, fand Kosman auf. Das in den Digitalisblättern Inosit vertreten ist, wurde in neuerer Zeit von Maumk nachgewiesen. Nativelee fand in den Digitalishlättern zwei giftige bittere Glykoside, das in Wasser wenig lösliche krystallisirende Di gi tal in (Digitalinum activum) und das in Wasser leicht lösliche amorphe üigitalein, ferner das nicht giftige krystallisirende, in Wasser wenig lösliche und nicht bittere Digitin (Digitalinum pas- ■S h l-p5S D ( 4 OMCjfrjk Di g. Fig. r>'i GtobM l'nlvor dei Folia Digitalis, a St&rkemehlzollen, b Stück Zellgewclx', h mehrzellig 9 feiuwa Big« l!m c TertÜrnerYen, I Stielasellen mit zweizeilig kugligem Köpfchen. IgO IM Im Im Vngt. sivum). Die Blätter der Vegetation des ersten Jahres sind reich an Digital 6 ' 1 " in den Blättern des zweiten Jahres waltet dagegen Digitalin vor. Letzteres so besonders in der Blattspreite vertreten sein, welche bis zu <>, 12 Proc. davon l ' 11 ' hält, während die Blattstiele nur 0,002 Proc. Digitalin ausgaben. Bchmhsdeberg erhielt etwa zwei Jahre nach Nativki.u'.'s Untersuchung* bedeutend abweichende Resultate. Fr fand l) Digitonin (Cj^HjjOtT), eine amorphen saponinähnlichen, durch Kochen seiner weingeistigen Lösung kryet* nisch werdenden Stoff, welcher sieh durch Einwirkung der Säuren in der ^''''"'j in Ziwkei und zwei amorphe Körper, Digitoneln und Digitoresin spalte^ liisst, durch Gährung aber in das krystallisirbare Paradi gitogenin übergeht- •< 2) Digitalin (C^HgOj), welches amorph ist und unter Fin Wirkung von Säuren in < e Digitalis. Digitalinum. 399 Wärme in Glykose und Digitalresin zerfallt. — 3) Digital ein, in Wasser und Weingeist löslich. — 4) Digitoxin, eine krystallisirbare, nicht glykosidische Substanz , welches durch Einwirkung verdünnter Säuren das amorphe Toxiresin ausgibt. Dieses Digitoxin ist der hauptsächlichste und wirksamste Bestandteil der Digitalisblätter und auch Bestandteile des Digitalins Nativelle's. Auch das Toxiresin ist ein gleich giftiger Stoff. Der Digitalis-Aufguss giebt erkaltet und fdtrirt mit folgenden Reagentien "'Übungen: Pikrinsäure (schwache), mehrfaches Vol. Weingeist, Ammoniumoxalat, Oxalsäure, Kupfervitriol, Sohvteizeb's Reagens, Silberlösung. Gerbsäure erzeugt eine starke Fällung, welche auf Zusatz von verdünnter Schwefelsäure nicht versehwindet oder geringer wird. Jodlösung färbt etwas dunkler, ohne die Reaction au f Stärkemehl wahrnehmen zu lassen. Mikroskopische Untersuchung. Das grobe Digitalispulver, auch die klein geschnittenen Blätter sind mit dem Mikroskop leicht zu erkennen. Man weicht r ln Verdünntem Glycerin ein, versieht auch das eine Object mit Jodlösung behufs Rnction der Stärkemehlkörner. Es ergeben sich bei 100—150facher Vergrösse- lun g die einfachen mehrzelligen, kegelförmigen, dickwandigen, feinwarzigen Haare or oberen Blattseite UDd auch Rudimente der sehr schmalen oder dünnen und ? enr langen dünnwandigen (nicht feiuwarzigen) Haare des Filzes der unteren lattseite. Ferner sind die stieligen Zollen mit kugligem zweizeiligem Köpfchen, Wehes mit einer gelben harzigen Masse gefüllt ist, charakteristisch. Dan Blatt- gwebe zeichnet sich aus durch das netzförmige Gewebe innerhalb der von den er ven umschlossenen Maschen. Vergl. Fig. 59 auf der vorhergehenden Seite. Das feine Pulver ermangelt gewöhnlich der Haare oder es sind darin nur TOchstücke und die Spitzen jener Haare vertreten. Die Köpfchen der Stielen finden sich vereinzelt darin vor. Das feine Pulver bietet wenig Anhalts- Kte, um mit Sicherheit seine Zugehörigkeit zu erkennen. Adonis vernalis Linn., A. Apennina Jacquin (Böhmische Nies- und Christauf o P as Kraut dieser Rannnculacee ist von Bubnow im Infusum zu 5 — 10 Inf Wasser physiologisch untersucht und in der Wirkung mit Digitalis- " s nm übereinstimmend befunden (Petersburger med. Wochenschrift 1879). v ielnic'i • ?'^ a ". nllm ' richtiger Digitalina, des Handels ist kein bestimmter Körper, ail8 R]atJ. ein varial)les Gemisch der in der Digitalis vertretenen Glykoside. Ist es i'eichr \ t V ° n der blnl,Gml(m Pflanze entnommen dargestellt, so enthält es am werden Di K'. ioxin «nd weniger Digitalin und Digitalein. Die Reactionen Ersehe' Wegen dieser unbeständigen Zusammensetzung nicht immer in gleicher welche ^ vcrh ! ufen - Zunächst sind zwei Sorten Digitalin zu unterscheiden, e wahrscheinlich von Ähnlicher, aber verschieden starker Wirkung sind, t'ulv ' "'S'talinum crystallisattim (s. activum), bildet ein weisses kryatalüniaches aber ' • wei88e nadeiförmige Krystalle, welche neutral und geruchlos sind, Ges j, 6 " len im Munde sicn allmählich entwickelnden, sehr bitteren anhaltenden jedo h f* haben - Es ist in Wass ei' kaum löslich, ebenso in Aether und Benzol, ™ leicht löslich in Weingeist und besonders sehr leicht löslich in Chloroform. Pari \ COnC * Schwefelsäure löst es sich mit grüner Farbe, oder auch mit brauner und 6 f Un<1 g, ' e ' 3t be ' m Verdünnen mit Wasser eine grüne Lösung. Bromdampf Zust ^ ( * riin dcr LüSUn ß in cono > Schwefelsäure in Johannwbeerroth um, auf Reib J 0n Wa8ser tritt die grüne Farbe wieder hervor. Salzsäure löst mit grün- Lös r • rbe ' welclle allmählich in Smaragdgrün übergeht. Wasser fällt aus dieser Un g eine Harzsubstanz und es entwickelt sich ein süsslicher Geruch 400 Digitalis. Digitalinum. II. Digitalinnm amoiphiim (s. incrystallisabile) (Digitalinum tiertnanicum purum) besteht hauptsächlich aus Digital ein und bildet ein gelbliches, nach Digitalis riechendes, in den Mund gebracht sofort stark bitter schmeckendes Pulver. Her Staub reizt heftig die Schleimhäute der Nase und der Augen. Es ist in Wasser leicht löslich, so auch in verdünntem Weingeist, nicht aber in Aether, unbedeutend in Chloroform (das krystall. Digitatin ist in Chloroform leicht löslich). Conc. Schwefelsäure färbt sich damit schmutzig grün und auf Zusatz von wenig Salpetersäure allmählich smaragdgrün. Conc. Schwefelsäure, welche mit etwas Kaliumbromid versetzt ist, löst es mit purpurroter Farbe, welche auf Zusatz von etwas Salzsäure in Grün übergeht. Digitalinum Germanicum, wie es von H. Finzelberg in Andernach in den Handel gebracht wird, entspricht im Ganzen diesem amorphen Digitalin, und nur ein sehr geringer Gehalt an krystallinischem Digitalin, wie unter dem Mikroskop zu erkennen ist, unterscheidet es. Mit conc. Schwefelsäure färbt es sich mehr braun als grün und in derselben Säure, welche mit etwas Kaliumbromid versetzt ist, löst es sich braunlichroth. Weil es krystallinisches Digitalin enthält, löst es sich auch nicht klar in Wasser und nur zum Theil in Chloroform. Letztere Lösung filtrirt und mit einem gleichen Vol. conc. etwas Kalinm- bromidhaltender Schwefelsäure geschüttelt ergiebt in der Kühe zwei Schichte», von denen die obere chloroformige orangegelb, die untere purpurroth erscheint. Die chloroformige filtrirte Lösung abgedunstet ergiebt einen amorphen, nur von einzelnen Krystallen durchsetzen Rückstand. Die physiologische Wirkung stimm'' mit der des reinen amorphen Digitalins Uberein. Anwendung und Dosis des Digitalins. Was über die Dosis im Handbuch (Bd. I, S. 1006) angegeben ist, bezieht sich auf das früher als Deutsches Digital) 0 in dem Handel vorkommende. Das heutige Präparat ist reiner und daher sein 6 Dosis eine kleinere. Der verordende Arzt hat gewöhnlich das mit crystallisatum bezeichnete im Sinne. Gemeinlich hält man 1,0 Digitalisblatt und 0,001 Digital 1 " in der Wirkung gleich. Da man als Maximaldosis der Platter 0,3 annimmt, so wären 0,0003 Digitalin als Maximaldosis, und solche auf den Tag zu 0,001, e,lt ' sprechend 1,0 Folia Digitalis, anzunehmen. Dass sich diese Berechnung in ( ^''' Praxis als keine zutreffende erweist, ergab sich aus speziellen Versuchen. Die Gabe des krystallisirten Digitalins wäre wohl in folgender Grösse, auj- zustellen: 0,0005—0,001 — 0,0015 drei- bis fünfmal täglich. Stärkste Eh»« 1 " gäbe 0,002, stärkste Tagesgabe 0,008. In Frankreich unterscheidet man ein NATiVELLE'sehes und HoMOLLE'scbe Digitalin, von welchen letzteres in 3—4mal grösserer Menge genommen werde kann. Das Digitalin der Oesterreichischen Pharmakopoe entspricht dem krysta lisirten Digitalin. Waldenburg und Simon geben als Einzelgaben 0,001 — 0,003 zwei- dreimal täglich an und halten für das NATivELEE'sche Digitalin 0,0002.' 0,0005 als Einzelgabe, 0,001 als Tagesgabe dem Verhältniss entsprechend. Der Arzt, welcher Digitalin anwenden will, sollte zuvor beim ApotheK Erkundigungen einziehen, welche Sorte Digitalin zur Disposition steht, oder o stimmen, welches Digitalin er anzuwenden wünscht. Ist der Charakter des pig 1 talins nicht sicher erkannt, so beginne man mit der kleinsten Gabe und steige' sie je nach der Wirkung. ^ Man hat das Digitalin auch in Salbenform angewendet und auf 0,1 Digitalin, mit einigen Tropfen Weingeist gelöst, 10,0 Fett verordnet. Die Reaetionen auf Digitalin führt 0. Papf. in folgender Weise a (Arch. d. Ph. 1876): Er lässt das Dig'talin, die hellgelbe nicht krystalhnif' bis bis Form, welche in den Apotheken und Chemikalienhandlungen gebräuchlich che ist, Digitalis ßiit der zehnfachen Menge Stärke verreiben und verwendet diese Mischung zu den Reactionen: Mit einigen Tropfen conc. Schwefelsäure gemischt, so dass die Masse Breiconsistenz behält, wird der Stärkekörper schwarzbraun; fügt man dann einige Tropfen Salpetersäure hinzu und agitirt mit einem Glasstäbchen, so erscheint beim Schlämmen mit Wasser der Stärkekörper tiefgriin. Bei Anwendung von Rohrzucker erscheinen dieselben Reactionen, nur geht durch das Einzuigen y on Wasser der grüne Körper leicht in Lösung und verschwindet so dem Au ge. Beide Reactionen sind zur Erkennung sehr geeignet. Digitalinum "ystallisatum mit der zehnfachen Menge Stärke gemengt zeigt nachstehende Reactionen: Einige Tropfen Schwefelsäure rufen eine dunkelbraune Färbung hervor. ur eh Salpetersäure und nachheriges Schlämmen mit Wasser bleibt ein matt- S r üner Stärkekörper zurück. Dieselbe Menge Digitalinum crystallisatum mit °hrzucker zerrieben, zeigt folgende Farbenreactionen: Dünn vertheilte Schichten ^mischt m ' t Schwefelsäure werden zuerst gelb, darauf orange; durch Agitiren endlich tief braun. Durch Hinzufügen von Wasser ist leider nicht immer eine ■u 11 ? ^ eac tion zu beobachten, da der Körper in Wasser löslich ist und ver- ' windet. Sowohl die Stärke- wie die Rohrzucker-Reaction sind charakteristisch. 'gitalinum cryst. mit der gleichen Menge Stärke gemischt und mit Schwefelsäure e - raun gefärbt, ergiebt auch durch Zusatz von Salzsäure und später von Wasser , n f g r üne Masse. Das gelbe, nicht krystallinische Digitalin zeigt bei erTü Anwe ndung der Stärke, Schwefelsäure, dann Salzsäure (nicht etwa p HCl und dann H 2 S0 4 , was eine stürmische Chlorwasserstoffentwickelung zur eolv" 6 . te ) d ' e nämlichen Reactionen wie Digitalinum purum, nur tritt beim farh -611 ^' g ' taun nacn dem Hinzufügen des Wassers der grüne Körper intensiver g auf. Vergl. auch die Handb. Bd. I, S. 1005 angegebenen Reactionen. g „^ er giftung durch Digitalis wird von Dr. Vonhorn (ph. Centralh. 1877, Um ■ 1 aus f u h rnc h angegeben. Ein junger gesunder Mann hatte durch 5 Wochen, ^elch V ° n der MiIitärdienst P fliellt zu befreien, 13,7 g Digitalisblätter in Pillen, V , e er v °n einem Quacksalber erhalten hatte, verbraucht und musste dieses Bchlu'w mit dem Tode bttssen - Er hatte also täglich nur 0,4g Digitalis verfaul Und st,lleint mer die tödtliche Wirkung von der langen Dauer des Ge- ca es abhängig gewesen zu sein. flüssi Bes!c htigung der Leiche ergab negative Resultate. Das Blut erschien des m' nirgcnds geronnen, seine Farbe dunkelkirschroth. Auf der Schleimhaut De a gens, des Zwölffingerdarmes und des Dünndarmes fanden sich rothe, scharf stand 112 * 6 8tellen > welcne durch erweiterte und mit Blut angefüllte Gefässe entHerz 6l t Waren " Blutlosigkeit des Gehirns und der Schleimhöhlen (sinus). Das fhw m ' t Fett überzogen, übrigens normal; die rechte Herzkammer mit "tigern Blute angefüllt, die linke leer. M an . 10 chemische Untersuchung wurde Sonnenschein (Berlin) übertragen. H cu gte aucü von den in einem Strumpfe der Leiche gefundenen 13 Pillen u Stück bei. g n *? le Organe waren der Magen, ein Theil der Speiseröhre und des Zwölf- V«S.i mes > und e in -Stück der Leber. Die Untersuchung geschah nach dem Erfahren von Stas, und der Rückstand von der Verdunstung des Aetlier-AuS- Zllp.0 ~ "" ""1") U11U UC1 JIIUIVSUUIU V0I1 UÜI VeiUUllotuug «""------------ ------- 'War i di<3 Reactionen des Digitalins; seine Lösung in conc. Schwefelsäure D du nkelbraun, und wurde durch Bromwasser röthlich violett, von rV deS Ma g en3 lmi Zwölffingerdarmes war grünlich. Feste Theilchen tot p Ser Farbe P riifte raan untcr dem Mikroskope. Das mit Chloroform berei- ' e H ^xtract roch nach Digitalis (?), gab die angeführte Reaction, löste sich in »Bei-, Pharm. Praxis. Suppl. 2G 402 Digitalis. • Salzsäure mit schöner grüner Farbe, und wurde aus wässriger Lösung durch Gerbsäure gefällt. Den Rest des Extracts hob man zu physiolologischen Versuchen auf. Das Herzblut lieferte kein bemerkenswcrthes Resultat. Bei der mikroskopischen Besichtigung der Pillen bemerkte man ein durch Chlorophyll grün gefärbtes Zellgewebe, durchsetzt mit einem Netze von meist glänzenden und röthlichen Streifen, in dessen Maschen ein noch feineres Netzwerk steckte (das Digitalispulver ist jedenfalls kein höchst feines gewesen). Ferner fanden sich zahlreiche ganze oder gebrochene Haare, welche aus gegliederten Theilen zusammengesetzt waren und in eine Zelle ausliefen; an ihrer Oberfläche erkannte man kleine, von einem vorspringenden Rande umgebene Oeffnungen, wodurch die Haare ein punktirtes Ansehen erhielten. Gepulverte Digitalisblätter zeigten unter dem Mikroskope dieselben Merkmale. Die grünen Partikelchen deä Mageninhalts stimmten gleichfalls damit überein. Die chemische Analyse der Pillen gab die Reactionen des Digitalins. Zuletzt wurden die bisherigen Resultate noch durch physiologische Versuche nfi* dem Extracte des Mageninhalts, des Zwölffingerdarmes und der Pillen controlirt. Zu diesem Zwecke wurden 4 gesunde Frösche auf einer Tafel befestigt und ihr Herz blossgelegt. Dem ersten Frosche A injicirte man in die lymphatischen Höhlungen 0,75 g einer '/ 2 Proc. enthaltenden Lösung von Digitalin in Glycerin; dem zweiten B einen Theil des Extracts des Inhalts des Magens und Zwölffingerdarmes; dem dritten C den achten Theil des Chloroform-Extractes von 5 Pillen; und de© vierten I) das in Glycerin gelöste weingeistige Extract von 2 Pillen. Man beobachtete nun Folgendes. — A. Bald Unregelmässigkeit in den Contractionen des Herzens; 5 Minuten nach der Injection wurden die Contractionen schwach und unregelmässig; nach einer Stunde waren die Herzschläge auf 17 per Minute ver' mindert. — B. Nach einigen Minuten Unregelmässigkeit in der Bewegung de 9 Herzens; nach einer Stunde waren die Herzschläge auf 18 per Minute vermin- dert, und schliesslich hatte sich das Herz ganz zusammengezogen. — C. Na°*j einer halben Stunde waren die Herzschläge auf 17 per Minute vermindert, nnd nach 2 Stunden hörten sie ganz auf. — D. Nach 13 Minuten hatten sich ox e Herzschläge auf 16 per Minute vermindert. Prüfung auf ein anderes Gift lieferte ein vollständig negatives Resultat, w 1 Ausnahme einer leisen Spur Arsenik in den Rückständen der verschiedenen Organe, welche man eigens auf dieses Metall untersuchte. Die gerichtliche Untersuchung fand den Quacksalber und auch die Apothe auf, in welcher die Pillen (Rp. Pulv. fol. Digitalis 10,0, Extr. Gentianae V- M. Fiant pilulae No. 100. D. S. Morgens und Abends 4 Stück zu nehmen) angefertigt waren. Dieser Fall ist hier speciell mitgetheilt, damit der Apotheker vor der An fertigung ähnlicher Pillen gewarnt sei, denn im westlichen Deutschland scheinen Quacksalber gleicher Art vorzukommen. Die Maximaldosis war übrigens nie überschritten, denn diese ist auf den Tag 1,0 g. Der giftigen letalen Wirkung der längere Zeit hindurch in den Magen eingeführten, nur massigen Mengen Digitalis steht folgender Fall auffallend S^ n über. Im Archiv für Heilk. 17. Jahrg. veröffentlicht Balz einen Fall, ^ elc . c e h lehrt, dass sich der Körper an Digitalisgebrauch gewöhnen und Digitalis s lC ^ wie Morphin, Opium, Arsenik, Weingeist verhalten kann. Eine Nätherin * krank und neben einer Menge schwerer Symptome war sie nicht im Stande gehen, noch weniger zu nähen, wenn sie nicht täglich Morgens und Abends J 0,3 Digitalisblatter eingenommen hatte. Dass hier eine Mystifikation vorheg könne, ist wohl nicht anzunehmen. (1) Pilnlae Digitalini crnn Chinidino. Digitalini crystallisati 0,05 Chinidini sulfürici 2,5 Radicis Gentianae Radicis Althaeae ana 1,0 Glycerinae guttas 20 Aqnae guttas 22. m - »• pilulao quinquaginta (50). D. S, Täglich dreimal anfangs je 2, "Pater je 3 Pillen zu nehmen (bei Asthma spasticum.') Foliornm digitalis 0,03 . Calomelanos 0,06 Zinci oxydati albi 0,12 Sacchari albi 0,4. _. Fiat pulvis subtilissimus. doses decom (10). S. Ein- bis zweistündlich ein Pulver mit Wasser zu nehmen (.bei Meningitis tubor- culosa acuta.) Dentur tales Dita. Die Ditarinde soll (nach 0. Hesse) drei Alkalolde enthalten, Echitenin, ^ehitamin und Ditamin. Eine Identität zwischen letzteren beiden Alkalo'iden ?°11 keineswegs stattfinden, auch komme das Ditainhydrochlorat (des krystallisirten fhtaftis) mit dem Ditaminhydrochlorat nicht überein, dagegen eher mit dem Echi- taminhydrochlorat, entgegen der Annahme Harnack's. Harnack hat nur einen glykosidisch-alkakri'dischen Stoff, das krystallisirende ^a'in, aus der Ditarinde abscheiden können, welcher nicht mit dem von Wippe (Apotheker in Manila) hergestellten extractartigen Stoff, der auch Ditai'n genannt wurde, zu verwechseln ist. Harnack vermochte das krystallisirende itain wegen dessen Schwerlöslichkeit in Aether nur dadurch rein herzustellen, äs er es aus dem weingeistigen Extract mit Phosphorwolframsäure abschied. , ^^ HARKACK'sche Ditai'n ist leicht in "Wasser, Weingeist und Chloroform, Wer in Aether, Benzol und Petroläther löslich. Die wässrige Lösung rcagirt absch. Die nicht völlig reine Base neigt unter Färbung zur Zersetzung. Das ^eutral reagirende Hydrochlorat (C 22 H M N 2 0„HC1), ist in heissem Wasser und in eingeigt löslich, in Chloroform und Aether unlöslich und bildet lange nadel- z mige Krystalle, welche unter Zersetzung und Abscheidung von Kohle schmel- r , Unc * m it Alkali erhitzt einen aromatischen, an Dimethylamin erinnernden Ge- Sal , ausstosscn - Mit conc - Schwefelsäure färbt sich das Salz dunkelroth, mit Wersäore zuerst grün, dann roth. Mit den Alkaloidreagentien giebt es x "Zungen. Cur "Wirkungen des Ditains auf gewisse Wirbelthiere kamen mit denen des »»Me überein. (Näheres Berichte d. deutsch, ehem. Gesellsch. Jahrg. 11). b D'ese letztere Beobachtung (Harnack's) dürfte eine Warnung sein, beim Gelen der Ditarinde mit aller Vorsicht vorzugehen. IRro j e ' ter Scharlee zu Wetervreden bei Batavia soll Dita'in schon im Jahre w dargestellt haben (Htjsemann). Draco. Bretet ^'achenblut giebt an (Journ. de. Ph. et de Ch. T. 23), dass gutes echtes Waar "h*"i Weni . g ' verfälschtes oft viel Ferrioxyd enthalte. Das Pulver der echten v erf'äl° l? 6 be ' m Driic ken mit den Fingern nicht zusammen, wohl aber das 'schto, was auch an den Fingern zu kleben pflege. Körn • IS0IIN fand ' dass dor weingeist'g 6 Auszug des Drachenblutharzes in er n rein roth, derjenige der anderen Sorten meist rothgelb ist. Ferri- 26* 404 Draco. — Drosera. chlorid bewirkt in der weingeistigen Lösung der echten Sorten eine gelbbraune, 'bei verfälschtem Harze eine braune, Aetzammon bei dem echten Harze eine blutrothe Färbung. Aether und auch Aether und Weingeist (ana) vorhalten sieh gegen das Harz wie 95proc. Weingeist. Chloroform extrahirt eine rothe Masse, aus gefälschtem eine gelbe. Mit dem Harz in Körnern blieb Chloroform farblos. Brom (in 20 Th. Chloroform gelöst) veränderte die rothfarbigen Auszüge in gelbe um. Conc. Schwefelsäure löst das Harz gelbbraun, verfälschtes rothbraun. Natriumcarbonatlösung färbt sich mit der Sorte in Körnern gelb, beim Kochen blutroth, mit den übrigen Sorten bräunlich, in der Wärme gelb. Jede Drachenblutharzsorte enthält Zimmtsäure und entwickelt deshalb beim Erwärmen des Natriumcarbonatauszuges mit Kaliumhypermanganat Bittermandelölgeruch. Das verfälschte Harz enthielt mehr oder weniger Coniferenharze und gab daher an Petroläther über 29 Proc. ab, während echtes in Körnern 1 — 2 Proc, dje anderen Harzsorten 2 — 7 Proc. abgeben. Der Verdunstungsrückstand dieser L ösung färbt sich mit conc. Schwefelsäure citronengelb, derjenige aus verfälschtem aber gelbbraun. Die Sorte in Körnern entstammte dem Pterocarpus Draco, die andern den» Calamus Draco. Die Harze von Xanthorrhoea in weingeistiger Lösung werden durch Ferri- chlorid braunschwarz gefärbt und geben mit Aetzammon klare Mischungen. Petroläther löst 0,5—5 Proc. Drosera Drosera rotundifolia Linn., Drosera longifolia Linn., zwei in Torfmooren und sumpfigen Orten nicht seltene Droseraceen. Herba Droserae, Herba ßorellae, Herba Roris Solis, Sonnenthau, Sonncnkrant, Ohrlöffelkraut, edler Wiedcrthon, Jnngfernblüthe, das getrocknete blühende Kraut der Drosera rotundifolia, welches im Juli bis August bei Sonnenlicht gesammelt ist« Blätter rosetten- und grundständig, langgestielt, kreisrund, 0,5 — 1,0 Ctm. n° Durchmesser, auf der oberen Seite mit klebrigen Borsten besetzt. Jede Borste mit einer kugligen Drüse gekrönt. Blüthenstengel nackt, bis zu 15 Ctm. l an #> mit einseitswendig und traubig stehenden Blüthen ohne Deckblättchen. Blüthe» weiss, länger als der 4mm lange Kelch. Auch das getrocknete blühende Kraut der seltener vorkommenden, im Jm 1 blühenden Drosera longifolia gilt gleich in der Wirkung. Diese Art hat mehr aufrecht gestellte, längliche, in den Blattstiel sich verschmälernde, ähnlich behaarte Blätter. Die Blätter der D. rotundifolia sind frisch gesammelt saftig und auf der oberen Fläche mit weisslichen, auf dem Rande mit längeren purpurroten Borsten besetzt. Die Drüse an der Spitze der Borsten enthält einen blutrothen Schleim, welcher in Form eines Tropfens austritt. Das getrocknete Kraut ist geruchlos, von säuerlich bitterem scharfem z u " sammenziehendera Geschmack. Das frisch gesammelte Kraut ergiebt durch Trocknen im Schatten bei gewöhnlicher Temperatur 14—15 Proc. trocknes. Es wird vom gemeinen Manne mitunter in ganzer Form gefordert und muss es desshalb in diesem Zustande au bewahrt werden. Zur Bereitung der Tinctur wird es kleingeschnitten verwende • Drosera. 405 Das Aufbewalirungsgefäss besteht aus Glas oder Weissblech und ist gut und dicht zu verschliessen. 6 T!!-?\''"' Drosera rotundifolia. ßiütlio, i7 Stempel, S StauDgefdsse mit Stempel. Fig. 61. Blatt der Drosera rotundifolia. o obere, « untere Seite desselben. Fig. 02. Drosera longifolia. b Blüthe, g Stempel. Bestandtheile. Teommsdorf fand in dem Kraute einen rothen Farbstoff, wei gelbbraune Farbstoffe, Aepfelsäure an Kali, Natron, Kalkerde gebunden. n dem halbreifen Samen und dem Stengel fand er Chlorophyll, Gallussäure, erbstoff, kratzenden und färbenden Extractivstoff. Leiph sonderte ein flüchtiges ao. Di e scharfen, auf die Haut reizend wirkenden Bestandtheile scheinen m l rocknen des Krautes grössten Theils verloren zu gehen. ok _^ acfl Vigiee liefert das trockne Kraut mit 60proc. Weingeist behandelt 25 Proc. Estract. Anwe "dung. Es wird dieses Kraut in neuerer Zeit bei denselben Leiden an- b eil | ' ^egen welche es schon die Aerzte des vorigen Jahrhunderts rühmten, jr on ers bei Leiden der Brustorgane und Luftwege, Schwindsucht, Tuberculosis, uchhusten. Auch diente es als Reizmittel auf die Geschlechtsorgane und gegen die ™ karkeit der Frauen. Vorwiegend ist die Wirkung eine diuretische und .-, . em Peratur herabsetzende. Daher auch seine Anwendung bei Wassersucht a "Jermittirenden Fiebern. (H ii 168e ^ ros eracee ist im kleineren Maasstabe eine Carnivore wie Sarracenia Blatt • ^' ^' ^^) unl ^ Di° naea muscipula. Die auf die obere Fläche des Blatf 68 S1 °k setzon< ^ e Fliege wird von dem in Folge des Reizes sich schliessenden „_,■, e cr fasst und von dem aus den Haardrüsclien abgesonderten Schleime gelöst un( l verdaut. K Extructnni »roserae, Extractum ßorcllao, wird durch Digestion des trocknen autes mit 60proc. Weingeist und Eindampfen des filtrirten Auszuges bis zur ^wohnlichen Extractdicke dargestellt. Ausbeute 25 Proc. Gabe 0,1—0,2—0,3 eini ge Male täglich. T , Tinctura »roserae, Tinctura Rorellae wird durch ötägige Digestion aus 1 T - tr °cknem Kraute und 5 Th. verdünntem Weingeist bereitet. Gabe 10—20—30 r °Pfen (0,35-0,7-1,0), Tagesgabe 6,0-10,0. Die Vorschrift Curib's lässt 100 g des trocknen Krautes mit einem Liter P r oc Weingeist zur Tinctur machen. 406 Duboisla. Duhoisia. Duboisia myoporoides R. Brown, eine in Australien und auf den Inseln Neucaledoniens vorkommende strauch- oder baumartige, der Ordnung der Scrophu larineen und dem Tribus der Salpiglossideen angehörende Personate (Endliches). Nach neueren Angaben soll sie den Solaneen angehören. Lanessan berichtet (Journ. de Ph. et de Ch. T. 27) über diesen strauchartigen Baum, dass man ihn in Australien und den Inseln Neucaledoniens zuerst aufgefunden habe, dass er 4—5 m Höhe erreiche und Stamm und grössere Aeste mit einer rissigen Rinde bedeckt seien. Die aufrechten blühenden Zweige endigen in conische Trugdolden mit kleinen weissen Blüthen. Die Blätter stehen abwechselnd, meist an den Spitzen der Zweige. Sie sind kurz gestielt, lanzettlich, ganzrandig und kahl. Fig. (Vi. Blühender Zweig der Duhoisia myoporoides. a ISlüthe (rergr.l, * Höhendurchschnitt der Blüthe, c Samen im Höhendurchschnitt. (Proceedings Vol. 27). Da der Strauch fortwährend Blüthen treibt, so finden sich mit diesen aach ] , Z, n ' gleich Früchte in verschiedenen Entwickelungsstadien auf einem und demselbe Strauche. Die Deckblätter bilden elliptische schmale lange Platten, welc ^ kürzer und schmäler werden, je höher sie stehen. Die Blüthen sind hermap» 1 ^ ditisch mit convexem Bliithenboden. Der kurze einblättrige Kelch hat BeC . ^ form mit 5 gleichen Zähnen. Die Knospenanlage ist quineuncial daehzieg« 1 ' / Die röhrenförmige, am Schlünde trichterförmig erweiterte Blumenkrone ist ^^ 0 lippig, am Saume in 5 mit den Kelchzähnen alternirende Lappen getheilt, Duboisia. Duboisin. 2 unteren Lappen sind schmäler, die 3 oberen breiter, von denen der mittlere grösser als die beiden anstossenden sind. Die 4 Staubgefässe sind dem unteren Theile der Blumenkrone angewachsen und didynamisch. Der Staubfaden ist an der Basis verbreitert, der Staubbeutel nierenförmig. Der oberständige, eiförmige, zweifächerige Fruchtknoten ist von einer etwas hervorragenden Scheibe umgeben, der zylindrische Griffel ist an der Spitze dünner und läuft in eine fast ungetheilto Narbe aus. Jedes Fach des Fruchtknotens enthält 12 dicht aneinanderliegende anatrope Liehen. Die Frucht ist erbsengross, kugelig, schwarz, zweifächerig, am Grunde ■vom bleibenden Kelche eingeschlossen und mit einer aus der Griffelbasis gebildeten Spitze gekrönt. Die Frucht enthält 4—6 längliche, nierenförmige, braune, iietzadrige Samen. Die harte brüchige Samenschale schliesst einen Kern ein, dessen Albumen einen axialständigen, cylindrischen, bogig gekrümmten Embryo mi t einem gegen das dünnere Ende des Kerns gerichteten Würzelchen umschliesst. •{• Folia Bnboisiae. Die vom blühenden Strauche gesammelten, getrockneten Blätter. Sie sind 9 — 14 Ctm. lang, in der Mitte 1,4—2 Ctm. breit, sehr kurz gestielt, einfach, lanzettförmig, ganzrandig, an der Spitze abgestumpft, an der Basis sich verschmälernd in den Blattstiel verlaufend, so dass dieser schmal geflügelt erscheint. Beide Blattflächen sind kahl und glatt. Der Mittclnerv ist wenig hervorstehend, die Nervzwoige sind abwechselnd, fein und undeutlich verlaufend. *fExtraetum Duboisiae, das mittelst verdünnton Weingeistes aus den trock- nen Blättern dargestellte Extract. Sein wirksamer Bestandteil ist Duboisin, von Welchem es nach van Emden circa 3,5 Proc. enthält und welches als Hyoscyamin er kannt ist. Die Wirkung des Extracts nähert sich der des Belladonnaextract. Nach Ernährung in den Magen folgt Trockenheit im Munde, Kopfschmerz, Sckläfrigkeit, p C .j We ' ss absonderung. Seine Anwendung geschah von einigen Aerzten in den alle n, in welchen Atropin indicirt war. Seit Darstellung des Duboisins kommt es wohl nicht mehr in Anwendung. j } A% Duboisinum, Duboisin (C 17 H 23 N0 3 = 289), das Alkalotä aus der w" °? sia myoporoides, welches dieselbe mydriatische, nur intensivere Wirkung Ie Atropin haben soll; jedoch von Ladenburg (Kiel) und G. Meyer mit dem yoseyamin und Daturin identisch, und dem Atropin isomer befunden wurde, in T> DENBUEG untersuchte das Duboisin, welches er aus der Fabrik von Merk ° Uarmstadt bezogen hatte. Dasselbe stellte eine braune hygroskopische Masse ar - Beim Versetzen der wässrigen Lösung mit Kaliumcarbonat schied es in Form •jmes Oels aus. Er stellte damit die Verbindung mit Aurichlorid her, welche äelbe Zusammensetzung wie das entsprochende Hyoscyaminsalz hatte, wie dieses hei 1590 c_ schmolz. Das aus diesem Salze abgeschiedene reine Alkalo'id e dieselbe elementare Zusammensetzung wie Hyoscyamin, auch die Reactionen ar e n dieselben. Aus der verdünnten salzsauren Lösung schied Pikrinsäure einen ^ähnlichen Niederschlag ab, welcher alsbald zu regelmässigen Tafeln erstarrte. atmchlorid erzeugte keinen Niederschlag. Jodjodkalium bewirkte einen krystal- "uachen Niederschlag. Durch Gerbsäure entstand nur eine geringe Trübung, ureh Kaliummercurijodid ein amorpher Niederschlag, tih ■ ieS ° Rcaction en stimmen mit denen von Gerhard angegebenen nicht völlig «öerein und möchte man annehmen, dass die von beiden Chemikern untersuchten A1 kaloide zwei Modifikationen des Duboisins (Hyoscyamins) gewesen sein könnten. . Gerrard stellte das Alkalo'id aus dem Extracte dar, indem er von dem yemgeistigen Auszuge des Extracts den Weingeist durch Destillation sonderte, ei i Rückstand mit etwas Wasser mischte, mit Ammon übersättigte und mit auch hatti PÖ*- - 408 Duboisia. Chloroform ausschüttelte. Der chloroformige Auszug wurde vom Chloroform befreit, der Rückstand mit verdünnter Schwefelsäuse in Lösung gebracht und diese Lösung mit Ammon übersättigt. Der daraus erfolgende dunkelgraue Niederschlag sammelte sich nach und nach in Form ölartiger Tropfen. Derselbe wurde in Aether gelöst und beim Abdunsten der Aetherlösung hinterblieb das Alkaloi'd in Form einer zähen gelblichen Masse. VAN Emden erhielt fluorescirende Lösungen. Eigenschaften. Das Duboisin ist leicht löslich in Weingeist, Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Benzol, schwerlöslich in Wasser, dem es eine alkalische Reaction mittheilt. Beim langsamen Verdunsten der wässrigen Lösung findet eine Krystallisation statt. ■J-J- Duboisinum sulfuricum, Duboisinsulfat, schwefelsaures Duboisin erhielt van Emden in Form einer gelblichen amorphen Masse, deren Lösung nur wenig fluorescirte. Das Salz des Handels bildet amorphe hygroskopische Lamellen und ist, wie aus den obigen Angaben hervorgeht, schwefelsaures Hyoscyamin. Aufbewahrung. Duboisin (Hyoscyamin) und seine Salze zählen zu den directen Giften. Sie müssen dem entsprechend gesondert aufbewahrt werden und wegen ihrer Hygroskopicität in dicht mit Kork geschlossenen kleinen Gläsern. Auch Sonnenlicht ist fem zu halten. Chemie und Toxicologie. Das Duboisin verhält sich (nach Gerrabd) gegen Reagentien wenig abweichend von dem Atropin. Das Sulfat giebt mit KaHummer cur ijodid einen weissen, mit Aurichlorid, Platinchlorid einen citronengelben, mit Mercurichlorid (nur aus concentrirter Lösung) einen weissen, mit Kaliumrho danid keinen, mit Aetzkali, Aetznatron, Aetzamnion einen weissen Niederschlag, welcher im Ueberschuss des Aetzalkalis löslich ist; mit Gerbsäure einen weissen, in Salzsäure löslichen Niederschlag. Conc. Salpetersäure löst Duboisin mit brauner Farbe (Atropin ohne Bräunung)» conc. Schwefelsäure löst unter Bräunung und beim Erwärmen tritt ein unangenehmer, an Buttersäure erinnernder Geruch auf (Atropin wird nicht gebräunt, in der Wärme löst er sich mit dunkler Farbe unter Hervortreten eines arorna- tischen angenehmen Geruches, dessen Intensität durch Zusatz von etwas Kalium- bichromat zunimmt. Unter Abscheidung von Chromoxyd entwickeln sich saure Dämpfe). Mit Barythydrat unter Luftzutritt gekocht entwickeln sich unangenehm riechende Dämpfe (Atropin unter gleichen Umständen einen weissdornähnlichen oder einen dem Gaultheriaöle ähnlichen Geruch). Die Duboisinsalze (auch Atro- pinsalze) lösen sich leicht in Weingeist, schwer in Aether. van Emden beobachtete mit einem aus dem Extract dargestellten Duboisinsulfat noch folgende Reactionen: mit salpetersaurer Lösung des Natrium - phosphormolybdaenats gelblicher Niederschlag; mit Natriumphosph 0 /* molybdaenat voluminöser, beim Erwärmen sich lösender, beim Erkalten wieder erscheinender Niederschlag; mit Jodjodkalium ein braunrot lim-, mit Broni- bromkalium ein orangerother, in verdünnter Lösung gelber Niederschlag. Petit führt als Unterscheidungsmerkmale des Duboisins vom Atropin eine grössere Löslichkeit in Wasser und die Eigenschaft an, den polarisirten Lichtstrahl nach links zu drehen, bei 18° («) D = — 15°, 5 in wässriger, und («) D = — 8 °, 4 in weingeistiger Lösung (Atropin ist optisch inactiv). Zur Unterscheidung kann auch der citronengelbo Niederschlag durch Platinichlorid dienen (Atropin giebt einen weisslich gelben Niederschlag) und auch der üble Geruch un die Färbung beim Behandeln mit conc. Schwefelsäure. Wirkung und Anwendung. Duboisin (Hyoscyamin) bewirkt schneller un kräftiger Pupillenerweiterung als Atropin, ohne dessen irritirende Eigenschaften Duboisia, zu äussern. Eine Lösung in 120 TL Wasser bewirkt in wenigen Tropfen in 10 Minuten bedeutende Mydriasis. Zu derselben gesellt sich völlige Paralysis der Accommodationsfähigkeit des Auges, also Lähmung des Ciliarmuskels, welche Atropin erst nach verstärkter Anwendung ermöglicht. Ferner erwies sich Duboisin üa anwendbar, wo Atropin nicht vertragen wurde. Zur Unterdrückung des Schweisses genügt eine subcutane Dosis von 0,0012. wbler beobachtete, dass 0,0005 subcutan injicirt Trockenheit des Schlundes Ut *d eine leichte Trübung des Sehvermögens verursachte, 0,001 Durst, Pulsfre- ^nz, Pupillenerweiterung, scharlachrothe Hautfärbung und allgemeine Muskeler- c hlaffung mit Bewegungslosigkeit der unteren Extremitäten bewirkte. Nach den Erfahrungen Norris' ist die Wirkung auf die Pupille eine schneller zutretende als nach Anwendung des Atropins, aber auch eine schneller vorübergehende, im übrigen stets eine weit stärkere, und müsse man, um dauernde Stö- ' u ngen im Ange zu meiden, stets mit Vorsicht von dem Mittel Gebrauch machen, euer seiner Patienten, bei dem dieses Mittel zur Anwendung kam, klagte zu- ächst über Schwindel, doch weniger über Trockenheit im Halse als nach Anwendung des Atropins. . Im Dresdener Stadtkrankenhause wendete man Gaben zu 0,001—0,0015 des oisinsulfats an > sowohl innerlich wie subcutan. Im letzteren Falle beobachtete Ulan nur zuweilen entzündliche Reizerscheinungen (an welchen vielleicht das ; *® Ser ^i° Schuld hatte). Es genügten oft drei Abende hintereinander Dosen zu , >001—0,0015, um Schweisse auf 8 Tage und länger zu unterdrücken. Eine ^Puotische Wirkung schien nicht zu fehlen. Die durch Pilocarpin erfolgten wi' Q Un ? en w urden durch Duboisin sofort gehoben, sowohl die Pupillenverengerung e Speichel und Schweisssecretionen. fr "Ecker gebrauchte eine Lösung von 0,1 Duboisinsulfat in 40,0. Ein eingetragen bewirkte in 6—7 Minuten Erweiterung der Pupille und diese r opfen ih. , Qvwit*gvu UO V» IX IVLt> Jll V v ° " acn 12 Minuten vollständig. Nach Van der Laan wirkt eine Lösung Duboisin in 100 Wasser ebenso wie eine Lösung von 1 Atropin in 20 Wasser. des ltf U s j n (Hyoscyamin, Daturin) ist Antidot des Pilocarpins und Antagonist Teta UScarm8, Es bewirkt wie letzteres nach einiger Zeit (Stunden, Tage) n us. Starker schwarzer Kaffee soll das beste Antidot des Duboisins sein. s 'nd le , ^* a ^ en d es Duboisinsulfats (Hyoscyaminsulfats, innerliche wie subcutane) Pins lf de " S emacnten Erfahrungen circa 2 / 3 so hoch zu stellen als vom Atro- Stärl t alS ° immerlicö 0,0002 — 0,0004 — 0,0008 zwei- bis dreimal täglich, cuta t . Einzel g abe: 0,001, stärkste Gesammtgabe auf den Tag: 0,003. Sub- nc injeetionsdosis: 0,0002—0,0004—0,0008, stärkste Dosis: 0,001. Aust- r *' a Hopwoodii ist, wie Baron Ferd. v. Mueller berichtet, in Piti' a einheimisch. Die Blätter dieses Strauches nennen die Eingeborenen Ujj^^y 0 ^ er Pitscheri. Aus denselben schied Petit, Mueller (Melbourne) Bcn e ;- 1 T ? MMEL ein flüchtiges Alkaloid ab, welches sich vom Nicotin kaum untereine k Und _mitPiturin bezeichnet worden ist. Ferner fand man in den Blättern ryatallisirbare Säure, welche man Duboisinsäure genannt hat. < ) Liquor Dnboisini ad injeetiones subcutanea». WÄl 8 S fnrici °'° 5 - Aquao bis destillatae 20,0. 0,0007m °'It?' 1 2 -° 1 3 f- 0,00025-0,0005- ,0 J- stärkste Dosis 0,4 (=0,001). (2) Collyrium stillatitium duboisinatnm. IV Duboisini sulfurioi 0,05 (ad 0,08). Solve in Aquao destillatae 15,0. D. S. Augentropfwasser (wie das Grabpe'scIic anwendbar und auch von gleicher Stärke). 410 Ecbalium. — Elemi. Ecbalium. Gepulvertes Elaterium und besonders El at er in geben mit Carbolsäure und conc. Schwefelsäure schöne Farbenreactionen. Giebt man einige Elaterinkrystalle oder etwas gepulvertes Elaterium in eine kleine Porzellansehale und setzt einige Tropfen zerflossener Carbolsäure hinzu, so erfolgt Lösung ohne besondere Färbung. Setzt man nun einige Tropfen conc Schwefelsäure hinzu, so tritt sogleich eine intensiv carminrothe Farbe auf, welche sich zuerst in Orange- und nach einiger Zeit in Scharlach-Roth verwandelt. Alkalien zerstören die Farbe. Mit alleo bis jetzt untersuchten anderen Alkalo'lden konnte eine ähnliche Reaction mit Carbolsäure nicht erhalten werden. Wenn man nicht gleich zerflossene Carbolsäure- krystalle zur Hand hat, so kann man auch feste Krystalle nehmen; man muss dann einige Tropfen Chloroform oder Alkohol hinzufügen, bevor man die Schwefelsäure zusetzt. Mit Schwefelsäure allein giebt das Elaterin keine charakteristische Färbung (D. Lindo). Schon vordem hat Dragendorff angegeben, dass Elaterin mit conc. Schwefelsäure eine gelbe, dann schön roth werdende Färbung annimmt. Die Elateriumgurke wird bei Hitchin (England) cultivirt. Der ElateriUBi* ertrag ist im warmen und trocknen August der reichste und beste. Der gröS" sere Theil des hier gewonnenen Elateriums geht nach Russland, wo also bei uns ziemlich obsolete Waare noch stark im Gebrauch zu sein scheint. Elemi. Hirschsohn unterscheidet die Elemiharze als solche, welche durch Bro« 1 gefärbt und solche welche durch dasselbe nicht gefärbt werden. Die Farbe, welch 6 Brom bewirkt, ist eine grüne oder rothviolette. Die mit Brom sich färbenden werde» entweder durch mit HCl gesättigten Weingeist violett bis blau (Elemi Mexic^j"» E. occident., E. verum, E. de Manilla) oder rothbraun (Kikekunemalo) oder r° violett (Elemi Caranna) gefärbt. Kikekunemalo hat einendem Nigellasamcn » liehen Geruch und enthält als Ursache der schwarzgrünen Farbe dunkle ^^?^. faden. Die mit jener weingeistigen Salzsäure sich violett, rothviolett und färbenden haben einen muskatnussartigen Geruch. . 0 Petroläther löst aus vielen Elemisorten 50—90 Proc, aus einigen wemg e nur 30—50 Proc. Heber Elemi und Amyrin findet sich von Buri im Neuen Rep. f. P *Lg* 1876 und Jahresbericht über die Fortschritte der Pharmakognosie etc. 1° ' Jahrg. 11 eine ausführliche Arbeit, welche mehr ein theoretisches als praktisch Interesse bietet. Flückiger fand bei Vergleichung des Amyrins, dies als Terpenhydrat » genommen, mit dem von Stenhouse und Groves beschriebenen Icacin > jj^ dieser Körper zum Amyrin in naher Beziehung stehe. Er giebt ihm ^i e *° mel C 4B H 74 0 = (C 5 H 8 ) 9 -t-H 2 0. Hiernach erscheint Icacin als ein Terpenhyar»^ Das Icacin scheint das Amyrin in einigen Elemisorten zu vertreten. H' e ' na j n ergiebt sich folgende Reihe der Elemibestandtheile: Aetherisches Oel (C r ,H 8 )2 j a t fl (C 5 H 8 ) a + H 2 0; Amyrin (C 5 H 8 )-+H 2 0; das von Fi.ückiger aufgefundene Bryoia (C 5 H 8 ) 4 + 3H 2 0; Elemisäure (C 5 H g ) 7 +0 4 . Elemi. — Emplastrum. Buki schied aus dem Elemi eine Säure, Elemisäure ab, indem er die weingeistigen Mutterlaugen nach Krystallisation des Amyrins einengte, den Rückstand mit Petroläther versetzte und mit einem gleichen Vol. lOproc. Kalilauge schüttelte etc. Die Elemisäure krystallisirt in Nadeln, welche bei 215° schmelzen, leicht löslich sind in Aether, Weingeist, Methyl-, Amylalkohol, schwerer löslich in Schwefelkohlenstoff. Die weingeistige Lösung ist linksdrehend (—3 °,5). Ihre Formel ist C 35 H 56 O 4 = (0 5 H 8 ),+O 4 . Das in Weingeist lösliche krystallisirbare Kalisalz ist C 35 H 55 K0 4 +18H 2 0. Bei der Destillation des Elemiharzes mit Zinkstaub wurden erhalten: Toluol, Meta- und Paraäthylbenzol und Aethylnaphthalein. (Ciamician. Chem. Cen- walbl. J g . 9.) Die von Buri für Amyrin aufgestellte Formel C 25 H 42 0 hält Hesse für unwahrscheinlich und hält er Amyrin für eine Hydroxylverbindung von der Formel C 47H 7u (HO) 2= c 41 H 78 0 2 (Neues Rep. f. Ph. Bd. 25.) Emplastrum. Eine neue Form gestrichner Pflaster sind die perforirten oder porösen , aster, siebförmig mit Löchern versehen. Solche Pflaster sollen die Transpiration der Haut nicht hindern. Dieser t m l tand kom mt doch nur dann in Be- acnt, wenn grössere Körperflächen mit aster bedeckt werden, was immer der belten ere Fall ist. Die Löcher werden mittelst einer passenden Vorrichtung gemacht (Abcheb, men c . j om . n _ of p narm ger _ ^ Yo l. y> Pag. 171). Die Löcher sind 2 bis dmm gr 0ss . mitt 11 neDurelllöcll evung lässt sich auch uelst Durchstechens mit einer starken L^ 1 bewerkstelligen, nur dürften die sie v niellt e!ne so S( ' nimo gleichmäs- röse pfl rtueilun S erhalten und das po- i naster keine Eleganz darbieten. Das Instrument zur Perforation ist e cyhndrische Messingwalze von 2,0 J', Län Sc und 1,625 Ctm. Dicke, veiche mittelst Stahlaxe in eine stäh- «™ Gabel mit 24 Ctm. langem Holz- 16 }, f ngesctzt is t- Die Walze trägt ^ bohle Stahlkegel, welche in 2 Reihen siii(l Je t 1 ' 3 ^ tm ' alternireiid eingesetzt "«■ Jeder Kegel ist 0,65 Ctm. lang, j y, on da s verschmälerte hohle Ende «0 so lang. Zum Gebrauch erfasst man s mit Wasser genässte Instrument mit s - Uen bänden und führt es unter mäs- WeU DrUcke . uber das Pflaster hinweg, ' c es auf einer Schicht weichen Pa- Fig. 64. Pflaster-Perfontor. 412 Emplastrum. — Eucalyptus. piers liegt. Die ausgeschnittenen Pflasterscheibehen drängen sich in die Stahlkegel und durch diese in die Walze, woraus sie entfernt werden. Das Instrument ist abgetrocknet mit einem mit Benzin oder Terpenthinöl genässten Lappen zu reinigen und an einem trocknen Orte aufzubewahren. Pflaster jeder Art, vorzüglich bereitet, können aus der ehem. Fabrik EüGEN Dietrich's zu Helfenberg bei Dresden bezogen werden. Eucalyptus. Eucalyptus globulus hat den Namen Fieberbaum erhalten. BlaU" Gummibaum ist ebenfalls ein neuer deutscher Name des Veilchenbaumes, eine Uebersetzung des Englischen „blue gumtree" oder des Französischen ^Gomm%er bleu de Tasmanie u , unter welchem Namen Labillardiere den Baum am End« des 18. Jahrhunderts in Frankreich einführte. Bestandtheile der Eucalyptusblätter sind flüchtiges Oel, Gerbsäure, 2—» Harze (Harzsäuren), krystallisationsfähige Fettsäure, Brenzcatechin, wachsartige Substanz, Chlorophyll, Farbstoffe. Alkalo'ide oder Glykoside konnte Hartzer nicht auffinden. (Jahresbericht über d. Fortschr. d. Pharmacognosie etc. von DrageN' dorff, Jahrg. 11, S. 208. Jahrg. 12, S. 182 ist ein Referat von Poeht, über Eucalyptol und Eucalyptusblätter.) Brenzcatechin wird auch als Bestandteil der Blätter angegeben. Rodolfo Rodolfi empfiehlt das Kauen von 2—3 getrockneten Eucalypti 8 " blättern als ein souveränes Schnupfenmittel und hilfreich bei Erkältung des Kopfes» welches oft schon in i / 2 Stunde Wirkung erkennen lässt. ExtractumEucalyptiliquidum, Fluidextract der Veilchenbaumblätter. 1000,0 der sehr klein geschnittenen Blätter werden in einem Deplacirgefäss mit 500,0 eines 60proc. Weingeistes durchfeuchtet 3—4 Tage beiseite gestellt, dann zusammengedrückt, unter Aufgiessen von 60proc. Weingeist 900,0 Colatur t? e " sammelt und diese Colatur beiseite gestellt. Der Rückstand im Deplacirgef» 88 wird unter Aufgiessen von 2000,0 eines 45proc. Weingeistes, welcher auf circ» 40° C. erwärmt ist, extrahirt, diese Colatur im Dampf bade bis auf 100 ^ • eingeengt und mit der ersten Colatur im Gewichte von 900,0 vermischt. N» c 3—4 tägigem Beiseitestehenlassen wird filtrirt. Olenm Eucalypti. Die Eucalyptusöle bilden einen bedeutendeu Handelsartike und kommen rectificirt und nicht rectificirt aus den Australischen Fabriken n a haben aus verschiedenen Eucalyptus - Arten Oele abdestillirt undj dieselben & u ihre physikalischen nnd chemischen Eigenthümlichkeiten näher untersucht. Das Oel von . , Eucalyptus amygdalina ist blassgelb, dünnflüssig; Geruch stechend, ahn» dem Citronenöle, doch nicht so fein, Geschmack milde und kühlend, hintennac bitter, spec. Gew. 0,881 bei + 15° C; siedet bei 165 bis 188°, setz*; DJ —18° ein Stearopten ab, welches bei —3° schmilzt; verharzt an der h UI ^ Dieses Oel ist wohl im Handel am stärksten vertreten, weil die Blätter ° ieS , e Eucalyptus die allerölreichsten sind. Es stimmt übrigens in seinem Heilwer mit dem Oele aus Eucalyptus globulus überein. Das Oel von Eucalyptus. E. corymbosa ist farblos, Geruch schwach citronen- und rosenartig, Geschmack schwach bitter, etwas kampherartig, spec. Gew. 0,881. E. fissilis ist blass röthlichgolb, Geruch wie bei vorigem, spec. Gew. 0,903, siedet bei 177 bis 196°. **• fflobu/us, Eucalyptol, ist sehr blassgelb, dünn, Geruch ähnlich wie ^ajeputöl, aber weniger unangoncl tu, Geschmack kühlend, minzenähnlich, spec. »ew. 0,917, siedet bei 149 bis 177°. Dieses Oel hat ein grosses Lösungsver- ">ogen für Harze und eignet sich daher besonders zur Darstellung von Lacken «nd Firnissen, auch hat es einen angenehmen Geruch, welcher dem Terpenthinöl ^geht. Das frische Laub von E. ghbulus enthält 2,0—2,5 Proc, trockne Rätter 0,8—1,5 Proc. des Oels. Cloez erhielt durch fractionirte Destillation 3 Bissigkeiten mit verschiedenen Siedepunkten. Die erste, ungefähr die Hälfte des eis ausmachend, über Kalihydrat und geschmolzenem Calciumchlorid destillirt, 'eierte das Eucalyptol, mit welchem Namen auch das rectificirte Eucalyptusöl ^zeichnet wird. Eucalyptol (C 24 H 20 O 2 ) ist leichtflüssig, farblos und lenkt den Polarisirten Lichtstrahl nach rechts ab. Sein mit Luft gemischter Dampf schmeckt ugenehm erfrischend und seine verdünnten Lösungen erinnern an Rosen. Spec. J™- 0,905, Siedepunkt 175 °'C. Es löst sich wenig in Wasser, vollständig in eingeigt. Anhydrische Phosphorsäure erzeugt aus dem Eucalyptol eine braune fp J* rt 'S e Masse, einen flüssigen farblosen Kohlenwasserstoff, Eucalypti st 2 ff *' ^P oc - Gew. 0,836, Siedepunkt 165°) und einen zweiten Kohlenwasser- ° a > E ucalyptolön, dem Eucalypten isomer. Siedepunkt 300°. , E- Goniocahjx ist blassgelb, Geruch stechend, durchdringend, nicht ange- m > Geschmack sehr unangenehm, spec. Gew. 0,918, siedet bei 152 bis 175°. st V tonc/ifolia ist von öliger Consistenz, Geschmack aromatisch kühlend, Geruch ""*, kampherähnlich, spec. Gew. 0,940, siedet bei 194 bis 215°. sied + °^% Ma ist röthlichgolb, Geruch milde, Geschmack bitter, spec. Gew. 0,899, et bei 171 bis 195°, wird bei —18° trübe. °dorata ist blass gelblich mit grünem Stich, Geruch aromatisch, spec. aew - 0,899 bis 0,922, siedet bei 157 bis 199°. und °^ eosa ist dünn, beweglich, blassgelb, Geschmack milde, kampherartig 161 IV ^ er P entbm erinnernd, Geruch minzenähnlich, spec. Gew. 0,911, siedet bei bis 177°. Dieses Oel wird vorzugsweise zur Darstellung von Lacken und rzen v erbraucht. Das Oel von seh i rostrata ist blassgelb ins Bernsteinfarbige tibergehend, Geruch und Ge- ack ^ie bei E. odorata, spec. Gew. 0,918, siedet bei 131 bis 181 °; ß E. Sideroxylon ist dünn, sehr blassgelb, Geschmack und Geruch wie bei • oleosa, spec. Gew. 0,923, siedet bei 155 bis 178»; gn ■ ßl wminalis ist blass gelblichgrün, Geruch unangenehm, aber nicht stark, An -°' 921 ' Siedet bei 159 bis 182 °- b-'W ° die8e 0ele wer( ^ cn J etzt von J - Bosisto im Grossen dargestellt und "bereits nichtige Handelsartikel. (Zeitschr. d. allgem. österr. Apoth.-Ver.) Line erschöpfende chemische und botanisch-histologische Untersuchung der ucalyptusbiütter wurde von dem Dr- A . p 0EH L (Petersburg) ausgefiihrt und in hat TP m " Zeitscnr ift für Russland Nr. 19, 1877 veröffentlicht. Nach Poehl Eucalyptusöl die Eigenschaft im Contact mit Wasser und Luft die Bildung ; Uzon und Wasserstoffhyperoxyd zu unterstützen und zu fördern und dies m n em Maasse wie kein anderes der Terpene. Er schüttelte das Oel mit einem Sachen Vol. Wasser und setzte das Gemisch 2—3 Tage dem Sonnenlichte aus. >e nun gesonderte Wasserschicht färbt sich mit Kaliumjodidstärkekleister blau, eine cu wefelgaure Indigolösung wurde dadurch sofort entfärbt, Guajaktinctur blau gefärbt. 414 ■ Eucalyptus. Kotlies Blutlaugensalz mit Ferrichlorid mit dem Wasser gemischt schieden sofort Berlinerblau aus. Kaliumhypermanganat wurde von diesem Wasser entfärbt. Dieselbe Eigenschaft macht sich bei der Pulverisation des Oels besonders bemerkbar. Eine relativ geringe Menge Eucalyptols genügt, um nach Pulverisation desselben eine Ozonification der Luft nachzuweisen (mit Kaliumjodidkleister- papier und Thalliumoxydulhydrat). Das Oel von Eucalyptus citriodora hat einen an Citronenöl erinnernden Geruch und eignet sich besonders als Desinfectionsmittel der Zimmerluft. Man benetzt Sägespanmehl mit dem Oele und stellt diese in Näpfchen vertheilt in 1 Zimmer auf. Man benutzt dieses Oel auch als Parfüm der Seifen. Durch wiederholtes Mischen von Luft, Eucalyptusöl und Wasser, welche letzteren eine Pulverisation erfahren, erzeugt man sogenannte antiseptische Präparate, verwendbar zu Toilettenmitteln, zum Auswaschen und Verbände der Wunden etc. Das Eucalyptusöl zum Verbände der Wunden wird mit der 9 fachen Menge Weingeist gemischt. Diese Mischung wird mit dem 5—6 fachen Volumen Wasser verdünnt und damit Gaze, Leinen, Charpie, welche für den Verband bestimmt sind, mittelst Zerstäubungsapparates befeuchtet. H. Gimbert hat der Akademie der Wissensch. zu Paris ein Memorial übergeben, welches nachweist, dass die Cultur des Eucalyptus globulus ungesunde feuchte Gegenden in gesunde umwandelt. Da dieser Baum nur in dem Klima» in welchem die Orange gedeiht, vegetiren kann, so kann auch die Wohltbat, welche dieser Baum gewährt, nur im südlichen Europa, überhaupt allein in wärmeren Himmelsstrichen genutzt werden. Eucalyptus globulus besitzt die auffallende Fähigkeit, dass er die zehnfache Menge seines Gewichts Wasser dem Boden entzieht und zugleich eine kampb er ' artige desinficirende Luft ausathmet. Wenn man ihn in Sümpfen anpflanzt? trocknet er dieselben in kurzer Zeit aus. Die Engländer sind die ersten gewesen? welche damit Versuche anstellten; denn in Zeit von drei Jahren hat sich » aS ungesunde Klima der Cap-Colonie in Folge der Anpflanzung von E. globuM 8 total geändert. Vor einigen Jahren fing man auch in Algier an, E. globulus zu pflanzen, un zwar auf drei verschiedenen Punkten der Umgebung Algier's. Ungefähr 33 K' 10 ' meter von der Stadt entfernt befindet sich die Meierei Fondouck, berüchtigt wege der dort herrschenden pestilenzialiscb.cn Luft. Im Frühjahr 1867 pflanzte m a daselbst 13000 Stück Veilchenbäume an. Das Resultat liess nicht lange auf sie warten, denn schon im Juli desselben Jahres konnte nachgewiesen werden, da kein einziger Fiebcrfall vorgekommen sei, während die Einwohner von Fondou in der heissen Jahreszeit, in Folge der dem Boden entsteigenden miasmatische Dünste, stets viele Fieberkranke zu pflegen hatten. Dieses Resultat erfolgte i so kurzer Zeit, obgleich die Bäume kaum die Höhe von 3 Meter erreicht hatten- Seit dieser Zeit ist das Klima ein gesundes und hat man nie wieder etwas vo Fieberfällen gehört. Auch bei Constantine war Ben Machydlin ebenfalls sehr berüchtigt, da der Boden dort Sommer und Winter einen Morast bildet. In /jl31 _ von fünf Jahren war der Boden durch Anpflanzung von 14000 Stück Veilclmn- bäumen zu einem gesunden umgewandelt, und die früher kränkelnden Bewohne erfreuen sich heute einer ausgezeichneten Gesundheit. Durch diese grossen A ^ Pflanzungen ist das Fieber ganz aus den Umgebungen von Algier und Constanti gewichen. Auch auf der Insel Cuba ist der Veilchenbaum eingeführt worden un hat er in kurzer Zeit an allen Orten, wo er angepflanzt wurde, den Boden g sund gemacht und die herrschenden Fieber zum Verschwinden gebracht. Dergleic Beispiele führt Gimbekt noch mehrere an. Derselbe Umstand und die Eigenschaft Ozon zu bilden ist die Veranlassung, dass sich dieser Baum in Kübeln, wie die Orangenbäume gezogen, sich in Krankensälen als Verbesserer, Reiniger und Entfeuchter der Luft bewährt, wie dies Prof. Mosi.er und Götze in Greifswald versichern. Ueber den Anbau und die Cultur des Veilchenbaumes vergl. man: Ausland, Jg. 49, Nr. 35. Ke PETTENKOFEE'sche Gallenreaction tritt nach Kingzett und Hake ^ c h bei anderen organischen Körpern auf, z. B. bei Benzol, Phenol, Terpenthinöl, am Pher, Salicylsäure, Pyrogallol, Piperin, Morphin, Nelkenöl und anderen ätherischen Oelen, sowie verschiedenen fetten Körpern. Kampher löst sich z. B. in conc. Schwefelsäure zu einer tiefrothen Flüssigst auf und wenn diese mit Rohrzuckersyrup gemischt wird, so erstarrt sie zu einer rosagefärbten Masse; setzt man hierauf Wasser hinzu, so verschwindet die ar °e und ein fast farbloser Niederschlag, welcher unlöslich im Aether entsteht. ist, Ueber blaue Galle berichtet A. Andouard (Journ. de Ph. et de Ch. "77), welche durch Erbrechen von einer älteren Frau entleert war. Die Unter- uchirng ergab, dass hier kein Kupfer, sondern eine krankhafte Galle vorlag. le durch Behandeln der Flecke mit hoissem Wasser, Filtriren und Verdunsten altene concentrirte Flüssigkeit nahm durch rauchende Salpetersäure sofort eine oiette Farbe an, welche rasch roth, dann gelb wurde, ähnlich dem Biliverdin. m"? vi • ^ er conce ntrirten Flüssigkeit wurde zur Trockne verdunstet, die Masse Weingeist behandelt, der dadurch erhaltene bläuliche Auszug wieder einge- c * 3pec. Gew. im Verlaufe von 30 Minuten in einem mit Glasstopfen geschlossenen Gefäss, endlich Uebergang in rothes Ferrioxyd beim Erhitzen an der Luft. Die Prüfung mit Brom, Jod, Ferrichlorid verwirft Biel wegen Bildung höher bromirter oder jodirter etc. Verbindungen und wegen Oxydation des Filterinhaltes. Dieses sind nur theoretische Einwürfe, weil Brom und Jod in zu verdünnter Lösung in Anwendung kommt. Die im Handbuche angegebene Anweisung der Prüfung mit Brom und Jod wäre dahin zu verbessern, dass man die Lösung dieser Halo'ide mit dem Eisen b ; s zum Kochen erhitzt, um so schnell als fflög* lieh die Verbindung zu erlangen, dann absetzen lässt, decanthirt und nun de» Rückstand im tarirten Filter sammelt. Diese Prüfung mit Brom und Jod lSt heute allerdings eine überflüssige, da es sich nur um die Erkennung e ' ncS Mindestgehalts an metallischem Eisen handelt und diese durch die weiter unte» angegebene sehr bündige Jodprobe erlangt wird. Biel verwirft die Bestimmung des von einer gewogenen Menge reducirte» Eisens in Berührung mit Salzäure oder verdünnter Schwefelsäure entwickelte Wasserstoffgases entweder durch Messen des entstandenen Gasvolumens oder Wäg e in einem GEisSLER'schen Kohlensäurebestimmungsapparate vor und nach der & n Wickelung. Diese Methode giebt stets zu niedrige Resultate, weil das vorhand 0 Oxyduloxyd von Wasserstoff in statu nascendi zu Oxydul reducirt und Was^ gebildet wird, welches sich der Bestimmung entzieht. Fe 3 0 4 + 6(HCl)-r- 2 " "T* 3(FeCl 2 ) + 4(H 2 0). So erhielt man z. B. aus einem Präpart, welches, nach anderwe^ tiger Bestimmung 37°/ 0 metall. Eisen enthielt, nur 45 CC. von 0,5 g, * onaC der Gehalt sich auf 22,5% Fe berechnen würde. ft Wenig Zutrauen dürfte die von Biel vorgeschlagene Oxydation an der h finden. „Dieser Oxydationsprocess wird von mir (so bemerkt Biel) sehr g e angewendet, weil er nur zwei Operationen verlangt und besonders alles Futnr ^ Trocknen des Rückstandes etc. unnöthig macht. en mit Man erhitzt nämlich eine wogene Menge, ungefähr 0,5g in einem kleinen Porzcllantiegel ohne Dec * -5 Minuten zum lebhaften Glühen, indem man durch fleissiges Umrühren einem Platindraht dafür Sorge trägt, dass der Inhalt nicht zu einem K .^ nB zusammenbackt, wozu das reducirte Eisen grosse Neigung zeigt und wobei die inneren Theilchen nicht genügend mit der Luft in Berührung kommen. e dem Erkalten wird wieder gewogen und aus der Saucrstoftaiifnahme die M- Ferrum. des vorhanden gewesenen reducirten Eisens bestimmt. Diese Methode wird von Schacht kurzer Hand zu den Todten geworfen, weil die Zusammensetzung des entstandenen Oxydationsproductes nicht genau bekannt sei. Dasselbe ist aber in n och höherem Grade bei den Auslaugungsmethoden hinsichtlich des Ruckstandes er Fall. Meines Erachtens kann die Zusammensetzung nur zwischen der des natürlichen Magneteisens: FeO + Fe 2 0., (27,58 Sauerstoff und 72,42 Fe) und der «es frischen Hammerschlages: 3 FeO + Fe 2 0 3 (25,53 Sauerstoff und 74,47 Fe) Zuwanken, also nur um 2°/ 0 Fe differiren. Endlich schlägt Biet, eine volumetrische Methode vor, welche sehr scharfe esultate geben soll und nur zwei Stunden Zeit und titrimetrische Instrumente er- wuert. „0,56 g der zu untersuchenden Probe werden im 100-CC-Kölbchen mit ^C. verdünnter Schwefelsäure aufgelöst, ein Stäbchen von reinem Zink hinein- ^'Mi'llt und das Kölbchen mit einem der bekannten Gummiventile verschlossen, 'üc1h> ( i en Q asen von i nnen f re ; en Austritt, der Luft aber keinen Eintritt gegarten. ^ Nach vollendeter Reduction wird das Zinkstäbchen herausgenommen, gut gespritzt und das Kölbchen bis zur Marke mit luftfreiem Wasser und etwas ' 'Hinter Schwefelsäure gefiillt. Durch Titriren mit Kaliumhypermanganat wird vorhandene Eisenoxydul bestimmt. Wenn man eine y^-Normallösung (3,165 a 1 Liter) nimmt, so ist die Zahl der verbrauchten CC. zugleich die Anzahl als iu° "denen Procente an Eisen. Diese Zahl repräseutirt aber sowohl das ziel a " vorhandene, als das noch nicht vollständig reducirte Eisen. Wir ß ^en daher von derselben die Zahl 72,4 ab und dividiren den Rest mit 0,270. l erhaltene Quotient ist der vorhandene Procentgehalt an Eisen, z. B. 0,56 gieht i° 84 ' 5 ^' Vio'Kalihypermiingiuiatlösimg. Davon 72,4 abgezogen erEisen« Re8t 12 ' 1 - Diese Zahl di vidirt durch 0,276 ergiebt 43,84% meta11 - (Ph. Zeitschr. f. Russland 17. Jahrg.) des P°; ' 5ro ' )e ' ^ a8 einfachste Verfahren ist, da die Pharmacopöen die Güte hänei Fa * 8 nur von e ' nem gewissen Mindestgehalt an metallischem Eisen ab- z u lag naac " en j ein diesem Mindestgehalt entsprechendes Jodquantum einwirken Gehalt B '""' '"'* l '''' 1<:ir ' ,e der Lösung einen zu geringen oder einen grösseren gieb't m 7 " ( '" nst:,ti, ' i!l1 - In einen gläsernen Kolben von 90—100 CC. Bauminhalt bi 8 ™ an 0,5 g des Ferrum reduetum, dann 60 CC. «lest. Wasser, hierauf 1,2 holtem \ 'f alium .iod'd und genau 1,14g trocknes Jod. Man erhitzt unter wiederHaisi des v im ' n ,,is z,lm Aufkochen, fallt heisses Wasser hinzu, so dass der lll ftdiclf 8 , bens zu i lh «einer Länge gefüllt ist, verschliesst mit einem Kork e,, schei t ü- üttel * n ° ch eini S eMale lu " " Hl1 8tellt beiSeite. Nach dem Erkalten f a8t f a ' n , | Flüssigkeit, welche sieb über dem Bodensatze gesammelt hat, klar, 8cb.es E ° der bla8S Si'iinlich, wenn das Präparat mehr als 50 Proc. metalli- ist s i e T" ''"" l:i "- Ist sie M ass gelblich, so ist nicht, über 50 Proc. vorhanden, lisolip, u- gell) °d er bräunlich bis braun, so sind weniger denn 60 Proc. metal 1 es ^, 8en im p räparat W1 . ( ,.,,,,.„ ()(1( , r ■ n, ger denn 0,26g metallisc jene 0,5 g Ferrum reduetum enthalten Eisen. Sind 60 Proc. Mindestgehalt gefordert, Proc w? man auf 0 ' >r '" des Präparats 1,37g (berechnet 1,36g) Jod, für 70 Verw e a g ' fiir 80 Proc - h^S Jod. Für je 10 Proc, metallisches Eisen bei JoJiN nÜLm S von 0,5 reducirten Eisens sind somit 0,23 g Jod (berechnet 0,226 g UU J anzuwenden. Schwen Jodprobe und vollständige Löslichkeit in heisser und verdünnter oder fl h We unter Freilassung eines Bleisalz-haltiges Papier nicht bräunenden schwärzenden Gases sind ausreichende Kriterien eines guten Präparats. mit v Dle , c . hemit, elie Fabrik von W. C. Herabus in Hanau liefert reducirtes Eisen a erschiedenem metallischem Eisengehalt, je nach gestellter Anforderung. Das agei ' Pbarm . Praxis. Suppl. ^ 418 Ferrum. Wasserstoff-Eisen. Präparat dieser Fabrik ist ein sehr reines, während die aus Frankreich bezogenen Präparate auch nicht in einem einzigen Falle genügten. Chemie und Analyse. Scheidung des Eisens in Erzen. Die das Eisen begleitenden Metalle können sein: Mangan, Nickel, Kobalt, Kupfer, Vanadin, Titan, Wolfram, Chrom. Behufs der Scheidung wird das Erz oder Metall mit Königswasser oder mit Salzsäure und Kaliumchlorat behandelt und die filtrirte Lösung mit Aetzammon gefällt. Im Rückstände verbleiben hierbei Titan und Wolfram, im Niederschlage neben Eisen Chrom und Vanadin, in der vom Niederschlage gesonderten Flüssigkeit Kupfer, Kobalt, Nickel, Mangan. (Terreil.) Wasserstoff eisen, hydrogenisirtes Eisen. Es haben E. Hughes und Ciiandler Roberts die sehr wichtige Beobachtung gemacht, dass Eisen und Stahl durch Liegen in verdünnten Säuren oder im Contact mit denselben in ihrer Masse eine Lockerung erfahren, an ihrer Härte und Festigkeit Einbusse erleiden und zer- brechlich werden. Diese Lockerung der Massentheilchen soll ihren Grund in der Aufnahme des Wasserstoffs in statu nascendi haben. Der Wasserstoff scheiß' 1 die ganze Masse des Eisens zu durchdringen, und selbst dicke Eisenstäbe worden in gleicher Weise angegriffen wie dünne Stäbe. Die Zerbrechlichkeit ist eine dauernde, wird aber durch Erhitzen bis zur Rothgluth wieder beseitigt. Das durch den Contact mit verdünnten Säuren in seiner Masse veränderte Eisen nenn* man hydrogenisirt. Pyrophorisches Eisen. Zur Darstellung desselben dient Eisenoxalat, welch 1 * im Wasserbade gut auszutrocknen ist. Es wird damit ein Glaskölbchen zu /s gefüllt und langsam erhitzt, bis es in eine lockere schwarze Masse verwanden ist. Das noch heisse Gefäss ist sofort dicht mit Kork .zu schliessen. Erhitzt man nach Prof. R. Boettger oxalsaures oder weinsaures Eisenoxydiu in einem kleinen, mit engem Halse versehenen Glaskölbchen bis zu ihrer gänzlic' 10 ' 1 Zersetzung und verschliesst dann das Kölbchen mit einem gut passenden £<"*> so erhält man einen sammetschwarzen pyrophorischen, die Magnetnadel st* 1 * afficirenden Rückstand, der nach vollständigem Erkalten, in die Luft ausgeschÜt" tet, sich von selbst entzündet und sich in rothes Eisenoxyd verwandelt. "' schwarze, bei Zerlegung des weinsauren Eisens resultirende Masse besteht » u ' einem Gemisch von feinzertheilter Kohle und Eisenoxyduloxyd, während die Oxalsäuren Eisens nur aus Eisenoxyduloxyd zusammengesetzt ist. Der MAGNUs'sche Pyrophor ist ein durch Wasserstoffgas bei massig Hitze in Oxydul übergeführtes Eisenoxyd. Ferro-Kalium oxalieum, Kalium oxalicum ferrosiini, Kaliumfcrrooxalat (C-i&fi* C 2 Fe0 4 + H 2 0) wird durch Mischung einer conc. Ferrosulfatlösung mit soviel ein - conc. neutralen Kaliumoxalatlösung erzeugt, bis der anfänglich entstandene Niea e schlag in Lösung übergegangen und eine dunkel rot he Flüssigkeit entstanden ' s ^ Diese Lösung ist ein mächtiges Desoxydationsmittel, ähnlich der kaiische Pyrogallussäurelösung. Aus den Haloldverbindungen des Silbers, den Kupi e ^ salzen mit schwachen Säuren scheidet sie Metall aus, Berlinerblau verwandelt s in weisses Kaliumferroeyanid, Endigoblau in Indigoweiss (J. M. EdER). Durch Bildung dieses Salzes und seine reducirende Einwirkung auf ° , ü salz (nach der Gleichung 2FeO+Ag 2 0=Fe 2 0 3 + 2Ag) lässt sich Ferrooxyd nebe Ferrioxyd leicht und schnell bestimmen (Eder, L. Mayer). Das Rosten des Eisens in Dampfkesseln zu verhindern. Zusaninie Setzung der A n ti kesseis tei n mi ttcl. Aug. Wagner stelle über dies Gegenstand Versuche an (DiNGLJEB's Jotirn. Bd. 218), um den Einlluss der zur Perrum. Eisenkitt. 419 hütung des Kesselsteins in Vorschlag gebrachten Materialien (Soda, Kalk, Chlor- baryum u. s. w.) auf das Kosten des Eisens unter Wasser, sowohl bei gewöhnlicher Temperatur, als auch auf die Corrosion des Eisens bei anhaltender Einwirkung der Wärme zu bestimmen. Es ergab sich, dass alkalisch reagirende toffe wie Kalk und Soda das Rosten des Eisens unter Wasser gänzlich verhin- ern; dagegen zeigte sich, dass alle Chloride der Alkali- und Erdmetalle das 'sen stark angreifen können, sobald Luftzutritt gestattet ist. Es fragt sich also, ° Zusatz von Baryumchlorid zum Speisewasser für den Dampfkessel stets von «tzen ist, und ob nicht unter Umständen der bei Entfernung des Gypses ge- , affene Vortheil wieder völlig aufgehoben wird durch den schädlichen Einfluss ' r hierbei entstehenden Chloride. Besonders bei Speisewasser, reich an Bitter- " alz > kann der schädliche Einfluss bei Anwendung von Baryumchlorid durch das 1Cü bildende Magnesiumchlorid überwiegend sein. i.. . ' e Anwendung von Ammoniak und Ammonsalzen ist unter allen Umständen ädlieh für den Kessel, weil dadurch das Eisen stark angegriffen wird. Zusatz n Oel un( j sicherlich ebenso von Fetten zum Speisewasser kann nicht schädlich ln ' lm Gegentheil vermindert es wesentlich das Rosten. • i. 8S die fixen Aetzalkalien in Lösung und auch geschmolzen auf Eisen Und f , mer ^^ cn einwirken, ist eine eingebürgerte Annahme, doch haben Bonner nu AEBE die ätzende Einwirkung auf Gusseisen constatirt und eine Abtren- g von Eisen und Mangan nachgewiesen, mit • ^ osten des Eisens wird verhindert, wenn die Oberfläche desselben einer Oxyduloxyd Schicht bedeckt wird, was nach Baeff dadurch erreicht )0 n 8 man den e i 8ernen Gegenstand mehrere Stunden einer Hitze von wirri 610 ^ 0x yduIoxydSchicht bedeckt wird, was nach Baeff dadurch erreicht £"?> dass man " t>50ß n ^- aussetzt. E rzeu K u hUtZ V ° r Rostansatz - Brünirung des Eisens. Von Hess wird zur Bisen d - ng emer 8ellr glänzend blauschwarzen, dauerhaften Rostschutzschichto auf werden' 6 . endur >g des Kupfersulfürs empfohlen. Die gereinigten Eisentheile '■arte UsTf 1 "^ Minuten in eine Kupfervitriollösiing gehängt, so dass sich eine ab Sespült ^ n Kupfer auf der Oberfl***« bildet; schwenkt man die mit Wasser ^gesäuert" ? ke (lann weni S e Minuten lang in einer mit Salzsäure schwach Wauschw"^ 6n Tj08 ™g von unterschwefligsaurem Natron, so erhalten sie einen ßesändisrk^ 611 ,, Ueberzug von K uj>fersiilfür, welcher an der Luft und im Wasser Lappen al D ' e scnwarz(5 Fläche kann gleich mit Wasser abgespült, mit ein en stalln etr ° Ckn6t ™ d 8ofort mit dem Polil ' holze polirt werden; sie besitzt m it der d auen Schimmer, haftet sehr gut an Eisen, verträgt die Behandlung ol Kratzbürste und schützt vor dem Rosten. Ess ig e sä VaSSCr fürStahl > Eisen - Nach Angaben Hebebuegee's : 1) 40,0 conc. ^unde g U f e ™ d 10 '° absoluter Weingeist werden gemischt und eine Stehen ist v mlt 10 '° rauche nder Salpetersäure versetzt. Nach langem einer 2n Ml8chu «g nicht mehr brauchbar. — 2) Eine Mischung von 20,0 ^öproc. Salpetersäure mit 100,0 Essigsäure. lir tem st? ii tZ6n Von Stahlstichen, von grösseren Ziergegenständen aus po Blatt) *.J,°der vernickelten Eiseugegenständen eignet sich (Schweiz. Gewerbe- Silbernitt 1Sch aus 12ü >° SOproo. Weingeist, 8,0 Salpetersäure und 1,0 b ehuf 3 rj". Der D eckgrund, welcher entweder mit Terpenthinöl aufgemalt oder ö ere est ,, a Ung auf geschmolzen wird, besteht hier aus einem durch Schmelzung 6 reuten Gemisch von 6 Th. Asphalt und 1 Th. Mastix. (Polyt. Notizbl.) S c iJ is !! n, [itt, Kitt für Eisen. Man meng lw etel und 30 Th. fein gesiebte Ei . simkitt, Kitt für Kisen. Man mengt 3 Th. Kochsalz, 1 Th. gestossenen senfeilspäne und rührt die Mischung 27* 420 Ferrum. — Ferrum aceticum. mit verdünnter Schwefelsäure (8 Th. Wasser, 6 Th. Schwefelsaure) ZU einem weichen Brei an. Dieser anfangs knetbare, nach 1 bis 2 Tagen steinharte Teig wird auf die sorgfältig von Fett und Rost befreite Kittstelle autgetragen. . HärtiMg und Stählung eiserner Werkzeuge. Eine solche wird erreicht, wenn das weissglühende Eisen in Talg, oder in eine Mischung aus Talg unö Harz zu gleichen Theilen eingesenkt, diese Operation auch wohl zweimal wiederholt wird. Noch bedeutender soll der Effect sein, wenn man statt des Talges eine Mischung aus 100 Th. Schellack, 50 Th. Colophon und 25 Th. Lärchen- terpenthin verwendet. EisenverstiUilungspasta. Zum Zweck der oberflächlichen Verstählung des Eisens bedient man sich (nach Angabe des „Metallarbeiters") folgender Pasta aus 1" Th feingeraspelten Hörn, 10 Th. Chinarinde, 5 Th. Kochsalz, 5 Th. gelbem Blutlaugensalz, 3 Th. Kalisalpeter und 20 Th. Schmierseife. Aus dieser Pasta form» man Stangen, mit welchen man das rothgliihende Eisen bestreicht und sodann u» Wasser ablöscht. Masrenirediirmekatarrlimittel, Popp'b (Heide in Holstein), ist ein Schwefeleise enthaltendes Eisenpulver (72 Pulver a 2-8g = 60 Mark) Andere fanden es nur au Schwefeleisen bestehend, jedes Pulver circa 7,5g schwer (12 Pulver = 15 MaikJ. ■ Nun ist Schwefeleisen ein giftiger Körper und — trotzdem soll dieser Popp sei"" Handel weiter treiben und das Mittel besonders in ausländischen Blattern anbieten- Ferrum aceticum. Die verdünnte Ferriacetatlösung dient als Reagens auf freie Mineral säure«' indem sie in sehr geringer Menge einer farblosen, nicht freie Mineralsäuren en^ haltenden Flüssigkeit zugesetzt, dieselbe gelb färbt, auch bei Gegenwart fre» Essigsäure und Alkalibisulfat, im anderen Falle aber die Flüssigkeit nicht g färbt (Spence und Esilmann). Die als Reagens dienende Normalflüssigkeit & durch Lösung von 10 Th. Eisenalaun und 8 Th. Natriumacetat in 1000 einer 8proc. Essigsäure hergestellt werden. c- Der Eisenoxydgehalt der RADEMACHER'schen Tinctur ist zu 1 — 1,» j anzunehmen. In Stelle von 450,0 Bleiacetat in der Vorschrift (Handb. V > •£ S. 1039) sind zu setzen 390,0 entwässertes Baryumaeetat, um ein blei Präparat zu gewinnen. Tinctura Ferri acetici venalis. Stahltropfen. Ijr Spiritus Vini 20,0 Aetheris acetici 25,0 Glycerinae 30,0. Mixtis adde Liquoris Ferri acetici 225,0. , „ , fa T de« Diese Tinctur ist ein Ersatz der Tinctura Ferri acetici aetherea w ^ Handverkauf. Die officinelle Eisentinctur macht nämlich Bodensätze un ^ Publikum, welches diese Stahltropfen gebraucht, hält dann die Trop r .f ro pfen schlecht bereitet etc. Die nach obiger Vorschrift zusammengesetzten ^.^ leiden nicht an der leicht eintretenden Selbstzersetzung, sie bilden so leic wS Bodensätze und geben daher weniger Veranlassung, die Kunst des Ap in den Augen des Publikums zu verdächtigen. Chromacome besteht aus zwei Flüssigkeiten. Die eine: Le criro _ Qft tineture superieure de William W. A. T. No. 1 im Gewicht von owo Ferrum aceticum. — Ferrum albuminatum. 421 l?* Galläpfeltinctur, die andere, No. 2, eine Lösung von essigsaurem Eisen mit etwas Höllenstein. Werden graue Haare zuerst mit der Tinctur No. 1, später mit No. 2 bestrichen, so findet eine schwarzbraune bis schwarze Färbung der grauen Haare statt. JJistribuent dieses Mittels ist Terreur, Haarmodist, Paris, Kue Montmartre 117 un R dieser Flüssigkeit von 1,26 spec. Gew., welche mit einem lOfachen Vol. asser verdünnt ist, versetzt und die Mischung gelind erwärmt und kräftig ge- "Cüuttelt, bis eine ziemlich klare Flüssigkeit erfolgt ist. Nachdem 40,0 eines proc. Weingeistes hinzugemischt sind, verdünnt man mit soviel Wasser, ass die ganze Mischung 200,0 beträgt und sie 0,033 Proc. Eisen enthält, p 'errnm albuminatum siccinn. Die Mischung aus Eiweisslösung und "ichloridlösung, wie sie vorstehend angegeben ist, wird bei gelinder Wärme 18 zur Syrupdicke eingeengt, auf Glas- und Porcellantafeln aufgestriehen und e i einer Wärme von 35 — 40° ausgetrocknet. Die gelben Lamellen enthalten °> d * Proc. Eisen. vorl' J fand (American. Journ. of Ph. Vol. LH), dass die Ferrialbuminat- Kiel t . Uu £ durch Kochsalz aus ihrer Lösung ausgeschieden werden könne, und w e -, 61 ? le Forschrift, welche näher betrachtet ohne sicheren Halt ist, denn man die p 111 ^ 1 *' °^ er troc knes oder frisches Eiweiss fordert, und welchen Gehalt iW e " icluür idlösung haben muss. Die Vorschrift ist im Arch. der Ph. 1880, ö eptemberheft 8. 226 nachzusehen. wird 8 e ' ne Vtu,ll "dimg des Eisenoxyds mit Prote'insubstanz jederzeit erlaugt ist i> TT" man '^'''''''''di'i'id mit Eiweisslösung, besonders mit Milch mischt, so medic^ ondere Herstellung nichts weiter denn eine Vertheuerung des Eisen- ß ars ? a . meuts - Dazu kommen die hundert verschiedenen Vorschriften, welche zur vers Wa^ dcS Eisenalbuminats vorgeschlagen sind, welche auch Präparate von »brei ■ u m Gellalt liefern. Will der Arzt dem Patienten Eisenalbuminat ver- nehm 1Pn ' 8 ° genugt es > ir K cn d ein lösliches Eisenoxydpräparat mit Eiweisslösung en zu lassen oder auch folgende mehrmals angewendete Mixtur zu verordnen: J^c Liquoris Fern dialysati 10,0 (—20,0) Aquae destillatae Syrupi Sacchari ana 30,0. Mixtis adde Albumina ovorum duorum soluta in Aquiie destillatae 50,0 Aquae Menthae piperitae 150,0, tum per linteum fusa. Dass diese Mixtur nicht Ferrialbuminat enthalte, dürfte schwer zu beweisen sein, lamrt der Arzt -' eden anderen Protemstoff dem Albumin gleichwerthig, so ge- ana or noen bequemer zum Ziele, wenn er dialysirtes Eisen mit Zuckersyrup „I . nil8 cben und diese Mischung mit Milch gemischt nehmen lässt. Man ver- he aucl > Glycerina ferrichloridata S. 424. 422 Ferrum carbonicum. — Ferrum chloratum. Ferrum carbonicum. Ferrum carbonicum saccharatum. Ph. Austriaca giebt eine gute Vorschrift zum zuckerhaltigen Ferrocarbonat. Es werden in einem gläsernen Kolben 300 Th- kryst. Natriumcarbonat in 1200 Th. Wasser gelöst und der filtrirten bis zum Kochen erhitzten Lösung 50 Th. gereinigter Honig und 250 Th. g®" pulv. reiner Eisenvitriol nach und nach zugesetzt. Ein zu starkes Aufschäumen ist durch Zusatz von wenig Weingeist zu dämpfen. Dann wird der Kolben mit Wasser gefüllt und zum Absetzenlassen beiseite gestellt. Nachdem die klare Flüssigkeitsschicht mittelst Hebers abgehoben ist, wird der Niederschlag in einem Colatorium gesammelt, mit heissem Wasser ausgewaschen und ausgepresst. Dieser Pressmasse wird eine gleiche Menge gepulv. Zucker beigemischt und die Mischung getrocknet etc. Es ist das Präparat ein graues oder grünliches Pulver, welches 33,3 bis fast 50 Pro. Ferrocarbonat enthält. Ein bräunliches Präparat soll ver ' worfen werden. Massa pilularnm Blaadii. I. ijc Ferri sulfurici crystallisati 120,0 Gummi Arabici 10,0 Tl;ulicis Althaeae 20,0 Sacchari albi 40,0. Pulveratis et contritis adde Kali carbonici sicci 100,0 contrita cum Glycerinae Aquae destillatae ana 15,0. Conferatur Handb. Bd. 1, S. 1044, 1045. II. Praeceptum Ph. militaris Fninco- Gallicae. fy Ferri sulfurici crystallisati Kali carbonici ana 100,0. Conterendo in massam semifluidain redact sepone per horam dimidiam vel nnW- Tum massae rigescenti admisce Sacchari albi pulverati 100,0 et post aliquot tempus Radteig Althaeae pulveratae 100,0 vel q. s., ut fiat massa pilularis. Obgleich die Darstellung der Bi.AUD'schen Pillen keine Schwierigkeit bietet, so hat die pharm. Tagesliteratur 1878—1880 mit Vorschriften zu diesen P'"^! 1 massenhaft um sich geworfen. Weitere Vorschriften sind z. B. Rp. Ferr. eU J' sicc., Kali carb. puri sicci, Mellis ana 4,0. Pilulae 100. — Rp. Ferri sulf. crys •> Kali carb. ana 100,0, Glycerin. 50,0, Aq. dest. 25,0. Mixta calore balnei a, Flüssigkeiten wenigstens ein- mal sanft zu agitiren. • a _ il s Nasser im ExarysatoT wird Je en ' r '- ' l 'ag erneuert. Das Abgegossene nutzt m an auf perrihydrat aus. Am d 'rYr 6 crsetzt man das Wasser durch 1 ' urtes. Wenn dieses nach einigen e . a gen durchschüttelt mit Silbernitrat nur ' e Trübung giebt, welche als sehr «wache weissliche Opalescenz gelten ann, so ist die Dialyse beendet. Mau i uu die Eisenflüssigkeit auf ihr spec Fig. 65. Einfacher di:ilytischer Ar o Dialysator. e Exarysator. Gewicht und verdünnt sie mit destill. bis zu einem Gehalt von 5 Proc. Ferrioxyd oder bis sie ein spec. Ge- Wieht von 1,040 aufweist. g . l11 nian die Flüssigkeit nach dein Gehalt an Eisenoxyd normiren, so ent- iiojr U l<)0 Thl de8 ' , " 1 ' (,h Eindampfen und Erhitzen im Wasserbade ausge- spglp 611 . Verdampfungsrückstandes 80 Tb. Ferrioxyd. Hiernach wäre «las W- 1'• 'f^' c ^ ( ' (51 ' vo " der Ph. Austriaca, aufgenommenen Eisenflüssigkeit 1,036. rscheinlich meinte diese Ph. die allgemein eingeführte Eisenflüssigkeit mit 5 oc. Oxydgehalt und von 1,046 spec. Gewicht. Es liegt hier jedenfalls eine. . fwechselung des Glührückstandes mit dem Verdampfungsrttckstande vor. Der- h "''"'n Irrt Immer sollten doch vermieden werden. Dm eine concentrirte dialysirte Ferrioxychloridlösung zu erlangen, mischt ; Aeq. amorphen Ferrihydrats fast 1 Aeq. Ferrichlorid, welches Verliältniss ausroich , um mit Silberlösung nicht mehr eine Chlorreaction zu geben. Maonikk dE W SOURCE hat selbst noch ein Dialysat von der Formel 116 Fe 2 0;,+Fe 2 Cl6 erlang- Diese Umstände nöthigen den Pharmaceuten, dieses dialysirte oder amorp Ferrihydrat als eine Oxychloridverbindung aufzufassen. Im entgegengesetzten Falle könnte man es mit Ferrum hydratum amorphum solubile bezeio - nen, aber das darin befindliche Ferrichlorid als eine nothwendige oder nicht z vermeidende Verunreinigung annehmen. _ Das dialysirte Eisen soll neutral, nicht sauer sein, sowohl in Weingeist, vv in Aetherweingeist löslich, in Aether nicht löslich sein. Seine wässrige # ^ sU J^ darf mit Kaliumferrocyanid, Gerbsäure, Salicylsäure, Ammoniumrhodanid nicht bekannten Eisenreactionen geben. Ferrum chloratum. Ferrum catalysatum. Die Alkalien und Erden, deren Carbonate, Sulfate und Haloide, fast alle Säuren, schleimigen Stoffe etc. wirken zersetzend auf das Ferriperoxychlorid. Man giebt auch Ammoniumchlorid als zersetzend einwirkend an, was wohl auf Irrthum beruht, denn wenn man Ferrichloridlösung mit soviel Ammon versetzt, dass ein Dreissigstel des Eisensalzes unzersetzt bleibt, so erfolgt allmählich eine Ware Lösung. Dass hier Ammoniumchlorid sich bilden müsse, wird wohl Nie- ma nd bezweifeln, obgleich diese Flüssigkeit auf Zusatz von Weingeist kaum Am- m °inumchloridkrystalle fallen lässt. Diese Eigentümlichkeit deutet auf ein besonderes Verhalten dieser Eisen- v erbindung und macht das indifferente Verhalten gegen Arsenigsäure erklärlich. Man hat es zwar als Antidot des Arseniks empfohlen, doch scheint es im Magen eselbe Indifferenz gegen Arsenigsäure zu zeigen wie im Reagirglase. Das Gelatiniren des dialysirten Eisens ist, wie oben schon erwähnt wurde, t'olge einer Uebersättigung mit Forrihydrat oder der Gegenwart zu geringer Meng en Ferrichlorid, also Folge zuweit getriebener Dialyse. Eine gelatinirto 1Sen flüssigkeit wird wieder flüssig, wenn man nur soviel Fenichloridflüssigkeit ^mischt, dass eine Chlorreaction mit Silber noch nicht eintritt. Eine mit Ferri- 'ydrat übersättigte Lösung des dialysirten Eisens disponirt ungemein zur Zersetzung , und g anz geringfügige Veränderungen der Temperatur, starker Ge- att der Luft an Amnion bewirken Ausscheidungen und Gelatiniren. Der Conact mit ammonhaltiger Luft ist besonders Ursache des Gelatinirens einer zu weit *'ysirten Eisenflüssigkeit. S. SiEBERT glaubt auch in der Gegenwart fremder atze (hier wohl Spuren Ammoniumcarbonat) die Ursache des Gelatinirens zu «'"kennen. D.alysirtes Eisen liefern in vorzüglicher Qualität der Apotheker Oltmanns Oberndorf Prov. Hannover und die Fabrik Finzelbkku's zu Andernach am '«lein. _. P«rrnn catalysatum, katalytiseks, durch Katalyse (Auflösung) horeitetes •■ ist ein wahrscheinlich durch Auflösen (xuiulvmc) von Ferrihydrat in Ferri- ondlösung bereitete Eisenlösung, Liquor Ferri peroxychlorati. Es wurde dieses parat von Dr. Daniel Wagneb, Apotheker in Pest, in den Handel gebracht, y on Hager für eine Eisenperoxychloridlösung erkannt, denn das Verhalten |v gen Reagentien und die physikalischen Eigenschaften weichen in keiner Weiso Be "♦ ^ Va()nk,r widerstreitet dieser Angabe, ohne jedoch den Modus der T ln K mitzutheilen. Wird dieses Präparat, gefordert, so wird man durch Ab- ItyV ''"l" 01 ' K, ' n 'i peroxychlorati, bereue! nach der (im Handb. Bd. I, S. 4), gegebenen Vorschrift der Forderung auch geBügen. Dr. Wagner's uslassungen über dieses Präparat linden sieb ph. Oentralh. 1876 Nr. 52, die n tgegnung in demselben Blatte 1877 Nr. 17. Der Gegenstand erfordert weniger "e chemische als eine pharmaceutische Auflassung. Auch S. Shbbebt (Orb) und tmannb (Oberndorf i. 11.) vermochten zwischen Wagner's katalytischem und em «alysirten Eisen einen Unterschied nicht aufzufinden. Wirkung und Anwendung. Dass das dialysirte Eisen ein vortreffliches Eisen- «»ttel ist, wurde bereits im Handbuche angegeben. Zwar giebt es Aerzte und -I mker, welche diesem Eisenpräparat fast jede Wirkung absprechen, weil es uren den sauren Magensaft unlöslich gemacht werde. Momentan geschieht dies, ,e * um in kurzer Zeit unter dem Einflüsse der Digestionswärme eine lösliche Form »zunehmen, in welcher es schnell in den Kreislauf der Körpersäfte übergeht. Die v ^ rzte > welche es anwendeten, wurden immer befriedigt, und was von grossem ertt > ist, nie treten die unangenehmen Nebenwirkungen anderer Eisenmittel esoiKlers der Eisenoxydul salze) ein. Camuoui.ivks bemerkt in seinem Manuel 428 Perrum chloratum. Ferrum citricum. (1880): Es bietet vor den anderen Eigenmitteln den Vortheil, m Wasser leicht löslich zu sein. Vom Magensaft wird es schnell angegriffen und geht, nachdem es sich in Chlorid und Lactat verwandelt hat, in den Kreislauf der Säfte über, den färbenden Stoff des Blutes vermehrend und dieses kräftigend. Die Ansicht einiger Aerzte, dass der Magen ein dialytischer Apparat sei und daher eine Indifferenz zwischen ihm und dein collo'idalen Ferrihydrat obwalte, ist doch wohl nur das Resultat einer hypercinesischen Phronesis. Die Gabe den Tag über ist 20,0 — 50,0 mit Zuckerwasser, Wein, Kaffee zu nehmen. Zur subcutanen Injection wird 1 Th. Liquor Ferri dialysati mit 9 Th. destill. Wasser verdünnt. Injectionsdosis 1,0. Fever- and Ague-Cure, Rhode's, Antidote to Malaria. Eine nicht filtrirte LÖ- sung von circa 3g Eisen in der genügenden Menge unreiner Salzsäure und verdünnt mit etwas Weingeist und Zuckerwasser bis auf 400 CC. Ferrum citricum. Magnesia citrica effervescens cum Ferro. Vorschrift: Handb. Bd. II, 8. 305. Magnesia citrica ferrata s. martiata, Ferrum citricum cum Magnesia, Magnesia-Eisencitrat. Der mittelst Aetzammons aus 100g Liquor Ferri sesqui- chlorati (mit einem Gehalt von 45 Proc. wasserleeren Ferrichlorids) abgeschiedene und ausgewaschene Niederschlag (oder der Niederschlag, welchen m»° aus 80 g kryst. Eisenvitriol nach Ueberfiihrung in Ferrisulfat und Fällung mit Aetzammon gewonnen hat) wird in eine Lösung von 60g Citronensäure i" 200 CC. warmem destill. Wasser eingetragen und digerirt, bis eine klar 6 Lösung erfolgt ist. Von dieser Lösung werden 20 CC. reservirt, der übrige noch lauwarme Theil nach und nach mit kleinen Portionen Magnesiumsubcarbo- nat unter Umrühren versetzt, bis dieses nicht mehr gelöst wird. Dann uets» man jene reservirten 20 CC. Eisencitratlösung hinzu, dampft das Ganze bis z |U ' Syrupdicke ab, streicht die Masse auf Glas- oder Porcellantafeln und trocknet bei 35—45° C. aus. Das Magnesia haltende Eisencitrat bildet glänzende, dem Eisencitrat ähnlich 0 Schuppen und Schiefer, welche sieh in Wasser klar lösen und nur einen schwachen styptischen Geschmack haben. Dosis 0,1 — 0,25 — 0,4 einige Male des Tages- Es galt dieses Mittel als Specificum bei Cholera. (1) Albnminum jodatum cum Ferro cltrico (Gueiiri). Vf Albumini jodati 10,0 Ferri eitrici 5,0. Misce, fiat pulvis subtilis. (Album, iodat. conf. Handb. Bd. II, S. 208.) (2) Aqua mineralis ferruginosa. I. Eisenhaltiges Mineralwasser der Französischen Militiirlazarethe. ly Ferri eitrici 0,15. Solve in Aquae fontanae 500,0. Tum adde Aquae Sclteranae arteficialis 500,0. Eisenhaltige Mineralwässer dürfen J" den Militärlazaretlien Prankreichs nicni in Anwendung kommen, und soll ein Lösung von 0,1 Ferricitrat in 330,0 Wasser und 330,0 künstlichem Selterswassei Ersatz gewahres. IL IV: Ferri eitrici 0,2. Solve in Aquae fontanae 20,0. Liquorem infunde in lagenam, quae con- tinet Aquae Acido carbonico supersatuiai» Die Flasche mit dem Kohlensa uro-Was sei- wird vor dem Oeffnon eine halbe btun hindurch in Eiswasser gestellt. Ferrum citricum. — Ferrum cyanatum. — Ferrum jodatum. 429 Mineral. Nährmittel, Reynoso's (Paris) besteht aus 15 Th. Calciumlactophos- phat, 0,75 Th. Kaliumfluorid, 6 Th. Ammoniak-Eisencitrat, 1. Mangancitrat, 1 Th. Kalmmcitrat in 300 Th. Wasser gelöst. Ferrum cyanatum. Dem Chemiker Wim. Gintl gelang es, Ferro-Ferricyanid, Berlinerblau, in Krystallform iiber/ufuhren. Wird frisch gefülltes Beiiinerblau (auch Turnbull- olau) mit concentrirter Salzsäure Übergossen, so erfolgt, nöthigen Falles unter Anwendung von Wärme, eine gelb gefärbte Lösung, welche auf Zusatz von Wasser wieder Berlinerblau abscheidet. Bei Verdunstung an der Luft ohne Wärmean- J'endung oder unter langsamer Aufnahme von Feuchtigkeit scheidet sich aus fieser Lösung des Berlinerblau als ein krystallinisches Sediment ab, dessen Par- j U( 'l i m reflectirten Lichte Kupferglanz zeigen. Die in dünner Schicht damit •edeckto Glasfläche erscheint einem Kupferspiegel ähnlich. Die Krystallchen, w elche Hexaeder zu sein scheinen, verhalten sich gegen den polarisirten Licht- stl- ahl indifferent (Polyt. Notizbl. Nr. 25). Ferrum jodatum. Syrupiis Ferri jodati. Es ist ein Zusatz von Unterphosphorigsäure als Ent- ärbungsmittel empfohlen worden, doch dürfte ein solcher Zusatz als verwerfliche j, 1Scne rei zu beurtheilen sein. Meier empfiehlt zu demselben Zwecke einen Zu- r?" ,1 , odwa8Ser8toff > circa °> 2 auf 1000,0, zu machen. bl v Einwirkung des Sonnen- und auch schon des Tageslichtes, so wie ein es Stück Eisendraht reichen aus, den Syrup für die Dispensation verwendbar - erhalten. Wäre der Syrup zu dunkel, so giebt man ein Stück Eisendraht p. i! n u ma eht ihn im Wasserbade beiss, wodurch er wieder seine normale arbe annimmt. Dieses Verfahren ist im Handbuch Bd. I, S. 1065 auch angegeben. TsU a k ^ ar b un g eines Jodeisensyrups mit Anilingrün soll vorkommen, wie aus ^ora-A mürika berirhtet wird . und U öl y ceriflz «satz soll den Syrup vor dem Dunkeifa.rbigwerden schützen haltbarer machen. Dieser Umstand ist bereits im Bandb. (Bd. T, S. 1064) dachtet worden. S t ( f.' eUm •' ccor is cum Ferro jodato. Die Vorschrift, welche im Handbuch Bd. I, Ihr- an gegcben ist, enthält 0,3 Proc. Jod, eine. Menge, welche den Leber- an zu einem halben bis ganzen Esslöffel nehmen lässt. Feosini Maki.kita ! sst 2 ° Th. trocknes Ferrooleostearal in der Wanne in 340 Th. Leberthran *'^en und diese Lösung mit einer unter Digestion farblos gemachten Lösung von fib Jod in 337,5 Th. Leberthran mischen. Devergie lässt aus 0,4 Eisenpulver und > Jod mit wenigem Wasser eine. Verbindung herstellen und mit 500,0 Leber ^an digeriren. Aus diesen Vorschriften ersieht man, dass 0,3 Proc. Jod im erthranpräparat eine passende Menge ist. I8«n verö ffentlicht S. Bruisma von Valaenbubg eine Vorgohrift (ph. Ztg. »80 Nr. 82), nach welcher 1,25 Jod durch mehrtägige Maceration in 98,5 Leber- m _an gchi s t werden, was unter häufigen Schütteln geschieht. Dieser Lösung werden «>o Eisenpulver zugesetzt, die Flasche hermetisch geschlossen und unter vielmals ' e ^ er holtem Schütteln beiseite gestellt, bis die Mischung kein freies Jod erkennen asst - Die decanthirte purpurviolette Flüssigkeit wird dispensirt. 430 Ferrum jodatum. — Ferrum lacticum. Diese Weise der Darstellung ist keine gute, und das quantitative Verhältniss des Jods zum Leberthran kann nicht gebilligt werden. Das Jod, welches mit dem Leberthran in chemische Verbindung getreten ist, kann mit Eisen nicht mehr Ferrojodid bilden. Die im Handbuch gegebene Vorschrift ist genau zu befolgen, man durchschüttelt 100,0 Leberthran mit 1,0 feiner Eisenfeile und giebt dann 0,3 Jod hinzu. Bei mittlerer Temperatur und wiederholtem Schütteln ist das Präparat in 10—15 Stunden zur Dispensation fertig. Da Eisenfeile genommen wird, so setzt der Leberthran auch schnell ab und kann leicht decanthirt werden. Er enthält 0,36 Proc. Ferrojodid. Behufs Analyse des Jodeisen-Leberthrans versetzt man 20,0 desselben mit 10,0 Aetznatronlauge und 3,0 Kaliumnitrat, gelöst in 10,0 heissem Wasser und bewirkt unter Kochen Verseifung. Die Masse wird bei starker Hitze eingetrocknet und dann in kleinen Portionen in einen glühenden Tiegel eingetragen. Die Asche wird dann mit Wasser behandelt, in der Lösung das Jod, in dem Nichtgelösten das Eisen bestimmt. (1) Pilulae antigalactorrhoieae GUENEAU DE MUSSY. IV Ferri jodati Ferri pulverati ana 2,0 Mellis depurati q. s. ut fiant pilulae viginti (20), quae Saecliaro obducantur. D. S. Morgens und Abends eine Pille (gegen profuse Milchabsonderung). (2) Pilulae jodoferruginosae GUENEAU DE MUSSY. ly Ferri jodati 1,0 Ferri hydrogenio redueti 2,0 Extracti Chinae corticis q. s. M. fiant pilulae quadraginta (40). D. S. Den Tag über 2—6 Pillen (bei Anämie der Phthisiker). Sirop de Laroze. Laroze soll jetzt verschiedene Syrupe als Geheimmit* 6 ' vertreiben, von welchen der eine Eisenjodid, der andere Kaliumbromid, ein dritte Kaliumiodid enthält. (3) Pilulae Ferri jodati simplices. Pilulae jodoferratae. r? Jodi 5,0 Aquae dostillatae 6,0. In mortarium porcellaneum ingestis adde Ferri pulverati 4,0. Hcactiono inter torendum peraeta admisce Tragacanthae Saechari albi ana 5,0 Radicis Althaeae 7,0. Fiant pilulae ducentae (200), quae pulvere corticis Cinnamomi Cassiae consper- gantur. D. ad vitrum. S. Dreimal tätlich 2 — 4 — 6 Pillen f.u nehmen (jede Pille enthält 0,03 Ferrum jodatum. Diese Pillen lassen sich leicht und gut tonnen und halten sich auch g' llt < ohne Jod abzuduusten). Ferrum lacticum. Da die Eisen-Oxydulsalze (Ferrosalze) weniger leicht vertragen werden » ls die Oxydsalze (Ferrisalze), so empfiehlt sich die Anwendung des Ferrilactats- welches auch schon vor einigen Jahren von Cakboneu, als besseres Kisenmiu'' hervorgehoben wurde. Ferrum lacticum oxydatum, milchsaurcs Eisenoxyd, rVrrisnblaftat. Fcrrilactat, ist ein Snblactat und wird hergestellt durch Lösung des noch feuchten Ferrihydrats, welches man aus 100 g der Ferriehloridflüssigkeit mit 45 Proc. wasserlcerein Fern' ehlorid mittelst Amnions abgeschieden hat, in 55—60 Th. concentrirter Milchsäure unter eintägiger Maceration. Die nötigenfalls filtrirte Lösung wird bei gel'nder Wärme (40—50° C.) bis zur Syrupdicke eingeengt und dann auf P° r ' cellan- und Glasflächen ausgestrichen getrocknet. Es bildet lichtbraune durch- Ferrum lacticum. — Ferrum malicum. — Ferrum oxydatiim. 43i scheinende Lamellen, welche vor Einfluss des Lichtes und der Luft aufzubewahren Sind. Sie sind in Wasser und Weingeist leicht löslich und von mildem stypti- schem Geschmack. Die Sucht, neue Präparate in den Arzneischatz einzuführen, tritt zu Zeiten mächtig hervor und wäre es richtiger, wenn die pharmac. medic. Presse diesen Unfug so characterisirte, dass den an gedachter Sucht Leidenden wiederum Verstand und Ueberlegung würde. Was soll Chinin-Eisenlactat, was Strychniu- ■jisenlactat bedeuten? Bestimmte Verbindungen sind es nicht und der Gehalt an ^hinin, an Strychnin ist ein völlig schwankender. Will der Arzt Chinin oder strychnin verordnen, so nehme er ein Salz dieser Alkaloi'de, welches er genau dosiren kann, was doch beim Strychnin z. B. ein sehr wichtiges Erforderniss ist. ^errisalz dann noch zuzusetzen bleibt ihm ja überlassen, was in Betreff des oh'yehning jeder verständige Arzt unterlassen wird, weil der chemische Bestand, a 'so auch die Wirkung dieses Alkalo'ids durch Eisensalze nicht nur gefährdet ist, sondern in der That abgeändert wird. Chinin - Ferrilactat, (ff) Strychninferrilactat sind Ferrisublactat enthaltende Mischungen in Form brauner Lamellen. Möchte kein Arzt von diesen rzn eicombinationen Gebrauch machen! (Vergl. unter Strychnin.) , Pilalae Ferri lactici, schön candirt, bringt Apotheker Jungclaussen, Hamburg, be «n Strohhausc 90, in den Handel. Ferrum malicum. im Handel existiren Ferripomatextracte, welche in ihrem Gehalt an Eisen Ae pfclsäure von einander sehr abweichen, so dass der Eisengehalt zwischen • na 7 Proc. schwankt, und welche auch in ihrer äusseren Beschaffenheit dif- eriren. Während das eine, nach Ph. Germ, bereitete Extract, das durch Di- S lon des Eisenpulvers in frischem Aepfelsaft dargestellte, gleichförmig, in seiner f 86 glänzend und grünlich schwarz erscheint, lässt das aus vergohrenem, also för "■ v ^ Un(1 Salzsubstanz enthaltendem Safte bereitete Extract diese Gleich- und ft • . vermissen unrt zeigt an seiner weniger glänzenden Oberfläche Körniges ""fsiges. Es ist; daher die Vorschrift der Pharmakopoe genau zu befolgen, g eich der vergohrene Saft ein eisenreicheres Extract liefert. to , .j n vorzüglich gut dargestelltos Eisenpomatextract liefert die chemische nk Ftnzelbero's zu Andernach am Rhein. iiamn* sen wein, Gustav van Lipp's, ist ein Wein, welcher circa 3 Proc. Extr. Ferri vumat. gelöst enthält. (Hager, Analyt.) Ferrum oxydatum. Die quantitative Bestimmung des Ferrooxyds neben Fernoxyd, selbst bei ^ege nwart von or g anigoheil st ( >IVoii, geschieht nach J. M. Era» «nd L. Meyek eicht und bequem mittelst, Bindung des Ferrooxyds an Oxalsäure und der Einwirkung des Ferrooxalats auf Silberlösung nach der Formel: 2FeO + Ag s O=Fe20 3 + 4A q- Die Reduction erfolgt schnell. Natrum (Natrium) ferrisaccharatum, Ferrum saccharo-natriuim, Perrum ^yiliitum sawharatnm solubile concentratiim, eoneentrirtes Eisensaccharat, Natriumferri- »»MBarat. Das Eisensacehart wird von vielen Chemikern für eine lösliche Form 432 Ferrum oxydatum. Natr. ferrisaccharat. des Ferrihydrats gehalten. Bereits hat Häher vor 9 Jahren in diesem Körper (Commentar z. Ph. Germ. Bd. I, 8. 708) eine chemische Verbindung angenommen und den Gegenstand vor 3 Jahren wieder näher geprüft, indem er reich mit Zucker versehene Ferrichloridlösungen mit Kali und Natron versetzte und diese Mischungen mit Weingeist, worin das Saccharat nicht löslich ist, so lange und so oft behandelte, als dieser noch etwas daraus aufnahm. Er fand, dass das durch kalten Weingeist aus seiner wässrigen Lösung gefällte und mit verdünntem Weingeist ausgewaschene, dann getrocknete und gepulverte Saccharat, dargestellt nach verschiedenen Verhältnissen aus Ferrichlorid, Zucker und Natron, übereinstimmende analytische Resultate ergab. Vier Präparate lieferten 39,2 — 40,3 Proc. Asche, 5,7— 5,86 Proc. Natriumoxyd (berechnet aus dem Carbonat), 29,8 — 30,22 Eisenoxyd und 60 — 62,5 Proc. Zucker, letzterer theils berechnet aus dem Verlust in Folge der Einäscherung, theils bestimmt nach Kochung des Saccharats mit schwefelsaurem Wasser mittelst kalischer Kupferlösung. Ein ungefähr 1 Jahr altes Ferrisaccharat, in Wasser gelöst und mehrmals mit circa 40° C. warmem 90proc Weingeist gefällt, ergab ein sehr dunkelfarbiges Präparat, bestehend aus 61,3 Proc. Ferrioxyd neben 5,94 Natriumoxyd und 32,76 Proc. Zucker. Hier finden sich also 2 Aeq. Ferrioxyd, 1 Aeq. Natriumoxyd und 1 Aeq. Zucker vertreten. Die Temperatur des zur Fällung angewendeten Weingeistes ist von bedeutendem Einfluss auf den Ferrioxydgehalt. Diese Verhältnisse können nicht als zufällige betrachtet werden. Das erstere Verhältniss ergiebt eine Verbindung von 2 Aeq. Ferrioxyd mit 1 Aeq. Natriumoxyd und 2 Aeq. Zucker. Wie das Experiment ergiebt, findet die Bildung dieses Natriumferrisaccharats bei Gegenwart von Natriumbisaccharat statt und beim Auswaschen mit kaltem Weingeist geht in diesen das Natriumchlorid und das Natriumbisaccharat über. Zur Darstellung wären also erforderlich: 2 Aeq. Ferrichlorid, FeW = 162,5 x 2 = 325,0 4 Aeq. Rohrzucker, C 12 H»0» = 171 x 4= 684,0 8 Aeq. Natriumoxydhydrat NaO,TIO == 40x8 = 320,0. 325,0 Ferrichlorid entsprechen 723,0 der officinellen 45proc. Ferrichlorid- flüssigkeit und 320,0 Natriumoxydhydrat gegen 1000,0 Aetznatronlauge von 1,334 spec. Gewicht. Da die Ferrichloridflilssigkeit nicht immer von normaler Zusammensetzung ist, so ist es zweckmässig, das Zuckerquantum und auch das Natronquantum um etwas zu vermehren. In einen gläsernen Kolben giebt man 100,0 jener 45 proc. Ferrichloridflilssigkeit, verdünnt mit 100,0 destill. Wasser, giebt dann 100,0 Rohrzucker, gelöst in ungefähr 100,0 destill. Wasser, hinzu, erwärmt die Mischung auf 50—60° C, setzt einen Trichter auf den Kolben und versetzt die in gelinder Agitation gehaltene Flüssigkeit nach und nach in kleinen Portionen mit 150,0 einer Lösung aus 1 Th. geschmolzenem Aetznatron in 2 " n# destill. Wasser oder mit 160,0 der Aetznatronlauge von 1,334 *P eC - Gewicht, jedoch sei die Lösung oder die Lauge mit gleichviel destill. Wassei verdünnt. Nach Beendigung dieses Zusatzes wird der Kolben geschlossen lin ' o kräftig geschüttelt. Nun setzt man zwei Stunden an einem Orte von circa 20 C. bei Seite und schüttelt den Kolbeninhalt öfters um. Gleichzeitig erwärmt man bis auf 20—30° C. 2,5 Liter 90proc. Weingeist und lässt die Eisenflüssigkeit durch ein ziemlich enges Trichterrohr in den in einer Flasche befindlichem Weingeist, der in rotirender Bewegung erhalten wird, einfliessen. Man schulte dann kräftig um, lässt die pulvrige Masse einige Stunden hindurch absetzen, decanthirt die farblose weingeistige Flüssigkeit, sammelt den Bodensatz in e nem leinenen Colatorium, wischt ihn hier mit 90proc. Weingeist, presst dann den Weingeistrest aus und trocknet die Masse an einem lauwarmen Orte. Wenn sie Ferrum oxydatum. Natrum ferrisaccharatum. 433 &e mit Weingeist gefällte Substanz auf dem Boden der Flasche als extractartige Masse abgelagert hätte, was der häufigere Fall ist, so wird sie mit 300,0 kaltem estill. Wasser Übergossen und darin gelöst, dann in ca. 1500,0 gegen 25° waren 90proc. Weingeist unter Umrühren und in dünnem Strahle eingetragen. Der eaerschlag, welcher nun ein pulvriger ist, wird in einem leinenen Colatorium besammelt, mit Weingeist nachgewaschen und nach dem Ausdrücken in demselben 59 a mm getrocknet und schliesslich zu einem feinen Pulver zerrieben. Ausbeute ,U— 56,0. Das röthlichbraune, nicht hygroskopische, amorphe Pulver wird in 'cht verstopften Flaschen am schattigen Orte aufbewahrt. Es hält sich sehr gut Dna dauernd. p r Dieses Natriumferrisaccharat enthält 41—42 Proc. Eisenoxyd oder 28,7—29,4 BteU C ' m . etal ' isc * les Bisen. Um daraus ein 3 Proc. Eisen haltendes Pulver herzu- de 6 ^' * St G8 m ^ ^ er 8 ! / 2 faeben Menge Zucker zu mischen. Das sich etwa aus zu i.. antn 'rtcn Weigeist in Extractform absetzende Ferrisaccharat ist in Wasser osen und wiederum mit warmem Weingeist zu behandeln und zu trocknen. » Trockenwärme betrage 30—40° C. Wird die wässrige Lösung über 50° C. jj , armt 7 so erfolgt langsam eine Zersetzung, die Lösung gelatinirt und das Ferri- yarat wird in Wasser unlöslich. zur n HNEIDEK (Sprottati) verfährt in folgender, der Praxis entnommenen Weise der y ste!tun g des Eisensaccharats (ph. Ztg. 1880, Nr. 67). Er giesst die nach p . ° rscll rift Hoffmann's aus 100 Th. Ferrichloridlösung (mit 45 Proc N le Morid), 45 Tn> Zucker in gleichviel Wasser gelöst, 120 Th. kryst. tron riUmcar bonat, gelöst in 240 Th. destill. Wasser, und 60 Th. Na- 830 T}. Uge Von *'*^ 8 P ec ' Gewicht gewonnene klare Mischung nach Zusatz von diese W ^ rasser unter Umrühren in J. 6 60 Th. 45 proc. Weingeist. Man soll auf halt, e einen fein vertheilten und sich rasch absetzenden Niederschlag er- lässt ' rT e er ß i cn mit verdünntem Weingeist und wenig Wasser auswaschen ^H'fmann mischt die Ferrichloridlösung zuerst mit der Zuckerlösung, dann ort der Nif ___________________ mit der }? , moarl) °natlösung und hierauf nach Austreibung der Kohlensäure Nasser. tronlau S e - Die klare Mischung giesst er in 4000 Th. kochendes *er gelih- Gvi r Winderdr? i hcmU > Schönheitskörner, Venusperlen, De Peneele's und andc- schirn einen TT 'J' cnts P recn en der Pierre de fougere, in welchen Menschen- Bebracht u m V^P^estandtheil ausmachte. Penelee hat sie versilbert in den Handel ^"'''erzueebon tv 8S0n und sclll;lff erscheinenden Gesichtern Frische und Leben ° x ydhydnt ,, , rP le , WCT,i S en Körner, welche untersucht, wurden, enthielten Eisen- «•enen kann • V erbstoft'substanz, so wie Drachenblut. Dass diese Pillen dem Zwecke Jen folgen flfi"^ 5 f clou S lu>t werden. Es mögen daher zwei entsprechende Vorschrif- «ordern sollte * ' dass man unter den ol,i « cn Namen Pillen in der Apotheke e und man versilberte BLAUD'sche Eisencarbonat-Pillen nicht abgeben will. M. f. W Granula euprosopoStlca. Gr ains de beaute (Peneeee). I. £«Bi hydrici 15,0 Coif r . um A T urcicarum .«»KuiniB Draconis *cidi tartarici ana 2,5 Ex traeti Gentianae 10,0. ODductee 6 ducentae @>°\ ar S en *° foliato S Nehmen Täglich dreimal 3—5 Pillen zu u a 8",Ph a ™. Praxi8 . Supp], ii. Pilulae phoenigmicae (Hager) Granula antichlorotica. Granula paralimnorum. Rothbackcnglobülen. Pillen der Surapf- bewohner. ijr Ferri hydrici Ferri sesquichlorati Cinchonini liydrochlorici Extracti Gentianae ana 10,0 Aquae destillatae 3,0 Sacchari albi Kadicis Althaeae ana 5,0 Badicis Gentianae 7,0 ad 8,0. M. Fiant pilulae trecentae, quae calore non 28 434 Ferrum oxydatum. — Ferrum phosphoricum. adhibito paululum siccatae laeca pilula- rum tenuiter obducantur. D. S. Täglich zwei- bis dreimal je nach Alter und Leiden 2—4 Pillen zu nehmen (bei blasser Gesichtsfarbe.Körperschwäche, mangelhaftem Körperwuchse, Atrophie, Bhachitis, Anämie, Chlorose, Skrofeln, Wurmleiden, Schleimfluss, Dysenterie). Diese Pillen sind ein Präservativmittel gegen Krankheiten, denen Sumpfbewohner ausgesetzt sind. (2) Pilulae aiitileucorrhoicae Sundelin. ijc Fem hydrici 5,0 Corticis Cascarillae Extracti ligni Campechiani ana 7,5. M. f. pilulae centum et quinquaginta (150). Cassiae cinnamomeae cortice pulverato conspergantur. D. S. Dreimal täglich 5—10 Stück (bei atonischer Leukorrhoe). Ferrum phosphoricum. Syrupus Ferri phosphorici oxydnlati, der Pharmacopoea Britica entsprechend, soll dadurch gewonnen werden, dass man 2,47g gepulv. Eisen mit 18 CC. Phosphorsäure von 1,500 spee. Gew. (mit 48,8 Proc. Säuregehalt) und 18 CC- destill. Wasser (oder mit 36 CC. einer Säure von 1,210 spec. Gewicht) digerirt, schnell filtrirt und mit 204 CC. consistentem Zuckersyrup mischt. Eine der im Handbuche Bd. I, S. 1078 angegebenen Vorschrift sich an* passende ist: Es werden 3,0 gepulvertes Eisen mit 90,0 Phosphorsäu re von 1,120 spec. Gewicht übergössen, digerirt, am Schlüsse der Reaction eimg e Male aufgekocht, filtrirt und das Filter mit soviel destill. Wasser nachgewascheu* dass das Filtrat 150,0 beträgt. In ein Glasgefäss, welches 250,0 Zucker i° sehr kleinen Stückchen enthält, gegossen wird daraus bei gelinder Digestion 3 ' wärme ein Syrup gemacht. Mit dem noch warmen Syrup werden kleine Flasche» total angefüllt und nach dichter Verkorkung da aufbewahrt, wo Sonnenlicht oder helles Tageslicht nicht abgeschlossen ist. Dieser Syrup darf nicht durch Koche" hergestellt werden. Syrupns Ferro-Calcariae phosphoricae, Calcium-Ferrophosphatsyrup, KaJ»' Eisenphosphatsyrup, Pabrish's Chemical Food. Pakkish's chemischer Niihrsaft. ** werden 400,0 der Phosphorsäure von 1,12 spec. Gewicht auf 200,0 duI [ c Abdampfen reducirt (oder 200,0 einer Phosphorsäure von 1,272 spec. Ge* lC / mit 15,0 Eisenpulver und 20,0 gepulv. Zucker versetzt und der y *' des Wasserbades überlassen. Nach vollendeter Wasserstoffentwickelung wird Gefäss verkorkt und mit der Signatur I beiseite gestellt. Dann werden 200,0 neutrales Calciumphosphat in 500,0 Phospho - säure, welche durch Eindampfen von 850,0 der Phosphorsäure von 1,120 8p Gewicht resultiren, gelöst und mit II signirt. t Endlich werden 3,5 kryst. Natriumcarbonat und 5,0 Kaliumcarbo» mit 65,0 Phosphorsäure von 1,120 spec. Gewicht, nachdem dieselbe bis » 40,0 eingedampft ist, saturirt, filtrirt und mit III bezeichnet. fe0 Diese Lösungen II und III werden zusammengemischt und durch Abdamp auf 500,0 reducirt, hierauf die Lösung I durch einen Filter gegossen und da gegeben, die Mischung mit 1300,0 Zucker in sehr kleinen Stücken ve ! S j e . unter Digestionswärme zum Syrup gemacht, dann mit 50,0 einer Cochenil abkochung, aus 6,0 Cochenille bereitet, und 5,0 Elaeosaccharum -^ urft , eD florum vermischt. Der noch heisse Syrup wird in erwärmte kleine Flasc eingefüllt und diese werden sofort dicht verkorkt. s , Laukie giebt zu diesem Syrup folgende Vorschrift (Pharm. Journ. and ^ ra r Vol. 8 S. 4=82). Aus 8 Th. Calciumhydrat, 16 Th. Zucker und 40 Th. W asa I Ferrum phosphoricum. "wird ein Calciurnsaccharat hergestellt. Von der filtrirten Lösung werden 42 g m jt 55 CC. Wasser und 345,0g Phosphorsäure von 1,120 spec. Gewicht vermischt und durchschüttelt, bis eine klare Flüssigkeit resultirt. Dieser Flüssigkeit werden 3,25g kryst. Natriumcarbonat und 5,0g reines Kaliumcarbonat, "welche in io CC. destill. Wasser gelöst sind, ferner 35 CC. Orangenblüthen- wasser und noch soviel destill. Wasser hinzugesetzt, dass die Mischung 770 j( '■ füllt. Von dieser Flüssigkeit werden 605 CC. entnommen, damit 8,0 g gepulverte Cochenille extrahirt und in dem Filtrate 930,0g Zucker gelöst. "} dem Phosphat-Flüssigkeitsreste, im Betrage von 165 CC, werden 29,2 g zer- ^ebenes kryst. Fcrrosulfat gegeben und damit durchschüttelt, dann filtrirt und das Filtrat der Zuckerlüsung zugemischt. Das Ganze muss 1030 CC. ausfüllen. as daran etwa fehlende wird durch einfachen Zuckersyrup ersetzt. Syrupus Ferri lactico - phosphorici, Syrupus Lactophosphatis ferrosi. Handb. Bd. • 1078. Eine andere Vorschrift wurde in den Faehblättern mitgetheilt, nach welcher man 5,0 kryst. Ferrosulfat, in 75,0 destill. Wasser gelöst, mit emer Lösung von 15,0 kryst. Natriumphosphat in 75,0 destill. Wasser ersetzt. Der dadurch entstandene Niederschlag wird mit Wasser ausgewaschen ""'* feucht mit 6,0 conc. Milchsäure gemischt und mit destill. Wasser auf 0,0 verdünnt. Diese Flüssigkeit wird nun mit 360,0 Zucker zum Syrup ge- acht und dieser mit 5,0 Tinctur aus frischen Citronenschalen aromatisirt. Syrupus Ferri phosphorico-chlorati, Syrupus Chlorhydro-phosphatis ferrosi. ' * errochlorid (Ferrum chloratum) wird in 1,5 Phosphorsäure (1,120 64n Gewicllt ) und 25,0 destill. Wasser gelöst, diese Lösung filtrirt und mit *>° Zucker zum Syrup gemacht. Ein Löffel voll (20,0) enthält 0,1 Ferrochlorid. wird • PUS ^ er " P 1,os P^ or '<' 0 - sesquichlorati oxydati, Syrupus Chloro-phosphatis ferrici wie der vorstehendende Syrup bereitet, in Stelle des Ferrochlorids aber 45- oc - Liquor Ferri sesquichlorati gesetzt. cum (iT-^ rn l )us ^ mi phospliorici cum Chinino et Strychnino, Syrupus Ferri - phosphatis In r) e ^ Strychnia, Easton's Syrup, ein in Amerika viel gebrauchtes Präparat. Deutschland würden wir es in folgender Weise darstellen. 450,0 Phos- damT 1 " 6 VOn 1 ' 120 s P ec - Gew 'cht werden bis auf 200,0 Rückstand einge- Lösu ' m!t 16 '° Eisenpulver versetzt und gelinder Wärme ausgesetzt, damit fällt "d ° rfol ? t - Andererseit werden 40,0 Chininsulfat mit Aetzammon ge- anl" Chininhydrat gewaschen und durch Pressen im Colatorium von dem 'angenden Wasser möglichst befreit und nebst 1,0 Strychnin in50,0Phos- spe^p 1 " 6 gelöst > welchc durch Abdampfen aus 80,0 Phosphorsäure von 1,120 ColrH lxt resultiren. Diese Chinin - Strychninlösung wird zunächst mit der Wien oder filtrirten Eisenlösung und endlich mit 1690,0—1695,0 consistentem Aift 6rSy % rUp gemischt, so dass das Ganze 2000,0 beträgt. Sollten sich beim \o PI n Cllinin P no8 P nat - Kl 7 stalltluscllel ausscheiden, so ist ein geringer Zusatz a ^ hos Phorsäuro und gelindes Erwärmen nöthig. öffentlich wird die Deutsche Therapie von solchen ausserhalb der pharma- t , 01en O^nung liegenden Präparaten keinen Gebrauch machen. Das vor- enende fand hier nur einen Platz für den Fall der Kritik und dass es von uslandern gefordert werden könnte. Für die Bereitung ex tempore ist unten lne Vorschrift angegeben. Ferrum phosphoricum album. Der Niederschlag durch Natriumpliosphat aus ernchlorid entspricht der Formel 2FeP0, + 5II 2 Ö (nach dem Glühen as Wasser wird beim Erhitzen bis zu 250° C. ausgetrieben (Waine). 28* FeP0 4 ). 436 Ferrum phosphoricum. Ferr. ph. c Natro citrico. Ferrum phosphoricum oxydatum cum Natro citrico, Mrinm et Ferrum phosphorico-citricum, Mriumcitrat haltendes Fcrriphosphat, Mriumferricitricoplios- phat, von J. Maktenson empfohlen wegen der Leichtlöslichkeit und Haltbarkeit der Lösungen. 180,0 krystallisirtes Natriumphosphat, gelöst in 2000,0 destill. Wasser, werden mit einer Ferrichloridlösung versetzt, so lange dadurch ein Niederschlag entsteht. Hierzu gehören 81,0—82,0 wasserleores Ferrichlorid (= 180,0 bis 182,0 Ferrichloridlösung mit 45 Proc. Ferrichlorid). Der Niederschlag wird in einem leinenen Colatorium gesammelt, mit heissem Wasser ausgewaschen, noch feucht in ein porcellanenes Casserol gegeben, erwärmt und mit einer kochend heissen Lösung von 105,0 krystall. Citronensäure in 260,0 destill. Wasser durchmischt. Es wird die Kochung fortgesetzt, bis scheinbare Lösung des Eisenniederschlages eintritt, und nun die heisse Flüssigkeit nach und nach mit so viel einer filtrirten Lösung des reinen kryst. Na- triumcarbonats, in der doppelten Menge dest. Wasser gelöst, versetzt, bis die Flüssigkeit neutral ist. Hierzu werden höchstens 215,0 kryst. Natriumcarbonat erforderlich sein. Die Flüssigkeit kann eher schwach sauer reagiren als alkalisch. Während der Neutralisation ist die Kochung fortzusetzen. Die ziemlich klare Flüssigkeit colirt man durch Leinen (wäre sie trübe, so ist sie zu filtriren), dampft sie bis zur Syrupdicke ein, streicht sie auf Porcellan- und Glasflächen und trocknet sie an einem Orte von kaum 80 ° C. aus. So resultiren circa 200,0 Ferrid-Natriumcitricophosphat in blassgelbgrünen oder hellolivengrünen glänzenden Lamellen. Diese sind leicht löslich in Wasser, wenig löslich in Weingeist. Die wässrige Lösung mit alkalischer Flüssigkeit ge- mischt färbt sich braun. Der Geschmack ist etwas salzig, aber nicht styptisoh oder eisenartig und wird durch Zusatz von etwas Citronensäure angenehm säuerlich. Es enthält 20 Proc. Ferrioxyd oder 14 Proc. Eisen. Es liegt in diesem Präparat ein herrliches Eisenmittel vor, welches wegen seines nichtstyptischen Geschmackes bei Krankheiten der Kinder und Frauen alle Beachtung verdient und dies um so mehr, als es keinen hohen Taxpreis m Anspruch nimmt. Aqua mineralis ferrica arteflcialis. Künstliches (Mineral-) Eisenwasser. I. II. ijc Ferri phosphorici cum Natro citrico &P Natri bicarbonici 5,0. M. D. S. Zu V» Liter Eisenwasser. "fy Acidi citrici crystallisati contusi 4,25 (vel Acidi tartarici crystallisati contusi 4,5). D. S. Zu '/2 Liter Eisenwasser. In eine Halb-Liter-Flasche, mit kaltem Brunnenwasser bis zum Halse gefüllt, 18 zuerst Nr. I einzuschütten. Nachdem dieses Salz zu Boden gesunken ist, W» Nr. II hinzugesetzt und die Flasche sofort mit einem Korke dicht geschlossen. ^ u erst wird die Lösung durch sanftes Bütteln der Flasche bewirkt. t Das halbe Liter dieses Eisenwassers enthält 0,5 Eisenoxyd. Das Wasser senaun beim Ausgiessen, ist in starker Schicht blassnelblich, klar und ohne Eisengesclmw 0 • Diese Composition ist bequem jeder Zeit herzustellen und unter allen ähnlichen!*isn bekannt gewordenen, die billigste und am kräftigsten wirkende, denn sie enthält a» Eisen nicht als Oxydul, welches sich immer zu der Verdauung ungünstig verhält, sodern als Oxyd in leicht löslicher Form. Die Haltbarkeit des Wassers ist aut ei Woche anzunehmen, wenn es an einem dunklen und kalten Orte aufbewahrt wi • Kindern kann es mit Zucker versiisst gegeben werden und zwar in der Weise, ° werden in 45,0 Wasser und 30,0 Phosphorsäure gelöst, Misch 2 -°' 5 Calciumhypophosphit versetzt. Nach fünf Minuten der trirt Ul !f W - unter starkem Auspressen durch Leinwand colirt, die Colatur fil- n( l mit dem siebenfachen Vol. eines consistenten Zuckersyrups ver- Dieser Syrup enthält 4,2 Proc. Ferrohypophosphit. Gabe Tlieelöffel- mischt, weise. s yrnpusFerro-(!aleariae hypophosphorosae, unterphosphorigsaurer Kalk- ius zwei Theilen Calciumhypophosphit- SyrUn? 7^ dU1 " Ch Mis, '"" n S auVawoi AUO i 1DJ i wiuum^puj, U unü einem Theil Ferrohypophosphitsyrup dargestellt. KrystaViv P f nS ^ err °"f hi nini hypophesphorosi, Eisen-Cliiiiinliypophospliitsyrnp. 3 0 0 h ' Baryumhypophospb.it 10,0 werden zu feinem Pulver zerrieben mit lern (h Gl * a ™ Wasser gemischt, dann mit einer heissen Lösung von 15,0 neutra- und 60nw m) Chininsulfa t in 10,0 verdünnter Schwefelsäure (1 u. 5) mH J-, i aSSer vers etzt, nach 5stündigem Stellen filtrirt und der Filterinhalt Filtrat • i Sem Wa sser nachgewaschen, dass das Filtrat 320,0 beträgt. Dieses hiben m mit 58 °'° Zucker zu einem s y™P gemacht, welcher 900,0 Gewicht muss und in 100 Theüen circa 1,66 saures Chininhypophosphit enthält. 438 Ferrum phosphoricum. — Ferrum sulfuratum. Mit gleichviel Ferrohypophosphitsyrup gemischt stellt er den Eisen- Chininhypophosphitsyrup dar. Gabe: Theelöffelweise. (1) Aqua Ferri phosphorici alba. Eisenmilch. r- Natri phosphorici crystallisati 27,0. Solutis in Aquae communis frigidae 1000,0 affunde Liquoris Ferri sesquichlorati 15°/o Fe continentis 17,0 (vel Liquoris Ferri sulfurici oxydati 8°/ 0 Fe continentis 32,0). Post agitationem praocipitatum exortum in Hnteo collige, tum aqua ablutum cum Aquae communis q. s. misce, ut mixtio litram unam vel 1000,0 grammata expleat. Diese Mischung enthält 1 Proc. wasserhaltiges Ferriphosphat. Bei der Bereitung ist die Ferrisulfatlösung der Fcrrichlorid- lösung vorzuziehen. Beide Eisenlösungen sind die Präparate der Pharmacopoea Germanica. (2) Liquor Ferri ad injeetiones subcutanea« Huguenin. Aquae destillatae 5,0 adde Albuminis ovi recentis 1,0. Si opus fucrit, per lanam vitream funde. (Dialysirtes Ferriperoxychlorid dürfte zu subcutanen Injectionen wohl vorzuziehen sein.) (3) Syrupus Ferri et Calcii lactico- phorphorici. Syrupus Lactophosphatis Calcii et Ferri. R? Syrupi Ferri ph< sphorici 50,0 Syrupi Calcariae phosphorico-lacticae 100,0. Misce. (4) Syrupus Ferri phosphorici cum Chinino et Strychnino. Syrupus Eastoni. Easton's Syrup. (Ex tempore miscend.) * VC Ferri phosphorici cum Ammonio ci- trico 1,0. Solutis in Chinini puri (hydrici) 1,5 Strychnini puri contriti 0,05 Acidi phosphorici fpd. sp. 1,120) Gfl Syrupi Sacchari 10,0. Digerendo solutioni effeetae adde Syrupi Ferri phosphorici 85,0. Pyrophospliate de fer et de soude de Leras enthielt in 150g Flüssigkeit Ferri« oxyd 0,252, Natriumoxyd 0,495, Phosphorsäure 0,481, Schwefelsäure 0,413, eine Sp ur Chlor. (Conf. Handbuch Bd. I, S. 1080. Die Analyse des hier angegebenen Mittel» wurde seiner Zeit von Hager ausgeführt.) (Dumin v. Wasowicz, Analyt.) Kraftsyrup, Sirop reparateur, ein Ersatz des Leberthrans, von H. KromhacB' Apotheker in Ettelbrück (Luxemburg), ist ein gelblicher süsser Syrup, welcher ] n 280g circa lg Ferrioxyd als Pyrophosphat neben Natriumpyrophosphat, gelöst >» Pomeranzenschalen- und Pomeranzenblüthen-Syrup enthält (2,20 Mk.). (Hager, Analy*-/ Ferrum sulfuratum. Spence-Metall ist eine sehr wichtige Sulfidmetall-Composition, welche den "vor- theil bietet bei 150—160" C. zu schmelzen und beim Erkalten sich auszudennei. Damit gewinnt man eine vortreffliche Kitt- und Lutummasse, sowie ein herrnen Abklatsch-Metall. Es bildet eine dunkelgrauo zähe Masse mit unbedeutendem WaTffli leitungsvermögen, von circa 3,4 spec. Gewicht, dem Letternmetall (80 Blei, 20' An mon) in seinen sonstigen physikalischen Eigenthümlichkeiten ungemein ähnlich, widersteht auch den Einwirkungen der Luft, einigermaassen auch der Einwirkung Säuren und der Alkalien. Selbst Königswasser soll in der Kälte keinen nierW^_ Einfluss wahrnehmen lassen. Es wird gewonnen durch Zusammenschmelzen der o fide des Eisens, Zinks und Bleies mit Schwefel. Das Verhältniss dieser Substanz war nicht zu ermitteln. Ferrum sulfuricum Ferrum sulfuricum. Ferrum sulfuricum crjstallisatum. Die Aufbewahrung des Ferrosulfats und die Erhaltung desselben als Ferrosalz soll In einer Kampher-Atmosphäre zu erreichen sein. Man soll in das Auf- bewahrungsgefäss ein in Papier gehülltes Kampferstück geben (Welborn). Diese Methode wäre nur für das chemisch-analytisch-verwendbare Ferrosalz zu ver- ■werthen. Im TJebrigen lässt sich das mittelst Weingeistes gefällte und im Sonnenlicht gut abgetrocknete Ferrosalz in dicht verkorkten Flaschen Decennien hindurch unverändert aufbewahren (Hager). Vergl. Handb. I, S. 1085. Die wässrige Lösung des Ferrosulfats ist nach Velpeau das beste Mittel gegen Erysipels. Tabelle über den Gehalt der wässrigen Lösungen des krystallisirtenFerro- sulfats (nach Hager). Temperatur 15" C. ______ Proc. S0 4 Fe+ 70H, 40 39 38 37 36 35 34 33 Pond. spec. 1,239 1,232 1,226 1,219 1,21.", 1,206 1,200 1,19:', Proc. SO«Fe+ 70H, 32 31 30 29 28 27 26 25 Pond spcu. 1,187 1,180 1,174 1,168 1,161 1,155 1,149 1,143 Proc. S0 4 Fe+ 70H 2 Pond. spec. Proc. SOiFe-t- 7011, Pond. spec. Proc. SO«Fe+ 7011, Pond. spec. 24 23 22 21 20 19 18 17 1,137 16 1,131 15 1,125 14 1,118 13 1,112 12 1,106 11 1,100 10 1,094 9 1,088 1,082 1,077 1,071 1,065 1,059 1,054 1,048 1,043 1,037 1,032 1,027 1,021 1,016 1,011 1,005 Snlf + Chininum sulfuricum, Sulfas Ferri et Chinini, Chinin-Eisen- (Ferro-) T , ' an geblich ein Doppelsalz. 30 Th. kryst. Ferrosulfat werden in 180 ^n. destill. Wasser gelöst und der Lösung 30 Th. Chininsulfat und nur w,T. ver dünnte Schwefelsäure zugesetzt, bis unter Erwärmung eine klare g luss )gkeit resultirt. Die hoiss filtrirte Lösung wird bis zum Erscheinen eines a zhautclien abgedampft und zur Krystallisation beiseite gestellt etc. p - f .., . ist diese aus Frankreich in Deutschland importirte Vorschrift eine recht mtaltige und soHto dieses Salz von einem Arzte gefordert werden, so dürfte eine ^schung von gleichen Th. reinem Eisenvitriol und Chininsulfat ein quantitativ eit Wehere Chininmenge bieten, als jenes nur angebliche Doppelsalz darbieten kann. „Ferro -Natrium sulfuricum, Natriumferrosull'at, schwefelsaures Eisenoxydul- «atnum, ein von den Photographen zuweilen gefordertes Salz. Zu seiner Darstel- lun g werden 100g reines krystall. Ferrosulfat und 120g kryst. Natrium- l U f lfat in 400 CC. heissem destill. Wasser gelöst, die noch warme Lösung °« r irt, nun unter Umrühren mit 800 CC. 90proc. Weingeist vermischt und »«Bäte gestellt. Das ausgeschiedene, in einem leinenen Colatorium gesammelte öMz wird ausgepresst und im Sonnenlichte oder an einem Orte, dessen lempera- r 2 5° C. nicht überschreitet, getrocknet. Ferrosulfat oder Eisenvitriol ist ein gutes Antikesselsteinmittel, in * en > es nach Cords und Deiningbe (Patentinhaber) die Ausscheidung und das *estansetzen der Gypskrystalle verhindert und das sieh bildende Fernhydrat sich 440 Ferrum sulfuricum. Ferrum subsulfuricum. lockernd zwischen den sich abscheidenden Erdsalzmassen lagert. Es soll bereits gebildeten Kesselstein in Stücken ablösen, dürfte aber auch den Eisenkessel angreifen. Feuerlijschinittel, flüssiges, Prosper Rolland's (Remollon), eine wässrige Lösung von 1000 Th. Eisenvitriol, 60 Th. Aluminiumsulfat und 60 Th. Kochsalz. (In England patentirt.) Hiiiiseranstriclifarbe, Anstrich mit ocherartigem Farbentone für Gebäude. Eine solche Anstrichfarbe stellt man dadurch her, dass man eine gewisse Menge gelöschten Kalkes mit einer gewissen Menge Eisenvitriol, welcher in 3 Th. heissem Wasser gelöst ist, mischt. Dieser Anstrich haftet vorzüglich. (1) Linimentum inanratornm VAN DER WEYDE. Vergolder-Liniment. Vf Ferri sulfurici 20,0 Olei Lini 5,0. Contere, ut fiat massa tenerrima, tum adde Olei Linl 10,0. D. S. Zum Einreiben (zur Beseitigung und auch Vorbeugung der Geschwüre und Hautaffectionen, welche durch das Arbeiten mit Kaliumcyanid bei den Vergoldern vorkommen). (2) Mixtura antiphtliisica Lebert. Vf Ferri sulfurici crystallisati 1,5 Kalii jodati 2,0. Solutis in Aquae Cinnamomi 25,0 et filtratis adde Syrupi Sacchari 150,0 Morphini acetici 0,1. 2—3 mal täglich einen Esachronischer Lungenphthisis. M. D. S. lonei (Dei wiiiuuioi/uQi uuukouuuuu>«-* Diese Vorschrift macht auf rationelle Fas sung keinen Anspruch). (3) Pilulae antichloroticae Lebert. ijc Ferri sulfurici Natri bicarbonici Extracti Gontianae ana 5,0. M. fiant pilulae septuaginta et quinque (75), Cinnamomi Cassiae cortice pulve- rato conspergendae. „ D. S. Täglich, allmählich steigend, » bis 4 Pillen (bei Chlorose). (4) Unguentnm anteezematienni Devergie. Bp Ferri sulfurici crystallisati 0,5. Tenerrime trito admisce Adipis suilli 15,0. D. S. Aeusserlich (bei Eczema m*®- mae). Liquor Ferri sulfurici oxydati. Bei der Darstellung empfiehlt Fr. OltmanN 9 in die heisse Mischung von Schwefelsäure, Salpetersäure und Wasser das Ferro' sulfat nach und nach einzutragen, einen Ueberschuss des Ferrosulfats durch Zusatz von Salpetersäure, einen Ueberschuss dieser Säure wiederum durch Zusatz vn Ferrosulfat zu beseitigen. (Gehalts-Tabclle s. folg. Seite.) Ferrum subsulfuricum oxydatum, Subsulfas ferricus, Sal Monscli, Ferri' subsulfat, Monsel's Sah (4[Fe 2 0 3 ,3S0 3 ] + 3 [Fe 2 0 3 ,3HO] = 1121. Fi.ückigeb &w\ die Formel [S0 4 ] 5 Fe 3 H+Fe[OH] : , an). Der Liquor Subsulfatis ferrici wird »ei gelinder Wärme bis zur Honigdicke eingedampft, auf Glas- und Porcellanfläcben ausgestrichen und bei einer Wärme von 35—40 0 0. ausgetrocknet. So gewinn man das Salz in rothgelben, durchscheinenden Plättchen, welche in Wasser un verdünntem Weingeist löslich sind und mit Eiweisslösung gemischt damit ein unlösliches Gerinsel bilden. Es wird das Präparat vor Einwirkung von Licht un Ammongas geschützt aufbewahrt. Siehe den folgenden Artikel. Liqnor Ferri snbsnlfnrici oxydati, Liquor Scmisulfatis ferrici, Li w as der alte medicinische Aberglaube unter Blutreinigung versteht, »i»^ aev Name der Pillen andeutet, für Unsinn. Es ehrt die Pharmacie gewiss nicht, wenn ein Pharmaceut solchen Aberglauben zu conserviren sucht. Ferrum tartaricum. Ferroo^V Pyroplior« werden erlangt, wenn man Ferrotartrat (und auch ph or j ^ y unter Luftabschluss glüht. Der aus Ferrotartrat gewonnene Pyro- relnes p" 1 Gem!scn von Ferrooxyd mit Kohle (der aus Oxalat gewonnene ist Ir i de p rroox y d oder Eisenoxydul). Nach dem Verglimmen sind sie Ferrioxyd. n ach "l V* efäss > in welchem die Glühung vorgenommen wird, ist auch das Product alsbaldiger Verkorkung aufzubewahren. ^ A lna agrophora martlata Jeannel. iNne l's Brausestahlwasser (Eisenwass.). I. Aoilr K - ali . tarta »ci 0,15 Acifl -i citrici 2,0. Solve in Aquae communis 620,0. D. ad lagenam firmam. S. Nachdem ein anliegendes Pulver in die Flasche geschüttelt, die Fl isehe verkorkt und geschüttelt ist, im Verlaufe 444 Ferrum tartaricum. eines halben Tages zu trinken (behufs Kräftigung des Körpers). II. r? Natri bicarbonici pulverati 3,0. D. ad chartam. Die Originalvorsehrift lässt das Kalium- ferritartrat und die Citronensäure ana 0,15 in 625 Kohlensäurewasser lösen. (Im Uebrigen vergl. man unter Ferr. phosph. S. 436 Aqua mineralis ferrica arteficialis). (2) Aqua aerophora martiata Mialhe. Mialhe's Brause-Stahlwasser. Vf Ferro-Kali tartarici 1,0 Acidi citrici 4,0. Solve in Aquae communis 650,0. Tum adde Natri bicarbonici triti 5,0 et lagenam epistomio suberino statim ob- tura. D. S. Den Tag über zu verbrauchen ('bei Constipation). (3) Aqua aerophora martiata Simplex. Aqua carbonica ferrata. Eau fcrree ga- zeuse. In Stelle des Spaa'er, Bussang'er, Saint-Alban'er,Forges'er,Orezza'erWassers. Ph. Franco-Gallica. vf Ferro-Kali tartarici 0,15. Solve in Aquae Acido carbonico persatiatae 650,0. (4) Liquor Tartratis ferrico-kalici KlCORD. R- Ferro-Kali tartarici 20,0 (—30,0). Solve in Aquae destillatae 200,0, tum filtra. Wird innerlich und äusserlich häufig angewendet. Gabe 20,0 — 50,0 (—100,0) im Getränk. Die mit der Lösung getränkte Charpie wird äusserlich applicirt (bei pha- gedaenischen Geschwüren). (5) Liquor Tartari martiati Henry Behrend. r- Ferro-Kali tartarici puri 2,0. Solvo in Aquae destillatae 100,0. M. D. S. Innerlich esslöffelweise, äus- serlieh zu Waschungen und Umschlägen (bei putriden Wunden, Schanker etc.). (6) Mixtura ferrico-tartarica Jandotjrs. r? Natri carbonici 1,5 Ferri sulfurici crystallisati 2,2. Contritis admisce Aquae communis 300,0. Post agitationem sepone per horam unani» tum liquorom limpidum decanthando defunde. Sedimento admisce Acidi tartarici 1,1 solutum in Aquae detsillatae 100,0. Tum admisce Aquae destillatae tantam quantitatom, ut mixtura 250,0 ex* pleat. Admixtis Syrupi Sacchari 35,0 Elaeosacchari Citri 4,0, adde , , Natri carbonici crystallisati contriti IP et lagenam epistomio suberino Claude. Lagenam interdum inverte, ut sal o a " tricum solvatur, tum signatura ornata" 1 dispensa. S. Esslöffelweise zu nehmen. (7) Mixtura martiata Trousseaü. r? Ferro-Kali tartarici 5,0 (—8,0). Solve in Aquae Cinnamomi spirituosae 20,0 Syrupi Baisami Tolutani 30,0 Aquae destillatae 95,0. D. S. Stündlich einen Esslöffel ( b ®' Blutfleckenkrankheit, Purpura haemorrH» gica, Blutflüssen, Schankergeschwüre > Gangräne). (8) Pilulae emmenagogae laxante» Je.vnnel. r? Tartari martiati puri 10,0 Alocs 3,0 Radicis Althaeae et Mellis dopurati q. s., ut fiant pilulae centum (100). D. S. Täglich zwei- bis dreimal 2— Pillen. (9) Syrupus Ferro-Kali tartarici Pharmacopoeae Franco-Gallic* 6, Syrupus Tartari ferrati. Vf Ferro-Kali tartarici 2,5. Solutis in Aquae Cinnamomi 2,5 admisce Syrupi Sacchari 95,0. Grammata vicena (20) contineant f-jfj grammata quina (5) g. 0,125 sahs ten« Ferrum tartaricum (10) Syrnpns jodoferratus Mialhe * Ferro-Kali tartarici puri Kaln jodati ana 1,6. ool-ve in Aquae Cinnamomi 10,0. lc luorem filtratum commisco cum h yrupi Sacchari 90,0. Dosis 10,0-20,0. (11) Trochisci Tartari martiati Mialhb. Tablettes de tartrate ferrico-potassique. ty Ferro-Kali tartarici 5,0 Tragaeanthae 1,0 Sacchari vanillati ('/g) 3,0 Sacchari albi 100,0 Aquae destillatae 10,0. Misce, ut fiat massa, ex qua trochisci vel tabulae centum formentur. Filix. Eine ausführliche Arbeit über das Filix-Rhizom findet sich im Archiv für 'arm. 1876, Bd. 9, S. 24 u. f. von Krause. Daselbst ist nur das von den e ehesten befreite, gespaltene und getrocknete Rhizom, also das nicht geschälte sprochen. Lufttrocken enthält es 13,4—15,7 Proe. Feuchtigkeit. Der Aschen- Sa li\ 6rgab sich zu 1 > 9—2 ' 2 Proc * Die Asche ist reieh an KieseIsaure ( und ™0 und zwar fand K. 10—11 Proc, Phosphorsäure 19—20,2, Schwefelsäure Pro~ 5 ' 8 ' Kalkerde (Kalk!) 12,8—16,5, Kali 16,1 — 17,7, Natron 1,9 — 2,3 die Ä V v >n ^ 6r Aschenmenge. Aus den analytischen Befunden ergiebt sich, dass 8eh S en ^ esta ndtheile jo nach dem Boden, welcher die Mutterpflanze ernährt, Proc ^ rScll ' eden sein kann. In der Asche eines Rhizoms fand K. z. B. 19,4 aber' . gnes ' a ; 3 ?° Manganooxyd und 1,75 Ferrioxyd, in einem anderen Rhizom Z?e es scheint, keine Magnesia. Rh W izome assriges Extract ergaben die zu verschiedenen Zeiten gesammelten April Juli October Septbr. nach d p Wassriges Extract: Proc. 36,4 25,4 35,1 — 36,6 35,5 j.„,„„ er Extraction mit Wasser wurden die Rhizome mit 85 proc. Weingeist aus- e ez °gen und sie ergaben noch Aether „„i, Ex , tract: Proc - 21 > 6 22 > 8 8 ' 5 ~ 8 > 7 8 ' 5 freist I dann nur nocn Fett auf. Wurden die Rhizome zuerst mit Wein- g St extr ahirt, so ergaben sie und d-ot, we ingcistiges Extract: Proc. 27,3 26,1 39,5 39,0 gaben dann an Wasser ab Wurde d- Wassri S es Extract: Proc. 14,7 17,0 10,7 10,1 •he Rhizome zuerst mit Aether extrahirt, so ergaben sie Si e ff u atherisch es Extract: Proe. 10,3 12,4 11,5 — gaben hierauf an 85 proc. Weingeist m d weingeistiges Extract: Proc. 17,8 zuletzt mit Wasser behandelt an dieses ab 16,7 24,5 Di wassnges Extract: Proc. 12,8 6,9 Petv^!l ngeistige Extract war fast ganz in etrol äther ergab Dar Petroläthcrextraet: Proc. 9,3 8,4 9,1 •auf mit Weingeist behandelt 14,8 — Wasser löslich. Leicht siedender Der weingeistiges Extract: Proc. 16,9 15,2 19,4 dei r em S eis tige Auszug des im Herbst gesammelten Rhizoms war schön grün, 8tä t Au8zu S der zu anderer Zeit gor-------"" »«•'»"« ™» r "^ ™~ arkemehlgehalt ergab sich zu Proc. 28,2 ^ Auszug der zu anderer Zeit gesammelten Rhizome war gelb. ^^ 22,7 15,4 der Zuckergehalt Proc. 1,0 1,4 2,8 der Gerbsäuregehalt Proc. 4,6 0,9 5,9 Der 446 Filix. Acidum filicicum. April Juli October Septbr. In dem mit Wasser extrahirtem Rhizom fand sich noch Filixroth Proc. 5,2 6,9 7,8 — Durch Wasser extrahirt und mit Weingeist gefällt wurden Schleim, Eiweiss Proc. 5,1—5,4 2,2—2,5 2,1—2,15 - Wirkung und Anwendung. Das Rhizom des Aspidium Filix mas Swabtz oder Nephrodium Filix mas Michaüx (Reichard) ist unstreitig ein kräftiges Bandwurmmittel sowohl in Pulverform als wie in Form des ätherischen Extractes. Wesentlich ist es, das geschälte Rhizom nur in dicht geschlossenen Glasgefässen am dunklen Orte aufzubewahren und das Pulver nicht in zu grosser Menge (z» 100—150g) und in kleinen gut verkorkten Glasgefässen (50-CC-Gläser) am dunklen Orte vorräthig zu halten, also es im Jahre öfter darstellen zu lassen. Ueberhaupt ist ammoniakalische Luft davon fern zu halten. Ein in ammoniaka- lischer Luft aufbewahrtes Pulver ist so gut wie wirkungslos. Andererseits sollte» die Aerzte das Pulver mit Citronensäurelimonade geben (um die Wirkung '^ sichern). Dass das Pulver sicherer wirkt als das ätherische Extract unterliegt keinem Zweifel. Cressler, Maisch und Andere fanden in dem Rhizom von Aspidium triaf' ginale Patterson (oder Swartz), einem in den nördlichen Theilen der vereinig' ten Staaten Nord-Amerikas häufig, selbst noch in Nord-Carolina vorkommende» Farne ein noch weit kräftigeres Bandwurmmittel, als es das Rhizom des AspidwM Filix mas ist. Aber auch bei Verwerthung dieses neuen Rhizoms verlang' Maisch dieselbe Vorsorge in Betreff der Einsammlung, Aufbewahrung etc. D 10 Wedel des A. marginale sind immergrün, die Fruchthäufchen sitzen dicht ai» Rande der Wedel. Das Rhizom ist kaum 1 Ctm. dick. Der Querschnitt läs 9t nur 6 Holzbündel in einem lockeren Kreise stehend erkennen (bei Filix W> aS findet man 8—10 Holzbündel). Der Querschnitt des Wedels weist ebenfalls DUl 6 Holzbündel (bei Filix mas 8 Holzbündel) auf. Das Extractum aethereum aus dem Rhizom des Asp. marginale soll m keiner Weise von dem aus dem Rhizom von Asp. Filix mas verschieden se in ; Wichtig erscheint die Angabe Maiscii's, nach welcher das tänifuge Princip in dem Oleoresin des Asp. marginale zu suchen sei, doch ist ja das Extract» 1 aethere effectum das Präparat, welches Oel und Harz, aber auch die Filixsä» 1 enthält, welche Säure von anderer Seite als der tänifuge Bestandteil ang sehen wird. Dass die Filixsäure vielleicht durch Benzoe- und Salicylsäure ersetzt werde könne und diese beiden Säuren als Bandwurmmittel Anwendung finden « r ^ e ! glaubt Hager nach Angaben des Dr. Weiler (welcher Arzt im Jahre^ 1° durch einen plötzlichen Tod dahingerafft wurde) angeben zu müssen. Bei e' u an Ischias leidenden, zugleich aber auch mit dem Bandwurme behafteten r ra in den mittleren Jahren hatte genannter Arzt starke Gaben Salicylsäure, » weil diese Säure schlecht vertragen wurde, auch Benzoesäure angewendet, Q°' ohne rechten Erfolg und wurden zur Beseitigung der Ischias Morphininjectione nothwendig, der Bandwurm jedoch war, wie Dr. Weiler erzählte, abgega»g e und zwar mit dem Kopfe. t Viele Aerzte combiniren jetzt häufig in ihren Verordnungen Filixextra mit Granatrindenextract und erlangen dadurch nicht nur eine sichere, so dem auch kräftigere Wirkung. icidum filicicum, Filixsliure, soll der wirksame Bestandtheil des W«r farns sein. Es ist nicht die reine Filix- oder Wurmfarnsäure, sondern es si^ darin noch andere Bestandteile des Mutterrhizoms enthalten. Rulle fand 41 Filix. Acidum filicicura. 447 von Carlblom vorgeschlagene reine Säure nicht so wirksam wie die nicht gereinigte. Die aus dem ätherischen Extracte sich oft in farblosen Plättchen absondernde Säure ist die reine Filixsäure, Dibutyrylphloroglucin (C 14 H 18 0 5 oder HiH 3 [0C 4 II 7 O] 2 OH). Sie ist unlöslich in Wasser, aber löslich in Weingeist, Aether. Schwefelkohlenstoff, ätherischen und fetten Oelen. Ihre Salze mit den Alkalien sind in Wasser löslich. Zur Darstellung der unreinen Säure wird das ätherische Extract oder besser as grob gepulverte Rhizom mit öproc. circa 10° C. warmer Salzsäure übergössen, nach einem Tage die Mischung auf einem Colatorium gesammelt, schwach ™sgepresst, wieder mit kaltem Wasser gemischt und ausgewaschen. Hierauf wird s feuchte Rhizompulver mit einem 2proc. Aetzammon auf dem Verdrängungswege extrahirt, der ammoniakalische Auszug auf ein geringes Volum, ungefähr ''' ™° Hälfte des Gewichtes des verwendeten Rhizoms bei nur gelinder Wärme j. U—50" qj eingeengt und mit verdünnter Schwefelsäure neutralisirt 3 Tage radurch beiseite gestellt. Der Bodensatz wird gesammelt, mit kaltem Wasser sgewasehen und wieder bei einer gelinden Wärme getrocknet. A n, ^' e re ' no Säure darzustellen, behandelt man die unreine Säure mit ether, filtrirt und destillirt den Aether ab. Den Rückstand löst man unter acerahon in verdünntem Aetzammon und fällt mit Schwefelsäure. Durch Um- ystallisiren aus Aether erhält man sie in sehr reiner Form. Der Preis der UM- emen Säure wäre auf 0,50 Mark für 1 g zu stellen. JJie Mischung mit Salzen der Alkalien und Erden macht die Filixsäure voll- T . 'g wirkungslos, vielmehr ist angezeigt während des Gebrauches Citronensäure- L 'monade zu trinken. W oratio taenifuga rationalis. wnelle Bandwurmkur mit Wurmfarn. I. * Rhi £ niz °niatis Filicia maris 15,0 (—20,0) fehari albi 5,0 V ' ; M. ^laeosacchari Citri 1,5. '• Pulvis. ß. S. alt, Los Pulver abends un g des Pulvers II zu nehmen. getheilt »v lver l in droi gleiche Theile der Liisn^r 6 , 11 ! 18 ^ 11 ? 1 6—8—10 Uhr) mit II. * A cidi citrici 5,0 fcacchari albi 55,0 ™. Divido ;„ ___i.' in partes aequales tres (3). Liter W 7 er IL Eln Pulver in Vs »nd dio= T 1 '..^ 0 so erfolgt ein Krystallabsatz von 1,3 im Gewicht, entsprechend 4 Proc. ^^eisensäure, die Hälfte des Bleiformiats bleibt in Lösung. Bei dieser Prüfungs- e >se bleibt die ätherisirte Säure übrigens unberührt. (Hager's Angabe beruht „ Untersuchung einer aus einer Drogerie bezogenen Waare, in welcher die mrne des Säuregehaltes, sowohl der freien wie der als Aethylformiat vertre- nen Säure, bestimmt wurde, de t?-' 6 ^ orse h r iften zur Darstellung des Spiritus Formicarum compositus und Und r ! nc * ura Formicarum composita wären, um diese Mischungen dem Spiritus in i\ c * ura Formicarum entsprechend sauer zu machen, abzuändern, doch nicht ^ a em Maase wie Gerhard (pharm. Centralh. 1880 Nr. 28) angiebt, denn zu ^aschungen laast Richter selbst 10,0 Säure auf 100,0 Wasser oder verdünnten eingei 8 t mischen, nur weiss man nicht, eine wievielhaltige Säure Richter w endete. Andererseits geht ein Theil der Säure in Ameisensäureäther über. R Acidum formicicum, Acidnm formylicum, kommt von verschiedener Stärke in den d aiuiel. Es ist daher das Standgefäss jedesmal nach geschehenem Einkauf mit füh 6nts P rec henden Signatur zu versehen. Die Preisliste von Gehe & Co. in Dresden rt m ehrereSäuren auf z. B. von spec. Gewicht 1,060. Diese ist eine ca. 28,5 proc, »S«r, Pharm. Praxis. Suppl. 29 450 Formicae. — Frangula. bei spec. Gewicht 1,120 eine circa 56 proc, bei spec. Gewicht 1,150 eine 66,6- proc, bei spec. Gewicht 1,180 eine 80proc. Säure (Säurehydrat). Die synthetische Darstellung der Ameisensäure nach V. Merz und J. Tibirica (Ber. d. d. ehem. Ges.) besteht in der Absorption von Kohlenoxyd durch Aetz- natron. Das Aetznatron wird in einer höchst lockeren Form des Natron-Kalkes angewendet und das Kohlenoxyd muss feucht sein; die Temperatur darf 220° C. nicht übersteigen. Aetznatron wird in wenig siedendem Wasser gelöst, dann allmählich mit Kalkhydrat versetzt und das Gemisch unter stetem Umrühren erhitzt, bis der Wassergehalt 5—10 Proc. beträgt. Das Kohlenoxyd (CO) soll sehr rasch von dem Natronkalk aufgenommen werden, so dass die Darstellung der Ameisensäure in dieser Weise im Grossen zu erwarten ist. Im Taschenbuch für ärztliche Praxis lässt Boerner 1—10 der Säure mit 100 Wasser mischen, ebenso Waldenburg und Simon in ihrem Handbuche- Es ist hier wohl eine 66,6 proc. Säure anzunehmen. Diese könnte auch ^ 3 concentrirte und eine 28,5 proc. als eine verdünnte angenommen werden. Die Gabe für den innerlichen Gebrauch ist 0,5—1,0 in 80— lOOfacher Verdünnung. Eine gleiche Menge concentrirter Säure würde unverdünnt al s ätzendes Gift wirken. Wenn die Verdünnung für den innerlichen wie für de« äusserlichen Gebrauch dem dispensirendenPharmaceuten zu gering bemessen erschein 1 » so verabsäume er nicht, das bekannte! vom Arzte hinzufügen zu lassen. Wen» der Arzt dies verweigern sollte, so kann das Recept nicht angefertigt werdeD. Es dürfte übrigens kaum vorkommen, dass der Arzt eine Säure mit bestimmtet 11 Gehalt vorschreibt, so dass dem Apotheker das Verdünnungsmaass stets freisteht- (1) Spiritus Formicarnm compositus. Vf Acidi formicici (pond. spec. 1,060) 10,0 vel (pd. sp. 1,120) 5,0 Olei Lavandülae Olei Terebinthinae ana 1,0 Mixturae oleoso-balsamicae 5,0 Spiritus Vini diluti 40,0 Spiritus Vini 45,0. Conquassando misce, tum filtra. Colaturae sint 100,0. (2) Spiritus formicicus. Loco Spiritus Formicarum. Vf Acidi formicici (pond. spec. 1,060) 8,0 vel (pd. sp. 1,120) 4,0 Olei Lavandülae Olei Terebinthinae ana 1,0 Spiritus Vini diluti Spiritus Vini ana 50,0. Misce fortiter conquassando, tum post diem uuum filtra. (3) Tinctura Formicarum composit*' Vf Acidi formicici (pond. spec. 1,060) 15' vel (pd. sp. 1,120) 7,5 Mixturae oleoso-balsamicae 45,0 Tincturae aromaticae Spiritus Vini diluti ana 20,0. M. D. S. Einreibung (bei Rheuma, P*J ralysis. In der alten Vorschrift befaßte sich noch die Tincturen aus Rbiz 0lD Filicis und Radix Bryoniae). (4) Tinctura formicica composit»- Loco Tincturae Formicarum. I$c Acidi formicici (pond. spec. 1/ 10,0 vel (pd. sp. 1,120) 5,0 Tincturae aromaticae 20,0 Olei Lavandülae 1,0 . Spiritus Vini diluti 70,0 (—75,0;. M. et filtra. Frangula. Brakvedsbarkextract eine ausländische Bezeichnung für das L, 1 u extraet der Frangularinde (Handb. Bd. I, S. 1107). Es ist daran zu ^^^ dass nur einer zwei Jahre hindurch gelagerten Rinde ein medicinischer Heu* ^ zukommt. Das erwähnte Extraet kann, wenn nicht vorräthig, durch das «11 erwähnte Decoctum Frangulae concentratum ersetzt werden, welches sich eine vorzüglich milde Wirkung auszeichnet. Frangula. 451 Kubly bestimmte in der Faulbaumrinde das Rhamnoxanthin und ein Glykosid, Avornin, welches sich in Zucker, Avorninsäure und ein amorphes Harz spalte. A. Faust erkannte in diesem Avornin nur ein unreines Rhamnoxanthin, in der Avorninsäure die Rhamnoxanthinsäure (Frangulinsäure). Zur Darstellung des Rhamnoxanthins (Frangulin, Avornin) extra- hirt Faust die Rinde mit warmem 90proc. Weingeist, destillirt von der Tinetur den Weingeist theilweise ab, fällt darauf mit Bleizucker aus, filtrirt, schlägt aus dem Filtrate das Rhamnoxanthin mit Bleiessig nieder, wäscht den rothen Niederschlag mit Weingeist aus, mischt ihn mit Weingeist, zersetzt ihn durch Schwefelwasserstoff, erhitzt zum Kochen, filtrirt vom Schwefelblei ab, und reinigt das beim ^kalten ausgeschiedene Rhamnoxanthin durch Umkrystallisiren aus heissem Weingeist. Es bildet gelbe, geruch- und geschmacklose Krystallmassen. Sein Schmelzpunkt liegt bei 225—226° C. Es ist unlöslich in Wasser, kaum löslich ln kaltem Weingeist und Aether, löslich in Schwefelkohlenstoff und Chloroform, Purpurfarben löslich in Lösungen des Ammons und der Alkalien. Es ist sublimirbar. Durch Kochen mit Salzsäure wird das Rhamnoxanthin in Zucker und Rham- n °xanthinsäure (Avorninsäure) gespalten. Diesen Process zu erklären, ^uss man die bisherige Formel des Rhamnoxanthins = C 12 H 6 0 6 3y 3 mal verbessern, also in C 40 H 2 <>0 20 umwandeln. C40H20O-20 _ c 28 H 8 0 8 + C^rDW* Rhamnoxanthin Rhamnoxanthinsäure Zucker. Die Rhamnoxanthinsäure (C 28 H 8 0 8 +3HO) krystallisirt in orange - gelben bis br aunen Nadeln oder quadratischen Tafeln, schmilzt bei 252 bis 254°, sublimirt Dter theilweiser Zersetzung, löst sich nicht in kaltem Wasser, wenig in kochen- em > mit röthlicher Farbe, ziemlich in kaltem und leicht in heissem Weingeist, n 'cht in Alaunlösung, in Kalilauge mit kirschrother Farbe und wird beim Ueberleiten ber glühenden Zinkstaub zu Anthracen (C 28 H 10 ) reducirt. Beim Erhitzen für sich Verl iert sie den letzten Rest der 3HO erst bei 180°. Nach Liebermann und Waldstein enthält die Frangularinde einen Rha- arberstoff, das Emodin, welches dem Chrysophan nahe steht und aus dem , amnoxanthin ™ Verlaufe der Zuckergährung, überhaupt unter dem Einflüsse e r feuchten Luft und der Temperatur entsteht. Aus diesem Umstände erklärt ich die Veränderung der Wirkung im Verlaufe der Lagerung. Nur eine min- es tens zwei Jahre alte Rinde hat die mild eröffnende Wirkung der Rhabarber. I "ecoctum Frangulae concentratnm. coctum Frangulae Suecicum. Dococtum *rangulao concontratum Beckmann. Corticis Frangulae minutim concisi - 1000,0 oacchari albi 50,0 Mixt Uae C0mmuni3 fcrvidae 4000,0. >» calore balnei aquae per horam unam 'gero, tum sepone loco tepido per dies "es, interdum agitando. Post hoc tem- ^mixturamperhoram unamcoque, tum ^Pnmendo cola. Residuo 2000,0 aquae communis affusis, denuo coque per ho- ™m climidiam et exprimendo cola. Quo so kann es nur zur Seifenfabrikation oder besser als Schmiermittel von Maschinen verbraucht werden, wozu es sich vorzugsweise eignet. Der Aether aus dieser Operation ist nur für ähnliche Operationen verwend- ar > denn ein gewisser Geruch bleibt ihm anhängen. Die mittelst absoluten Weingeistes aus dem Mutterkorn extrahirbare Sub- ta nz beträgt 2,5—3 Proc. und ist nur zum Verbrennen im Ofen verwendbar. Einer Extraction des Mutterkornes mittelst Aethers muss stets eine Austrockne in lauwarmer trockner Luft vorausgehen, wenn der Zweck erreicht werden auch die möglichst geringste Aethermenge verwendet werden soll. ^ Das Pulver des Mutterkorns brennt angezündet mit gelber Flamme. Mit Moschus gemischt bringt es den Moschusgerueh zum Verschwinden (wegen seines öanregehaltes). Mit Jodlösung giebt es keine Stärkemehlreaction. In seinem Gehalt an fettem Oele soll seine Giftigkeit oder vielmehr seine Sehnliche Wirkung beruhen. 454 Fungus Seealis. Der Feuchtigkeitsgehalt des an der Luft liegenden feinen Pulvers beträgt 10 Proc. Bei einer Wärme von 25—30° C. gehen nur 9 Proc. am Gewicht verloren. Die in die wässrigen Extracte und Ergotine übergehenden Aschenbestand- theile sind Natriumsulfat und saure Phosphate der Alkalien und Erden. Aufbewahrung des Mutterkornes. Hierüber ist im Handb. Bd. I, S. 1116 das Nöthigste gesagt. "Wesentlich ist die Austrocknung bei schwach lauer Wärme (circa 25 ° O), und als Aufbewahrungsgefäss ist eine Glasflasche dem Blechgefässe vorzuziehen, insofern sich jene mit aller Sicherheit luftdicht mittelst Korkes ver- schliessen lässt. Wenn das Pulver bereitet ist, breitet man es auf flachen Schüsseln oder Tellern, welche vorher etwas mehr denn lauwarm gemacht sind (circa 30—40° C-)> aus und stellt es 3—4 Stunden an einen Ort, dessen Temperatur höchstens 30° C. erreicht. Das nur noch kaum lauwarme Pulver füllt man schnell in die trocknen Standflaschen und korkt diese luftdicht zu. Jahre hindurch hält sich in dieser Weise das Mutterkorn unverändert. Da es nun beim Oeflhen der Gefässe schnell die Feuchtigkeit der Luft aufnimmt, und dadurcli Ursache und Gelegenheit zum Verderben geboten wäre, so sichert man das Unverdorbenbleiben durch ein Bäuschchen Watte oder Baumwolle, welches mittelst Stecknadel an die untere Fläche des Korkes angespiesst und mit einigen Tropfen Chloroform getränkt ist» Auf einen Raum von 100 CO. reichen 5 Tropfen mehr den genügend aus, darin die Bildung von Ursprossern zu verhindern oder zurückzuhalten. Aether, Schwefel' kohlenstoff lassen denselben Zweck erreichen, nur ist der Geruch derselben anhaftender. Dieses Betropfen kann man auch bei der Standflasche mit dem ganz e0 Mutterkorn ausfuhren, und zwar jedesmal, wenn das Standgefass geöffnet wird. Anneessens empfiehlt zur Aufbewahrung die ßacons desiccateurs CobN 8 ' lis' mit Kalkreservoir im Deckel, wie sie als eine echt deutsche Erfindung auch in Hageb's Commentar und im Handb. unter Calcaria mit Abbildung vo1 " gelegt sind. Die wirksamen Bestandtheile des Mutterkornes haben bis auf den heutigen Tag einen ununterbrochenen Zuwachs erfahren und wird man fast ein Dutzen« Stoffe aufzählen können, welche unter sich verschieden sind, aber auffallend stets dieselbe physiologische Wirkung beanspruchen oder vielmehr welchen man eine und dieselbe Wirkung nachsagt. Eine Kritik wäre hier etwas sehr Erwünschtes, zugleich aber auch die schwierigste Aufgabe, weil sie nur durch Experiment nac chemischer und physiologischer Seite hin durchführbar ist. Aus diesem Grün mögen die aufgefundenen wirksamen Bestandtheile ohne Kritik aufgezählt ° n besprochen werden, so weit sie nicht schon im Handbuch Erwähnung fanden- Extractnm Seealis cornnti (Hdb. I, 1118). Man klagte über den Wirrwarr de Nomenclatur der Extracte, doch finden sich in Gehe's Preisliste aufgeführt Extractum Seealis cornuti spissum Ph. Germ. (Bonjean) „ ,, „ purum dialysatum liquidum „ „ „ „ _„ spissum „ „ „ aquosum spissum •> „ „ spirituosum spissum — welche Aufzählung klar und deutlich das angiebt, was geboten wird. -# tractum aquosum spissum und spirituosum spissum werden kaum angewen e » dagegen ist das Extr. dialysatum das bevorzugte Extract, schon aus Grunde, dass es sich gut conservirt. Das Extract der Ph. Germ, würde o» dialysirten gleichwertig sein, wenn man es bisdepurirt d. h. in einem gle- c ^ Gewichte destillirtem Wasser löst, diese Lösung mit einem gleichen Volume £-i{ ra t dünntem Weingeist versetzt, einen Tag stehen lässt, dann filtrirt und das Fu bis zur Extractdicke einengt, nicht aber den Weingeist sowohl bei der Bereitu 6 Fungus Seealis. 455 als auch bei der soeben bemerkten Depuration durch Destillation sammelte (die Destillation im Dunstsammler bei 60 ° C. wäre allerdings zulässig und zweckmässig). Soll es zur subcutanen oder entoparenehymatischen Injection Verwendung finden, ß o ist seine Lösung stets zu filtriren. Für den innerlichen Gebrauch eignet sich das Pulvis Secalis cornuti puri- ficatus, denn es hat eine sichere Wirkung und conservirt sich in dicht geschlossenen Flaschen besonders gut. In der TEiciiGRÄBER'schen Preisliste findet sich das vorhin erwähnte Extract a ™ bisdepuratum aufgeführt, dann aber noch ein Extractum siecum cum Dex- trina, welches sicher nicht dem Pulvis Secalis cornuti purißcatus in der Wirkung gleich kommen, auch wohl keine Verwendung finden dürfte. Die Preislisten von Riedel und Teichgraeber führen ein Extr. bis depu- T s - 1117 die Methode Jacoby's angegeben. Diese Me- °de lässt sich colorimetrisch verwerthen. Dragendorff bestimmt den Werth e 8 Mutterkornes aus dem Scleromucingehalt. Man extrahirt mit Wasser, beseitigt etwa vorhandenes Fett mittelst Petroläthers, dunstet zur Syrupdicke ein Und vermischt mit einem gleichen Vol. Weingeist. Der Niederschlag wird mit 4 5proc. Weingeist ausgewaschen, bei 120° getrocknet, gewogen und schliesslich eingeäschert. Das Gewicht des getrockneten Niederschlages minus Aschenmenge ^giebt die Scleromucinmenge. Aus dem Filtrate vom Scleromucin soll man durch Ungeist die Sclerotinsäure fällen und damit ähnlich wie mit dem Scleromucin erfahren und auch ihre Menge berechnen. Wekzell unterscheidet Ecbolin undErgotin, doch fanden Dragendorff nd Blumenberg, dass beide Körper mit einander identisch sind. Dragendorff hält zwei Stoffe an der Wirkung des Mutterkornes betheiligt. r nennt dieselben Scleromucin und Sclerotinsäure, welche letzterein der irkung zu prävaliren scheint. Scleromucin ist eine schleimige Substanz, welche ei der Extraction des Mutterkornes mit Wasser gelöst und aus dieser Lösung mn; 40—45proc. Weingeist gefällt wird. Es ist ein Colloidsubstanz, löst sich getrocknet nur schlecht wieder in Wasser auf und hält hartnäckig die Aschenbestandtheile zurück. Es enthält Sackstoff, giebt aber keine Reactionen, welche auf die Natur eines Albuminoids, Alkalo'ids oder Glykosids schliessen Dragendorff fand in 100 Th. Scleromucin ausser 8,26 Feuchtigkeit Und 26,8 Asche, 29 Kohlenstoff, 6,44 Wasserstoff, 6,41 Stickstoff. 456 Fungus Seealis. Die Sclerotinsäure ist geschmacklos, farblos, wenig hygroskopisch, löslich in Wasser, aber auch in 45 proc. kaltem und 75proc. heissem Weingeist. Sie ist ebenfalls Colloidsubstanz, obgleich sie in Gegenwart anderer Stoffe dialysirt. Durch 85 — 90 proc. Weingeist wird sie aus ihrer wässrigen Lösung niedergeschlagen. Durch Maceration des Niederschlages in Salzsäure und Wiederfällen mittelst Weingeistes erlangt man das reine Präparat, welches Dragendorff in 100 Th. zu 40 Kohlenstoff, 5,2 Wasserstoff, 4,2 Stickstoff und 50,2 Sauerstoff zusammengesetzt fand (C l2 H 19 N0 9 ). Die Reactionen der Sclerotinsäure sind denen des Scleromucins ziemlich ähnlich. Mit Calcinm giebt die Säure eine Verbindung, welche 19—20 Proc. Kalkerde ausgiebt. Dkagendokff und Podwissotzkt schieden aus dem Mutterkorne den Farbstoff ab, welchen sie Sclererythrin nennen. Dieser ist in Wasser unlöslich, löslich in verdünntem und absolutem Weingeist, Aether, Chloroform und mit schöner Murexidfarbe in Lösungen der Alkalien, aus welcher letzteren Lösung er durch Zusatz einer Säure und Ausschütteln mit Aether abgeschieden werden kann. Die weingeistige Lösung giebt mit Aluminiumsulfat und Zinkchlorid eine schön rothe Mischung, und mit Kalksalzen, Barytsalzen und den Salzen verschiedener Schwermetalle blaue Niederschläge. Neben dem Sclererythrin fanden die genannten Chemiker noch einen anderen Farbstoff im Mutterkorn, welcher in den gewöhnlichen Lösungsmitteln sehr schwer löslich ist, dagegen von Alkalilösungen und Schwefelsäure mit violetter Farbe gelöst wird. Beide Farbstoffe sind auf Frösche nicht ganz unwirksam, aber im Mutterkorn in zu geringer Menge vertreten. Völlig unwirksam erwiesen sich ein braunes Harz und zwei krystallinische Körper, welche als Sclerocrystallin und Scleroxanthin bezeichnet sind und von denen der letztere für ein Hydrat des ersteren gehalten wird. Sclerojodin scheidet sich bei der Absonderung des Sclererythrins allmählich als ein dunkelblauschwarzes Pulver ab, welches weder in Wasser noch m Weingeist, Aether, Chloroform, wohl aber in Aetzalkalilaugo löslich ist. D ie Mutterkornalkalolde fand. Dragendorff ohne alle Mutterkornwirkung resp. war ihm die Abscheidung derselben nicht ausführbar und glaubt er, dass sie dieselben Substanzen sein können oder Gemische derselben, wie solche in v ° r " hergehenden Anführungen Erwähnung fanden. Nun ist Dragendorff ein seW zuverlässiger Chemiker, so dass man ihm ohne Rückhalt beistimmen darf. Im Verbände mit Podwissotzkt hat er übrigens das Thema noch weiter bearbeitet, und aus der nicht gereinigten Sclerotinsäure schied er eine Fusco - sclerotinsäure, ferner aus anderen Theilen aus dem Mutterkorn Pikroseie rotin ab. Die erstere ist in kaltem Aether und 85proc. Weingeist, nicht Petroläther löslich. Dass Pyrogallussäure eine dem Mutterkorn ähnliche Wirkung b* t wurde behauptet. Amerikanische Aerzte sollen die Mistel zu denselben Zwec wie das Mutterkorn anwenden, doch ist die Mistelart nicht näher angegeben. Nord-Amerika hat man Viscum flavescens Prush., V. rubrum L., welche unser Viscum gebraucht werden. Nach einer Nachricht wäre es nur ^ ., e album, aus welchem man in Nord-Amerika Abkochungen, Extracte etc. b< f e ' ' 3 um sie in den Krankheiten anzuwenden, wo man die Wirkung des Mutterko bedarf. Nach Long's Angaben hängt diese Mutterkornwirkung nicht von Beschaffenheit oder der Art des Baumes ab, welchen Viscum als Parasit bewo • Einige behaupten nämlich, dass das auf Ulme oder Eiche vegetirende Vis das kräftigere sei. Fungus Seealis. Acid. sclerotinic. 457 Acidum sclerotinicum, sclcrotische Säure, sclcrotinische Siiure, Sclerotiusiinrc. Diese durch Dragfndorff aufgefundene Säure ist in therapeutische Verwendung gekommen und wird von Dr. Friedrich Witte in Rostock dargestellt und in "en Handel gebracht mit folgender Erklärung: „Diese Säure bildet die wirksame Substanz des Mutterkorns, welche alle für die Therapie wichtigen Eigenschaften desselben in sich vereinigt und ihrer pul verförmigen Beschaffenheit, sowie ihrer ^eichtlöslichkeit in Wasser halber sich besonders für praktische Verwendung zu Wedicinischen Zwecken eignet. Dieselbe kann zu Subcutan-Injectionen empfohlen Werden, da sie bei sehr prompter Wirkung im Unterhaut-Zellen-Gewebe nicht die ''törungen verursacht, welche den Gebrauch anderer Mutterkorn-Präparate begleiten. Aber auch für innerliche Anwendung hat die Sclerotinsäure vor dem Mutterkorn, seinen Infusen und Extracten den Vorzug unveränderlicher Zusammensetzung, der- ^'folge sie eine genaue Dosirung gestattet, welche bei den letztbezeichneten Arzneimitteln unmöglich ist. Zu Subcutan-Injectionen gegen Blutflüsse u. s. w. genügen 0,04—0,05 Gramm, in der fünffachen Wassermenge gelöst, einmal bis l,,f 'listens zweimal täglich. Während die pulverförmige Sclerotinsäure unbegrenzt lange Zeit unverändert aufbewahrt werden kann, dürfen Lösungen derselben nur 3 Tage vorräthig gehalten werden." Auch dieses Präparat erwies sich im Anfange seines Bekanntwerdens vorzüglich wirksam, um dann dem Schicksale der anderen Präparate anheimzufallen. e, ce Anwendung soll jetzt nur nur noch eine seltene sein. , Darstellung der Sclerotinsäure. Das gepulverte Mutterkorn wird mit e still. Wasser erschöpft, d"r Auszug im Vacuum bis zur Syrupdicke eingeengt, dann mit einem gleichen Vol. eines 95proc. Weingeistes gemischt, ach dem Absetzen filtrirt und das Filtrat mit soviel starkem Weingeist versetzt, 8 dieser eine Trübung bewirkt. Der Niederschlag ist Sclerotinsäure, gebunden 11 Kalium, Natrium, Calcium etc. Der nach einem Tage gesonderte, mit abso- ein Weingeist abgewaschene Niederschlag wird in 40 - volum - proc. Weingeist gelöst, die Lösung (behufs Absonderung eines geringen Theiles Scleromucins) fil- g r 'rt und das Filtrat mit 5—6 CC. Salzsäure von 1,1 spec. Gew. (bis zur stark uren Reaction) versetzt, wenn nöthig filtrirt und das Filtrat nochmals mit ab- ,"J' em _Weingeist ausgefällt. Um sie noch reiner zu erlangen, löst man den Nieder- ehlag in mit etwas Salzsäure sauer gemachtem 40-volum-proc. Weingeist, filtrirt vr, fällt wieder mit absolutem Weingeist. Der bei lauer Wärme getrocknete tederschlag wird zerrieben und in gut verkorkten Flaschen aufbewahrt. Eigenschaften. Die Sclerotinsäure des Handels ist ein geruchloses, salzig erwärmend schmeckendes, sauer reagirendes, mehr oder weniger zimmtfarbi- jfv S ' , am orphes Pulver (reine Säure ist fast geschmacklos). Sie ist stark hygro- opisch und äussert diese Eigenschaft schon während der Wägung oder Ein- ^ung in ein Gefäss, zerfliesst aber nicht. Sie ist in Wasser und verdünntem • em geist leicht löslich, in starkem Weingeist, Aether, Chloroform unlöslich. Sie nicht glykosidisch und wirkt nur langsam auf kaiische Kupferlösung ein. Platinchlorid, Bromwasser Fällungen. Kaliummercurijodid giebt noch eine Trübung bei millionfacher Verdünnung des Alkaloids. Die Niederschläge mit den Reage»j tien sind an der Luft sehr veränderlich. Von concentriter Schwefelsäure wir^ es erst gelbroth, dann tief violettblau gefärbt. Diese Reaction tritt noch slcßer Es hervor, wenn ein Paar Tropfen Aether oder Weingeist hinzugegeben werden, verändert sich sehr leicht an der Luft, und seine Salz Verbindungen werden an Luft erst blassroth, dann tiefer roth. Auch Alkalien wirken, namentlich in a ^fl Fungus Secnlia. Ergotin. Wernich. 459 Wärme, zersetzend ein, und dabei tritt Trimethylamin auf. Die leichte Veränderlichkeit dieses Körpers scheint die Ursache des baldigen Verderbens des gepulverten Mutterkorns zu sein. Das amorphe Ergotinin ist in allen Verhältnissen in Weingeist löslich, und 'St es mit krystallisirtem gemischt, so vermehrt es die Löslichkeit desselben. Im übrigen besitzt es einen eigenthümlichen Geruch, welcher einem flüchtigen, noch n 'cht näher bestimmten Alkalo'ide anzugehören seheint. Das verharzte Ergotinin ls t fast unlöslich in Aether, aber ebenso löslich in Weingeist und Chloroform. Behuf der Abscheidung des Ergotinins wird das feingepulverte Mutterkorn mi t 95proc. Weingeist erschöpft, der weingeistige Auszug mit Aetznatron bis zur stark alkalischen Reaction versetzt und davon der Weingeist im Wasserbade ab- Qestillirt. Der Destillationsrückstand wird mit Aether extrahirt und der Aether- auszug durch Schütteln mit Wasser von der gelösten Seife befreit. Die Aether- Jiüssigkeit, von der stark gefärbten wässrigen Schicht gesondert, enthält das Alkalo'id. Sie wird nun mit einer wässrigen Citronensäurelösung kräftig durchschüttelt. Das Alkalo'id tritt an die Citronensäure. Nach dem Abgiessen der Aetherschicht wird die Ergotinincitratfliissigkeit zunächst mit Aether geschüttelt und gewaschen, dann mit Kaliumcarbonatlösung im Ueberschuss zersetzt und das frei gewordene Alkalo'id durch Schütteln mit Aether in diesen übergeführt. Die ätherische Alkaloi'dlösung wird, nachdem sie mittelst gereinigter thierischer Kohle en tfärbt ist, der Destillation unterworfen. Sobald sie sich hier zu trüben an- angt, giesst man sie in einen Glascylinder, welchen man geschlossen an einen u inklen kalten Ort stellt. Nach einem Tage findet man das Ergotinin in Kry- ' a 'len ausgeschieden. Durch Einengen der Mutterlauge gewinnt man noch einige Vr ystalle. Die letzte Mutterlauge hinterlässt beim Eintrocknen einen gelben ackeren Rückstand. Ein Kilogramm Mutterkorn der jüngsten Ernte lieferte 1,20 g Alkalo'id, da- li krystallisirt. Altes Mutterkorn gab i / 3 — J / 5 weniger mit noch geringerer in £e krystallisirtem Alkalo'id. Die Ausbeute besteht also aus einem krystallisirten und einem amorphen gotmin. Wärme und Licht sind nach Taneet allein die Agentien, durch *en Einwirkung das krystallinische Alkalo'id in das amorphe übergeführt wird. en n man eine weingeistige Lösung dem Sonnenlichte aussetzt, so färbt sie sich n gemein schnell unter Verminderung des krystallinischen Alkalo'ids, die Farbe er Flüssigkeit wird gelb, grün und, unter völligem Verscl.winden des Alkalo'ids, elches verharzt, zuletzt braun. Dieser Veränderung unterliegt auch das trockne Ikaloid, nur schreitet sie langsamer vor und die Farbe in Folge der Verände- Un g erscheint roth. Diese Farbe soll auch in den sauren Lösungen hervortreten. Das Verhalten der krystallinischen und amorphen Modification gegen Rea- & e ntien, das Sättigungsvermögen, die Intensität der Fluorescenz der Lösungen ind unverändert dieselben, beide Modificationen unterscheiden sich aber durch 1 re Auflöslichkeit, die amorphe ist weit auflöslicher als die krystallinische. Das krystallisirte Alkalo'id, durch Villiers der Elementaranalyse (im Laboratorium Bertiielot's) unterzogen, ergab die Formel C 70 H 40 N 4 O 12 oder 35H 40 N 4 O 6 . Das bromwasserstoffsaure, sowie das chlorwasserstoff- ^ au re Salz waren amorph und dargestellt durch Fällung der Acetatlösung mit- oist verdünnter Bromwasserstoffsaure und verdünnter Salzsäure und Trocknen der Niederschläge zwischen Fliesspapier. Das Sulfalt allein konnte unter Verwendung ler Sorgfalt in Krystallen gewonnen werden. (Vergl. ph. Ztg. 1879, Nr. 72.) p Extractum Seealis corimti dialysando paratum s. dialysatnm s. bis purificatum, fi Hractum Seealis cornnti Wernich, Ergotinum Wcrnichii (Handb. Bd. I, S. 1119) von Me, m 460 Fungus Seealis. Ergotina ration. parata. soll nach ursprünglicher Angabe (Einige Versuchsreihen über das Mutterkorn von Dr. A. Wermch, Berlin 1874, Hirschwald's Verlag) ein trocknes Extract sein, wird aber in dickflüssiger Form in den Handel gebracht. Damit der Gehalt des Extractes ein sicherer und bestimmter sei, hat Hager eine Vorschrift zur Darstellung eines Fluid-Extracts gegeben. (Vergl. weiter unten.) Dass Wernich's Extract als ein rationell dargestelltes aufzufassen sei, wurde vielseitig und wohl mit Recht bestritten. (Vergl. auch ph. Centralh. 1880, S. 114.) Extractum Seealis cornuti fluidum, Fluid-Extract des Mutterkorns, Ergotin Postans. Nach Fostans (pharm. Journ. and Transact. 1878) werden 600 g frisch gepulvertes Mutterkorn auf dem Deplacirwege nach vorheriger 7- tägiger Maceration mit einer Mischung aus 300g verd. Weingeist (circa 0,890 spec. Gew.) und 150g Glycerin extrahirt, zuletzt unter Verdrängung mittelst Wassers, bis das Abtropfende färb- und geschmacklos ist. Das wässrige Filtrat wird im Wasserbade eingedampft und mit der ersten Colatur vermischt, so dass aus der Misehung 600 g als Summe der Colatur erhalten werden. E 3 soll dieses Präparat von den Aerzten mit vielem Erfolge angewendet worden sein- Extractum Seealis cornuti flnidum Yvon, Ergotina Yvon. Das mittelst Schwefelkohlenstoffs vom Fett befreite Mutterkornpulver wird vor Licht ge- schützt an der Luft getrocknet und dann mit kaltem Wasser, welches auf 100$ Th. nur 4 Th. Weinsäure gelöst enthält, erschöpft. Der Auszug wird bi8 zum Aufkochen erhitzt, behufs Coagulation der Albuminstoffe, dann im Wasser' bade bis Y3 seines Volumens eingedampft und nach dem Erkalten filtrirt, biei - ' auf, nachdem die Weinsäure mit reinem Calciumcarbonat abgestumpft i*> bis zur Syrupdicke eingedampft und mit 90proc. Weingeist vermischt. D* 3 hieraus erlangte Filtrat wird mit Thierkohle möglichst entfärbt, bis zur Verflüchtigung des Weingeistes eingedampft, der Verdampfungsrückstand mit des*- Wasser gelöst, mit 0,15 Salicylsäure fiir je 100,0 in Arbeit genommenen Mutterkornes und endlich mit soviel Wasser oder Kirsch lorbeerwasse' versetzt, dass das Gewicht der Flüssigkeit dem Gewicht des in Arbeit genommenen Mutterkornes gleichkommt. Dieses Fluid-Extract ist eine bernsteingelbe Flüssigkeit, welche sieh in kj el " nen Flaschen gut halten und mit den Alkalo'idreagentien reichliche Niederschlag geben soll, auch nach Ansicht Yvon's das wirksame Princip des Mutterkorns re- präsentirt. Diese Ansicht theilen die Deutschen Physiologen und Chemiker nw n • Extractum Seealis cornnti pnrifieati, Ergotina rationalitcr parata (Haae*)» rationell bereitetes Mntterkornextract. Dieses Extract unterscheidet sich wesentuc von dem Wernkiii' schon und zwar in sofern, als es nur ein Minimum Asche bestandtheile enthält, woran das Wernich'scIic Präparat aber sehr reich 1 Dann hat es einen geringeren Einkaufspreis und ist auch weit wirksamer. _ Gröblieh gepulvertes Mutterkorn jüngster Ernte wird bei 25—^ ' getrocknet und 1000 Th. alsbald (ehe es Feuchtigkeit anzieht) in einem V ' drängungsapparat eingeschichtet und mittelst Aethers vom fetten Oele betre • Hierauf wird es mit 3000 Th. absolutem Weingeist in demselben Appai* erschöpft. Das noch weingeistig nasse Mutterkorn wird im Dunstsammler ^ einer Wärme von circa 50° vom Weingeist befreit, hierauf mit 3000 Th. 50 warmem destill. Wasser übergössen und durchmischt einen Tag bei e gestellt, dann unter langsam verstärktem Auspressen colirt. Der Rückstand nochmals mit 1000 Th. lauwarmem destill. Wasser durchmischt und n einem Tage ausgepresst. , - lta Die gemischten Colaturen werden bis auf 600 Vol.-Th. Rückstau a Wasserbade eingedampft und erkaltet mit 835 Gew.-Th. oder 1000 Vol.- Fungus Seealis. Ergotina ratiem. parata. 461 90proc. Weingeist vermischt. Diese Mischung lässt man 24 Stunden an einem kalten Orte stehen und rührt während dieser Zeit einige Male um. Dann wird durch ein leinenes Colatorium (oder solchen Spitzbeutel) gegossen und der schleimige Rückstand massig ausgepresst. Die Colatur wird filtrirt, auf ein halbes Volumen oder auf 700 Gew. Th. eingeengt, was zur Sammlung des Weingeistes anfangs im Hager' sehen Dunstsammler geschehen kann, und nun völlig erkaltet in einen Dialysator gegeben. Der Dialysator muss so eingerichtet sein, dass unter Anwendung eines dttn- ne n feuchten porenfreien Pergamentpapiers das Niveau der Flüssigkeitea ; m Dya- lisator (A) und Exarysator (B) in einer und derselben Fläche liegen und das äestillirte Wasser im Exarysator wenig mehr beträgt als im Dialysator. Der -Apparat entspricht der S. 425 angegebenen bildlichen Darstellung. Man lässt 7 Tage stehen, agitirt aber die Flüssigkeiten (A und B) jeden Tag einmal. Am °; Tage wird die Flüssigkeit (B) im Exarysator abgegossen und zur Extractdicke ei ngeengt, aber sofort wiederum (im Exarysator) durch destillirtes Wasser ersetzt, ■^in lässt man vier Tage stehen unter täglicher Agitation beider Flüssigkeiten. ^ m 5. Tage wird die Dialysation abgeschlossen. In der Flüssigkeit (B) des ^ x arysators wird der extraetartige Verdampfungsiüekstand aus der ersten 7 tägigen ^ialysation gelöst, filtrirt, das Filtrat bei gelinder Wärme in ein syrupdickes ^xtract verwandelt, auf Glastafeln ausgestrichen, getrocknet und als Extra et um be calis cornuti siecum Wernich aufbewahrt. Da dieses Extract sehr hygro- s kopisch ist, so ist es besser, es in flüssiger Form aufzubewahren. Man benimmt in der Extractlösung aus der Flüssigkeit B den Gehalt an trocknem Ex- ra ct, indem man 10 g der Lösung in einem tarirten Schälchen eindampft und ^trocknet, und dampft sie soweit ein, dass 2 Th. derselben mit 1 Th. 45proc. Weingeist gemischt eine Flüssigkeit liefern, welche 20 Proc. trocknes Extract j? . 1( *> 7 Proc. 90 proc. Weingeist enthält. Diese Flüssigkeit wird nach mehr- a gigem Stehen filtrirt und unter der Signatur: Extractum Seealis cornuti la lysatum liquidum Wernich, sumatur quintuplum, aufbewahrt. Die Flüssigkeit (A) aus dem Dialysatorgefäss wird, wenn sie auch klar er- e heinen sollte, filtrirt, das Filtrum mit Hülfe einer Spritzflasche nachgewaschen n d dann bei gelinder Wärme bis zur gewöhnlichen Extractdicke eingeengt und als Extractum Seealis cornuti purificati aufbewahrt, oder was empfehlenswerther ist, der Gehalt an trocknem Extract be- stimtnt und dann soweit eingedampft, dass aus 2 Th. der Flüssigkeit mit 1 Th. j>Proc. Weingeist gemischt eine Lösung erhalten wird, welche in 100 Theilen . Th. trocknes Extract und 16,7 Th. 90 proc. Weingeist enthält. Diese Lösung Wl rd mit der Signatur Extractum Seealis cornuti purificati fluidum oder Ergotinum liquidum rationaliter paratum (Hager) ersehen, die Signatur auch wohl mit sumatur quadruplum vervollständigt, denn 8l « enthält in 100 Th. 25 Th. Extract von derber Musconsistenz. Die Ausbeute an WEBNICH'schem trocknem Extracte beträgt 3,5—3,75 *j. r °c., anExtr. See. cornuti purificati in trockner Form 5,0—5,5 Proc, in mus- 5i°ker Form 6,7—7,0. Das derbe musförmige Extract enthält meist 25 Proc. ser. Die Ausbeute an fettem Oele, welches giftig wirkt, beträgt 28—35 Proc, " er Verdampfung»-Rückstand von dem Auszuge mit absolutem Weingeist (nach er Extraction mit Aether) beträgt circa 3 Proc. Sowohl das Fluidextract als auch das Extract von derber Consistenz werden in Verdünnung und Lösung, wenn die Anwendung eine subcutane ist, stets filtrirt, ■^HB^H 462 Fungus Seealis. Scleromucin. Secalina. selbst wenn die Lösung ziemlich klar erscheinen sollte. Da der Vorschrift hinsichtlich der Quantität zu genügen ist, so ist bis zu 20,0 ein Zehntel der Zusammensetzung mehr als Filtrationsverlust im Taxpreise in Ansatz zu bringen. Der Schimmelansatz beim derben Extract wird verhindert durch Einlage von etwas Borsäure-Aether oder einigen Tropfen Chloroform, 20 Tropfen auf ein 0,5 Liter-Gefäss. Das Standgefäss muss natürlich durch Gummiband dicht geschlossen sein. Vor Sonnenlicht und Ammondämpfen sind alle diese Präparate sowohl während der Darstellung als auch während der Aufbewahrung zu schützen. Extractum Seealis cornuti sicenm cum Dextrina. Zu seiner Darstellung werden 10 Th. des Extractes (Pharm. Germ.) mit 12 Th. Dextrin gemischt, in der Wärme des Wasserbades getrocknet, gepulvert und noch mit soviel Dextrin vermischt, dass das Ganze 20 Th. ausgiebt. Verschreibt der Arzt Extr. siecum, so ist die doppelte Menge von diesem Dextrin enthaltenden Extracte zu nehmen. Extractum Seealis cornuti ad usum hypodermaticum Mausen, Madsen's Mutter- kornextract zu subcutanen Injectionen ist das Extract der Pharmacopoea Germanica, neutralisirt mit Natriumcarbonat in Lösung, filtrirt und wiederum eingeengt- Natrum selerotinicum, Natriumsclerotinat, sclerotinsanres Natron ist auch in Anwendung gekommen. Zu seiner Darstellung werden gleiche Theile fein zerriebenes Natriumbicarbonat und Sclerotinsäure gemischt, mit einem gleichen Theile warmen destillirten Wassers durchfeuchtet, im Wasserbade auf 50—60° C. erwärmt, dann mit einem 5 fachen Volumen erwärmten absoluten Weingeistes vermischt, filtrirt, das Filtrat im Wasserbade eingetrocknet, zerrieben und in erwärmte Flaschen eingefüllt, welche dicht zu verschliessen sind. Diese Operationen sind möglichst schnell zu vollziehen. Pulvis Seealis cornuti purificatus, Seeale cornutum rectificatum, purifi" cirtes oder rectificirtes Mutterkornpulver existirt in 2 Formen und zwar als grobes (zu Aufgüssen und Präparaten) und als feines (zum directen Verbrauch bei* Patienten, zum Einnehmen). Grobes oder feines Pulver eines Mutterkornes letzter Ernte wird einen Tag hindurch einer Wärme von 25—30° C. ausgesetzt, damit es genügend trocken wird, hierauf in ein Deplacirgefäss eingedrückt und mit reinem Petroläther (behufs Erzeugung des Poudre de seigte ergote puriß ee de Homolle) oder mit reinem Aethyläther extrahirt (behufs Darstellung des Pulvis Seealis cornuti rectißcati GermanicusJ. Das extrahirte Pulver v?ir ( i ausgepresst, bei einer nur sehr gelinden Wärme (20—26 ° C.) trocken gemaen und in kleineren dicht geschlossenen Gefässen (Flaschen) aufbewahrt. Scleromucinum, Scleromucin, welches oben schon angegeben wurde und i Mutterkorn zu 2—3 Proc. vertreten ist, wirkt nach Dragendorff's Angaben ebenso kräftig wie Sclerotinsäure, es hat nur den Fehler, durch Auflösen nn Eindampfen an seiner Löslichkeit im Wasser zu verlieren und endlich ganz unlöslich zu werden. Dragendokff waltet zwischen demselben und der Sclerotin säure dasselbe Verhältniss wie zwischen Bassorin und Gummi. Aus der wässnge Lösung, welche schleimig ist, wird es schon durch Weingeist von 0,952 sp.G. (40proe-> abgeschieden. Es ist also in den Extracten, welche mit solchem und stärkere» Weingeist behandelt sind, nicht vertreten. Obgleich Colloidsubstanz, so ist e doch schwer, das Scleromucin von anhängenden Aschenbestandtheilen vollsten »S zu befreien, während es vom Fett durch Aether, von der Sclerotinsäure dure 40 proc. Weingeist befreit werden kann. Seealis, Resina Seealis cornuti, ein von dem italieniscsen Arzte PA ®? gi ' g# und dem Pharmaceuten Salli eingeführtes Arzneimittel gegen Lungenphtm • Das grobgepulverte Mutterkorn wird mit 35 proc. Weingeist extrahirt, v Fungus Seealis (Anwendung). 463 Ausenge nach Zusatz von circa 2 Th. Wasser auf 100 Th. des Auszuges der Weingeist durch Destillation gesondert, der Rückstand im Filtrum gesammelt, mit kaltem Wasser abgewaschen, dann in Weingeist gelöst und im Wasserballe eingetrocknet. Es bildet dieses Präparat eine weichharzige Masse. Anwendung der Mutterkornpräparate. Die hypodermatische Anwendung gegen Blutungen wurde erst in den 70 er Jahren bekannt und zuerst von Dr. von Swideeski in Posen (1872) versucht. Dr. Hiedebband wandteErgotin-Injectio- ne n gegen Uterusmyome an, später versuchte man dieselben auch bei mit Hä- morrhagien gepaarten Uterusinfarcten. Empfohlen sind die hypodermatischen Injectionen gegen innere Hämorrhagien (Haemoptoe, Menorrhagie), Aneurysmen, «etritis chronica, Tussis convulsiva, Kohlenoxydgasvergiftungen. Die Kliniker deuten die hauptsächliche Wirkung des Mutterkorns dahin, uass der Muskelcomplex des Uterus die Gefässe desselben verengert und dadurch u en Seitendruck in den Gefässen abschwächt, wodurch die Blutung gemindert oder gänzlich zum Stillstande gebracht wird. Den Injectionen folgt gewöhnlich ein Kriebeln (wie auch nach anderen Injectionen). Dieses Kriebeln der Haut kann wohl nicht dem Ergotinismus zugerechnet werden. Dann folgt das Gefühl der Zusammenziehung des Bauches und er Beckengegend, Harndrang. Zur Beseitigung eines chronischen Infarctes begleitet von Metrorrhagie sind circa 10 Injectionen von 0,2 — 0,4 pro dosi des ^xtractes erforderlich. ~_ Die Gaben im Kly stier sind beim Extract 1,0 — 2,0—3,0 auf 150,0 w asser. , Ergotin und Weenich's dialysirtesExtrat werden in gleichen Gaben Wl e das gewöhnliche Extract (Handb. I, S. 1119) angewendet, nur soll die sub- ' . ane Injection nicht schmerzhaft und nicht von unangenehmen örtlichen Nach- irkungen begleitet sein. Im Uebrigen hat sowohl das dem Exarysator, wie das eni Dialysator entstammende Extract die Mutterkornwirkung erkennen lassen (!). *LVe s um i Wkbnich (Handbuch Bd. I, S. 1119) haben alle die verschiedenen ra parate aus dem Mutterkorn hergestellt und damit physiologisch und therapeu- isch experimentirt und will Prof. Dr. Weenich nur durch das dialysirte Ex- ra ct befriedigende Erfolge erzielt haben. Leopold erzielte bei chronisch-hypertrophischen Uterus ohne Complicationen ortreffliohe Erfolge, so auch bei Uterusinfarct, Dysmenorrhöen membranacea; auch ei interstitiellem Tumor im Corpus uteri trat Verkleinerung der Geschwulst und er mindorung der Blutungen ein. Es ist Regel, die hypodermatischen Injectionen dem kranken Organe so n ahe ai 8 möglich zu appliciren und häufig ist die parenchymatöse Injection geboten, wenngleich dieselbe nicht ohne bedeutendes Schmerzgefühl bleibt. p Feashae beseitigte einen stark hervortretenden Kropf durch Injection des ,. rac ts in das Parenchym des Kropfes. Die hypodermatischen Injectionen blieben 1 ? r °hne Erfolg. Nach jener Injection traten starke Schmerzen in Hals- und Kopf- lte , auch grosse Hitze und Röthe in Kopf, Ohren und Kinnbacken ein. ÜU> A *W heilte mit Suppositorien das Bettpissen bei einem 17 Jahre alten Mädchen. Ji '' locale Nachwirkung. Ganz unschädlich, aber eonservirend wirken 10 Proc. Weingeist. Der subcutanen Injection (1 Erg., 5 Aq.; 2—3tägliche Dos. 0,8—1,0) gegen Prolapsus ani folgt meist sehr brennender Schmerz, selbst Blasenhalskrampf, Harnretention, vorübergehender Tenesmus. Oleum Seealis cornuti, MntterkorniH, ist ein bei gewöhnlicher Temperatur starres, jedoch weiches, schmieriges, blassgelbliches, durchscheinendes Oel, welches Hut 10 Proc. Paraffinöl und 30 Proc. Rüböl gemischt ein vorzügliches Maschinenschmieröl liefert. Man gewinnt es als Rückstand des Aetherauszuges aus dem Mutterkorn. Ü) Liquor Extracti Seealis cornuti ad injeetiones subcutanea». I. purificati «- cornuti Extracti Seealis fluidi 20,0 f.. Aquae bis destillatae 10,0. Mixta post quadrantem horae per chartam finden do ultra. . ?• S. Zu subcutanen Injectionen (auch P ei Prolapsus ani 0,6—1,0 jeden 2. oder °- r »g). IL 2l n Extracti Seealis cornuti 6,0. kolve in Aquae bis destillatae 20,0 jj. Spiritus Vini diluti 4,0. ixta post horae quadrantem per chartam 'undendo filtra. m. n .)ection8flüssigkeit nach Dr. Jos. Michel. SÖlv?fn° tini ° Ptlmi 6, °- (2) Liquor Acidi sclerotinici ad usum subeutaneum. IV Acidi sclerotinici 1,0. Solve in Spirtus Vini 2,0 Aquae bis destillatae 7,0 tum filtra. Colaturae sint 9,0. D. S. Zu Subcutaninjectionen, 0,4— 0,5-0,6. (3) Liquor Ergotinae Vidal ad injeetiones subeutaneas. IV Ergotinae rationaliter paratae 2,0. Solve in Aquae bis destillatae 10,0 Aquae Lauro-Cerasi 1,0. D. S. Einige Mal je 25 Tropfen subcutan einzuspritzen (gegen Mastdarmvorfall Erwachsener). Olycerinae purissimae 20,0 Aquae bis destillatae 3,0 A quae Lauro-Cerasi 1,0. (4) Liquor Extracti Fungi secalis ad injeetiones subeutaneas. j'? 8 ? drei Vorschriften sind gleichwerthig, r? Extracti Secalis cornuti depurati 6,0. rim. K \! von der Anwendung des Glyce- Solve in im sehr abzurathen, weil der Nachweis J\ c,1 emischen Reinheit des Glycerins li "'SerMaassen erschwert ist. Bisdestil- ue s Wasser ist das beste Vehiculum. IV. Liquor Waldenbubg. Sni„ E ^ tractl Secalis cornuti 5,5. " u iVe in ' Ser, A ' clUae destillatae 5,5. Pone per lioram dimidiam loco frigido, fiit.. " ,le P er filtmm minu s- Liquor niwatus sit ponderis 10,0. infe 6 F1Ussi K k eit wird zu 0,2—0,25—0,5 Wi]rH;V Wa8 ohne Schmerz geschieht. Sie E,.f,, be i Blutauswurf (Haemoptoe) mit bis 9n , an gewendet. Innerlich können 10 werd üpfen 1—2 stündlich genommen Solve in Aquae bis destillatae 18,0 Spiritus Vini 6,0. Sepone vase clauso loco umbroso perhoras decem, interdum agitando, tum filtra. Dosis: 0,5—1,0-2,0 (respond. 0,1—0,2 —0,4 Extracti). Dieser Liquor hält sich dauernd und wird bei der Dispensation entweder decanthirt oder, wenn ein Bodensatz vorhanden ist, filtrirt. (5) Mixtura antidiabetica 0. Hasse. W Extracti Secalis cornuti Extracti Hyoscyami ana 1,0. Solve in Liquoris Kali aoetici 25,0 Aquae Foeniculi 150,0. M. D. S. Dreistündlich einen Esslöffel zu nehmen (bei Harnruhr). Ha 8e*, Pharm. p rM i 8 . Suppl. 30 466 Fungus Seealis. (6) Mixtura contra purpurain haenior- rhagicam Henoch. k? Extracti Seealis cornuti 2,5. Solve in Aquae destillatae 150,0. D. S. Dreistündlich einen Kinderlöffel zu geben (gegen Blutfleckenkrankheit, morbus maculosus Werlhofii, Petechien). (7) Pilulae corrigentes Arnal. Vf Extracti Seealis cornuti 5,0 Radicis Liquiritiae q. s. M. Fiant pilulae sexaginta (60), quae ar- gento obducantur. D. S. Den Tag über 5—10 Pillen zu nehmen (bei chronischen Affectionen und Blutungen des Uterus). (8) Pilulae haemostaticae H. E. Richter. ty Extracti Seealis cornuti (s. Ergotinae purificatae) Seealis cornuti (purificati) pulverati ana 2,0. M. Fiant pilulae triginta (30). Lycopodio conspergantur. D. S. 2—3 stündlieh eine Pille (bei Lungen- und Gebarmutterblutungen). (9) Pilulae Seealis cornuti. Mutterkornpillen. ijc Extracti Seealis cornuti dialysati 10,0 Seealis cornuti pulverati purificati 5,0 Radicis Althaeae q. s. M. Fiant pilulae duoentae (200), quae Lycopodio conspergantur vel, si pos- citur, saccharo obducantur. D. S. Zweistündlich 3 bis 6 Pillen. U eberzuckerte Pillen dieser Zusammensetzung sollen in der BERG'schen Albert- Apotheke zu Dresden zum Vertriebe vor- riithig gehalten werden. (10) Pulveres eutoeii. 8. ocytocici. Gebärpulver. r? Seealis cornuti pulverati purificati 4,0. Divide in partes aequales octo (8). D. S. Alle 10—20 Minuten ein Pulver mit Wasser (bei schwachen Wehen). (11) Seeale cornutum saccharatmn. Pulvis obstetricius saccharatus. Süsses Wehenpulver. Süsses Geburtspulver. r? Pulveris Seealis cornuti purificati Sacchari albi ana 0,5. M. Dentur tales doses quatuor, S. Halbstündlich ein Pulver (nachdem der Geburtsact schon begonnen hat). (12) Suppositoria Seealis cornuti Ullmann. ■fy Seealis cornuti pulverati 2,0 Olei Cacao 8,0 Cerae flavae 2,0. M. 1. a., ut fiant suppositoria quatuor. D. S. Täglich ein Stück zu verwenden (gegen Bettpissen Erwachsener). (13) Syrupus Seealis cornnti BonjeaN. Syrupus Ergotinae Bonjean. Vf Extracti Seealis cornuti 1,8. Solve in Aquae Aurantii florum concentratae 0 " Syrupi Sacchari fervidi 100,0. Grammata triginta 0,5 g Ergotinae con- tineant. Dieser Syrup wird als Obstetricale u°' 1 Haemostaticum zu 2—4 Esslöffel den 1 a # über gebraucht, auch gegen Keuchhusten wurde er von Griepenkerl mit Erf°/e angewendet, doch ist ein anhaltender Ge- brauch nicht raths&m. (14) Syrupus Seealis cornuti ferrat« 8, Syrupus Ergotinae martiatus. Vf Extracti Seealis cornuti purificati n u ' idi 10,0 Natri biborici 2,0. Solve in Syrupi Sacchari 100,0. Tum admisce Ferri dialysati 35,0 Sacchari pulverati 55,0. Agitando fiat syrupus. D. S. Täglich 4—5 mal einen Esslöffel (als Prophylaoticum gegen Sorption purulenter Stoffe). (15) Vinum Seealis cornuti. Vinum Ergotae. Vinum eutocium- r- Extracti Seealis cornuti 5,0. Solve in Vini generosi Hispanici 250,0. D. S. Nach Umständen 1-2 Es8löffe_ zwei- bis dreimal während des wv "\ et geschäftes zu nehmen, sofern ein nonu<^ Ausgang zu erwarten ist und Sien Trägheit zuerkennen giebt (15,0 ottei Esslöffel enthalten 0,3 Extract). halbe 0 Re- Galbanum ist von anderen Gummiharzen dadurch unterschieden, dass es «inige Stunden in Wasser eingeweicht und dann mit etwas Aetzammon versetzt eine blaue Fluorescenz entwickelt, welche durch Säuren wieder gehoben wird. Bei •Asa foetida soll diese Fluorescenz bedeutend schwächer sein. (The Pharmac. J ourn. and Transact. 1876.) Die Reinigung der Gummiharze nach Angabe der Ph. Germ, ist beanstandet worden und hat man den rationellen Modus, welcher von der Französischen Ph. angenommen ist, bevorzugt und empfohlen. Gummi-resina Galbannm expnrgatnm Ph. Franco-Gallicae. 150 Th. des Gummiharzes werden in einem tarirten Kessel mit 100 Th. Wasser übergössen und unter Umrühren bis zum Aufkochen erhitzt oder bis eine vollständige emulsive Flüssigkeit entstanden ist. Alsdann wird soviel Weingeist dazugemischt, dass mit dem vorhandenen Wasser ein Weingeist von genau 0,914 spec. Gew. hervorgeht (33 Vol. Th. Wasser und 67 Vol. Th. Weingeist von 0,835 spee. Gew. ergeben einen Weingeist von 0,914 spec. Gewicht). Unter Umrühren, wenn nöthig unter Erwärmen, wird eine Lösung hergestellt, welche durch ein feinmaschiges Sieb oder durch 'ocker gewebte Leinwand, wenn nöthig unter Pressung colirt wird. Die Colatur wir d nun soweit eingedampft, bis ein in kaltes Wasser fallen gelassener Tropfen nach einigen Augenblicken eine knetbare, den Fingern nicht anhaftende Masse arstellt. Dann wird die Masse in ein Gefäss gegossen. Das Abdampfen des Weingeistes ist sehr gut im Dunstsammler zu bewerk- el 'igen. Dieser Art der Expurgation können auch unterworfen werden Ammonia- Cui n, Sagapenum, Asa foetida. Mit vorstehendem Modus stimmt das von Eugen Dieterich empfohlene erfahren einigermaassen überein. 10kg des Gummiharzes werden in einem essel mit 2,5 Liter Weingeist Übergossen, unter Kneten im Dampfbade erwärmt nd da »n 12 Stunden beiseite gestellt. Hierauf wird wieder auf 40° C. er- armt und die Masse einige Stunden hindurch mittelst einer hölzernen Keule uichknetet und durchmischt. Dann wird mit weiteren 2,5 Litern Weingeist vergeht und die Masse in kleineren Portionen unter Reiben durch ein engmaschiges essmgsieb colirt. Der hierbei gesammelte Rückstand aus dem Siebe wird in den ^essel zurückgebracht und eine halbe Stunde hindurch mit 2,5 L. Weingeist mit ulte der Keule gerieben, um nochmals auf dem Siebe gesondert zu werden. k^K J6tZt bebende Rückstand ist, wenn aufmerksam gearbeitet wurde, nur wenig , end . un( * völlig werthlos. Die als Colatur gesammelte dickliche Flüssigkeit R r breiige Masse wird abgegossen und so lange abgedampft, als Weingeist- ampfe entweichen. Dieses gereinigte Gummiharz ist ein vorzügliches. Es kön- eu die in dieser Weise gereinigten Gummiharze von der Firma Eugen Diete- °H zu Helfenberg bei Dresden bezogen werden. . E - DiETEiucii sammelte bei Galbanum 15 Proc. unbrauchbaren Rückstand s'hi em Siebe, 3,6 Proe. Sand und andere Unreinigkeiten, welche durch das ■eo hindurchgingen 75 Proc. reines Gummiharz. Der weitere Verlust betrug °> 4 Proc , Galbanum findet jetzt nur noch selten eine innerliche Anwendung und auch 1 nur in Verbindung mit anderen Arzneistonen gegen verschiedene Formen ^r Hysterie, Hypochondrie, Asthma, Angina pituitosa, stridulosa und verschiedene »'venleiden. 30* ^ 468 Gallae. Bablah. Dividivi. Gallae. Gallae Sinenses. Nach Schenk enthalten die Chinesischen Galläpfel verkleistertes Stärkemehl, nicht aber die Japanischen, ein Beweis, dass erstere bei starker Hitze getrocknet werden. Von C. Hartwich wurde berichtet, dass unter dem Namen Bin seng allen eine Chinesische Sorte von kleinerer, nicht zackiger Form, aber an der Spitze umgebogen, in den Handel komme. Die Behaarung ist eine sehr spärliche. Der Gerbstoffgehalt beträgt 72 Proc. Fructns Acaciae Bambolah, Fructas Bablah, Bablahhiilsen, Indischer Gallus, Bablah, die getrockneten Hülsenfrüchte der Acacia Bambolah Roxburgh, des Ostindischen Gallusbaumes. Sie sind den Dividivihülsen wenig ähnlich, nur kurz und grau behaart, platt, in 3 — 5 rundliche Glieder eingeschnürt, zweiklappig aufspringend. Die dunkelbraunen Samen haben einen gelben Rand. Vergl. Handb. Bd. I, S. 11. Frnctns Balsamoearpi, Frnctus Algarobillae, Algarobillo, Algarobto ist die durch ihren reichlichen Gehalt an Gerbstoff (67 — 68 Proc. nach Godeffroy^ Ellagsäure und Gallussäure ausgezeichnete Frucht von Balsamocarpum brevt- folium Philippi. Der Siliqua dulcis (welche auch den Namen Algarobo führt) ist sie nicht ähnlich, denn sie ist walzenförmig, 3 — 5 Ctm. lang, 1—2,5 Ctm- dick, gelb, gelbbraun, dunkelbraun, rosenroth (je nach ihrem Zustande der Reife) und von einem von bernsteinähnlichen Harze durchtränkten Perikarp eingeschlossen. Diese harzähnliche Masse bildet auch Lamellen, welehe die Samen von einander trennen. Schon vor 25 Jahren kam diese Frucht zuweilen in 1 europäischen Handel vor; Vaterland Provinz Coquimbo in Chile. Man gebraucht sie zur Schnellgerberei wegen ihres grossen Gehaltes an Ellagsäure. Zur Darstellung der offlcinellen Gerbsäure ist sie nicht geeignet, denn sie soll eine dunkelfarbige Gerbsäure ausgeben. Die in Haufen liegenden, nicht genügend trockenen Früchte sollen sich mitunter so erhitzen, dass Verkohlung oder Entzündung eintritt. Der Gerbstoffgehalt aus Hülsenschalen und Samen zusammen steigt bis zn 60 Proc, aus den Hülsenschalen allein bis fast auf 70 Proc. Die Samen? welche 12,5 Proc. vom Gewicht der Hülsen betragen, sind nämlich frei voD Gerbstoff. R. Godeffroy erkennt in dieser Frucht ein herrliches Material z flr Darstellung der Gerbsäure. Frnctns Coriariac, Siliqua (Faba) Libidibi, Muatta-Pana, Dividivischoten, A ) e getrockneten Früchte von Caesalpinia Coriaria Wiledekow, Libidibibaum, m Südamerika und Westindien einheimisch, sind 5 — 8 Ctm. lange, 1,5 — 2 Ctm- breite, 0,5 Ctm. dicke, S- oder C-förmig gebogene oder gekrümmte, nachenförmig vertiefte, zusammengedrückte und zwar nach aussen der Biegung convexe, nac innen derselben concave nicht aufspringende Hülsen von brauner Farbe, inne» markig und harzig glänzend, rothbraun, mit 3—9 elliptischen, hellerfarbigen, em- sämigen Querflächen. Die Samen sind linsenförmig zusammengedrückt. ^ e Gerbstoffgehalt soll bis 50 Proc. hinaufgehen und nur in dem Mesocarpium de Schale enthalten sein. Frnctus Myrobalani, Fructns Terminaliae, Myrobalani, Myrobalancn (Balsanv nüBse). Unter diesem Namen kommen Früchte von verschiedenen Bäumen un^ Sträuchern in den Handel, welche schon von den alten Griechen als Adstringentia angewendet wurden. Die wichtigsten Myrobalanen sind: Gallae. Myrobalanen. 469 Myrobalani citrinae s. flavae, Citrins, gelbe Myrobalanen, die trocknen Früchte von Terminalia citrina Roxburgii (Myrobalanus citrina Gaertner, citronen- gelber Catappenbaum), einem im östlichen Bengalen einheimischen Baume aus der Familie der Vochysiaceae- Terminalieae. Es sind 2,5 bis 4 Ctm. lange, circa 1,5 bis 2 Ctm. dicke, also längliche, oben breitere und stumpf gespitzte, nach unten etwas dünnere Steinfrüchte. Sie sind aussen glatt, gelb oder braungelb von Farbe, gerippt (5—10-rippig) oder kantig. Die dünne Mittelschicht ist grünbraun, harzig glänzend, oft mit Höhlungen versehen, welche mit harzähnlicher Masse gefüllt sind. Die Steinschale ist weisslich, dick, undeutlich 5 lappig, mit stumpfen Lappen. Der circa 1 Ctm. lange und 2 mm dicke, an beiden Enden dünnere Samen füllt das enge Fach vollkommen aus. Der Geschmack der Fleischschale ist stark ad- stringirend, der des Samenkerns herb, hintennach bitter. Die chemischen Bestandteile sind vorwiegend Gerbsäure und Gallussäure. Myr. Fig. 66. Gelbe Myrobalane. a eine ganze in natürl. Grösse. 6 im Querdurchschnitt. Myrobalani Emblicae, graue Myrobalanen, die trocknen Früchte der Emblica ofßcinalis Gaertner (Phyllan- thus Emblica Wieldenow, Myrobalanenbaum), einer ln Ostindien einheimischen und dort auch cultivirten Luphorbiacea-Phyllanthea. Die frische steinfruchtartige Kapsel ist kugelig, fleischig, glatt, mit 6 Streifen oder vorstehenden Rippen versehen, gelbgrün oder gelbgrau, fast wallnussgross. Sie enthält eine eirunde, stumpf dreikantige, dreifächerige Nuss, welche in jedem Fache zwei dreikantige «amen trägt; die getrocknete Frucht ist haselnussgross, fast sechseckig, unreif gesammelt grauschwarz, reif gelblichbraun und beim Druck in 6 Theile zerspringend. Diese Myrobalanen kommen im Handel in drei Formen vor, entweder ganz oder ausgeschnitten, so dass die Nuss sichtbar ist, oder die Fruchtschalen vermengt mit den Steinfächern und Samen, von denen sie sich beim Trocknen getrennt haben. Die Klappen der Schalen sind einzeln oder hängen zu 2 und 3 zusammen, mit beiden Enden nach innen gekrümmt. Sie sind aussen dunkel graubraun oder schwärzlich, oft anscheinend bestäubt und runzelig. Die röthlicheu glänzenden Samen enthalten einen cylindrischen Embryo, in der Achse eines öligen ^weisses lagernd. Diese Frucht ist ein wichtiger Arzneikörper der Hindus und gilt frisch als Kühlendes, harntreibendes und abführendes Mittel, getrocknet als Adstringens. an wendet sie an bei chronischen Diarrhöen, Ruhr, Cholera, Gallenleiden etc. 1 Myrobalani Chebulae, grosse oder schwarze Myrobalanen, die trocknen Früchte von Terminalia Chebula Retz (Myrobalanus Chebula Gaertner), einer in Ostindien einheimischen Vochysiacee. Sie unterscheiden sich von den Myrobalani citrinae durch grössere Dicke, stärker hervortretende Rippen, eine nicht glatte runzliche Oberfläche, dunkelbraune Farbe und die schwärzliche oder schwarzbraune Mittelschicht. Sie sind stumpf, 5 kantig und auf jeder Fläche mit einer Rippe versehen. Der bis zu 1,5 Ctm. lange und bis zu 2,5 mm dicke braune, innen "weisse Samen ist eiweisslos mit spiralig gedrehten Samenlappen. Diese Früchte enthalten weniger Gerbsäure als die Myrobalani citrinae. Die Samen schmecken Wle Haselnuss und werden gegessen, die Früchte auch mit Zucker eingemacht 470 Gallae. Mjrobalanen. genossen. Die auf den Blättern entstehenden Gallen (Djokje-Nüsse) sind sehr reich an Gerbsäure. Myrobalani Indicae s. nigrae, Indische oder schwarze Myrobalanen sind die getrockneten, in Folge von Insektenstich verkümmerten unreifen Früchte der vorerwähnten TerminaJia Chebula. Sie sind schwarzbraun runzelig, innen braun oder schwarz und glänzend, ohne Steinschale und samenlos. Sie waren früher officinell. Alyv. mgr. Fig. 67. Schwarze Myrobalanen von verschiedener Grösse. Myr. Bell. Fig. 68. a Bellerische Myrobalane in natürlicher Grosse. 6 im Querdurchschnitt. Myrobalani Bellcricae (Belericae, Bclliricae) s. rotundae, bellerische oder runde Myrobalanen, die getrockneten Fruchte von der in Ostindien einheimischen Ter' minalia belerica Koxbukgh (Myrobalanus lelerica Gaeener). Sie sind fast kugelig, kaum eckig, bis zu 3 Ctm. im Durchmesser, an der Basis in einen kurzen Stiel auslaufend, röthlichbraun, bräunlich kurz-filzig, runzelig. Die Mittelschicht ist locker, zerreiblich, matt graubraun und die Steinschale blassbräunlich mit einem stumpf-3-winkeligen Fache. Der eiförmige stumpf-dreikantige Samen ist ungefähr 1,5 Ctm. lang, 6 mm dick, oben spitz, unten stumpf. Die Myrobalanen werden im Orient und im südlichen Europa als Arzneisubstanz geschätzt. Die daraus dargestellte Gerbsäure unterscheidet sich von derjenigen der Galläpfel nicht und obgleich sie einer Reinigung unterworfen werden muss, so ist die Herstellung eine bedeutend billigere. Pulvis Myrobalanorum subtilis halten die Drogisten vorräthig und wird dasselbe in Stelle des Tannins zu Salben, Einreibungen, Einstreupulvern, Waschmittel^ von vielen Aerzten angewendet. Frnctns Pycnocomae, Nnces Bnmahae s. Bomahae, Bomahniisse, Bnmalinflsse. Natal-Gallns, Natalgalläpfel. Diese Namen dürften einer und derselben Droge angehören, wenigstens kommen die Beschreibungen derselben tiberein. Diese gerbstofflialtigen Früchte von Haselnussgrösse, wahrscheinlich einer Euphorbiacee entnommen, wurden aus Natal unter dem Namen Galläpfel importirt, wahrscheinlich wegen ihrer entfernten Aehnlichkeit mit Aleppo-Galläpfeln nach Grösse und Form; aussen sind sie schwarz, beim Bruche zeigen sie ein hartes, dreifächeriges Endocarp un in jedem Fache einen einzigen schön gezeichneten Samen, welcher Aehnbchkei mit Kicinussamen hat, jedoch nur halb so gross wie dieser ist und keinen l>e- sonderen Geschmack besitzt. Die benutzt werden. Das Tannin befindet sich in dem Sarcocarp und kann hei der ausserordentlich geringen Entwicklung des letzteren nicht bedeutend sein. Eine Verwechselung m it Türkischen Galläpfeln ist nicht gut möglich, denn die Bomahniisse sind schwarz und die Form ergiebt bei näherer Betrachtung eine Regel- mässigkeit, wie sie eine gleichsam aus drei Früchtchen zusammengesetzte Frucht nur haben kann. Wenn diese Früchte statt 3 Samen hätten, könnte man sie für Emblica- Myrobalanen halten. N&t. G. Fig. 69. Natal-Gallus. a eine ganze Frucht (einer En- phorbiacee?}. b eine aufgesprungene, von-welcher eine Klappe mit einem Samen ■weggenommen ist. "~ Samen der Frucht. Natürl. Grösse. Gallae Tamaricis, Tamarisken-Gallen, Tamarix-Gallen, Taknts, die vorzugsweise auf Tamarix orientalis Forskal (Tamarix articulata Vahl), einer in Ae gypten, Arabien, Persien einheimischen Tamariske, vorkommenden Gallen. Diese bedecken oft den ganzen Baum. Sie sind pfefferkorn- bis haselnussgross nr >d verschieden gestaltet, im Allgemeinen der Eiform sich nähernd, knollig oder fierenfdrmig, grobwarzig-runzlig, matt graubraun (wenn schmutzig), gewaschen he U gelbbraun, braunroth oder purpurroth, gewöhnlich auf der einen Seite etwas an uers farbig als auf der entgegengesetzten, meist mit einem kreisrunden glatt- randigen Flugloche. Im Inneren sind sie lockerzellig, gelblichbraun oder bräun- llc hgrün, mit einer unregelmässigen Höhlung, welche mit Schimmelpilzresten geeilt ist. Der Gerbstoffgehalt beträgt 40—45 Proc. Diese Gallen, auch die Gallen auf anderen Tamarisken werden innerlich Un d äusserlich gegen Hautkrankheiten, Flechten, Syphilis etc. gebraucht. Buksitt's vegetabilische (lomposition, ein Antikcsselsteinmittel, ist ein Gemisch ^on Soda, Eichenrinde und den Pulvern jener oben erwähnten billigen gerbstofi- haltigen Früchte mit etwas Isländischem Moose. (1) Kemedium antidoticum stypticuni. Antidotum alkalo'idium. §" Jodi puri 5,0. oolve digerendo in T Spiritus Vini absoluti 20,0. 1 um admisce Gallarum subtilissime pulveratarum 100,0. "Hxturae loco vix tepido siccatae admisce pulverem paratum e Tartari depurati 10,0 Sacchari albi 35,0. "• ad vitrum. Alt ? e * Vergiftungen mit Metallen oder ^VlKalo'iden. deren -nliliATfi Hp.7.ftip.liTillnp' fehlt alo'iden, deren nähere Bezeichnung -~t, zuerst 2, dann alle halbe Stunden 1 lheelöffel mit Wasser zu nehmen (doch sollen 5 Theelöffel nicht überschritten Verden). (2) Spiritus thelorrhosticus. Spiritus ad mammas. Brustwarzenspiritus. Vf Gallae pulveratae 10,0 Acidi salicylici 0,5 Benzoes pulveratae 2,5 Olei Bergamottae guttas 3 Olei Sassafras guttas 5. In cueurbitam ingestis affunde Spiritus Vini Aquae Eosae ana 50,0. Mixturam saepius agitatam sepone per horam unam, tum nitro. D. S. Härtungsgeist. (Täglich 1—2- mal dio Brustwarzen in den letzten zwei Monaten der Schwangerschaft zu bestreichen, um sie abzuhärten. Es kann diese Tinctur auch bei wunden Brustwarzen Anwendung finden.) 472 Gallae. — Gaultheria. — Gelatina. Antipsilothron von Hoflieferant Hegewald (Berlin, Mohrenstrasse 31) gegen das Ausfallen der Haare. In einem 4seitigen Formfläschchen befinden sich 80,0 einer bräunlich gelben, klaren, angenehm riechenden Flüssigkeit, ein filtrirter Auszug von 2,5 Galläpfeln mit einem Gemisch aus 50,0 starkem Weingeist und 30,0 Wasser, mit mehreren ätherischen Oelen parfümirt. (Hager, Analyt.) Gaultheria. Broughton (zu Oatacomund) stellt Salicylsäure und Carbolsäure aus den flüchtigen Oelen von Gaultheria punctata und Andromeda Leschenaultii her, welche Pflanzen auf den Nihlgerrihügeln (Neilgherry), dem südlichen Theile des Ghatgebirges auf der vorderindischen Halbinsel, im wahren Sinne des Wortes wuchern sollen. Diese Oele sind nahezu identisch mit dem Oleum Gaultheriae, denn sie bestehen fast nur aus Salicylsäure-Methyläther. Wenn man das Oel mit Aetznatronlauge verseift, bekommt man unter Verflüchtigung von Methylalkohol salicylsaures Natrium, woraus durch Mineralsäuren die Salicylsäure im nahezu reinen Zustande abgeschieden werden kann, welche, getrocknet und über Kalk und Sand destillirt, auch reine Carbolsäure liefert, die sofort in der Vorlage kry- stallisirt. Die auf diese Weise gewonnene Salicylsäure soll auf ungefähr 4 Mark für 500 g kommen, während 500 g Carbolsäure daraus zu 5 — 7 Mark zu stehen kommen würden. Gaultheria punctata Blume wächst reichlich in Java und liefert nach Dr. de Vrij 1,15 Proc. rohes Wintergrünöl, welches wahrscheinlich ebenfalls zu* Herstellung der genannten Säuren verwendet werden könnte. H. Köhler untersuchte die flüchtigen Oele der Gaultheria punctata BluMB und der G. leucocarpa und fand beide aus Salicylsäure-Methyläther bestehend. Ueber die Gewinnung des Gaultheria-Oeles findet sich im Arch. des Pharm- 1880 Näheres angegeben. Das rohe Oel ist blassroth bis dunkelbraun und von 1,17 spec. Gewicht. Durch Maceration mit thierischer Kohle wird das Oel entfärbt. Syrnpus Gaultheriae. ' Wintergrünsyrup. Vf Olei Gaultheriae guttns 5 Tincturae Aurantii corticis 10,0. Mixtis adde Syrupi Sacchari 90,0. Gelatina. Gelatina. Unter dem Namen Grenetine (Grenetine) kommt ein sehr reines Fabrikat der Firma Grenet zu Rouen in den Handel. Sie bildet sehr dünuo farblose, völlig durchsichtige Blätter. Ilippocolla, Hokiak, Hippocoll ist ein Chinesisches Fabricat und soll aus den Knorpeln des Zebra und des Esels bereitet werden. Leim, Chinesischer (Colle de Chine, du JaponJ, Bengalischer Fischleim, Gelos« sind Namen für Gelatina vegetabilis verschiedener Abstammung. Vergl. Handb. 1» S. 727. Weisser Kussischer Leim ist mit 3 — 14 Proc. Bleiweiss, eine an- Gelatina. Glyceringallerte. 473 dere Sorte mit 7—8 Proc. Zink weiss versetzt angetroffen worden. Eine Tafelbouillon enthielt 0,05 Proc. Cuprioxyd, welches möglicher Weise aus Versehen °der bei der Bereitung in kupfernen Gefässen hineingekommen sein mag. Die Metalloxyde werden zum Theil von der Leimlösung in Lösung erhalten, y'e Verwendung solchen metallhaltigen Leimes zum Bestreichen der Backwaaren J st vorgekommen. Die Sächsische Regierung hat daher die Verwendung des Russischen Leimes für diesen Zweck untersagt. Die Zeitschrift „Gesundheit" 1879 Demerkt dazu: „Die Zufügung genannter Metallverbindungen ist als eine schädliche f 1 älschung des Leimes anzusehen, — als eine Fälschung, welche der echte russische J^eim nicht ze igt. In Russland wird der Leim so fabricirt, dass man etwas Cal- ^'umphosphat oder Kreide, oder am häufigsteu Knochenasche dem durchsichtigen Knochen- oder Hautleim, welcher sich durch grosse Bindekraft auszeichnet, beiigt. Die deutschen Leimfabriken versuchen dieses Erzeugniss der russischen ndustrie nachzuahmen, nehmen aber statt der unschädlichen Kalkverbindungen 'eiweiss oder Zinkweiss als Beimischung. Es bleibe dahingestellt, ob dies von eu tschen Fabrikanten aus Unkenntniss geschieht, oder ob die schweren Metall- °^yde den leichteren Erden in betrügerischer Absicht vorgezogen werden, um das Gewicht der Waare künstlich zu erhöhen." Leim als conservatorisches Menstruum (Morfit's Conservirungs- er fahren). Es besteht dieses Verfahren darin, dass dem Nahrungsmittel Wasser °glichst entzogen und dieses durch Leim oder Gelatine ersetzt wird. Zur Milch- onservirung löst man 1kg Gelatine in 2 kg frischer Milch. Die gewonnene Gal- tte wird eingetrocknet und in einer zweiten Portion Milch gelöst. Dies wird ß'nige Male wiederholt, so dass jenes 1kg Gelatine die festen Bestaudtheile von 7~15kg Milch enthält. Fleisch wird oberflächlich getrocknet (halb gekocht) mit Gelatine überzogen. Gelatina glyccrinata (Ilandb. Bd. II, S. 14). Zu ihrer Darstellung werden ej Kochhitze 100 Th. feinster Gelatine in 400—500 Th. destill. Wasser dani dann mit 600— 700 Tn - reinem Glycerin (die grössere Menge, wenn dam f r ' n n ' cllt genUg concontrirt ist ) gemischt und bis auf 800—900 Th. abge- Alri ^°^ s ' e zu Conservirungszwecken dienen, so muss alles Wasser durch dampfen entfernt, und der Glycerinzusatz bis auf 1000 Th. vermehrt werden, v . ^yceringelatine als Consistenzmittel für arzneiliche Gelatinepräparate ^estent aus 2 Th. reinster Gelatine, 10 — 12 Th. Glycerin und 1 Th. Wasser. m ! e ' a der Wasserbadwärme geschmolzene Masse wird mit dem Avzncistoff gesellt und entweder in Formen gegossen oder in für jeden Fall besonderer Weise j. ormt - Ein Apotheker Guosz (der Wohnort ist nicht bekannt) hat entsprechende i'zneiformen in den Handel gebracht. • . e Präparate können mit einer Gerbsäureschicht überzogen werden, indem man , ein " bis zweimal auf l / 2 Minute in eine dünne weingeistige Tanninlösung ertaucht oder damit überstreicht. Formen dieser Art sind (nach Gitosz) Co- r ^ ae ,(P lattc Kränze), Globuli vaginales, Bacilla nasalia (Bougies), Orbiculi ii» ' ae et oblongae (als Ersatz der medicamentösen Tampons), Laminae gela- °*oe (Gelatineplatten, 2mm dick, mit Arzneistoff gemischt zum Auflegen auf Ami • Gesc,mür e)- Amylnitritkugeln sind Hohlkapseln mit 4 Tropfen ' m ylnitrit. Man sticht mit einer Nadel in die Hülle und atlimet den Dunst auf. Gerbsäure und Tannate dürfen nicht mit Gelatinecompositionen gemischt we rüen. Gelatine kann auch durch Agar-Agar ersetzt werden (Decoct von 1 Agar- gar mit 25—30 Wasser und 5 Glycerin). <5ereo 11 gelatinös! solubiles, Bacilla gelatinosa, lösliche Gelatine-Senk- 474 Gelatina. Gelatine-Kapseln. Keraen, lösliche Gelatine-Bougies für Behandlung der Gonorrhoe oder des Trippers etc. sind 3mm dicke, 12—13 Ctm. lange, cylindrische Bacillen, welche in ihrer Hauptmasse aus 1 Th. Gelatine, 6 Th. Glycerin und 1 Th. Wasser oder aus 3 Th. Gelatine, 21 Th. Glycerin und 2 Th. Wasser bestehen. Fig. 71. Hohle Gelatinekapseln mit Deckel. Fig. 70. Form einer 15slicnen Gelatine-Senkkerze (Bongie). Zur Darstellung sind Formen nothwendig, doch können auch Glasröhren als Formen benutzt werden, welche innen mit Oel ausgerieben und heiss gehalten werden müssen, wenn die Masse eingegossen wird. Solche Senkkerzen mit circa 0,02 Zinksulfat, 0,015 Carbolsäure, 0,02 Belladonnaextract, 0,03 Gelsemiumextract hält man in Nordamerika vorräthig. Elastische Kapseln (nach Taetz's P>" tent) zum Einhüllen der einzunehmende» Arzneikörper sind in Deutschland kaum in Gebrauch gekommen, weil darüber lB keinem der Deutschen pharm. Blätter e*" was Specielleres gesagt ist. Die Mass® besteht aus 1 Th. Gelatine und 4 Tb* Glycerin. Diese Kapseln haben einen seu r hohen Einkaufspreis und müssen desha"' als ein entbehrlicher Luxus angeseu e,J werden. Die grossen Kapseln fassen c *' 4 g Ricinussöl oder Leberthran, die kle 1 ' nen ca. 2g, die zu Copaivbalsam 1—*&! Leckage findet kaum soviel statt, als b fll den kleinen harten Kapseln. Die Fi rm * Gehe & Co. in Dresden erwähnte dieselbe 0 in einem ihrer Handelsberichte. Chromleim (Handbuch Bd. II, S. 15) ist eine 10-proc. Leim- oder Ö e ." tinelösung (oder Gummiarabicumlösung), welche durch gelinde Wärme A u ^' 8 gemacht kurz vor der Anwendung mit Kaliumdichromatlösung (auf l0 ' Leim 2 Th. Chromat) vermischt wird. Der Einwirkung der Sonnenstrahlen au gesetzt, wird dieser Leim unter Reduction der Chromsäure zu Chromoxyd ' Wasser unauflöslich und unaufquellbar. Daher ist Chromleim ein vortreffh« 5 Glaskitt, überhaupt ein Kitt für Gegenstände, welche aus einer durchsichtige oder diaphanen Masse bestehen. Schwarz bestreicht (Dingi-er's polyt. ^° nX ?, 1877) mit dem frisch bereiteten Chromleim beide Bruchflächen möglichst gj eic , massig, drückt dieselben zusammen und befestigt sie in dieser Stellung du eine Schnur. Hierauf wird der Glasgegenstand in die Sonne gelegt und zeigt si derselbe schon nach wenigen Stunden festgekittet. Selbst heisses Wasser o den oxydirten Chromleim nicht auf, und die Sprungstelle ist kaum zu erkel "i ' Werthvolle Glasgeräthe, welche durch eine stärkere Kittfuge verunstaltet wü * !Lj können auf diese Art sehr gut reparirt werden. Auch mikroskopische Deckg la ^ bissen sich mit dem Chromleim besser als durch den schwarzen Asphaltkitt a kitten. „. onJ - Auch zur Herstellung wasserdichter Gewebe lässt sich der on ^ leim benutzen, wo eine gewisse Straffheit nicht hinderlich ist. Man hat den Gelatina. Chromleim. Etiquettenleim. n einen Rahmen gespannt, nur 1 — 3 Mal mit heissem Chromleim anzustreichen ün d dann dem Sonnen- oder Tageslichte auszusetzen. Die bekannten Leinwand- offer können so am einfachsten und billigsten wasserdicht gemacht werden, ebenso Tornister u. dgl. Der Chromleim lässt sich selbst zur Herstellung von a chpapp e benutzen, entweder, indem man dieselbe direct mit Chromleim tränkt, | a er indem man, nach dem Tränken der Pappe mit Theer, dieselbe auf beiden te n mit Chromleim anstreicht und in die Sonne legt. Dadurch wird jedenfalls as Verdunsten der flüchtigen Theerbestandtheile wirksam verhindert. Eine mit ür omleim getränkte Dachpappe, den heftigen Regengüssen des Sommers ausgesetzt, wird weder aufgeweicht noch vom Wasser durchdrungen. Der Chromleim dient ferner als "wgamcntpapierkleister zur Herstellung von Düten und auch zur Herstellung se r dialysatorischer Membranen. Das feuchtgemachte Papier wird mit dem ffi en Leime bestrichen und die Fuge dem Sonnenlichte ausgesetzt. Durch fegen von Glas und Beschwerung desselben mit Gewichten lassen sich hierbei Ver kleisterten Stellen pressen. , T Wasserdichter und luftdichter Zeugstoff wird mittelst Chromleimes hergestellt. ge ac n Sci IÜLKE wer a en 50 Th. Gelatine in 75 Th. Glycerin und 150 Th. Was- B e .^ un d mit 0,4 Salicylsäure in weingeistiger Lösung versetzt. Vor dem 40 th! n ^ es Zeugstoffes werden der durch Erwärmen flüssig gemachten Masse er » , **" Kaliumbichromat in concentrirter Lösung zugesetzt. Statt 40 Th. sind iningsgemäss höchstens 12 — 15 Th. Kaliumbichromat zu nehmen. e ; ^ ni 'omIeim mit Zinkoxyd gekocht soll sich besonders für Zündhölzer Utl( , en .(Patent 9104, Gebe. Pohl und Gnoss), die Zündmasse soll fester haften b ei der Friction nicht spritzen. Lö Chromleim als Glaskitt, Kitt für durchsichtiges Material (S. 474). Man hält eine öies» V ° n 10 TL Gelatine oder Leim in 90 Th. Wasser zur Hand. Von eben 1 er ^ a ' tet eme Gelatine darstellenden Masse giebt man 50 Th. in ein Töpfaus i £y arm t un( l versetzt die flüssig gewordene Masse mit einer heissen Lösung *h. Kaliumdichromat (rothem chromsaurem Kali). P at , * a stische Leimmasse, elastische Stempel. Nach einem erloschenen Sest|if V ' rd 6 ' ne ^ asse aus Leim und Gelatine mit der Stempelschrift her- Taw ^ nd dann a ' eser letztere Theil 3 Minuten mit einer Lösung von 1 Th. ZwisT m lö ^ Wem £ eist im Contact erhalten. Dies wird bei stundenlangen Schr - Vti 1U ' :lUm . en 3 ~ 4mal wiederholt und zuletz nach dem Trocknen der gegerbte '1 m it lauwarmem Spiritus mittelst weichen Pinsels gereinigt. -H | ti( |iicttciileii l " Mucker und m. 100 Th. guter Leim, 50 Th. Acaciengummi, 25 0 rpP^ 01 una iJ Th. Aluminiumsulfat werden in 100 Th. Essig und \y a , vei- dünnter Essigsäure (1,040 spec. Gewicht) in der Wärme des eine adci ? gelöst und dann mit soviel Essig versetzt, dass nach dem Erkalten erkgij ^Pdicke Flüssigkeit erlangt wird. Dieser Leim ist dickflüssig. Wäre er steif, so ist er erwärmt anzuwenden. Zuck Siger Iieim ' "Italischer oder Pusciiek's flüssiger Leim. 40 Th. weisser t em A er we rden in 200 Tb. AVasser gelöst und mit 10 Th frisch gelösch- Öftev T tzkaIk (in Pulverform) vermischt einige Stunden digerirt, dann unter Th em Umrühren 1 Tag macerirt, hierauf filtrirt. Das Filtrat wird bis auf 170 Wrf"f edam P ft und mit 35 Th. Leim in kleinen Stücken versetzt. Nach zweien gigem Beiseitestehen wird unter Umrühren im Wasserbade erhitzt, bis toan ng des Leimes erfolgt ist. Will man consisteuteren Leim herstellen, so nehme 40 Th. Leim. Der Zusatz von 2 Proc. Glycerin wird empfohlen. 476 Gelatina. Hektograph. Dieser flüssige Leim soll vorzügliche Bindekraft besitzen, darf aber nicn mit Farben verbunden werden, welche durch Alkalien zerstört werden, * ie Berlinerblau, Pariserblau, Zinkgrün, Chromgelb, Carmin, Carmoisinlacke. Gelatinekapsclleim besteht aus 20 Th. Gelatine, 80 Th. Glycerin und 40 Th. destill. Wasser. Künstlicher Leim, Abadie's (für die Papierfabrikation). Mit einer Magnesiumchloridlösung in Wasser, welcher etwas Salzsäure zugesetzt ist, wird Stärke (Amylum) eine Stunde im Dampfbade erhitzt. Dann wird die Flüssigkeit nn Kalkwasser neutral gemacht und nochmals eine Stunde kochendheiss erhalte"- Auf 100 Th. Stärke gebraucht man 100 Th. Magnesiumchlorid, 1 Th. Salzsäur 0 und die nöthige Wassermenge (1000—2000 Th). Appretur-Masse, Clarke's, besteht aus 6kg Leim, 4kg Dextrin, 5 ^ Kalksulfat, 50 kg Glycerin, 50 g Calciumchlorid, 5 kg Walrath, 5 kg Stärkesyrup- 2 kg Stearin, 5 kg Stärke, 50 g Phenylsäure, 100 g Aetznatron. Ob dieses Q u ° ' übet einen Werth hat, wurde von keiner Seite angegeben. Chromograph. Die Gelatinemasse (in einem 1,5—2 Ctm. hohen BlecbkaS- e ' setzt Professor Dr. V. Waktha aus 100g Gelatine, 1200g Glycerin «^ 500 CC. durch Decanthation gewaschenem, frisch gefälltem Baryumsulfa* l sammen. Das Original lässt W. auf dem mit einem kaum feuchten SchwaDJ überfahrenen Kuchen 1 — 2 Minuten liegen und zieht dann von einer Ecke » ab. Die ersten Copien soll man nur mit schwachem Druck oder Betupfen einem Tuchballen herstellen. Den durch längeren Gebrauch uneben geworden Kuchen schmelzt man um und giesst durch Miillergaze. e Nach einer andern Vorschrift wird die Gelatinemasse aus 100 g Gela» | 400—500 CC. Barytsulfatbrei, in der Wasserbadwärme gemischt, mit 10^£f pulverter Dextrine und 1000—1200 g Glycerin bereitet. — Nach einer drrf* Vorschrift wird die Masse aus 100 Gelatine, 375 Wasser, 375 Glycerin ° 50 Kaolin oder weissem Thon zusammengesetzt. Hektograph (Copirapparat). In einen 1,5 — 2 Ctm. hohen Blech*» 8 0) mit Deckel giesst man die heisse flüssige Mischung aus 110 Th. öelat' 1000 Th. Glycerin und 100 Th. Indischem Syrup. Die Glycerin-Ge 18 ^ der Fabrik Eisenbüttel bei Braunschweig, gemischt mit etwas Glycerin und W - dürfte auch genügen. Die Tinte, Hektographentinte, besteht nach ^ , eJ . aus 2,0 Methylviolett, 2,0 verdünnter Essigsäure, 4,0 Wasser aus 2,0 Fuchsin, 1,0 Weingeist und 8,0 Wasser. ySff' Da mit dieser Copirmethode Unterschriften leicht nachgeahmt wer" en . te „, nen, so empfiehlt sich zur Namensunterschrift die Anwendung von Galläpfel i überhaupt von Tinten, die ein Copiren nicht zulassen. , ir t Ritt zwischen Leder und Metall. Nach dem „Maschinenbauer" yer ^ man, um Leder auf Metall aufzukitten, in folgender Weise. Man digerirt _^ er . grobgepulv. Galläpfel mit 8 Th. Wasser sechs Stunden und colirt. Dann ^ giesst man 1 Th. Leim mit gleichviel Wasser und macorirt 24 Stunden- ^ bestreicht dann das Leder mit dem warmen Galläpfelauszug, bringt '^jer wärmte Leimlösung auf dass rauh gemachte und erwärmte Metall, legt das ^ ^ gt darauf, presst es fest und lässt an der Luft trocknen. Das Leder soll S an dem Metall haften, dass es, ohne zu zerreissen, sich nicht lostrennen ^ Kitt für Marmor, Marmorkitt. Einer heissen Lösung von 1 Th. ^e^V }if bis 4 Th. Wasser setzt man unter Umrühren so viel frisch gelöschten K . gt< bis die noch warme Masse zu dem beabsichtigten Gebrauche dick gen ^ Der Gegenstand, welcher gekittet werden soll, muss vorher gelinde e Gelatina. Sprenggelatine. — Gelsemium werden, dann erst wird der warme Kitt aufgetragen. Man überlässt den Gegenstand der Ruhe und wischt den herausgetretenen weichen Kitt mit nassen Tüchern We g- Der Kitt soll so haltbar werden, dass die Gegenstände eher an einer anderen Stelle brechen, als an der gekitteten. Kitt für Poreellan, Krystall - Porcellankitt, Cimcnt cristallin pour porcelaine, Kitt tür Krystall, Poreellan und Marmor. Ungefähr 10 Th. Gelatine oder ein guter ^eim werden mit 20 Th. verdünnter Essigsäure erwärmt, bis eine gleichförmige Klare, in der Wärme dickflüssige, erkaltet nicht flüssige Masse entstanden ist. *" dem erwärmten Kitte werden die erwärmten Bruchflächen bestrichen. Nach der ursprünglichen Vorschrift wurde der Kitt aus Schnecken unter Kochung bereitet, ^'ne ähnliche Vorschrift ist bereits im Handbuch Bd. II, S. 16 angegeben. Kitt, wasserbeständiger, wird nach Boschan durch Mischen von Portland- ement mit heisser concentrirter Lösung des Cölnischen Leimes zu einem Brei er gestellt. In 3 Tagen erhärtet er. Statt der Leimlösung kann auch eine asein- Boraxlösung genommen werden. Dieser Kitt kann auch als Steinkitt, Marmorkitt, Porcellankitt, Fussbodenkitt verwerthet werden. Klebpflaster (MAUTENDORF'sches?), vegetabilisches Klebpflaster. Eine Lösung ^ n 1 Th. Gelatine, 5 Th. Aeaciengummi in 2 Th. Glycerin und 5 Th. asser wird warm auf dünnes Baumwollenzeug, welches aufgespannt ist, auf- p ri cnen und getrocknet. Der Lösung 0,5 Proc. Salicylsäure zuzusetzen wird Prahlen. Das Pflaster wird mit Wasser angefeuchtet, um damit die Erosionen uer Haut zu bedecken. Mixture for clarifying eider ist fein gepulverte Gelatine. a, Sprenggelatine, explosive Gelatine, ist ein Name, welcher einem gelatine- jjnhchen Gemisch aus 90 — 95 Th. Nitroglycerin und 5 —10 Th. Colloxylin S geben ist. Nobee's Gelatine enthält circa 5, Abel's dagegen 10 Proc. Coll- löat ' n ' we ^ ClJ0 letztere Mischung eine starre Consistenz hat. Das Nitroglycerin die Trinitrocellulose ebenso wie weingeistiger Aether. Die AßEt/sche f1 en Sgelatine ist elastisch, durchscheinend, in einer Wärme bis 50° C. nicht D v . ( 8cn melzend), erst bei 204 ° explodirend. Sie soll stärker wirken wie Sei t . Nac \ FRANZL und Hess genügt ein geringer Zusatz Kampher zur Spreng- p r a " e J dieseir »e schuss-sicher und gegen Wasser unempfindlich zu machen. 4 roc, • Kampher genügen hierzu. Ernäh- e. Feine riI ,aar-Ernährungsmittcl von Professor M. Langenbeck (Hannover) zur H 01 S ~ krail ken Haarzwiebeln und Verhinderung des Ausfallens der Haare. lö 8t "Spane werden in kochendem Wasser erweicht, in verdünnter Aetzkalilauge ge Schw r i ^- er von dor Aetzkalilauge gelöste Hornstoff durch verdünnte Salzsäure oder 160 Th | äure abgeschieden. 1 Th. dieses Hornstoffes wird in 4,5 Th. Aetzkali und A-nalvtS 8ser durch öfteres Umschütteln gelöst und colirt (80g 3,5 Mark). (HAGER, Gelsemium. se Handbuch Bd. II, S. 18 u. f. Gelsemium nitidum MiCHAUX, Gelsemium ern peroirens Aiton, Bignonia sempervirens Linn., Lisianthus sempervirens 478 Gelsemium. Miller, Anonymos sempervirens Walter, Gelsemium lucidum Poiret, Jasmin - Bignonie, ein an Ufern der Flüsse wuchernder, in den südlichen Freistaaten Nordamerikas und in Mexiko einheimischer, der Familie der Apocineen angehörender Kletterstraueh mit gegenständigen, glatten, glänzenden und ungetheilten, immer- grünen Blättern und schönen, gelben, wohlriechenden, in Achseldolden gruppii' ten Blüthen. ■f Radii Gelsemii, Gelsemienwunel, das getrocknete, mit den Wurzeln nebst den Wurzelfasern besetzte Rhizom oder auch nur die Wurzeln. Das Rhizom ist gelblichbraun, 5—15cm lang oder es sind solche lange Fragmente, 0,5—3 cm dick, meist gerade, zuweilen winklig gekrümmt, meist einseitig, mitunter auch überall auf dem Umfange mit bräunlichgelben Wurzeln und Wurzelfasern besetzt. Die Wurzeln sind starr und wenig biegsam, verschieden (0,2 — 1,3cm) dick, f bis 20 cm lang, theils wellig, theils bogig gebogen, selten gerade gestreckt. D' 6 Faserwurzeln treten meist aus dem Rhizom und seltener aus den Wurzel« hervor. Sie sind 0,5—1,5 mm dick, ziemlich lang, verschieden gebogen und ziemlich starr. Das Rhizom ist mit kurzen, längsgestreckten, etwas dunkleren Furchen & e ~ zeichnet, meist in 2—6 cm weiten Distanzen an den Stellen der Wurzelansätze verdünnt und hier und da mit knotenförmigen Verdickungen versehen. Auch die Wurzeln strecken sich nicht immer in gleichmässig zunehmender Verdünnung» Bondern sind stellenweise etwas dicker oder verdickt. (ieLscw, u#& Fig. 72. Gelsemipunrurzel r«). h Querdurchschnitt des Rhizoms, und c der Wurzel, d Ei" T '"" dPr Querdnvehsdinittfläche stark rersjrössert. Der Wurzelstock ist sehr hart und schwer zu zerbrechen, auf dem Bruche splitternd und etwas faserig. Der Querschnitt zeigt eine dünne, etwas dunK ^ Rinde, einen blassbräunlichen oder gelbbräunlichen Holzring, durchzogen von leren, gelblichweissen Markstrahlen und in der Mitte ein nur dünnes, aber kelfarbiges Mark. , & \t Die Wurzeln sind meist einfach, selten verzweigt, doch hier und aa ^ Wurzelfasern besetzt, blasser an Farbe als das Rhizom, mehr graugelbhch,^ Bruche splitternd, aussen längsrunzelig und unregelmässig längsrissig, nac Enden zu etwas glatter, hier und da mit Narben von abgestossenen Wurzel- iasern gezeichnet. Auf dem Querschnitt zeigen die Wurzeln eine sehr dünne, gelbbraune, dem Holze anliegende Kinde und ein gelbes, von weisslichen Mark- Wahlen durchzogenes Holz, aber kein Mark. Die oberen dickeren Endeu der Wurzeln lassen auf der Querschnittfläche in Stelle des Markes oft einen mit der ^upe erkennbaren Punkt erkennen. Die dickeren faserigen Wurzeln haben mitunter hier und da scharfe oder s Pitze fühlbare Hervorragungen, wohl von Wurzelfasern herrührend. Der Querschnitt ist gleich dem der Wurzeln. Der Geschmack der Wurzel, besonders der Rinde ist etwas bitter. Geruch * Wenig vorhanden. Er tritt in der Tinctur mehr hervor und zwar an Senega Un ^ grünen Thee erinnernd (Holmes). In den Handel kommen die Wurzeln mit den Rhizomen, auch wohl nur le Wurzeln mit den dünnen Rhizomstücken. Ein Theil kommt nach Deutschland, ^gen Raumersparung für die Verpackung, im geschnittenen Zustande. Letztere /"aare igt allerdings keine gute Qualität, weil sie auch die Beimischung von We igen des Strauches zulässt. Die stark narkotische Beschaffenheit der Waare ">acht d cil Einkauf der ungeschnittenen, also der ganzen Wurzel zur Nothwendig- eit ; denn nur dies giebt dem Pharmaceuten Sicherheit für die Echtheit und ßmheit der Waare. Zuweilen kommt sie ganz in 5 — 15 cm langen Stücken, er durch Pressung auf einen geringen Raum beschränkt, in den Handel. Die- Waare sind nicht selten Zweigstücko beigemischt. Die Zweigstücke ussen beseitigt werden. Man erkennt sie an der aus dem Schwinden des T, es entstandenen Höhlung und den beim Durchbrechen hervortretenden langen "astfasern. ■ , ° e standtheile sind: Gelseminin (circa 0,1 Proc), ein sehr giftiges Alka- > ferner Gelseminsäure (circa 0,04 Proc), welche krystallisirbar ist und ist ^v ösun g en stark blau fluoresciren. Nach neueren Untersuchungen Robbins fliese Säure ein Glykosid und mit Aesculin identisch. Robbins fand als na vf 16 "*? es ^ an dtheile Harz, wenig Fettsubstanz und eine geringe Menge eines j Cajaputöl riechenden kampherartigen Körpers. In den Markstrahlen und -nolzparenchym findet sich Stärkemehl, nicht aber im Rindengewebe. In den le ngelstücken findet sich etwas Gerbstoff (Vogl). Anwendung und Wirkung. Nach Holmes wirkt Gelsemium zunächst auf a| rn und Rückenmark, dann auf das Athmungssystem und das Herz. Die Be- sclf- 1I1 " SUeiVei1 de8 Auges werden zuerst angegriffen; die fixirten Gegenstände öfl . emon zu schwanken, die Augenlider sind wie gelähmt und nicht mehr zu en > die Pupillen bleiben erweitert; die Empfindlichkeit der Zunge wird abge- ' m Pft, das Sprechen erschwert und schleppend, und die Glieder erlahmen. Der ^«Is steigert sich auf 120—130 Schläge per Minute, ist schwach, aber regel- P Sm g; das Athmon wird beschwerlich, das Bewusstsein leidet aber keine Störung. ese Symptome dauern vom Beginn des Einnehmens an anderthalb Stunden. » , Au ch die physiologischen Untersuchungen von Bartholon, Ringer und <*Gn haben ergeben, dass das Gelsemium sempervirens ein directes Rücken- ark gift ist, vielleicht in geringem Grade auch die motorischen Nerven afficirt. Dr. Spencer Thomson empfiehlt auf Grund zahlreicher Erfahrungen die ei -M- neuester Zeit in die Praxis eingeführte Tinctura gelsem. sempervir. als n Mittel, welches rasch beschwichtigend bei neuralgischen Affectionen des Tri- semmus und ganz besonders der Nervi dentales wirkt. Die Schmerzen verschwin- ze'V 0 ra8ch ' da88 die Leidenden die Wirkung geradezu als zauberhafte benennen. Thomson meint, dass von den Aerzten in der Regel zu kleine Dosen 480 Gelsemium. GelseminresinoTd. der Tinctur verordnet werden, er selbst giebt 20—30 Tropfen stündlich, bis die Schmerzen aufhören, hat aber nur selten Veranlassung gehabt, diese Dosis 3 mal hintereinander zu geben. Im Handbuch sind als Dosis 10—15—20 Tropfen der Tinctur, welche eine Yio-Tinctur ist, angegeben. Thomson's Dosis bezieht sich sicher auf 1 / 6 - bis Vs-Tinetur. Demnach könnte die Dosis der V 10 -Tinctur auf 15—30—40 Tropfen erhöht werden. Immerhin ist Vorsicht nöthig und mit der kleineren oder mittleren Dosis der Anfang zu machen. Als Antidote hat man spirituöse Reizmittel, Electricität, aromatischen, affl- moniakali sehen Weingeist und die Tinctur des Xanthoxylum fraxineum WilW- empfohlen. Ein sicheres Antidot des Gelsemininum ist nicht bekannt. Da der Tod durch Lähmung des respiratorischen Centrums herbeigeführt wird und grosse Dosen Atropin das Respirationscentrum reizen, das Athmen beschleunigen, 9° wäre nach Bezold Belladonna das theoretische Gegenmittel. Am meisten hat man bisher weingeistige Getränke (Cognac, Whisky, stündlich circa 60,0) und Ammoniumcarbonat angewendet behufs Hebung der Herzthätigkeit. Ringer und Murbell empfehlen stundenlang fortgesetzte künstliche Respiration und äussere Erwärmung des Vergifteten. Kurze Zeit nach dem Genuss sei ein Emeticum a°' gezeigt, später sei ein solches schädlich. ■J Extractnm Gelsemii flnidnm s. liquidum, Gelsemienfluidextract (Handb. Bd. Öj S. 19). Die Vorschrift ist zu modificiren. 1000 Th. grobgepulverte Würze* werden mit einer Mischung aus 1000 Th. 45-proc. Weingeist und 200 Th. reinem Glycerin angefeuchtet und nach dreitägigem Stehen auf dem Verdrängungsweg 8 mit 30-proc. Weingeist soweit behandelt, dass 1200 Th. Colatur gesammelt werden- Diese Colatur wird bei gelinder Wärme (im Dunstsammlcr) auf 800 Th. redueir» und dann zurückgestellt. Mit 30-proc. Weingeist wird das Gelsemienwurzelpu iv8r im Verdrängungsapparat weiter erschöpft, bis 2000 Th. Colatur gesammelt sinn- Diese werden (anfangs im Dunstsammler) bis auf 150 Th. eingedampft, mit der ersten reservirten Colatur (800 Th.) und 100 Th. Weingeist (90-proc.) gemiscü 4 ' dann eine Woche hindurch beiseite gestellt nnd endlich filtrirt. Das Filtrat s ol j 1000 Th. betragen. Im Nothfalle, wenn an der Colatur noch etwas fehlt, ^' r das Filter mit Hilfe eines Tropfglases mit 30-proc. Weingeist nachgewaschen. Nach Sawyer wäre die Dosis 0,25, welche Hager aber als stärkste E l0 ' zelndosis notirt hat. Letzterer giebt 0,05—0,1—0,2 an. Die mittlere D° s ' ist stets zuerst in Anwendung zu bringen, um sie, wenn sie gut vertragen wir ' auf 0,13—0,15 zu steigern. Manche Personen vertragen das Mittel leichter andere. Ein von Sinkler erwähnter Vergiftungsfall ist interessant und der wähnung werth. Eine Frau, welche an Neuralgie des 5. Nerven litt, nahm dr mal täglich 5 Tropfen (0,2—0,25) Fluidextract, welche nach einigen Tagen J^ mit 0,3 Cinchonidinsulfat vermischt wurden. Anfangs stellten sich nach J e , . Einnehmen Gesichtsstörungen und Lähmung der Blase ein, welche jedesmal eiBj§£ Stunden anhielten. Am 12. Tage trat Lähmung der Glieder und vollständig andauernde Blasenlähmung ein, bei kalten Extremitäten, kleinem Puls, stosse seufzender Respiration und gerötheten Augen mit Mydriasis. Kaliumbromid u Morphin hoben diese Intoxicationserscheinungen, die Neuralgie war aber m gewichen. Fluid- Aus diesem Beispiele ergiebt sich, dass Hager die Einzelgaben des Vi ^ extractes richtig normirt hat, während sie von anderer Seite fast doppelt so n° angegeben werden. if ResinoTdeom Gelsemii, fielseminum, Gclseminnm resino'ides, ^ a *.p. Gelsemii spirituosum, rohes Gelseminin, GelseminresinoTd, das mittelst 90-proc. vv Seist aus dem groben Pulver der Wurzel dargestellte Extract (entsprechend dem Podophyllin aus der Radix Podophylli) als Gelsemin in den Handel gebracht. Die Gabe ist 0,005—0,0075—0,01 zwei- bis viermal täglich, die stärkste E 'nzelgabe 0,0125, die stärkste Gesammtgabe auf den Tag 0,05. ff Gelscmininnm, Gelseminin und nicht Gelseminum, Gelsemin, wie im Handbuche Bd. II, S. 19, gemäss den Anführungen in den verschiedenen Fach- Journalen, angegeben ist. Das Alkaloid der Gelseminwurzel muss Gelseminin Geissen. Es lässt sich wie Strychnin und Brucin isoliren. Aus der mit Alkali 'ersetzten Lösung lässt es sich mit Benzol, Chloroform oder Aether ausschütteln. n Vergiftungsfällen mit Gelseminwurzel ist die saure Lösung mittelst Chloroforms au szuschiitteln, in welches zunächst die als Aesculin erkannte Gelseminsäure übergeht. j) er Verdampfungsrückstand mit dünner natronhydratischer Lösung aufgenommen ergiebt die bekannte Fluorescenz. Die saure, vom Aesculin befreite mssigkeit wird alkalisch gemacht und nun mit Chloroform ausgeschüttelt. Der erdampfungsrückstand aus der letzteren chloroformigen Lösung ist Gelseminin. ^um Theil mit schwefelsaurem Wasser aufgenommen ergiebt es die im Handb. > S. 19 angegebenen Reactionen. Ein Theil dieses Verdampfungsrückstaudes "J 1 * conc. Schwefelsäure aufgenommen ergiebt eine gelbrothe Lösung, welche mit Was Ceroxyd versetzt eine blutrothe Färbung annimmt (ükagendorff). Die Gaben des Gelseminins und des Gelsemininhydrochlorats sind zu 0,001 *"*"0,002—0,004 zwei- bis dreimal täglich, die stärkste Einzelgabe zu 0,005, die ai 'kste Gesammtgabe auf den Tag zu 0,015 anzunehmen. , ff Gelscmininnm hydrochloricum, (ielscminhydrochlorat (C^H^NO^HCI l 8,73 Proc. Chlor) wurde von Sciiuchardt in Görlitz in grösserer Menge ar gestellt und in den Handel gebracht. Vergl. das Vorhergehende. an( j Un |versalinittel gegen Zaliiischnierz, einmal 1) olmo Angabe der Firma, ein 4— 5 p 2 ). rait Angabe einer Apotheke in Cöln. 1) Eine kleine Flasche, enthaltend Kamrili . em ' umt 'nctur. — 2) Eine Flasche enthielt 12g einer klaren gelben, nach tinp+f rice,| e,nden Flüssigkeit, bestehend aus Chloralhydrat, Kampher, Gelsemiuni- ucl «r und wenig Cajaputöl. (Hauer, Analyt.) Gcntiana. Patch, Hager, Davies und Andere haben in pharm. Blättern angegeben, ss die Enzianwurzel zuweilen Gerbsäure enthalte, denn es wiederholt sich nicht en die Wahrnehmung, dass Arzneicompositionen, welche mit Eisenmitteln ge- ischt oder in eisernen Gerätschaften gehandhabt werden, eine schwarze oder «"»Bärtige Farbe annehmen. Dass also eine Enzianwurzel im Handel vorkommt, welche einen Gehalt an e rbstoff aufweisst, muss der Pharmaceat und der Arzt wissen, damit der eine ..j~ er . an dere eine Erklärung hat, wenn Arzneicompositionen mit Enzian ausser- Sewöhnlich eine schwarze Farbe zeigen. Ville hat über diesen Umstand sehr Ü ,^ re8Sante Untersuchungen angestellt. Er prüfte vorzugsweise die in den »stehen Pyrenäen häufige Geniiana Burseri s. Burseriana Lamakck und fand er Zweifelhaft Gerbsäure und zwar das Gentianin als den Träger der tanninartigen 'genschaften. Er schlägt vor diesen Körper mit Acidum gentiotannicum, enti otannin ^ zu bezeichnen und die Enzianwurzel überhaupt zu den bitteren Ä0 -stringentien zu zählen, wie es Tkousseau und Pidoux auch gethan haben. Ha 8er, Pharm. Praxi». SuppL 31 arf 4 482 Gentiana. Bezüglicli der widersprechenden Angaben über die Gegenwart von Tannin in der Enzianwurzel hat auch E. Davies Versuche angestellt und Tannin in zwei Proben ungemahlener Enzianwurzel gefunden, nicht aber in käuflicher gemahlener Waare. Der Tanningehalt in den Wurzeln betrug nicht über 0,08 Proc. In chemischpharmakognostischer Hinsicht hat Maisch (pharm. Zeitg. 1880, Nr. 17) die Angaben von Ville, Davies etc. rectificirt und die Enzianwurzel als tanninfrei erkannt. Vom pharmaceutisch - praktischen Standpunkte aus muss jedoch die Erfahrung ihr Recht behalten, dass im Handel zuweilen Enzianwurzeln vorkommen, deren Präparate mit Eisenlösungen oder mit Eisen in Berührung ei» 9 tintenartige Farbe annehmen. Aqua Vitae Gentianae Vogesianorum (Eau de vie de gentiane des montagnards dans les Vosges). Die Enzianwurzel, welche zuckerhaltig ist, wird mit den 50- fachen Gewicht Wasser übergössen, mit noch l / i0 Th. ihres Gewichtes Rohrzucker versetzt und der Gährung unterworfen. Der durch Destillation daraus gesaoa- melte Weingeist wird dann über Wermuth, Thymian, Fenchel, Anis, Petersilie Zimmt etc. abgezogen. Es soll dieses Getränk in den Vogesen viel genösse 11 werden. (1) Mixtura stomachica Pharmacopoeae clinicae Londinensis (London hospital Pharmacopoeia). Vf Radicis Gentianae 10,0 Corticis Aurantii expulpati 3,5 Radicis Rhei 2,25 Rhizomatia Zingiberis 1,65 Aquae q. s. Digere per tres horaa. Colaturae sint 1000,0. D. S. 2—4 Esslüffel 4—6 mal täglich. (2) Pilnlae stomachicae Sendner. Sendner'b magenstärkende Pillen. Kraft- und Magenpillen. Vf Ferri sesquichlorati Acidi hydrochlorici Pulveris aromatici Radicis Althacae Sacchari albi ana 5,0 Extracti Gentianae 10,0 Radicis Gentianae q. s. M. Fiant pilulae treccntae (300). Pulvere Cinnamomi Casaiae conspergantur. D. ad vitrum. S. Vor oder nach dem Genuas von Speisen 3—4 Pillen (täglich 3—4mal je 3—4 Pillen zu nehmen bei gestörter Verdauung, Appetitmangel bei gleichzeitig 6 ' Körperschwäche. Die Wirkung auf deß Appetit ist erstaunlich). (3) Pulvis antarthriticns Portlandi. Portland'8 antarthritic powder. PoR' r ' land's Gichtpulver. r? Radicis Gentianae 15,0 Resinae Gua.jaci Radicis Aaari Corticia Aurantii ana 5,0 Herbae Centaurei minoria 10,0. M. f. pulvia aubtilis. S. Täglich 3-4mal einen TheelÖ? e ! mit Wein zu nehmen. (Diese Compo»» 1 " wurde von Bremen aus an Hage» ud . e , dem Namen Portland's Gichtpulver hufs Unterauchung übersendet.) (4) Tinctura aroinatico ■ aniara« Bittere Gewürz-Tinctur. r? Tincturae aromaticae Tincturae amarae ana 10,0. M. D. S. 1—2 Theolöffel einige»» des Tages mit Wein zu nehmen \ l ^ (te ), bung des Appetits und der KörperKr-*' Cascara Bitters, ein Getränk gegen Dyapepaio, Indigestion, Fieber, Veratop , «ine apirituöae Flüssigkeit, welche die Auszüge enthält von Theilen 4 CaS °i l 1 ri Koiu-' rada (Cort. Rhamni Purshianae), 2 Rad. Tarax., 4 Gentianae, 2 Flor. Chamomiü- »^ aromat., 1 Sp»' 1 2| Rad. Stillingiae ailvaticae, 1 Cort. Aurantii, '•/« Spirit. Caryophyll. Naphao, 32 Spirit. Vini, 8 Syr. Sacchari, 88 Waaser. Gall-und Magenti-opfen, Königaeer, entaprechen einem Gemiach au9 ^j^n»' amara, Elixir ad longam vitam, Tinctura Gentianae, Tinctura Aurantii pomorum turorum ana 10,0 und Liquor Kali carbonici 1,0. Gentiana. 483 Hamburger Magenbitter, Hamburger Magen-Drops von Franz Oscar Wund- ^■ M - Ein Fläschchen mit 23g einer braunen klaren Flüssigkeit, einem Gemisch aus ™g Gewiirztinctur, 11g bitteren Magentropfen, 2 g Hofmannstropfen und 12 Tropfen ^»efferminzöl. Die Gebrauchsanweisung behauptet unter anderem: „Dieselben wirken ungemein kräftigend und belebend auf die Verdauungswerkzeuge, erhalten sie in ohlthätiger Wärme ,mu in normaler Thätigkeit, verbessern die Mischung des Blutes Un d der Säfte und beugen einer mögliehen Zersetzung derselben vor: deshalb bieten ? Ie entschieden das vorzüglichste Hausmittel gegen verdorbenen Magen, Appetitlosig- SrtA ^ebelkeiten, habituelle Magenschwäche und schlechte Verdauung, Säurebildung, ocibrennen, Blähungen, Magenkrampf und alle Krämpfe überhaupt, gegen Kopfschmer- ® n (falls sie vom Magen herrühren), Kolik und Durchfall in Folge von Erkältung, »olera und Cholerine, Wechselfieber, gegen die üblen Folgen geistiger Getränke, öee Ki-ankheit etc." (0,6 Mark.) (Hager, Analyt.) flo Jfräutermehl von Reinhold Retzlaff (Dresden), gegen Trunksucht, ist Pulver uei " Enzianwurzel.*) (Hager, Analyt.) st - Trunksucht, Mittel dagegen, von A. Krahmer, ist ein graugolbes Pulver, bebend aus Eisen, Enzian und Süssholz, in ein feines Pulver verwandelt.*) (Ham- Eer g, Analyt.) j, . Trunksucht, Mittel gegen, von W. Krönig (Berlin). 240 Pillen aus Eisenpulver j, n zianextract, Enzianpulver und Altheepulver bestehend, und 1 Packet Pulver aus " n:zia npulver und Kalmuspulver zusammengesetzt (G Mark).*) (Quenzel, Analyt.) p . Trunksucht, Mittel dagegen, von F. Vollmann (Guben). 100 Pillen und 40g Bjjj . • Hie Pillen enthalten 3,8 g Eisenvitriol, Enzianextract. und Enzianpulver, A.nal' 6ne ^® s P u ' ver s i n( ^ feines Enzianpulver. (Beide Mittel 6 Mark.)*) (Hager, g , Trunksucht, Mittel dagegen. Der pharm. Ztg. 1880, Nr. 86 wird von R. E. in ft' eri °htet: „Zur Beseitigung der Trunksucht erhielt ich dieser Tage ein autogr. Prikt a ZUF Anfertigung, unterschrieben von Dr. Schulze, Königl. Preuss. Oberarzt, '• Arzt etc., ohne Datum und Ort, ausgestellt für einen Herrn Vogel, es lautet: Vf Ferr. carb. sacch., Extr. gent., Pulv. rad. ejusd. ana 5,0, Mucil. gi arab. q. s., ut f. pil. Nr. 100. DS. N. Bericht. ersehe W '^ ece P t war eine autogr. pomphafte Anpreisung beigefügt, aus welcher zu Ij e ~ ?n war, dass sich eino gewisse Deutsche Medicinische Buchhandlung in Rixdorf, •Postn h V )ts, l aln i Bergstrasso 14, mit dem Verkauf dieser Recepte k 10 Mark Segen brina-p 10 a me °der vorherige Einsendung befasst, was mir auch von dorn üeber- Selhp« n i Ee ceptes bestätigt wurde." Dieses Recept entstammt wahrscheinlich der- n yuel le wie das VoLLMANN'sche. *) (In jj , rdanuil ? s Hqneur (aus Wien) vom Prof. der Chemie August Müller in Berlins W ( »;f ?iii n . ex istirte bisher kein Prof. mit diesem Namen, der Geheimmittel in die Gemis g £ S6t - Zt niitte -) Ein Enzianextract, Zucker, Spiritus und Wasser enthaltende. c " mit Spuren Pomeranzenschalenöl, Anisöl etc. aromatisirt. (Inhauser, Analyt.) *) Pille besteht, h aus Eis envitriol und Enzian und ein Pulver aus gepulverter Enzianwurzel z ierat .i n Urden von e in° m Buchhändler Vollmann und einem Arbeiter in Guben üchen v pei'eimmittel gegen Trunksucht debitirt und stellte sich bei der gcricht- erzißi Ve rtolgung der Sache heraus, dass in einem Jahre über 10,000 Mark Umsatz Mittni wurde . Die Verkäufer verliessen Guben und brachten dasselbe oder ähnliche w enig, unter anderem Namen in den Handel. Das Geschäft war zu glänzend, um die z u (^u M «rk Gerichtskoston, die etwa wieder zur Geltung kommen könnten, scheuen 31* 484 Glycerina. Glycerina. Glycerina als Beimischung oder Lösungsmittel zu subcutanen Inj ectionen muss aus bekannten Gründen purissima sein, im anderen Falle erfolgen locale Entzündungen. Arzneicompositionen mit Glycerin, welches darin als Menstruum oder Vehikel dient, bezeichnet Hageb mit Glyeerolatum, Glycerolat. Mit diesem Namen wird dasselbe bezeichnet, was die Französischen Pharmaceuten unter Gtycere, Glycerat und Glycerole verstehen. Glyc6r6 und Glycörat ist die Bezeichnung für starre oder weiche oder halbflüssige Glycerincompositionen, u nfi Glyc6rol6 die Bezeichung für Glycerin enthaltende Flüssigkeiten. Glycerin vermag an einem feuchten Orte das Anderthalbfache seines Gewieh' tes Feuchtigkeit aufzunehmen. Diese grosse hygroskopische Kraft scheint io Mischungen des Glycerins mit organischen und anorganischen, in Wasser nicW löslichen Pulvern sistirt oder doch wenigstens bis zu einem sehr geringen Maasse redueirt zu sein. Desshalb kann es zu Pillenmassen Verwendung finden. Da e mit flüchtigen Stoffen gemischt die Flüchtigkeit derselben abschwächt, so ist sein Zumischung zu Pillenmassen mit flüchtigen Stoffen zu empfehlen. Dass Glyce n in dünner Schicht oder mit pulverigen Körpern gemischt bei mittlerer Temperatur stärker aber bei gelinder Wärme verdunstet, ist eine bekannte Sache. Glycerin ist ferner ein brauchbares Material bei Darstellung der Fluid ex* tracte, deren Haltbarkeit bei einem Gehalt von 10—15 Proc. Glycerin u n 10 Proc. Weingeist gesichert ist. Ein Glycerin, welches vollkommen frei von Wasser, überhaupt sehr rein soll nach van Hamel-Ross fähig sein bei geringer Kälte zu krystallisiren, spec. Gewicht des Glycerins, welches krystallisirte, war bei 15° C. 1,261. nahm man an, dass reines Glycerin erst bei — 35° C. erstarre. Den Gefrierpunkt der Mischungen von Glycerin und Wasser fand lock bei ist, Bisbe* BDI-- 100 cc. Glycerin und 1600 CC. Wasser . . — 1,1 o C. 100 cc. — n 800 CC. — . — 4,4° C. 100 cc. — » 535 CC. — . — 7,8° C. 100 cc. — n 400 CC. — . — 12,2» C. 100 cc. — n 270 CC. — . — 16,1« c. eintretend. Die Glycerinflüssigkeit für Gasmesser ist hiernach aus 1 Liter J cerin und 2 Liter Wasser zusammenzusetzen, welche Mischung erst ung e bei —20° C. gefriert. Dieses Verhältniss ist übrigens nur bei reinem ^^ c , e und destillirtem Wasser richtig. Enthält einer oder der andere Körper 8 ' wenn auch nur in geringer Menge, so tritt der Gefrierpunkt bei 2—4 Grade» e ringerer Kälte ein (Hager). ker . Glycerin ist oft ein kräftigeres Lösungsmittel als Wasser und " n< L r . synip. Nach Sdbun und Anderen löst Glycerin folgende Stoffe in aU eQ hältnissen: Brom, Codein, Mercuronitrat, Stibiochlorid, Ferrojodid. 100 Th. Glycerin lösen Th. Ammon. carbonic. — hydrochloric. Atropinum — sulfuric. Baryumchlorat Borax Brucinum Aeid. arsenicicum 20 — arsenicosum 20 — benzoicum 10 — boricum 10 — oxalicum 15 — tannicum 50 Alumen 40 Th. 20 Calcaria 20 Calcium sulfurat 3 Chininum 33 — sulfuric. 10 — tannic. 60 Cinehoninum 2,25 — sulfuric. Tb- 2,75 0,77 &, 1 Th. Th. Th. Cuprum acetic. 10 Kalium jodatum 40 Strychninum 0,25 — sulfuric. Ferrum lactic. 30 — monosulfurat. 10 — nitric. 3,85 16 — sulfurat. 25 — sulfuric. 22 — sulfuric. %lrarg. bichlorat. 25 Morphinum 0,45 Sulfur 0,1 7,5 — acetic. 20 — jodat. 1,67 ~~ bijodat. 0,29 — hydrochloric. 20 Tart. emeticus 5,5 T "~ cyanat. Jod Kali arseuicic. 27 Natrium chlorat. 20 — ferratus 8 1,9 Natrum arsenicic. 50 Urea 50 50 — bicarbonic. 8 Veratrinum 1 ~~ chloricum Kalium bromat. 3,5 — carbonic. 98 Zincum chlorat. 50 25 Phosphorus 0,2 — jodatum 40 ~~ cyanat. 32 Plumb. acetic. 20 — sulfuric. 35 , Fakley fand, dass zur Lösung eines Theiles folgender Substanzen an Glycer| n erforderlich sind ■ Glycerin 1 Th. Gly< ierin 1 Th. Gly cerin Atropi a 5 0 Uorax 2 ^Weinstein 50 ^'"'nsulfat 48 Jod 100 Th. Jodschwefel 60 Th. Mercurijodid 340 Th. n Kaliumjodid 3 i) Morphin hydrochl 19 n Kaliumsulfid 10 Schwefel 20C n Kalkerde 66 n Tannin 6 n » Mercurichlorid 14 n Veratrin 96 n «äu Glycerin verträgt sich nicht in Mischungen mit Silbernitrat, Chrom- re , Kaliumbichromat, Kaliumhypermanganat, auch freies Chlor entl ^tenden Stoffen. Ge aaltstabelle des Glycerins und seiner wässrigen Lösungen nach Wilhelm Lenz. Temperatur 12—14° C. Gly. cerin Proc. 100 99 98 97 96 95 94 93 92 91 90 87 86 85 84 83 82 81 spec. Gewicht 1,2691 1,2664 1,2637 1,2610 1,2584 1,2557 1,2531 1,2504 1,2478 1,2451 1,2425 1,2398 1,2372 1,2345 1,2318 1,2292 1,2265 1,2238 1,2212 1,2185 Gly- cerin Proc. 80 79 78 77 76 75 74 73 72 71 70 69 68 67 66 65 64 63 62 61 spec. Gewicht 1,2159 1,2122 1,2106 1,2079 1,2042 1,2016 1,1999 1,1973 1,1945 1,1918 1,1889 1,1858 1,1826 1,1795 1,1764 1,1733 1,1702 1,1671 1,1640 1,1610 Glycerin Proc. 60 59 58 57 56 55 54 53 52 51 50 49 48 47 46 45 44 43 42 41 spec. Gewicht 1,1582 1,1556 1,1530 1,1505 1,1480 1,1455 1,1430 1,1403 1,1375 1,1348 1,1320 1,1293 1,1265 1,1238 1,1210 1,1183 1,1155 1,1127 1,1100 1,1072 Gly- cerin Proc. spec. Gewicht 40 39 38 37 36 35 34 33 32 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 1,1045 1,1017 1,0989 1,0962 1,0934 1,0907 1,0880 1,0852 1,0825 1,0798 1,0771 1,0744 1,0716 1,068!) 1,0663 1,0635 1,1)608 1,0580 1,0553 1,0525 Glycerin Proc. spec. Gewicht 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 <) 8 7 6 5 4 3 2 1 1,0498 1,0471 1,0446 1,0422 1,0398 1,0374 1,0349 1,0332 1,0297 1,0271 1,0245 1,0221 1,0196 1,0172 1,0147 1,0123 1,0098 1,0074 1,0049 1,0025 (Chom. Centnilblatt 1880, S. 552.) 486 Glycerina. lieachionen. Prüfung. Eine recht unangenehme Verunreinigung des Glycerins ist die mit unendlich kleinen Spuren Eisen, welche in manchen Arzneicompositionen recht störende Farbenreactionen verursachen. Zur Prüfung auf Eisen verdünnt man Glycerin mit gleichviel Wasser, versetzt mit etwas Gerbsäure und bewirkt die Lösung derselben unter gelindem Erwärmen. Im Verlaufe einer halben Stunde darf die Flüssigkeit, gegen ein Stück reinweissen Papieres betrachtet, nur einen unbedeutenden bläulichen Farbenanflug erkennen lassen und muss sie gegen das Tageslicht betrachtet farblos erscheinen. Die im Jahre 1868 (ph. Centralh. 1868 Nr. 11) von Hagek angegebene Probe auf Dextrin- oder Zuckergehalt besteht darin, dass man 5 Tropfen Glycerin mit 120 Tropfen oder 6 CO. Wasser, 1 Tropfen Salpetersäure und einige* 1 Centigr. Ammoniummolybdänat mischt und eine Minute kocht. Bei Gegenwart von Zucker erfolgt eine intensiv blaue bis blaugrüne Färbung. Die Roaction is* mangelhaft, wenn weniger Wasser genommen wird. Wird reines Glycerin mit einem gleichen Volumen 25proe. Salzsäure g e ' mischt und aufgekocht, so erfolgt keine Färbung, bei Gegenwart von Zucker aber erfolgt sofort gelbröthliche Färbung. Chemie und Analyse. Glycerin wirkt lösend auf Metallseifen und Seife» der Erdbasen, wenigstens im stärkeren Maasse als Wasser. Vom Eisensteavafy Kalkstearat löst es circa 1 Proc. Es beeinträchtigt die Wirkung der Säuren auf Metalle und hält die g&"~ rungsfähigen Flüssigkeiten zurück, in den Gähract einzutreten, oder es wirkt hemmend auf die Neigung zu gähren, verhindert aber die Gährung nur dann, ^ e ° es zu 60—70 Proc. in der gährungsfähigen Flüssigkeit vertreten ist. Gly cer ' ist somit ein nur schwaches antizymotisches und bacterienfeindliches Mittel. der Mischung mit Wasser sind nur dann Schimmelpilze und Schleimalgen aflS geschlossen, wenn es mit dem Wasser mindestens zu gleichen Theile» 8 er mischt ist. Andererseits führt Glycerin mit Wasser Reactionen herbei, welche Was" allein nicht eintreten lässt. Werden Borax und Natriumbicarbonat n 11 Wasser übergössen, so erfolgt keine Kohlensäureentwickelung, wird a " e Glycerin dazugegeben, so findet Kohlensäureentwickelung statt U " L sind die genannten Substanzen in ausreichender Menge vertreten, so wird ge ra soviel Kohlensäure entwickelt, dass Natriummonocarbonat restirt und die Misch» b einen laugigen Geschmack annimmt. (Vergl. auch unter Nachweis des "' cerins S. 487.) n Das Glycerin wirkt auf manche Metalloxyde lösend oder es verhindert de Fällung durch die Alkalien. Eine glycerinirte Aetznatronlösung wirkt, Donath durch Experiment feststellte, auf die höheren Oxydationsstufen loSe ° r ' Versetzt man eine Manganosulfatlösung mit glycerinirter Aetznatronlauge, so folgt ein Niederschlag. Stellt man die Mischung der Luft aus, so erfolgt sp eine tief kirschrothe Lösung. Gleiches erfolgt, wenn man den mit Natriumhypo« 1 entstandenen Manganoxydniederschlag mit jener Aetzlauge mischt. Die Fäl von Niccolo- und Cobaltooxyd wird durch Glycerin nicht verhindert, aber bei der Manganfällung erfolgt bei Cobalt eine grüne Lösung. . n( j 0 Glycerinirte Natronlauge oder solches Aetzammon ist nicht ohne re ^ uoire j lor j Wirkung. Der durch Natriumhypochlorit bewirkte Niccolniederschlag wird , SC i te a in der Kälte zu apfelgrünen Hydroxyd reducirt. Aehnlich ist das y^^,.,,. beim Cobalt, die Reduction ist nur eine langsamere (vergl. Dingleb's J? ^ 229, S. 542, pharm. Centralh. 1878, S. 470). Wird eine Mischung aus ö«^ nitratlösung, Aetzammon und Glycerin erwärmt, so bildet sich an der Wan des Glasgefässes ein Metallspiegel (Allen). Glycerina. Nachweis. Mischt man Titansäure, Aluminiumsulfat, Ferrochlorid, Bleinitrat, Stanno- chlorid in wässriger Lösung mit vielem Glycerin, so erfolgen durch Aetzammon keine Fällungen. Diese treten aber ein, wenn durch Wasserzusatz oder durch Einfluss der Wärme oder durch einen Ueberschuss des Fällungsmittels die Visco- sität des Glycerins abgeschwächt wird (Guyard). Borax mit Glycerin befeuchtet färbt die Flamme des BüNSEN'schen Apparats grün (Senier, Lowe). Glycerin der Gährung unterworfen ergiebt Butylalkohl und Buttersäure. Wird Glycerin mit trocknem Chlorkalk gemischt, so erfolgt eine gelb- waune Mischung unter Ausstossung gelbbrauner, angenehm riechender Dämpfe. >ird der Chlorkalk zuvor mit Wasser angerieben, so bleibt die Reaction aus. Glycerin wirkt nicht reducirend auf kaiische Kupferlösung und wäre das ^egentheil ein Beweis der Verunreinigung des Glycerins. Manches Glycerin ^ r giebt mit kalischer Kupferlösung gemischt nach längerem Stehen einen rothen jn Prooxydabsatz. Wird dieser Absatz beseitigt, so kann selbst zum Aufkochen er hitzt werden, ohne dass eine weitere Reduction eintritt. Demnach ist hier die lec *ueirende Wirkung nur von irgend einer unbekannten Verunreinigung des Gly- cer ms abhängig (Hager). Glycerin geht nicht in Glykose über. Im Widerspruch damit fand Kosmann (Bullet, de la societe" chim. de Paris * 87 7), dass Glycerin nach der Formel 2C6H 8 O fi +40=: C ,2 Hi2()i2+4HO in Gly- os e Übergehe. Durch eine Reihe von Experimenten wies er diesen Vorgang ac o, jedoch scheint in jedem derselben ein oxydationsfähiger Körper vorhanden Seesen zu sein, in Folge dessen immer eine Reduction der kaiischen Kupfer- °sung erfolgte, wie dies Liebermann auch in jedem einzelnen Reactionsfalle nachgewiesen hat. Bei Einwirkung von Natrium auf Glycerin geht dieses nicht ganz in ykol über, es entstehen auch Methyl- und Aethylalkohol und eine dritte Sub- an z, deren Jodverbindung die Formel C 3 H 7 J hat (Belohoubeck). , Nachweis des Glycerins. Senieu und Lowe haben gefunden, dass p'ffl Lösen saurer Borate, z. B. des Borax, in Glycerin Borsäure frei wird und m basischeres Salz entsteht. Uebrigens bildet Mannit, aber auch Erythrit mit > uren Boraten gepaarte Säuren. S. und L. führen eine Erkennungsmethode für ycerin an, welche auch mit Erythrit und Glykol erfolgt, nicht aber mit Mannit und J*' Die Methode basirt auf der Angabe Ieex', dass Glycerin wie starke Säuren ,.. te "wirkt, die Säure freimacht, welche dann die grüne Flammenreaction zulässt. Das Natriummonoborat giebt diese Reaction nicht. Erythrit (Ery- tin- omannit, Phycit in einigen Flechten und Algen, C 4 H, 0 O 4 ), Glykol, Am- "J°n- und Kupfersalzo dürfen nicht gegenwärtig sein, weil sie auch die grüne flammenreaction ergeben. Die zu prüfende Flüssigkeit wird durch verdünnte Natriumcarbonatlösung eawach alkalisch gemacht, wenn sie nicht alkalisch ist, dann giebt man etwas gepulverten Borax auf ein TJhrglas, setzt von der alkalischen Flüssigkeit dazu, Hlhrt um, nimmt davon mit Platindraht etwas auf und bringt es in die Weingeist- oder Gas-Flamme. Ist Glycerin zugegen, so wird auch eine Grünfärbung ^er Flamme eintreten. Um nun in wenig Glycerin enthaltenden Flüssigkeiten Rieses nachzuweisen, muss die Flüssigkeit abgedunstet und der Rückstand mit emem Gemisch aus gleichen Vol. Aether und absolutem Weingeist extrahirt Verden. Der Aether-Weingeist-Auszug wird eingedampft, der Verdampfungs- r *ickstand mit etwas verdünnter Sodalösung aufgenommen und wie vorstehend angegeben geprüft. (Erythrin, Kupfersalze, Ammonsalze werden vom Aetherwein- geistkaum gelöst.) Glycerin brennt, bis auf 150—180° C. erhitzt, mit rein blauer *arbe, ein unreines aber mit verschieden gefärbter Flamme. 488 Glycerina. Araylidguimni. Nach einer anderen Methode des Nachweises, zur Versicherung des Resultates aus der vorerwähnten Methode, giebt man auf eine weisse Porzellanfläche 3 — 4 Tropfen Boraxlösung, dazu einen Tropfen der rothen Lackmustinctur. Die Mischung ist blau. Nun giebt man 1—3 Tropfen der fraglichen, aber neutralen Flüssigkeit dazu. Geht die blaue Farbe in Roth über, so liegt auch Glycerin vor. Wäre die fragliche Flüssigkeit etwa sauer, so giebt man davon 4—-5 Tropfen in ein enges Reagirglas, dazu 1 — 2 Tropfen rother Lackmustinctur und dann 1—2 Tropfen einer klaren Natriumbicarbonatlösung, so dass die Flüssigkeit eine blaue Farbe annimmt. Giesst man nun auf das Niveau dieser Flüssigkeit behutsam mehrere Tropfen Boraxlösung, so erfolgt bei Gegenwart von Glycerin an der Grenze, in welcher sich beide alkalisch reagircnden Flüssigkeiten berühren, eine rothe Farbenreaction (Hagek). Die Abscheidung des Glycerins aus Mischungen geschieht einfach dadurch, dass man die zu Pulver zerriebene Substanz oder die durch Abdampfen concen- trirte Flüssigkeit mitThonerdc (weissem ausgewaschenem getrocknetem Bolus) mischt, eintrocknet, zerreibt und, wenn eine saure Reaction vorliegt, zuerst mit etwas g e ' pulvertem Alaun, darauf mit etwas Calciumcarbonat im geringen Ueberschuss mischt, anfeuchtet, eintrocknet, zu Pulver zerreibt und nun mit einer Mischung aus gleichen Volumen Aether und absolutem Weingeist extrahirt. Der äthorwein- geistige Auszug wird eingedampft, der Verdampfungsrückstand mit Wasser aufgenommen, wenn nöthig filtrirt, das Filtrat (stets im Wasserbade) ausgetrocknet und wiederum mit einem wasserfreien Aetherweingeist aufgenommen. Dieses letztere ist nothwendig, um etwa gegenwärtigen Zucker sicher zu beseitigen. Die nun gewonnene Aetherweingeistlösung ist als die reine Glycerinlösung zu betrachten. Wäre sie gefärbt, so müsste die wässrige Lösung mit gereinigter thierischer Kohle behandelt werden. Das Abdampfen der glycerinhaltigen Flüssigkeiten muss stets im Glaskolben in der Weise geschehen, dass der Hals des Kolbens kalt bleib' oder doch nur wenig warm wird (vergl. auch 8. 317). Auijlidgiimnii, ein Stärkemehlpräparat, welches in Wasser löslich ist, dessen wässrige Lösung aber eingetrocknet einen in Wasser unlöslichen Rückstand giebt- Die Darstellung basirt auf K. Sulkowsky's Experimenten (Bor. d. deutsch, chem- Ges. XIII, 1395). In 2 Liter Glycerin vertheilt man 100g guter Weizenstärke und erhitzt unter Umrühren, bis die Mischung eine etwas consistente darstellt. Man setzt das Erhitzen fort, bis die dicke Mas» 6 ist (bei 170° C.) und erhält sie noch eine halbe Stunde i» Man lässt dann erkalten, verdünnt mit einem halben Wasser, stellt einen Tag beiseite und filtrirt alsdann- .. einem dreifachen Volumen Weingeist gemischt, a einem sehr kalten Orte beiseite gestellt, der Niederschlag in einem leinenen 0°' latorium gesammelt, mit Weingeist ausgewaschen, schwach ausgepresst, in lB * lauwarmer Luft getrocknet und zu Pulver zerrieben. Ausboute ca. 40g. D* Amylidgummi löst sich in Wasser, selbst in schwachem Weingeist klar und die Lösung aufgestrichen und getrocknet hinterlässt eine klare glänzende Schicht; welche in Wasser unlöslich ist. Glycerinbarometer, von J. B. Jordan erfunden, hat viele Vortheile voraus, denn es kommt dem Glycerin ein grösserer Ausdehnungscoefficient als dem Q ue °, silber zu. Die Höhe beträgt 9m, das Glycerin ist mit Fuchsin roth gefarß • Der Feuchtigkeitsanziehung ist durch eine kleine Schicht Paraffmöl vorgebeug • Glycerinatgelatine zu mikroskopischen Präparaten. 10 Th. reines A e % ' kali (fusumj und 22 Th. Borsäure werden mit 68 Th. destill. WaS f . übergössen, unter Erwärmen in Lösung gebracht und erkaltet filtrirt. Andeie Masse (bei 130° C.) dünnflüssig geworden dieser Temperatur. Volumen destill. Das Filtrat wird mit Glycorina. Grlycerinkitt. Glycerinseife. seits werden 10 Th. sein- reiner klarer Gelatine mit der Scheere in kleine Stücke zerschnitten in einem mit Deckel verschliessbaren Gefässe mit 40 Th. destil- ürtem Wasser und 80 Th. sehr reinem Glycerin Übergossen und nacli Verschluss des Gefässes in der Wärme des Wasserbades erhalten, bis unter Umrühren völlige Lösung erfolgt ist. Der flüssigen Masse werden nun 20 Th. jener filtrirten Kaliumboratlösung hinzugemischt und die Flüssigkeit eine Stunde hindurch im offenen Porcellancasserol 90—98° heiss erhalten, um etwaigen Uneinigkeiten Gelegenheit zu geben, sich an der Oberfläche der Flüssigkeit anzusammeln. Nachdem diese unreine hautartige Schicht abgehoben ist, wird die übrige klare Flüssigkeit in Glaskölbchen eingegossen. Zum Gebrauch werden üle Kölbchen in heisses Wasser gestellt und dadurch die Masse flüssig gemacht (Hager). Zu gleichem Zwecke hat Ed. Kayser eine Vorschrift zu einer Glyceringelatine, welche aus 1 Th. Gelatine, 6 Th. Wasser, 7 Th. Gly- Ce rin besteht und mit 1 Proc. Carbolsäure versetzt ist. Glyceriil-Kitt, Bleiglycerid-Ritt (Handb. II, S. 750). Der beste und am schnellsten (in io Minuten) erhärtende Glycerinkitt wird (nach Morawski) durch Mischung zunächst von 5 CO. Glycerin und 2 CC. Wasser und dann durch f^satz von 59g präparirter Bleiglätte hergestellt. Wird eine langsamere Erhärtung gewünscht, so ist etwas mehr Glycerin anzuwenden. Dieser Kitt ist ^or seiner Anwendung stets frisch zu bereiten. (Ausführliches über diesen Kitt ^üet man in Dingler's polyt. Journal 235 und Chem. Centralblatt 1880, S - 522 u. f.). Massa glutinosa glyccrinata, Consistensinasse zur Darstellung von Pil- j* n > Suppositorien, Kugeln zu Bädern, zum Einschieben in Höhlungen des ^wpers, Mutterzäpfchen, wo die Anwendung von Fetten nicht passt. Sie besteht Us gleichen Theilen Arabischem Gummi, Glycerin und Wasser und ist eine iar Mose klare honigdicke Masse, welche eine leichte Löslichkeit der damit herstellten Mischungen in den Absonderungen der Schleimhäute zulässt. Sapo glycerinatus, Transparent • Glycerinseife (Handb. II, 31 u. 32). Hierzu sjebt die n. Wochenschr. f. d. Oel- und Fetthandel folgende Vorschrift: 10kg al S> 10 kg Cocosöl, 6 kg Riciuusöl, 10 kg Glycerin werden zusammen geschmolzen und, wenn das Gemisch 60—65 °R. hat, werden 13 kg Natronlauge von 40° oazu gerührt; alsdann gebe man 12kg Spiritus von 96°/ 0 dazu und rühre das Jjanze, bis die Seife schön klar geworden ist; hernach giesst man eine Zucker- °sung (2 kg Zucker mit ^kg Wasser zusammengekocht) dazu und parfümirt Kit 100 g Cassiaöl und 50 g Bergamottöl; die fertige Seife giesst man in eine lechform; die Form braucht nicht gedockt zu werden. Die Formen zur Trans- Parent-Glycerin-Seife sollen aus starkem Eisenblech und nicht wie bei den Cocos- seiten aus Holz sein, weil die Transparent-Glycerin-Seife noch heiss in die Form gegossen wird, und die Holzformen niemals so dicht sind, dass die Seife nicht ausfliesst. Die physiologische Wirkung des Glycerins ist von Catillon studirt forden. Bei Meerschweinchen in Tagesdosen von 0,5 g beobachtete er Zunahme ^es Körpergewichtes, günstigen Einfluss auf die Digestion, Verminderung der «arnstorfausscheidung. Bei Menschen in Tagesgaben zu 20,0 g fand er geringe bl ycerinausscheidung durch den Harn, welche eine Stunde nach Einführung per os beginnt und einige Stunden anhält. In Schweiss und Faeces war kein Glycerin zu finden. Im Harn war weder Glykose noch Albumin. Gaben zu 15,0 tos 30,0 g wirken abführend. Sehr grosse Gaben haben Symptome acuter Alko- 490 Glycerina. Glycerinismus. holvergiftung zur Folge. Grosse Mengen in gebrochner Dosis verursachen Temperaturerhöhung, welche aber schnell vorübergeht. Im Allgemeinen wirkt Glycerin äusserlich und innerlich dem Weingeist ähnlich. Beide sind indifferente und excessiv wasserbegierige Substanzen. Daher wirkt Glycerin wie Weingeist, wenn sie auf Wunden, Hautsehrunden, bei Wundsein etc. angewendet werden. Beide bewirken in gewisser Verdünnung schnelle Vernarbung. Innerlich in massigen Gaben wirkt es auf den Appetit stimulirend, unterstützt die Verdauung und macht sich wie Fettkörper als ein respiratorisches Nahrangsmittel geltend. In starken und grossen Gaben längere Zeit hindurch genossen verursacht es chronischen Glycerinismus (Glycerismus), einiger- maassen ähnlich dem chronischen Alcoholismus, und in übermässigen Gaben ist es Ursache des acuten Glycerinismus, ähnlich der Trunkenheit durch Weingeist. Die Angaben Ustimowitsch's , dass nach subcutaner Injection der Harn bedeutenden Hämoglobin- und auch Zuckergehalt aufweise, ist von Luchsingek genügend widerlegt worden, doch konnte auch Plosz in dem Harne bei Glycerin- genuss eine reducirende Substanz constatiren. Sicher ist, dass der subcutanen Anwendung des Glycerins in starkem Umfange Erscheinungen des Alkoholismus folgen, in geringen Mengen jedoch injicirt ist diese Wirkung nicht ersichtlich. Wo die Resorption eines äusserlich anzuwendenden Arzneistoffos durch die Schleimhäute beabsichtigt wird, ist Glycerin, wenigstens in grösserer Menge zu meiden. Die in Glycerin gelösten Stoffe werden nur sehr langsam und in bedeutend kleineren Mengen durch die Schleimhaut resorbirt, als wenn dieselben in Wasser gelöst oder mit Cacaoöl gemischt sind. Wo eine schnellere Resorption erwünscht ist, sind z. B. die Suppositorien aus Gelatine und Glycerin zusammengesetzt nicht passend, wohl aber, wenn die langsamere Resorption dem Kurzwecke entspricht. Bei Phthysis wird Glycerin von einigen Aerzten als ein vortreffliches Nährmittel angesehen, was sich aus der Gewichtszunahme des Körpers ergießt' Der Stoifverbrauch soll eine Verminderung erfahren, auch die Harnausscheidung- Catillon normirt die Tagesdosis auf 15 —30 g. Er hält es sogar für eine» Ersatz des Leberthrans. Siehe unten die Recepte Fkemy's. Smith (Brit. med. Joum.) erwähnt, dass ein halber Theelöffel Glycerin e in einfaches schnelles Brechmittel für kleine Kinder sei. Dass reines unverdünntes Glycerin bei diesem und jenen Kinde unter einem Jahre Erbrechen bewirke» könne, ist nicht zu leugnen, doch häufiger dürfte die brechenerregende Wirkung ausbleiben und nach verdünntem Glycerin nie erfolgen. In England wendeten die Aerzte das Glycerin auch als Mittel bei IndigeS" 0 ' nen an z. B. bei Sodbrennen, Aufstossen, Magenschmerzen, Uebelkeit, chronische Gastritis etc. Dosis 3,0 — 5,0 vor, während oder nach der Mahlzeit. ^ A< ? E . t fand es in den Fällen sehr geeignet, in welchen der Patient über grosse Trockennei des Stuhlganges und Verhärtung desselben klagt. (Vergleiche unten die Aqn» vitae glycerinata.) Glycerin kann bei Diabetes mellitus in Stelle des Zuckers täglich zu bis 200 g ohne Nachtheil genossen werden. Glycerin wird von Koller (Aschaffenburg) als das beste schmerzlindern Mittel bei Verbrennungen und Brandwunden der Haut empfohlen. Die s * e .^ wird wiederholt mit concentrirtem Glycerin berieben. Der Schmerz soll ba nachlassen und die Blasenbildung sehr zurückgehalten werden. Die Wir KU B wird um vieles erhöht, wenn man dem Glycerin 10 Proc. Aetzammonflüssig (10-proc.) beimischt, diese Mischung ist aber nicht auf Wunden anwendbar. (1) Aqua vitae glycerinata. Glycerin-Liqueur. Glycerinae optimae 100,0 Tincturae Rhei aquosao 25,0 Tincturae aromaticae 5,0 Tincturae Aurantii corticis Tincturae amarae ana 10,0 Spiritus Vini (90o/ 0 ) 90,0 Aquae Eosae 100,0. M. D. S. Oefters ein Spitzgläschen voll z 'i nehmen (bei hartem Stuhlgange, chronischer Constipation). (2) Glycerolatum Acidi carbolici. , Conf. Glycerolatum phenylatum. Handbuch I, S. 35. (3) Glycerolatnm antipsoricum Merletta. £ Saponis domestici pulverati 20,0. ö olve digerondo in T Glycerinae 160,0. Alm conquassando admisce Carbonei sulfurati jj Benzini lithanthracini ana 6,0. ■ ad vitrum orificio amplo instructum, subere occludondum. 8. Zum Boreiben (der Krätzstellen), «glich einmal anzuwenden. (4) Glycerolatum camphoratum. * Spiritus camphorati Glycerinae ana 50,0. h.„i,' D v S ' Zum Boroiben (der rheumatischen Körpertheile). (5) Glycerolatum Chloroform!! (Carrie, Mürdock). Glycerinae chloroformata. ^ Chloroformii M - Spiritus Vini ana 10,0. Mixtis adde Glycerinae 80,0. Dieses Glycerolat wird tropfenweise ^"genommen, auch als Zahnmittel (Ein- »eiDung des Zahnfleisches), überhaupt zum gew'd 8chmerzelldel ' Körpertheile an- Syrupi Ferri jodati ana 100,0 Syrupi Morptiini (0,05 proc.) 200,0. M. D. S. Ein- bis zweimal täglich einen Esslöffel. (Die Combination des Morphins mit Eisenpräparaten ist nicht zu empfehlen. Für Syrup. Morphini wäre Syrupus Sacchari zusetzen und Morphinsyrup extra zugeben.) (7) Syrupus antiphtUysicus chloralatus Fremy. 15c Chlorali hydrati 4,0. Solve in Glycerinae purae 40,0. Tum admisce Syrupus Kubi Idaei 150,0 Olei Mentha e piperitae guttas 10. D. S. Täglich zweimal zu nehmen nach dem Mittagstisch 1 Esslöffcl, vor dem Schlafengehen Abends 2 Esslöffel. (8) Syrupus antiphthisicus phenylatus De Boyer. r? Kreosoti 2,0 Olei Monthae piperitae guttas 20 Spiritus Vini 4,0. Mixtis adde Glycerinae purae 60,0. Conqnassatione peraeta admisce Syrupi Eubi Idaei 120,0. D. S. Den Tag über 2—4 Esslöffel mit Selterserwasser zu nehmen. (Wenn der häufige Genuss Widerwillen erzeugt, so ist Syrupus Rubi Idaei durch Syrupus Sacchari zu ersetzen). (9) Unguentum ad pernlones Dorn. DoTw'sche Frostbeulensalbe. r? Cerae flavae 10,0 Olei Lini 20,0. Liquando mixtis adde Glyccrinao 10,0 Acidi benzoiei 4,0 Benzoes subtilissime pulveratae 5,0, antea conterendo in mortario tepefacto exaete mixta, tum Olei Lavandulae guttas 20. D. S. Zum Verbände (der Frostgeschwüre und auch anderer schlecht eiternden Wunden. Die Originalvorschrift lässt 5,0 Acid. benz. und keine Benzoe zusetzen, doch ermangelt alsdann die Salbe der GleichmSssigfceit ihrer Masse. Um diesen leidigen Zustand zu vermeiden, war eine Abänderung nothwendig). 492 Glycerina. Nitroglycerin. Arcana. Berliner Balsam, bei Brand-, Schnitt-, Quetsch- und Wunden jeder Art, Flechten oder Geschwüren, Frostbeulen etc. Gewöhnliches, mit Chlorcalcinm stark verunreinigtes Glycerin. (60 g 1,50 Mark.) Glycerin-Hautbalsam. Ein Gemisch aus 1000 Th. Glycerin, 120 Th. Pomeranzen- blüthemvasser, 1 Th. Neroliöl, 1 Th. Bittermandelöl. (Hager, Analyt.) Haarstärkungs-Fluidum, Ludwig Kocii's (Ludwig Koch & Co. zu Bodenbach a. d. Elbe), besteht aus circa Proc. 22 Glycerin, 1,5 Perubalsam, 2 Bergamottöl, Citro- nenöl, Lavendelöl etc., 0,2 Essigäther, 74 Weingeist. (Hager, Analyt.) Hair-Elixir von William Lasson, Haarwuchsmittel, besteht in Proc. aus 5,6 Glycerin, 1,4 Kochsalz und 83,0 Wasser, mit Bergamottöl parfiimirt (4,50 Mk.). (Schäd- ler, Analyt.) Maschinenfette, Schmiermittel für Maschinen, kamen in den Handel und bestanden aus gleichen Theilcn Olein und Glycerin, aus Glycerin und Paraffinöl, Petroleum, aus Baumöl und Glycerin, oft nur aus unreinem Glycerin. Oleo lavato aus Worms, zum Einfetten der Wolle. Unreines Glycerin mit ein wenig Harzöl. (50kg 35,70 bis 42,50 Mark.) (Th. Haas, Analyt.) Rhinole, „sicherstes und unschädliches Mittel zu sofortiger Beseitigung deß Schnupfens" von Apotheker Carl Wiedemann in Biel (Canton Bern), ist Glycerin mit Veilchenparfüm und mit Fuchsin schwach rosa tingirt (Glycerin 190,0, Spirit. Vini 10,0, Ol. aeth. Iridis 0,2, Fuchsin 0,01). (Stein, Bertschinger, Analyt.) •f-f Glycerina nitrosata, Glycerina trinitrosa, Nitroglycerins, Pyroglycerina (Handbuch I, 8. 34). Ein patentirter Apparat zur Darstellung des Nitroglycerins ist von Kurz angegeben und beschrieben: Dingler's polyt. Journal 1879, Bd. 234, S. 389; ehem. Centralbl. 1880 S. 180. •J- Nitroglycerin» oleo soluta. Oleum nitroglycerinatum, Nitroglycerin» oleosa, Oleum Glycerinae nitrosatae, Nitroglycerin in Ocl gelost, eine Mischung von 1 Th. Nitroglycerin in 9 Th. Mandelöl. Wie Glycerina nitrosata Spirit» soluta wird auch diese Mischung zu Arzneicompositionen verwendet. Sie ist vollkommen gefahrlos. Soll Nitroglycerin in Emulsionen, Pillen etc. zur Dispensation gelangen, so ist es zweckmässig, diese ölige Mischung ex tempore in kleiner» aber wägbarer Menge herzustellen und das Nichtverbrauchte fortzugiessen. Behufs Analyse des Dynamits und der explosiven Gelatine ist die Masse (circa 2 g) mit einem Gemisch aus 90 Aether und 10 absolutem Weingeist z u extrahiren. Die Flüssigkeit ist an gelindwarmem Orte, welcher nicht wärmer denn 30° C. ist, einzutrocknen. Wie Glycerin so verdunstet auch das Nitroglycerin, wie Hauptmann Hes nachgewiesen hat, bei gewöhnlicher Temperatur im Contact mit atmosphärischer Luft. Der Nitroglycerindunst ist giftig, besonders aber sind es die Gase aus den Dy» a * mitexplosionen, welche wenig verdünnt eingeathmet sofort tödlich wirken können- Diese Gase sind Wasserdampf, Kohlensäure, Stickoxyd und Stickstoff, es sehen» aber auch Kohlenoxydgas darin vertreten zu sein. Die Räume, worin Dynanu explodirte, dürfen nicht sofort betreten werden. Atlasdynamit (Patent. Engels in Kalk) geht explodirend vollständig in ^ aS über. Er besteht in Gewichtstheilen aus 18—28 Pyroxylin, 44—55 Nitrogly" ' ein, 5—10 Pyropapier, 16—20 Nitrostärke, 1 Nitromannit, 1 Wasserglas. Dynamit wird mit 10 Proc. Methylnitrat versetzt. Es erstarrt dann nie so leicht in der Kälte, ohne dadurch an explosiver Kraft zu verlieren (GiRAB /' Grlyeerina. Nitroglycerin. 493 Explosive Gelatine, Explosivgelatine, jene der Gelatine ähnliche Lösung von 5 bis 10 Th. Colloxylin in 90 — 95 Th. Nitroglycerin, welche Nobel erfand, ist bereits unter Gelatina S. 477 angegeben. Fnlminatin, ein Gemisch aus 85 Proc. Nitroglycerin mit 15 Proc. Sägespänen, Kieseiguhr etc. Haloxylin ist ein Gemisch aus Kalisalpeter und Holzsägespahn mit 30—40 Proc. Nitroglycerin. Lignose, von Trützschlee-Faltenstein, ein Gemisch ans Nitroglycerin mit Holzmehl. Nen-Sebastin, Fahnejelm's, ein patentirtes Sprengmittel, bestehend in Proc. aus 45 — 75 Nitroglycerin, 15 — 30 Holzkohle, 5 — 25 Natron enthaltendem Kaliumnitrat, Kaliumchlorat, l / 2 —5 Carbonaten und y 2 —5 Bindemittel. Pantopollit soll ein Naphthalin enthaltendes Dynamitpräparat sein. Sprengpiilver, Brain's (patentirt), besteht in Proc. aus 40 — 50 Nitroglycerin 16,6 Kaliumchlorat, 16,6 Kohle und 16,6 Zucker (zu beziehen von Gebrüder Krebs in Kalk bei Cöln, in 60,0g-Patronen). Sprengpiilver, Nobel's (in England patentirt), besteht aus Theilen 20 Nitroglycerin, 7 Kohlenstaub, 7 Paraffin oder Naphthalin und 60 Natronsalpeter. Dieses ist nicht mit Nobel's Dynamit zu verwechseln (Handb. II, 8. 34). Nitroglycerin als Arzneimittel. Es wurde in neuerer Zeit als ein Antineuralgicum und Antispasmodicum empfohlen. Ein Uebclstand bei Anwendung dieses Giftes sind die cerebralen Störungen, welche sich bald als massige, bald Heftige Kopfschmerzen nach jedesmaligem Einnehmen geltend machen, jedoch nach einigen Stunden gewöhnlich wieder verschwinden, und dann die verschiedene fjrapfänglichkeit für dieses Mittel bei verschiedenen Personen. Nervöse reizbare "ersonen vertragen es am wenigsten. Bei Asthma gab es Murrell in der lproc. Lösung anfangs stets täglich dreimal einen Tropfen und stieg er allmählich mit der Dosis bis zu 10 Tropfen 3—4mal täglich. Die Heilerfolge waren sehr befriedigend und in einigen Fällen erfolgte vollständige Heilung. Ein englischer Arzt gab einer an Leibweh leidenden Dame 1 Tropfen einer 1 p roc- Lösung des Nitroglycerins. Zwei Minuten darauf war der Puls von 1*0 auf 50 Schläge in der Minute gefallen, das Gesicht bedeckte sich mit ochweiss und Patientin verlor das Bewusstsein. Riechen an Eau de Cologne und ^•'»flössen von Brantwein stellten in einigen Minuten das Bewusstsein wieder her, üer Schmerz war aber völlig geschwunden. Hiernach dürfte ein Tropfen einer Mischung aus 1 Th. Nitroglycerin mit 200 lh. weingeistiger Flüssigkeit eine passende Dosis sein. Das Nitroglycerin ist Jedenfalls zu den directen Giften zu zählen. Es ist dieses Mittel bei Neuralgien, a uch bei Angina pectoris in Anwendung gekommen. Von einer lproc. Lösung sollen täglich 3 —4 mal je 1 — 15 Tropfen genommen werden. Wie das vorstehende Beispiel ergiebt, ist schon 1 Tropfen eine starke Gabe. Der Anfang 18t de r Vorsicht halber mit der Gabe eines Tropfens zu machen und dann je nach Umständen zu steigern. Als stärkste Einzelngabe einer »/too Lösung sind 10 Tropfen, als stärkste Gesammtgabe auf den Tag 30 Tropfen anzunehmen. 10 Tropfen entsprechen 0,005 g Nitroglycerin. 494 Glycerina. — Gossypium. Cellulose. Pilulae Glycerinae nitrossitae. Nitro-Glycerinpillen. I. ty Glycerinae nitrosatae Spiritu solutae ('/io solutionis) 2,5 Glycerinae 5,0. In moi'tarium porcellaneum infusa et mixta sepone per horam unam, ut Spiritus maxima ex parte avolet. Tum admisce Aquae destillatae 2,0 Sacchari albi pulverati 3,0 Argillae (Boli albae) depuratae q. s. ut fiat massa, ex qua pilulae centum (100) formentur. Saccharo lactis pulverato conspersae ad scatulam chartaceam den- tur. Pilulae singulae contineant 0,0025 Glycerinae nitrosatae. S. Nach Verordnung 1—2Pillen zu nehmen fbei Neuralgien. Pillen mit grösserem Gehalte an Nitroglycerin sind zu meiden. In obiger Mischung ist die Gefahr einer Explosion nicht vorhanden). II. Pilulae Nitroglycerinae cum Oleo Amygdalarum. * Olei Amygdalarum 3,0 Nitroglycerinae 0,25. Mixtis et loco tepido per aliquot tempus sepositis adde paulatim, agitando bacilli ope lignei Olei Cacao Cerae flavae ana 4,0 antea liquando mixta et ad calorera 50° C. (!) reducta. Mixtio agitando ef- ficiatur. Massam rigescentem inter di- gitos vel pistilli ope malaxa et in pilu- las centum (100) redige etc. ut supra notatum est. III. Pilulae Nitroglycerinae cum Oleo Cacao. ty Olei Cacao 8,5 Cerae flavae 1,5. Calore aquae balnei fusis et in mortarium porcellaneum tepefactum ingestis, turn ad 35 u C. refrigeratis adde Nitroglycerinae 0,25, quod infundendo vitro horologico Massae cacaotinae pulveratae 1,5 consperso pensavisti. Massam pistilli vel bacilli lignei sive cornei ope agi- tatam et ad 20° C. refrigeratam collige malaxando. Fiant pilulae centum (100) etc., ut supra notatum est. In dieser Weise dargestellt, ist die Gefahr einer Explosion ausgeschlossen. Wer ängstlich ist, möge die Mischung statt mit dem Pistill des Porcellanmörsers mit einem Holzstabe bewerkstelligen. Nach geschehener Mischung ist eine Explosion nicht mehr möglich. Gossypium. In der Wurzelrinde von Gossypium herbaceum fand Dkueding ein rothes und ein gelbes Harz, fettes Oel, Gummi, Zucker, Tannin, Chlorophyll. Die Aschenmenge der Rinde betrug 6 Proe. und enthielt K, Na, Ca, Mg, Fe, SO 3 , PO 5 - Radix Gcssypii wird schon seit mehr denn einem halben Jahrhundert für ein Specificum in ihrer Wirkung auf das Uterinsystem gehalten. Bei Amenorrhoe, schweren Geburten soll sie dem Mutterkorn gleichstehen, vielleicht noch übertreffen und von den vielen in Nord-Amerika practisirenden Aerzten für Unbequemlichkeiten der Frauen als Heil- und Abortivmittel gebraucht werden. I' 1 Ostindien dient sie als Mittel für die Harnwerkzeuge. Nemo» Bombacis, die Samen des Gossypium herbaceum werden wie bei uns Semen Lini gebraucht. Cellttlose. Unter diesem Namen versteht man in der Technik und im Hände 1 die durch Einwirkung von Alkalien, Hochdruckdampf mittelst Stampf- und Muß 1 ' werk in eine höchst fein zertheilte Masse verwandelte Holzsubstanz der Kiefern und anderer Bäume. Vorläufig ist sie noch ein Material für Papierfabrikation und Darstellung von Ornamenten. In der Pharmacie fand sie bisher keine Verwendung, jedoch dürfte sie für den Wundverband eine Bedeutung erlangen. Verwandt der Cellulose ist das Eburin (bois durci), eine Masse aus Cellulose oder Sägespänen, Eiweiss, Rinderblut etc., aus welcher durch Pressen Ornamente, Gefässe, Tischplatten etc. geformt werden. Celluloid (vergl. S. 185). .Die Bezeichnung Cellulose wird vielen Präparaten aus Baumwolle beigelegt. Cell«* lose des Handels ohne weitere Nebenbezeichnung ist jenes Holzmehl. Gossypium. Gewebeuntersuchung. 495 Biegsame Rühren zur Leitung von Gasen bei einer Temperatur, die die Anwendung von Gummi ausscliliesst, können aus Kanvass hergestellt werden, welches mehrere Male in eine Lösung von Natriumwolframiat getaucht worden ist. (Amerik. Apoth.-Ztg.) Hydroccllulose. Mit diesem Namen bezeichnet Gieard (Compt. rend. T. 81) eine Modifikation der Cellulose, welche zwischen der normalen und der Bechamp'- schen gelatinösen ihren Platz findet, welche letztere wiederum zwischen Hydro- cellulose und in Dextrin verwandelter Cellulose rangiren dürfte. Nach ungefähr Inständiger Einwirkung einer kalten 53proc. Schwefelsäure (45° B.) auf gebilligte Baumwolle findet man zwar die Faser derselben kaum vorändert und erscheint dieselbe unter dem Mikroskop nur etwas aufgequollen und aufgedreht, sie ist a °er sehr klebend, und zwischen zwei Glasplatten gepresst zerfällt sie in mehrere tor mlose Fragmente. Trotz dieser geringen Cohärenz ihrer Atome lässt sie sich Raschen, und bei geringer Wärme getrocknet und zwischen den Fingern zerrieben zerfällt sie zu einem weissen schneeähnlichen Staube. Die Formel wurde zu C u H 22 O u bestimmt. Wegen des einen Atoms Wassers, welches diese Formel über die Zusammensetzung der Cellulose hinaus angiebt, wurde der Name Hy- dvocellulose gewählt. Sie oxydirt sich leicht, besonders in der Wärme, wird gelb, C-Gehalt verhindert sich, der 0 - Gehalt nimmt zu, sie bewahrt aber im Uebrigen alle Eigenschaften der Cellulose. Sie entsteht auch beim Erwärmen der mit sehr verdünnter oäure genässten Cellulose bis zu 100°, doch darf Verkohlung nicht eintreten. m Pergamentpapier ist sie zum Theil vertreten. Zur Untersuchung der Gewebe. Dass vor der Untersuchung etwaige Appre- nren durch Kochung mit Natriumcarbonatlösung und durch Reiben zu beseitigen sind, 18t selbstverständlich. Folgende Angaben sind den im Handbuch Bd. II, S. 37 • folg. gemachten Anweisungen zur Untersuchung der Gewebe hinzuzufügen. I. Unterscheidung der animalischen von der vegetabilischen aser. a) 10 Minuten dauernde Maceration in Chlorkalklösung (15g Chlorkalk und 30 g kryst. Soda werden mit 200 g Wasser behandelt, nach dem Absetzen weh Leinen colirt und dann mit 10 g Salzsäure versetzt) und Ausspülen mit asser. Die Wolle ist gelb, Baumwolle und Leinen weiss. — b) Eau de avelle verwandelt Seide in Gummi und macht sie in Wasser löslich, nicht aber Baumwolle und Leinen. — c) Digestion in Stanniehloridlösung: Wolle und Seide bleiben unverändert, Baumwolle und Leinen, überhaupt die vegetabilische Faser, werden geschwärzt. — d) Will man die Quantität oder *aul der animalischen Faser neben der vegetabilischen bestimmen, so ist ein Qiiadratstück des Gewebes zu entfasern und jeder Faden durch Anzünden auf äem Herkommen zu prüfen (Handbuch II, S. 37, I, A.). — e) E. Liebermann ^mpfiehlt zur Unterscheidung der Wolle von Baumwolle als Reagens Fuchsin ? n am Bioniakalischer Lösung. Man soll das Gewebe in diese Lösung eingehen, dann mit Wasser waschen und an der Luft liegen lassen. Auf der Wolle kommt die rothe Farbe zum Vorschein, während die Baumwolle farblos Meibt. IL Erkennung der Art der animalischen Faser, a) Wolle neben °eide. Das zu prüfende Gewebe wird sorgfältig auseinander gezupft, dann P^ngt man sämmtliche Fäden in eine Glassröhre, welche unter fortwährendem drehen über einer Spirituslampe erhitzt wird, und zwar so lange, bis die Wolle anfängt gelb zu zu werden. Dann nimmt man das Ganze aus der Glasröhre heraus und legt es zwischen 2 Glastafeln. Mit Hilfe einer Lupe wird man ganz zusammengeringelte Fasern erkennen, diese sind Wolle; ferner ganz glatt ausge- 496 Gossypium. Gewebeuntersuchung. streckte, diese sind Seide. Bei beiden Fasern zeigt sich zugleich der Farbenunterschied, indem Wolle viel rascher gelb wird, als Seide. Seide ist endlich nach den Mittheilungen des „Wollengewerbes" leicht zu erkennen, indem man eine Kalilösung mit etwas Weinsteinsäure und Kupferoxydsalz aufkocht, das zu prüfende Gewebe hineingiebt und eine kurze Zeit stehen lässt. Zuerst färben sich die Seidenfasern violett (und später die ganze Flüssigkeit). (Pharm. Ztg.) — b) Zur Bestimmung der Seide wendet Jul. Löwe eine glyc er in haltige kali- sehe Kupferlösung (Ilandb. I, S. 976) an, welche ein vorzügliches Lösungsmittel ist. Wolle, Baumwolle und Leinen werden davon nicht berührt. Ist die Seide mit Ferro-Ferricyanid tingirt, so ist dieses durch Einweichen der Seide in verdünntem Schwefelammonium, Auswaschen mit Wasser und zuletzt Einweichen in verdünnter Salzsäure zu beseitigen. Weisse Seide färbt sich in der Kupferlösung anfangs blauschwärzlich. III. Erkennung der Art der vegetabilischen Faser, a) Ein Stück des Gewebes befreie man von der Appretur, trockne und lege es 6—8 Minuten lang in eine Mischung von 3 Th. concentr. Schwefelsäure und 2 Th. gepulvertem Kaliumnitrat. Das Zeug wird hierauf gewaschen, bei sehr gelinder Wärme g e ' trocknet und dann in einer Mischung von 1 Th. Weingeist und 6 Th. Aotbef digerirt. Die Baumwolle wird dadurch in Schiessbaumwolle verwandelt und durch die alkoholische Mischung aufgelöst, während die Leinenfaser und die anderen Bastfaserarten als Rückstand verbleiben. — b) Das Gewebe wird zuerst in reinem Wasser gekocht, um alle Appretur zu entfernen, und getrocknet, hierauf ca. 1 Minute lang in conc. Schwefelsäure getaucht und in reinem Wasse', alsdann in einer schwachen Sodalösung ausgewaschen; durch gelindes Reiben werden endlich alle gummiartigen Stoffe entfernt. Nach dieser Behandlung ,s alle Baumwolle gelöst, während Leinen zurückbleibt. Sollte dennoch eine gewiss 6 Menge Baumwolle noch zurückgeblieben sein, so sind sämmtliche Fasern derselben undurchsichtig geworden, während die Leinenfaser durchscheinend ist. """ c) Taucht man das von Appretur und Stärke befreite und hierauf getrocknete Ge- webe in Olivenöl und drückt es dann stark und kräftig aus, so erscheinen al9 Leinenfasern durchsichtig, die Baumwollenfasern aber opak oder un ~ durchsichtig (Fkankenheim). — d) Wird ein Gewebe aus Leinen, Dschute un Hanf 4 Stunden hindurch der Einwirkung des Wasserdampfes bei 2—3 Atm° Sphären Druck ausgesetzt und dann gewaschen, so findet man die Dschutefas zerstört. — e) Stark concentrirte Salpetersäure, welche Salpetrigsäure entn» > färbt die Neuseeländische Flachsfaser roth, nicht aber die Hanf- un f) Wird das Gewebe in einer Leinen faser (Handb. Bd. II, S. 39 III, £.). O,lproc. wässrigen Fuchsinlösung bei 70—80° C. einige Secunden untergota u( ? gehalten und dann mit Seifenwasser abgewaschen, so ist die Neuseeländisc Flacbsfaser roth gefärbt, Leinen und Hanf ungefärbt. — g) Das Verfang zar Erkennung der Baumwolle in Leinen gründet sich auf die Eig enSC * der Leinenfaser, dass diese sich beim Eintauchen in eine weingeistige Lösung . Rosolsäure (im Handel unter dem Namen Aurin oder gelbes Corallin bekannt), hieif ■ in eine concentrirte wässrige Lösung von Natriumcarbonat und bei schliess i ^ mehrmaligem Auswaschen damit, schön rosaroth färbt, wäbrend die Baumwollt» 9 ^ ungefärbt bleibt. Es genügt hierzu ein einige Centimeter breiter, zuvor du , Waschen von seiner Appretur befreiter, hierauf wieder getrockneter und an Seiten bis auf einige Millimeter ausgezupfter Leinwandstreifen (R. Büttgeu)- Re Zur chemischen Untersuchung eines Gewebes genügen: 1) Soiivveitz^^ agens (es löst Seide, Leinen und Baumwolle). 2) Eine lOproc. Aetzna r ^ lauge jder solche Kalilauge. In der kochenden Lauge wird die am malische Gossypium. Gewebefaser-Bestimmung. 497 Faser gelöst, die vegetabilische nicht, Leinen und Baumwolle quellen an und werden gelblich, Hanf und Dschute werden braun. 3) Peesoz's Zinkoxychlorid- wsung (Handb. II, S. 39). Die Unterscheidung von Wolle, Leinen und Baumwolle wird auch beim Anzünden der Fäden an einer Weingeistflamme erreicht < L c. S. 39). Behufs Bestimmung der Wolle und Baumwolle verfährt K. J. Bayer (Ztschr. f. analyt. Chem. 1876) in folgender Weise: Es werden 0,6g Garn lufttrocken gewogen, bei 100° getrocknet und der euchtigkeitsgehalt bestimmt, sodann in einem trockenen Gefässe mit etwa 20 L(j - eines Gemenges von 4 Vol. conc. Schwefelsäure und 1 Vol. Wasser Übergössen und 12 Stunden, unter öfterem Umrühren, stehen gelassen. Dann giebt a n die Wolle nochmals in die gleiche Menge derselben Schwefelsäure und lässt "errnals 5 Stunden stehen, worauf sicher alle Baumwolle gelöst ist. Alsdann wird die Flüssigkeit mit etwa der dreifachen Menge Wasser und oensoviel Weingeist verdünnt und filtrirt. Der Rückstand auf dem Filter wird 0 lange mit heissem absolutem Weingeist ausgewaschen, bis dieser farblos ab- a uf't. Wird nun mit kochendem Wasser bis zum Aufhören der sauren Reaction achgewaschen, so bleibt nur Wolle, noch wenig gefärbt, zurück. Dieselbe wird e ' 100 ° getrocknet nach Abzug von 2 Proc. als reine Schafwolle in Rechnung 6. rächt. Dieser Abzug beruht darauf, dass Wolle beim Behandeln mit Schwefel- Ur e um 2 Proc. zunimmt. Zur Berechnung der Baumwolle nimmt Bayer bei ° . ar bten Garnen 3,5 Proc. Farbstoff an. Es ist wohl daran zu erinnern, dass 1 Gegenwart der Seidenfaser dieser Prüfungsmodus nicht anwendbar ist (Hand- q »etillard hebt in seinen mikroskopischen Untersuchungen der Fasern den erschnitt und das Verhalten gegen Jod und Schwefelsäure hervor. Das Object (1 [% 6rSt m ^ Jodjodkaliumlösung genässt, dann mit verdünnter Schwefelsäure 8 , äure ) 2 Wasser, 2 Glycerin). Diese Reaction ist im Folgenden mit Jod- We felsäure-Reaction zu unterscheiden. Mit T^ deinenfaser ist im Durchmesser gleich, nur die Enden laufen spitz zu. ji„ ° chwefelsäure nenmen s ' e ß i ne hlaue oder eine der Weinliefe ähnliche ung an, während der innere Kanal gelb ist. Der Querschnitt bildet Poly- ö ne ' ist blau und in der Mitte gelb. 2 ) Hanf. Jede Faser besteht aus mehreren, und jede der Theilfasern ist einer dünnen, mit Jod sich gelbfärbenden Masse umschlossen. Die Hanffaser su , . c ^ er . un( l weniger glatt als die Leinenfaser, die Enden sind dick, kurz und ]j a1 *lrormig. I n der Jod-Schwefelsäure-Reaction färbt sie sich blau oder grün- M'tt - U und <*er Querschnitt ist blau mit gelbem Rande, hat also in der * e keine gelbe Färbung wie an dem Querschnitte der Leinenfaser in derselben v on ^action. de ■ ^ aum wolle. Die Faser ist um sich selbst gewunden, bandartig, an jj ß ljän gsrändern eingerollt, in der Mitte gefaltet. Die Enden sind breit, der j, ana ) ' st in der Mitte. In der Jod-Schwefelsäure-Reaction färbt sie sich blau. an er Verschnitt, welcher mehr nierenförmig ist, färbt sich blau mit gelben Flecken der Innen- und Aussenseite. ga 4) Dschute (Jute, Corckorus capsularis Link.) Die Fasern hängen fest zu- ' romen und sind schwer zu trennen, übrigens auch nur bis zu 0,5 Ctm. lang. Sie ab en flache abgerundete Enden, wollige Ränder, in der Mitte einen weiten, un- 6 eichen, leeren Kanal und färben sich mit Jod-Schwefelsäure d u n k e 1 g e 1 b, auf dem Verschnitte aber, welcher Polygone mit geraden Seiten bildet, färben sich die Ha get, Pharm. Praxis. Suppl. 32 498 Grossypium. Chlorirte, bromirto Fasor. Känder gelb. Sehr weisse Dschute soll eine schmutzig- oder grünlichblaue Farbe annehmen. Feuchtigkeit trennt die Fasern von einander. Seile von Dschute lassen sich nicht knoten, weil sie von selbst brechen. 5) Chinagras (Urtica utilisj. Die verschieden dicke Faser hat eine Länge von 5 — 12 Ctm. (Hanffaser, höchstens 6 Ctm.) und ist oft schräg g e " streift. Der innere, sehr weite Kanal ist oft mit körniger, gelber, mit Jod gelbbraun werdender Masse gefüllt. Mit Jod färbt sich die Faser blau. Die Querschnitte zeigen unregelmässige Ränder mit einspringenden Winkeln. 6) Neuseeländischer Flachs (Phormium tenaxj. Die Gefässbündel lassen sich leicht mit der Nadel in Fasern von 0,5 — 1,2 Ctm. Länge theüen» welche einen gleichmässig weiten Centralkanal haben. Die Längsränder sind g 6 " rollt, die Enden fein und spitz zulaufend. Jod - Schwefelsäure färbt gelb, auch den Kanal. Die Querschnitte bilden wie bei der Dschute Polygone, aber m« 1 abgerundeten Ecken. Empfehlenswerth und sehr vollständig bearbeitet ist „Mikroskopis 0 * 16 Untersuchungen der Gespinst-Fasern" im rohen und gefärbten Zustande, nebst einem Versuch zur Erkennung der Shoddy-Wolle von Dr. RobE bT Schlesinger (Zürich, Verlag von Okell, Füssli & Co. 1873). Lana gossypina chlorata, chlorirte Baumwolle wird von Cablo Pavesi empfohl en > um Räume mit Chlor zu versehen oder zum Verbände putrider Wunden. , einem grossen Glasgefässe, welches zu i j B seines Rauminhaltes mit einer u« Säure versetzten Chlorkalklösung gefüllt ist, placirt man die Baumwolle oder ° mit etwas Glycerin durchfeuchtete Baumwolle, damit sie das Chlorgas aufbin" 10 • Zu einer solchen desinflcirenden Baumwolle dürfte man weit bequemer gelaog e ' wenn man in ein leeres Glasgefäss die mit einer Mischung aus gleichen Th e ' le Wasser und Glycerin nur schwach gefeuchtete Baumwolle einschichtet, nacbde man auf dem Boden des Gefässes ein offenes Fläschchen mit Brom (auf 2 Li* 6 Raum circa 2g Brom und lg Wasser) placirt hat. Das Gefäss ist mft & schliessendem Deckel zu versehen. Auf diese Weise erhält man eine: Lana gossypina bromata, bromirte Baumwolle. Man hüte sich, den aus dies e Präparat aufsteigenden Dunst aufzuathmen. Pannus (bombycinus) mollior, Mull, Moll, Salbenmull, mit verschiedenen S» und Pflastermassen getränkt, zum Verbände dienend, wurde wiederholt & medicinischen Zeitschriften erwähnt, weil dieses Gewebe sich zum Verbände ser eigne als der gewöhnliche steife Shirting, Tela (bombycina) de»» 1 amylo subaeta. Pannus sebacino-carbolisatns, Tela carbolico-stearata, Carholtalgspara r^> ist ein weiches starkes Baumwollengewebe, Gaze (Futtergaze) mit Sebuni ° ß _ bolisatum getränkt, in schöner glatter Form. (Bezugsquelle: EtJGBN D 1 EICH, chemische Fabrik zu Helfenberg bei Dresden.) Vergl. auch unter Turnnda bromata, bromirte Charpie, mit Bromwasser genässte Charpie, Opodeldokgläsern zu dispensiren. Tnrunda dcsinfectiva, Dcsinfectivcharpie, eine Charpie, welche mit einer ung aus 10 Th. Oleum Eucalypti citriodorae, 2 Th. Salicyls Sebui»- ist i» Mis cb ' mittel^ 2 Th. Benzoesäure in 20 Th. Glycerin und 80 Th. Weingeist - ^ Verstäubungsapparates nur massig durchsprengt ist. Ist in geschlossenem . ß gefäss oder in verkorktem Opodeldocglase abzugeben, werden circa 6 Th. der Mischung verbraucht. Auf 10 Th. Gossypium. Karbolspray. Katgut. 499 Baumwollenschwamm, Saugbaumwolle (Absorbcnt Cotton) ist ein dickes lockeres Gewebe, welches die Dienste des Schwammes leistet, diesen ersetzt, aber bedeutend billiger zu beschaffen ist. Er ist besonders geeignet für gynäkologische Verhältnisse. (Bezugsquelle Dance Beothees & White, New-York, 58 Maiden Lane.) Listee's antiscptischcr Verband bezweckt die Abhaltung der Träger fäulnisserregender Stoffe von der Wunde. Dies wird erreicht durch Reinigung der umgebenden Luft von diesen Trägern und die Verhinderung des Zutrittes der nicht gereinigten Luft zu der Wunde. Die Desinfection der Wunde und der Luft, so wie der Verbandstücke geschieht mittelst einer wässrigen schwachen oder 2,5- Proe. und einer solchen starken oder öproc. Karbolsäurelösung. Zu dem "erbande gehören: Ballen, antiseptische, bestehen aus Salicylwatte oder Salicyldschute, von an tiseptischer Gaze umhüllt, und werden statt Schwamm angewendet. Drainröhren, Kautschukröhren von verschiedener Weite werden zur Ableitung der Wundsecrete gebraucht. Gaze, antiseptische, antiseptic ffaze, wird dadurch hergestellt, dass Geisse Gaze durch eine warme Mischung aus 1 Th. Karbolsäure, 5 Th. Harz nd 7 rp n _ p ara ff in gezogen und dann in mehrfacher Lage zwischen zwei metallene eisse Walzen hindurchgehend ausgepresst wird. Die Fäden müssen getränkt, as Lumen der Maschen aber frei sein. Karbolspray (spr. kärbolspräh), antiseptischer Karbolsäurewas- er staub, Staub aus einer 1 oder 2,5 oder Öproc. wässrigen Karbolsäure- , Su ng bestehend, womit die Wunde und ihre Umgebung bestäubt wird. Er ü mittelst eines Zerstäubungsapparates erzeugt, gewöhnlich mit dem IIichaed- S °N sehen Katgut oder Catgut (spr. kättgött), Fäden oder Saiten aus Schafdärmen dp G > Schafdarmsaiten, Violinsaiten, werden zur Ligatur von Wunsch .f auc ''t- Davon giebt es 5 Sorten, welche sich durch ihre Dicke unter- sichi 611 " ^ c ' m ' < ''"' überstreicht. Watta, Watte, als Verbandmittel, ist Baumwolle in Tafeln, welche aU beiden Seiten mit Leimwasser nur schwach gedichtet sind, so dass zwischen oei" Seiten die lockere Baumwolle lagert. Sie dient gleichsam als Filter der * Wunde tretenden Luft. Diese geht hindurch, die in ihr vorhandenen Bacterie oder Mikroorganismenkeime in der Baumwollenmasse zurücklassend. Die " a a' deren Seiten zu hart oder stark gedichtet sind, passen nicht für den Verb» Eine Bestäubung dieser Watte mit einem Gemisch aus 1 Th. Eucalyptusöl, Glycerin und 5 Weingeist hat sich sehr bewährt. Esmarch's doppelter antiseptischer Verband besteht aus der Schutzhülle (°^ tective) auf der Wunde direct liegend, aus darauf liegender mit 5-proc. Karb olsa . m getränkter Compresse, welche mit Lister' scher Gazebinde fixirt ist, und aus ^ 8-iach zusammengelegten Gazestoff mit Mackintosh. Dieser Verband kornrot fc in Anwendung, wo eine tägliche Erneuerung des Verbandes nicht ausführbar Ausführliches über den Verband giebt die Arbeit des Dr. Franz ^T^ „über die modernen Wundbehandlungsmethoden und deren Te ** n ' fl 92 Seiten. Gross-Octav lianstoasse Nr. 4. Wien 1879, bei Urban und Schwarzenberg, Gossypium. Wasserdichtes Gewebe. 501 Wasserdichtmachnng der Gewebe, wasserdichte Stoffe. Gewebe und Stoffe wasserdicht zu machen, hat man eine Menge Anweisungen gegeben. Einige derselben sind auch schon im Handbuche und diesem Ergänzungsbande angeführt. Hier möge eine kurze Uebersicht folgen: 1) Gewebe und Stoffe werden mit Alaunlösung getränkt und dann durch eine dünne Seifenlösung gezogen (Girardin, Bidard). — 2) Tränken mit Aluminiumacetatlösung und Trocknen. — 3) Durchtränken mit einer 50° C. barmen Mischung, welche unter Kochung aus 1000 Th. Gelatine, 1000 Th. neutraler Natron-Talgseife, 150 Th. Alaun und 35000 Th. Wasser dargestellt ist IMürmann, Krakowizer). Diese Methode verdient keine Empfehlung. — 3) durchtränken der trocknen Stoffe mit benzoliger Paraffinlösung und massiges Auspressen. Diese von Stenhouse, Fortier u. A. empfohlene Methode ist w °nl die einfachste und beste, sobald dem Paraffin circa 5 Proc. Vaseline ^gesetzt werden. — 4) Durchtränken mit einer boraxhaltigen Caselnlösung uer m ;t jf a tronwassergla8 und dann ein Bad in Tanninlösung oder A luminiumacetatlösung. — 5) Vergl. Alumina ole'inica — 6) Tränkung J^nt einer Lösung ausgetrockneter Alaunerdeseife in Terpenthinöl (Puscher). — Z) Für Leder ist eine Mischung aus 100 Th. Leinöl, 7 Th. Wachs, 5 Th. ttar z und 10 Th. Terpenthin empfohlen. — 8) Für Papier, Gewebe etc. er gl- wasserdichter Gummilack (S. 2) und unter Gelatina. — 9) Papier wird rc n Befeuchten mit ammoniakalischer Kupferlösung wasserdicht. f» r ^ ewe he iinflammabel, nicht Flamme fangend zu machen, Flamnicnschutzmittel r Gewebe, Holz etc. 1) Vergl. Feuerschutzstärke, apyrische Stärke, ^TEBA'sches Salz, Handbuch I, S. 336, 403. — 2) Für Holz Tränkung mit asserglag und anderen flüssigen Silicaten (Fuchs). — 3) Für Gewebe Trän- ,~ n S mit einer Lösung aus Salmiak, Ammoniumphosphat und Borax I .. y "Ltjssac). — 4) Tränkung des Gewebes oder Mischung der Stärke mit einer .^sung von 6 Th. Alaun, 6 Th. Ammoniumsulfat und 3 Th. Borsäure a*« , '^ ü - Wasser, welcher heissen Lösung 2 Th. Gelatine und 1 Th. Stilf zugcsetzt sm( * (Breza). — 5) Eine lOproc. Lösung des Ammonium- fü f^ 8 fUr gewöhnliche Gewebe, eine Natri um wo lfr am iat enthaltende Stärke ^r temeres Gewebe (Versmann und OPPENHEIM). — 6) Stärke für weisse Ge- e e wird vermischt mit feinem Pulvergemisch aus Gyps, Schwerspath, ntersalz, Borax und Salmiak ana 10 Th., Magnesia 2 Th. Auf einen /heil Stärk. ■ " ~ " Gewebe e sind drei Thoile dieses Pulvers zu nehmen. Feineres und lockeres ist vor dem Stärken noch mit einer dünnen Boraxlösung (5-proc.) zu sein 6n ^i ^' ese Methode ist eine billige, nur muss der Gyps sehr fein gepulvert dav U ^ ar y* ; sulfat als Blanc fix in Anwendung kommen. Das Gewebe wird nicht ,+ D .. nUr .unbedeutend angegriffen. Wenn auch das feinste Gewebe dadurch lud 1 UnYer k renn b' c h gemacht wird, so ist es doch gehindert, leicht Feuer zu fangen Stärl- eic}l * aufzuflammen (Hager). — 7) Die Tränkung oder die Versetzung der durch 6 w'* ^leisilicat, oder das Tränken mit Bloiacetat und dann Durchziehen Wasserglaslösung (Abel) ist aus Gesundheitsrücksichten nicht zu empfehlen. Bo ET SS,,aUmwolle ( IIandb - n > s - 36 )- Eine verbesserte Bereitung ist von R. nur I GEK ange Seben. Man soll die dem Säuregemisch entnommene Baumwolle Tag ° näcnlicn durch Drucken von der Säure etwas befreien und dann einige e a n der Luft liegen lassen, ehe man sie mit Wasser auswäscht. säu ^ c ^' ren der Gewebe besteht in einer Imprägnirung derselben mit Salicyl- etc re - ß eim Wollengewebe geschieht es beim Fetten, bei Leinen, Baumwollenhalf be durcn Beimischen von Salicylsäure zur Appreturmasse, wobei eisen- 8t w Mat ® rialien zu meiden sind. Das Salicyliren soll die Bildung von Moder-, 0c K-, Schimmelflecken verhindern (v. Heyden). 502 Gossypium. Beschwerung der Gewebe. Die Beschwerung gewaschener Schafwolle mit Talksteinpulver hat Apoth. Reinhard (Birnbaum) beobachtet. Beim Wasche» der Wolle mit Aether sonderte er 24 Proc. jenes Pulvers nebst Sand und Staub ab. Rohe, nicht gewaschene Schafwolle enthält nach Reinhard 0,25—1,5 Proc. Sand und Schmutz, Andere haben diesen Theil bis zu 6 Proe. gesammelt. Die Beschwerung der Gewebe mit Gyps, Schwerspath, Magnesiumchlorid, Porcellanthon, Bolus, Mehl, Stärkemehl etc. ist besonders in England etwas Althergebrachtes. Calicoum 50—55 Proc. beschwert ist nichts Ungewöhnliches und es macht in England kein Staunen, wenn von einer Seide gesprochen wird, welche um 80—90 Proc. beschwert ist. Die Beschwerung der Gewebe kann der Fabrikant oft nicht umgeben, um dem leichten und billigen Stoffe Lustre und Schwere, den Anschein des Gediegenen zu geben. Es ist eben das Verlangen des Publikums nach billigen Stoffen mit den scheinbaren Eigenschaften einer gediegenen Waare nicht aus der Welt zu schaffen, und will der Fabrikant das Geschäft machen, so muss er den Anforderungen genügen. Der Betrug tritt erst dann ein, wenn der Kaufmann eine solche billige Schcinwaare als theure u n(l gediegene Waare abgiebt. Die Grenzen zwischen solchen zulässigen und nieht- zulässigon Waaren sind schwer zu ziehen, es wäre denn, dass durch Vereinigung der interessirten Fabrikanten oder durch polizeiliche Verordnimg für jedes Geweb 0 die Grenze der Beschwerung festgesetzt würde. Da es hierzu wohl nie komw en wird, so muss es dem Kaufmann und dem Fabrikanten tiberlassen bleiben, ib re Forderungen hierin auszugleichen. Die Bestimmung der Appretur und die der Beschwerung sind zu trennen- Zur Appretur sind Stärkemehl, Leim, Gummi, Traganth, Dextrin, Karagaken- schleim, Harzseife, Wachs, Stearin, kleine Mengen Borax zu rechnen und diesen die Aschenthcile der Faser zuzuzählen. Der Beschwerung gehören an: Baryun 1 ' sulfat, Gyps, Magnesia, Tkon, Talkstein, Dolomit etc. Behufs der Untersuchung wird 1) ein bestimmtes Quantum resp. ein bestimm* 08 Maass des Gegenstandes mit 25 proc. Salpetersäure genässt, bei lauer Wärme g e ' trocknet und abgebrannt. Hinterbleibt noch Kohle, so ist diese mit SalpetevsäW -6 anzufeuchten, zu trocknen, nochmals anzuzünden oder zu glühen, in Asche zu verwandeln und diese auf ihre Ilauptbestandtheile zu untersuchen. — 2) Eine zwei Menge des Fabrikats wird mit 4proc. Oxalsäure gekocht, um Mehl und StW* mehl in Glykose überzuführen, das Filtrat mit Calciumcarbonat von der Oxa'säur ; hierauf von etwa vorhandener, in Lösung befindlicher Magnesia befreit, e,n ^ l , dampft und getrocknet. Das Gewicht des Verdampfungsrückstandes ist das « wicht des Stärkemehls und Getreidomehlos. Im Filtrum der Oxalsäure-Abkoclu 11 * verbleiben unverändert Chinaclay, Thonerde, Schwerspath, Gyps etc. Als Oxa ist die Kalkerde vorhanden. - Kommt es nur darauf an, das Gesammt-Gewicht der Appretur und Boschweru B zu bestimmen, so genügt ein Kochen des Fabrikats erst in 4 proc. OxalsäurelöBung? dann in 5proc. Sodalösung, zuletzt eine Digestion in 2,5proc. Aetzammon «" ein Reiben und Kneten unter Wasser, um das Gewebe von Appretur un( 1-inI1 Es ist alsdann im Wasserbade zu txoeW» weil die Gewebe schnell Feuchtigkeit a schwerungsmaterial befreit zu erhalten, und das Gewicht sofort zu bestimmen, zunehmen pflegen. Leinengewebe, welches leicht und nach nur zerfiel, erwies sich als ein mit Kalkwasser behandeltes, denn es b»» (statt 0,33—0,35) Proc. Asche, welche hauptsächlich aus Kalkcarbonat beS j leU Die Reinigung und Appretirnng des Leinenzeuges in ' mit Kalkwasser ausgeführt werden (Prof. Birnbaum). »•W—«*S£ Gasthäusern soll zuwe Granatum. 503 Granatum. tortcx Granati radieis. Es ist erwiesen, dass die Rinde des Stammes und aer Aeste in ihrer taenifugalen Wirkung mit derjenigen der Wurzel übereinstim- me n und dass von jeher jene Rinden der Wurzelrinde beigemischt -waren und stets mit Erfolg angewendet wurden. Deshalb wäre es richtiger, überhaupt nu r die Droge mit „Cortex Granati" zu bezeichnen (Vogl). Nauelvoort be- ^ntet im pharm. Weekblad, Jahrg. 14, dass man in Batavia aus der Rinde der Wl irzel und der Aeste Extracte hergestellt und auf ihre taenifugale Wirkung geprüft habe, ohne dass ein Unterschied gefunden werden konnte. Dagegen halten Th. Husemann, de Vau, Suiimidtmüller u. a. Autoritäten ut dem physiologischen Felde die Wurzelrinde um vieles wirksamer als die strinde, ungefähr im Verhältniss wie 5:4. Da nun beide Rinden nur gemischt ° "en Handel kommen, so müssen sie auch verbraucht werden, oder es wäre le Verordnung nöthig, die Astrinde herauszusuchen und zu verwerfen. Im ebrig en 8o n die frische Rinde allein die bandwurmtreibende Wirkung haben JJ'l mit der Zeitdauer der Lagerung verhältnissmässige Einbusso daran erleiden. iTtv 11 ^' eses Vorhalten der Rinde sicher erkannt wäre, so wäre man auch ge- p . ül gt, in den leicht der Veränderung unterliegenden Alkalo'iden der Rinde das 'ncip der Wirksamkeit anzuerkennen. Da nun die Rinde erstens bei dem ' ra mler, dann bei dem Drogisten, hierauf bei dem Apotheker lagert und diese w old a j a aucn ßj e (laraus Dere iteten Extracte meist erst nach Jahren zur An- Hdung gelangen und dann sich immer noch wirksam erweisen, so ist die Be- ^ u Ptung, dass nur der frischen Rinde die Wirksamkeit zukomme, eine hinfällige. ■wi t nt '£° w ' r( l w ohl die Wahrnehmung einschliesson, dass eine frische Rinde samer ist als eine längere Zeit gelagerte. < 18 ^Standtheile. Die Granatwurzel- und Granatast-Rinde enthält nach Tanket Alt l • ^—^'^ P roe - flüchtiger Alkalo'ide (Punicin, Pelletierin), von denen 3 Luft a G m Te ' ner Form eine farblose (gewöhnlich gelbliche), ölälinliehc, an der dunkelfarbig werdende, gewürzhaft und narkotisch riechende, bei Annähe- A^h V ° n Salz8äurc( 1 ara P f Nebel bildende, in Wasser, Weingeist, Chloroform und etner lösliche Flüssigkeit darstellen. Ein viertes Alkaloid ist krystallinisch. fa i U . ND ( 18 78) fand ein krystallisirbares Alkaloid, Granatin. Wackenuoi>kr Gn m der ßin(le 22 rroc '' Cenedella 10 > 4 Proc - Gerb s toff neben 4 >° Pr °c. * a ussäure. Letztore vermochte 8TENHOUSE nicht aufzufinden; er hielt den von n . ® ren als eisenblaufällenden Gerbstoff erkannten Körper für einen besonderen, euer mit Ferriacetat einen purpurroten Niederschlag liefere, welchen wiede- stff A ' UG ' VoGI ' n ' Cüt (>rlall K°n konnte. Rembold (1867) erkannte den Gerb- eDe nfalls als einen besonderen und nannte ihn Punico-Tannin, Punico- s^rtisäure. Mit verdünnter Schwefelsäure gekocht zerfällt diese Säure in Ellag- ure und Zucker. Dieses Punicotannin ist in der Rinde begleitet von gewonnenem Tannin, welches bei Einwirkung von verdünnter Schwefelsäure Gallussäure sgiebt, welche in mancher Granatrinde auch präexistirt. Aus allen diesen ntersuchungsergebnissen folgt, dass die chemischen Bestandteile der Granat- * a e noch nicht vollständig erkannt sind. Ferner wurden Pektinstoffe in der y urzelrinde angetroffen, welche in der Astrinde fehlen. Vergl. auch Handb. II, • 43. Alte Rinde enthält oft etwas Zucker (Mannit). Die Aschenbestandtheile " er trocknen Rinde betragen circa 5 Proc, der Wassergehalt der lufttrocknen nde 8 ~ 9 Proc. Aether entzieht der Rinde nur Spuren Chlorophyll. 504 Granatum. Punicin. Pelletierin. Wirkung und Anwendung. Die Granatrinde ist ein hervorragendes Adstringens, dessen eigentlicher parasitieidischer oder Bandwurm abtreibender Bestand- theil noch nicht mit aller Sicherheit erkannt ist. Es scheint doch, als müsse man einen Theil der bandwurmtreibenden Wirkung dem Gerbstoffgehalt zuschreiben, denn das Extract aus sehr alter Kinde erwies sieh in den Fällen, in welchen es in Anwendung kam, jedesmal wirksam (Hager), während von einigen Seiten berichtet wurde, dass das aus guter Hand bezogene Punicintannat sich wirkungslos erwiesen habe. Extractirai Granati corticis radicis wird nach der Französischen und Oester- reichischen Pharm, mittelst 68 proc. Weingeistes (Spiritus Vini dilutus) dargestellt. Punieinmn, Pelletierinnm. Vergl. Handb. (Suppl.) Bd. II, S. 1341 u. 1342- Die Formel wurde angegeben zu C 8 H 13 NO und für das krystallisirte sogar die Formel C 9 H 15 N 3 0 +4H 2 0. Da es von jeher Gebrauch war, besondere chemische Stoffe der Pflanzen mit Namen zu bezeichnen, welche dem Namen derjenigen Pflanze entsprechen, in welcher sie aufgefunden werden, so gab Hager dem von Tanret entdeckten Alkalo'id der Kinde der Punica Granatum den Namen Puniein (ph. Central- halle 1878, S. 250); er hat diesen Namen auch im Handb. der ph. Praxis (B"" II, S. 1341) oben angestellt und den Namen Pelletierin als synonym ver ' zeichnet. Wie man ersieht, so hat Prof. Dr. F. A. Falck zu Kiel (Archiv der Ph. 1879, 3. Reihe XIV. Bd., S. 528), Hager's Vorgehen nicht kennend, den Namen Pelletierin ebenfalls für einen sehr unpassenden erklärt, einmal aus demselben Grunde, welcher für Hager maassgebend war, dann aber auch wege* der Benennung von etwa aufzufindenden besonderen oder alkaloidisehen Stoffe 0 in Arten der Pelletiera, einer in Südamerika einheimischen Pflanzengattung- Trotz dieser sachgemässen Mahnung wird in Deutschland immer noch (1881) J* dem Namen Pelletierin festgehalten. Es ist zu bedauern, wenn Deutsch 0 Aerzte und Pharmaceuten keine Neigung zeigen, sich von ausländischer Atop ie frei zu machen, dass besonders die Herausgeber medicinischer und pharmaceuti- scher Zeitschriften über das Atopische des Namens Pelletierine unbekümm er hinweggehen. Diese 4 Alkalo'ide sind sämmtlich flüchtige, das eine (Pseudopunicin) ist i eS ' die drei anderen flüssig. Behufs der Abscheidung wird (nach Tanket) der s * lt Granatrindenauszug (A) mit überschüssigem Natriumbicarbonat und Chloroto geschüttelt. Aus der Chloroformlösung erlangt man durch Zusatz von verdünn Schwefelsäure eine Lösung der Sulfate des Metl-.ylpunicins und f 8e ^ . i^ punicins. Dann versetzt man jenen Auszug (A) mit Kalilauge und schü mit Chloroform aus, welches das Punicin und Isopunicin aufnimmt. Punicin, 0-Punicin, Pelletierin (C 8 H 15 NO). Die Sulfatlösung ** über Schwefelsäure eingeengt und die daraus erlangte trockne Masse auf eu Doppellage Fliesspapier der Luft ausgesetzt. Sie zerfliesst theilweise. Die b benden Krystalle sind Punicinsulfat, der zerflossene Theil ist Isopunicinsu (/S-Punicinsulfat). Zur Abscheidung des freien Alkaloids zersetzt man das ou ^ mit Aetzkali, trocknet über Aetzkali aus und destillirt bei niederem P ruC ^ 0 (im luftverdünnten Räume), weil es sich siedend unter gewöhnlichem Dm schnell verändert. ^ er Das reine Punicin ist farblos (gewöhnlich blassgelb), flüssig, ölähnlich, a» Luft unter Absorption von Sauerstoff dunkelfarbig werdend, von gewürzhatt- ^ kotischem Gerüche, bei gewöhnlicher Temperatur verdunstend und daher mit ^ säuredämpfen in Berührung Nebel bildend. Es liefert sehr hygroskopische ^ Spec. Gew. 0,988 bei 0°. Es löse sich bei gewöhnlicher Temperatur io Granatum. Punicinum. 505 Wasser, löst aber auch von diesem so viel als sein eigenes Gewicht beträgt. In Aether, Weingeist, Chloroform löst es sich in allen Verhältnissen. Siedepunkt 195° C. Das Sulfat ist linksdrehend und zwar [«] D = — 30°; bei 100° C. verliert die freie Base ihr Rotationsvermögen. Isopunicin, «-Punicin, Isopelletierin (C s H t5 NO) ist flüssig, gegen den polarisirten Lichtstrahl inactiv. Spec. Gew., Siedepunkt, Löslichkeit sind so w 'o bei Punicin. Methylpunicin, ö*-Punicin, Methylpelletierin (C 9 H 17 NO). Die nach Zusatz von Natriumbicarbonat zum Auszuge durch Ausschütteln mit Chloroform gesammelten Alkaloide werden mittelst Schwefelsäure aus der chloroformigen Lösung als Sulfate abgeschieden. Die Sulfatlösung wird nur mit der Hälfte der z ur vollständigen Zersetzung nöthigen Menge Aetzkali versetzt und mit Chloroform ausgeschüttelt. Wiederholt aus dieser Lösung als Sulfat abgeschieden, mit einer ungenügenden Menge Aetzkali versetzt und mit Chloroform ausgeschüttelt erhält man es endlich rein. Aus der Sulfatlösung wird es mit Aetzkali abgeschieden, über Aetzkali ausgetrocknet und dann destillirt. Es ist flüssig, in der 25fachen Menge Wasser von 12° C. löslich, in Weingeist, Aether, Chloroform leicht löslich. Siedepunkt 215° C. Die Salze sind sehr hygroseopisch. Das Hydrochlorat ist rechtsdrehend und zwar [a] d = + 22 c . Pseudopunicin, /-Punicin, Pseudopelletierin (C 9 H 15 NO) ist nicht flüssig bei gewöhnlicher Temperatur, sondern krystallinisch. Behufs Abscheidung Wlr d die vom Methylpunicin befreite Sulfaltlösung concentrirt, mit Aetzkali versetzt und mittelst Aethers ausgeschüttelt. Die Aetherlösung abgedunstet hinter- S8t es in Krystallen. Es ist gegen den polarisirten Lichtstrahl inactiv. (Compt. r «ad. 90, 695). Tanket hat bisher im Ganzen vier Alkaloide (a, ß, y, ö) aus der Granat- wurzelrinde abgeschieden. Nach Petit's Angabe (Journ. de Ph. et de Ch.) verfährt Tanket zur eneidung der vier Alkaloide in der Weise, dass er die vereinten Sulfate der ikaloide mit Natronbicarbonat versetzt und mit Chloroform ausschüttelt. Das uioroform löst zwei der Alkaloide, ein flüssiges und den polarisirten Lichtstrahl ?. re chts drehendes und ein krystallisirendes, aber gegen den polarisirten Lichtstrahl inactives. Die Mutterlauge wird hierauf mit Natriummonocarbonat versetzt und mit Chloroform ausgeschüttelt, welche nun wiederum zwei weitere Alkaloide löst. leso beiden sind flüssig, das eine den Lichtstrahl nach links drehend, das andere gegen denselben inactiv. Die Sulfate dieser Alkaloide sind krystalli- sationsfähig. Anwendung. Das Pun icin ist in Frankreich als Sulfat und Tannat schon häufig a 's Bandwurmmittel angewendet worden. Aus den Berichten kann man entneh- me n, dass das Punicin keineswegs unschuldiger Natur ist, dass es selbst Intoxikationen veranlassen kann. Die Dosis des Punicinsulfats ist zu 0,4 — 0,5, die JJosis des Tannats zu 1,5 — 2,0 angegeben. Nach Petit verhält sich nämlich d as Gewicht des Sulfats zum Gewicht des Tannats bei gleichem Punicingehalt Wl e 1 : 4. Tanket bereitet das Tannat, indem er auf 10 Th. der Sulfate der beiden ferneren Alkaloide, welche durch Natriumbicarbonat nicht zersetzt werden, 16 »«• Tannin verwendet. Petit schlägt vor, für therapeutische Zwecke ein sicher constituirtes Punicin- salz zu verwenden und dieses durch Mischung mit Tannin in Tannat zu verwandeln, z.B. eine Lösung von lg Punicinsulfat mit 3,28g Tannin zu ver- 506 Granatum. Punicinum. setzen. Behufs totaler Ausfällung solle man die Flüssigkeit mit Ammon neutral machen, den Niederschlag sammeln, auswaschen und trocknen. Will man dieses Tannat in Lösung geben, so darf man nur einen geringen Zusatz einer Säure, z. B. Citronensäure, machen. Dujakdin-Baumez hat die Punicine als Tannat in 33 Fällen nur einmal ohne Erfolg angewendet. Es erwiesen sich alle 4 Alkalo'ide wirksam, aber in toxischer Beziehung verschieden und zwar /?-Punicin am stärksten, y-Punicin dagegen am schwächsten. Dem genannten Arzte scheint die Wirkung des Puni- cinsulfats derjenigen des Curare ähnlich zu sein. Nach jeder subcutanen Injection von 0,4 g des Tannats trat Schwindel und eine Congestion am Grunde des Auges ein, welche Störung bei einzelnen Personen bald vorüberging, sich aber als eine deutlich zu erkennende einseitige Lähmung erwies. Man solle die Dosis von 0,3 g nicht überschreiten, weil D-B. damit immer einen Erfolg erzielte, Kindern jedoch solle man das Mittel gar nicht reichen. D.-B. schlägt vor, Punicinsufat a und y zu 0,3, das Tannat ebenfalls zu 0,3 in 30,0 Wasser zu geben. Man vergleiche auch die Notizen über Punicin in Nr. 46, 1880, der ph. Ztg. von Th. Husemann. Die taenifugale Wirkung wird bezweifelt. Punicinum tannatum, Punicinum s. Pellcticrinura tannienm, Punicintannat, Pcllctierintannat, eine Verbindung und Mischung aus 1,0 Punicin und 3,2 Gerbsäure, in Form eines grauen oder graugelblichen Pulvers, welche im natürlichen Zustande in der Granatwurzelrinde vertreten ist. Für den Arzneigebrauch mischt man 1 Th. Puniein mit 3 Th. getrockneter Gallusgerbsäure. Es ist ein sonderbares Vorgehen, aus der Rinde das an Gerbsäure gebundene Punicin mühsa« 1 abzuscheiden, und es dann wieder mit Gerbsäure zu liiren, um es als Arznei" mittel brauchbar zu machen. In Deutschland erwies es sich unwirksam. Das Punicin ist durch Gerbsäure fällbar, aber im Ueberschuss der Gerbsäurelösung löslich- Die Darstellung kann nun erfolgen nach den im Handb. Bd. II, S. 1341 befindlichen Angaben oder auch nach folgenden Vorschriften: 1) Kleingeschnittene oder sehr grobgepulverte Rinde (1000 Th.) wir* zweimal mittelst der fünffachen Menge Wassers, welchem Oxalsäure (2° Th.) zugesetzt ist, durch Erhitzen bis zum Aufkochen, dann 3 stündige Digestion und schliessliches Auspressen extrahirt, der Auszug auf den dritten Tkei 1 seines Volumens eingeengt, mit Kalkhydrat im Ueberschuss (150 Th.) ver ' mischt und nun mit Aether dreimal ausgeschüttelt. Chloroform kann auch g 6 " nommen werden, jedoch wird dasselbe theilweise zersetzt, und das Sammeln naen dem Ausschütteln ist eine schwere Aufgabe. Der Aether wird abdestillirt, der RücK' stand mit verdünnter Schwefelsäure aufgenommen, filtrirt, das Filtrat tu Aetznatron versetzt und nun mit Chloroform ausgeschüttelt, die chloroformige ''"' sung in ein tarirtes Glasschälchen gegeben, in welchem sich (nach Verarbeitung von 1000g Rinde 6g) getrocknetes, in wenig absolutem Weingeist gelöstes Tannin befindet, bei gelinder Wärme eingetrocknet, gewogen und dann mit soyie Tannin versetzt, so dass 1 Th. Punicin mit 3 Th. Tannin gemischt oder verbunden vorliegen. Ausbeute an diesem Tannat 8—10g aus 100<)g Rinde. Wird Schwefelsäure statt Oxalsäure genommen, so sind 50 Th. davon nöthigj der Kalkzusatz ist aber dann zu verdoppeln. 2) Weniger umständlich ist das folgende Verfahren. Es werden 1000 g d ° kleingeschnittenen Rinde 2 mal mit je 3 Litern Wasser, welchem 40 g Kalkhyar und 50 g kryst. Soda zugesetzt sind, unter jedesmaliger eintägiger Maceration «* zuletzt unter Auspressen extrahirt, die Colaturen mit Aether ausgeschüttelt. Uebrigen verfährt man dann wie vorher angegeben. BaMwurmkur nach Janssen. Die pharm. Zeitung (1878) theilte aus dem Granatum. — Grindelia. 507 Württ, Med. - Corr. - Bl. einige beachtenswerte Angaben mit, unter anderen die Auslassungen Werner's (Markgröningen) in Beziehung zu dem JANSSEN'schen Bandwurmmittel (Extract. cort. rad. Granat.). Derselbe äussert sich darüber in folgender Weise: „In seinem dem Mittel beigegebenen Prospect sagt Janssen, dass viele Versuche über Bandwurmmittel ihn zur Ueberzeugung gebracht hätten, dass nur die irische, nicht getrocknete Granatwurzelrinde von wenigstens 10 Jahre alten Granatbäumen ein sicheres Mittel sei; in 100 Fällen spricht er von 99 günstigen Resultaten. Die Schwierigkeit liege nur in der Beschaffung der frischen Wurzel- rmde, da für die kleinste Quantität ein werthvoller Baum gefällt werden müsse. Janssen stellt nun ein Extract aus der frischen Wurzelrinde in der Art her, dass die ursprünglichen Bestandteile darin enthalten seien. Da aber auch dieses Extract nach längerer Zeit durch Einwirkung der Luft an Wirkung cinbüsse, bereite er aus dem frisch abgedampften Extract sofort Pillen, welche versilbert, s,c h Jahre hindurch unverändert erhalten und von ausgezeichnet sicherer Wirkung sein Sollen. Die Gebrauchsanweisung ist folgende: Nachdem am Tage vorher salzige "Peisen mit Knoblauch gegessen worden sind, werden fünf Pillen nüchtern genommen, welche meistens genügend sind. Ist der Abgang nicht vollständig er- to 'gt, so werden noch 5 Pillen Mittags und 5 Pillen Abends genommen. Will m an die etwa lästige Vorkur ganz vermeiden, so bereitet man mit italienischem ^ u rbissamen eine Emulsion (50—60g auf 0,5 Liter Wasser), wovon man den Herten Theil Abends, den Rest dagegen am folgenden Tage zwischen dem Einnehmen der Pillen trinkt. Schwächliche Personen und Kinder nehmen 5 Pillen im Laufe des Tages, alle 2 Stunden eine, und wird dieses im Bedürfnissfall z wei Tage lang wiederholt. Das von Janssen in Florenz empfohlene Extr. Gra- ati scheint mir weiterer Versuche werth zu sein; dasselbe ist von nachhaltiger irkung gewesen in einem meiner Fälle, bei welchem vier Monate vorher das «ractuni Filicis nichts gefruchtet hatte. Die Pillen sind leichter zu nehmen . nicht thourer als das pure, und ziemlich wohlfeiler als das in Gallertkapseln ei ngehüllte Extractum Filicis maris." Methodus tacnifnga FtjEisciimann. Fieischmann's Bandwurmkur bei Kindern. Mtracti Granati corticis radicis ^xtracti Filicis maris aetheroi ana 2,5 M tv 0rtlC18 radicis Granati q. «. Hant pilulae quadraginta (40), Sac- onaro obducendae. AUr Vertreibung dos Bandwurmes bei jvmeiern bedarf es keiner Vorbereitungs- 7» tP'" 18 Kincl orh;n t eine Schale Milch '«m frühstück und eine Stunde später 7i, t 10 Stück der Pillen, welche tiber- =,l er * besser genommen werden. Zwirnen der Zeit des Pillennehmeng, namentlich bei eintretender TJebelkeit, giebt man lauwarme Getränke, Thee, Limonade. Wird eine Dosis erbrochen, so giebt man die übrigen Pillen nach Verlauf einer halben Stunde. Vier Stunden darauf erhält das Kind 10,0 — 15,0 Ricinusöl mit Fleischbrühe und dann folgende Mixtur: ly Extracti Granati corticis radicis (vel Extracti Filicis maris aetherei) 2,5 Olei Ricini Mucilaginis Gummi Arabici ana 10,0 Aquae Menthae piperitae 30,0. M. Fiat emulsio. D. S. Die Hälfte auf einmal zu nehmen. Grindelia. Grindelia robusta, G. squarrosa Dunae, zwei Compositen, der Ordnung «er Asfceroideen angehörend, im südlichen Nord-Amerika und im nördlichen Süd- A «>erika einheimisch. 508 Grindelia. Flores Grindeliae, Stipites Grindeliae, Summitates Grindeliae, die getrockneten Bliithen mit den Stengelspitzen. Wie es scheint, ist die Wirkung dieser Theile von G. robusta und G. squarrosa entnommen eine gleiche. Grindelia robusta hat länglichrunde stumpfe Blätter, welche gegen die Basis breiter sind als in der Mitte. Die Hüllschuppen sind pfriemenförmig, nach unten gebogen. Grindelia squarrosa hat sehmälere lanzettförmige Blätter mit herzförmiger Basis, nach der Basis zu verschmälert, nach der Spitze zu breiter. Die Hüllschuppen sind pfriemenförmig und stark nach unten gebogen. Es giebt noch mehrere Arten, wie G. integrifolia , inuldides, glutinosa, rubicaulis, welche zu denselben Heilzwecken Anwendung finden. Die letztere ist von Wood und Bache als Antidot des Rhus Toxicodendron empfohlen worden. Die Grindelia squorrosa soll am heilkräftigsten sein und sogar mit dem Chinin an Wirkung rivalisiren. G. glutinosa Dunal fAster glutinosus Ca van, Donia glutinosa Rob. Brown) galt von jeher als ein kräftiges Wundheilmittel. Die Grindelia- Arten sind reich an Milchsaft und Harz, welches an den Hüllen der Blüthen auszuschwitzen pflegt. •f- Extractnm Grindeliae (boraxatnm). Die getrockneten Blüthenbüschel werden zerschnitten und 1000 Theile mit 4000 Th. Wasser, in welchem 25 Th- Borax gelöst sind, bis fast zum Aufkochen erhitzt, zwei Tage hindurch digerirt, dann ausgepresst und die nach einigen Tagen sedimentirte Colatur nochmals unter Decanthation colirt und zur Extractdicke eingedampft. Man giebt es innerlich zu 0,1—0,2 vier- bis sechsmal täglich bei Asthma, Keuchhusten, Bronchialkatarrh (Gibbons). Extractum Grindeliae robnstae fluidnm wird aus den getrockneten Blättern und Blüthen durch Digestion dargestellt. 100 Th. derselben werden kleingeschnitten mit 25 Th. Glycerin und 300 Th. 60proc. Weingeist zwei Tage digerirt, dann ausgepresst, nun nochmals mit 200 Th. eines gleichen Weingeistes digerirt und ausgepresst. Die vereinigten Colaturen werden filtrirt, der Weingeist davon ab" destillirt, bis auf 60 Th. eingedampft und nun mit 40 Th. eines 90proc. Weiß' geistes vermischt; endlich nach zweitägigem Stehen filtrirt und am schattigen Orte aufbewahrt. In gleicher Weise wird das Extractum Grindeliae sqnarrosae fluidum bereitet. Gebräuchlicher ist in Nord-Amerika das folgende Pluidextrat. Extractnm Grindeliae fluidnm (boraxatum). 1000 Th. der blühenden, trockne» Stengelenden der Grindelia werden mit 4000 Th. Wasser, welchem 25 Tb- Borax und 200 Th. Glycerin zugesetzt sind, bis zum Aufkochen erhitzt und dann nach zweitägiger Digestion ausgepresst. Die durch Absetzenlassen un Decanthation gereinigte Colatur wird bis auf 1000 Th. eingedampft und mit & Th. Aether durchschüttelt in dicht geschlossener Flasche an einem schattigen Orte aufbewahrt. Syrupus Grindeliae. 100 Th. des Milchsaftes der Bliithenkelche, durch Zerquetschen und Auspressen gesammelt, werden mit 200 Th. zerstossenem Zucker und 60 Th. 45proc. Weingeist im geschlossenen Gefässe bei gelinder Digestions- wärme zum Syrup gemacht, welcher noch warm zu coliren ist. Diesen ° vr op empfahl Gibbons als Antasthmaticum. Man kann den Syrup auch durch Au losen von 5 g Extract in 95 g Syrupus Sacchari darstellen. Guaco. — Guajacnm. 509 Guaco. Guaco oder Huaeo ist in neuerer Zeit als ein krebsheilendes Mittel empfohlen worden. Wenn es auch nicht carcinomatische Leiden beseitigen kann, ß o soll es doch den Schmerz lindern. Ein Holländischer Arzt, Dr. Gerard van Schmitt will mit Guacopräparaten ausserordentliche Heilerfolge erzielt haben. Es werden aus dem Kraut Pflaster und Salben gemacht, auch wird es innerlich gegeben. Der Genannte wollte eine Klinik für Krebskranke in Paris errichten, doch ist in letzter Zeit über dieses Project nichts in die Öffentlichkeit gelangt, ausser in den Fällen, wo diese SciiMiTT'schen Guaco-Mittel als Geheimmittel angegriffen werden. Guaco ist zwar viel und oft gegen Hydrophobie, Paralysis, Fieber, Cholera, Epilepsie, Syphilis etc. versucht worden, aber niemals konnten sichtliche Heilerfolge damit erreicht werden; so oft auch wieder daran erinnert wurde, eben so °ft sah man sich beim Gebrauch des Mittels getäuscht. Immerhin bringt die Reclame dem Schöpfer derselben viel Geld ein. Die Tinctur wird zu 4, die Salbe zu 3, das Pflaster in zwei Sorten, jedes zu 3, Essenz zu 1,50 Gulden, die Broschüre dazu zu 30 Kreuzer dem Patienten abgelassen. Die Mittel helfen nicht und in der Hoffnung, dass sie helfen könnten, werden sie immer wieder angeschafft und gebraucht. Dass die betreffenden Atteste von Leuten, welche Fach-Autoritäten 8em wollen, unter gewissen Umständen gern ausgestellt werden, ist ja nichts Ungewöhnliches, und so verharrt Guaco vorläufig in gutem Heil-Kufe. Guajacum. Resina, finajaci. Von A. Kopp wurde die als Peruviana aromatica unterschiedene Sorte untersucht und beschrieben (Arch. f. Ph. 1876). Sie bildete gleichförmige, gelblichbraune, spröde, electrische Massen. Schmelzpunkt 90° C. as fische Pulver von scharfem und kratzendem Geschmack war gelb und nahm an der I JU ft j m Contact mit Ferrichlorid, Salpetersäure, Jodwasser, Chlor, also pwt oxydirenden Stoffen weder eine blaue noch grüne Farbe an. Es war löslich m Weingeist, Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff etc. Die weingeistige Lösung reagirte schwach sauer. Mit conc. Schwefelsäure im Contact nahm es eine rothe Farbe an. Die Destillation ergab 4 Proc. bei 192 — 260° C. siedendes gelbes Oel von 0,87 spec. Gewicht, den polarisirten Lichtstrahl nach Rechts um 72,8<> drehend und der leichter siedende Antheil ergab eine starre HCl-Verbindung. Das Harz mit Kali behandelt ergab eine Säure mit den Merkmalen der Protocatechusäure; mit Salpetersäure erfolgte eine Nitroverbindung (C^^N^O, 0 ). Die trockne Destillation ergab ein bei 255—270« C. siedendes blaues Oel (C 20 H 30 »ach Behandlung mit Natrium). Ohne Zusatz von Natrium rectificirt erfolgte ein Oel von einer Zusammensetzung nach der Formel C 2 oH 30 0, mit dem blauen «albanumöl ziemlich übereinstimmend. Aus diesen Ergebnissen lässt sich der Schluss ziehen, dass diese Gnajak- toarzsorte pharmaceutisch als Resina Guajaci nicht verwendbar ist. Das officinelle Guajakharz hat ein spec. Gewicht von 1,230—1,240. HrascHSOHN untersuchte 8 Proben Guajakharz. Diese waren in Weingeist, Aether und Chloroform bis auf einige Verunreinigungen total löslich. Ferrichlorid färbt die weingeistige Lösung dunkelblau, Aetzammon macht sie grün fluore- 510 Guajacum. scirend. Conc. Schwefelsäure löst kirschroth (verfälschtes Harz gelbroth). Weingeist verändert dieses Roth in Grün, Wasser scheidet aus der Schwefelsäurelösung schwarzblaue Flocken. Natriumearbonatlösung färbt das Harzpulver grünlich und wirkt in der Wärme lösend. Petroläther löst 1,8 bis 3,9 Proc. farblos, welche Lösung mit Jod nicht reagirt. Das wohlriechende Peru-Harz wird von Ferrichlorid grünlich gefärbt. Die Chloroformlösung wird durch Brom roth gefärbt und Natriumearbonatlösung wirkt nicht lösend. Petroläther löst bis zu 43 Proc. von diesem Peruharze. Dieses Harz giebt auch nicht die Blutreaction des echten Harzes. Wirkung. Guajak und vorwiegend das Harz ist ein Stimulans, welches in starken Gaben fast giftig wirkt, in kleinen Gaben aber ein vortreffliches Heilmittel sein soll bei Amenorrhoe, Dysmenorrhoe, Fluor albus, chronischen Katarrhen, gichtischen, rheumalischen, scrofulösen, syphilitischen Leiden. In schwacher Gabe belebt es den Kreislauf des Blutes, erhöht die Körperwärme und vermehrt die Diaphorese. In starker Gabe erzeugt es Trockenheit im Munde, stört es die Verdauung, bewirkt es Kopfschmerz, Kolik, Erbrechen, Diarrhoe und eine Vermehrung der Secrete. Vergl. Handb. Bd. II, S. 50 u. 52. Guajakreaction, Reaction auf Knpfer. Schönisein fand, dass eine fast farblose Mischung von Kupfersalz mit Guajak durch Zutritt von Cyanwasserstoff oder Cyaniden eine blaue Farbe annimmt oder dass eine kaum gefärbte Kupfersalzlösung in Gegenwart von Cyaniden mit Guajak eine blaue Farbenreaction giebt (vergl. S. 382)> Purgotti fand dagegen, dass die Ferrocyanide, Nitroprusside, Rhodanido und Cy»" nate, auch alkalische und erdalkalische Chloride sich hier ebenso verhalten, wie die Cyanide. Mithin ist diese Reaction eher eine solche auf Kupfer als auf Cyanide. Die zu untersuchende Flüssigkeit muss zunächst frei von allen den Stoffen sein, welche mit Guajakharz eine blaue Farbenreaction geben (z. B. Fernchlorid, Mercurisalze, Salpetersäure, Chlor, Brom etc.). Man soll nach PurgotTI die Flüssigkeit mit einem Alkalimetall - Chloride mischen und dann auf dieselbe eine verdünnte Guajaktinctur sanft auffliessen lassen. Bei wenig Kupfer tritt n« r an der Grenze beider Flüssigkeiten eine Bläuung ein. Die Reaction soll » u * einer Oxydation von Cuprichlorid beruhen (?) nach der Formel 2CuCl 2 +H^O= :: Cu 2 Cl+2HCl + 0. Extractum (inajaci ligni. Im Anhange der preuss. Arzneitaxe 1878 sind eine Menge Vorschriften angegeben, welche theils der Kindheit der Pharmacio entstammen, theils sogar eine total verstandslose Fassung haben. Unter denselben war auch ein mit Wasser bereitetes Guajakholz-Extract angeführt. Hforzu 1 9 nur zu bemerken, dass dieser Anhang, obgleich einer ofueiellen Taxe beigegeben» für den Apotheker nicht bindend ist, d. h. er kann nach seinem Gutdünken davon Notiz nehmen oder nicht. Gnajacin Devaux's ist Guajakharz. Der trocknen Destillation unterworfen gehen über: Guajacön (ein Hydrür des Guajacyls oder Guajacols) und eine kry- stallisirbare Substanz, Pyroguajacin (St. Claire-Deville). Olenm Guajaci, Guajak-Oel, das bei der trocknen Destillation des Guajakholzes gesammelte flüchtige Oel (Guajacen). Es wird in weingeistiger Lösung zum E in ' reiben bei Rheuma angewendet. Spiritus Guajaci s. guajacinus, Guajak-Geist ist das filtrirte Destillat aus der trocknen Destillation des Guajakholzes, nachdem das Destillat von dem dara schwimmenden Guajacen befreit ist. Tinctura Guajaci ligni, Tinctura Guajaci resinae sollen mit Glycerin genwac ihren unangenehmen Geschmack verlieren und daher besser zu nehmen sein. Guajacurn. 511 (1) Anatherina. I. Anatherin - Mundwasser. Anatherine. Eau pour la boucho. fy Tincturae aroniaticae 20,0 Tincturae Guajaci ligni 100,0 Tincturae Pyrethri radicis Tincturae Ratanhae Tincturae Eosae petalorum recentium ana 50,0 Spiritus Cochleariae 30,0 Olei Cassiae cinnamomeae Olei Sassafras Ligni ana 2,5 Olei Neroli 1,0 Olei Menthae piperitae 1,5 Vanillae minutim concisae 10,0 Spiritus Vini Aquae Rosae ana 1000,0. "lisce, sepono per dies octo loco frigido, tum filtra. , Von diesem Präparat werden 1—2 Iheelöffel mit '/* Glase lauwarmem Wasser vermischt, um mit dieser Mischung uen Mund auszuspülen. Diese Vorschrift entspricht einer von * 1 ager unternommenen Untersuchung eines pariser oder Wiener Präparats, welches von den Damen gern gebraucht wurde. ~ j e Stolle des Etiquotts, auf welchem die ezugsquelle verzeichnet war, war ram- P°nirt und nicht zu entziffern. Geruch Q d Geschmack waren äusserst angenehm. tatt der Tinctura Eosae petalorum reoen- i'Jm kann halb soviel Tinctura Rosae pe- "'orum siccatorum oderTincturaGallarum genommen werden. IL Anatherin-Mundwasser nach Polak und Stobder. R/ Tincturae Myrrliae 160,0 Tincturae Catcchu 80,0 Tincturae Guajaci Tincturae Ratanhae ana 40,0 Tincturae Caryophyllorum 30,0 Spiritus Cochleariae 20,0 Olei Cinnamomi guttas 20 Olei Rosae guttani 1 Spiritus Vini Aquae destillatao ana 315,0. Misce agitando et post aliquot horas filtra. (2) Mixtura cum Resina Guajaci. IV Resinae Guajaci 10,0 Tincturae Quillajao 15,0 Glycerinae 30,0 Aquae destillatae 130,0. M. D. S. Unigeschüttelt 2—3 stündlich einen Esslöffel voll. (3) Pilulae guajacinae Pharmacopooae militaris. Resinae Guajaci 10,0 Saponis medicati 6,0 Stibii sulfurati aurantiaci 0,75 Spiritus Vini q. s. . Fiant pilulae ponderis 0,12. Lycopodio conspergantur. D. S. Morgens und Abends 10 bis 15 Pillen. IV M tur Holztropfen, Holztinktur, Essentia lignorum, Königseer Fabrikat, eine Tinc- r aus Species lignorum (1:5) mittelst verdünnten Weingeistes dargestellt und mit li iToc. Oleum Sassafras aromatisirt. nnii 1 ? aiser "Zahmv*asser, Goldmann's. 75g einer Mischung aus Guajakholztinctur a Bens 50gtinctur (1 Mark). (E. Geissler, Analyt.) a . ^"Jn Killer, Pkrry Davis', eine Mischung aus 20g Kampherspiritus, 20g Cap- »mumtmetur und 100g Guajakharztinctur. Carsch (Essen), sind vom Harze befreite Oi • ?® ini S un gsthee, Jerusalemer, von «uajakholzspäne. (Schaedlbk, Analyt.) Salztropfen, Salztinetur, ein Königseer Fabrikat, eine Tinctur aus Species lig- i'Um (1:5) mittelst vordünnten Weingeistes, versetzt mit 1 Proc. Ainmouum car- '; meum pyrooleosum, 20 Proc. Tinct. kalina, 4 /s Proc. Ol. Sassafras und % Proc. Peru- •wsain. Die Mischung wird nacli einigen Tagen filtrirt. SoHLUMBBR&EJt'a Thce. r- Ligni Sassafras 30,0; Radicis Satsaparillae 15,0, Spe- erum hgnorum 90,0; Foliorum Sennae 7,5; Ligni Santali rubri 15,0. M. f. species. Sohlumberger's Salbe, r- Herbae Absinthii pulveratae, IihizoroatisCalami Pulverati ana 20,0; Ligni Santali rubri pulverati 5,0; Axmigiae Canis arteficialis200,0. ")■) D. ad ollam. Es wird auch der SoHLUMBESOBR'sohe Thee gepulvert und mit Fett v ermischt. , Zahntlnctur, Dr. John Barel's, besteht aus 4 Flaschchen mit je 2,7g Guajak- ''•ivztinctur im Etui nebst Gebrauchsanweisung, einem kleinen 1 orzellamiapfchen und iw ei loderstücken mit kleinem Bart. 512 Guano. Guano. Die Guano-Arten sind entweder erdige oder ammoniakalische. Nur letztere sind für den medieinischen Gebrauch verwendbar. Wenn Peru-Guano zu erlangen ist, so verdient dieser den Vorzug. Ihm ziemlich ähnlich oder verwandt sind Angamos-Guano und Lobos-Guano, zwei Peruguano-Arten, von welchen die erstere von geringerer Lagerungszeit ist, die andere auf der Insel Lobos gefunden wird. Mit letzterem Namen belegt man auch wohl den Guano auf den Chinchas-Inseln. Nicht mediciniseh verwendbar sind die erdigen Guanos, welche auch mehr als 40 Proc. Asche ausgeben, z.B. Sombrero-Guano mit 75 bis 90 Proc. Phosphaten, der ihm sehr ähnliche Navassa-Guano mit 70—80 Proc. Phosphaten, Baker-Guano mit 75 — 85 Proc. Phosphaten, der ähnliche Mejillones-Guano aus Bolivia und die Australischen Guano-Arten. Zur Bestimmung der Phosphorsäure im Guano empfahl Gilbert vor mehreren Jahren die Guanosorte behufs Zerstörung der organischen Substanz mit Natriumcarbonat und Kaliumchlorat zu schmelzen, um gleichzeitig die Bildung von Pyrophosphorsäure zu verhindern. Schumann (Zeitschr. f. analyt. Chemie, 1875 S. 301) hielt dagegen die Zerstörung der organischen Substanz für völlig überflüssig, sobald man sich der sogenannten Molybdänmethode bediene. Er empfiehlt 10 g der gepulverten Substanz in einem 0,5-Litr.-Kolben mit etwa 100 CC. Wasser und 40 CC. Salpetersäure von 1,18 bis 1,20 spec. Gewicht eine halbe Stunde zu kochen. Nach dem Verdünnen mit Wasser bis auf etwa 400 CC. lässt man abkühlen, füllt nun bis 500 CC. auf, filtrirt und bestimmt in 25 CC. des Filtrats die Phosphorsäure mittelst der Molybdänsäure in bekannter Weise. Da hierbei nur Spure» von Kieselsäure gelöst werden, so ist das zeitraubende Eindampfen zur Absehe 1 ' düng derselben nicht erforderlich. Als Beleg für die Genauigkeit dieses Verfahrens giebt er an, bei der Bestimmung mit Molybdänsäure nach der Schmelz methode und der directen Lösung mit Salpetersäure folgende Resultate erhalte 11 zu haben. Schmelzmethode Mejillonesguano 35,72 Proc. P 2 0 5 Bakerguano 32,78 „ „ Enderburyguano 38,00 „ „ Maidenguano 34,35 „ „ Im CuraQao-Guano fand H. Steffens Jod, denn beim Aufschliessen «" Säuren entwickelten sich violette Dämpfe. Franz Hulwa fand in diesem Guano in Stücken gemahlen Proc. Phosphorsäure 39,913 40,545 Kalkerde 51,255 50,874 Eisenoxyd 0,388 0,216 Thonerde 0,197 0,164 Der Ichaboe-Guano kommt von den Ichaboeinseln an der südweBtlicö Küste Afrikas. Der Stickstoff ist zum Theil in Form organischer Stoffe da * vertreten. Um das daraus sich bildende Ammon zu binden, ist der ^ usa in von Schwefelsäure nothwendig. B. C. Niederstadt fand in einer Probe Procenten: Direct gelöst 35,67 Proc. P 2 0 5 32,79 , „ 38,08 „ 34,30 Guano. — Guanin. — Guarana. 513 21,040 Phosphorsäure, lösliehe 8,130 1,524 Phosphorsäure, unlösliche 3,120 0,648 Organische Substanz 21,458 3,350 Schwefelsäure 20,330 1,400 Wasser 15,750 3,250 Kalkerde Ferrioxyd Magnesia Sand Kaliumchlorid Natriumchlorid Die organische Substanz enthielt 7,99 Proc. Stickstoff, davon 2,89 Proc. als Ammon (Landw. Vers. St. 24, 269). •«iiaiiin (C B H s N 3 0), ein Bestandteil einiger Guanosorten und der Kreuzspin- ne nexcremente. Es findet sich auch in Pankreasdrüse und Leber der Säugethiere, 111 den irisirendeu Massen der Fischschuppen, der Schwimmblase, (in der Perlessenz). Zur Darstellung wird die mit Kalkmilch hergestellte Peru-Guano-Abkochung ffil _t Essigsäure gefällt, das mit Harnsäure gleichzeitig abgeschiedene Guanin mit Weisser Salzsäure gelöst, aus dieser Lösung mittelst Ammons gefällt und end «eh durch Auflösen und Fällen gereinigt. Es bildet ein farbloses, amorphes, geruch- und geschmackloses, in Wasser, Weingeist und Aether unlösliches, aber in Säuren und Alkalilösungen lösliches Pulver. Erhitzt zersetzt es sich erst bei 200 ° C. Es ist eine zweisäurige Base " n( * giebt daher zwei Reihen krystallisirender Salze. Durch Kaliumchlorat und a 'zsäure geht es in Guanidin, Parabansäure und Kohlensäure über. Mit Salpe- ersäure eingedampft hinterbleibt Xanthin und ein Nitrokörper, löslich in Aetz- kalilauge oder Ammon mit dunkelgelbrother Farbe. Kaliumhypermanganat verändert es in Harnstoff, Oxalsäure, Oxyguanin, welches letztere sich dem Guanin z 'emlich ähnlich verhält. Nach Stefano Capranico unterscheidet sich das Guanin vom Xanthin Ou Sarkin durch den Niederschlag mit Pikrinsäure, welcher unter dem . oskop pinselförmige, farnkrautahnliohe Gebilde erkennen lässt. Sarkin bildet Jt Pikrinsäure gelbliche Nadeln. Mit Kaliumchromat bildet Guanin orangerothe •Kroskopische prismatische Krystalle, während Xanthin und Sarkin mit Kalium- romat sehr leicht lösliche Verbindungen bildet. Ebenso giebt Guanin mit Ka- jwnferricyanid einen gelbgrauen krystallinischen Bodensatz, Xanthin und Sarkin a ber nicht. (Zeitschr. d. physiol. Chem. 4, 233.) Perlessenz, Essence d'oricnt, wird aus den Schuppen der Weissfische fCypri- nu f atöurnwj dargestellt, indem man die Schuppen mit Wasser schüttelt und * ei bt, dann die schleimige silberglänzende Flüssigkeit absondert und diese mit Ammon und wenig Boräther versetzt. Zum Gebrauch wird die Masse mit Hau- oenblasenlösung gemischt. Guarana. Guarana (spr. guarana) wird im warmen Amerika arzneilich viel gebaucht, und gilt daselbst als ein sehr werthvolles Medicament. Vergl. Handb. B(1 - II, 57. . Extractum «uaranae flnidnm, Gnaranaflnidcxtract. 1000 Th. Guarana, m e m grobes Pulver verwandelt, werden mit 200 Th. Glycerin und 300 Th. £ e still. Wasser gemischt 24 Stunden im Wasserbade bei geschlossenem Ge mss digerirt, hierauf mit 500 Th. Weingeist versetzt und einen Tag bei 50 bls 60« C. digerirt. Dann wird nach dem Erkalten flltrirt, das Filtrat reservirt, Hager, Pharm. Praxis. Suppl. 33 514 Guarana. der Rückstand mit 1500 Th. eines 60proc. Weingeistes einen Tag digerirt, nach dem Erkalten colirt, dann die Colatur filtrirt, dieselbe durch Destillation und Abdampfen zur derberen Syrupdicke eingeengt und in dem reservirten Filtrat gelöst. Beträgt diese Lösung mehr als 1000 Th., so ist sie durch Abdampfen bis auf 1000 Th. zu reduciren, beträgt sie weniger, so wird sie mittelst verdünnten Weingeistes auf dieses Quantum gebracht. Man lässt das Extract eine Woche sedimentiren und decanthirt dann, den Rest filtrirend. Behufs Bestimmung des Coffeingehalts werden 5 g mit 2 g pulvrigem Kalkhydrat, 5g Bleioxyd und 10g Wasser gemischt, im Wasserbade erhitzt, dann 15 g Kaliumsulfat zugemischt, ausgetrocknet, zu Pulver zerrieben und mit einem Gemisch aus Aether und Chloroform, wie weiter unten angegeben, behandelt. Die Bestimmung des Coffeingehaltes in der Guarana (Handb. II, S. 57) ge- schieht nach Mulder und Dragendorff zweckmässig in folgender Weise: 5,0g der gepulverten Guarana werden mit Wasser bei 100 ° C. extrahirt, die Auszüge gemischt, filtrirt, nach Zusatz von 2,0 g gebrannter Magnesia und 5,0 g Glaspulver zur Trockne abgedampft. Der Verdampfungsrückstand wird gepulvert, unter mehrtägiger Maceration wiederholt (3—4 mal) mit je 60 CC. Aether erschöpft, der Aetherauszug (decanthirt und. filtrirt) im tarirten Glaskolben ab- destillirt und zuletzt der Rückstand ausgetrocknet und gewogen. Das Unangenehme dieser Methode ist die zu grosse fast 350 CC. betragende Aethermeng e r welche erforderlich ist. Da in den wässrigen Auszug kleine Mengen Fett übergehen können, so ist es besser den wässrigen Auszug bei Wasserbadwärme bis zur Syrupdicke einzuengen mit lg pulvrigem Aetzkalk und 1,5g gebrannte' Magnesia zu mischen und eine halbe Stunde zu digeriren, dann 15 g gepulvertes Kaliumsulfat dazuzumischen und das Ganze zu einer staubigen Masse ausz«' trocknen. Dieselbe zu Pulver zerrieben wird nun auf dem Deplacirwege m 1 einem Gemisch aus 30 CC. Chloroform und 60 CC. Aether (welches Genüse' 1 aber total wasser- und weingeistfrei sein muss) extrahirt. Um das Gemisch 'i& deshydratisiren und zu desalkoholisiren muss es mit völlig trocknom Kaliumacet» geschüttelt werden. In einem tarirten Kölbchcn wird der Aether-Chloroforniaus- zug unter allmählich vermehrter Erhitzung des Wasserbades der Destillation o*" terworfen, das Kölbchen nun geöffnet und weiter erhitzt, bis ein in den B* s desselben gestecktes Bäuschchen Fliesspapier nicht mehr feucht wird. Der R uC stand ist Coffein in wasserfreier Form. Durch das Gewicht des Kölbchens laf sich die Menge leicht bestimmen. Wäre es etwa dunkel an Farbe und ersehe) es sehr unrein, was zuweilen vorkommen kann, so löse man es in absolute Weingeist, filtrire und dampfe es in gleicher Weise zur Trockne ein. Ein halt von 3,5 Proc. Coffein deutet auf eine gewöhnliche, ein Gehalt von 5 P r0 ' auf eine gute Waare. , r Der Operationsgang kann sehr vereinfacht werden, wenn man 5 g der grob gepulverten Guarana mit 20 CC. heissem Wasser und 10 CC. Weingeist umgössen auf ein halbes Volumen einkocht, dann mit 3 g pulvrigem K alk1 ^' V gemischt einmal damit aufkocht und hierauf mit 5 g Bleioxyd und 10 CC " e " geißt durchmischt und digerirt, nach einer halben Stunde endlich mit 15 S »^ pulvertem Kaliumsulfat versetzt und eintrocknet. Im Uebrigen extrahirt in» wie oben angegeben mit Aether-Chloroform. Hierbei ist es wesentlich, dass < fette Oel vor der Extraction eine vollständige Verseifung erfahren hat. Ein von Greene (Amerik. Journ. of Pharm. Vol. 49, S. 337) ang^ benes Er beno Verfahren ist so umständlich, dass man wohl davon absehen kann dabei ebenfalls Bleioxyd. } . Ein Arzt in Oesterreich hatte Guarana von Grimatjlt & Co. in P» r1 ^ ^ zogen und damit einen hartnäckigen, fast zur Raserei treibenden Kopfscn» her Guarana. — Guttapercha. eines 18jährigen chlorotischen Mädchens nach zwei Gaben beseitigt. Er unterrichte dieses Mittel, welches er für eine Geheimmischung hielt, mit seinen Sinneswerkzeugen und ersetzte es durch eine Mischung aus 0,35 Chininsulfat, 0,14 Opium und 3,0 Zucker, welche Mischung er in 4 Theile theilte, und konnte er durch Einführung von 2 Theilen im Verlaufe einer Stunde gleiche Heilerfolge erzielen, obgleich Guarana in Oesterreich officinell ist, so wusste dieser Artzt nichts davon, er hat aber bewiesen, dass sich die Guarana durch eine Mischung von Chi- ni nsulfat und Opium ersetzen lässt (pharm. Centralh. 1876, S. 199). . Elixir Gnaranae, Elixir Paulliniae, wird durch 3-tägige Digestion bebtet aus: grobgepulverter Guarana und Glycerin von jedem 20,0, Weingeist und destillirtem Wasser, von jedem 35,0, Pomeranzen- ^halenöl 15 Tropfen und Zimmtöl 5 Tropfen. Die zwei Tage an einem *jinlen Orte beiseite gestellte Flüssigkeit wird filtrirt. Dieses Elixir wird wie dle Tinctnr gebraucht.___________ Paullinia pinnata Linn., Timbo, ein Schlingstrauch, in Südamerika einheimisch. f Cortex Paulliniae pinnatae radicis, Timbowunelrinde, Timbo, Ciirnra- *P e > Wurzelrinde der gefiederten Paullinia, welche unter den Paullinia-Arten als le giftigste angesehen wird. Diese Rinde ist von gelblichgrauer Farbe und ei gt auf dem Querschnitt eine äusserste Lage Korkzellen, in der Mittelschicht J*freute Steinzellen, eine dicke Innenparenchymscliicht mit Zellen, welche mit ^ärkemehl angefüllt sind, dann Reihen Harzzellen, Bastbündel und Markstrahlen. er Geruch ist angenehm gewürzhaft, moschusartig. Die Pulverung dieser Rinde ist schwer auszuführen. In Wasser eingeweicht •nimt sie die dreifache Menge ihres Gewichtes Wasser auf, daher dient sie zu Kata- P asmen bei Leberleiden. Wenn in Folge der Anwendung ein Haut-Ausschlag n «eht, so muss mit den Kataplasmen cessirt werden. Stanislaus Martin fand in der Rinde ein krystallisirbares Alkaloi'd, Tim- DoI n, ferner Harz, Gerbsäure, flüchtiges Oel etc. Die Blätter und der Saft derselben werden wie die Abkochung der Rinde s Wundmittel angewendet. Martius war der Ansicht, dass dieser Saft bei ydrophobie, Tiefsinn, Geistesstörungen, Amaurose Heilerfolge gewähren dürfte. lnm A ™*" Migraine -Geist, Krausser's, ist Guaranatinktur, mit dem doppelten Vo- men wproc. Weingeist verdünnt. Guttapercha. ^ L Guttapercha (Guttapertscha) liefernde Isonandra Gutta Hooker (Handb. *• D> S. 62) wird jetzt von den Botanikern Dichopsis Gutta (Bentham) geeint. Dieser Baum soll in seinem Mutterlande in Folge der rohen Einsamm- "ngsweise der Guttapercha nur noch in wenigen Exemplaren anzutreffen sein. ^ s existiren noch eine Menge Dichopsis- Arten und wird man hoffentlich zu einer vernünftigen Cultur derselben schreiten. Im Archiv der Pharm. 1880 nndet sich ein ausreichender Bericht über Guttapercha von Murton, Inspector es botanischen Gartens zu Singapore. Nach einem Berichte W. H. Preece's hält sich Guttapercha in Wasser unbegrenzte Zeit hindurch unverändert, dagegen wirken Luft, Wärme, Licht direct lm Contact mit Guttapercha zersetzend und oxydirend, unter Bildung von Harzen. 33* 516 Guttapercha. Ralata. Unter den Insecten ist es die Templetonia crystallina, welche in einigen Meeresgegenden in grossen Schwärmen vorkommt und die Guttaperchaschicht der unterseeischen Kabel abnagt (Scient. Amer. 42). Murton erwähnt 5 Guttaperchasorten Hinterindiens, wie Gutta-soosoo, Gutta-taban, Gutta-rambong, Gutta-singgarip und Gutta-putih- sundek, von welchen die beiden letzteren den billigsten Einkaufspreis zu Perak und Salangor hatten und zwar pro kg 1—2 Mark. Die erste Art, Gutta-soosoo wurde (1879) das kg mit 3— 3,30 Mark bezahlt. Diese aus Perak kommend ist nicht mit der gleichnamigen Art, von Borneo kommend, zu verwechseln, welche dem Kautschuk nahe steht \ind mit rubber bezeichnet wird. Die Mutterpflanze der Art aus Perak, eine Diopsis - Species, soll ziemlich vertilgt sein. Gutta-Akolian wird von Isonandra Motlcyana (Java, Sumatra) entnommen. Charta Guttapercha, Gutta Percha foliacca s. chartacca, Gutta-Percha-Papifr» dem Papiere ähnliche braune, durchscheinende Lamellen aus Guttapercha wird von sehr schöner Beschaffenheit von der Firma Baeümcher & Co., Gumnii- Waaren-Fabrik zu Dresden, in den Handel gebracht. Es ist von verschiedene 1. Stärke, circa 92 Ctm. breit liegend und in allen Längen, wie es gefordert wird. Der Preis entspricht dem Gewichte, pro kg der Extrasorte zu 26 Mark, Prima-S« zu 20 Mark, Secunda-S. zu 16 Mark. Cllloro-Percha nannte man früher in England die chloroformige Lösung der Gutta-Percha (das Traumaticin). Gewebe, electro-magnetisches, ein mit Guttapercha überzogenes Baumwollen- gewebe. Das von der Appretur befreite Gewebe wird mit einer Leinöl enlha'- tenden Lösung der Guttapercha in Schwefelkohlenstoff, versetzt mit etwas Euca- lyptusöl, auf beiden Seiten überstrichen. Da Guttapercha leicht electrisch wird> so genügt es, den leidenden Theil des Körpers mit diesem Gewebe zu bedecken und dieses mit Seide oder Wolle schnell zu reiben. Dass dieses Gewebe auch durch Guttaperchapapier ersetzt werden kann, ist selbstverständlich und * ir dieses auch gewöhnlich abgegeben, wenn es unter obigem Namen verlangt w' rd ' Gewebe, gas- und wasserdichtes; Gas- und wasserdichter Zeugstoff, Hein» 1011 Hirzel's (patentirt), dient zu Membranen für Gasdruckregulatoren, zu Beute und Säcken für trockene Gasuhren und zur Herstellung von trockenen Gasbeh' 1 tern. Zwischen zwei Stücke eines dichten Stoffes, z. B. Shirting, der nicht ap' pretirt ist, wird ein Stück Guttapercha - Papier gelegt, und das Ganze dann i> sehen heissen Walzen hindurch geführt. Der so hergestellte Stoif wird dur c einen Ueberzug von Copallack auf beiden Seiten noch widerstandsfähiger gemäß Vnlkanit wird wie Ebonit (S. 227) dargestellt und stimmt mit diesem »ac Art und Beschaffenheit überein. IL (Handb. Bd. II, S. 65.) Die Balata oder Ballota liefernde Ä^'jj Muelleri, Mimmops Balata Gaertnbr, Achras Balata, Achras disseeta, j> an den Ufern des Orinoco und des Amazonenstromes in Menge vegetiren. Milchsaft dieses Baumes (Bully-tree) wurde vordem von den Eingeborenen Nahrungsmittel benutzt. Jeder Baum soll jährlich 0,3 — 0,5 kg Balata l,ete m '. Der beim Anschürfen der Rinde ausfliegsende Saft wird in Holzgefässen S eS ^ melt, später durch Kneten gereinigt und in Platten ausgewalzt. Balata manche Vorzüge vor Guttapercha. Sie ist geschmacklos-, riecht erwärmt n unangenehm, lässt sich schneiden, wie Leder biegen und ist etwas elastisc > auch ein besserer Isolator für Wärme und Electricität als Guttapercha. Guttapercha. Chicle. Massaranduba. 517 «iner Wärme von 40 bis 50° C. wird sie plastisch und knetbar; doch schmilzt sie erst bei 150° C. Ausgetrocknet ist sie völlig löslich in Schwefelkohlenstoff und Benzol, auch in heissem Terpenthinöl, nur theilweise in Weingeist und Aether. Gegen Aetzalkalien und conc. Salzsäure verhält sie sich ziemlich indifferent. Conc. Salpetersäure und conc. Schwefelsäure wirken dagegen zerstörend ein. Achras Sapota Linn. im südlichen Amerika liefert in der Rinde, Cortex Sapotae, ein Chinarindensubstitut, und in den Früchten die wohlschmeckenden Sapotille-Pflaumen. Das spec. Gewicht der Balata ist 1,040—1,045. III. Chicle, Chicle-fiummi, Mexicangum, Sapota, ist ein der Balata nahestehender Körper, welcher wahrscheinlich einer Sapotacee entnommen wird. Die Balata kommt meist aus Englisch-Guiana, Chicle aus Mexiko in den Handel. Einige behaupten, dass Balata und Chicle einem und demselben Baume entnommen werden. Das von Endemann und Prochazka (The Druggist's Circ. and ehem. Gaz. 1880) untersuchte Chiclegummi bildete chocoladen- und fleischfarbene Kuchen, Reiche zwischen den Fingern zerbröckelten, dabei jedoch einen gewissen Grad Fähigkeit und Plasticität erkennen Hessen, welche letztere Eigenschaften in der "arme mehr hervortraten. Beim Erhitzen entwickelte sich zuerst Caramelgeruch, ann der Geruch des schmelzenden Kautschuks. In siedenden verdünnten Säuren lf d es zersetzt unter Bildung von Oxalsäure und Glykose. Die mit Säuren ehandelte Masse wurde durch verdünnte Aetzalkalilösungen wieder zu einer teilen Masse. Chiclegummi wurde zusammengesetzt gefunden aus: 75 Proc. der Harz- ™asse, 9 p roc> Kalkoxalat mit etwas Kalksulfat und Phosphat, 10 Proc. Arabin, "roc. Zucker und 0,5 Proc. in Wasser löslichen Salzen, Farbstoff. Diese Zu- aramensetzung lässt annehmen, dass Chicle nur der eingedampfte Pflanzensaft • Da das reine Chiclegummi in Schwefelkohlenstoff und Aether völlig löslich > so kann das rohe von den Beimischungen auch leicht befreit werden. Diese „^ un S ist gelb, der unlösliche Rückstand dunkel chocoladenfarben. Wird der y wefelkohlenstoff zum grösseren Theile abdestillirt und die dickfliessende Sub- anz m Wasser gegossen, so erhält man eine in Wasser untersinkende, undurch- cütige, fleischfarbene, erkaltet wie Wachs consistente und, so lange es noch Schwefelkohlenstoff enthält, etwas elastische Masse, welche aber bei 100° C. ausgetrocknet spröde ist, ein körniges Aussehen und innen eine blassgelbe, aussen e jue bräunliche Farbe hat. Mit nur wenig Schwefel vulkanisirt wird es gut plastisch, mit vielem Schwefel aber spröde. Ausführliches hierüber findet man ln " er Deutsch-Amerikanischen Pharmaceutischen Zeitung 1880. B r .??' Minusops elata (Planchon?), ein mächtig grosser Baum, eine in rasihen einheimische Sapotacee. na , ssaran d«ba, Snccus Massarawlubae, der eingetrocknete Saft des vorbe- au 6D Baumes, welcher zugleich auch ein vortreffliches Bauholz liefert. Der 8 den Einschnitten ausfliessende Milchsaft ist angenehm von Geschmack, ausist nahrhaft und wird daher auch wie Kuhmilch gebraucht. Eingetrocknet etert er eine der Balata ähnliche Substanz, welche meist als Guttapercha oder b a uts c huk in den Handel kommt. Sie ist weisslich, porös und auch hart, wird ei . £ mer niedrigeren Temperatur weicher als Guttapercha und bleibt auch länger eich, klebend und elastisch. Von conc. Schwefelsäure wird sie vollständig gelost. 618 Guttapercha. — Gutti. (1) Lacca Guttaperchae ad documenta et literas. Documenten-Lack. Lack oder Firniss für Schriftstücke. IV Guttaperchae minutim concisae et leni calore aiccatae 10,0. In lagenam capacitatis litrae dimidiae ingestis affunde Olei Lithanthracis rectificati levioris Benzoli lithanthracini ana 50,0 Alcoholis Sulfuris 40,0 Olei Eucalypti citriodori 20,0. Macera, donec solutio Guttaperchae effecta fuerit. Liquor sedimentando clarificatus ea quantitate Benzoli niisceatur, ut in- dumentum chartae impositum satis cras- suri sit. Dieser Lack dient zum Ueberziehen von Documenten und Schriftstücken, um sie gegen Feuchtigkeit und die Einwirkung von sauren und alkalischen Stoffen unempfindlich und fest zu machen. Sie müssen vorher durch Austrocknen von anhängender Feuchtigkeit befreit werden. Auf den Lacküberzug lässt sich schreiben. Für Schriftstücke, welche über das Meer gesendet werden, dürfte sich dieser Lack besonders empfehlen. (2; Vernix guttaperchata ad corium. Lederfirniss. Wasserdichtmachende Lederschmiere. * Guttaperchae siccatae 100,0 Olei Lini 800,0. Calefaciendo fusis et mixtis adde Olei Lithanthracis rectificati levioris Vermcis copalinae ana 100,0. Si vis, pigmenta uti fuliginem e taeda, Ochram rubram, flavam, Umbram, Ultra - marinum, Cinnabarem antea siccata et cum oleo Lini tenerrime contrita addere potes. (3) Vernix ad texta gossypina et lintea- Wasserdichtmachcnde'r Firniss für Gewebe. Ijc Guttaperchae partem 1 . Vernisii Lini (vel Olei Lini coew partes 9 ad 11. Calefaciendo liquandoque fiat mixtur»» quae per linteum fundatur. Outti. Werthbestimmung des Gummigutts. Eine solche ist nothwendig, wenn e9 als Arzneisubstanz Anwendung finden soll, und wäre nur die Waare zulässig) welche mindestens 70 Proc. Harz (Gambogiasäurc) enthält. Schlechte o de verfälschte Waare enthält weniger als 70 Proc. Harz. Costelo untersuchte v0 einiger Zeit Gummigutt und fand in den Klumpen 67,6, in den Röhren 71V > in dem pulvrigen Gummigutt 76,6 Proc. Harz. Die Differenz der Wirkung^ von Substituten oder verfälschter Waare oder von Gummigutt mit 50—60 1 * ^ und solchem mit 80 Proc. ist wahrlich keine unbedeutende. Liegt es do in dem Wesen der Pharmacie, dem Arzte Sicherheit in der Dosirung zu _S e * a ren und dies kann im vorliegenden Falle um so eher geschehen, als ^ ie ^Tj,. Stellung eines vollgehaltigen Gummigutts keine Schwierigkeiten bietet. D* 3 W1 tige wäre die Einführung einer ResinaGuttidepurata. u. Zur Bestimmung werden 5,0 des in Pulver verwandelten und gehörig du mischten Gummigutts mit absolutem Weingeist behandelt, welcher das Harz Wird die Waare zu geringhaltig befunden, so ist Harz abzusondern und Pulver des Gummigutts bis über 70 Proc. beizumischen. Das Harz in P ul g g . Form mit 3 / 4 seines Gewichtes 10 proc. Aetzammon und ebensoviel Wasser b mischt und erwärmt muss eine fast klare dunkelrothe Lösung geben, wel °-^t. Barvumchloridlösung wieder einen dunkel ziegelrothen Niederschlag aUS ?! ti g a (Vergl. auch Archiv der Pharm. 1879, Decemberheft 553.) Die weingeis Lösung muss sich mit Ferrichlorid tintenartig färben. Cathartic Pills, Ayer's i. q. Ayer's Pills, Handb. Bd. II, S. 68. ^ QX , Kaiserpillen (der Königseer Olitäten). Man hat zu denselben ^'^„idi» Schriften gegeben, z. B. Yf Resin. Jalapp. 40,0; Calomel. 35,0, Aloes, Coiocyi Gutti. — Gynocardia. 519 ana 20,0; Gutti 10,0; Cinnabaris 7,5, Fuliginis e taeda 5,0; Saponis 50,0. Fiant pilulae ponderis 0,125g. — Eine andere Vorschrift giebt selbst Oleum Crotonis an. — Man \ergl. auch die Vorschrift im Handb. Bd. II, S. 68. — Diese Pillen sind unbedingt eine giftige Arznei, welche nicht im Handverkauf, und in keinem Falle von den herumstreichenden Olitätenkrämern verkauft werden sollten. Dass viel Unheil mit diesen Pillen angerichtet ist, könnte der Verf. dieses Ergänzungsbandes durch mehrere Beispiele nachweisen. Magen- und Gallen-Pillen stimmen mit den Kaiserpillen ziemlich überein. (.Hager, Analyt.) ^ Reinigungspillen, Dr. Lang's (München). 5,0 Hydrarg. sulf. nigr.; 1,0 Gutti; 0,5 «ad. Althaeae und Gummi Arab. 48 Pillen = 9,0g (2,10 Mk.l (Wittstein, Analyt.) Wasserpillen (der Thüringer Olitätenkrämer). Der Name ist entstanden wegen uer wässrigen Stuhlgänge nach dem Gebrauch der Pillen. Als Wasserpillen werden ai e vorhin erwähnten Kaiserpillen abgegeben. Gynocardia. Gynocardia odorata R. Brown, Chaulmoogra odorata Roxburgh, Hydnocarpus odoralm Aiton, wohlriechende Stachelfrucht, ein sehr grosser Baum Ostindiens, der Familie der Pangiaceen Endliciier's angehörend. I- Semen Gynocardiac, Semen Ckaulinoograe (Cliaulmugrae), Grana Chaulmoo- | ra e (.Tschahlmugrakörncr), Chaulmoograsamen, Stachelfruchtköriier (Ta-fung-tze, Lu- Krabo), die Samen der reifen Früchte. Sie sind 2 >5—3 Ctm. lang, 1,3—1,5 Ctm. breit, fast eiförmig und in Folge gegenseitigen Druckes in der rucht etwas kantig. Das Gewicht eines Samens lst durchschnittlich 2 g. Die Samenhaut ist glatt, «unkelgrau, sehr dünn und zerbrechlich. Das Al- Umen ist gross und ölreich und schliesst ein Paar gi'osser flacher blattartiger herzförmiger Cotyledonen und ein voluminöses Würzelchen ein. (Flückiger, «Anbury). Stärkemehl ist nicht vorhanden. Eine Verwechselung mit den Samen anderer ■hydnocarpus- oder Gynocardia- Arten soll nicht Utfll.oa. ^gewöhnlich sein und wäre bei der Bestimmung der Samen die Länge und Breite zunächst die Aufgabe, unter der Berücksichtigung, dass die Chaulmoo- grasamen halb so breit als lang sind. Die Samen von Hydnocarpus Wirjhtiana "LrjME sind stark stumpfkantig. Die Samen von Hydnocarpus venenata «AERTNER sind vielleicht ebenso giftig wie die Frucht. Die Samen sind rinnen- ,rm ig-gefurcht und an den Rändern runzelig, während der officinelle Samen glatt und glänzend ist. Wirkung und Anwendung. Diesen Samen schreibt man in Ostindien und ^ m südöstlichen Asien tonische und sogenannte haemokathartische Wirkung zu, daher gebraucht man sie von der äusseren Schale befreit in Form des Pulvers, ein er Pasta oder Emulsion bei Skrofeln, Lepra (Hautausschlag) jeder Art, auch gegen Rheumatismus, Auszehrung, Blutleere. Um den Handel mit dieser Waare und dem daraus ausgepressten Oele den Markt zu öffnen, ist wohl keine Krankheit übrig geblieben, gegen welche das Mittel nicht empfohlen worden ist. Man betrachtet es als vegetabilischen Mercurius und somit musste es auch bei seeun- därer Syphilis und Leprosis heilsam sein. i'ig. 73. Semen Gynocardiae. 520 Gynocardia. — Haematoxylon. Gabe: 0,3 — 0,4—0,6 drei- bis vierstündlich unter allmählicher Steigerung bis zu 1,0. II. Oleum Gynocardiae, Oleum Chaulmoograe, Sebum Chaulmoograe, Cb.au!» moograöl (Tschahlmugraiil), das durch warme Pressung aus dem Chaulmoogia- samen gewonnene Fett. Es ist bei mittlerer Temperatur starr, weich und körnig, wenig starrer als Gänsefett (nach Anderen fast so starr wie weiches Rindertalg, was mit meinen Untersuchungen nicht übereinstimmt, Hager). Die Farbe ist blassgelblich oder graugelblich. Es schmilzt bei 35 — 40° C. und erstarrt erst bei 15° C. In Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Benzol ist es völlig, in Aether zum grösseren Theile, wenig und auch nur theilweise in Weingeist löslich. Mit einem gleichen Volumen Schwefelsäure Übergossen und durchrührt erfolgt eine rothgelbe, dann schnell himbeerrothe, endlich eine röthlich-braune bis röthlich-dunkel- braune Färbung. Die Mischung nimmt Salbenconsistenz an. Mit Kupfer, Salpetersäure von 1,185 spec. Gewicht im Contact am lauwarmen Orte erfolgt kein» Farbenreaction und die Oelschicht ist gelb, zuletzt dunkelgelb (und schäumend). Spec. Gewicht 0,955—0,958. Dieses Oel ist ein an der Luft etwas eintrocknendes Fett. Es wird zu Einreibungen gebraucht bei allen den Krankheiten, für welche auch die Samen ein Heilmittel sein sollen. Le Page hat eine Brochure g e ' schrieben, in welcher dieses Oel sogar an die Spitze aller Medicamente gestellt wird. iv Ungnentum Gynocai'diae. I. Unguentum Chaulmoograe. Olei seminis Gynocardiae odoratae 10,0 Cerae flavac 2,0 Vaselinae 8,0. Leni calore misce et usque ad refrigera- tionem agita. II. Unguentum Gynocardiae Mons. IV" Olei seminis Gynocardiae odoratae 10,0 Paraffinae (vel Ozokeritae) 5,0. Leni calore misce etc. Diese Vorschrift wird auch mit Paraffinae et Ozokeritae ana 5,0 angegeben, z. B. in der Zeitschrift d. österr. Apoth.- Vereins. In der pharm. Zeitung sind die Bestandteile in einem Verhältniss vo» 2:1:5 angegeben. Paraffin und Ozoker» sind in dem vorliegenden Falle aber bekanntlich gleichwerthig, und ist es gleic&i welchen Stoff man nimmt. III. Unguentum Seminis Gynocardiae. TV Semintim Gynocardiae odoratae SO-y (Jentundendo inter inspersionem aquae 9 poltern fluidam tenerrimam redacti adde Cerae flavae 2,0 Vaselinae 10,0. . Vase clauso sepone calore balnei ^ m interdum agitando, per horam un* ' Deinde sepone loco calido, postea le frigido, ut massa adiposa rigescat, <1 • a massa aquosa dematur, tum agit ßtu ' D. S. Zu Einreibungen. Haematoxylon. Extractum ligni Campcchiani des Handels. Zur Prüfung auf Abwesenhe^ fremder Extracte muss es mit dem officinellen Extract verglichen werden, ,*" x , man das pulverig zerriebene Extract zuerst mit Aether, dann mit Weingeist e trahirt, den Gehalt des Gelösten bestimmt und das Verhalten gegen Reagen i prüft. Dieser Modus ist zwar kein zuverlässiger, doch lässt er einigerm aa die Vermuthung einer Verfälschung zu. Tinctura Haematoxyli (Handbuch H, S. 70) wird von H. Borntkäger (C" 6 ' Haematoxylon. Campecheholztinten. 521 miker-Zeitung 1880 Nr. 25), bezüglich ihres Werthes in der chemischen Analyse, besprochen. Er hält sie als Indicator in der Acidi- und Alkalimetrie wenig geeignet, wohl aber als Indicator verschiedener Stoffe z. B. der Kupfersalze, des Alauns, der Kreide etc. Schüttele man reines Mehl (Getreidemehl) mit der mit Wasser verdünnten Tinctur, so erfolgt keine Farbenveränderung, doch bei Gegenwart nur von Spuren der vorerwähnten Stoffe tritt eine violettrothe bis blauschwarze Färbung ein. Der Ammongehalt der Luft macht das Haematoxyl in - Papier in der Praxis kaum verwendbar oder es ist schwer zu conserviren. Hämatine, Hcmatine. Unter diesem ganz unpassenden Namen bringt eine Lyoner Firma den Farbstoff des Campecheholzes in den Handel. Hematine bildet om braungelbes krystallinisches Pulver, löslich in kaltem Wasser. Man gebraucht es in der Färberei. 15 g Hcmatine sollen ungefähr 100g bestem Campecheholz gleichkommen; der Preis dieses Farbstoffes ist ca. 180 Mark pro 100kg. Ausser üematine in Pulverform bringt jene Firma auch noch ein flüssiges, concentrirtes "roduct in den Handel. Die Darstellung der Hämatine geschieht wahrscheinlich durch Extraction des Campecheholzes mittelst Aethers. Sedanschwarz, Chromschwarz. Die Wolle wird mit Eisenvitriol, Weinstein und ^upfervitriol behandelt und dann mit Campecheholz oder Hämatine ausgefärbt. Uiese Farbe ist keine giftige. Wird in Stelle des Kupfersalzes ein Chromsalz genommen, so erfolgt die Färbung, welche Chromschwarz genannt wird. !• Campeche hoh-Tinte, du Bell's, Gambctta-Tinte, Kaisertinte, Encre Japonaise, ' ne i'othe Tinte, welche violett-schwarze Schriftzüge ausgiebt. Man löst 100 g 'ihcinelles Campecheholz-Extract in 4 Litern destill. Wasser und versetzt 200g Römischen Alaun, ;" s "ngen müssen klar sein, deeanthirt und mit L absetzen, fält 'g zu schützen, werden gelöst in 1 Liter destill. Wasser. Die Man lässt 8 Tage in dicht geschlossener Flasche fütrirt den Rest. Diese Tinte ist vor Luftzutritt sorg- wenn sie ihre rothe Farbe conserviren soll. Die Schriftzüge während des Schreibens violett - schwarz. Gummi darf nicht zugesetzt 'erden. Die Ueberschrift Encre Japonaise im Handb. Bd. II, S. 72 ist durch cre Prussienne zu ersetzen. E n II. Campccheholz-Tinte, du Bell's, Chinesische Tinte, Chemiker■ Tinte. Eine ijosung von 100g officinellen Campecheholz-Extracts in 5 Litern destill. asser wird nach und nach mit Stannochlorid (Zinnchlorür) versetzt, bis je schwarzviolette Farbenintensität erreicht ist. Nach dem Absetzenlassen wird Itnrt. Auch hier darf keim Gummi zugesetzt werden. Copirtintc aus Campecheholz-Extract. 1000g käufliches Campeche- olzextract werden zerkleinert und mit 12 Liter kaltem Wasser übergössen ?n Unter U mrunren macerirt, bis Lösung erfolgt. Hierauf versetzt man mit 100g Glycerin, dann mit 500g gutem Dextrin und 250g Zucker, zuvor gepulvert und gemischt. Unter öfterem Umrühren erfolgt in einem Tage Lösung. Man lässt nun 8 Tage hindurch sedimentiren, um dann zu decantliiren und den tr üben Rest mit etwas Wasser verdünnt zu filtriren. Der Colatur mischt man zuerst 80g Manganacetat in klarer Lösung (aus 40g Mangancarbo- na t und 100—110g verdünnter Essigsäure von 1,040 spec. Gewicht dargestellt) hinzu und versetzt dann nach und nach mit kleinen Mengen Ferri- acetatlösung, bis ein gesättigt blauer Farbenton erreicht ist. Es gebietet die Vorsicht, versuchsweise mit ungefähr 10g Extract eine Tinte nach dieser Vorschrift herzustellen und hierbei gleichzeitig das Ferriacetatmaass zu erforschen. Manches Extract des Handels liefert eine vortreffliche Tinte, manches Extract ab er auch nicht. Es muss die Probe-Tinte nach der Anfertigung eine Woche 522 Haematoxylon. Tintenstifte. stellen, behufs Prüfung ihres Verhaltens während dieser Zeit, ob sie z. B. den Farbenton bewahrt, ob sie gelatinirt etc. Folgende Vorschrift wurde in der pharm. Ztg. 1880 Nr. 56 empfohlen: Eine Tinte, die sich durch Mehrzusatz von Gummi oder Dextrin auch als Copir- tinte verwenden lässt, erhält man, wenn man 1500g Campecheholz-Extract und 250g Dextrin in 6 — 8 Litern Wasser löst und diese Lösung mit folgenden zwei Lösungen versetzt, mit einer Lösung von 200g Eisenvitriol in 720g Salzsäure und einer Lösung von 180g Kaliumbichromat in 2 Litern Wasser. Die Mischung wird bis auf 40 Liter mit Wasser verdünnt. Etwas Sublimat zugesetzt soll Schimmelansatz verhüten. Diese Zusammensetzung lässt viele Zweifel zu und wäre zuvor ein Versuch mit kleinen Portionen vorzunehmen. Tintenstifte. Eine Chromnitratlösung (Salpetersäure vollständig mit Chromoxyd gesättigt) wird mit concentrirter Campecheholzabkochung versetzt, bis sich der anfangs entstandene broncefarbene Niederschlag mit tiefblauer Farbe gelöst hat. Dann wird bis zur Syrupdicke eingedampft. Drei Theile dieser Masse werden mit 1 Th. Thon und etwas Traganth zusammengeknetet und aus dieser Masse Stifte geformt. Holzbeize, schwarze. Zuerst wird das Holz mit concentrirter Campeche- holz-Extractlösung überstrichen und nach dem Trocknen mit einer Ferri- acetatlösung berieben. Letztere kann aus Eisenvitriol und Natriumacetat bereitet werden. Ebenholzbeize, wie sie aus Paris bezogen wird, ist eine Blauholzextract- lösung mit saurer holzessigsaurer Eisenlösung versetzt. Indigo artifieiel, Aachner Indigo, Indigoline, von Max Singer (Tournai) soll aus Blauholz dargestellt werden. Lederschwiirzc (nach Eitner). 5 kg Eisenvitriol und 150g Weinsäure werden in 40 Litern Wasser gelöst. Die decanthirte Flüssigkeit wird mit 50 Litern einer durch Sedimentation geklärten Abkochung von 7,5kg Campecheholz, worin 1kg Kartoffelstärkezucker und 125g AnilinschwarzblaJ* gelöst sind, vermischt. Das Leder wird vor Anwendung der Schwärze nu einem 0,5proc. Salmiakgeist vorher abgerieben, um zuvor das Fett zu be seitigen. (1) Mixtura antldiarrhoica von Bambbkgek. Vf Extracti Ligni Campechiani 5,0. Solve in Aquae Menthae pipevitao 150,0 Syrupi Aurantii corticis 10,0. Tum adde Tincturae Opii crocatae 1,0. I). S. Zweistündlich einen Esslöffel (bei colliquativen Durchiällen der Phthisiker). Die Wirkung dieser Mixtur wird durch Zusatz von 1,0 Acidum hydrochloricum bedeutend erhöht. (2) Glycerolatum haematoxylinatun». Unguontum ligni Campechiani. ijf Extracti Haematoxyli 10,0 Acidi borici 2,0. ,„. Teicndo in pulverem subtilissimum i BU ctis admisce Glycerinae Aquae destillatae ana 5,0. & . Post horam unam massam pulposam misce cum Glycerolati simplicis 30,0. Leni calore fiat unguentum. Diese Salbe dient als müdes De8 ^jjen ens und Cicatrisans. Die Wunden su leicht und narbenlos heilen. Helleborus. Helleborus. 523 Der Unterschied zwischen Radix Hellebori viridis und Radix Hellebori nigri ergiebt sich, wie dies auch im Handbuche der pharm. Praxis hervorgehoben ist, durch den bitteren Geschmack, welcher bei der ersteren stark, bei der anderen schwach ist. Die hier gegebenen xylographischen Abbildungen haben nur den weck, die Form zu vergegenwärtigen, welche keine wesentlich verschiedene ist, bei der Rad. H. nigri aber stärker und grösser hervortritt. Der Holzschnitt dieser letzteren ist der Histoire des Drogues Flückiger's und Hanbury's entlehnt und vergegenwärtigt das Rhizom zum grössten Theile von den Wurzeln und Zasern befreit. JT.tr. ii S- 74. Rad. Hellebori nigri. Zum Theil Kg. 75. Rad. Hellebori viridis. Kliizom, von ier von den Wurzeln befreit. Spitze aus durch einen Messersclimtt zum 1 neu durchschnitten und hier von Wurzeln befreit. Ist in Recepten, welche von Aerzten in Frankreich, Italien, Holland, Däne- ™ a i'k, England etc. geschrieben sind, Helleborus ohne nähere Bezeichnung aufgeführt, so ist dann Helleborus niger zu nehmen, und wenn dieses Medicament ^er das daraus bereitete Extract nicht zur Hand ist, dürfte eine halb so grosse «enge von Helleborus viridis Ersatz bieten. Darüber auch das Gutachten eines Arztes einzuholen, sollte man nicht unterlassen. 524 Helleborus. Helleborin. ff Helleborina, Helleborinum, Helleborin, Helleboracrin (C s6 H^0 6 ), kleine farblose glänzende nadeiförmige Krystalle oder ein solches krystallinisches Pulver ohne Geruch, aber von brennendem scharfem bitterem Geschmacke, dessen Staub heftiges Niesen erregt, in kaltem Wasser unlöslich, in Aether schwer, in Weingeist und Chloroform leicht löslich ist. In conc. Zinkchloridlösung, auch beim Kochen mit verdünnten Säuren, hier nur etwas schwieriger, spaltet es sich in Helleboresin und Glykose. Mit conc. Schwefelsäure färbt es sich hochroth und aus dieser Lösung wird es durch Wasser in farblosen Flocken abgeschieden. Dieses Glykosid ist der Träger der narkotischen Eigenschaften der Helle- borusarten. Es wurde 1853 zuerst von Bastik erkannt, von Husemann und Marme dargestellt und untersucht. Letztere schieden aus 1000 g der Radix Hellebori viridis höchstens 0,04 Proc. ab. Darstellung. Die Wurzeln der grünen Nieswurz werden mit Weingeist extrahirt und das daraus hergestellte Extract, welches besonders neben Helleborin Helleboreiin und fettes Oel enthält, mit kochendem Wasser, welches das Helleborin löst, wiederholt behandelt. Die wässrigen Auszüge werden von dem aufschwimmenden Fette befreit, eingeengt und beiseite gestellt. Das Helleborin sammelt sich theils als Bodensatz, theils in Form kleiner Krystalldrusen, welche am Niveau des Wassers schwimmen. Durch Abwaschen mit kaltem Wasser und Um- krystallisiren aus Weingeist wird es gereinigt. Anwendung. Helleborin scheint bisher nicht arzneiliche Anwendung gefunden zu haben. Die Gabe würde zu 0,005—0,008—0,01 einige Male täglich, die stärkste Einzelgabe zu 0,01, die Gesammtgabe auf den Tag zu 0,04 anzunehmen sein. Seine hauptsächliche Wirkung erstreckt sich auf die Nervencentr» und das Gehirn. X (HI.) Helleborus orientalis Lamarck, Helleborus ofßcinalis SalisbU» v ? Orientalische Nieswurz, in Grichenland und Kleinasien einheimisch. Radix Hellebori orientalis hat mit der Radix Hellebori nigri volle Aehnlichkeit und scheint auch in Betreff der arzneilichen Wirksamkeit mit letzterer übereinzustimmen. Sie wurde schon von Hippoceates und Dioscorides (a* 9 slltßoQoq (lilac, schwarze Nieswurz) bei Geistesstörungen, Epilepsie und ^ a9 ' sersucht verordnet und wird auch noch heut in Griechenland unter dem Namen Skarphe, ^xuocpij, gebraucht, obgleich die Griechische Pharmakopoe Rad. **• nigri aus Steyermark bezogen vorschreibt (Rosenthal,' s Synopsis). ToU» 1 ' 1 '' fort gab drei Patienten 1,0—1,5 des aus der orientalischen Nieswurz bereitete Extracts. Die Wirkung bestand in Mattigkeit, Ekel, Leibschmerzen, Brennen lD * Magen, Convulsionen, Kopfkrämpfen, welche Erscheinungen sich einige Tage W durch wiederholten, doch nicht den Tod herbeiführten. Aus diesen Angabe lässt sieb ungefähr entnehmen, dass diese Wurzel durch die des Hellw° r niger ersetzt werden kann. Electnarium anlepilepticum Landerer. r- Visci quercini, Berbae Dicta""}j Cretici ana 20,0; Eadicis Hellebori nigri, Radicis Valerianae ana 10,0; Extracti ^ Oleandri e floribus et foliis recentibus parati 15,0; Mellis depurati q. s. M. liatei tuarium. S. Längere Zeit hindurch Morgens und Abends einen Theelöffel zu n ®*"? e e 9 . (gegen Epilepsie. Dieses Mittel soll nach Versicherung des hochgeschätzten ri sors schon mehrmals diese Krankheit, welche aber hunderte von Ursachen haben »-^ geheilt haben. Im Original ist Helleborus orientalis verzeichnet. Diese kommt J e .^t mit Hell, niger überein. Helleb. viridis ist wegen ihrer grösseren Giftigkeit ^ 0 zu nehmen. Rathsam dürfte es sein, mit einem halben Theelöffel anzufangen un Dosis von 8 zu ö Tagen um etwas zu steigern). Hirudines. Blutegel sumpf. "^" Hirudines. In Frankreich importirt man auch den Senegal-Egel, Hirudo mesomelm VIREY. Er kommt aus Senegambien und scheint in Seen und Morästen in der ^ahe des Senegals und der Gambia heimisch zu sein. Nord - Frankreich (Finis- terre) lieferte früher viel Blutegel, doch scheint auch hier die Blutegelzucht »ehr zurückgegangen zu sein. Die Aerzte sollten darauf sehen, dass jeder gebauchte Blutegel in nahe liegende Teiche gesetzt würde, statt dass man ihn in Kloaken wirft. Nach von Leydig's Forschungen (Naturforscher 1875 Nr. 17) bildet das * u ge des Blutegels eine glockenförmige Einstülpung der Haut, welche von einem ichten Netz von Pigmentzellen umgeben ist. In dem Becher liegen wandständig Gas Licht stark brechende homogene Glaskörperkugeln. Ganz ähnliche becher- ormige Organe mit einigen Glaskörperzellen im Grunde belegt, aber ohne Pig- m enthaut, fand derselbe Forscher auf dem Kopfe, besonders der Oberlippe, und ^ u ch an anderen Stellen des Blutegelkörpers. Hierausgeht hervor, dass sich die g- m Pfindung des Sehens des Blutegels den Lebensbedingungen desselben anpasst, W auch etwas von einer Tastempfindung und Geschmacksempfindung an sich l87 ^immer-IJIutegel-Snnipf, Nachtmann's Blntegelsumpf im Zimmer wurde '< von der Akad. d. Wissenseh. zu Wien empfohlen und von der Ausstellungs- ommission in Philadelphia als sehr vorteilhaft und praktisch anerkannt. Diese g Orr lc htung ist aus Holz gearbeitet, 42 Ctm. lang und 65 Ctm. hoch. Der 8er be8 teht aus zwei Räumen, einem kleinen schiefen Raum und einem grös- en solchen würfelförmigen, ist mit Luft- und Lichtfenstern, sowie mit zweckmässig angebrachtem Abflußrohr aus «nkblech mit Kappe versehen. Die oifv. en aich in eincm sok ' ho " Sumpfe wtahrungsgemäss frisch und gesund, n dem grossen würfelförmigen Theile werden frische Rasenstücke, und zwar HSe, von Graswurzeln durchsetzte ineile einer feuchten Wiese entnommen, »°cker bis beinahe an das Ende des innerhalb befindlichen verschiebbaren «olzgitters übereinander geschiclitet, so «ass nur das oberste Stück mit hüb- ^nen Sumpfpflanzen besetzt erscheint, welche sich im Laufe der Zeit von 8e lbst weiter eultiviren, und den Sumpf ^mVortheile der Gesundheit der Egel. ^ e m den Rasenstücken nicht selten L °eons absetzen, verbessern. Der kleinere, schiefe Raum, zur Aufnahme der gel (3—400 un genügt ein Ring von Pappe. •Vmlic» Es ist darauf zu sehen, dass sich kein Schimmel ansetzt. Gewoim ^ schlagen die Egel ihren Wohnsitz in dem erdigen Theile des Rasens auf, * welchem sie aber leicht herausgenommen werden können. Je nach der Ja zeit wird der Rasen jeden 3. oder 7. Tag mit Wasser gewaschen oder eins Male untergetaucht und auch das Wasser im Hafen erneuert. Fig. 77. Kleiner Egelsumpf im HnhemliircVelinitt, pp Pappring, g Gaze, .1 Stab, 5 Querleiste, rr Easenstück. Ob ein Wasser sich für die Blutegel nicht eignet, ist daran zu erkennen, dass Hirudines. 527 sie dasselbe zu meiden suchen, indem sie entweder sich über dem Wasserniveau ansaugen oder aus dem Gefässe zu steigen eine gewisse Hastigkeit wahrnehmen lassen. Wenn man dies bemerkt, so muss ein anderes Wasser, aber stets von einer Temperatur, welche zwischen 10,0 und 17,5 C. liegt, versucht werden. Hält man die Blutegel in Sümpfen, wie ein solcher oben erwähnt ist, und es tritt ein starkes Gewitter ein, so ist es rathsam, den Sumpf wenigstens zur Hälfte mit Wasser zu füllen und einen Tag später dieses Wasser wieder abzumessen. Befindet sich der Blutegel im Wasser, so ist die electrische Luft ohne Eittfluss. Den Blutegelbehälter, welcher nicht Glas oder Porcellan ist, kann man au ch auf eine Glasscheibe oder auf Seide stellen. Die wenigen Versuche nach U| eser Seite hin schienen sich zu bewähren. Möchten sie vielseitig wiederholt Verden, um ihren Werth näher zu bestimmen. Blutegel, welche gesogen haben, dürfen kurz darauf nicht wieder zum Saugen erwendung finden. Nach Verlauf eines halben Jahres haben sie das gesogene J hit zum grösseren Theile verdaut. Dadurch, dass ein Blutegel, welcher gebraucht war und hierauf unter Einwirkung von Kochsalz und Drücken den grösseren Theil des Blutes ausgestossen hatte, wiederum kurz darauf bei einer anderen Person in Anwendung kam, wurde eine Art Blutvergiftung erzeugt, eiche mit dem Tode des Patienten endete. Dieser andauernde Gebrauch ein- n d derselben Blutegel wird von den Heilgehülfen vielmals ausgefühlt. Die Blut- S™ dieser Leute sind daher mit Vorsicht zu gebrauchen. . BlutegelroLr, Saugrohr für Blutegel. Die Stelle, an welche ein Blutegel r/ ansetzen soll, ist mit einem feuchten leinenen Tuche vorher zu bereiben. m Ansetzen erfasst man den Blutegel mit trockner weicher alter Lein- anfl 0( j er man gcü j e k t jjm in eine Glasröhre und setzt diese auf die Saug- ^> e e aut "- Solche Röhren, circa 10 Ctm. lang und circa 1 Ctm. weit, sollte 1 Apotheker behufs Dispensation zur Hand halten. Der Tax-Preis einer Glas- roilr e stellt sich auf 0,20 Mark. Wel J, Anwendung dieser Röhren würden sich die Fülle weniger ereignen, in c en dem Apotheker die Blutegel mit der Erklärung zurückgebracht werden, ass sie nicht saugen wollen. m Obgleich der Vorgang, worin das Saugen eines Blutegels besteht, durch cchanische Vorrichtungen leicht ersetzt werden könnte, so konnte dennoch keine f bekannt gewordenen Maschinen den Blutegel ersetzen nnd den Anforderungen «er Aerzte genügen. Was vom Blutegel als Wetterpropheten zu sagen ist, muss dem fleissi- s e u Beobachter überlassen bleiben zu erforschen. Verhalt sich der Egel z. B. de l % ^ eicnsam schlafend, liegt die grössere Menge der Egel auf dem Boden 8 Wasgefässcs, so deutet dies im Sommer auf ruhiges oder schönes Wetter si h i" 11 S ° s ' cnerer > wenn gleichzeitig das Barometer in seinem Steigen und Fallen lie t gsam imtl schwach zeigt und sein Stand zwischen 27,5 und 28,5 Ctm. g §t- Im Winter deutet dieses ruhige Verhalten der Egel auf starke Kälte, be- ^naers wenn das Barometer zugleich dem höheren Stande (29 Ctm.) zueilt. ' ne Lebendigkeit in der Bewegung, das Schwimmen vieler der Egel deutet auf Urni . Setzen sich die Blutegel fest und bewegen sie nur den Hintertheil oder das g —■ kjci.z,cu sich uie uiuregei iest una oewegon sie nur aen iiniieiuro.i v,~~- — , 0 Pfende langsam hin und her, so liegen stark electrische Luftströmungen vor 'er solche sind zu erwarten. Bewegen sich gleichzeitig einige Blutegel lebendig Hwimmend oder mit dem einen Körperende festsitzend wellenförmig, so ist ein Ritter im Anzüge Die Barometerbewegungen sind der Bewegung der Blut- Sel gleichsam parallel und lassen sich daraus viele Wetterzeichen combiniren. 528 Hydrargyrum. Ungt. Hydrarg. ein. Hydrargyrum. Hydrargyrum depnratum (Handbuch II, S. 95). Von J. W. Brühl wird die Reinigung des Quecksilbers mittelst Chromsäure warm empfohlen. Man stellt zunächst eine Lösung aus 2 Lit. Wasser, 10 g Kaliumbichromat und 10 g conc. reiner Schwefelsäure dar. Mit dieser Lösung wird ein gleiches Volumen des Metalls mehrere Male ausgeschüttelt. Das Metall zerfällt hierbei in kleine Kugel' chen, während ein sehr kleiner Theil desselben sich vorübergehend in rothes Chromat verwandelt. Man bewegt die Flasche so lange, bis dieses rothe Pulver verschwunden ist und die wässrige Lösung durch das gebildete Chromsulfat rein grün gefärbt erscheint. Durch einen kräftigen Wasserstrahl, welchen man in die Flasche hineinleitet, wird ein feines graues Pulver, welches auf der Oberfläche des Quecksilbers und zwischen den Kügelchen vertheilt liegt und aus den Oxyden der Metalle besteht, abgeschlemmt. Je nach dem Grade der Verunreinigung des Quecksilbers wiederholt man dieses Verfahren noch ein- oder zweimal und schüttelt zuletzt mit destillirtem Wasser so lange, bis dasselbe kein graues Pulver mehr erzeugt und vollkommen klar bleibt. (Ber. d. d. cnem. Ges.) Ob diese Methode vor derjenigen mit Salpetersäure den Vorzug verdient, ist zu bezweifeln- Unguentnm Hydrargyri cinereum. Die Zertheilung des Quecksilbers in möglich^ kürzester Zeit zu bewerkstelligen hat man eine Menge Vorschläge gemacht, welche theils nicht neu sind und schon früher verworfen wurden, theils unpassend u nCl verwerflich sind, theils aber auch Beachtung verdienen. 1. Das Schütteln oder Zerreiben des Quecksilbers mit Ferrichlorid" lösung. Die Theilung in mikroskopisch kleine Kügelchen wird allerdings dadurch erreicht, aber gleichzeitig Mercurochlorid (Calomel) gebildet, welches sich 10 grauer Farbe zwischen den Metallkügelchen lagert. Die Salbe ist somit k 61 "® Mischung aus Metall und Fett, sondern aus Metall Quecksilber-Subchlorid und Fet • Dieser Vorschlag, welcher schon vor 50 Jahren einmal auftauchte, ist also k el0 _ annehmbarer. Trotzdem er von Häher (ph. Centralh. 1877, S. 94) getad" wurde, unterliess man es dennoch nicht, ihn wiederholt zu empfehlen, so d*w sich Hager (ph. Centralh. 1877, S. 327) zu folgender Aeusserung genöthigt B»»' Der Zusatz von Ferrichloridlösung bei Darstellung der Quecksilbersalbe gehört den pharmaceutischen Sünden. 2. Die Extinction soll Vaseline in wenigen Minuten ermöglichen no* 1 Th. auf 10 Th. Metall zu verwenden (R. Godeffroy). Obgleich von eilllg ^ e Seiten dieses Verfahren keine Bestätigung fand, so muss dennoch eine schnei Extinction zugegeben werden. Aus dem Versuche ergab sich, dass man die tinetion mit 100 Th. Metall, 10 Th. alter Quecksilbersalbe und 20 ^ Vaseline auszuführen habe. Die Mischung ist genügend weich, ein Erwartn der Masse ist nicht nothwendig und die Extinction ist in kaum 1 / 3 der ' welche man bei Anwendung alter Salbe allein nöthig hat, vollendet. Will nur Vaseline zur Extinction verwenden, so muss es (nach Weber) den dn Theil von dem Gewicht des Metalls betragen. . , , er . Bei Darstellung grösserer Mengen Salbe soll Vaseline den Zweck nich reichen lassen und empfiehlt Lunaczek. uf 3. Eine Mischung aus 10 Th. Terpenthin und 20 Th. Vaseline ^ 400 Th. Quecksilber zu verwenden. Die Extinction soll noch schneller ^ vollständiger erfolgen, wenn etwas alte Salbe dazu gegeben wird. De m lte sprechend hat man 10 Th. Terpenthin, 20 Th. Vaseline und 10 lü- Hydrargyrum. Ungt. Hydrarg. ein. Quecksilbersalbe auf 500 Th. Quecksilber als genügend befunden. Die Menge des Quecksilbers ist hier viel zu gross. 4. Schüttete mit Quillajatinctur (Collier). Die Zertheilung des Metalls m 5n d6r That auf dieSe Weise scüne11 herbeizuführen, es lässt sich aber das Metall dann nicht mit Fett mischen, ohne wieder grössere Kügelchen zu bilden (E. Dieterich). 5. Extinction unter Verreibung mit Ol ein (Dannenberg, Dobrowolski). 6. Extinction mit Sebum (ovillum v. bovinum?). Dieser erfordert ununterbrochenes Reiben (von Hugo Koch als RELLMANN'sches Verfahren angegeben. Ph- Centralh. 1880, S. 184). Die Verreibung mit Talg (1 u. 5 Metall) ist das »erfahren, welches bis zum Jahre 1835 ein allgemein übliches war. Ein Erstarren der Masse während des Verreibens ist sorgfältig zu meiden, denn beim Druck oder Stoss auf die erstarrte Masse oder beim Bröckeln derselben treten dle mit blossem Auge nicht erkennbaren Kügelchen sofort zu grösseren Kugeln zusammen und die Extinction war eine vergebliche Mühe. Ein Austrocknen des Talges wurde nach IIager's Wissen nie versucht, obgleich der Grund dafür sehr nahe lag. Diese Extinction besorgte gewöhnlich der Lehrling und zwar im Apo- thekenlokal. (Diese Bemerkung diene als Belag zu der pharmaceutischen Ausbildung am Anfange des zweiten Drittels des 19. Jahrhunderts.) 7. Zusätze von 1) Terpenthinöl, 2) Aether, 3) Chloroform etc. jährend der Extinction. Ersteres fördert nur scheinbar die Zertheilung des ^etalls. Es geht schnell in einen harzig-hydratischen Zustand über, wenn die x «nction nicht in einem Zuge, vielmehr unter Einschiebung einiger Ruhepunkte ausgeführt wird, und dann erschwert es die Extinction ungemein. Eucalyptusöl bewährt sich besser, ist aber wie Terpenthinöl ein Zusatz, welcher in der usammensetzung der Salbe mit ungehörig zu bezeichnen ist. Chloroform und her unterstützen allerdings in soweit die Bildung kleinerer Metallkügelchen, \ Losung des Fettes in diesen Flüssigkeiten die Kügelchen leichter ttber- 1( jnt, die Adhäsion des Fettes an dem Metall unterstützt. Da diese Flüssigkeiten 1 Wuchtig sind, so müssen während der Verreibung fortwährend Zusätze davon 6 macht werden, was doch einen materiellen Werth repräsentirt, und es erhält le ^albe einen ihr nicht zukommenden Geruch. 8. Zusatz von Kreide (nur in England und Nord-Amerika üblich). Eügek Dieterich hat sich bemüht, die verschiedenen Methoden einer eingehenden Kritik zu unterwerfen (pharm. Centralh. 1880 Nr. 1) und er erkennt s bestes Verfahren der schnellen Darstellung einer tadellosen Quecksilbersalbe, das Quecksilber nach und nach in kleinen Mengen der alten Salbe zuzusetzen und g U 1 7 erre ' Den > a 'so nicht auf einmal die ganze Quecksilbermenge mit l / e> alter »u»e zu verreiben, weil alle in das bereits in der Salbe vorhandene zertheilte etall das zugesetzte der Vertheilung fähiger macht. Nicht die Ranzidltät der wte n Salbe sei die Ursache hierzu. Die Darstellung dieser Salbe in der Offlein oder einem Wohnräume ist, wenn °ghch, zu meiden, weil die giftige Ausdünstung während der Darstellung nichl gehindert werden kann. Mangelt es an einem Arbeitsraum, welcher einen con- "nuirlichen leichten Luftzug zulässt, so möge man die Salb'' kaufen. Die chemische Fabrik zu Helfenberg bei Dresden z. B. liefert die officineUe Salbe von vorzügii cher Qualität (mit 33,33 Proc Quecksilbergehalt) zu 0,5 kg eingefüllt in \ er gamentpapierdärmen (1 Kilog. circa 4 Mark). Dass diese Firma ein gerei- "'gtes Quecksilber zur Salbe verwendet, hat Hager analytisch constatiren können, ^'ne aus anderer Bezugsquelle entstammende Salbe ergab ein Quecksilber mit " 6 Proc. Blei. Dass ein bleihaltiges Quecksilber sich noch einmal so leicht H »ger, Pharm, IVaxis. Suppl. 34 530 Hydrargyrum. Ungt. Hydrarg. ein. extinguiren lässt, ist eine bekannte Sache. Es dürfte diese Verunreinigung den therapeutischen Werth der Salbe bei äusserlieher Anwendung gerade nicht beeinträchtigen, doch ist sie nicht zulässig, denn die Deutsche Pharmakopoe schreibt ein gereinigtes Quecksilber zur Darstellung der Salbe vor. Andererseits wird die Salbe auch innerlich und zu subcutanen Injectionen angewendet und in diesem Falle ist ein unreines Quecksilber nicht zulässig. Unguentam Hjdrargyri cinereum in baculis. Die Mercurialsalbe in Stangen oder Bacillen wurde von H. Hülsebusch vorgeschlagen, und es bringt die Eugen Diete- BiCH'sche Fabrik zu Helfenberg bei Dresden dieses Präparat in sehr netter Form (1 Ctm. = 1 g Salbe) in den Handel. Zur Darstellung giesst man nach HülsE- busch die halbflüssige Salbe in Glasröhren aus und lässt vollständig erkalten. Die Stäbe werden mittelst eines Glasstabes herausgestossen. So erhält man Stangen von fester Consistenz, ähnlich dem Aussehen von Emplastrum Hydrargyn- Macht man eine grössere Anzahl solcher Stangen vorräthig, so hat man beim Dispensiren je nach Gewicht nur einfach die betreffenden Stückchen abzuschneiden. Eugen Dieterich's Darstellungsverfahren ist pharm. Centralh. 1880 S. 389 angegeben. Dasselbe passt nur zur fabrikmässigen Darstellung. Weit praktischer, für die Dispensation und den Gebrauch geeigneter ist das Unguentuni Hjdrargyri globulatiim s. in globulis, die Mercurialsalbe in 1 g (oder 2g) schweren, mit einem höchst dünnen Cacaoölüberzuge versehenen Kugern- Diese Form ist bequem zu dispensiren und erleichtert dem Arzte die Dosirung für die Einreibung, während der ranzige Geruch der Salbe, welchen hysterische Frauen oft nicht ertragen können, welcher dieselben sogar schwer krank machen kann, kaum hervortritt. Diese sehr praktische Form hat den Chemiker EüGE^ Dieterich zu Helfenberg bei Dresden zum Autor, welcher sie auch in ausgezeich" neter Qualität in den Handel bringt. In Betreff des Taxpreises für die Form*' rung der Kugeln wäre wohl pro Stück 1,5 Pfennig anzusetzen. Chemie und Analyse. Abscheidung des Quecksilbers aus thierischen Flüssigkeiten. Nach E. Ludwig werden circa 500 CC. derselben mit 1—2 CO. Salzsäure angesäuert, bis 50—60 ° erwärmt und mit 5 g eines Metallpulvers, Kupfer oder Zh*» versetzt und heftig umgerührt. Das Quecksilber schlägt sich schon im La l " e einer halben Minute darauf nieder; das Pulver wird dann abfiltrirt, gewaschc' 1 und bei 50—60° getrocknet. Beim Erhitzen destillirt das Quecksilber dara« s ab, gleichzeitig jedoch entstehen regelmässig theerartige Producte, welche 8ic aber durch Ueberleiten der Dämpfe über glühendes Kupferoxyd zerstören l aS j^ e ' Das Quecksilber wird in einem Capillarrohre aufgefangen und in diesem zur t/° statirung in Jodquecksilber übergeführt. Aus Organen werden salzsaure Auszug Hergestellt und diese vor Einwirkung des Kupferpulvers mit chlorsaurem &* und Salzsäure behandelt und fast neutralisirt. Die Empfindlichkeit der Meth° ü _ ist durch mehr als 100 Versuche festgestellt; es wurden z. 1!. wieder g efund Q e "ö 0,1 Milligm. Sublimat in 500 CC. Harn; 1 Milligm. in 380 Gm. Leber, 800 in 3SU W. .ueuci, - Gm. Gehirn; 1/2 Milligm. in 420 Gm. Leberund in 510 Gm. Placonta. Bei innerlichem Gebrauche von Quecksilber, bei Einreibungen, sowie bei subcutanen jeetionen des von Bamberger empfohlenen Quecksilberalbuminats fand Lmr T j. stets Quecksilber im Harn; ebenso wurde es auch in Leber und Unterscheid 6 knochen gefunden. ^ aS Diesem Verfahren lässt sich nicht viel Bequemes nachsagen und dürfte von Hager schon vor 30 Jahren in einem Vergiftungsfalle angewendete, dai» übrigens schon bekannte Verfahren, die Fällung des Quecksilbers durch Mes "dm- Goldblatt, sicli besonders empfehlen. Wenn nöthig wird die Giftlösung du^ Kochung unter Zusatz von Kaliumchlorat und Salzsäure hergestellt. In die salz- Hydrargyrum. 531 saure Flüssigkeit stellt man ein Porcellansieb, beschickt mit Messingfeile oder Messingschnitzel oder auch mit Goldblatt und Stanniol, welche beide sich gegenseitig berühren müssen, in genügender Menge. Im Verlaufe eines Tages hat sich das Quecksilber an der Oberfläche dieser Metalle vollständig abgeschieden und amal- gamirt. Man wäscht das Metall mit Wasser, dann mit Weingeist und Aether- weingeist ab, trocknet es in lauer Wärme und unterwirft es einer Destillation. <*oldblatt und Stanniol schiebt man hierzu in ein Glasrohr, welches an einem Ende zugeschmolzen ist, biegt es rechtwinkelig und zieht das andere Ende in e me feine offene Spitze aus. Erhitzt man den Schenkel mit dem Metallblatt, so destillirt das Quecksilber in den anderen Schenkel über. Kommt es jedoch nur darauf an, Quecksilber qualitativ nachzuweisen, so genügt es, ein Stäbchen aus blankem starkem Messingdraht in die schwach salzsaure Flüssigkeit zu stellen, dann diese Stäbchen abzuwaschen, troeken zu machen und in einer Glasröhre zu ei'hitzen. Bei dieser Methode hat man mit theerartigen Producten nichts zu thun. (Vergl. auch Hager's Untersuchungen Bd. I unter Quecksilber.) Ein umständliches Verfahren giebt Armand Gautier (Rep. de Pharm. 1879) an - Die organische, animalische oder vegetabilische Substanz wird mit der dreifachen Menge reiner Salpetersäure, zu welcher auf je 30 g 2 Tropfen Schwefelsäure hinzugefügt sind, erhitzt, bis sie in eine leimartige gelbliche Masse übergegangen ist. In dieser ersten Phase der Operation ist das Wasser ausgetrieben, as Chlor der Chlorverbindungen in Königswasser verwandelt, die organische Sub- anz theils zerstört, theils in einen Nitrokörper verwandelt. Hierauf setzt man au * je 30 g der anfangs angewandten Salpetersäure 4 g Schwefelsäure hinzu. Unter diesen Bedingungen verbleibt das Quecksilber theils in organischer Verödung, theils in Form des Sulfats. In Abwesenheit von Chlorid verflüchtigt es ' . nicht und die Verkohlung geht ohne Störungen vor sich, wenn man von eit zu Zeit einige Tropfen Salpetersäure hinzufügt. Wenn sich die Kohle vom efäss absondert und die Schwefelsäure anfängt, Dämpfe zu entwickeln, ist der r ocess beendigt. Die Kohle wird nun in demselben Gefässe in Pulver verwandt und durch Auskochen mit salz säurehaltigem Wasser extrahirt. Beim Ausaschen mit angesäuertem Wasser werden nur Spuren Quecksilber aus der onle entfernt, besonders wenn man die Verkohlung nicht soweit getrieben hat, a ss sich Schwefligsäure entwickelte, in welchem Falle auch durch Verflüchtigung Verlust entsteht. Die ausgewaschene Kohle wird schnell getrocknet und * em dickes, an einem Ende ausgezogenes und in der Mitte zur Aufnahme der Kohle bauchig aufgeblasenes Glasrohr gebracht. Der bauchige Theil wird vorsichtig erhitzt, indem man gleichzeitig einen Strom trocknen Chlorgases hindurch- Pitet. Quecksilber wird hierbei als Sublimat in den ausgezogenen und kalten «eil der Röhre getrieben. Man kann den hierbei sich bildenden Sublimatring Mittelst einer Spiritusflamme weiter treiben. Wenn sich nicht mehr merklich " l'blimat bildet, erhitzt man die bauchige Erweiterung noch 10—15 Minuten '"durch, lässt nun erkalten und trennt mittelst eines Feilstrichs den ausgezogenen 1 heil der Röhre ab. Man wäscht dann das Innere mit salzsäurehaltigem Wasser aus - Die filterten Waschwässer werden vereinigt und mit Natriumcarbonat so- * e 't neutralisirt, dass sie noch schwach sauer reagiren. Das Quecksilber ist in dieser Flüssigkeit völlig gelöst, man extrahirt es aus dieser, indem man während zwei- oder dreimal 24='stunden eine kleine Goldplatte hineinhängen lässt, an deren oberen Theil etwas Zinnfolie befestigt ist. Nach Verlauf einiger Tage ist das Quecksilber völlig auf die Oberfläche des Goldes in Form von Amalgam niedergeschlagen. Man entfernt nun die Zinnfolie, wäscht die Goldplatte, rollt sie zusammen und schiebt sie in eine Röhre, welche man bis zur Rothglut erhitzt. Da s Quecksilber sublimirt in Form von Tröpfchen in den kalten Theil der Röhre 34* M 532 Hydrargyrum. über. Man kann es mit Joddämpfen in Contact bringen, welche es in Mercuri- jodid verwandeln. Dieses kann gewogen werden. In Urin, Speichel oder andere organische Flüssigkeiten lässt man nach dem Ansäuern während 48 Stunden die beiden Electroden einer BuNSEN'schen Säule, an deren Enden Goldplatten befestigt sind, hineinhängen. Das Quecksilber schlägt sich am negativen Pole nieder; bei diesem schnellen Verfahren jedoch entgeht ein Theil des Metalls der Electrolyse. Diese Methode kann also nur als eine qualitative benutzt werden. Sie ist namentlich dann nicht anwendbar, wo nur Spuren Quecksilber mit reichlichen Mengen Eiweisskörpern vorliegen. Die scharlachrothe Modification des Mercurijodids hat die Eigenschaft im Lichte der Natronflamme weiss zu erscheinen, welches Verhalten sich für die Analyse, resp. Unterscheidung des Quecksilberjodids von anderen rothen Körpern sehr gut verwerthen lässt (Jüeptner). Um im Harne und anderen klaren organischen Flüssigkeiten Quecksilber leicht und kurz zu bestimmen resp. aus denselben abzuscheiden, versetzt man dieselben mit Kochsalzlösung und Glykoselösung und macht sie mit Salzsäure massig sauer (auf 100 Harn genügen 1 Natriumchlorid, 3 Glykose und 2 Salzsäure von 1,124 spec. Gewicht). Dann erhitzt man bis zum Kochen und erhält die Flüssigkeit circa 30 Minuten hindurch bei 100° 0. oder unterhält das Aufkochen 10 Minuten hindurch. Ist Quecksilber gegenwärtig, so scheidet es als Mercurochlorid, oft durchmischt von Metall aus. Man lässt absetzen, um es näher zu prüfen oder, wenn es von grauem Metall frei ist, zu wägen. Das Gewicht des Mercurochlorids mit 0,85 multiplicirt ergiebt die Menge des Quecksilbers. Ist das Mercurochlorid mit Quecksilbermetall durchsetzt, so wird es nut Aetzammon behandelt und nach dem Trocknen schwach erhitzt. So ergiebt sich metallisches Quecksilber. Diese Operation lässt sich in einem tarirten kleinen Probircylinder leicht ausfuhren. Queeksilberdämpfe nachzuweisen, empfiehlt Merget Papier, welche* mit ammoniakalischer Silbernitrat- oder Palladiumchlorid-Lösung benetzt ist. E s entsteht sofort ein schwarzer Flecken. Anwendung des metallischen Quecksilbers. Nach Schmidt's Angabe« findet die Elimination des Quecksilbers hauptsächlich durch den Darmkanal und die Nieren statt. In den Speicheldrüsen konnten nur Spuren des Metalls aufgefunden werden. Eine pathologische Veränderung der Nieren findet nicht st», auch ist nicht immer ein Eiweissgchalt im Harne nachweisbar. Die Leber g ie " deutliche Quecksilberreactionen. Bei Volvulus intestinorum (Darmverschlingung) hat man nach Gaben v01 150—350g einige Male guten Erfolg erlangt, auch bei Harnverhaltungen, wen das Einsenken eines Katheters nicht zulässig ist, hat man metallisches Q ueC ' silber in die Harnröhre eingetröpfelt, was doch wohl bedenklich sein dürfte- Ebenso hat man Quecksilbermetall unverändert oder mit Glycerin emulgirt sU cutan injicirt. Fürbringer beobachtete nur in einzelnen Fällen Entzündung»" erscheinungen an der Injectionsstelle und den Gehalt an Mercurioxyn in d0 . Eiter der syphilitischen A bscesse, wenngleich nach der Injection das Metall " ul ? radiäres Streichen zertheilt wurde. Im Harne ergab sich nur dann spurwe 1 ^ Quecksilber, wenn das Metall in emulsiver Form subcutan injicirt war. ^^? u *j t syphiliticae wurden in 2'/2 Woche, Papulae in 4—8 Wochen regressiv. So ergab sich kein besonderer Heilerfolg. Anwendung der Salbe. Die graue Quecksilbersalbe ist bei Phthisis » Syphilis auch innerlich gegeben worden zu 0,1 — 0,2 — 0,5 einige Male Tag über, Bierkowsky gab sie sogar zu 2,0—4,0—6,0 den Tag über (in mm Hydrargyrum. 533 late gehüllt). Diese Anwendung ist bereits im Handb. Bd. II, S. 101 angegeben und findet sie hier eine Wiederholung, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, zur Darstellung der Salbe nur ein gereinigtes Quecksilber zu verwenden. Aeusserlieh hat man sie in Nord-Amerika bei den echten Pocken im Gesicht angewendet, um die Pusteln abortiv und ohne Narben verheilend zu machen. Die Abheilung der Pockenpustoln, ohne Narben zu hinterlassen, erreicht man sicher, wenn man während des Hitzstadiums und auch zwei Tage später Calomel mnerlich giebt (Hager). In vielen Fällen beruht die äusserliche Anwendung ( 'er Salbe auf Erzielung einer Mercurial-Intoxication, welche schnell eintreten soll. Bei Eintritt der Salivation ist die Anwendung sofort abzubrechen. Im Uebrigen giebt es genau unterschiedene Schmierkuren (kleine und grosse). Dass diese Kuren unter Umständen sehr gefährlich sind und selbst das Leben des Patienten gefährden können, hat die Erfahrung erwiesen. Die günstige Zeit zu diesen Kuren Jst die wärmere Jahreszeit, weil zu derselben die Lüftung der Räume zulässiger )st > als in kalter Jahreszeit. Nicht allein der Patient, auch seine Umgebung (der Krankenwärter) sind vor dem Athmen einer Luft zu hüten, welche mit Queck- s 'lberdämpfen geschwängert ist. Zur subcutanen Injection (in Stelle der Sublimatinjectionen) ist die kalbe mit Olivenöl oder Mandelöl zu verdünnen. Die Injectionen sollen nicht 8 °hnierzhaft sein. Siehe unten unter den Recepten. Die Schafzecke (Ixodes reduciusj, jene schiefergraue, glatte, ovale, circa Ctm. lange Milbe, aber auch die Milben auf anderen Thieren, wie die Hundszecke, wird durch Bestreichen mit Quecksilbersalbe beseitigt und getödtet. Früher Sandte man Arseniklösung an. Das beste Mittel ist ein Gemisch aus 20 Th. Quecksilbersalbe und 1 Th. Carbolsäure. Gleich nach der Schur ward jedem inier auf dem Rücken entlang nnd unter dem Halse bis zwischen die Vordereine ein schmaler Streifen Quecksilbersalbe (etwa soviel wie eine grosse Hasel- nuss) mit dem Finger stark eingerieben und dies nach 8 oder 10 Tagen zur ertiigung der nachträglich ausgekommenen Brut wiederholt. Gleichzeitig wird auch der Dung aus dem Schafstall gefahren. Vor zu oft wiederholten und starken mreibungen ist zu warnen, auch die Schafe können vergiftet werden. Vergiftung. Mit welcher Sorgfalt und Vorsicht man mit Quecksilber umgehen muss, um nicht chronische Vergiftung durch dieses Metall oder vielmehr durch dessen Dampf zu veranlassen, ist das Nöthigste im Handbuch angegeben. Ueber- naupt hat Hages in allen seinen pharm. Werken diesen Gegenstand immer und immer wieder hervorgehoben und seinen Fachgenossen an das Herz gelegt. trotzdem sind wiederholt in Apotheken chronische Mercurvergiftungen constatirt und zwar in Folge der Schuld der betreffenden Apotheker. Unter Mercuriehlorid w ird einer dieser Fälle Erwähnung finden. Der Apotheker ist auch als Mensch verpflichtet, da belehrend einzutreten, wo die Aerzte und die Gesundheitspolizei ül * Gefahr übersehen sollten. Die pharm. Zeitung berichtete z. 15. Folgendes: Es ist bekannt, dass das Quecksilber in Idria in Beutel aus Hundofell gepackt wird, weil man von letzterem behauptet, dass dasselbe weniger als andere Jhierfelle die Quecksilberkügelchen durchlasse. Indessen imprägnirt sich stets dl ;eh eine gewisse Menge des Metalls den Beuteln, welche gesundheitsgefährlich Wirken und zu chronischer, selbst zu acuter Vergiftung Veranlassung geben kann. Wie Dr. Fronmüller in Fürth mittheilt, sind in seiner Vaterstadt, welche der ™tz zahlreicher Spiegolbelegereien ist, Intoxicationen beider Art vorgekommen, chronische besonders dadurch, dass man aus den Quecksilberbeuteln Socken anfertigte, acute bei Sattlern oder Handschuhmachern, welche die betreffenden Beutel 534 Hydrargyrum. Pilulae Hydrarg. zur Verarbeitung von den Spiegelfabrikanten angekauft hatten und Auspressen und Ausreiben mit den Händen von dem darin enthaltenen Quecksilber befreien wollten. Fronmüller hat in den Memorabilien einen Fall bekannt gemacht, wo 5 Personen durch das Reinigen von 98 Quecksilberbeuteln vermittelst der genannten Manipulationen, welche natürlich das Einpressen des Quecksilbers in die Haut sehr befördern müssen, zwar l/ 2 Pfund Quecksilber wieder erhielten, aber dies mit einem auserordentlich rasch eintretenden Vergiftungszustande bezahlen mussten, der bei den meisten in intensiver Entzündung des Mundes und des Zahnfleisches bestand und bei einer die Aufnahme ins Krankenhaus nothwendig machte. Es wäre sehr zu wünschen, wenn die öffentliche Gesundheitspflege auch auf diese mit der Quecksilberproduction in Verbindung stehende Ursache zur Erkrankung ihr Augenmerk richtete. Pilulae Hydrargyri (Handb. II, 104), die blauen Pillen der Engländer, welche in England viel gebraucht werden, um einen breiigen Stuhlgang zu bewirken, ist an und für sich ein die Gesundheit des Menschen unvermerkt gefährdendes Mittel. Die Körperwärme bewirkt eine Verdunstung, und dieser Quecksilberdampf durchdringt alle Organe. Diese Verdunstung wird natürlich bestritten, doch wenn Quecksilber bei wenigen Wärmegraden Dämpfe bildet, so wird dies im noch stärkeren Maasse bei einer Wärme von circa 35 ° C. geschehen. Hoffentlich werden diese Pillen in Deutschland keinen Eingang finden. Die Drogisten in England halten diese Pillen vorräthig. Senier unterzog sich nun der Mühe, dieselben von verschiedenem Alter, der Zeitlänge der Lagerung, zu untersuchen und die Veränderungen des Quecksilber während der Lagerung festzustellen (Ph. Journ. and Transact. VI, N. 293). Senier constatirte, dass der Oxydul- und Oxydgehalt zunimmt. Die Pillen, aus 33,3 Proc. Quecksilber und 66,6 Proc. organischer Substanz bestehend, enthielten nach 18 Stunden nur eine Spur Oxydul, nach 5 Wochen 0,09 Proc. Oxyd und 0,25 Proc. Oxydul, nach 3 Monaten 0,44 Proc. Oxyd und 1,6 Proc. Oxydul, nach 6 Monaten 0,5 Proc. Oxyd und 0,8 Oxydul, nach zwei Jahren 1,8 Proc. Oxyd und 4,22 Proc. Oxydul. Dass diese Pillen, welche gleichsam ein Hausmittel sind, mit der Länge der Lagerung g'*' tiger werden und nach Jahren wirkliche Gifte sind, liegt doch klar zu Tag 6 ' Möge dies eine Warnung sein. Wenn die Vergiftungserscheinungen bald nach dem Einnehmen hervortreten würden, dürfte man das Schädliche des Quecksilber" gebrauches auch erkennen. Hydrargyrum cum €reta, Acthiops cretaceus (Handb. II, 102), diese Mischung aus 8 Th. Quecksilber und 12 Th. Kreide, welche in England und Nordamerika viel gebraucht wird, wird ebenfalls ein sehr giftiger Körper, wenn sie lange lagert. Nachdem mehrere Vergiftungsfälle vorgekommen waren, von welchen man Ol Ursachen nicht sofort erkannte, stellte sich der Gebrauch eines alten Präparate als Ursache heraus, indem es sich reich an Quecksilberoxyd erwies. (1) Globuli vaginales mercuriales. Pessaria mercurialia. ly Cerae flavae Olei (Jacao ana 10,0. Liquatis immisce Unguenti Hydrargyri cinerei 20,0. Fiant globuli (ovoldei) decem (10). (Oleo Cacao liquato ope penicilli üli- nere solent.) (2) Linimentum Hydrargyri. Linimentum mercuriale. iy Linimenti camphorati 25,0 Tincturae Quillajae 10,0 _ Unguenti Hydrargyri cinerei 2ö,u. M., ut terendo fiat emulsio. D. S. Zum Einreiben. Hydrnrgyrum. Mercurius vegetabilis. 535 (3) Suppositoria mercurialia. Pharmacopoeae Briticae. Mercurial- Suppositorien. fy Adipis benzoinati Cerae albae ana 1,3 , Olei Caoao 3,5. Liquatis immisce Unguonti Hydrargyri cinerei 6,0. Hant suppositoria duodecim (12). Diese Vorschrift ist den Anforderungen ae r Ph. Germ, entsprechend abgeändert. (4) Suppositoria mercurialia morpliinata. * Morphin! puri 0,1 „ Amyli sicci 1,0 ^'Onterendo optime mixtis adde Cerae flavae 3,0 Olei Cacao 5,0 antea liquata, deinde ■p. Unguenti Hydrargyri cinerei 5,0. *!ant suppositoria decem (10). Diese Suppositorien kommen inAnwen- Un g, wenn die Suppositoria mercurialia Brennen oder Schmerz im Eectum erzeugen. (Eine Kur erfordert 25—30 Suppositorien.) (5) Unguentum Hydrargyri cinereum Oleo Amygdalarum dilntum. (Ad injectiones subcutaneas. R; Unguenti Hydrargyri cinerei 2,0 Olei Amygdalarum dulcium 18,0. Leni calore misco. D. S. 1/2—I Spritze. (6) Unguentinn ophthalmicum antipho- topliobicnm Graefb. r? Opii pulverati 1,0 Extracti Hyoscyami 2,0 Aquae destillatae 1,0. In massam tencrrimam terendo redactis immisce Unguenti Hydrargyri cinerei 12,0. D. S. Augensalbe (bei Photophobie und Ophthalmia syphilitica). i" Mercurius vegetabilis, Radix, Stipites Franciseeac nniflorac, Manaca, die ßngel einer Brasilianischen Scrofularinee, der Francücea untflora Pohl (Brun- p. sta uniflora Don, B. Hopiana Bentiiam), welche sich durch eine ekelhafte »tterkeit auszeichnet und in starken Gaben heftig auf Darm und Harnblase mwirkt, Abortus bewirkt und in sehr starken Gaben ein Gift ist. Wegen ihrer irkung auf das Lymphgefässsystem hat man die Theile dieser Pflanze, als getabilischen Mercurius, Mercurio vegctal angesehen und schon wohl d ' t>°^ 'J a *' ren S e g° n Syphilis angewendet. Sie soll auch bei der Bereitung es Pfeilgiftes gebraucht werden. In neuerer Zeit hat man diese Pflanze unter ™! Namen Manaca in den Fachblättern besprochen und scheinen damit verschiedene Prancisceen bezeichnet zu werden. Erwin bemerkt, dass Manaca aus den Stengeln bestehe, welche sehr holzig, jm Innern gelblich und mit dunkler dünner Aussenrinde bekleidet sind. Das ulver ist von gelbbrauner Farbe und einem dem Kornmehl ähnlichen Gerüche. Mittelst Benzols extrahirto er 0,64 Proc., mit 80proc. Weingeist 8,3, mit kaltem Wasser 2,72, mit verdünnter Schwefelsäure 46,27, mit Natronlauge 3,74 Proc. «olzfaser und Asche betrugen 38,02 Proc. Das Fluidextract wird aus 300 Th. der grobgepulverten Manaca bereitet, indem sie zuerst mit 100 Th. eines 60 proc. Weingeistes und 50 Th. Wycerin digerirt und dann im Verdrängungsapparat mit GOproc. Weingeist (300 Th.) erschöpft wird. Von den Colaturen werden 2 /., des Weingeistes ab- aestillirt, der Bückstand bis auf 65 Th. eingeengt und diese mit 35 Th. eines •JOproc. Weingeistes bis auf 100 Th. vermischt. Nach dem Absetzenlassen wird nl Wrt. Aufbewahrung in der Keihe der starkwirkenden Arzneikörper. Bisher w urde dieses Präparat in Deutschland noch nicht angewendet. Der Wurzel und den Stengeln werden hauptsächlich die antisyphilitischen Wirkungen zugeschrieben. In kleinen Gaben ist die Wirkung lösend, in grösseren PWgirend, diuretisch und die Menstruation fördernd, auch soll sie antirheumatisch 8e in. Die Gabe ist 0,5 — 0,75 — 1,0 vom Fluid-Extract 5—10—20 Tropfen 53G Hydrargyrum ainidato-bichloratum. — Hydrargyrum chloratum. (0,3—0,6—1,2g). Goddy wandte letzteres gegen spinale Meningitis an, begleitet von strumöser Cachexie, Ekgon gegen Rheuma. Nach Angabe des letzteren besteht die Wirkung in der Erregung profusen Schweisses und Linderung und Beseitigung des Schmerzes. Häufig soll nach dem Einnehmen Kopfschmerz eintreten, welcher aber durch eine Tasse Kaffee gehoben wird. Poudre Delsaut ist ein Putzpulver für Silberzeug, bestehend aus Quecksilber, Cremor Tartari und Kreide (Hagek, Analyt.). Dieses Pulver ist verwerflich. Hydrargyrum amidato - bichloratum. (1) Linimentum stypticum Anciaux. Vf Hydrargyri praecipitati albi 0,2 Aluminis subtilissime pulverati 6,0 Glycerinae 20,0. Terendo exactissiine misce. D. S. Zum Bepinseln (gut umgeschüt- telt mittelst eines Pinsels aufzutragen bei Kose, Frostbeulen, Krätze etc.). (2) Linimentum antionthicum. Creme d'Eugenic. Rr Hydrargyri praecipitati albi 1,5 Ammoni carbonici 1,0 Barytae sulfuricae Talci Veneti Glycerinae Glycerolati amylacei ana 3,0 Olei Rosae guttas 3. Misce terendo, ut fiat massa tenerrima. D. S. Creme d'Eugenie (zum Bestreichen der Pustel und Finnen im Gesicht und anderer Hautflecke. Nebenher Gebrauch von Kaliumjodid, täglich 0,3—0,4 sechs Tage hindurch). (3) Unguentum antiglamyricum Fischer. Vfi Hydrargyri amidato -bichlorati 0,25 (-0,35) Unguenti cerei 5,0. M. D. S. Augensalbe (2—3mal täglich mittelst Pinsels das innere des Augenlides zu bestreichen, bei Augeuschieini* fluss, Blennorrhoea palpebrarum, der Neugeborenen). (4) Unguentum ophthalmicum opiatnn» Rust. 15c Hydrargyri praecipitati albi 0,5 Aceti plumbici Tincturae Opii crocatae ana 2,5 Unguenti cerei 10,0. M. D. S. Augensalbe (bei entzündete» oder triefenden Augen und Augenlidern- Bei alten Leiden empfehlen sich Pinscl- ungen mit Aqua ophthalmica w er ' curialis, Handb. II, S. 123). Augenbalsam des Dr. P. M. Salomon (Berlin) gegen alle Augenleiden empfoli| <3n ' ist eine Mischung aus 3'/2 Th. weissem Präcipitat und 100 Th. Ceratsalbe (1 Töpfe» 6 6 Mark). (HAGER, Analyt.) Extrait de camelias soll weisser Präcipitat in Rosenwasser (1 auf circa Wasser) sein. Es ist wohl nur das Griechische Wasser unter anderem Namen. Heilnniversalsalbe, Th. Brugier's (Karlsruhe), gegen Flechten, Salzfluss etc. Ist ein Gemisch aus weisser und rother Quecksilbersalbe (1 Töpfchen 3,20 Mark). Pomade, Dr. Lkhmann's (Ungarn), ein Cosmeticum, soll aus weissem P 1 '*. 01 /"^. und Wismuthsubnitr.it ana 1 Th. und Waclissalbe 4 Th. mit Rosenöl panUrmrt v» stehen. Nach Angabe der Bundschau (1880) besteht sie aus 100,0 Mandelöl; w, Q weissem Wachs; 25,0 Walrath; je 5,0 Wismuthsubnitrat und weissem Präcipitat; 1 > Glycerin und etwas wohlriechendem Oel. Das Lejimann'scIio cosmetische Wass soll aus 30,0 Gummischleim; je'15,0 Glycerin und Benzoetinctur und 600,0 Wasser " stehen. Beide Cosmetica sollen in Ungarn und Slavonien viel im Gebrauche sein. Hydrargyrum chloratum. Der käufliche Kalomel, wie er präparirt oder lävigirt von den D l< ^ gisten bezogen wird, ist sorgfältig auf Mercurichloridgehalt zu prüfen und dav Hydrargyrum chloratum. Kaloinelzersetzung. 537 zu befreien, aber nicht allein unter Extraction desselben mit Wasser oder Weingeist. Es würde die Lösung des Mercuricblorids immer gelingen, wenn dieses als solches ganz vertreten wäre, so aber scheint es nicht selten als Amid im Kalomel vorhanden zu sein, welches bekanntlich weder vom Wasser noch vom Weingeist gelöst wird. Während des Präparirens des Mercurichlorid-haltigen Ka- 'omels, wobei dieser mit Wasser breiig erhalten wird, scheint die Amidbildung v or sich zu gehen, theils durch Anwendung eines Ammon-haltigen Wassers, theils in Folge des Contacts mit einer Ammon-haltigen Luft. Das letztere Medium Enthält immer Ammoniumcarbonat, das erstere meistentheils, wenn es nicht über A laun destillirt wurde. Ein Apotheker sendete an Hager einen Kalomel, welchen der Arzt wegen besonderer Wirkungen für ungenügend rein oder für Sublimat - haltig hielt, welken aber der Apotheker sorgfältig mit Weingeist ausgewaschen hatte und daher ™ r Sublimat-frei betrachtete. Dem Apotheker konnte Hager nur antworten, den K-alomel auf Mercuriamichlorid mittelst Maceration und Extraction mit verdünnter ^ 8s igsäure etc. zu prüfen (Handb. II, S. 116), und dann den ganzen, starke "Puren Amid enthaltenden Kalomel-Vorrath mit einer reinen lOproc. Essigsäure zwei Tage zu maceriren und mit Weingeist auszuwaschen. Dieser Modus der Purification wird nothwendig bei jeder Calomelsendung an gewendet werden müssen, wenn man gesichert sein will, über einen völlig einen Kalomel verfügen zu können. Man ttbergiesse in einer Flasche 100 g des präparirten Kalomels mit einer Mischung aus 40 CC. verd. Essigsäure und 60 CC. destill. Wasser u ud stelle unter Msweiligem Umschütteln an einem kalten (17—20 °C. warmen) ?^ u lichtfreien Orte beiseite. Nach zwei Tagen gebe man 100 CC. de still, asser hinzu, schüttele kräftig um und decanthire die Flüssigkeit auf ein lei- enes Colatorium. Den Bodensatz mische man nun mit 200 CC. Weingeist, cüüttele kräftig um, decanthire, vermische den Bodensatz nochmals mit Weingeist und spüle ihn dann mit Weingeist auf das leinene Colatorium. Das Ab- ocknen muss endlich im Schatten und in ammonfreier Atmosphäre geschehen. Zersetzung des Kalomels. Corwin (New Rem. Vol. 6. No. 7) fand, , f ss theirweise Zersetzung und Uebergang in Mereurichlorid stattfindet beim Er- 11 wen im Wasserbade (durch 15 Minuten), beim Kochen mit Wasser (15 Minu- „ en )' De i Ueborhitzung beim Sublimiren, bei 3 tägiger Maceration in offieineller alzsäure, Salpetersäure, Königswasser, Blausäure, ferner in lOproc. Lösungen v on Kaliumbromid, Kaliumcyanid, Seignettesalz, Ammoniumbromid, Salmiak, Am- juonmmsulfat, Natriumchlorid (Ammoniumjodid hatte rothes Mercurijodid erzeugt). Jline Wirkung erwiesen sich Kaliumchlorid, Kaliumhypophosphit, Kaliumnitrat, allum sulfat, Kaliumsulfit, Ferriehlorid, Ferripyrophosphat, Schwefelsäure. Der sublimirte Kalomel ist beständiger als der durch Wasserdampf niedergeschlagene oder präeipitirte. Mit säuerlichem Milchserum, worin etwas Kochsalz gei 08 t wai .^ ii e f er t 0 a er präeipitirte Kalomel nach dreitägiger Maceration (.18—20° C.) deutliche Spuren Mereurichlorid, während der sublimirte und lavierte erst nach 10 Tagen unbedeutende Spuren Mereurichlorid erkennen Hess, ^alomel mit Enzianpulver und Enzianextract zur Pillenmasse gemischt und in Hlen geformt ergab als präeipitirter nach vier Wochen kleine Spuren, der prä- Parirte aber äusserst schwache Spuren, in saurer Kochsalzlösung löslichen Quecksilbers (Hager). Da das Mereurichlorid und Mercurioxyd in solchen Mischungen gewöhnlich als Amid vertreten ist, so muss ihre Extraction mittelst verdünnter ba ure bewerkstelligt werden. Dass Kalomel auch im Gemisch mit Zucker einer Zersetzung fähig ist, unter- 538 Hydrargyrum chloratum. Kalomelzersetzung. liegt in sofern keinem Zweifel, als dies durch Experiment mehrmals festgestellt werden konnte. Der zerriebene Zucker enthält Feuchtigkeit, oft auch Zuckerkalk, Natriumchlorid. Andererseits enthält die Atmosphäre stets Ammon, Kohlensäure und ozonisirten Sauerstoff, welche sämmtlichen Agentien in dieser oder jener Com- bination zum Kalomel die Bildung von Mercurichlorid und Mercurioxyd ermöglichen. Ein Gemisch im trocknen Zustande kann Monate lang unverändert bleiben, tritt jedoch Luftfeuchtigkeit hinzu, welche gepulverten Zucker stets begierig aufnimmt, so ist damit auch die nächste und nothwendigste Gelegenheit zur Bildung von Mercurichlorid gegeben. Dann darf die hinzutretende Luft nur stark amrno- niakalisch und ozonreich sein, so ist auch der zweite Factor zur Unterstützung der gedachten Zersetzung dargeboten. Der durch Wasserdampf niedergeschlagene, auch der präeipitirte unterliegen, wie schon bemerkt ist, einer Zersetzung leichter als der sublimirte und dann präparirte. Die Luft in den Apotheken ist fast stets eine unreine und sie enthält die Dämpfe von Ammon, Chlorwasserstoff, Essigsäure, Kohlensäure, Chlor, Brom, Jod, Phosphor und in Folge dieser, wenn auch in millionenfacher Verdünnung vertretenen Stoffe eine reichliche Menge Ozon und Wasserstoffhyperoxyd, welche Gase von gepulvertem, oft Spuren Zuckerkalk und Natriumchlorid neben organischen Säuren enthaltendem Zucker aufgenommen werden. Dazu kommt, dass dio Kalo- melzuckermischungen nicht hermetisch abgeschlossen sind. Somit ist der Bestand des Kalomels bald in dieser, bald in jener Weise gefährdet. Dass ein Mercun- chlorid-freier Kalomel in einem Glase, mit Korkstopfen locker geschlossen, lTJ einem Wohnräume (meinem Studirzimmer) nach mehreren Jahren deutliche Spuren Mercurichlorid enthalten kann, habe ich constatiren können, indem ich in dem Augenblicke, als ich dies niederschrieb, auch die Prüfung eines solchen Kalome' 3 vornahm, und die soeben ausgesprochene Behauptung als eine richtige erkannt 0 (Hager). Auch JoLi.y hat sich im Rep. de Pharm, in ähnlicher Weise ausg e " sprochen und seine bezüglichen Experimente mitgetheilt. Dass übrigens Fäl' 0 vorkommen, in welchen eine Zersetzung des Kalomels nicht constatirt werden kann, wird man wohl nicht bezweifeln z. B. bei Verwendung sehr reinen Zucker 8 und dichtem Verschluss des Standgefässes, mit solchen Fällen ist aber nicht d' 0 Möglichkeit der Zersetzung des Kalomels aus der Welt geschafft. Die lange Z« 1 dauernde Aufbewahrung von Kalomelmischungen ist und bleibt eine unzulässig und sollte in Apotheken wenigstens nicht zulässig sein. (Man vergleiche HagE* Auslassung über „vorräthige Kalomelmischungen" pharm. Centralh. 1867 Nr. A und 1879 Nr. 33.) Ed. SCHAER (Her. d. d. ehem. Ges. 1879) bespricht denselben Gegenstand in Folge der Aufbewahrung eines Gefässes mit Kalomel einem Räume, in welchem sich ein nicht genügend dicht geschlossenes Get» mit Jod befand. In dieser Mittheilung wird die Mercurichloridbildung dm c den Einfluss der Alkalien als unaufgeklärt hingestellt, doch dürfte die Erklärt»» wohl keine schwierige sein. Das Alkali wirkt zersetzend auf das Mercurochlovi > es entstehen Mercurooxyd und da gleichzeitig Ozon und Kohlensäure mit ei ^ wirken, so geht das Mercurooxyd in Mercurioxyd über, welches dem anlagernde^ Mercurochlorid das Chlor einerseits streitig macht, andererseits neben dem j c curochlorid lagert, um beim Uebergiessen mit Wasser (behufs der Untersuchung/ in Mercurichlorid überzugehen. Das Alkali wird mit Kohlensäure gesättigt- Im Jahr 1878 theilte C. Slop in Cadenberg seine Versuche über die Suö^ matbildung des Kalomels in Folge eines Vergiftungsfalles mit und schliesst mit folgender Auslassung.^ _ . t „In verschiedenen Kalomelpastillen, bei denen Zucker zur Basis ge Sub- hatte, und welche älter als einen Monat waren, habe ich keine Spuren von limat nachweisen können, während ich bei anderen wieder beträchtliche Meng Hydrargyrum chloratum. Kalomelzersetzung. 539 davon fand. Meiner Meinung nach ist die hier beobachtete Verschiedenheit eine ■rolge der Verwendung verschiedener Zuckersorten des Handels; die ersten Pastillen werden aus bester und neutraler Raffinade bereitet worden sein, während ül e anderen Pastillen aus Zucker erster Krystallisation, auch roher Zucker genannt, hergestellt sein mögen, welcher grössere Mengen von Calcaria hydrica enthält, die von den Fabrikanten zur Läuterung und Neutralisation des Zuckersaftes angewendet wird. Ferner ist der Colonialzucker häufig ein wenig sauer. Es sei nun wie es wolle, in diesen beiden letzten Fällen verwandeln entweder die dem ucker anhängenden Alkalien oder Säuren einen Theil des Kalomels in Aetz- ■Ublimat, gewiss aber ist nicht der Zucker diejenige Substanz, welche eine solche «•eaction hervorbringt, sondern es sind die Verunreinigungen, die dieser enthält. enon früher hat man diese Angaben durch entsprechende Experimente zu widerlegen versucht (wie Dr. Hageb im Commentar zur Ph. Germ., Bd. 2, S. 166 «theilt), dabei aber nicht alle möglichen Umstände und Einflüsse in Erwägung »ezogen, welche die Umsetzung in Chlorid anregen oder begünstigen. Meine nalysen werden nun Jeden überzeugen, dass die Anwendung von Zuckerpastillen ® Vehikel eine unzweckmässige und die Aufbewahrung von Calomel llt Substanzen gemischt, welche Alkalien, organische Säuren etc. ^halten, wie es leider nicht nur in manchen Polikliniken, son- * n auch in den grösseren Apotheken üblich ist, entschieden zu Wl derrathen ist." st 1, ^P° tn eker Vebne (Bulletin de Therap.) findet im Widerspruch zu den vor- ' enden Erfahrungen den Kalomel als eine sehr stabile Verbindung, welche er Umständen eher eine Reduction erfahren müsse. Da liegt nun eben der t ^ n *-t, um welchen sich die Zersetzung und Mercurichloridbildung dreht. Wäh- .. | , as Kalomelpartikelchen auf der einen Seite sein Chlor abgiebt, nimmt das c fliegende dieses auf, um Mercurichlorid zu bilden. Man findet daher in mischen mit Kalomel beide Formen vertreten. Behandelt man sie mit dünner iwach salzsauer gemachten Natriumchloridlösung, so findet man im Filtrat Mer- tj ° x y^ gelöst und im Filtrum ein graues, freies Metall enthaltendes Pulver. li h ^ mm on der atmosphärischen Luft das Mercurichlorid in Weingeist unlös- macht, so ist die Behandlung mit schwacher Säure nothwendig. da w Hoglan sa gt i m Gegensatz zu Veene's Behauptung (Chem. News 42), unifriT" alomel m it Wasser bei Körperwärme langsam in Mercurichlorid übergehe d dass dieser Vorgang durch Gegenwart von Kochsalz, Citronensäure, Zucker gefördert werde. Wem diese Mahnungen, Kalomelmischungen nicht vorräthig zu halten, nicht genügen, wer die bereits von Hager in seinem Commentar zur Ph. Germ, und im andbuch gegebenen Warnungen für unerhebliche hält, möge den Erfahrungen t ^xji US (A rcrj i v der Ph. 1879) und Schaeb's (Jahresb. 1879, S. 122) Beach- ,"g zuwenden. Die Absicht dieser Mahnungen bezwecken Verhütung von Un- sUck ; womit eine Vergiftung durch Mercurichlorid mit Rocht bezeichnet werden nn j und schon Spuren Mercurichlorid reichen bei manchen Personen aus, die Wundheit auf kürzere oder längere Zeit zu erschüttern. , Im Jahre 1867 (ph. Centralh. 1867, Nr. 31) hat Hager das Vorräthig- jalten getheilter Kalomelpulver als Recepturerleichterung eingehend besprochen "*? als verwerflich bezeichnet. Andere haben nach dieser Zeit, wie angegeben 3 ein gleiches gethan, wie es aber scheint, ohne Erfolg. Die Preisfrage der ^EüKER-Stiftung 1879—1880 hatte nämlich dasselbe Thema zum Grunde und aer Preiserwerber, Paul Meeees, konnte in keinem Falle der Kalomelmischnngen ei ne Spur Sublimat durch Weingeist in Lösung bringen. Die Preisfrage spricht 540 Hydrargyrum chloratum (Anwendung). von Veränderung des Kalomels in Mischungen und der Preiserwerber sucht nur den Sublimat darin, aber nicht die AmidVerbindungen! Anwendung des Kalomels. An Hager wurde von zwei Apothekern Nord- Amerikas die Frage gerichtet, was er von der Dispensation des Kalomels in Artikeln des Handverkaufs halte, da er in mehreren Vorschriften im Manuale pharmaceuticum Kalomel aufführe, er aber in seinem Handbuch der pharm. Praxis denselben in entsprechenden Vorschriften nicht erwähne. Da diese Frage eine sehr wichtige ist, so sei sie hier beantwortet und zwar mit dem Wunsche, dass die Herren Apotheker dem Gegenstande Beachtung zuwenden mögen. K,alomel ist und bleibt ein wichtiges Arzneimittel, welches aber nur in besonderen Fällen in Anwendung kommen sollte. Während einer 50jährigen Thätig- keit in der Pharmacie habe ich auf die Wirkung der Arzneikörper unausgesetzt geachtet und so habe ich wahrgenommen, dass Kinder, welche vom Arzte Kalomel erhielten in entzündlichen Leiden, als Wurmmittel etc., sich als Erwachsene keines guten Gebisses erfreuten. Die Zähne wurden hohl, bröckelten ab, fingen an zu wackeln, wollten nicht wieder festwachsen etc. Diese Unglücklichen müssen sich nun bis zu ihrem hohen Alter, wenn sie ein solches erreichen, mit diesem Mang el quälen. Dieser Zustand des Gebisses trat auch in den Fällen ein, wo der Kalomej' gebrauch vor dem Zahnwechsel stattfand. Daraus folgere ich, dass mit der Lei' besöffnung wohl der grössere Theil des Kalomels abgeschieden werde, dass ab er immer noch ein Theil des Quecksilbers im Körper restire und zwar lange Zeit hn*' durch, um die nach dem Zahnwechsel aufgeschossenen Zähne in ihrem Halt z u stören. Möge der letztere Fall nicht immer eintreten, so ist er sicher der hä u ' figere. Selbst ein einmaliger Gebrauch des Kalomels von ungefähr 0,3g genüg bei manchen Personen, den Zähnen den normalen Halt zu rauben. Es brauchet nicht alle Zähne ruinirt zu werden, so doch immer einige. Grössere und erwachsene Personen verlieren ihre Zähne eher, sie leiden öfter an den Zähne») wenn sie Kalomel einige male gebrauchten. Bei Fraustadt existirt ein P 0 . 1 Kursdorf, deren Bewohner sich durch treffliche Gebisse auszeichneten, n ur ' einer Familie war das nicht der Fall und mussten häufig Zahnmittel in An w en düng kommen. Der Familienvater, noch gar nicht alt, hatte alle Zähne verlöre • Ich hielt diese Erscheinung für einen Familienfehler, bis der Zufall mir die^ Au klärung gab. Diese Familie hatte einen Verwandten, der sie mit KeyseR sc1 ' Pillen fleissig versah und musste jedes Familienglied im Frühjahr und 2 er eine innere Körper- oder Blutreinigung mittelst jener Pillen vornehmen. ^ Untersuchung ergab in diesen Pillen neben Aloe und Jalappcnharz Kalomel etwas Sublimat, doch hinreichend, bei dieser oder jener Person eine gelinde vation zu erzeugen. Jedes Glied dieser Familie hatte ein weisslich geran 0 - Zahnfleisch, keines erfreute sich eines vollständigen Gebisses, obgleich der brauch der Pillen nur ein seltener war. Diese wenigen Notizen mögen als ' wort auf jene Frage dienen. Sie mögen genügen, die Apotheker zu warnen, den im Handverkauf abzugebenden Wurm- oder Laxirmitteln, dem Kalomel ein Platz zu gönnen. Im anderen Falle erzeugen sie nur Unheil. Die Gesundbei polizei sollte den Verkauf von Mitteln mit Kalomel so bestrafen wie den u " te laubten Handel mit Gift. Gleichzeitig muss ich bemerken, dass sehr viele ^ 6l von dieser Wirkung nichts zu wissen scheinen, vielleicht werden sie hierrM geregt, ihre Aufmerksamkeit der Sache mehr zuzuwenden. Die Anwendung des Kalomels äusserlich bei Augenleiden dar'• ^. geschehen, wenn nicht zugleich Kaliumjodid (Kaliumbromid), überhaup ' präparate innerlich genommen werden. Im anderen Falle kann Kalomel ie ^ er . Augenentzündungen hervorrufen, in Folge der Bildung von Mercurijodid und Hydrargyrum bichloratum. Hausschwamm. 541 CTrichloriä, welche ätzend wirken. Nach dem Nehmen von Kaliumjodid lässt sich Bchon innerhalb 10 Minuten Jod in dem Augenschleime nachweisen (SOHLAEFKE, Arohiv für Ophthalmologie 25). Gefässe zu Quecksilberfumigationen sind gusseiserne, innen glasirte Schalen, auf deren Boden der Kalomel mittelst eines Theesiebes aufgestreut wird. Chemische Photometcrmischung. Dieselbe besteht nach J. M. Eder aus 2 Vol. einer Lösung von 40 g Ammoniumoxalat in 1 Liter Wasser und 1 Vol. einer l^ösung von 50g Mercurichlorid in 1 Liter Wasser. Auf diese Lösung wirkt J 18 Sonnenlicht (hauptsächlich die ultravioletten Strahlen) unter Ausscheidung von ™ercurochlorid. Wärme unterstützt die Ausscheidung, jedoch vermag sie allein •eselbe kaum zu veranlassen. Im Uebrigen vergl. Polyt. Notizbl. Nr. 22, ph. ^entralh. 1879, S. 4G2. „. Ean des perles, ein Pariser Cosmeticum, bestand aus 1 Th. Kalomel, 1 Th. ^»nkweiss und 11 Th. Brunnenwasser (38 g 0,50 Mark). (Wittstein, Analyt.) . KEYSER'sche Pillen, erst später hat man den Namen in Kaiserpillen umgesetzt ^>anclb. Bd. I, S. 238, Bd. II, S. 68), waren schon vor 100 Jnhren im Gebrauch und ^hielten damals stets Kalomel. Da man diesen Pillen nachrühmte, das Blut und den °rpcr von unreinen Säften zu befreien, welcher Aberglaube auch noch heut sein do^h behauptet, so mögen sie viel Unglück angerichtet haben, wenn man das Ver- i'Densein des Gebisses nämlich als Unglück ansehen darf. Vergl. oben S. 540. aus 1 ? EDLINGER ' sc ' i e Pillen (Handb. II, S. 120) wurden zusammengesetzt befunden o;„ v? Aloe, 5,0 Resina Jalapae, 5,0 Saponis jalapin. und 2,5 Calomel. Gewicht ein er Pin e 0 ,i 2 5. ^ Schönheitswasser, Eau de bautöe, bestand aus 1 Th. Kalomel und 32 Th. asser. Ein aus Petersburg stammendes Präparat bestand aus 1 Th. Kalomel und l "- Rosenwassor (250g 3,50 Mark). (Wittstein, Analyt.) Ge "f^phenapotheke von Dr. Beau in Dresden, früher in Langenberg bei Gera. 0« fn Einsendung von 3 Mark erhält man als Taschenapotheke in einer Papierkapsel fem ai Klauwo ' S8üs Pulver, ein Gemisch aus ca. 10g weisser Magnesia, 0,5g gebrann- Mvr h . n ' 0>05g Mercurichlorid, besprengt und verrieben mit etwas Benzoe- und Hee-t' . ntuictm " und einer homöopathischen Hpur Opiumtinctur. Neben diesem Pulver hanrt T^a ^ locü ürchen mit 12 Pagina in Sedezform, von den geheimen Krankheiten an ,i Am Schluss desselben wird gesagt, das« sich der Patient auch brieflich i)(]p r> guton Doctor wenden könne und er wird sofort gegen Einsendung von 3 Mk. Mal oa * n!U! hnalmie die Heilmittel auf 2 —3 Wochen oder auf Wunsch für mehrere k auf längere Zeit, nebst Gebrauchsanweisung erhalten (1878). Hacek. Hydrargyrum bichloratum corrosivnm (Handb. TI, S. 120). Ein Mercurochlorid ^Itendes Mercurichlorid wurde im Handel angetroffen (Schlesinger). Ferner ^ der Sublimat nicht selten mit Arsenik verunreinigt, wahrscheinlich in Folge Anwendung einer arsenhaltigen Schwefelsäure bei der Darstellung (Granvilee). alomelgehalt ergiebt sieh beim Auflösen und den Arsenik in dem Wasser, in Welchem man den Sublimat gelöst durch Aetzammon fällt, Aetzsublimat als Mittel gegen den Hansschwamm. Ob Aetzsublimat vor dem Scheinen des MüLLER'schen Mykothanatons (Handb. II, S. 131) im Handel Zu i^Vertilgung des Haussohwammes empfohlen worden ist, ist mir (dem Verf.) ni cht bekannt. Genug, es wurde selbst von Apothekern dazu vorwendet, auch ^eiss ich nicht, ob die Gesundheitspolizei gegen dieses schreckliches Unheil brütende Mittel irgendwo einschritt. Ein Apotheker Z., seinen Namen will er nicht genannt wissen, wendete sich an mich und ersuchte mich um Rath über seinen Gesundheitszustand. Er sei "nmer ein gesunder Mensch gewesen, habe nie au galanten Krankheiten gelitten, d °eh seit ein Paar Jahren befinde er sich in einem Zustande, in einem Unwohl- 542 Hydrargyrum bichloratum. HauMchwamm. Wohlsein, das ganz eigenthümlich sei. Er habe den Rath vieler Aerzte eingeholt, doch alle Mittel seien ohne Erfolg geblieben und da er zu mir grosses Vertrauen habe, so wende er sich an mich um Rath bittend. Seine Zähne wackeln, das Zahnfleisch habe einen weissen Rand und sei welk oder doch nicht im normalen Zustande. Die Haare gehen stark aus. Die Gesichtsfarbe sei blass, seine Arbeitslust sei wie gelähmt und dergleichen mehr. Dass hier eine chronische Quecksilbervergiftung vorliegen müsse, war mir klar, der ich in meinen jungen Jahren mit ähnlichen Leiden kämpfen musste, auch an blass gerändertem Zahnfleisch litt, ohne die Ursache davon zu kennen. Eine chronische Quecksilbervergiftung nahm ich als Krankheit des Herrn Z. an und gab ich ihm den Rath, die Räume der Apotheke sorgfältig zu durchsuchen, ob vielleicht Quecksilber zerstreut sei, auch Goldblatt an verschiedenen Stellen des Apotheken- und Wohnraumes nahe dem Boden und der Decke, so wie in der mittleren Distance aufzuhängen, nach 8 bis 14 Tagen zu sammeln und in einem Glasrohre (S. 531) zu erhitzen oder sie mit 12,5proc. Salpetersäure auszukochen etc. Ob Herr Z. dieses alles gethan hat, weiss ich nicht, genug er behauptete, dass nirgends Quecksilber anzutreffen sei, sein Leiden wohl einen anderen Grund haben müsse. Endlich nach vielem Hinund- herschreiben erwähnte er in einem Briefe, dass er behufs Zerstörung des Haus- echwammes die Treppe mit einer Aetzsublimatlösung bestrichen, dieses Salz aber doch nicht flüchtig sei. Dass hier dieser Anstrich die Ursache des Leidens des Herrn Z. war, steht ausser allem Zweifel. Alle Körper, deren Siedepunkt bis unter 400° C. liegt, sind auch einer Verdunstung bei gewöhnlicher Temperatur fähig. Diese Ansicht erlaube ich mir zu behaupten und lässt sich durch das Experiment beweisen. Quecksilbermetall siedet bei 360° C. und wie leicht es bei mittlerer Temperatur verdunstet, ist ja eine bekannte Sache. Der Siedepunkt des Mercurichlorids liegt bei 293°, liegt also niedriger als der des Metalls, un r en ( bei Augenschleimfluss nach SfcUobener Entzündung). 1.4) Collodium abortivum ad pustulas »anolarum Dujardin - Beatjmetz. ol lodion abortif des pustules varioliques. g ol H ydrargyri bichlorati corrosivi 0,3. Collodii 17,0 Oloi Bicini 3,0. (5) Collodium corrosivwn mercuriale v. Sigmund. Collodium psoricum v. Sigmund. Krätzcollodium. IV Hydrargyri bichlorati corrosivi 1,0. Solve in Collodii 25,0 Olei Lina 1,0. D. S. Des Morgens zum Einpinseln (bei hartnäckiger Palmar- und Plantarpsoriasis. Eine einmalige Einpinselung der Haut- pickol dürfte genügen, die Milben zu todten. Die nicht inficirten Hautstellen bepinsele man nicht. Die Bänder oder unteren Theilo der Aermel der Kleidungsstücke, der Aermel des Bockes, der Unterjacke, des Hemdes sind mit Eau de Co- logne oder bosser mit Spiritus niorpioni- eidus zu befeuchten). (6) Collodium corrosivum mercuriale Waldenburg. Sublimat - Collodium. IV Hydrargyri bichlorati corrosivi 2,5. Contrita agitando solve in Collodii 20,0 Aetheris 5,0. D. S. Aetz-Collodium oder Aeusserlich (zum Aetzen). (7) Collodium cumHydrargyro biclilorato oorrosivo. Dieses lproc. Präparat, Handbuch II, S 123 hat sich zur schnellen Beseitigung syphilitischer Neubildungen seeundärer Natur, wie Papeln, Pusteln und Schuppen ausserordentlich bewährt (v. Sigmund). Täglich wird die Pmselung nach Beseiti- 544 Hydrargyrum bichloratum. gung des alten Ueberzuges mittelst Hoff- mann's- Tropfen (Liquor aethereus) und Seife wiederholt. (8) Liqnor antidysentericus ad clysma Hufeland, Kopp. R? Hydrargyri bichlorati corrosivi 0,01 (-0,02) Opii pulverati 0,06 Mucilaginis Guinmi Arabici 50,0 Aquae deBtillatae 30,0. M. D. S. Erwärmt zum Klystier zu verbrauchen (bei Kuhr). (9) Liquor ascaridifugus ad clysma Kopp. Kc Hydrargyri bichlorati corrosivi 0,015. Solve in Infusi florum Cinae (ex 8,0) 50,0 Mucilaginis Gummi Arabici 10,0. D. S. Mit gleich viel heissem Wasser gemischt zum Klystier (gegen Ascariden bei Kindern von 5 und mehr Jahren). (10) Liquor Hydrargyri albuminati Bamberoer. (Handb. II, S. 125) wird jetzt besser durch LiquorHydrargyripeptonati, Handb. II, S. 648, ersetzt. Auch diese Lösung wurde von Pospelow verworfen und dafür eine andere veröffentlicht, welche nur eine Correctur erforderte. Die folgende Vorschrift sichert eine correcte Darstellung und das Präparat ist conser- virbar. Vf Albuminis ovi gallinacei recentis 22,0 Aquae destillatae 88,0. Conquassata sepone per diem unum, tum decantha et Ultra. Liquoris nlbuminosi hujus 80,0 (reli- quum liquoris seponendo) bacillo vitreo agitatis sensim instilla Hydrargyri bichlorati corrosivi 2,5 soluta in Aquae destillatae 50,0. Quo facto guttas duas laminae porcella- neae impone, quibus adde guttam unam liquoris Kali caustici. Si inde turbatio e rubro flavida efficitur, quae inopiam albuminis indicat, illi mixturae Liquoris albuminosi sepositl quantitatem sufncientem immisce, do- nec guttae aliquo mixturae liquore Kali caustici commixtae turbationem e rubro flavidam non amplius efficiant. Tum mixturae (adhuc turbidae) ad- misce liquorem filtratum paratum e Natrii chlorati siccati 3,0 et Aquae destillatae 15,0. Mixturae (nunc limpidae) admisce Spiritus Vini (90%) 30,0 Aquae destillatae 60,0 antea commixta, postremum Glycerinae purissimae q. 8. ut mixturae volumen ccntimetros ducentoS et quinquafrinta (250 CC.) expleat et singuli centimetri liquoris 0,01 (vel cen- tigramma unum) Hydrargyri bichlorati corrosivi contineant. Postremum ultra. Liquorem loco frigido, lumini diurno noß obvio, in lagenis epistomio suberino bene obturatis serva. Si post aliquot temp uS liquor nonnullos flocculos mucilaginosoä continet, denuo filtretur. (11) Liquor Hydrargyri bichlorati cum Natrio chlorato Stern. Liquor hypodermatico-injectorius merc«* rialis Stern. Stern's Mercurinatriumchloridlösung oder Quecksilberchlorid-Chlornatriumlösung & ur hypodermatischen Anwendung. I. Liquor mitius. R; Hydrargyri bichlorati corrosivi 0,2 Natrii chlorati puri 2,0. Solve in Aquae destillatae 50,0 deinde filtra. IL Liquor fortius. R? Hydrargyri bichlorati corrosivi 0,25 Natrii chlorati puri 2,5. Solve in Aquae destillatae 50,0 deinde filtra. D. S. Zur subcutanen Injection. P',% Lösungen empfiehlt Herr Dr. Emil St 1 " (Breslau) als besonders für die siibcuta^ Injection geeignet, ohne, ausgenonii _ ein l'/. 2 stündiges gelindes brennendos fühl an der Injectionsstelle, die wW■ wärtigen localen Wirkungen der sonstig Sublimatinjectionon zur Folge ^ u .,f aW Die Einzelninjectionsdosis des Sudü u ist 0,008 bis 0,01 oder von den vor merkten Flüssigkeiten 1,7—2,2. (12) Liqnor rhinotherapeuticus. Liquor rhinohygranticus. Nasenheilbal» 111 * r? Hydrargyri bichlorati corrosivi (Centigr. 1) Acidi benzoici 0,1. Solve in Aquae Rosae 20,0 Spiritus Vini diluti 3,0 Glycerinae 5,0 0,01 Hydrargyrum chloratum. 545 Tum admisce Tincturae Opii simplicis 1,0. ": S. Aeusserlich 2—3 mal täglich einzupinseln (kranke, wunde Nasenflügel oder kranke Stellen der Lippen bei Ka- wrn, auch bei triefenden Augen). (11) Mixtum mercurialis albuminosa von Baerensprung. Von Baerensprung's Quecksilber- albuminat. * Hydrargyri bichlorati corrosivi 0,1 g 0 . Ammonii chlorati 3,0. «. Aquae destillatae 150,0. lu m admisce Albumen et vitellum ovi unius galli- n nacei. Wo »cto liquorem filtra. fwr- S. Zweistündlich einen Esslöffel, zn M- Ser wäre es wohl, nur das Albumen r w 'schung zu verwenden.) (12) Pilulae alterantes Clinici (Berolinensis). . Pasta caustica mercurialis Ricokd. hydrargyri nitrici oxydati 8,0 Acjdi nitrici fumantis Äc idi nitrici ana 1,0 Camphorae 2,0 Spiritus Vini diluti 2,5 Boli albae 1,5 vel q. s. Misce, ut fiat massa pastacea mollior. D. ad vitrum. S. Zum Aetzen (der Condylome). (3) Pilulae Hydrargyri nitrici oxydulati (Sainte-Makib). Pilules de protonitrate de mercure. i)c Hydrargyri nitrici oxydulati crystalli- sati 0,5 Extracti Liquiritiae 2,0 Radicis Liquiritiae q. s. Misce, fiant pilulae quinquaginta (50). Singulae contineant 0,01 salis mercurialis. Eadice Liquiritiae pulverata consperge. D. ad vitrum. S, 2—3—4mal täglich eine Pille. 550 Hydrargyrum oleo-stearinicum. — Hydrargyrum oxydatum. Hydrargyrum oleo-stearinicum. Hydrargyrum oleoraargarinicum ist das, was die Ueberschrift besagt. ■J Hydrargyrum oleostearinicum oxydnlatum (ad usum internum) bildet eine harte weisse Masse, unlöslich in Wasser, aber löslieh in fetten Oelen. Behufs seiner Darstellung löst man 10,0 krystallisirtes Mercuronitrat, zuvor zu Pulver zerrieben, in einer Mischung von 30,0 Wasser und 40,0 reinem Glycerin und filtrirt, wenn es nöthig sein sollte. Diese Lösung wird mit einer filtrirten Lösung von 10,0 neutraler medicinischer Seife in 50,0 Weingeist und 150,0 destill. Wasser vermischt und nach dem Umrühren beiseite gestellt. Nach einem Tage wird der Bodensatz in einem leinenen Colatorium gp' sammelt, mit kaltem Wasser ausgewaschen, bei lauer Wärme getrocknet und io dicht geschlossenen Glasgefässen in der Keihe der stark wirkenden Arzneikörpe r aufbewahrt. Zur Darstellung empfiehlt sich, 3 Th. Oelsäure bis auf 100—110° C. z tt erhitzen, unter Umrühren nach und nach mit 1 Th. präcipitirtem Mercurioxyd zu versetzen, nach der Auflösung mit 1 Th. Vaseline zu mischen, absetzen zu lassen und zu decanthiren. Dieses Präparat enthält 20 Proc. Mercurioxyd- Hydrargyrum oxydatum. Hydrargyrum oxydatum flavum. Zur Darstellung ist nach Volhard zunäcb 8 ein total reiner Aetzsublimat herzustellen und zwar durch Sublimation eines innig 60 Gemisches aus 200 Th. käuflichem Mercurichlorid mit 10 Th. Mercurioxyd. P' 6 Erhitzung geschieht im Sandbade in einer porcellanenen Schale, in welche elD gläserner Trichter gestellt ist. Die Fällung geschieht mit eisenfreier Aetzlaugf' Die Wirkung des gelben Oxyds soll eine bedeutend kräftigere sein, als die des rothen Oxyds. Camphorae 0,2 . ,j. Butyri recentis (a sale culinari beri) 10,0. bll- M. f. unguentum. Camphora trita i n ^. tyro hquato primum solvatur, tum «' dum Hydrargyri et sal plumD^" tenerrime trita et bone cominixta c butyro refrigerato contorantur. liinduvcn (1) Pulvis causticus Schucharth. i£ Hydrargyri oxydati rubri Aluminis usti ana 2,0 Herbae Sabinae 8,0. M. f. pulvis subtilissimus. D. S. Streupulver (auf Condylome, auch verwendbar wie das PLENK'sche Pulver Handbuch II, S. 147 [4]). (2) Unguentum ad apostema Eust. Vf Hydrargyri oxydati rubri 5,0 Unguenti plumbici 20,0. M. f. unguentum. D. S. Zum Verbände schlaffer scrophu- löser Geschwüre. (3) Unguentum blephariticnm Deval. Vf Hydrargyri oxydati flavi Plumbi acetici ana 0,5 4 Minuten ■••..... , hei bereiben lg?. D. S. Abends 3- die Augenliedränder zu Augenliedentzttndung, blopliarite airo, nachdem durch lauwarme Umscn und Waschungen die Scliloimkrusten seitigt sind). , , f * e xa Diese Salbe hat Aehnliehkoit van ^ üngt. opthalmic. Regent (SandDueu S. 149 [20]), nur ist präeipitirtes »e 10 oxyd in obiger Salbe vortreten. Augensalbe, Kreickmeyer's (Dresden), soll Ungt. Hydrarg. rubrum sein. Augensalbe von St. Andkäe (Bordeaux) soll bestehen aus: 5,2 Bleiace a , Ammoniumchlorid; 0,3 Zinkoxyd; 5,2 Mercurioxyd und 30,0 Ungt. rosatum. Hydrargyrum oxydulatum. — Hydrargyrum snlfuvatum. 551 Hydrargyrum oxydulatum. •f* Hydrargyram oxydalatam lutrico-ammoniatam. Das schwarze Mercurooxyd oder Quecksilberoxydul ist von L. Weigert bei Diphtheritis mit Erfolg angewendet worden. Er bezeichnet es mit Hydrargyrum oxydatum Bigrum. Zweistündlich wurden 0,6 inhalirt, nebenher stündlich Kalomel und DowER'sches Pulver a ua 0,06 gegeben und bei starker gastrischer Reizung Einreibungen mit 5 oder lOproc. Hydrargyrum oleostearinicum (Hydrargyrum oleatum) gemacht. Mit Abnahme der Krankheitserscheinungen wandte L. W. seltenere Dosen an, zuletzt täglich 3 mal. Schon nach 24 Stunden waren der Krankheit Grenzen gesetzt n ud innerhalb einer Woche Heilung erzielt. Die Temperatur wurde stets schon im Verlaufe der ersten 24 Stunden eine normale. Complicationen in Folge der Mercurialkur fanden sich nicht ein. Eine solche Kurmethode erregt viele Bedenken. Hydrargyrum sulfuratum. Die längst vergessenen Quecksilberräucherungen sind wieder aufgenommen nn d besonders von L. Parker (London) und dann von Horteloup (Paris) empfohlen worden. Paschkis führte die Räucherungen unter Uebereinstimmung V °N Sigmund' s in folgender Weise aus. Auf dem Fussboden zwischen den Beinen e j n es Sessels mit durchbrochenem Sitzbrett wurde das Quecksilberpräparat in einer Porcellanschale auf einen Dreifuss und darunter eine brennende Weingeist- ™ m pe gestellt. Der Kranke setzt sich nackend auf den Sessel und ist in einen farchentmantel gehüllt. Es wurden 5—15 g Kalomel oder Zinnober zu einer «äucherung verbraucht. Dauer 10 — 20—25 Minuten. Nach der Räuchernng wurde der Kranke in Leinentücher gehüllt und musste er dann 3 Stunden im Bette liegen bleiben. (Näheres: Vierteljahrsschrift f. Dermatol. und Syphilis V, S - 415.) Bestimmung des Quecksilbers im Roh-Zinnober. Diese geschieht bequem nach Hempel in folgender Weise: Eine abgewogene Menge Rohzinnober wird mit Mennige — wegen den im Rohzinnober enthaltenen bituminösen Substanzen — gemischt in einen Porzellantiegel gebracht, dieser mit einem genau tarirten, nach innen etwas gebogenen Deckel aua reinstem, absolut kupferfreiem Golde bedeckt und der Tiegel erhitzt. Während des Erhitzens wird in die Höhlung des Deckels Wasser gegeben und dasselbe, sobald es verdampft ist, immer wieder erneuert, damit der Deckel eine höhere Temperatur als 100° nicht anneinnen kann. Nach Beendigung der Operation ergiebt die Gewichtszunahme des Tiegel- öeckels die Menge des vorhandenen Quecksilbers. Einfaches Ausglühen genügt, n m den Deckel für die nächste Analyse wieder brauchbar zu machen. Dass Schwefelquecksilber nicht eine so stabile und feste Verbindung ist, wie allgemein angenommen wird, hat Ed. Teuber nachgewiesen (Pharm. Centralh. 1879, S. 374). Sowohl das amorphe schwarze, als auch das etwas widerstandsfähigere krystallinische rothe, der Zinnober, werden von der Salzsäure je nach dem Concentrationsgrade der Säure, der Temperatur und Dauer der Einwirkung mehr oder weniger in Hg 2 Cl 2 , HgCl 2 , SH 2 und S zerlegt. Oon- «entrirte Salzsäure bringt schon bei gewöhnlicher Zimmertemperatur momentan eine theilweise Zerlegung hervor, wobei der Geruch nach bli 2 deutlich wahrnehmbar ist, und es lässt sich unmittelbar nach stattgefundener Vermischung von 552 Hydrargyrum sulfuratuin. — Hydrastis. Zinnober mit der Salzsäure in dem zuvor mit Wasser verdünnten Filtrate Mercuri- chlorid nachweisen, lg Zinnober mit 50ccm concentrirter Salzsäure 6 Stunden hindurch bei 45—50°C. digerirt, zersetzte sich in der Art, dass hiervon 24,23 Proc. in Mercurichlorid und 54,37 Proc. in Mercurochlorid verwandelt wurden. Wurde unter denselben Umständen zur Hälfte mit Wasser verdünnte Salzsäure angewendet, so fand man im Filtrat noch 1,11 Proc. Hg, und bei einer mit 4 Theilen Wasser verdünnten Salzsäure auch noch 0,11 Proc. Hg als HgCl 2 g e " löst. Nach 6stündiger kalter Digestion fanden sich im Filtrate vor and zwar: Bei concentrirter Salzsäure 5,34 Proc, bei zur Hälfte mit Wasser verdünnter Säure 0,13 Proc. und bei mit 4 Theilen Wasser verdünnter Säure noch deutliche Spuren von Hg. Ponsaelium, Cyanon, zwei neue Namen für zwei Quecksilberverbindungen, über welche Lewis Thompson (Chem. News 37) Folgendes berichtet. Beim Hindurchleiten eines Schwefelkohlenstoff enthaltenden Leuchtgases durch eine Mer- curicyanidlösung oder beim Schütteln dieser Lösung, welche mit einem mehrfachen Volumen Aetzkalilauge versetzt ist, mit Schwefelkohlenstoff, erfolgt eine weisse, nach und nach in Braun, Grau und Schwarz übergehende Färbung und nach 1 bis 2 Tagen setzt sich ein schön scharlachrother Niederschlag, das Ponsaelium» ab, welcher nur durch Königswasser gelöst werden kann. Seine Formel is* Hg 2 S 3 CH 2 . Der zuerst entstehende weisse Niederschlag, das Cyanon, explodirt bei einer Erhitzung bis zu 200°. Das Quecksilber in dieser Verbindung soll sich auch durch Kupfer ersetzen lassen und hält Thompson diese Kupferverbindung für die Ursache der Explosionen, welche nicht selten beim Ausbessern alter Gasometer entstehen. Durch Waschen mit Schwefelammonium kann diese Verbindung zerstört werden. Der Name Ponsaelium ist dem lateinischen Namen von Newcastle, dem 0« 8 der Entdeckung jener Verbindungen, dem Pons Aelii entnommen. Hydrastis. Hydrastis Canadensis Linn. (Warneria Canadensis Miller, Kanadische Wasserkraut, gelbes Blutkraut, yellow Pucoon), eine in Nordamerika, von Canad bis nach Carolina und Tenessee häufige Ranunculacee, der Gruppe der Anemonee angehörend. Radix Hydrastis (Canadensis), Gelbwnrz (Kanadische), Yellow■ root, "> e frische und die getrocknete Wurzel. Das frische Rhizom ist sehr saftreich, g el1 ?' auf dem Bruch lactescirend, hin und her gebogen, knotig aufgeschwollen und W zahlreichen fadenförmigen Wurzeln besetzt. Sie enthält neben den unten erwähnten Alkalosen nach Lerchen's Untersuchungen Eiweiss, Zucker, Extractivstoff und eine Säure, welche mit FerricHorm einen grünen Niederschlag giebt, sich aber gegen Chinaalkalo'ide und Leimlösung indifferent verhält, also keine Gerbsäure ist, ferner einen in heissem Aether löslichen fettig-harzigen, wenig gefärbten Stoff, ein in Weingeist lösliehes braune» bitteres Harz und eine sehr geringe Menge flüchtigen Oeles von unangenehmem Gerüche. Die Alkalo'ide sind vorwiegend Berberin und Hydrastin neben eine zurücktretenden Menge eines dritten Alkaloids. Diese Alkalo'ide fand HalE l ' erst im Jahre 1873. Das dritte unterwarf John C. Bukt einer näheren Untei- suchung (Archiv des Ph. 1876). . Die Wurzel ist seit jeher als ein tonisches, antiperiodisches und antphloj, Hydrastis. Hydrastin. 553 stisches Mittel geschätzt und im Aufguss, als Tinctur und Extract bei Leiden des Magens, der Leber, der Nieren, bei typhösen Zuständen, Intermittens, Schwäche, Hautleiden jeder Art, Krebs, Pocken etc. äusserlich und innerlich gebraucht worden. Raffinesque legte der Wurzel narkotische Eigenschaften bei, welche sie im trocknen Zustande wahrscheinlich nicht hat. Die getrocknete Wurzel giebt man in Mengen wie die Chinarinde. Die trockne Wurzel soll stark verfälscht in den Handel kommen, so dass Are Anwendung fragliche Erfolge haben dürfte. Extractum Hydrastis floidtm. 1000 Th. der kleingeschnittenen trocken Blutwurzel werden in 1000 Th. Weingeist, 500 Th. destill. Wasser Und 200 Th. reinem Glycerin zwei Tage digerirt, nach dem Erkalten in einem Deplacirtrichter gegeben und 800 Th. des Filtrats znrückgestellt. Durch A ufgiossen von GOproc. Weingeist sammelt man weiter circa 2000 Th. Filtrat, Reiches bis auf 150 Th. unter Destillation eingedampft mit dem ersten Filtrat (von 800 Th.), sowie mit 80 Th. Weingeist gemischt einige Tage beiseite gestellt und dann unter Decanthation colirt wird. Die Colatur betrage 1000 Th. i'nd werde in gut verstopfter Flasche vor Sonnenlicht geschützt aufbewahrt. Ule Anwendung ist wie die der Tinctur, die Dosis aber nur ! / 5 — i / i so gross. Tinctnra Hydrastis (Canadcnsis). Die grobgepulverte Wurzel Vlr d mit der zweifachen Menge 90proc. Weingeist in einen Deplacirtrichter segeben und nach zweitägiger Maceration mit soviel 60proc. Weingeist er- fehöpft, dass das Gewicht der Colatur das Fünffache des Gewichts der Wurzel beträgt. ^ Tinctnra Hydrastis (Canadcnsis) radicis recentis. Die frische urzel wird zerschnitten mit dem fünften Theile ihres Gewichtes 45proc. eingeistes übergössen und dann ausgepresst. Der Pressrückstand wird lederum mit der Hälfte seines Gewichtes 45proc. Weingeist durchmischt und s gepresst. Die gemischten Colaturen werden mit so viel 90proc. Weingeist eidiinnt, dass das Gewicht des Filtrats gleich ist dem Gewichte der in Arbeit genommenen frischen Wurzel. Für den äusserlichen Gebrauch wird diese und die vorerwähnte Tinctur mit er 3—5 fa c h en Menge Wasser oder Branntwein gemischt. Innerlich giebt man e zu 15—20—30 Tropfen einige Male täglich. Hydrastina resinoides, Hydrastin (-ItcsinoTd). Die getrocknete Wurzel Wlr d grobgepulvert und mit 90proc. Weingeist extrahirt, der Auszug eingedampft und zu Pulver zerrieben. Es bildet ein gelbbraunes Pulver von bitterem Ge- ^ehmack und der Beschaffenheit eines Harzes. Es enthält die Alkalo'ido und das «arz der Wurzel. Man giebt es zu 0,1 — 0,2 — 0,4 mehrmals täglich, wendet 68 auch in Salben an. _ Hydrastinum, Hydrastin (C 22 H 2 ,NO fi nach Mahla, C 22 H 23 NO 0 nach ^RAvjt), das Alkalold aus der Wurzel von Hydrastis Canadensis. Zu seiner Darstellung erschöpft man nach Perrins die Wurzel mit kochendheissem Wasser, dampft zur Extractdicke ein, extrahirt das Extract mit Weingeist, a estillirt vom Auszuge den Weingeist ab, versetzt dann den Destillationsrückstand "M Salpetersäure und stellt bei Seite. Nach einigen Tagen ist das Berberin- iiitrat abgeschieden. Die Mutterlauge neutralisirt man mit Aetzammon, beseitigt * a s sich hierbei ausgeschiedene Harz und fällt das Hydrastin (mit dem dritten A |kaloid) durch weiteren Ammonzusatz aus. Der rehfarbene Niederschlag wird Mittelst Kohle und Umkrystallisirens aus Weingeist gereinigt. Die trockne Wurzel soll li/<,Proc. Hydrastin liefern. Es bildet vierseitige rhombische weissglänzende, 554 Hydrastis. — Hydrogenium hyperoxydatum. später austrocknend undurchsichtig werdende Prismen. Es schmilzt bei 135 °, ist geschmacklos, in Lösung aber bitter, fast unlöslich in Wasser, löslich in Aether, Weingeist, Chloroform, Benzol. Die Salze sind schwer oder nicht kry- stallisirbar und von sehr bitterem Geschmack. Beim Erhitzen bis zur Zersetzung entwickelt sich der Geruch nach Carbolsäure. Conc. Schwefelsäure löst das Hydrastin mit gelber Farbe, welche in der Wärme in Roth übergeht und durch Kaliumchromat braun wird. Cone. Salpetersäure färbt sich mit Hydrastin roth. Anwendung. Hydrastin wird als tonisches Antiperiodicum dem Chinin nahe stehend geschätzt, nach starken Gaben soll es auch ähnliche Nebenwirkungen zur Folge haben, aber nicht den Magen beschweren, vielmehr ein angenehmes Wärmegefühl im Epigastrium erzeugen. Man giebt es innerlich zu 0,1 — 0,2 — 0,4 — 0,6 bei typhösen Zuständen, Intcrmittens, Sonnenstich, colliquativen Schweissen, dyspeptischen Leiden etc. Aeusserlich (1,5—2,0 auf 10,0 Fett) wird es bei Hämorrhoiden, Aphthen, Ptya- lismus, verschiedenen Hautkrankheiten, Augenleiden, Ulcerationen der Schleimhäute etc. angewendet. Hydrogenium hyperoxydatum. Hydrogenium hyperoxydatum solutum, Aqua Hydrogenii hyperoxydati* Wasserstoffsuperoxydwasser, Wasserstoffhyperoxydlö'sung (H0 2 + 74Aq=683 oder 0 2 H 2 + 74Aq=1366 bei fast 2,5 Proc. Gehalt). (Handb. II, S. 160.) Dieses Präparat findet sich in den Preislisten als Hydrogenium hyperoxydatum aufgeführt. In der Preisliste von Sciiertng's Fabrik mit der Bemerkung „10 Vol- und in der Preisliste der Firma Wittig & Benkendorf (Berlin N., Chaussee- Strasse 19) mit der Bemerkung „lOfach", was sagen soll, dass die Lösung das 10fache Volumen Wasserstoffhyperoxydgas in Resorption enthält, was dem Gewichte nach 2,5 — 3,0 Proc. entspricht. Das Präparat der letzteren Fii' 1 "* stand dem Verfasser zur Disposition. Es bildet eine völlig klare farblose wäss- rige Flüssigkeit von 1,01—1,011 spec. Gew. und enthält 2,88 Proc. des Gases- Prüfung. Ein Tropfen auf Silber bis zum Kochen erhitzt erzeugt einen g r ^f schwarzen Fleck. Einige CC. mit Kaliumhypermanganatlösnng versetzt braust hei ig auf unter Entfärbung der letzteren Lösung. Der Glührückstand aus der Wasse stoffhyperoxydlösung darf 5 Proc. nicht übersteigen. Derselbe besteht aus Baiy i mit Spuren Kalk und Eisenoxyd. Die Flüssigkeit enthält etwas Salzsäure o^e Phosphorsäure, weil dadurch die Verbindung besser conservirt wird. Schwe e säure ist weniger hierzu geeignet. Zur Prüfung auf Wasserstoffhyperoxyd giebt R. Büttger folgende Anw e > ung: Man überschütte in einem Reagensglase einige Cubikcentimeter der ^ tt8 ?J?lL zunächst mit etwas Aethyläther, füge dazu ein doppeltes Volumen dostilln" Wassers, hierauf einige Tropfen jodcadmiumhaltige Stärkelösung und scnlieSS L g ein kleines Krystallfragment von Eisenvitriol. Lässt man nun den Inhalt ^ Reagirglases durch Neigung des Glases einige Male hin- und hergleiten, sieht man schon nach wenigen Augenblicken die unterste wässerige Schicht intensiv lasurblau färben, als sicherstes Zeichen der Anwesenheit von stoffsuperoxyd. (Jahresber. d. phys. Ver. zu Frankfurt a/M. 1879.) . ^ Zur Bestimmung des activen Sauerstoffs im Wasserstoffhyperoxyd 8 Armand Bertrand (Chem. News 215) eine Methode an, welche auf folgender melbasirt H 2 0 2 + 2KJ=K 2 0 + H 2 0 + 2J. Hiernach entspricht lg Jod 43,835.) S1C& Wasser- Hydrogenium hyperoxydatum. 555 activen Sauerstoffes bei 0° und 760 mm Druck. Die mit Salzsäure versetzte Lösung des Wasserstoffhyperoxyds wird mit einer bestimmten Lösung des Jodat- freien Kaliumjodids versetzt, nach der Reaction die Säure mittelst Kaliumbicar- bonats abgestumpft und das ausgeschiedene Jod mittelst Natriumhyposulfits titrirt. Aufbewahrung. Diese geschieht in Flaschen mit Glasstopfen unter Abhalten des Sonnenlichtes und der Wärme. An einem Orte von höchstens +10° C. hält es sich wohl über ein Jahr hinaus, an einem kühleren Orte noch länger. Das Präparat gehört genau genommen zu den starkwirkenden Arzneikörpern und w äre desshalb abgesondert aufzubewahren. Anwendung. Zu den Angaben auf S. 161, Bd. II des Handbuches wäre n och hinzuzufügen, dass man das Wasserstoffhyperoxydwasser bei Gelbsucht, Zuckerharnruhr, erschwertem Athmen in Folge von Herzfehlern, Keuchhusten, Rheumatismus, neben dem Gebrauch von Eisenoxyd auch bei Bleichsucht und Blutarmuth versucht hat, doch scheint ein eclatanter Erfolg kaum erreicht zu sein. Da wo einige antidyspeptische Erfolge verzeichnet Slr >d, dürfte die Schuld der dem Mittel zugesetzten Säure anzurechnen sein. Als Verbandmittel bei purulenten und virulenter Wunden ist es Jedenfalls zu empfehlen, dürfte aber durch Brom- und Chlorwasser vollständig Un d besser ersetzt werden. Der RicuAitDSON'sche Ozonäther (Handb. II, S. 161) fand in zerstäubter *orm Anwendung bei putrider Expectoration, oder innerlich (0,5—1,0 drei- bis vierstündlich) bei Zuckerharnruhr. Wasserstoffhyperoxyd ist nach Em. Schöne eine constanter Bestandteil der Atmosphäre, daher auch Bestandteile der Regentropfen und des Hagels. ■ j*& Schnee ist es in geringerer Menge, oft gar nicht vertreten. Je grösser die Regentropfen, um so grösser der Wasserstoffliyperoxydgehalt. Hagek fand in uer Erdkruste Wasserstoffhyperoxyd, doch stets in weit geringer Menge als Uzon. An sonnigen Tagen scheint es in der Erdkruste nicht oder doch nur unbedeutend, dagegen bei bedecktem Himmel oder bei feuchter Witterung stark vertreten zu sein. Ozon war jedoch immer vorwiegend. Vergl. Oxygenium. Aus Em. Schöne's umfangreichen Forschungen lässt sich annehmen (Ber. d - d. ehem. Ges. .Tahrg 11, S. 482, S. 561 und S. 874), dass im Winter die Luft am ärmsten an Wasserstoffhyperoxyd ist, der Gehalt daran mit der Tagestemperatur steigt, im Juli am grössten wird, dann wieder allmählich abwärts geht und im Januar am geringsten ist, dass in den unteren Erdschichten der Wasser- stoffhyperoxydgcbalt um so mehr zunimmt, je höher der Stand der* Sonne über dem Horizont ist. v. Babo bestätigt (Tagebl. der Naturforscher-Vers. 1879), dass bei raschen und starken Oxydationen die Bildung von Wasserstoffhyperoxyd, aber nicht die des Ozons stattfinde. Wasscrstoffliyperoxyd und seine chemischen Verbindungen — ist die üeberschrift einer Arbeit Em. Sciiüne's in den Annalen der Chemie 193, 8. 241 (ph. Centralh. 1878, S. 487), des Ergebnisses einer bedeutenden experimentativen Untersuchung. Aus derselben sei erwähnt: In Betreff des Verhaltens des Wasserstoffsuperoxyds zu Alkalien fandet man die Angabe der Darstellung des Natriumsuperoxydhydrats aus Wasserstoffsuperoxyd und Natriumbydrat. Dieselbe gelingt durch Abdampfen einer gemischten Lösung von Wasserstoffsuperoxyd (mit 3—4 p. c. H 2 0 2 ) und Natronhydrat (10 P- c. NaHO) im Vacuum oder durch Versetzten der gemischten Lösung mit dem 556 Hydrogenium hyperoxydatum. lVo—2 fachen Vol. absoluten Weingeistes. Die Krystalle haben die Zusammensetzung Na 2 0 2 + 8H 2 0. Letztere Darstellung ist sehr bequem, führt schnell zum Ziele und giebt ein völlig reines Product. Die Krystalle schmelzen bei raschem Erhitzen im Glasröhrchen und entlassen unter Aufschäumen Sauerstoff. Der Rückstand ist Natriumhydrat. Beim Aufbewahren zerfliessen sie zuerst und zersetzen sich allmählich unter Sauerstoffentwickelung. Die völlige Zersetzung beansprucht etwa 3 Monate. Das Zerfliessen ist dadurch bedingt, dass sich zuerst eine Verbindung 2NaOH+7H 2 0 bildet, welche breiig ist. In absolutem Weingeist scheinen sich die Krystalle besser zu conserviren. üeber das Verhalten des Natriumsuperoxydes zu Wasser haben andere Chemiker (Schönbein, Welt- zien Otto) die Ansicht ausgesprochen, dass die Verbindung in wässeriger Lösung nicht existiren könne, sondern sich sofort und vollständig in Natriumhydrat und Wasserstoffsuperoxyd zerlege. Dem widerspricht der Umstand, dass sich Lösungen von Natriumhydrat und Wasserstoffsuperoxyd beim Mischen erhitzen. Verf. zieht aus seinen Beobachtungen den Schluss, dass wässerige Lösungen äquivalenter Mengen beider Verbindungen sich wie die Lösungen des trocken bereiteten INa- triumsuperoxydes verhalten und dass sich Lösungen beider Art nicht von einander unterscheiden. Wahrscheinlich enthalten sie gleichzeitig NaOH, Na 2 0 2 + H 2 Ü, Na 2 H,0 6 und H 2 0 2 , deren Mengenverhältniss abhängig ist von der Concentration. — Die Bariumverbindung BaH 2 0 4 (oder Ba0 2 H 2 0 2 ) machte es wahrscheinlich, dass analog zusammengesetzte Natrium- und Kaliumverbindungen existiren. Verf- konnte in der That solche Verbindungen erhalten, indem er die Lösungen der Metallsuperoxyde (oder Metallhydrate) mit der entsprechenden Menge Wasserstott- superoxyd mischte und im Vacuum eindampfte. Unter Anwendung von 1 Aeq. Natriumhydrat und 3'/ 2 Aeq. Wasserstoffsuperoxyd entstand die krystallinische Verbindung Na 2 H 4 0 6 + 4H 2 0, welche sich leicht in Wasser und in verdünnten Säuren ohne Gasentwickelung löst, an trockner Luft verwittert und im Vacuum über Schwefelsäure 4 Mol. Wasser abgiebt, so dass man dieses als Krystallwasser ansehen muss. Auch bei Temperaturen unter 50° giebt die Verbindung nur dieses Krystallwasser ab. Die wasserfreie Substanz Na^II^ beginnt sich etwa erst bei 62° in Natriumhydrat, Wasser und Sauerstoff zu zersetzen; bei^gewöhnlicher Temperatur zersetzt sie sich nach längerer Zeit in derselben Weise. Di Versuche, Kaliumsuperoxyd aus Wasserstoffsuperoxyd und Kaliumhydrat darzi- stellen, ergaben Folgendes: Durch Vermischen äquivalenter Mengen beider 1 wässeriger Lösung erhielt man eine Flüssigkeit, die entweder Kaliumsuperoxy oder eine höhere Oxydationsstufe enthält, denn beim Mischen tritt Wa ™ ee . be Wicklung ein und man enthält durch Titriren mit Chamäleon genau diese * Menge 0 wieder, die mit dem Wasserstoffsuperoxyd eingeführt war. Beim A dampfen der gemischten Lösungen im Vacuum bei 15 — 17° C. tritt, warn _^ sich die letzten Antheile des Lösungswassers verflüchtigen, eine Zersetzung Sinne der Gleichung 3K 2 0 2 = 2K 2 0 + K 2 0 4 ein, wobei das entstehende KoO nu dem vorhandenen Wasser natürlich Hydrat bildet. Hierbei bleibt dasselbe By0* » K0H + H 2 0, zurück, welches man auch beim Verweilen des krystallisirten l> drates K0H + 2H 2 0 im Vacuum über Schwefelsäure erhält. Der Prozess wi durch die Gleichung: 3K 2 O 2 + 6H 2 O = K 2 0 4 + 4(K0H + H 2 0) ausgedrückt, v bei Zimmertemperatur verbleibende Verdampfungsrückstand der Lösung von umsuperoxyd stellt kein chemisches Individuum dar, ist vielmehr als em m °° nisches Gemenge von Tetroxyd und gewässertem Kaliumhydrat zu betraen ^ — Versuche, ein krystallinisches Kaliumsuperoxyd, welches der Natriumve ^ düng Naj0 2 +8H 2 0 entspricht, zu erhalten, führten zu keinem bestimmten ^ sultate. Dagegen konnte durch Abdampfen einer wässerigen Lösung, weicn ^ 1 Aeq. Kaliumhydrat mehr als 3 Aeq. Wasserstoffsuperoxyd enthielt, bei Hydrogenium hyperoxydatum. 557 Temperatur unter —10° im Vacuum eine Substanz von der Zusammensetzung K^H^Og gewonnen werden. Dieselbe kann als eine Verbindung von 1 Mol. Kaliumdioxyd mit 2 Mol. Wasserstoffdioxyd, K 2 0 2 2H 2 0 2 , betrachtet werden, und zwar auf Grund des Umstandes, dass bei der Zersetzung mit Säuren auf 1 Aeq. Kaliumsalz 3 Aeq. H ä 0 2 entstehen. Dieser Körper erleidet zwischen —10 und + 50° C. eine freiwillige Zersetzung, die sich desto schneller vollzieht, je höher die Temperatur ist; diese Zersetzung ist von Wärmeentbindung, Sauerstoffentwickelung und Gelbfärbung der Substanz begleitet. Das Endresultat derselben kann durch folgende Gleichung ausgedrückt werden: 3K 2 H 4 0 6 =30 2 +K 2 0 4 + 4(KOH+H 2 0). Nachem Em. Schöne den letzteren Theil theoretisch weiter ausgeführt hat, sagt er: Auf Grund der in dieser Arbeit mitgetheilten Thatsachen gebe ich schliesslich eine Erklärung über die sogen. Katalyse des Wasserstoffsuperoxydes durch kaustische Alkalien. Diese wird keineswegs, wie Mitschebxich und Berzelius deinen, bloss durch die Gegenwart der Alkalien bewirkt. Schon Weetzien hat den Versuch gemacht (Ann. Chem. 138. 152), den Vorgang durch rein chemi- 8 che Reactionen zu erklären. Er sagt: „Bei der Einwirkung von Wasserstoff- peroxyd auf die Metallhydrate der Alkalien entstehen wohl auch zunächst Per- °xydhydrate, welche aber unter Sauerstoffentwickelung in Metallhydrat und Wasser ^fallen, wie die Peroxyde dieser Metalle mit Wasser sich zu Metallhydrat und Sauerstoff umsetzen, wobei umgekehrt kleine Mengen von Wasserstoffperoxyd entstehen : 2HK0 + 2H,0,=2HKO, + 211,0 und 2 2HK0 2 =2HKO+0 2 . Auf diesem Verhalten der Metallhydrate der Alkalien gegen Wasserstoffperoxyd beruht die Zersetzbarkeit des letzteren." Die weiteren, meist theoretischen Erklärungen sind in den Annalen der Che- mie 1. c. nachsusehen. Wasserstoffhyperoxyd und Kaliumjodid. Ueber das gegenseitige Verhalten beider Substanzen stellte Em. Schöne Experimente an, weil Berthelot behauptet hatte, dass beide absolut reine Substanzen ohne Einwirkung auf einander bleiben. Der sich allmählich einfindenden gelben Färbung lägen wohl die Kohlensäure der Luft oder die Bestandteile zum Grunde, obgleich Berthelot fordern nachgewiesen hatte, dass bei Begegnung von Wasserstoffhyperoxyd und Kaliumjodid durch Katalyse ersteres in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werde, unter gleichzeitiger Ausscheidung geringer Mengen Jods. Schöne nahm absolut reines und neutrales Kaliumjodid, löste es in total reinem (durch Ozon gereinigtem) Wasser und mischte diese concentrirte Lösung mit einer starken wässrigen Lösung des reinsten Wasserstoffhyperoxyds, so dass in 100 CC. mindestens 25g Kaliumjodid und mindestens lg Wasserstoffhyperoxyd vertreten waren. E. Schöne gelangte nun (Annal. der Chem. Bd. 195) unter anderen Ergebnissen auch zu folgenden Schlüssen: 1. Reines Wasserstoffhyperoxyd scheidet aus Kaliumjodid Jod aus, gleichviel ob e 8 in Dampfform oder in Wasser gelöst einwirkt. — 2. Diese Einwirkung erfolgt unter Bildung von Aetzkali, welches die durch freie Säure bedingte saure Reaetion des Wasserstoffhyperoxydes aufhebt. — 3. Je verdünnter die Lösungen, Um so später erfolgt die Reaetion und um so langsamer vollzieht sie sich. Bei einem Gehalt von 0,0000001 Wasserstoffhyperoxyd vergehen etwa 20 Minuten, bis Reaetion eintritt. — 4. Von der unter Vermittelung von Eisenvitriol hervor- 558 Hydrogeniuin hyperoxydatum. Desinfectionsmethode. gerufenen Reaction unterscheidet sich die directe Einwirkung beider Agentien durch ein allmähliches Vorschreiten. — 5. Die Keaction erfolgt unter Sauerstoffent- wickelung, welche bei Gegenwart von mehr als 1,2 g Wasserstoffhyperoxyd auf 100 CC. ein lebhaftes Schäumen verursacht. — 6. Die Flüssigkeit färbt sich durch ausgeschiedenes Jod entweder gelb, oder bei Gegenwart von Stärke blau. Die Intensität der Färbung ist bis zu einer gewissen Grenze unabhängig von der Menge des Hyperoxyds. Erst wenn der Gehalt unter 0,01g im Liter sinkt, ist ohne Stärkezusatz kein merkbarer Unterschied der Färbung erkennbar, bei Zusatz von Stärke doch erst bei einem Gehalt unter 1,2 Miliig. im Liter. — 7. Der Vorgang durch katalytische Einwirkung besteht darin, dass auch Bromkalium, Chlorkalium, Chlornatrium, Chlorcalcium und andere Halo'idsalze der Alkali- und alkalischen Erd-Metalle analog einwirken und zwar sei die Energie in dem Maasse bei verschiedenen Salzen höher, als das Atomgewicht der verschiedenen Halogene grösser sei. Auch scheinen Kaliumhalo'idsalze energischer zu wirken, als die entsprechenden Natriumsalze. Wenn nach Berthelot Wasserstoffhyperoxyd und Kaliumhyper- manganat auf einander einwirken, so ist der Erfolg eine Sauerstoffgabontwicke- lung. Der eine wie der andere Stoff erleidet eine Reduction. Jener Chemiker, welcher auch fand, dass Ozon in Wasser so gut wie unlöslich ist, wurde durch seine Experimente zur Annahme eines Wasserstofftrioxyds geführt und zwar nach der Gleichung Mn20 7 +5H0 2 = 2MnO + 5H0 3 . (Compt. rend. 90, S. 656 u. f., Kundschau 1880, 615.) Berthelot fand ferner, dass Wasserstoffhyperoxyd einer spontanen Zersetzung unterliegt unter Bildung von Wasser und Freiwerden von Sauerstoff, dass also die von anderer Seite behauptete Stabilität des Wasserstoffhyperoxyds nicht vorhanden sei. Er fand, dass es sich um so langsamer zersetzt, je verdünnter seine Lösung ist und je niedriger die Temperaturgrade sind. Eine freie Salzsäure enthaltende Lösung hält die spontane Zersetzung besser und länger zurück als eine Lösung, welche Schwefelsäure enthält. Freies Alkali fördert die spontane Zersetzung dagegen auffallend. Berthelot's Erfahrungen widersprechen denen Rud. Boettger's, welcher angiebt, dass sich mit Wasserstoffhyperoxyd geschwängertes Wasser unendlich lange aufbewahren lasse, selbst in Flaschen mit Korkstopfen, ohne sich im Geringsten zu zersetzen, dass es selbst ohne Nachtheil gekocht werden könne. Rudolph Boettger (Frankfurt) hat gefunden, dass die bleichende Kxatt alten Terpenthinöls in einem Gehalt an Wasserstoffhyperoxyd zu suchen sei unfl nicht dem Ozon angehöre, dass man ferner das Terpenthinöl mit Wasserstoß- hyperoxyd überladen könne, wenn man es mit Kaliumhypermanganat versetze. Wenn das mit Wasserstoffhyperoxyd überladene Terpenthinöl mit einem gleichen Volumen Weingeist gemischt wird, soll man eine stark bleichend wirkende Flüssigkeit gewinnen. Desinfectionsmethode nach A. Poehl (Petersb. medic. Ztg.). Einige Tere- bene besitzen die Eigenschaft, unter Einfluss von Luft und licht im Contacte mit Wasser bedeutende Mengen Wasserstoffsuperoxyd in letzterem zu bilden. Solches hat Poehl an Eucalyptol nachgewiesen. Das über dem Tereben stehende Wasser, welches das Wasserstoffsuperoxyd in beträchtlicher Quantität enthäj > wird abgehoben und in dem Zerstäubungsapparat auspulverisirt. Hierbei zerfäl das Wasserstoffsuperoxyd in Wasser und Sauerstoff und zwar tritt letzterer in der allotropischen Modifikation als Ozon auf. Die bedeutende Ozonification dei^ Luft ruft energische Desinfcction hervor. Da man ein und dieselbe Menge reben wiederholt zur Darstellung von Wasserstoffsuperoxydlösung verwenden kann. so habe Poehl's Desinfectionsmethode neben der theoretischen Bedeutung durch Billigkeit und leichte Ausführung auch den erforderlichen praktischen Werth. Hydrogenium hyperoxydatuin. — Hyoscyamus. 559 Hydrogeniain gasiforme, Wasserst»IFgas. Unglücksfälle während des Arbeitens und Experimentirens mit Wasserstoffgas wiederholen sich. Es sei daher auf eine Auslassung Hager's (pharm. Centralh. 1877, 8. 13) hingewiessen, welche der Unerfahrene stets vorher durchlesen sollte, bevor er mit Wasserstoffgas experimentirt. Die Reinigung eines aus Zink und Schwefelsäure entwickelten Wasserstoffs wird erreicht, wenn dasselbe durch folgende Flüssigkeiten geleitet wird: 1) Kaliumhypermanganatlösung, 2) Natriumhydratlösung, 3) Wasser, 4) reine c onc. Schwefelsäure. Die Mündungen der Leitungsrohre in diese Waschflüssigkeiten dürfen nur 1mm weit sein. Hyoscyamus. In Ostindien wird an mehreren Orten Hyoscyamus niger für die Militär- ^azarethe cultivirt und auch besonders der Samen der Pflanze zur Darstellung v on Arzneien benutzt. Die Aerzte bezeichnen es daselbst mit Bang (spr. bang). Bestandtheile des Bilsenkrautes nach H. Höhn (ehem. Centralblatt 1870) smd: l) Hyoscyamin. Bei der Destillation mit Kalilauge lieferte es eine wahrscheinlich mit der Atropasäure identische Säure und eine ölähnliche Base (vielleicht dem Coniin verwandt), ferner Ammon und methylaminähnliche Körper. — ~) Hyoscerin (C 16 H 30 O 3 ) krystallisirt in mikroskopisch kleinen weissen, stern- ormig gruppirten, geruch- und geschmacklosen Nadeln, unlöslich in Wasser, 108- ' c h in Weingeist, Aether und Chloroform, Lackmus röthend, nicht sublimirbar, ei 210° C. schmelzend, bei stärkerer Hitze sich bräunend. — 3) Hyoscypi- . Un (C27H 62 0 14 ), ein gelbliches, zerrieben weisses, geruchloses, bitterschmeckendes, ^ Wasser und Weingeist leicht lösliches Glykosid. Das daraus resultirende *Paltungsproduct (C 14 H 24 0 4 ) ist gelblich-weiss, bitter und kratzend schmeckend, u iflöslich in Wasser, löslich in Weingeist und Aether, bei 204° schmelzend. — f-' Uyoscyamusharz (C 55 H 70 N 2 O 10 ) ist hellgelb und bitterlich von Geschmack, ? Wem geistiger Lösung Lackmus röthend, löslich in conc. Schwefelsäure und in etzlauge mit dunkel orangegelber Farbe. Ist besonders im Samen vertreten. A. Ladenijurg berichtet (Ber. d. d. ehem. Ges. XIII, 257 etc.) 10 Jahre später als Höhn, dass Hyoscyamin beim Erhitzen mit Barytwasser auf 60° C. eine der Tropasäure ähnliche Säure ausgebe, auch sei die beim Zerlegen des «yoseyamins durch Barvumhydrat entstehende Base, das Hyoscin dem Tropin sehr ähnlich. ■ A. Ladenburg und G. Meyer behaupten, dass Hyoscyamin, Daturin n nd Duboisin mit einander identisch sind. Als Antidot des Hyoscyamus (des Tabaks, Stramonium etc.) wird von Thompson Sassafrasöl empfohlen, halbstündlich 10—15 Tropfen. i Extractum Hyoscyami. Handb. II, S. 166. Patrouillard fand die Ex- tr actausbeute aus dem Safte in verschiedenen Mengen. 1000 Tb. Saft gaben in emem Jahre 18 Th., im folgenden Jahre 30 Th., nach Angabe der Französischen Pharmakopoe 24 Th. Extract aus. Diese Erfahrung ist übrigens eine alte und *eiss man, dass in nassen Jahren die Pflanzensäfte immer eine geringere Ex- waetmenge ausgeben. Extractum llyoscyami fluidnm. In diesem Extracte fand Schranck in 6 Proben U,02—0,05 Proc. Hyoscyamin. Ueber Dragendorff's Methode, Hyoscyamus nachzuweisen, berichtet Wasi- levvski (ph. Zeitschr. f. Kussl. und Chem. Centralbl. 1876, ph. Centralh. 1877 560 Hyoscyamus. Hyoscyamin. Nr. 7). Die Masse oder Substanz wurde mit salzsaurem Wasser extrahirt, der Auszug zur Syrupdicke eingeengt und mit Weingeist extrahirt. Nach dem Verdampfen des Weingeistes wurde der Verdampfungsrückstand mit Petroläther wiederholt ausgeschüttelt, dann mit Amnion alkalisch gemacht, erwärmt, nun mit Benzol ausgeschüttelt und der benzolige Auszug bei 50 ° C. eingedampft. Es hinterblieb ein amorpher gelblicher Rückstand von 0,006 g aus 720g getrocknetem (?) Hyoscyamus. Wurde statt des Petroläthers und Benzols Aether genommen, so war der Effect noch geringer, wurde dagegen die wässrige mit Salzsäure angesäuerte Flüssigkeit mit Petroläther, Benzol, Aether oder Amylalkohol und dann nach dem Alkalischmachen durch Ammon mit Chloroform ausgeschüttelt, so wurden 0,108 g jener amorphen gelblichen alkaloi'dischen Masse gesammelt. Somit empfiehlt sich die Ausschüttelung der alkalischen Flüssigkeit mit Chloroform als die geeignetste, die saure Flüssigkeit aber durch Ausschütteln mit Chloroform zu reinigen ist nicht zulässig, weil Chloroform hier das Alkaloid auch aufnimmt. f* C 17 H 23 NO ; Hyoscyamin hat nach A. Ladenbtjrg's Untersuchungen die Formel (=289), schmilzt bei 108,5° C. Es sind wahrscheinlich Hyoscyamin, Daturin und Duboisin nicht verschiedene Alkaloide und ein und derselbe Körper, denn mit diesen beiden anderen Alkaloi'den hat es den Schmelzpunkt gemein, auch giebt es dieselben Reaktionen: die salzsaure Lösung giebt in verdünnter Flüssigkeit durch Pikrinsäure ein gelbes Oel, das aber fast momentan zu hübschen regelmässigen Tafeln erstarrt, durch Platinchlorid entsteht kein Niederschlag. Jodjodkalium bewirkt sofort die Ausscheidung eines krystallinisehen PerJodids, Gerbsäure bewirkt eine geringe Trübung, Kaliumquecksilberjodid eine weisse amorphe Fällung. Die Golddoppelsalze von Duboisin, Daturin und Hyoscyamin zeigen gleiche Zusammensetzung, gleichen Schmelzpunkt und gleiche Krystallform. Diese drei Alkaloide sind also identisch, dagegen sind dieselben nur isom 1 ' 1 '? nicht identisch mit dem Atropin, das zwar die gleiche Formel hat, aber dessen Schmelzpunkt höher, bei 113,5°, liegt und das auch in der Krystallform, ferner im Golddoppelsalz, welches beim Atropin schon bei 135° schmilzt, Verschiedenheiten zeigt. Alle vier Alkaloide aber sind Trope Ine. Werden dieselben mit einer wäsS" rigen Lösung von krystallisirtem Baryumhydrat auf 60° erwärmt, so tritt b» 1 vollständige Zersetzung ein. Wird die so erhaltene Lösung durch Kohlensäu r vom Baryt befreit, dann mit Salzsäure angesäuert und mit Aether ausgeschütte ; so geht in den Aether eine Säure über, die durch Verdunsten desselben gewönne werden kann. Verdampft man die mit Aether ausgeschüttelte saure Flüssigkei, übersättigt dieselbe mit Kali, erwärmt und schüttelt wiederholt mit Aether aus, so resultirt aus dem Aether ein krystallinisch erstarrendes Oel, welches die Eigen Schäften einer Base zeigt. Diese Spaltungsprodukte nun sind bei allen vier Alkaloi'den identisch. Die aus dem Hyoscyamin (Daturin, Duboisin) gewonnen^ Hyoseinsäure ist vollkommen identisch mit der Tropasäure, das Hyoscin m * dem Tropin. Aus Hyoseinsäure und Hyoscin kann Atropin dargestellt, H v0 . cyamin also in Atropin umgewandelt werden. Sollte es gelingen, auch Atrop'^ in Hyoscyamin umzuwandeln, so Hesse sich dieses Alkaloid (und also auch Du'» 0 sin und Daturin) künstlich darstellen. (( _ Im Hyoscyamus finde sich, wie A. Ladenburg berichtet, neben dem W^ noch ein zweites Alkaloid, welches bisher zuweilen als amort Hyoscyamin von dem krystallisirten Hyoscyamin unterschieden w« ^ Dasselbe bleibe nach der Entfernung des auskrystallisirenden Alkalo'ids in Mutterlauge und käme als Hyoscyamin in Form eines braunen zähen Syrups Hyoscyamus. 561 Handel vor. Er stellte dieses Alkaloid rein dar und unterwarf das krystallisirte Golddoppelsalz desselben einer Analyse. Er giebt dem Alkaloid den Namen üyoscin, welchen früher das basische Zersetzungsproduct des Hyoscyamins führte, das jetzt als Tropin erkannt worden ist. Das Hyoscin selbst war kry- stallinisch nicht zu erhalten. Es wirkt stark mydriatisch, mindestens ebenso stark als Atropin. Stark mydriatisch wirkende Alkalo'ide sind also folgende: 1. Atropin, C 17 H 23 N0 3 , spartet in Tropasäure, C 9 H 10 O 3 , und Tropin, C 8 H 16 NO. 2. Hyoscyamin, C ]7 H 23 N0 3 , spaltet in Tropasäure, C 9 H 10 O 3 , und Tropin, ^sHjjjNO. 3. Hyoscin, C 17 H 23 N0 3 , spaltet in Tropasäure, C 9 H 10 O 3 , und Pseudotropin, C 8H, 5 NO. 4. Homatropin, C 16 H 31 N0 3 , spaltet in Mandelsäure, C 8 H 8 0 3 , und Tropin, HH 15 NO. Die bis jetzt bekannten in der Natur vorkommenden Mydriatica sind also übereinander isomer. A. Ladenburg hat sich durch chemische Untersuchung des Atropins und ^yoscyamins ein wesentliches Verdienst erworben, und findet sich in den Annalen ° er Chemie, Band 206, eine ausführliche auch im Separatabdruck erschienene Abhandlung, aus welcher Vorstehendes entnommen ist. Zur Unterscheidung des ^yoscyamins vom Atropin findet sich in dieser Abhandlung folgende Uebersicht. Ule Chlorhydrate beider Alkalo'ide ergeben folgende Keactionen: Hyoscyamin Atropin sehr schnell zu Tafeln krystallinischer Nieder- erstarrendes Oel weisser käsiger Niederschlag sofort entsteht ein kry stallisirtes Perjodid Pikrinsäure Kalium mercurijodid Jodjodkalium (Kaliumjodojodid) Mercurichlorid in nicht zu verdünnter Lösung ölige Absonderung, zu Tafeln erstarrend schlag weisser käsiger Niederschlag braunes Oel, nach einiger Zeit in Krystalle übergehend in nicht zu verdünnter Lösung ölige Absonderung, zu Tafeln erstarrend kaum eine Trübung keine Veränderung. Gallusgerbsäure geringe Trübung Platinchlorid keine Veränderung Hy»scyaminnm snlfnricnm, Hyoscyaminsnlfat, dargestellt aus dem amor Pben Alkaloid, hat man in den Handel gebracht. Es zeichnet sich nur durch * ,lne leichte Löslichkeit in Wasser vor dem Hyoscyamin aus. (1) Massa pilularnm Hyoscyami composita. Pilulae Hyoscyami compositae. "fr Colocynthidum 22,0 Aloes 15,0 Extracti Hyoscyami Extracti Conii ana 7,5. M .Fiant pilulae ducentae et quinqua- Pnta (250). Dieses Eecept hat sicher keinen Sachverständigen zum Autor und ist es nur ~f 8hil 'b hier erwähnt, weil es auch in mehreren med.-pharmaceutischen Fachblät- Wrn Erwähnung fand. H »ger, Pharm Praii«. Suppl. (2) Mixtura antipnenmonitica Sendneb. Mixtura antipleuritica Sendnek. Vf Kali nitrici 10,0 Natri salicylici 5,0 Extracti Hyoscyami 1,25. Solve in Aquae Foeniculi 50,0 Infusi Liquiritiae radicis 200,0. D. S. Die ersten beiden Male Stundlich nur einen schwachen, dann zweistündlich einen vollen Esslöffel zu nehmen. (Wenn die Schmerzen, das Stechen in der Seite, aufhören, so ist nur alle 2—6 Stunden ein Esslöffel zu nehmen. Nach jedem Nehmen ist etwas Hafergrutzschleim nachzutrinken.) 36 562 Hyoscyaruus. — Jaborandi. (3) Pilulae bechicae Oesteklen. ly Extracti Hyoscyami Foliorum Hyoscyami ana 2,5 Foliorum Digitalis 1,0 Extracti Chamomillae q. s. M. Fiant pilulae octoginta (80). Lycopo- dio conspergantur. D. ad vitrum. S. Täglich viermal 3 bis 4 Stück (gegen Krampfhusten. Nach der Originalvorschrift sollen dreimal täglich 4 — 5 Stück genommen werden, es wäre diese Dosis aber eine sehr starke). (4) Suppositoria contra bradysuriain v. Sigmund. r? Extracti Hyoscyami 0,2 Olei Cacao 17,5 Cerae flavae 2,5. M. 1. a. Fiant suppositoria sex (6). D. S. Täglich 1—2 Stück (bei schmerzhaftem Harnen und Stuhlzwang). (5) Unguentum photophobophthalmicuin WlJTZER. Vf Extracti Hyoscyami 1,0 Aquae destillatae guttas 5. Mixtis adde Butyri recentis insulsi 10,0. D. S. Dreimal täglich soviel wie eine Erbse gross in der Gegend des Foramen supraorbitale einzureiben (bei scrofulöser Lichtscheu). (6) Unguentuin anticausticum mirabile. Wunderbare Brandsalbe. Brandwundenbalsam. R; Bismuthi subnitrici 0,5 Olei Olivae guttas 10. Tenerrime contrita commisce cum Olei Hyoscyami 25,0 Cetacef (vel Paraffinae) 30,0 antea leniore calore mixtis. Postremum adde Unguenti cerei 45,0. Diese Salbe soll auf Brandwunden ausserordentlich heilsam sein, auch auf frische Brandstellen der Haut gestrichen den Schmerz lindern. Vet. (7) PuMs antihippomanicus. Kossigdämpfer. iy? Herbae Stramonii pulv. Herbae Hyoscyami ana 50,0 Kali nitrici Natri nitrici ana 100,0 Sacchari Farinae secalinae ana 40,0 Glycerinae 50,0 Aquae q. s. M. f. massa mollior, ex qua boli 40 f° r * mentur. Farina conspergantur. D. S. Täglich dreimal 1 Stück, grossen Stuten täglich viermal 1 Stück (um das Rossen der Stuten zu mindern). Jaborandi. Pilocarpus ofßcmalis Poehl, (Pilocarpus pinnatusj. Nur diese « in Eutacee soll nach Poehl's Forschungen die aus Pernambuco und Para komme den Folia Jaborandi liefern. Da in Südamerika mehrere verschiedene Pflanz den Namen Jaborandi, Jamguarandy etc. führen, so erklärt sich daraus Verschiedenheit der als Jaborandi in den Handel kommenden Waare. Folia .laboramli (Handb. II, 174). Poehe's Angaben widersprechen den * Fb. Milleb's und Fr. Bddbe's Arbeit (Preisaufgabe der Hagen-BuchholZ seß Stiftung 1878, 1879) gemachten Angaben. Nach denselben sind als echte BW - ter anzusehen Fol. Jaborandi Pernambuco, wie sie z. Z. Dr. CotinHO in * e nambueo liefert, und die aus Blättern mehrerer Pilocarpus-Arten, besonders » P.pinnatifolius und P. Selloanus, Familie der Rutaceae, bestehen. Zu verw ®!. c j 1 dagegen sind Fol. Jaborandi Brasil, die von mehreren Piperarten, hauptsäen i Piper factum, Familie der Piperaceae, herstammen. Das Vaterland derselben Brasilien. ü8 . Das allgemeine Aussehen der Fol. J. Pernambuco ist kein besonders sc nes, da viele Blätter missfarbig, theils grün, theils grau sind, während Hauptfarbe oherseits mehr oder weniger braungrün und unterseits in dense Jaborandi. 563 Nuancen heller ist; doch befinden sich auch viele vollständig grüne und graue Blätter darunter. Dieses minder gute Aussehen hindert nicht, der Pernambuco- oder Para- Waare wegen des grösseren Gehalts an Pilocarpin den Vorzug zu geben vor der sich gefälliger dem Auge repräsentirenden Brasilwaare. Letztere ist schön grün und die Blätter sind stielfrei. Sie kommt nach Gehe aus Matto grosso. Diese stielfreie, schön grüne Waare ist jedenfalls zu verwerfen. Das vollständige Blatt der Pernambuco-Waare ist unpaarig gefiedert, 5—9- blättrig, bis 40cm lang; die Blattpaare stehen in einem Zwischenräume von 3 bis 7 cm von einander entfernt, je nach der Grösse des ganzen Blattes; das unterste Blattpaar befindet sich 8—15 cm über dem Anheftungspunkte der Blattspindel. Letztere ist oberseits gefurcht und an der Basis bis 5 mm dick. Die Blättchen sind ihrer Hauptform nach oblang, weichen jedoch häufig davon ab, indem sie fast oval oder lanzettlich, auch theilweise verkrüppelt sind; das Endblättchcn ist in der Regel breiter als die übrigen, verkehrt eiförmig oder l'Urch tiefen Einschnitt verkehrt herzförmig. Sie sind bei einer Breite von 2 ™S 6cm 5 bis 15cm lang; doch sind dieselben bisweilen an dem nämlichen Blatte von sehr verschiedenen Dimensionen. Im Uebrigen vergl. pharm. Centralh. l8 80 8. 56 u. f. und Archiv der Pharm. Januarh. 1880 S. 14 u. f. Jene Brasil-Jaborandi entstammt einer Piperacee, entweder dem Piper ^ticulatum Linn. (Enckia reticulata Miquee) oder der Ottonia Anisum ^'kengel (Ottonia Jaborandi Kunth, Serronia Jaborandi Guillemin). Die Wurzel der ersteren Piperacee wird als Radix Jambarandy seit jeher als W'ureticum, Stimulans, Sudoriferum, Sialagogum gekannt, auch als Zahnschmerzmittel gebraucht. Die Blätter dieser Brasil-Jaborandi ermangeln erstens der durch- Sc heinenden Oelgefasse, wenn man das Blatt gegen das Licht beschaut, Und zweitens fehlen die Blattstiele. Anstatt Pilocarpin enthalten sie Jabo- an din, wofür der Name Enckianin oder Serronin wohl passender gewesen wäre. Gekkakü und Habdy , dann Harnack und H. Meyer fanden neben Pilocarpin noch ein zweites Alkaloid, welches den Namen Jaborin erhalten hatt 8 ls t in Aether leichter, in Wasser schwerer löslich als Pilocarpin und bilde, ainorphe Salze. Wahrscheinlich ist es ein Verwesungsproduct des Pilocarpins, seine Wirkung soll mit derjenigen des Atropins übereinstimmen. Dieser Umstand «jag die Erklärung geben, warum reines Pilocarpin weit stärker myotisch wirkt als die käuflichen Pilocarpinsalze, überhaupt warum die Wirkungen der Pilocarpinsalze nicht immer dieselben sind, bei manchen Personen überhaupt ausbleiben. Dräsche hat in einer Sorte Jaborandiblätter ein Alkaloid aufgefunden, welches er Serronin nennt. Werthbestimmung der Jaborandiblätter und der Präparate daraus. Dieselbe basirt (nach Poehl) auf Extraction mit 1 Proc. Chlorwasserstoff haltendem Wasser, Ausfällen mit Bleiessig, Versetzen mit Salzsäure zur Fällung gelösten Bleies, füllen des Filtrats mittelst Phosphormolybdänsäure, Auswaschen des Niederschlags mittelst salzsauren Wassers und Trocknen desselben bei 100° 0. Das Wicht des Phosphormolybdänats mit 0,4566 multiplicirt ergiebt die Menge des Pilocarpins. 10g Blätter, frei von jeder Behaarung, ergaben 0,407 Pilocarpinphos- Phormolybdänat, entsprechend 1,86 Proc. Gehalt an Pilocarpin. — 10g behaarte Blätter ergaben im Durchschnitt 0,433 Molybdänat, entsprechend 1,97 Proc. Pdocarpin. — 10 g Blätter von Pilocarpus pennalifolius L. enthielten nur °>159 Proc. Pilocarpin. — Die Tinctur nach Vorschrift des Handbuches (II, 176) ««'gab einen Gehalt von 0,328 Proc. Pilocarpin. — Extr. fluid, nach dem Handb. (II, 176) bereitet ergab 1,808 Proc. Pilocarpin (Poeiil). 36* 564 Jaborandi. Pilocarpinum. Da das Pilocarpin durch verdünnte Säuren in Jaborin übergeht, so wird in der angegebenen Weise dieses natürlich als Pilocarpin bestimmt. Oleum Jaborandi, Pilocarpen. Durch Destillation der Blätter mit "Wasser erhält man ein ätherisches Oel, dem Citronenöl einigermaassen ähnlich, und zwar lieferten 10 kg derselben 56 g davon. Unterwirft man dasselbe der Rectification, so geht der grössere Theil bei 176 bis 182° über; wiederholt destillirt gelingt es, einen constanten Siedepunkt = 178° zu erzielen, während ein anderer, ebenfalls farbloser Theil erst bei 250—251° siedet. Was dann noch und zwar bei höherer Temperatur übergeht, ist schwach grünlich, auch nicht so dünnflüssig und gesteht nach einigen Tagen zu einer klaren, farblosen festen Masse. Der bei 178° siedende Antheil, das Pilocarpen, hat ein spec. Gewicht von 0,852, eine Dampfdichte von 4,6 und entspricht in seiner Zusammensetzung der Formel O 20 H 16 , gehört mithin in die Klasse der Terpene. Das polarisirte Licht wird dadurch nach rechts abgelenkt. Mit Chlorwasserstoff geht das Pilocarpen eine krystallinische Verbindung = C 20 H 1G + 2HC1 ein. Poehl beobachtete, dass das flüchtige Oel der Jaborandiblätter ebenso wie Terpenthinöl und andere flüchtigen Oele die Eigenschaft besitzt, im Contact mit Wasser und Sonnenlicht Wasserstoffhyperoxyd zu bilden unter gleichzeitiger Bildung von Ameisensäure. Letztere scheint auch die flüchtige Säure zu sein, welche Hardy in den Blättern angetroffen hat. Bei einer fraetionirten Destilla- tion des ätherischen Oels sonderte Verf. einen Kohlenwasserstoff (Pilocarpen?) ab, welcher mit dem Carven auffallende Aehnlichkeit zeigte. •{• Pilocarpinnm, Pilocarpin (nach Haknack und H. Meyer C u H 16 N20ir vordem C 23 H 34 N 4 0 4 Poehl. H. und H. M. halten es für ein einfaches Methyl- substitutionsproduct des Nicotins, in welchem H 2 durch 2H0 ersetzt sind, al 80 C 10 H n (CH 3 ) (HO) 2 N 2 = CnH^Oj). Darstellung. Man extrahirt Blätter und Stengel mit verdünntem Weingeist» zieht von dem Auszuge den Weingeist ab, nimmt den Destillationsrückstand mit Wasser auf, fällt mit ammoniakalischem Bleiacetat, filtrirt, beseitigt aus dem F»- trate den Bleiüberschuss mittelst Schwefelwasserstoffs, verdampft den überschüssigen Schwefelwasserstoff und setzt Mercurichlorid hinzu, wodurch ein Doppels»'^ als Niederschlag resultirt, welchen man sammelt, auswäscht und nun durc» Schwefelwasserstoff zersetzt. Die vom Schwefelquecksilber abfiltrirte Flüssigk 61 enthält salzsaures Pilocarpinhydrochlorat. Um daraus die Base frei zu machen» setzt man Ammoniak im Ueberschusse zu und schüttelt dann mit Chloroform * u9 > welches das Alkaloid aufnimmt und beim Verdunsten zurücklässt. Noch ein facher kann man verfahren, wenn man den zum Syrup verdunsteten wässnge Auszug der Blätter mit Magnesia vermischt, eintrocknet, die zerriebene Mass mit Chloroform behandelt, von dem Auszuge das Chloroform verdunstet, d ^ Rückstand mit Wasser aufnimmt und im Vacuum abdunstet. Es mnterblei^ hierbei das Alkaloid als eine farblose, klebrige, in Wasser und Weingeist 1° 8 " liehe Masse zurück. Poehl sagt in seiner Monographie des Jaborandi: nach den Anweisungen Hardy, Kingzett, Gerhard, Petit etc. erhält man ein Pilocarpin, welc ? e t entweder harzhaltig oder nicht genügend rein und nicht farblos ist. Sei» 8 die Darstellungsmethode, welche im Canadischen Journal veröffentlicht und vo der pharm. Gesellschaft zu Paris als zweckmässigste aufgenommen wurde, liete> er ein harzhaltiges Alkaloid. Poehl bemerkt, dass das Harz sowohl aus saU * wie alkalischer wässriger Lösung in das zum Ausschütteln dienende Chloroto übergehe, und dass sauer wie alkalisch gemachtes Wasser das Harz aus chloroformigen Lösung beim Ausschütteln aufnehme. Jaborandi Pilocarpinum. 565 Da das Material für die Harzbildung im flüchtigen Oele des Jaborandi zu suchen ist, so sonderte Poehl das flüchtige Oel, indem er durch die zerkleinerten Jaborandiblätter einen anhaltenden Wasserdampfstrom leitete. Er hatte sich vorher überzeugt, dass das Pilocarpin (entgegen Byasson's Angaben) bei 100° C. nicht flüchtig ist. Obgleich die so behandelten Blätter ein gutes Pilocarpin ei'gaben, so war dieses dennoch nicht total frei von Harz. Da Poehl die Beobachtung gemacht hatte, dass das Pilocarpinhydrochlorat (entgegen Gerrard's Angabe) fast unlöslich in Chloroform ist, so versuchte er die Trennung des Alkaloids vom Harz damit, dass er die saure salzsaure Alka- loidlösung mit Chloroform wiederholt ausschüttelte. Das Chloroform entzog in der That der Lösung den grössten Theil des Harzes und die darauf folgende Chloroformausschüttelung aus alkalischer wässeriger Lösung ergab ein Pilocarpin, das wenigstens reiner als das käufliche war. Poehl versuchte auch den dialytischen Weg, ein reines Alkaloid darzustellen, doch ohne den erwünschten Erfolg, indem auch das Harz nicht ermangelt, das Diaphragma zu durchwandern. Nach vielen anderen Versuchen, welche nicht zum Ziele führten, schlug Poehl folgenden Weg ein: Die zerkleinerten Blätter werden mit Wasser, welches m it 1 Proc. Salzsäure versetzt ist, infundirt und der Aufguss mit Bleiessig ver- ßetztzt. Dem bleihaltigen Filtrate wird soviel Salzsäure hinzugemischt, als Bleichlorid ausscheidet. Nach den Filtriren wird die Flüssigkeit durch Eindampfen eiI igeengt und nun mit Phosphormolybdänsäure ausgefällt. Der gesammelte feuchte Niederschlag wird nach dem Auswaschen mit Wasser, welches mit Salzsäure schwach sauer gemacht ist, mit Aetzbaryt gemischt, im vollheissen Wasserbade eingetrocknet und der pulvrigen Masse mittelst Chloroforms das Alkaloid entzogen. Nach dem Abdunsten der chloroformigen Lösung hinterbleibt das Pilocarpin als eine weiche zähe farblose Masse. Nach Gerhard werden die Blätter mit 84proc. Weingeist, welcher 2 Proc. 10 proc. Aetzammonflüssigkeit enthält, extrahirt, der Auszug mit Weinsäure neu- tr ahsirt, der Weingeist abdestillirt, der Rückstand in ammoniakalischem Weingeist gelöst, filtrirt, der Weingeist abdestillirt und aus dem wässrigen Rückstande das Alkaloid mit Chloroform durch Ausschütteln aufgenommen. Das an Salpetersäure gebundene Pilocarpin wird in Weingeist umkrystallisirt etc. Mit Salzsäure, Schwefelsäure und Salpetersäure giebt es krystallisirbare, mit Essigsäure und Oxalsäure amorphe Verbindungen. Obgleich das Pilocarpin bei gewöhnlicher Temperatur ein halbflüssiges Alkaloid ist, so kann es dennoch nicht den flüchtigen Alkalosen beigezählt werden, wenn auch letzteres von Byasson und Blyth behauptet wurde. Poeh erhitzte das reine Alkaloid über 100° C. von 10 zu 10 Graden aufsteigend bisLzu 180°. Es erfolgte weder eine Sublimation noch eine Destillation. Wie Harnack und Meyer nachgewiesen haben, ist das Pilocarpin disponirt, besonders unter dem Einflüsse der verdünnten Säuren, in Jaborin überzugehen, Reiches in seinen physiologischen Wirkungen dem Atropin nahe steht. Eine Unterscheidung des Jaborins vom Pilocarpin durch chemische Reactionen ist bisher nicht gekannt. i Pilocarpinum hydrochloricum, Pilocarpin™ mnriaticnm, Pilocarpinhydro- «»lorid (C 23 H 3 . 1 N 4 0 4 ,2HCl) bildet farblose durchsichtige nadel- oder p attchenför- m 'ge Krystalle von schwach bitterem, etwas adstringirendem Geschmack, in Wasser leicht löslich. Die wässrigen Lösungen halten sich viele Wochen klar. Es ist auch in Weingeist leicht löslich, unlöslich in Aether, Chloroform, Benzol, Schwefelkohlenstoff (Poehl). 566 Jaborandi. PilocarpiDum. Wirkung. Die Versuche ergaben, dass das Pilocarpin auf Herz und Drüsen ähnlich wirkt, wie ein Aufguss der Pflanze, und auch dieselbe antagonistische Wirkung auf die Atropinsalze ausübt. Es ist intensiv speicheltreibend und schweisstreibend. 0,02 des Pilocarpin- hydrochlorats sollen 5,0 Blättern entsprechen. Sehr kleine Gaben fördern nur die Speichelabsonderung. A. Weber empfahl es in subcutaner Injection anzuwenden, indem es hier die Speichel- und schweisstreibende, und auch die pupillenverengende Wirkung äussere ohne die unangenehmen Symptome, wie Uebelkeit und Erbrechen, in Folge der Anwendung des Jaborandi. Injcctionsdosis 0,03 — 0,05—0,07. Eine Injectionsdosis von 0,08 hat oft einige Vergiftungssymptome zur Folge. Injectionsdosen von 0,005—0,01—0,015 wirken nur schweisstreibend. Dr. Schauta normirte die subcutane Minimaldosis zu 0,02—0,03, die Maximaldosis zu 0,06—0,07. Die Injection von 2,0 einer 2proc. Lösung innerhalb 7 Stunden bewirkte innerhalb 18 Stunden eine Frühgeburt, Prof. Braun fand dagegen weit grössere Injectionsdosen hier wirkungslos. Träufelt man 0,001 des Salzes in wässriger Lösung in das Auge, so erfolg* in 8—15 Minuten Contraction der Pupille, welche 2—4 Stunden anhält (Eserin ist jedoch immer ein kräftigeres Myoticum). Gegenmittel ist Duboisin (resp. Hyoscyamin, Daturin), welches die durch Pilocarpin verengte Pupille sofort erweitert. Ebenso unterdrückt es die durch Pilocarpin bewirkte Speichel- und Schweissabsonderung in wenigen Minuten, doch ist Pilocarpin kein Antidot des Duboisins. Atropin sistirt ebenfalls die durch Pilocarpin bewirkten Secretionen (Marme). Vergiftungsfälle durch Belladonna wurden durch Pilocarpin geheilt. 0. Simon bezeichnet das Pilocarpin als Nichtradicalraittel gegen Prurigo» doch soll es Recidive länger hinausschieben und auch mildern. Bei Scharlachfieber, Urämie, Quecksilber- und Bleivergiftungen soll es sich nach SpillmaNU und Federschmidt bewährt haben. Die Wirkung des Pilocarpins auf den Uterus, zur Herbeiführung einer Frühgeburt, hält Felsenreich nicht genügend sicher und nur in y 3 der Fälle wurden nach 10 Minuten Uterus-Contractionen beobachtet. Sänger erlangte bessere R e ' sultate und zieht er das Pilocarpin dem Mutterkorn vor, denn es erzeugt keine Krampfwehen und keinen Tetanus uteri, nur die haemostatischen Eigenschaft 00 sind im Mutterkorn vorwiegend vertreten. Die Wirkung des Pilocarpins auf den Uterus wird durch kleine Gaben Atropin paralysirt. Zur Einleitung einer Frühgeburt empfiehlt Sänger Pilocarpininjection unter Anwendung von Vaginaldouchen- Als Minimaldosis bezeichnet er 0,02, als Maximaldosis 0,06. Drei Injectionen auf den Tag genügen. Als Contraindicationen gelten ihm Herz- und Lungcn- affectionen und Hydropsie der Schwangeren. Sänger macht übrigens (Arch. *• Gynäk. XIV, 3) auf die Gefahr unzeitiger Anwendung des Pilocarpins bei Eklampsie der Gebärenden aufmerksam, weil ein hochgradiges Lungen-Oedcm un selbst der Tod die Folge sein können. Man solle das Pilocarpin nicht in den späteren Stadien schwerer Eklampsie anwenden, sondern nur im Anfange, so lange noch kein Koma eingetreten ist, also nur in leichteren Fällen. P r "_' Lewin, welcher Pilocarpin auch bei Syphilis anwendete, warnt vor den gefährlichen Nebenwirkungen des Pilocarpins, wie Uebelkeit, Erbrechen, Singultus, Kopfschmerz, Kaltwerden der Extremitäten, Dysurie, Hinfälligkeit, Collaps. Stehen andere Mittel zu Gebote, so solle man das Pilocarpin nur im Nothfalle anwenden. . Das Pilocarpin fördert das Wachsthum der Haare, selbst den Haarwucn» an Hautstellen, wo die Haarwurzeln abgestorben sind (scheinen). Dazu soll selbs die schweisstreibende subcutane Injectionsdosis ausreichen. Georg Schmitz be- Jaborandi. Pilocarpinum. 567 obachtete diese haarwuchsfördernde Wirkung zuerst und Schüller hat dieselbe bestätigt. Ersterer behandelte zwei kahlköpfige Augenkranko und machte er subcutane Injectionen, und bei beiden Patienten fand sich darauf Haarwuchs ein. (Ausführliches über die Wirkung vergl. Die neueren Arzneimittel von Loebisch und v. Rokitansky. Wien 1879.) Mankiewicz machte übrigens die Erfahrung, dass Pilocarpin kein Haarwuchs beförderndes Mittel ist. Prüfung. Dieser dürfte mit conc. reiner Schwefelsäure und auch mit dieser Säure in Verbindung mit Kaliumdichromat (vergl. unten) Genüge geschehen. Das Nitrat und Hydrochlorid des Alkalo'ids aus Brasil -Jaborandi und auch anderen Arten sind amorphe Verbindungen und haben Wirkungen, welche denen des Alkalo'ids aus dem echten Jaborandi zum Theil entgegengesetzt sind. Mit fettem Uele unter dem Mikroskop betrachtet, dürfen keine amorphen Massen vorhanden 8ei n. Das freie Pilocarpin wird in einer Menge von 0,02 g mit 3 Tropfen Salpetersäure und 3 Tropfen Wasser gemischt und nach einer Viertelstunde unter dem Mikroskop betrachtet. Nur Krystalle dürfen sich dem Auge darbieten. Aufbewahrung. Pilocarpin und seine Salze müssen den starkwirkenden Arz- üeisubstanzen zugezählt werden, die Gefässe also einen abgesonderten Standort «halten. Chemie und Toxicologie. Der Nachweis des Pilocarpins in Vergiftungsfäl- 'en bietet insofern Schwierigkeiten, als keine farbigen Reactionen bekannt sind und zur Sicherstellung der analytischen Reactionen noch die physiologische (myotische) Reaction auf die Pupille erforderlich wird. Aus der sauren Lösung nehmen die Lösungsmittel (Chloroform) nichts auf, w °hl aber aus der alkalischen. In Benzol ist Pilocarpin überhaupt nicht löslich ( w ohl aber das Jaborandin aus dem Brasil-Jaborandi; Poehl). Der aus ammo- ruakalischer Lösung mittelst Chloroforms extrahirte Auszug ist auf die optische Activität zu prüfen (Morphin ist linksdrehend, Narcein inactiv, Cinchonin und Pilocarpin rechtsdrehend). Der Verdunstungsriickstand der Chloroformlösung ze'gt eine abweichende (syrupartige) Consistenz und verhält sich gegen conc chwefelsäure indifferent, erzeugt aber mit conc. Schwefelsäure und Kaliumdichromat die unten angegebene grüne Farbenreaction. Phosphormolybdänsäure erzeugt in Pilocarpinsalzlösungen (1:10000), besonders in der salzsauren Lösung (1 : 15000) einen gelben käsigen amorphen, gegen den polarisirten Lichtstrahl indifferenten Niederschlag. — Phosphorwolframsäure erzeugt einen weissen (1:10000), — .Todjodkalium einen braunrothen, in der Wärme in Lösung übergehenden, feine Nadeln bildenden und gegen den polarisirten Lichtstrahl activen, — Kaliumwismuthjodid einen rothen kermesfarbigen Niederschlag, besonders in der Salzsäuren Lösung 1:15000). — Kaliummercurijodid erzeugt eine massige (1 : 800), — Kalium cadmiumjodid bei 1: 500 geringe Trübung, bei 1:200 einen weissen Niederschlag, im Ueberschuss des Reagens löslich. — Mercurichlorid erzeugt (bei 1:100) einen weissen in Salzsäure leicht löslichen, — Platinchlorid uur in concentrirter Lösung einen gelblichen krystallini sehen Niederschlag. — Pikrinsäure erzeugt (bei 1 : 200) einen gelblichen, unter dem Mikroskop kugelförmige, strahlenförmig von Nadeln umschlossene Massen darstellenden, optisch activen Niederschlag. — Schwefelsäure löst fast farblos. — Schwefelsäure mit Kaliumdichromat giebt eine anfangs bräunlich - grüne, bald m dauerndes grelles Grün übergehende Färbung. (Untersuchung der Blätter von Pifo- carpus officinalis von Dr. Alex. Poehl, St. Petersburg 1879, ist eine vorzügliche, den Gegenstand nach allen Seiten hin erschöpfende Arbeit. Sie umfasst 5 4 Oetavseiten und enthält mehrere photographische Abbildungen.) 568 Jaborandi. — Jalapa. Durch Destillation über Aetzkali erlangten Harnack und H. Meyeb bei 160° C. ein dem Coniin ähnliches flüchtiges Product. Nähere Beziehungen in chemischer Hinsicht zum Nicotin, dem das Pilocarpin ähnlich wirkt, sind nicht vorhanden. i Pilocarpin™ salicylkum, Pilocarpiiisalicylat. Poehl fand es in 300 Th. kaltem Wasser löslich und seine Lösung von auffallender Dauer. Während dreimonatlicher Aufbewahrung blieb die Lösung völlig klar. Es bildet perlmutterglänzende Schuppen, welche in Aether schwerlöslich, in Chloroform, Benzol und Schwefelkohlenstoff unlöslich waren. (1) Aqua aromatica pilophila. Eau de Cologne pilocöme. Haarwuchswasser. R- Foliorum Jaborandi 20,0 Spiritus Vini diluti Aquae Coloniensis ana 100,0. Digere et filtra. S. suo nomine. (Die betreffenden Stellen werden täglich 2 mal bestrichen. Es soll den Haarwuchs fördern, nach anderer Angabe aber auch nicht.) (2) Liquor Pilocarpin! ad injectiones subcutaneas. I. R? Pilocarpini hydrochlorici 0,5. Solve in Aquae bis destillatae 25,0 et filtra. D. S. 0,75—1,5 CO. (0,015—0,03) zu einer Injction. II. R? Pilocarpini hydrochlorici 0,5. Solve in Aquae bis destillatae 30,0 et filtra. D. S. Dosis 1,0 CC. (0,017g) für Kinder. HI. r? Pilocarpini hydrochlorici 0,5. Solve in Aquae bis destillatae 10,0 et filtra. D. S. Dosis 1,0 CC. (0,05 g) für Er wachsene. (3) Mixtura antidiphtheritica GUTTMANN. IV Pilocarpini hydrochlorici 0,02 ( — 0,03 -0,04) Pepsini 0,6 (—0,8—1,0) Acidi hydrochlorici guttas 2 (—4) Aquae destillatae 80,0. M. D. S. Stündlich einen TheelÖfp 1 (nebenher stündlich einen Theelöffel Ungarwein zu geben, alle 8 Stunden einen PniESSKiTZ'schen Halsumschlag zu machen bei Diphtheritis. Bei Erwachsenen m 1199 die Pepaingabe erhöht werden). (4) Pulveres Pilocarpin!. ijc Pilocarpini hydrochlorici 0,1 Sacchari albi 2,0. M. f. pulvis. Divide in partes decero (10) aequales. S. Zwei- bis dreistündlich ein Pulver- Jalapa. Indian medical Gazette berichtet über die Cultur von Convolmlus Purg 0, in Ostindien. Die auf den Nilgherri-Hügeln cultivirten Pflanzen haben Knolle 11 geliefert, welche nach Untersuchung von Dr. Fobbes Watson 14—l5°/o •** K penharz einschliessen, das zu 8O°/ 0 aus Convolvulin besteht. Dieses Kesulta dürfte zu einer ausgedehnten Cultur dieser Arzneipflanze verleiten. Resina Jalapae. Farewell hat (Amer. Joum. of Pharm. Vol. 50, S. 371) mehrere Sorten Jalapenharz untersucht und gefunden 5,3; 6,5; 9,0; 9,7 Proc- 1 A.ether lösliches, dagegen 94,7; 93,5; 91,0; 90,3 in Aether unlösliches. Iolithyocolla. — Hex. — Mate. 5G9 Ichthyocolla. Die Hausenblase des heutigen Handels soll hauptsächlich von Acipenser stellatus und Acipenser Gueldenstaedtii entnommen werden. Mainzer Fischlcim ist keine echte Hausenblase. Vegetabilischer Fischleim, Hausenblase ans Seetang. Mit diesem Namen bezeichnet man den eingetrockneten Schleim von Gelidium comeum, Gigartina s pmosa, GJociopeltis tenax und anderen Algen. Dieses Präparat ist im Handbuch als Agar-Agar und Gelosa (I, 726, 727) aufgeführt. Japanische Hauscnblase kommt in Stäben oder Streifen vor, welche durch Zusammenpressen der unter „vegetabilischer Fischleim" erwähnten Algen herge- 8 tellt sind. Da den Algen noch verschiedene Diatomaceen anhängen, so findet ffla n diese oft in den Gelatinen, welche mit der Japanischen Hausenblase herge- ß tellt sind. Mittelst Mikroskops lassen sie sich erkennen. Court Plaster ist sogenanntes Englisches Heftpflaster. Wulisis ist ein Bierklärmittel (in Frankreich patentirt). Es soll aus Hausen- Dlase und Natriumbicarbonat bestehen. Zwilliugsleim, Zwillingskleister, Fox's (Nord-Am. Patent). Zur Darstellung der ^ ösung N r , \ i os t mau 2,5 g krystallisirte Chromsäure in beiläufig 15 g Wasser ^d etwa 15 g Ammoniakfliissigkeit. Dieser Mischung werden ungefähr 10 r °Pfen Schwefelsäure und schliesslich 30g schwefelsaures Kupferoxyd-Ammoniak, T"^. ^ feines weisses Papier zugesetzt. Die Lösung Nr. II, erhält man durch uflösen von Hausenblase in verdünnter Essigsäure (1 Th. 80-proc. Säure auf *"• Wasser) in der Wärme des Wasserbades. , Zum Gebrauch werden die beiden Flächen Papier, welche aneinander ge- •at werden sollen, die eine mit Nr. I, die andere mit Nr. II bestrichen und . nn gegeneinander gedrückt. Es genügt, wenn nur eine der Flächen feucht > z. B. die mit Nr. II bestrichene und getrocknete mit wenig Wasser angefeuchtet wird. Hex. . * n neuerer Zeit berichtete man, dass llex Paraguayensis in Folge rück- icntsloser Einsammlung, theils auch in Folge Vertreibung der Jesuiten und Zer- orung der Anpflanzungen derselben anfange selten zu werden und dass Mat- YJ~?S verfälscht vorkomme. Jobekt erwähnt (Journ. de Th&rapeutique) als ertälschungen: Guabirova (Blätter einer Myrtacee), Cappacaroca (die latter einer grossblättrigen Myrsina), Cahuna (Blätter einer anderen Hexe" n, wahrscheinlich Hex sorbilis, erkennbar an den schwarzen Punkten auf der unteren Blattfläche). Alonzo Robbins hat mehrere (7) Sorten Mat6 untersucht und beschrieben Ifroceedings of the Amer. Pharm. Associat. 1879). Die Resultate summiren ^ch und zwar gaben die Blätter ab: an Wasser 30—37 Proc, an Petrolbenzin *~7 5 > 8 ! an Chloroform 5—9, an Weingeist von 0,822 sp. G. 30—38, an Weingeist von 0,941 sp. G. 30—39 Proc. Der Tanningehalt betrug 10—16 Proc, ™>r Coßemgehalt 0,2—1,6, der Aschengehalt 5- 10 Proc Sand 0,3—1 Proc, /5 der Asche ist in verdünnter Salzsäure löslich. 670 Hex. — Imperatoria. Wurden die Lösungsmittel auf einander folgend benzin 4 — 6, dann Chloroform 2,2— 2,7, hierauf angewendet, so löste Petrol- Ji.' E Fig. 78. lUatt voll Hex Ppraguayensis. J 0 Fig. 79. Rhizoma Imperatoriae. G. 16- spec. G. Proc. Weingeist von 0,822 spec. 25, und nun Weingeist von 0,941 17—21, endlich Wasser 2 bis 2,7 Byasson schlägt vor, das Coffein in den Blättern von Hex Paraguayensis mit M»" tei'n zu bezeichnen. Ferner fand er in den Blättern in Proc: 3,92 Mineralsalze, darunter Eisen, 0,63 Harz, 2,38 glykosidisehe Körper, 3,87 glutinöse Substanz mit eigenthüm- licher Fettsubstanz und grünes Pigment, 1,85 Coffein (Matein), Aepfelsäure etc. Biälet erhielt aus gutem Mate" 8,31» Proc. Asche, enthaltend Kalkerde, Magnesia* Natron, Mangan, Eisen, Phosphorsäure etc. Ferner erhielt er in Aether lösliches 9,82, lD Weingeist lösliches 8,432 (mit Coffein l, 3 )' in Wasser lösliches 26,208, Zellstoff 13,28» Feuchtigkeit 9 und Sand 9,12 Proc. Dass ein längerer Genuss des Mate-Theeä nicht ohne Nachtheil sei, will man beobacb' tet haben. Es sollen Verdauungsstörungen die Folge sein, welche Montegazza auch i» 1 Gastralgia matica bezeichnete. Die Einfü^' rung dieses Mate" - Getränkes in Deutschl» 0 dürfte kaum erreicht werden, denn der w e schmack ist zu wenig einladend. Gewöh»' lieh vergisst man, das Krautpulver vor dein Aufgiessen des Wassers einer sehr schwache i Röstung zu unterwerfen, welche aber den «^ schmack des Aufgusses wesentlich verbesser • Barthelemy's balsamisch weinige K 1 ' teressenz des Dr. Paüi. Gbehaedt soU eine k ha tun Y-t pinö Tinctur.i Ehei composita sein, ist aber woH j ]er gewürzhaltigc Tinctur ausParaguaythee, wei auch den Namen St. Barthelemy-Kraut erüai 1 hat. Imperatoria. Aus der Meisterwurzel schied V. GoR Besanez einen krystallinischen Körper welchen er Ostruthin (C U 1I 17 0 2 ) v&1 f Q]A welcher jedoch mit dem Imperatorin m identisch ist. Das weingeistige Extract w ^ mit einem Gemisch von 3 Th. Aether m»^ Th. Ligroin extrahirt, der Auszug solange ^ Ligro'in versetzt, als schmierige braune Sätze erfolgten. Die decanthirte Flüssig wurde der freiwilligen Verdunstung ttberlass So wurden circa 0,58 Proc. Ostruthin in * Indicum. 571 stallen gewonnen, welche bei 115° C. schmolzen und bei 91° C. erstarrten. Es ist unlöslich in Wasser, leicht löslich in Aether, Weingeist, den Alkalilaugen, Ammon, auch ist es geruchlos und fast geschmacklos. In Wasser mit etwas Alkali Jöst es sich zu einer stark blau fluorescirenden Flüssigkeit und wird daraus durch Kohlensäure wieder ausgeschieden. Beim Schmelzen mit Aetzkali liefert es Resorcin, Buttersäure und Essigsäure. (Ausfuhrliches in den Ann. der Chem. Bd. 183, S. Extractnm Imperatoriae wird aus dem klein geschnittenen Rhizom durch Digestion mit 60proc. Weingeist und Eindampfen des Auszuges bis zur derben Ex- raetconsistenz dargestellt. Es wurde bei Lithiasis, Nieren- und Harnblasen- eiden von einem französischen Arzte empfohlen und soll neben dem gleichzeitigen «ebrauch von Salzsäure die Stein- und Griesbildung sistiren. Folgende Pillen- inasse dürfte für diesen Zweck wohl geeignet erscheinen: Rp. Extracti Impera- oriae 20,0; Radieis Geutianae 15,0; Tragacanthae, Radicis Althaeae ana 5,0; Acidi hydrochlorici (1,124 p. sp.) 15,0; Lithii chlorati 5,0; Rhizomatis Impera- oriae q. s< jj. fiant pilulae ponderis 0,13. Lycopodio conspergantur. D. ad !trum. S. Täglich viermal je 4—5 Pillen mit Wasser zu nehmen. Indicum. Dem Indigblau giebt v. Sommabuga (chem. Centralbl. IX, 658) die For- mel C i 6 H 10 N 2 O 2 und dem Isatin die Formel C 16 H 10 N 2 O 4 . Schon vor drei Jahren ist Bayer (München) die Synthese des Isatins ge- »en und eröffnete er damit den Weg zur Synthese des Indigblaus und zwar dem Steinkohlentheer. Weitere Versuche ergaben, dass aus der Hydrindin- T^Dioxindol) und dem Amidooxindol unter Einwirkung von Phosphoroxychlorid S 1 i P nor P en tachlorid sich Indigblau gewinnen lässt (Ber. d. d. chem. Ges. XI, p / )• Bayer hat den Gegenstand weiter verfolgt und ist heute an dem fer \ an S e 'angt, durch künstliche Darstellung des Indigo die Cultur der Indigo- ) »'«-Arten in Ostindien in Frage zu stellen. Ueber die Synthese des Indigblaus nach dem BAYEii'sohen Verfahren, wel- ^ es P a tentirt und der fabrikmässigen Ausbeutung übertragen ist, findet sich in pharm. Ztg. Nr. 3, 1881 eine übersichtliche Arbeit. Eine noch vollstän- Tjgere Uebersieht liefert die Chemiker-Zeitung Nr. 47, 1880. Eine kleine kurze T ersieht gewährt eine Arbeit von Rosenstiehl im Archiv der Pharm. 1881, Ja nuarheft S. 73. Ueber die Entstehung des Indigblaus lässt sich E. Sciiunck im Pharm. ' 0l »'n. and Transact. 1879 und Ztschr. d. österr. Ap.-Ver. 1879 Nr. 34 aus. Indigo wird in Gegenwart von Aetzalkali durch Glycerin in einer Wärme °n circa 110» C. reducirt (Pbud'iiomme). Werden 2g Indigo mit 125 CC. ein em starkem Glycerin von 1,239 spec. Gew. und mit 16,0 CC. Natronlauge ° n 1,3298 spec. Gew. »/ 2 Stunde verkocht, so ist die Reduction des Indigos n der grünlichen Färbung der Flüssigkeit und an dem gleichzeitig auftretenden charakteristischen Gerüche derselben deutlich zu erkennen. Die Erklärung für «esen chemischen Vorgang findet sich in der von Dumas und Stas gemachten Beobachtung, dass Glycerin durch kaustisches Natron unter Freiwerden von Was- p. rs . toff in essigsaures und ameisensaures Natron übergeführt wird nach der weichung: C 3 II 8 0., + 2NaIIO=C 2 II,0 2 Na+CHO,Na-f-H 4 . Wird das Kochen der Flüssigkeit länger'fortgesetzt oder 'die Temperatur der Flüssigkeit wesentlich erhöht, sq ■h,;,.^ ,i„„ Tv/i;.™ ninht Kinn ,.„,i„,,;,.t aimdorn sogar theilweise zerstört- so wird der Indigo nicht blos reducirt, sondern sogar theilweise zerstört; 572 Indicum. — Injcctiones. wenigstens scheint das damit verbundene Entstehen einer gummiartigen, grünlichen Masse darauf hinzudeuten. Indicum solubile, Indig-Carmin, blauer Cannin wird durch Abstumpfen der Säure in der Schwefelsäure-Lösung durch Kaliumcarbonat dargestellt. Nach V. Joclet wird 1 kg gepulverter Indigo nach und nach in 5 kg einer auf 50 ° C. erwärmten concentrirten (Englischen) Schwefelsäure eingetragen und darin gelöst. Zu dieser Lösung werden nach und nach unter Umrühren 3,3kg kry stall. Natriumcarbonat, gelöst in 30 Lit. Wasser, zugesetzt. Nach einem halben Tage wird die agitirte Mischung durch ein wollenes Colatorium gegossen. In dem letzteren befindet sich der blaue Carmin, welcher mit wenigem kaltem Wasser ausgewaschen wird. Er ist in 140—150 Th. Wasser löslich. Die Lösung mit Stärkemehl vermischt und in Täfelchen geformt, bildet das Waschblau, Neublau. Es ist frei von Arsen, wenn eine arsenfreie Schwefelsäure bei der Bereitung in Anwendung kam. Zur Erkennung der Färbung des Tuches genügt Betupfen mit conc. Schwefelsäure, welche von Stickstoffsäuren frei ist. Innerhalb 15 Minuten darf die blaue Farbe nicht verändert sein. Da nun aber das Wollenzeug zuerst mit Campeehe- holz vor- und mit Indigo-Azulin nachgefärbt ebenso dauerhaft blau gefärbt wird wie mit Indigo, diese Färbung also nicht als eine geringere zu veranschlagen wäre, so kann man die nach dem Betupfen mit Schwefelsäure nach 10 Minuten in Rothbraun übergehende Blaufarbe der Indigofarbe fast gleich stellen. Aachener Indigo ist ein Anilinpigment und entspricht dem Indulin, Indigo artificiel, Bengalin, dargestellt durch Einwirkung von Kaliumnitrat a°j Anilinhydrochlorid. Er soll häufig mit viel entwässertem Natriumsulfat vermisch im Handel vorkommen. Injectiones. Unter Injectionen oder Einspritzungen versteht man bekanntlich 2) die hypodermatischen oder subcutanen Injectionen Geltung erlang*- Das Instrument zur Ausführung dieser Operationen ist eine kleine Spritze (die PßAVAz'sche, LüEK'sche, LEiTER'sche. Erstere beiden haben Silber zur Fass » letztere Hartgummi). In neuester Zeit hat man Spritzen, deren Glasrohr beiden Enden mit Schraubengewinde versehen ist, so dass die Hartgummifassung aufgeschraubt werden können, das Verkitten also fortfällt. Diese sehr P raC a8 Einrichtung erlaubt die Injection warmer (30° C —35° C.) Flüssigkeiten, bei den mit Kitt eingesetzten Glasröhren unthunlich war. Das Glasrohr der Spritzenrohr umfasst gewöhnlich 1 CC. oder lg Wasser. Der ^fil^p (Piston) ist jetzt an seinem metallenen Stabe in 10 Theile getheilt, also mit 9 1 strichen versehen, so dass der Raum einer Abtheilung genau 0,1 CC. oriiB ^ U AeT Dieser Umstand ist übrigens bei jeder Spritze zuvor zu prüfen. Wenn ^ Stempel am Grunde mit einem SteÜrade versehen ist, so kann der Raum Spritze auch genau abgegränzt werden. Der Spritzenmündung wird das spitzte Nadelrohr (Canüle) aufgesetzt. _ gijJ j Für die Veterinärpraxis hat man Spritzen ähnlicher Construction, »« ^ sie grösser und fassen sie bis zu 10 CC. und mehr. Im Allgemeinen kan Injectiones. 573 grössere Hausthiere, wie das Pferd und das Rind die 10fache, für das Mau 1- thier die 7,5fache, für den Esel die 4fache, für das Schaf, Schwein die IVafache, für grosse Hunde die gleiche und für kleine Hunde und Katzen 1 A der subcutanen Injectionsdosis angewendet werden, wie sie für den Gebrauch hei Menschen normirt ist. Die Wirkungen sind gewöhnlich dieselben, wie sie bei Menschen hervortreten. Auch die Injectionsfliissigkeiten für die Hausthiere müssen klar sein oder doch aus reinen Substanzen hergestellt werden, besonders beim Pferde, um die als Folge unreiner Substanzen eintretenden Ulcerationen und Fellläsionen zu vermeiden. Lösungen zu diesen Injectionen müssen also stets filtrirte sein. Die parenchymatöse Injection bezweckt die Einführung medicamentöser Flüssigkeiten in das Parenchym, das Gewebe der Haut und der Muskel, z. B. Dß i Geschwüren, Anschwellungen, Krebs, um eine Reizung, Zerstörung, Lösung, e >n Absterben von Neubildungen, Absondern eines Gewebetheiles zu veranlassen °der zu bewirken. Die hypodermatische Injection bezweckt das Einführen ei ner medicamentösen Flüssigkeit in das TJnterhautbindegewebe. Zur Beseitigung '»'tlicher Leiden wählt man den Ort der Haut, welcher beim Druck mit dem Finger Schmerz empfindet oder wo der Patient Schmerz fühlt als Einstichstelle, z °r Einsenkung der Canüle. Die intravenöse Injection, Einspritzung in die Blutader (von Ore empfohlen) dürfte wohl immer als eine gefährliche zu betrachten sein und hat daher keine Zukunft. Sie ist auch nur bisher mit Chloralhydrat versucht worden. Besonders die hypodermatische oder subcutane Injection erfordert möglichst klare Flüssigkeiten und ein Wasser, welches total frei von Vegetationen und Keimen derselben ist. Ein solches ist von Hager mit Aqua bis destillata, £ w eimal destillirtes Wasser, bezeichnet worden (vgl. S. 102). Jede Flüssigkeit zu Injectionen muss, wenn sie nicht total klar ist, direct in das Gefäss mneinfiltrirt werden, in welchem sie dispensirt werden soll. Dass das Gefäss, der Glastrichter, das Filtrirpapier höchst rein und staubfrei sein müssen, erfordert d' e Vorsicht. Im andern Falle entstehen an der Einstichstelle Anschwellungen, «esehwüre, Flecke etc. Hager injicirte subcutan ein destillirtes Wasser mit «ehleimfloeken. An der Einstichstelle erfolgt eine kleine Euterbeule und noch nach e'nem Jahre war an derselben Stelle ein dunkler Fleck zu sehen und eine Veränderung des Hautgewebes zu fühlen. Häufig waren die Klagen, dass nach M orphiuinjectionen Entzündung und Eiterung der Einstichstelle erfolgten, ein anderes Mal bei demselben Patienten wiederum nicht, obgleich die Lösung aus den-selben Morphinvorrathe hergestellt war. Die Aerzte pflegten die Ursache " cr Eiterung dem Morphinpräparate aufzubürden, der Apotheker glaubte eine ^'«Position zu der Eiterung be : m Kranken annehmen zu müssen. Die Ursache * ar in jedem Falle die Beschaffenheit des Wassers, und der Glaube, das destil- "rte Wasser sei immer ein reines Wasser, erwies sich als Irrthum. Das Glycerin, welches einen Bestandteil der Injectionsftüssigkeit bilden soll, mil ss ein höchst reines sein. Im andern Falle kann es sehr nachtheilige Wirkungen zur Folge haben. . „ . . , Die Substanzen, welche keine klaren Lösungen geben, wie z. B. viele Miracie, ^Wen nicht filtrirt werden, vielmehr ist höchst reines Wasser zur Losung zu Verwenden und die Lösung durch ein Bäuschchen Glaswolle zu giessen. Das Papierfilter erfordert eine Reinigung vor dem Filfriren und zwar Wird es 2-3mal mit destillirtem Wasser gefüllt, und nach der Filtration der ktzten Füllung wird zur Filtration der Injectionsflüssigkeit gescüntten. Dass dergleichen Operationen in der Arzneitaxe einen Platz erhalten müssen und 574 Injectiones. können, dürfte selbstverständlich sein. Den Gehalt der Injectionsflüssigkeit im CO. auf der Signatur zu vermerken, sollte zur Vorschrift gemacht werden. Es ist von Werth, dass die Injectionsflüssigkeiten einige oder mehrere Tage dauern, und sie nicht leicht dem Trübewerden oder dem Verderben zuneigen. Von den Alkalo'idsalzen sind im allgemeinen die salzsauren die dauerhaftesten, sie werden besonders gut vertragen und gehen leicht und schnell in den Lauf der Körpersäfte über. Selbst ein sehr geringer Zusatz von Salzsäure, die Lösung des Alkaloids zu fördern, hat keinen Nachtheil zur Folge. Die Canüle und auch die Spritze sind dann nach jeder Injection auszuwaschen. Die Salze der Alkalo'ide mit organischen Säuren sollten nur im Nothfalle Anwendung finden, wenn nämlich keine Hydrochloride davon vorräthig sind. Obgleich bei jedem Körper im Handbuche Angaben über subcutane Dosen gemacht sind, so möge hier eine kurze Uebersicht folgen. Hypodermatische Injectionen. Acidum benzoicuin. lOproe. Lösung, vor der Anwendung zu erwärmen, 0,5-" 1,0—2,0 als Excitans bei Urämie. Acidum carbolicum (purissimum) in 1 — 2-proc. Lösung 0,5—1,0—1,5 gegen locale Entzündungen, bei Panaritium, Karbunkel. Acidum valerianicum. 3-proc. Lösung oder 0,6 auf 15,0 Aq. und 5,0 Wein- geist. Dosis 0,5—0,75—1,0 der Lösung bei Epilepsie und Chorea. Aconitinum. 1-proc. Lösung oder 0,1 auf 10,0. Dosis 0,2—0,3—0,4 der Lösung. Apomorphinum hydroehloricum. 1-proc. Lösung, davon 0,5—0,75—1,0 »" Emeticum, für Kinder 0,2-proc. Lösung, davon 0,5—0,75. Aqua bis destillata mit 2—5 Proc. Aqua Lauro-Cerasi versetzt. 1,0—2,^ (gegen trockenen Husten). Atropinum sulfuricum. 0,2-proc. Lösung oder 0,02 auf 10,0. Davon 0,25-" 0,4—0,5. Camphora. 10-proc. Lösung oder 1 auf 9 verdünnten Weingeist. D» von 0,5—0,75—1,0 als Excitans. Chininum hydroehloricum. 10-proc. Lösung oder 1 auf 10,0 Wasser und 2— Tropfen Salzsäure. Davon 0,5—0,75—1,0. Chloralum hydratum. Lösung in gleichviel Wasser. Nur die soeben d ar S stellte Lösung, wie sich Chloralhydrat unter Abscheidung von Salzsäure zerse 0,5—1,0—2,0 der Lösung. Injectionsstelle abscedirt leicht. Coffe'inuni. 5-proc. Lösung oder 3,0 in 19,0 eines 45-proc. Weingeistes. * -5 Tropfen Salzsäure fördert die Lösung und ist ohne Nacht Dosis 0,25—0,3—0,5 der Tropfe» oder Zusatz von 4- Colchicinum. »/g-proc. Lösung oder 0,1 auf 20. Lösung. Schmerzhaft und zwecklos. Coniinum, Conicinum. 7 2 -proc. Lösung oder 0,05 auf 10,0 (1 Salzsäure). Dosis 0,25—0,35—0,5 der Lösung oder auch 1-proc. Lösung 0,1 in 10,0 eines 45 proc. Weingeistes. Dosis 0,2—0,3—0,4 der Lösung- Coniinum hydrobromicum, hydroehloricum (wie von Coniinum) 1-proc. Losung oder 0,1 in 10,0 Wasser. 0,3—0,4—0,5 der Lösung. Curare. 1-proc. Lösung oder 0,1 in 10,0 Wasser. Davon 0,3—0,4—0, • Baturinum. V 2 -proc. Lösung oder 0,05 auf 10,0. (1 Tropfen Salzsäure.) Dosis 0,15—0,2—0,3 der Lösung. Injectiones. 575 Va-proc. Lösung oder 0,05 auf 10,0. Dosis 0,3—0,5—0,8 der ^-proc. Lösung oder 0,05 auf 5,0 Wasser und 5,0 verdünnten eingeist (und 1 Tropfen Salzsäure). Dosis 0,3—0,4—0,5 der Lösung. Ist Digitalina. Lösung. Emetinum. Wi sehr irritirend und nicht zweckentsprechend (Eulenbukg). Extractum Opii. 10-proc. Lösung oder 1,0 in 7,0 Wasser und 2,0 Weingeist. ■Dosis 0,25-0,5—0,75 der Lösung. Extractum Seealis eornuti. Vergl. S. 465. 14-proc. Lösung oder 5,0 auf 15,0 Wasser, 5,0 Weingeist und 10,0 Glycerin. Dosis 0,5—0,75—1,0 der Lösung. Hydrargyruin bichloratnm corrosivum. 1-proc. Lösung oder 0,25 auf 25,0 Wasser. Dosis 0,25—0,5—1,0 der Lösung. Vergl. S. 544. . Hydrargyram bijodatam rubrum. 1-proc. Lösung oder 0,25 auf 2,5 Kalium- jooatum und 22,5 Wasser. Dosis 0,25—0,5—1,0 der Lösung. Hydrargyruni chloratum mite, Calomel; Caloraelanos 0,15, Aquae, Glycerinae ana 2,0. M. Dosis 0,5—0,75—1,0 pro die. , Jodum. 0,1-proc. Lösung oder 1,0 auf 20,0 Spiritus Vini und 980,0 Aqua üe stillata (bei Karbunkel). 0 Valium jodatum. 20-proc. Lösung oder 5,0 auf 20,0 Wasser. Dosis 0,5— ''5—1,0 der Lösung. Wquor Ammonii anisatus. Dosis 0,5—0,75—1,0 als Exeitans. lorphinum aceticuin wie Morph, liydrochloricum. Die Lösung hält sich nicht. "orpliiimin hydrobromicnm wie Morph, hydrochloric. 0 3-Jn° rpll ' nUm n y ,,ro,,,, ' or ' cum - 4 -P r oc Lösung oder 1,0 auf 24,0 Wasser. Dosis oLI rl' 4 °' 6 ( — °> 8 )- Im Sommer ist auch eine 5-proc. Lösung dauernd, 0ne Krystalle abzuscheiden. 1 T "Wee'faum hydrochloricum. 2-proc. Lösung oder 0,2 auf 10,0 Wasser (und Qer t°? Salzsäure). Vor der Anwendung zu erwärmen. Dosis 0,3—0,6—1,0 OSung. Spritze nach der Injection auszuwaschen! Reist 5if ^ in,lm - Vio-Proc. Lösung oder 0,04 in 10,0 Wasser oder 30-proc. Wein- c - Dosis 0,2—0,25—0,3 der Lösung. 0,25 = 0,001 Nicotin. 3 Tr * car P inni » (hydrochloricum). 5-proc. Lösung oder 1,0 auf 19,0 Aq. (und !. n 8alz säure). Dosis 0,25—0,5—1,0. Spiritus aethereus. Dosis 0,5—1,0—2,0 CC, letztere auf die 4 Extremitäten Zu verteilen als Exeitans. (—0 ^ rj , c,minnm nitrienm. 1-proc. Lösung oder 0,1 auf 10,0. Dosis 0,2—0,3—0,5 »: Lösung = 0,002—0,003—0,005 (—0,006) g des Strychninnitrats. woli " ira Cannabis Indicae mit gleichviel Wasser vermischt und durch Glas- *"> cohrt. Dosis 0,3—0,5—0,8 der Mischung. Tinctura Opii simplex. Dosis 0,25—0,5—0,75. »eratrinum. 'An-üroc. Lösung oder 0,05 in 10,0 eines 30-proc. Weingeistes. D Dosis 0,5—1,0— ° S1S 0,25-0,3-0,4 der Lösung.' Parenchymatöse Injectionen. 2 0 a i Dm aceticiun - Acid - acot - dil «er Verdünnung in Geschwülste. ^^^^^K^^H 3 Argentum nitricum. 7, 0 -proc. Lösung oder 0,1 auf 100,0. Dosis 1,0—2,0— chl M T Lösun S> hierauf Injection in dieselbe Stelle von einer Vio-proc. Natrium- orid- (Kochsalz-) Lösung in gleicher Menge. 576 Injectiones. — Jodoformium. Jcdnm. 1-proc. Lösung oder 0,25 Jodi, 1,0 Kalii jodati sol. in Aquae destillatae 24,0. Dosis 1,0—2,0 der Lösung. Als submucose Injection (bei Hypertrophia tonsillarum) 0,5—0,75 der Lösung. Pepsinum (Finzelbergii). 20-proc. Lösung oder 5,0 : 20,0 Aq. Ein Zusatz von 2—3 Proc. Salzsäure (1,124 spec. Gew.) unterstützt die Wirkung. Dosis 0,5— 'i-,0- Spiritus Vini dilutus. Dosis 0,5—1,0 CC. (bei Struma). Tartarns stibiatus. 2 1 / 2 -proc. Lösung oder 0,25 auf 10,0. Dosis 0,2 — 0,3 —0,4 der Lösung. Zincnm chloratum. 10-proc. Lösung oder 1,0 auf 9,0. Dosis 0,1—0,2—0,4 der Lösung. __________ Jodoformium. Anwendung. Durch die Zersetzung des Jodoforms durch Albumino'ide, m- dem sich Jod-Albumin bildet, welches in den Kreislauf der Säfte übergeht, er * folgt die Wirkung (Högyes, Binz). Daher ist dieselbe gehemmt oder gemindert, wenn behufs Zerstörung des Geruchs des Jodoforms Substanzen, wie Gerbsäure* den Arznei mischungen beigemischt werden, welche das Jod aufnehmen und binden- Der Geruch ist besser durch einige Tropfen Bergamottöl, Anisöl, Pfeffer' minzöl oder Fenchelöl zu modifieiren, es ist aber nur eine höchst gering 9 Menge des Oels zulässig, denn es wirkt eben auch durch Bindung des frei tf er " denden und daher wirkenden Jods. Dr. Lindemann empfiehlt den Peru- b als am als Geruchsresorbens, ungefähr in doppelter Menge als die des Jodoforms. Die Wirkung des Jodoforms ist die des Jods, nur in etwas milderer Form. ™ ist also in allen den Fällen anwendbar, wo man sonst Jod anwendete. D a nur halb so giftig ist als Jod, so verdient es alle Beachtung. Jodoform ist immerhin wie Jod ein giftiger Körper. Högyes constatirte (Ar" 0, für exper. Path. und Pharm.) nach Jodoformvergiftung fettige Entartung in Let> er und Nieren, auch im Herzen und den Muskeln und im unteren LungenlapP e0 eingetretene Haemorrhagien. Bei Katzen und Hunden bewirkte das in den Mag e eingeführte Jodoform Schläfrigkeit, aber nicht bei den Kaninchen. Der Tod e folgte krampflos unter Abmagerung in Folge von Herz- und Athmungsparaly 8 • Es ist ein wesentlicher Vorzug des Jodoforms, dass es äusserlich angewe» d locale Reizung nicht verursacht, wie andere Jodmittel. Indem es leicht und sehn von der Haut resorbirt wird, wirkt es als örtliches Anaestheticum und Resolve t ferner ist es ein schätzbares die Vernarbung beschleunigendes, die Heilung Wunden förderndes und zugleich schmerzlinderndes Mittel. Auf Wunden eig" es sich am besten in Pulverform. ,i Die innerliche Anwendung erfordert immer Vorsicht und ist die im »an • n, S. 200, angegebene Dosis von 0,05—0,1—0,15 drei bis viermal tä ^ ir , besser auf 0,025—0,05—0,075 zu reduciren, denn obgleich milder in seiner kung als Jod, wirkt es, indem es schneller resorbirt wird, gleichsam giftige 1 schon kleine Gaben können in kürzerer Zeit, als es Jod vermag, den Tod her führen. . ; ne r Die Anwendung in Perlenform, perles, Gelatine-Hohlkügelchen mit Lösung des Jodoforms in Aether gefüllt, ist dann nur räthlicli, wenn der Ge an Jodoform gekannt ist. v abd' 9 Chemie. E. BlLTZ (Erfurt), im Archiv eine fehlerhafte Angabe GUY a ^ corrigirend, macht darauf aufmerksam, dass nach Angabe Lieben's Jod ^ Aetzkali im reinen Methylalkohol kein Jodoform bilde, m»™«** i Hiernach ist Jodoformium. 577 Handbuch Bd. II, S. 994, Zeile 23 von oben, Methylalkohol zu streichen. Die Keaction erfolgt, wenn man circa 5 CC. der Flüssigkeit mit 5—10 Tropfen Aetz- kalilauge versetzt, auf circa 50° C. erwärmt, und dann tropfenweise eine Jodjodkaliumlösung unter Schütteln hinzumischt, bis eine schwache gelbliche Färbung der Mischung eintritt. Verschwindet diese Färbung nicht in einigen Minuten, so bringt man sie durch vorsichtigen Zusatz einiger Tropfen Aetzlauge zum Verschwinden. Im Verlaufe einer oder mehrerer Stunden hat sich am Grunde der ■Flüssigkeit ein Bodensatz von gelblicher Farbe angesammelt, wenn gegenwärtig waren: Aceton, Aethylalkohol, Aldehyd, Amylen, Benzol, Butylalkohol, Capryl- alkohol, Dulcin, Essigäther, Gummi, Kohlehydrate (Zucker), Meconsäure, Chinasaure, Milchsäure, einige flüchtige Oele (Terpenthinöl), Proteinstoffe. Keine .lodoformbildung iindet statt mit Methylalkohol, Aethyläther, Aethylen- ehlorür, Amylalkohol, Chloralhydrat, Chloroform, Essigsäure, Weinsäure, Aepfel- S&ure, Ameisensäure, Benzoesäure, Bernsteinsäure, Butter- ^|| j|^ saure, Harnsäure, Salicylsäure, kclileirnsäure, Traubensäure, Yaleriansäure, Zimmtsäure, ^alsäure (Lieben, Annal. d. Uj - 1870). Der Bodensatz ist gelblich und stellt unter dem Mikroskop schön ausgebildete ^ r ystalle dar, wodurch sich as Jodoform mit einiger Sicheret erkennen lässt. In veralten Flüssigkeiten ist die «udung dieser Krystalle eine 'angsame und erfordert oft eine ff* von 1-2 Tagen. Die i° r m der Krystalle aus dem Wemgeist ergiebt sich bei 300 18 400facher Vergrösserung als eine wunderbar schöne in vielerlei Modificationen. Die Platt h kt 6in hexan " uläres Die aus dem Zucker gewonnenen Krystalle sind völlig glatte hexanguläre Fig. 80. Vergr. 8 dreimal im Verlaufe einer Stunde, hierauf müsste das Emeticum folgen. Kaliumjodojodid, Jodjodkiilinm (Handb. Bd. I, S. 201). G. St. Johnson betrachtet ein mit Jod übersättigtes Kaliumjodid für Kaliumtrijodid. Es soll kry' stallisationsfähig und sehr hygroskopisch sein. Guyakd nimmt nur ein Bijod 1 als existirend an. Tinctnra Jodi. Nach Luecke können 6 Tropfen (unverdünnt) in Kropf* 11 ' Schwellungen, chronische Lymphdrüsenanschwellungen subcutan injicirt werden- Ist übrigens sehr schmerzhaft und wird besser durch Jodjodkaliumlösung ersetz • Acidnm hydrojodicum (Handb. II, S. 206). Lemoine prüfte die Einwirkung des Lichtes auf Jodwasserstoff und er fand, dass Jod und Wasserstoff im Com a mit einander gegen Licht unempfindlich sind, dass gasiger Jodwasserstoff bei A ^ schluss von Luft im Dunkeln keine, im Lichte (besonders im blauen oder * letten) eine nur sehr langsame Zersetzung erleidet. Wässrige Jodwasserstofflösu zersetzt sich unter dem Einflüsse des Lichtes nicht, wohl aber unter Zu von Sauerstoff (Compt. rend. T. 85 No. 3, ehem. Centralbl. 1877). Chemie und Analyse. Nach Guyard wirkt eine kochend heisse iibersättig^ Oxalsäurelösung zersetzend auf Chlorate, Bromate und Jodate der ^.i eT unter Abscheidung der bezüglichen Halogene. Die Einwirkung geschieht m Weise, dass zuerst die Zersetzung der Chlorsäure, dann die der B ronl8äure ' twa g letzt erst die der Jodsäure erfolgt. Bei Chlorat und Bromat bleiben et Chlorid und Bromid im Rest, das Jodat wird aber vollständig zersetzt. pa v0IJ ist unter allmählichem Zusatz und Destillation eine Scheidung der Halogene einander ausführbar (Bulletin d. 1. soc. d. eh. d. Paris XXI). Es dürfte die^ Verfahren selten conveniren und geht man sicherer, die erwähnten Salze du Schwefligsäure in Chloride, Bromide und Jodide zu verwandeln, die Flussig ^ mit Schwefelsäure sauer zu machen und, wenn es sich um die Bestimmung ^ Jods handelt, mit Natriumsulfit und Kupfersulfat zu versetzen, wodurch das • als Cuprojodid gefällt wird. . c h Aus den Metall Verbindungen des Jods, Chlors und Broms lässt Bicü Donath nur das Jod mittelst verdünnter Chromsäurelüsung abscuei Jodum. 581 wenn letztere völlig frei von Schwefelsäure ist. Bei Spuren Jodid muss . e Flüssigkeit mit Schwefelkohlenstoff ausgeschüttelt werden. Kaliumdichromat, ja selbst Kaliumtrichromat scheiden Jod nicht ab, wohl aber vermag dies freie Chromsäure aus dem Kaliumjodid. Das Jod wird in graphitähnlichen Krystallen abgeschieden. Durch Destillation lässt sich das Jod trennen. Die Reaction erfolgt wahrscheinlich nach der Formel 6KJ + 8Cr0 3 = J c + Cr 2 0 3 + 3K 2 Cr 2 0 7 (Ztschr. f. analyt. Ch. 19, S. 19 u. f.). Zur Erkennung und Bestimmung des Chlors neben Brom und Jod giebt «• Voktmann (Bcr. d. d. ehem. Ges. XIII, 325) ein Vorfahren an, welches auf .fif Verna ' ten der Halo'ide zu Mangan- und Bleihyperoxyd neben Essigsäure be- ■JM. Jodide werden durch Manganhyperoxyd vollständig zersetzt, wenn man le Flüssigkeit mit Essigsäure versetzt und kocht. Bromide werden in neuraler Lösung von keinem der beiden Oxyde zersetzt, in essigsaurer Lösung wirkt ir Bleihyperoxyd zersetzend. Chloride werden von jedem der beiden Hyper- yde sowohl in neutraler wie saurer Lösung zersetzt. Jodide werden durch Bleihyperoxyd in essigsaurer Lösung zersetzt, aber n ter theilweiser Bildung von Jodsäure. Bromide geben unter demselben Ver- , . nisse ebenfalls neben Brom etwas Bromsäure aus. Zur Prüfung auf Chloride 1 Gegenwart von Bromiden oder Jodiden genügt es, die fragliche Substanz in sigsaurer Lösung mit Bleihyperoxyd zu kochen, bis die Flüssigheit nach dem setzen farblos ist und nicht im mindesten mehr nach Brom oder Jod rieeht. s Brom, sowie ein Theil des Jods, entweichen als solche, der Rest des Jods M als jodsaures Blei beim überschüssig zugesetzten Bleihyperoxyd. Filtrirt n ab und wäscht den Niederschlag gut aus, so hat man alles Chlor frei von tat"" 1 Unti Jod im ^ utrat - — M ;,n kann au f diese Art das Chlor auch quanti- v bestimmen. Bei grösseren Mengen von Chlor neben Jod ist es besser, Man ,j 'ypwoxyd statt Bleihyeroxyd zu nehmen, da man sonst, um die Abscheidung verd" F lösl ' cucn Chlorbleis zu verhindern, die Flüssigkeiten zu stark mit Wasser neb UD p en musste - Ebenso ist es gut, bei Bestimmung grösserer Mengen von Chlor So > rom m ^ dem Bleihyperoxyd auch etwas schwefelsaures Kali zuzusetzen, , a ss man schliesslich im Filtrate alles Chlor an Kalium gebunden hat. dur 1 v Nacnweis des Jods in Gerbstoff enthaltenden Substanzen geschieht Versetzen mit Ferrichloridlösung und Schütteln mit Schwefelkohlenstoff. Vol i« lsleine Mengen Jod nachzuweisen, lässt Filhol (l'ünion pharm, ein! V 8 ' 144: ^ die Flüssigkeit mit Aetzalkali alkalisch machen, zur Trockne ahd- am f D ' ^ en Rlickstan d m 't Weingeist extrahiren, die weingeistige Lösung ampfen, den hieraus resultirenden Rückstand mit einigen Tropfen Wasser n, mit einigen Tropfen Salzsäure sauer machen, nun mit etwas Chromsäure fä ft - en Un< * m ' t mehreren Tropfen Schwefelkohlenstoff schütteln. Letzterer vi I S ^ e nacn ^ er M en g e des freigewordenen Jod mehr oder weniger intensiv . ^ c hwefelkohlenstoff soll ein schärferes Reagens auf Jod sein als Stärkerer und auch Chloroform, und loroi, ° rnl löst Jod mit violetter Farbe, welche aber abgeändert wird • a mehr in Braun übergeht, je mehr das Chloroform Weingeist enthält. Mittelst eses Verhaltens der Farbe lässt sich nach Siebold Chloroform auf Weingeist- Sehalt p rüf e n . 0 D ie jodometrische Bestimmung mittelst Farbekörpern (Carmin, Cochenilletinctur, ^ arn Pecheholzextract), welche durch Jod entfärbt werden (FM&BAUl/r), dürfte in e f Pharmaccutischen Praxis kaum zu verwerthen sein, weil jene Farbekörper ^ e >ne begrenzten chemischen Werthe einschliessen. Die jodometrische Bestimmung nae b Allary vergl. Arch. d. Pharm. 1880, 1. Hälfte, 8. 305. 582 Jodum. Extraction des Jods aus Jod-Bädern. Sie kann geschehen entweder durch Versetzen des Wassers mit etwas Schwefligsäure, dann Sauermachen mit Schwefelsäure und nun Versetzen mit Natriumsulfit und Kupfervitriol, oder einfacher nach Bekzelius durch Versetzen des Wassers mit einem pulvrigen Gemisch aus 3 Th. Eisenvitriol und 2 Th. Kupfervitriol, Umrühren und Absetzen lassen. D*? gesammelte Cuprojodid (Kupferjodür) wird getrocknet und mit Schwefelsäure und Braunstein der Destillation unterworfen. (1) Candelae jodatae Lägneau a candelis jodatis (Handb. II, 208) florum Malvae p'ulveratorum 80,0, quae massae admiscenda sunt, differunt. (2) Emplastrnm jodato-opiatuin Ltjgol. fy Jodi 2,0 Kalii jodati 2,5 Extracti Opii 8,0. Tenerrime contrita primum commisce leni calore cum Aquae 1,5 deinde cum Emplastri Plumbi simplicis 60,0. D. S. Pflaster (hei scrophulösen Geschwülsten, Geschwüren, Gelenkschwamm etc.). (3) Gargarisma jodatum Troschel. * Jodi puri 1,0 (0,6—1,2) Kalii jodati 2,0 (1,2—2,4). Solve in Aquae dcstillatac 200,0. D. S. Zum Gurgeln (bei Salivatio mercurialis). (4) Glycerina jodato - caustica Max Eichtbr. Kaustisches Jod - Glyccrin. IV: Jodi puri Kalii jodati ana 5,0. Tenerrime contrita misce cum Glycerinae 10,0. D. ad vitrum. S. Zum Verbinden (bei Lupus, seeun- där-syphilitischen Exulccrationon und Geschwülsten. Der kranke Theil wird mit der Masse bestrieben, dann mit Guttaperchapapier bedeckt. Nach 24 Stunden werden feuchte Umschläge gemacht). (5) Liniinentum jodo - carbolicum C. G. Eothb. Linimentum anterysipelaceum. *e Acidi carbolici puri Spiritus Vini Tiueturae Jodi ana 1,0 Olei Tcrebinthinae 2,0. Mixtis adde Glycerinae 5,0. D. S. Zum Bestreichen der Rose. (6) Liquor contra carbunculum ad injeetiones subeutaneas. Rc Aquae carbolicae (1-proc.) 95,0 Tincturae Jodi 1,0 Spiritus Vini 4,0. M. D. S. Zur subcutanen Injectio» (1,0-1,5). (7) Liquor jodo-carbolicus Holtz- Vf Acidi carbolici Spiritus Vini ana 5,0 Aquae destillatae 25,0 Tincturae Jodi 20,0. M. D. S. Zum Bepinseln (bei Diphth 0 " ritis). (8) Liquor jodo-carbolicus ad usum inhalatorium. Jod-Carbol. ■fy Acidi carbolici puri 10,0 Spiritus Vini 15,0 Tincturae Jodi 25,0. Mixtis adde, Aquae destillatae 450,0. ar D. S. Mit gleich viel hoissein W^ 90 ' gemischt zur Inhalation. (9) Liquor jodatus ad injeetiones subeutaneas. r? Jodi puri 0,5 Kalii jodati 2,0. Solve in Aquae destillatae 48,0. /-n5-' D. S. Zu subcutaner Injection ( C. Dieser Thran wird von Draisma van Valkenbukg in Leeuwarden (Holland) fabricirt und in bester Form in den Handel gebracht. Er ist bereits unter Ferrum jodatum (S. 429) angegeben, aber unter falschem Namen, so dass eine Wiederholung an dieser Stelle passend erschien, um so mehr als dieser Thran neben dem Ferrojodid auch noch Jod in elementarer Verbindung enthält. (15) Pulvis topicus jodatus (Chabrely, Boinet.) Topicum pulvereum jodatum. Vf. Jodi puri 0,5 Amyli 50,0 Morphini hydrochlorici 0,25. D. S. Zum Bereiben (von Anschwellungen, Drüsenverhärtungen). Zum Aufschnupfen (bei Stockschnupfen). (16) Tinctura Gallarum jodata. B/ Tincturao Gallarum M. K M Tincturae Jodi ana 10,0. (17) Unguentum ad tumorem albuin LUGOL. Jodi 10 Kalii jodati 6,0 Tincturao Opü 8,0 Adipis suilli G0,0. f. unguentum. D. S. Zum Einreiben (bei Gelenk- schwamm). -. 584 Jodum. — Ipecacuanha. Huile de Gille soll nach Kabourdin eine Lösung von 2,0 Jod in 500,0 Mandelöl sein, nach Dobvault aber aus 2,25 Jod, Eisenpulver 5,0 und Mandelöl 800,0 dargestellt werden. Jodine, Churchill's, eine Lösung von 0,5 Jod und 2,5 Kaliumjodid in 28,0 verdünntem Weingeist. Jodine-Liniment, Boukke's. Eine Lösung von 1,0 Jod, 8,0 Kampfer, 4,0 Lv vendelöl, 4,0 Kosmarieöl in 250,0 Weingeist und 30,0 Aetzammon. Das Liniment of Jodide of ammonia, Gile's, hat eine ähnliche Zusammensetzung. Ein Mittel gegen das Rossen der Stuten, aus Gross-Strehlitz kommend, soll eine Zusammensetzung wie Tinctura Jodi decolor haben. (Industriebl.) Ipecacuanha. •J* Radix Ipecacnanliac (Handb. II, 213). Im Handel existiren mehrere Arten Ipecacuanhawurzel, welche mit mehreren Namen unterschieden werden, aber nicht in Deutschland officinell sind. Hier sollen nur die wichtigsten aufgeführt und W> Bilde vergegenwärtigt werden. Eine Beimischung von Stielen der Pflanze dürft 6 Wohl leicht zu erkennen sein, da denselben der geringelte Bau abgeht. 1. Bei der officinellen oder geringelten Ipecacuanha können auf d ,e Länge eines Ctm. bis zu 6 Rindenringe gezählt werden. Der Durchmesser beträgt 4—5 mm. 2. Carthagena-, Neu-Granada-Ipecacuanha scheint auch einer Varietät der Cephaelis Ipecacuanha A. Richard entnommen zu werden. Sie i st mit einem weisslichen Staube bedeckt, bis zu 8mm dick, also meist dicker a' 9 die officinclle oder Brasil-Ipecacuanha, und soll etwas weniger Emetin enthalten. o officinelle oder echte, n.st Fig. Sl. Ipecacuanhawurzel. e Carthagena-Ip., vst rlolettatrelfige, mt schwarzstreifige, u welliggeß°B e / falsche oder mehlige lp. 3. Violettstreifige (striata) oder grosse streifige Ipecacuanha kom© von Psychotria emetica Mütis (Rubiacee), welche in Neu-Granada einheimisch ra • Sie ist grösser als die officinelle Wurzel, hat eine braune und nicht geringe' 6 Rinde und ist mit deutlich hervortretenden Längsstriemen gezeichnet. Sie bleibt weic und feucht, die Fläche des Querschnittes ist mehr oder weniger dunkel viole > der Geschmack siisslich (wegen eines starken Zuckergehaltes). Ihre Abkochung giebt mit Jod keine Stärkeinehlreaction. Sie ist zu verwerfen. Nach Attfie 1, enthält sie bis zu 0,275 Proc. Emetin. Ipecacuanha. 585 4. Schwarzstreifige oder kleine streifige Ipecacuanha ist der vorigen ähnlich, aber kleiner und auch härter, brüchig und reich an Stärkemehl. Der centrale Holzkörper ist stark feinporös. Sie soll von einer Richardsonia stammen (Planchon) und ist ebenfalls zu verwerfen. Nach Attfield enthält sie bis zu 0,64 Proc. Emetin. 5. Wellige (undulata) Ipecacuanha, Poayaalba, kommt aus Brasilien und soll der von Richardsonia scabra L. gleichen. Sie ist frisch aussen weiss, getrocknet dmikelgrau. Die Rinde ist innen weisslich, mehlich, im Uebrigen hart und brüchig. Die wellige Form der Wurzel und der Mangel der Rindenringe lassen sie leicht v on der echten Ipecacuanha unterscheiden. Sie enthält Stärkemehl, aber wie es "cheint, kein Emetin und ist daher zu verwerfen. 6. Falschelpecacuanha, mehlige (farinosa) Ipecacuanha, solider Richardsonia scabra St. Hilaire oder der Rieh, etnetica Martius entstammen. , le ist geringelt, aber die Ringe sind länger als breit. Aussen ist sie grau, "inen ist die Rinde hart, weisslich und mehlig. Sie enthält Emetin, aber kaum halb soviel als die officinelle Wurzel. Sie ist ebenfalls zu verwerfen. Bestandtheile. (Handb. II, S. 216.) Die Ipecacuanhasäure wurde von Wil- IJ() k als ein besonderer Körper erkannt. Pelletier hielt sie für Gallussäure, was annehmen lässt, dass sie mit Eisenoxydsalzen entsprechende Reactionen giebt. odwyssotzki spricht in seiner Beschreibung der Darstellung des Emetins von ^ehreren Gerbsäuren, welche sich mit Eisenoxydsalzen grün färben. Es dürfte tamit wohl nur die Ipecacuanhasäure gemeint sein, denn diese ist der Kaffee- Swbsäure und der Chinagerbaäure verwandt und gehört nach Reich den Glykogen an. Ferner fand Podwyssotzki einen eigenthümlichen krystallisationsfähigen, m Aether löslichen Farbstoff, Erythrocephalein, welcher mit Alkalien purpurrothe erbindungen liefert und sich aus der Barytverbindung in Form eines dunkel longelben Körpers abscheiden lässt und aus der Chloroformlösuns; in Nadeln «ystalligirt. Pelletier fand in der Ipecacuanha ein starres fettes Oel, Wachssubstanz, sa ^ mm i> Extractivstoff, Stärkemehl, Holzfaser, Emetin und eine Säure (Ipecacuanha ""'• Hüeaut-Moutillabd fand 4 Proc. Calciumpectat. Der Emetingehalt guten Wurzel ist zu 1 Proc. anzunehmen (Buttin). Stewart fand in 8 ,45—2,10 Proc. Emetin (Americ. Journ. of Pharm. Vol. 48, S. 398). Infiisa Ipccacnanhac. Das die zur Darstellung der Infusa bestimmte contundirte g Peeacuan b.a frei von dem Holzkörper sein muss, ist im Handb. II, S. 214—215 •ngegeben. Zu den Infusen muss ein eisenfreies Wasser genommen werden, im nderen Falle wird der Aufguss wegen der in der Wurzel vorhandenen Gerbstoffe unkelfarbig oder doch dunkler an Farbe als ein mit eisenfreiern Wasser be- ul etes. Richtig wäre die Verwendnng eines destillirten Wassers und entsprechend er Ansatz dafür im Taxpreise des Recepts. Pulvis radicis Ipecacuanliae. Die Pulverung der Ipecacuanha ist mit aller orsicht auszuführen, damit der Arbeiter weder den Staub einathmet, noch ihm ^ aub in die Augen fällt, denn der Staub wirkt ätzend und erzeugt Entzündung. Uer Holzkörper der Wurzel wird nicht gepulvert. Sobald die Wurzel in ein grobes Pulver verwandelt ist, lässt sich mittelst eines Durchschlages die Holz m asse sammeln, um sie fort zu werfen, oder sobald 3 / 4 des Gewichts der Wurzel m Pulverform abgesondert sind, wird das restirende letze Viertel, *r Holzkörper, We ggeworfen. Pulvis Ipecacuanhan desoderatus. Es giebt Personen, welchen eine Idiosynkrasie gegen Ipecacuanha innewohnt, dass sie Ipecacuanha nicht nehmen können, ohne danach sehr krank zu werden, welche sogar eine Beängstigung befällt, wenn im Nebensäure) einer Sorten 586 Ipecacuanha. Emetinum. zimmer Ipecacuanhapulver abgewogen wird. Für Personen dieser Art ist das desodorirte Ipecacuanhapulver passend. Dasselbe wird dadurch hergestellt, dass das Pulver in ein Deplacirgefäss gegeben und durch Aufgiessen von Aether von den riechenden Bestandtheilen und dem Fett befreit wird. Das in sehr gelinder Wärme wieder getrocknete Pulver wird in geschlossener Glasflasche aufbewahrt. Es genügt ein kleiner Vorrath. •J-f Emetinum (Handb. II, S. 216). J. Lefort und F. Wurtz benutzten zur Darstellung die Unlöslichkeit des salpetersauren Emetins in "Wasser. Ipeca- cuanhaextract wurde in einer kleinen Menge Wasser gelöst und eine sehr conc. Lösung von Kaliumnitrat hinzugesetzt. Es scheidet sich dadurch eine pechartige Masse ab, welche aus salpetersaurem Emetin besteht. Dieselbe wird abgesondert, gewaschen, in Weingeist gelöst und in Kalkmilch gegossen. Dieses Gemenge wird im Wasserbade zur Trockne abgedampft, gepulvert und mit Aether macerirt, wobei alles Alkaloi'd in Lösung übergeht. Nach der Verflüchtigung des Aethers hinterbleibt eine gelbe Substanz, welche man mit Schwefelsäure behandelt. Hierin löst sich nur das Emetin, welches durch Zusatz von Ammon in Form eines weissen Niederschlages abgeschieden wird. Derselbe durch Waschen mit destillirteffl Wasser gereinigt und in Weingeist gelöst hinterlässt nach langsamen Verdunsten des Weingeistes die Base in harten, nadeiförmigen, concentrisch gruppirten Kry- stallen. Die Elementaranalyse ergab die Formel C 2f \NH 20 O 5 . Glenard fand C30NH22CH. Lefort hatte bei seiner früheren Untersuchung, gestüzt auf die SättigungS' capacität des Emetins durch Salz- und Schwefelsäure, angenommen, dass die Formel desselben, wie sie sich aus den Analysen von Dumas und Pelletier ergiebt, verdoppelt werden müsse. Glenard theilte diese Ansicht nicht, weil er bei der Untersuchung des krystallisirten Hydrochlorids Zahlen erhielt, die einem neutralen Salze entsprachen. Um hierüber zu entscheiden, wurde das Emetin- nitrat untersucht. Die Analyse desselben ergab die Formel C 28 NH 20 O 5 +NO 6 , HO- Diese Zahlen stellen es ausser Zweifel, dass das Chlorhydrat von Glenard und das hier erwähnte Nitrat neutrale Salze sind, dass also das Emetin keine b» sl " sehen Salze zu bilden scheint. Darstellung des Emetins nach Podwyssotzki (Pharm. Ztsehr. f. Russl. 1880> Nr. 1). Derselbe giebt an, dass das im Handel vorkommende Emetin gewöhn' lieh mit Gerbsäure verunreinigt sei. Er stellte das Emetin in folgender Wei* dar. Zuerst wird die gepulverte Wurzel (100 Th.) mittelst Aethers von Fett» Harz, Farbstoff etc. befreit. (Den Farbstoff benennt P. mit Erytkroceph»' lein, weil er mit Alkalien purpurrothe Verbindungen eingeht.) Dann wird di Wurzel mit 85proc. Weingeist extrahirt und der Auszug zur Syrupdicke abgedatnpi • Man durchmischt diesen Verdampfungsrückstand mit 10—13 Th. Ferrichlorid m wenig Wasser gelöst und setzt dann soviel Natriumcarbonat in Pulvorform hii' zU > bis eine alkalische Reaction hervortritt. (Die Verbindung der Gerbsäure mit Aera Eisen wird durch das Natriumsalz nicht zersetzt.) Die breiige Masse wird nun mit Petroläther in der Wärme behandelt. Dieses löst das Emetin und lässt « beim Erkalten in Form weisser Flocken fallen, welchen Vorgang man durch EW- blasen von Luft unterstützen kann. Durch Eindampfen der Petrolätherlösung er ' hält man das Emetin in gelblicher Farbe. Die Ausbeute stieg bis zu 1 P roC * Dieses F^netin löste sich leicht in kaltem Aether, Chloroform, Weingeist etc.» auch in ätherischen und fetten Oelen, schwerlöslich war es in kaltem Petrolathe^ Der Geschmack war sehr bitter, etwas herb. Unter Einfluss des Lichtes und < _ Luft wurde es gelb. Mit Gerbsäure gab es eine in Wasser fast unlösliche » e bindung. Mit conc. Schwefelsäure Übergossen, erfolgte keine Veränderung, » nach längerer Zeit resultirte aus dem Emetin Oxalsäure. Ipecacuanha. Emetinum. 587 Reaction auf Etlietin. Während die Alkaloide mit Hypochloriten meist eine rothe Farbenreaction geben, färbt sich Emetin damit nur orange oder citronen- gelb. (Power, pharm. Journ. and Transact. 1877.) In einem Porzellanschälchen mischt man mehrere Tropfen der Emetinlösung oder einige Stäiibchen des Alka- lo'ids mit 1 — 2 Tropfen Chlorkalklösung und dann zur Freimachung der Unterchlorigsäure mit einem Tropfen Essigsäure. In einer Lösung, welche 1 / 500 o Emetin enthält, soll die Färbung noch deutlich hervortreten. Um nun eine Wurzel a uf einen Emetingehalt zu prüfen, wird ihr Pulver mit etwas Kalkhydrat und Wasser zu einem Brei angerührt, ausgetrocknet und mit Amylalkohol, Chloroform °der Benzol extrahirt, der Auszug mit einigen Tropfen Essigsäure versetzt und angedampft. Die Wurzel von Richardsonia scabra gab auf diese Weise behandelt keine Reaction auf Emetin (Wellcome). Als Specialreagens erkannte Pod- ^Yssotzki eine frisch bereitete gesättigte Lösung von Natriumphosphormolyb- dänat in conc. Schwefelsäure. Ein Tropfen davon mit einem Partikelchen Emetin ln Contact gebracht färbte dieses braun, und setzte man dann einen Tropfen Salzsäure hinzu, so ging die braune Farbe in Indigoblau über. Nach Flückiger wird die feingepulverte Wurzel mit Aetzkalk und Wasser gemischt, eingetrocknet, mit Chloroform extrahirt und der Auszug nach Zusatz v °n wenig Essigsäure abgedampft und der Rückstand mit Chlorkalklösung versetzt. W Infusnm Ipecaeuanhae compositum rh. Hannoveranae. Radicis Ipecaeuanhae grosso modo pulveratae 5,0 Tartari depurati .'5,0. stunde aquae q. 8., ut sint ., colaturae 100,0, deren Gewinnung Drechsel auf dem Wege der Alkoholdialyse versuchte. ^ as fette Oel der Samen ist ein trocknendes. Banculnüssc. S. unter Ricinus. .ncaju-Küsse, wahrscheinlich von Lecythis Ollaria L. abstammend, einer ln Venezuela und Brasilien häufigen Myrtee, sind nur Samen. Diese sind c ylmdrisch-pflaumenähnlich gestaltet, tief längsfurchig, glatt und hellbraun. Sie w urden in Schweden vor einigen Jahren eingeführt. Jimiperus. unt Wacholderbeeren sind von H. Ritthausen und Donath analytisch CCVin CLt worden (Landwirthsch. Vers.-St. XX, 411 und Polyt. Journ. Bd. 'VUIj 300). Die Resultate sind nach Procenten: Wasser Traubenzucker Andere in Wasser lösliche Substanzen Fett, Harz, äther. Oel Prote'insubstanz Zellfaser Stickstofffreie in Schwefelsäure und Aetzkalilösung lösliche Stoffe Ritthausen 10,77 14,36 11,70 12,24 5,41 31,60 Ameisensäure Essigsäure Aepfelsäure Bitterstoff Donath 29,44 29,65 1,86 0,94 0,24 0,37 11,33 4,45 15,83 0,73. aus verschiedenen Das Resultat ist, 10,55 Pectin Godeffroy und Leddermann haben die Löslichkeit der Vuellen bezogenen Wachholderbeeröle in Weingeist geprüft. nidt t Ch e ' n n ' cM ZU altes reines 0el in 5—10 Th - 9 °-P r oc Weingeist gewöhnlieh cht klar löst, während ein mit Terpenthinöl verfälschtes sich meist darin klar st. D as re ; ne 0el . st ii n i- 8 3 re } lent i t D; e spec> Gewichte der Wachholderbeeröle flirten zwischen 0,840 und 0,872. (Ztschr. d. Oest. Ap.-Ver. Jahrgang 15 33 etc.) Nr, . ^PSttlcs Vial ä l'linile de Gene'vrier sind erbsengrosse elastische Leimkapseln, eiche mit einem Gemisch aus Wachholderbeeröl und empyreumatischem Wach- «olderöl gefüllt sind. p . Jui >iperiu. Unter diesem Namen wurde eine s.ilbenartige Substanz zu hohem ~„I 8e verkauft, und soll dieselbe nur ein Gemisch aus Wachholdorbeerenpulver und Fett s^wesen sein. 592 Kali. Kali. Dispensation des Kali eausticum fusum. Dieselbe geschieht entweder in Glasröhren oder passenden Gefässen oder auch in Paraffinpapier. Im letzteren Falle bestreicht man die Kalistange mit geschmolzenem Paraffin oder überzieht sie damit durch Untertauchen. Aetzkali, überhaupt die fixen Aetz-Alkalien und deren Lösungen sind, wie Hager gefunden hat, selten ammonfrei. Selbst das Kali eausticum fusum enthält Spuren Amnion. Sind die Präparate schon längere Zeit mit der Luft im Contact gewesen, so sind sie auch mit Spuren Ammon verunreinigt (pharm. Centralh. 1879, S. 379). Zur Prüfung des genügenden Kalihydratgehaltes im Aetzkali (siecum, fusum) lässt Th. Salzer (ph. Ztg. 1880, No. 103) lg des Aetzkalis mit 1,51g Kalium- bicarbonat versetzen, in 15—20 CC. Wasser lösen, nach einigem Stehen decan- thiren oder filtriren, dann einen Tropfen einer Salmiaklösung (welche in 100 g nur 0,03 g Salmiak enthält) oder ein eben nur sichtbares Körnchen Salmiak hinzusetzen und nach der Lösung 1 oder 2 Tropfen Nessler's Reagens zutröpfeln- Eine gelbe Färbung muss alsbald hervortreten. Im andern Falle ist der Alkali- hydratgehalt ein zu geringer und er ist auch um so geringer, je mehr das Reagens zur Erlangung der Farbe hinzugesetzt werden muss. Im vorliegenden Beispiel ist ein Gehalt von 85 Proc. Kalihydrat angenommen. Für 100 Proc. sind au" lg Präparat 1,786g Kaliumbicarbonat, auf 95 Proc. dagegen 1,696g erforderlich- An erwähnter Stelle ist das Weitere nachzusehen. Dio Erklärung dieser R e " action findet sich in No. 41, 1880, der ph. Ztg angegeben. Bestimmung des Kalis nach Ad. Carnot. Qualitative Best. In wenig Salzsäure (1,124 sp. G.) löst man 1 Th. basisch salpetersaures Wismuth (z. B. 0,5 gh löst andererseits in einigen CC. Wasser ungefähr 2 Th. (1 —1,25 g) krystallis'^' tes Natriumhyposulfit, giesst letztere Lösung in die erstere und fügt reichli cn 95-proc. Weingeist hinzu. Wird das so bereitete Reagens mit wenigen Tropfet eines gelösten Kalisalzes zusammengebracht, so entsteht ein gelber Niederschlag» mit einem nicht gelösten Salze tritt eine hellgelbe, deutlich wahrnehmbare Färbung ein. Baryt und Strontian dürfen nicht gegenwärtig sein. Hat man nur wenig mg Kali in Lösung vorliegend, so muss diese auf ein geringes Volumen eing engt werden. Man kann auch zu wiederholten Malen ein Stück Filtrirpapier n> der Lösung tränken, trocknen und dann mit dem Reagens betupfen. Die gel Färbung zeigt sich alsdann an den Rändern des Papiers. Quantitative Best, nach Ad. Carnot. Diese erstreckt sich besonder auf Chloride und Nitrate des Kaliums bei Abwesenheit von Baryt und Strontia- Sulfate müssten erst in Chloride verwandelt werden. Jedenfalls ist es leicht, ^ Sulfate durch Zusatz von Baryumchlorid und Elimination des überschüssigen ^ ary id in Chloride zu verwandeln. Zur Darstellung bedarf man Wismuthchlorid u Natriumhyposulfit. Man löst letzteres unmittelbar vor dem Versuche in e ,n kleinen Menge Wasser. Hat man kein Wismuthchlorid, wohl aber basiso"'^ petersaures Wismuth, so genügt es, die nöthige Menge davon in der Kälte einigen Tropfen Salzsäure zu lösen. Die Flüssigkeit, in der man das Kali stimmen will, muss auf ein geringes Volumen (10—15 CC.) gebracht werden, ^ dass das Volumen der gesammten gemischten Lösungen nicht mehr als W 25 CC. beträgt. „ a . Für 1 Th. Kali, welches man in der Flüssigkeit annimmt, braucht mf" 2 Th. Wismuth oder 2»/ 2 Th. Subnitrat mit 7 Th. krystall. Natriumhyposulfat. so Kali. ^^^^ giebt die kalikaltige Lösung in ein kleines Kölbchen, setzt zuerst die salzsaure y ismuthlösung und darauf die Ilyposulfitlösung hinzu, mischt schnell, verdünnt mit einem grossen Ueberschusse (200—250 Th.) Weingeist, schüttelt und lässt absetzen. D er gelbe Niederschlag (das Doppelhyposulfit) sammelt sich bald am öoden. Nach y 4 Stunde kann man ihn durch Filtration sondern und mit Weingeist -waschen. Den Niederschlag löst man noch feucht auf dem Filter in einer "deichenden Menge Wasser, welches etwaige unlösliche Substanzen zurücklässt, schlägt das Wismuth in dem Filtrat durch Schwefelammonium nieder, wäscht Unter Decanthiren aus, sammelt auf einem tarirten Filter, trocknet bei 100° und wägt. So ?* in dem Do PP elsalze 3 Ae( l; Kali und 1 Aeq. Wismuth vorhanden sind, erhält man das Gewicht des Kalis, wenn man das des Schwefelwismuths nach em Verhältnisse 3KO : BiS 3 mit 0,508 multiplicirt (Journ. de Ph. et de Ch. 1878). „. Volumetrische Best, nach Ad. Caknot. Diese basirt auf der vorher- 2 e en erwähnten Gewichtsbestimmung. Das als Niederschlag gewonnene, der 'Setzung leicht unterliegende krystallinische Hyposulfit - Doppelsalz hat die durT 1 - 5 - 203 ' 3K °' 6S2 ° 2, In die86m Salze Wird nun die Unterschwefligsäure « h titrirte Jodlösung bestimmt. Hierbei wird das Hyposulfit in Tetrathionat allmlhr : 2 ( Na0 > s2 ° 2 ) + J =NaJ+NaO, S*0». Setzt man eine Jodlösung so f- 1 h • ZU einel neutralen Natronhyposulfitlösung bei Gegenwart von Stärke, eben 8ich \ le tztere bei Vollendung der gedachten Umbildung blau. Wenn man erfolg ^ Ut einer kalten neutralen Kalium-Wismuth-Hyposulfitlösung verfährt, so volu ei ° rot ^ er Niederschlag aus Wismuthoxyjodid bestehend. Dieses stört die stand 16 *" 80 * 10 Uestimmun S der Unterschwefligsäure. Man umgeht diesen Uebel- salz ' W ° nn man die Flüs sigkeit mit Salzsäure sauer macht, welche das Doppel- Fliiss" 11 ^ . Scilwer zersetzt. Setzt man nun die titrirte Jodlösung zu, so wird die nm'di p* ZUOr8t S rttnI!cll > da nn kell goldgelb, und zuletzt genügt ein Tropfen, Reas-p 6 llfitl ' bun S hervorzubringen. Man kann aus den verbrauchten CC. des 2 Aea nS TT° SlC ' 011 ÜaS Gewicht des Kalis ablesen; denn da nach obiger Formel entsnr \ ter8cllw efligsäure einerseits 1 Aeq. Kali und andererseits 1 Aeq. Jod reitet -T 1 ' S ° ents P rechen 127 Jod 4 7,11 Kali. Die titrirte Lösung wird bebig zu '^ m man 12 > 7 g Jod mit Hilfe von 18 g Kaliumjodid in Wasser löst und ^.004 7111 ' ter 7 erdünnt - Von dieser Zehntelnormal-Lösung entspricht jedes CC. unter 7 ^ E ^' Wil1 man J ede Rechnung ersparen, so löst man 26,96 g Jod zu 1 T ■ 1 J Satz der entsprechenden Menge Kaliumjodid in Wasser und verdünnt bis Zurr fct"f- r ' V ° n welcner Lösung dann jedes CC. 0,01g Kali entspricht. Zum re 8 D°7o n benutzt man eine Lösung von Natriumhyposulfit, welche 24,80, P- 52,64g Salz im Liter enthält. Das Verfahren ist Folgendes. Man bereitet Birte q t nng von Natriumhyposulfit, welche im Liter etwa 200 g des krystalli- 100 h ■ S entna ^> 2 ) eine Lösung von Wismuthoxyd, indem man ungefähr Men» q 8 ' 80 ^ 168 Wismuthsubnitrat auf 1 Liter Wasser nimmt und eine genügende n - ^ Salzsäure und Weingeist hinzufügt. Von der zu untersuchenden Substanz UnrM man lg °^ er wenigstens soviel, dass 0,7g Kali darin enthalten sind, •1 löst in 10 CC. Wasser. Ist das Salz reich an Sulfat, so fällt man den desKr 011 Thei ' der Sc hwefelsäure durch Calciumchlorid und wartet bis zur Bildung Niederschlages. Hierauf fügt man 10 oder 20 CC. der Wismuthlösnng hinzu, enrt a , m weniger oder mehr als 0,3 g Kali in der zu untersuchenden Substanz lOn 1St ' ver8etzt mit dem gleichen Volumen Natriumhyposulflt, zuletzt mit W—150 CC. starkem Weingeist, schüttelt und lässt */ 4 Stunde stehen. Der leaerBchlag des Wismuthdoppelsalzes, gemischt mit Gyps, wird dann auf ein er gebracht und mit Weingeist gut ausgewaschen, damit keine Spur des Rea- Kens darin verbleibt. Hierauf setzt man den Trichter auf eine Kochflasche a ger, Pharm. Praxis. Suppl. od 594 Kali. mit flachem Boden und giesst kaltes Wasser auf, worauf sich das unterschweflig- saure Wismuthkalium rasch löst. Zuletzt setzt man etwas Stärkelösung und einige CC. Salzsäure zu und titrirt mit der Jodlösung (Journ. de Ph. et de Ch« 1878, Juliheft). Bestimmung des Kali mittelst Platinichlorids. Dieselbe ist von H. Precht einer tief eingehenden Prüfung unterworfen worden (Fresenius' Zeitschr. f. anal. Ch. XVIII, 509 etc.). In der Stassfurter Kaliumchlorid-Industrie hat nur diese Art der Bestimmung Geltung behalten. Ueber die Darstellung des Platinichlorids vergl. unter Piatina. H. Precht fand, dass das völlig reine KalrMfl" platinichlorid von absolutem Weingeist 42600 Th., von 96proc. 37300 Th. ™d von einem 80proc. nur 26400 Th. zur Lösung erfordert. Das wasserfreie Na- triumplatinichlorid löste sich in wenig mehr als gleich viel absolutem Weingeist- Die Krystalle mit 6H 2 0 lösen sich in absolutem Weingeist leichter als in 95 p r0<5, Erstere Lösung enthielt 11,9, letztere nur 6,34 Proc. Die Löslichkeit des ^ aS " serfreien wie des wasserhaltigen Salzes nimmt in der Wärme zu. Ein Gemisch aus gleichen Th. Aether und Weingeist löst nur 2,43 Proc. In weingeistfreiem Aether ist es unlöslich. Die Bestimmung des Kalis mittelst Platinichlorids stützt sich auf die U n ' löslichkeit des Kaliumplatinichlorids in absolutem Weingeist und die Löslichke ,1; der entsprechenden Doppelsalze des Natrium, Magnesium und Calcium in dem' selben Weingeist. Wesentlich ist die Abwesenheit von Säuren, welche mit j en f* Basen in Weingeist unlösliche Salze bilden, wie z. B. Schwefelsäure. Diese i s am Besten durch Baryumchlorid wegzuschaffen. Die Menge des durch das Bary UDJ ' sulfat niedergerissenen Alkalis ist zu unbedeutend. Die Fällung mit Baryumchlor' wird bei 80—90° in einer Lösung vorgenommen, welche auf 2 Th. Salz 1 *■ \ Salzsäure enthält, und das Baryumchlorid zu der kochenden Flüssigkeit nach un nach in der scharf abgegrenzten Menge hinzugesetzt, ein minimaler Uebersch« s mit einem Tropfen Schwefelsäure beseitigt. Das Baryumsulfat fällt krystalliBJ 8 " aus. Dasselbe mit Salzsäure ausgekocht ergab in 10 g genau 0,0223 g lösli c "' Salze mit 0,0091g Kaliumchlorid. In einer Carnalit-Analyse ergab sich dadui -c ein Fehler von 0,045 Proc. KCl minus. Nach Finkener fällt man die Kaliumsulfat enthaltende Lösung direct m ^ der hinreichenden Menge Platinichlorid, dampft ein, wäscht mit absolutem ™ , reducirt das Platinsalz und wägt das Platinmetall. Diese Metno^ geist aus, rouucui; uaa x i;uiiib;u/> unu wagi um jl laiiuiuciau. a^iobo >•— ^i giebt nach Precht genaue Resultate, besonders bei Gegenwart von vielem f la „. Sie erfordere wenig Zeit mehr als die Fällung der Schwefelsäure und die Wäg » des Kaliumplatinichlorids. Wesentlich ist immer, dass soviel Platinlösung z » setzt werde, damit die Chloride des Natrium und der alkalischen Erdmetalie Platindoppelsalze umgesetzt werden. . , -^ Die mit der ausreichenden Menge Platinichlorid versetzte Lösung wl ^ nD g Wasserbade so weit eingedampft, dass beim Erkalten schnelle KrystalU»»* vor sich geht, wobei durch Umrühren die Bildung grösserer Natrium-Platinicn o krystalle zu verhindern ist. Die Masse wird nun durch Austrocknen vom -rjT e ; n - stallwasser befreit, weil entwässertes Natriumplatinichlorid in absolutem geist weit löslicher ist als Krystallwasser enthaltendes. Das Auswaschen ^ schiebt mit der zerriebenen Salzmasse und warmem Weingeist. Die An "*! e1 ? lhil ft, einer Mischung von Aether und Weingeist ana hält Precht für unvorthei ^ ^^ weil darin das Natriumsalz schwer löslich ist. Einem Glycerinzusatze, " wre Ui/ex empfahl, stimmt er nicht zu. ., g0 H Bei Bestimmung sehr geringer Mengen Kali neben viel Natriumchlon man die Lösung mit einer Natriumplatinichloridlösung eindampfen etc. Kali. — Kali carbonicum. H______ Ulex empfiehlt bei der Fällung des Kali mittelst Platinichlorids einen kleinen Glycerinzusatz, wodurch nicht nur das Doppelsalz in grösseren Krystal- en, sondern auch in einer leicht mit Weingeist auszuwaschenden Masse erlangt werde. . Kalihydrat bildet mit Schwefelkohlenstoff längere Zeit im Contact e me rothe syrupdicke Flüssigkeit. inn ?. alztinctnr > Königseer ist ein Gemisch aus Tinctura kalina 15,0: Holztheetinctur A «i"i Bernstemöl 6 Tropfen, Perubalsam 3 Tropfen. (Richter, Analyt.) Kali carbonicum. Darstellung der Potasche. Nach einem Patent der Sociöte" anonyme zu ^Roix wird ein Gemisch aus 1 Th. Kaliumchlorid mit 4 Th. des käuflichen i ' lm ethylamins mit Kohlensäure gesättigt. Es erfolgt die Bildung von Trime- '«ylaniinbicarbonat, welches sich mit dem Kaliumchlorid in Trimethylaminhydro- wilorid und Kaliumbicarbonat umsetzt, welches letztere in der Mischung nicht in 0Sun g übergeht. Kälte, Druck und Umrühren fördern den Vorgang. Natrium- ar bonat wird aus Kochsalz in ähnlicher Weise gewonnen. Der Schmelzpunkt des Kaliumcarbonats liegt bei 840°. Zur Bestimmung des Sodagehaltes in der Potasche giebt A. v. Has- *j EI 'T in der Zeitchrift f. analyt. Ch. XIX, 156 ein Verfahren an, welches auf er geringen Löslichkeit des Natriumchlorids in conc. Salzsäure, welche mit Na- «•lumchlorid gesättigt ist, basirt. Diese Methode und andere vorgeschlagenen Methoden finden in Nr. 25 der Pharm. Centralh. 1880 durch E. Geissleb eine Kritik. Conserviriingsfliissigkeiten Wickebsiieimeb's für Fleisch zum Genuss. In 3 itern Wasser werden 36g Potasche, 15g Kochsalz und 60g Alaun 8®«»t, auf 500C, erwärmt und mit 9g Salicylsäure, 45g Methylalkohol s . n< * 250g Glycerin versetzt. Auf 1kg Fleisch kommeu 10g— 40g der Fltts- ~f ; Die Einspritzung wird entweder vor (?) dem Schlachten direct in das Herz UnT"« ° dcr nach dem Schlacüten in die grosse Halsschlagader. Bei Rindern ü Schweinen soll noch 3g Salpeter zugesetzt werden. Erhöht wird die Con- e ™ run Sskraft durch Zusatz von 20g Holzgeist, 12g Salicylsäure und ^ U S Gly cer i n auf je 1 Liter der Flüssigkeit. Conservirungsdauer 2—3 60 i?' Wenn das Fleisch nicht zum Genuss dient, dann 80g Potasche, L „ g Ko ehsalz, 30g Salpeter, 160g Alaun in 6 Liter Wasser, welche osung au f 50 0 erwärm t m it einer Lösung von 18g Salicylsäure in 600g et hyialkohol und eine Lösung von 60g Carbolsäure in 1800g Glycerin ersetzt wird (D. R.-Patent Nr. 11530). Kartoffel, Rüben und ähnliche Nahrungsmittel vor Fäulniss und Keimung , U fahren, schichtet man sie mit der Asche aus Braunkohlen, Lignit oder artem Torfe, so dass die Lagen Asche und Nahrungsmittel abwechseln, letzte aber total bedeckt sind. Rohe Potasche zu einem Vollbade 200—500g, zu localen Bädern auf 1 ^«er Wasser 5 bis 10g. Zu einem Fussbade genügen 80— 100g. Die Lotion a i call ne, Lotio alkalina, der Französischen Pharmakopoe enthält im Liter passer 50 g, diejenige der Civil-Lazarethe zu Paris im Liter Wasser 125 g Pot- " cne . Sie dient als locales Antiherpeticum. Gereinigte Potasche. Zu Inhalationen in Staubform 2,0 — 5,0 auf 1000,0 Wasser. 38* 596 Kali carbonicum. — Kali chloricum. (1) Aqua antephelidica. I. Sommersprossenwasser. Leberfleckwasser. Wasser unser lieben Kaiserin. iy Kali carbonici depurati 10,0 Kali chlorici 5,0. Solve in Aquae Rosae 250,0. Tum admisce Spiritus saponati 20,0 Baisami Vitae Hoffmanni 30,0. Fortiter agita, sepone per horas duas, Sostremum filtra. ». S. Zum Betupfen der Flecke oder 1 Löffel voll mit einer Tasse Wasser gemischt zum Waschen der mit Sommersprossen bedeckten Hautstellen. II. Aqua antephelidica Sundelin. ijf Kali carbonici dep. 12,0 Natrii chlorati 8,0. Solve in Aquae Rosae 250,0 Aquae Aurantii florum 60,0. D. S. Waschwasser. (2) Mixtnra antasthinatica Wolfp. Mixtura antemetica. ijc Liquor Kali carbonici 12,0 Aquae Melissae 112,0 Spiritus aetherei 2,5 Syrupi communis 15,0. M. D. S. Esslöffelweise Als Mittel gegen Erbrechen 2 ein halber Esslöffel). (bei Asthma- stündlich (3) Mixtura kalina Stütz. y: Kali carbonici puri 12,5. Solve in Aquae Chamomillae Aquae Cinnamomi ana 100,0 Syrupi Papaveris 30,0. D. S. Ein- bis anderthalbstündlich 1 Esslöffel (abwechselnd 1—lVstündlicß 10—15 Tropfen Tinct. Opii simplex, ief ner Seifenklystiero mit Zusatz von 4—8g Kali carbonicum und täglich ein Winnies Vollbad mit 150 Kali carbonio. crud. oder 30—50 g Kali caustic. bei -"■ Tetanus). Kali chloricum. In medicinischen Zeitschriften findet man nicht selten Chlorkali erwähnt. Wie aus dem Zusammenhange zu entnehmen ist, scheint man darunter immer d* 8 Kali chloricum zu verstehen. Es ist eine solche Namenverzerrung von Seite» der Aerzte, welche zugleich Redacteure sind, wohl zu tadeln und dies um 9° mehr, als mit Chlorkali ein von chlorsaurem Kalium ganz verschiedener Körp er bezeichnet wird. Prüfung (Handb. II, 8. 254). Der Glührückstand des Kaliumchlorats fc* neutral, kann aber nach einer mehrere Minuten andauernden, sehr starken Gin"" hitze, besonders wenn die Salzmasse von der Flamme berührt wird, eine äusserS schwache alkalische Beschaffenheit erkennen lassen. Hätte man z. B. 2 g & schmolzen und geglüht, so dürfte der Zusatz von 0,01 Weinsäure schon el " saure Reaction hervorbringen, im anderen Falle wäre das Kaliumchlorat nic völlig rein und Nitrat-haltig gewesen. Sollte während der Schmelzung eine F»rD- ung eintreten, so deutet eine gelbe auf Verunreinigung mit Eisen, eine rothe a u eine solche mit Mangan. tf Eine häufigere Verunreinigung ist die mit Kaliumchlorid, wovon das ot cinellc Salz höchstens starke Spuren enthalten darf. Zur Bestimmung der Meng desselben zerreibt man das Kaliumchlorat zu einem feinen Pulver, trocknet es » der Wärme des Wasserbades aus, giebt davon 2 g in ein tarirtes Glas-Kölbche°> übergiesst mit 20 CC. eines 68proc. Weingeistes, macerirt unter öfterem U schütteln eine halbe Stunde bei mittlerer Temperatur und ültrirt, mit circa 10 ' desselben Weingeistes nachspülend. Das rückständige Salz wird getrocknet « gewogen und der Weingeist, welcher das etwa gegenwärtig gewesene KallU » chlorid gelöst enthält, in einem tarnten Schäfchen bis zur Trockne eingedamp Eine Verunreinigung mit Blei soll eine nicht seltene sein. Kali chloricum. 597 Bestimmung des Kaliumchlorats neben Chloriden in Mischungen. Die Chloride werden in der mit Salpetersäure angesäuerten Lösung zuerst mit Silberlösung zersetzt. Nach Beseitigung des Silberchlorids durch Filtration und überschüs- 81 gen Silbersalzes durch Aetznatron wird das Kaliumchlorat in Chlorid verwandelt, entweder durch Glühen oder auch in wässriger Lösung durch Zink und verdünnte Schwefelsäure, um es dann mit Silberlösung zu bestimmen. Die Menge des Silberchlorids mit 0,85366 multiplicirt ergiebt die Menge des Kaliumchlorats. Chemische Notizen zum Kaliumchlorat. Schmelzpunkt des Kaliumchlorats 740» c. Die Chlorate (so auch Bromate und Jodate) werden durch concentrirte ^xalsäurelösungen in der Wärme unter Chlorentwickelung zersetzt, einen Theil a ' s Chlorid zurücklassend. Eine conc. Oxalsäurelösung kann also zur Erkennung T °n Chloraten dienen. Hierbei ist nicht zu übersehen, das Silbernitrat mit Oxalsäure einen sehr schwer löslichen Niederschlag giebt. 2 Th. Stannochlorid und 1 Th. Kaliumchlorat zusammengerieben erwärmen sich von selbst, und unter Ausstossung von Dämpfen entsteht Kaliumperchlorat. Aus wässriger Flüssigkeit scheidet letzteres in Krystallen aus. Werden Kaliumchloratlösung und Syrupus Ferri jodati in Misch- lln g gebracht, so erfolgt Eisenoxydbildung unter Abscheidung von Jod. , Kaliumchlorat und Kaliumjodid in neutraler Lösung lassen sich ^chen, ohne eine Zersetzung oder Veränderung zu erleiden. .. Die Mischung des Kaliumchlorats mit Eisen, Eisenoxydulverbindungen, Queck- uberpräparaten, Schwefel, Goldschwefel, organischen Stoffen zu Pillenmassen V} Ver weigern, ist der Pharmaceut verpflichtet. Trockne Pulvermischungen ies er ^ sq1 j ßr e ^ en f a u s zurückweisen. Möge der Arzt das zu Pulver zer- ene Kaliumchlorat rein in Substanz verordnen oder in wässriger Mixtur. Anwendung. Endlich hat man erkannt, dass Kaliumchlorat den giftigen zneimitteln beizuzählen ist, dass seine innerliche Anwendung alle Vorsicht ge- 1 A. ß ^ CIIÜLEK wendete dieses Salz viel gegen Diphtheritis an und er zählte >j> Proc. Todesfälle, während bei Anwendung der Carbolsäure nur 4,3 Proc. o esfälle zu verzeichnen waren. Th. Husemann räth zu folgenden Tagesgaben höh dW V0D 3 Jaliren 2 >°> fur Säuglinge höchstens 1,25, für Erwachsene ■nächstens 8 >°- Auch letztere Gabe ist viel zu gross. Im Jahresbericht für d. wtschr. d. Pharmacognosie, Pharm, und Toxicologie 1878, S. 577 ist ein Fall "tgetheilt, wo ein 18jähriger Mensch nach jeder Gabe von 0,325 g an Gastritis 11(1 Erbrechen litt. Jedes Mal, wenn der Gebrauch dieses Mittels sistirt wurde, ei '«olte sich auch der Patient schnell. Das Einnehmen der Krystalle dieses Salzes ist gefährlich, wie überhaupt der f . auch s °genanter comprimirter Kalisalze, denn sie bilden ein heftiges Irritans ui die Magenschleimhaut. Dass ein 2 x j 2 Jahr altes Kind eines Arztes, welches g der Krystalle verschluckt hatte, sterben musste, wie (1. c.) berichtet wurde, a .nn nic ht Wunder nehmen. Der Arzt gesteht selbst, dass das Kind daran ge- otint war, die Krystalle als Prophylacticum gegen Diphtheritis zu verschlucken. Rieses Beispiel giebt zugleich einen Begriff von dem Denken und Sinnen eines Arztes, welcher die ansteckenden Keime des Diphtheritispilzes durch das Ver- lucken der Kaliumchloratkrystalle zu zerstören glaubt. . F- Marciiand hat auch über die giftige Wirkung des Kaliumchlorats in grosseren Gaben, namentlich bei Kindern, berichtet (Med. Neuigk. 1879, 309). cr Tod trat entweder plötzlich oder nach einigen Tagen ein. Im ersteren Falle ™ ar das Blut chocoladenfarbig, im letzteren Falle fand sich immer eine Nie- renaffection vor, die sich auch vor dem Tode durch Absonderung eines braunen, 598 Kali chloricum. zersetzte Blutkörperchen enthaltenden Harnes zu erkennen gab. A. Jacobi macht ebenfalls auf die Gefahren aufmerksam, welche aus der unvorsichtigen Anwendung dieses in Amerika allgemein beliebten Mittels folgen. Die Intoxicationen gingen gewöhnlich mit einer acuten Nephritis einher. Marchand und auch Andere erklären sich die nur wenigen veröffentlichten, mit dem Tode endigenden Intoxicationen durch Kaliumchlorat aus dem Glauben, dass dieses Mittel unschuldiger Natur sei und man die Todesfälle den Leiden, besonders der Diphtheritis, zuschreiben müsse, gegen welche das Mittel in Anwendung kam. Er beschreibt die Symptome der Intoxication und giebt als solche an: Erbrechen, gastrische Zufälle, blutiger Harn, Verminderung der Harnsecretion, Darmblutungen, icterische Hautfarbe, Abmagerung, schneller Verfall der Kräfte, Hirnerscheinungen, Delirien, Benommenheit, Coma. Im Harne finden sich anfangs Albumen, hyaline Cylinder, wenige Epithelialzellen. Blutkörperchen meistens vorhanden, zuweilen nicht, daher ist nicht immer eine chocoladenbraune Farbe des Harnes zu beobachten. Die Wirkung des Salzes wird in der Oxydation der Blutkörperchen erblickt, daher werde das Hämaglobin unter ConsistenzVeränderung des Blutes in Methae- maglobin übergeführt, welches nicht mehr die Eigenschaft hat, Sauerstoff aufzunehmen. Die chocoladenbraune Farbe des Harnes hat eben ihren Grund in dem Gehalt an Methaemoglobin. Das Blut erlangt erst eine syrupdicke, dann gallertartige Consistenz, wodurch Circulationsstörungen, ein Anschwellen der Milz, Verstopfung der Nierenkanälchen und secundäre Entzündung des NierengowebeS herbeigeführt werden. Von J. Hofmeier wird (Deutsche med. Wochenschr. 1880, Nr. 38, 39) ein tödtlich verlaufender Vergiftungsfall mitgetheilt, welcher durch Gurgeln nu» Kaliumchloratlösungen mit 40 g des Salzes während 36 Stunden veranlasst wurde- Der Harn war trübe, nach der Filtration schwarz. Das Sediment daraus ent- hielt Blutkörperchen, zum grössten Theile zerstört, mit gelben oder bräunliche» amorphen Schollen. Der Harn zeigte deutlich das Methaemoglobinspectrum, neben den beiden undeutlichen schwarzen Streifen des Haemoglobins im Grün eine 11 deutlichen schwarzen Streifen im Roth. Auch Prof. Billroth theilt im Anzeiger d. k. k. Ges. d. Aerzte Nr- 2 einen Fall einer Vergiftung mit tödtlichem Ausgange mit. Ein 64-jähriger Mann erhielt eine Mixtur aus 15,0 Kaliumchlorat, 500,0 Wasser und 50,0 SymP» welche er in 3 Tagen verbrauchte. Am 4. Tage erhielt er wieder 5,0 des Salz 0 und am 5. Tage früh fand man den Patienten todt im Bette. Das Blut im Herze» fand man bei der Section schmierig flüssig und von rothbrauner Farbe, der 1°. war also dem Salze zuzuschreiben. Billroth räth daher an, die Tagesdosi von 2—3 g nicht zu überschreiten. Aus der Erfahrung kann man entnehmen, dass als stärkste Einzeln' gäbe 0,5, als stärkste Tagesgabe 4,0 gelten könnten. Auch das Natrum chloricum soll in ähnlicher Weise wirken. Ein« 16 " ches lässt sich auch von der Chlorsäure sagen, welche Wade als Medicanien empfahl (vergl. unten). Baginsky giebt als Gegenkur der Vergiftung an: gegen die gastrischen Symptome, Erbrechen, Würgen Eis-Anwendung, Sinapismen auf die Magengegen > gegen Delirien, Convulsionen, Sopor, Coma kalte Umschläge auf den K°P^ kalte Uebergiessungen in warmem Bade. Der Anämie, Abgcschlagenheit « Arterienspannung solle durch Excitantia und Roborantia begegnet werden z. durch Wein, Kaffee, Kampher, Moschus (prakt. Arzt 1880 Nr. 3). Comprimirte Tabletten aus Kali chloricum sind zu verwerfen, denn s üben eine das Gewebe zerstörende Wirkung auf die Wände der Verdauungswege a Kali chloricum. Acid. chloricum. 599 f Aciilum chloricum dilutum, verdünnte Chlorsäure (CIO 5 ,HO+84,5HO oder HCIO3+42,25 aq = 845) eine 10-proc. Säure, dargestellt aus 16 Th. trock- nern Baryumchlorat, gelöst in 32 Th. kochendem destill. Wasser, und 30 Th. verdünnter Schwefelsäure (1,115 spec. Gewicht). Nach dem Erkalten und 12-stündigen Beiseitestellen wird filtrirt und das nur kleine Filtrum mit 12—13 Th. heissem destill. Wasser nachgewaschen, indem dasselbe in kleinen Portionen nach und nach aufgegossen wird. Das Filtrat betrage 7G Th. Sollte dasselbe auf Zusatz von Schwefelsäure im Verlaufe von 5 Minuten eine Trübung erzeugen, so wäre 1 Th. verdünnte Schwefelsäure hinzuzusetzen und nach Verlauf eines halben Tages nochmals zu filtriren. Die WADE'sehe verdünnte Chlorsäure ist bisher nur in Gebrauch gekommen und soll eine 15-proc. sein, was sie allerdings nicht ist. Sie ist vielmehr ein Gemisch aus Weinsäure, Kaliumchlorat und circa 9 Proc. Chlorsäurehydrat. Eine nach der Berechnung 10-proc. erhält man, wenn man 13g Kaliumchlorat in 52g heissem Wasser löst und mit 15g Weinsäure} gelöst in 25g heissem Wasser, vermischt. Nach dem Erkalten auf +10 bis 5° C. wird durch Glaswolle colirt. Die Colatur beträgt 80—82 g. Ein färb- und geruchlose Flüssigkeit von 1,090—1,092 spec. Gew. Sie enthält höchstens 7 Proc. Chlorsäurehydrat neben Weinsäure und Kaliumchlorat (circa 4 Proc). Aufbewahrung m der Reihe der starkwirkenden Arzneistoffe. Bei der Dispensation wird die Flüssigkeit von den etwa abgeschiedenen Krystallen decanthirt. Die Wade' sehe Säure soll aus 288 Kaliumchlorat, 352 Weinsäure und 1080 Wasser dargestellt Verden und wäre somit nach der Berechnung eine 14-procentige, es dürfte aber, We nn sich der Gebrauch dieses Präparats einführen sollte, eine 10-proc. der Praxis bequemer ansehliessen. Die Concentration der dünneren Säure durch Abdampfen erfordert grosse Vorsicht, weil die Chlorsäure schon in einer Wärme ttber 40« C. in Chlor, Sauerstoff und Ueberchlorsäure zerfällt. Anwendung. Wade empfiehlt die verdünnte circa 4-proc. Säure in Gaben zu l—4 g m i(. Wasser verdünnt, doch da man ihre Einwirkung auf das Blut kennt, so wird man davon keinen Gebrauch machen. Es sei hiermit vor dem innerlichen Gebrauch der Chlorsäure gewarnt! Sie kann "J 1 ßtarkverdünnten Maasse keinen Nutzen gewähren und im wenig verdünnten Maasse wirkt sie giftig. Wird die WADE'sehe Säure verordnet, so ist die 10- Proc. reine Säure zu dispensiren. (!) Mixtura antidiphtheritica J. Munk. §■, Kali chlorici 1,0 (—4,0). bolve in Aquae destillatae 120,0 rmeturac Opii gutt. 5 Syrupi Althaoae 15,0. liiff'i^' ^° 2 Stunden einen Kinder- i^tol zu nehmen (bei Diphthoritis unter v rnebmung dernöthigen hygienischen Vorsorge. 4,0 Kaliumchlorat ist für Kin- jü c^ n 10 -1 2 > 3,0 für Kinder von 7 bis . > 40 für Kinder von 5—G, 1,5 für Kin- «er von 2—4 Jahren zu verordnen.) ( 2 ) Mixtura antidiphtheritica Wade. * Acidi chlorici diluti 10,0 Liquoris Ferri sesquichlorati 2,0 Spiritus Vini 8,0 Syrupi Aurantii corticis 40,0 Syrupi Zingiberis 20,0. M. D. S. Zweistündlich einen Theelöffel mit etwas Wasser verdünnt zu nehmen. w (3) Mixtura stomachica Wade. Extracti Khei Extracti Gentianae ana 5,0. Solve in Aquae Cinnamomi 30,0 Syrupi Sacchari 70,0. Tum admisce , . ,.._.,, inn Acidi chlorici diluti («Wo) 15,0. D s Vor dem Essen einen Theelöffel mit einem Esslöffel Wein zu nehmen (bei atonischer Dyspepsie). 600 Kali chloricum. Theaterflammen. Sprengpulver, Brain'b, besteht aus 60 Proc. eines Gemisches aus Kaliumchlorat, Kaliumnitrat, Eichenholzsägemehl, durchtränkt mit 40 Proc. Trinitrogly- cerin (Fabrik Gebr. Krebs & Co. zu Kalk). Sprengpulver, Hafenegger's, haben Kaliumchlorat als Grundlage z. B. I. Th. 36 Kaliumchlorat, 1 Schwefel, 1 Holzkohle. II. Th. 2 Kaliumchlorat, 1 Zucker, 1 Blutlaugensalz. Sternähren, Blitziihrcn, bestehen in Gew.-Theilen aus 40 Getreidemehl, 15 Schwefelblumen, 5 Kienruss und 10 Salpeter oder aus 35 Mehl, 8 Salpeter, 5 Schwefel und 2 Kienruss. Mit Weingeist zur Masse gemacht werden Körner von der Grösse der Hanfsamen daraus geformt. In einen Fidibus aus Seidenpapier werden an dem einen Ende in einer Reihe die Körner eingeknifft. Theater-Flammen. Sigism. Kerber empfiehlt (im pyrotechn. Centralbl. Nr. 1> 1878) als Theaterflammen die sogenannten Schellackflammen, welche weder Schwefel noch Kaliumchlorat enthalten, und hebt deren Vorzüge in folgendem Vergleich mit den älteren Flammen hervor. 1. Die mit Schwefel und chlorsaurem Kali hergestellten Mischungen rauchen stark, während die Schellackflammen fast ganz rauchlos sind. 2. Erstere sind gefährlich und verderben oft in kurzer Zeit, letztere sind unfähig, sich von selbst zu entzünden, und halten sich lange. 3. Die Kaliumchlorat-Schwefeliniseliungen gerathen durch Stoss, Reiben, einen Funken in Brand, während die Schellackflammen nur durch helles Feuer entzündbar sind. 4. Erstere sind theuer und verbrennen schnell, letztere brennen sehr spar- sam und sind billig. Es lassen sich mit Schellack nur Roth, Grün und Gelb darstellen (Strontian, Baryt, Natron). Chebtier hat in seinen „Nouvelles recherches sur les feu* d'artifice", Paris 1843, S. 431, zuerst ein brauchbares Verhältniss von Strontiumnitrat und Schellack mitgetheilt und zwar Strontiumnitrat 72 Tm» Schellack 15 Th. Bau hat dieses Verhältniss abgeändert in Strontiumnitra' 5 Th., Schellack 1 Th., und zugleich Sätze für grüne und gelbe Flammen hinzugefügt und zwar für Grün Baryumnitrat 5 Th., Schellack 1 Th.; »** Gelb: Natriumnitrat 4 Th., Schellack 1 Th. Behufs Darstellung schmilzt man den Schellack bei gelindem Feuer um rührt in die flüssige Masse das feingepulverte und durchgesiebte Nitrat hineiUi nachdem man das Gefäss mit dem Schellack vom Feuer entfernt hat. Soll eine Entzündung der Masse eintreten, so decke man den Tiegel mit einem DecKe zu. Die Massen Schellack, welche man schmilzt, sollten 1kg nie übersteige 1 '- Die Schmeze wird noch weich und heiss herausgenommen, auf Porcellan oder ein halbfeuclites Brett gelegt und erkaltet im eisernen Mörser zerstossen un dann durch ein Sieb für grobe Pulver geschlagen. Zum Gebrauch schüttet man die Flammenmasse lose auf 5 Ctm. breite, «" 1 Ctm. hohen Rändern versehene Rinnen aus Eisenblech. Die Länge richtet sich nach der Dauer, welche die Flamme haben soll. Die Flammenmassen brennen schwer an und sind mit hellem Feuer zu entzünden. Einmal in Brand verbrennen sie langsam mit ruhiger, rauchloser, stark leuchtender Flamme. Auf dem Theater muss Alles schnell gehen und daher auch die Flamme auW Stichwort brennen. Dies erreicht man durch einen Zündsatz, von welche man einen Thcelöffel auf das eine Ende der Flammenmasse aufschüttet, De Zündsatz wird kurz vor der Anwendung gemischt und zwar aus einem Theelörte^ (3g) des Flammenmassenpulvers mit halb soviel (1,5g) zerriebenem K»- Kali chloricum. Zündholzmassen. 601 liumchlorat. Dass diese Mischung mittelst einer Federfahne geschehen muss, vergesse man nicht! In einem Mörser mit Pistill könnte welches in heissem Weingeist gelöst wird. ]; tt Naphthalin werden auch Naphthalin mit Schwefel, sowie dessen Nitrover- bind ungen und andere Derivate benutzt. 602 Kali chloricum. — Kali chromicum. Ziindholzinasse, Louis Horst's (Linz a/Rh.), an jeder rauhen Reibfläche entzündlich, besteht aus 36 Th. Bleisuperoxyd, 15 Th. Kaliumchlorat, 9 Th. Mangansuperoxyd, 8 Th. Schwefelblumen, je 6 Th. Infusorienerde, Glaspulver oder Sand, amorphem Phosphor und 8 Th. Leim. (D- R.-Patent 35806.) Zündmasse, Bebing's (Bromberg), welche sich durch Schlag sehr schnell entzündet und mittelst eines Klebmittels, z. B. Eiweiss, angerührt, auf Feuerschwamm aufgetragen und mit einer Zündnadel durchschlagen, den Schwamm in Brand setzt, erhält man aus 1 Th. Holzkohlenpulver, 9,5 Th. chlorigsaurem Blei, 6,8 Th. chloraurem Kali und 3,0 Th. Schwefelantimon. Die nöthige Vorsicht, beim Mischen des Kaliumchlorats mit brennbare» Körpern, die nnerlässlich vorsichtige Art und Weise der Mischung ist im Handbuch II, S. 254 u. 255 hervorgehoben. Möge man diese Vorsicht stets mit aller Peinlichkeit und Strenge zur Geltung bringen. Obgleich Hager in allen seinen Werke» diese Vorsicht den Lesern durch auffallenden Druck empfohlen hat (Commentar * tt den Pharmakopoen Nord-Deutschlands 1855 II, S. 163; Commentar zur Ph. Bor. I865i S. 877-, Commentar zur Ph. Germanica II, S. 224; ferner im ersten Unterricht etc.)» in einer Weise, wie sie von keinem anderen pharm. Schriftsteller beliebt wurde, bo sind dennoch wiederum mehrero Unglücksfälle vorgekommen, unter denen in z^ei Fällen zugleich die Apotheken in Ruinen verwandelt wurden. Der eine Fall ereignet 6 sich zu Pcrnau in Russland, der andere in einer Stadt Hollands, von welchem pharm- Weckl. Bericht gab. Auf die Gefährlichkeit des Kaliumchlorats bei Mischung desselben mit brennbaren Stoffen hinzuweisen, sollte die erste Aufgabe eines Lehrherren sein, welche er gegen den in die Pharmacie eintretenden jungen Mann zu lösen hatte- So schrieb i eines Lehrlii um Kaliumchlorat „»i*. ^..„^.w .u.».», _„ ,...„^.w«. ~^> .^„...., h „ m „„— Jahr in der Lehre und Niemand hatte ihm von der Gefahr Mittheilung gemsie",' Hagbr's ersten Unterricht hatte man dem Lehrling noch nicht gegeben und Hag** Commentare waren in derselben Apothcko nicht vorhanden, standen aber wohl conser- virt in der verschlossenen Bibliothek des Principals. Kali chromicum. Chemie und Analyse. Zur Analyse des Chromeisensteins mischt nia» nach Christomanos circa 10,0 Aetznatron, 15,0 Magnesia und 0,5 des Chromi zu einem Pulver und erhitzt 1 Stunde im Platintiogel. Die zusammeugesintei ' erkaltet gelbe Masse ergiebt durch Kochen in Wasser und Filtriren im J*"* , sämmtliche Thonerde und Chromsäure mit unerheblichen Mengen Kalk ü Magnesia. .,. Will man das Chromoxyd als solches fallen, so wird das Filtrat vorher r. Salzsäure schwach angesäuert, ein Ueberschuss von Aetzammon, Ammoninmcarbon» > Ammoniumoxalat zugesetzt und dann bis zum Aufhören des Ammoniumgeruches un Ersatz des verdampfenden Wassers gekocht. Im Filtrat wird dann die Chromsäu durch Kochen mit überschüssiger Salzsäure und Weingeist in Chromchlorid übe geführt und das Chromoxyd durch Aetzammon gefällt. j Zur Erkennung und Unterscheidung des Kaliummonochromats » freier Chromsäure neben Kaliumdichromat und Kaliumtrichromat bemerkt '• Donath (Ztschr. f. analyt. Ch. 18, S. 78), dass freie Chromsäure aus K^ 1 "" Jodid Jod abscheidet, dies nicht aber durch Dichromat oder Trichromat S esab ^^ und dass eine Kaliummonochromatlösung mit neutraler Manganosulfaltlösung Erhitzen einen schwarzbraunen Niederschlag (Mn 2 Cr0 5 + 2aq) ergiebt, nicht a das Kaliumdichromat. „ 0 U Bei Bestimmung des Chroms, resp. Fällung des Oxyds durch Amnion, Kali chromicum. — Kali hypermanganicum welche Lösung man vor der Anwendung mit einer Lösung von 1 Th. aliumdichromat in 10 Th. Wasser versetzt. Durch die Einwirkung des ages- und Sonnenlichtes geht dieser Leim in eine in Wasser unlösliche Form er. Dieselben Erfolge erlangt man aus Mischungen aus Schleim des Arabischen Unimi 's mit Kaliumdichromatlösung (vergl. S. 2 u. S. 475). Dass dieser Chromloim zum Auf kitten der Deckgläser auf mikroskopische . f a parate, zur Darstellung von Dachpappe, wasserdichter Leinwand etc. verwendbar lat > Hegt nahe. fharaoschlangcninasse. In Stelle der so gesundheitsschädlichen Mercurirhoda- nidmischungen soll eine aus 6 Th. Kaliumdichromat, 2 Th. Kaliumnitrat, je 1 *"• Natriumnitrat und Tolubalsam und 6 Th. Perubalsam mit 8 — 10 Th. ^uckerpuivgj. bereitete Pasta denselben Effect ergeben. Eine Mischung aus 3 Th. kaliumdichromat, 2 Th. Kaliiuunitrat, 3 Th. Zucker, 1 Th. Stärkemehl und er ubalsam q. B . wurde als eine passendere von einem Pyrotechniker angegeben. Kali hypermanganicum. Kaliumhypermanganat findet als Bleichmittel der Gespinnste und Gewebe Verwendung, indem man diese durch eine wässrige dünne Lösung des öalz es z ; ent bis zur Braunfärbung und dann mit einer schwachen Zmnsalzlosung Mannochloridlösung) behandelt, um sie dann zu färben. Flecke von Kaliumhypermanganat lassen sich in vielen Fällen passender ttut Oxalsäure als mit Salzsäure beseitigen. 604 Kali hypermanganicum. — Kali nitricura. Filtrationen der Lösungen mit Kaliumhypermanganat geschehen mit Hilfe der Glaswolle. Theorie der Oxydationsvorgänge durch Kaliumhypermanganat: Archiv der Pharm. 1879, zweite Hälfte S. 363. Kali nitricum. Vor drei Jahren entnahm ein Fleischer in Berlin aus einer sogenannten Apothekerwaarenhandlung Salpeter, hatte aber Oxalsäure erhalten. Dies eine Illustration zu den Apothekerwaarenhandlungen im Königreich Preussen. Prüfung des Kalisalpeters (Handb. II, S. 267). Zur Bestimmung der Salpetersäure in den Nitraten der Alkalien mischt man 1 Th. des durch Schmelzung vom Wasser befreiten Salpeters mit 2 Th. geschmolzenem und gepulvertem Kaliumdichromat und erhitzt vorsichtig im tarirten und bedeckten Platintiegel. Sobald die salpetrigen Dämpfe aufhören zu entweichen, wird bis zur dunkle» Rothgluth erhitzt. Nach dem Erkalten wird der Gewichtsverlust (Salpetersäure) gewogen. Enthält das Kaliumnitrat Natriumnitrat, so ergiebt sich in der Be- rechnung der Salpetersäure auf Kaliumnitrat ein Ueberschuss, dagegen bei der Berechnung der Salpetersäuremenge auf Natriumnitrat ein Deficit. Aus beiden lässt sich das Verhältniss beider Nitrate zu einander berechnen. Aehnlich ist die Bestimmung, wenn man 2 Th. des Nitrats mit 3 Tb. Oxalsäure mischt, vorsichtig erhitzt und dann massig glüht. Hier hinterbleibt Carbonat, welches alkalimetrisch zu bestimmen ist. KO,C0 2 x 1,46377 = KO,NO • Um bei Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes durch Schmelzung eine Zersetzung etwa gegenwärtigen Calcium- und Magnesiumnitrats zu verhindern; lS eine Beimischung von ausgetrocknetem Kaliummonochromat erforderlich. Kali nitrosnm (Handb. II, S. 268). Zur Darstellung dieses Salzes werden 4 Th. entwässerten Kaliumsulfits mit 5 Th. Kaliumnitrat bei Rothglühhitze g*" schmolzen, die Schmelze gepulvert und das Nitrit mittelst Weingeistes extraln"- Als unlöslicher Rückstand verbleibt Kaliumsulfat. Kaliumnitrit ist leicht in Weingeist löslich. Ueber die Darstellung des Kaliumnitrits finden sich im Arch. Pharm. 1879 erste Hälfte, S. 245 u. f. ausführliche Mittheilungen. Sitrificatlon. Dieselbe soll nach den Untersuchungen von Th. Schlössing * A. Müntz eine den Gährungsvorgängen analoge Erscheinung sein und durch ö sondere Organismen ermöglicht werden. Den Fermentkörper glauben sie in a Bacterienkeimen, welche Pasteur mit Corpuscules brillants bezeichnet, erkann zu haben. Diese sind den Essigfermentkörperchen ähnlich, durch Sprossung &° vermehrend. Bei 90° hört die fermentative Wirkung auf, bei 100° werden si zerstört. Sauerstoff ist ihre Nahrung. Das Nähere darüber in Compt. rend. S. 891 u. f., im Auszuge: Chem. Centralbl. 1880, S. 8 u. 72. Brise-rocs, Robandi's Sprengpuher besteht aus 40 Kalisalpeter, 20 Natron Salpeter, 15 Schwefel, 1 Steinsalz, 5 Steinkohlen, 15 Holzsägemehl. Carbazotme, ein Sprengmittel, aus Kaliumnitrit, Schwefel, Ferrosulf»*» Russ und Gerberlohe bestehend (Ber. d. D. eh. Ges. 1876 S. 650). In der F • Centralh. 1880, S. 41 sind angegeben: Th. 60 Kalinitrat, 60 Natronnitrat, b Kalknitrat, 50 Schwefel, 50 Sägemehl und 50 Russ. Sie soll auch ein Mi« gegen die Reblaus sein. Kali nitricum. Sprengmittel. 605 _ Diorrexin, Pancera's, ein Sprengmittel, bestehend in Proc. aus circa 45 Kaliumnitrat, 22,5 Natriumnitrat, 12,5 Schwefel, 10 Holzspänen, 8 Holzkohle, 2 Pikrinsäure. Pondrolith, Oller's, besteht in Proc. aus 60 Kalisalpeter; 2,5 Kaliumchlorat; 20 Schwefel, 3,5 Holzkohle; 2 Knochenkohle, 6 Sägespänen. Pcndrolitli, Pocu's Sprengpulver, besteht aus circa Proc. 68 Kalisalpeter, 3 Natronsalpeter, 12 Schwefel, 6 Holzhohle, 3 Barytsalpeter, 5 Holzsägemehl, 3 Gerberlohe. Pyrolith, Teere's u. Mercader's, ist dem OLLER'schen Pondrolith ähnlich zusammengesetzt. Pyrolith, Wattlen's Sprengulver: I. für Granit etc. Th. 25 Holzsägemehl, 135 Kalisalpeter, 40 Schwefel. — H. für weiches Gestein, Kohle etc. Th. 101 Kalisalpeter, 32 Natronsalpeter, 40 Schwefel, 3 Kohle, 22 Holzsägemehl. M (1) PuMb antacidus Unger. Pulvis temperans Unger. Concharum praeparatarum Kali sulfurici Kali nitrici ana 10,0. f - pulvis. vP',^' Zweistündlich einen halben Thoe- löffel j zu nehmen (mit */, Trinkglase voll er), Wass. (2) Pulvis antigonorrhoicus Alt. * Radicis Althaeae Pulveris Liquiritiae compositi ana 30,0 Kali nitrici AT p! M5cnni-i nlbi ana 7,5. "• i1l at pulvis subtilis. j*-l • ,?• Täglich 4mal einen gehäuften ( 3 ) Emnlgio antigonorrho'ica Baltz. * Kali nitrici 8,0 Solv - tracti Hyoacyami 0,5. Tum Em, 'lsionis Papaveris (e 15,0) 250,0. Aquae Lauro-Cerasi 10,0 ^^yrupi Amygdalarum 30,0. "• o. Stündlich einen Esslöffel. (4) Mixtura antiphlogistica infantum UÖLIS R- Kali nitrici 1,0. Solve in Infusi radicis Liquiritiae Decocti seminis Lini ana 50,0 Oxymellis simplicis 12,0. D. S. Stündlich einen Kinderlöffel (für Kinder von circa 2 Jahren). (5) Mixtura antiphlogistica infantum Sendner. ly Kali nitrici 2,5 Natri nitrici 5,0. Solve in Aquae Foeniculi Aquae destillatae Syrupi Sacchari ana 50,0 Succi Liquiritiae 5,0 D. S. IV2- stündlich 1 Theelöffel (t. Kinder von 1 — 2 Jahren), stündlich 1 Theelöffel (f. Kinder von 3—4 Jahren), zweistündlich einen Kinderlöffel (für Kinder von 5 — 6 Jahren), stündlich einen Kinderlöffel (für Kinder von 7—9 Jahren). (6) Mixtura nitrosa Pharmacopocae militaris Borussicae. R- Kali nitrici 8,0. Solvo in Aquae communis 250,0 Syrupi communis 30,0. D. S. 1—2 stündlich einen Esslöffel voll. Papier de Fruneau contre asthme ist Charta nitrata. Papier antiaslhmatique de Barral ist Charta nitrata. a,,c „ Cl 8f ttr es antiasthmatiques de Barral. 11 Ctm. lange, 4mm dicke Papierrollen tu %P ier . welches mit Salpeter und Kräuteraufguss getränkt ist wie das Papier zu * en Ligarettes d'Espic, Handb. I, S. 583. 606 Kali tartaricum. Kali tartaricum. Natro-Kali tartaricnm. Wenn das Kaliumbitartrat des Handels meist starke Spuren Ammon enthält, so werden die Präparate daraus nicht immer davon frei sein, besonders im vorliegenden Salze, wenn die Sättigung des Bitartrats mit Natriumcarbonat nicht bei Siedehitze geschieht. Zum Nachweise von mehr als Spuren löst man 2g des Salzes in 10g destillirtem Wasser, versetzt zuerst mit 2 Tropfen Aetznatronlauge, dann mit mehreren Tropfen Aetzsublimatlösung. Es darf keine weisse Trübung oder Fällung entstehen, wohl aber ein rein gelber Niederschlag» Kali bitartaricum. Den Weinstein hat man angeblich mit Ammonsalz verfälscht angetroffen. Dass saure Salze, welche im Contact mit der atmosphärischen Luft sind, stets Ammon in kleineren oder grösseren Spuren enthalten, ist etwas natürliches. Dieser Ammongehalt ist nicht zu vermeiden und es kommt nur darauf an, ihn von einer Verfälschung mit Ammonsalz zu unterscheiden. Da Ammon- bitartrat, überhaupt da Ammonsalze um vieles löslicher sind als die Kalisalze) besonders als Kalibitartrat, so nehme man 1 g des Weinsteins, übergiesse mit 5 g kaltem Wasser, schüttele eine halbe Minute um und filtrire sofort. Mit etwas Aetzkalilauge gemischt wird der genäherte Stab mit 12,5-proc. Salzsäure nur unbedeutende oder kaum erkennbare Nebel geben, oder besser, man versetzt das Filtrat mit nur 2 Tropfen Aetznatron. Wenn dadurch die Flüssigkeit keine schwache alkalische Beschaffenheit erlangt haben sollte, so setze man noch einen Tropfe" Lauge hinzu. Alsdann versetzt man mit 5 Tropfen Aetzsublimatlösung. Entsteht eine weisse Trübung, so ist Ammon in starken Spuren vertreten, "f Gegenwart nur unbedeutender Spuren oder beim Fehlen des Ammons ist die Trübung eine gelbe. Zur Erkennung der Tartrate oder der Weinsäure neben Citraten, Malaten, Oxalaten etc. oder den entsprechenden Säuren soll man nach HammE 8 zu einer verdünnten Ferrosulfatlösung etwas der auf Weinsäure zu prüfenden Flüssigkeit setzen, darauf einige Tropfen Chlorwasser und schliesslich Aetznatronlauge im Ueberschuss dazumischen. Es soll eine violette Färbung zur Erscheinung kommen, welche durch Schwefligsäure schnell, durch Kochen langsam verschwinde • Es wird die Bildung eines eisensauren Salzes vermuthet. Bestimmung der Weinsäure im rohen Weinstein. Man löst den Weinstein in kalter lOproc. Salzsäure und filtrirt. (Enthält der Weinstein Gyps, s( > ist derselbe auch in Lösung übergegangen und muss die Schwefelsäure mitte Baryumchlorids ausgefällt und durch Filtration das Baryumsulfat beseitigt resp. bestimmt werden.) Das Filtrat wird zur Hälfte mit Aetznatron, zur anderen Hälfte mit Natriumcarbonat unter Aufkochen der Flüssigkeit (um etwa gegen' wärtiges Ammon zu beseitigen) neutralisirt und noch kochend heiss mit einer überschüssigen Menge Calciumchlorid versetzt. Dem sich abscheidenden Calciumtartra lässt man an einem kalten Orte einen Tag Zeit zum Absetzen, decanthirt dann, wäscht den Bodensatz nur mit wenig Wasser, hierauf mit 60-proc. Weingeist aus, trocknet ihn zuerst bei 50», dann bei HO" C. und wägt ihn. Sein Gewicht rrn 0,8 multiplicirt ergiebt die Menge krystrallisirter Weinsäure. Dann wird dei Niederschlag geglüht und in CaO verwandelt. Das Gewicht der Kalkerde nu 2,68 multipicirt ergiebt ebenfalls das Gewicht krystallisirter Weinsäure. Die Bestimmung des Kaliumbitartratgehaltes Handb. H, S. 281. Kali tartaricum. — Kalium bromatum. 607 (1) Mixtura Kali tartaricl Ph. milit. Boruss. ty Kali tartarici 15,0. Solve in Aquae communis 200,0 Syrupi communis 10,0. D. S. 1—2-stündlich 1—2 Esslöffel (2 Lsslöffel sind eine zu starke Dosis). (2) Pulvis aerophorus laxans Pusch. Paretur modo quo Pulvis aerophorus laxans ^b-^ Germ., nisi quod loco Tartari natro- n ati Natro-Kali citricum (conf. Acidum citricum, pag. 19) sumatur. (3) Pulvis antirobigineus. Kostfleckenpulver. "aeeepto in pagina 281, Handbuch II, notatio haec affigatur: Das angefeuchtete Leinenstück mit dem Rostfleck wird einer erwärmten verzinn- ™n oder zinnernen Unterlage aufgelegt ™tt mit dem angefeuchteten Pulver bete) Pulvis dentifricius variabilis. Wandelbares Zahnpulver. ^ tartari depurati 30,0 Magnesiae subcarbonicae 5,0 Ossium Sepiae 20,0 M . -Rhizomatis Iridis Florentinae 40,0. M 'xtis adde Coccionellae 1,0 Aluminis 2,0 terendo in pulverem subtilissimum re- «acta. Postremum admisce „ Ulei Rosae guttas 3. *>at pulvis. Diese Pulvermischung ist weiss, wird * D er angefeuchtet roth. (5) Sapo inetallopurgatorius. (Giftlose) Metallputzseife. I. Metallputzseife Nr. I (für kleine und feine Geräthschaften). ty Tartari depurati Boli albae laevigatae ana 300,0 Terrae infusoriae Luneburgensis 250,0 Boracis 50,0. In pulverem subtilissimum redacta, ab arena plane libera, commisce cum Glycerinae Aquae ana 200,0 Spiritus odorati 20,0. Fiat pasta densior, quae in modulos im- pressa siccetur. II. Metallputzseife Nr. II (für grössere Geräthschaften). R? Tartari crudi 500,0 Lapidis Pumicis 250,0 Terrae Tripolitanae 100,0 Boli albae 200,0 Terrae infusoriae Luneburgensis 100,0 Boracis 50,0. Subtilissime pulverata misce cum Glycerinae 200,0 Aquae 250,0 vel. q. s., ut fiat massa etc. (6) Species diureticae snlinae. Wassertreibender Thee. R? Tartari depurati grossiuscule pulve- rati 15,0 Boracis grossiuscule pulverati 10,0 Eadicis Levistici concisae Eadicis Ononidis concisae Ligni Sassafras concisi ana 25,0 M. Fiant species. D. S. Umgeschüttelt einen Esslöffel voll mit 3 Tassen Wasser zu Ubergiessen und bis auf 2 Tassen einzukochen. w . Magensalz.Yerdauungspulver aus der Apotheke zu Storkow bestand aus 27g Weinstein, 6g Calciumcarbonat und 66g Natriumbicarbonat, wohl ein Gemisch aus Ra lkreichem Weinstein und Natriumbicarbonat. (Bering, Analyt.) Sedlitz Chanteaud deshydrate et effervescent. Purgatif rafraichissant de Chan- teatjd, pharmacien (Medicaments dosimetriques du Professeur Burggraeve), B ™ u j"*- Pulver mit Tartarus natronatus und Bittersalz mit Zucker in die Form kleiner »tieu- K "gelchen gebracht. Kalium bromatum. „ Kalium bromatnm. In einigen medicinischen Blättern wird gesprochen von: Ka ü bromicum und Bromkali. Da das erstere giftige Salz weder im Handel 608 K.ilinm bromatum. vorkommt, noch in den Apotheken gehalten wird, auch nicht in therapeutischer Beziehung je besprochen wurde, so muss ein Nichtkennen von Seiten der betreffenden Herren Redacteure angenommen werden, und hat man unter den angegebenen Namen Kalium bromatum oder Bromkalium oder Kaliumbromid zu verstehen. Man vergleiche auch Chlorkali unter Kali chloricum. Prüfung. Die Prüfung des Kaliumbromids auf einen Gehalt an Chlorid und Jodid ist von Hager ph. Centralh. 1880, Nr. 11 besprochen und die im Handbuch II, 285 angegebene Methode erläutert. Diese beruht auf folgenden Umständen: Silberjodid ist fast unlöslich in lOproc. Aetzammon, aber Silberbromid und Silberchlorid sind darin löslich und zwar erfordert das Silberbromid die 320fache, das Silberchlorid die 250 fache Menge 10proc. Aetzammon zur Lösung. Ferner sind Silberjodid und Silberbromid in kalter 16,6proc. Ammoni- umcarbonatlöung völlig unlöslich, Silberchlorid darin aber löslich und erfordert es davon circa 120 Th. Nach G. Voetmann kann die Prüfung in folgender Weise geschehen, welche sich darauf gründet, dass Jodide durch die Hyperoxyde des Mangans und Bleies in essigsaurer Flüssigkeit vollständig zersetzt werden und durch Kochung das Jod ausgetrieben werden kann. Bromide werden durch Manganhyperoxyd in essigsaurer Flüssigkeit nicht zersetzt, wohl aber durch Bleihyperoxyd in derselben Flüssigkeit. (Bei vielem Bromid entsteht hierbei auch etwas Bromsäure.) Chloride werden weder vom Manganhyperoxyd, noch vom Bleihyperoxyd in essigsaurer Flüssigkeit zersetzt. Zur Prüfung des Kaliumbromids auf Chlorid löst man IS in 10 CC. verdünnter Essigsäure, versetzt mit 3 g Bleihyperoxyd und kocht, bis alles Brom (und Jod) ausgetrieben und die Flüssigkeit farblos ist. Im Filtrat ist dann nur noch das Chlorid vertreten und kann nun selbst quantitativ bestimmt werden. Um auf einen Jodidgehalt zu prüfen, kocht man 1 g des Kaliumbromids, gelöst in 5 CC. der verdünnten Essigsäure mit 2 g Manganhyperoxyd und sam- melt das Destillat, welches nur das Jod aus dem Kaliumjodid enthalten kann. Um Jod nachzuweisen genügt die Lösung mit Ferrichlorid zu versetzen und mit Chloroform zu schütteln, welches sich durch freies Jod färbt. Jene Prüfungsmethoden sind etwas umständlich und wäre eine Kürzung des Verfahrens erwünscht. Dass ein Gehalt bis zu 0,2 Proc. Kalium- oder Natriumchlorid zulässig sein muss, fordert die Praxis. Das Verfahren einer kurzen Prüfung wäre nun folgendes. Mehrere Krystalle des Kaliumbromids werden zerrieben und scharf ausgetrocknet. Von dem Pulver werden 0,25 g in 10 CC. Wasser und 1 CC. Salpetersäure gelöst und mit genau 0,36 g geschmolzenem Silbernitrat versetzt und geschüttelt, bis vollständige Zersetzung erfolgt ist. Das Filtrat dan auf Zusatz von Silbernitratlösung nicht mehr getrübt werden. Die Trübung dürfte höchstens eine solche sein, dass sie die Durchsichtigkeit der Flüssigkeit nicht völlig stört. Eine starke Trübung oder ein Niederschlag wäre ein Beweis eines zu reichlichen Gehaltes an Kaliumchlorid. Die Verunreinigung mit Kaliumjodid wäre durch Ferrichloridlösung und Chloroform zu erforschen oder man spült den aus Silberbromid bestehenden Inhalt des Filters aus der vorher gemachten Probe mittelst 140 CC. 10proc. Aetzammons in ein Cylinderglas und schüttelt kräftig um, auch wohl die Flüssigkeit bis auf 30» C. erwärmend. Es muss eine klare Lösung erfolgen, im anderen Falle sind mekr als Spuren Kaliumjodid im Kaliumbromid vertreten. Von 0. Maschke (Breslau) wird vor einem Kaliumbromid in schönen durchsichtigen Krystallen gewarnt, welches sich bleihaltig erwies. Zur Prüfung soll man nicht zur Schwefelsäure, sondern zum Schwefelwasserstoff greifen. Blei wira auch schon in kleinen Spuren durch Kaliumferrocyanid (Blutlaugensalz) durch eine weisse Trübung, welche sofort oder im Verlaufe von 5 Minuten entsteht, Kalium bromatum. Kai. bromo-broinatum. 609 erkannt. Da hier reines Salz mit unreinem gemischt sein kann, so müssen mehrere Krystalle für die Prüfung zerrieben und gelöst werden (Hager). Anwendung. Krosz constatirte als Folge eines starken Gebrauchs des Kaliumbromids Abnahme des Gedächtnisses, Sprach verlangsamung, Ermüdung, remperaturerniedrigung. Durch das Kalium werden Herz, Temperatur, Respiration beeinflusst, auch sei wohl die Muskel- und Nervenlähmung auf Kalium zurückzuführen. Die Herabsetzung der Reflexerregbarkeit und der cerebralen Erscheinungen seien dem Brom zuzuschreiben, ebenso das Exanthem. Laufenatjer beobachtete profuse und länger andauernde Menstruation. Aknöse Exantheme kamen zum Vorschein nach Gebrauch von circa 70 g Kaliumbromid. Eine an Epilepsie leidende Frauensperson hatte durch 2^/ 2 Jahre täglich 5 g (in Summa 45G0g) Kaliumbromid eingenommen. Die Folge war: grosse Schwäche, Abmagerung, bleiches Aussehen, Appetitmangel, Gedächtnissschwäche, Anämie, uud ein Exanthem oben an den beiden Oberschenkeln, der Regio epigastrica, ^lons Veneris und auf beiden Brüsten. Es war nässend geschwürig, theils mit Zotten gesetzt, theils mit harten schwarzen Krusten und Borken, theils mit warzigen y e getationen bedeckt, theils mit trockner, livider, blauer, leicht blutender Haut uur chsetzt (Dr. EsENBECK zu Cadolzburg). Ueber die Wirkungen des Kaliumbro- ^'ds: 3. Aufl. der Arzneimittellehre von Nothnagel und Rossbach, ferner a ndb. der gesammten Arzneimittellehre von Th. Husemann II, 1120 u. f. «hirch Guttmann untersuchte den Eiter der Aknepusteln eines Mannes, welcher je eine Woche 100 g Kaliumbromid einige Monate hintereinander genommen p?, ' Und fand darin Brom vor, welches er unter Zusatz von Chlorwasser durch >. lor °form sammelte. Die Akne - Eruption schwand mit dem Aussetzen des eis. Kaliumbromid beseitigt Epilepsie nicht, es schwächt und mindert nur die Ke Behandlung des Keuchhustens durch Inhalationen des Staubes von 4-5- procentiger wässriger Kaliumbromidlösung (dreimal täglich je 20 g) hat Dr. 'v r oach°fl OR KoEßNEE zu Trebnitz die schönsten Heilerfolge erreichen lassen. Schon Taeen r ersten Inhalationen zeigte sich entschieden eine Besserung und in 3—5 —ssen die beängstigenden Stickanfälle nach und leichte Expectoration Zwei bis drei Tage später war die Krankheit für immer gehoben (Beil. Wochenschr. 1879 d. 17. Nov.). bromit bromo-bromatum, Liquor Kalii bromo-bromati, Bronibromkalimn, _,_ |ii"tcs Kaliiimbiomid. 0,8 Brom wird in 1,6 Kaliumbromid, welches in 10 CC. " asser gelöst ist, gegossen und dann das Ganze bis auf 100 CC. mit , la gen Messen tr at ein klin, öestill destill, li »vasser verdünnt. Die Flüssigkeit ist dann zugleich ein Yio'Normal- miösung für Zwecke der volumetrischen Analyse. Meckl i "" ""ttoi'hiugciisalz, das Mutterlaugensalz aus Soole der Saline Sülz in hraoW S ' wird dun>h den A P ot heker Grimm zu Rostock in den Handel ge- cm. Es besteht (nach Fr. Koch) aus Proc. Kali,! Um 1 e ! ll0rid 16 ' 32 Magnesiumchlorid 19,29 Magnesiumjodid | -„_._ Cal^ 1 " , ' d °' 66 Magnesiumbromid 0,65 Organ. Substanz I P l ciumchlorid 25,37 Calciumsulfat 0,11 Wasser 36,43. Ungelöste Substanz wie Silicate, Eisenoxyd etc. 1,16. stall' K ™ nzniu ' ll,!r Miltterlangensalz, das Mutterlaugensalz, der Verdampfungs- und Kry- ist ^ 10us - R(ick stand des Soolquellenwassers zu Kreuznaob. enthält keine Sulfate, Th a leich an Bromid - Bunsen fand 1861 in der Soolmutterlauge von Kar i° rsha11 in Proc - 1 ' 722 Kaliumchlorid; 0,344 Natriumchlorid; 0,689 chlr, T m ' d ' °' 008 Kaliumiodid; 33,239 Calciumchlorid; 3,245 Magnesium- ri(1 ') 0,286 Strontiumchlorid; 1,453 Lithiumchlorid; Caesium, Rubidium Spuren. 'Her, Ph arm . p raiia Suppl. 39 610 Kalium bromatum. Das Mutterlaugensalz der Theodorshaller Soole ergab nach Siebers Analyse in 100 Th.: Calciumchlorid 54,28; Magnesiumchlorid 2,76; Strontiumchlorid 11,19; Natriumchlorid 2,01; Kaliumchlorid 7,98; Wasser 21,78. Hier ist jedenfalls Kaliumbromid übersehen. Polstorf's Analyse des Kreuznacher Mutterlaugensalzes ergab in 7680 Th. Kaliumchlorid 168,31, Magnesiumehlorid 202,84, Magnesiumbromid 52,93; Natriumchlorid 260,55; Lithiumchlorid 7,95; Magnesiumjodid 0,046; Calciumchlorid 1789,97; Aluminiumchlorid 1,56. Die Muria jodobromata, künstliches Mutterlaugensalz, Handb. II, S. 287, bietet ein weit sicheres Badesalz als diese natürlichen Laugensalze. (1) Liquor inhalatorius bromatns Netolitzky. Vf Bromi puri Kalii bromati ana 0,5 (—1,0). Solve agitando in Aquae destillatae 150,0 (—200,0). D. S. Nach Vorschrift auf Schwamm oder Watte zu giessen (und vor Mund und Nase zu halten). Die Zeitschrift, welche dieses Becept mittheilte, hatte in Stelle des Kalii bromati gesetzt: Kali bromici. (2) Liquor inhalatorius contra tussiin convulsivam Cadwell. Vf Extracti Belladonnae 0,025 (—0,05) Ammonii bromati 1,25 Kalii bromati 2,5. Solve in Aquae desillatae 60,0. D. S. Dreimal täglich in Mund und Lungen einzustäuben (jedesmal so lange, bis die Belladonnawirkung auf die Pupille hervortritt. Es soll in 2—3 Tagen der Husten verschwunden sein). Da Ammonium bromatum selten zur Hand sein wird, so ist wohl folgende Abänderung zulässig. ty Extracti Belladonnae 0,025 Kalii bromati 4,0. Solve in Liquoiis Ammonii acetici 5,0 Aquae destillatae 60,0. D. S. etc. (3) Mixtura potatomm Lender Brunton. r? Liquor Ferri sesquichlorati Tincturae Strychni ana 1,0 Tincturae Capsici 2,0 Kalii bromati 5,0 Aquae destillatae 150,0. M. D. S. Täglich 4mal 1 Esslöffel ("gegen den Brantweingenuss. Trete» Magenbeschwerden ein, so sollen Bismu™i. subnitric. und Gentiana gebraucht werden). (4) Pulvis hypnoticus Laufenaueb. Laufenauer'b Schlaf- und Ruhepulver. r. Chlorali hydrati 1,0 (—1,25—1,5) Kalii bromati 3,0 (—4,0—5,0). M. Fiat pulvis. S. Eine Stunde vor dem Schlafengehen in einer halben Tasse Wasser zu nehmen (nur einige Tage zu gebrauchen. We" die kleinere Monge ohne Wirkung h' el ° > so ist am nächsten Tage die Dosis verstärken. Ein halbes Pulver mit Br» u *^ pulver gemischt zunehmen, soll nachLO bei Seekrankheit sehr dienlich seiu> (5) Ungucntum Kalii bromo-brom»* 1 ' r- Kalii bromati 4,0. Tenerrime tritis adde Bromi puri 0,5 Unguenti cerei 20,0. D. S. Zum Bestreichen (in sehr dünner Schicht den Kopfgrind zu bereiben). Epilepsiemittel eines St. J. Gursch in Dresden, Epilepsie in 8-10 Wochen heilen, bestehend in 6 Flaschen mit je 172g einer klaren hellgelben Flüssigkeit, &j nirt mit „erster Grad" (Preis 20 Mark). Jede Flasche enthielt 8g Kaliumbromia u» Spuren Saffran-Farbstoff. (Wittstein, Analyt.) Dieses Mittel ist sicher das in w polizeilich unterdrückte BoAs'sche Auxilium. Handb. II S. 287. Epilepsiemittel der Frau Pauline Krügler (Nieder-LangseifferBdorf, Kr^ g Reichenbach) besteht aus Pulvern a 2g Kaliumbromid und einem A^ee < Sennesblättern, Pfefferminze, Huflattig, Lindenblüthen und Schafgarbe. (D»w Analyt.) Kalium chloratum. — Kalium eyanatuui. 611 Kalium chloratum. Ein 94proc. Weingeist löst bei mittlerer Temperatur 0,77 Proc, ein 90proc. Weingeist circa 1 Proc, ein 68proc. Weingeist 3,5 Proc. Kaliumchlorid. Iu Salzsäure ist es wenig löslich. Der Schmelzpunkt liegt bei 700° C. Dass Kaliumchlorid ebenso wie andere Kalisalze ein Gift sein kann, ergiebt e in Fall (Gaz. des höpit. 1880), in welchem ein 67jähriger Mann statt Bittersalz 35 g Kaliumchlorid in Wasser gelöst eingenommen hatte. Wahrscheinlich hatte er es aus einer Drogerie entnommen, denn in Apotheken ist dieses Salz höchst selten anzutreffen. Der Tod erfolgte in 8 Stunden, nachdem Erbrechen galliger Flüssigkeit, Diarrhoe, Schwäche, Steifheit der Extremitäten, endlich Asphyxie vorausgegangen waren. Kalium cyanatum. Kaliumcyanid kommt in Stücken und in Stangen ausgegossen in den Handel nn d zwar 30procentiges gewöhnlich in Stangen, 60-, 85- und 100-procentiges in Wrnlosen Stücken. Die beiden ersteren Sorten sind Präparate für Photographen. as reine, zu pharmaceutischen Zwecken dienende Präparat ist selten in Stangen ausgegossen und wird in den Preislisten mit Kalium cyanatum purissimum Zeichnet. Es muss mindestens 95 Proc. Kaliumcyanat enthalten, die fehlenden , " 1- oc. sind hauptsächlich Kaliumcarbonat und Feuchtigkeit. Das 85 proc. Salz lr d zwar mit purum bezeichnet, doch ist es für die arzneiliche Verwendung nicht geeignet, aber brauchbar im photographischen Arbeitsraume. Für Metallarbeiter genügt das 60-procentige Salz. I7n a ^ umc y an id bedarf zur Lösung 46 Th. 90-proc. Weingeistes bei 15 bis *'. C., dagegen 11,5 Th. 68 —69-proc. Weingeist, oder 100 Th. 90-proc. Wein- & ei st losen circa 2,2 Th., 100 Th. verdünnter (68—69-vol. proc.) Weingeist *ca 8,7 Th., in der Wärme fast doppelt so viel; 100 Th. desselben verdünu- en Weingeistes lösen bei 25° C. 10 Th. Kaliumcyanid. Aufbewahrung. Als Arzneistoff ist also nur das als purissimum bezeich- etes 95-proc. Salz verwendbar. Vom Drogisten bezogen ist es auf seinen Gehalt 1 Cyanid zu prüfen, das Resultat der Prüfung an dem Standgefäss zu notiren, >eilumpt die Signatur dieses Salzes mit: Kalium cyanatum purum ad as. °rap. 0( j er a( j reeepturam wiederzugeben. In kleinen mit Kork dicht tf ff - l0SSencn Flascfl clien am dunklen Orte hält es sich viele Jahre hindurch vor- »ch. Die Gcfässe mit 85proc. Salze würden mit: ad us. photograph. ist v * >r ° C ' ^ alze: a ^ us metallo-technic. zu signiren sein. Zweckmässig 8pK ^gering der Gefässe in einem verschliessbaren Kasten, welcher in dem wanke für die directon Gifte seinen Platz erhält. Verunreinigungen sind Kaliumcarbonat, Kaliumchlorid, Kaliumcyanat, For- iat, Ferrocyanid, Sulfocyanid, Silicate, Natron, Ammon, Wasser etc. Diese Verfügungen sind gegenstandslos, und richtet sich der Werth des Salzes nach em Kaliumcyanidgchalt. Wasser ist selbst in dem geschmolzenen Salze in Stangen er treten. Ferrocyanid wäre zu beanstanden, weil es das Kaliumcyanid für "fliehe Zwecke wertlilos macht. Beim Uebcrgiessen mit Salzsäure bis zum starken ueoerschuss erfolgt gewöhnlich zunächst Aufbrausen von entweichender Kohlen- 39* 612 Kalium cyanatum. Bäure. Dieses Aufbrausen soll nur ein massiges sein. Setzt man nun zu einem Theil der Flüssigkeit einen Tropfen Ferrichlorid, so erfolgt eine blaue Färbung bei Gegenwart von Ferrocyanid, bei Gegenwart eines Sulfocyanids oder Khodanids aber eine rothe Färbung. Chlorid fehlt selten. Wäre seine Bestimmung gefordert, so wird die Lösung des Kaliumcyanids mit Natriumacctat und überschüssiger Essigsäure versetzt, mit Silbernitrat gefällt und der Niederschlag mit löproc. Salpetersäure von 40—50° C. behandelt, welche das Siber- cyanid löst, das Silberchlorid ungelöst zurücklässt. Zur Bestimmung des Kaliumcarbonats und der in verdünntem Weingeist unlöslichen Substanzen, der sogenannten groben Verunreinigungen, zerreibt man 5g des Kaliumcyanids, übergiesst sie mit 58g oder 65 CC. verdünntem Weingeist (69proc). Das Kaliumcyanid löst sich darin bei einer Wärme von 25 hi s 30° C. und die Carbonate, Sulfate, Ferrocyanide, Cyanate bleiben ungelöst und sammeln sich am Grunde der Flüssigkeit. Man decanthirt den Weingeist, wäscht den Rückstand durch Aufgiessen und Decanthiren mit 90proc. Weingeist ab und trocknet ihn in der Wärme des Wasserbades. Das Gewicht entspricht ziemlich ge- nau der Menge grober Verunreinigungen incl. Feuchtigkeit, welche im geschmolzenen und einige Zeit gelagertem Kaliumcyanid vertreten ist. Das als Arzneisubstanz verwendbare Kaliumcyanid muss sich in der zwölf" fachen Menge 69proc. Weingeistes lösen. Diese Lösung kann trübe erscheinen? darf aber im Verlaufe einer Viertelstunde keinen Bodensatz oder eine trübe Flüssigkeitsschicht absondern. Als Gegengift hat man Kupfervitriol, welcher zugleich als Emetieum ■wirkt, empfohlen. Die Wirkung und der Tod werden wohl meist eher eintreten, als die Anwendung des Antidots möglich ist. Dass übrigens Fälle vorkommen? wo die Wirkung einer starken tödtlichen Gabe über eine Viertelstunde, ja bis z° einer halben Stunde ausbleiben kann, ergiebt folgender Fall. Von einer Da me wurde Hager ein Schosshund zugeführt, um denselben mit Kaliumcyanid zU vergiften. Hager löste 2 g in 15 — 20 g Wasser und goss die Lösung ueI "j Hunde in den Rachen. Das höchstens 3 kg schwere Thier lief nun schnüffeln im Zimmer herum, erbrach nach einer Viertelstunde eine weisse breiige Masse» lief darauf weiter herum und verendete nicht. # Es stellte sich heraus, dass dl Herrin dem Hunde, um demselben noch einen Genuss darzubieten, eine Port 10 saurer Milch vorgesetzt hatte. Es können also Fälle eintreten, wo tödtliche Gab des Giftes vom Mageninhalte eingehüllt und dann ausgebrochen ohne allen ^ aC . theil bleiben. Cuprum sulfuricum crystallisatum ist in allen Fällen in einer Do* von mindestens 1 g das sicherste Gegenmittel. Es muss der Arzt natürlich el solche Dosis bei sich tragen, um davon sofort Gebrauch machen zu können. Als Gegengift hat man auch eine Mischung aus 7 Th. Eisenvitriol nn ^. Th. gebrannter Magnesia mit Wasser empfohlen, oder eine Mischung aus 2 ' Ferrolactat, 1 Th. Ferricitrat und 6 Th. Zucker. Die Beschaffung dieser Mi« ist immer eine zeitraubende und darin liegt ihre Unbrauchbarkeit, während Pulver zerriebener Kupfervitriol vom Arzte bei sich geführt und auch in allen » deren Vergiftungsfällen verwendet werden kann. v Gilubkand beseitigte (The Lancet 1876, S. 223) in 48 Stunden eine ve^ giftung durch Magenpumpe, Galvanismus, Aetzammon, künstliche Respira« nach ausgeführter Tracheotomie etc. , eg Andere Aerzte wenden subcutane Injectionen mit Aether oder Lösungen ^ Kamphers in Aether, kalte Wasser-Uebergiessungen, dann folgendes Einhüllen wollene Decken etc. als Gegenmittel aft. ^ Dass das Arbeiten mit Kaliumcyanid und dessen Lösungen Intoxic atl ° le hervorrufen, welche selbst mit dem Tode endigen, hat die Erfahrung mehrere Kalium cyanatum. 613 erkennen lassen. Eine solche nicht tödtliche Vergiftung berichtet Philad. Med. limes Vol. 8, S. 345. Beschäftigungen mit Kaliunicyanid erfordern einen Raum mit Luftzug. Zur Vorbeugung der in Folge dieses Arbeitens mit Kaliumcyanid entstehenden Anschwellungen, Geschwüre, Hautaffectionen dient das Linimentum wauratoriim S. 440 dieses Ergänzungsbandes. Chemie und Analyse. Der Nachweis, dass eine Vergiftung durch Blausäure oder Kalium- (Natrium-) Cyanid oder eine Kaliumeisencyanidverbindung erfolgte, gelingt nach Jacquemin dadurch, dass man die Flüssigkeit mit Natrium- earbonat neutralisirt, in einem Glaskolben auf 50° C. erhitzt und unter Einleiten eines Kohlensäuregasstromes diesen in eine dünne wässrige Silberlösung leitet. Kaliumcyanid wird durch Kohlensäure in der Wärme zersetzt, die Doppelcyanide aber nicht. Dieses Verfahren basirt auf der Beobachtung Naudin's und Montholon's, aa ss Kaliumcyanid durch Kohlensäure vollständig zersetzt wird. Zinkcyanid wird ebenfalls durch Kohlensäure zersetzt. Zur quantitativen Bestimmung des Kaliumcyanids empfiehlt Hannay »Pharm. J 0U rn. and Transact. Vol. 8, S. 777) Die Titrirung mit >/ 20 -Normal- ™ercurichlorid, insofern sich 2 Aeq. einer ammoniakalisch gemachten Kaliumcyanidlösung mit 1 Aeq. Mercurichlorid klar mischen lässt, ein Ueberschuss des e Meren aber sofort als weisse Amidverbindung ausscheidet (2KCy + HgCl 2 = "-I + HgCy 2 ). Cyansaure Salze, Rhodanide, Silbersalze stören diese Reac- tlo n nicht. Obgleich dieses Titrirverfahren ein sehr bequemes zu sein scheint, so ist ennoch der Punkt, wo die bleibende Trübung eintritt, etwas schwer zu erkennen. »eser Punkt ist erreicht, wenn die Flüssigkeit gegen eine schwarze Fläche beachtet einen weisslichen Schimmer wahrnehmen lässt. Dass die zu untersuchende ncl auch die Titre-Flüssigkeit filtrirt und völlig klar sein müssen, ist nothwendig. Sicherer und auch leicht in die stathmetometrische Weise umzusetzen ist '® Methode Desckoizilles, durch Gay-Lüssac modificirt, welche auf der Formel y+J 2 —KJ + CyJ beruht. Eine Jodlösung wird der neutralen oder ammonia- ischen, kein freies fixes Alkali enthaltenden Kaliumcyanidlösung zugesetzt, dieselbe geschüttelt oder agitirt gelblich erscheint, denn die sich bildenden r P er > Kaliumjodid und Cyanjodid, sind farblos. Man wägt von dem Kalium- e j ld 6 ;5g ab, löst in circa 35g kaltem Wasser und versetzt die Lösung mit ner LösuDg aus circa 3 g Ammoniumsulfat in 15 Th. Wasser, filtrirt und ver- w "? n . n Qas Ganze unter Nachwaschen des FiNrums mit Wasser bis auf ein Ge- w 'l , Von 10 °g. Von dieser Flüssigkeit giebt man 10 g in ein Glaskölbchen, st H man aul ^ we ' sses Papier stellt, und tropft von einer abgewogenen Menge met °metrischer 2 / 10 -Normal-Jodjodkaliumlösung (S. 618) oder einer Lösung n n . > 5 5g reinstem Jod und 4,0g Kaliumjodid in so vielem Wasser, dass das troh Qer Losung = 100g ist, in die agitirte Kaliumcyanidlösung, bis diese endlich D - L ' Umschüttclns einen gelblichen Farbenton zeigt, welcher im Verlaufe von 5 10 l ^* nuten n ' cüt mehr verschwindet. Die Menge der Gramme der Jodlösung Ben genommen ergiebt die Procente Kaliumcyanidgehalt. Auf dem massanalyti- d ; e ei1 Jfege treten in die Stelle der 100 g 100 CC, es ist dann auch zweckmässig Jodl ösung bis auf 200 CC. zu verdünnen und die Zahl der verbrauchten CC. usung statt mit 10 mit 5 zu multipliciren, um den Procentgehalt des Kalium- ^anids zu erfahren. Lös Da8 Kaliumc yaaid ist in dieser Probe in kaltem Wasser zu lösen, weil die w Su ng mit warmem Wasser sehr leicht eine gelbe oder bräunliche Farbe annimmt. s f fi n " die Untersuchung eines sehr unreinen Präparates vorliegt, welches z. B. de enthält, so wären diese nothwendig zuvor durch Bleiacetat zu beseitigen. Ueber empfindliche Blausäurereactionen vergl. man S. 23 unter Acidum hy- 614 Kalium cyanatum. — Kalium ferro-cyanatum. drocyanicum. TTm in einer dicken trüben Masse Kaliumcyanid oder Blausäure zu erkennen, genügt die ScHÖNBEiN'sche Reaction, indem man die Masse mit verdünnter Schwefelsäure sauer macht (um Ammon zu binden) und dann einen Streifen Fliesspapier, welchen man mit 4-proc. Guajakharztinctur tränkte und nach dem Abtrocknen mit einem Tropfen einer ^-proc. Kupfervitriollösung feuchtete, über der bis auf 50—60° C. erwärmten Masse oder Flüssigkeit hält. Es tritt baldige Blaufärbung ein. Das Papier kann auch zuerst mit der Kupfersalzlösung und nach dem Trocknen mit der Guajakharzlösung getränkt werden. Es ist diese Methode nur eine anweisende. Erfolgt die Blaufärbung, so sind in forensischen Fällen die Absonderung und das Sammeln der Blausäure aus der Masse vorzunehmen. Ein Theil der Masse wird mit einigen Tropfen Amylalkohol behufs Conservirung versetzt und in ein Glas gegeben, um vor dem Gericht die An- säuerung mit Schwefelsäure und die ScHÖNBEra'sche Reaction wiederholen zu können. (1) Glycerolatum Kalii cyanati Camboulives. Vr Kalii cyanati 0,5 (gramma dimidium). Solve in GUycerinae 10,0. D. S. Aeusserlich (zum Bereiben der Schläfe bei Gesichts-Neuralgien. An dem Finger, welcher die Einreibung ausfuhrt, darf keine Wunde sein). (2) Gnttae antasthmaticae OB STEHLEN. Vf Kalii cyanati 0,05 (!). Solve in Aquae destillatae 5,0. D. S. Dreimal täglich 15 —20—3° Tropfen (bei krampfhaftem Asthma, "*' stralgie, Migräne). Kalium ferro-cyanatum. I. Kalinm ferro-cyanatum krystallisirt nach v. Kobell im schief-rhombische 0 System und nicht im quadratischen, was auch Mallard bestätigt (Bericht <»• Münchener Akad. d. W. 1878). Anwendung. Bruneau bezeichnet das Blutlaugensalz als einen therape«t' sc überflüssigen Körper, welcher völlig wirkungslos sei. Das in den Verdauung^ weg eingeführte Salz erscheint erst nach mehreren Stunden im Harne, die g rÖ1 Der Schweiss obwohl als Menge wird aber mit den Faeces unverändert abgeschieden hält selbst nicht Spuren davon. Chemie und Analyse. Das Kaliumferrocyanid wird von Bong und mit Recht als chlorometrisches Reagens empfohlen, welches besser sei Arsenigsäure. Durch Chlor wird es in Kaliumferricyanid verwandelt. ^ ,e „!, mallösung enthält im Liter 37,765 g des Salzes und entspricht 1 Liter Cnio • 10 CC. dieser Lösung werden mit Wasser verdünnt, mit Salzsäure sauer g emat \ ; g mit einigen Tropfen Indigo tingirt, dann mit der Chlorlösung versetzt, bis ^ blaue Farbe verschwindet und in die braune des Ferridcyankalium Hbcrgegan^ ist. Umgekehrt lässt sich die Bestimmung des Kaliumferrocyanids ans*•}" unter Anwendung einer titrirten Chlorlösung. Zur Bestimmung der Alkal'W'^ einer Chlorkali- oder Chlornatronlösung setzt man letzterer einen TJebersc l ^ der Normal-Kaliumferrocyanidlösung und eine bekannte Menge Säure hin*« t titrirt den Säure-Ueberschuss, indem man die Flüssigkeit durch Zusatz von eii Spur Ferrichlorid blaufärbt. Das Blau geht in Braun über, sobald die Sättig erreicht ist. ., un d Wenn man nach Skuatjp die Blutlaugensaklösung mit Chlor tibersättig ;i dann die rothe Flüssigkeit erhitzt, so erfolgt ein grüner Niederschlag. Dieser vo g Kalium ferro-cyanatum. 615 geruht in der Bildung eines Doppelcyanids 2KCy,Fe 2 Cy 4 , welches als Kalium- hyperferricyanid zu unterscheiden wäre. Gkimaud's Mischung ist ein Gemisch aus gleichen Theilen Eisenvitriol nnd Blutlaugensalz, welches dem Arsenik zugesetzt wird, demselben eine *arbe zu geben. Härte- und Schweisspulver finden eine nähere Beschreibung im Masch.-Constr. 1 880, Ind. Bl. 1880, 321. 1. Härtepulver. Je 60 Th. Kaliumdicarbonat, Kaliumnitrat, gepulvertes gebranntes Hörn (Rinderklauen), je 2 Th. Acaciengummi und A1 oe und 1 Th. Kochsalz. Das Gemisch wird auf rothglühenden Stahl, auf We 'ssglühendes Schmiedeeisen gestreut und gut eingebrannt, dann das Eisen abgekühlt. 2. Schweisspulver für Schmiedeeisen im rothglühenden Zustande begeht aus 6 Th. Borax, 3 Th. Salmiak und 3 Th. Wasser bis zum Erstarren eiu gekocht, dann ausgetrocknet, gepulvert und mit 2 Th. rostfreien Feilspänen au 8 Schmiedeeisen gemischt. 3. Schweisspulver für Stahl auf Schmiedeeisen. 12 Th. Borax, Th. Salmiak, 2 Th. Blutlaugensalz (blausaures Kali) und 1 Th. Harz Verden mit etwas Wasser übergössen eingekocht, getrocknet und gepulvert und ""t 2 Th. schmiedeeisernen Feilspänen. gemischt. Es wird auf das rothglühende ■kisen gestreut. 4. Schweisspulver für Schmiedeeisen. 1 Th. Salmiak, 2 Th. "°rax, 2 Th. Blutlaugensalz (blausaures Kali) und 4 Th. schmiedeeiserne Feilspäne zu einem Pulver gemischt. Das rothweissglühende Eisen Vlr d damit bestreut. 5. Schweisspulver für Stahl. 300 Th. Borax, 200 Th. Blutläusen salz (blausaures Kali) und 1 Th. Berlin er blau werden gepulvert, mit asser eingekocht, in der Hitze ausgetrocknet, dann gepulvert und mit 100 "• schmiedeeisernen Feilspänen gemischt. Es kommt auf dem weissglühenden otahle zur Anwendung. p. Härtungs - Rost - Schutz, für Eisen, eisenrostwidriges Pulver. Die Oxydation des (| sens beim Härten zurückzuhalten dient eine Lösung von Tischlerleim, welche gleiche Theile feingepulverte Holzkohle und Bluttaugemsalz enthält. Damit wird as Eisen mehrmals überzogen und jedesmal getrocknet, so dass es mit einem •eken Ueberzuge versehen ist. Schweisspulver für Eisen und Gussstahl. Ein Schweissmittel ist die Bordüre, und das den Kohlenstoff im Stahle restituirende Mittel ist Blutlaugensalz, ach dem Bayr. Ind. u. Gew. Bl. enthält eine passende Schweisspulvermischun,s 1 T h- Borax, 17 Th. Salmiak, 52 Th. Blutlaugensalz und 5 Th. Kolophon. Borax n d Salmiak werden gepulvert und bis zum Schmelzen und so weit erhitzt, bis as sich hierbei entwickelnde Ammongas verflüchtigt ist, dann wird das Blut- * a,1 gensalz und Kolophon zugesetzt und unter Umrühren zu einem Brei gemacht. ,,'eses Geniisch wird in nur gelinder WiLnne trocken gemacht und gepulvert. J'on dem Pulver streut man auf das zu sehweissende hellrothglühende Eisen. ^ le Operationen mit dem Borax und Salmiak können auch umgangen und dafür gleiche Theile (ä 24 Th.) entwässerter Borax, geschmolzene Borsäure und Kochsalz genommen werden. Schweisspulver, Koiilkh's, für Schmiedearbeit besteht aus 8 Th. Borax, 1 Th. Salmiak und 1 Th. Blutlaugensalz. 616 Kalium ferro-cyanatum. — Kalium jodatum. Collodin nannte man ein aus Blutlaugensalz, Salpeter und Sägespänen bestehendes Schiesspulver. IL Kalium ferro-cyanatum rubrum wird nach Rud. Boettger leicht hergestellt, wenn man eine stark alkalisch gemachte Kaliumferrocyanidlösung nach Zusatz einer entsprechenden Menge Bleihyperoxyd einige Zeit im Sieden erhält, filtrirt, das Filtrat abdampft und zur Krystallisation bringt. Durch Umkrystallisiren erhält man ein reines Ferrisalz (polyt. Notizbl. 1880, Nr. 5). Kalium jodatum. Kalium jodatum. Ueber die Darstellung hat sich Schering tief eingehend ausgesprochen und giebt er in praktischer Hinsicht derjenigen aus Ferrofei'ri- Jodid mit Kaliumcarbonat den Vorzug. Pharm. Centralh. 1879, S. 88. Eigenschaften. Kaliumjodid des Handels ist meist schwach alkalisch. Völlig neutrales Salz zögert nicht, sehr bald gelb zu werden, welche Veränderung nicht zu verhüten ist. Das durch Erhitzen wieder weiss gemachte Salz ist durch diese Operation an Kaliumcarbonat etwas reicher geworden. Das Maass des Gehaltes an Kaliumcarbonat sollte 0,5 Proc. nicht übersteigen. 1 g Kaliumjodid tnusS auf Zusatz von 3 Tropfen Oxalsäurelösung (1:20) saure Reaction annehmen. Aufbewahrung. Das Gelbwerden des Kaliumjodids ist im Handb. II, S. 29*1 richtig aufgefasst. Wie Vidau fand, ist die nächste Veranlassung dazu der Cofl" tact mit atmosphärischer Luft und wird die Ausscheidung von Jod, resp. " ie Bildung von dem leicht zersetzlichen Ammoniumjodid an der Oberfläche der K a ' liumjodidkrystalle durch den Einfluss des Sonnen- und Tageslichtes, so wie durcj 1 einen Natriumjodidgehalt, welcher letztere selten fehlt, unterstützt. Ein schwa cl1 alkalisches Salz wird weniger leicht gelb. Die Restitution eines gelbgewordenen Salzes geschieht einfach durch Erhitz en auf 100—150° C, wodurch das freie Jod verflüchtigt wird. Mit jedem Erhitz pn nimmt die Alkalinität des Salzes zu. Eine geringe alkalische Beschaffenheit de 9 Kaliumjodids kann den therapeutischen Werth desselben nicht herabsetzen, ist s0 ' gar behufs der' Conservation nothwendig. Prüfung des Kaliumjodids. Wenn aus practischen Gründen eine Verunreinig 1111 ^ mit Kaliumbromid und Kaliumchlorid zugelassen werden muss, eine Verunreinig 1111 " mit Natriumjodid nicht ausgeschlossen werden kann nnd wenn man das höchs zulässige Maass der Verunreinigung auf 0,1 Proc. Kaliumbromid, 0,2 Proc. Kah u chlorid und 1,0 Proc. Natriumjodid festsetzt, so ist die im Handb. II, S. 294, v o geschriebene Menge von 0,53 g Silbernitrat auf 0,5 g ausgetrocknetes Kaliumj ot K schon mehr als ausreichend, diesen Verhältnissen sich anzuschliessen. Die gen a Menge Silbernitrat für 0,5 trocknen Kaliumjodids mit den angegebenen Meng el der Verunreinigungen wäre 0,52. Jene 0,53 g Silbernitrat erforderten drei B :ll, j delssorten Kaliumjodid, von welchen eine der SCHEElHö'schen Fabrik entnomn 16 war. Diese Menge schliesst sich also der Praxis an. Wenn nun die vom Nie» 61 ^ schlage abfiltrirte Flüssigkeit auf Zusatz von Silbernitrat noch einen Niederschlag oder eine sehr starke Trübung ergiebt, so wäre ein solches Kaliumjodid auch beanstanden. ._ Wenn es auf die quantitative Bestimmung der Bromido und Chloride ^ Kaliumjodid ankommt, so ist folgendes im Commentar zur Ph. Germ, erwähn Verfahren ein empfehlenswerthes. Hager sagt 1. c: - a . Eine andere Verunreinigung oder Verfälschung des Kaliumjodids bildet B- liumbromid. Der Nachweis geschieht in der Weise, dass man die Lösu => Kalium jodatum. 617 von 2,5 g getrocknetem Kaliumjodid in 25 CC. destill. Wasser mit einer frisch bereiteten Lösung von 5,0 g krystall. Kupfersulfat und 8,0 g kryst. Ferrosulfat w 50 CC. Wasser versetzt, eine Stunde an einem kalten Orte stehen lässt, filtert, das gefällte Cuprojodid (Cu 2 J) mit kaltem Wasser auswäscht, das Filtrat mit Salpetersäure stark sauer macht, mit Silbernitrat ausfällt und heftig umschüttelt. Einerseits trocknet man das Cuprojodid im Wasserbade völlig aus und wägt es. Sein Gewicht muss mindestens 2,2 g (genau genommen 2,3 g) betragen, und «as Kaliumjodid kann als rein angesehen werden. Andererseits lässt man den Silberniederschlag, welcher das Brom und Chlor des unreinen Kaliumjodids enthalt, absetzen und wäscht ihn (vor Licht geschützt) durch Decanthiren der Flüssigkeit und wiederholtes Aufgiessen von Wasser aus. Nun schüttelt man ihn zwei Minuten mit einem Gemisch aus 10 CC. officineller Ammoniumcarbonat- lösung und 6 CC. destill. Wasser bei circa 25° C. und filtrirt. Die ammonia- ^alische Lösung hat das Silberchlorid gelöst, das Silberbromid aber ungelöst gelassen. Letzteres wird ausgewaschen, getrocknet und gewogen. Sein Gewicht "j't 0,633 multiplicirt ergiebt die Menge des Kaliumbromids in 2,5 g Kaliumiodid. jj er chemische Vorgang der Fällung des Jods als Cuprojodid ergiebt sich a »s dem Schema: 2(CuO,S0 3 )+2(FeO,S0 3 ) + KJ=KO,S0 3 +Fe 2 0 3 ,3S0 3 + Cu2J. Die Prüfung des Kaliumjodids mittelst Weingeists ist in letzterer Zeit von f ranzösischen Chemikern als neu empfohlen worden, obgleich sie schon von Hage«, m seinem Commentar zur Ph. Germ. II, S. 251 und auch im Handbuch der ph. 1 r axis empfohlen und besprochen ist. Vortmann's Methode der Erkennung und Bestimmung des Chlors neben «rom und Jod lässt sich sehr wohl anwenden, wenn man z. B. 2 g des Kaliumjodids in 15 CC. verdünnter Essigsäure löst, die Lösung mit 8g Bleihyperoxyd ^ersetzt und an einem zugigen Orte kocht, bis Jod und Brom verdampft, die Bissigkeit also farblos geworden ist und weder nach Jod noch nach Brom riecht. m Filtrat ist nur das Chlorid vorhanden. Wird statt des Bleihyperoxyds Man- sanliyperoxyd genommen, so wird das Jod verflüchtigt und Bromid und Chlorid De »nden sich im Filtrat. Ein bleihaltiges Kaliumjodid hat meist eine gelbliche Farbe. Das Bleichlorat leibt im Ruckstande beim Behandeln mit Weingeist. Dieser Rückstand mit Weni.g Wasser gelöst und mit Kaliumchromat- oder Natriumsulfatlösung versetzt 'eiert eine gelbe oder weisse trübe Mischung. Anwendung. Beim innerlichen Gebrauch von Kaliumjodid und äusserlichen Gebrauch von Calomel, z. B. als Einstreupulver auf die Conjunctiva des Auges, er folgten heftige Entzündungen, in Folge der Bildung von Mercurijodid (Schlaefke). Die äusserliche Anwendung des Kaliumjodids in Form des Opodeldoks oder n gelatinirter weingeistiger Seifenlösung ist von einer Seite vorgeschlagen (Ceke- _°i.i). Hierbei ist es wesentlich, dass das Salz in Lösung verbleibt und nicht m Krystallchen ausscheidet, welche letzteren beim Einreiben die Haut wie scharfer °and ritzen würden. Das Verhältniss von 1:15 — 20 Weingeist ist daher hier te st zu halten. Beim innerlichen Gebrauch ist die Anwendung von Chloraten (Kali chloricum) und Ferrosalzen (z. B. Syrupus Ferri jodati, Ferrum lacticum) zu vermeiden, den n es findet eine Jodabscheidung statt, welche Intoxicationen veranlassen kann. Cooper giebt es bis zu 2,0 dreimal täglich gegen chronische constitutionelle Krankheiten (Syphilis, Rheumatismus etc.) und will nie Intoxicationserscheinungen beobachtet haben, welche letztere eher den kloinen Gaben folgen sollen. Gaben über l,o sollte man vermeiden, um so mehr als gerade aus der Anwendung kleiner Gaben immer gute Heilerfolge erlangt wurden. M. Sweeny glaubt durch 618 Kalium jodatum. Verbindung mit Ammoniumcarbonat (3 : 5 Kai. jod.) die Wirkung des Kaliumjodids um Vieles erhöhen zu können. Subcutan und entoparenchymatisch hat man Kaliumjodid in 20—25- proc. wässriger Lösung bei Periostitis syphilitica, osteocopischen Leiden, überhaupt bei syphilitischen localen Affectionen angewendet. Injectionsdosis: 0,1—0.2 —0,3. Zur Injection in hypertrophische Tonsillen wendet Jakubowitz eine 2-proc. Lösung an. » Zu Augenwässern dienen 1 / 2 — 1-proc. Lösungen. Augensalben werden aus 0,2—1,0 und 10,0 Fett gemischt. Hier ist aber das Kaliumjodid in seiner gleichen Menge Wasser zu lösen, ehe es mit dem Fette gemischt wird. Die Secretion des in die Verdauungswege eingeführten Kaliumjodids durch die Milchdrüsen der Kühe und Ziegen ergab als höchsten Gehalt im Liter Milch eine Jodmenge, welche 0,25 g Kaliumjodid entspricht. Den Kühen wurden täglich 10g des Salzes gegeben (Lebreton, Peligot). Das Kaliumjodid ist unstreitig ein heroisches Mittel, welches in kleinen Gaben und durch längeren Gebrauch immer gute Heilerfolge erreichen lässt. I n den Fällen, wo in Folge innerlichen Gebrauches auf der Haut hier und da ich eine Anschwellung und Entzündung einer Hautdrüse einfindet, ist der Gebrauch sofort abzubrechen und 5—10 Tage später wieder zu beginnen. Die Jodwirkung hört während dieser Zeit nicht auf, denn im Harn konnte immer noch 4 — 5 Tage nach dem Gebrauch Jod nachgewiesen werden (Hager). Tagesgaben von 0,5 bis 2,0 reichen für gewöhnlich aus (auch halb so grosse Gaben) bei ScrofulosiS; Kropf, Bleichsucht, Gelenkrheumatismus, Phthisis, den Hautleiden. Tagesgaben von 5,0—10,0 geben die Aerzte bei constitutioneller Syphilis, Blei- und Quecksilber-Vergiftungen, den seeundären und tertiären Formen der Syphilis (mit Exostose und Osteocopus). Bei seeundär syphilitischen Anschwellungen und Ulcer a ' tionen pflegt man das Mittel mit Quecksilberpräparaten zu combiniren. Ungnentnm Kalii jodati. Es ist die Frage aufgeworfen, ob in einer Mischung dieser Salbe mit Jod der Zusatz von Natriumhyposulfit zu machen sei od er nicht. Es gebietet die Ordnung, dass er gemacht wird, denn nach der V° r ' schrift der Ph. Germanica ist Natriumhyposulfit ein integrirender Bestandteil der Salbe. Krankcnheilcr Salz, künstlich dargestellt. 500 Th. entwässertes Natriumcar- bonat, 250 Th. trocknes Natriumchlorid, 3,0 Kaliumjodid und 0,5 KaliumbromK 1 werden zu einem Pulver vermischt. Damit bereitet kommen in den Handel: Krankenheilcr Quellsalzseife. Ein Stück von circa 100g enthält 3g des vorstehenden Salzes. Krankenheiler Quellsalzseife, verstärkte, enthält in 100g circ 5 g Krankenheiler Salz. Krankenheiler Jodsodaseife. Ein Stück (70g) enthält circa 2g Krankenheiler Salz, lg Kaliumjodid und 2g Aetznatron. Krankenheiler Jodsodaschwefelseife enthält in 70 g gegen 3g Krankenheiler Salz, lg Kaliumjodid, 5g praeeipitirten Schwefel und 3g A etz ' natron. Kai iura jo'lojodatum, Liquor Kalii jodo-jodati, Jodjodkalium, Kaliumbi. wird (Handb. I, 8. 201) dargestellt durch Auflösen von 2,56g Jod und 4,0g Kaliumjodid in soviel destill. Wasser, dass die Lösung 100,0g schwer is- Ist das Jod ein höchst trocknes und reines, so genügen 2,55g. Diese I^un» ist zugleich eine stathmetometrische Flüssigkeit zur Bestimmung des Bittermande - wassers, Kaliumcyanids, der Blausäure. Sie ist eine 2 / 10 - oder eine i/ 5 -Norma- Kalium jodatum. 619 Jodlösnng und kann für andere analytische Zwecke durch Verdünnung in y i0 -, 720-Normal-Jodlösung übergeführt werden. Für die Maasanalyse sind 100 g durch Zusatz von Wasser auf 100 CC. zu bringen. Man kann sie auch darstellen durch Auflösen von 2,8 Th. Jod und 4 Tb.. Kaliumiodid in 100 Th. destill. Wasser. Guyard betrachtet eine solche Jodlösung als Doppeljodid des Kalium, weil z. B. Bleinitrat oder Bleiacetat damit gefällt, ein fast schwarzer Niederschlag frei von jeder Spur freien Jods entsteht (PbJ^. Ist die Jodlösung minder jodhaltig, so erfolgt in der Bleisalzlösung zuerst jener dunkle Niederschlag und dann das gelbe Bleijodid. Guyard giebt ein Verhältnis» von 3 Jod auf 4 Kaliumjodid an, welches allerdings den Atomgewichten ziemlich genau entspricht, doch ist das Verhältniss von 5:7 das praktisch richtigere, weil das Kaliumjodid nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch etwas freies Alkali enthält. Würde man es vorher zerreiben und austrocknen, so genügen statt 7 Th. 6,5 Th. Kaliumjodid. (1) Bntyrum jodatum Trousseatj. Jodbutter. Troussbau's Leberthranersatz. * Butyri rccentis insulsi 500,0. Admisce agitando Kalii jodati 2,0 Kalii bromati 0,8 Salis culinaris 8,0 autca in pulverem subtilem redacta. (Hacc portio per dies decem pani illita consumatur.) ß. S. Gesundheitsbutter (als Ersatz des ^eberthrans). (2) Collodium jodatum. Jod-Collodium. * Jodoformii 1,0 „ Kalii jodati 2,0. ^ontrita leni calore solve in Spiritus Vini diluti 8,0, luani solutiouom commisce cum Collodü lentescentis 40,0 Olei Bergamottae guttis 5. "• S. Zertheilcudcs Collodium (auf An- Schwellungen, Kropf, erl'roriie Glieder etc.). Kaliumiodid macht, wie J. Mülles and, Collodium dünnflüssig, da- ; —«u im vorliegenden Falle ein dick- Kaliumjodid macht, wie J. Mülles V°reSlaU) fünf! (Inllrwli.im rlnrmUi ■ dürft e! ssiges Collodium am Platze sein. (3) Emplastrnm antorchiceleo - diapho- reticum (Hackee). 1V Emplastri Ammoniaci Emplastri foetidi Emplastri Plumbi compositi Emplastri Conii ana 5,0. ^ew calore optime commixtis adde Kalii jodati 1,0 m pulverem tenerrimum terendo redaetnm. Y S. x \.uf Leinwand ausgestrichen aufzulegen (auf das Scrotum bei Hodengeschwulst). (4) Globuli gelatinoso-jodati. Globuli vaginales cum Kalio jodato. r Gelatinae albae 10,0 Glycerinae 35,0. Calore balnei aquae digere, donec inter agitationem massa fluida limpidaque ef- feeta fuerit. Tum adde Kalii jodati 2,5 soluta in Aquae destillatae fervidae 5,0. Agita, ut sit mixtio perfecta, et statim ef- funde in modulos. Fiant globuli decem (10), qui oleo Olivao optimo obliti dis- pensentur. 8. Zum bewussten äusserlichen Gebrauche. (5) Linimentum praeservatoriuin SOUISEIRAN. Präservativ. R? Jodi 2,0 Kalii jodati 5,0. Solve in Aquae destillatae 100,0. Detur ad vitrunj epistomio vitreo munitum. S. Mittel gegen Stich giftiger Insecten, Schlangen, toller Hunde. (Diese Flüssigkeit vorräthig und zur Hand zu halten sollte sich besonders der Landmann verpflichtet halten, um sie auf die Bissstelle toller Hunde sofort anwenden zu können. In Flasche mit Glasstopfen ist die Flüssigkeit von ewiger Dauer.) (6) Liquor injeetorius ad tonsillas hypertrophioas Bumbold. Rr Kalii jodati 2,5 Jodi 0,12. Solve in Aquae destillatae 30,0. D. s. Zum bewussten Gebrauch. M«l 620 Kalium jodatum. (7) Liquor jodatus ad enema Delioux. Jod-Klystier. Vf Kalii jodati 1,0 (—2,0). Solve in Aquae destillatae 200,0 (—250,0). Tum adde Tincturae Jodi 10,0 (—20,0). D. S. Zum Klystier (bei Dysenterie). (8) Liquor jodatns desinfectorius Marchal de Calvi. Wunden-Desinfectionsflüssigkeit. ■fy Kalii jodati 2,0 Jodi 1,0. Solve in Aquae 1000,0. D. S. Zum Auswaschen der (putriden) Wunden. (9) Mixtura antirheumatica Stroiimayer. Vf Kalii jodati 3,0. Solve in Aquae Tiliae 150,0. Tum adde Tincturae Digitalis 1,0 Tincturae Opii 0,8 Syrupi Sacchari 20,0. D. S. Dreistündlich einen Esslöffel (bei acutem Gelenkrheumatismus). (10) Mixtura contra catarrhuiu acstivum. Heufiebermixtur. I. Mixtura Sendner. iy Chinidin! sulfurici Kalii jodati Kalii bromati ana 2,0. Solve in Infusi seminum Coffeae tostorum 150,0. Tum adde Acidi hydrochloric 1,0 Syrupi Sacchari 50,0. D. S. Dreistündlich einen Esslöffel und jedesmal Wasser nachzutrinken. IL Mixtura Weber. Vf Extracti Hyoscyami 0,75 Kalii jodati 4,0 Kali bicarbonici 8,0 Extracti Liquiritiae 15,0. Solve in Aquae Anisi 150,0. D. S. Alle 3—4 Stunden einen halben Esslöffel voll (bei Heuasthma, Heufieber, jenem mit Asthma verbundenen Katarrh zur Zeit der Grasblüthe und der Heuernte, mit welcher in England vorkommenden Krankheit die Vornehmen am meisten ausgesetzt sind, in Deutschland aber auch vorkommt und gewöhnlich mit heftigem Niesen ihren Anfang nimmt). (11) Pulveres antidiphtheriticl Oppolzer. i* Kalii jodati Calomelanos ana 0,06 Sacchari albi 0,3. M. f. pulvis. Dentur tales doses decem (10). D. S. Stündlich ein Pulver zu geben (bei Angina membranacea und Diphtheritia nach Anwendung des Emeticum). (12) Sacculus joduratus Breslau. r; Kalii jodati 10,0 Aminoni hydrochlorici 90,0. Pulverata sacculo linteo laxo includantur. (13) Sacculus resolutivus. I. Sachet resolutif Tanchou. ijc Spongiae marinae, minutissime conci- sae 10,0. Misce cum Kalii jodati 5,0 Ammoni hydrochlorici 40,0 Salis culinaris 10,0 antea in pulverem terendo redactis. Mi" scela sacculo e linteo molli confecto in' cludatur. Si opus fuerit, adde salibus vel Camphorao vel Opii vel radicis Valcrianae grosso modo pulveratae quantitates idoneas. D. S. Zum Auflegen (bei Anschwellungen der Brüste). II. Sachet resolutif Camboulives. Vf Spongiae minutissime concisae 20,0 Ammoni hydrochlorici 40,0 Kalii jodati pulverati 5,0. Mixta sacculo e linteo molli confecto m* clusa detur. S. Zum Auflegen (auf Geschwülste)- (14) Unguentum diaplioreticuni RieckE. Vf Kalii jodati Saponis medicati ana 5,0. Solve in Aquae Rosae 10,0. Tum terendo admisce Unguenti rosati :i0,0 leni calore liquata. Postremum adde Olei Cajaputi 1,5. D. S. Dreimal täglich einzureiben. «*5e ■ Kalium jodatum. — Kalium sulfo-cyanaturn, — Kamala. 621 Anti.fat-Mitfel sind Flüssigkeiten gegen Fettsucht, welche meist Kaliumjodid enthalten. Blood Mixture, Clark's, besteht aus 4,0 Kaliumiodid; 0,8 Chloroform; 15,0 Weingeist; 0,5 Aetzkalilauge; 225,0 Wasser und 5,0 Tinct. Sacchari tosti. tt Cattle Medicine, J. H. Cuff's (London), gegen Klauenseuche der Zweihufer und zum Heilen der Hufgeschwüre, besteht aus einer Flüssigkeit, einer Lösung von circa 30 g Aetzsublimat ki 70 g rauchender Salzsaure, und einem Pulver aus circa 25 g Kaliumjodid, 3 g Schwefelarsen, 3 g Arsenigsäuxe und 4 g Brechweinstein (Flüssigkeit o Mk., Pulver 4,60 Mk). Die Flüssigkeit wird zum Gebrauch mit Essig und Wasser stark vordünnt (Geissmir). Die Gewichtsverhältnisse wurden von anderer Seite bestimmt. Contratlnctur benennt man eine dem Chinesischen Haarliquor (ammoniaka- hscher Silberlösung) beigegebene Flüssigkeit zur Beseitigung der Silberflecke. Dieselbe ist eine Kaliumjodidlösung. Sirop du Dr. Vanier et B. Dupuy, Sirop antirhachitiqne de Vanibr enthält »ach Pharm. Wockbl. Jahrg. 14, Nr. 45, Kaliumjodid, Kxtr. nuc. Jugland., Syrup. ■mnac, Mel. dep., Syrup. Sacchari und etwas Anisöl. Giumault giebt folgende Vorschrift an: Oloi jecoris Kajae (vel Asolli) 125,0; Extr. fol. Juglandis 15,0; Mellis dep. '■»°j0; Ad. dest. 6,0; Kalii jodati 5,0; Syrupi Chinae 375,0; Syrupi Sacch. 1125,0; "lei Anisi 1,0. Mittel gegen Scrofeln. Sirop depuratoire de Laroze ist eine Lösung von circa 1 Th. Kaliumjodid in 100 g Pomeranzonschalensyrup. Kalium sulfo-cyanatum. Schwefelblausäure färbt Papier, Gewebe und andere organische Stoffe roth und man glaubte diese Reaction dem Eisen zuzuschreiben, welches diese Stoffe enthalten. P. Miguel hat den Gegenstand näher geprüft und gefunden, dass ' ese rothe Färbung auch eintritt, wenn jene Stoffe frei von Eisen sind, dass es eine Eigenschaft der Schwefelblausäure ist, viele organische Stoffe vorübergehend r °th zu färben. Schwefelblausäure wird in saurer Lösung durch Kaliumhypermanganat direct in Schwefelsäure und Blausäure umgesetzt (SCyH oder SCNH + 30 = + CyH). Ammoniumrhodanid empfiehlt Voehard (Ann. d. Ch. Bd. *90 S. 1) als maassanalytisches Reagens für Chlor, Brom, Jod, Cyan, Kupfer, ^'Jecksilber, Silber etc. und zieht es dem Kaliumrhodanid vor, weil dieses selten chloridfrei sei. Die Pharaosohlangen (Handb. II, S. 303), dieses äusserst gesundheitsschädliche, Quecksilberdämpfe ausschickende Spielzeug, wird nach einer in Run. Boettger's polyt. Notizbl. befindlichen Notiz durch folgende, nicht gesundheitsschädliche Dämpfe ausschickende Masse ersetzt. 2 Th. Kaliumdichromat- 1 Th. Kalisalpeter und 3 Th. Zucker werden getrocknet als Pulver getischt und mit Perubalsam zur Masse gemacht, liier kann auch der küusr, l'che billige Perubalsam, Ergänzungsband S. 139, verwendet werden. Kamala. Verfälschte Kamala ist nichts Auffallendes und scheinen die Sammler dieser Waare in der Färbung von Sand und anderem terrestrischem Staube eine besoiiflr».,. K„„„tfi>,.t;„-bn;t «-lauert .711 l.nhß.1 TW Werth der Haare sollte sich besondere Kunstfertigkeit erlangt zu haben. Der Werth aei vawe sonte sich »ach dem Aschengehalt richten und ein über 10 Proc. hinausgehender Aschengehalt die Waare verwerflich machen. In der Zeitschi• d. osterr Ap.-Ver. 1878, S - 525, wird eine Kamala besprochen, welche 79,5 Proc. Asche lieferte. Die 622 Kainala. — Kino. in den Gebrauch zu ziehende Waare ist in allen Fällen in der im Handb. II» S. 307 angegebenen Weise vom Sande und Staube zu befreien, wenn dies nicht schon vom Drogisten geschehen wäre. Unter einem etwas ähnlichen Namen hat man einen als Bandwurmmittel gebrauchten Samen kennen gelernt: Kossala, Tigre-Sangala, Kossala-Samen, sind nierenförmige, von der Seite zusammengedrückte, längsstreifige, auf den Streifungen getüpfelte, dunkelbraune, an der Rhaphe gelbliche, exalbuminose Samen (nach Arch. d. Ph. 1878 0,2 Meter lang und 0,1 Meter breit, nach dem Jahresbericht über d. Fortschr. d. Pharm, etc. 1878 0,2 mm lange und 0,1mm breite) wahrscheinlich 2 mm lang und 1mm breit, weil gesagt ist, dass man die Waare durch ein feinmaschige* Sieb schlagen könne. Die Mutterpflanze ist nicht gekannt. Dkagendoeff hat diese Samen untersucht und ausser 1,38 Proc. Bitterstoff und 1,83 Proc. Gerbsäure darin nichts gefunden, was nicht auch andere Same» enthalten. Bei einem grossen Hunde zu 5 g angewendet resultirte der Abgang von Bandwurmstücken (ob auch mit Kopf?). Bei kleinen Hunden ergaben sich toxische Wirkungen. Nach Sciiimpeb benutzen die Bewohner des Amchara- und Tigre-Landes diesen Samen als Bandwurmmittel. Jedenfalls sind unsere Kürbis- samen ein besseres, weil nicht narkotisch wirkendes Mittel. Auffallend ist der Namen des Mittels, welcher eine Combination von Kosso mit Kamala zu sein scheint. Kino. Das Indische oder beste Kino liefert kaum ein halbes Procent Asche von röthlicher Farbe, durch Eisenoxyd bewirkt. Eine grössere Menge Asche macht die Waare verwerflich. Es muss sowohl in Wasser wie in Weingeist gänzlich löslich sein, und die wässrige Lösung darf durch Zusatz von Weingeist nicht g 6 ' trübt werden. Etwa Unlösliches darf 2,5 Proc. nicht übersteigen. Mauritius- Kino ist im Wasser und Weingeist wenig vollständig löslich und Botany-Bay Kino ist in Wasser zwar löslich, die wässrige Lösung wird aber durch Weingeist stark getrübt. Jamaica-Kino ist in Wasser und Weingeist nur zum Theil löslich, und die wässrige filtrirte Lösung wird durch Weingeist getrübt- Es giebt bis zu 2 Proc. Asche aus. Ebenso verhält sich das Columbia-Kino» dessen Pulver mehr gelbroth ist. Die Verfälschungen mit Asphalt, Drachenblut, Bitumen, Pech bleiben beim Behandeln des in kleinen Stücken verwandelten Kinos mit Wasser intact. Catechu in wässriger Lösung wird durch Weingeist stark getrübt, B*' tanha-Extract verräth sich durch die Farbe seiner Lösung. Dem Malabarischen Kino entzog C. Etti mit Aether oder durch Koche" mit verdünnter Salzsäure Kinoin in farblosen prismatischen Krystallen von der Formel Cj iH 12 0 6 . Dieses gab mit Eisenlösung eine rothe Färbung und mit Salzsäure im geschlossenen Baume auf 120° erhitzt resultirten Chlormethyl, Brenz- catechin und Gallussäure und durch Destillation Phenol und Brenzcatechm- Kinoin löst sich wenig in Wasser, leicht in Weingeist, schwieriger in Aether. Sowohl die wässrige wie weingeistige Lösung zersetzt sich weder an der hat noch in der Wärme, auch nicht auf Zusatz einer Säure, werden aber die Kry- stalle noch feucht im Wasserbade bei Luftzutritt erwärmt, so färben sie sich rotli- Kinoin Hsst sich als Methyl-Brenzcatechinäther der Gallussäure annehmen, denn 0,.1[,,0 5 + C 6 H 6 0 2 Gallussäure lirenzcatechin CH 4 0 = C u II 1 ,O 0 +2If 2 O Methylalkohol Kinoin Wasser. iH^^I^^^H Kino. — Kosso. 623 Ausführliches darüber Bericht d. d. eh. Ges. 1879, ph. Centralh. 1879, S. 380, Jahresbericht von Dragendorff 1878 S. 190. Das Gelatiniren der Tinctur zu verhindern (Handb. II, S. 309, das hier empfohlene Bereitungsverfahren scheint das beste zu sein) hat Fox Glycerin vorgeschlagen, jedoch hat sich dieser Zusatz nicht immer bewährt, dagegen scheint Kennedy' s Verfahren, Zusatz von 1 Th. Campecheholz auf 6 Th. Kino den -'Weck besser erreichen zu lassen. Obgleich hier ein sehr unschuldiger Zusatz vorliegt, so dürfte er doch in Deutschland beanstandet -werden. Kosso. In den Kossoblüthen fand Pebeika ein flüchtiges Oel, Martin einen kry- stallisirenden Stoff, Kose'in, von adstringirendem Geschmack, Viale und La- i^Ni eine Säure, Hagensäure. Kosso soll bei längerer Aufbewahrung seine Wirkung völlig verlieren. Kossina, Kussin, Kosin (C 31 H 3S O 10 Flückiger). Das im Handbuche erwähnte Präparat (II, S. 311) ist das BEDALiAsche, ein nicht angenehm riechendes gelbliches Pulver, welches eine Modifikation des Kussins zu sein scheint. Von Merk wt ein reines Kussin in kleinen geruchlosen und gelben Krystallen in den Handel gebracht worden. Ersteres wird in den Preislisten alsKussinum amorphum, as Merk'scIiü als Kussin um crystallisatum, letzteres 4 mal höher im reise als ersteres, notirt. Ob nun auch letzteres das wirksamere sei, ist nicht mi t Sicherheit festgestellt. Uebrigens ist das eine wie das andere erfahrungsgemäss ein weniger sicheres Taenifugum als Kupferoxyd, denn wenn es auch die Band- w urmglieder abtreibt, so sind die Bandwurmwirthe, welche Kusso und Russin gebrauchten, unter 100 Fällen 90-mal genöthigt, nach einem halben Jahre wieder a,™ 6 .^ ailt Iwurmkur vorzunehmen. Der Bandwurmkopf wird eben von diesem Mittel nur selten irritirt (Hager). Viele Aerzte halten Kosso weit wirksamer 8 das Kussin, welches nicht allein der taenifugale Bestandteil des Kosso ist, Zur Darstellung des reinen Kussins wird der mittelst heissen Weingeistes "^'gestellte Auszug aus 1000,0 Kosso bis auf 150 g abgedampft und acht Tage an einen kalten Ort gestellt, dann der Bodensatz gesammelt, mit circa der 20- sUi ÄIenge Wasser gemischt und wiederum zum Absetzen 8 Tage beiseite ge- eilt. Der gesammelte, mit Wasser gewaschene Bodensatz wird mit Magnesium- Karbonat und Calciumcarbonat gemischt, eingetrocknet und zu Pulver zerrieben, dieses Pulver wird mit Benzol bei 30—40° C. extrahirt, der beuzolige Auszug angetrocknet und der Rückstand durch Umkrystallisiren aus heissem Weingeist gereinigt. Das krystallisirte Kussin ist von schwefelgelber Farbe, geruch- und geschmack- , os ) schmilzt bei 142°, erstarrt erkaltend zu einer amorphen Masse, welche aber ^ heissem Weingeist gelöst beim Erkalten der Lösung in Krystallen ausscheidet. s ist in Wasser unbedeutend, wenig in Weingeist, leicht in Aether, Benzol und Uloroform löslich. Conc. Schwefelsäure löst es mit gelber, in Scharlachroth übergehender Farbe und entwickelt beim Erwärmen den Geruch nach Buttersäure. H- In (1) Emulsio Kusso Corbe. Florum Brayerae anthelminthicae pul- veratorum '25,0 Olei ßicini usque ad 100° Cels. cale- facti 40,0. Vas deturbatorium immissis et com- Pressis aftunde Aquae f'ervidae 50,0 vel. q. s. Liquorodclapsomassamoxpnme. Oolatuias mixtas (90,0g pondo) cum Vitello ovi unius . in emulsionem redige, tum admisce Aetheris guttaa 40. D s Des Morgens aut einmal zu nehmen (Nach 6—8 Stunden erfolgt beim 3. oder 4. Stuhlgange der Abgang des Bandwurmes.) 624 Kosso. — Kreosotuui. Nach Dr. A. Corbe, Arzt am See-Hospital zu Saint-Louis, ist obige Emulsion die geeignetste Form der Anwendung des Kusso. (2) Panis taenifugus Sendneb. Bandwurmconfect. ff Kosso pulverati 25,0 Tragacanthae pulverati 5,0 Panis albi triticei (Semmel) grosso modo pulverati 50,0 Sacchari albi 30,0 Bandwurminittel der Brüder des heiligen Franziseus zu St. Mount ist Kusso. (Wittstein, Analyt.) Bandwurmmittel, PioscuiEii'sches (jetzt KoHN'sches), soll ein Kusso-Extract zur Basis haben. Es besteht aus 23 Stück 0,4g schweren, mit einer Gelatinemasse überzogenen Pillen in einem blauen gläsernen Flacon. Pillenmasse 10,0g schwer. Prei» 8,90 Mark. Seminis Cacao praeparati_10,0 Corticis Aurantii pulverati 5,0 Glycerinae 30,0 _ Ammoni carbonici 3,0 Aquae tepidae q. s. M. Fiat massa depsiticia, quae in duas partes aequales divisa in formam lami- nae centimetri unius crassae redigatur, tum Saccharo conspersa loco calido (110° C.) per horam dimidiam seponatur. D. S. Joden Morgen ein Stück unter gleichzeitigem Genuss von Kaffeetrank zu essen. Kreosotum. Kreosot wird zuweilen als vegetabilisches Kreosot, die Carbolsäure als mineralisches Kreosot unterschieden Buchenholztheer - Kreosot unterscheidet sich von der Carbolsäure angeblich dadurch, dass es mit Salpetersäure behandelt hauptsächlich Oxalsäure ausgießt, während Carbolsäure hauptsächlich Pikrinsäure liefert. Die einfachste Prüfung gewährt die Löslichkeit der Carbolsäure in Glycerin, worin Kreosot fast unlöslich ist- Im Handbuch (Bd. II, S. 313) ist angegeben, dass die Carbolsäure in einem 3- fachen Volumen eines Gemisches aus 1 Th. Wasser und 3 Th. Glycerin löslich sei. Diese Probe bezieht sich auf die reine Carbolsäure, denn eine viel Kresyl" säure- (Cresol-)haltige würde, wie Allen fand, in dem verdünnten Glycerin wenig löslich sein. Die Probe ist daher dahin abzuändern, dass, da Kreosot in dem dreifachen Volumen reinem unverdünntem kaltem Glycerin unlöslich ist und unter Aufnahme von Glycerin sein Volumen um 50 Proc. vermehrt, Carbolsäure a" e und auch Kresylsäure in dem Glycerin löslich sind, man in Stelle des verdünnten also ein unverdünntes Glycerin verwendet. Wird nun das Kreosot von dem Glycerin gesondert (mit Fliesspapier nach dem Abgiessen auf- und weggenommeW und dann das Glycerin mit Benzol ausgeschüttelt, so löst dieses die dem Kreoso beigemischte Carbolsäure, welche beim Verdunsten des Benzols zurückbleibt. AJ> diese Weise lässt sich annähernd die dem Kreosot beigemischt gewesene Carbo - säure und Cresylsäure bestimmen, es müssen jedoch dem Gewichte des Rückstandes mindestens 10 Proc. abgezogen werden, welche Kreosot sind und von der Carbolsäure in das Glycerin hinübergenommen wurden. ., Um nun zu erkennen, ob das Kreosot Phenol enthält, schüttelt man es rm 80-proc. Glycerin, und das gesonderte Glycerin verdünnt man mit dem l0-fach en Volumen Wasser und versetzt mit einigen Tropfen Ferrichloridlösung. wil ' d _ durch eine grüne Färbung erzeugt, so ist auch Carbolsäure oder Phenol gegenwärtig. . 9 In der Probe mit Ferriehloridflüssigkeit erfolgt die Ansammelung ein ; dunkelbraunen (nicht hellbraunen) Niederschlages. Als eine neue Reaction i hinzuzufügen, dass auf Zusatz von einigen Tropfen Stannochloridflüssigkeit (1 ' proc.) zu 15—20 CC. der gesättigten wässrigen Kreosotlösung ein weisser, i Kreosotum. 625 tTeberschusse des Reagens löslicher Niederschlag entstehen muss. (Ist der Niederschlag nicht loslich, so entstammt er auch nicht dem Guajacol.) Das Englische Kreosot ist gewöhnlich ein Fichtenholztheerkr eosot Und enthält nur Spuren Guajacol, welches die Basis des Buchenholztheerkreosots, des officinellen Deutschen Kreosots, ist. Das Englische Kreosot enthält Carbolsäure und Kresol in reichlicher Menge, hat auch wohl einen Geruch, der gleichzeitig an Terpenthinöl erinnert. Es darf nicht in Deutschland als Arzneistoff in Stelle des Buchenholztheerkreosots verwendet werden. Das Englische Kreosot ist in Glycerin wie das Deutsche fast nicht löslich, es löst aber nicht wie dieses Glycerin auf und vermehrt daher mit Glycerin geschüttelt sein Volumen nicht. Die wässrigo Lösung mit Ferrichloridlösung versetzt liefert keinen dunkelbraunen, sondern hellbraunen Niederschlag und die Wässrige Lösung mit lOproc. Stanochloridlösung versetzt liefert einen im Ueber- Scliusse des Reagens unlöslichen Niederschlag (Grätzel). Die Erkennung dieser ^flglischen Waare ist also keine so schwierige. Mit Englischem Kreosot (MousON'schen Kreosot), echtem Buchenholztheer- kr eoaot oder Deutschem Kreosot und Carbolsäure hat Grätzel (Arch. d. Pharm. *°77, erste Hälfte S. 130 u. f.) vergleichende Prüfungen angestellt. Aus dein Berichte darüber ist zu entnehmen, dass bei der Reaction mit Ferrichlorid Weingeist ausgeschlossen bleiben muss; dass Kreosot mit Glycerin geschüttelt von 'esern etwas löst, beim Erwärmen aber das Gelöste wieder abgiebt, dass Proc. Carbolsäure dem Kreosot beigemischt dieses dadurch in Glycerin löslich achen, dass die Oxydationsproducte mittelst Salpetersäure neben Oxalsäure auch ürokörper enthalten können, dass Kreosot mit Bromwasser einen orangegelbcn, wbolsäure damit einen weissen Niederschlag (Tribromphenol) ausgiebt, dass das orson'scIio Kreosot noch andere Oelo (Terpenthinöl) enthält und aus Fichten- 1 ztheer gewonnen ist, welches Kreosot also kein Guajacol enthält und desshalb 8 Arznei Substanz verworfen werden muss. Grätzel characterisirt das Buchenholztheer-Kreosot in folgender eise: Es bestellt vornehmlich aus Guajacol und nur wenig Kreosol. Es farblos oder weingelb, von ölähnlicher Consistenz und von 1,08 spec. Gew. «■wischen 200—226 ° C. destillirt es unverändert. Bei Monate langem Stehen darf |j 8 wohl dunklen- gelb, aber nicht roth werden. Seine Lösung in Aetzalkalilauge "Mf mit Wasser verdünnt kein Oel abscheiden. Es soll in 80 Th. kaltem Was- J? löslich sein und vom Glycerin 50 Proc. seines Vol. aufnehmen. Eine Vergebung mit Karbolsäure kann annähernd durch fractionirte Destillation, oder esser dadurch nachgewiesen werden, dass man mittelst gesättigter weingeistiger etzkalilaugo eine Kaliverbindung beistellt und diese aus Aether umkrystallisirt, obei Carbolsäure in der Mutterlange verbleibt, aus welcher sie durch eine Säure ab gescl,ieden werden kann. Anwendung. Kreosot ist in neuerer Zeit (von Bouchard und Gimpebt) 8 ein vorzügliches Mittel bei I'litliisis, überhaupt gegen viele Bronchialleiden »pfohlen und auch von einigen Seilen als solches erkannt worden. Es mindert besonders die Secretionen der Schleimhäute und lässt auch eine tonisirende Wirung erkennen. Das Athmungsgeräusch nimmt einen besseren Ton an und ^ Cü eint eine Vornarbung der eiternden Stellen in den Lungen vor sich zu gehen, aoc h sind bei wirklicher Phthisis diese Erfolge nur von der Dauer, während welker das Mittel gebraucht wird. Daher ist ein Monate und Jahre hindurch gerader Gebrauch mit nur seltenem, höchstens ein bis zwei Wochen dauerndem ^•htgebrauch abwechselnd nothwendig. Die Tagesgabe ist zu 0,1—0,2 — 0,3, selbst — o,4 versucht, aber stets mit der kleineren Gabe der Anfang gemacht worden. Als Vehikel wurden Malagawein oder Leberthran empfohlen. Zur L&gei, Pharm. Praxis. Suppl. 40 626 Kreosotuui. Beseitigung schmerzhafter Flatulenz ist Kreosot ein herrliches Mittel und erwiesen sich hier Tagesgaben von 0,15 — 0,2 in Pillen mit Wachs (vergl. Recept ll) ausreichend wirksam. Mit Kreosot erzielte PiiCHOLiEB in typhösen Leiden sehr günstige Resultate mit Tagesgaben von 0,15 und jeden Tag zweimal per anum 0,12 — 0,25 in schleimigen Vehikeln. Wenn einig© Aerzte die schönen Heilerfolge nicht zu erzielen vermochten, so kann ja noch der Fall vorliegen, dass sie nicht das echte Deutsche oder Buchenholztheerkreosot anwendeten, denn die Erlangung der echten Waare ist in der That eine schwierige. Dazu kommt das Sicheindrängen der Englischen Waare. Sobald ein Arzt Kreosot innerlich anwenden muss, möge er mit dem Apotheker den Gegenstand besprechen, damit dieser die echte Waare beschafft. (1) Candelae fumales pertussieutium VlCHOT. Vichot's Keuchhusten-Räucherkerzchen. jy Kreosoti 8,0 Acidi carbolici 4,0 Naphthalinae 10,0 Kali nitrici 2,0 Picis carbonis mineralis 10,0 Herbae Aconiti pulveratae 0,75 Carbonis ligni pulverati 75,0 Mucilaginis Traganthae q. s. M. fiat massa, ex qua candelae ponderis 4,0 g formentur. Candelas loco vix te- pido siccatas in lagenis vitreis serva. D. S. Eine Candele reicht für einen Raum von 10qm aus. Täglich sind zwei, eine Stunde dauernde Bäucherungen vorzunehmen (gegen Keuchhusten). Diese Vorschrift ist eine neuere und weicht hauptsächlich durch den Kreosotzusatz und durch den geringeren Carbolsäure- zusatz von den Candelae piceo-naphtha- linatae, Handb. II, S. 494 ab. (2) Glycerina kreosotata dnlcis. Kreosot-Glycerin. fy Kreosoti 5,0 Spiritus Vini 20,0 Glycerinae 225,0. M. agitando. D. S. Täglich 3—5mal einen Thee- löffel voll (bei Schwindsucht, Tuberculosis etc.). (3) Glycerina kreosotata fusca. ^ Kreosoti 5,0 Spiritus Vini 20,0. Mixtis adde Extracti Absinthii 2,5 soluta in Glycerinae 475,0. D- S. Täglich 3—5 mal einen Theelöffel (bei Unterleibsschwindsucht, Diabetes mellitus etc.). (4) Liquor desinfectorius Vacheb. Vacher's Desinfectionswasser. ijc Kreosoti Acidi acetici ana 5,0 Alcoholis methylici 20,0 Aquao communis 300,0. M. D. S. suo nomine. (5) Liquor inhalatorius kreosotatus Mandl. Vf Kreosoti 0,5 Acidi acetici 5,0 Aquae destillatae 50,0. M. D. 8. 1—2 Theelöffel mit 3 Esslöffel Wasser gemischt zu erhitzen und den Dampf zu inhaliren (bei Bronchi« 9 sicca). (6) Mixtnra anticholerica Sacerdote. Vf Kreosoti 0,5 (—0,6) Aethoris 1,25 Syrupi Aurantii corticis 30,0. Mixtis adde Aquae Menthae piperitae Aquae Melissae ana 100,0. D. S. Halb- bis einsttindlich 1 » 9S ' löffel (bei Cholera). (7) Mixtnra kreosotata Maget. >y Kreosoti 5,0 Spiritus vini 40,0 Syrupi Chinae vinosi 460,0. M. D. S. Einige Male täglich Esslöffel voll (20g = 1 Esslöffel enthalte" 0,2g Kreosot, also eine etwas starke GaDe.; einen (8) Mixtnra kreosotata Murchison. IV Kreosoti Acidi acetici ana 0,5 Spiritus aetherei 20,0. Mixtis adde Syrupi Saccharl 20,0 Aquae destillatae 265,0. ,, « M. D. 8. 2-3-stündlich 2 Essloffel (»ei Typhus exanthematicus, Bronchitis atiy« a mica). Kreoaotum. — Lac. 62? (9) Oleum Jecoris Aselli kreosotatum. * Olei Jecoris Aselli 100,0 Olei Anisi guttas 5 Kreosoti (0,5—) 1,0. . M. D. S. Zwei- bis dreimal täglich einen halben Esslöffel (Kindern 1 Thee- wffel zu nehmen). In Frankreich bringt Bourgbaud Gelatine-Kapseln in den Handel, deren Inhalt aus Leberthran besteht, welcher 2,5 ij 1 ' 00 - Kreosot enthält, und von welchen Borgens und Abends je 5 — 6 Stück mit Wasser genommen werden. (10)Pii u i ae antodontalgicae kreosotatae. Kreosotzahnpillen. * Cerae flavae Kreosoti ana 2,0 Opii pulverati Naphthalinae - Olei Caryophyllorum ana 1,0. ■ L,e w calore fiat mixtio, tum massam refri- geratam in pilulas 100 redige. Singulae pilulae acu reeeptae in ceram liquatam celeriter immergendo cera obducantur. »• Eine Pille in den hohlen Zahn zu Pressen (gegen Schmerz hohler Zähne). (11) Pilulae kreosotatae. Kreosotpillen. f Cerae flavae 7,5. ^eni Calnm limia+i'a • calore liquatia adde M . Kreosoti veri 2,5. Ml *tis adde Balgami Tolutani ... ^adicis öentianae ana 2,5 atlt ea contrita. Addendo »piritus Vini absoluti Aetheris ana guttas 10 et contundendo fiat massa, ex qua pilulae eentum et quinquaginta (150) for- mentur. Lycopodio conspergantur. D. ad vitrum S. Morgens und Abends je 2—3 Pillen (bei schmerzhafter Flatulenz) oder täglich drei- bis viermal je 2—3 Pillen (zur Minderung der Schleimabsonderungen der Luftwege). (12) Vinum kreosotatum (Fraentzet,, CzARNECKI, BOUCHARD, GlMBERT). r? Kreosoti 10,0 (—13,5) Tincturae Gentianae 30,0 Spiritus vini 250,0 Vini Xerensis 710,0. M. D. S. Täglich 2 —3 mal 1 Esslöffel (mit einem Tassenkopf Wasser zu nehmen, bei Phthisis. Das Mittel mindert den Hustenreiz, das Fieber, den Auswurf und kann selbt. die hauptsächlichsten phthisischen Symptome zum Verschwinden bringen. Wenn das Mittel nachtheiligen Reiz auf Magen und Verdauungswege ausübt, so ist zeitweiliges Cessiren des Gebrauches oder Minderung der Dosis nothwendig. Bei 10,0 Kreosot enthält ein Esslöffel voll 0,15. Die von Fpaentzee angewendete Menge betrug stets 13,5 Kreosot, welche jedenfalls eine übermässig starke Dosis ausgiebt und daher auch in mehreren Fällen nicht vertragen wurde. Bei einem Gehalt von 10,0 wären anfangs besser täglich 2—3 mal ein halber Esslöffel ausreichend). (13) Vinum Kreosoti Fournier. ty Kreosoti 5,0 Spiritus Vini 100,0 Synipi Sacchari 350,0 Vini Malacensis 400,0. M. D. S. löffel voll. Täglich dreimal einen Ess* cho ? ) uc ' iei ' li >riirulirmittel des Richard Berger zu Dresden-Blasewitz. 4 Fläsch- jj , Pulver, Gemische ans Milchzucker und Kreosot. Zwei Flaschcninhalte sind röth- tat- S e .tärbt. Ferner Nussbltttterthee. Hirse Mittel erhält man nebenher, die Consul- ""on ist aber mit 30 Mark zu bezahlen. Lac. Ueber Milch verschiedener Thiere finden sich im The em. Gaz. 1880 Notizen. Daraus ist Folgendes entnommen X °0 Th. Milch Wasser Lactoproteln Milchzucker Fett Drugg. Circ. and Bestandteile in von Schaaf 79,90 8,56 6,42 2,83 Kamee] 86,94 3,67 5,78 2,90 Voelker Dragndorff Kuh 87,41 3,41 4,82 3,66 Pferd 90,31 1,95 6,28 1,05 Esel 89,02 3,56 5,05 1,85 Cameron Schwein 81,80 5,30 6,07 6,00 Ziege 86,91 3,69 4,45 4,09 Cameron. 40* 628 Lac. Der Salzgehalt beträgt 0,G—0,9 Proc. Ueber die Zusammensetzung der Milch-" arten findet man Ausführliches in König's: Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel (Berlin, Verlag von J. Springer 1880). Stevenson Macadam's Analysen der Milch verschiedener Thiere ergaben folgenden Gehalt: Gehalt in 100 Gewichtstheilen Kuhmilch Feste Bestandteile zusammen ohne Fett 12,77 9,89 2,88 Asche........0,71 n Fett 14,32 10,61 3,71 0,84 Ziegenmilch 13,43 9,12 4,31 0,73 Schafmilch 17,78 12,00 5,72 0,94 Schafmilch bei sehr gutem Futter 18,75 — 20,11 11,97 — 11,84 6,77- 8,27 0,85— 0,89 In der Stutenmilch fand J. Duval eine eigenthümliche Säure, gebunden an ein* sehr flüchtige Basis. Diese Säure, Equinsäure, krystallisirt in sohup- penförmigen Nadeln (?), hat einen stechenden Geruch und einen eigenthümlicben Geschmack. Ziegenmilch, condensirte, der Firma Gebr. Siömond zu Klausenburg, besteht in Procenten aus "20,98 Wasser; 15,72 Milchzucker; 26,71 Rohrzucker; 16,95 Fett; 17,20 Lactoprote'inen; 2,64 Asche. (Godeffroy, Analyt.) Rundschau 1880, S. 269, ph. Centralh. 1880, S. 135. Ziegenmilch ergab laut ca. 70 Analysen nach J. König: Wasser Casc'in Albumin Fett Milchzucker Salze 0,35 1,36 0,86. Minimum Proc. 82.25 2,41 0,79 2,47 3,00 Maximum „ 89,36 3,65 1,60 9,38 5,72 Mittel „ 86,91 2,87 1,19 4,09 4,45 ~3^69~" Kuhmilch ist in ihrem Gehalt an Fett von der Art der Fütterung aD * hängig. A. Commaille fand z. B. in der Milch bei: Wasser CaseTn Albumin Fett Milchzucker Salze Schlempefütterung Proc. 90,65 2,64 0,43 1,82 3,38 0,57 Heufüttcrung „ 87,60 2,83 0,31 3,03 3,71 0,61. Als Resultat von 300 Analysen macht J. König folgende Angaben über Gehalt der Kuhmilch: Case'fn Albumin 1,17 7,40 3,01 Die Asche der Kuhmilch besteht den Wasser Minimum Proc. 80,32 Maximum „ 91,50 Mittel „ 87,41 0,21 Fett 1,82 7,09 3,66 5,04 0,75 durchschnittlich 0,5 Eisenoxyd, Milchzucker Salze 3,20 0,50 5,67 0,87 4,82 0,70. in Proc. aus: 25 28 Phosphorsäure, Kali, 0,15 9 Natron, 20 Kalkerde, 3 Magnesia, Schwefelsäure, 13 Chlor. Frauenmilch hat nach König laut 190 Analysen folgende Zusammensetzung: Albumin Case'i'n 0,18 1,90 0,63 Zusammensetzung mit derjenigen ziemlich überein, nur der Kaligehalt ist etwas grösser (30—35 Proc.) Eisenoxydgehalt nur halb so gross (0,25). Wasser 83,69 90,90 87,09 Die Asche stimmt in ihrer Minimum Proc. Maximum „ Mittel 0,39 2,35 1,31 Fett 1,71 7,60 3,90 Milchzucker Salze 4,11 0,14 7,80 1,78 6,04 0,49. der Kuhmilch und der Lac. Milchsorten. Lactoprote'ine. 629 Milclisorten. Marktiniich verschiedener Art. Man unterscheidet e : ne reine Kuhmilch (Fettmilch). In Stelle derselben wird häutig eine halbabgerahmte Milch d. h. ein Gemisch von abgerahmter Abend- und nicht abgerahmter Morgenmilch auf den Markt gebracht. Dieser Modus hat bisher keine Beanstandung gefunden. Das spec. Gew. einer solchen Milch ist 1,032 —1,034 und der Fettgehalt geht nicht über 3 Proc. hinaus. Abgerahmte Milch, Magermilch. Diese hat ein spec. Gew : cht von 1,035—1,039 je nach dem Maasse der Abrahmung, und e'.nen Buttergehalt von 1)3—0,5 Proc. Centrifugen-Milch, Centrifugen-Magermilch, mittelst der Cen- Wfuge entrahmte Milch. Spec. Gew. 1,038-1,039, Fettgehalt 0,6 — 0,4 Proc. Milchrahm, Sahne enthält durchschnittlich 20 Proc. Fett. Der mittelst De Laval's Separators gesammelte Kuhmilchrahm enthält 27 — 28 Proc. Fett. Der Centrifugenrahm kann selbst 35 Proc. Fett enthalten. Der Rahm der Kuhmilch enthält in Proc. 50—70 Wasser, 3—7 Proteine, 10—40 Fettsubstanz, 2—3 Milchzucker, 0,5—1,0 Salze. Gewöhnlich beträgt d er Fettgehalt circa 30 Proc. Die zur Darstellung von Rahm eingeführten Centrifugen construirte zuerst Leiip eldt> Durch Centrifuge wird die Kuhmilch in circa 20 Proc. Rahm oder Fett milch und 80 Proc. Magermilch geschieden. Fleischmann fand diese Richtbeile zusammengesetzt: Wasser Casei'n Albumin Fett Milchzucker Salze Milch Proc. 87,69 2,73 0,68 3,64 4,69 0,71 Fettmilch „ 29,55 1,17 0,25 67,63 2,25 0,12 Magermilch „ 90,73 2,88 0,49 0,46 5,34 0,72. Das spec. Gewicht der Magermilch ist 1,037 — 1,039, der Fettgehalt gebt ber 0,6 Proc. nicht hinaus. LilctoproteTiic. Das Ca sein der Milch der verschiedenen Säuger ist in seiner e'ementaren Zusammensetzung sich gleich. Der Schwefelgehalt beträgt fast 1 ,, l0 N ist also geringer als im Eieralbumin. Lab und Säuren bringen es zum gerinnen. Molkenprote'in (Kirchner) oder Milcbpepton (IIammersten) bleibt in Lösung nach der Fällung des Caseins und Albumins durch Weingeist 1111(1 ist durch Gerbsäure fällbar. — Albuminose (BOUCHABDAT, Quevenne) ^'erLactoprotein (Millon, Commaille) soll theils pr&formirt in der Milch verbeten sein, theils bei der Abscheidung des Caseins und Albumins durch Lab °"er Säure entstehen und in den Molken verbleiben. Es wird durch Mercuri- j lltra t, Gerbsäure, Weingeist gefällt. Mit Albumin, Ziger, wird die Substanz genannt, welche nach der Fällung des Caseins durch Lab oder Säuren in den olken gelöst bleibt, aber weder die Eigenschafton des Caseins noch die des Albumins besitzt. Durch Kochung kann es nur dann abgeschieden werden, wenn •e Lösung mit einer Säure versetzt ist. Auch dieser Körper soll aus dem durch fb oder Säuren behandelten Cascin entstehen. Albumin, Hoppe-Seii.ee's, ist ?"» dem Serumalbumin des Blutes ähnlicher Körper und soll in der Milch nur Tw ehr Ringer Menge vertreten sein. Wie es scheint sind alle diese Proteine Abkö mm ii n g e des Caseins, stoben mit einander in directem Zusammenhange und Wden Modifikationen des Lactoproteins, des Stickstoffkörpers der Milch. Durch J °«i in weingeistiger Lösung werden die Proteine, welche durch Gerbsaure, Mer- C1 »'mitrat, Weingeist gefällt werden, abgeschieden und in der vom Niederschlage gesonderten, dann eingedampften Flüssigkeit findet sich bei der Kuhmilch 0,65— u > 8 Proc. vom Gewicht der Milch Jod-Albuminoid, welches durch Mercuri- chlorid gefällt wird, aber nicht durch die anderen Proteinreagentien. Es ist jeden- 630 Lac. Milchalkalo'ide. falls verändertes Albumin, welche Bezeichnung berechtigt, diese Modifikation Albuminoid zu nennen (Hager). Bezüglich der Constitution der Milch wurden die Resultate aus den Untersuchungen Damlewsky's und Radenhausen's bekannt. Da dieselben die bisher gemachten Erfahrungen bedeutend modificiren, ohne jedoch für die Praxis der Milchprüfung Erfolge in Aussicht zu stellen, so sei nur auf Gerbeb's Angaben in Schweiz. Zeitschr. f. Pharm. 1880 Nr. 22 und pharm. Centralh. 1880, S. 210 hingewiesen. Gasgehalt der Milch. Die frisch gemolkene Milch enthält Gase, nämlich Kohlensäure, Sauerstoff und Stickstoff. Ein Volumen Milch soll i / i — l ganzes Volumen Gas einschliessen. Die Kohlensäure ist am reichlichsten vertreten. Durch Schütteln mit Luft und Kohlensäure nimmt die Milch reichlich davon auf und hält sie dieselben länger denn einen Tag zurück. Die frisch gemolkene Milch ist aus diesem Grunde stets specifisch leichter als eine mehrere Stunden gestandene. Condensirte Kuh-Milch (Handb. II, S. 1345). Die Cham'er soll nach Angabe einer Auslassung in der Kölner Ztg. 1878 auf 100 Th. Proteinstoff 63 Th. Butterfett und 375 Th. Zucker, die Kempfen'er auf 100 Th. Proteinstoff 66 Th. Butterfett und 221 Th. Zucker enthalten. Da in der Frauenmilch ein Ver- hältniss von 100 : 62 :147 waltet, so sei es erklärlich, dass wegen des zu grossen Zuckergehaltes die condensirte Milch nicht den Nährwerth haben könne als die Frauenmilch, dass die condensirte Milch mehr die Fettbildung unterstützt, aber weniger kräftig als die Muttermilch oder als die frische Kuhmilch sei, dass die mit condensirter Milch ausschliesslich ernährten Kinder leichter den Kinderkrankheiten unterworfen seien und diese dann häufiger einen letalen Ausgang nehmen, sei nur zu wahr, aber auch erklärlich. Die künstliche Ernährung des Kindes im Säuglingsalter sei und bleibe verwerflich. Milch • Alkaloide. Wynter Blyth will zwei Alkaloide in der Milch aufgefunden haben (Pharm. Journ. and Transact. Mai 1879 S. 987), welche er nach Abscheidung des Casei'ns, der Spur Harnstoff und des Albumins durch Mercuri- nitrat fällte. Der Niederschlag durch Schwefelwasserstoff zersetzt lieferte das Galaktin durch Fällung mit Bleiacetat. Nach Fällung des Galaktins wurde das überschüssige Blei mit Schwefelwasserstoff beseitigt und das Filtrat nach Beseitigung des überschüssigen Schwefelwasserstoffs mit Mercurinitrat versetzt und dadurch das zweite Alkaloid, Laktochrom, so genannt wegen seiner hellorange" rothen Farbe, gefällt. Der Niederschlag entspricht der Formel HgO,C 6 H 18 N0 6 . Wie es scheint sind diese Alkaloide nur Albuminoide, von welchen ja einige auch mit Alkalo'idreagentien Niederschläge zu geben pflegen (Hacek). Ausserdem hat Blyth aus der Kuhmilch noch zwei Körper abgeschieden, deren Zusammensetzung den Formeln CHW und C^O 1 entsprachen und welche auf kaiische Cupri- sulfaltlösung reducirend wirken. Blyth meint, diese Körper seien aus dem Futter in die Milch übergegangen. Veränderung der Milch durch Koehung. Eine solche hat Schreineb nachgewiesen (Ber. d. Naturf. Vers, zu München 1877). Seil, fand, dass der eigenthümlicho Geruch der Milch durch Schwefelwasserstoff erzeugt wird, dass die Dämpfe der kochenden Milch Bleiessig haltendes Papier bräunen, der Schwefelwasserstoffgehalt durch Kochung beseitigt wird, dass ferner Milch vor dem Kochen 10—12 Proc. mehr 0,1—0,2-proc. Schwefelsäure bis zur Gerinnung erfordere als nach dem Kochen. Auch die nöthige Labmenge ist für die gekochte und nicht gekochte Milch verschieden. Säuremenge und Labmengo sind ►■—3 ^^■^■■^^■^MB^^H Lac. Farbige Milch. 631 abhängig von der Menge der Trockensubstanz der Milch etc. (pharm. Centralh. 1879, S. 34). Milch und Jod. Im Jahre 1878 berichteten die Zeitschriften eine neue Entdeckung, welche Puchot gemacht haben sollte, nämlich, dass die mit Jod versetzte mit Stärkemehl verfälschte Milch keine Stärkereaction ergebe, dass diese erst nach Zusatz grösserer Mengen Jod eintrete. Hagek konnte nun nachweisen, dass er diesen Gegenstand, die Entfärbung der Jodlösung durch Milch, resp. durch die Prote'instoffe der Milch, bereits 1869 in der pharm. Centralh. Nr. 10 berührte, ferner die Jodstärkemehlreaction in der Milch in demselben Blatte 1873, Nr. 29, näher besprochen, diese Reaction auch speciell in seinen Untersuchungen, 1871, Bd. II, S. 423 aufgeführt habe. An letzterer Stelle ist gesagt: „Die Milch hat nämlich die Eigenthümlichkeit (durch die Lactoproteme) eine gewisse Menge freies Jod, welches ihr in Lösung zugesetzt wird, zu binden und zu entfärben. Nachdem die Milch mit Jod gesättigt ist, kommt erst ein weiterer Zusatz Jodlösung zur Fixirung auf die Stärkemehlstoffe resp. Färbung derselben." Mittelst reichlichen Zusatzes Jodlösung zur Milch 12 —13 CC. einer Yioo" Jodlösung zu 10 CC. Kuhmilch wird das Stärkemehl, welches der Milch etwa a l g Schleim zugesetzt ist, bleibend blau gefärbt. Es kann die Jodlösung auch zn r Bestimmung der Lactoproteme benutzt werden. Wein geistige Gährung der Milch erkannte Reichardt (Jena), selbst nach ©^getretener Säuerung, wenn die Milchkammer zu warm war und in irgend einer Weise Weingeisthefekörperchen in die Milch gelangten. Nur durch Ausbrennen m ittelst Flackerfeuers soll die Kammer von jenen Hefekörperchen befreit werden können. Die Umwandlung des Eiweisses in Fett beim Reifen des Roquefort- Käse ist eine unbegründete Annahme. Ph. Centralh. 1880, S. 151. Farbige Milch. Eine röthliche Milch kann Blut enthalten. Sie soll auch nac h dem Genuss von Galium verum, Rubia tinetorum, Equisetum- Arten, Larex-ArUm, jungen Sprossen der Laubhölzer, eine gelbliche bei Fütterung m 't gelben Moorrüben, eine blaue nach dem Genuss von Anchusa officiiialis Un d tinetoria, Butomus umbellatus, Melampyrum arvense und einiger Poly- ffonum-Arteia, Rhinanlhus- Arten entstehen. Pilze auf und in der Milch. Es werden angegeben: a) auf der Milch: Mucor racemosus Fres., ästiger Kopfschimmel, Dictyostelium mucroides Bkef., ^uhum lactis Fbes., Milch-Eisschimmel, gemein auf saurer Milch, Penicillium glaucuni Link wird in Form von zerriebenem schimmligem Brot dem Roquefort- Käse zugesetzt; b) in der Milch: Bacterium Termo Diu., B. lacticum Cohn bewirkt das Sauerwerden der Milch, Bacillus subtilis bewirkt das Ranzigwerden der Butter, Vibrio synxanfhus Ehrii., Bacterium der gelben Milch, Micrococcus P r odigiosus, Bacterium der rothen Milch, Vibrio syneyanus, Bacterium der blauen Milch, Bacillus anthracis, Milzbrandbacterium (Industriebl. 1879). Blaue Milch. Die Erfahrung, dass die Milch beim Stehen an dem Niveau blaufleckig wird, sie auch wohl ganz blau werden kann, hat die Gelehrten wiederholt beschäftigt. Hermstädt, welcher von den Bacterien, der Zeit entsprechend, nichts wusste, glaubte die Ursache in Futterkräutern suchen zu müssen. Fuchs und Ehrenberg erkannten Vibrionen als Ursache und nannten diese Vibriones cyanogeni. A. Hansen hat die Impfversuche der vorerwähnten Forscher weiter verfolgt und erkannt, dass diese Vibrionen auch auf andere Substraten (Kartoffeln, Zuckerlösungen etc.) gedeihen und sich vermehren. Die Milch bildet nur vor dem Gerinnen ein Nährsubstrat, die geronnene ist dies nicht mehr. Licht und Temperatur sind ohne merklichen Einfluss. Sauerstoffzutritt ist erforderlich für die Ent- 632 Lac. Giftige Milch. Milch als Contagium-Träger. wickelung dieser Pigmentbacterien. Diese wird gestört, wenn man die Milch mit einer Oelschicht bedeckt. Diese Bacterien lassen unter dem Mikroskop Bewegung wahrnehmen. Sie haben Stäbchenform und vermehren sich durch Theilung unter Production des blauen Farbstoffes. In anderer Nährflüssigkeit (Altheeaufguss mit Cohn's Nährlösung) geht die Vermehrung unter Sporenbildung vor sich. Diese Bacterien scheinen mit dem Wechsel des Substrats bedeutende morphologische Wandelungen zu erfahren. (Beitr. Biolog. Pflanz. III, 2, 1880, Pharm. Centralh. 1881, S. 20, 21.) Gelbe Milch ist verdächtig, mit Colostrum-Mi Ich (Milch dicht vor, bei oder bald nach der Geburt des Kalbes gemolken) vermischt zu sein. Diese Milch ist ekelhaft. Sie enthält auffallend, fast mehr als doppelt soviel Proteinstoff als die gewöhnliche Milch. Salicylsäure und Salicylate innerlich genommen gehen in die Milch der säugenden Frauen über (T. Pauli). Hiernach ist auch zu erwarten, dass diese Säure bei den Kühen in die Milch übergeht. Aloe, Gentiana und andere Bitterstoffe gehen bei den Kühen in die Milch zu einem geringen Theile über. Die Milch der Kühe, welchen man diese Arzneistoffe durch zwei und mehrere Tage hindurch giebt, wird einen bittterlichon Geschmack erkennen lassen. Von Jod, Kaliumjodid, Morcurialien ist ähnliches zu berichten. Giftige Milch. Milch kann Gift enthalten. Die Wiederkäuer sind mit der Eigenschaft ausgestattet, mehrere der giftigen oder narkotischen Pflanzen fressen zu können, ohne dass sie durch die Wirkung derselben belästigt werden. Die Erfahrung hat nun ergeben, dass die giftigen oder narkotischen Stoffe bei den säugenden Thieren in die Milch übergehen, welche Milch dann von Menschen genossen giftige Eigenschaften wahrnehmen lässt. In einem Orte Italiens grassirte plötzlich Cholerine und Prof. Ratti wies in der Milch der Ziegen Colchicin nach. Milch als Contagium'Triiger. Dass die Milch Contagien, Infectionsstoffe aufnehmen und conserviren kann, ist schon einige Male mit aller Sicherheit consta- tirt. Die Typhusepidemie zu Huncoat bei Burnley (Lancashirc) (Med. chir. Cen- tralb. 1879) entstand durch Genuss einer Milch aus einer Bauernwirthschaft, in welcher drei Kinder am Typhus danieder lagen. Jedenfalls hatte man die Milch" gefässe in dem Räume stehen, wo die Patienten lagen, auch das Reinigen der Gefässe mag mit den Tüchern geschehen sein, welche bei den Patienten z u ' gleich gebraucht wurden, ebensowenig mögen die Hände, welche die Kranken pflegten, gewaschen worden sein, wenn sie zum Molken in Thätigkeit kamen etc. Seit Hekanntwerden dieses einen Falles liefen von anderen Seiten Berichte übe* ähnliche Fälle ein. Im August 1878 bricht eine Typhusepidemie in Croydon aus und kamen, wie Dr. Philpot berichtet, 37 Krankheitsfälle in 48 Häusern vor. Um die gleiche Zeit trat dieselbe Epidemie in Portsmouth auf. Die Milch» welche nach Croydon und Portsmouth kam, entstammte einer Farm, wo ein Kind am Typhus erkrankt war und der Brunnen nur wenige Schritte von der Abtrittsgrube entfernt lag. Die Milch wurde durch verschiedene Händler verthcilt. 2° Familien bezogen sie direct und in diesen Familien kamen allein 8 Typhusfalle vor. In den Kasernen zu Eastney brach nach dem Genüsse der Milch* ans derselben Quelle ebenfalls Typhus aus. Von 153 Fällen konnten 97 auf ein und dieselbe Infectionsquelle zurückgeführt werden (The Brit. med. Journ. 1879 Nr. 981)- Diese Angaben mögen genügen, auf die Notwendigkeit hinzuweisen, nur gekochte Milch zu geniessen. Die Diphtheritiskeime mögen häufig durch die Milch weiter getragen werden- Ein Ziegeleibesitzer wohnt vom Orte Z. eine Viertelstunde entfernt und seine ^^^^^^^^^^^^^^^^^_„ Milch kranker Kühe. ■_____ «leinen Kinder waren mit anderen Kindern nicht zusammengekommen. Die Ver- rauthung einer directen Ansteckung lag nicht vor. Die Milch wurde von einem Bauer in Z. entnommen, dem 2 Kinder an Diphtheritis gestorben waren. Die Kinder dos Ziegeleibesitzers erkrankten nun an Diphtheritis und starben. Die ~ ! ' cn _ aus Wirtschaften, wo ansteckende Krankheiten herrschen, ist immer verdächtig, Contagiumträger zu sein. Die Kinder einer Deutschen herzoglichen tamilie erkrankten an Diphtheritis, ohne mit Personen in Berührung gewesen zu jfcm, welche an dieser Krankheit litten. Sollte vielleicht auch hier die unschul- dl ge Milch der Ueberträger gewesen sein? Im The Brit. med. Journ. 1879, Nr. 941 (Aerztl. Intellig.-Bl. 1879, Nr 7) ™den wir in Betreff der Milch als Contagiumträger werthvolle Angaben, welche J? M ed. Neuigkeiten 1879, S. 86 im Auszuge mitgotheilt sind, entnommen aus w - II. Poweb's Berichten über den Zusammenhang der in Nord-London aufgetretenen Diphtherie-Epidemie mit der Milch. Die aus einem Orte kommende M 'Ich soll die Epidemie verursacht haben. Verf. zieht eine Euter-Krankheit der 'Üihe fgargetj als Contagiumerzeuger heran. Die gemachten Erfahrungen mögen dazu beigetragen haben, dass in England in Betreff der Einrichtung von Molke- *?Wn, Ställen für Milchkühe und Verkaufsstellen für Milch besondere sanitäre Verordnungen erlassen wurden. Kbiegeb hat in seiner vortrefflichen Schrift: „über die Disposition zu Kat arrn> Krup und Diphtherie der Luftwege" (1880, Verlag von J. ^Rübnee in Strassburg i. E.) die Resultate aus seinen mühsamen Forschungen ÜC1 ' Welt mitgotheilt, dennoch hat er der Milch als Contagiumträger keine Beachtung zugewendet. In grossen Städten kommen Fälle vor, wo mehrere Kinder einer Familie zugleich an Diphtheritis erkranken, obgleich eine directe Ansteckung nicht vorliegt. Man sollte in diesen Fällen die Kundschaft der betreffenden Milch- yirthsclmft näher treten und man dürfte zu anderen Erfahrungen gelangen. Auch darauf Rücksicht zu nehmen, ob in einer Familie die Milch nur gekocht oder 0,1 von den Kindern genossen wird. , Dazu kommt noch die Entdeckung Dammann's, welche lehrt, dass die Kälber *'° Menschen an Diphtheritis erkranken (Rovue f. Thierheilkunde, Zoitschr. a> osterr. Ap.-Ver. 1878, S. 229). Die Krankheits-Erscheinungen sind sogar von enen bei Menschen nicht verschieden. Die Milch der an Maul- und Klauenseuche leidenden Kühe zeigt im mikroskopischen Bilde bei 200facher Vergrösserung Schleimwolken, viele der Butter- *%elchen ermangeln glatter Contouren, und im schweren Falle lassen sich Eiter- körperchen wahrnehmen. (Vergl. Fig. 82.) Milch kranker, besonders pcrlsiiohtigcr Kühe muss als ein Gift betrachtet werden, ^er anhaltende Genuss dieser Milch ist für Menschen und Thiere (Schweine werben oft mit Kuhmilch gefüttert) Gefahr bringend. Im mildesten Falle erzeugt der yenuss der nicht gekochten Milch perlsUchtiger Kühe Leiden, welche die Aerzte * n das Rubrum der Scrophulosis verweisen, es kann aber auch bei schwächlichen Kindern Tuberculose hervorbringen, welche mit Schwindsucht ihr Ende erreicht. Von der Perlsucht oder Tuberculose (Franzosen) sind in Deutschland wohl 4 Proc - der Kühe befallen. Die Symptome sind sehr verschieden und entsprechend dem Ha iiptsitze der Krankheit in den Organen des Thieres. Symptome sind z. B. gesteigerter Begattungstrieb, Verkalben, häufiges Husten, der sich trocken anhört, Wechselnde Störungen der Fresslust, Mangel an Fresslust,_ ein eigenthumliches aussehen des Felles. Ein struppiges glanzloses Haar zeigt einen hohen Grad der Pei 'lsucht an. Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien. Im ersten Stadium, Wo dieses und jenes Organ nur wenig der tuberculösen Entartung verfallen ist, 634 Lac. Milch kranker Kühe. das Thier noch wohl erhalten aussieht und nur hin und wieder hustet, ist die Milch sicher nicht schädlich für den, der sie geniesst. Das Krankheitsgift geht dann in die Milch über, wenn die Krankheit die Organe ergriffen hat, welche dem Milchsecretionsorganen nahe liegen, damit communiciren, oder wenn die Krankheit selbst auf die Milchdrüsen übergegangen ist. Dieser Zustand verräth sich durch das eigenthümliche struppige Aussehen des Felles. Die Flächen der inneren Organe sind mit Hirsekorn grossen, nicht immer gleichfarbigen Wärzchen und Knötchen bedeckt und von denselben mehr oder weniger durchsetzt und durchwuchert. Die Milch perlsüchtiger Kühe in dem Stadium, wo sie das Krankheitsgift einschliesst, ist äusserst wenig von der Milch gesunder Kühe verschieden und nur der, welcher viel mit Milchuntersuchungen beschäftigt war, wird eine solche giftige Milch erkennen. Wenn von den folgenden Beschaffenheiten der Milch eine oder die andere zur Beobachtung gelangt, so ist die Milch verdächtig. D ie t oy c m »vo- «>) f-toC Fig. 82. Bilck enthaltend Eiter (e) und Schleim {3). 200 fache Vergr. Fig. 83. Milch mit Blutkörperchen (&)• / Fettkorperchen. 500 fache Vergr. Milch kranker so wie hochgradig perlsüchtiger Kühe nimmt beim mehrstündige" Stehen eine gewisse Zähigkeit an, welche man beim Giessen aus einem in u a andere Gefäss wahrnimmt, oder die Milch hat einen eigenthümlichen faden « Bchmack, oder sie zeigt zwischen 2 Objectgläsern bei 200—250facher Vergrö - serung betrachtet ein von kleinen Wolken durchzogenes Bild, oder sie ist reiche an Protevnstoffen und ärmer an Fett als die Milch gesunder Kühe; es ist de Fettgehalt kaum !/ 3 so gross als der Proteingehalt und der Proteingehalt verhält s : ch zum Milchzuckergehalt wie 2 oder 3:1. Enthält die Milch Schleim- und Eitorkörperchen, so ist sie auch als ei giftiges Nahrungsmittel anzusehen. . Da es nun schwer hält, die Milch perlsüchtiger Kühe zu erkennen, und d;is Perlsuchtgift durch Kochung vernichtet wird, so sollte man es als eine Not - wendigkeit hinstellen, die Kuhmilch nur im gekochten Zustande z^ geniessen, besonders den kleinen Kindern die Kuhmilch nur abgekocht z reichen. , Die Scrophelkrankheit mag meist ihre Ursache im Genuss der Milch P« 1 Lac. Kiisegift. Reactionen. 635 süchtiger Kühe haben. Kinder, welche mit Ziegenmilch aufgezogen sind, leiden höchst selten an Skropheln und die Tuberculose wird bei Ziegen auch nur höchst selten angetroffen. Wenn sich Arzt und Apotheker die Aufgabe stellen, das "ublikum zu belehren und auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass nur die gekochte Kuhmilch eine gesunde Nahrung ist, so dürfte auch der Zweck erreicht werden. Dass das diphtherische Contagium von den Kälbern auf die Milch der Kühe übergehen kann, wenn diphtherisch erkrankte Kälber mit Kühen in einem und demselben Stalle stehen, unterliegt wohl keinem Zweifel (vergl. unter: Milch als -*ntagiumträger). Es können auch die Mägde, welche die Kälber pflegen, das "'Plitheritischo Gift mit den Händen auf die Zitzen des Kuheuters beim Melken ""ertragen. Hier haben wir wieder einen Fall, welcher für die Nothwendigkeit JPNcht, nur gekochte Milch zu gemessen. Kranke Kälber, überhaupt kranke "Wchkühe müssen im gesonderten Stalle von Personen gepflegt werden, welche nic ht den Stall der gesunden Kühe betreten, die Milchgefässe nicht in die Hand "eJimen sollten etc. Einen Vortrag des Prof. Dr. Boixinger auf der Versammlung deutscher 1 Murforscher und Aerzte zu Baden-Baden über die künstliche Tuberculose, er- ® u gt durch den Genuss der Milch tuberculöser Kühe, vergl. Aerztl. Intelligenz- ßlatt, 1879, 25. Nov. und Med. Neuigk. 1879 Nr. 50. KüsegiTt. Im südwestlichen Deutschland, auch in England und Dänemark ' n d mehrere Vergiftungen durch Käse (Hauskäse) beobachtet worden. In der m gegend von Ileiligenstadt sollen sogar mehrere Kinder an dieser Vergiftung gestorben sein. Die Vergiftungssymptome bestanden gewöhnlich in Brechdurch- p u nd Dyspepsie. In keinem dieser Fälle wurde für die Erkennung des Giftes Perimentirt. Vor mehreren Jahren kam Hager in den Besitz eines alten *ses, der eine so enorme Schärfe besass, dass er kaum geniessbar war. Die roskopische Untersuchung ergab allerdings eine ziemliche Menge von Bacterien 'chen, aber leblosen Körperchen und Fäden, sowie eiförmige Gebilde, welche e j ei Von Insecten zu sein schienen. Durch Destillation mit Kalihydrat wurde Destillat gesammelt, welches neben Ammon einen Körper enthielt, welcher . ' gegen Roagontien dem Trimethylamin gleich verhielt, nur der Geruch war anderer. Physiologische Experimente vorzunehmen, um die Giftigkeit dieses ( j Se ? zu erkennen, war keine Gelegenheit vorhanden, denn Hunde, welche auch faul ^ e frassen > vertragen bekanntlich die Fäulnissgifte leicht, sind sogar auf __' es Fleisch sehr gierig. Ob nun in dem Trimethylamin das Käsegift zu suchen sp * e ' . ^ e s ' f ''' durch die Analyse von Käse, welcher giftige Wirkungen äus- rte > leicht constatiren lassen, p Kcactionoii auf Milch. Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, C a ,]° 8 P} 10 r säure erzeugen ein starkes Coagulum, — Essigsäure eben- w S em Coagulum, löslich im Ueberschuss, — Chlorwasser, Brom- Ka^ 6r erzeu £ en em Coagulum, ebenso — Bleiacetat, — Mercurichlorid, — }| .aikwasser in der Wärme, — Ferrosulfat und — Alaun in der Siede- Erws ~~ Gerbsäure, besonders in der Wärme. — Aetzalkali liefert beim ^warmen eine klare Lösung. — 2 bis 3 Vol. Weingeist bewirken ein Coagu- 1 »i 1 Vol. Milch. - - Schwefelkohlenstoff lässt sich mit Milch mischen (nicht als m it gewässerter Milch). M ilch mit Kalkwasser gemischt wurde in The Therapeutic Gaz. 1880 8 eine leicht verdauliche, dyspeptischc Zustände hebende Müchmodification em- ' °; l on, sowohl für Kinder wie für Greise. Auf 1 Liter Milch soll 0,1 Liter Kalk Wasser genügen. 636 Lac. Kindermehle. Kumys. Condensirte Milch und Rindermehle. Analysen dieser Nahrungsmittel aus verschiedenen Bezugsquellen finden sich notirt: Jahresber. über d. Fortschr. d. Pharmacognosie, Pharm, und Toxicolog. 1879, S. 224, 225, 226. Die Kinder melde schliessen sich wegen ihres Gehaltes an Milchstoffen der condensirten Milch an. Rindermehl. 1 kg gute Butter geschmolzen, 1 Liter Milchrahm, 1 kg zerstossener weisser Zucker, sowie der Inhalt von 30 Hühnereiern worden zu einem Schaum geschlagen und mit 0,5 kg Weizenstärke, 3 kg Weizenmehl, 15 g Kaliumchlorid und 15 g Kochsalz nebst der nöthigen Menge Milch zu einem Teige gemacht uud nach Zusatz von 30 g gepulvertem Ammoniuni- carbonat in eine Form gebracht und bei massiger Hitze gebacken. Der so g e " wonnene Kuchen wird in Scheiben geschnitten, getrocknet und in ein grobes Pulver verwandelt. Rinderinelll des Dr. F. Frerich. Dieses auf Grund eines Deutschen Reicl' s ' Patentes, Getreidemehl in lösliche Stärke, Dextrin und Traubenzucker zu verwandeln, fabricirte Mehl wird von der Firma Dr. F. Frerichs & Co. in Göttinge 11 in den Handel gebracht. Es ist ein röthlich-gelbes zartes Mehl, welches reien an Nährstoffen ist, einen angenehmen, süsslichen Geschmack hat, von den Kindern gern genossen wird und sich als ein leicht verdauliches Nahrungsmittel für B e ' convalescenten, besonders auch als Nährsubstanz in den Krankheitszuständen eign et > in welchen der Genuss fester Substanzen sorgsam vermieden werden muss, z. ■"' bei Abdominaltyphus. In letzterem Falle ist das Präparat mit heissem Wasser anzurühren. Die Untersuchung ergab in Procenten 16,8 Proteinsubstanz, 53,2 in kaltem Wasser lösliches und 21,5 in kaltem Wasser nicht lösliches Kohlehydrat, ferner Natriumchlorid und Phosphate. Die Proteinsubstanz scheint hauptsächlich der Kuhmilch zu entstammen. Das Etiquett der Weissblechbüchsen, worin aucn dieses Kindermehl in den Handel gebracht wird, giebt 16,01 Proc. Proteinstofte, 74 Proc. Kohlehydrate und 2 Proc. Asche als Bestandteile an. Diese Anga^ 6 stimmt also mit dem Resultate der von Hager ausgeführten Untersuchung überein- Nach einer von Skalweit (Lebensmittel-Untersuchungsamt zu Hannover) m 1 August 1878 ausgeführten Analyse ergab das FRERicn'sche Kindormehl ein« 11 Gehalt von Proteinstoffen 9,26, Fett 5,60, Kohlehydrate 77,40, Feuchtigkeit 5,30, Asche 2,44 Proc. Rindermehl von Grob & Anderegg enthielt in 2 Proben in Procenten- Wasser 9,28 und 9,66; Salze 1,19 und 0,98; Fett 6,07 und 4,88; losließ Kohlehydrate 13,02 und 29,44; Albuminate 17,20 und 14,35; Stärkemehl, Cel- lulose etc. 53,2 und 40,6. (Ambühl, Analyt.) Rindermclil, Nestle's, von Franz Coblenzer (Cöln), ist ein Pulver, im Gc ' schmack und in der Farbe dem NESTLE'schen Kindermehl ähnlich. Die Analyß ergab in Proc. 5,6 Feuchtigkeit, 80 respiratorische Nährstoffe, 3,3 Faserstoff, y > plastische Nährstoffe (Proteinstoffe), 1,6 mineralische Bestandteile. Wie die versuche ergaben, wird das CoBLENZER'sche Präparat von den Kindern gern genommen. (Hager, Analyt.) Kumys, künstlicher. Zur Darstellung desselben soll man (The Drugg's &«<• and Chem. Gaz. Maiheft 1880) 100 Th. condensirte Milch mit 1000 Th. Wasser, Vi Th. Citronensäure und 15 Th. Franzbranntwein mischen und mit Kohlens»« sättigen. Zur Darstellung von Kumys oder Milchwein finden sich im -f d. Ph. 1880, zweite Hälfte S. 229 und f., mehrere Anweisungen. Die im H, S. 318 u. 319 gegebenen Vorschriften geben übrigens gute Präparate. Handb- Lac. Labpriiparate. Ö37 tabessenz zur Käsebereitung. Zehn frische, mit kaltem Wasser abgespülte Kälbermagen werden mittelst Bleehlöffel3 durch Abschaben von der Schleimhautmasse (der inneren Haut) befreit, die zusammengeschabte Masse (A) beiseite gestellt und mit circa 30 g Kochsalz bestreut. Auf die Magen wird nun eine Mischung von 2 Lit. Wasser mit 1 Lit. (1,3 kg) reinem Glycerin aufgegossen, 1 00g Kochsalz aufgestreut und unter öfterem Agitiren und Drücken mit einer Wlzernen Keule 24 — 30 Stunden an einem Orte von circa 30° C. macerirt. Hierauf wird die Flüssigkeit abgegossen, auch der Rest derselben mittelst eines Blechlöffels von den Magen abschabend gesammelt. Dann werden die Magen mit 0,75 Lit. Wasser von 30° C. in der Weise abgespült, dass man einen Magen nach dem anderen mit diesem Wasser abschwäscht. Diese Flüssigkeiten Verden mit einander vermischt und mit einem Gemisch aus 0,5 Lit. Wasser, °>67 LH. 90proc. Weingeist und 0,5 Lit. Glycerin versetzt. Nun wird die Masse A in einem geräumigen Napfe mittelst einer hölzernen Keule nach und na ch mit der Flüssigkeit vermischt, so dass in dieser die Masse A gehörig fein z ertheilt ist. Unter wiederholtem öfterem heftigem Agitiren lässt man 3 Tage stehen und colirt alsdann unter einigem Druck. Durch Absetzenlassen und Hecanthation lässt sich diese conservirbare Labessenz klar machen. In der Zeit- schrift d. österr. Ap.-V. 1879 findet sich auch eine Vorschrift von Dr. W. Eug- Lr NG, welcher zur Klärung seiner Essenz Kaolin empfiehlt. , labflüssigkeit, Soxulet's , ist haltbar und dauernd und von einer Wirkung von Aoooo oder 1 Th. auf 10000 Th. Milch. Man nimmt getrocknete Kälber- J" a gen, wenigstens seit 3 Monaten aufbewahrte, von denen man den faltenlosen Theil weggeschnitten hat. Zur Extraction übergiesst man je 100g Kälber- ma gen mit 1 Lit, Wasser und versetzt mit 50g Kochsalz und 40g Bordüre, schüttelt öfter gut um und macerirt bei Zimmertemperatur und unter öfterem Umschiitteln 6 Tage hindurch. Nach dieser Zeit erhöht man den Koch- ^alzgehalt der Flüssigkeit durch Zugabe von weiteren 50g Kochsalz und filtrirt d «rch Durch grosse doppelte Faltenfilter aus Filtrirpapier. Die Filtration geht langsam, ein einen ganzen Bogen grosses Filter tropft in 2 Tagen 1 Liter ab. Mehr j 118 1,5 Liter lässt" sich durch ein Filter nicht filtriren. Von einem Liter verwende- ten Wassers sammelt man 800 CC. Filtrat, welches anfänglich eine Wirksamkeit !° n 1 :18000 zeigt. Rechnet man nach den Erfahrungen Soxulet's 30 Proc. Verlust an wirksamem Ferment bis zum Eintritte der Wirksamkeitsconstanz, so waren die 800 CC. Filtrat durch Zugiessen von 200 CC. mit Borsäure gesättig- ter 10-proc. 'Kochsalzlösung auf ein Liter zu ergänzen, um eine Labflüssigkeit zu erhalten, die nach zweimonatlicher Lagerung ziemlich genau eine Wirkung v ° n 1 zu 10000 zeigt. Ein Liter dieser Flüssigkeit kommt auf 75 — 85 Pfen- ^ge zu stehen. Will man Weingeist als Conservator benutzen, so sind 8—9 Vo1 - Proc. davon erforderlich (Milchzeitung 1877). f 0 ** La hpnlver soll in vielen Fällen die bei 25-30° C. getrocknete, mit Aether ent- iettete, unter Zusatz von Milchzucker gepulverte Schleimhaut des Labmagens halber sein. Die Pnlverlnc of Labextract, absolutes Milchverkiisungsmittel Grözinob*' 8 ^amv ■**<«) ist eine ähnliche Compositum. Soxhlet empfiehlt sc^ir den "» el ^ eichen Theil des Labmagens zu diesem Pulver zu verwenden. . Labpulver, Witte's, scheint ein dem Pepsin analoges Extract aus em abäsen zu sein. a Iaetic taein mtt el gegen Migraine, ym^JS^JSSSS ft*J , --, ..v>u;iib etwas Alun Mark). (Hagee, Analjt. 638 Lac. Conservirung. Verfälschung. Lactin von Gehrig und Grunzig (Berlin), sogenannte präparirte Muttermilch^ für Kinder. 100g Pulver für 0,5 Mark, enthaltend in Procenten 7,5 Feuchtigkeit, 2,1 Fett, 35,5 präparirtes Gerstenmehl, 48,2 Rohrzucker mit etwas Milchzucker, 6,2 Käseston und Eiweiss. Ein ähnliches Präparat würde man erhalten, wenn man 27 — 30 TB. Kuhmilch eindampft und mit 50 Th. Zucker und mit 40 Th. Gerstenmehl vermischt, austrocknet und pulvert. (Hager, Analyt.) Lactin, J. Kunz's (Wattwyl), scheint ein mit etwas Kaliumchlorid versetzter roher Milchzucker zu sein (der Aschengehalt beträgt circa 2,6 Proc). Eine Lösung dieser Substanz mit Kuhmilch gemischt soll den Kindern die Muttermilch ersetzen. Milk Substitute for rearing calves and pigs, von Spoüncer & Soss (Gainsborough), Milchersatz für Kälber etc., scheint ein Gemisch aus Geticideniehl, K"' tofFelmehl, mit etwas Kübsensamen und Enzianwurzel zu sein. Es besteht in Proc. aus 20,35 und 18,09 Wasser; 2,87 und 3,81 Protein; 0,40 und 0,66 Fett; 74,85 und 76,03 Kohlehydrat; 1,03 und 0,63 Holzfaser; 0,5 und 0,78 Asche. (Voelcker und Con- trolstation zu Kiel, Analyt.) Gewiss ein schlechter Milchersatz! Milchconservirnngsmittel sind Borax und Kaliumbicarbonat. Salicylsäure ist zu meiden, denn sie beeinflusst den Geschmack der Milch einerseits, andererseits schmeckt eine Borax enthaltende Milch mit einer Salicylsäure enthaltenden g e " mischt bitter. Ein Fall, wo die Milchverkäuferin Salicylsäure und Borax der Milch zugesetzt hatte und der Käufer der Milch diese wegen des bitteren « e " schmackes nicht gemessen konnte, ist vorgekommen (Hager). Auf je ein Liter Milch genügt lg Boraxpulver, um eine Conservirung von 2 Tagen zu erreichen; 2g conserviren 6 Tage. Kaliumbicarbonat lässt dasselbe Resultat in 1 / 2 so grosser Menge erlangen. Von Natriumbicarbonat müssen zU gleichem Zwecke 2 und 4g zugesetzt werden. Eine Milch, welche per Eisenbahn oder Axe befördert werden soll, ist in die Gefässe so einzufüllen, dass diese tota gefüllt sind und ein Schütteln und Rütteln der Flüssigkeit nicht möglich ist. Di e Temperatur der einzufüllenden Milch muss wenige Grade höhere sein, als die mittler» Temperatur der Jahreszeit, um ein Bersten der Gefässe zu verhindern. ^. Conservirungssalz ist für diesen Fall das Kaliumbicarbonat vorzuziehen, 0,5 " ]B höchstens lg auf 1 Liter Milch. Magneaiumbenzoat ist (nach eitlem U. R.-Patent 12206) von P r0 '' Edwin Klebs (Prag) als Conservirungsmittel der auf '/ ä ihres Volumens eing e ' engten Milch erkannt. Die Aufbewahrung erfordert aber hermetisch verschlossen Gefässe. Milchverfälschnng. Die am häufigsten geübte Milchverfälschung besteht, * gesehen von dem Melkwasser, entweder in einer Verdünnung der Milch mit Wass oder einer theilweisen oder ganzen Entrahmung oder in beiden Operationen z gleich. Die entrahmte und dadurch specilisch schwerer gewordene Milch ist oi selten durch Wasserzusatz leichter gemacht, so dass das spee. Gewicht der ^iS* 5 ung demjenigen einer normalen Milch gleichkommt. Der Nachweis dieser fälschnng bietet keine Schwierigkeit. ( Es ist eine alte Sitte, die Abendmilch am folgenden Morgen abaurahme und dann mit der Morgenmilch vermischt auf den Markt zu bringen. y l6f r Milch bezeichnet man mit Markt-Milch oder halb abgerahmter »» e ' In dieser Abrahmung kann keine Verfälschung angenommen weiden, weil die a hergebrachte Sitte auf Nachsicht Anspruch hat. Diese Milch ist gewöhnlich rei an Melkwasser und giebt daher nur 11—12 Proc. Trockensubstanz. Verfälschungsmittel sind Stärkemehl, Mehl, Dextrin, Stärkezucker, '^'^ Rübensaft, Eiweiss. Sie kommen übrigens höchst" selten vor und wer( * en f zuweilen zur Verfälschung des Milchrahmes benutzt. Verfälschungen mit "'.'^ masse (der Kälber), Traganth, Gelatine, Kreide, Mandelemttlsi kommen bei uns in Deutschland kaum vor, einige derselben mögen sogar i Lac. Melkwasser. Lactoskop. 639 tnala vorgekommen sein. Eiweiss aus Eiern scheidet sich beim Aufkochen der Milch ab. Melkwasser. Die Kuhmilch ist in 99 unter 100 Fällen eine mit Wasser verdünnte, wenn als Mclkgefäss ein hölzernes verwendet wird. Damit die Milch- *neile nicht in das Holzgewebe eindringen, so wird 0,25—0,5 Liter Wasser in das Mclkgefäss gegossen und damit die innere Wandung des Gefässes gefeuchtet. l^ann wird hineingemelkt. Dieser Usus ist wohl so alt, als man Holzgefässe als Melkgefässe benutzte, es kann also dieses Wasser in dem angegebenen Umfange ni cht als Verdünnungs- oder Verfälschungs-Material angesehen werden. Die wichtigsten Apparate zur Untersuchung der Milch auf Güte, Verdünnung Ull( l Abrahmung vergl. Handb. II, S. 323 und folgende. Stricknadelprobe. Eine leichte ökonomische Probe zur Erkennung einer nnt Wasser verdünnten oder abgerahmten oder normalen Milch wurde im Drugg. Llr cul. and Ch. Gazette, Bd. 22, S. 98 angegeben. Sie basirt auf der Eigenschaft der Milch den harten Körpern zu adhäriren, im verdünnten oder abgerahm- en > also im dünneren Zustande leichter abzufliessen. Man soll eine blanke Stricknadel in die Milch einsenken und sofort wieder zurückziehen. Die normale Milch 8 ? u eine sichtbare Schicht auf der Nadel zurücklassen, die gewässerte Milch 'cht. Dieser Umstand ist so wenig in die Augen fallend, dass diese Probe ohne allen Werth ist. kein Das FESER'sche lactoskop (Handb. II, S. 1343 und 1344) wird wiederholt er günstigen Kritik unterworfen. Ph. du Roi (Biedermann's Central-Bl. IX, 2, 03 ) fand, dass es in 45 Fällen 1 Proc, in 26 Fällen 0,5—1,0 Proc, in 9 Fällen dies weniger als 0,5 Proc. zu wenig Fett angab. Von anderer Seite wird es Instrument wiederum auch als ein zuverlässiges geschildert. Das Lactoskop, IIkusner's, schliesst sich dem Princip der HAQEß'schen Schau- Methode (Handb. II, S. 327) an. Letztere wird nie Eingang finden, weil mit er Herstellung der dazu notwendigen Vorrichtung, welche auf höchstens 25 einige zu stehen kommt, kein Geschäft zu machen ist. Dieser Grund winde °n einem Fabrikanten physikalischer Instrumente angegeben. Bei der Heusnek'- cn en Vorrichtung fällt dieser Grund fort (Dingi.er's polyt. Jouni. Bd. 225.) . Das HETJSNEß'sohe Lactoskop ^steht aus zwei geschliffenen Glas- ^"eiben a und b, 4,4 Ctm. im Durchmesser, welche in der Mitte an ein '"geschobenes Metallblatt cc fest gekittet sind und dadurch ca. 2 mm eit von einander gehalten werden. "*8 Metallblatt ist mit schwarzer K-ittmai mit sse bedeckt und der Raum e IT e j ne r Kittmasse ausgefüllt, weine die Weise nnd Durchsichtigkeit er normalen Kuhmilch zeigt. Der an , Raum d wi rd mit der Milch gefüllt und mittelst Gummiringes »geschlossen. Die eine Glasscheibe ^ie hintere) ist auf der inneren ei achc mit einem Netzwerk dicker ngebrannter Linien überzogen. Pig 84. Ihmner's • S clies Lactoskop oder Milchspiegel. Die Gebrauchsanweisung sagt unter anberem: «bekanntlich wird eine Milch durchscheinender, wenn man derselben Rahm ent- m ode r wenn man sie durch Wasser verdünnt. Die Idee des Milchspiegels de- '640 Lac. Milchprüfungsapparate. steht nun darin, die zu untersuchende Milch mit solcher von normaler Beschaffen« heit zwischen denselben beiden Glasplättchen dem Auge zum Vergleiche ihrer Durchsichtigkeit vorzuführen. Daher ist die eine Hälfte des Apparates angefüllt mit (künstlich hergestellter) Normalmilch, welche genau die Durchsichtigkeit (wie auch Farbe) einer guten normalen Kuhmilch mit 4—5 Proc. Fett besitzt; in die andere Hälfte des Apparates wird die zu prüfende Milch eingefüllt. Dann legt man zunächst einen Gummi-Ring um den Rand der Vorrichtung. Hierauf taucht man das Instrument in die zu untersuchende Milch und lüftet gleichzeitig ein wenig den Gummi-Ring über der leeren Hälfte in der Weise, dass die Milch in den leeren Raum eindringen kann und auch eindringt. Nach dem Abtrocknen hält man den Apparat gegen das Tageslicht und Behaut durch die Milch hindurch nach den eingebrannten schwar/cn Linien, womit eines der beiden Glasplättchen überzogen ist. Eine, zu grosse Durchsichtigkeit lässt auf Abrahmung oder Verdünnung schliessen. In diesem Falle erscheinen die schwarzen Linien an der Stelle mit der eingefüllten Milch deutlicher und schärfer markirt als an der anderen. Nach dem Gebrauche des Apparates wird der Gummiring abgenommen und für sich in die Schachtel gehigt, weil er sonst schlaff wird. Zum Reinigen giesst man durch die offene Spalthälfte etwas Wasser (welches jedoch nicht sehr kalt sein darf) und, wenn feste Gerinsel den Glasplatten anhaften, fegt man sie mit dem beigefügten Gummischeibchen hinweg- Eine colorimetrische Bestimmung des Zuckers (Milchzuckers) in der Milch mittelst Natronlauge, welche auf Milchzuckerlösungen je nach Concen- tration und Temperatur mehr oder weniger rothfärbend wirkt, hat Prof. ÖE" scheidlen zur Prüfung auf Verdünnung der Milch mit Wasser empfohlen. D* es nach dieser Seite der Prüfung hin weit sichere Methoden giebt, so sei nur aut die Mittheilungen a. d. 50. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte W München (1877) und Zeitschr. d. österr. Ap.-Ver. 1878 S. 224 verwiesen. Krocker's Apparat ist ein Cremometer, ein trichterförmiges Gefäss mit kurzem Abflussrohr, dessen Ausflussöffnung durch einen Glasstab-förmigen Glasstopf''"' der von oben aus eingesetzt ist, geschlossen. Die in dem Trichter 24 Stunden hindurch stehende Milch (100 CC.) wird durch Heben des Stopfens behutsam &°" weit abfliessen gelassen, bis der Rahm an die Oeffnung tritt, wo man alsdanfl sofort den Stopfen abwärts schiebt und den Trichter schliesst. Die Milch läs s man in einen graduirten Cylinder laufen. Das Manquo CC. an 100 CC. ist di Rahmmächtigkeit der Milch. Da es eine sehr schwierige, Aufgabe bleibt, <' Grenze zwischen zwei weissen emulsiven Flüssigkeiten von verschiedenem I e gehalt zu unterscheiden, so lässt sich auch daraus der Werth des Instruincn abschätzen. 1 Gew.-Th. Fett soll 3 Vol.-Th. Rahm entsprechen. Lbfeldt's Centrifugalmilch prober (Lehrbuch d. hygienischen TJnte r * suchungsmethoden von Dr. med. C. Flügge. Leipzig, Verlag von Veit & ^°' 1881, S. 304) hat keinen grösseren Werth als die anderen Cremometer. Der optische Buchprüfer von Mittelstkass beruht darauf, die Dicke eine! Milchschicht soweit zu vermehren, bis das Licht einer brennenden Kerze de Auge verschwindet. Die eine Vorrichtung ist z. B. ein Blechkästchen, dessei Boden eine Glasscheibe int. In diesem Kästchen steht ein oben und unten durc Glasscheiben abgeschlossenes Ocularrohr. Unter dem Blechkästchen ist el schrägstehender Spiegel, welcher die in einiger Entfernung abstehende Lichiliamm so rerlectirt, dass das Lichtbild durch das Ocularrohr gesehen wird. In Blechkästchen wird die Milch gegossen und das Ocularrohr soweit aufwärts 0 abwärts geschoben, bis das Lichtbild dem Auge verschwindet. An dem Ocul röhr ist nun eine Skala, welche das Maass der Verdünnung mit Wasser angie ) Lac. Milch-Untersuchung. 641 Im Uebrigen vergl. wozu eine erläuternde Tabelle der Vorrichtung beigegeben ist. In der pharm. Leitung 1880, Nr. 82, findet sich dieser Apparat beschrieben und mit Abbildung erläutert. Eine begutachtende Besprechung dieses Milchprüfers findet sich pharm. j-t 8 i cn der Wassergehalt. Endlich erhält man durch Subtraction ' r Porteinsubstanz, des Fettes und der Trockensubstanz die Menge der Salze. ti h ^ e ^ en ^em Milchzucker fand Ritthausen noch einen anderen koklehydta- schen Körper (Gummi). Wird nämlich der obige kupferhaltige Niederschlag r . rt Weingeist-Aether extrahirt, so giebt dieses Extract an Aether eine sehr ge_ j. n ge Menge einer Substanz ab, welche eingetrocknet nicht mehr in Aether lös Jr ist > welche sich aber leicht in Wasser löst und mit verdünnter Schwefelsäure B elj ocht kaiische Kupferlösung leicht reducirt. Milchzucker ist diese Substanz nicht. . Zur Bestimmung des Case'in-, Albumin- und Fettgehaltes hat N. Gerber lne n besonderen Apparat construirt (Ber. d. d. ehem. Ges. 1876, S. 556). !878) Th, Case'in- und Fett-Bestimmung nach Julius Lehmann (Annal. d. Ch. Dieselbe beruht auf dem Verhalten der Milch gegen gebrannte poröse totl platten, welche das Serum vollständig einsaugen, Casein und Fett aber auf l . Oberfläche zurücklassen. Casein wird mit den nämlichen Eigenschaften er- aiten wie das durch Lab gefällte. Die Thonplatte wird mit Wasser übergössen, eme Schüssel gelegt, deren Boden mit einer dünnen Schicht conc. Scliw 5™" a dur e bedeckt ist, und die mit einem gleichen Gewichte Wasser verdünnte Milch, ut den mittleren Theil der Platte gegeben. Nach einigen Stunden kann man " en aus Casein und Fett bestehenden Rückstand mittelst eines eigens construirten ^ or nspatels abnehmen und sein Gewicht nach dem Trocknen bei 105 » bestimmen. "äs trockene Product wird gepulvert, mit Aether verrieben und damit auf einem gewogenen getrockneten Filter extrahirt. Das Fett in dem Filtrat wird nach H »B6r, Pharm. Praxi». Suppl. 41 642 Lac. Milch-Untersuchung. Verdampfung des Aethers direct gewogen. Das Casei'n ergiebt sich ebenfalls durch direete Wägung des Extractionsrückstandes nach Abzug der Asche. Die Fettbestimmung aus dem spec. Gewicht des Aethers, womit die Milch unter Zusatz von Aetzalkali ausgeschüttelt wurde, ist theoretisch eine sehr richtige, wenn der Aether nicht Wasser aufnähme und diese Wasseraufnahme von der Temperatur abhängig wäre. Da zu dieser SoxHLET'schen Bestimmung auch wiederum besondere Vorrichtungen und Instrumente erforderlich sind, so sei auf pharm. Centralh. 1881, S. 6 u. f. verwiesen. Die Fettmenge bestimmt Mouton durch Schütteln einer Mischung von 10 CC. Milch, 10 CC. Wasser, 20 CC. Weingeist von 75 Proc. und 0,2 g Aetz- natronlauge enthaltend und 22 CC. Aether. Der Aether wird decanthirt und abgedampft. Diese Methode bedarf jedenfalls einer Correctur. Ueber die Bestimmung des Milchzuckers vergl. Handb. II, 8. 854, 855, 856. Das Filtrat, welches man nach der Fällung der Milch nach RitthaU- sen's Methode durch Cuprisulfat und Aetznatron erhält, ist besonders geeignet zur Bestimmung des Milchzuckers. Es ist zweckmässig das Filtrat aus 10 CC. Mü cu mit 2,0 verdünnter Schwefelsäure zu versetzen und unter Ersatz des verdampfen- den Wassers eine Stunde hindurch siedend zu erhalten, den Milchzucker also in Glykose zu verwandeln. 1 Th. dieser Glykose entsprechen 1 Th. Milchzucker- Wird der Milchzucker direct mit kali scher Kupferlösung bestimmt, so entsprechen 1,334 des Milchzuckers (CjjH^Ou + HjO) 1,0 Traubenzucker. Man kann auch jenes Filtrat mit einem Ueberschuss der verdünnten alk a " lischen Kupferlösung versetzen, 15 Minuten im Wasserbade kochendheiss er halten, den Niederschlag in dieser Wärme absetzen lassen, dann möglichst sehne decanthiren und den ReBt filtriren, mit etwas kochendem Wasser auswasche»» trocknen, mit Salpetersäure befeuchten, endlich glühen und wägen. Die Meng des Kupferoxyds multiplicirt mit 0,605 ergiebt die Menge des Milchzuckers (Ojj 0,45375 multiplicirt die Menge der Glykose). Wesentlich ist eine schnelle F 1 ' tration, um den Uebergang des Cuprooxyds in Cuprioxyd in der alkalische Flüssigkeit zu verhindern. Von Gescheidlen ist (in Pflüger's Archiv) eine colorimetrische Bestimm« 0 * des Milchzuckers (welcher durch Kochen mit Natronlauge eine rothe Färbung Flüssigkeit bewirkt) empfohlen worden. Vergl. auch oben S. 640. Bestimmung des Wassergehaltes der Milch. Darüber ist vie 18 schrieben und sind eine Menge Verfahrungsweisen empfohlen worden. ^ s . j e gar kein llradermss vor, die Mikh in ein Glasgefäas mit flachem Boden, wie im Handb. Bd. I, S. 211 bildlich dargestellt sind, einzufüllen, so dass die W^. Schicht eine Dicke von 0,5 Ctm. hat, und sie an einem heissen Orte zuletzt 110° C. einzutrocknen. Es ist ein flacher Boden des Gefässes ein wesentf' c &ioTÄenx\sa. ^'\W mau aas tau TrockeurÄ&tamte äie "ÄWdibestanäiheile » ziehen, so versetzt man die Milch mit dem halben Gewicht zuvor bei W 150° C. ausgetrocknetem weissem BoZus oder besser mit scharf getroiiknt > Ch'ma-Clay. Andere verwenden dazu einen trocknen Sand. Lehmakm lässt, schon erwähnt ist, die mit Wasser verdünnte Milch auf vorher mit ^ aSS< f .^n nässte unglasurte Thonplatten nach und nach aufgiessen oder in einem ^ ^ Strahle darauf spritzen, die Platte auf ein Gefass mit Schwefelsäure ^S 6 "^. 2 Stunden bei Seite stehen. Durch Wägung der Spritznasche wird aas * L ü quantum bestimmt. Die auf der Platte verbleibende Lamelle, welche aus ° t und Fett besteht, wird mit einem Messer abgeschabt, bei 105° 0. 8 etr ° a. und gewogen. Mittelst Aethers wird das Fett vom Case'in getrennt (S\te.' l '^ Miineh. Acad. d. W. Math. phys. 1877). Nach Bering soll man in einen r Lac. Milchuntersuchung. 643 tiegel circa 0,1g gebrannter Magnesia und 1 — 2 g der Milch geben und die Masse in massiger Hitze trocken machen. Von anderer Seite wird ein ziemlich flaches Thongefäss, das nicht hart gebrannt, auch nicht glasirt ist, als Eintrocknungs- gefäss empfohlen, denn die gebrannte Thonmasse saugt das Wasser auf und auf seiner Oberfläche bleiben die festen Milchbestandtheile zurück. Auf diesem Wege, lassen sich letztere leicht sammeln und quantitativ bestimmen. Diese Gefässe haben die Gestalt kleiner Teller mit flachem ebenem Boden. Bertram Ohm (Pfalzburg) findet in dem gebrannten Gyps ein Material zur Wasserbestimmung in der Milch. Er mischt die Milch mit gebranntem Gyps zu einem steifen Brei und beobachtet den Zeitpunkt der Erstarrung. Bei einer Milch von 1,030 spec. Gewicht bei einer Temperatur von + 15 n y- erstarrt die Masse in circa 10 Stunden, bei Zusatz von 25 Proc. Wasser schon 111 circa 2 Stunden, bei 50 Proc. Wasser in circa iy 2 Stunde, und bei 75 Proc. Wasser in ca. 40 Minuten. Nach 24 stündigem Stehen abgerahmte Milch von 1,033 spec. Gewicht, wie vorstehend angegeben behandelt, erstarrte in ca. 4 Stunden, mit 50 Proc. Wasser 'i ca. 1 Stunde, mit 75 Proc. Wasser in ca. 30 Minuten. Bei Anwendung von "arme wird die Erstarrungzeit des Milch-Gypsbreies gekürzt. Diese Probe lässt sich nur ökonomisch verwerthen. Wenn eine Milch z. B. mi t gebranntem Gypse angerührt schon innerhalb 2 Stunden eine harte Masse liefert, 80 ist sie auch mit Wasser verdünnt. Die Erkennung einer mit Wasser verdünnten Milch vergl. unter Methode der M 'lclumtersuchung von Hager S. G46. Milch - Prüfungs - Apparat zur Bestimmung des Wassergehaltes in der Milch von J. Petri ^ n d R. Muencke. (Deutsches Reichs-Patent Nr. 477.) Urn die Trennung des Wassers von den esten Bestandteilen in der Milch zu beschleusen, bediente sich Dr. Geissler in Bonn eines a euums, welches er durch Wasserdampf her- . r" e - Der von ihm construirte Apparat war J och für den practischen Gebrauch wenig hand- "• Die Genannten versuchten das Princip von eissi.er's Apparate beizubehalten, dem Apparate er eine Form zu geben, in welcher es selbst em weniger geübten Arbeiter gelingt, in kiir- pter Zeit den Wassergehalt der Milch dem Vo- ^ßen nach scharf zu bestimmen. Der Cylinder 'st durch Weing-eistlampe heizbar und durch '"en Deckel verscfiliessbar. Er l&sat durch das erbmdungSTO\\r ag Dämpfe m den vm Dampfte \)ennd\ichcn Glaskolben B gelangen, ^eicier durci die Röhre d mit dem Messcylinder t . ° om municirt. Dieser ist mit einer Ktthlvor- bej s ™geben, Wassor-Zu- und Abfluss sind mit e n," nd -^ Mit dem Glaskolben B steht die Glashahn versehene Bürette C in Verbin- pj s ' m welcher die Milch abgemessen wird. Rino- m zwischen der oberen und unteren q ^ mar ke entspricht genau dem Räume von ^ , s "^ iri der Messröhre J)- die übrigen leu ^enen nur zur partiellen Entleerung ,,,„ «6 Ilin.-J)|'riifiiJ7f,'s-7ipparat von PBTBI <">«! MUENCKE. I|, Grösse. 41* 644 Lac. Milchuntersuchung. der Bürette C. Die Verbindungsröhre g kann von a leicht entfernt und durch a' geschlossen werden. • . Um den WassergehMt der Milch zu bestimmen, lässt man Wasserdämpie aus A durch ag in B und D einströmen, bis die Luft verdrängt und der Daropt aus der unteren Oeffnung von D austritt. Alsdann schliesst man durch die Quetschhähne das untere Ende von D und das Verbindungsrohr' ag und ziem den zugeklemmten Schlauch g von dem oberen Ende des Verbindungsrohres a ab Lässt man nun kaltes Wasser im Kiihlgcföss um D circuliren, so conden- sirt sich der Wasserdampf im Messrohre I) und nimmt hier alsbald ein constantes über den O-Punkt der Messröhre reichendes Volumen ein, welches abgelesen wird. Durch langsames Oeffnen des Hahnes der Bürette C fliesst das abgemessene Vol. der zu prüfenden Milch in den Kolben B, in welchem das in der Müc" enthaltene Wasser abdestillirt und die Trockensubstanz zurückbleibt, deren gewicht durch vorheriges Tariren des Kolbens B bestimmt werden kann. Um ein Ueberschäumen der Milch zu vermeiden, empüehlt es sich, die abgemessene Quantität in durch die Ringmarko angedeuteten Theilen in B eintreten zu lasse". Bleibt nach Abfluss der Milch aus 0 das Volumen des in D condensirten W» sers constant, so ergiebt die Quantität desselben, nach Abzug des vor dem ü-m lassen der Milch gefundenen Condensationswassers, jetzt den Wassergehalt ac Milch in Volumprocenten. Ohne den Kolben B zu entfernen und zu reinigen» kann derselbe zrf mehreren Operationen verwendet werden. Dieser Apparat kan für 27,5 Mark durch da* Technische Institut für Anfertigung ehem. Apparaw von Dr. Rob. Muencke, Berlin NW., Luisenstrasse 58, bezogen werden. Die Milchanalyse nach Ctausnitzer und Mayeb besteht dann, a spec. Gewicht und den Trockenrückstand zu bestimmen und daraus den 1« gehalt (x) zu berechnen nach der Formel: x = A0,789 00()47 ^ worin A Proc. Trockensubstanz und 8 das spec. Gewicht der Milch bedeutet. Die Analyse will mit dieser Berechnung nicht recht stimmen. Methode Adam's der Milchuntersuchung. Diese bezweckt (Compt. ren(1 - pn die Bestimmung des Fettes, Milchzuckers und Caseins in einem undL dems " 6) . Vorgange unter Anlehnung an die MABCHAND'sche Methode (Handb. U, b. * > Der Apparat besteht aus einer Glasröhre von 40 CO. Inhalt, am oberen * mit einem Korke verschlossen, in der Mitte bauchig aufgeblasen, am W» Ende verengt und hier mit einem Hahn versehen. In diese Glasröhre gießt u 1) 10 CC. Weingeist von 75%, welcher 0,5 Proc. Aetz-Natron gelöst entn 2) 10 CC. neutrale oder neutral gemachte Milch; 3) 12 CC. reinen Aether. mischt durch Schütteln und lässt 5 Minuten stehen. Es bilden sich zwe s getrennte Schichten, eine obere klare, welche die Butter enthält, und eine ^ opalescirende, welche alle Lactose und das Casein enthält. Letztere w ls auf etwa 1 CC. abgelassen; hierauf schüttelt man von Neuem und lässt n ° c f llB Schicht em einige Minuten stehen, um schliesslich den Rest der unteren durch den Hahn ausfliessen zu lassen. Man bringt dann die i in eine tarirte Porzellanschale, wäscht die Röhre mit etwas Aether nach, and wägt. Dieser Rückstand ist das Butterfett, vermehrt um °>°j| g ™ üg8 ig- Zur Bestimmung der Lactose und des Caseins bringt man die betreffende e keit durch Zusatz von Wasser auf 100 CC. und setzt 10 J™P*™ ^Ruhe hinzu. Das Casein scheidet sich hierauf flockig ab. Nach 5 Minuten ^ bringt man es auf ein getrocknetes Filter und erhält so 94- Ji- r ■ s klaren Filtrates, welches nur noch die Salze der Milch, geWJt»JJJ* beNatron und Lactose enthält. Letztere wird mittelst kahscher Kupterios Lac. Marktpolizeiliche Prüfung. 645 stimmt. Verdampft man ein bekanntes Volum davon zur Trockne, wägt, verbrennt und wägt wieder, wobei man das aus dem Natron entstandene Natriumkarbonat in Rechnung zu ziehen hat, so erhält man eine zweite Zuckerbestimmung durch Differenz, sowie das Gewicht der Salze. Das Casei'n seinerseits wird mehrmals mit destillirtem "Wasser ausgewaschen, das Filter zwischen Fliesspapier a bgepresst, getrocknet und gewogen. Methode der Milchuntersuchung nach Gerbeb und Radenhausen (Schweiz. Wochenschr. f. Pharm. 1879, 37—41). Genannte Chemiker stimmen dem Eintrocknen der Milch mit Sand nicht bei. Die Bestimmung der Lactopro- tei'ne soll man am besten erreichen durch Fällen mit Kupfervitriol, Neutraisiren mit Natronlauge und Entfetten des Coagulums. Den Milchzucker bestimmen sie mit kalischer Kupferlösung, welche auf Milchzucker titrirt ist. Ferner wird J* erth auf die physikalische Prüfung gelegt und wollen die Genannten mit dem Es EB'schen Lactoskop (Handbuch II, S. 1344) ungenügende Resultate erlangt haben. Marktpolizeiliche Milchpriifimg. Da die Kuhmilch des Handels quantitativ nicht Scharf abgegrenzte Bestandteile hat, so müssen behufs der Milchcontrole auf a nalytischer Erfahrung basirende Minimal-Gehaltsmengen der Bestandtheile nor- ""rt werden. Der Minimal-Fettgehalt wäre auf 2,75 Proc, der Normal- ettgehalt auf 3 Proc. festzusetzen, doch wäre bei einem geringeren Gehalt eine ^erfälschung immer noch nicht anzunehmen, da bei mancher Fütterung, z. B. fee hlompefiitterung, der Fettgehalt bis zu 1,8 Proc. herabgehen kann. Den Minimal- Sehalt auf 3 Proc. zu normiren, wie es von vielen Polizeiämtern geschehen ist, lst rigoros und entspricht nicht der Erfahrung. Die Minimalmenge der Trocken- ubstanz hat man meist zu 11 Proc. normirt. Dieser Norm muss zugestimmt er den, obgleich von einigen Seiten ein Minimalmass von 10 Proc. gefordert wurde. n thält eine Milch 3 Proc. Fett, und das spec. Gewicht oder der Prote'ingehalt rgäbe eine Verdünnung der Milch mit Wasser (vergl. unten unter der Methode AGEa's), so sollte dieser Umstand, weil der Normalgehalt 3 Proc. ist, unbeach- ,. Reiben. Beträgt der Fettgehalt weniger als 3 Proc, z. B. 2,85 Proc. und e Verdünnung wäre z. B. nachgewiesen, so müsste Bestrafung eintreten, obgleich er Gehalt ein grösserer ist als der Minimalgehalt von 2,75 Proc. Die Bestimm- £ dos Fettgehaltes bietet immer Schwierigkeiten wegen der grossen Adhäsions- ^fH* ^° S *" ettes - Müeb mit China-Clay eingetrocknet und zuerst mit Benzol bei ' C., dann mit Aether auf dem Verdrangungswege extrahirt, bis das Abrufende keinen Fettfleck auf feinem Briefpapier hinterliess, wurde getrocknet nun mit warmem Wasser erschöpft. Auf dem Niveau des wässrigen Filtrats Jgaben sich reichliche Fettbilder. Es sollte 1 /. )0 — y 20 der gesammelten Fettenge stets als Verlust berechnet, d. h. der gefundenen Menge zugezählt werden. e Annahme eines Minimal- und eines Normal-Gehaltes an Fett ist unerlässlich, sowohl ungerechten Verurtheilungen vorzubeugen, als auch Fälschungen nicht ^»gehenzulassen. Die marktpolizeiliche Milchprüfung allein mit Bestimmung des spec. ewichtes, z. B. mit der Milchwage abzuschliessen, ist ungenügend und unsicher n( i von vielen Seiten als eine solche charakterisirt, denn sie wird durch con- « er vatorische Zusätze und Temperatur zu stark beeinflusst und dadurch fraglich feemacht, dass entrahmte Milch speeifisch schwerer als nicht entrahmte ist, dass ^ ur ch Verdünnen mit Wasser eine entrahmte Milch auf das spec. Gewicht einer normalen Milch gebracht werden kann. Würde man eine Milch von unter oder über 1,029—1,033 spec. Gew. auf dem Markte beanstanden und dann der Begutachtung eines Chemikers übergeben, so wäre dies der richtige Weg, die Milch aber 646 Lac. Milchnntersuchung. sofort in den Rinnstein zu giessen und dann noch den Verkäufer polizeilich oder gerichtlich zu bestrafen, ist ein Verfahren, welches sich selbst richtet. Dass ein solches Verfahren geübt wird, berichten ja die Tagesblätter. Es ist diese Nachricht also keine Ausgeburt der Einbildung, keine müssige Erfindung. Würde man nach dem Vorschlage eines Chemikers der aräometrischen Prüfung eine chemiseh-colorimetrische mit Jod anschliessen, so wäre die mit dem vorerwähnten Verfahren sich paarende Ungerechtigkeit nur halb ausgeglichen, denn auch diese Jodprobe hat nur Bezug zur Verdünnung mit Wasser. Die Erkennung einer abgerahmten Milch oder die Bestimmung des Fettgehaltes bleibt unberührt und gerade diese Bestimmung ist eine unerlässliche. Was die Bestimmung der Proteine durch Jod betrifft, so genügt es, in einen 1,2 Ctm. weiten Probircylinder 10 CC. der fraglichen Milch und 10 CC, also ein gleiches Volumen einer 0,9 proc. Jodlösung zu giessen, zu mischen und in ein heisses Wasserbad auf 5 Minuten zu setzen. Nach dieser Zeit ist Entfärbung der Mischung, wenn eine normale Kuhmilch vorliegt, eingetreten. Wäre dies nicht der Fall, so ist die Milch verdächtig, entweder eine sehr proteinarme oder eine verdünnte zu sein. Um den letzteren Umstand zu ergründen, wird die Erhitzung noch 5 Minuten fortgesetzt. Ist dann die Milch nicht entfärbt, so ist sie auch verdünnt. Eine sehr gute Milch kann selbst 13 CC. jener Jodlösung in 5 Minuten entfärben. Auf 10 CC. einer Milch mittlerer Güte sind 11,5 CC, auf eine geringe Milch 10 CC. der 0,9-proc. Jodlösung verwendbar. Die Operation hätte in den Fällen Platz zu greifen, wo das spec. Gewicht zwischen 1,027 und 1,029 schwankt. Dem Verf. ist eine Milch vorgekommen, welche unverdünnt war und 3,3 Proc. Fett enthielt, aber ein spec. Gewicht von 1,0274 zeigte. Methode der Milehuntersuclmng nach Hager. Dieser stellte sich die AufgaH eine Methode herauszufinden, welche in möglichst kurzer Zeit, leicht und ohne besondere Instrumente ausführbar sei. Den Weg, welchen Hager einschlägt basirt auf dem Verhalten des Weingeistes und des Jods, die Proteine mit Ausnahme einiger Albumino'ide aus ihrer Lösung zu fällen, und in der Eigenschaft der sich hierbei ausscheidenden Proteine, die in der Milch vorhandenen Fett" kügelchen in sich aufzunehmen. Letzterer Umstand kann als Beweis dienet dass die Fettkügelchcn in der Milch von einer besonderen Proteinhüllc eing 6 ' schlosssen sind. Die Methode Hager's erfordert, je nach der gestellten Frag 0 in Betreff der Milch und deren Verfälschung, folgende Operationen: I. Mikroskopische Schau nebst einer ökonomischen Prüfung (Hand • II, S. 327), um zu wissen, ob man eine normale (Fettmilch) oder verdünnte o abgerahmte Milch (Magermilch) vor sich hat. Das mikroskopische Bild einer u verdünnten oder nicht theilweise oder voll abgerahmten Milch zeigt zwischen z Objectgläsern in eine dünne Schicht übergeführt bei circa löOfacher Vergrößerung eine dichte Nebencinanderlagcrung der Fettkiigelchen, während in dem Bilde verdünnten oder entrahmten die Kügelchen zwischen sich auffallende Lücken zeig 6 • Wer einmal die Milch in dieser Beziehung geprüft hat, erkennt die Verdünnung oder die Entrahmung unter dem Mikroskop bei derselben Vergrösserung so . V Auf Eiterkörper, Blutkörperchen, Stärkemehlkörnchen etc. ist gleichzeitig zu vig liren. Sollten den Fettkiigelchen die glatten Conturen fehlen, so ist die Mi eine gesundheitsschädliche. Sollten sich Bacterien und Vibrionen dem Auge bieten, so entstammt die Milch einer Kuh, welche von einer ansteckenden o^ pestartigen Krankheit befallen ist. Von einem solchen Falle, auch von den bemerkten Fällen ist der Polizei sofort Kenntniss zu geben, um den weit Verkauf resp. Genuss dieser Milch zu verhindern. Es ist eine bekannte »a » dass das Kalb, welches die Milch einer pestkranken Kuh geniesst, nicht Lac. Milchuntersuchung. 647 Leben bleibt und bald verendet. Lässt das mikroskopische Bild bei circa 150- facher Vergrösserung Wolken oder breitere Schatten erkennen, so ist eine stärkere Vergrösserung vorzunehmen, um auf Schleim und Eiter zu achten. IL Bestimmung des spec. Gewichts in der Weise, wie dieselbe bei anderen Flüssigkeiten auch geschieht. Normale gute Kuhmilch zeigt gewöhnlich ein Gewicht von 1,0285 — 1,033, meist 1,029 — 1,031. Die soeben gemolkene Milch ist stets etwas spec. leichter, als nach mehrstündigem Stehen. Eine Milch, soeben von der Kuh entnommen, zeigte ein Gewicht von 1,0291, nach 10 Stunden aber ein solches von 1,0299. Die Temperatur betrug nur 2 ° Unterschied. Eine verdünnte Milch zeigt ein spec. Gewicht, welches geringer denn 1,028 ist und eme entrahmte oder centrifugirte Milch (Magermilch) ein Gewicht, welches grösser denn 1,033 ist und bis auf 1,039 aufsteigt. Borax- und Soda- (Natriumcarbont-) «ehalt können das spec. Gewicht abändern. Eine mit gleich viel Wasser verdünnte Milch hat ein spec. Gewicht von 1,014—1,015, mit 20 Vol. Proc. Wasser e, n spec. Gewicht von 1,024—1,026. Die Volumenprocente Milch in der mit Wasser Verdünnten erfährt man annähernd, wenn man die Zahl, welche die 2. 3. und 4. Stelle nach dem Komma in der Zahl des spec. Gewichts einnimmt, mit 3 dividirt. ^>n spec. Gew. 1,0245—1,026 ergiebt einen Gehalt von ca. 80—81 Proc. Milch, ein spec. Gewicht von 1,0228—1,0239 einen Gehalt von 70—71 Volumenproc. Ein Gemisch aus entrahmter und verdünnter Milch kann das spec. Gewicht 110 rmaler Milch aufweisen. Werden 5 Vol. halb entrahmer Milch von 1,035 spec. Gew. mit 1 Vol. Wasser verdünnt, so zeigt die Mischung das spec. Gew. n °rmaler Milch, in diesem Falle ein spec. Gew. von 1,029. Das spec. Gewicht er Milch kranker, mit ansteckenden Krankheiten befallener Kühe ist sehr häufig entweder schwerer als 1,033 oder leichter als 1,028. HL Erkennung verdünnter Milch. Die mit Wasser verdünnte Milch, otern das Verdünnungswasser über 10 Proc. hinausgeht, kann abgesehen von . er Bestimmung des spec. Gewichtes auch durch folgende 2 sehr einfache empi- 'sche Proben erkannt werden: 1) Spiritus-Milchprobe. Diese basirt auf dem Verhalten der Milch zu " cm 90-proc. Weingeist. Wenn man in einem Reagircylinder 1 Volumen Milch s l .. ^°1* 90-proc. Weingeist versetzt und eine Viertel - Minute kräftig durch- enüttelt, dann die soeben durchschüttelte Flüssigkeit in kleiner Menge auf eine asplatte, welche auf einer dunklen Unterlage ruht, ausgiesst, so beginnt bei ^erdimnter Milch nach Verlaufe von 5 — 7 Secunden, oft noch früher eine eneidung der Caseinflockcn von den weingeiBtigen Molken, welchen Vorgang das * u ge leicht erkennt. Ist die Milch mit 10 Vol.-Proc. Wasser verdünnt, so verreichen nach kräftiger Durchschtittelung vom Ausguss- Moment bis zur Case'in- eheidung circa 15 Secunden, bei 20 Vol.-Proc. Wasser circa 30 Secunden, bei p Vol.-Proc. 5 Minuten, bei 40 Vol.-Proc. 25—30 Minuten und bei 50 Vol.- r°c. Wasser wohl 40 Minuten. Eine llauptbedingung ist die Verwendung eines "Proc. Weingeistes und Abwesenheit von Borax oder Natriumcarbonat in der Milch, g . Z ' ur Ausführung gehört etwas Uebung und eine Temperatur von 15° 0. ei 170 q gel]t die Sc jj eidung deg c a8e rn 8 von den weingeistigen Molken schnel- ™ vor sich. Auch die Kraft, mit welcher die Schüttelung stattfindet, ist nicht , ne EinHuss. Die Hauptsache ist wohl nur, eine Verdünnung der Milch uber- an UP h ZU con8tatircn - Das etwaige Maass der Verdünnung wird das spec. Gew. geben oder die chemische Analyse bestimmen. „ 2 ) Papier-Fleckproben. Es giebt zwei solcher Proben, welche sich jenseitig ergänzen, eine mit Fliesspapier zur Erkennung verdünnter Milch, ' a ein e mit Kanzleipapier zur Erkennung entrahmter Milch. Beide Proben •wszuführen vermag die Hausfrau, wenn die bezüglichen Fleckmuster vorliegen. 648 Lac. Milchuntersuchung. Die Fliesspapierprobe besteht nun darin, dass man von der durchrührten oder durchschüttelten Milch durch Eintauchen eines Glas- oder Holzstabes von der Dicke eines dünnen Bleistiftes einen Tropfen aufnimmt und diesen so auf ein Scheibchen Schwedischen Filtrirpapiers aufsetzt, dass der Tropfen möglichst klein im Umfange, aber hoch gewölbt ist, dass er die Form einer kleinen halben Erbse hat. Man setzt 3 — 4 Ctm. von einander entfernt 4—5 einzelne Tropfen auf das Papier und lässt dieses unberührt (bei gewöhnlicher Zimmertemperatur) liegen. Bei der unverdünnten (und nicht gekochten) Milch saugt das Papier das Wasser auf und es entsteht eine feuchte Scheibe, in deren Mitte der weisse Milchtropfen, natürlich etwas dünner geworden, ruht. Dieser Milchtropfen mit seiner feuchten Randumfassung ist noch nach einer Stunde sichtbar und feucht. Mit dem Maasse des Wassergehaltes wächst die Breite der feuchten Scheibe und kürzt sich die Zeit des Eintrocknens. Der ganze Fleck aus guter Milch hat nach 10 Minuten z. B. einen Durchmesser von 1,25 —1,3 Ctm. Flecke einer mit 20—30—50 Vol.-Proc. Wasser verdünnten Milch haben nach derselben Zeit Durchmesser von 1,75—2,5—3,5 Ctm. Der Durchmesser des eigentlichen Milchfleckes im Centrum des feuchten Fleckes hat höchstens um 1 — 1,2 mm zugenommen. Bei reiner Milch trocknet der feuchte Ring um den Milchfleck im Verlaufe von Vj^ —2 Stunden, bei 90-proc. Milch in circa einer Stunde, bei 80-proc. in 3 / 4 Stunden, bei 70-proc. in einer halben Stunde, bei 50-proc. Milch innerhalb 15—20 Minuten oder er verschwindet für das Auge im auffallenden Lichte. Der eigentliche Milchfleck im Centrum des feuchten Ringes trocknet ebenfalls um so schneller aus, jemehr die Milch Wasser enthält. Während bei reiner Milch dieser Fleck noch feucht und sichtbar ist, ist er bei 50—60-proc. Milch fast verschwunden, bei 70—80-proc. Milch nur in geringer Andeutung vorhanden. Dieser Vorgang wurde bei einer Zimmertemperatur von 15 —16° C. beobachtet. Der trockne Milchfleck ist hart und mattglänzend, bei der verdünnten 80-proc. Milck geringer in seiner Masse und noch weniger glänzend, bei 70- und 60-proc. Milch ist er nur in schwacher Andeutung vorhanden, bei 50-proc. Milch fehlt er gewöhnlich ganz oder er ist nicht sichtbar. Der nun trocken gewordene Milchfleck lässt im durchfallenden Lichte einen Durchmesser von 1—1,3 Ctm- erkennen. Er ist nur dadurch sichtbar, dass er von einem 1—1,5mm breiten Fettrande eingeschlossen ist. Der Fleck einer 70-proc. Milch hat 1,5—2 Ctm- im Durchmesser, ist aber kaum im auffallenden, wenig im durchfallenden Lichte zu erkennen. Im letzteren Falle zeigt er in der Mitte eine schwache Andeutung eines Fleckes und einen feinen und sehr matten Fettring, gleichsam in schwacher Andeutung. Bei noch stärker verdünnter Milch ist nur im Centrum eine entfernte Andeutung eines Fleckes und kaum eine oder keine Andeutung eines Fettrandes oder Fettringes. Ein nur matter feiner Fettring deutet immer eine Verdünnung der Milch mit Wasser an. Dieser Probe schliesst sich eine Parallelprobe an. Man giebt einige einzelne kleine Tropfen der fraglichen Milch wie vorhin auf Schwedisches Filtrir- papier, welches auf einer ebenen Glas- oder Thonscheibe liegt. Jeder Tropfen wird ebenso behutsam aufgesetzt, so dass er hübsch rund und auch möglichst dick ausfällt. Das Papierstück mit Unterlage legt man an einen warmen Ort von 40—70° C. (Ofenröhre). Hier trocknet er ein und zeigt dann gegen das Licht gehalten einen Fleck, z. B. 1,6 Ctm. im Durchmesser, bestehend aus einem inneren ca. 1,3 Ctm. breiten durchscheinenden Fettfleck, welcher in einem Abstände von 2—3 mm von einem feinen Fettreifen eingefasst ist. Bei der mit Wasser verdünnten Milch ist sowohl der Fettfleck in der Mitte als auch der Fettreif um so matter, je stärker die Verdünnung ist. Bei 70-proc. Milch ist dieser Reif nur entfernt angedeutet und verschwindet ganz bei 55—60-proc. Milch- I I I^^^^^^^HI ■^^■1 Lac; Milchuntersuchuns 649 I I I Diese Fliess-Papier-Fleckprobe ist bei gleichzeitiger Ausführung der Schreibpapier-Fleckprobe (IV) eine ziemlich scharfe, besonders wenn ein Muster der Flecke vorliegt, jedoch muss und darf nur die Sorte Fliess - Papier in Anwendung kommen, welche auch für das Muster Verwendung fand. Das Fliesspapier für das Muster und die Probe muss ausgewählt werden, denn nicht jede Sorte Papier ist geeignet. Es giebt Fliesspapier, auf welchem der aufgesetzte Milchtropfen einen unförmlichen Fleck bildend auseinanderläuft. Der aufgesetzte dicke Tropfen muss seine Form bewahren und sich mit einem egalen feuchten Ringe umziehen. Auf Streifen macht man Flecke mit reiner und nach verschiedenem Verhältnisse verdünnter Milch und behandelt dieselben, wie angegeben, kalt und warm. Damit erlangt man ein Muster, welches oft weit sichere und bessere Andeutungen liefert, als es eine umständliche Analyse vermag. Die Anwesenheit von Borax und Natriumcarbonat in der Milch ist nicht ohne Einfluss und ist die daraus erfolgende Abänderung auch wieder von der Art des Papiers abhängig. Gekochte Milch ändert nur die Composition des Fleckes, z. B. war auf einer Fliesspapier-Sorte der innere Milchfleck von einer zackigen durchsichtigen Linie einge- fasst. Diese Linie umgab ein 2mm breiter, minder durchsichtiger Ring, diesen Hing ein ebenso breiter nicht durchsichtiger Ring und diesen letzteren ein sehr durchscheinender, 1mm breiter zackiger Ring. Auf dem Fleckmuster ist der Rand des feuchten Aussenringes mit Bleistift anzudeuten. IV. Erkennung der etwas, halb und ganz abgerahmten Kuhmilch. Hierzu kann die vorstehende Fliesspapier-Fleckprobe auch Andeutungen gewähren. In der Kälte eingetrocknet ist der Fleck in der Mitte, der eigentliche Milchfleck, wenig fetthaltig, also sehr schwach oder bei ganz abgerahmter Milch gar nicht im durchfallenden Lichte für das Auge vertreten und ein Fettrand ist kaum vorhanden. In der Wärme eingetrocknet erscheint der Fleck in der Mitte nur wenig durchscheinend, ungefähr so wie bei 50-proc. Milch, der Fettrand aber, wenn er vorhanden ist, erscheint sehr matt und umzieht denjenigen in der Mitte in einer Entfernung von 4—8 mm. Diese Entfernung u nd dann das geringe Durchscheinende des Fleckes sind wesentliche Charactere einer Milch, welcher circa 3 / 4 des Rahmes entnommen sind. Die vollentrahmte oder centrifugirto Milch hinterlässt kaum einen Fleck und keinen Fettring. Sicherer wird die abgerahmte Milch erkannt durch die Kanzleipapier- oder Schreibpapier-Fleckprobe. Auf Streifen sehr guten weissen Kanzleipapiers °der starken weissen Briefpapiers werden einige Tropfen aufgesetzt, so dass jeder Tropfen die Form einer kleinen halben Erbse hat. Einen Streifen lässt man an der Luft liegen, den anderen legt man an einen Ort von 40—60° C. Die nicht abgerahmte, auch die mit Wasser verdünnte Milch liefert im letzteren Falle, also in der Wärme eingetrocknet, einen erhabenen Fleck, von dem Umfange des ursprünglichen Fleckes, eingeschlossen von einem 5— 12 mm breiten Fettrande Bnd der Fleck in der Mitte zeigt bei reiner oder nur wenig verdünnter Milch in seinem Innern bei durchfallendem Sonnen- oder Lampenlichte eine etwas dunkle Stelle. Die ganz entrahmte Milch, Magermilch, zeigt keinen Fettrand und die ^teilweise abgerahmte Milch hat wohl einen Fettrand, der aber höchstens 1mm breit und meist nur auf der einen Seite des Milchfleckes klar hervortritt. Ist der R aB d 1mm breit, so ist ein Gehalt von höchstens 1 Proc. Fett anzunehmen. Bei 2 mm Breite können 1,3 und bei 4 mm Breite 2,0 Proc. Fettgehalt angenommen werden. Auch hier ist die Dicke und die Glätte des Papiers von Euifluss und muss bei Aufstellung einer Musterkarte und zu den Versuchen immer nur dieselbe Papiersorte in Anwendung kommen. Für abgekochte Milch passt diese Probe nicht, weil dieselbe nur einen unbedeutenden Jettrand giebt und 650 Lac. Milchuntersuchung. kann selbst eine abgekochte reine KuhmHoh in dieser Probe für eine entrahmte gehalten werden. Der ohne Anwendung von Wärme oder durch Austrocknen bei 15 bis 16° C. gewonnene Fleck auf dem Kanzleipapier hält 6 — 7 mm im Durchmesser, ist im auffallenden Lichte mattglänzend, convex, glatt, eingefasst von einem 0,6—1,5mm breiten, nach Aussen fettreicher werdenden Rande. Diesen Rand erkennt man leicht im durchfallenden Lichte. Bei abgenommener oder theilweise entrahmter Milch ist dieser Fettrand matter, weniger hell durchscheinend und die Fläche des Fleckes ist nicht glatt, sondern von einem Adernetz von ähnlich wie die Fäden in einem Kreuzspinnenetz geordneten Rissen, mitunter auch von erhabenen, radial geordneten Linien durchzogen. Bei einer halb entrahmten Milch ist dieses Adernetz entweder grossmaschiger oder schwächer angedeutet. Bei verdünnter Milch ist der Fleck nicht convex. Bei der Untersuchung einer Milch müssen sowohl die Fliesspapier-, als auch die Kanzleipapier-Proben in der Kälte und Wärme zur Ausführung kommen; es sind also 2 Streifen Fliesspapier und 2 Streifen Kanzleipapier mit Milchtropfen zu besetzen, aber auch auf die Gegenwart von Borax und Natriumcarbonat (sub V) zu vigiliren, weil dann die Zusammensetzung der Milchflecke eine Modification erleidet. Durch Aufstellung einer Musterkarte dieser Flecke mit Milch von verschiedenem Fettgehalt kann der Milchprüfende in den Stand gesetzt werden, aus der Art der Flecke den Fettgehalt einer Milch mit ziemlicher Genauigkeit zu er- kennen, besonders bei den ohne Wärme eingetrockneten Flecken. Bei warmer Eintrocknung hängt die Grösse des Fettrandes zu sehr von dem Maasse der Wärme ab, welches Maass immer schwer innezuhalten ist. Gleichzeitige Parallel- proben mit reiner Milch erleichtern ungemein die Beurtheilung der zu untersuchenden Milch. V. Empirische Probe auf einen Soda- oder Boraxgehalt der Milch. Zur Ausführung derselben mischt man 1 CC. Jodtinctur (1 : 10) mit 9 CC. eines 90-proc. Weingeistes und giebt dieses Gemisch zu einem gleichen Volumen (10 CC) der Milch. Bei Abwesenheit jener beiden Salze erfolgt sofort eine flockige Ca- se'in-Ausscheidung, nicht aber, wenn das eine oder das andere Salz in der M'd f ' n gegenwärtig ist. Die Asche (sub X) giebt genaueren Aufschluss. VI. Bestimmung der Trockensubstanz. Zu einer schnellen Bestimmun? benutzte HAGER zwei Wege, nämlich im Blechgefäss und im Fliesspapiergefäss- Der letzteren Methode räumt er den Vorzug ein. Das Blechgefäss besteht aus Weiss- oder Messingblech, wie beistehende Figur angiebt. Der 1 hat eine Höhe von circa 3 mm und Fig. &6. Blechpi'innchen zum Austrocknen der Milch. >| 2 Grösse. der Boden einen Durchmesser von circa 5 Ctm. Diese Grösse reicnt für 2 —3 g Milch aus. Gehalten wird es mit einer Blechzange. Hebet dem Cylinder einer brennenden Tisch- Petroleumlampe mit Rundbrenner unter Hin- und Herbewegung gehalten erfolgt die Eintrocknung '«» Verlaufe von 5—8 Minuten. Das Papiergefäss besteht aus Fliess- oder Filtrirpapier. Ein 16 Ctm. lange und 12 Ctm. breiter Papierstreifen wird in seiner Länge in der Mitte gebroche > zusammengelegt, so dass der Doppelstreifen eine Breite von 6 Ctm. hat. - a Lac. Milchuntersuchung. 651 "wickelt ihn nun um ein cylindrisches Glasgefäss von 2,5—3 Ctm. Durchmesser, so dass die gebrochene Kante nach Oben, der offene Rand nach Unten liegt. Dieser letztere Theil wird nun 2—3 mal eingelegt oder eingeschlagen und man erhält einen kleinen Becher aus Filtrirpapier von 3 — 3,5 Ctm. Höhe und circa 3 Ctm. Weite. Derselbe wird an einem heissen Orte ausgetrocknet, sein Gewicht bestimmt und dieses mit Bleistift auf dem Becher bemerkt. Dann werden 2 g der Milch tropfend eingewogen und nun der Papierbecher auf einer Bleehscheibe an einen 60—100° C. warmen Ort (in eine Ofenröhre oder in ein Porcellan- oder Blechgefäss, welches im Sandbade steht) gestellt. Die in den Filtrirpapierbecher eingetropfte Milch wird sofort von dem dicken, in Falten liegenden Boden aufgesogen. 5 Versuche mit einer und derselben Milch ergaben auffallend genau tibereinstimmende Resultate, während in den Blechgefässen Divergenzen von 0,01 — 0,02 g nicht a "sblieben, in letztern kann aber alsbald die Verwandlung in Asche erfolgen. Drängt die Zeit nicht, so giebt man in ein mit flachem Boden versehenes ßeekenglas (wie solche Handb. Bd. I, S. 211 bildlich dargestellt sind) oder in e, n anderes Gefäss mit flachem Boden (Gefäss aus Weissblech) 10g der wohl ^rchschüttelten Milch und stellt an einen heissen Ort (Ofenröhre, Sandbad) zum ^trocknen. Eine Wärme über 100° C. ist zu vermeiden. Ist das Beckenglas ^~~7 Ctm. breit, so ist die Aijstroeknung in wenigen Stunden beendet, obgleich che Wägung des Troekenrückstandes auch nach Beendigung der übrigen Opera- _ 10 nen zurecht kommt, also gerade nicht eilt. Der flache Boden des Gefässes lst ein wesentliches Erfordorniss und soll die Milchschicbt nicht über 2 mm dick ® ein - Eine normale Milch giebt 12—16 Proc. Trockenrückstand, am häufigsten 14 Ws 15 Proc. Man kann auch die Milch mit ihrem halben Gewichte China-Clay oder weis- , eni Bolus eintrocknen, es müssen aber dann diese Erden vorher scharf ausge- r °eknet und auch bis auf 150° C. erhitzt sein, ehe sie mit der Milch gemischt er den. Ein im Wassorbade getrocknetes China-Clay enthielt immer noch Wasser, dass der Milchtrockenrückstand damit nie das richtige Maass ergab. Wog le _ für gjgjj e - T1 , 0 t n >eknete Milch 1,5g, so wog die mit dem halben Gewicht ^na-Clay eingetrocknete 1,4—1,45 g. , VII. Bestimmung des Gehaltes an Casein (Protein) -j-Fett; Jod-Wein- pistfälhmg. In ein Becherglas von ca. 120 CC. Rauminhalt giebt man 20g der j*ohl durchschüttelten) Milch, verdünnt mit 10 CC. Wasser und vermischt sie mit ,i) 4 g einer 5-proc. weingeistigen Jodlösung (oder 2 g Tinctura Jodi), welche mit , CC. eines 90-proc. Weingeistes verdünnt sind, und dann mit weiteren 30 CC. Selben Weingeistes, rührt oder schüttelt gut um und bringt nach einer Viertel- a' Ul \^ die M1sclm ng auf ein mit Wasser frisch genässtes Filter. Enthält ie Milch Zusätze von Borax oder Natriumcarbonat (sub V), so sind der Jod- v JSlln S 1—1,5 g Essigsäure zuzusetzen. Die Filtration geht leicht und schnell W» Statten. Was sich von dem Niederschlage etwa an die Wandung des Ge- b S8es angesetzt hat, ist mit einer Feder, einem Pinsel oder dem Finger abzurei- ^> mit 67—68-proc. oder verdünntem Weingeist zusammenzuspülen und in aas '.'«* zu bringen. Durch Anfgiessen von 67 —68-proc. Weingeist wird der „Verschlag gewaschen, dabei auch mit einem glatten Stäbehen durchrührt, bis w eine gelblichweisse bis weissliche Farbe zeigt. Nach dem Abtropfen wird a ^ F üter auf Fliesspapier ausgebreitet, der Niederschlag mittelst eines Messers Jj* abgerundeter Spitze in ein tarirtes. 40 -50 CC Raum fassendes Becherglag gegeben, darin in dünner Schicht ausgebreitet, an einem 60- Ht L. warmen ^ rte , zuletzt in einer Wärme von 100-110« C ausgetrocknet und dann seinem Richte nach bestimmt. Dieser Niederschlag repräsentirl ■>/„ der Lactoprotem- 652 Lac. Milchuntersuchung. Stoffe (hauptsächlich Case'in) mit dem Butterfett. Er beträgt 1,2—1,9 g, gewöhnlich oder in den meisten Fällen 1,4—1,7 g oder 7—8,5 Proc. Er ist gelblich- weiss, nicht hygroskopisch, aussen fettig und enthält nur Spuren Jod. Wenn eine Milch n ; cht unter 7 Proc. Jod-Weingeist-Niederschlag giebt, 80 ist sie weder eine abgerahmte noch eine verdünnte. Es können nur Fälle eintreten, welche die Bestimmung des Fettes erfordern, wenn z. B. das spec. Gewicht zu gross oder zu gering ist, oder wenn dieser Jod-Weingeist-Niederschlag unter 7 Proc. herabgeht. In diesem Falle verfährt man in folgender Weise: VIII. Fett- und Case'in- (Protein-) Bestimmung. Mittelst eines Messers oder scharfen Spatels wird der trockne Niederschlag (sub VII) nach der Wägung von der Wandung des Gefässes abgestossen und mittelst des (glasirten) Handendes eines porcellanenen Mörserpistills in sehr kleine Stücke zerdrückt, dann auf ca. 35—40° C. erwärmt, nun zweimal mit je 4—5g Benzol übergössen und damit durchschüttelt. Nach einigen Minuten wird das Benzol unter Beihülfe eines kleinen, mit lockeren Glaswollenbäuschen abgeschlossenen Trichterchens in ei» tarirtes Beckenglas (Handb. I, S. 211) klar abgegossen, dann der Rückstand m>t Aether nachgewaschen und getrocknet, um ihn in einem kleinen Mörser in ei» grobes Pulver zu verwandeln, in das Eintrocknungsgefäss zurückzugeben, » ier noch einmal auf 35° C. erwärmt zuerst mit Benzol, dann mit Aether unter D e ' canthation auszuwaschen. Ein Verlust an Fett im Betrage von Y20 der gesammelten Fettmenge ist trotz sorgfältiger Extraction in Rechnung zu stellen. Der Benzol-Aether-Auszug hinterlässt abgedampft das Butterfett aus 20 g Milch. P ie Menge dieses Fettes -f Case'in muss gleich dem Gewichte des Jod-Weingei 8t ' Niederschlages sein oder die Fettmenge ist gleich dem Gewichtsverlust, welche 0 der ausgetrocknete Niederschlag aus der Fällung mittelst Jod-Weingeistes durc die Extraction mit Benzol und Aether erleidet. Gute Kuhmilch enthält nach mittelmässiger Fütterung 2,5—4,0 Proc. Fett, bei guter Heu - Fütterung und guter Race kann dieser Gehalt bisweilen bis aU G Proc. steigen, in den meisten Fällen beträgt er 2,75—3,5 Proc. Der vom Fette befreite Niederschlag + l j b seiner Menge repräsentirt de» Gehalt der Milch an Proteinstoffon und beträgt bei guter Milch durchschnitt! 10 5 Proc. Selten steigt er auf 7 Proc. Bei noch grösserem Gehalt wird die **" verdächtig, einer kranken Kuh entnommen zu sein. Das fehlende J / 5 Prote Stoff (Albuminoid) ist in dem Filtrat vom Jod-Weingeist-Niedcrschlag (VII) enthalte»- IX. Milchzucker- (Lactose-) und Albuminoid-Bestimmung. "» vom Jod-Weingeist-Niederschläge (sub VII) gesammelte Filtrat, welches noch tr e Jod enthält, wird gemessen oder gewogen, dann davon der 10. Theil entnonim > dieser mit 5 —10 CO. Wasser verdünnt, mit einigen Tropfen Aetznatronlaug entfärbt und darin'der Milchzuckergehalt mittelst kalischer Kupferlösung st» metometriseh oder volumetrisch, je nachdem man diese Lösung normirt zur 1 hat, bestimmt. Die Bestimmung erfolgt in der kochend heissen oder sieden Zuckerlösung. Bei guter Kuhmilch werden hierzu 13—15 g oder CO. der Kup * e lösung erforderlich sein. Da 1 Th. der normalen kaiischen Kupferlösung 0,0 ^ Th. Milchzucker entspricht, so wäre hiernach der Milchzuckcrgehalt 4,3 >^ Proc. Nur selten steigt er bis 5,5 Proc. Der übrige Theil des Fütrats * ^ am luftigen Orte (wegen des Gehaltes an freiem Jod) bis auf circa 15 CC._ a 8 dampft, dann bei Wasserbad wärme zuletzt bei 110° C. zur Trockne gebrac^_- Bei guter Milch beträgt dieser Trockenruckstand + '/., seines Gewichtes *■> 1,5 g oder 5—7,5 Proc. vom Gewichte der Milch. Von diesen Procente» * men 3—5,5 auf den Milchzucker, 0,4—0,6 auf Aschcnbcstandtheile und V 2,5 auf jodirte Albuminoidsubstanz. Geht das Gewicht des Trockenriicksta»^ des Filtrates über 7,5 Proc. hinaus, so können entweder Verfälschungen Lac. Milchuntersuchung. 653 Rohzucker, Dextrin, Stärkezucker, Rübensaft etc. vorliegen oder die Milch entstammt einer kranken Kuh und enthält eine übermässige Menge eiweissartigen Stoffes. Bei einer Verfälschung mit Stärkezucker würde auch ein bedeutend hoher, über 5,5 Proc. vom Gewichte der Milch hinausgehender Milchzuckergehalt angetroffen worden. In der Milch kranker Kühe steigt der Albumino'id - Gehalt oft über 2,5 Proc. Dieser mit Albumino'id bezeichneter Stoff könnte in der schwach essigsauren Lösung mit Mercurichlorid, welches ihn fällt, bestimmt werden, doch genügt wohl die Bestimmung durch Berechnung. In diesem Falle ist die Bestimmung des Aschengehaltes des Trockenrückstandes (des Filtrats aus der Jod- Weingeistfällung) nothwendig und 0,04 g Jod als Bestandtheil dieses Trockenrück- standes in Rechnung zu stellen. (Dieser Jodgehalt wurde in 3 Analysen zu 0,058, °>059, 0,062 g gefunden und davon in der Asche der dritte Theil desselben Nieder angetroffen. Hiernach wäre durchschnittlich ein Gewicht von 0,04 g Jod v °m Gewichte des Trockenrückstandes in Abzug zn bringen). Das Gewicht des Trockenrückstandes des Filtrats aus der Jod-Weingeist- föllung sei z. B. (1,26+0,14 =) 1,4. Der Milchzuckcrgehalt des Trockenrückstandes betrage (0,0954xl0=)0,954g, der Aschengehalt (0,0936 + 0,0104=)0,104g nn d der Jodgehalt 0,04 g, so beträgt der Albumino'idgehalt (1,4—1,098=) 0,302 g °? er 1,51 Proc. Enthält die Milch Borax oder Natriumcarbonat, so wäre auch * vorstehende Berechnung entsprechend zu modificiren. Wäre der Jod-Wein- s e istniederschlag (VII) + Verdampfungsrückstand des Filtrats von diesem Niederlage (IX) —0,04 Jod = dem Trockenrückstande der Milch (VI, auf 20g "°h berechnet), so ist die Analyse auch eine richtige. Mit Albumino'id ist der Kürze halber die Summe der Substanzen bezeich- ? e t, welche weder Milchzucker noch Casein noch Aschenbcstandtheile sind, welche ln der Jod-Weingeistfallung nicht abgeschieden werden und in dem Filtrate von eni Prote'in-Fett-Niederschlage (sub VII) verbleiben. äsch X. Der Aschengehalt der Milch wird durch Eingang des Milch -Trockenrückstandes bestimmt. Er he- trä gt 0,5—0,9 Proc, gewöhnlich 0,6—0,7 Proc. Diese vorstehende Methode der Milchprüfung berührt , e 1 unkte, welche die Milch als gute und verfälschte er- v nen lassen. Eine andere, aber weniger glatt, und bequem q rlauf endc Methode besteht darin, die Milch mit ihrem halben Wichte ausgetrocknetem China- Clay oder weissem Bolus er Z ". oc knen, mit Benzol und Acther, dann mit Wasser zu . Wpfen, um im Benzol-Aether-Auszuge das Fett, im wäss- scl \ Milchzucker zu bestimmen. Die Extraction ge- Pa" t aUf <5em Wc » e der Verdrängung mit Hilfe eines Ap- v es, wie er in beistehender Figur im Verticaldurchschnitt ro ^ ge S e nwärtigt ist. Derselbe ist ein 2,5 Ctm. weites Glas- w , ' an der unteren Oeffnung mit, durchbohrtem Kork, in u j ■ en em offenes Glasrohr eingesetzt ist, geschlossen. In eh 1Ilneiü () eüining des Glasrohres ist ein lockeres Bausch- 1 Glaswolle geBteckt und dieses mit einer Seheibe Fliess- l 11G r oder Leinwand bedeckt. Kurze TTnhai-aiafct Akt Mil/Vhnvrtfnnir. Die sub I, ", HI, suchu ll 'zc II eher sieht der Milchprüfung. J V, V, VI, VII angegebenen Momente der Unter- n g genügen im allgemeinen zu erkennen, ob die Milcn Fig. 87. Kleiner tlppla- cirapparat im Huhnn- auveli^dinitt.t-Glasrohr, d Deckel, p Fliesspapier- Bcheibe, k Kork, g Ab- ÜUNsrohr. 654 Lac. Milchuntersuchung. eine normale oder verdünnte oder entrahmte, ob sie mit Borax oder Natrium* carbonat versetzt ist, und nur in besonderen Fällen werden die sub VIII, IX und X erwähnten Operationen erforderlich. Wenn zu einer vollständigen Untersuchung geschritten werden soll, s< kommen folgende Fragen, Punkte und Operationen in Betracht. 1. Ist die Milch eine gesunde Milch? Erforschung der Gegenwart und Abwesenheit von Schleim, Eiter, Bacterien, Algen, Wolken im mikroskopischen Bilde. Grosse Kugelchen besetzt mit kleineren, erstere nicht vollständig durchsichtig bei gelblicher Farbe der Milch deuten auf Colostrumkörperchen (Colostrum nennt man die 1 Tag vor, während und 2 Tage nach dem Geburts- geschäfte abgesonderte Milch, Handb. II, S. 328). Eine Milch, welche Colostrumkörperchen oder Milchdrüsen-Schleimhautzellen enthält, ist verwerflich, wenn auch nicht gesundheitsschädlich, so doch Ekel erregend. 2. Specif. Gewicht. Es ist 1,0285—1,033, in den meisten Fällen 1,029 bis 1,032 bei 15—16° C. Eine entrahmte Milch ist schwerer denn 1,032 und eine mit Wasser verdünnte leichter denn 1,0285. Ein Gemisch aus Wasser und abgerahmter Milch kann das spec. Gewicht normaler Milch haben. Das spec- Gewicht einer voll entrahmten Milch oder der Centrifugen-Milch ist 1,038—1?^ ^ (Fettgehalt 0,4—0,6 Proc.). Das Maass der Verdünnung mit Wasser lässt sich annähernd berechnen (vergl. oben sub II, 8. 647). 3. Erkennung einer Verdünnung mit mehr den 10 Proc. Wasser» Spiritus-Milchprobe, Fliesspapier-Fleckprobe (sub III u. IV, S. 649). 4. Ist die Milch etwa eine halb oder ganz entrahmte (Magermilch) Kanzleipapier-Fleckprobe (sub IV, S. 649). 5. Enthält die Milch etwa einen Borax- oder Natriumcarbonat-Zu- satz? (sub V. S. 650). lg, höchstens 1,5g wären auf 1 Liter Milch zulässig- 6. Bestimmung der Trockensubstanz der Milch. Diese beträgt bis 16 Proc, meist 13—14 Proc. (sub VI, S. 650). 7. Bestimmung des Caseln- und Fettgehaltes oder Prote'in + F e Gehaltes. Dieser beträgt 6,0—9,5, meist 7 — 8,5 Proc. Bei letzterem Gebalto liegt weder eine Verdünnung noch Entrahmung vor. Geht der Gehalt unter Proc. herab, so wird die specielle Bestimmung des Fettgehaltes nothwendig, we nicht schon das spec. Gewicht Andeutungen auf Verdünnung oder Abrahm gab. Beträgt z. B. der Gehalt an Caseln + Fett 5,6 Proc. und das spec «^ wicht der Milch ist 1,034, so ist die Milch theilweise entrahmt. Ist aber spec. Gwicht 1,027, so ist die Milch verdünnt. Im trstern Falle wür ^^ Fi i). Fettgehalt circa 2,2 Proc, im letzteren Falle 2,7 Proc betragen (sub VII, s - 6Ö '' 8. Fettgehalt. Derselbe beträgt 2,5—6 Proc, gewöhnlich nur 2,8^' ' am häufigsten 3 Proc. Eine gut abgerahmte Milch (Centrifugen-Milch) enthalt 0,5 Proc. Fett bei einem spec. Gewicht von 1,038 (sub VIII, S. 652). 9. Prote'ingehalt ohne Albumino'id oder der Caseingehalt beträgt 3 — meist 3 — 4,5 Proc (sub VIII, S. 652). 10. Milchzuckergehalt beträgt 4—6, meist 4—5 Proc. (sub. IX, S. 65 )• 11. Milchzucker-Salz-Albuminoidgehalt, der Verdampfungsrückstar^ des Filtrats aus der Jod-Weingeist-Fällung. Er beträgt 5—7,5, meist 6—7 vx ' Ungefähr der 5. Theil seines Gewichts ist das Albumir.oid, welches durch J' Weingeist nicht gefällt wurde und im Filtrate verbleibt (sub IX, S. 652). 12. Aschengehalt beträgt 0,5—0,9, meist 0,6—0,7 Proc. Eine Milch von 1,0292 spec. Gewicht bei 16° C. ergab einen Gehalt vo Lac. Kuhbaum. — Lacca. 655 3,3 Proc. Fett, 8,8 Proc. Protein- + Fett, 5,5 + 1,1 = 6,6 Proc. Protein, 6,25 Proc. Trockenrückstand des Filtrats aus der Jod - Weingeistfällung, 15,1 Proc. Trockensubstanz der Milch und 0,65 Proc. Asche. Die 6,25 Proc. Trockenröckstand des Filtrats aus der Jod-Weingeistfällung zerfielen laut Analyse in 4,53 Milchzucker, 1,12 Albuminold, 0,038 Jod und 0,56 Asche. Zwei Milchsorten A und B von 1,0292 und 1,0331 spec. Gewicht ergaben mit ' gleichviel Wasser gemischt bei 15,5° C. Flüssigkeiten von 1,0148 und 1 >0l56 spec. Gewicht. Eine Milch ist mit Wasser verdünnt, wenn das spec. Gewicht geringer a ' s 1,028 ist, in der Spiritus-Probe nicht genügt, der Trockenrückstand unter *L5 Proc. und die Trockensubstanz aus dem Jod-Weingeist-Niederschlage unter ^>° Proc. herabgeht. Die Milch ist zum Theil oder ganz entrahmt, wenn der ie lialt an Proteinstoff aus der Jod-Weingeistfällung um 0,5 mehr als das Doppelte es Fettgehaltes beträgt, weil der Fettgehalt in normaler Milch gewöhnlich 1 / 2 ' °viei oder mehr als J / 2 von der Menge jenes Proteins beträgt. Werden z. B. »* Proc. Fett und 4,8 Proc. jenes Proteins abgeschieden, so ist die Milch tlieil- *eig e entrahmt und dies um so sicherer, wenn das spec. Gewicht über 1,032 bma usgeht. Rase, Prüfung desselben. Bei der Analyse des Käses liegen die Be- swmtmingen 1) der Proteinstoffe, 2) des Fettes, 3) des in Wasser löslichen x tractivstoffes, 4) des Kochsalzgehaltes und 5) der Asche vor. literatur. Empfehlenswert}! ist: Chem. phys. Analyse der Milcharten on Nicolaus Gerber (Bremen, Verlag von IIeinsius). Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Verfälschung deren Nachweisung von Dr. J. König. Berlin, Verlag von Jul. Springer, 1880. . Lehrbuch der hygienischen Untersuchungsmethoden. Eine An- eitu ng etc. von Dr. med. C. Flügge. Leipzig, Verlag von Veit & Co. 1881. ■g " er Kuhbaum, Brosimum Galactodendron Don, Galactodendron utile *HI, UP.r Mi+fnl _ K Tv»nvib-rmiQnlin TWilnliVianm OTl+liölf ßinan ilnv ITnllTYnlAll iillTl- lich> der Mittel-Amerikanische Milchbaum, enthält einen der Kuhmilch ähn- [e e ° Milchsaft, der in Stelle der Kuhmilch genossen wird. Die Fettsubstanz Saft 6S ' das Gtälactin, ist wachsartig und wird zu Kerzen verarbeitet. Der „ l enthält bis zu 35,2 Proc. Wachs und verseifbare Substanz, zu 2,8 Proc. «cker, i ;7 Proc _ Prote i nstoffe . Lacca. form kommt verschieden geformt in den Handel. Der in Blätterig' ev Tafellack, ist derjenige, welcher gewöhnlich im Detail-Verkauf ab- F Mibcn wird. Die Lack- und Firnissfabriken benutzen den billigeren Lack in Uck V ° n dickoren Stücken und Tafeln, den Kuchenlack oder Klumpender h Und den reineren in Form runder glatter Tafeln, den Blutlack (wegen waunrothen Farbe) oder Knopflack. M Ueber don Ursprung des Gummilackes oder Schildlaekes äussert sieb John suW MANN (Amerik. Apothekerzeitung 1881, Nr. 18) dahin, dass diese Harzig n ' cht Pr <>dtlot des Vegetabils in Folge des Küsselstiches von Coccus sti to , Ca ' 1 B0nd ern das Product dieses Insects sei. Dieses Harz habe eine überein- Sein^T 1 Zl,sam mensetzung, obgleich es auf verschiedenen Pflanzen vorkommt, 0 Zusammensetzung sei auch von der Art, dass es nur thienschen Ursprunges 656 Lncca. sein könne, und endlich sei es unmöglich, an Rinde und Holz der betreffenden Vegetabilien "Verletzungen aufzufinden, um es als Exsudat zu erkennen. Arizona-Schellack, California-Schellack. Ersterer bedeckt die Zweige des Kreo sotstrauches, Larrea Mexicana Moricand, einer im nord-westlichen Amerika häufigen Zygophyllee. Dieses Harz scheint das Product des Coccus Lacca zu sein, denn es bedeckt die Zweige des Strauches in dicken Krusten. Dass diese Waare in den Handel komme, wurde angegeben. Wegen des Geruches ist dieses Harz nicht so zu verwenden wie Schellack, denn nach alten Nachrichten soll dieser Geruch so stark sein, dass die Eingeborenen bei ihren Wanderungen durch wüste Gegenden einen Ballen des Harzes an einer Leine nach sich ziehen, um den Rückweg, dem hinterlassenen Gerüche folgend, wieder aufzufinden. D er California-Schellack wird auf der Acacia Grerjgii angetroffen. Die Zusammensetzung der beiden Harze soll mit derjenigen des Schellacks ziemlich übereinstimmen. Auch ein rother Farbstoff ist in den Harzen vorhanden, welcher sich bei dem Untertauchen der mit dem Harze incrustirten Zweige in kochendes Wasser am Boden des Kessels wie Lackdye ansammelt, während das gesch« 10 '' zene und erweichte Harz in dem Wasser herumschwimmt (ph. Centralh. 1880, S. 221). Prüfung. Den Schellack auf einen Gehalt des Harzes der Nadelhölzer z u prüfen, verwandelt man ihn in ein grobes Pulver, ttbergiesst ihn mit der 25—3y* fachen Menge gesättigter Boraxlösung und kocht 30 — 40 Minuten. Lactescirt die hieraus folgende Lösung beim Erkalten oder auf Zusatz von etwas kalten* Wasser, so liegt auch eine Verfälschung mit fremden Harzen vor (Hager)- ™ ie Prüfung mit Benzol vergl. Handb. II, S. 330. Das spec. Gewicht des reinen Schellacks ist 1,143 —1,145. Da Koloph° n und die Harze der Nadelhölzer speeifisch leichter sind, so lässt sich eine Verfälschung mit diesen Harzen auch durch Bestimmung des spec. Gewichtes nacB" weisen. Das spec. Gewicht des Kolophons ist 1,112—1,120. Die Bestimmung des spec. Gewicht erreicht man durch Schwimmenlassen in einer Kochsalzlösung Der Schellack ist zu zerreiben, so dass er die Form kleiner Species hat. " a Umrühren muss einige Minuten dauern und geschieht mit einem Glasstabe, den die Luftbläschen hängen den Schellackpartikeln kräftig an und erschweren das Experiment. Das spec. Gewicht des gebleichten Schellacks wurde zu 1,052 1,056 gefunden. . Gebleichter Schellack (Handb. II, S. 330) wird nach J. M. Edeb dadurc hergestellt, dass man 100 Th. Schellack mittelst 40 Th. kryst. ^atriu^ carbonats unter Kochung in 1500 Th. Wasser löst, colirt und mit einer trirten Lösung von 100 Th. 30-proc. Chlorkalk und 100—120 Th. \ r ^V e Natriumcarbonat in 2000 Th. Wasser mischt. Nach 2 Tagen wird Flüssigkeit nach und nach mit verdünnter Salzsäure versetzt, so lange ^ eine Ausscheidung stattfindet. Das ausgeschiedene Harz wird alsbald auf em geg Colatorium gesammelt, unter Umrühren mit Wasser ausgewaschen, dann in ^ el \ eü Wasser eingetragen und darin geschmolzen, endlich wird ihm durch Kne Seidenglanz gegeben. Sollte der Schellack einen gelblichen Farbenton zel | eD ' teIJ legt man ihn in filtrirte Chlornatronlösung und giebt ihm darauf durch Bürs^ wiederum Seidenglanz. Dieser Schellack soll sich in Weingeist leicht lösen ^ zur Erreichung dieses Zweckes ein Einweichen in Aether tiberflüssig sein. ^ soll ferner etwas sprödere Ueberzüge geben als der mit Knochenkohle entta^ Zur Erlangung einer klaren Lösung in Weingeist wird ein Zusatz von Kreiae ^ ^ Gyps empfohlen. (DiNGLER's polyt. Journal, 1877, ph. Centralh. 1877, »• Lacca. Lacke. 657 Resina Xanthorrhoeae (Handb. II, S. 331). Von Boukbaud -wurden dem Akaroidliarz die Benennungen Laque Xanthorröine, Resine mielleuse, ^onigharz, wegen des Geruches und der Farbe des Honigs, beigelegt. Dieses üarz wird in Neu-Holland bei Magenleiden, Durchfall und Asthma angewendet. ^anthorrhoea arborea soll das Black-boy-gum, Sehwarzknabengummi, ei n rothos Harz, liefern. Flammen, Bengalische. Theaterflammen. Die Flammensätze, in welchen Schellack ein Bestandtheil ist, sind unter Kali chloricum, 8. 600, erwähnt. Bronzclack, Pariser, wird aus 40 Th. Schellack, 3 Th. Benzoe, 2 Th. Ur achenblut, 1 Th. Copaivabalsam, 8 Th. Kampfer und 400 Th. 95- Proc. Weingeist bereitet. , Delphincum, Stiefellack, ist ein weingeistiger Lack aus Schellack, versetzt lt etwas Gurgunbalsam oder Copaivabalsam, Rosanilin und Kien- uss. Nach e i ner Untersuchung von Geisse eine Lösung von 75 Th. Schel- lae k in 150 Th. Weingeist, versetzt mit 8 Th. Thran und 1 Th. Kienruss. Firniss für Druck, Lichtdruck auf mattem Papier ist nach E. Geiss- ^ eine auf kaltem Wege dargestellte Schellacklösung in Borax enthaltendem passer (pharm. Centralh. 1880, S. 273, Arch. der Pharm. 1880, 2. Hälfte W 2 °8). J. M. Eder giebt folgende Vorschrift: 300 Th. Wasser, 24 Th. D °rax, 4 xh. Soda, 100 Th. frisch gebleichter Schellack und 10 Th. tin * n wer den gekocht, filtrirt. Das Filtrat kann mit etwas Cochenilleroth ' werden. (Ausfuhrliche Mittheilung in Dinglee's polyt. Journal 237, 2 38). «oldlack I. In eine Tinctur aus 100 Th. gepulvertem rothem Sandel- z und 1100 Th. eines 94 —95-proc. Weingeistes werden 200 Th. Kör hol tierl tind Gu ac k, 50 Th. Mastix, 80 Th. Sandarak, je 25 Th. Drachenblut migutt, je 20 Th. Orlean, Terpenthin und Copaivabalsam, rp 'arten Körper kleingestossen, eingetragen, unter öfterem Ägitiren mehrere lock maeerir t> dann zwei Tage zum Absetzen bei Seite gestellt und nun durch 5q er ® Leinwand unter Decanthation colirt. — II. 250g blonder Schellack, hof ak » 5g Drachenblut, 2g Anilingelb, 20g rothes Santel- 94__^' 15 S Venet. Terpenthin, 10g Gurgunbalsam werden mit 1 Liter 95-proc. Weingeist digerirt, filtrirt etc. säu °k ^ Al>LAK S °U eine klare weingeistige Schelllacklösung mitPikrin- re und etwa 1 / 2 Proc. Borsäure versetzt werden. Seh , 1 }^"^' rn ' ss (auf unechte Goldleisten), eine mit absolutem Weingeist bereitete KmM ac klösung unter Zerreiben in einem Mörser mit i L China Clav oder »eiü e gemischt. 12 »■ a* ' kouis KöHLBR'b, ist eine filtrirte Lösung von 12g Körner lack, °el s l? hellack und 4—6g Benzoe in 1 Liter eines 94-proc. Weingeistes. a, ifeet fUr (V '° Polltur selbst nicnt verwendet, dafür kann aber die mit Leinen schleif 86 " 6 Politur na ch dem Trocknen mit Oel abgerieben werden. Zum Ab- stejl Wird e, ne Mischung aus gelbem Wachs mit geschlämmtem Bim- p olvt 7 erwendet « (Neueste Erfindungen und Erfahrungen von Koller, 1877; 3 Chn - Notizbl. 1877; pharm. Centralh. 1877, S. 107.) folJf^l 1 - iid Wandtafellaek, Wandtafellack. Nach dem D. Maler-Journ. wird 70 b C ä Verfallren empfohlen: Man löst in gelinder Wärme 250 g Schellack und l^andarak in 2 Lit. Weingeist und andererseits 30g Guttapercha in 140g **•». Pharm. p raxis _ Suppl . 42 658 Lacca. — Lactuca. Terpentinöl. Beide Lösungen werden zusammengemischt, dann mit 500g fein abgeriebenem Schmirgel und 50gKienruss oder auch 120 g Pariser Schwarz oder Lackschwarz versetzt. Mit dieser Farbe wird das Holz dick angestrichen, die Tafel dann vertikal gestellt und an der unteren Kante die Farbe angezündet. Hierbei brennt der in der Farbe enthaltene Weingeist ab und man kann dann nochmals überstreichen. Man wiederhole diese Arbeit 4—5 mal, ohne jedoch den Weingeist abzubrennen. Hierdurch bekommt die Tafel ein ganz angenehmes Korn, welches das Schreiben nicht nur mit Kreide, sondern auch mit Schiefergriffel ermöglicht. Im Allgemeinen genügt eine Lösung von Schellack mit y i0 seines Gewichtes Sandarak, Y30 Copaivabalsam in 94—95-proc. Weingeist, gemischt mit sehr feinem Schmirgelpulver, Ultramarin und Kienruss. Formhals setzt den Lack zusammen aus: 135 Th. Weingeist, 16 Th. Schellack (gebleichten), 16 Th. Ultramarin schwarz oder Pariser Schwarz, 8 Th. geschlämmtem Bimstein, 1 Th. Pariser Blau, 8 Th. gebranntem Umbra, 16 Th. Siccativ. Nach einem D. Reichs-Patent vom 27. April 1879 besteht die Masse zum Wandtafolüberzug aus 200 g Copal in 400 g Aether gelöst und mit einer Lösung von 1 kg Schellack und 0,5kg Sandarak in 4 Lit. 90°/ 0 -igen Alkohol, feine' mit 150g Russ, 50g Ultramarin, 50g Venetianischem Terpentin und lkg feinen* Naxosschmirgel versetzt. Diese Mischung wird mit einem Pinsel aufgetragen un(1 der noch feuchte Ueberzug entzündet. Man giebt gleich nach dem Erlöschen der Flamme noch einen zweiten Ueberzug, den man aber nicht anzündet, sondern eintrocknen lässt. Auf der so präparirten, mit feinem Sandpapicr abgeschliffenen und kalt abgewaschenen Tafel soll man, wie auf einer Schiefertafel schreibe können. f Um Pappe, Papier, Holz, Zinn, Leder einen wasserdichten, zum Daran Schreiben geeigneten Ueberzug zu geben, löst man nach Rosenbach (D. R.-P a * en ' 300 Th. Sandarak und 300 Th. Schellack in 4000 Th. Weingeist, ver ' Betzt mit 600 Th. Diamant-Schmirgel, 150 Th. Kienruss und 30 Th. Ultramari» und trägt den Firniss warm auf den erwärmten Gegenstand auf. Stanniol-, Zinnlack, ein aus gebleichtem Schellack mit 94—95-proc. W ßl geist bereiteter und mit Anilinpigmenten gemischter Lack. Damit der U e ( , zug damit nicht rissig und brüchig werde, vermischt man den Lack mit 1—*" ' Proc. Gurgunbalsam. Lactuca. Lactucarinm (Handb. II, S. 335). Die Mischung des Lactucarium m |*/^ u . sigkeiten bietet Schwierigkeiten. Wenn es zu zähe ist, um es im trocknen ^ u stände mit Zucker, Salzen, Gummi im Mörser zu zerreiben, so zerschneidet ^ es in kleine Stückchen und zerreibt es im hoiss gemachten Mixturmörser gleichviel Glycerin und Weingeist. Ein Coliren durch Gaze oder durch ein nanntes Theesieb ist in jedem Falle nothwendig. T iuC a ■f Lactncarinm (Canadcnsc) aus Lactuca Canadcnsis Linn. und L>a ^ elonyata Mühlenberg hat Hiland Flowers einer Untersuchung unterw Er fand, dass diese Cichoraceen im Frühjahr einen süsslichen Saft aus ^.^ 9tw fe mit zunehmender Zeit und Entwickelung der Pflanzen aber der Saft Bitte> ^ bildet und dieser in dem Safte der im September und October S ei * aßl okloS e Pflanzen am reichlichsten vertreten ist. — Lactucarin bildet geschm .^ farblose nadeiförmige Krystalle, unlöslich in Wasser, wenig löslich in Lactuca. Lactuln. 659 Weingeist, löslich in heissem Weingeist, ferner in Aether, Chloroform, Petrolbenzin. Ueber den Schmelzpunkt (79,5 ° C.) erhitzt verflüchtigen sich die Krystalle. Schwefelsaure wirkt verkohlend darauf ein, Salpetersäure greift sie nur in der Wärme an. Lactucarin schied sich aus dem mit thierischer Kohle behandelten weingeistigen Auszuge jenes Lactucarium beim Eindampfen aus. — Lactucin bildet schmutzig weisse Schuppen, unter dem Mikroskop eine röthlich braune Oberfläche zeigend. Es ist in Wasser unlöslich, löslich in Weingeist und Essigsäure. Durch Aetzammon wird es nicht gefällt, aber der bittere Geschmack ver- änclert. Aus seiner weingeistigen Lösung wird es durch Wasser gefällt. Flößers erhielt es aus der vom Lactucarin befreiten weingeistigen concentrirten Flüssigkeit durch Wasserzusatz. — Lactucasäure wird durch Bleiessig gefällt, ls t aber in einem Ueberschuss desselben wieder löslich. Sie hat eine bräunlich 8 r ttne Farbe und einen scharfen bitteren Geschmack, ist in Weingeist löslich, mißlich in Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Petrolbenzin. — Lactucopi- , r in ist eine stark bittere, braune, amorphe Masse. Es wird durch Bleisalze n wht gefällt und ist in Wasser, Aether, Weingeist, Chloroform löslich. Der Lac- ™ c ariumrückstand, welchem die vorstehend erwähnten Stoffe durch siedenden Weingeist entzogen waren, gab an Schwefelkohlenstoff Kautschuk ab. Der J* c kstand nun mit Aether behandelt ergab ein gelbliches körniges Pulver etc. . e Angabe Aubergier's, dass die Lactuca Canadensis in therapeutischer Bezwing werthlos sei, beruht jedenfalls auf Irrtimm. Er untersuchte den Saft der nanze zu einer Zeit, wo die Bildung der Bitterstoffe noch nicht stattgefunden öatte (American. Journ. of Pharm. 1879, S. 343—346. Im Auszuge Archiv ^ er Pharm. 1879, 2. Hälfte, S. 555 u. f.). Die Beobachtungen Flowers' Stirnen mit denen von Ludwig, Kromeyer u. A. völlig überein. Lactucin ist ei narkotisch wirkende, chemisch indifferente Bitterstoff, dem die Wirkung des ctuc arium als Arzneistoff zukommt. da fi ^ J a e t u c i n u in, Lactucin (Lactucon nach Lenoir), welches Buchner zuerst ob m ^ Walz in Krystallen aus dem Lactucarium absonderte (vergl. OfK w urde als Arznei stoff versucht. Fronmüller wandte es in Gaben von „', ~"0,1—0,2 an. Als stärkste Einzelngabe wären 0,3, als stärkste Gesammt- 8 *°e auf den Tag 1,0 anzunehmen. bez ,,con schieden Fhanciiimont und Wigmann aus einem von Aobergier tem° S w ° U lactucarium aus. Dieses wurde zuerst mit Wasser, dann mit verdünnlief , n S e ist extrahirt. Der mit kochendem Weingeist behandelte Rückstand ]}• c ™o Flüssigkeit, welche abgekühlt warzenförmige Abscheidungen ergab, lief & t tztor °n aus Weingeist unter Beihilfe von thierischer Kohle umkrystallisin Sie r,6n m ^ aos ^°Pi scn kleine Krystallnadeln, deren Schmelzpunkt bei 296° lag. IüsVm in .^ ra88er unlöslich, in Weingeist schwer löslich, in Petroleum leicht ttient- 1 ' es scnem ' i^ dieses Lactucon das Lactucarin Flowers'. Die Ele- C j I aianf) lyso ergab die Formel C 14 II. 2 ,0. Die vordem aeeeptirte Formel ist 15 2i u - (Jahrcsb. über die Fortschr. der Pharm, etc. 1880, S. 198.) ': Syl'Up 8cn hicken Nehmen eines vollen Esslöffels etwas Chocolade zerkauen und. ver- <*. um die Wirkung dos Kaliumjodids abiusohwäehen. 42* 660 Laminaria. — Lauro-Cerasus. Laminaria. Laminaria ist durch das Tupeloholz als Quellsubstanz ersetzt worden. Lignnm Ifyssae, Tupeloholz. Tnpelostifte. Aus dem Nyssaholze oder Tupeloholze bereitet man sogenannte Quellmeissel, Quellstifte. Dieses Holz entstammt der Nt/ssa aquatica L., N. biflora Mich., dem Wasser -Tnpelobaum, einer an Flussufern und in den Sümpfen Carolinas wildwachsenden Nyssacee. Das Holz ist leicht, gelblich weiss und hat die Eigenschaft, viel Wasser in kürzerer Zeit aufzusaugen und zu einem mehrfachen Volumen aufzuquellen, als die Laminaria, nur ist das Quellvermögen etwas geringer. Der Querschnitt lässt unter dem Mikroskop schwammiges Parenchym mit Stärkemehl erkennen. Die vom Apotheker C. HaubNE» (Wien, Stadt, am Hof Nr. 6) bezogenen Stifte sind 4,5—5,0 Ctm. lang, cylindrisch, an dem einen Ende konisch zugespitzt, an dem anderen Ende mit einem Locne und einer Schnur versehen. Der Dickendurchmesser dieser Stifte ist ein verschiedener und beträgt 0,4—0,8 Ctm. Ein Stift von 4,75 Ctm. Länge und 0,» Ctm. Dicke quoll in Wasser im Verlaufe einer Stunde so weit an, dass krystallinisches Pulver (Polyeder, sphärische Facetten), bei 170 U bob ^.^ glasartig erstarrend. Es decrepitirt und zerfällt in eine schuppige Ma * 9e : z u- die geschmolzene Masse eine dünne Fläche, so entstehen statt der 8c ^£ f vo n gespitzte Krystallprismen. Ueber 180° C. erhitzt entstehen weisse Damp Lauro-Cerasus. — Lavandula. 661 angenehm balsamiecliem Geruch und die Masse erstarrt zu Oeltropfen. Ueber 200 ° erhitzt entstehen empyreumatische Producte. Verdünnte Säuren, selbst kochende Salzsäure, wirken nicht auf diese Blattsäure ein, diese bildet aber mit den Alkalien krystallisirende, in kaltem Wasser wenig, in concentrirter Aetz-Alkali- lüsung nicht lösliche, in Weingeist, Aether, Chloroform lösliche Salze. Die wäss- £ge Lösung dieser Salze lässt auf Zusatz von Salzsäure die Blattsäure als weisses ulvcr fallen, dasselbe weicht aber in seinem Polarisationsvermögen von dem der lattsäure vor der Verbindung mit Alkali ab. Vor der Verbindung war es I*"' ^ + 28, nach der Abscheidung aus der Salzverbindung «j = + 53. Das Po- jjfisationsvermögen des Kaliumsalzes in weingeistiger Lösung ist «j= + 56. as Aeq. Gewicht der Blattsäure ist 624 und ihre Zusammensetzung entspricht ^ er Formel C 7 2H«*0 16 oder C 3f ,H M 0 8 . Die sonstigen Erfahrungen und Experimente °UG(arel'8 über Kirschlorbeer und den Präparaten daraus: Charles Bougarel, tamygdaline et d'un principe nouveau trouve" dans les feulles d'un certain 0l *re des vegetaux, Paris chez Goupy 1877. d ,. t Aqua Lanro-Cerasi (Handb. II, S. 341). Ripping fand den Oelgehalt im Wlirten Wasser zu 0,3 Proc. Dieses Wasser enthält verschiedene Mengen rooniumcyanid, wodurch es sich vom Bittermandelwasser in sofern unterscheidet, Seit toros davon gewöhnlich eine geringere Menge zu enthalten pflegt und nur ■\y.. n n 'chts davon enthält. Uebcr die Unterscheidung der genannten beiden Rip Sei ' , res P* Erkennung des künstlichen Kirschlorbeerwassers findet man in daT-w 0 ' 8 ( Am 8terdam) Untersuchungen im Archiv 1876, 2. Hälfte, S. 526 u. f. jähere mitgetheilt. b e Plückicer nachgewiesen hat, werden in den Blättern des Kirschlor- durch starke Kälte die Stoffe zerstört, welche Cyanwasserstoff liefern. Aus r enen Blättern kann also keine Aq. Lauro-Cerasi hergestellt werden. still r"^ ^ Cum I jl " ir0 ^ cras i (Handb. II, S. 342). Umney sammelte durch De- spe n aUS den Kirschlorbeerblättern 0,0634 Proc. flüchtiges Oel von 1,0615 s! 3ir , ' ewicllt und mit 2 Proc. Cyanwasserstoff (Journ. de Ph. et de Ch. 1878, «er T • ^ 1 '^ onnun g des Nitrobenzols im Kirschlorbeeröle empfiehlt Enrico Pega Z1 , g , ÜSUn g des letzteren in etwas Weingeist etwas sehr reiner Kalilauge hinzu- Jl; , zen > dann mit einigen Tropfen Ferrichloridlösnng zu vermischen und die SchütM 8 ein!ge Stundcn beiseite stehen zu lassen. Hierauf wird nochmals umgebe' elt u nd dann destillirt. Das durch Destillation gesammelte Oel wird vom ■war ? ensten ^ ass e r befreit, auf einige Stücke Aetzkali gegossen und nun er- ^ t. ß e ; re ; nem Q e j e ti-itt keine Färbung ein, weil es in Kaliumbenzoat und e ; n Sers toff übergeht. Bei Gegenwart von Nitrobenzol tritt eine dunkle Färbung find * e ? en des entstehenden Nitrobenzids. Ausserdem entstellt auch etwas Anilin einige Tropfen Chlorkalklösung erzeugen eine violette Färbung. Lavandula. c assi.f„ an . divi »e de Lavende (Königseer Olität) besteht aus 1,0 Ol. Thymi; 2,5 Ol. Vajj*« 1 ™;; 4,0 Ol. Korismarim; 5,0 Ol. Caryophyll.; 20,0 Ol.. Citri; ^Yrit vV£ a -' 60,0 Ol. Bergamo«.; 2,5 Aetheris acot., lo"o Tinct. Moschi, 500,0 Spint. Vmi. !n c Uc n. i y.m° s ao 100,0; Picis nigrae contusae 5,0; Picis liquidae.10^0, Acetivnu 20,0. U( -Wbitam vltream ingesta macera lnterdum agitando per aliquot dies, tum ultra 662 Lavandula. — Ledum. — Linum. Sarepta-Balsam ist Balsamum Rigcnse (Handb, II, S. 347), im südlichen Knss- land im Handel. Maeggbaff erkannte ihn als ein mit Curcuma gefärbtes Destillat aus Calmuswurzel, Lavendelblilthen und 65proc. Weingeist. Auch der Rigaer Balsam wird oft statt mit Crocus mit Curcuma tingirt. Ledum. •{• Herba Ledi palustris. Das Pulver des blühenden Krautes vertritt das Persische Insectenpulver. Jwanow untersuchte (pharm. Zeitschr. f. Russland XV, 8. 577) die einzelnen Theile der ganzen Pflanze auf einen Gehalt an flüchtigem Oele. Die Wurzeln ergaben kein Oel, die Stengel ergaben dagegen mit Wasser ein trübes riechendes Destillat, wenig flüchtiges Oel enthaltend, die Blätter und Zweigspitzen vor der Blüthe reichliche Ledumcamphor-Krystalle, durchtränkt von flüchtigem Oele von unerträglich betäubendem Geruch. Die Blätter während der Blüthe ergaben weniger Stearopten, so dass das Destillat die Consitenz des Gänsefettes zeigte. Der Geruch war schwach. Die Blätter nach der Blüthe gegen Ende des Sommers gesammelt ergaben ein an Stearopten armes, * lß Olivenöl fliessendes Oel ohne betäubenden Geruch. Durch Ausschütteln des wäs8- rigen Destillats aus den Blättern und Zweigspitzen vor der Blüthe mittelst Aether 9 konnte ein dünnflüssiges gelbrothes Oel (C 8 H 10 ) gesammelt werden. Der durch Umkrystallisiren aus Weingeist gereinigte Ledumcampher schmilzt bei 101° UIJ d siedet bei 174°, ist in weingeistiger Lösung rechts drehend. Die Formel ist nac» Trapp C 2s II lf ,0 oder C 20 H 34 O). Der Geruch der Pflanze und der weingejstigen Tinctur ist nicht ohne Folg 6 und kann toxische Erscheinungen veranlassen. Linum. Die Leinfaser, Flachs, wird als Charpie angewendet, jedoch wird s 1 in dieser Beziehung der Baumwollonfaser nachgesetzt. Farina Lini. Leinsamenmehl als Cataplasma äussert bei manchen Persone eine eigenthümliche Wirkung, wie James Geokge Parson (Brit. med. Journ- > S. 773) berichtet, indem nach Anwendung des Cataplasma Schwellung des sichts mit Nesselausschlag eintrat, selbst eine Anschwellung der Schleimhaut Bronchien wurde beobachtet. Jeden Falles werden diese Wirkungen durch <• ozonreichen Zustand, in welchem sich frisch bereitetes Leinmehl befindet, veranlasst. Bei längerer Zeit gelagertem Leinmehl ist dieser Zustand wohl nicht nie vorhanden (Hager). Cataplasma Lini der Ph. Britica ist ein Gemisch aus 80,0 Leinmehl, 8 > Olivenöl und 200,0 kochend heissem Wasser. Cataplasma-Compresse Joanique inall örable, starkes Baumwollenzeug b ^git- mit einer anhaftenden dünnen Lage Leinmehl, welche Lage wiederum mit feiner maschiger Gaze bedeckt ist. Oleum Lini. Das Leinöl des Handels für pharmaceutische und medicinisc^ Zwecke ist zuvor auf Reinheit zu prüfen. Nicht selten enthält es Schwe > herrührend von der Art der Gewinnung durch Extraction des Leinsamenpu mittelst Schwefelkohlenstoffs. Ein solches Leinöl giebt auch mit Bloioxyd erü Linnm. Firnisse. Linoleum. 663 einen dunkelfarbigen oder grünschwarzen Leinölfirniss. Zur Prüfung auf Schwefelgehalt giebt man 3 CO. des Oels, ebensoviel Aetzammon und einige Tropfen Silberlösung in ein Reagirglas und erhitzt die Mischung bis zum Aufschäumen. Bei reinem Oele bleibt die Mischung gelb oder hellgelblich braun, bei Gegenwart v °u Schwefel aber dunkel moosgrün. Leinöl, frisch gepresst, 100 Th., ergab unter Saponification mit Kalilauge \>7 Th. einer harzähnlichen braunen Substanz, 5,8 Th. Glycerin, 93,2 Th. flüs- Bl ge, 7,5 Th. starre Fettsäuren (Hager). Säcc erhielt aus 100 Th. Leinöl Th. Glycerin, 94 Th. Oelsäure, 8 Th. starre Fettsäuren. Es handelte sich ^ m eine Verfälschung mit Rüböl. Bei Gegenwart desselben wären die starren Fettsäuren in grösserer Menge vertreten gewesen. , Das als Genussmittel auf den Markt kommende „frische Leinöl" ist kein *" gepresstes, vielmehr aus etwas stark erhitzten Samen abgeschiedenes, wodurch J" D Wohlgeschmack erhöht ist. Da die Oelschläger dem Leinsamen auch häufig ■* u bsensamen beimischen, so kann dieses Leinöl nicht als reines Leinöl in der Potheke verwendet werden. Dieses auf den Wochenmärkten käufliche Leinöl W mit Kartoffeln oder Brot genossen einen sehr angenehmen Geschmack und un- ® r ßält eine leichte Leibesöffnung, was den Aerzten wenig bekannt sein dürfte. risch gepresstes Rüböl wird wie dieses Leinöl genossen, und beide werden unter em Namen „Oele" oder „Leinöl" auf den Wochenmarkt gebracht. g Aquarium-Cement, eine Mischung aus je 30 Th. Blciglätte, feinem a^de, ßyp S p U i verj io Th. Colophoniumpulver und der genügenden len ge Leinölfirniss. j fottseisen-Sektttz soll eine Mischung aus 1 Th. Graphit, 4 Th. Bleisulfat, *"• Zinksulfat und 16 Th. Leinölfirniss sein. ..vher Kautschuk wird durch Erhitzen des Leinöls bis zur Butterconsistenz ^.Vermischen mit Schellack hergestellt. Die Masse soll sich mit Schwefel en resp. vulkaniseren lassen. Man vergl. auch S. 228. von .'""^'liss, schnell trocknender, wird nach Heumann durch Erhitzen jed r J ^ ern Leinöl mit 5g Manganoxydhydrat hergestellt. Es ist übrigens ab \ y°- ra tische Manganoxyd hierzu brauchbar, wenn es nur Sauerstoff leicht carl ^ a ' ier ^ st ^ as aus ^em Rückstande der Chlorbereitung durch Natrium- get ° n ^" 0t * 61 °- urc ' 1 Chlorkalk gefällte und an der Luft ohne Wärmeanwendung m °cknete Oxydhydrat besonders geeignet, das Leinöl schnell trocknend zu jg. . en< Es kann selbst noch feucht dem Leinöl zugesetzt werden, weil durch ist Ü -Z8n C ^' e ^ euc ttigkeit wieder verdampft wird. Das Erhitzen des Gemisches 1S zum Dampfen des Oeles zu steigern und 10—15 Minuten in dieser Höhe zu erhalten. Lei *£?°! eiIm .' Korktcppicli (D. R.-Patent 11464). 500g Colophon und ebensoviel mo . rn iss werden, jenes für sich geschmolzen, mit 3,5 kg Aetzam- LeT j^^ocht und in einem Verhältniss von 10:8 mit dick eingekochtem wi eQ n °i, D ' 8B ver mischt. Mit dieser Mischung wird straff gespanntes Zeug ^holt bestrichen und jedesmal mit Korkpulver übersiebt (Chem. Ztg. 1880, 747). zuerftt ■ * lnilss - Zur Darstellung werden 1000 Th. Leinöl iieiss u»^ Ist nt 15 ° Tb ~ Präparirtem Bloioxyd mit 40 Th. Leinöl zerrieben versetzt. Seh " Umrull reii Lösung des Bleioxyds erfolgt, werden nach und nach 15 Th. Sch\v efelbhlmen hinzugesetzt und die Kochung unterhalten, bis eine genugende e erre.inM ;.+ Endlich werden 10 Th. gebrannter Kienruss mit Lemöl erreicht ist. Schwi 4 Und trieben hinzugemischt* Wesentlich ist es, dassder zugesetzte vertr P 7 voll8ta nclig durch Blei gebunden wird und Bleioxyd im üeberschuss leie n bleibt. im onrim-Ar. *\,ii Q , a f ,w Firnis« schwer trocknend. Glasenapp »leibt, im anderen Falle ist der Firniss schwer 664 Linum. — Liquiritia. lässt diesen Firniss aus 1000 Leinöl, 150 Bleiglätte und 20 Schwefel herstellen. Hier ist der Schwefel etwas zu hoch gegriffen, und da Schwefelblei an der Luft nicht constant ist, so ist ein Zusatz von Kienruss nothwendig. Diesem Firniss schliesst sich folgender schon vor 30 Jahren angewendete an: Firniss für Papp-Dachungen. Dieser wird durch Erhitzen zunächst von 1000 Th. Leinöl, 100 Th. Bleiglätte, 10 Th. Schwefelblüthe hergestellt. Der bis zum Dampfen erhitzten Masse werden dann zugesetzt in feinster Pulverform: 50 Th. Graphit, 30 Th. Braunstein, 20 Th. Eisenmennige. Endlich wird eine durch Erhitzen bewirkte Mischung aus 50 Th. Schwarzpech, 50 Th. fein* zerriebenem Asphalt und 250 Th. Leinölfirniss dazugegeben. Trockenol, Chinesisches. Es wird nach H. C. Busse in Hannover (D. R.-P- Nr. 7175 vom 23. November 1878) Leinöl durch Knochenkohle filtrirt, dann in flache Bleipfannen gefüllt und nun je 50 k Oel mit 10 k Bleibsubacetat, 10 k Mennige und 0,5 k Manganoborat versetzt. Das Gemisch wird, mit einer Glasplatte bedeckt, dem Licht ausgesetzt auf 122° erwärmt und sechs Stunden lang ein auf 122° erhitzter, 10 Proc. Wasserdampf enthaltender Luftstrom hindurch" geleitet. Das Oel wird nun in flache Blechkapseln gefüllt, welche in einem Blech' cylinder aufgestellt werden, in dessen oberen Theil sich eine weithalsige Flasch 0 mit je 1 k Chloroform für 25 k Oel befindet. Nun leitet man in den Cylinde r einen 100° warmen Luftstrom und lässt die Luft durch ein Klappenventil aö Hoden wieder entweichen, worauf sich das Oel durch kräftige Oxydation in» er ' halb 8—10 Stunden in eine dicke, zähe Masse verwandelt. Inzwischen hat man Terpentinöl kurze Zeit in einem verschlossenen Gefässe auf 300° erhitzt nn hierauf mit 10 Proc. absolutem Weingeist vermischt. In diesem Gemisch l ös man bei 100° gleiche Theile der elastischen Oelmasse und lässt absetzen. ^° n diesem Trockenol soll eine geringe Menge genügen, Leinöl und Oelfarben rase trocknend zu machen. (Dingl. Journ. 235, S. 168.) Food for cattle, Tiiori.ey's, ein Viehfutter, soll aus Maissehrot und ei £ enl geringen Theile Leinsamenmehl bestehen. Da 50 kg einen Preis von 40 Mark hab eD ' so wird der Niihrwerth um 33,3 Proc. zu theuer bezahlt. Liquiritia. Radix liquiritiae glakae (Handb. II, S. 361) enthält im frischen Zustande laut Sestini's Untersuchungen Proc. 48,7 Feuchtigkeit; 1,65 Farbstoff, * ' Harz; 3,27 Glycyrrhizin; 29,62 Kohlehydrate; 10,15 Cellulose; 3,26 Protein > 0,022 Ammoniaksalz; 1,25 Asparagin; 2,08 Mineralsubstanzen. Die Asche e hält Carbonate, Silicate, Phosphate, Sulfate und Chloride des Kalium, N * tnU g Calcium, Magnesium und Eisens. 4 — 5 Th. der Wurzel geben 1 Th. Succ Liquiritiae aus (Gaz. chim., Ber. d. d. ehem. Ges. XI, S. 1249). D as9 !L, Glycyrrhizin theils mit Ammonium verbunden im Süssholze vorkommt, hat RoUb ^ gefunden (ebenso Hager vor 26 Jahren, vergl. unten S. 667). Durch scül .®° keit und lange Aufbewahrung geht Ammon zum Theil verloren und die S^'S^x der Wurzel geht zurück. Es ist daher nicht unzweckmässig, in Stelle der R» Liquiritiae überhaupt die Radix ammoniata Landerer's vorräthig z u na und zu dispensiren. Radix Liquiritiae ammoniata, ammoniirtes Siissholz, eine neue na( * ge schritt des Nestors der Pharmaceuten, des Prof. X. Lax DEBEB, hergestellte Vi J^ welche in Stücke zerschnitten und auch gepulvert Einführung verdient. Liquiritia. 665 Darstellung wird die Wurzel in Stücken, in Speciesform und als Pulver, letzteres in dünner Schicht in einen dicht geschlossenen Kasten gelegt, in welchem sich em Quantum Salmiak mit der 5-fachen Menge Kalkhydrat durchmischt befindet. knie 4-tägige Absorptionszeit genügt. Landerer sagt darüber: „Die den Ammoniakdämpfen ausgesetze Süssholzwurzel scheint mir, und ist auch eines der ausgezeichnetsten Mittel, den ekelhaften Geschmack vieler Arzneien, W] e z. B. des Copaiva-Balsams, der Asa foetida, selbst auch die Bitterkeit des ^bmins zu bemänteln. Werden einige solche mit Ammoniakdämpfen imprägnirte ^üssholzwurzcl-Stücke nach dem Einnehmen jener vorgenannten Arzneien in den Mund genommen und gekaut, so verschwindet jeder unangenehme Geschmack und 5 er Patient erinnert sich nur an den süssen Geschmack der Süssholzwurzel. "Weh den Einfluss des Ammoniaks auf das Glycyrrhizin wird der süsse Geschmack der Wurzel ungemein erhöht." Extractum Li quiritiae ammoniatum wird wie das Extract. Liquiritiae r adicis (Handb. II, S. 362) bereitet, nur wird in Stelle des Wassers eine Lösung v °n 30g Ammoniumcarbonat in 10 Litern Wasser auf 1500g der Wurzel ^gewendet. Das Abdampfen geschieht nur in der Wärme des Wasserbades. Ausbeute von gewöhnlicher Extractdicke durchschnittlich 400 g. Nach der Lösung ües Ammoniumcarbonats in dem Brunnenwasser ist dieses zu filtriren. . Syrupus Liquiritiae (Handb. II, S. 363). Ein sehr haltbarer Syrup wird , aut Angabe eines Apothekers erhalten, wenn man 100g der mundirten Süssholzwurzel in 350 CC. kaltem Wasser, 100g sehr reinem Glycerin und CC. Aetzammon (10-proc.) einen Tag hindurch macerirt, die Colatur ein- al aufkocht und dann im Dampfbade so weit einengt, dass sie erkaltet und ""rirt^ 200 CC. ausfüllt. In diesem Filtrate werden 50g bestes Gummi ra Mcum in kleine Stücke zerstossen gelöst, dann diese Lösung mit 300g eissem Zucker und 250g gereinigtem Honig durch einmaliges Auf- oc lien zum Syrup gemacht. In Apotheken, wo dieser Syrup selten in Gebrauch kommt, ist die Her- e üung durch Mischung ex tempore erwünscht und man hat zu diesem Zwecke ?f. Vorräthighalten einer Süssholzessenz empfohlen. Diese Tinctura Liqui- 111ae saccharata müsste von einem Gehalt sein, dass der Syrupus durch tschung aus gleichen Theilen der Tinctur, Syrupus Sacchari und Mel depuratum Stellbar ist, z. B.: hol Tinctura Liquiritiae saccharata. 80g sehr kleingeschnittener mundirter Süss- zwurzel werden mit 500 CC. kaltem destill. Wasser übergössen, 24 winden beiseite gestellt und dann colirt. Der Rückstand wird nochmals mit ^^ V.A i. rl n o f I 1 Wnnaoi« wnifn-ra 1Q ftfiinrlfiri moAArirf. nnil rlarm nnfM &' säure) und mischt diese Lösung mit soviel absolutem Weingeist, dass die Mischung 150 CC. einnimmt. Nach mehrstündigem Absetzen wird der Niederschlag l einem tarirten Filter gesammelt und mit absolutem Weingeist nachgewaschen, S trocknet und gewogen. Sollte sich von dem Glycyrrhizin etwas an die ^** düng des Fällungsgefässes angesetzt haben, so trocknet man es an warmer ste aus, um es dann mit einem Messer abzustossen. Man kann auch das Glyeyrrni aus dem Filter auf ein tarirtes Schälchen bringen und hier austrocknen. V Trockenwärme muss zuletzt 110° betragen. Das Gewicht des trocknen GlycjFj rhizins muss mindestens 1,3 g oder 13 Proc. vom Gewicht des ausgetrocknet Succus betragen. Aus guter Waare beträgt er 15 Proc. Da der Feuchtigkeitsgen des Succus gekannt ist, so lässt sich dies leicht berechnen. Wird das FMrat v <^ Glycyrrhizin eingetrocknet, so erhält man als Rückstand eine aus Extractivstoftu ^ Zucker bestehende klare braune Masse, welche circa 35 Proc. vom guten trocKn Succus beträgt. Würde sie 30 Proc. betragen, so wäre der Succus eine schlec ^ Waare. Jenes Glycyrrhizin ist kein total reines Glycyrrhizin, es enthält ° ir ?* j e Proc. fremde Stoffe, welche hier aber nicht in Betracht kommen. Diese Met ^ der Glycyrrhizinbestimmung ist unter den bekannten wohl die einfachste un ^ wenigsten umständliche (Hageb). Nach diesem Gehalt lässt sich der Wer 5^ re Waare berechnen. Dieser würde sich richten nach der besten Baracco-W Liquiritia. 667 mit 15 Proc. Glycyrrhizin. Ist diese z. B. mit 2,70 Mark notirt, so würde die Waare mit 10 Proc. pro Kilog. 1,80 + 0,20 Mark = 2,00 Mark Werth haben. Jene 20 Pfg. kommen auf Transport, Verpackung etc. Die Bestimmung des Aschengehaltes ist unerlässlich, denn die Methode der Fälschung, dem Safte Thon zuzusetzen, scheint keine sehr seltene zu sein. So «af Hager einen von einem Kaufmann entnommenen Lakritz, welcher 16 Proc. ^ Sc he ausgab, von welcher fast die Hälfte in kalter verdünnter Salzsäure unlösliche Tlionerde war. In einer andern, als Pulver des gereinigten Succus belogenen Waare fand derselbe 12 Proc. Asche, von welcher J / 3 Thon war. Im Handbuch giebt Hager 7 Proc. als höchsten Aschengehalt (von der völlig ausgetrockneten Waare) an. Es dürfte diese Menge zu niedrig gegriffen sein und ^även 10 Proc. dafür zu setzen, so dass eine grössere Menge Asche z. B. 11, ^ etc. Proc. auf eine Verfälschung hindeutet. Hager fand in einer sehr guten "are 10 (9,8) Proc, Sestini in einer 17,215 Proc. Wasser enthaltenden Wa; a are 8,5 Proc. Asche, welches Quantum auf die trockne Waare berechnet W: y >27 Proc. betragen würde. Die Asche enthält Kali, Natron, Kalkerde, Mag- j*Bia, Eisonoxyd, gebunden an Schwefelsäure, Phosphorsäure, Chlor, Kohlensäure, •««»elsäure. Nach Sestini werden aus 100 Th. trockner Wurzel 25,4 Th. bei 100 ° C. getrockneter Succus gewonnen. Im Allgemeinen geben 4—5 Th. Wurzel 1 Th. tr °ckne, n Succus aus. Der Gehalt an Stärkemehl, Dextrin etc., insofern er sich in massigen Grenzen alt , wird nicht als Verfälschung erachtet. Das Maass dieses Gehaltes sollte in ^ter Waare nicht 15 Proc. überschreiten. j Succus Liquiritiac depuratus (Handb. II, S. 365). Dass Mittelbach (Americ. p° Urn - of Pharm. 1880, S. 130) zur Extraction des rohen Succus ein Wasser, 3 ^ r oc. Ammoniak enthaltend, empfiehlt, wurde von mehreren Zeitschriften, z. B. Wa Archiv der Pharm. (1880, 2. Hälfte S. 231) als eine ganz neue Nachricht genommen. In Amerika macht man aus diesem Ammonzusatz kein Geheinmiss. ows Zi ]>_ | ässt znr rj ar8 tellung des Syrupus Liquiritiae die Wurzel mit 88er extrahiren, welchem 5 Vol.-Proc. Aetzammonflüssigkeit zugesetzt sind tisT riC ' J ° Urn " of pharm - Vo1 - 48 > S - 487 )- In Deutschland ist dieser prak- L(°i\ Griff 8caon seit 30 Jalll ' en bekannt und daher etwas Altes. Die grössere I8"f ■ 6it des Süßstoffes im ammoniakalischen Wasser erwähnt Hager bereits 8 °oo in seme m Kommentar zu den Pharmakopoen Nord-Deutschlands, Bd. II, »" 3l - Daselbst ist bei Besprechung des Abdampfens des Succus-Auszuges sät: "^ Vam ' en( l des Eindampfens bildet die Lösung gemeiniglich kleine Boden- e, welche hauptsächlich aus Glycyrrhizin bestehen. Um diese in Lösung zu siffV • ' setzt man au ^ .1° 12 Unzen der bis zur Mellagodicke gebrachten Fliis- d| eit 4 Drachmen (auf 100 Th. circa 4 Th.) Aetzammonflüssigkeit hinzu und siis y e *ter ein. Das Ammon bildet mit dem Glycyrrhizin eine geruchlose, V() Se ' leic h lösliche Verbindung, welche sich übrigens schon in geringer Menge geht A Ur auS in dor Süssliol'/.wurzel vorfindet und in den Lakritzensaft über- Wal" kann auch den rollen Lakritzensaft alsbald mit dem ammoniakaliscnen wen! r extranire n, nur hüte man sich, einen kupferhaltigen rohen Saft zu ver- tW So Ian S° Jedoch ein voraussichtlich kupferhaltiger roher Satt nur zur j m Pos ltl on steht, ist auch diese Depurirungsweise eine sehr verwerfliche. Die dieser Beziehung angestellten Versuche ergaben stets einen kupferhaltigen & lgt6n Saft - Mit der Zeit dürften die Fabrikanten sich der gusseisernen Cef- b ° im andampfen des rohen Saftes bedienen, dann wird auch eine Verjüng mit Kupfer nicht zu fürchten sein." 668 Liquiritia. Glycyrrhizina. So liess sich Hager bereits vor einem Viertel)ahrhundert aus und dürfte das Gesagte auch heute noch als zutreffend erkannt werden (vergl. 8. 664). Obgleich Hager den Ammonzusatz hier vorschreibt, unterliess er es in den Commentaren von 1865 und 1872, in denselben den Gegenstand nur andeutend, weil der Ammonzusatz von keiner Seite gutgeheissen wurde, auch schon damals ein scheinbar absichtliches Mitstillschweigenübergehen der von Hager gemachten Angaben nichts Ungewöhnliches war, welches Verfahren Hager aber im vorliegenden Falle für einen Tadel seines Vorschlages aufzufassen verleitet wurde. Den gereinigten Lakritzen hat man in verschiedene Formen gebracht, in Fäden, Stangen, Plättchen eto. In Nord-Amerika ist eine durch Pressen hergestellte gerin- gelteForm, Lakritzen-Ringel, wie beistehende Figur angiebt, im Gebrauch, von welcher der Geniessende einen Ringel nach Fig. 88. GerinKeiter Lakritz. dem andern abbrechen kann und damit stets eine bestimmte Dosis gewinnt. Die Fabrik dieses Präparats ist The Ringed Licorice CoM pany, 549 Albany St., Boston, Massachusetts. Extractum Liquiritiac flnidnm, Siissholz■ Fluid• Extract. 3000g mun- dirter Süssholzwurzel in feiner Speciesform werden in ein in einem Deplactf- gefäss befindliches Gemisch aus 2500g Wasser, 500g Glycerin und 60g Aetzammon (10-proc.) unter Umrühren eingetragen. Nach eintägiger Macera- tion wird das Gefäss geöffnet und unter allmählichem Aufgiessen von kaltem Wasser 1500 g Colatur gesammelt und beiseite gestellt. Durch Aufgiessen V0B Wasser werden 3000 g weitere Colatur gesammelt. Diese wird bis auf 300 g Rü ß ' 1 ' stand eingedampft, nach dem Erkalten mit 200 g Weingeist (90-proc.) gemischt» den folgenden Tag filtrirt und das Filtrat mit der zurückgestellten Colatur von 1500 g gemischt, so dass die Mischung 2000 g beträgt. Dieses Extract hält sie» im geschlossenen Gefäss unverändert. Es könnte mit Zustimmung des Arz tea auch als Glycyrrhizina ammoniacalis soluta, Glyciuni solutum s. liquidum dispensirt werden. Der Gehalt an Glycyrrhi/.in beträgt 5 Proc. Da die mundirte Wurzel durc " schnittlich 3,334 Proc. enthält, so geben 3000 g derselben 100 g Glycyrrhizm aus. Dieses Präparat hat den Vortheil, eine klare Lösung zu geben und eine verhältnissmässig geringeren Taxpreis zuzulassen. Mit Glycium solutum s. liquidiu signirt ist der Zusatz „sumatur 20plum" erforderlich, und mit Extractum fluidum signirt würde die Ordnung den Zusatz „2g = 3g radicis erfordern. Der Gehalt an freiem Aetzammon darf nur ein sehr geringer sein, so dass 8 mit 5 g Wasser verdünnt um den genäherten, mit 12,5-proc. Salzsäure genässte Glasstab keine Nebel ansammeln Iässt. Glycin» i, w- Glycyrrhizina, Glycyrrhizinum, Glycyrrhizina ammoniata s. ammouicalis, wiycyrruiauia, «lycyrnuzinum, iiiycyrrnizina ammoniata s. ammonicaus,. . J j; |v . Franco-gallica, Glykammonum, Glycium ammoniaeale, Glykammon, Ammoniakglyeyrrhizin, <«'r eine der Franzosen ist neutrales, nicht völlig reines Ammoniumglycyrrhizinat. » rnen, dicht geschlossenen Kalkhydrat und Salmiak eine der Frau*«««;» iav »»vu«*«»«», u»™» «umj »oiuo» Äimuuuiuuigiyvjjn»«"""— placirt zu Pulver zerriebenes Glycyrrhizin in einem gläsernen, dicht gesch^ 8 , 3 ^,, Gefäss, in welches ein Näpfchen mit einer Mischung aus ~~ eingesetzt ist Der Name Glycine, angeblich vom Medicinal - Chef Uer Name Glycine, angeolicn vom Medicinal - Chet der u ranaoo.^- Armee angeordnet, entspricht nicht der Ordnung, denn Glycin oder Glycine si der Französischen sind Liquiritia. Glycyrrhizin. 669 Synonyme von Glykocoll, ferner von Beryllerde und einer Pflanze ( Glycine Apios). Qlykammon wäre wohl eine passendere und der Praxis bequeme Bezeichnung. Nach Connerade (Journ. de Ph. et de Ch. 1880, S. 511) macerirt man <*ie klein geschnittene "Wurzel in der anderthalbfachen Menge kaltem de- Btill. Wasser, colirt, wäscht mit etwas Wasser nach, erhitzt die Colatur bis zum vollen Aufkochen, colirt sofort behufs Beseitigung des Ei weisses, fällt toit verdünnter Schwefelsäure, lässt absetzen, decanthirt, löst den Niederschlag in verdünntem Aetzammon, filtrirt und dampft im Wasserbade bis zur "rockne ein. Dieses Präparat enthält noch Ammoniumsulfat. Jedenfalls ist es besser, ^ ei > Süssholz-Auszug bis zur Syrupdicke einzuengen mit einem doppelten "°1. einer 80—90proc. Essigsäure zu mischen, absetzen zu lassen, den Niederschlag im Filter zu sammeln, mit 50—60proc. Essigsäure auszuwaschen, dann ln Aetzammon zu lösen, zur Trockne einzudampfen, zu zerreiben, mit wein- ßeistigcm Aetzammon zu befeuchten, wieder auszutrocknen und zu Pulver zu Zerreiben. Das Ammoniumacetat verflüchtigt sich beim Eintrocknen vollständig (Haukr). Ausbeute 9—10 Proc. Eigenschaften und Prüfung. Das Glycyrrhizin des Handels ist dieses am- ™ on ia,kälische Präparat. Es bildet gewöhnlich ein feines braunes Pulver, lös- j) c h in c j rea ioO Th. kaltem Wasser, nach längerer Lagerung selbst erst lös- ich in 1000 Th. Wasser. Ein geringer Zusatz von Aetzammon macht es leicht öslieh. Auf 1 g des Präparates genügen 10 Tropfen eines 10-proe. Aetzammons. u 'd es mit Aetzkalilauge gemischt, so muss es Ammon freilassen. Die Lösung 0n 1- g in eirca 2 CC. Aetzammon und 4 CC. Wasser wird durch Zusatz von ei 'diinnter Schwefelsäure oder Essigsäure im Ueberschuss, sowie durch ein mehr- »ches Volumen absoluten Weingeistes stark getrübt, die über dem Bodensatze e hende Flüssigkeitsschicht im ersteren Falle nur blass bräunlich gelb gefärbt rSf, heinen lassend. Es ist genügend rein, wenn es mit der 100-fachen Menge er dimnter Essigsäure (1,039 spec. Gew.) geschüttelt nicht in Lösung übergeht n 1 die Essigsäure nur blassgelb, nicht dunkelgelb bis braun färbt. Die Mischung e 'ne trübe, und setzt nur langsam das Nichtgelöste ab. Das Ammoniak-Glycyrrhizin ist in dicht geschlossenen Flaschen aufznbowah- j n - Es genügt eine Menge von 0,5 g um ein Liter Wasser sehr süss zu machen. Frankreich ist es unter dem Namen Glycine in den Militär-Lazarethen zur er süssung der Tisanen im Gebrauch. Nach Habermann ist das käufliche Glycyrrhizin oder die Glycyrrhizina . m jii°niacalis glycyrrhizinsaurcs Ammonium, enthaltend kleine Mengen Glycyrrhi- m uitter (C 3fl H r)7 N0 13 ) und Glycyrrhizmharz (Glycyrrhetin), welches in Weingeist 11(1 in alkalischen Flüssigkeiten löslich ist. 1" M ^ aS n ' cut ammoniakalische Präparat erkennt man an seiner geringen Lö8- keit in Wasser. Dasselbe findet man in den Preislisten als Glycyrrbizinum r um verzeichnet und wird als Pulver oder in Lamellen vorräthig gehalten. Atiwendung. Wenn der Arzt Glycyrrhizinum oder Glycium verord- - s o meint er das ammoniakalische und man dispensirt dasselbe. Der süsse Wfi i mack tritt lulr ,1:um kräfti 8 hervor, wenn sieh das Glycyrrhizin in Lösung e"ndet. In flüssigen Mixturen eignet sich die Mischung mit Liquor Ammoni ^'Satus oder auch mit gleichviel Ammonnm carbonicum. In Pulver Latwergen " nü ähnlichen Zusammensetzungen mischt man es mit einer gleichen Menge Am- »onum carbonicum, Kali bicarbonicum, Natrum bicarbonicum, Calcaria carbomea. ">? Abstumpfung des Oe.schmackes der Bitterstoffe erklart Kennedy in der Coa- Sulat,on des Eiweissstoffes des Speichels durch das Glycyrrhizin. Die Gabe als taes *mackscorrigenz ist 0,1—0 2-0,4, als ein den Auswurf beschränkender oder uet, 670 Liquiritia. Glycyrrhizin. den entzündlichen Zustand der Schleimhäute der Respirationsorgane mindernder Stoff 0,2—0,4—0,6—1,0. Im letzteren Falle ist von den Alkalibicarbonaten nur l / 3 —V2 ^ er Glycrrhizinmenge als Zusatz der Geschmacksverstärkimg erforderlich. Glycyrrhizin, Gycium, Glycion (Handbuch II, S. 362). Das Glycyrrhizin darzustellen, empfieht Sestini, dass Siissholz 4—5 mal mit etwas Kalkmilch haltendem kochendem Wasser auszuziehen, die Auszüge zu concentriren, mit Essigsäure bis zum Ueberschuss zu versetzen, den braunen Niederschlag in 50-proc. Weingeist zu lösen, mit Thierkohle zu entfärben und die Lösung einzudampfen. Die nach dem Erkalten gelatinöse Masse wird in Weingeist gelöst, mit Aether daraus ausgefällt, mit Aether abgewaschen und über Schwefelsäure getrocknet. Frische Süssholzwurzel mit 48 Proc. Feuchtigkeitsgehalt ergab 3,271 Proc. Glycyrrhizin. Aus dem käuflichen Glycyrrhizin stellte Habermann ein reines dar durch Behandeln mit Eisessig und Umkrystallisiren aus Weingeist. Er erhielt es i° halbkugligen, aus prismatischen Nadeln zusammengesetzten Häufchen. Es ci'\ vie9 sich leicht löslich in Wasser und in Weingeist, schwer löslich in absolutem Weingeist und fast unlöslich in Aether. Der Geschmack war intensiv süss, hinterher etwas kratzend. Aus der weingeistigen Lösung entstand auf Zusa» einer weingeistigen Bleizucker- oder Calciumchloridlösung ein weisser flockig e * Niederschlag. Das reine Glycyrrhizin mit verdünnter (2-proc.) Schwefelsäure gekocht schied einen festen, hellen isabellfarbenen, harzartigen Körper ans. Habermann unterzog das Glycyrrhizin einer umfassenden chemischen Untersuchung (Annal. d. Ph. und Ch., auch ehem. Centralbl. 1879, 19) und erkannte er in Uebereinstimmung mit Roussin, dass dieser Süssstoff eine stickstoffhaltig 6 dreibasische Säure ist und mit Glycyrrhizinsäure zu bezeichnen sei, dass sl im Lakritzensaft hauptsächlich als saures Ammoniumsalz (saures Ammoniurogy cyrrhizinat, saures Ammoniumglycyrrhizat) vertreten ist. Rein bildet sie ej" amorphe, braune, süsse Substanz, deren Lösung Lackmus röthet und in °- e , Carbonaten der alkalischen Erdmotalle die Kohlensäure verdrängt und auch k a sehe Kupferlösung reducirt. Ihre Formel ist C 44 H M N0 18 = 893. Neutrales Am m0 ' niumglycyrrhizinat (C 44 H 00 NO 18 [NH 4 ] 3 = 944) wurde durch Versetzen der w« 31 ^ geistigen Lösung des sauren Salzes mit Aetzammon und Eindampfen im Vacu Das in dem Süssholz und dem Lakritzen vertretene saure Amnion 1 erhielt Habermann in li cnt A t färbten, krystallinischen Blättchen. Dieses Salz ist in heissem Wasser le ' c löslich, in Aether nicht, in 90-proc. Weingeist nur schwer löslich. Nach dampfen der Lösung bleibt es als amorphe, brüchige Masse zurück. Der ZiU kleiner Mengen von Alkali mehrt seine Löslichkeit. Salze der Schwermet» bringen in den wässerigen Lösungen des Salzes copiöse Niederschläge her Salpetersäure löst es auf und bildet eine farblose Flüssigkeit. Das Salz w .^ von conc. Schwefelsäure zu einer orangefarbenen Flüssigkeit gelöst, die, Wasser verdünnt, farblose Flocken absetzt. Der Geschmack, ist intensiv 8 ^ der dem Glyzyrrhizin sonst anhaftende Nachgeschmack verschwindet jedocn_^ dem Maasse, als das Salz reiner wird. Neutrales Ammoniumglycyrrhinat ist leicht braune amorphe Masse von unangenehm süssem Geschmack, leicht , lös . gt- in Wasser und schwachem Weingeist, aber unlöslich in absolutem Wenig Das neutrale Kalisalz bildet eine gelblichweisse, lose, amorphe Masse, das sa^ Salz dagegen, C 44 H 62 N0 18 K, bildet krystallinische, süss schmeckende Körner, ^ hergestellt. salz der Glycyrrhizinsäure, C,,ll, i2 Das Bleisalz bildet einen amorphen Niedorchlag. Die vom Bleisalz bereitete freie Säui amorph und zersetzt sich bei 100° C. (ph. Centrale. 1879, S. 242). sich Reagentien gegenüber verhalten wie das saure Ammoniumsalz. ~— Liquiritia. 671 Weitere Untersuchungen Häbermann's (Wien, Sitzungsb. 80, zweite Abth. 1879 und Chem. Centralbl. 1880, S. 253, 267, 282) ergaben die Spaltung der Glycyrrhizinsäure bei Einwirkung von verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure in Glycyrrhetin und Parazuckersäure nach der Formel C 4i H fi 3NO )8 + 2H 2 0=C 3 2H l7 N0 4 (Glycyrrhetin) + 2C 0 H 10 O 8 (Parazuckersäure). Letztere Säure unterscheidet sich v °n der Zuckersäure durch die Eigenschaft keine krystallisationsfähigen Salze zu bilden. Wenngleich Sestini der Ansicht Häbermann's nicht beipflichtet, er die "äurenatur des Glycyrrhizins bestreitet, so dürften Häbermann's Untersuchungen ""t den von Anderen gemachten Erfahrungen übereinstimmen und die Säurenatur de s Süssstoffes keine Zweifel zulassen. Sestini löste Glycyrrkizin in Kalkmilch, entfernte den überschüssigen Kalk durch Kohlensäure, dampfte ab und erhielt % Calciumverbindung (!) in amorphen gelblichen Schuppen. Dieselbe ist hygroskopisch, süss, wenig löslich in Wasser, leicht in Kalkwasser. Bei 110° ge- r ocknot ergab sich laut Analyse die Verbindung 3 CaO,5C 24 H 36 0 9 (entsprechend er von Gorup-Besanez für das Glycyrrhizin gegebenen Formel). Boescii giebt dem Glycyrrhizin in seiner Dissertation (1877, Erlangen, Beilage zur Kenntniss des Glycyrrhizins) die Formel C 10 H 24 O c , der Calciumverbin- a *g Ca(C 16 H 23 0 6 ) 2 +2H 2 0. (1) Bacillnla pectoralia crocata. B| t<* 8 de röglisse (citrins). Gelbe Brust- bacillen. Hustenbacillen. Badiois Liquiritiae mundatae »aoehari albi ana 100,0 «adicis Althaeao iragacantliae In , Ummi Arabici ana 10,0. PUlverem subtilissimum redactis adde ^ooi pulvern ti 2,5 «xnc o yccrilli10 3,° ÄC ™ oontrita, tum X) e ; Anisi 2,5 X' 01 Aurantii florum 0,5 wycerinae 50,0 Aqua e Ro9ao q 8 _ nat massa depsitieia, ex qua bacillula S g6nta (f>0()) fonnentnr. Ae'ri expo- cata s 1X '*' diem unum paullulum desic- Ven+ti Vitro clau80 > a luceremoto, ser- ) Elixir Liquiritiae aromatisatnm. 1 Jf'ycyrrhizae aromaticum composi- tum. Gewürz-Stissholzelixir. ^neturae aromatieae 20,0 nioi 5 . ae Cinnamomi 10,0 S Aurantii florum £"» Anisi stellati 1,0 ^«addo Vlni 2 °'°- 8oSte' WZinae 4 '° Liquors Ammon . caustici A °- Per d;,„, '' Slt:ltl| t>i loco frigido sepone dieses Pv U " um ' tnm co,! '- oa tlixir dtent als Geschmackscor- (10°/.l 8,0 rigens. Es ist in Nord-Amerika im Gebrauch, wird aber in anderer Weise dargestellt. Bemington lässt (Aincrie. Journ. of Pharm. Vol. 49, S. 231) 6,0 Cort. Cass. cinn.; 4,0 Fruct. Anisi stell.; 7,0 Fruct. Coriandri; 7,0 Fruct. Cumini; 4,0 Fab. Tonko; 2,0 Nuc. mosch.; 2,0 Caryoph. aromat. in Pulver vorwandeln, auf dem Verdrängungswogo durch 532,0 Weingeist und 475,0 oder der genügenden Menge Wasser extraliiren, bis die Colatur 1000,0 beträgt. Dieselbe wird mit 2,0 Ol. Aurantii flor. und einer Lösung von 40,0 ammoniakaliseliem Grlycyrrhizin in 1000,0 Zuckersyrup gelöst vermischt. (8) Gelatina Liquiritiae pellncida Austriacae i. q. Pasta Liquiritiae. Ph. (4) Linctus pectoralis leniens. iv Kali nitrici 5,0 Kali bicarbonici 1,0 Grlycyrrhizinae 2,5. Solve in Glycerinae 20,0 Syrupi gummosi 75,0. I>. 8. 1—2-stündlich einen Theelöffel (für Kinder von 5—10 Jahren), zwei Theelöffel (für Erwachsene). (5) Mixtura pectoralis leniens. iv Kali nitrici 7,5 Extraoti Hyoscyami 1,0 Glycyrrhizinae 5,0. Solve in „ . Aquae destillatae 200,0 Liquoris Ammomi amsati 15,0 Syrupi gummös! 50,0. _ ■p jg_ 2—-8- stündlich einen schwachen Kssliiffel voll (bei Katarrh, Entzündungen der Luftwege, Husten, Blasenkatarrh). 672 Liquiritia. — Lithium benzoicum. (6) Solutio Succi Liquiritiae concentrata Ph. militaris Borussicae. Extractum Glycyrrhizae solutum Ph. miL Borussicae. IV Succi Liquiritiae crudi 100,0. Contusa solve in Aquae fervidae q. s., ut colaturae sint 200,0. Post refrigerationem adde Spiritus Vini 5,0. Brustpillen, Reichelt's, sind nach Angabe des Jahresbericht« über die Fortschritte der Pharm, etc. Jahrg. 1879 2g schwere Pillen aus Succus Liquiritiae und Anis- Brnstthee, Hamburger, gehörend zu den Familien-Medicinen von Dr. AuGt TST König, soll ein Gemisch aus Süssholz, Altheewurzel, Klatschrosen, gemeinen Malven- bliithen, Eibischblättern und den gelben oder gelbfarbigen Blüthen einer Stella 1 " 1 * sein. 50 g 1,10 Mark. Cachon aromatisö, H. B. St. Prince Alberts, von Thomas Jackson, entsprich 1 ' dem Cachou de Bologne, nur ist ein Vanillinzusatz nöthig. Dieses Präparat soll vn rhombischen Plättchen und Pillen (grains), übersilbert, vorkommen. Man vergl. R at xa ' buch I, S. 777 und 778 Cachon de Bologne und Grains de Cachon. Die Pillenfarn 1 ist die zum Einnehmen passendere und sind in Oesterreich sogar vorgekommen unte dem Namen: Räucherpillen (Mund-Räucherpillen), zu welchen Ad. Vomacka in der R"?,,' schau 1881, S. 66 eine Vorschrift giebt, welche der Gewürz-Masse [87 g) neben VaniU (8g) auch ein Gemisch aus Ol. Menth, pip., Ol. Aurant. flor. und Ol. Cinnam. fe ut .j 32 — 10 und 6) zusetzen lässt. Jene Masse enthält 35 g SUssholzpulver und wird m Süssholzextract in eine Pillenmasse verwandelt. Die Pillen werden 0,05 g schw gemacht. Kräuter-Brust-Syrup des Dr. med. A. Lazarowits (aus der Fabrik von A^ 1 '* Müller in Brunn) ist ein Gemisch aus Stärkezuckersyrup, Rohrzuckersyrup mit Bn» theeauszug. (Hager, Analyt.) Krauter-Magenbitter-Essenz oder Benedictiner, Pingel's (Göttingen), soll SU^ holzextract, Aloe, Gewürze enthalten und mit Pfefferminzöl und Anisöl aroma^s sein (laut Verbot durch den Orts-Gesundheits-Rath zu Karlsruhe). Kräintersaft, B. Sprengel's, ist in verbesserter Form in den Handel g eD1 ' a< Ljt denn Wittstein erkannte das Mittel als ein Gemisch aus 1 Th. SUssholzpulver etwas Lakritz und 20 Th. 20-proc. Weingeist (60g 1,25 Mark). Ein anderer Chem 1 " ^ fand später ein Gemisch aus 30g Jalappenwurzelpulver in 150g eines Aufgusses ca. 6 g Lakritz oder Süssholzwurzel und 3 g Frangularinde mit 8-proc. Weingeist. Lebenswecker, Dr. Hupnagel's, von E. Kreplin (Lehrte). Eine 10 ^}'°l lli - Weingeist haltende wässrige Flüssigkeit, enthaltend 4 Proc. Glaubersalz und ^ züge aus Gundermann, SUssholz, Quecken und sehr kleinen Mengen Zimmt, ABB Pfeffer. 200g 1,25 Mark. (Hager, Analyt.) Lungenleiden, Mittel dagegen-, Brustkügelclien des Zuckerbäckers P° c sind Tabletten aus Lakritz, Soda und Zucker. (Innhatjser, Analyt.) Schi afp astilleu, F. Ochernal's (Dresden). 0,6—1,0 schwere Täfelchen, J?A!.) Staniol gehüllt, bestehen aus einer geringen Sorte Lakritz. (60 Stück 5 *"■ (Schaedler, Analyt.) Lithium benzoicum. Nach RaskOWSKY hat das neutrale Lithiumbenzoat einen süBslich-alka. 1, ^ c r J, h# Geschmack, einen benzoeartigen Geruch, ist in 3 Th. kaltem (15°C)> lD siedendem Wasser und in 10 Th. Weingeist löslich. Im Nashville Journ. of med. and surg. 1879 rühmt Sommers, ein Arzt, da» Lithium benzo'icum. — Lithium brom.itum. 673 Lithiumbenzoat wegen der magischen Wirkung, die Harnabsätze zu vermindern und die freie Hippursäure im Harne zu vermehren, welche bekanntlich keine Sedimente erzeugt. Andere Benzoate dürften wohl dieselbe Wirkung erreichen la ssen (Hageb). Sehr interessante Untersuchungen über die Löslichkeit der Harnsteine in Lösungen des Lithiumbenzoats und des Magnesiumborocitrats sind von IL P. Madsen (Kopenhagen) ausgeführt worden. Nach denselben kommt dem Magnesiumboro- ertrate eine stärkere Lösungskraft zu. Dieses Resultat war zu erwarten und hätte Mausen noch herrlichere Resultate erzielt, wenn er auch Salmiak zu ver- SJeichendenj Versuche herangezogen hätte. Vordem hielt man die Lithiumsalze * ur kräftigere Uratlöser als Borax, welche Ansicht durch Mausen entkräftet wird. lla Uebrigen vergl. man Madsen's Sur la solubilite des calculs urinaires dans les Solutions de benzoate de lithium et de borocitrate de magnesium; Copenhagen 1871). Ein kurzer Auszug daraus in der Zeitschr. d. österr. Apoth.-Ver. 1880, Nr. 3. Auch bei Croup und Diphtheritis hat man Lithiumbenzoat mit Erfolg ange- v , Cn det, man übersehe hierbei aber nicht, dass die Lithiumsalze kräftiger und jPft'gtr wirken als die Kalisalze, dass sie nur in halb so grosser Dosis anwend- ' ar sind als letztere. Vergl. auch Handb. II, S. 370 u. folg. Bei Anwendung s Benzoats als Litholyticum ist ein längerer Gebrauch in nur kleinen Gaben A °" Nutzen z. B. 0,1—0,15—0,2 5—6-mal täglich und 2—3 Monate hindurch. 10a ' nua ' ator i scnes Mittel bei Croup und Diphtheritis zu 0,5 — 1,0—1,5 auf M-, zu Injectionen in die Blase 1,0—2,0 auf 100 Aq. (im letzteren Falle dient Lithium chloratum den Vorzug). Lithium bromatum. br 0 -t ' J ^' nm bromatum (Handbuch IL; S. 373). Die Darstellung des Lithium- •^ lcls aus Eisenbromid erfordert folgende Verhältnisse. Aus 80g Bros», 300g j, er und gQg EiBenpulver wird eine Ferrobromidlösung hergestellt. Das tion Wlr< ^ ZU ^ em ^ a9ser m i t ^ em Eisen nur nach und nach in kleinen Por- Ca , n gesetzt. In die liltrirte und heissgemachte Lösung werden nun 37,5 Lithium- Um ° nat > ebenfalls nach und nach, eingetragen. Die Mischung wird wiederholt gem^'i °^ er besser in einer Flasche kräftig durchschüttelt und mit der Luft ist • Nachdem dies einige Male geschehen, die Flüssigkeit auch erkaltet klej fi'trirt und das Filtrat eingedampft und ausgetrocknet. Obgleich ein kein ' umcar ' :>ona tttherschuss verwendet ist, so zeigt das Filtrat gewöhnlich B terk alkalisehe Reaction und ist, fast neutral. Ausbeute 87g. mit d U 9" '^" zu prüfen, dass Lithiumbromid vorliegt, nicht verunreinigt Setrock Hl ' omi(len > Jodiden und Chloriden der Alkalimetalle, löst man 0,1g des Silberii'? eten Sal/ ' ra m 10 CC> Wasser llnd versetet mit einer Lösung von 0,2g Das Rh (llöUenstein ) in 5—10 CC. Wasser. Nach dem Schütteln wird filtrirt. Mieders u d&rf auf Zusatz von Silberlösung nicht getrübt weiden und der tra t ä^t g muss sich in Aetzammon vollständig lösen. Eine Trübung im M- ammon auf Chlorid, nicht vollständige Lösung des Niederschlages in Aetz- Filtr7" " ali<; ln wassnger Lösung .............. —, — oder e i n mit Salzsäure versetzt einen Niederschlag, so ist auch Kaliumbromid 8 &eer e ander e Kalium- oder Natrium-Verbindung gegenwärtig. r . Pharm. p raxis gllppl 674 Lithium bromatum. — Lithium carbonicum. Aufbewahrung. Lithiumbromid ist in der Reihe der stark wirkenden Arzneikörper aufzubewahren. Anwendung. Lithiumbromid ist in neuester Zeit als ein vortreffliches Sedativum und Dialyticum erkannt worden, es ist auch der Bromgehalt (92 Proc.) ein bedeutend grösserer als in anderen Bromiden. Man fand es besonders wirksam bei Epilepsie, Chorea, Hypochondrie, Spermatorrhoea, Schlaflosigkeit, Delirium tremens, Hysterie, Neurosen etc. Es scheint am kräftigsten die Harncon- cremente und Uratabscheidungen zu lösen und das beste Mittel bei Lithiasis und Gicht zu sein. Es löst das Vierfache seines Gewichtes Harnsäure. Dass starke und lange Zeit hindurch genommene Gaben dieselben Neben- und Nachwirkungen* wahrnehmen lassen können, wie solche nach dem andauernden Gebrauche von Kaliumbromid beobachtet wurden, muss angenommen werden. Die Gaben sind nach Levy 0,5, allmählich steigend auf 2,0—2,5 — 3,0. Andere Aerzte warnen vor solchen grossen Gaben, empfehlen einen längeren Gebrauch und nicht über 0,5 g als Tagesgabe hinauszugehen. Letztere Aerzte lassen sich durch die mit den CoLLAs'schen Pillen erlangten Erfolge leiten. Lithiumbromid soll ein vorzügliches Prophylacticum der Gichtanfälle sein. Aeusserlich auf gichtische Tophi »"' gewendet soll es dieselben in kurzer Zeit zum Verschwinden bringen. Als stärkste Einzelngabe wäre 2,5, als stärkste Tagesgabe 1"> anzunehmen. (3) Pilnlae cum Lithio bromato (Collas). Pilulae litholyticae Coi** 8, ijc Lithii bromati 15,0 Extracti Gontianae 7,5 Badicis Althaeae 1,5 Eadicis Gentianae q. s. p e j M. Piant pilulae ducentae (200)- g r ; diem unum loco paüllulum tcpid° (1) Massa antitophica. fy Lithii bromati 2,0 Glycerinae 4,0 Radicis Althaeae pulveratae Farinae secalinae ana 2,5 Aquae q. s. Misce, ut fiat massa pultiformis. D. S. Zum Bedecken der Gichtknoten. (2) Mixtnra lithinica. fy Lithii bromati 5,0. Solve in Aquae destillatae 200,0 Syrupi Aurantii corticis 50,0. D. S. 3—imal täglich einen Esslöffcl. expositae lacca pilularum obduc»" A (Pilulae singulae 0,076 Lithii Wo» contineant.) D. S. Viermal täglich 1-2-7-3 St^ f | allmählich steigend (bei Lithiasis, «*» b Bei Epilepsie täglich 4 mal, alln«" steigend, je 2—4—6 Pillen). Lithium chloratum. Prüfung des Lithiumchlorids (Handb. II, S. 373). ^ selbe kann in ähnlicher Weise wie die des Lithiumbromids geschehen. e trocknet das Chlorid (0,2) scharf aus und löst davon 0,05 in Wasser. ' ^_ Lösung vermischt man mit 0,2 Silbernitrat in wässriger Lösung und schüt c ^ Das Filtrat darf kein Silber in Lösung enthalten, höchstens auf Zusatz JO .jag säure eine unbedeutende oder opalisirende Trübung, aber keinen Nie de ^ ergeben. Im letzteren Falle liegen Verunreinigungen mit den Chloriden ^er- kalien vor. Das Aeq.-Gewicht des Litlüumchlorids ist 42,5, das des nitrats gerade 4 mal so gross, = 170. Lithium carbonicum. . prof. Behufs Bestimmung des Lithiums neben Kalium und Natrium wend Dr. W. Gintl (Ber. d. Oesterr. Ges. IV, Chem. Ztg. 1881, S. 183) d' e als e die schaft des Lithiumchlorids an, in concentrirter Salzsäure löslicher zu sein, ^. trate Chloride des Kalium und Natrium. Die Umwandlung der Alkalien i» Lithium carbonicum. — Lithium citricum. 675 Und Behandeln derselben mit einer Mischung aus 3 Th. wasserfreiem Weingeist Und 1 Th. Aether, worin nur das Lithiumnitrat löslich ist, giebt weit sichere Resultate. Die Bestimmung als Phosphat (3LiO,P0 5 ), welches bei Abwesenheit Jon Ammoniumsalzen 4000 Th. ammoniakalisches Wasser zur Lösung erfordert, durfte eine bequeme Scheidung von den anderen fixen Alkalien ermöglichen. Eine neue alkalische Lithionquelle befindet sich bei Assmannshausen a m Rhein. Nach der Analyse Fresenius enthalten 10000 Th. des Quellwassers Natriumbicarbonat 1,379 Th. Magnesiumbicarbonat 0,610 Th. Lithiumbicarbonat 0,278 Ferrobicarbonat 0,030 )> Kaliumsulfat 0,430 Kieselsäure 0,315 Natriumchlorid 5,717 Frei Kohlensäure 1,858 H Calciumbicarbonat 1,761 n Temperatur 26° R. In der Besprechung (prakt. Arzt 1880 Nr. 3) ist im Widerspruch mit vorteilenden analytischen Resultaten gesagt, dass laut zweier Analysen im Liter des .Hassers rund 0,3 g Lithiumbicarbonat vertreten seien. Zugleich ist erwähnt, ass Garkod die starke Lösungskraft des Lithons auf Harnsäure beobachtet habe. £ v 'el bekannt, waren es Lipowitz, ein deutscher Apotheker, dann Ure, welche "er die Leichtlöslichkeit des Lithiumurats zuerst berichteten. Garrod experi- entirte hierauf, um die Wirkung und die therapeutische Anwendung näher fest- , Wthinm carbonicum effcrvesccns granulatum (Limousin). Zur Darstellung wer- en 10g Lithiumcarbonat und je 50g Natriumbicarbonat und Citroensäure, sämmtlich als feine Pulver gemischt, dann in einem Gefässe mit a chem und weitem Boden unter Umrühren im Wasserbade erhitzt, bis die »chung körnig conglomerirt. Durch Durchschlagen durch einen passenden Durch- " a S erhalten die Körner eine gleiche Grösse. Der Durchmesser derselben ist lr ca l mm- q Limousin beschenkte die Therapeutik auch mit einem Oleostearat, einem Vc erinat und einer Salbe mit Litliiumsalzon. Mtliium oleostcarinicum (Limousin) wird erhalten, wenn man zur Erlangung n n ™(S Oleostearat, 1,2 Lithiumcarbonat, 4,5 Stearinsäure und 4,5 Oelsäure ein Zu . satz einiger Tropfen Wasser im Wasserbade unter Umrühren erhitzt, bis 110 gleichförmige Flüssigkeit entstanden ist. Erkaltet ist sie Lithiumoleostearat. (1) Ungucntnm antitopkienm Limousin. Lithii oarboniel 0,48 «d oleinici r ldl stearhiiei ana 1,8 Leni . q, J ae gutt!ls quatuor. ealore commixtis adde A( »pis suilli 30,0. kuoten' ^' ^ um Einreiben der Gicht- (2) Glycerolatum lithicum Limousin. I. Glycerole lithique. IV Lithii citrici 4,0. Solve in Glycerinae 30,0. II. Glycerat de Carbonate de lithine. ty Lithii carbonioi 4,0 Glycerolati amylacei 30,0. M. Fiat unguentum. ftthr, Zur Dar stellung des Lithiumeitrats (Ilandb. II, 8- 374) wäre, weil die Ueber- ,un e in Krystalle eine schwierige Aufgabe ist, die lallung der concentrirten 43" 676 Lithium citricum. — Lithium jodatum. Lösung mit 90—95-proc. Weingeist zu empfehlen. Das gefällte Salz scheidet sich gut ab, wird im mit Glaswolle geschlossenen Trichter gesammelt und dann in sehwach lauer Wärme abgetrocknet. Auf diese Weise erhält man aus der schwaeh sauren Lösung das neutrale Salz mit 2 Mol. oder 14,63 Proc. Krystallwasser, indem die überschüssige Citronensäure vom Weingeist gelöst wird. Im Uebrigen lösen 100 CC des Weingeistes circa 0,6 g Lithiumeitrat. Die aus 100 Th. Citronensäure, 54,5 Th. Lithiumcarbonat und 500 Th. Wasser bestehende Lösung wird filtrirt, bis auf !/ 3 Vol. oder bis zur dünnen Syrupdicke eingedampft und mit 850 Th. Weingeist von 90 Proc. vermischt, einen halben Tag bei Seite gestellt etc. (Hager). Eigenschaften. Das Lithiumeitrat bildet ein an der Luft beständiges kry- stallinisches weisses voluminöses oder leichtes Pulver von salzig bitterlichem Geschmack, löslich in 5 l / 2 Th. (und nicht 25 Th., wie Dorvault angiebt) Wasser, unlöslich in Weingeist und Aether. Nach Dorvault's Angaben (fOfficine, 1880, S. 1363) schiesst es in prismatischen Krystallen mit 2 Molekülen Wasser aus seinen Lösungen an und es erhält daher die Formel 3LiO, C 12 H"'O u +4HO oder C 6 H 5 0,Li 3 , 2H 2 0 (= 246). Bei 100° C. getrocknet soll es 1 Mol. Wasser zurückbehalten, bei 115° C. wasserfrei werden. Zur Prüfung auf Reinheit des Salzes wird eine gewogene Menge bei circa 120° C. ausgetrocknet, um den Wassergehalt zu bestimmen. Derselbe soll den zehnten Theil des Citrats nicht überschreiten. Dann wird 1 g des ausgetrockneten Salzes in einem Porcellantiegel mit 2—2,5g conc. Schwefelsäure übergössen und massig erhitzt. Nach vollständiger Verkohlung wird die Masse in Asche verwandelt. Das Gewicht derselben (Lithiumsulfat) darf 0,79 g nicht überschreiten. Die Gewichtsmenge des Lithiumsulfats mit 1,273 multiplicirt ergiebt die entsprechende Gewichtsmenge des wasserleeren, mit 1,491 multiplicirt die Gewichtsmenge des krystallisirten ( + 2H 2 0) Lithiumeitrats. In Dorvault's L'Officine is die betreffende Angabe eine irrthttmliche, es soll nämlich 1 g krystallisirtes Lithium- eitrat 0,223 g (statt 0,67 g) Sulfat ausgeben. Dieser Irrthum findet sich auch im angegebenen Canad. pharm. Journ. und ist in den Jahresbericht f. Pharm, et"- XII, S. 270 übergegangen. Lithium citricum effervescens wird in ähnlicher Weise wie Lithium carbonic uffl effervesceus dargestellt, nur werden in Stelle des Lithiumcarbonats 15g Lithium citrat gesetzt. Lithium jodatum. das f Lithium jodatum, Lithiumjodid, Jodlithiiim (LiJ —134) wird wie Lithiumbromid aus 127 Th. Jod, 33 Th. Eisenfeile, 38 Th. I'itbiunicar bonat und 300 Th. destill. Wasser bereitet. Ausbeute 134 Th. Es > darauf zu sehen, dass das Filtrat schwach alkalisch sei. j 0 Es ist das Lithiumjodid, durch Eintrocknen der Lösung dargestellt, e weisses krystallinisches, in Wasser und Weingeist leicht lösliches Pulver. Um es auf Verunreinigungen in erheblichem Maasse zu prüfen, trocknet eine Portion bei circa 120° C. aus, löst davon lg in 10 CC. Wasser und v^ setzt die Lösung mit einer Lösung aus 1,27 g Silbernitrat. Die vom_ N '°g schlage abfiltrirte Flüssigkeit darf auf Zusatz von Silberlösung keine iri ^ oder Fällung ergeben, im anderen Falle wird eine Verunreinigung mit ° . ;t oder Bromid vorliegen. Der Niederschlag wird mit 10 CC. Aetzammonflüssig Lithium jodatum. — Lobelia. — Lupulus. 677 geschüttelt, im Filtrum gesammelt, gewaschen und scharf getrocknet. Sein Gewicht beträgt bei reinem Salze 1,75 (1,7537) g. Je geringer dieses Gewicht, um so stärker ist die Verunreinigung. Die Aufbewahrung gleicht der des Kaliumjodids. Lithiumjodid ist dem Kaliumjodid gegenüber ein recht überflüssiges Präparat. Die Gaben kommen halb so gross in Anwendung wie die des Kaliumjodids. Lolbelia. Sobelin (Handb. II, S. 376) abzusondern empfiehlt Lewis (Pharm. Journ. *"d Transact. VIII, S. 561), die getrocknete, gepulverte, mit Kohle durchmischte ^Hanze mit essigsaurem Wasser zu extrahiren, den zur Extractdicke eingedampf- ™n Auszug mit Magnesia zu mischen, mit Wasser aufzunehmen, zu filtriren und das Filtrat mit Amylalkohol auszuschütteln. Der Verdunstungsrückstand dieses ani ylalkoholischen Auszuges wird in Wasser gelöst, mit thierischer Kohle gemischt n d aus dieser Kohle das Lobelin mittelst Aethers ausgezogen. Das reine Lobelin soll von Honigconsistenz und in Aether, Chloroform, enzol, Petroläther, Weingeist, Amylalkohol, Schwefelkohlenstoff, Wasser löslich ein - Procter bezeichnet es (s. Handbuch) als ölähnliche, gewürzhaft riechende n o tabakähnlich schmeckende Substanz. , Lob eliasäure fällte Lewis mittelst Kupfervitriols. Sie scheidet aus Aether rystallinisch ab und ist auch in Wasser und Weingeist löslich. Lobelacrin fia 't Lkwis für Lobelinlobeliat. v ) »uttae antasthmaticae v. Bamberger. Tincturae Lobeliao Tincturao Digitalis .Aquao Lauro-Oorasi ana 10,0. A*k ■ S - Stündlich 40 Tropfen l8t nma, organischen Herzleiden). (bei Das Originalrecept lautet: iincturae Lobeliae {mcturae Digitalis ana 5,0 M Aquae Lauro-Cerasi 10,0. Tin t S - Stiin dlich 25 Tropfen. (Di« Anat • en s ' n ^ nier diejenigen nach Ph. «tnaca bereitet und doppelt so stark d18 die der Ph. Germanica} (2) Mixtura antasthmatica Green. r? Decocti Polygalae amarae herbae 100,0, quibus adde Kalii jodati 8,0 Tincturae Loboliae Tincturae Opii benzoicae ana 25,0. D. S. Zwei- bis dreimal täglich einen halben bis ganzen Esslöffel (bei Astlima- Anfalle einen Esslöffel und, wenn nach einer halbon Stunde nicht Erfolg eingetreten ist, noch einen Esslöffol; dann aber 3—4-stündlich 1 Esslöffel, wenn es nöthig sein sollte). (3) Mixtura antasthmatica Hooper. r- Tincturae Lobeliae 15,0 Olei Anethi guttas 5. Mixtis adde Aquae dostillatao 185,0. Mi sco fortiter agitando. D. S. Alle droi Stunden zwei Esslüffel zu nehmen. Lupulus. ■ , ßne neue Methode der Aufbewahrung des Hopfens für den Brauereibetrieb D * t *t darin, in Blechbüchsen (von A. Neubecker in Offenbach a. M. zu be- 678 Lupulus. ziehen), den trockenen Hopfen mittelst einer Pressvorrichtung einzudrücken und die Gefässe dann hermetisch zuschliessen. Diese Büchsen sollen in Kellerräumen aufbewahrt werden, in denen die Temperatur + 8° C. nicht überschreitet. Diese Methode ist gewiss eine gute, aber schliesst einen Irrthum insofern ein, als damit ein Sauerstoffabschluss der Luft, ein Nicht-Contact mit der äusseren Luft erreicht werde, denn Weissblech und noch mehr Eisenblech sind poröse Körper, durch welche zwar Wasser nicht, wohl aber Luft durchtritt (Hager). Das BREiTHAUP'r'sche patentirte Verfahren besteht darin, durch Hindurchleiten von Wasserdampf und Luft durch den erhitzten Hopfen das flüchtige Oel von diesem zu trennen, den Hopfen zu trocknen und in dichte Gefässe einge- presst auf den Markt zu bringen. Der Brauact ist wie gewöhnlich, nur werden je 100 Litern Gebräu 10—12 Tropfen des flüchtigen Hopfenöles zugesetzt (Bayrisches Ind.- u. Gew.-Bl. 1878). Das patentirte und wohl das richtigste Verfahren von Naumann & Pohl (Plauen) besteht in einem Besprengen des Hopfens mit Weingeist und Einpressen in geeignete Gefässe. Das RiET'sche Verfahren besteht darin, den Hopfen in Malzstärkesyrup einzudrücken. Das Schwefeln des Hopfens soll das flüchtige Oel, überhaupt die Haupt- bestandtheile des Hopfens verändern, und bei Anwendung eine« arsenhaltigen Schwefels wird der Hopfen arsenhaltig werden. Der Gerbstoff soll dadurch in Gallussäure umgewandelt werden, wodurch der Geschmack des Bieres unangenehm scharf wird. Zum Nachweise des stattgefundenen Schwefeins des Hopfens kann man den mit kaltem Wasser bewirkten Auszug aus dem Hopfen mit reiner Schwefelsäure versetzen, ein Stück höchst reines Zink dazugeben und unter Erhitzen den Wasserstoff in mit wenigen Tropfen Bleicssig versetztes Wasser leiten oder (nach der Methode des Arsennachweises nach Hager) gegen Papier, welches mit Bleiessig genässt ist, treten lassen. Griessmayer empfiehlt in Stelle des Zinks Natriumamalgam, circa 0,5 auf 50 CC. Flüssigkeit, zu nehmen. Es findet Bräunung und Ausscheidung braunschwarzen Schwefelbleies statt (Handbuch I, S. 130 und Er- gänzungsb. S. 250). In sehr altem geschwefeltem Hopfen wird die Schwefligsäure als Schwefelsäure vertreten sein. In diesem Falle ist das Wasser, womit man den Hopfen extrahirt, mit etwas reiner Salzsäure zu versetzen und dann der Auszug mit Baryumchlorid auf Schwefelsäure zu prüfen. Bestandtheile des Hopfens. Der Gerbstoffgehalt wurde von Gilbert Bisselt (Americ. Journ. of Pharm. Vol. 49, S. 582) zu 0,6 (?) Proc. im Hopfen angetroffen- Die Lösung desselben gab mit Brechweinstein und mit Leim allmählich einen fast weissen Niederschlag. Schwefelsäure und Salzsäure fällten ebenfalls. Mit Ferri- chlorid giebt er einen grün-schwarzen Niederschlag. Ferrosulfat, Stannochlorid und Cuprisulfat bewirken keine Fällung. Der Gerbstoff ist weder Moringerbsäure noch der Galläpfelgerbsäure ähnlich. Em dagegen sagt, dass der Gerbsäure des Hopfens (Lupulo-Gerbsäure) dieser Namen mit Unrecht zukomme, da sie Leim nicht fälle und erst durch Erhitzen bis auf 120—130° C. zu einer mit Leim Niederschläge gebenden Substanz, auch in verdünntem Weingeist löslich werde. Wird der weingeistige gerbe Auszug der Hopfenzapfen im Wasserbade erhitzt, so wird er roth, und nach dem Eindampfen hinterbleibt ein dunkolrother Rückstand, welcher in verdünntem Weingeit gelöst ebenfalls Leim fällt. Diesen rothen Rückstand nennt Etti Phlobaphen der Hopfenzapfen. Dieser Körper und die getrocknete rothe Gerbsäure haben dieselbe elementare Zusammensetzung (C- )0 H 4( .O 2r> ) und scheinen durch Ausscheidung eines Moleküls H 2 0 aus 2 Mol- der Gerbsäure (C 2 ,-,H 2 ,0 13 ) entstanden'zu sein (2G i: ,lI, 21 () |:l — H 2 0 = C 50 Hiii O m )- In den Zapfen des Rothliopfens soll dieses Phlobaplien präexistiren. Der Aethcr- Lupulus. Hopfenbitter. 679 auszug aus den Hopfenzapfen enthält neben Chlorophyll und flüchtigem Oele ein farbloses krystallisirendcs und ein braunes amorphes Harz, welches letztere mit 90-proc. Weingeist abgetrennt werden kann, während ersteres in diesem Weingeist fast unlöslich ist. Von dem braunen Harz lässt sich der anhängende Bitterstoff durch Zusatz von Wasser zur weingeistigen Lösung trennen, wobei das Harz ausscheidet, der Bitterstoff in Lösung tibergeht. Die wässrige "ltterstofflösung über Schwefelsäure im Vacuum eingedampft und der amorphe Rückstand so oft mit 90-proc. Weingeist gelöst, iiltrirt und eingedampft, bis 'arblose bittere Krystalle resultiren, ist das Verfahren, den Bitterstoff rein darzustellen. Derselbe ist in Wasser vollständig löslich. Es ist also der Bitterstoff kein Harz und er ist von dem braunen amorphen Harze total vermieden (Zeitschr. d. österr. Apoth.-Ver. 1879, 8. 277 und Dinöleb's polyt. J °urn. Bd. 228, 8. 354). Im wilden Croatischen Hopfen fand Cech (Dinuler's Journ. Bd. 230 S. 438) 6 u nd 7,5 Proc. Gerbstoff, im folgenden Jahre (1877) 8—5,5—7 Proc. Gerbstoff xmi einen Lupulingehalt von 4,5 Proc. Den ETTi'schcn Resultaten schliessen sich nur zum Theil die Resultate aus den vorzüglichen Arbeiten M. Issleib's an (Arch. der Pharm. 1880, erste Hälfte 5: 345 u. f.). Zur Darstellung des Hopfenbitters werden nach Issleib ^°pfen oder Lupulin schnell mit kaltem destill. Wasser erschöpft und die Ausfege mit der Knochenkohle in geschlossenen Flaschen macerirt. Nach 2 Tagen at di e Flü 38 igk e it ihren bitteren Geschmack verloren. Die Kohle wird nun mit a «em Wasser gewaschen, gelinde getrocknet und mit siedendem 90-proc. Weinest so oft extrahirt, als derselbe gefärbt erscheint. Von dem weingelb gefärbten "szuge wird der Weingeist zum grössten Theile wieder abdestillirt und die nun "gelbe Flüssigkeit im Wasserbade zur Syrupdicke gebracht, wobei sich ein or phes Harz abscheidet. Mit Wa3ser vordünnt und mit Aether geschüttelt lr der Bitterstoff in diesen über, während der wässrige Theil diu-Lösung einen , en unangenehmen Geschmack besitzt. Beim Abdunsten des Aethers hinter- lbt der Bitterstoff als eine hellgelbe extraetdicke Masse, die längere Zeit bis b0° erwärmt, so weit trocken wird, dass sie sich zu einem gelbweissen Pulver reiben lässt. Die Ausbeute ist äusserst gering, Hopfen giebt nur etwa 0,004 r ° c - und Lupulin 0,11 Proc. Der Geschmack des Bitterstoffes ist ein intensives, angenehmes, an Chinin si'.i! ner . ndeB Bitt er, der Geruch ist aromatisch, hopfenähnlich. Der Bitterstoff löst ßn leicht in Weingeist, Benzol, Schwefelkohlenstoff, Aether; alle Versuche, aus es en Lösungen den Bitterstoff krystallisirt zu erhalten, blieben erfolglos. Er a girt äusserst schwach sauer; Alkalien lösen ihn mit intensiv gelber Farbe; eizucker, Bleiessig Gerbsäure trüben die wässrige Lösung, ohne dass eine ' uche Fällung erfolgt; Eisenoxydul- und Eisenoxydsalze verändern die Farbe p Lösung nicht. Die Reagentien auf Alkalo'ide, wie Jod-Jodkaliumlösung, sphormolybdänsäure u. s. w., bringen keine Niederschläge hervor. Der Bit- säu ! 8t 8ticksto fffrci, seine Formel ist = C 29 H 4C O i0 . Concentrirte Schwcfel- KelU 1ÖSt den Bitt erstoff mit schwarzer, conc. Salzsäure und Salpetersäure mit ^ iobrauner Farbe; durch verdünnte Säuren findet eine Spaltung des Bitterstoffs statt. * hierbei kein Zueker auftritt, so ist der Bitterstoff selbst zu den Pseudoglyco- öl P 'V U recunen - (Ph- Centralh. 1880, Nr. 26.) Die Spaltung erfolgt nach der lehun g: 2C M H 10 O t0 + 3H 2 O = C 10 H 16 O 4 + C 48 H 82 0 )8; Lupulin-Bitterstoff Lupuliretin IjiipuhnB&ure. . Das aus der Spaltung des llopfenbitters hervorgegangene Lupuliretin steht dnri Ilarze «nd > ]nn Oele in Beziehung. Vom Harze unterscheidet es sich urch den Gehalt von H 2 0, denn C 10 H )4 O, + H 2 0 (Hopfenharz) = C 10 H 16 O 4 680 Lupulus. Hopfensurrogate. — Macropiper. (Lupuliretin). Das Harz ist allenfalls aus dem Oel entstanden, denn C )0 H 18 O + O 4 (flucht, Hopfenöl) = C 10 H, 4 O., + 2H 2 O (Hopfenharz). Der in Aether nicht lösliche Körper erscheint als Oxydationsproduct des Oels, denn C )0 I1, 8 0 (Hopfenöl) + 5O=C 10 H ls O (i (in Aether n'cht löslicher Körper). Letzterer steht auch zum Harz in Beziehung und es entsteht wahrscheinlich aus dem Oele durch Oxydation zuerst Harz, dann durch weiteren Zutritt des Sauerstoffs der in Aether unlösliche Körper. (Chem. Central«. 1880, S. 451.) Anwendung. Mit wenig Berechtigung empfahl man eine Tinctura Lnpu- lini ammoniata mit Liquor Ammoni aromat ; cus dargestellt und ein Elixir Lupuli mit aromatischen Stoffen als Medicament, nun dient aber das Lupulin als Antaphrodisiacum und bei Erethismus der Genitalorgane, wo also Aromata ge- mieden werden müssen. Soll das Hopfenpräparat anderen Heilzwecken oder als Tonicum dienen, so kann der Arzt ja Tinctura aromatica oder Aromata besonders der Tinctur hinzusetzen. Elixir Lupuli, Elilirium lupulinura. 100,0 Hopfen und 30,0 Pomeranzen- schalen, beide kleingeschnitten; 10,0 Zimmt; 5,0 Gewürznelken und 20,0 Anis, sämmtlich in ein grobes Pulver verwandelt, werden in einem Verdrängungsapparat mit einem Gemisch aus 0,2 Pomeranzenblüthenöl mit 100,0 Weingeist und 100,0 Wasser übergössen, nach eintägiger Maceration mit 45proc. Weingeist extrahirt, bis 800,0 Auszug gesammelt sind. In demselben werden 200,0 gepulverter Zucker gelöst. Das Gewicht des Elix irS betrage 1000,0. J. B. Moore giebt folgende Zusammensetzung an (Amer. Journ. of Pharm- 1875 Juliheft): 60 Th. Hopfen, 4 Th. Gewürznelken, 4 Th. Zimmt, 5 Th. Ceylonzimmt, sämmtlich in Pulver verwandelt, 8 Th. Pomeranzenblüthenöl, 360 Th. Zucker. Letzterer wird in der durch Maceration nnu Deplacirung gewonnenen Colatur von 720 Th. (durch Aufgiessen eines Gemische'' von Weingeist und Wasser ana) gelöst. Hopfensurrogate sind schon unter Cerevisia, Ergänzungsbd. S. 241, er ' wähnt. Ein weiteres Surrogat ist die Portorico-Kinde, ecorce eostiere, P 9 ' 0 mabi, welche nach PLAKCHON einer auf den Antillen heimischen Rhamnee, der Colubrina reclinata Bkonkniaut (Ceanothus reclinatm I'Hehitier) entstamm , von welcher Rinde Roskntiial in seiner Synopsis sagt, dass sie angenehm bitte sei und die Eigenschaft besitze, jede gährungsfähige Flüssigkeit leicht in die- 1 ' Zustand zu versetzen, und auch zu diesem Zwecke benutzt werde. Aehnlicb ve hält sich die Rinde des Natterbaumes, der Colubrina ferruginosa BRONGNIA (Rhamnus colubrinus Linn.) in Westindien, und der Colubrina Ferment» Richard, des Hefen-Natterbaumes. _. In Sibirien sollen die bitteren Wedel von Aspidium Filix man SwAiw'* 5 Hopfensurrogat benutzt werden. Macropiper. Macropiper methysficum Miquel, Piper methyslicum Förster, eine * den Südseeinseln wildwachsende, und auch eultivirte strauchartige Piperac • (Methysticum ist das griechische [ie&vgtixÖv, zum Berauschen passend, zur Trun seil heit gehörig). , ; n Radix Hacropiperis, Ava, Kawa-Kawa, Kava-Kava, kommt getrooknei den Handel und wird in Nord-Amerika schon als Sudorificum und Antigoiion cum angewendet. Sie ist getrocknet leicht, graufarbig, holzig, auf dem <4u e Mncropiper. Kawa. 681 schnitt strahlig, von vielen Markstrahlen durchzogen, mit schwammigem Gefüge, von gewürzhaftem Gerüche und Geschmacke. Gekaut wirkt sie stechend und Wissend auf den Geschmack, hintennach auf der Zunge eine gewisse Gefühllosigkeit oder Unempfindlichkeit vorübergehend hinterlassend. Dr. O'Rokke und Goblet haben die Wurzel, ersterer therapeutisch und dann mit Goblet auch Gemisch untersucht. Bestandteile sind in Proc. 2 Kawin, 1 Methysticin, 4 Aschenbestand- '«eile mit Chloriden des Kalium, Magnesium, ferner Thonerde, Eisenoxyd etc., 2 Summöse, in Wasser lösliche Substanz, 49 Stärkemehl, 26 Cellulose, 15 Feuchtigkeit- Kawin ist ein scharfes Weichharz von gelbgrünlicher Farbe und stark Somatischem scharfem stechendem Geschmack. Es bildet den hauptsächlichsten "'«landtheil, welcher auch die Wirkung der Wurzel bedingt. Methysticin '*' eine geschmacklose neutrale krystallisirende Substanz, welche dem Piperin n ' c ht ähnlich ist. Es wurde von Morson 1845 aus der frischen Wurzel abge- 8c Weden. Da der wässrige Aufguss süsslich schmeckt, so dürfte in der Wurzel a uch -wohl noc ]j Zucker vertreten sein. Anwendung. Aus der Wurzel wird ein Getränk mit und ohne Cocosmilch gemacht (Kawa oder Yankona). Theodor Toel, Arzt auf Honolulu, berichte dem Verf. dieses Ergänzungsbandes: ,. Die „Awa-Wurzel" (wie dieselbe hier meistens genannt wird) besitzt aller- m gs berauschende Eigenschaften, doch ist die Bereitungsweise sehr ekelhaft und Schieden von der von Ihnen beschriebenen Weise. Die Wurzel wird gekaut, er Saft ausgesogen und in ein Gefäss gespieen, welches in der Mitte des 'eises der Kauenden steht. Jeder Mundvoll Wurzel wird so lange verarbeitet, s der Speichel keinen Geschmack mehr von der Wurzel hat und wird dann s Ausgekaute auf die Seite gelegt. Ist nun der Vorrath an Wurzel auf diese eise zu Ende gebracht, so werden von den zerkauten Wurzeln kleine Becher ormt, während welcher Zeit die zusammengespiehene Masse in Gährung übergangen ist. p Gewöhnlich wird nun erst eine tüchtige Mahlzoit von dem landesüblichen voll f 1 "^ ronem Fisch eingenommen und dann, wenn sich der Magen ordentlich Ref ' w ' ld das Awa-Gebräu hinterher getrunken, entweder aus den vorher Ernten Bechern oder direct aus der Schüssel. r P' e Wirkung davon ist die, dass die Trinker beinahe augenblicklich in einen daT ^nücnen Schlaf fallen, wenigstens findet man die Eingeborenen meistens o, ,'p gen ' w o sie beim Essen und Trinken auf dem Fussboden sassen. Der g "alt ziemlieh lange an, 6—8 Stunden und darüber, und hinterlässt beim ein a f, mcnt nur kein Uebelbefinden zurück, sondern soll dem ganzen Körper ^gemeines Wohlbehagen mittheilen. tWou r ^^mack des Awa-Gebräues ist widerlich und bitter, weshalb auch die Welc a n „ ' e Hauptwirkung vom Awa äussert sich vornehmlich aufs Blut durch Haut" 6 Wärm PScfühl und beschleunigten Kreislauf, sodann auch auf die m ' V ldem es die Thätigkeit derselben anregt, doch hat, aber auch ein Ueber- XJisJt, 11 " Genu ss von Awa eine eigenthümliclie Hautkrankheit zur Folge, deren die w W ° 1Ü nur in Ueberreizung der Ilautthätigkeit zu suchen ist, indem sich tfchth 8chll PPcnförmig abreibt, wie ähnlich bei den trockenen Hauttiechten ypsis, Elephantiasis). al s v lA- W,lrzel wurde von den Zauberern und Aerzten der alten Eingeborenen l euici n hoch gehalten und von den Patienten derselben sehr verehrt, wegen ngebor, Wb1„i. en nacl1 jedem Trunk alsbald etwas Cocosmilch trinken oder irgend w eiche sü sho üwv.:.. • r,______ ____ süsse Früchte, wie Bananen, essen. Die ' ein 682 Macropiper. — Magnesia (usta). des so geschwinde nach dem Genüsse sich einstellenden Wohlbefindens, hat aber sonst in der That keine eigentlichen medicinischen Eigenschaften, die ihr einen grossen Erfolg auf Einführung versprechen könnten. Soweit Toel (ph. Centralb. 1877, S. 149). Auf Tahiti dient die Wurzel als Antigonorrhoicura. Das wässerig-weingeistige Extract und die Tinktur wendet Dr. O'Roeke bei chronischem Rheumatismus, Gicht, Asthma, so wie als Sudoriferum an, in letzter Beziehung nur in den tropischen Gegenden, denn in unseren gemässigten Erdstrichen zeigt sich die Bchweisstrei- bende Wirkung gleichsam lückenhaft. Bei der einen Person tritt Schweiss hervor, bei der anderen nicht. Zwischen Jaborandi und Kawa-Kawa ist also keine Aebn lichkeit der Wirkung ersichtlich. Bei Gonorrhoea wird das Decoct oder der Aufguss aus 4—6 g den Tag über auf 2—3 mal verbraucht, bis Genesung erfolg*- Zwanzig Minuten nach dem Einnehmen der ersten Gabe verspürt der Kranke ein dringendes Verlangen zu harnen. Die entleerte Menge des Harns ist gross, dieser wasserhell. Der Schmerz, der früher bei Entleerung des Harns vorhanden ^ ar > ist verschwunden, und es stellt sich ein Gefühl der Behaglichkeit ein. Eine solch 0 Cur dauert 10—12 Tage. Die Kava wirkt überdies als bitteres Tonicum, 910 ist angenehm zu nehmen, fördert den Appetit, belästigt nicht die Verdauung s " organe und verursacht schliesslich weder Diarrhoe noch Verstopfung. Extractum Macropiperis, Kawa-Extract wird aua der trocknen, kleingeschnittenen Wurzel durch warme Extraction mittelst 60proc. Weingeistes un Eindampfen des filtrirten Auszuges bis zur derben Extract - Consistenz dargestel Ausbeute circa 10 Proc. Gabe 1,0—2,0—3,0 den Tag über. Die letztere Tagesgabe ist eine sehr starke. Tinctnra Macropiperis, Kawa-Tinctnr, wird aus 1 Th. der trocknen zerschnittene Wurzel und 5 Th. eines Gemisches aus ana verdünntem (67-proc.) und proc. Weingeist durch Digestion dargestellt. Tagesgabe 5,0—10,0—1*> In dem Werke „Reise durch den stillen Ocean" 1878, S. 208 und i° A sehr. d. österr. Apoth.-Vereins 1878, Nr. 36 findet sich eine höchst intereBB^^ Beschreibung der Kawa von Max Buchneb, worin die Darstellungsweise Getränkes durch die Eingeborenen näher beschrieben ist. Magnesia. der Kali- Auf die Darstellung der Magnesia aus den bei der Fabrikation - salze aus Carnallit gesammelten Endlaugen hat Rümpleb (Hecklingen) e ■ e0 R.-Patent (8777 vom 15. Juni 1879) genommen. Diese Laugen enthalten ^^ Magnesiumchlorid Eisen, Magnesiumsulfat etc. Durch Zusatz von gebra _ Magnesia wird das Eisen als Oxyduloxydhydrat gefällt, durch Zusatz von Oa ^ chlorid wird das Magnesiumsulfat in Chlorid verwandelt nnd Calciumsul ^. schwer lösliches Salz abgeschieden. Aus dem Magnesiumchlorid wird nun carbonat mittelst Natriumcarbonats ausgefällt etc. %a Nach dem D. R.-Patent 11540 wird Magnesiumchlorid eingetrockn^^ Ziegeln geformt und diese in Ziegelöfen unter Anwendung feuchten ^ er . materials so wie Dachziegel gebrannt, also das Chlorid direct in Magnesi geführt. rhPtnikers Nach einem Englischen Patent (1019, 9. März 1880) des ^V^ Twynam (North Kensington) wird die Magnesiumchloridlösung mit der ausrei Magnesia (usta). 683 Menge gebranntem Dolomit versetzt, gekocht, die abgeschiedene Magnesia geändert, ausgewaschen etc. Magnesia Anglica, Englische Magnesia, wird irrthümlich als eine Bezeichnung er schweren gebrannten Magnesia aufgefasst. Diese Englische Magnesia ist Wero kohlensaure Magnesia und muss zur richtigen Bezeichnung gesagt werden: gebrannte Englische Magnesia (Dorvault). Prüfung der gebrannten Magnesia (Handb. II, S. 385). Einen etwas Jwken Kalkerdegehalt in der gebrannten Magnesia erkennt man nach • Marquardt durch einen auffallenden caustischen Geschmack. Um sich dieser Pirischen Prüfungsmethode zu bedienen, ist es nothwendig, einmal eine reine ei ' r,ur kleine Spuren Kalkerde enthaltende Magnesia mit der Zunge geprüft ,. . en > nm den Unterschied in dem Geschmacke leicht zu erkennen. Als eine assig e Kalkmenge wäre ein Gehalt von 0,25 Proc. anzunehmen, denn diese g en ge entspricht dem gewöhnlichen Kalkgehalte (0,1 Proc.) in der besseren <■ e der käuflichen Magnesia carbonica. Zur approximativen Bestimmung dieses da f ' we ' cnor ' n der gebrannten Magnesia also circa 0,25 Proc. betragen q„' genügt folgende einfache Probe. Man übergiesst 0,1g der gebrannten (oder S( !i'., kohlensauren) Magnesia mit 10 CC. der 5 proc. Oxalsäurelösung und ein" ."".kräftig um. In Zeit von einer Minute erfolgt bei ganz reiner Magnesia Wß . v °Uig klare Flüssigkeit, bei Gegenwart von Kalk aber eine trübe bis milchig- p r ,! 6, D'e agitirte Lösung giesse man sogleich in einen 1,25 Ctm. weiten keit Uc ^' n d er un d lasse den Blick durch die gegen das Licht gehaltene Flüssig- Tint SaU ' 6 . fallen, hinter welcher man ein Stück Canzleipapier mit 1mm breiten k enstr ichen besetzt hält. Lassen sich diese Striche in ihrer Begrenzung er- tret 6n ' S °- ' s * aucn nöcus ' ;en8 der oben angegebene zulässige Kalkgehalt verkeil ^' e Begrenzungen der Striche oder diese selbst nicht mehr zu er- ( j n > s o ist der Kalkgehalt auch ein grösserer. N 0 l . le Durchsichtigkeit der Flüssigkeitssäule darf nur durch einen schwachen kau £ e ?' iör ' ; sein. Bei einem Kalkgehalte von 0,35 Proc. sind die Striche w är 'a ^ ^ roc - Kalkgehalt aber nicht mehr zu erkennen. Mit dieser Probe Ueh • zu ' ä ssige Kalk- und auch Kohlensäuregehalt erkannt. Macht sich beim Q a pessen der Magnesia mit der Oxalsäurelösung eine von weitem hörbare vjjhj nt * !c kelung bemerkbar, so enthält die Magnesia auch zu viel Carbonat. Eine i„ J? kohlensäurefreie ist nicht zu verlangen, denn trotz bester Aufbewahrung g eiiff as &efässen mit Paraffin gedichteten Korkstopfen, wenn diese hin und wieder geh u Wer( * en ! ze igt die Magnesia nach einem Monate schon einen Carbonat- Ma» • ^. mcn nochmaliges Glühen der in einen eisernen Tiegel eingedrückten Wesia i s t den man in die Mündung des Probircylinders einsetzt. e s di * ls ^e Verfälschung ist das Wässern der Magnesia aufzufassen, denn zur Vermehrung des Gewichtes. Ein bei circa 150° erlangter Trockenen 2 Proc. muss zugelassen werden. Bei einem Trockenverlust von 's 2,5 Proc. tritt der Verdacht der Fälschung ein. DEN„7 emie und Analyse. Als ein Reagens auf Magnesia_ empfiehlt .Schlag- (nJl ? PEN (Journ. de Ph. et de Ch. 1878, 8. 375) eine alkalische Jodlösung Cl1 d es Autors Angabe eine Kalium- oder Natriumhypojoditlösung). Einer Ve *lust "»ehr , 684 Magnesia (usta). 2-proc. Aetzalkalilauge wird so viel Jod zugesetzt, bis eine goldgelbe Lösung re- sultirt. Wird mit diesem Reagens eine Flüssigkeit versetzt, welche Salze der Erden enthält, so werde nur Magnesia als ein braunrother Niederschlag ausgeschieden. Wenn Kalk, Baryt etc. keine Niederschläge gäben, so wäre jenes Reagens allerdings von vielem Werthe, so aber geben die Salze dieser Erden mit diesem Reagens Trübungen und Niederschläge, allerdings geringere und blassfarbige (Hager). Aehnlich steht es mit dem als specielles Reagens auf Kalkerde von Sonstadt empfohlenen Natriumwolframiat, welches auch in Magnesium - Salzlösungen Trübung erzeugt. Als ein spectroskopisches Reagens auf Magnesia erkannte F. v. LepeIj den Farbstoff der Alkanna, dessen Absorptionsspectrum durch Zusatz von Magnesiumsalz auffallend modificirt wird (Ber. d. d. eh. Ges. XIII, 763 u. f.). Eine sehr leichte und bequeme Methode der Bestimmung der Magnesia neben Kalkerde mittelst Oxalsäure bei Abwesenheit von Baryt und Stron- tianerde fand Hager auf. Sie gründet sich auf das eigenthümlichen Verhalten des Magnesiumoxalats in kalter, warmer und kochendheisser Oxalsäurelösung bei Gegenwart und Abwesenheit von Glycerin. In verdünnter Magnesiasalzlösung erzeugt Oxalsäure anfangs keinen Niederschlag» ebenso löst sich Magnesiumoxyd und das Carbonat in überschüssiger kalter 5-P roC ' Oxalsäurelösung klar auf, beim Stehen der Flüssigkeiten, trüben sich dieselben, er ' hitzt man sie dann bis zum Kochen und erhält sie 5—8 Minuten in dieser Temperatur, so scheidet sich das Magnesiumoxalat vollständig aus. Lässt man nu erkalten, so geht ein geringer Theil des Salzes wieder in Lösung über. . - Setzt man der Magnesiasalzlösung oder dem Magnesiumoxyd etwas Gly cer * (die 10-fache Menge des Magnesiumoxyds) vor dem Zusätze des Ammoniumo* lata und der Oxalsäure hinzu, so bleibt die Lösung auch beim Stehen k* ' Kocht man nun die Flüssigkeit, so erfolgt vollständige Ausscheidung des W a S nesiumoxalats und es kann durch Filtration der kochendheissen Flüssigkeit das Mag nesiumoxalat gesammelt werden. Die Kalkerde wird in ihrem Vorhalten z Oxalsäure durch die Gegenwart von Glycerin nicht gestört und fällt als Oxalat a • Hätte man in einer Flüssigkeit Kalkerde, Magnesia, Eisenoxyd, auch N a und Kali zu bestimmen, so versetzt man sie mit circa einem Fünftel-Vol. ^ cß , e g dann mit der genügenden, zur Zersetzung des Calcium- und Magnesiums» nöthigen Menge Ammoniumoxalatlösung und nun noch mit Oxalsäurelösung. m erde fällt als Oxalat aus. Nach einer Stunde wird dieses im Filter 8 e8aI ?vu er und nun das Filtrat 5—8 Minuten gekocht und kochendheiße filtrirt. Im . bleibt das ausgeschiedene Oxalat des Magnesium. Das Filtrat wird nun tel0 Zusatz von Ammoniumcarbonat eingedampft, das Glycerin daraus mit abso Weingeist entfernt und der Rückstand mit heissem ammoniakalisckem ^ ausgewaschen, um das Eisenoxydhydrat zu sammeln. Hiervon das Filtra ^ gedampft und geglüht lässt Kali und Natron im Rückstande. Die Oxalate ^ Magnesium und Calcium werden durch Glühen in die kaustischen Erdbasen wandelt. ^g. Anwendung der gebrannten Magnesia. Wenn es angeht, so ist diese ^^ nesia in Mixturen einfach mit Wasser zu mischen und nicht mit Gummi-, ^ u<5 g ela . Extract-Lösungen, welche in den häufigsten Fällen alsbald oder später ®' n nor8 tiniren der Mischung veranlassen. Von Büchner ist als Antidot des 1 ß° P n> Lac Magnesiae (Handb. II, S. 387) mit 2,5 Ammonium earbonicum zu vers ^ Als Litholyticum bei Nierensteinen, Nierenkolik, Ilarngries, Gicht etc., a ^ eine harnsaure Diathese vorliegt, sollte man die gebrannte Magnesia nie ^ doch nur mit «llar Vorsieht anwenden, denn sie kann diese Leiden seio . doch nur mit aller Vorsicht anwenden, in das schlimmere Stadium überführen. denn sie kann diese Es gab eine Zeit, in welcher gel brannte Magnesia (usta). — Magnesia benzoica. 685 Magnesia von Vielen täglich als leibeseröffnendes Mittel gebraucht wurde und so manche erlagen später den Folgen der Lithiasis (Hager). Gebrannte Magnesia mit Wasser zu einem Teige angerührt soll auf Brandwunden durch concentrirte Schwefelsäure gelegt ein schmerzlinderndes und sc mell heilendes Mittel sein. Magnesia gelatinata, Magnesie en gele'e, ist nur Magnesia hydrica pultiformis Wandb. II, S. 387). au» 1 ,? iseilma S'iesinp'llen des Apotheker Kirchmann (Ottensen). 0,1 schwere Pillen n ? ^ I8 envitriol und Magnesia zusammengesetzt und mit Vanillenzucker überzogen, flii ncR i ,,lni P r aparnt, Boiilig's, soll aus circa l'roc. 72 Magnesia-, 11,5 Magne- msuhcarbonat, 2 Kieselsäure, 10 Wasser und 4 unlöslicher Substanz zusammensetzt sein. Magnesia benzoica. __ Magnesia benzoica, Magnesiumbenzoat, benzoesaure Magnesia(MgO,C u H 5 0 3 ,2HO -iSl oder [C fi H 5 CO 2 ] 2 Mg+2H l O=302). ^ Darstellung. 60 Th. krystallisirter Benzoesäure werden in 250 TL hendheissem destill. Wasser gelöst und mit 10 Th. gebrannter Mag- ^ a oder nach und nach mit circa 25 Th. oder einem geringen Ueberschuss ■ t und das Filtrat getrocknet und zu e j "jiosiumsubcarbonat versetzt, die hei886 Lösung filtrirt im p ^dampft, zuletzt bei gelinder Wärme (40 bis 50» C.) ausgetro Pul geiinaer warme. (40 Ausbeute circa 70 Th. v er zerrieben. a |- l 9 en SChaften. Magnesiumbenzoat bildet ein sehr weisses krystallinisehes, ist' S . äulcilf,ir " | itf (, n Krystallen bestehendes Pulver, welches nichl hygroskopisch in'ki Re S en r <'thes und blaues Lackmuspapier indifferent verhält, sich leicht ^Kochendem Wasser, in 20 Th. Wasser von 15« C. und 20 Th. 90-proc. 10 lr nL eiSt ' öst- (^* as aus emür künstlichen Benzoesäure hergestellte Salz war in Säi ■' ^°"Proc. Weingeist löslich.) Der Geschmack des Salzes aus künstlicher a . c ,8 t anfangs siisslich, dann entfernt bitterlich und hintennach schwach bren- stis r ^ aS ^ a ' z aus ccntcr Benzoesäure ist anfangs bitterlich und dann entfernt eine — ^ e ' m Erhitzen bis auf 200° C. schmilzt es unter Wasserverlust zu er syrupdicken Flüssigkeit. 2u p ftnw endung. Magnesiumbenzoal ist, wie das Natriumbenzoat von Prof. Klbbs Mitt | Fag ( 1879 > als ei « Antiphlogistionm und besonders als ein vorzügliches ty tel gegen Tuberculose empfohlen worden. Klebs sagt unter anderem (Allg. fner me d. Ztg. 1880 Nr. 1 und Med. Neuigk. 1880, Nr. 4, 8. 27): „Die B Erlösen miliarer. Eruptionen können durch die innerliche Anwendung der bi| z °ate, namentlich des Magnesiumbenzoates zum Stillstande und zur Kück- Ä ^bracht werden, selbst in solchen Fällen, in denen weitere septische fall! °" oder hochgradiger Marasmus ein unaufhaltsames Fortschreiten des Ver- ies mit sich bringt. . , Uas Magnesiumbenzoat soll litholytisch, antimykotisch und antipyretisch 6Ö6 Magnesia benzoica. — Magnesia carbonica. wirken. Man gab es daher bei Gicht, Harngries, Diphtheritis, Tuberculose zu 0,15—0,5 — 1,0 und mehr zwei- bis vierstündlich, bei Diphtheritis halbstündlich zu 0,2—0,3. Zu Inhalationen zieht man das leichter lösliche Natriumbenzoat vor. (1) Mixtura cum Magnesia benzoica. ty- Magnesiae benzoicae 7,5. Solve in Glycerinae 20,0 Aquae Menthae piperitae Aquae Foeniculi ana 50,0 Syrupi Aurantii corticis 30,0. D. S. 2—3-stündlich 1 Esslöffel zu nehmen. (2) Pulveres cum Magnesia benzoica. fy Magnesiae benzoicae Sacchari albi ana 10,0 Elaeosacchari Menthae piperitae •>,". M. Fiat pulvis. Divide in partes acq«« lc9 viginti (20). D. S. Zwei- bis dreistündlich ein Pulver mit etwas Wasser zu nehmen. Magnesia carbonica. Von R. Otto und 0. Gabler sind mehrere Sorten Magnesia des Handeis untersucht (Arch. d. Ph.), und es ergab sich, dass die Englische Waare kemes- wegs den Vorzug verdiene, die Oeynhauser Magnesia sich am wenigsten » pharmaceutische Zwecke eigne, die Nauheimer aber die vorzüglichste untc den Handelssorten ist und sich für pharmaceutische Zwecke am besten eignet. Der Gehalt der weissen Magnesia des Handels an Magnesiumoxyd ^ et ^ ac | t durchschnittlich 40 Proc, der Kohlensäuregehalt 35,5 Proc, der Wasserge ha ' 25 Proc. Beträgt letzterer über 26 Proc, so ist eine Anfeuchtung wahrscheinlich Die Prüfung der Magnesia carbonica auf Kalkgehalt lässt sich derjenige der gebrannten Magnesia anschliessen. Wenn in letzterer 0,25 Proc. Kalker zugelassen werden, so würde sich diese Menge bei dem Subcarbonat auf 0,1 " r0 " reduciren. Statt 0,1 gebrannter Magnesia giebt man 0,25 des Magnesiums« carbonats nach und nach in ein geräumiges Cylinderglas, in welchem sich 10 V* der 5-proc. Oxalsäurelösung befinden. Vergl. S. 683. Die durch Schütteln bewtf Lösung wird dann in ein 1,25 Ctm. weites Reagirglas übertragen und hier °P: . . geprüft. Ein anderer Modus einer empirischen Prüfung besteht darin, eine » ' . Messerspitze der Magnesia auf Platinblech zu glühen und nach dem Erkalte" die Zunge zu nehmen. Stellt sieh ein kaustischer Geschmack heraus, so is Magnesia auch verwerflich (Marqijahdt). , j g Prescott untersuchte mehrere Sorten der Magnesia carbonica des * la " nn.l fand er darin z. 15. 1,61; 2,15; 1,25 Proc. Kalkerde und 0,21; 0,34 Eisenoxyd. ^ , n . Von den in den Handel kommenden Magnesiten war früher der Fr»n Magnesia u'" In letz* 61 steiner das bessere Mineral. SOHEEBEB fand darin 47,64 Proc. 52,35 Proc. Kohlensäure, doch kommt es jetzt nicht mehr 90 rein vor. -- Zeit hält man den Steyrisehen Magnesit (mit circa 47 l'roc. Magnesia unü ^ Proc. Kohlensäure) für das beste Material zur Kohlensäure-Erzeugung und - l zur Darstellung der Magnesia carbonica für den pharmaceutiachen Gebrauc ■ ^ E. Bohlig's patentirtes Mapesiapräparat, ein Mittel gegen die Kesselse bildung ist gebrannter oder entkohlensäuerter Magnesit. :. D. S. ümgeschüttelt Vlr^f* 1 'iK.^ütff..! [er,,- (TinrlBV unter A_ « (1) Linctus antaeidns infantum Voigt ty Magnesiae »ubcarbonicae 2,0 Tincturae Rhei aquoaae 4,0 Aquae Menthae crispae 25,0 Syrupi AHhiieae 30,0. hr, M 1 TheeHJffel (für Kinder "■■— . '2 Theelöffel für Kinder von 2—» •'■' bei Magonsäure). Magnesia carbonica. — Magnesia citricä. «87 * (2) Pulvis antacidus. Pulver gegen Sodbrennen. Carbonis vegetabilis 12,5 ^igni Quassiae M Magnesiae subcarbonicae ana 2,0. m - *• pulvis subtilis. rp,~- S- Mehrmals den Tag über einen srw? , feegen Sodbrennen. Dieses "jnaerbare Kecept war im The Druggist's ^»cuiar and Chemical Gazette 1879 ansegeben). (3) Pulvis dentifricius absorbens. Poudre dentifrice absorbante. ije Calariae carbonicae praecipitatae Magnesiae carbonicae crystallisatae Corticis Chinae fuscae ana 10,0 Corticis Quillajae 5,0 Olei Menthae piperitae 0,5. M. f. pulvis. S. Säurewidriges Zahnpulver. (Wenn Magnesia carbonica crystallisata nicht zur Hand wäre, so kann Pulvis ossis Sepiae dafür gesetzt werden). (4) Pulvis dentifricius Schmedicke. Sohmedicke's Zahnpulver. ty- Cretae albae praeparatae 20,0 Magnesiae subcarbonicae Concharum praeparatarum an; 5,0 Saponls medicati 4,0. M. Fiat pulvis. D. S. suo nomine. Magnesia citrica. seh -f . S nes ' a citrica. Im Journ. de Pharm. d'Anvers 1879 fand sich eine Vor- w r '" v °n CoiiNicus zur Darstellung des Magnesiumeitrats, welche bei Verlief t^ remer Ingredienzien ein vorzügliches amorphes und schön weisses Salz ^ ert - Man soll 1kg Citronensäure in 3 Lit. kochend heissem destill. Seh 8861 " ^ Ö8en > ""* (circa 700g) Magnesiumsubcarbonat oder (circa 310g) v , aim * er Magnesia soweit sättigen, dass eine nur sehr geringe saure Reaction kalt ^' e Plüssigkeit noch warm tiltriren oder coliren und dann an einen ty e j " 0rt stellen. Nach 24—36 Stunden hat sich aus der Flüssigkeit eine dem 20-!o ftün ^ cne Masse gebildet. Diese soll ausgepresst, zerstückelt und bei lief f • Warme ausgetrocknet, schliesslich gepulvert werden. Diese Vorschrift gen 6 ' n ainor P nes Präparat, wofern das Trocknen bei höchstens 25° C. vor- in j™. men w ' r d. Das Auspressen ist überflüssig. Die käsige Masse breitet man g .. lc ^ er Lage auf starker Leinwand aus und stellt sie vor Staub geschützt bei ein ü" ^ U ^ ^astafeln dieselbo auszustreichen ist nicht räthlich, da sie darauf wie **™ austrocknet und dann nur schwierig davon zu trennen ist. 8c j.. le Verwendung einer von Eisen freien Magnesia ist wesentlich, um ein tikT We ' 8ses Präparat zu erlangen. Unter dem Mikroskop sind amorphe Par- jv z n ei'kennen, selten mit einigen wenigen kleinen Krystallen durchsetzt. nenT 8alz ist in 2 Tfl " kochendem Wasser löslich und soll aus 46 Proc. Citro- der "p 6 ' ]7I>roc - Magnesia und 37 Proc. (14 Aeq.) Wasser bestehen. Ein an- B tarl P arat ist jene sogenannte Französische Waare, welche sich durch einen lt r 5en .behalt freier Citronensäure und unter dem Mikroskop betrachtet durch ^umsehe Massen neben amorphen unterscheidet, mit i^ aS fahren nach Roofi besteht darin, 100 Th. kryst. Citronensäure 29Vi? Th - Wa »ser befeuchtet in ihrem Krystallwasser zu schmelzen und mit »ii-fl ;. gebrannter Magnesia zu mischen. Nach dem Erstarren der Mischung ,u di e Masse in ein Pulver verwandelt Vergl. auch Handb. 11, B. 393 u. 394. häM^'inia citrica Imnellnta (s. in lamellis). Das Präparat des Handels ist Uh « ein krystallinisches und daher weniger leicht lösliches Salz. 688 Magnesia citrica. — Magnesia silicica. Magnesia citrica granulata, Magnesiumeitrat in Körnern, soll, wie Creusse fand, sowohl mit Magnesiumsulfat als auch mit Natriumtartrat verfälscht vorkommen. Die Magnesia citrica granulata effervescens enthält übrigens immer Natriumcarbonat und Natriumeitrat. Prüfung des Magnesiumeitrats. Dieselbe erstreckt sich auf Weinsäure, Schwefelsäure, Natriumsalze, Ammoniumsalze. Die Weinsäure wird durch Mischen mit Kaliumacetat und reichlicher Essigsäure und dann Maceriren und Auswaschen mit 45-proc. Weingeist, worin Kaliumeitrat bei Gegenwart freier Essigsäure leicht löslich, das Kaliumbitartrat aber fast unlöslich ist, bestimmt. Schwefelsäure wird mittelst Baryumsalz und freier Salzsäure nachgewiesen. Zur Bestimmung der Magnesia und des Natrons, wird das Präparat mit der doppelten Menge B' e1 ' zucker gemischt, eingetrocknet, dann mit Wasser extrahirt, die wässrige Lösung mit Aetzammon neutral gemacht, mittelst Schwefelwasserstoffs vom Blei befreit? eingedampft und in Asche verwandelt, welche Magnesia als in Wasser unlöslichen» das Natron als in Wasser löslichen Theil enthält. Liegt eine Verunreinigu* 1 «? mit Sulfat nicht vor, so ist das Salz direct in Asche zu verwandeln. Unter dem Mikroskop lässt das sehr reine gute Magnesiumeitrat nur amorphe und keine krystallini sehen Massen erkennen. Da das Ammonium-Magnesiumeitrat ein in Wasser leicht lösliches Salz i st > so hat man dieses Salz dem Magnesiumeitrat untergeschoben. Dass letztere Spuren Amnion enthalten kann, ist erklärlich, jedoch immer nur Spuren. Diese Doppelcitrat hat nach Landein die Formel 2NH,0, MgO, C 12 H 5 0 11 + 2HO. Anwendung. Das Magnesiumeitrat erfreut sich immer noch des Rufes, ei» beliebtes Mittel in den Anfängen der Nieren- und Blasensteinbildung zu seiii' Wie schon unter Magnesia erwähnt ist, sind Magnesia und ihre Salze eher M terialien der Lithiasis ein Fundament zu gewähren, als ein solches zu beseitig 6 ' Da Magnesia eine Basis ist, welche mit vielen organischen Säuren zwar aniorp und leichtlösliche, aber auch krystallinische und schwerlösliche Salze bildet» kann sie Gelegenheit zur Ablagerung schwerlöslicher Verbindungen geben, zunia wenn der Digestionsapparat keine normale Thätigkeit zeigt, wenn zur harnsaU Diathese Disposition vorhanden ist. Magnesia und ihre Salze vermeide W wenigstens auf eine längere Zeit zu gebrauchen und, wenn es sein kann, gebraU man sie garnicht (Hager). . , g Dem Borocitrat oder Citroborat der Magnesia (Boracites 0ltr *^ e Becker, Magnesia boro-citrica, Handbuch II, S. 396) wurde eine kWOTttZW litholytische Kraft beigemessen, bei Nierenkrankheiten und gegen Lithiasis pfohlen. Prof. Ludwig zu Wien hat eine Reihe Versuche angestellt, J e konnte er nicht eine Spur der litholytischen Kraft wahrnehmen (Wiener m • Blätter 1880, Nr. 4). Dagegen hat MAD8EN (Kopenhagen) das Borocitrat ^ ein gutes Lösungsmittel der Harnsteine erkannt (vergl. unter Lithium benzoIC Ferner Zeitschr. d. österr. Apoth.-Ver. 1880, Nr. 3), es sogar wirksamer Lithiumbenzoat befunden. Dass Borax, Borsäure, Citronensäuic auflösend wi ^ liegt ausser allem Zweifel, doch liegt keine Notwendigkeit vor, diese Säure ^ Magnesia gebunden anzuwenden. Er würde Ammon die Magnesia jedenfalls besser vertreten (Hager). Magnesia silicica. 1 Magnesia silicica s. hvdro ■ silicica wird nach der Vorschrift im Ha» ^ II, S. 399) aus Magncsiasulfat und Kali Wasserglas bereitet. Nach anaei Magnesia silicica, — Magnesia sulfurica. 689 gaben soll mit äen angegebenen Namen nur der Meerschaum (Sepium), wie er zu Pfeifenköpfen Verwendung findet, bezeichnet werden. Talcum. Der präparirte Talkstein wird jetzt auch zu Einstreupulvern, z. B. h f .p 011 uen Schweiss der Haut, der Fasse, angewendet. Zum Conspergiren der illen wird er nur selten benutzt, llandb. II, 8. 399. . In neuerer Zeit hat man ihn als Streumittel auf Brandwunden empfohlen, fem er den Schmerz lindern und die Granulation fördern soll. (1) Pasta ad combustiones. * Talci Veneti pulverati 50,0 'y'ti'i bicarboniei Wycerinae anft 10,0 j. Aquae communis q. 8. • "at pasta mollis. Vo.i /ullm Auflegen auf die Haut (bei U , ,| " 1 »nunge„). ' Jle se Pasta lässt sich vorräthig halten. (2) Pulvis dentifricius alkalinus Deschamps. Dj äSCHAMPs' alkalisches Zahnpulver. * Talci Veneti 20,0 ^atri bicarboniei 5,0 'Wmini rubri 0,05 j] "fei Menthae piperitee guttas 5. jj- 'iat pulvis subtilis. ' °- su -o nomine. I.Bl (3) Pulvis cosmeticus. Afl S ( i,. c , de fenl. Blanc francais. Weisses "minkpulver. Wiener Damenpulver. laloi Veneti subtilissime '«0,0. linde llHceta 6 « puH 200 '°- aeitl 5 er d ' cs quatttordecim, interdum aq^ 1°' tum ,iltra - massam in filtro hi,„'-, fusa eluendo. Massarn haue adhuo "«rnittam cum Cetacei contusi 12,0 in patinam linteo obteetam, ut pulvi- sculus retineatur, immitte et loco calido sepone, donec exsiccata fuerit. Postre- uiiiin massam in pulverem subtilissimum redige. II. Rouge vegetal. Rothes Schminkpulver. v? Blanc de fard 100,0 Cetacei 10,0 Carthaminae rubrae (Safflorroth) 3,0 Aquae 20,0 vel q. s. Misce, ut fiat massa tenerrima, quae in patinam linteo obteetam immisa exsicce- tur, postremum in pulverem tenerrimum redigatur. (Diese Vorschrift (nach Dokvault) dif- fenrt von der im Handb. II, S. 400 sub 8 angegebenen. Diese Schminkpulver sind unschädlich, was man von denen aus Wismuthsubnitrat und Cerussa nicht sagen kann, welche sogar als Gifte der Baut zu bezeichnen sind.) III. Bleu vegetal pour les veines. Aderschminke. pulverati iv Caerulei Berolinensis 5,0 Talci Veneti subtilissime pulverati 50,0 vel «0,0 Gummi Arabiei 2,0 Aquae Rosae q. s. M. Fiat massa plastica, ex qua bacillula cm 5 longa et cm 0,5 crassa forinentur. Siccata dispensentur. Parflimf?"^* 6 '» präparirter Talkatein mit Cochenille tingirt und mit Bergamottöl tuinirt. (Hager, Analyt. die Zart? • !' A dagegen vom Kaliumsulfat nur Spuren. . Fk. Anthon bestimmt den Gehalt des Bittersalzes an Glaubersalz mittois des spec. Gewichtes der wässrigen Lösung. Die hierzu nöthigen Arbeiten snl ^ übrigens umständlich und das Resultat bietet nur eine leidliche Sicherheit. '' niiehst ist das Salz total wasserfrei zu machen, dann in der zehnfachen Meng Wasser zu lösen und das spec. Gewicht der Lösung bei 15° C. zu bestimme • Eine solche Bittersalzlösung hat ein spec. Gewicht von 1,1058, eine entsprechen (10-proc.) Natriumsnlfatlösung ein spec. Gewicht von 1,0917. Ein Salz, w L entwässert aus 90 Proc. Magnesiumsulfat und 10 Proc. Natriumsnlfat beste > soll in 10-proc. Lösung ein spec. Gewicht von 1,10394, bei 80 Proc. MagneSi« sulfatgehalt in 10-proc. Lösung ein spec. Gew. von 1,10258 haben. Polyt. Journ- *' Anwendung. Bittersalz wird als Digestivum zu 1,0 — 2,0 — 3,0 ^ rel ' f , l j 1 i viermal täglich, als Abführmittel zu 10,0—20,0—40,0 gegeben. LTJTON ° m L se behufs laxirender Wirkung die subcutane Injection und soll schon 1,0 g Wirkung herbeiführen. „ t0 Es sind in den letzten 3 Jahren drei Fälle bekannt geworden, wo Kau in Stolle des Bittersalzes Oxalsäure abgaben. — Dies ist wiederurni Uesultat aus der den Material-Waaien-Händlern zugestandenen Berechtig dergleichen Medicamente an die Kunden abgeben zu dürfen. Mineralische Bitterwässer, Bitterwasser«Sah. Die Wässer des Huny ^ Janos, der Franz-.Tosef-Quelle und von Friedrichshall. H. QoinkE l zu Kiel) lässt sich (in der Deutsch, med. Wcchensch. 1880, Nr. 35) tadeln ^, ä8se r das Reclamenwesen aus, welches für den Absatz der mineralischen Bltter u j er in widrigster Weise betriebet! werde. Concurrenz und Geschäft ^"'^/'„jittel Reclame. Selbst die erbarm liebsten Arzneisubstanzen, besonders die G * eim gteü en werden gekauft, wenn dafür Reclame gemacht wird, und selbst Aerzte ^ g0 nicht zurück, den Reclamen Glauben zu schenken. Quinke empfiehlt nU ^ otnm t, Wässer, da es doch nur auf die Sulfate des Magnesium und Natrium an ^ ß durch die zehnmal billigeren trocknen Bestandtheile zu ersetzen, welc n j c j,t auch eine weit sichere Dosirung zulassen. Dieser gewiss sehr richtige» ^ eri) beistimmend giebt Hader folgende Vorschriften. Sic werden Aufnahme wenn sich Arzt und Apotheker dafür interessiren. Magnesia sulfurica. 691 JanosSlf 9^% ln P . Ul Vn V ,f W r, delte Salzm ^^ungen repräsentiren 1) Hnnyadi- Natr mmbicarbonat ^O'lä feines Pulver) ^tnumsulfat, kryst. M (al s grobes Pulver) ^gnesiumsulfat, kryst 500 ]<.]■ l ' 0rm kleiner Krystalle) p (als feines Pulver) ^^cmmsulfat, kryst. - v^'s sehr feines Pulvor) iN f : "umchlorid 20 j»* ? trockne kleine Kryst.) ^'»«mchlorid _ Hunyadi- Janos-Salz 10 TL 550 . Franz-Josef- Friedrichs- P" llna er Ourflfin-Sftl* h a u or Hol» ßitterwasser- Salz 10 Th. Quellen-Salz haller Salz 15 TL. , nchlorid Salt Srobes P'dvor) 0al ^eng e auf j j j ter W asser 100g 550 „ .350 „ ' n 15 „ 20 „ » HOg 5 Th. 560 „ 450 „ 8 „ 60 „ 320 „ 160 „ 40 g 300 300 20 30 g Bitterwasser- Salz 10 Th. 600 „ 500 „ 10 „ I) 20 „ 10 „ 100g jj. Das Calciurasulfat ist eher schiidlich als nützlich, daher nicht zuzusetzen. oalze, wie Kaliumchlorid, Natriumchlorid, sind vor der Mischung gut trocken p ^hen. Man dispensirt die Pulver in Salbentüpfchen und tectirt mit Parafiin- ft'e ' 01 L 0 ^ er a lsbald in leeren '/ 2 - oder Ganz-Liter-Flaschen. Soll das Bitterwasser Ue -Kohlensäure enthalten, so kann man die Lösung oder Mischung dicht vor J^enuss mit einem gleichen Volumen Kohlensäurewasser mischen. p r 1NKK na ' t f"' 1 ' enlon genügenden Ersatz des Hunyadi - Janos - Salzes und sal ? L , 0Se f~Q ue HsaIzes eine Mischung von gleichen Theilen Bittersalz und Glauber- ■ \ a ' 8 Ersatz des Friedrichshaller Salzes ein Gemisch von 7 Th. Glaubersalz, Th t>- Sa l^emii t i erSalz ' 4 Th - Koch salz und 2 Th7 KaHumddorid 8 mische ist zu 15 g angegeben Die Dosis dieser ut fler MinL^ a8 w Slt " ScllW(!fcIsiill^c ■ ßilckstan,I aus der Darstellung von Kohlensäure in forden. Wa sser-Fabrikation ist als ein sehr gutes Dungmaterial empfohlen Sa, lH't e a r r Tf a r niis,;l " 111 ?' Kn °p's, rur Topfgewächse, besteht aus je 10 Th. Kali- Til ' PerriphosT P,1 ° SPhat "^ Ma S nesium8ulfat > 40 Th ' Calciumphosphat, 2—4 Pi 1 ' rr °cknen • k ' Fcnstereis ' ein0 Flüssigkeit, mit welcher Glas überstrichen beim i ltul 'chen nT* kr y stallillisrll(,,, > <1(m Eisblumen auf den Fensterscheiben im Winter ;°rschrift all™" 8 liefett ' Nach 8ißer iu del " P harm - Zeitung veröffentlichten i> ßitter l i lan C ' ,1C11 s " l( ' iK '" lnit cill(ir etwas Dextrin oder Gummi enthalten' t tter salz l SUng darstellen können. Mit fatescirenden Salzen, wozu auch yst alli s t- 6 ' i9t dicsc Auf » abo kaum zu lösen. Sehr schöne Eiablumen und ^ welch Den erzcu S t man mit einer concentrirten Ammoniumsulfatlösung, ^ Hanf • ma " d ' e wa S crec]lt legende Glasplatte bedeckt und welchen Ueber- treiwillig oder an einem lauwarmen Orte eintrocknen lässt (Hager). s iciis, ^ rro -Magncsia sulfurica, Magnesia sulfurica ferrata, Snlfas ferroso-niagne« Circa 95 aillilram inartiatimi, eisenhaltiges Bittersalz, stärkendes Laxirsak, besteht aus IW. MagncsiuniHiilfat und r . Proe. Forrosulfat. Zur Darstellung dieses 44* 602 Magnesia sulfurica. — Magnesium. — Magnesium chloratum. Salzes werden 95 Th. krystall. Bittersalz und 5 Th. reiner Eisenvitriol in 50 Th. kochendem Wasser gelöst und unter Agitation erkalten gelassen. Das abgeschiedene Salz wird in einem leinenen Colatorium gesammelt, ausge- presst und die Colatur bis auf ein halbes Volumen eingedampft, unter Agitation erkalten gelassen etc. Die gesammelten Salzmengen werden gemischt und ohne Wärmeanwendung getrocknet. Einfacher ist es 95 Th. reinen Bittersalz© 8 und 5 Th. zerriebenen reinen Eisenvitriols zu mischen, mit 5 Th. Wasser zu besprengen, in einem porcellanenen oder eisernen Gefässe zu schmelzen und auf Eisenblech auszugiessen. Die erkaltete Salzmasse wird dann in ein grobes Pulver verwandelt. Dieses Salz hat in England Anwendung gefunden und zwar als ein stärkendes Abführmittel. Gabe 5,0 — 7,5 —10,0 ein- bis zweimal täglich in Milch, Kaffee, Pfefferminzthee. Effervescent Seltzer Aperient, Tarkant's, besteht au8 zuckerhaltigem Brausepulver mit verwittertem Bittersalz und wenig Kaliumsulfat. Magnesium. Magnesium unter beschränktem Luftzutritt verbrennend geht eine Verbindung mit Stickstoff ein und bildet Mg 3 N 2 (W. Mattet.) Signallicht. Magnesiumstaub und Kaliumchlorat in Pulverform sin mit einer Federfahne auf Papier zu mischen und in einer Pappschachtel abzugeben. Angezündet brennt die Mischung, deren Behandlung grosse Vorsicht e*" fordert, schnell mit weiss leuchtender Flamme ab (polyt. Notizbl. 1877). Magnesium chloratum. Dtbbits hat das Verhalten des Magnesiumchlorids in der Wärme stu r' 0 (Maandblad vor natuurwetenschappen Jahrg. 7) und gefunden, dass MgCLj+o** 2 bei gewöhnlicher Temperatur und an trockner Luft 2 Mol. Wasser abduns t bei 100» c. aber 5 Mol. Wasser einbüsst. Vier Stunden dauerndes Erhit^ auf 100—130° C. veranlasste einen geringen Verlust an Salzsäure. Eine Wj von 160° machte das Salz nicht wasserfrei, eine vierstündige Hitze von 1 8U machte das Salz unter geringem Verlust von Salzsäure ziemlich wasserfrei. q Dem natürlichen, in denStassfurter Salzwerken aufgefundenen MgCl2 + 2 hat man den Namen Bischofit gegeben. n Magnesiumchlorid verdient nach der Ansicht einiger Aerzte als Mittel gfc die harnsaure Diathese Beachtung. Mineralwässer, welche reich an diesem rifle sind, dürften demnach auch als Gichtmittel Werth haben. . Mutterlauge der Saline Altendorf ist vom Prof. Reichabpt analysirt und ^ angetroffen worden: Pröc. Natrimnchlorid 6,28; Magnesiumchlorid 16,0; K-a sulfat 4,02; Natriumsulfat 3,28; Lithiumchlorid 0,014; Magnesiumbromid u > Calciumsulfat 0,068; organische Substanz 0,9. . Mbergermünde-Badesak enthält in Proc. 23,56 Kaliumchlorid; 2,07 °* c ^ ; chlorid; 18,20 Natriumchlorid; 29,97 Magnesiumchlorid; 0,0011 Aluminium*™ ;. 0,63 Magnesiumbromid; 0,0064 Calciumbromid; 1,16 Ferrichlorid; 1,00 ferrooxyd; 0,93 Kaliumsulfat; 0,70 Calciumsulfat; 0,25 Kohlensäure; & > Wasser. Das Salz ist grobkörnig anzufühlen und grauweiss. lbolith (Handb. II, 8. 408) ist jedenfalls der corrumpirte Namen fü r Magnesium chloratum. — Majorana. 693 Albolith (Weissstein), welcher Cement von W. Riemann in Breslau in Pulverform i n j en Handel gebracht wurde. Appretnrkkistcr mit Magnesium, fflagnesimnchloridleim, Jfeuer Leim, ist in neuerer Zeit unter verschiedenen Namen in den Handel gebracht worden. In demselben ist nicht Magnesiumsubchlorid, sondern Magnesiumchlorid vertreten. 1500 Th. Wasser werden mit 100 Th. Magnesiumchlorid versetzt, kochend "ßiss gemacht und dann mit 1 Th. Salzsäure vermischt. Nach und nach w erden in die kochend heisse Flüssigkeit 100 Th. Stärke, zuvor mit Wasser angefeuchtet, unter Umrühren eingetragen. Nach einstündigem Kochen, wodurch Qle Stärke in Dextrin übergeführt worden ist, wird die Flüssigkeit mit Kalkwasser ?_ e utral gemacht und nun nochmals einige Minuten gekocht (Retmann's Färber-Ztg. U > 8. 71. Ph. Centralh. 1880 S. 431). firasvegetation im Strassenpflaster wird durch Begiessen mit Magne- 'Umchloridlösung oder mit der billigen Erdlauge der Leopoldshall -Stassfurter a "industrie, welche reich an Magnesiumchlorid ist, gestört und vernichtet. p Füllmasse für Gasuhren ist eine Magnesiumchloridlösung von 1,12—1,13 spec. , ew "'l»t, also mit einem Gehalt von 14—15 Proc. Diejenige von den vereinigten o m - Fabriken in Leopoldshall-Stassfurt enthält neben Magnesiumchlorid starke Spur Qasulj W.k eu anderer Salze, welche jedoch der Verwendung in Stelle des Glycerins bei lr en nicht entgegenstehen. Diese Lösung gefriert nicht bei — 20° C. und taet auch nicht ein, hat aber auf Eisenmetall einen corrodirenden und rost- , tß nden Einfluss, auch die anderen Metalle, besonders Messing werden von er Flüssigkeit angegriffen. Andererseits ist sie in Gasuhren nur dann ver- Scl • ' wcnn das Gas absolut ammonfrei ist. Im anderen Falle erfolgen Aus- eidungen von Ammonium-Magnesiumchlorid und Magnesiumhydrat. ' «ttrion ist eine gleiche Lösung und dient als Füllmasse für Centralheiz- verfl 611 ' ^ enn es kocht De * höherer Temperatur als das Wasser, gefriert nicht, unstet nicht etc., greift aber Metalle an. ücl . S'tem'dtt (Handb. II, S. 408) dient als Cement zur Darstellung künst- etc ' ^eine, Schleifsteine, Mühlsteine, künstlichen Marmors, Knöpfen, Elfenbein stei" w W ' 1( * durcn Mischung des Magnesiumchlorids mit dem Pulver von Sand- Schi a euerste i nen , Marmor etc. hergestellt. Es lässt sich die Kittmasse mit vereinen Materialien färben. Majorana. nu "Wlin Wajoranac, Majoranö'l. Das aus dem blühenden Kraute von Origa- &rij c y° rana durch Destillation mit Wasser gewonnene frische Oel ist nach lieh YI '^ NTS ' Untersuchungen (Journ. de Ph. et de Ch. 1879) gelblich oder grün- der'pfl aber scnon nach einigen Monaten bräunlich. Es besitzt den Geruch Q ew - ;- a nze, schmeckt scharf pfefferartig, schwach bitter wie Minzenöl. Spec. Da ch V^ 1 ^. ^ 8 rcagirt sauer, lenkt den polarisirten Lichtstrahl um 35° z ü 22O0 ' bc S innt bei 185 ° zu sie( ien und destillirt bei einer Temperatur bis 1950 ..,' Im Rückstande verbleibt eine harzige Masse. Die zwischen 185 und Theil erge,lcnd en Antheile enthalten einen constant bei 160—162° siedenden s Pri c v. t Z - 1 Öen T erpencn gehörend. Der bei 200—215° übergehende Theil ent- C.ji V" Seiner Zusammensetzung dem gewöhnlichen oder dem Borneo-Kampher, L 4to v° der C ioH 18 0, und ist auch ein Gemisch von beiden. Den polarisirten des M • ' lenkt dasse lbe um 34,32° nach rechts ab. Die näheren Bestandteile 5 p roo ajoran «ls sind somit: Ein rechtsdrehender Kohlenwasserstoff C lft H,„. 10^16; C toH° o E ' ne rech tsdrehende Mischung der beiden Kampherarten C 10 H 16 O und Proc, Harz 10 Proc 694 Maltum. Maltum. Maltum, Malz (Handb. II, 8. 410). Zur Erforschung der Wirkung eines Malzaufgusses auf gequollenes Stärkemehl unternahmen Brown und II krön eine Reihe von Experimenten (Journ. of the ehem. Boe. XXXV", 596 u. f. im Auszug« im Jahresbericht über d. Fortschr. etc. 1879, 8. 139), aus welchen hervorgeht, dass bei gewöhnlicher Temperatur eine Scheidung des löslichen Theiles von dem unlöslichen Theile (der Granulöse von der Amylocellulose oder dem Me- tamylin) möglich ist und letzeres im Filter gesammelt werden kann, dass ferner von der Amylocellulose wiederum 2 Modifieatione.n existiren, eine lösliche nnd unlösliche, dass die Einwirkung des Malzaufgusses auf Stärkemehl durch Salicyl' säure sofort sistirt wird, dass endlich das Resultat der diastatischen Wirkung krystallisirte Maltose ist, aber hierbei Dextrose nicht entsteht. Anwendung. Malz wird von vielen Aerzten als ein mildes Antiscorbutieiim angewendet. Es ist unstreitig ein Digestivmittel für Stärkemehl-haltige Nahrung»' mittel und daher bei Indigestion in Folge sitzender Lebensweise, chronic' 101 Gastritis, bei Chlorose, Anämie, Flatulenz, Katarrhen, Schwindel in Folge Magß' 1 ' leidens, besonders in Verbindung mit Enzian, Fepsin etc. ein herrliches Nebenmitte 1 ' Kindern giebt man es im Aufguss, im Extract beim Abgewöhnen von der Mutterbrust, damit sie amylodische Nahrungsmittel besser verdauen. Je nach F nv ständen ersetzt man es durch Extractum Malti oder Diastase. Den Aufguss l> (! reitet man stets nur mit mittelmässig warmem, nicht heissem Wasser. Die Tag 6 dosis ist zu 15—25—40g zu bemessen, für Kinder beim Entwöhnen zu o—" 10—15 g. Extractum Malti (Handb. II, S. 412) wird jetzt in Deutschland nur im Grosse» oder fabrikmässig dargestellt. Eigenschaften des Malzextracts (Handb. II, S. 413). Es ist die sistenz ein wesentlicher Umstand, der bisher bei der Darstellung wenig boaci wurde. Es kommt Malzextract vor, welches sich zu langen Fäden auszie lässt und wiederum solches, welches einem dünnen Syrupe ähnlich ist und_ nl . sehr bald Schimmel ansetzt oder in Gährung übergeht. Jenes fadigconsist ß Con- htet ist für den Verbrauch sehr unbequem und enthält 15 Proc. Wasser. Dieser bedeutende Unterschied ist in Bezug zum von Belang. Es sollte der Wassergehalt des starren Extractes 25,5 Proc. oder der Gehalt an Trockensubstanz auf circa 75 Proc. normirt w el Proc, letzteres Einkaufsprf. 3 auf 24,5 bis den, dagegen wäre der Wassergehalt des flüssigen Extractes auf 33—34 Proe- Eine solenn ailchige der Gehalt an Trockensubstanz auf circa 66,66 Proc, festzusetzen. Normirung erfordert die pharmaceutische Ordnung. Beim Vermischen der concentrirten Lösung mit Weingeist muss eine nun -^ Trübung erfolgen, welche bald vorübergeht, indem das Ausgeschiedene % ^ Flocken bildet, welche dann zu grösseren Massen zusammenballen. Die L ^ in der 3—4fachen Men^e Wasser muss mit den sogenannten A llc:l,<) ' l ! ll ' , '^ <>n mon Trübungen und Niederschläge geben, auch mit Cupriacetat, Mercurichlorid. An \ c j,t und Alkalicarbonate erzeugen keine Trübungen, heben auch die Trübung > { auf, wenn das Extract sich in Wasser trübe löst. Jodjodkalinm erzeugt ^ einen dunklen, blau nuancirten Niederschlag. Pikrinsäure und Gerbsäure m starke Niederschläge erzeugen. z uöd Wesentliche Eigenschaften des Malzextracts sind amorphe Consistenz diastatische Wirkung. Maltum. Malzextract. 695 Prüfung. Ehe die Identitätsreactionen ausgeführt werden, um das Malzextract als solches zu erkennen, ist es zweckmässig die Werthbestimmung d. h. ^ le Bestimmung des Extractgehaltes, des Gehaltes an Trockensubstanz zu erforschen. Es könnte dieselbe direct durch Eintrocknung bei einer Wärme von 90 > zuletzt bei 110° C. geschehen, diese Operation ist jedoch umständlich und ro'issten zugleich Controlversuche angestellt werden, weil hier bei 110° C. noch eine gewisse Monge chemisch gebundenes Wasser in Betracht kommt, welches in e mer Wärme über 110° C. theilweise oder ganz abtrocknet. Der Gehalt an Trockensubstanz ist leicht aus dem spec. Gewicht der Lösung £1 berechnen. Man löst ein Quantum des Extracts in gleichviel Wasser und bestimmt das spec. Gewicht dieser Lösung (bei 17,5" C). Die BALlJKG'sche ^ehaltstabelle, welche auch im Handb. II, 8. 850, angegeben ist und fitr die r^altsbestimmung des Malzextractes brauchbar sein soll, ist dies keineswegs und ezieht sich nur auf Lösungen des Rohrzuckers. Ein speciell für Malzextract ''"' Glykoselösungen berechnete Gehaltstabelle hat Hager geliefert. Dieselbe a '"' auch für Extracte gelten, welche mehr oder weniger Traubenzucker ent- JJ teu. Die Lösung des Malzextracts, des starren oder flüssigen, in gleichviel a sser wird, so trübe wie sie ist, der Bestimmung ihres spec. Gewichtes unter- Wen. Diese Bestimmung kann gleichzeitig zur Prüfung auf Rohrzuckergehalt des 8 , rac t s benutzt werden, dann ist aber auch die directe Bestimmung des Trocken- stanzgelialtes nothwendig. Bei Gegenwart von Rohrzucker ist nämlich das spee. wicht ein grösseres. Eine 50proe. Malzoxlractlösnng hat z. B. ein spec. Ge- Dic \r VOn 1 ' 2303 > die 50 P roc - Rohrzuckerlösung ein spec. Gew. von 1,2329. j Malzextractlösung mit einem gleichen Volumen Wasser verdünnt wird zu etwa nöthigen Identitätsreactionen verwendet. a oelle der spec. Gewichte der Extractlösungen, besonders des Malzextractes, und deren Gehalt an Trockensubstanz fn (bei 110° C. gesammelt). Auct.) Temperatur 17,5° C. > Ol O q EL ■* spec. P O « spec. ja § g spec. ja 0 o § spee. ja' spec. Gewicht U M Gewicht; ^ S Gewicht Gewicht Gewicht 60 49 5 1,2303 40 1,1741 30 1,12.58 20 1,0821 10 1,0406 49' 1,2271 39,5 1,1717 29.5 1,1235 19,5 1,0803 9,5 1.0385 48,5 48 1,2239 39 1,1692 29 1,1202 19 1,0782 9 1,0363 1,2208 38,5 1,1667 28,5 1,1181 18,5 1,0762 8,5 1,0342 47"> 1,2178 38 1,1643 28 1,1159 18 1,0741 8 1,0321 47 1,2148 37,5 1,1618 27,5 1,113,8 17,5 1,0721 7,5 1,0300 46 5 1,2119 37 1,1594 27 1,1117 17 1,0700 7 1,0279 46' 1,2090 36,5 1,1569 26,5 1,1096 16,5 1,0679 6,5 1,0258 45,5 1,2062 36 1,1545 26 1,1075 16 1.0658 6 1,0238 45 1,2035 35,5 1,1521 25,5 1,1054 15,5 1,0657 5,5 1,0218 44,5 1,2007 35 1,1497 25 1,1033 15 1,0616 ö 1,0197 44 1,1979 34,5 1,1473 1,1012 14,5 1,0595 4,5 1,0176 1,0154 i,oi:;:; 1,0112 1,0092 1,0072 1,0053 1,0035 1,0017 43 ■, 1,1952 84 1,1449 24 1,0991 11 1,0574 4 43 1,1924 33,5 1,1425 23,5 1,0971 13,5 1.0553 3,5 42,5 42 *1,5 41 40,5 1.1 «97 1,1870 1,1844 1,1818 1,1792 1,1767 33 32,5 32 31,5 31 30,5 1,1401 1,1377 1,1353 1,1329 1,1305 1,1281 23 22,5 22 21,5 21 20,5 1,0950 1,0929 1,0908 1,0887 1,0865 1,0845 13 12,5 12 11,5 11 10,5 1,0532 1,0511 10490 1,0469 10118 1,0427 3 2,5 2 1,5 1 0,5 696 Maltum. Malzextract. Mit jedem Temperaturgrade (0.) vermehrt oder vermindert sich bei 45—50 Proc. Extractgehalt um 0,00038 das Gewicht 71 40—44 n 11 35—39 n n 30—34 17 n 25^-29 11 n 20—24 11 !) 10—19 n 0,00034 !) 0,0003 1) 0,00027 )) ii 0,00023 )) ii 0,0002 n n 0,00017 Die spec. Gew. der Malzextractlösungen divergiren je nach dem Gehalte an Glykose. Eine 25proc. Lösung zeigte ein spec. Gew. von 1,1044, eine andere nur annähernd berechnen und kann auf ein Mehr- oder Mindergehalt von 0,25 Proc. kein Werth gelegt werden. Auch das syrupdioke Malzextract ist mit gleich viel Wasser zu mischen und das spec. Gewicht der Mischung zu bestimmen. In dem Malzextract der Pharm. Germ, ist die Diastase wenig conservirt und zwar in Folge der Bereitung. Wird die Extractbrühe bei gelinder Wärme eingedampft, so wird auch Diastase im Extract vertreten sein. Man sollte auf die Erhaltung der Diastase im Malzextract Gewicht legen, da die diastatische Wir* kung auf Stärkemehl nicht ohne Werth für den Verdauungsact bleibt. Es sollte die Temperatur bei Darstellung des Extracts nicht über 69° C. hinausgehen. Im Vactio wird diese Grenze nicht überschritten. Da nun das im Handel vorkommende Malzextract gewöhnlich im Vacuum hergestellt ist, so dürfte sich dasselbe eines unverkürzten Diastagegehaltes erfreuen. Dunstan und DlMMOCK haben diesen Gegenstand hervorgehoben und 14 Sorten Malzextract untersucht (Jahres«- 1879, S. 210), von welchen Analysen hier fünf eine Erwähnung finden mögen- PO» 0,2 0,5 0,3 0,2 0,3 ;eme Mal-z im X) Th. enthielten: Wasser Asche Maltose Dextrin Albuminoide Malzextract A 20,0 1,6 48,7 6,2 6,9 >i B 20,0 1,5 50,4 8,5 5,0 ,, C 30,2 1,1 44,4 5,7 4,0 n D 81,9 1,1 53,8 9,5 6,3 » E 32,0 1,2 41,8 5,2 6,1 Von dem Extract B waren 34 Th. erforderlich, um 1 Th. 8ta Veigl. unter Bestimmung der Diastase. -0,2 Proc. Diastase, Malzextract im starren 1 m luft- Zu- nach trockenen Zustande enthält 0,1- stande 0,4—0,7 Proc. Bestimmung der Diastase im Malzextract. Dieselbe beruht Dunstah und Dimmock auf dem Maasse der Wirkung, eine bestimmte Meng Stärke in Dextrin und Glykose oder Maltose zu verwandeln. In einer Flasc werden 0,1g Stärke in 100 CC. heissem Wasser gelöst, und 10 CO. einer 1 proc. Malzextractlösung dazu gegeben. In eine zweite Flasche werden ebenfalls' > » Stärke in 100 CC. heissem Wasser gelöst, aber 20 CC, also doppelt soviel « Malzextractlösung dazu gegeben. Beide Mischungen sind einer Digestionswär 35—40" C. auszusetzen Nach 3-stündiger Digestion giebt man «nige^TwP ® der Flüssigkeit auf eine Glastafel und dazu ein Tropfen Jodlösung (Jodjodkahn j- Ein blaue Farbenreaction beweist, dass die Stärke noch nicht vollständig in J tose umgesetzt ist. Wäre diese Umsetzung in der ersten Flasche nicht cv ™^ aber in der zweiten, so wiederholt man das Experiment mit 12 und 18 ' der Malzextractlösung etc. oder man setzt der Flüssigkeit in der ersten 1W■ 2 CC. der Extractlösung hinzu und repetirt die Digestion. Wären zur Umsetz ^ von 0,1 Stärke 15 CC. der 10-proc. Malzextractlösung erforderlich gewesen, Maltum. Leguminosenextract. 697 erfordert 1 Th. Stärkemehl zur Umwaüdlung in Zucker 15 Th. Malzextract. TW . d ' Pharm - 1879 > 2 - IIälfte S - 468 )- Da x Th - Diastase vermag 2000 .jh- Stärkemehl in Zucker (am schnellsten bei 75° C.) zu verwandeln, so wäre er öiastasegehalt zu normiren, oder besser die Quantität des Stärkemehles festzusetzen, welche durch 100 Th. Malzextract in Maltose und Dextrin umgesetzt werden muss. Diese Quantität könnte mindestens 10 Theile betragen und ZWar w äre die Forderung dahin zu formuliren, dass 100 Th. Malzextract von gewöhnlicher Extractconsistenz mindestens 10 Th. Stärkemehl während 5-stündiger 'gestion bei 50—60° C. in Zucker verwandeln müsse. Dies wäre ein unge- »nrer Anhalt, denn die Wirkung der Diastase ist ebenso wonig wie die Wirkung j* I epsins auf Eiweiss scharf abgegrenzt und von Zeitdauer und Temperatur jängig. Es giebt dieses Umwandlungsmaass nur dann die Sicherheit, dass das .""■extract wirklich aus Malz hergestellt und nicht künstlich componirt worden , > wenn die Malzextractlösung zuvor durch etwas Magnesiumcarbonat oder Cal- r c 'imcarbonat neutralisirt wurde. 4 Th. Stärkemehl liefern 3 Th. Maltose und 1 Dextrin. Ueber 65° C. entsteht mehr Dextrin und weniger Maltose. Das Verfahren dieser Malzextract - Prüfung besteht darin, dass man 0,1g ^arkemehl zuerst mit 5 CC. kaltem Wasser und dann mit 50 CC. kochendem asser mischt und dazu eine mit etwas Magnesiumcarbonat neutralisirte Lösung 1 lg Extract in 19 CC. Wasser giebt und in die Mischung ein Thermometer j t - Das Gefäss setzt man in ein durch ein Wasserbad geheitztes Sandbad und es in die Sandschicht tiefer oder flacher ein, um die constante Temperatur Jnrii- —^° zu erian S en ur| d zu unterhalten. Kann nach 5 Stunden durch vp n S Stärkemehl nicht mehr erkannt werden, so ist das Malzextract un- ächtig. Von syrupdicken Extract wären 1,5 g statt 1 g zu nehmen. ext Wen d un 9 des Malzextracts. Nach einer Angabe Markoe's soll Malz- Fett °' n 8e ^ r S u tes und den unangenehmen Geschmack vieler ArzneistoiTe und e sehr gut verdeckendes Emulgens sein. Ext eilmc l llCX tract ist das im llandb. II, S. 414 erwähnte und beschriebene \veU° tUm 1 Ser GBHE'schen Präparate durch E. GeissLHR (vergl. pharm. Centralh. 1881, Stoff ^" ÖEI8SLKB bestimmt« den Proteingehalt aus der Menge des Stick- otts durch Multiplication mit 6,25. her a a '^ eS "•gg«n-B«M'Extri«t (oder künstliches ialmtract) stellt man dadurch geschrotenes Roggenkorn und Gerste, ana 1000 Th., 500 dass man 2 r r.,„" ,, 7 lni; ' 1/ '""d 10g Oxalsäure mit 5000 Th. heissem Wasser mischt, dies 7 (1 ° r ni °deren Wasserbadwärme (circa 70° C.) aussetzt, öfter während ein 0 ' Zeit umrü hrt, dann noch 1000 Th. heisses Wasser nebst Hg Cal- tthL C , arb °nat in feiner Pulverform dazugiebt, gut umrührt und einen lag w ' r absetzen läset. Unter Deoanthation wird colirt, der trübe Rest mit etwas |, : ' Ssw verdünnt und filtrirt. Die Colatur wird mit Eiweiss geklärt und bis zur J?*»dicke eingeengt. Diese Darstellung beruht auf der Erfahrung, dass Stärke- iS. Ufch verdünnte Säuren in Maltose und Dextrin übergeführt wird. Oxal- re verdient den Vorzug, weil sie total beseitigt werden kann. 698 Maltum. Diastaa. Malzbonbons, Malzzucker, Tafoulae Malti, Tabnlae Althaeae haben mit Malz nichts zu thun. Sie bestehen aus bis zur Tafelconsistenz eingekochtem Meliszucker (gesponnenem Zucker, wie der Pharmaceut in Ocsterreieh sagt). Um demselben die Durchsichtigkeit zu bewahren, setzt man ihm nach altem Gebrauch etwas Essigsäure zu, ehe man ihn auf die mit Paraffinöl, Cacaobutter oder auch Olivenöl benebenen Marmorplatten ausgiesst. Huste-Nicht (Schutz-Marke), Malzextract von L. H. Piktsch & Co. (Breslau, Altbiisserstr. 8 9), ist ein dickflüssiges, klares, dunkelbraunes Malzextract, durch einen sehr unbedeutenden Zusatz von Slissholzaufguss im Geschmack angenehm inoditicirt. Die Analyse orgab 36 Proc. Glykose; 20,5 Proc. dextrinartige Substanz; 5,9 Proc. Protefnaubstanz, 35 Proc. Wasser; 2,6 Proc. Asche. (Hauer, Analyt.) Mittel gegen Husten, Brnstleiden, Schwindsucht von Mayen (Friedeberg in der Neumark) soll ein Trank aus Malz, Meerrettig und Schwarzwurz sein. Diastasa, Materia diastatica, Diastasa vegetabilis, üiastas, Diastase, vegetabilische Diastase. Zur Darstellung wird Gerstenmalz (dessen Keime 2 / 3 der Länge des Samenkorns erreicht) bei 35—45° C. getrocknet, geschroten und davon ein Quantum von 1000g in einen Verdrängungs-Apparat eingetragen, mit Regenoder destillirtem Wasser stark durchfeuchtet und nach dreistündigem Stehen an* dem Wege der Verdrängung soweit mit Wasser von 18—20° C. extrahirt, bis die Colatur 1,5 Liter beträgt. (Die darauf folgenden 2 Liter Colatur werden in Stelle des Wassers für die Extraction einer zweiten Portion Malz von 1000 g verbraucht.) Wird die Verdrängungsmethode nicht angewendet, sondern die einfacht! Infusion, so wird das Malz mit einer doppelten Menge Wasser übergössen und nach 5 stündiger Maceration ausgepresst. Die Colatur wird filtrirt und mit dem doppelten Volumen absolutem Weingeist oder Weingeist von 95 bis 96 Proc. Gebalt gemischt. Nach zwei Stunden wird der Niederschlag im Filter gesammelt, mit etwas Weingeist nachgewaschen, dann auf Glastafeln ausgebreitet und an der Luft im Schatten getrocknet. Die Trockenwärme dar 40° C. nicht überschreiten. Ausbeute 0,2 — 0,3 Proc. des lufttrockenen Malzes. Zur Prüfung dieser Diastase auf Reinheit vermischt man 400g eines Stärke- kleisters, welche 20 g Stärkemehl (Weizenstärke) enthält, mit 0,05 g der Diastase und stellt unter bisweiligem Umrühren an einen Ort von 50 — 70 ° C beisei Nach Verlauf von 24 Stunden muss eine leicht filtrirbare Flüssigkeit entstände sein, welche das zweifache Volumen kalischer Kupferlösung reducirt resp- en färbt. Dobvault fordert in seiner l'Officine (Pag. 1341) dieselbe Wirkung vo 0,1g Diastase, welche Forderung aber doch etwas zu niedrig gegriffen 8e dürfte. Diese Diastase ist weiss oder weisslich, amorph, leicht in Wasser wenig löslich in verdünntem Weingeist, nicht löslich in absolutem Wewg Seine diastatische Wirkung wird durch Alkalien und Erden im kaustischen stände, Mineralsäuren, Alaun, Alkali- und Erdsalze, Salicyl- und Benzoesäure e zerstört oder vermindert. .„_ Anwendung. Man giebt die Diastase zu 0,05—0,1—0,15 einige Male ta^ lieh für sich oder mit Pepsin als Digestivum bei dyspeptisehen Zuständen- Tagesdosis ist selbst bis auf 2,0 g gesteigert worden (Camdoulives). Man trachtet die Diastase als ein Ersatz des Speichels und des Succus pancreatici- wenn die Secretion beider nicht normal oder mangelhaft ist. j Aus der Einwirkung der Diastase (Maltin) auf Stärkemehl resultirt Malto ^ 6 l20 > Achroodextrin, Maltodextrin (Herzfeijd, Ber. d. d. ehem. Ges. 1879, »1 ^ Nach Schulze's und O'Suujvan's Untersuchungen erfolgt aus der Einwirkung ^ Malzextracts auf Stärkemehl (Stärkekleister) bei 63° C. 67,85 Maltose und ö ^ Dextrin, entsprechend der Gleichung Ci 8 H 30 O 1B +H 2 O (Stärkemehl) = Proc. gefunden. Kaliumsalze und Pliosphate bilden die Hauptbestandteile Br Asche, Kali zu 28—40 Proc. Phosphorsäure zu 45—60 Proc. b .Der chemische Ferrcentkörpcr in der Hefe (dem Hefepilze) ist mit Invertin Reimet worden. Dieses spaltet den Rohrzucker oder die Saccharose (t^HjjO,,) ^ ler , Wasseraddition (H 2 0) in Traubenzucker oder Dextrose (O 0 H„ü„) und in *^ucker oder Levulose (C,H 12 0 6 ), welche beiden Zuckerarten gewöhnlich ^ Mykose bezeichnet werden. Sie zerfallen unter dem Emflusse der Hefe in 700 Maltum. Hefe. Weingeist und Kohlensäure (C 6 H la 0 6 = aCjHuO + 2C0 2 ). Diese Kohlensäure ist das den Brot- oder Kuchenteig schaumighebende Agens. Ueber Hefe, ihre Erzeugung, Wirkung, Zusammensetzung etc. findet man Ausführliches in Mayer's Lehrbuch der Gährungschemie (Heidelberg, C. Win- ter's Verlag). Am meisten im Gebrauch zum Auftreiben des Mehlteigos ist die Oberhefo der Bierbrauer, welche im Contact mit Feuchtigkeit und Stärkemehl dieses in Dextrin und Glykose umsetzt und letztere in Weingeist und Kohlensäure spaltet. welche beiden Stoffe das blasige Heben des Teiges bewirken. Die von den Bierbrauern bezogene Hefe (Oborhefe) hat gewöhnlich vom Hopfen herrührend einen bitterlichen Geschmack und kann daher nicht zu feinerem oder süssem Backwerk verwendet werden. Um diese Hefe zu entbittern, wäscht man sie mit kaltem Wasser und mischt sie mit Wasser, in welchem man 2,5 Proc. Ammoniumcarbonat gelöst hat (auf 1 Liter Hefe genügen 1 — 2 g des Salzes). Nachdem man sie wieder in einem leinenen Seihetuche gesammelt hat, mischt man sie mit Wasser, welches 2,5 Proc. Potasche enthält und sammelt die Hefe nach Verlauf einer halben Stunde wieder im Seihetuch, wäscht mit Wasser nach, presst sanft aus, mischt sie nun mit Malzauszug, in welchem man Stärkezueker nebst etwas Weinsteinsäure gelöst hat und setzt das Gemisch zwei Tage an einem lauwarmen Orte bei Seite. Durch diese Nachgährung erhält die Hefemasse ihre volle Kraft, welche durch die vorerwähnte Behandlung Einbusso erfährt, wieder. Man sammelt sie im Seihetuch, wäscht mit etwas Wasser nach und presst sie aus, nachdem man etwas Weizenstärke hinzugesetzt hat. Auf 2 Liter Hefe genügt der Auszug von 0,5 Liter Malz mit 4 Liter Wasser, 50—80g Stärkezucker und 5 g Weinsäure. Die Unterhefe der Brauer wird als schlechte Waare angesehen und war Ursache, dass man zur Darstellung der Press liefe schritt. Die Hefe der Spiritusfabriken und Branntweinbrennereien ist die bessere Waare. Den Schlamm der Maische giesst man durch ein Haarsieb zur Beseitigung der Schrothülsen, lässt die Colatur absetzen, sammelt den Bodensatz in leinenen Tüchern ode Säcken, wäscht mit Wasser aus, presst dann das Wasser sanft ab und erb» so die Hefe in Form der Kuchen, die Presshefe. Künstlich stellt m» n d '!j Presshefe aus einer Maische aus 10 Th. Gerstenmalz, 15 Th. Roggenkorn i» 1 5 Th. Gerstenkorn, alle drei im geschrotenen Zustande, durch Gährung he • Weizenkorn und Kartoffelstärke sollen sich wenig eignen. Durch ^ usatz J'i / etwas Weinsäure (oder Schwefelsäure?) wird die Hefebildung gefördert. Ma und Getreide werden mit 60—70° warmem Wasser angerührt und die Gäbr b nach Zusatz von Hefe bei circa 27° C. unterhalten. Der Schaum, welcher bi bildet, wird gesammelt, zuletzt die ganze Maische colirt. Die vom Bodensa abgegossene Flüssigkeit wird wieder mit geschrotenem Roggen- und Gersten .o und etwas Säure versetzt und die Gährung fortgesetzt. 100 kg Schrotkorn liete^ circa 15 kg Presshefe. Ist die Hefe schleimig, so lässt sie sich nicht gut press und man versetzt sie mit Stärke. Auf die schleimige Hefe von 100 Th. neu körn genügen 5 — 6 Th. Stärke. . ir( j Gewöhnlich bringt man die Presshefe in 500 g schwere Tafeln. Sie oft mit Stärke conspergirt. Da die Hefe sich in dieser Form schwer 00/aaeX . ^ so bereitet man sie zum täglichen Gebrauch, bewahrt sie überhaupt an ei kühlen dunklen, aber nicht feuchten Orte auf. Die Apotheker in kleinen ^ sollten sich dieser Fabrikation unterziehen. Empfehlenswerthe Anweisungen g ^ Sohönbebg'b Handbuch der Spiritus- und Presshefen - Fabrikation (Wien) Stammer's Die Brantweinbrennerei und deren Nebenzweige (Braunschweig>■ , e s Verfahren der Presshefe-Fabrikation von Rainer (Wien), D eUt Maltura. Hefe. 701 Reichs-Patent 10135 (12. October 1879) beruht auf Pepton!sirung der vegetabi- 02 fp Albumin(n 'de in Wasser mit 0,1 Proc. Schwefelsäure oder Salzsäure oder >^5 Proc. Phosphorsäure oder 4 Proc. Milchsäure bei ca. 37° C, dann folgendem Ansatz von verkleisterter Stärke, Maltose etc. und Vegetation der Hefezellen bei 17 is 21 o q_ Aug j e 100 p epton k ßnnen bis zu 300 Presshefe gewonnen werden. Ur Züchtigung geniigen ca. 200 Dextrose oder Zucker. Chem.-Ztg. 1880 Nr. 32. In jetziger Zeit ersetzt man die Wirkung der Hefe häufig und bei vielen rten Backwerk durch Brausepulvermischungen, welche man dem Teige dicht or dein Einsetzen in den Backofen zusetzt. Trockne Hefe. Eine solche sol) nur '/j ihrer Menge Waiser enthalten und •aire hindurch als Hefe brauchbar sein. Man stellt sie einfach durch langsames, ^ er sehr starkes Pressen her. In Glasgefässen, welche dicht geschlossen sind, o ' sie sich seir gut conserviren. Es ist dieses Präparat ein Material für den ^fl'ffsproviant der Seefahrer. Eigenschaften. Prüfung der Hefe. Die im Handel gewöhnlich vorkommende Hefe ist von starrbreiiger Consistenz, gelblichweiss mit einem Stich in ^namois oder das Isabell- ^"bene. Beim Zerbröckeln " sie weder einen ? auren noch ammoniaka- 'schen Geruch ausdun- °* en - Den Geruch pflegt ™ a n mit weins&uerlich * u bezeichnen, d. h. nach 8 »»r em Weine riechen,!. £*. warmes oder mehr 'eisses Wasser (von 50 J* 7( > 0 C.) eingerührt "" 8S sie mehr oben ^wimmen und sieh da- , ut Rleichmässig in dem v asser verteilen lassen. f" te _ schlechte Hefe sinkt bessern Wasser bald unter. s n u- ? S exi stiren ver- 57*«» Hefepilze oder «'mehr n .an unterschei- « mehrere Befepilze. *°1 den Forschungen Ub , er die Bntatel ......, *-. selben man die Entstehung der- z u urtheilen wird Fig z n der Anaahme (Na.1i Clin, LTJERSSEN) Saocharomyea rereviiiat MEYHN. Dies«] chlorophyllfrnie PL1« ist als die Grundlage »Her übrigen OM- rungspilze zu betrachten, a Bierhelenzelle, b dieselbe in der hpro«- 1 " B 1 ............."' - Hi» 9 »n,« I. a„ a„. 08Bung begriffen, d Hjft«-si £°« beginnend, < dieselbe in der 8proa Colonie, «memhranenloifl BrutzeUen, j hran, g Brutzellengruppe mit ausgebildeter >iom»™. ■'"' —r \ is A nacn sprossl. Ii eine »olehe in vorgeschrittener Kntwickelung. REESS. A 7*0-raeh. Tergr. Die übrigen Flg. weit «tarier Tergrössert. VV , 6t ' dass lli ese vei- un7v enen H efepilze eine ih u *«eselbe Hefezelle zn ''i-di'" 1 ^ us .- il ngspnnkte nm:\jam \wtm^^^^^^^^^^^ *te» S ' e einer und derselben Art entstammen und die verschiedenen Formen sind V? 8 der verschiedenen Ernährung und sonstiger Einflüsse der Temperatur BW., , Dle vorstehende Figur giebt eine Vorstellung von der Entwickelung des es. Ferner sei auf die Fig. 31, 32 und 33 S. 242 und 243 dieses 'CTbandes verwiesen. öi _. Y02 Miiltum. Hofe. Zur Prüfung auf ihre Wirksamkeit vermischt man etwas mit Mehlteig und setzt das Gemisch einer Wärme von 40—60° C. aus. In Zeit einer Stunde muss der Teig dann ein 2— 3 mal grösseres Volumen einnehmen, oder man mischt 5 g der Hefe mit 100 CC. lauwarmem Wasser, worin 10 g Zucker gelöst sind und setzt dann 2,5 g Stärke mit 100 CC. kochend heissem Wasser zum Kleister ge- macht halb erkaltet hinzu. Der Flasche, mit dem Gemisch halb gefüllt, setzt man einen Trichter und ein Gasleitungsrohr auf, welches letztere in einer Lösung von 25g kryst. Calciumchlorid in 50 CC. Wasser und 40g eines 10-proc. Aetzam- mons ausmündet. Man setzt an einen lauwarmen Ort von 30—40 C. Naca einem Tage oder 24 Stunden füllt man die Flasche mit der Gährflüssigkeit voll heissen Wassers, um die in der Flasche vorhandene Kohlensäure in die Calcium' /• v 1'iK 90. Hefezellenformen. Sech, cer. Paccharomycea cerevisiae, Hefe, k keimend, u U nterl * e ' o Oberhefe aus der Unterhp(V> entstanden: $ npic. Saccharomycos apiculatus. S. B. Saccharo^y Saccharose. Be«Mii, Rothweinhcfe. /)/ Milehsaurebactcrieii Myc. Mycodorma cerc* < .»ntflotTieratus. Sammtlicn circa Hi()f;iclic VergrSMtrung. M. rac. Mucor racemosus !'^V> jj c fe ist zwar keine Hefepilzart, sondern ein Hyphomycet (Schimmel), welcher sich häufig in «" vorfindet. chloridlösung überzutreiben. Es müssen 10g Calciumcarbonat entstanden sein- Eine solche Hefe bezeichnet man als lOOproc. n Der Gehalt an Hefezellen soll 15 Proc. in einer 100-proc. Hefe betrag • In reiner Hefe steigt der Gehalt bis auf 17,5 Proc. Diesen Gehalt bestimmt m einfach dadurch, dass man 10g mit 100 CC. warmem Wasser, welche 10 ' Salzsäure von 25 Proc. Gehalt zugesetzt hat, schüttelt, in ein Filter bringt) Wasser nach wäscht und den Filterinhalt in ein tarirtes Schlichen übertraft ^ trocknet. Die mikroskopische Schau erforscht in der Masse, ob diese aucn Hefezellen besteht und darin nicht andere organische Pulver vertreten sind. I''' 1 ^ sistenz halber setzt man der Hefemasse Getreidemehl oder Stärke « I Maltum. Zymometer. Invertin. 703 Diese fuhrt man in Glykose über und bestimmt dieselbe mit kalischer Kupferlösung. 100 TL Glykose entsprechen 90 Th. Stärke + Dextrin. Der Stärkegehalt wird von der trocknen Hefemasse in Abzug gebracht. Ein Stärkemehl- 8 eh alt bis zu 20 Proc. der feuchten Hefe sollte zugelassen werden. Gewöhn- »ch ist dieser Gehalt weit geringer. Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt in der Presshefe 60—70 Proc, der Aschengehalt bis zu 10 Proc, der Aschengehalt normaler Hefe im trocknen Zustande -T~f Proc. Zuweilen setzt man der käuflichen Hefe Natriumbicarbonat oder *Jeide zu, was bis zu einem Gehalt von 10 Proc. nicht zu beanstanden wäre. * n der nicht gepressten Hefe beträgt der Wassergehalt 75—85 Proc. Nach Payen besteht die Hefe aus stickstoffhaltiger oder eiweissartiger Substanz 62,7 Proc, Cellulose 29,4 Proc, Fette 2,1 Proc, Asche 5,8 Proc. NIöBIJ »_ . n Weingeistes und Exciccation im Vacuo ? orm W asser iingeistes und Exciccation im Vacuo erhält man das Invertin in eines körnigen weissen Pulvers. Die Hefe liefert 0,4 Proc. Eigenschaften des Invertins. Dieses bildet ein weisses oder weissliches, in ler mit bräunlieh gelber Farbe lösliches Pulver. Die U»W ist neutral, all v 8cirt 1|(> ™ Schütteln und bleibt auf Zusatz von fesigsäure und Kochsalz, aiioü 61m Aufkochen klar (Beweis der Abwesenheit alhnminoider Stoffe), nimmt au ™ !t Natron und Cuprisulfat versetzt nicht die violette Darbe der Peptone lüs'liov, efallt wird es durch Bleiessig (v. Lome), Socb .st der Niederschlag un- UCh m Essigsäure, aber löslieh in Salzsäure. Cuprisulfat erzeugt nur eine "704 Maltum. — Malva. — Manganum hyperoxydatum. schwache Trübung. Mercurosalze geben mit Invertin einen in Säuren löslichen Niederschlag. Kaliumferrocyanid, Ferrichlorid sind indifferent. Mit Schwefelsäure behandelt liefert es Leucin. Die Invertinasche (bis zu 22 Proc. vertreten) besteht hauptsächlich aus Phosphaten. Die elementare Zusammensetzung ist 1D Proc.: C 43,8; H 8,4; N 6,0; 0 41,17; S 0,63. (1) Decoctum Malti Pharm, militaris Borussicae. ty Malti Hordei contusi 100,0. Affunde Aquaecalidaecaloris 65—70<>C. 1100,0. Sepone her horam unam, tum expriinendo cola. Colaturae sint 1000,0. D. S. Mehrmals den Tag über eine Tasse. (Die Originalvorschrift hat jedenfalls keinen Sachverständigen zum Autor gehabt. Daher weicht vorstehende Vorschrift von der Originalvorschrift ab und ist statt der Kochung nur Digestion angegeben.) (2) Globuli digesflvi. Pilulae eupepticae. R- Diastasae 1,0 l'epsini Finzelbergiani Extracti Gentianae Acidi tartarici Radicis Rhei pulveratae ana 5,0 Radicis Gentianae pulveratae q. s - M. fiant pilulae ponderis 0,2g, quae Ar- gento foliato obducantur. D. S. Während oder dicht vor Aera Speisen 2—3 Piilen zu nehmen (um den Verdauungsakt zu beleben). t Malva. Malva arborea. In Wisniewski's Dissertation, Beitrag zur Lehre vom Aufguss (Marburg 1876), ist erwähnt, dass durch 10 Extractionen die Erschöpfung des Farbstoffes der Flores Malvae arboreae zu erreichen ist. Die undurcß sichtigen, an den Rändern dunkelvioletten Aufgüsse werden auf Zusatz von Säure himbeerroth, durch Alkalien grün, durch Alaun lila, durch Barytwasser grün un gelatinös. . Malva vulgaris. Die Blüthen werden schon durch 5 Aufgüsse oxtraln r : Das rothbraune Infusum wird durch Säuren weinroth, durch Alkali dunkler u» später rothgelb, durch Alaun und Aetzbaryt gelbweiss gefällt. (Jahresben über die Fortschritte der Pharm, etc. 12. Jahrg. 1877, S. 466.) Manganum hyperoxydatum. Ueber die in der Bukowina reichlich vorkommenden Manganerze ^ erlC ft7 g Morawski und Stingl (Journ. f. pract. Chem. XV, S. 228, Kosmos 1»'» S. 381), die verschiedenen Erze nach ihrer physikalischen und chemischen schaffenheit aufzählend. ■. \ Mit Antimon verunreinigter Braunstein ist wiederum einige Male im angetroffen worden. Wie es scheint liegt in jedem dieser Fälle eine Verwe« lung vor, denn mancher Spiessglanz ist dem Braunstein entfernt ähnlich kann in einem lüderlich gehaltenen Waarenlager von einem leichtsinnigen ^ beiter eine Vermischung beider Mineralien geschehen sein. Es kann diese . r wechselung immer wieder vorkommen, es ist daher nothwendig, den in pujyjj^. Form bezogenen Braunstein auf einen Antimongehalt, besonders auf Scn gehalt zu prüfen. . Q^ior- Regeneration des Manganhyperoxyds aus den Rückständen <«r ^.^ entwickelung. Dieselbe geschieht meist in der Weise, dass man durch Ka 0 . die überschüssige Salzsäure und das Ferrioxyd beseitigt und dann die Ma g Manganum hyperoxydatum. 705 ^'»loridlösung mit so viel Kreide versetzt, als zur Zersetzung des Mangansalzes erforderlich ist. Unter Umrühren und Einleiten von Wasserdampf unter 2 Atmosphären Druck wird die Zersetzung des Manganochlorids und die Bildung von a "ganocarbonat bewerkstelligt. Letzteres wird ausgewaschen und halb abge- jocknet in Röstöfen unter allmählich gesteigertem Erhitzen in Manganhyperoxyd ^'''wandelt, wozu eine Temperatur von 2(50 u erforderlich ist. Dass das braune Man ganocarbonat durch Erhitzen bis zu 200° C. in schwarzes 2Mn0 2 +MnO e >'Wandelt wird, wurde von FoBOHHAMMBR entdeckt, und auf diesem Vorgange asirt die Vorrichtung Duni.op's, die Regeneration des Braunsteins im Grossen Zuführen. Nach (Jatty'k Verfahren der Regeneration des Braunsteins wird das Mangan, e 'ches in den Rückständen aus der Chlorbereitung als Chlorid oder Sulfat vor- gt, in Nitrat verwandelt und durch Dunkelrothglühhitze in Manganhyperoxyd g,«geführt. Jene Rückstände werden nach Beseitigung des Eisenoxyds durch dampfen concentrirt, dann mit Natriumnitrat gemischt (79 Manganochlorid oder , Sulfat erfordern 106 Natriumnitrat), eingetrocknet und in eisernen Cylindern zu ; U "' Vt AH \l{ n ni~, tr \ 1 r n m w\ 4- -i« Hnn niitinnniflaVinn I] 'I ^* im den wie Auf- Die geringere Waare (weiblicher Mastix) kommt in den europäischen Handel wird in den Handelsplätzen einer Sichtung oder Sortirung unterworfen. Orient ist Mastix ein beliebtes und geschätztes, die Langeweile, kürzendes, Athem parfiimirendes Kaumittel der vornehmen Frauen. Er soll die Zähne ges _ und weiss erhalten, das Zahnfleisch kräftigen und vor Scorbut schützen, so Katarrhe der Luftwege zurückhalten, chronische Katarrhe abschwächen, > m guss das Zahngeschäft der Säuglinge fördern, auch wird mit Brot und Wem fe mischter Mastix (das Krasokoma) als geschwürreifendes Mittel wie bei uns Pfefferkuchenteig benutzt. Feines Mastixpulver wird dem Mehle zu fem° Backwerk beigemischt, Konfitüren mit Mastixpulver conspergirt. Eine viel J» enthaltende Konfitüre ist Mastix-Gluko (Mastixkuchen). Ein wcingeistig eS tränk mit Mastix ist der Kaki mastichi. . n Der TAVEAu'sche Zahnkitt (Handb. II, S. 632, sub 3) soll statt weiss ausgetrockneten Bolus anhydrisehe Thonerdo (Douvaul/t) enthalten. . tj 6 Mit Mastix werden sprachüblich Kitte und Cemente bezeichnet, * Mastixharz nicht enthalten. . . c ^ a Extraktum Lentisci ist Extract der Blätter und kleinen Zweige der i** Lentiscus, mittelst 45proc. Weingeistes und durch Abdampfen des Ausz, g^ bis zur Musconsistenz dargestellt. Es enthält angeblich Gerbstoff und Bitters Im südlichen Italien und in Algier ist dieses Extract im Gebrauch. . er Die in Italien gezogene Pistacia Lentiscus liefert keinen Mastix, wob ^ angenehm schmeckende ölreiche Samen. Letztere sind nicht die Pistacien _^. Handels, welche der Pistacia vera Linn., einem in Persien und Syrien ein _ sehen Baume, entstammen. Diese letzteren Samen wurden früher in den theken unter den Namen Semen Pistaciae, Nuclei Pistaciae, A dalae viridea vorräthig gehalten. Eigenschaften. Echter Mastix hat eine spec. Schwere von i» 056 """ ' nj S t meist 1,059—1,061, eine 10—15 Jahre hindurch gelagerte Waare kann Ma stiche. 711 e| n spec. Gew. von 1,080 erlangen (Hageii). Mastix ist in Weingeist nur theil- , e ' 8e » m Aethcr, Benzol und Terpenthinöl aber vollständig löslich. Schwefel- onlenstoff löst sehr wenig, und in Essigsäure und Aetznatronlauge ist er ganz unlöslich. Ein 90-proc. Weingeist löst circa n / 10 des Gewichtes des Mastix. Das '°M gelöste Yio (Masticine) ist weiss, zähe, löslich in heissem absolutem w «nngeist und in Aether. Nach IIiesciisohn wird echter Mastix durch Aether und auch durch Chloro- orm vollständig gelöst. Petroläther löst von electer Waare bis zu 50 Proc, on Mastix in sortis circa 38,5 Proc, von Bombay-Mastix 12,5 Proc. Die Aether- Un g wird durch Weingeist getrübt, nicht aber, wenn Bombay-Mastix vorliegt. der weingeistigen Lösung erzeugt Bleiacetat eine beim Erwärmen in Lösung . rgehende Fällung. Beim Bombay-Mastix ist diese Lösung nur eine theilweise. numcarbonatlösung verhält sich indifferent gegen Mastix. Während Weingeist JL en . Mastix bis auf einen zähen Rückstand löst, löst er Bombay-Mastix voll- j tane Verfälschung mit grobkörnigem Koch- oder Seesalz, von welcher lieht ? ßER Der 'chtet, ist leicht zu erkennen und nachzuweisen wegen der Lös- dj ,?* desselben in Wasser. Sandarak in ganzer Form ist allerdings durch j ., n Slichon, mehr cylindrischen Stücke oder Thränen und die geringere Weich- thr ZU kennen, es werden aber diejenigen Sandarakstücke, welche den Mastix- ^ n en ähnlich sind, ausgesucht und dem Mastix beigemischt. Ferner weiss man &'a mar ZU scnme ' zen nnd m die Thränonform überzuführen, so dass in der grossen kan 6 , Mastixwaare diese Sophistification schwer zu erkennen ist. Endlich allo H' Mastixpulver mit Sandarak- und Dammar-Pulver verfälscht sein. Für met , ' ese Fälle ist die Bestimmung des spec. Gewichtes mittelst der Schwimmer °i * n Kochsalzlösung erforderlich, indem man durch Auflösen von 8,8 scharf 1 Ofiq Kochsalz in 91,2 Wasser (zur Erlangung einer Flüssigkeit A von L 8 s P e c Gewicht) und von 7,8 Kochsalz in 92,2 Wasser (spec. Gewicht der 2 r ^ " 1,056) Flüssigkeiten herstellt, in welche letztere man 5 g der ganzen, Tlieil Pulvrigen Substanz einrührt und das Schwimmen beobachtet. Ein Cant ,. Setzt sich in der Ruhe zu Boden. Die sanft agitirte Mischung wird de- *ird • ^° da3s das am B°d en s 'ch ansammelnde hu Glase zurückbleibt. Dieses stere T eineiu Trichter mit Glaswollenbäuscbchen gesammelt und nun in die er tli e ;. "ösung eingetragen, in welcher die Körner oder Partikel theüa schwimmen, s; ilnm , am Niveau sich ansammeln. Wenn in der Flüssigkeit A die Körner li e , r | . Un tersinken oder in der Flüssigkeit B sämmtlich oben aufschwimmen, so di e i 0ln ^n vor, welches nicht Mastix ist. Bei der ganzen Waare lassen sich selbe UIl( i schweren Körner sehr gut sammeln und das spec. Gewicht der- l an i n äber bestimmen, um Andeutung auf die Art der Verfälschung zu erdolch ' ^ a ndarak bat ein spec. Gewicht von 1,077—1,088, Dammar ein ^ von 1,030-1,055 (IIagee). abggt le . ln dieser Schwimraprobe geschiedenen Massen werden abgewaschen und fast u °i C U . et un ^ nach ihren Lösungsverhältnissen näher geprüft. Sandarak ist ter e j" 108 "«* in Terpenthinöl und wenig löslich in Aether. Das speeifisch leich- p entl 7 a ° lmar ist in kochendem Weingeist, Benzol, Schwefelkohlenstoff und Ter- 'öslich VÖUig löslich ' in Acther und kaltem Weingeist aber nur theilweise da J) e ) de Proben, die Schwimm- und Lösungsprobe, müssen ausgeführt werden, einW, * Von alter Lagerung ein spec. Gewicht bis zu 1,080 zeigen kann oder <'f*ige, daher leichtere, Thränen enthält, deren spec. Gewicht geringer Mag«, '°. 56 ist - Beide Proben ergänzen sich gegenseitig. Wiggeks giebt vom llx e 'n spec. Gewicht von 1,074, Wiek von 1,040-1,074 an. 712 Mastiche. — Mays. (1) Bacillnla mastichina. Bacillula, Trochisci, Boli contra enuresin nocturnam. Bacillen, Pastillen gegen Bettnässen, Vf Mastiches pulveratne 50,0 Radicis Althaeae 2,0 Ligni Santali rubri 5,0 Farinae triticeae Sacohari pulverati ana 10,0 Mellis depurati 15,0 vel q. s. M. Fiat massa dopsiticia, ex qua bacillula vel trochisci vel boli centum (100) formentur. D. S. Einige Stunden vor der Nachtruhe dreimal je 2 Stück zu nehmen (Mastix wird auch bei Darmleidcn, Durchfall, Leiden der Harnwerkzougo innerlich genommen, wie Rosentiian in seiner Synopsis angiebt). Bei Enuresis nocturna grösserer Kinder ist ein Zusatz von 10,0 Extract. foliorum Bucco zweckdienlich. (2) Tilnlac Algerienses. Pilules algeriennes. V[ Extracti foliorum Lentisci 2,0 Extracti Opii 0,12 ßadicia Ipecacuanhae 0,5 Myrrhae 1,0. M. Fiant pilulae viginti (20). D. S. Ein bis vier Stück den Tag über (gegen Durchfall). Diese Vorschrift ist dem Angaben DoB' vault's entnommen. Es sollen _ diese Tillen in Algier, seit dieses im Besitz der Franzosen ist, viel gebraucht werden. D* die Mastix-Pistacie im Nord-Africa keine» Mastix liefert, so ist uaterExtract^Len- tisci nicht Mastix, sondern das weingoi- stigo Extract aus den Pflanzentheilen &o vorstehen, welche an Gerbstoff reich sein sollen und im AufgUSg gegen BlutfluSS, Ruhr und Blonnorrhöen seit jeher benutzt wurden. Mays. Zeit Mays Linn., Mays vulgaris Serin<;k, Wclsehkorn, Türkischer Weisen, eine in Süd-Amerika einheimische, im mittleren und südlichen Europa viel ang"' baute Graminee, der Gruppe der Phalarideen angehörend. Stigmata flaydis, Mays-Narkn, Mays-Griffcl, die nach dem Befruehtungsakte gesammelten und bei Sommertemperatur getrockneten Griffel mit Narben- I' 1 '" schiefen, sitzenden, etwas gl*»" zenden Ovarium ist endständig ein Griffel {Stylus) aufgesetzt, an seinem Ende mit zweispaltiger Narbe. Der Griffel (odei Narbe) ist sehr lang, fo dcU " förmig, der Länge nach parallel zusammengedrückt, weic behaart, gewimpert, l'''g. !>!. 7.ia Mays. Weiblicher laiitlienstand. o Eine Aehro laehseMkndlge) mit weiblichen Aehrchen, von Spathen(Blattern) umschlossen, ',., Grösse, h Dieselbe von den Spathen befreit c Ein Aehrchen mit Narbe (Griffel u. Narbe) verkleinert an der Spitze zweitheilig, mit pfr'enj] förmigen Lappen. Di e :. che« Bind einfach, sehr klew und pfriemförmig. -L n Griffel mit seiner zweilapP 1 » Spitze wird von einigen W» nikern mit Narbe (sügma) bezeichnet. Die Griffel i;«; aus der Spitze der wie Fäden, dessen herabhängt, hervor, werden diese Büschel gßs» meH, auf Brettern ausgebt an einem schattigen ' Scheide i Büschel' seidenartige 1 ' oberer Tue» Im Ji" 11 Orte ge- Mays. — Mel. 713 r ocknet und sowohl sehr klein geschnitten, als auch als feines Pulver in dicht geschlossenen Glasgefässen am schattigen Orte aufbewahrt. Anwendung. Vor Decennien wurden die männlichen Blüthentheile des Mays !mp n Harnkrankheiten, die weiblichen Blüthentheile und die FruchÜiilllen als Iheesurrogat empfohlen. In Frankreich hat man die Griffel mit Narben bei eiden der Unterleibsorgane angewendet und will man bei Gallenentzündung, 'eren- und Blasenleiden, Blasenkatarrh, Harnbeschwerden, Barngries, wie Das- " jN > Oasban u. A. berichten, vortreffliche Beilerfolge erzielt haben. In Anwendung kam besonders ein Extract. Die Gaben der Maisgriffel 1,0—2,0—3,0 meh Tnals täglich. 0,-fl. Ill,, ' llm Muydis stigmatuin wird durch Extraction der frischgesammelten ' ' B ' mittelst 60-proc. Weingeistes oder der getrockneten mittelst 45- .■"*■ Weingeistes dargestellt und der iiltrirte Auszug bis zur Musconsistenz "Sedampft. Gabe 0,2—0,4—0,6 3—4 stündlich. 86ftr» rn P ns Waydis stigmatum wird durch Auflösen von 10,0 Extract in Ei: v ® yru P na Sacehari und 30,0 eines 90-proc. Weingeistes dargestellt. g , ^sslöffel voll dieses Syrups enthält ca. 0,25 Extract. JüILLAED lässt aus 12,0 d e „ r « ct ' 350,0 Wasser, 366,0 Zucker und 10,0 eines 60-grädigen Weingeistes auf 1 v u P darstellen. Ein Esslöffel desselben enthält 0,24 Extract und genügt 1 Tasse Tisane (Doevault). Dosis den Tag über 3—5 Esslöffel. s chi lSS aus ^ en Früchten des Mays durch eine faulige Gährung Gifte ver- a a , ener Art und Wirkung erzeugt werden, haben Cortez und Husemann 187s o lesen (^ anre8 hericlit über den Fortsein - , der Pharmacognosie etc., Jahrg. der f- ( ''' r) )- Eine Massenerkrankung von Schweinen zu Fünfkirchen in Folge "dto ' m '* Abfällen aus der Maysstärkefabrikation veranlassten Dragen- d 6i . r ^ u Versuchen, doch konnte er keine Gifte ans dem Stärkemehl und anheilen der Maysfrttchte abscheiden (Archiv 1878, 1. Hälfte S. 208 u. f.). e fWfth n 7"" ,n , , " lu,, U» Amylum Maydis, ist unter Amylum, Handb. I, S. 334, ut und in Abbildung vorgelegt. Seisßjten a a ' S lNf ' ;, ' ( '"l ,l() diiel bei der Maysgährung und Darstellung von wein- ^renn^i ( ' ;inlM 'n aus Mays gewonnen, wird als Schmiermaterial oder auch als uno1 verbraucht. Mol. b ' 8 1.440 ^ S , 88i ? e oder dickfliessemle, ibmig hat ein spec. Gewicht von 1,430 tn >440 ____ ter .rechnen 1 Liter*ül-i. derselbe nach dem Maasse verkauft, so kann man 1440g_auf C^-Hon Der starr gewordene und an Levulosc ärmere oder an Dcx- IK wird im Liter 1,5kg fassen. Der Honig besteht aus Dex- (Rohrzucker). ...__... .,„______ Weitere Bestandteile sind 0,1-0,3 Proc. freie Säuren stam^'f" 1 ^, Milchsäure, Essigsäure etc.), Farbstoff, den Pollenkörperchen ent- l8_. 2 " a > °,2-0,5 Proc. Selileim, 0,5-1,5 Proc. Protein oder Albuminsubstanz, ' "" Feuchtigkeit und höchstens 0,5 Aschenbestandtheile (Hager). Ä 8 eS;; ngetroff6n 714 Mel. J. König führt als Resultat von 6 Analysen einen Gehalt von Proc. 78,74 Fruchtzucker (Levulose und Dextrose); 2,69 Rohrzucker; 1,29 Stickstoffkörper; 16,13 Wasser an. Der Maihonig hat einen angenehmeren Geschmack als der im Herbst geerntete. Der 111 irische Honig soll einen Melilotusgesehmack haben und ist dunkelfarbig, der Ungarische ist ebenfalls dunkel, der Italienische ist etwas bitterlich, der Nord-Deutsche ist säuerlich, Havanna-, Illinoishonig schmeckt entfernt aromatisch und ist weisslich bis weissgelb. Der Lindenhonig (Lippitzhonig) und der Haidehonig (den Blüthen dos Haidekrautes und dos Buchweizens entstammend) dürften für pharmaceutische Zwecke den Vorzug er- halten, besonders vor dem Amerikanischen (weisslichen) Honig, welcher ge- wölmlich reichlich Säure enthält. Prüfung. Verfälschungen des Honigs sind sehr häufig vorgekommen« Die häufigste Verfälschung ist der Kartoffelstärkesyrup und Stärkezucker, so wie der Kunsthonig, welcher Weizenstärko zur Grundlage hat, welche Stärke durcü Oxalsäure in Glykose übergeführt, dann mit Rohrzucker und echtem Honig ver " mischt ist. Die während der Abschoidung des Honigs aus den Waben in diesen übergehenden Unreinigkeiten sind sämmtlich leicht zu erkennen. Die H° n !^-. einiger Gegenden haben, wie schon erwähnt ist, eine abweichende Farbe, sin i. B. strohgelb, weissgelb, bräunlichgolb, braungelb, röthlichgelb, grünlichg 0 ' > gelblichbraun, dunkelbraun. Die Farbe entstammt wahrscheinlich den Pol' 611 körperchen, denn der dunkelfarbige Honig enthält viel dunkelfarbige Pollenko perchen. Auch der Geruch ist nicht ein und derselbe. , Die Untersuchung des Honigs beginnt man damit, dass man davon na gehöriger Durchmischung 20 g mit 60 g eines Weingeistes von 0,828 spec « e durch kräftiges Schütteln mischt. Wäre der Honig nicht langsam- und die fliessend (von dicker Mcllagoconsistenz), vielmehr starr, so ist er durch Erwärm > und Mischen mit circa 10 Proc. Wasser in die langsam- und dickfliossende r o überzuführen. Wäre er von der Consistenz des Syrupus simplex, so roüsste durch Abdampfen um ca. 10 Proc. consistenter gemacht worden, damit or (boi 1« 18° C.) die Honigconsistonz erlangt, also die Tropfenbildung nicht zulässt, sein sp^ • Gew. 1,420—1,440 beträgt. Von diesem Honig wird also 1 Th. in ein tarirtes (Hasgefäss mit nicht zu enger Oeffnung eingegossen, 3 Th. Weingeist von 0,828 1 Gew. dazugegeben, das Gofäss geschlossen, und die Mischung durch starkes o teln bewirkt. Der Wasserzusatz zu dem starren Honig ist so abzumessen, aus dem aufzugiessenden Weingeist von 0,828 spec. Gew. ein Weingeist von > spec. Gewicht d. h. ein 90-vol.-proc. entsteht. Dieser letztere resultirt -^j!ren830 hat ein spec. Gewicht von 0,918 — 0,921 und enthält circa 17,5 Proc. Mykose. Eine kaltgesättigte Lösung des Rohrzuckers in Weingeist von 0,830 hat zwar nur ein spec. Gewicht von 0,843, dennoch wird der Rohrzucker in Gesellschaft der Levulose stärker gelöst, so dass die weingeistige, Rohrzucker enthaltende Honiglösung (1:3) eine über 0,913 hinausgehende Eigenschwere besitzt. Dunkelfarbigem Honig geben die Pfefferküchler gemeiniglich den Vor- ' /M >- Dies ist Grund, warum man, besonders in Frankreich, den Honig mit geästetem feingepulvertem Brote oder mit Indischem Syrup oder mit Essenz aus gebranntem Zucker versetzt. Dieses Verfahren ist dann nur straffällig, wenn der '""ig als natürlicher, nicht aber, wenn er als gebräunter Honig verkauft wird. 11 letzterem Falle würde der Käufer die Bräunung auch selbst ausführen. Das Brot ih'fte leicht, die Zuckertinktur durch Geruch und Geschmack oder durch die Un kelfarbige weingeistige Lösung nachgewiesen werden. Der zweite Theil der Prüfung ist eine chemische und wird mit dem mit der "'achon Menge VVasser verdünnten und filtrirten Honig vorgenommen. Der tische Syrup oder Caramelsyrup, welcher auch zur Bräunung des Ho- '68 gebraucht wird, ist reich an Chloriden, während der Honig davon höchstens Puren enthält. Die mit Salpetersäure sauer gemachte filtrirte Honiglösung wird, , m > echter Honig vorliegt, keine oder nur eine äusserst schwache Trübung oh Silbernitrat erleiden. Gerbsäure färbt den verdünnten filtrirten Honig c »t dunkler und giebt damit im Verlaufe einiger Stunden eine hellbraune Trübung. Indische Syrup und oft auch Stärkezuckersyrup werden durch Gerbsäure dunkel r bt und es bildet sich allmählich ein fast schwarzbrauner Niederschlag. Ammo- '"Oxalat trübt Honiglösung nur sehr unbedeutend, Stärkesyrup, auch Indischen de ? a()er gewöhnlich stärker als den Honig. .Todjodkalium trübt den Honig, Stärkesyrup, auch Indischen Honig nur zuweilen. Baryumchlorid trübt den t,. 1 ^ entweder nicht oder höchst unbedeutend, dagegen werden Stärkesyrup und der'n'"- 1 Syni1 ' me ' st ens stärker getrübt. Pikrinsäurelösung 2 Vol. mit 1 Vol. Webi'"'''" Honiglösung gemischt und hei Seite gestellt, giebt sofort eine Trübung, Wäh ;l '"' nacn ( '' ll( ' m ' ,;, ."' { ' nocn amorph und frei von Krystallgebilden ist, K r ?, Indischer Syrup und auch Stärkesyrup meist spiess- oder nadeiförmige 6 (bei .">() -öOfacher VergröSBerung zu betrachten) oder auch krystallini- Sch •• —ouracuer voigiosse.rnng zu ueiiacmenj ouer aueu Kiysiauiui- Mp • u " n '^ 1 ' Gebilde (bei 100—200-facher Vergrösserung zu betrachten) absetzen. Sß-.i Uric hloridlösung giebt mit verdünntem ßltrirtem Honig meist eine klar« ßode w ' ,( ' ll< " aufgekocht sich trübt und nach einem Tage, einen flockigen auch" 8 ^ 7 ' llil,1 " t - Stärkezucker und Indischer Syrup geben mit Mercurichlorid ^, e i , e,Ile klare Mischung, aufgekocht setzt sieh aber ein schwerer Bodensatz ab, be wirkt be ' m 8ohütteln nichts flockiges erkennen lässl. K a li umferroeyan mitunter in der Ruhe eine kaum merkliche Trübung, ohne dass metalh- werrt. Unrehli gnngen vorliegen, sollte dadurch sofort eine Trübung erzeugt . - .....i. _üi.-i~i £3.i.....e..i_- der angesäuerten und ammo- Die, Prüfung auf Arsenik sehe Ver w ei 'den nia kali' h ' 8t am '' 1 mittel8t S|,1 iw('l'(dwasser8toffs in Wird , en Honiglösung auf Metalle zu vigiliren. paniJ? besten mit Knpfermetall ausgeführt. Die Anwendung von Sdbernitrat- d er u„ m der HAGBR'schen Methode des Arsennachweises ist hier untersagt, weil In^rf üft starkc Spuren Ameisensäu Uem Verlauf.» rlieaer l>. iift,„,ramn re en tliiilt. Verlaufe dieser Prüfungsmethode, welche Bageb dreimal mit Erfolg '718 Met durcharbeitete, wird man kein Verfälschungs- oder Verunreinigungs - Object des Honigs übersehen. Da der Stärkezucker von Dextrin nicht frei ist, so kann auch die Gegenwart dieses Zuckers im Honig durch Bestimmung des Zuckers erkannt werden. D° r Gehalt an Glykose beträgt im jungen Honig 55 — 65, im alten 65 — 75 Proc In dem künstlichen Honig steigt dieser Gehalt höchstens auf 50 Proc, meist 30—40 Proc. Die Bestimmung geschieht, wie Handb. II, S. 855 und 856 angegeben ist. Planta-Reichenatj bestimmt zuerst die Glykose in dem Honig» dann versetzt er Honig mit 2 Proc. Schwefelsäure, verdünnt mit Wasser und (!! " hält die Mischung 2 Stunden kochend, um Dextrin und etwa beigemischten Rohrzucker in Glykose überzufuhren, und bestimmt nun in diesem veränderten JloJiig die Glykose. Bei echtem Honig ist der Unterschied im Glykosegehalt im unveränderten und in dem mit Schwefelsäure versetzten und gekochten ein S e ~ ringer, bei Gegenwart von Stärkezucker und Rohrzucker aber ein bedeutender. Ein gefälschter Honig ergab z. B. direct 34,7 Proc. Glykose, nach der Kochung aber 78,09 Proc. Dieses Mehr beträgt dagegen bei echtem Honig nur 5— }® Proc. Man vergl. auch pharm. Centralh. 1880, S. 202 u. 203. Dass der Stärkezucker immer an einem starken Gypsgehalt zu erkennen sei; ist eine irrthümliche Angabe, denn schon mehrmals kam ein künstlicher Honjg zur Untersuchung, welcher auf Schwefelsäuregehalt geprüft mit Baryumclil»!' 1 " keine stärkere Trübung ergab als der echte Honig. Wer aus der DarstelluBg eines künstlichen Honigs ein Geschäft macht, wird auch die Glykoficirung & ea Stärkemehls ohne Schwefelsäure ausführen. Anwendung. Ueber die Nährfähigkeit des Honigs vergl. pharm. Central . 1880, S. 470. Aus Ungarn berichtete man, dass dort der mittellose Famü'«'»" vater Honigumschläge um den Hals und Honiggenuss als Präservativ und auc als Heilmittel gegen Diphtheritis und sogar stets mit sichtlichem Erfolg» anwen» • Auffallend ist, dass solche Leute überhaupt Präservative anwenden. Diese Nac rieht lässt allen Zweifel zu. Honig mit vielem Wasser verdünnt wird als Getränk (Hydromel) hw l tarrhalischen Leiden benutzt, mit Salbeiaufguss als Gurgelmittel, zu Waschm 1 ^' und Umschlägen gegen verschiedene Hautleiden, mit Mehl und auch mit i* mehl, Grütze als Cataplasma zur Maturation von Geschwüren, un vermischt a gestrichen gegen Mitesser (Comedonen) gebraucht. Giftiger Honig scheint in Deutschland nicht vorzukommen. Von elI1 . eu solchen berichtete der Kriegscorrcspondent der Daly News 1877 aus -^ rmcl n in dem Thale Batum, in der Nähe der Gegend, in welcher vor 2000 Ja Xenophon giftigen Honig antraf, durch welchen die griechischen Soldaten giftet wurden, ohne jedoch davon zu sterben. Jener Korrespondent erwä nn Sr Untersuchung des Honigs, welche keine giftigen Bestandteile erkennen * e doch wachse in diesen Gegenden viel Conium und llyoscyamus. Der eng l _ Viceconsul Biliotti berichtet aus Trebisonde (im nordöstlichen Kleinasien) e falls von giftigem Honig und dass man nur das Wachs verbrauche, den ^ selten geniesse. Vergiftungssymptome seien Schwindel, Eibrechen, Bausch. ^ an der Küste des Schwarzen Meeres häufigen Datum Stramonium * ir ^ Q _ giftige Honig zugeschrieben. Da der Nectarsaft der Blllthen, auch * er a on igs tischen Pflanzen, nicht Gifte enthalten soll, so wurde die Existenz giftig 011 ^^ von Vielen negirt. Man hielt den giftigen Honig nur für einen giftig ^"^.„„n- Die Dahlien-Blüthen sollen ein Gift für die Bienen sein und ist die zucht in der Nähe eines Dahlienflors zu vermeiden. Den sollen die Bienen meiden. StarsaftdesOle^ Mel. 71$ Tazma nennt man eine Honigsubstanz, welche in Aethiopien in Erdlöchern ^'gefunden wird und ein Sammelproduct oder Secret eines mückenartigen Thieres st - Sie enthält keine Saccharose, dafür aber gegen 28 Proc. Dextrin. . Mel depnratnm (Handb. II, S. 437). Ueber die Reinigung des Honigs haben mehrere Praktiker ausgelassen, ohne jedoch einen gereinigten Honig für z neiliche und einen solchen für ökonomische Zwecke scharf zu unterscheiden. P r erstere kann nur nach einer Methode hergestellt werden, welche weder den onig wesentlich verändert, noch ihn mit Substanzen verunreinigt, welche nicht oig sind. Die Reinigungen mittelst Tannins, Carragaheens, Gelatine, Aetzkalkes iU • . gh müssen als unpassende verworfen werden, so auch diejenige durch einiges Kochen und Abschäumen, weil dadurch ein zu dunkles und auch saures , Parat erlangt wird. Wesentlich ist die Beseitigung der freien Säuren aus Dj ." on ig und die Herstellung eines neutralen oder doch kaum sauren Honigs. Me m ** andD ' II, 437 gegebene Vorschrift fordert: Verdünnen mit der 1 ^-fachen j^ge Wasser, Erhitzen bis auf 100 ° C, Versetzen zuerst mit kleinen Stückchen n ? s P a Pier (Filterschnitzel 10 g oder 1 Bogen Fliesspapier auf 1kg Honig) und ailf dem Umrühren oder '/i Stunde später mit grobem Holzkohlenpulver (10 g fein- ?^ on 'g) und dann, um die Säure zu tilgen, Zusetzen von 3—5 g gefällten 2u ,6e '' 1 ' ,e benen Calciumcarbonats (Kreide ist weniger zu empfehlen), Erhitzen bis c ; u Au fkochen und Coliren durch einen Spitzbeutel. Zuerst setzt man 3 g Cal- Ueb ar na ' ü ' nz u und dann davon nach und nach mehr, bis zu einem geringen Uenfi 1 uss oder D ' 8 nacn jedesmaligem Umrühren sich die Flüssigkeit völlig ucr al erweist. e; ne p die vollständige Klärung erreicht ist, erforscht mau dadurch, dass mau st e n, or hon der Flüssigkeit in ein weites Reagirglas giebt und in kaltes Wasser ind ' • & 8 ' cn m einer Viertelstunde eine Schichtung in eine ziemlich klare s etzt e ' ne trÜ k e ^kige Masse, so ist die Klärung erreicht. Im anderen Falle nochniT 11 n ° C ^ Holzkohlcnpulver oder Filtrirpapierschnitzel hinzu und erhitzt gr e if um Aufkochen. Sollte dennoch die Klärung nicht erreicht sein, so Was 8 man zura weissen Bolus, welchen man (20 —30g auf 1kg Honis;) mit 111,4 t* anrunrt und zumischt. Der weisse Bolus ersetzt auch wohl das Filtrii papier Panio ann man denselben in 2 —3-facher Menge von dem Gewichte des Filtrir- * p S anwenden. Au S f(ji! lnei Kritik der verschiedenen Reinigungsmethoden und den Angaben der Ve 'chli [ UDg derselben ' lat HagKE in seinem Commentar zur Pharm. Germ, einen •hisKon Pla tz gewährt und sagt er (S. 876, II des Comment.), dass sieh in Stelle dieser E 1 npulvers weisser Thon oder weisser Bolus (auf 1000 Th. Honig 25 —40 Th. dopp e u n ) empfehlen. Will man das Fliesspapicr nicht anwenden, so muss eine Fij) ner ®° grosse Menge, dieser Erden im trocknen Zustande verwendet werden. arse uhalf enUtzte man J J ° S( ' M l ,:| l , i , ' 1 'i jedoch ist dieses immer zu unrein, selbst ^erde n ^' ^ ancüer Honig kann durch eines der Klärungsmittel klar gemacht bald ro v? 111 an ^ erer erfordert zwei verschiedene Klärungsmittel, der Masse nach Bte ts zw •' ^^ weni S er - Um nun nicht durch Versuche Zeit zu verlieren, sind Pul Ve ei Reinigungsmittel rathsam z. B. Fliesspapier und Holzkohlen- Cal c i u r Fli esspapier und weisser Bolus. Die Entsäuerung mittelst treteneT a '• bonats ist ein wesentlicher Theil der Klärung. Die in dem Honig ver- er schw e eiWe ! 8sart 'g e " Stolle werden durch die Säuren in Lösung erhalten und no'ide h^ n die Gärung. Mit Beseitigung der freien Säure gerinnen jene Albumi- klares j^J Allf kochen des verdünnten Honigs, und die Flüssigkeit liefert ein 1842 vo M f hode der Klärung durch Zusatz von Fliesspapier (Löschpapier) wurde u Andrä angegeben, diejenige mit Galläpfelpulver resp. Gerbsäure hat 720 1. — Melilotus. nicht Mohr zum Autor, wie man wiederholt in den Fachblättern angegeben findet, sondern Menegazzi und wurde vor 3 Decennien veröffeutlicht. Bald darauf schlug Hoffmann vor, die Klärung mittelst Gerbstoffes und Leims zu bewirken, welche Methode aber von Wilms und Krauthausen sofort als eine sehr unpassende bezeichnet wurde (Arch. d. Ph. 1857, 1. Hälfte S. 39—43). Die Klärung mittelst Knochenkohle wurde von Otto Küiinkk angegeben, ist aber nicht in Aufnahme gekommen, weil in dieser Kohle nicht selten Schwefelcalcium vertreten ist. Menegazzi schrieb auf 1000g Honig 5 g Galläpfelpulver vor. Diese Menge ist selbstverständlich abhängig von der Menge der Albuminkörper, welche ÜB Honig vertreten sind. Ein gereinigter Honig für Arzneizwecke darf durch Gerbstoffkörper, Leim, Schleimkörper, Hühnereiweiss nicht geklärt sein, denn diese Stoffe lassen in dem Honig Theile zurück, welche die Haltbarkeit desselben theils mindern, theils im Honig als ungehörige beurtheilt werden müssen. Es ist mitunter beobachtet worden, dass der mit Kreide saturirte Honig nach dem Aufkochen wieder sauer reagirte. Ursache dieser Erscheinung ist die Gegenwart von Formiat und Acetat des Ammonium, welche beim Siedepunkte in Ammon und Säure zerfallen. Melilotus. Melilotol. Schon vor Jahren versuchte T. L. Phipson die Menge Cumarin zu bestimmen, welche Melilotus offic. enthält. Bei diesen Experimenten entdeckte er eine neue Substanz, das Melilotol, welches gewisse Analogien mit dem Salicylol (Salicyligsäure) und dem Cumarin bietet. Wenn man die blühende getrocknete Pflanze mit Wasser destillirt, das Destillat mit Aether ausschüttelt und die ätherische Lösung abdampft, so bleibt Melilotol als Rückstand. Die Ausbeute beträgt ungefähr 0,2 Proc. der lufttrocknen Pflanze. Melilotol bildet ein bräunliches Oel von saurer Reaction, ist sehr wenig löslich in Wasser, dein es »einen angenehmen Geruch ertheilt, schwerer als Wasser, leicht löslich in Weingeist n" a Aether. Sein Geruch gleicht mehr dem von Anthoxanthum odoratum » ls det ° des Cumarins oder der Tonkabohne. Beim Kochen mit eonc. Kalilösung l' c Jf es reichliche Mengen Melilotsäure unter Entwickelung eines schwachen b> " ruches nach bitteren Mandeln. Die Analyse des Melilotols ergab Zahlen, weloB mit der Formel C,,H 8 0 2 übereinstimmen, während die des Cumarins C 9 H 8 Oj » Phipson stellt nicht in Abrede, dass in der Pflanze auch fertig gebildetes Cuman vorkomme, allein ihren angenehmen Geruch verdankt sie dem Melilotol- kommt darin gemeinschaftlich mit Melilotsäure (C 9 Hi 0 0 8 ) vor. Wenn man W» tere nach dem Verfahren von Zwenger abscheidet, so erhält man immer g wisse Mengen des Melilotols, von dem sie sich nur schwer trennen lässt. Melilotol differirt von dem Cumarin durch seine Zusammensetzung, <| ur ^ urch seinen Geruch und durch die Lig seine Reaction auf Lackmus, sowie di schaft, dass es aus seiner weingeistigen Lösung nicht krystallisirt. w« Melilotsäure unterscheidet es sich ebenfalls durch Geruch, Zusammensetzung muiuoiBume uuieiooiiemcu es sicü ebenfalls durch Geruch, Ziusamiuo»»"" mangelndes Krystallisationsvermügen etc. Es ist möglich, dass sich in ^ m fl \L lilotenkraute das Cumarin zuerst bildet und dass dieses dann unter dem Ein«» naschenden Wasserstoffs sich in Melilotol umwandelt, welches seinerseits un Aufnahme von Wasser in Melilotsäure übergeht- C H H r 0 2 (Cumarin) + il ,"£ C 9 H 8 0 ? (Melilotol). - C 8 H 8 O 2 + H 2 O=xC 9 H 10 O 3 (Melilotsäure). Wenn m»» ° $ Cumarin mit nascirendem Wasserstoffe (Natriumamalgam) behandelt, so Melilotus. — Mentha. 721 pan Melilotsäure; in diesem Falle macht die Reaction bei der Bildung des Meli- otols nicht Halt, sondern vollendet sich sogleich unter Mitwirkung des Wassers. m Monat August soll die Pflanze weit mehr Melilotol und Melilotsäure als Cu- ma nn enthalten. Persische Mcliloteiifrüchtc Die aus Persien kommenden Melilotenfrüchte ent- ammen wahrscheinlich dem Melilotus Mauritanicus Willdenow (Melilotus w * CMS Desfont aines), dessen Samen seit ältester Zeit als Medicament gebraucht urden und durch starken Cumaringehalt (Melilotol-Gehalt ?) ausgezeichnet sind. Früchte bestehen aus kleinen halbmondförmigen, an der Spitze nach Aussen jLj mmten :> 2 —3 cm langen, gelblichgrauen Schoten. Dieselben sind auf beiden 1 e » buchtig hohl und enthalten 2 Samenbehälter, deren jeder eine Reihe kleiner ^ Ugelber rhomboidaler Samen einschliesst, welche auf der einen Seite eine tiefe rbu D g zeigen und unter dem Vergrösserungsglase betrachtet mit schwarzen le( *en bedeckt sind. im r- ^ nm de ' a Chartreuse, Chartreuse (spr. schartröhs'), ist ein Liqueur, welcher j^ Kloster der grossen Kartause bei dem Dorfe Chartreuse (Departement Isere, Reh' e ' Ca ) ne b en andern Geheim-Arzneimitteln angefertigt und in den Handel Pan W ' r( ^ ^' e Anfertigung dieses Liqueurs wurde 1864 den Mönchen vom von jedem 100g, Anis, Sternanis, Pfefferminze, Wermuth, j c i. , Ca -Wurzel, frische Pomerauzenschalen, frische Citronen- Ca] " Vün Jedem 50g, Macis, Gewürznelken, Englisches Gewürz, j> ^uswurzel, von jedem 5g, Pomeranzenblüthen 30g (oder 0,03g Lite e , la " z<>,1,) liithenöl) werden mit 6 Liter 90-proc. Weingeist und 15 •ait q 88er übergössen und davon 9 Liter abdestillirt. Das Destillat wird y ril I>us Sacchari 2,5 Liter und 0,8 Liter Himbeerwasser gemischt. Sa cc } • rtleuse verte ist dasselbe Destillat aber versetzt mit 2 Liter Syrupus C a ari "nd 0,5 Liter Rosenwasser und tingirt mit Safrantinctur und blauem n > s o dass die Mischung eine angenehme grüne Farbe hat. rn D , ai 'treuse jaune ist ein gleiches Destillat, gemischt mit 2,5 Liter Sy- 8 °acchari und einer genügenden Menge Safrantinctur. Mentha. "''"m Mentha« crispae soll viel Carvol enthalten. S assaf " Hent BM piperitae. Das aus Amerika kommende Oel ist meist mit unter nf 01 verfft lscht. Eine Reaction darauf vergl. Handb. II, 8. 446 und 926 D V l Sassafras. Ueber Patent- Pfeffer m i nzöl vergl. ülea aetherea. r alhv^ Von Jei ™ zuerst beobachtete rothe Färbung der Mischungen aus Oülo- halt L „* und Pfefferminzöl beruht nach Dunin v. Wassov.cz mdem Geigen ,, Chlwa ll'Ydrats an freier Salzsäure. Diese Färbung tritt auch in M.sch- Aüisöl Saur, ' n Chloralhydrats mit anderen flüchtigen Oelen aut, z. B. mit P wi eber Bestandteile des Pfefferminz»!« &*M man Näheres im Archiv der H aR e 1881 > «* Hälfte S. 222 u. f. NK und Mason bezeichnen den l'll; "■""■ Praxis. Suppl. 46 722 Mentha. Menthol. oxydirten Theil des Oels mit Menthol (C 10 H 14 O), und den im ChinesisheJ" Japanischen Minzöle enthaltenen krystallisirenden Anthe, m,t Mentholkamp (C 10 H 20 O). Im Jahre 1862 erklärte Oppenheim den Pfermmzkampher für e 1-atom gen Alkohol, C 10 H 19 HO, nnd nannte ihn Men hol. Im Jahre1« wiesen Beckett nnd Weight "-h dass Menthol m lt der aromatchen ^ Paraffin-Reihe zusammenhängt. Aus dem Brommenthol ? 10 H^Br erme^ durch Einwirkung von Zinkchlorid Mentha. Der flüssige Theil des Fte Sls wXher !en Mentholkampher in Lösung erhäU fand MoKIYA zusammen gesetzt aus C 10 H 18 O. Vergl. auch ehem. Centralb. 1881, 8. 72. Oleom Menthae Japonicnm crystallisatnm, Pfefferminz-Katnpher, (Menthol, ■«« ist die im Handb. II, S. 445 als Japanisches oder Chinesisches Pfeffn* aufgeführte Droge, welche Düncan als ein mit dem Thymol coneurnr Die Antisepticum empfahl. Somit ist sie ein gesuchter Handelsart^el gewordeu. u ^ Darstellung dieser aus Menthol bestehenden Droge geschieht mit I "'.Qel, und das gleichzeitig als Flüssigkeit abgeschiedene Oel W1 " ^^ Be- Poho-Essenz, Po-ho-yo in den Handel gebracht und zum Bereiten> ofl streichen der Schläfe oder der Stirn bei Migräne und Kopfweh ™1 g* In In Oeeterreich darf nur der Apotheker diese Waare ,m Detail abge^ t _ Deutschland verkaufen es die Kaufleute, was allerdings nicht n der OJ» * Das krystallisirte Oel ist wie das Poho-Oel als äusserliches Mittel g^ Neuralgien (Ischias, Tic doloureux, /ahnschmerz) empfohlen ™rn^ lfJ Heineich Keae wurde eine Mischung ans 10 Th. des.deutschen> P faderer mit 1 Th.Senföl in Stelle des Poho-Oeles empfohlen. Nach der Ansch^ Praktiker ist ein Verhältnis« von 30 : 1 das richfagere. Um einer Verweoh«> . Pfefferminzöl vorzubeugen, so ist diese Mischung mit aller 1°™^™.^^». Eingenommen darf dieses Oleum menthato-sinapinatum (t) nicW • ^ Tabnlae Menthae piperitae sollen sich nach Angabe Peikeyl's durch i ^ von 1700 Th. gepulvertem Zucker mit 14. Th. Pfefferminzöl ™\ e0 . ITsung von 14^. Gelatine in 150 Th. Wasser sehr schön darsteleu 1 ^ Nach Vomaqka lassen sich die Englischen Pfefferminzplattc & einer Mischung von 4000 Th. Zucker, 300 Th. Stärkemeh 1 1* UeD . Ingwerpulver und 20 Th. bestem Englischem Pfefferminzöl ne Diese Tabletten werden 2 g schwer gemacht (Rundschau). (1) Liniment™ menthatnm. (3) Species antihydropicae Feei Glycerolatum Menthae. jy Olei Menthae piperitae 1,0 Spiritus Vini 5,0 Gflycerinae 10,0. M. D. S. Aeusserlich (gegen Frost und Verbrennungen, frische Brandstellen auf der Haut). (2) Linimentnm Menthol! Egan. Spiritus mentholatus. Spiritus Mentholi compositus. «f Mentholi (Olei Menthae piperitae crystallisati) 5,0. Solve in Spiritus Vini 140,0 Gflycerinae 10,0 Olei Caryophyllorum Olei Chmamomi ana 1,0. ..,__„ D. S. Die schmerzende Stelle mit einem Pinsel einige Male den Tag über zu bepinseln (bei Neuralgien, Migräne). B- Foliorum Menthae prp 6 "*^ Rhizomatis Calami ana - 1) S Zum Theeaufguss (bei J droP 9 sehen Zuständen, besonders t>ei nach Morbus Brigthu). (4 ) Species nervinae SJ* Heim's nervenstärkender * Foliorum Menthae piperitae 60, Foliorum Trifolu öO,u Radicis Valarianae l»,"- 0. C. M. Fiant species. D. S. Zum Theeaufguss. Mentha. — Mercuri.alis. — Methylenum bichloratum. *as , Kräuter-Magen-Elixir, L. Wundram's, eine dunkelgelbe, bittere Flüssigkeit, bestehend aus 4 Th. Aloe, 96 Th. Weingeist, mit Pfefferminzöl aromatisirt. log 0,75 *ark. (Wittstein, Analyt.) Y Pfefferminzextract von R. Hayrwardt & Co. (Burlington, Nord-Amerika) gegen wdauungsbeschwerden, Herz- und Kopfleiden, zur Reinigung des Mundes, der Zähne, es Athems etc. soll eine Chamäleonlösung sein. j. Pfeffcrininzwasser des Dr. med. Georg Karl Koch (Parfümerie Ludwig 1 Tn, H ' S ^ ^°- ' n Bodenbach a. d. E.). Eine Mischung aus ca. 10 Th. Pfefferminzöl. Tl. i Thymianöl, 1 Th. Pomeranzenschalenöl, 2 Th. Salpeterätherweingeist und 400 in - Weingeist. (Hager, Analyt.) * Wind- nnd Magentropfen, Dr. Hoffmann's in Brennporitschen, aus der Hand ^ 3 Apothekers Karl Potücek, besteht aus 3 Proc. Pfefferminzöl, Spuren Aether und 2 'Peteräther, grösseren Spuren Ipecaciianha und sehr kleiner Menge Opium neben An i°" Harz, bestehend aus Jalapenharz und Myrrhenharz. 17,5g 0,8 Mk. (Hager, Mercurialis. r . Mercurialin (Handbuch II, S. 451) fand Reichardt sowohl in Mercu- , ?*' perennis wie in M. cmnua, auch erkannte er darin eine dem Methylamin \ 2 'sN) gleiche elementare Zusammensetzung. Da diese Ammoniakbase aber von i Methylamin (wahrscheinlich wegen vorhandenen Gehaltes an Feuchtigkeit) g Gehende Eigenschaften zeigte, so hält sie REICHARDT für eine besondere Se und nennt sie Mercurialin. C. Faass und Kunst Schmidt stellten ■u -M. annua eine grössere Menge dieser liase dar und fanden, dass sie vom k .^"Methylamin in ihrer elementaren Zusammensetzung und nach ihren physi- ~ k( 'lien nmi chemischen Eigenschaften in keiner Weise abweiche, also beide m„ i 'dentisch seien. Das Methylamin stellten sie aus Coffein dar und ver- ""K'hte die k < ' :lH '" ls ^' """ utl dargestellte in Krystallen zu gewinnen, insofern sie ail . ase völlig anhydriach machten. Dieselben Chemiker fanden in M. annua da« ''"bedeutende Mengen Trimethylamin neben Ammoniafcsaken und vermuthen, der pt Dimethylamin in Spuren in dem Kraute vorhanden sein könne (Annal. Oeat l43 > 8l 73, Journ - d - Pharm - u - Cllem - 1879 s - 514 - Zeitschr. d. terr - Apotheker-Vereins 1878, 8. 524). Methylenum bichloratnm. dieses stellt rn^ ^ nä8 tueticum wird nach W. 11. Gukene in folgender Weise darge- f °fa "'"' ' < '" ,i ' 89 ' ,S- 1077 )- In ei,ICT1 gläsernen Kolben giebt man Chloro- dü u ..'. We lches mit .seinem 2 -3-fachen Volumen absolutem Weingeist vergilt u-! 84 ' und Zinkmetall. Der Kolben ist mit Dampfleitungsrohr, welches cent rn !! zu halten ist, und mit Eingusstrichter versehen. Allmählich wird con- v 0 [[ , e Salzsäure (in ihrer Menge dem Zink entsprechend) hinzugesetzt und nach for m , ev Reaction destillirt. Das Destillat besteht aus Methylencblorid, Chloro- %env?i Wein gei8t. Das Destillat wird durch fractionirte Destillation vom Me- Brafle T orid gesondert, welches unter 50« übergeht. Das über diesem Warme- di ese ^ be i'destillirende wird wieder mit Zink und Salzsäure gehandelt Auf Meth^i ° können aus 100 Th. Chloroform 20 Th, «L Weä » können "aus" 100*Th.' Chloroform 20~ Tl.. Methylcnbichlorid oder da 8 /„' Cru '»lorid gewonnen werden. Durch Rectification bei 40 — 45 0. wird " Ul ' e Präparat gesammelt. 46' 724 Methylenum bichloratum. — Mezereum. — Millefoliuni. Methylenbichlorid ist vom Chloroform leicht zu unterscheiden denn ; Methylenbichlorid (Handelswaare) Spec. Gewicht 1,346—1,3604. Siedepunkt 40—41° C. Dampfdichte 42,5. Leicht entzündlich, mit stark russender Flamme brennend. Jodlösung ist der weingeistigen Jodlösung in der Färbe ähnlich. Geruch und Geschmack dem Chloroform ähnlich. In Wasser gegossen nicht lactescirend. Man hat eine Mischung aus 8 Vol.-Th. Chloroform und 1 Vol.-Th. absolutem Weingeist dem Methylenbichlorid substituirt, jedoch ist diese Fälschung leicht an der weisslichen Trübung zu erkennen, welche beim Mischen mit Wasser unte sanftem Schütteln eintritt. Chloroform (Handelswaare) 1,480—1,496. 60,8—63° C. 50,75 (H=l). Schwer entzündlich, nur mittelst Dochtes brennend. Jodlösung rothviolett. Geruch und Geschmack dem Methylenbichlorid ähnlich. In Wasser gegossen nicht lactescirend. Mezereum. Daphnin kommt die Formel C 31 H 31 0 19 + 4H 2 0 zn (Handb. II, S. 454). Es ist in Aether nicht löslich. Seine Lösung in Wasser wird durch Alka l goldgelb gefärbt. Mit kalter Salpetersäure giebt es eine rothe Mischung, m kochender geht es in Oxalsäure über. Durch Bleiacetat wird es nicht geta ^ Beim Kochen in verdünnten Säuren zerfällt dieses Glykosid in Zucker Daphnetin, welchem von Zwengeb die Formel C 19 H 14 0 9 , von Stünkel ah die Formel C 9 H 6 0 4 gegeben wurde. Emplastrum Mezerei cantharidatum, DßouoT'sches Pflaster, wird von . .V^er Dieteeich (ehem. Fabrik zu Helfenberg bei Dresden) von auffallend vorzügne und sehr lange Zeit hindurch conservirbarer Qualität (in Blechbüchsen) m Handel gebracht. Die im Handbuche d. pharm. Praxis unter Cantharides ang ^ gebene Vorschrift zur Darstellung d''eses Sparadraps liefert im Allgemeine»• ^ gutes Präparat, nur ist es von minderer Dauer, so dass man alle 8 »vo wenigstens die Darstellung repetiren muss. Ph. Centralh. 1881, S. 143. Millefolium. Achills Herba hae. Handb. II, S. 458. Das getrocknete Kraut von /*£ raU moschata, atrata, nana etc. wird unter dem Namen: Wild fr äul ein j (herbe de la dame des foretsj in den Apotheken gefordert. Die Speikwu ^ die Wurzel der AchiUea Clavennae DC. kauen die Bergbesteigenden z leichterung des Athmens. . 1 Fi Cttß U ,C ' Augenamnlete für Pferde sind kleine seidene SUckchen, circa f,o g^chen gefüllt mit dem Pulver von Kamillen, Schafgarbe etc. Es werden diese> • 0 in den Schopf- und Mähnenhaaren befestigt, und zwar als Sympatnetii- Augenkrankheiten. _ . . ver . Decoct der Franziskaner zu St. Mount. 420g einer mit etwas ^JJ^uwiel, setzten Abkochung von Schafgarbe, Tausendgüldenkraut, Angelica, J"" 1 " Enzian, SUssholz etc. (Wittstein, Analyt.) Morphin um. 725 Morphinum. Die Löslichkeit des Morphins (Morphinhydrat) in Chloroform mit verschiedenem Wcingeistgehalt hat van dee Bükg (Prof. zu Leyden) näher geprüft "nd fand er, dass 100 CC. weingeistfreies Chloroform 0,01 g Morphin, 100 CC. ^nloroform mit 1 Proc. Weingeist 0,05 g, mit 5 Proc. Weingeist 0,45 g, mit 12ft ^ em S e ' st 0> 9 & Morphin lösen, dass zur Lösung von 1 Th. Morphin Th. Chloroform mit einem Gehalt von 10 Proc. Weingeist erforderlich sind. b Anwendung. (Handb. II, S. 464.) Der öftere Gebrauch des Morphins, ost kleiner Gaben, soll bei manchen Personen einen papulösen Ausschlag mit gem Jucken verursachen. Dass eine solche Wirkung nur eine seltene ist gewöhnlich bei Personen, welche gleichzeitig viel Spirituosen oder Bier gemessen, vorkommt, dürfte die Erfahrung ergeben. Kleine Gaben Kaliumjodid beseitigen die Pusteln. ^ Das aequivalente Verhältniss unter den Morphinpräparaten ist: 1,0 Morphin = !>13 Acetat, = 1,25 Hydrochlorid oder Sulfat. Antidot des Morphins. Der Antagonismus von Morphin und Atropin ist cift *■ ' n der Praxis constatirt. Ein durch Atropinlösung aus Verseheu ver- etes Kind wurde z. B. durch zwei subcutane Injectionen von je 0,015 g r phin gerettet (Comegys). Eine Frau, welche eine tödtliche Dosis Atropin ommen hatte, wurde durch 0,06 g Morphin subcutan injicirt gerettet (Come- 60 '"'v, • Vergiftung durch 0,13 g Morphin auf subcutanem Wege bei einem J ^ ri gen Patienten wurde durch zweimalige Gaben von 0,0015 g Atropin völlig hatt 6n ^ ABT0N )- Eine Vergiftung bei einer Dame, welche 0,3 g Morphin injicirt z . , e ' w urde ebenfalls durch Atropin beseitigt. Die Vergiftung ergab einen "«Kerhaltigen Harn. buk i &m Manne, der 15 g Opiumtinktur verschluckt hatte, injicirte T. Davis leicht ■ 2 ; stündlich 0,0075 — 0,015 g Atropin, dennoch starb der Mann (vieler 1 1D ^°^ e der Atropinwirkung). In einem Falle einer Morphinvergiftung s «bc 6 V °" . Lewis anfangs 0,005, dann steigend bis auf 0,009 g Atropinsulfat Nac} Utan in J' c ' rt > so dass 0,076 g im Laufe von 6 Stunden verbraucht waren. i m y-^-stündigem Koma trat Genesung ein. In einem anderen Falle wurden erfol u *k emer Nacht sogar 0,1 g Atropinsulfat mit dem erwünschten Hoil- jecti SC -, 8ubcutan injicirt. Johnson wendete selbst 0,03 g Atropinsulfat als In- u nd d Und Analyse. Aus der Einwirkung des Kalium ferricyanids O x , e . r -^ etz kali lauge auf Morphin resultirt nach K. Polstorff's Untersuchungen yimor Phin (C 34 H 3r ,N 2 0 6 + 3H 2 0), wahrscheinlich nach der Gleichung 0x 2Cl7H ^N0 3 + 2KHO + K 2 Fe 3 ''XCN) 6 =2H 2 0+K,Fe 4 ^CN) 6 +}^^^ s 3 HKR e Ea'° rphin kr y stalli8irt mit 3H 2° und bildet mit Säuren Salze" Schützen- Morpij- h ^ xymor P mn ; entstanden aus der Einwirkung des Silbernitrits auf stand ' drocnlori< l> ist das vorerwähnte Oxydimorphin, wahrscheinlich ent- n ents Prechend der Gleichung: And . 2 C l7 H 19 N0 3 HCl+2N0 2 Ag=}^H;^ + 2AgCl + 2H 9 0. ßesuw ! 0n BRoockmann und Poi.stokff 1 gemachten Beobachtung reiht sich dag "an , T r Untersuchung derselben Chemiker in Betreff der Einwirkung des ■"hypermanganats auf Morphin. In diesem Falle entsteht nicht Oxy- sondern Oxydimorphin. Ueber die chemischen Veränderungen des ttorph; m. 726 Morphinum. Reactionen. Morphins hat Polstorff noch weitere Untersuchungen angestellt. Vergl. die bezüglichen Artikel in Bericht, d. d. ehem. Ges. 13. Jahrg. Archiv der Ph. 1880. Ueber das Verhalten des Morphins zu Kaliumferricyanid, die daraus hervorgehende Bildung von Oxydimorphin vergl. Ber. d. d. ehem. Ges. XIII, 8. 86, Arch. d. Ph. 1880 1. Hälfte S. 374. E. Grimaux entdeckte ein Verfahren, Morphin in Codein und in homologe Basen umzuwandeln (Cempt. rend. 92. S. 1140 etc.; Chem. Centralbl. 1881, Nr. 32). Peltagri's Morphinreaetion wird in folgender Weise ausgeführt. Man trocknet die Lösung des Morphins ein, nimmt den Verdampfungsnickstand mit conc. Salzsäure auf, fügt wenige Tropfen conc. Schwefelsäure hinzu und dampft abermals ein. Bei Gegenwart von Morphin bemerkt man an der Wand der Schale eine purpurrothe Färbung und nach Austreibung aller Salzsäure erscheint die rückständige Masse roth. Setzt man nun nach dem Erkalten wieder etwas conc. Salzsäure hinzu, und neutralisirt mit Natriumhydrat, oder Natriumdicarbonat, so entsteht eino violette Färbung, welche in Aether nicM übergeht. Jodhaltige Jodwasserstoffsäure führt das Violett in Grün über, welches Aether mit purpurroter Farbe aufnimmt. Diese Färbungen haben ihren Grün in dem durch Einwirkung der Salzsäure entstandenen Apomorphin. Code' verhält sich ähnlich, doch ist es in Aether löslich und dadurch vom Morphin * trennen. Bei der Neutralisation mit Natriumdicarbonat entsteht bei Code'in eine blaue, auf Zusatz der jodhaltigen Jodwasserstoftsäure eine rothe Färbung. (J° ul de Ph. et de Ch. 1877, pag. 348.) Jorissen's Morphinreaetion. Das Verfahren Jorissen's, selbst sein kleine Morphinmengen nachzuweisen, besteht darin, dass man die (von fremd 6 Körpern möglichst freie) Morphinlösung eintrocknet, mit einigen Tropfen cor) ■ Schwefelsäure versetzt und auf dem Dampfapparato erhitzt. Der Flüssigkeit Wi nun ein kleiner Krystall Ferrosulfats zugesetzt, dieser mit dem Glasstabe zerdrüc und dann wird noch eine Minute hindurch erhitzt. In 2—3 CC. Aetzammonflüssio keit, welche sich in einem weissen porzellanenen Schälchen befindet, lässt man ' schwefelsaure Morphinlösung cinfliessen, welche sich am Grunde sammelt, scheint die Berührungsfläche roth, am Rande in Violett übergehend, während Ammonschicht eine blaue Farbe annimmt, und ist nach dem Umrühren Mischung blau, so war Morphin gegenwärtig. Die Reaction resultirte selbst 0,0006 g Morphin und Prof. Donny erlangte sie sogar bei 0,000006 g Morph' • Codein giebt diese Farbenreaction nicht. „q Eine andere Reaction, wie Jorissen angiebt (Journ. de Ph. d'Anvers 1 ' pag. 48, Rep. de Pharm. 1880, S. 158) ist folgende. Die eingetrocknete ^ phinlösung wird mit wenig conc. Schwefelsäure aufgenommen, im Oelbade bis 190—200° C. erhitzt, bis sie eine schwarzgrüne Masse darstellt, und nun trol '^ rt ■weise in 10 CC. dest. Wasser gegossen. Bei Gegenwart von Morphin res fl eine blaue Flüssigkeit. Schüttelt man einen Theil dieser blauen FlüBBigkßj* Aether, so färbt sich dieser purpurroth. Wird ein anderer Theil mit C ..^ form geschüttelt, so färbt sich dieses blau, bei sehr wenig Morphin aber grün Diese Reaction soll noch 0,0004g Morphin anzeigen, aber auch mit Codein langt werden können. ^j. Tattersall's Morphinreaetion. Wenn man Morphin mit conc. Seh* _^ t säure aufnimmt und dazu einen Krystall des Natriumarseniats (Na a As0 3 ) S _ und mischt, so erfolgt erst eine schmutzig violette, dann dunkel meergrüne t^ bung. Hierauf treten Dämpfe auf und die Mischung scheint nun vorüberge dunkelgrau (Chem. News. 1880, S. 63). . lneter- Morphin und Salpetersäure. Wird Morphin mit concentrirter ba p ^ säure gemischt, so erfolgt eine blutrothe Färbung. Es giebt zwar noch me Morphinum. 727 Alkalo'ide (Brucin, unreines Strychnin) und Substanzen, welche von conc. Salpetersaure mit rother Farbe gelöst werden, dennoch ist diese Reaction oft noch heranzuziehen, wo in Betreff der Bestimmung Zweifel vorliegen. Im Handbuche hat lese Reaction keine Erwähnung gefunden. Selmi machte vor mehreren Jahren auf die Schwierigkeit des Nachweises Weiner Mengen Morphins in Gehirn und Leber der Menschen aufmerksam, weil eide Organe ein Alkalo'id in geringer Menge enthalten, welches Reactionen giebt, je eine Verwechselung mit Morphin zulassen. Es ist z. B. unlöslich in Aether, oslich in Amylalkol, giebt mit Ferrichlorid eine bläuliche Färbung, wirkt auf odsäure reducirend, ist aber ohne giftige Wirkung. Ein ähnliches Alkalo'id fand EL M in den noch grünen Fruchtkapseln des Papaver Rhoeas. (Acten d. Acad. z> Bologna Vol. VI. — Jahresb. von Dragendorff, Jahrg. 11, 1876, S. 629.) Das Morphin, innerlich und subcutan eingeführt, erleidet meist eine Zersetzung ncl kommt nur in besonderen Fällen unverändert zur Ausscheidung. Daher ist s nicht immer, selbst nach Einführung starker Tagesgaben (bis zu lg), im Warne anzutreffen (Hager). E. Vogt hat ähnliche Erfahrungen gemacht und ach Einführung grosser Gaben im Harne oft kein Morphin, dagegen nach kleinen aben bisweilen Morphin angetroffen, dagegen soll es mit den Faeces abgeschieden erden. Bei Vergiftungen mit Morphin wäre also dieses Alkaloid auch in den *aece S aufzusuchen (Arch. d. Ph. 1880, 2. Hälfte S. 119). E. Landsberg hat a cb den Veränderungen des Morphins im thierischen Körper geforscht und ge- en, dass es theilweise resorbirt und zersetzt, theilweise den Darmkanal durch- luert und mit den Faeces, auf dem Harnwege aber mitunter in minimalen Puren entleert wird. Nur wenn das Vermögen des Blutes, das in die Blutbahn «gegangene Morphin zu zersetzen, völlig erschöpft ist, geht ein etwaiger Mor- P&mttberschuss in den Harn über (Pflügger's Archiv 1880, S. 413 u. f.). b h t ^ em Morphin, welches mit Amylalkohol extrahirt wurde, physiologisch , u s der Bestimmung zu experimentiren, ist nach Bergeron und L'Hote nicht S ,„""" 1 '' c ' 1 ) w eil Amylalkohol Morphinwirkungen äussert (Compt. rend. 91, °- d »0 etc.). > Pulvis antihemicranicus Imperialis. * S^ini sulfurici 1,5 Acidi tartarici ana 1,0 «lorphmi puri 0,05 M f bacc iari a ibi i 0 ,0. Vmque (5) Divide in P artes ae 4 uales zu n eb m Moigei18 und Abends ein Pulver Mittel t n ' ( Bei Migräne ein sicheres d °3is hin Nothfill le kann die Morphines NpK ^ estei gert werden, ohne dass tterkhar" wl !' kun S en dersolben sich be- aösrpn \ machon - Schwächliche Personen in zwti "pu rhalb eine r Stunde ein Pulver 01 i heile getheilt nehmen. Kaffee- aufguss ohne Milch ist das geeigneteste Mittel zum Einnehmen dieser Pulver.) W M (2) Bacillula Morphin! morphinismaticorum. Morphini puri 2,5 (—3,0—3,5-4,0— 5,0) Tragacanthae 1,5 Sacchari albi 35,0 Ligni Santali rubri 1,0 Glycerinae 5,0 Aquae destillatae 3,0. Fiant bacillula centum. Cassia cin- tiamomea pulverata conspergantur. Sin- gula contineant 0,025 (—0,03—0,035— 0,04—0,05) Morphini. Aconitin Analyt.) Unij ^^«koHkmittel, Kreplin'b, Mittel gegen Kolik der Pferde, ist eine ()r Pmn enthaltende Flüssigkeit in homöopathischer Form. (Hager, An eine ^J^ehmittel des Dr. Hufnagel, ein Fabrikat des E. Kreplin in Lehrte ist gehalt ^L 08 ®^^ 6 spirituöse Flüssigkeit im Gewichte von 8g mit einem Morphin- _ spirituöse Flüssigkeit .. von 0,008 g. (0,30 Mk.) (Hager, Analyt.) 728 Morphinum acetic. — citric. — hydrocyan. — tartaric. Morphinum aceticum. Ag. Belohoubek erwähnt (Rundschau 1880, S. 409; Chemiker-Zeitung 1880, S. 539) das Vorkommen des Morphinacetats in grösseren und kleineren Krystallen, so dass wie beim Hydrochlorid ein schwereres und ein leichteres voluminöses Präparat existire. Beide Formen traf er in Mischung an. Unter dem Mikroskop erkannte er durchsichtige kleine, fein nadeiförmige und undurchsichtige, zu weissen Knäueln gehäufte Krystalle. Die letzteren waren wahrscheinlich durch Erwärmen getrocknete Krystalle, welche Spuren Essigsäure eingebüsst hatten. Folgende Morphinsalze sind in neuerer Zeit empfohlen worden: f f Morphinum citricnm, Morphincitrat wurde von FßONMiir,r,ER empfohlen- Seine Darstellung ex tempore besteht darin, dass man zur Erlangung eines Gramms 0,65 krystallisirtes Morphin mit 0,4 Citronensäure mischt und mit 5 Tropfen Wasser zerreibt. Es ist dieses Salz bisher nicht in den Gebrauch gekommen. ■J f Morphinum hydrocyanicum, Morphinhydrocyanat, Morphinhydrocyanifl. blausanres Morphin ist schwer herzustellen, weil es Blausäure abdunstet. U m ° m Gramm ex tempore darzustellen, werden 0,8 krystall. Morphin zerrieben und nn* 19,2 Aqua Amygdalarum amararum durchschüttelt, wenn nöthig anter Erwärmen. 20g dieser Lösung enthalten also lg Morphinhydrocyanid (quantitativ entsprechen« lg des Hydrochlorids). Dieses Salz ist nicht in den Gebrauch gekommen. f "f Morphinum tartaricum, Morphintartrat, vveinsanres Morphin (2C 17 lli'.i N0 3 ,C 1 HO (i + 3II 2 0=774). Darstellung. 20 Th. krystallisirtes Morphin und 5 Th. reine trockn 0 Weinsäure werden zu einem feinen Pulver gemischt, dann mit 12,5 Wasser angefeuchtet und nach mehrstündigem Stellen bei sehr gelinder Wärm soweit eingetrocknet, dass der Rückstand 25,7 — 25,8 Th. beträgt. Das angefeuchtete Pulver geht unter Krystallbildung sofort in die Tartratverbindung über. Würde man die Masse mit Weingeist übergiessen und behandeln, so erhält m ein Salz ohne Krystallwasser. Zur Darstellung ex tempore genügt die Mischung von 0,78 kryst. Morphin und 0,15 gepulverter Weinsäure um 1,0 Morphintartra zu erlangen. Eigenschaften. Das neutrale Morphintartrat bildet wie vorstehend darg stellt ein sehr weisses krystalliniscb.es Pulver von schwach saurer Reaction, lieh in 22 Th. Wasser, 150 Th. 90-proe. Weingeist, fast unlöslich in waSS ° n freiem Weingeist, Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff. Das durch EindampK^ der wässrigen Lösung dargestellte amorphe Salz geht unter Umständen m krystallinische Form über, lange nadeiförmige Krystalle bildend. Aufbewahrung. Morphintartrat zählt zu den Giften und ist in einem verschlossenen Schranke neben Atropin, Strychnin etc. aufzubewahren. Die ^ run ^ warum Ph. Germ. Morphin und seine Salze nur den abgesondert aufzubewahren oder den starkwirkenden Arzneikörpern zuzählt, sind im Handbuch II, s - angedeutet. Anwendung. Von Erskine Stuart und Englischen Aerzten ist das °^ phintartrat in Stelle der schwerlöslicheren Morphinsalze zu subcutanen Injec i empfohlen worden. Es soll ohne jede örtlich' irritirende Wirkung sein, sich ^ in wässriger Lösung sehr gut conserviren, dass es einen Vorzug vor dem phindyrhochlorid haben könne, muss jedoch bezweifelt werden. D em Ac Morphinum aceticum. — Morphinum hydrochloricum. 729 lesem unbeständigen und in seiner wässrigcn Lösung wenig dauernden Morphin- a z e sollte es vorgezogen und von den Pharmakopoen in Stelle des Acetats recipirt (!) Mixtura autlphthisica Barruel ' Y Liquoris coriarli inspissati 12,0 Solv?-n PhiDi aCetid °' L Syrupi Violarura 30,0 kyrupi Diacodü 50,0. , , • 8. Täglich einen Theelöffel zu Art, en fe e g e n l'hthisis und Leiden der T^mungsorgane. Liq. coriarius ist die Thipf,, e ' welche nach dorn Gerben der Mii'i . ■ zurückbleibt und reich an ■"«nsaure ist). v«) Guttue antitromlcae Albers. 8ol»?° rpllinl a °etici 0,25. '"VC in A D. g Aceti puri 5,0 if l' l;| o destillatae 80,0. tmh A b( '"ds 10 Tropfen (bei llypo- "»Mnaais tremulans senilis). (3) Liquor Morphin! acetici Pharmacopoeae Briticae, SoW°I phini acetici 0,25. '»Ve in Aceti Puri 0,5 Spiritus Vini 5,0 Aquae destillatae 20,0. S. suo nomine. Singula grammata con- tineant centigramma unum Morphini acetici. Diese Vorschrift entspricht unseren Verhältnissen, denn Ph. Brit. giebt an: Morphinaeetat 4 grains, Essig 8 Minims, Spiritus 2 Fluiddrachms., Wasser 6 Fluid- drachms. (4) Tinctura hypnotica potatoruui (Graves). Vf Morphini acetici 0,2 Acidi muriatici 1,0 Tincturae Gentianae Tincturae amarae Tincturae Quassiae Tincturae Gallarum ana 25,0. M. D. S. Mehrmals täglich einen Theelöffel (bei Schlaflosigkeit, agrypnia, und Dyspepsie der Säufer. 1 Theelöffel enthält, 0,005 Morphinaeetat. Nach einer anderen Vorschrift besteht die Mischung aus 0,1 Morph, acet., Tinct. Gent., — Co- lombo, — Quassiae, — cort. Quercus ana 25,0). Morphinum hydrochloricum. \\7y rf , a ? Morphinhydrochlorid kommt jetzt häufig in Form kleiner leichter lockerer Arzn \' ln - C ^ en ^ an ^ eh In Florida müssen gesetzlich alle Morphin enthaltende en in karmoisinrothes Papier eingewickelt abgegeben werden. Tausc en ? chaften (Handb. II, S. 471). Das Morphinhydrochlorid soll nach bränn au ^ 130° C. erhitzt sein Krystallwasser ( verlieren, ohne sich zu Sc haff i • ° ^ r * u nung soll Verunreinigungen, wahrscheinlich harziger Be- °bacht t anze '8 en und beim Erhitzen des käuflichen Salzes nicht selten bebe! 90 W01 ' den> Das krystallisirte Salz verliert das Krystallwasser auch schon big «i 100° c., und es ist nicht ungewöhnlich, dass seine wässrige Lösung fii r ^- "0 C. erwärmt schwach gelblich oder bräunlich wird. Eine Erklärung Wasse^ 6 Er8cnei 'nnng kann nach Hagee's Ansicht in der Beschaffenheit des aile t s ' „ 8e ^ st des btedestillirten Wassers gesucht werden, denn auch das mit au f lOoo'r gerein 'S te Salz in wässriger Lösung unterliegt beim Erhitzen bis ■ööVlipk . dieser geringen Bräunung. Ein Erhitzen des Salzes über 60° C. sollte gü gst vermieden werde,,. Da s „ p 6 . olutlon des Salzes in Kirschlorbeerwasser soll besonders dauerhaft sein. dauern n e ' Sn . etste Wasser zu Lösungen des Morphinhydrochlorids, welches eine is t rem?' n" geschlossenen Flaschen sogar unendlich dauerhafte Lösung giebt, '«Ines Se,hr,„ D .„„____ ™__ *_.__, „ 6 ., „_v_.. „„VH in reine Tnnfo „;„ Kedr ückt neewasser. Der frisch gefallene Schnee wird in reine Töpfe ein- der s c u U " d (liosc bedeckt in e1 nen Raum von mittlerer Temperatur gestellt, nee also nicht durch künstliche Wärme geschmolzen. 730 Morplrinum hytlrochloricum. Der in dieser Weise flüssig gewordene Schnee wird filtrirt und in ge* schlossenen Flaschen aufbewahrt. Mehrere 5-proc. Morphinhydrochloridlösungen mit Schneewasser haben sich im Verlaufe von 9 Monaten nicht im Geringsten verändert.*) Madsen machte (Ny pharm. Tid., Jahrg. 9, S. 390) darauf aufmerksam, dass man im Handel zuweilen ein sauer reagirendes Salz antreffe, welches bei subcutaner Anwendung Schmerzen verursache, dass sich aber dieser Uebelstand durch eine genügende Menge Natriumhydrat beseitigen lasse. Ein sauer reagirendes Morphinhydrochlorid, ein Salz mit mechanisch anhängender Salzsäure, dürfte wohl bei uns in Deutschland selten vorkommen, wenigstens vermochte Hager seit October 1877 unter 11 Salzen, zu verschiedenen Zeiten aus Dresden und Berlin bezogen, kein einziges mit saurer Reaction anzutreffen. Andererseits äussert eine 0,1-proc. Salzsäure subcutan injicirt keine irritirende Wirkung und bei einem sauer reagirenden Morphinhydrochloride dürfte die Lösung desselben nie einer 0,lproc. Salzsäure entsprechen. Die Entsäuerung des Morphinliydrochlorids lässt sich einfach dadurch erreichen, dass man das Salz in flacher Schale ausbreitet mit Fliesspapier bedeeK und mehrere Tage bei mittlerer Temperatur beiseite stellt. Die freie Salzsäure dampft theils freiwillig ab, theils wird sie durch das in der Luft nie fehlende Ammon neutralisirt. Wäre der Gehalt an freier Säure so stark, dass der m 1 Aetzammon genässte und genäherte Stab dicke Nebel herabfliessen lässt, so dürt zur Entsäuerung ein Umkrystallisiren nicht zu umgehen sein. Das Morphinhydrochlorid bildet verschieden grosse Krystalle. Das aus de kleineren Krystallen bestehende Salz nimmt fast ein doppelt so grosses Volume ein als das aus den grösseren Krystallen bestehende. Der Feuchtigkeitsgelia durch zwei Tage dauerndes Erwärmen bis zu 50—60° bestimmt betrug in ae leichten Salze 12,52, im schweren 12,5 Proc. (Hagek). Jetzt bringt man da Morphinhydrochlorid meist in kleinen leichten würfligen Blöckchen in den Hau • Das wasserhaltige krystallisirte Salz ist in heissem Weingeist leicht löslio , geht aber in dieser Lösung in den wasserfreien Zustand über und scheide wasserfreien Krystallen aus, welche in wasserfreiem Weingeist nur in Spuren lieh sind. Aehnliche wasserfreie Krystalle entstehen unter denselben Verhältnis auch bei anderen Morphinsalzen z. B. dem Morphintartrat (0. Hesse, HA Chem. Centralbl. 1881, S. 296. Pharm. Centralh. 1880, S. 228). Prüfung (Handb. II, S. 471). Das Morphinhydrochlorid darf höchstens Spure» Ammon enthalten, d. h. die Reaction auf Ammon mit dem mit 12,5-proc säure benetzten Glasstabe darf bei einer Mischung von 0,1 des Salzes mi K ammonfreien Wassers nach dem Zusätze von circa 1,0 Natronlauge nicht sichtlich oder deutlich zu erkennen sein. Enfernte Spuren Ammon fehlen ^ Einen Gehalt an freier Salzsäure erkennt man beim Nähern eines mit Am genässten Glasstabes in die Oeffnung des Standgefasses des Morphinsalzes, solches saures Salz ist nicht zulässig. ^ 4 Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt gewöhnlich 12,5—13,5 Proc. Ueber kn " an g darf er nicht hinausgehen. Die Bestimmung des Wassergehaltes, die Austroo ^ geschieht in der Wärme des Wasserbades. Nach der Berechnung betrag Wassergehalt 14,38 Proc. Es existirt auch ein krystallisirtes wasserfreies ^ drochlorid, welches nicht officinell ist, andererseits ist eine Beschwerung Wasser nicht erkennbar und nur durch Anwendung von Wärme zu ertor "" Sehne 6 ' *) Für die Darstellung der Lösung für subcutane Injectionen sollte man ^j, wasser sammeln und zwar entfernt von Bauchfängen und Wohnstätten aisu dem Fallen des Schnees, ehe dieser durch Rauch und Staub verunreinigt wu Morphinem hydiochloric. Morph, hydrobromic. 731 Die Prüfung auf Abwesenheit von Stoffen, welche nicht Wasser und Morphin- ydrochlorid sind, welche von Tausch zu den Weichharzen, von Anderen zu den xtractivstoffen gezählt werden, besteht darin, circa 0,05 des Salzes in 5 CO. -proc. Aetzaramon unter Schütteln zu lösen. Die Lösung muss farblos sein, ,.j sollte eine nur sehr schwach blassgelbliche Lösung das Salz nicht verwerfen machen. Vergl. auch Zeitschr. d. Oesterr. Ap.-Ver. 1880 Nr. 5 u. 6. , ff Morphinnm hydrobromicum, komwasscrstoffsaurcs Morphin, Morphin- «ydrobroinat, Morphinhydrobromid (C„H 19 N0 3 BrIl+2H 2 0=384). Darstellung. Entweder wird Morphin in reiner wässriger Bromwasserstoff- •re unter gelindem Erwärmen gelöst, die durch Glaswolle filtrirte Lösung durch «Mampfen und Beiscitestellen in Krystalle übergeführt oder 10,0 Morphinsulfat a 3,2 Kaliumbromid werden zu einem Pulver gemischt, dann mit 15,0 asser übergössen und bis fast zur Trockne eingedampft oder so lange 5 Mischung eine feuchte krümliche Masse darstellt, wird warmem lange erwärmt, Nach dem Erkalten _ sie zu Pulver zerrieben und mit absolutem Weingeist bei 40—50° C. ex- anirt. Von der weingeistigon Lösung wird der Weingeist in der Wärme des „ J^bades abdestillirt, der Rückstand in 15,0 heissem dcstill. Wasser gelöst ' m flacher Sehale mit ebenem Boden zur Krystallisation beiseite gestellt. Die ystalle werden dann auf den Rand der Schale geschoben und die Mutterlauge 8t . lß —20° C. der Verdunstung überlassen, so dass die ganze Lösung in Kry- • "e übergeht. Ausbeute wenig mehr denn 10,0. bils ? ensc haften. Das Morphinhydrobromid krystallisirt in langen nadelförmigen, cielig gruppirten, farblosen Krystallen, welche in 11 Th. kaltem, in gleichviel ' 8em Wasser, in 50 Th. kaltem, in 10 Th. heissem Weingeist löslich sind. Autbewahrung, wie vom Morphinhydrochlorid angegeben ist. Rein en ^ un 9- Morphinhydrobromid soll noch einmal so wirksam als das Sulfat lind a vere i n 'St in sich die sedativen Wirkungen des Broms und die schmerz- a [ 1 ™6n des Morphins, soll auch weniger unangenehme Nebenwirkungen äussern gute & tjt ^ or P n insalze. Bei irritativen Leiden der Wirbelsäule soll es besonders " Wir kungen änssern. (Americ. Journ. of Pharm. 1880, S. 275.) A, 4lo^ nor Mor P ni " i hydrochlorici rum s. Pharmacopoeae Briticae. Sol v ^ r n Phini Mrochloriol 0,25. Snl ä i l hyclrocn,OT ciO ) l ,intus Vini 5,0 S. 8 u 0 q " ae destilUtae 20,0. neant p min . e - Singula grammata conti- drochl 0 .? n . tl & ramm <» unum Morphini hy- =«lbenOn r80 « r i ft der ph - Bl-it ?* ebt o Wundflache zu streuen (Dieses Pulver wurde bei Carcinoma, Sarcoma und sonstigen bösartigen Neubildungen und so dien ntheromatösen Qesohwttlsten etc. als schmerzlinderndes und desinficirendes Mittel empfohlen) 732 Morphinum hydrochloricum, — Morphinum sulfuricum. (5) Pulvis errhinus antineuralgicus. ijc Morphin! hydrochlorici 0,1 Sacchari lactis 2,0 Benzoes 1,0 Rhizomatis Iridis Florentinae 2,0. M. f. pulvis. Divide in partes aequales decem (10). D. S. Den Tag über 2—3—4 Pulver «ufzuschnupfen. (6) Suppositoria Morphini Pha macopoeae Briticae. Morphin suppo- sitories. IV Morphini hydrochlorici 0,33 Adipis (benzoati) 3,5. Optime contrita misce cum Cerae albae 1,0 Olei Cacao 5,0 antea leni calore liquatis. Fiant suppositoria decem (10). leni calore liquata. Massam usque ad refrigerationem agita, tum in suppositoria decem (10) redige. Lycopodio conspersa dispensa. S. Täglich 1—2 mal ein Stück anzuwenden (1 Stück enthält 0,025 Morphinsalz/- (8) Syrupus boni Samai'itani. Sirop d'Homs. Sirop du Bon Samaritain. IV Morphini hydrochlorici 0,1. Solve in Syrupi Sacchari 95,0 Aquae Lauro-Cerasi 5,0. D. S. Täglich ein- bis dreimal 1-2 Theelöffel zu nehmen (für Erwachsene und Kinder über 6 Jahre bei Unwohlst", Husten und Leiden der Luftwege, Hiß" als krampf- und schmerzlinderndes Mittel;- (9) Syrupus Morphini Wunderlich. (7) Suppositoria Morphini hydrochlorici. IV Morphini hydrochlorici 0,25 Sacchari albi 0,5. In pulverem subtilissimum redactis ad- misce Cerae flavae 1,0 Olei Cacao 9,0 IV Morphini hydrochlorici 0,1. Solve in Aquae destillatae 25,0 Spiritus Vini 5,0 Syrupi Sacchari 50,0. D. S. Mehrmals täglich 1 Theelöffel (— circa 0,004 Morph, hydrochl.). Pills for the cough des Dr. Airy sind candirt und bestehen aus SternanW' extract mit circa 0,0001 Morphinhydrochlorid in jeder Pille. Schnupfpulver, in lieh aus 0,2 Morpl nitric. zusammengesetzt, er, in Frankreich und England gegen Schnupfen angepriesen, w* angeblich aus 0,2 Morphin, hydrochloric. ; 12,0 Gummi Arabic. und 36,0 Bismutn. au Morphinum sulfuricum. (1) Pllulae consopientes Green. IV Morphini sülfurici 0,25 Asne foetidae 5,0 Spiritus Vini Aquae destillatae ana q. s. M. Fiant pilulae quinquaginta (50). D. S. Den Tag über 1—2—4 Pillen zu nehmen (bei Schlaflosigkeit hysterischer oder nervöser Frauen). (2) Pulvis opiatus Tullt. Morphini sülfurici 0,1 Camphorae Eadicis Liquiritiae Calcariae. carbonicae ana 2,0. M. f. pulvis. (Dieses Pulver soll in Nord- viel im Gebrauch sein.) (3) Mixtura antispasmodica LeberT- IV Morphini sülfurici 0,1. Solve in Aquae Aurantii florum 4U,u . Aquae Amygdalarum amarum ". Spiritus aetherei 15,0. , j e s D. S. Halbstündlich wanrena r Krampfanfalles einen Theelöffel. k by . dem Einnehmen umzuschüttein. *» sterischen Krampf-Paroxysmen.J ^ A m uewurzneiKenöl: 50 g Aether-, og ™'"; 9 ji 3 g Amylnitrit; 2 g Morphinsulfat. Von diesem Mittel wird hoffentlich bei uu. fl Gebrauch gemacht worden, es ist nur angeführt, um zu zeigen, welone o* England patentirt werden können. Moschus. GazallenmoschuB. 733 Moschus. Den Moschusgeruch absorbirende Stoffe sind Fenchel, Seeale cornutum, üb ™ nsulfa t, säuerliche Fruchtsäfte, Gerbstoff enthaltende Substanzen. Es wird Stoff" 6 ™ d * e Resorption der riechenden Moschussubstanz durch die erwähnten nicht immer erreicht und es verhält sich eine Moschussorte von der an- aer en abweichend. Rrfi p 61 Pharmaci en Virlogeux hat (Rep. de Ph. 1880, pag. 389) die grosse zer"r 111 ^ gemacht, den Moschus mit gleichviel Zucker zu einem feinen Pulver Aufh n vorrat hig zu halten. Dieser in der Receptur sehr bequeme Modus der Com ew run & ist in Deutschland ein sehr alter und findet er schon in Hager's oen m p Dtar zu den Pharm. Nord-Deutsehlands 1855, Erwähnung. Virlogeux's Wäh findun S ha t auch im Arch. der Pharm. 1881, erste Hälfte S. 234 Er- jjj , Un S gefunden. Virlogeux nimmt nun zur Darstellung einer flüssigen Un f ur z - B- 2,0 des Moschus saccharatus, 0,05 Traganthpulver und emulgirt ' r Zusatz von Syrupus. gleich usessenz, Extrait de musc, eine Parfümsubstanz, ist eine durch Zerreiben ,. ler Theile Moschus und Potasche mit 45-proc. Weingeist dar- j?Ü t e Tinctur, welche im Liter das Lösliche von 5 g Moschus enthält. Der U ö j Uc kstand wird mit einem Liter 45-procentigem Weingeist ausgewaschen v er L as Filtrat zur Darstellung einer weiteren Portion dieser Moschusessenz 0 'Mtum Doreadis Africanae, Afrika-Moschus, Antilopemnoschns, Gazellen- ; die Afterexcremente der in Nord-Afrika einheimischen, in Herden die B Kll ^ belebenden Antilope Dorcas Linn., eines rehartigen Wiederkäuers. auf m ^ ßADrj , ein Arzt zu Algier, machte auf die Excremente dieses Thieres Sc hus J, Sam ' we ' cüe einen ebenso starken und einen gleichen Geruch wie Mo- W asse ,. en : Jac Q.uüme fand darin in Proc. 7 in Weingeist lösliche, 3,1 in Ve getaVr licl ' e Substanz > 26 v> unlösliche Mineralstoffe, 63,4 unlösliche Masse, theils cller Nahrung entstammend. Der in Weingeist lösliche Theil besteht säur en aU o ^ arz > theils aus einer der Benzoesäure ähnlilichen Säure, Gallen- w ird ' ^' en ^ ar bstoff etc. Diesem Harz gehört der Moschusgeruch an, es fß tten Oi V °. n ^ cnwe felkohlenstoff unter Veränderung des Geruches gelöst. In Ben ZO ji .. n ' st es nicht löslich, bei der trocknen Destillation giebt es einige 8er lö 8 l ,a i! re k rySta ^ e aU8 > welche sich in der Vorlage ansammeln. Der in Was- ^Iciumh ^ eil ent ' lält Ammonsalze, Ammon, Kochsalz, der unlösliche Theil v on n!? ^ xcr emente sind kugelig, etwas grösser als eine Erbse, im Gewichte Be ' 15gl ^*tract RTHERAUD empfiehlt zum arzneilichen Verbrauche die Tinctur und das W enn Und erzielte damit bei einer hysterischen Frau erfreuliche Heilresultate, sehr zll D K n auch die arzneilichen Wirkungen des Moschus und dieser Excremente Werth i Weifeln sind, so dürften letztere vielleicht als Parfümsubstanz einen nu beanspruchen. Myristica. Eine eingehende Beschreibung der Früchte und Samen verschiedener MJf' ristica-Avtm veröffentlichte J. Moeller, pharm. Centralh. 1880, Nr. 51. Das flüchtige Oel der Muscatnüsse besteht nach Schacht aus einem dem Terpenthinöle isomeren Kohlenwasserstoff und einem sauerstoffhaltigen Oele (Ma- c6n). Ersterer siedet bei 160°, letzteres bei 165° C. Myristin schmilzt bei 52° C., das fette Oel der Muskatnuss bei circa 32° C. Die Muskatnuss wird vom gewöhnlichen Volke gegen Durchfall und Wechselfieber gebraucht. Die Dosis sollte ein Drittel-Nuss nicht übersteigen, denS grössere Gaben haben oft giftige Wirkungen zur Folge. Von einigen Seiten wurden Vergiftungsfälle in Folge des Genusses von raen als 10g Muskatnuss berichtet. Die Vergiftungssymptome hatten viel Aehuhc keit mit denen nach starken Opiumgaben. In einem Falle hatte ein Mädcm? von 11 Jahren eine halbe Muskatnuss genossen und die Vcrgiftungssympw 01 waren dagegen mehr denen nach starken Dosen Belladonna ähnlich. Sämmtbc Fälle endeten nach Anwendung von Gegenmitteln mit Genesung. Gegcnnnt waren Kaffecaufguss, Ricinusöl, Terpenthinöl (?) (The Druggist's Circular an Chem. Gaz. 1879, S. 85). irJ Sanitäts-Rath Gaulke zu Insterburg berichtet einen Fall, in welchem e 1 Mann gegen Magenbeschwerden eine Muskatnuss in Pulver verwandelt einn»' ^ und nach einer Stunde Vergiftungs-Symptome eintraten. Bei freiem Senson beugte der Mann den Körper nach vorn, hielt den Mund weit geöffnet i machte gegen die Umstehenden Bewegungen, als ob er sie beissen wolle, j- phin und Senfpflaster beseitigten erst im Verlaufe von 24 Stunden diese &v J ^ thümlichen klonischen Krämpfe. Bei näherer Nachforschung ergab sieh, die Muskatnuss zur Hälfte mit einer braunen, bitterschmeckenden Masse zogen war. Gaulke vermuthete in diesem Ueberzuge den eingetrockneten Milchsaft einer [/pas-Species, vielleicht durch Zufall mit der Muscatnuss in Borübr' B gekommen. Prakt. Arzt 1880, Nr. 10. üeber die giftige Wirkung grosser t» ben Muscatnuss vergleiche man pharm. Centralhalle 1881, S. 32. nie Macis. Prüfung der Waare des Materialisten oder Kleinkaufmannes. Muscatblüthe, der Samcnmantcl der auf den Molukken einheimischen m indien eultivirten Myristica fragrans IIouttuyn, ist die beste und ofnci Waare, es kommen aber auch die Samenmantel anderer Myristicaarten in j ie Handel, welche nur weniger aromatisch sind, aber als Gewürz für die j, meist befriedigen. Mancher Waare fehlt das Gewürzhafte und muss sie ^ Geruch und Geschmack geprüft werden, in so fern sie in ihrer Form und < oft wenig von der besseren Waare abweicht. Da die Macis an der . S " ,lU Q C 0 [e. trocknet wird, so erleidet sie hierbei immer einen Verlust an flüehtigena ^ Dass die Materialwaarenhändler nur die officinelle Waare halten und ve ? y or _ sollen, ist durch kein Gesetz bestimmt, es kann also dem Verkäufer ke . m llsl]U l wurf gemacht werden, wenn er die geringere Waare seinem Kunden in die '^ 0 . giebt, der immer in der Lage ist, die erhaltene Waare nach Geruch un schmack selbst zu controliren. yon An die gepulverte Macis kann allerdings die Frage auf Beimischung . g Stoffen, welche nicht Macis sind (z. B. Curcumapulver), herantreten. V aS hwere r pulver ist röthlichgelb von dem Geschmacke und Gerüche der Macis und sc Wa8ger als Wasser, denn wenn man in einem Probircylinder das Pulver mit B j e eine Minute kräftig durchschüttelt, so sammelt es sich in der Ruhe am Myristica. Macis. 735 g ? . truDen Flüssigkeit und ungefähr der 50ste Theil bleibt suspendirt oder wimnit am Niveau der Wasserschicht. Aber auch dieser senkt sich bei sanf- i , " u Weln des Cylinders, so dass nur eine untere Pulverschicht und eine obere e > Unb edeutend gefärbte Wasserschicht resultiren. de ^ tar k e zellen sind nicht in der Macis vorhanden, diese enthält aber eine Stärkemehl verwandte, nicht in kaltem Wasser lösliche, beim Schütteln da- dieses trübe machende Substanz, welche sich mit Jodjodkalium oder Jodwasser elbraun färbt. Wenn man gepulverte Macis mit Wasser und mit etwas Jod- ^ alium schüttelt und dann der Ruhe überlässt, so beobachtet man eine dunkellas Une • u * versc hicht und eine ziemlich klare gelbe Wasserschicht, und in jener u , en sich ziemlich scharf einzelne braunschwarze Partikel neben hellfarbigen ist 61 e ^ en - Da diese mit Jod reagirende Substanz nicht in Wasser löslich 1 so hat sie auch keine Aehnlichkeit mit Dextrin, wie man früher glaubte. anf • Mln ent ' jäl,; Maois eine Substanz, welche viele Eigenschaften eines Fettes kei a'■ a ^ er nicht Fett, vielmehr ein eigentümliches Harz ist, denn sie giebt 8 j. e he, fe. Vielleicht enthält sie eine sehr geringe unwägbare Menge Fettsub- mit ä' tv, enn aUS ^ er m ^ Schwefelsäure sauer gemachten alkalischen Lösung konnte des A k C ' ne Seuche Substanz ausgeschüttelt werden, welche beim Verdunsten Aothers einige zarte fettartige Krystalle ergab. ^°r Aschengehalt beträgt 4,5—5,5 Proc. g u . er durch halbstündige Maceration in kaltem Wasser gewonnene Auf- Natr ' Seiblich gefärbt und giebt weder mit Gerbsäure noch mit Pikrinsäure, durcl m . na *> Perrichlorid, Mercurichlorid, Jodwasser, Reactionen, wird aber V er jj ,, loies sig stark getrübt, der Niederschlag ist jedoch nicht gefärbt. Dieses G em ; , (m Segen Reagentien ist ausreichend, fast jedes künstliche macisähnliche D re8( j°' . von dem echten Macispulver zu unterscheiden. Dr. E. Geissler in mit rn" übersendete dem Verf. ein im Handel bezogenes Artefact, bestehend aus solcl le fetti g gemachtem Curcumapulver mit einer Spur Macis. Dass also grobe Betrügereien vorkommen können, ergiebt dieses Beispiel. fflacis giebt an absoluten (98-proc.) Weingeist 36—38 Proc. Lösliches ab. ^ x tra "t ' erWe ' n £ e ' st '£° ^ U8zn 8 ist gclbroth. Dasätherweingeistige (Ergänj r °ffi cme l'en Waare, gewonnen nach der unter Cinnamomum geht ho" n iS; ^" 317 > 31 ^ angegebenen Methode, steigt bis zu 40 Proc. und Eine sehr geringe Sorte ergab 22 2 p nilttlei 'e>' Waare bis auf 30 Proc herab, > a "roc. ä es tellu ^' aUt A,1gabe auf 8 - 222 ,les Ergänzungsbandes, bei 20 «\viV.i,„ f cnw efelko hl en st offige Extract aus bester frische z wi Sc }] 25» c. darscher Waare variirt bei UoL. ° Proc '» aus alter Waare 30—35 Proc. Wird dieses Extract so veri; , 0. eingetrocknet, das in ihm enthaltene flüchtige Oel verdampft, 't es durchschnittlich '/.— V« seines Gewichts. io erl angten ^acis er' l h US aur °hschnittlich 1 /o— Vr» seines Gewichts. Eine sehr geringe Sorte b Dry i 24 >3 Proc. schwcfelkohlenstoffiges Extiact. FlOckiger und Han- be i lOOo anSt6n aus e,,lor g" tC11 Macis 32,8 Proc. ätherisches Extract, welches ein Qehalt aUSgetr0cinet sicn :lllf 24,S l>roc- redu cirte, so dass sich in der Macis auch dies m fl ttehtigem Oel zu 8,3 Proc. ergab. In dem Rückstande vermochten ext rahirt . harma kognosten keine Fettsubstanz aufzufinden. Mittelst Weingeistes dem ty a r Sle M Proc. nicht krystallisircnden Zucker (Glykose) und mit kochen- ,St ärk ß ! Ser endlich 1,8 Proc. einer Schleimsubstanz, welche mit Jod die r^aetion darbot. Die mi kroskopische Prüfung vergl. man S. 736 und 737. sta mm ! m ^ n Myristieae. Die beste und auch officinelle Sorte Muskatnuss ent- ae mselben Baume, welcher die officinelle Macis liefert, aber auch andere '7M Myristicä. Myristica-Arten liefern ähnliche Samen, welche aber minder aromatisch sind. Früher war nur der ganze Samen im Handel, und in der ordentlichen bürgerlichen Küche fehlte nie das kleine Reibeisen mit damit verbundenem Behälter für die Muscatnuss. Der Kaufmann war damals genöthigt nur eine gute Muskatnuss abzugeben und wagte er allenfalls bei den Landbewohnern die wurmfrassige und mit Mehlkleister ausgebesserte Waare an den Mann zu bringen. Heute kommen nun aber billige (lange) Muskatnüsse in den Handel und haben jene wurmfrassigen (Rompennüsse) verdrängt. Die ganze Waare zu beurtheilen ist dem Consumenten nicht schwer. Dass der Kaufmann zur Darstellung der gepulverten Muskatnüsse zuweilen nicht die beste und theuerste Waare, sondern geringwerthige oder ramponirte und zerfressene Samen verwendet, liegt auf der Hand. Man wird also von dieser gepulverten Waare nicht das verlangen können, was man von der pharmaceu- tischen Waare zu fordern berechtigt ist. Nur eine Beimischung von Substanzen, welche nicht den Muskatnüssen angehören, ist zu beanstanden un straffällig. Die Methode, die Keimfähigkeit der Muskatnüsse durch Einweichen in Kai*' wasser zu zerstören, scheint heute noch nicht verlassen zu sein, obgleich nia denselben Zweck durch Trocknen an der Sonne erreicht. Im ersteren Falle is ein grösserer Aschengehalt, welcher aus guter Waare 4,5—5 Proc. betrag; erklärlich und fand ihn Hager in einem solchen Falle zu 6,2 Proc. Das Pulver der guten Muskatnuss mit kaltem Wasser eine Minute stark % _ schüttelt, dann hin und wieder sanft gerüttelt, liefert in circa 15 Minuten d 1 ^ Schichten, eine untere Pulverschicht, eine mittlere trübe wenig gefärbte Wasse ^ Schicht und eine obere Pulverschicht, welche kaum J / 10 von der Höhe der un sten Schicht zeigt. Setzt man Jodjodkalium hinzu, so erhält man eine "U" olivengrüne Mischung. Der hier diese Färbung verursachende Stoff ist Stai mehl. Der kalte durch halbstündige Maceration gewonnene wässrige Aufgu-; verhält sich indifferent gegen Gerbsälire (wenigstens in den meisten Fällen), krinsäure, Ferrichlorid, Jodlösung» Mercurichlorid, giebt aber Bleiessig einen kaum gefärb »^ lockeren Niederschlag. jtfit Aufguss ist kaum gefärbt. Gerbsäure giebt der Aufguss o einen Waare keine, derjenige ein anderen Waare jedoch f 111 *^ geringe Trübung. Eine * ru jf durch Pinkrinsäure deutet beigemischtes Brotpulver, et>e eine sehr starke Trübung d« r Gerbsäure. . . „; D Zur weiteren Prüfung ist « Schwefelkohlenstoff^ .^ Extract herzustellen. D* 8 ' .„ telfeine Muskatmisspulver wir ^ einer Flasche mit circa der fachen Menge Schwefelkohlen*^ unter bisweiligem Schuttein 20» C) macerr, Fig. 94. Pulver dfr Macis und Mnsli.itnasse, circa 120mal rergrössert. Mac. = Macis Musk. N = Muskat-Nuss. a Zelle mit Krystall. Tag (bei circa dann in einen welcher mit einem Deplacircylin^ Bäuschchen Myristica. m ^ tttaSSfTi lB X S T hm , UDd hie1 ' mit demselben Lösungsmittel genü- ku «em H a ,S' Da f *' ltrat wd ln ein tarirtes Glaskölbchen (mit nicht zu ^efelSSÄliZLh"^ ^ nach ^^zten Wasserbade vom tr %t 30-12 p (dest,,hrend » befreit - Das schwefelkohlenstoffige Extract be- Äct ta ,', aUS emer Sehr guten Waare 8elbst 43 Proc Deses ™ Seh In! OS und' T hÖ ? , gelb Und ST* ES beSt6ht -fettem und * ar *ig krv 5 um 1,0 °' e ? Mac'i d r 8 U ' Lei Caocil _____________________ l £ CÄ» ,nnamomeae 5 >° 2,5 • yfecla| ai'um amararum aetherei Olei Citri 30,0 Spiritus Vini absolut] 50,0. M. S. Ol. aromat. comp. (Verkaufspreis für 5,0g 0,10 Mk.) (3) Pulvis arouiatisatns crustulariorum. Kuchengewürz. Wiirzpulver. Gewürz, der Kuchenbäcker. ty- Pulveris aromatici Seminis Myristicae ana 10,0 M.icidia 5,0 Sacchari albi 80,0 Amyli triticei 20,0 Olei Citri 7,5. . Fiat pulvis grossiusculus. Servetur in vitro a luce remoto, bene obturato. AI aus (H A -----------------„„„, „„..v, ---------------- }^ Ct ; ar omtticn Pl w!! E ^ S .*r® in / ar0matisirter Liqneur, entsprechend einer Mischung R > Analyt.) ' g «netura amara und zuckerhaltigem 40proc. Weingeist. ,>n a Von *ecfe elb Mn ^r^ii! W, "' d , ( ! beha , n Ptet, dieser Liqueur enthalte Drastica. Vielleicht 8 «ca r. P« «oit dem p/ ^°^ m m den "andel gekommen oder es lag eine Ver- ua cng ewip '" üNfl ei, sehen Benedictiner Liqueur vor, in welchem Dra ' rllMl " PraxU Suppl. 47 738 Myristica. — Myrrha. Vegetabilische Maiwuchs-Extract-Pomade von Ludwig Kooh, gegen das Ausfallen der Haare und das Ergrauen derselben, ist angeblich aus frischen Sprossen der Tanne, Kiefer und Fichte etc. bereitet. Eine grüne Muscatnussöl enthaltende Salbe- (Hagek, Analyt.) Myrrha. Ueber den botanischen Ursprung der Myrrhe ist man noch sehr im Zweifel nnd sollen die Forschungen Nees' und Berg's, so wie deren Abbildungen der Mutterpflanze gleichsam eine Verwirrung veranlasst haben, welche genügend &» sichten selbst Hanbury, Oliver, Hildebrandt, Henry Trimen und anderen Gelehrten nicht gelang. Der Letztgenannte glaubt, dass man Balsamodendron Myrrha als Mutterpflanze annehmen könne. Diese Pflanze sei ein 3 m none Strauch im Somalilande und an der Küste des rothen Meeres in Arabien zu Hau 3 • Näheres findet man hierüber in der Zeitschr. d. österr. Apoth.-Ver. 1879, Nr. 1 > S. 299 u. f. oder Pharm. .Tourn. and Transact. 1879, S. 803. Ueber die Myrrha als Handelswaare, die Behandlung und Sortirung derselbe finden sich nähere Angaben von Dymocic in Pharm. .Tourn. and Transact. be ' III, Vol. 6, Nr. 295 S. 661 und im Auszuge im Jahresbericht über die Fortschritte der Pharmakognosie etc. Jahrg. 11, 1876, S. 199 und ein Bericht Über die Untersuchungen der verschiedenen Sorten von Hirsch80HN im Jahresbenc etc. Jahrg. 12, 1877, 8. 168. In diesem Berichte wäre die Bemerkung v ^ Werth, dass Petroläther höchstens 6 Proc. aus der Myrrhe aufnehmen darf u der Petrolätherauszug farblos sein müsse. Nähme Petroläther mehr auf, wäre Petrolätherauszug gelblieh und lasse sich gleichzeitig in der Myrrhe Schwefelge nachweisen, so deute dies auf eine Beimengung von Bdellium Indioum ° Africanum. Der Petrolätherauszug aus guter Myrrhe abgedampft S\ eb L e) er Kückstand, welcher mit saurem Chloralhydrat (Chloralhydrat schwach mit vv a angefeuchtet und einen Tag der Luft ausgesetzt) sich violettroth färbt. _ . Dragendorff färbt sich Oleum Myrrhae mit jenem Chloralhydrat (im On%> ^ Chloraireagens genannt) violettroth, mit weingeistiger Salzsäure roth, mit o lösung kirschroth bis blutroth. . ; oe Eine Trübung des Aetherauszuges durch Weingeist deutet au Beimengung von Dammar oder Dammar-ähnlichen Harzen. , von Nach Berbera, einer kleinen Seestadt Aden gegenüber, wird die MyiT 6 ^ den Eingeborenen gebracht, um sie gegen Englische und Indische " a *£g cn iicb zutauschen. Die erste Sortirung geschieht zu Bombay, ist aber sehr ober "^je- und muss daher in Europa (in London) wiederholt werden. Wohl 1° -jsj aC li dene Harze sind der Myrrhe beigemischt, besonders sind es Bdelliumharze. ^ ^ Parker (Pharm. Journ. and Transact. 1879, S. 81) soll sich die Myrrhe weiche oder ölige und II. in trockne oder gummige schichten l:lSS . c . 0 Jj en eV Die weiche Myrrhe bildet unregehnäBBige rundliche Massen v ° rs " nage ls Grösse, ist auf dem Bruche matt, wachsartig, Leicht Eindrücke des Fing« ^„fig annehmend, dabei eine ölige Ausschwitzuni;- zeigend. Die Bruchfläcbe zo,g g tre jfcn weissliche Stellen, die an den kugeligen .Stücken in schmalen krumme 1 ! ^ auftreten, welche concentrisch nach der Seite hin, mit welcher die °""^r~ gell- Baume anhingen, verlaufen. Die Farbe variirt von Dunkelrothbraun ve r- gelbbraun. Einige Stücke sind fast farblos. Die blasseren Stücke und P 1 * te ,j. dienen den Vorzug, denn sie sind im Geruch und Geschmack am . durch- An einigen Stücken sollen sich auf der oft pulvrigen Oberfläche klei ^^ & sichtige harzige Thränen, verharzte Oelausschwitzungen, belinden. un ^ aer- Myrrhe lässt sich nicht in Pulver verwandeln, sondern liefert gestossen drückt eine fast schmierige Masse. Gummigehalt circa 40 Proc. Myrrha. 739 Die trockene Myrrhe ist selten kugelig, gewöhnlich unförmlich, auf dem /uche muschelig, glänzend, dem Drucke des Fingernagels widerstehend, gewöhn- ' ohne weisse Streifungen, auf der Aussenfläche ohne ölige Ausschwitzungen. eruch und Geschmack wie bei der weichen Myrrhe. Ihr Gummigehalt steigt bls ^ 75 Proc. Paekeb hält dafür, dass beide Arten Myrrhe derselben Pflanze entstammen n 'l vielleicht die Verschiedenheit beider Sorten in dem Alter der Mutterpflanze er der Jahreszeit, in welcher die Ausschwitzung stattfindet, zu suchen sei. a ss die weiche Myrrhe durch längere Einwirkung der Luft nicht austrocknet, giebt sich aus dem höheren Gummigehalt der trocknen Myrrhe, während durch yuation des flüchtigen Oels bei der weichen Myrrhe, in die trockne übergehend, r Harzgehalt auch ein grösserer werden müsste. Andererseits müsste in Folge . ,p us trocknung die Aussenschicht der nicht porösen Stücke eine härtere sein die innere; es zeigt aber die Consistenz der Stücke durch deren ganze Masse in a "kiohftnnigkeit, das kleine Myrrhenstück ist innen so weich oder hart wie n de r _äu SS e ron Schicht. Die fremdartigen Beimischungen sind nach Pabkeb: 1) Mattes Bdellium mattem ochergelbem muscheligem Bruche. Es ist hart und zerbrechlich, fast eH -U f • ° 8 Um * von bitterem, nicht saurem Geschmacke. Es bildet häufig grosse g 'Ptoidische Thränen mit grobkörniger Oberfläche. — 2) Afrikanisches nie- m ( von Balsamodendron Africanum) ist sehr hart, und die aussen we- mn ,S r pbkörnigen Thränen zeigen auf ihrer Oberfläche tiefe Querrisse, auf dem Sch ■ £ en Bruche einen bläulichen Schimmer und einen harzigen, röthlich durch- 3) ]>" en< * en Band. Es ist fast ohne Geruch und von schwach bitterem Geschmack. — ,.; ,88 abol, Bissa bol (Bahamod. luijalfj. Dieses ist identisch mit dem wohl- MAH' len ^ cn Bdellium oder Habak hadee Dv/mock's oder Myrrha Indica die i . 8 ' dieses Gummiharz ist der weichen Myrrha sehr ähnlich, nur liegen von . weissen Streifen oder Schichten auf der Bruchfläche quer, durchsetzt 2 W| - ? ckl gen, mit durchsichtigem rothbraunem Gummiharze ausgefüllten v ers l' 01 !'''"""'"• Der Geruch ist eigenthümlich und von dem der Myrrhe völlig i g { ,etl en, nach Dymock dem des Citronenzuckers ahnlich. Der Geschmack B. J 0 ^ 1 '* 1 '' schwach bitter. — 4) Indisches Bdellium (Balsamod. MuJeul, den N escen , s ) °^ er Googul bildet unregelmässige, dunkel rothbraune Massen, Der o a ^ e ' ein< ^ ru ek nicht annehmend, bedockt mit glänzenden Harzpünktchen. 5) W e [ Uc ''. ' B * cederartig, der Geschmack schwach scharf und nicht bitter. — eini'r.. 0 ' ec kendes Gummiharz ist dem Olibanum oder der Takaniahaka uend , as8e , n ähnlich, aussen pulvrig, blassgelb bis hellgelbbraun, durchschei- Verti f ^' e ^ vrr ' le bis durchsichtig. Die Bruchflächo ist wachsartig mit kleinen Bi nc ] Ull Sen, welche mit syrupdicken Oelharze gefüllt erscheinen. Es nimmt den kleben^ mit ^ em Fingernagel an, erweich! in der Hand gehalten und ist Btark bitt er ' a ® ernon ist kräftig aromatisch, der Geschmack nicht scharf und nicht -— g^ ' -^ether, Weingeist, Chloroform, Terpenthinöl lösen es nicht vollständig, harze ;V er / ,c hloses Gummiharz ist äusserlich dem wohlriechenden Gummi- ohti e ^""''ch, aber leicht zcrreiblich und durchsichtig, im Bruche faserig (streifig?), lose 8 p ueh untl fast ohne Geschmack. — 7) Mattes gesohmack- hart a ,f !" mi bil(let wenig durchscheinende unregelmässige Thränen, ist sehr 8 ) Bitt Bruche matt, fast färb-, geruch- und geschmacklos. — 1) f r es Gummi ist rothbraun bis farblos, etwas durchscheinend, geruchlos, tte r und scharf im Geschmack, ähnlich den Ammoniacum. - - 9) l 0) , |^ 1 u C - hti . gos Gummi ist dem Arabischen Gummi sehr ähnlich und Lra Msches Gu mmi. 47* 740 Myrrha. Bestandtheile der Myrrhe. Parker giebt als solche an: weiches und hartes Harz (22, 24 u. 5,56 Proc), lösliches und unlösliches Gummi (54, 38 u. 9,32 Proc), ätherisches Oel 2,0—3,5 Proc. An Gummi fand Parker in der Myrrhe Proc. 46,3, in der weichen Myrrhe 39,7, in der trocknen 75,0, im Bissabol 43,1, im wohlriechenden Gummiharze 42,4. Die Bestimmung geschah durch Extraction des Harzes mittelst absoluten Weingeistes und Austrocknung des Nichtgelösten. Brandes unterschied zwei Myrrhenharze, ein weiches riechendes und ein hartes geruchloses (Myrrhensäure), beide löslich m Weingeist, aber unlöslich in Aether. Nach Unverdorben ist das erstere Ü arz ein Gemisch von hartem Harze mit ätherischem Oele. Der Siedepunkt des Oeles liegt bei 266° C. und dieses ist daher schwer oder kaum vollständig durch Destillation abzusondern. Zur Prüfung der Myrrhe giebt Parker folgende Methode an. Man stellt eine Tinetur aus 1 Myrrhe und 6 Weingeist dar, tränkt damit weisses Fil tr,r ' papier, lässt dieses abtrocknen, wickelt es dann um einen mit Salpetersäure von 1,42 spec. Gewicht genässten Glasstab. Bei echter Myrrhe wird das Papier sofort tief gelbbraun und dann schwarz und der Rand des Papierstreifens ersehe' dunkelpurpurroth. Einige Tropfen der Tinetur eingetrocknet hinterlassen e' ne durchsichtigen Rückstand, die Tincturen der falschen Waare aber, Bissabol ii[l genommen, geben trübe Rückstände (Zeitschr. d. östorr. Ap.-Ver. 1879 Nr. f r Eine alte Prüfungsweise ist das Versetzen von 5 CC. der weingeistig 1 Myrrhentinctur mit 5—10 Tropfen rauchender Salpetersäure. Es erfolgt Bot eine rosafarbene, in dunkles Roth übergehende Trübung. Nach Rigtitni löst ei Ammonhydrochloridlösung die Myrrhe vollständig. Man soll 4 g der My". mit 4 g des Salmiaks in einem Mörser 15 Minuten hindurch zerreiben. » man dann nach und nach 60—100 Th. Wasser unter Reiben hinzu, so er *°"g schnell vollständige Lösung. Das spec. Gewicht soll zwischen 1,12 und 1» varüren. . r Diese Proben genügen zur Erkennung der Gegenwart der Myrrhe, a nicht zur Erkennung der Verfälschungen. In Pulverform vorliegende My prüft man wie oben angegeben im Aetherauszuge mit Weingeist. Die 1 wäre einzudampfen und der Rückstand mit Aether zu extrahiren. Der A mit Petroläther muss farblos sein und das davon gelöste darf das angeg Maass (6 Proc.) nicht tiberschreiten. Anwendung (Handb. II, 8. 489). von der Tinctura Myrrhae mehrmals 3—5—7—10 Tropfen zu geben. (1) Aqua gingivalis. Zahn- und Mundwasser, ty Aluminae sulfuricae crystallisatae 2,0. Solve in Aquae destülatae 250,0. Tum adde Tincturae Myrrhae 20,0 Tincturae Benzoes 30,0 Olei Menthae piperitae Olei Thymi ana guttas 10. Exacte conquassa, tum filtra. D. S. Zahn- und Mundwasser (1 Esslöffel voll mit einer halben lasse warmen Wassere zu verdünnen). Diese Mischung ist, unverdünnt brauchbar als Wundwasser, auch als Mundwasser bei scorbutischem Zahnfleisch, Geschwüren im Munde und Halse, Diphtheritis etc. Compardon empfiehlt gegen Ke " c '''! U L s täglich je nach dem Alter des & in (2) Liquor antiblennorrlioicn» injeetorius. ijc Tincturae Myrrhae Tincturae Benzoes ana 5,U Tincturae Opii simplicis 2 ,& Aluminae sulfuricae crystaM««- 1 Aquae destülatae 300,0. Mixta per horae quadrantem tum filtra. 9 __ 3 E99- D. S. 2—3 Esslöffel voll mit i .^ löffel warmem Wassers J6"*fuil4 ciren (in die Harnröhre, taglic» thl -j,). bei chronischer Blennorrhoe aei dwil9 ser Dieser Liquor ist auch als v !; usWa9 chei> zu Umschlägen oder zum J hh T schwer heilender Wunden brauchbar con Myn'ha, — Naphthalin». — Naphtholum. 741 Zim ^ g0n ti n e, soll eine Mischung aus Kalisalpeter, Pfefferminzwasser, Myrrhen- und ""nttinctur sein und als Mundwasser gebraucht werden. $Dur Je \? salemitaniscner Balsam von Antonio ist eine klare gelbe Flüssigkeit, welche „„„*" Myrrhe, Safran, Aloe, Curcuma, flüchtiges Oel. Aether und in der Hauptmenge verdünnten Weingeist enthält. Naphthalina. ^^ Naphthalin (oder auch Naphtalin, Handbuch II, S. 493) hat auch äie Sy- ,^™ e Naphthalen, Naphtylwasserstoff, Steinkohlentheerkampfer, >. f . Form el H 4 C 4 . C 2 .0 4 H 4 . Es findet sich in den Destillationsproducten leit " en Kohle, des Asphalts, der Erdöle etc. und entsteht beim Hindurch- en von Weingeist, Essigsäure, Kohlenwasserstoff-Verbindungen etc. durch glü- de ? , önren - Aus den Steinkohlentheerölen scheidet man es nach Absonderung V i kten üele und des Phenols durch Destillation ab. Das rohe Product krv . ?k Pressen, Auswaschen mit leichten pyrogenen Oelen, Weingeist, Um- den i '' S ' ren un d Sublimation gereinigt. In seinem chemischen Verhalten ist es du-.i Z °* se ' ir auni ' c h- Wie man aus Benzol Nitrobenzol und aus diesem narlt .duetion Anilin herstellen kann, so erlangt man aus Naphtalin Nitro- t talin und Naphtylamin. Die innerliche Dosis des Naphthalins steigerte Du- ^Qü 1Eß bis auf 2,0g. s j u "^hester-Gelb, Janne d'or, Tropaeolin, Martiusgclb (Binitronapbthol, Binitronaphtyl- '» Kosanaphthylamin sind Pigmente aus Naphthalin bereitet. (1 ) Püulae antarthriticae G. Simon. * Naphthalinae «adicis Liquiritiae pulveratao ana 8,0 Fiw £','''." öumml Arabici q. s. M H ucil ag ; ■ nant piloiae centum et vigint i ( 120 ). c Wni^ 3 ~I 3mal täglich 1—2 Stück (bei Äscher Gelenkgicht.) * ( 2 ) Sympus Naphthalinac. S»phthalinae 1,0 SPmtus Vini 15,0 (3) Unguenl um anteczeniaticuni, fy Naphthalinae 5,0 Acidi benzoiei Acidi borici ana 2,5. In pulverem tenerrimum redaeta misce cum Cerae flavae 10,0 Vaselinae 30,0 antea liquatis. Postremum immisce Baisami Peruviani 2,5 aoluta in Tincturae Benzoes 5,0. D. S. Zum Einreiben (der chronischen Eczemo, Lepra, Psoriasis, besonders bei Räude des Hausthiere). ü" --» »im j.o,U M. f i' Ipi »acchari 85,0. '■ s yiupu S . ^ ar boniair 0ar ? 0u " '' oi ( ' ( ' r Albocarbonbcleuchtung dient Naphtalin als Material zum I» , "es Leuchtgases, damit dieses mit hellerer Flamme brenne. aus Gvnamf e0tl0tt8 P nlTer » Max I'i;h:im:rich's (Plagwitz bei Leipzig), ist ein Gemisch siiur o undP V01 > verwittertem Aetzkalk / ln '%e und"» 165 " 6 " 1 Naphtalin (zu je 5 Proc.) versetzt. Dasselbe ist jedenfalls eine sie saure mwi ' verwittertem l l'Hlige "", Un «inem Naphtalin v '" n och w i weclirn ä8sige Oomposition zur Desinfeetion der Nachtstühle, doch würde wirksamer sein, wenn dor zerfallene Aetzkalk nur zu 10 Proc. vertreten wäre, "«geblic^ i8t !.! lie l Essentia contra tineasdlandb. II, S. 494). Ebenso ist Antipanin eine ähnliche Mischung. Neues Mottenpulver ist gepulvertes Naphtalin. Naphtholum. Das Hhtol von d e Phtholnm, üfaphtolimi, flaphtol, Naphtylalkohol, C l0 H 8 O oderC l0 H 7 .OH. .der Firma Hofmann & Schobtbnsack zu Ludwigshafen a. Rhein als 111 den Handel gebrachte Präparat ist das sogenannte Isonaphtol oder 742 Naphtholum. — Natrium. Natriumamalgam. /?-Naphtol in kleinen seidenglänzenden weisslichen oder röthlichgrauweissen Kry- stallblättchen. Es ist fast geruchlos, aber von bitterlich scharf brennendem Geschmack, schmilzt über dem Kochpunkte des Wassers, kocht bei 280—290° C. und beginnt bei dieser Temperatur zu Sublimiren. Es ist in allen Verhältnissen in Weingeist löslich, unbedeutend löslich in Wasser, aber leichter löslich in Aether, Chloroform, Salmiakgeist etc. In Benzol ist es schwerer löslich. Wird diese Lösung mit conc. Schwefelsäure sanft geschüttelt, so färbt sich die Säure gelb- Die weingeistige Lösung wirkt auf Silbernitratlösung reducirend. Die Reinheit ist genügend, wenn die Lösung in Aetzammon vollständig; dann wenig oder kaum gefärbt ist und das Naphtol auf Zusatz von Salzsäure schön weiss abscheidet. Anwendung. Naphtol gilt als Quintessenz des Theers, als Heilbestand- theil desselben. Prof. Kaposi hat, um die unangenehmen Nebenwirkungen des Theers zu vermeiden, mit dem Naphtol therapeutisch experimentirt und in der That in diesem Mittel einen vollen Ersatz des Theers frei von dessen widerwärtigen Eigenschaften und Wirkungen erkannt. Es hat sich besonders bei Scabies schnei und sicher wirksam erwiesen, so dass mit einer Naphtolsalbe die stinkende ™ ir '' KiNSON'sche Salbe (Handb. I, S. 280) in der dermatologischen Klinik zu Wien verdrängt werden konnte. Bei Psoriasis, Prurigo, Pityriasis versicolor, Eczema verschiedener Art wurden damit befriedigende Resultate erlangt. (2) Unguentum antipsoricum naphto- latum. Naphtolirte Krätzsalbe. ijc Benzoes subtilissime pulveratae Naphtoli ana 5,0 Acidi carbolici depurati 1,0 Spiritus Vini 10,0. , ta Conterendo in pulpam tonorrimam reau commisce cum Glycorolati amylacei 40,0. . _ D. S. Täglich zweimal die kratzig« Hautstellen zu boreiben. (1) Linimentum antipsoricum naphto- latum. y Naphtoli 5,0 Baisami Peruviani 2,5. Solve in Spiritus Vini Glycerinae ana 20,0 Olei Bergamottae 1,0. D. S. Zum Bestreichen der scabiösen Hautstellen (gegen Krätze, Räude, Flechten etc. Es genügt ein zweimaliges Be- reiben den Tag über). Natrium. Amalgama natrica (Handb. II, S. 499). Nach einer Mittheilung P RAP g ea . (Chem. News) ist die Darstellung leicht und gefahrlos, wenn man (in einem girglase) eine kleine Menge Paraffin in Fluss bringt, dazu ein von Steinol „ fältig abgetrocknetes Stück Natrium (1 Th.) wirft, dann das Reagirglas so ^ erhitzt, dass das unter dem geschmolzenen Paraffin sich ablagernde Natrium in fl kommt und nun reines Quecksilber (8—10 Th.) dazu giebt. Unter Bß]x . 0 zischendem Geräusch sieht man dann das Natrium mit dem Quecksilber zu ^ beim Abkühlen (je nach der Menge des angewandten Quecksilbers) steil[ flar tnol . seheinenden Amalgam sich verbinden, welches man schliesslich mit Pe tr0 von anhängendem Paraffin zu befreien hat. , „.. j; e Natriumamalgam wurde 1876 von E. W. Dawy in Stelle des Zinks » .^ Entwickelung von Arsenwasserstoff behufs Arsennachweises empfohlen, wei ^ Metalle höchst selten oder vielmehr fast nie mit Arsen verunreinigt sind. ^ tß Spielzeug: Mexicanische Irrlichter, wird Natrium benutzt. Dasselbe wegen seiner Gefährlichkeit verboten werden. Wassers Bei der Entwickelung von Wasserstoff durch Zersetzung dos ^ mit Natriummetall entstehen häufig Explosionen. Dieselben sollen nac Natrium. — Natrium chloratum. — Natrum. 743 «"leilung in den Ber. der ehem. Gesell, durch die Bildung eines Natriumhyper- yds hervorgerufen werden, welches soinen Sauerstoff sofort theilweise wieder gibt. Hierdurch entstehe eine explosive Mischung von Sauerstoff und Wasser- m > also Knallgas. Natrium chloratum. 100 !? triuni chloratum (Handb. II, S. 502) schmilzt zwischen 750 und 800° C. 100 -r e ' nes 60-proc. Weingeistes (0,914 spec. Gewicht) vermögen 6,6 Th., 5 5 Th verdunnten Weingeistes (69 proc. von 0,893 spec. Gewicht) bei 40° C. ' rf 1, Natriumchlorid zu lösen. In Salzsäure ist es nur wenig löslich. irlili '" ^ r ^geb wird eine gesättigte Kochsalzlösung als Bad des weiss- soll - D ^ en Eisens zum Stählen und Härten dieses Metalls empfohlen. Sie sich besser bewähren als Talg, Fett und Oel. 2000 ■ mar ' na ' Meerwasser, Seewasser für Aquarien ist eine Lösung von sulf reinem Kochsalz, 150g kryst. Magnesiumsulfat, 30g Kalium- Wa at u »d 250g kryst. Magnesiumchlorid in 100 (120) Liter Brunnen- in fl -Ser ' ^ acü einem Vorschlage in der Zeitschr. f. pop. Mikroskopie soll man Ulv ^ un & oim'ge Steine mit daran haftenden Seealgeu (besonders Meersalat, »ach ri^ 6 ^ 6n un< * ^ aun ^ as Ganze einige Wochen an einen kühlen Ort stellen, lieser Zeit das etwa abgedunstete Wasser aber ersetzen. Meer»' UU mar ' na aestuans s. carbonica s. Acido carbonico persatiata, Brause- •Dehn' iSS( " - ' ^ eorwasser mit Kohlensäure gesättigt wird weinglasweise behufs Verschon D ^- deS Stuhlganges gebraucht. Die Firma A. Parelius zu Christiania soll ex te 8et "* anren dieses Wasser in den Handel bringen. Zu seiner Darstellung aus irf Ulc ^>' e ^ man in eine Literflasche 40g einer grobpnlvrigen Salzmischung Bulf a t Kocll salz, 135g krystall. Magnesiumsulfat, 29g Kalium- n Uu l111 ^ 86g Natrium bicarbonat, dann 930g Brunnenwasser, giebt dazu u ! le11 ?0g verdünnter Schwefelsäure (1 : 5 Aq. oder 1,115 spec. Gew.) Obig« S , l' ess t mit einem Korke. Durch sanftes Schütteln wird Lösung erzielt. 1 Zumischung reicht gerade auf 10 Liter-Portionen aus. Gesteht*' re ^"*Seratorium Fiuzelbergianum, Finzelberg's Gefriersalz, Kühlsak Wutnchl 111 - JDr ° e " aus m, S e fäi ir 20 Calciumchlorid, 20 Magnesiumchlorid, 6 Na- 30o n °Z„' 13 Kaliumchlorid, 41 Wasser und dient zur Urzeugung von 15 bis ■*5—20o ^ e ' neni gleichen Vol. Schnee gemischt entsteht eine Kälte von Abktii.i m '* Schnee und zerstossenem Eise von — 5° gemischt erfolgt eine mun g bis unter -- 30° C. (Ind. Bl. 1881, Nr. 1.) Antiinc »e Anti imcrulion ist Kieseiguhr mit dem flüssigen getränkt, Natrum. Aet znat ° n V ' G "Tzkow in S. Francisco ist ein neues Verfahren der Darstellung der z uiuW Uge ver öffentlicht worden (Dingler's polyt. Journ. 236, S. i 48 ). iösune r 8U8 I>endirtem Calciumsulfit wird unter Agitation eine Natriumsulfat- ^Seben und die Reaction durch Einleiten von Schwefligsäure vervollständigt. 744 Natrum. Nati'um caust. Natrum aethylicum. Die Natriumbisulfitlösung wird filtrirt und mit Kalkmilch versetzt, woraus Natriumhydroxyd und Calciumsulfit resultiren sollen. Prüfung. In den flüssigen und selbst auch in den trocknen Aetzalkalien konnte Hager stets Spuren Ammon wahrnehmen. Da die Alkalien begierig Kohlensäure aus der atmosphärischen Luft aufnehmen, diese Kohlensäure zum grösseren Theile an Ammonium gebunden ist, so ist auch der Ammongehalt der Aetzalkalien erklärlich. Zum Nachweise grösserer Spuren Ammon in den Alkalilaugen wäre die Anwendung einer Salzsäure von 1,042 spec. Gewicht oder eines Gemisches der officinellen 25-proc. Salzsäure mit einem doppelten Volumen Wasser nothwendig. Eine stärkere Salzsäure würde auch die unvermeidlichen Ammonspuren erkennen lassen. Ed. Donath fand das käufliche Aetznatron Van ad in-haltig, welche Verunreinigung auch schon 1865 von Rammelsberg in einigen Sodarohlaugen naeü- gewiesen wurde. Zum Nachweise des Vanadins übersättigt man die Lauge rm Schwefelwasserstoff. Eine daraus resultirende kirschrothe Färbung zeigt Schwere - vanadin an. Als ein scharfes Reagens auf Aetzalkalien schlägt Bachmayer Tannin vor, dessen Lösung zuerst dunkelrothbraun dann schmutziggrün gefärbt wird. Liquor Natri canstici (Handb. II, S. 508). Zur Darstellung ex tempore löst man 40 Th. des Natrum causticum fusum (in baeillis) in 86,4 Th. »' * Die Lösung hat ser oder 50 Th. dieses Aetznatrons in 108 Th. Wasser, ein spec. Gewicht von 1,333. Liquor Natri canstici crudus, die Sodtlatg« der Wäscherinnen ist ein Maten» zu häufigen Vergiftungen, denn die Polizei in Deutschland hat es noch nie für nöthig gehalten, die Abgabe dieses Giftes in Töpfchen, Tassenköpfehcn u Trinkgläsern zu verbieten. Apotheker Kallbrunner machte in der RundscW den sehr trefflichen Vorschlag, dass die Aetzlaugen mit Lackmus schwach girt nur an die Wäscherinnen verkauft werden sollten, weil diese tärbu r> eine Verwechselung mit Getränken nicht zulasse und Lackmus dem Zwecke Verwendung der Lauge nicht entgegenstehe. Möchte doch das Gcsundhcits von diesem sehr praktischen Rathe Notiz nehmen und so und soviel Mensc vor Gesundheitsschädigung, ja selbst vor zu frühzeitigem Tode bewahren. •• i Natrum aethylienm, Natrum acthylatum, Natrium-Äcthylat, Natriumalkoltola (C 2 H 5 NaO-f3C 2 H 6 0=206, eingetrocknet C 2 lL,NaO = 68). Darstellung. In einen Glaskolben giebt man 100g absoluten ^. e ^^ CI1 . und dazu nach und nach circa 12 Th. Natriummetall in erbsen- bis bo , grossen Stücken. Das Natrium löst sich unter Wasserstoffentwickelung starker Erhitzung auf. Wenn man 2 — 3 Natriumstückchen eingetragen verschliesst man den Kolben mit einem Kork, in welchen ein 20—30cm a ^ offenes Glasrohr eingesetzt ist, um die sich entwickelnden Weingeistda p^ zu verdichten und zurückfliessen zu lassen. Gegen das Ende des Eintragens ^^ Natriumstücke ist ein wiederholtes Agitiren nothwendig. Wenn die R_ ea ^.^ nicht mehr eine lebendige ist, giesst man die heisse dickflüssige ^ ass t A r 1 ° n g e ist porcellanene Schale, das im Kolben Anhängende mit wenig absolutem vvei g ^ nachspülend, und erhitzt, nachdem man das etwa letzte, nicht £ eli,Ht ° J;,f n e ; n e in o bat dicht geschlossenen Gläsern aufbewahrt. Da die kochende Masse spritz man sich zu hüten, mit den Augen zu nahe zu kommen. . n Eigenschaften. Das auf diese Weise dargestellte Aethylat ist ein Gern' stück beseitigt hat, bis eine herausgenommene und dann erkaltete Pro» starre Masse darstellt. Nach dem Erkalten wird die Masse zerrieben u Natrum. — Natrum benzoicum. 745 es weingeistigen Natriumäthylats mit weingeistfreiem Natriumäthylat. Bei einer »«e über 200« C. verdampft der ganze Weingeistgehalt und Natriumätbylat eibt m amorpher Form im Rückstande. liel °ffieinelle Präparat bildet anfangs ein blass röthlichgelbes, später gelb- g r aubraunes grobes Pulver von weingeistigem Geruch und ätzendem Geschmack. iil ' . n< ^ un 9- Diese ist nur eine äusserliche als Aetzmittel. Natriumäthylat ist in R^t ™ ^ er ^""kung müder als Natronhydrat. Mit Wasser oder Feuchtigkeit Führung kommend wird es in Weingeist und Natriumoxydhydrat umgesetzt. vorerwähnten Prä- st. Die Lösung ist Pa + .' Bor ^" aethylati Richardson ist eine Lösung des rats in der dreifachen Menge absolutem Weingei * Ur und farblos. n at ^ utike sselsteiiilauge von J. Hauff in Feuerbach bei Stuttgart ist eine Aetz- lipJio „& e ans einer unreinen Soda bereitet. Daher ist ihre Farbe auch eine eelb- u,e Spee. Gew. 1,27-1,28. ZuclJ 1 *V 01eac * if ' von Weiss in Basel, ist ein Kesselsteinmittel, bestehend aus 5 Th, "»WlDensyrup, 15 Th. Kalkmilch und 80 Th. Aetznatronlauge. Natrum benzoicum. nicht ars * e " un 9 e * tempore. Insofern dieses Salz, weil noch nicht officinell, Porp Immer zu "and sein dürfte, so wird nicht selten die Darstellung ex tem- wi e f " othwei >dig. Hager lässt sich darüber (pharm. Centralh. 1879, Nr. 32), t0 'gt, aus: TV °ffi • j® au ^ nassem Wege aus der Benzoö abgeschiedene Säure ist, da sie früher dies i War ' a ^ er n ' e Anwendung fand, gewöhnlich noch auf Lager. Wäre w enn "er Fall, so muss man die sublimirte Säure oder eine andere reine, v eror( ] a ' künstlich dargestellte Säure heranziehen. Da das Benzoat in Lösung Sezeiet ^ 1T ^> S0 ' 8 ^ d ' e Darstellung einer solchen von bestimmtem Gehalt ander ß „ Wer den zur Erzeugung von 20,0 krystallisirtem Natriumbenzoat 15,0 k'eine n ^ 6säure un d 10,5 Natronbicarbonat zu einem Pulver gemischt und in Set Me ngen in 70,0 kochend heisses dostillirtes Wasser nach und nach ein- Zu 8a * n * ^ e Lösung wird ziemlich neutral sein und müsste nöthigenfalles durch dem p u°^ e * was Säure oder Natriumcarbonat neutral gemacht werden. Nach e 'n Gpi r .} ten w ' r( l filtrirt und das Filtrat durch Zusatz von Wasser genau auf lisirteg N Von 100 '° gebracht. 5 Th. dieser Lösung enthalten 1 Th. krystal- conserv r. atnUmbenzoat- In dicht verkorkter Flasche ist die Flüssigkeit lange Zeit tr °ckne °- es ^ z officinell gemacht werden, so sollte man auch nur das nid^ 1 '• *h krv stallisirte Salz reeipiren, denn das krystallisirte ist einerseits es trotz a ZU8te Hen, andererseits wäre es für den Apotheker eine Plage, d» Ij «sune r| fl,p ' Wil,1 "ing in diehtgesehlossenem Gefäss leicht verwittert. Da die Kal z a ^ ~? s Natriumbenzoftts beim Abdampfen eine Krystallhaut bildet und das Hal e >• Wand ™g der Abdampfscbale efflorescirt und ttber den Rand der U mrühl . Unwe g steigt, so muss das Abdampfen der concentrirten Lösung unter w »ederh h Btatt,ind ™, und ist die an die Wandung sieh ansetzende Salzschicht w a r mer ,i a *>zustossen. Die noch feuchte Salzschicht wird an einem gehnd- We ausgetrocknet und endlich zu einem Pulver zerneben. ei s J 9ensc "aften. Das auf diese Weise hergestellte Salz bildet ein schnee- Srobliches krystallinisches, nicht hygroskopisches Pulver von sitsslich 746 Natrum benzo'fcum. salzigem, hinterher scharfem reizendem Geschmack, löslich in weniger denn 2 Th. kaltem Wasser und in 13 Th. 90-proc. Weingeist. Sowohl das Natriumsalz mit der Säure aus Benzoe wie dasjenige mit der Harnbenzoesäure erwiesen sich gleich löslich in Weingeist von 0,835 spec. Gewicht und zwar lösten 100 Th. dieses Weingeistes 7,88 Th. des ersteren und 7,835 Th. des anderen Salzes. Die geringe Differenz hatte im Feuchtigkeitsgehalte des Salzes ihren Grund. 100 Th. desselben Weingeistes lösten von einem aus sublimirter Säure bereiteten Salze 7,6 Theile und enthielt dieses Salz etwa 0,4 Proc. weniger Feuchtigkeit. _ Von einem mit künstlicher, aus Calciumphtalat dargestellter Benzoesäure bereiteten trocknen Natriumsalze lösten 100 Th. jenes Weingeistes 7,5 Th. In Aether, Chloroform, worin Benzoesäure reichlich löslich ist, ist Natriumbenzoat nicht löslich. Die weingeistige Lösung aller dieser Natriumsalze auf Objectgläser gelropt und der freiwilligen Verdunstung überlassen ergaben bei der mikroskopischen Schau Krystallgruppen, welche in keinem Falle eine wesentliche Abweichung er " kennen Hessen und sternförmig gruppirte Krystalle darstellten. Aus diesen übereinstimmenden Eigenschaften lässt sich der Schluss ziehen, dass diese Sa^° sich gleichen und in therapeutischer Beziehung auch wohl von gleichem Wert sein dürften. Von einer Seite wurde betont, dass einige Aerzte dem Salze der Säure, welche aus Toluol hergestellt sei, den Vorzug gäben und dieses dem TJmstan wohl zuzuschreiben wäre, dass ein der Toluol-Benzoesäure anhängender äthensc Körper, an Bittermandelöl erinnernd, an der medicinischen Wirkung Theil neu Beim Erhitzen auf Platinblech schmilzt es zu einer schwarzbraunen, bren bare Dämpfe ausschickenden Flüssigkeit, verkohlt und hinterlässt eine weis Asche. Die geschmolzene Salzmasse erstarrt erkaltend zu einer grauen seil glänzenden harten Masse. Ueber die Eigenschaften der Benzoesäure und des Natriumbe zoats hat die chemische Fabrik auf Actien (vorm. E. SoHERDie) zu Berlin * ein Expose" veröffentlicht, welches viele streitige Punkte betreffend den phys 1 lischen und chemischen Werth dos Natriumbenzoats und der Benzoesäure Heilmittel aufzuklären suchte. Die in diesem Schriftstück gemachten Ang a sind heute hinfällig, nachdem man erkannt hat, dass die Benzoesäure im * el . Zustande, gleichviel ob sie aus Harz, Harn, Toluol etc. dargestellt ist, em dieselben Eigenschaften zeigt, dass ein Unterschied in chemischer und phys scher Beziehung nicht vorhanden ist. Den Unterschieden, welche man orKa lagen nur die der Säure aus der Darstellung her anhängenden Unreinigkeiten ^ Grunde. Mit Beseitigung dieser Verunreinigungen kommt somit auch je terschied in Wegfall. Die Harzbenzoesäure wird auch zuweilen mit A henzöicum e gummi bezeichnet. Prüfung und Erkennung des Natriumbenzoats und der Art der Ben ^ säure. Man löst circa 0,1g des Salzes oder der Säurekrystalle in 5 g0 destill. Wasser und tinglrt mit einigen Tropfen Kaliumhypermanganatlösun n , ^. dass die Durchsichtigkeit der sanft agitirten Flüssigkeit bewahrt bleibt. ^ Harzbenzoesäure tritt innerhalb 10 Minuten, bei sehr reiner Säure aucn ^^ halb 20 Minuten keine Farbenveränderung ein und die Flüssigkeit zeigt de ° ner violetten Farbenton. Ist Harnbenzoesäure oder künstliche Benzoesäure, ^^ Hippursäure, Zimmtsäure vorhanden, so geht die Farbe bald oder im e ^ von 5 Minuten in Himbeerroth über, schliesslich erfolgt Entfärbung. J^ e benz0 e- diese himbeerrothe Färbung in 10 Minuten eintritt, so liegt reine j* ar ? ntr itt säure oder deren Natriumsalz nicht vor, jedoch ist mit dem Nic can icht dieser Färbung die Abwesenheit der künstlichen oder Harnbenzoesäure au N.itrum benzo'fcum. 747 lener erkannt, denn die Harnbenzoesäure kann z. B. so rein dargestellt werden, g . ass sie jene himbeerrothe Färbung im Verlaufe von 10 Minuten nicht veranlasst, Ou also wie Harzbenzoesäure verhält. Eine solche reine Harnbenzoesäure ist UDl 'igens nicht mehr eine Seltenheit. Zur Prüfung des Natriumbenzoats auf Identität und Reinheit wird 1) eine we Menge mit dem circa 4 fachen Vol. concentrirter Schwefelsäure gemischt. 8 darf weder das Salz noch die Schwefelsäure sich färben. — 2) Die Mischung 1 Schwefelsäure wird mit einem doppelten Vol. Wasser verdünnt und mit lumdichromat versetzt. PjS darf, selbst auch nach dem Erwärmen, weder ° Keduction der Chromsäure erfolgen (organische Verunreinigungen), noch der ruck nach Bittermandelöl hervortreten (Zimmtsäure). — 3) Die wässrige Lö- 6 soll farblos und neutral sein, und mit Calciumchlorid versetzt darf sie sich nicht en ; auch nicht beim Erhitzen bis zum Aufkochen (Natriumcarbonat, wein- ci Ule8 , citronensaures Salz.) — 4) Die wässrige Lösung (1:10 Wasser) mit e m kalben Vol. verdünnter Essigsäure (1,040) spec. Gew.) versetzt, muss eine !|^ e Mischung darstellen. — 5) Die wässrige Lösung wird durch Natrium- de T n . atlösun S> 6) auch durch Baryumclilorid nicht getrübt. Sollte bei 5 CC. Lösung eine Trübung in Folge Gehalts einer Spur Natriumcarbonats ein- 1 . e "'. so verschwindet dieselbe bei Abwesenheit von Sulfat, wenn die Flüssiges»' ~ aU ^ 2( ^ ^' m ^ Wasser verdünnt und dann mit 2—3 Tropfen verdünnter gsaure versetzt wird. — 7) Die wässrige Lösung giebt mit Silbernitrat einen ko . Sen käsigen, in Aetzammon klar löslichen Niederschlag, welcher aus mikro- (Silh " * emen Krystallsäulen zusammengesetzt ist, aber nicht amorphe Partikel r 'öerchlorid) enthalten darf. — 8) Zur Prüfung auf Verunreinigung mit Chlo- und 3 6rd6n drca 3 CC - der Natriumbenzoatlösung (1:10) mit 6 CC. Weingeist lg 8 ^-". Salpetersäure gemischt und dann mit einigen Tropfen Silbernitrat- g en *>^ersetzt. Es darf keine Trübung eintreten. Eine solche würde die Ge- ftatr' Fluorids Chlo "^ C • orohenzoa t, w ii'd in der Weise erkannt, wenn eine Verunreinigung mit ßiseht i R1C ^ vorne g^ dass man 1>0 des Salzes mit einigen Tropfen Aetznatron . eines Chlorids anzeigen. --9) Die Gegenwart von Chlorbenzoösäure rid mischt ~°~> ----- ----- ~ 7 \ ~ — —°— — r — ------------- Masa ' • g8am eintrocknet und bis zur Verkohlung glüht. Die rückständige 1q\ j^rt Wasser extrahirt giebt an dieses das gebildete Natriumchlorid ab. — färbe ' 6 w ^ S8r '& e verdünnte Lösung giebt mit Ferrichloridlösung einen hellfleisch- Ein h 6 " ^ edcrsc hlag. Ein dunkler oder tintenartiger deutet auf Salicylatgehalt. habe a cner Niederschlag kann einen Gehalt an Natriumcarbonat zur Ursache d lin „'.. ~7 Ü) Etwas des Salzes auf Platinbleoh erhitzt, schmilzt zuerst zu einer ei lle s . 81 S cn Masse und giebt dann eine wenig blasige Kohle unter Entwickelung 4f a( ,i e ^ üt entzündlichen Dampfes. Eine voluminöse, blasige, mehr denn das Hip D »°l«raen des Salzes einnehmende Kohle deutet auf Zucker, Weinsäure, Natrh Saurt '" — 12) Zum Nachweise der Hippursäure giebt man 1—2 g des i n ein'o? 17 ' 68 " ebst 2 ' 5—5g Aetznatron üder ^etzkali und 2,5 — 5 CC. Wasser leitet ^ kölbchen, setzt diesem ein Gasleitungsrohr und Sicherheitsrohr auf und Gegen^ 8 Unter Kochung entwickelte Gas in verdünnte Mercurichloridlösung. Bei r idlösu""*" -V ° n ^ippursäure entsteht Amnion und es erfolgt in der Mercurichlo- fäl Scn ng em weisser Niederschlag. — 13) Harnsäure, welche auch als Verkannt *\ Benzoesäure vorgekommen ist, wird durch die Murexidreaction er- " Ver gh unter Harn, Urina. W Vo ! lnWentlun 9- Natriumbenzoat und Benzoesäure haben in der Medicin einen Im AllT genden Rang erlangt, welcher nur von wenigen Aerzten bestritten wird. Ubevein einen 8tim men die Wirkungen des Natriumbenzoats und der Benzoesäure Dl D a ersteres in Wasser leicht löslich und der Geschmack minder scharf 748 Natrum benzoTcum. ist, so giebt man ihm den Vorzug. Es entsprechen circa 13,3 Th. des Natrium- benzoats 10 Th. der Benzoesäure. Klebs empfahl das Natriumbenzoat als Mittel gegen alle Infections- krankheiten, welchen pflanzliche Parasiten zur Grundlage dienen. Die Wirkung auf das Blutsystem soll erheblicher sein als die der Salizylsäure. Seine Wirkung in Bezug zur harnsauren Diathese soll nur eine massige sein, doch rühmen Andere dieses Salz als das beste dialytische Mittel bei An- läge zur Lithiasis, besonders gegen Haragries und gichtische Loiden. Nach Mentel soll nach jeder Dosis ein Glas Wasser nachgenommen werden, um das Mittel in seiner steinlösenden Wirkung zu unterstützen. Bei alkalisch reagiren- dem Harne genügt der Gebrauch des Natriumbenzoats neben citronensaurer Limonade dem Harne die normale Reaction zurückzugeben. Prof. Klebs in Prag hatte vor einigen Jahren das Natriumbenzoat nicht nur bei fieberhaften Krankheiten infectiöser Art, auch gegen Blaseii- katarrh und Tuberkulose auf Grund theoretischer Erwägungen und praktischer Erfahrungen empfohlen. Im Jahre 1878 machte er die Mittheilung, deI Fieberanfall höre zwar nicht so rasch, aber sicherer uud anhaltender auf, a nach Chininsulfat oder Natriumsalicyliat, ferner treten absolut keine unangenehme Nebenwirkungen ein, selbst nicht bei länger fortgesetztem Gebrauche. Es werde bis zu 25 g pro die ohne widerwärtige Folgen vertragen, doch genügen duic schnittlich 10 bis 15 g pro die. Natriumbenzoat ist ein vorzügliches Mittel bei Diphtheritis. Der verstorbene Dr. Weiler zu Fürstenberg a. Oder berichtete dem Verf. diese Werkes, dass ihm seit der Anwendung des Natriumbenzoats kein Diphthen i kranker gestorben sei. L. Hoffmann hat gleiche Heilerfolge damit erzie (Allgem. Medic. Central-Ztg.). Kinder erhielten den Tag über 3—5 g, Er **°^ sene circa 10 g in wässriger Lösung und meist war das Leiden in 3—4 1,1» gehoben. In einem Scharlachfieber-Falle bei einem Kinde waren die Man geschwollen und geröthet, mit einem häutigen Exudat überzogen, die Subma lardrüsen angeschwollen, die Zunge grauweiss belegt, die Fiebertemperatur o ■> bis 39,6°, Pulsfrequenz 120—132. Eine Lösung von 6,0 in 150,0 W ft SS^ wurde stündlich zu 1 Esslöffel gegeben. Nach zwei Tagen waren die Affec tlü des Rachens gebessert, der Belag verschwunden, nur die Fiebertemperatur nicht gemindert. Andere Zufälle nöthigten zu einem Gebrauch der Salz o von 6g pro die durch 10 Tage, doch konnten keine Nebenerscheinungen Nebenwirkungen beobachtet werden und es traten auch keine NachkranK ein. Ein längerer Gebrauch ist also ohne Nachtheil. _ -thritis Von Senator, wurde Benzoesäure und Natriumbenzoat bei Poly a „* üte rheumatica in 46 Fällen und mit Frfolg angewendet. Tagesgabe von der ^ 10— 12g, vom Natriumsalze 12 —15g. Die Wirkung ist eine 1;,,, ^' im< ^ u ,.do, nach Natriumsalicylat. In den Fällen, wo letzteres Salz nicht vertragen jgj gab Senator Natriumbenzoat mit vollem Heilerfolge. Es erfolgten ke ' be)lg0 Symptome von Reizung, besonders keine der Magen- und Darmschleimhaut, e ^ keine Rückfalle oder Complicationen, besonders von Seiten des Herzens. ^ zoesäure oder Natriumbenzoat empfiehlt sich in allen den Fällen, in welc licylsäure nicht vertragen wird. ff ^ e r Kobert und Schulte (med. Neuigk. Nr. 26, 1880) haben m ^ wor de Wirkung der Benzoesäure auch Untersuchungen angestellt. Mit Erfolg ^ diese Säure oder das Natriumsalz bei Diphtheritis und Gelenkrheumatism' jrt# stets mit Erfolg angewendet, in 40-proc. Lösung selbst auch subcutan «PP ^ Die im Harne nach dem Gebrauehe sich einfindende redneirende Su Tjebelkoi* nur dann anzutreffen, wenn die Patienten nach dem Einnehmen über Natrum benzoicum. 749 n a Brechneigung klagten. Eine erhebliche Temperaturherabsetzung konnte durch . num.benzoat mcnt erre ' c ^ werden. Der Grund davon wäre in der schnellen usscheidung des Mittels zu suchen, indem der erste Löffel der Lösung des Na- J"iinbenzoats seh «er Darreichung oenzoats schon zu wirken aufhöre, ehe der zweite gegeben werde, während Darreichung grosser Gaben auf einmal die Wirkung des Mittels auf s _ ^? n en tgegenstehe. Ferner hält Lehnebach das Natriumbenzoat für auf den - "••^s,cgcn8it!iie. reiner nan ijEHiNJitsAUH uas iriuuiutuizoai für ein mit p . UI P bei Puerperalfieber (allg. med. Centralztg. 1879) für sich und thinin combinirt. Derselbe fand es auch bei Diphtheritis vortrefflich heilsam. • i n ^ Udi ngkk (Wien) konnte mit dem Natriumbenzoat wenig gute Erfolge g > n ' doch gab Letzebich eine Erklärung zu dieser Wahrnehmung mit der auptung, dass dieses Salz von allen den bis jetzt bekannten teln den günstigsten therapeutischen Einfluss auf die diphtherischen Processe ausübt. (Allg. med. Centralztg. 1879, Nr. 75. Med. we *gk. 1879, Nr. 41.) T . ~^ as dieses Salz auf dem Inhalationswege ein Specificum und Heilmittel der hab Se '' wie Prof- v< RoKITANSKY (Innsbruck) im Jahre 1879 entdeckt au )** Wo ^ e ' war °'ne auf Irrthum beruhende Wahrnehmung, als welche sie g von anderen Gelehrten bezeichnet wurde. Dass Natriumbenzoat ein die abe ^ • G ^ er P u ' )C1 *kulose abscliwächendes Mittel ist, unterliegt keinem Zweifel, r «in Radicalmittel gegen Tuberkulose ist es nicht, von • Pr ' or ' insbesondere in die Lungenalveolen ein?" vortrefff: 6 ^^ "P roc - Lösung des Natriumbenzoats soll iches Prophyiacticnm der Conjunctival-Blennorrhoe Neugeborener sein. j, ^ Pi l«lne benxoinatae. Jgjttd Bulfuricl 2,0 S'! tr i benzoiei *. ^acti Ge Rad entianao ana 5,0 C 8 ^ntianae q. s. ' -•^hfiSf ■ , "-" ,lcria °- 1 Täglich viermal 3-5—8 Pillen, dialyticae Bonjean, Handb. I, S. 154, angegebene. (3) Pulvis antarthriticus Briau. Buiau's Gichtpulver. ö. c t "Safe*" i,125, quae ei'ne^nu 1 '' ^ Ule steigend. f 2) Pilulae lltholyticae Kl| OQUET et BONJEAN. Vo ™chrift ist die fy Natri banzoYci 3,0 < Ammonii chlorati 2,0. M. f. pulvis. Divide in partes aequales zu Woche um viginti (20). p g Anfangs den Tag über 2 Pulver und'wöchentlich um 1 Pulver bis aufs Pulver zu steigen. (Bei Mangel an Stuhlgang Msst BiuAunoch Sennesblatterpulver unter Pilulae 2,0 zusetzen.) 750 Natrum benzo'icum. — Natrum carbonicum. Magnesia-Benz-Acetat ist ein Geheimmittel, welches ein Arzt in Compagnie if^ einem Drogisteu zu Spandau unter Beigabe einer gedruckten Anweisung des w*>- brauches und der Anwendung des Mittels in den Handel brachte. Es soll dasseiD die Schwindsucht heilen und die Benzoate des Natrium und Magnesium zur Basi haben. Natrum carbonicum. Jfatrnm carbonicnm crndnm. Die Darstellung des Natriumcarbonats aus Natriumchlorid und Ammoniumcarbonat, Solvay's Ammoniaksodaverfahren, nnd e sich von Arthur Bornträger in der Chemiker Zeitung 1880, Nr. 50 und •> ausführlich besprochen. Eine mit Natriumchlorid gesättigte Salmiakgeistlösung wird unter starkem Drucke mit Kohlensäure gesättigt. Das Resultat ist in iJ sung bleibendes Ammoniumchlorid und pulverig ausscheidendes Natriumbicarbona > welches der Glühhitze ausgesetzt wird. « Die Darstellung mittelst Trimethylamins ist der Actiengesellschat Croix in Croix patentirt (D. R. Pat. 13397 und Zusatz-Pat. Nr. 5786). Che"!' Ztg. 1881, S. 285. Das erste Patent behandelt die Einwirkung von Trim ®r y eg bicarbonat auf Kaliumchlorid oder Natriumchlorid. Das Zusatzpatent dehnt die Verfahren auf Natriumsulfat aus, unter Wiedergewinnung der Base aus dem e standenen schwefelsauren Trimethylamin. Trimethylamin wird als Nebenpr° bei Calcination der Rübenschlempe gesammelt. ^ Darstellung des Natriumcarbonats aus Natriumsulfat nach Bol^M Condy (Englisch. Patent). Das durch Reduction von Natriumsulfat herges e Natriumsulfid wird durch Kohlensäure in Bicarbonat umgewandelt. Das weichende Schwefelwasserstongas wird entweder zu Schwefligsäure verbrannt zur Gewinnung von Schwefel und Schwefcloisen in eine Eisenlösung geleite Ammoniak-Soda nennt man das auf dem Wege des SoLVAY'schen oben wähnten Processes dargestellte Natriummonocarbonat. Sie soll reiner und we als die nach dem LEBLANC'schen Verfahren gewonnene Soda sein. _ _. ^. Entschwefelung der Sodalauge nach Sciieureb-Kestner. Es wird chlorid mit Aetzkalk zersetzt und das Zinkoxyd der Sodalauge zugesetzt, W , fl diese gegen Bleiweiss indifferent zeigt. Das gebildete Zinksulfid wird wie Zinkchlorid übergeführt. ar»o° C Der Schmelzpunkt des wasserfreien Natriumcarbonats liegt bei ca * j e r Prüfung. Ein Sulfit- und Hyposulfitgehalt wird durch die Entfärbung ^ Jodlösung erkannt, welche man der Natriumcarbonatlösung zusetzt, voran g u ä t das« diese frei von Aetznatron ist. Zur Beseitigung dieser Verunreinigung 0 ,. man die Behandlung mit Kaliumhypermanganat oder Natriumhypomang empfohlen. Ifats Eine kurze approximativ-quantitative Bestimmung des Natriumsu^ ^ in der Soda (oder auch im Bicarbonat) geschieht in der Weise, dass ma ^ des trocknen, 5,0 des krystallisirten Monocarbonats zu Pulver zerrieben m ^ zur Sättigung genügenden Menge Eisessigsäure (Essigsäurehydrat, circa o, >^ e 120,0 90-proc. Weingeist übergiesst und anhaltend agitirt. Was in «ß u . sich am Grunde der Flüssigkeit ansammelt ist Natriumsulfat mit 1 Mol. ^J ciun1 - wasser, möglicher Weise verunreinigt mit Natriumchlorid, Natriumsilicat, ^ sulfat. Sind diese Stoffe nicht vorhanden oder nur in Spuren vertreten, p ag der Bodensatz mit Weingeist gewaschen, getrocknet, geglüht und S eWOge ^' eg mit Gewicht des Glührückstandes mit 2,268 multiplicirt ergiebt die Menge ^ . gt 10H 2 O krystallisirten Natriumsulfats. Ist eine genaue Analyse geforde , dieses Verfahren allerdings nicht anzuwenden. Natrum carbonicum, bicarbonicum. 751 Da sich das Ammoniak-Soda-Verfahren eingeführt hat, so kann das Natrium- rponat mit Ammoniumcarbonat verunreinigt sein. Die Prüfung darauf wäre r jenigen ähnlich, welche unten für das Natriumbicarbonat auf eine Verunreinigung mit Ammon angegeben ist. Anwendung. Innerliche Anwendung für sich findet das Natriummonocar- 3 a l. Se ^ n > so auch wird es äusserlich nur selten gebraucht und meist durch r s lcar bonat ersetzt z. B. in Mund- und Gurgelwässern, Injectionsflüssigkeiten. Vollbädern und Theilbädern giebt man dem Monocarbonat den Vorzug bei bad P° da g r a, chronischem Rheumatismus, leichten Hautleiden etc. Im Voll- ae 20 °— 250g auf 300 Lit., im Fussbade 20—25 g. «atrum sesqnicarbonicura, anderthalbfach kohlensaures Natron, Na- 2 mses quicarbonat ist ein hier und da in den arzneilichen Gebrauch ge- »enes Natriumcarbonat, welches durch ein Gemisch aus 3 Th. kryst. Natrium- ocarbonat und 2 Th. Natriumdicarbonat jederzeit ersetzt werden kann. Seine kUn g ist gleichsam einer intermediäre jener beiden Carbonate. «atrum bicarbonicum wird mitunter mit dem Namen Digestivsalz, auch Bull- HIC « B Salz bezeichnet. des 0 , m Mcarboiiicnm pnrnm in den Preislisten der Drogisten ist nach Angabe Ijj . EI1E sehen Handelsberichtes ein Natriummonocarbonat enthalte) onat, während das enthaltendes Natrium- Uatnnm bicarbonicum purissimiim das vollgesättigte Bicarbonat repräsentirt. bonat r - 9" ^ as Ammoniak-Soda-Verfahren der Darstellung des Natriumcar- bj c , 18 '. der Grund, warum seit ein Paar Jahren ein ammonhaltiges Natrium- , r *K»nat in rinn TT««/1„1 1»----- ™4- 1?!-. ------- G----------- A~-~------------Al,„H----;1«~ -.,;;---- unat in den Handel kommt, n ^ ä ™issen entsprechend in der Receptur verwendbar und nur das mehr Ein nur Spuren Ammon enthaltendes wäre den v *-U'Tln C* iÖOt/Il vun.ij»i vwmilU 111 UW XWVjVJjJVUl »W V> tiliU-H»««! IIUU UUi Uilil UIOU1 letzter ^ Ur6n ^ mraon enthaltende Salz wäre zu verwerfen. Zur Erkennung des dicker n breitet man dieses in einem pulvrigen Zustande in circa 0,5 cm conc p • 2 ~3cm breiter Schicht auf einer Glastafel aus und hält einen mit pierg't,. * 8l &säure oder 12,5-proc. Salzsäure genausten Glasstab oder solchen Pa- Neb e i * U . mö Slichst geringem Abstände darüber, die etwa sich bildenden deicht ^ e f en emen schattigen oder dunklen Hintergrund betrachtend. Treten hier meh r if ltbare oder ohne Mühe erkennbare Nebel auf, so enthält das Salz >nn Spuren Ammon und es wäre in der Receptur nicht verwendbar. Spuren Ammon im Salze überhaupt nachzuweisen, giebt man von die- 8 eui C j rc „ „ das s o ^S in einen annähernd 13cm langen, fingerweiten Probircylinder, so Ser en w Cm ^ es untercn Raumes angefüllt sind, aber an der inneren und äus- m asse , and ung des Cylinders keine Salzstaubtheile hängen bleiben. Die Salz- "■ufstei ' ln '" ' n emor Weingeistflamme erhitzt, und wenn daraus Wasserdämpfe Salzsäur n:illeit m ' An der Cylinderöffnung den mit Essigsäure oder 12,5-proc. sind s 6 & en * 88 ten Glasstab. Wenn auch nur kleine Spuren Ammon vertreten man e ]° ^ fol S«i die bekannten Aminonnebel. In quantitativer Beziehung solid' a onehm 6 unre ' n 'gnng mit Ammoniumbicarbonat bis zu 0,25 Proc als lulftasige tri Umbi en ; Zl » quantitativen Bestimmung giebt man 5 g des gepulverten Na- Gasleit , r " ilts nebst 3 > 5 Aetznatron in einen Glaskolben, verbindet diesen mit Unter Tf M ° hr und Trichter, entwickelt nach Zusatz von Wasser (las Amnion v ei'setyt n und leitct das Gas in verdünnten mit Salzsäure und Lackmus Sewo» Wei »geist etc. Die Flüssigkeit in der Vorlage wird eingetrocknet und eutsnr! ; üas Gewicht des Ammoniumchlorids mit 1,477 multiplicirt ergiebt die e «nende Menge Ammoniumbicarbonat. Dass dieses Verfahren auch alkali- 752 Katram carbonicum, bicarbonicuni. metrisch einzurichten ist, liegt auf der Hand. In diesem Falle wäre statt der Salzsäure eine Normalsalzsäure oder Normalschwcfelsäure vorzulegen. Das Verhalten des Natrium bicarbonats gegen Glycerin und Borax ist unter Glycerina S. 486 dieses Ergänzungsbandes erwähnt. Anwendung (Handb. II, S. 520). Das Natriumbicarbonat findet, gegen verschiedene innerliche Krankheiten Anwendung und zwar in Gaben zu 0,5 — 1,0—1,5 zwei- bis fiinfmal den Tag über bei Diabetes mellitus, Blasenkatarrb, chronischen Bronchialkatarrhen, Dyspepsie, Gicht, Hlicumatismus, Gallensteinen) harnsaurer Diathese. Da die Erfahrung ergeben hat, dass ein starker und übermässiger Gebrauch alle diese Krankheiten hervorrufen kann, dass die Natro- phagen zu diesen Krankheiten disponiren, so liegt es nahe, stets den kleineren Gaben den Vorzug zu geben. Ist ein stärkerer Gebrauch angezeigt, so g |,,)(J man die kleinere Dosis öfter z. B. 0,3—0,5—0,75 drei- bis vierstündlich. Ein zu starker Gebrauch des Natriumbicarbonats kann nur zu leicht zn einer chronischen Vergiftung führen, denn derselbe disponirt den Natropha£ e1 entweder zu Blasenleiden aller Art, Diabetes, selbst Lithiasis oder er bewij» .Schwäche und Hinfälligkeit oder ein langsames Hinsiechen. Da sich diese Leide nicht alsbald einfinden, gewöhnlich erst nach vielen Monaten und Jahren UD dann bei dem geringsten Diätfehler hervortreten, so hat man das Schädliche d starken Natriumbicarbonatsgebrauches nicht hinreichend erkannt. In einem Ü* 1 nahm ein alter Arzt täglich 5 — 6 g, um die Verdauung zu unterstützen. *' Jahr später klagte er schon über Blasenleiden, welches ein schwacher Blase katarrh war. Dieser trat nach einer geringen Erkältung in einem Maasse ' |( vor, dass der Kranke dem Leiden erlag. Der leidende Zustand hatte sich ta 2 Jahre hingezogen und war durch den Weitergebrauch des Natronsalzes nie nur unterhalten, sondern vermehrt worden. . Die Tagesgabe des Natriumbicarbonats sollte bei anhaltendem Gebrauc 5 g nie übersteigen und 2,5 g als eine unschädliche Tagesgabe angenoniiw■ werden. Ein nur seltener oder gelegentlicher Gebrauch auch in doppe"- grosser Menge dürfte ohne Nachtheil für die Gesundheit sein, obgleich es ,m besser ist, ihn zu vermeiden und bei mangelnder Digestion und 1 )yspeps' e / den Pepsinpräparaten au greifen. Es ist wohl auffallend, dass der überm»' 1 " B Gebrauch des Natriumbicarbonats zu allen den Leiden führen kann, gegen che es von den Aerzten gebraucht und empfohlen wird. Wie oft mag der eintreten, wo der Arzt mit diesem Mittel ein Blasenleiden zu heilen sucht, aber anhaltend unterhält und vergrössert. Ricar- Die Angabe, dass die Acidität des Harnes nach dem Einnehmen der ^ bonate des Natrium und Kalium keine geringere, sondern eine grosse konnte Ralfe durch Experiment an seiner eigenen Person nicht bestätigt v vräbrenjj doch 3 und beobachtete er sogar zuweilen einen alkalisch reagirenden Harn. 1887 IT, Nr. 19. Med. Neuigk. 1879, Nr. 26, S. 208.) Da die Speisen meist sauer reagiren, so wird eine Dosis von 2g oder nach dem Genuss der Mahlzeit den Harn nicht alkalisch machen, bis 4g reichen aus, den Harn bei Vermeidung saurer Speisen durch Stunden alkalisch zu machen. Nach warmen Sodabädern reagirt der "f^g,, wohnlich alkalisch. Also auch in Bädern ist der Sodazusatz in massigen hT ^ zu erhalten, wenn eine Einwirkung auf ürate in der Harnblase nicht als der Bäder vorliegt. Albo" 1 '' Wenn einige Aerzte das Natriumbicarbonat als Lösungsmittel der n ^ t nate für ein die Digestion förderndes Mittel halten, so haben sie * on rkann t Unrecht, keineswegs kann es aber als ein wohlthätiges Digestivmittel e ^ werden. Nur nach starkem Genuss saurer Speisen ist Natriumbicarbo Niitrum carbonicura. 753 einer richtigen Stelle und hebt es die Digestionsbeschwerden in Folge des Ueber- öaagses freier Säure auf. Aeusserlich als Waschmittel dient das Natriumbicarbonat gegen verschiedene ®\Petische Leiden der Haut, bei Verbrennungen, Biss- und Stichwunden von »ei'en, doch durfte hier die Wirkung des Kaliumcarbonats eine sichere sein. Nach oilbadern mit Natriumbicarbonat zeigt, wie schon erwähnt wurde, der Harn gewöhnlich eine alkalische Keaction. , Zahnsalz, Salz gegen Zahnschmerz, ist gepulvertes Natriumbicar- ona t, mit welchem das Zahnfleisch berieben oder der hohle Zahn gefüllt wird. E- Kampe machte in der pharm. Rundschau 1881, S. 109, darauf auf- erksam, dass das Natriumbicarbonat (und auch das Kalibitartrat) begierig Ge- 'che absorbire (wohl nicht mehr und weniger wie alle andern pulvrigen Stoffe) man dem entsprechend die Aufbewahrung einzurichten habe. , "^usopiilveriiiiisdiiiie, Doank's, findet sich in oberflächlicher Abbildung urz er Beschreibung in Nr. 17 der pharm. Ztg. 1879 angegeben. Es zeugt Instruction der M.. of .i>:..- — -:«>— •*—:-'-* ________________ ------- 0 mit ^ - "oooureiDUng in Nr. 17 der pharm. Ztg. 1879 angegeben. Es zeugt die Struction der Maschine von vieler Einsicht und tiefen Nachdenken ihres Con- cteurs, denn sie besorgt nicht nur die Mischung der Bestandteile und das >ssen der Pnlror »™^,n „,,„i, a.. im-i— ., -"'", uenn sie zumessen Ha* i> i ~ i -------- ° ""' ""»"»"'"uraii_______ «tunde las" riV"k^7 "Ä ^ Einka P seln in ei °em Zuge. In einer Dollars n! D Mch f 00 Pulver «»**«. Der Preis der Maschine ist 300 " 0cl > sonst b ™M 7 w aS T * and6rn Pharm - BIättern weder °™*^ , ha K weh • :' T J U 1 '^° dÜ ' fte , 8e Whl nicht J; e Anerkennung gefunden Spt £en wir T F u \ A ^ th ^^hMte Deutschlands hat sie über- 80 st ^k, dass Z- 1 ' TA^- VCTbr ! UOh a " Bra,18e P«lver ist an keinem Orte nu Au " » Bd Abfertigung derselben eine solche Maschine nöthig wäre. «uor nlkalinns anteczematicus iv LüSHB. | a tri biearbonici 4,0 Sol V e *" blCi »'0onici 2,6. Tu Alde ,lfiStill:ita « 220. Sjycerlnae 3,0 X f cturae Opii 2,0. Kl..)!.:'. 801 ''!' 1 «'''" .(° der Umschlä- m it D.S. ü» 6 " auf pt„ —o— v««-. v,... n ' 0l "H'n,i,,'. L 1 '","'' besonders solche ' tm Schmerz). (,U01 ' anti rhinoNte S noticus injecto- ring. », Na aSenWasser - Sohnupfenwasser. 8oÄ« a oS ni0i ^ staltati Vo llS R e8tUlatfte wae Rosae ana 75,0. Na- ersteren * n ^uch« Lau < W L arm einzuspritzen (als , al 'e bei v„, V* rendoncl 'e. 1". erster», «f em Scni/i ? fter oder mit eingetrock o Rupfens •"' bel »dener Nase in Folge ft.^naW •"" ttnd eren Falle bei Ohren- Z*} Kindern mge ,trocknetemOhrenBchmak. ''"nein ,, V n' (1UMnt >»■'" die Flüssigkeit "'"•m, m w ' :,ll " ,n bis ganzen Volumen 1 Ph »™. Praxi,. Suppl. (3) Liquor stomalgricus. Zahn- und Mundessenz. ijc Natri biearbonici pulverati 5,0 Boracis pulverati 1,0 Aqu.'ie Menthae piperitae Aquae Menthae spirituosae ana 75,0 Tincturae Bhei aquosae 1,0. Misce agitando. Hora dimidia praeter- lapsa liquorem per chartam filtra. S. suo nomine. (Einen Esslöffel voll mit l \i Tasse lauwarmem Wasser gemischt zum .Ausspülen des Mundes, wenn sich saurer Geschmack im Munde fühlbar macht. Die Rhabarbertinotur dient hier nur als Farbe.) (4) Mixtura Sodae Ämericana. Sodamixtur. R- Natri biearbonici pulverati 10,0 Aquae Menthae piperitae l. r >0,0 Tincturae Khei aquosae 20,0 Syrupi Khei 30,0. M. D. S. Umgeschüttet 3-4mal den Tag über einen Esslöffel zu nehmen bei schlechte, Verdauung, Appetitlosigkeit etc.). 48 754 Natrum carbonicum. (5) Potus alkalinus. Soda-Limonade. fy Natri bicarbonici pulverati 10,0. Immitte non agitando in lagenam litrae unius capacitatis, quae continet Aquae communis (890,0—) 900,0 Syrupi Eubi Idaei 80,0 (—100,0), ut sal in fundum liquoris subsldat. Tum immitte Acidi citrici crystallorum minorum 7,5 et statim lagenam epistomio suberino, funiculo ligando, obtura. Postremum lagenam interdum convertendo et leni- ter agitando solutio salis natrici et crystallorum acidi citrici efficiatur. D. S. Soda-Limonade. (Soll sie schwach säuerlich sein, so werden 9,0 Citronen- säure zugegeben. Durch 8,2 Citronen- s';iure erreicht man eine fast neutrale Flüssigkeit.) (6) Pulvis catacanma sanans. Brandpulver. Verbrühpulver. Brand- streupulver. r? Natri bicarbonici 20,0 Magnesiae subcarbonicae 5,0. M. Fiat pulvis subtilis. D. S. Zum Bestreuen der Brandwunden, der durch Verbrühung lädirter Hautstellen. (Die bestreute Stelle wird mit angefeucn- tetem Leinwandlappen bedeckt. u Schmerz schwindet schnell und Heil' 1 « erfolgt in kurzer Zeit. Wesentlich iste* das Bestreuen sofort nach dem Verbrun auszuführen.) Backmehl, Backpulver, selbstthäfiges, G. Liebig's, ist eine Mischung aus Na- triumbicarbonat 10 Th., Weinstein 20 TL, Weizenmehl 1000 Th. Backpulver sind mehrere in den Handel gekommen (Chem. techn. Repert. 1" ' S. 302): 1. Baking Powder von George Borwick & Sons, bestehend aus Na* 0 ™^, bicarbonat, Weinsäure und feinem Gries. 0,2g mit 5 CO. Wasser iibergossmi bete 1 bei 140 c. 7,6 CO. C0 2 . Daraus bereitetes Backwerk hatte einen kreideartigen «» bei Zugabe von Eiern sogar einen an Schwefelwasserstoff erinnernden GeschniacK. 2. Backpulver von Gaedicke&Co. (Berlin) besteht aus saurem Oalciumpl' phat, saurem Magnesiumphosphat, Natriumbicarbonat, Natriumchlorid und Mehl. > mit 5 CC. Wasser entwickelten bei 14° C. 5 CC. C0 2 . 1 Esslöffel kommt aut we, Weizenmehl. Es djent auch zur Darstellung von Mehlspeisen. 3. Amerikanisches Backpulver bestehlt z. B. aus gebranntem -^'?S n 0( j e r Natriumbicarbonat ana 100 Th., Ammoniumcarbonat 5—10 Th., Stärke 200 Th. aus gebranntem Alarm und Natriumbicarbonat ana 100 Th. und Stärke 250 Th. Bleichsoda, Henkel's, bestand in Proc. aus Natriumcarbonat 30, Natriums 1 in Wasser löslich 2, Silicaten in Wasser unlöslich 16,8, Wasser 50,6, Natriumsultai (Ew. Geissler, Analyt.) Diätetisch-kosmetische Anstalt Villa Annaburg des Specialisten J. H E ^ ( !j ie0 Maubaoh. Der letztere beseitigt die Schmeerbäuche und liefert mehrere Flasc ^ ^ und Schachtel Medicamente, wie Tinctura amara, Tinctura salina Hallensis u ,p re jg Salzgemisch aus Natriumbicarbonat, Natriumsulfat, Natriumchlorid und Zuckei ( Na- 20 Mark). Wenn diese Sendung noch nicht geholfen hat } ist dieselbe zu wi (und dann kostet sie nur 16 Mark). Jacobsen's, Industnebl. 1880, S. 93. Elisabeth and Saint-Marie natural Vichy-Waters enthalten Eisen "^"f^ triumbicarbonat und Kohlensäure und werden gegen Dyspepsie, Intermittens, V Anaemie, Chlorosis, Amenorrhoe, Dysmenorrhoe etc. empfohlen. •> Emall-Soda (für Glasfabrikanten) wurde von Wittstein als Kryolith (Na«A t erkannt (pharm. Centralh. 1878, Nr. 38). Enamel of America von Francoi.s Gregoire & Co. (Philadelphia), lS Waschmittel, eine wohlriechende klaro Sodalösung. __ ,_ , i weifl Hustenpulver, Pogacnig's (Wien), ein Gemisch aus Natriumbicarhonai, säure und Zucker. te Krystallpulver, in Form der Toilettenseifstücke, ist geschmolzene krysta ^'^ Soda, nach Zwick durch Umrühren in der Krystallisation gestörte Soda (50Ug «> ^ Magensalz, Schattmann's , ist ein Natrium- und Magnesiumsulfat Natriumbicarbonat (125g 1,50 Mk.> Natrum carbonicum. — Natrum hypophosphorosum. 755 h«at ? araJ Mliicon minerale von Cohn & Co. (Berlin) ist ein Antikesselsteinmittel, lfiim ?5. d aus 10 Th - Aetzkalkpulver, 10 Th. calcinirter Soda und 1 Th. Knochen- ,6ln i. (Fischer, Analyt.) emth Bdre Vaspail ist ein Mittel gegen die Vegetation der Kleeseide (Cuscuta fall -^ m ) und besteht aus 90 Proc. Sand, 5 Proc. Soda und 5 Proc. Gerberlobeab- ' ötei Dkohlengrus etc. (100 kg 20 Mk.) (Prof. Nobbe, Analyt.) (p A " a yerkalk des Dr. Schöpfer enthielt Natriumbicarbonat und Calciumphosphat. 168 m u ttt ' S e gen Kesselstein, in Breslau angeboten, war calcinirte Soda (100 kg ei n p ai ; tr ifuge von Tronete und Ducoux gegen Kesselsteinbildung ist angeblich carim emiscn aus Magnesit, Weizenmehl, Bohnenmehl, Blauholzextrakt und Natrium- ' uo «at ana 100 Th., Schweinefett 200 Th. und Glaubersalz 300 Th. i n e --"'"nksucht-Mittel von Frl. Kretschmer (Berlin, Oberwasserstrasse 13) besteht ■\y e j n f. m "ulver, einem Gemisch aus ca. 75 Proc. doppelkohlensaurem Natron, 10 Proc. Win-, i Ul i e ' ^ Proc. Schwefelblumen, 5 Proc. Haselwurzelpulver, 2 Proc. Päonien- "etpulver. (6 Mark.) (Hager, Analyt.) 92 7 p. niver ? al "Magenpulver des Prinz Friedrich Wilhelm Barella bestand aus Schabt» 00 ' ,^ atl " 1,lm bicarbonat, 4 Proc. Kochsalz, 2,3 Proc. Calciumcarbonat (nach Milßjj iL ^ R ' s Analyse) oder aus Natriumbicarbonat mit etwas Weinstein, Salmiak und reeli er ™ er ,( nacl1 der ^ na, y se eines anderen Chemikers). (1 Schachtel 2,50 Mark, Bicht d . G f ^'^ Mark.) Der Macher und Verkäufer dieses Pulvers führte in Klickten y 0 arau '' d ass der Kronprinz, später König Friedrich Wilhelm IV, sein Pathe war, rnamen Prinz Friedrich Wilhelm, und nennt er sich Prinz Barella. ■^•'äatz d^ 18 ^h fts Waschkrystall ist ein nur auf kaufmännischer Berechnung basirender sta Hisirf 61 q il unc ' e ben nichts weiter als eine recht unreine halbverwitterte kry- te 'Soda, welche mehrere Procente Natronsulfat und Natriümchlorid enthält. ge Pulve^/»' SCh . Pa * eilt ' Keiniswi'g's - Crystnll - Waschpulver ist ein halb 'tos, mit, ungefähr 25 Proc. Natriumsulfat vermischtes Natriumcaj Wnsh verwittertes Natriumcarbonat. reine 8 kr ant ' ^leaiiing Crystall (von Haeper Twelwetrees & Sons) ist ein fystallisirtes Natriumcarbonat mit 1—2 Proc. Borax. fnll ene m a8 , c | , ' )ulv ?r für feine Welsswäsche ist ein pulvriges Gemisch aus 90 Th. zer- "°rax. Kl- y st allisirtein Natriumcarbonat, 10 Th. kryst. Natriumhyposulfit und 2 Proc. von Henckel & Co. ist ein Gemisch aus Soda und Wasserglas. Natrum hypophospliorosum. der Löy 1 der Darstellung (Handb. II, 8. 528) ist zu beachten, das Abdampfen bi s 7oo U p g des Natriumliyposullits nicht über 80° C. hinaus, am besten bei 60 in 2 Th w ZU kewerkst(!Hi;;{'ii, um eine Detonation zu verhüten. Das Salz ist Zu sat z v p 8 . 6r und 15 Th - 9 °-P roc - Weingeist löslich. Die Lösung darf auf ni *t «JÜL Es8j 88äure nicht aufschäumen, durch Baryumchlorid und Oxalsäure j) trubt werden. ^ e Kno j. " umu yP°pbosphit schreibt man einen hervorragenden Einfluss auf «lieht naohi " nd Unbildung zu. Seine Anwendung gegen Phthisis hat noch Syr Ups ' gelassen. ChTJHÜHJLL hat wiederum eine neue Zusammensetzung eines «nd 0nth an ,f egeben - Das Gesammtgewicht des Syrups ist = 660g und darin hy P°PhoT • Calc i"mhypophosphit 17,5g, Natriumhypophosphit 13g, Kalium- s yru p 3 3 p,llt 9g, Eisen hypophosphit 4,5g, Hypophosphorigsäure 16,5g, Vanille- bL S ' uud Syupus Sacchari q. s. zur Füllung von 660 g. "itUv „? kyrup bezeichnet sein Autor mit „chemische Nahrung". Mac- Schla gt folgenden Liquor als Tonicum in der K.nderpraxis vor: 48* 756 Nat. hypophosphorosum. — Nat. hyposulfurosum. — Nat. nitricum. Liquor Ferri hypophosphorosi compositns, eine Lösung von Eisenhypophosphit 2,8, Calciumhypophosphit 3,5; Natriumhypophosphit 3,5; Magnesiumhypophospbit 2,0» Hypophosphorigsäure 1,7; Wasser 87,0. Ein Theil dieses Liquor mit 3 Tb. Wein gemischt soll in Dosen ä 15 g genommen werden. (Zeitschr. d. österr. Apotheker-Vereins 1880, S. 483.) Natrum hyposulfurosum. Natrnm thiosnlfnricnm, Natriumthiosnlfat, thioscliwefelsanres Mron sind neue Namen für Natriumhyposulfit. Die einfache Formel ist NaS0 2 , welche die Bezeichnung „hydroschwefi'e" saures Natrium, Natriumhydrosulfit" hinfällig macht. Aog. Bernthse hält (Ber. d. d. eh. Ges. XIV, 438 etc.) die verdoppelte Formel Na^S-A für , Reinigung der Fette etc. viel gebraucht. Die chemische Fabrik Carl fan BER8 m C'barlotttenburg bereitet es seit mehreren Jahren im grossen Um- renif'i 10 ° Tl1 ' des Natr i umn i trits vermögen 103 Th. Chlor zu absorbiren, wäh- 114 4 tÜ Th ' Natriumsulfit nur 28 >! Th -> aber 1°° Th - Natriumhyposulüt w ' . ü - Chlor aufnehmen. Letzteres Salz lässt aber zugleich Schwefel fallen, seine Anwendung in der Technik behindert. Be ]r. Bewahrung, Dispensation. Natriumnitrit muss zu den starkwirkenden, Mens ^* ms giftigen Körpern gezählt werden, denn 10,0 g können den Tod eines cnen herbeiführen. Es ist also dieses Salz vorsichtig aufzubewahren und mn Vorsicht abzugeben. au 8 no K r ? 7 nome > ein von Reynattd in den Handel gebrachtes Sprengpulver, besteht so JNatnumnitiiit, 27,5 ausgenutzter Eichenlohe und 20 Schwefel. Eii Natrum phosphoricum. ist v ime ^ er ^ scn ung des Natriumphosphats mit cirea 70 Proc. Glaubersalz Hier ° r ^ ommen ; wie Martenson in der Petersb. pharm. Zeitschrift berichtet. hab e § weniger eine Verfälschung, eher eine Verwechselung vorgelegen zu vernf' ® nts prechend einem Falle, in welchem Glaubersalz mit Natriumphosphat v 0m 18eht hn Vorrathsgefässe angetroffen wurde. Der junge Defectar hatte die Bnifn ■ ro £ ls ten undeutlich geschriebene Signatur Natrum phosphoricum für Natrum Ult >ineum gelesen werthe 1Se p Ütte,er Conscrvesalz - D - Reichs-Patent Nr. 13545, ist ein beachtens Die ch parat > dessen Vertrieb die Apotheker in ihre Hand nehmen sollten. ^lechb ^T" Fal)r . ik E i 8e nbüttel zu Braunschweig liefert dieses Salz in eleganten förmig j? mit do PP elte m Deckel. Der untere oder innere Deckel ist sieb- de; n S i M öcner *> 80 dass das Fleisch oder die zu conservirende Substanz mit Dj e ^ ze > welches ein Pulver darstellt, gleichmässig conspergirt werden kann. s «lfat 6 1 ndtn eile sind Natriumphosphat, Natriumchlorid, Kaliumnitrat, Kalium- 8 °Wohi ? rsaure etc. Die Anwendung erfordert ein gleichmässiges Conspergiren fleisch Oberfläche des Fleisches als auch etwaiger Höhlungen. Auf 1 kg 2—3 ,£ enu Ken je nach der Länge der Conservirungszeit 4—8—12 g oder 1__ auch die e1 " 11 '' 1 d0S S:,1/0S ' B<äi Wild P ret ' Geflügel, Fischen müssen nothwendig abz «Wasch n,Ulen ' rh °' lc ( ' ons J )el 'S irt werden. Vor dem Genüsse ist das Fleisch Zur Cons ' WaS 8Cüne11 und leicht g e8f> hieht, da das Salz leicht löslich ist. zu erhalt erV ' rUT1 ^ der M ' lch R0Tlilst lg auf 1 Liter > um sie eine Woche Lotaet Welche Tj 611 ' , Dieses Salz ist gleich ein Mittel, die Vegetation der Bacterien, ger einijrt rSm !° d(,r ' ,lau en Milch sind, zu stören. Die gereinigten Gefässe, die giebt rn* 11 • lcnraum e werden mit der Salzlösung berieben und bestrichen, auch Ei er w jJ? ' N( ''' Kul ' ta!; ' li< '' ,1 2 °- 3 °g des Oonservesalzes mit dem Tränkwasser. ty assev i e " liR0 Ta 8 e in eine Lösung von 2 Esslöffel des Salzes in 1 Liter bewahrt ir^' < ' : "" 1 naeh dom abtropfen an einem kühlen trocknen Orte auf- aischt n . "gemachtes Gemüse wird mit einer geringen Menge des Salzes ge- Bro c hü u Kirma Siebt gedruckte Gebrauchs-Anweisungen und eine kleine a b, worin über die Anwendung die nöthigen Angaben gemacht sind. ■^H 758 Nat. phosphoricum. — Nat. pyrophosphoricum. — Nat. salicylicum. Bacterien-Nahrnng besteht nach Pasteur aus Ammoniumtartrat 50 Th-> Kaliumphosphat 10 Th., Zucker 1000 Th. und Wasser 10000 Th. — Nach Cohn besteht sie aus Ammoniumtartrat, Ammoniumacetat je 100 Th., Kaliumphosphat 5 Th., Magnesiumsulfat und Calciumchlorid je 3 Th. und Wasser 10000 Th. Bekgmann'b Kährflüssigkeit zur Züchtung der Urthiere besteht aus 1° Zucker, 1 Ammoniumtartrat, 1 Natriumphosphat (oder Kaliumpbos- phat) und 100 Wasser. Natrum pyrophosphoricum. Von Paquelin und Jolly sind mit diesem Salze physiologische Untersuchungen angestellt worden (Bull. gener. de Therap. Tom. 93, Livr. 3, pag. 120) und fanden sie, dass es unverändert, selbst nicht einmal in Orthophosphorsäure» Salz umgewandelt, die Verdauungswege durchwandert. In Frankreich kommt das Natriumpyrophosphat auch im wasserfreien " u ' stände in den Handel, in welchem es zum Löthen, Schweissen der Metalle, a uc in der Färberei Verwendung findet. Triastag, Triastase ist kein Natriumpyrophosphat, wie an irgend einer St 0 \® angegeben wurde, Bondern nur grobgepulvertes Natriumphosphat, Natrum phospno cum. Man gebraucht es zum Klären der Biere. Natrum salicylicum. Zur Darstellung eines völlig neutralen Salzes wird zunächt ein Salz nn etwas überschüssiger Säure in trockner Form dargestellt und dieses dann Aether ausgewaschen. In dieser Weise durch Auswaschen mit Aether lässt S1 auch etwa anhängende Carbolsäure beseitigen. Zu den Filtrationen ist ein elS , freies Filtrirpapier, zu den Lösungen ein eisenfreies Wasser unumgänglich n° wendig. Eigenschaften (Handb. II, S. 537). Das reine neutrale X ,dtr ' mm ^ch- ist rein weiss, in pulvriger Form kleine farblose perlmutterglänzende ' sichtige Schüppchen bildend, gegen blaues und rothes Reagenspapier m ^!? e L on Hat das Weiss des Salzes einen Stich ins Graue oder Gelbliche, so soll N * J bei einem Stich ins Rosafarbene oder Röthliche aber Salicylsäure im Ueberse ^ vertreten sein. Letzterer Farbenton deutet eher auf eine Spur Carbolsäure- ist das Salz in weniger denn in gleichviel Wasser, in 6 Th. 90-proc, * a 95—96-proc. Weingeist und in 200 — 250 Th. des officinellen Aethers, in 500 Th. des völlig reinen Aethers löslich. Prüfung. Das im Handb. II, S. 537, angegebene Verfahren der pr ^" n , kann als zutreffend gelten, denn heut kommt das Natriumsalieylat in sehr Zustande, meist von schwach saurer Reaction, in den Handel. . j er Die Prüfung auf Chloridgehalt mit Silbernitrat geschieht nicht J ter . wässrigen, sondern in der weingeistigen Lösung, welche zuvor mit oa p säure sauer gemacht ist. kwi unliebe" Dass das Salz während der Aufbewahrung einen röthlichen oder dm ^ Farben-Anflug annimmt, liegt in seiner Empfindlichkeit gegen Kohlcnsa . ger Ammon, von welchem der eine oder der andere Körper bald mehr bald Natrum salicylicum. 759 der Luft der Apotheken und Laboratorien vertreten ist. Ein reines Weiss kann einem längere Zeit aufbewahrten Salze auch bei dichtem Verschluss des Ge- —„^ i<»iigoic uxjii auiuomimMiu oaizo aui'ii uei meinem verseniuss ues ue- J f es kaum erhalten werden. Die was sr ige Lösung wird desshalb gewöhn- vo p ine . bla ss-gel bliche Farbe haben. Diese Lösung darf ferner auf Zusatz n ^ssigsäure nicht getrübt werden, ein" s Prüfung auf einen Mehrgehalt an Natron oder Säure lässt Geissler de ^ 6 ,,~ örnc h en des Pulvers auf nassgemachtes Reagenspapier aufstreuen. Nach Wegnehmen des Pulvers darf dann das Papier weder rothe noch blaue *lecke_ zeigen. seh i Carbolsäuregehalt ergiebt sich schon durch den Geruch, oder man freiwlr X S d<5S SaIzeS mit circa 6 CC ' Aether und filtrirt > das Filtrat der Carh i ■ " ^ erdunstun S überlassend. Als Verdunstungsrückstand hinterbleibt sta i° aure m schmieriger Form. Ein lange Zeit gelagertes Salz wird immer p ä , e Spuren Carbolsäure aufweisen, welche Spuren sich wiederum an der «...,. n & des im Contact mit Kohlensäure oder Ammon befindlichen Salzes befugen. erwe Natr iumsalicylat muss sich in 6 Th. 90-proc. Weingeist völlig löslich Natr" 6n UDd nur weiu £ e unbedeutende weisse Partikel (Spuren überschüssigen Aerzt IUcar ' 5ona ' ;s )> welche sich nicht lösen, wären zulässig, obgleich von einigen C u ... n ein geringer Säureüberschuss in dem Salze gewünscht wird. Kaiische Grün 0Sun S darf auch beim Erwärmen nicht zersetzt, ihre blaue Farbe nur in un verwandelt werden. dass g nwend "ng (Handb. II, S. 537). Es hat sich aus der Erfahrung ergeben, T age ^ es Natriumsalicylats als Tagesgabe mit stark zu bezeichnen ist. Nach gaben von 15 g sind mehrere Todesfälle vorgekommen. Von " "^' e neuen Arzneimittel" von Loebisch und v. Rokitansky (Wien 1879, rtr eimal° n ^! lI!AN und Schwarzenberg) ist bemerkt, dass das Natriumsalicylat eine i r ,, wen 'S cr stark wirke als die Salicylsäure. Es dürfte diese Auslassung w 'rkt . Ulm ^' c he sein und soll es wahrscheinlich heissen, dass es 1 / 3 schwächer n ehmen • SaI!c y lsaure > dass statt 2 Th. Säure 3 Th. des Natriumsalzes zu birt unfl 8m • ^ aS ^ atr iumsalicylat w 'rd leichter und schneller im Magen resor- Sali C yj„- Wlr ^ aur " die Schleimhäute und Magenhaut nicht so ätzend wie die kränker U \ e ® leSQ unangenelimen Eigenschaften dieser Säure macht den Kranken ' m Mu fl a T» 6r , w irklich ist, denn nicht nur das Brennen und kratzende Gefühl wirklich r, acnen > m der Magengegend, das zum Erbrechen drängende Gefühl, fond he" .-7 rbrecüen sind in der Anwendung der Salicylsäure störend. Ja man Mancher p . ct ' onen im Magen erbsengrosse tiefe Schleimhautgeschwüre. Wie ^ au cylsä ' ent ma S nicht an der Krankheit, sondern an Vergiftung durch bei d em I? gestorben sein. liier treffen wir auf ein ähnliches Verhältniss wie clam e fn T a UInc hlorat. Dazu kam die von gewissen Seiten unausgesetzte Re- und v 1Q Säure, welche man als ein unschuldiges Antipyreticum schilderte * ie die pTk 11 man Ta S es dosen bis zu 10—15 g gab. Solche Gaben sind, be i zwei k at " ng er S ie H in der Tbat giftige. Diesterweg beobachtete z. B. keit und P i S6n Mannern na <* Tagesgaben von 11—16 g, abgesehen von Uebel- I)e liri en , echen > »eiche immer leicht zu beseitigen waren, das Auftreten von Falle dn'r rifv denen der Potatoren völlig ähnlich waren, jedoch in dem einen hatten R . Uloralh ydrat beseitigt wurden, im anderen Falle nur eine kurze Dauer v °n 20«. •' schw ächlichen Frauen beobachtete er Collaps nach einem Verbrauch halb 6 V" / 2 Stunden md *6 g in 16 Stunden. Bei einer Frau welche inner- kur zer r7 Unden nur 4 g Natriumsalicylat genommen hatte, trat Betäubung von " aue r ein, dann folgten drei Stunden dauernde Dehnen etc. 760 Natrum salicylicum. Gatti berichtet einen Fall, wo bei Anwendung des Natriumsalicylats gegen acuten Gelenk-Rheumatismus bei einem 16 jährigen Mädchen nach 10 Gaben, stündlich 0,8 g, zwar die Schmerzen etwas nachliesscn, die Kranke aber vor Ohrensausen nicht hören konnte und völlig blind war. Die Pupillen waren stark erweitert. Nach Rückkehr der Lichtempfindlichkeit blieb dennoch die Mydriasis eine längere Zeit zurück. Im Speichel und Harne konnte Salicylsäure nicht nachgewiesen werden. Dubrisay beobachtete nach Tagesgaben von 3 — 4 g vorübergehende Impotenz. Das Natriumsalz macht die Salicylsäure innerlich bequem anwendbar, denn diesem leichtlöslichen Salze fehlt der brennende kratzende ätzende Geschmack und es äussert auf die Magenhaut nicht die ätzende Einwirkung. Trotzdem sind starke Gaben zu vermeiden und dieselben in kleinere und öftere umzusetzen- Dass unter Umständen auch mittelmässige Gaben nachtheilige Wirkungen zur Folge haben können, wurde einige Male beobachtet. Ueberhaupt muss ein lang 0 andauernder Gebrauch vermieden werden. So berichtet Feltz, dass nach mchr- wöchentlichem Gebrauch von Tagesgaben von 5,0—8,0 g sich häufiges Erbrechen» häufige Anfälle von Kopfweh, welches sich über das Gesicht bis zum Halse h' 11 ' zog, Verengerung der Pupillen, Unwohlsein einfanden. Dieser Zustand dauer ' sogar 17 Tage nach der letzten Gabe, während welcher Zeit auch noch Salicylsä 1 " im Harne nachweisbar war. In Bayonne hatte ein starkor Mann aus Versen« 50 g des Salzes in Stelle Glaubersalzes eingenommen. Als Vergiftungssympt° traten ein: Durst, Uebelkeit, Erbrechen, profuser Schweiss, Kälte in den E x mitäteu, Schwäche, Ohrensausen, Taubheit, vermindertes Sehvermögen, Verla B samung des Herzschlages, Pupillenvei'engcrung, Kopfweh, Collaps, Leibes*' stopfung, Albuminurie. Der Vergiftung folgte Genesung nach Anwendung nöthigen Mittel und besonders der Excitantien. Die Salicylsäure scheint eingenommen als Natriumsalz im Blute zu circuW (Köhler). Da das Natriumsalz durch Kohlensäure zersetzt wird, so ist n** dem Einnehmen des Natriumsalzes das Auftreten der freien Säure in den sonderungen erklärlich. Im Harne, in welchen sie schnell übergeht, finde \ sie zum Theil unverändert, zum Theil als Salicylursäuro wieder. In die ^ der Frauen scheint sie nicht überzugehen, wohl aber in den Foetus. Aus riger Lösung wird sie nach Kolbu von der Haut nicht resorbirt, doch abei ^ weingeistiger Lösung. Aus der wässrigen Lösung des Natriumsalicylats i die Haut dieses Salz auf. , „ a i z es Bei nicht fiebernden Menschen erfolgt nach Einführung des Natrium keine merkliche Temperaturerniedrigung, diese erfolgt nur bei Fieberkrank • g Die Wirkung auf das Nervensystem gleicht derjenigen der Chinaa .^ und es können Bich einstellen Ohrensausen, Schwethören, Wallungen, beb* ^ Kopfe, Mangel und Schwäche im Sehvermögen etc. Kinder vertragen da triumsalicylat verhältnissmässig leichter als Erwachsene, Das Natriumsalicylat ist als ein speeifisches Heilmittel des acuten Gelen' juas nau-iuuiBaucyiai ist ais ein specinsenes neuminei ae»»cu»o» /Hieben 1 rheumatismus, überhaupt aller rheumatischen Leiden mit entzün ^^ Charakter erkannt worden. In frischen und leichteren Fällen tritt ? ch0 ° lc i 1 en stündlichen Gaben von 1,0g sichtliche Besserung ein. In Fällen, rn ^ sich schon Exsudate in den Gelenken angesammelt haben, ist der Hei lel *^ u „. nur geringer oder gar nicht ersichtlich. Luigi Carpani fand dieses '^ oVon wirksam beim monoarticulären Rheumatismus und contraindicirt bei Compl 10 ^_ mit schweren Herzleiden, bei gleichzeitig bestehenden schweren nervösen ü ^^. strischen Störungen, gleichzeitigem Nierenleiden (daher sei der Harn vol L bnU icu düng des Natriumsalicylats stets zu untersuchen), welches durch den « Natrum salicylicum. 761 verschlimmert wird. Auch bei schwächlichen Personen sei das Salz stets mit Vorsicht anzuwenden. Von Oelschläger (Danzig) wird das Natriumsalicylat als ein sicheres Mit- tcl gegen nervösen Kopfschmerz, Migraine, empfohlen. Es helfe dann, We nn die anderen üblichen Mittel keinen Erfolg ergeben. Dosis lg. Natriumsalicylat vermag die Symptome des Diabetes mellitus vollkommen ^ u beseitigen, aber dieses Leiden nicht zu heilen, denn mit Unterbrechung des Gebrauches findet sich Zucker im Harne wieder vor. Die Symptome werden vorübor- Sebend um so schneller unterdrückt, je stärker die Gaben des Salzes sind. Müeler- ^Akneck gab es bei der Zuckerkarnruhrin Tagesdosen zu 9,0—10,0. Längerer Gebrauch Hess ein Nachlassen der Wirkung erkennen und mussten die Gaben n ach un fl jjj^ ^ zu -j^q —16,0g gesteigert werden. Intoxicationserscheinungen ^wanden nach dem Aussetzen des Mittels bald. Dr. Domingos Jose Freire (Rio de Janeiro) glaubt in dem Natriumsali- eylat ein speeifisches Heilmittel des gelben Fiebers erkannt zu haben. Dr. "''■'kzyckt (Kosowa) heilte mit Gaben von 1,5g dreimal täglich Urticaria, *° Chinin und äusserliche Mittel vorher vergeblich angewendet waren. Diester ^ Ve , Nr. 12). Zielewicz beurtheilt das Natriumsalicylat als Mittel gegen Intermittens putsche med. Wochenschr. 1879, Nr. 41 u. 42), dass es billiger als Chinin ^ b auch Chinidin und Cinchonidin?) ist, dass davon aber grosse Gaben und ^aürend des Fieberanfalles gereicht werden müssen und dass Kinder es leichter enrag en als Erwachsene. Diese Beobachtung machte auch Ignaz Weiss (Buda- ty }!•• Welenor dieses Salz auch als ein mächtiges antipyretisches Mittel bei den JPhösen Erkrankungen des Kindesalters erkannte. Die Heilerfolge sollen sogar ral ■• ^inins, kalter Bäder, kalter Einwickelungen, des Gebrauches von Mino- auren überragen. Nur bei Diphtheritis waren keine. Erfolge damit zu erzielen. es ter med. chir> p re88e lg80> Nr _ 10-) gefini ^ r ^ ennun g der Salicylsäure im Harne, wird dieser mit Bleiacetat aus- elil !? tiber8 chüssiges Blei mittelst Schwefelsäure beseitigt und dann mit Ferri- "lorid versetzt. Das Natriumsalicylat mit Borax gemischt liefen keine bittere Mischte. viel mehr mildert der Borax die kratzende Einwirkung auf die Geschmacks- g ^ ail e. Die Bitterkeit tritt nur bei Mischung von Natriumsalioylat, öorax und mTl 0der v ™ Salicylsäure mit Borax hervor. Werden von der Sabcylsäure Z. 1 Th. mit 2 Th. Borax gemischt, dass also Bor« im starken Ueberschusse Cl ? i8t ' 80 fehlt der Mischung jede Bitterkeit. Bei Verordnung des Na- riu *sal 1C yi at8 ist der Znsatz einer Säure zu meiden, denn Sahcylsäure scheidet 762 Natrum salicylicum. Natr. boro-salicylie. als in Wasser schwerlösliche Substanz aus und der stark kratzend brennende Geschmack tritt hervor. Natriumformiat ist als Ersatz des Natriumsalicylats empfohlen worden, doch hat Abloin nur Versuche an Thieren, Hunden und Pferden angestellt. Die Herzthätigkeit wurde verlangsamt, der Blutdruck herabgesetzt und die Temperatur erniedrigt. Grosse Gaben (lg per kg Körpergewicht) tödteten durch Herzlähmung. Man hat das Natriumsalieylat auch subcutan injicirt, um eine antipyretische Wirkung zu erzielen, da jedoch mehrere Einspritzungen einer 10-p roc ' Lösung erforderlich sind und der Effect nur zu oft ein fraglicher ist, so dürfte sich dieses "Verfahren wenig empfehlen. In Klystiren (Dosis 2,0—3,0—4,0) hat es sich sehr gut bewährt. Liquor Jfatri salicylici, Natriumsalicylatlosung, eine Lösung von 1 Th. des Salzes in 2 Th. destill. Wasser. Spec. Gewicht 1,151 — 1,153. Farbe blasgelblich. Man kann diesen Liquor auch nach den Angaben der auf S. 538, n des Handbuches angeführten Tabelle stets ex tempore darstellen. flatrnm boro-salicylicum, Mrinmborsalicylat, borsalicylsanres Satron, bordisalicylsaures Natrium (C 14 H 10 O,-NaBO 2 nach Jahns). Es werden 20 Th. des officinellen Borax, 9 Th. Natriumbicarbonat und 55 Th. Salicylsäure, sämmtlich in reinem Zustande und gepulvert, unter Reiben gemischt, bis °-' Mischung eine fast teigige Masse bildet, welche mit 150g verdünntem "*L lD geist (68—69-proc.) übergössen unter Umrühren eingedampft und in der " a " serbadwärme ausgetrocknet wird. Ausbeute 60 Th. Werden statt 150 ver ' Weingeistes 100 Th. 90-proc. Weingeist genommen, so fällt das Präparat vi weisser aus und die Austrocknung geht schneller vor sich. Eigenschaften. Natriumborsalicylat bildet ein weisses, kaum hyg 10 ' °?. sches Pulver, in gleichviel Wasser und 11 Th. 90-proc. Weingeist löslich. Ae löst nur Spuren davon auf, ebenso Glycerin. Der Geschmack ist excessiv anhaltend bitter. , , Näheres über diese Verbindung berichtet E. Jahns (Göttingen) Archiv Pharm. 1878, erste Hälfte S. 212 u. f. - t Die Ursache des bitteren Geschmackes ist die Verbindung der Borsäure der Salicylsäure. Sobald Borax quantitativ die Salicylsäure in der Mise ^ überragt, tritt der bittere Geschmack zurück und ist bei vielem Borax z. • Th. Salicylsäure und 2 Th. Borax nicht mehr vorhanden. Diese Mischung ^^ sogar einen süsslichen Geschmack (B. Hiesch). Sobald die Salicylsäure eine Base gesättigt ist, haben die Mischungen keinen bitteren Geschmack, mehr wird z. B. der kratzende Geschmack des Natriumsalicylats gemindert, dieses mit Borax vermischt ist. Anwendung. Das Natriumborsalicylat wird zuweilen in Fällen angewen tj in welchen der chronische Charakter der Krankheit vorwaltet, besondeis _^ Gicht, Podogra, Katarrhen, am besten in Pillenform, denn der GeschmaM ^ unerträglich. Durch Glycerin wird der bittere Geschmack so weit beseitigt, ^ dieses Salz auch in Mixturen gegeben werden kann. Ferner ist eine .»'^ er " Lösung des Salzes ein gutes Prophylacticum der Augenentzünduug Neugebo i ^ Die Lösung wird sofort nach der Geburt angewendet. Auch als Prophylac der Ophthalmia sympatica dürfte eine 2-proc. Lösung genügen. , in Dieses Salz ist ein vortrefflicher Ersatz für Arsenik und Sub }}? ^ allen den Fällen, in welchen diese Gifte gegen Wurmfrass, Insecten (" Hausschwamm etc. Verwendung finden. Natrum salicylicum. — Natrum sulfuricum. 763 (1) Aqua ciinicicida. Wanzenwasser. Solvel* 1 boro8ali °y Uci 20,0. M«ae communis 100,0 D »Piritus Lavandulae 50,0. che "ml; w ln Be P>seln der Stollen, wel- m >t Wanzen belebt sind. ( 2 ) Aqua ophthalmica prophylactica neonatorum. "genwasser für neugeborene Kinder. Solve'Yn 1 bor03al!c y li ci 1.0. D A 4 1Ua S Ro *ie 100,0. der An, ^Bestreichen und Waschen lnxia d ? c " ( Neu Soboroner behufs Prophy- zu m vv r '"niunctivalblennorrhoe. Auch We 'cho m'f r 11 dcr Au S'°n der Personon, ilie an Leuten in Berührung kommen, leiden). il " stecke nden Augenkrankheiten ' ) Liquor antipsoriens decolor. ^ Krätzwasser. Käudewasser. s ove b boro8 alicylici 10,0. tuoi tdde e C0 . mmunis 50,0, ■> . .....- *«»-• 'ereiben und Waschen der (4) Liqnor inseeta fugans. Insectenscheuchwasscr. Fliegenscheuch- wasser. ijc Natri borosalicylici 5,0. Solve in Decocti Quassiae ligni (e 5,0) 95,0. D. S. Mit dein damit genässten Lappen die Stellen des Felles und der Haut an den Hausthieren zu bereiben, auf welche sich Insecten zu setzen pflegen. (5) Mixtnra Natri borosalicylici. ty: Natri borosalicylici 10,0. Solvc in Vini albi 150,0 Glycerinae 40,0. D. S. 2—3-stündlich einen massigen Esslöffel voll. (6) PnlTis neryinus Oehlschläger. Migränepulver. fy Natri salicylici Sacchari albi ana 1,0. M. D. tales doses quinque. S. Bei eintretendem Kopfschmerz 1 Pulver mit Wasser zu nehmen (eine Dosis soll in den meisten Fällen genügen, das Leiden zu beseitigen). I) s y s La ™ndulae 40,0. kri 'tzie,. n Ä,lm , bereiben und W ........ räudigen '^Ofmm ^HH^M^^^^^^^B 25 ^ b 5at°w!! 01 ' i!°! Z ^ n / tl ^. h , (als E J rsatz dcs gesundheitsschädlichen Anstriches P lch mit einl k. d) behufs Todtu "g ^r Holzwürmer. Zuerst zweimaliger An- OT 'n 150^^,. h ?jssen Lösung von 20 Th. gewöhnlicher Salicylsäurc und 10 Th. W ch mit einp, t .P°PP elw asserglas und 100 Th. Wasser. 14 Tage später ein Ueber- Che Hackfirni 88 S VOn 10 TL Bdhylrtiin und 5 Th. Borax in 200 Th. wässrigem Natrum sulfuricum. Die L'T- S(>bmclz P unkt des wasserfreien Salzes liegt zwischen 850 und 870° C. eine »• • ei J des wasserleeren Natriumsulfats in wasserhaltigem Weingeist ist pr 0c w JI ! g0 ' ' n wasserfreiem Weingeist ist es unlöslich. 100 Th. eines .'SO vol. w asS e rf . CIngeistes löscn 1 > 5 Th -> 10 ° Th - cinos 45 -P rw - lösen nur 0,5 Th. des s talli a ;„! eien Salz es. 400 Th. eines 60-vol.-proe. Weingeistes lösen 0,4 Th. kry- u »«tes oder 0.1 ft ti. —*——*~ ^---- --------- "sirtes od— emeS BU " V0L -P roc - w ei Zur vol °' 18 . Th - entwässertes Natriumsulfat, ^ng desVt 1 - 611- ' 1 "' 1 "'" Be8timmun 8 des rohen Glaubersakes oder einer , allt mit Bt atr " ,msn lf!its löst A. Beetbakd 1 g des Salzes in beissem Wasser, 5 ühl ensäuro T aSS ° r " nd filtrirt Dach dem Erkalt «n. In das Ftltrftt leitet er est »tnmt er ' jj* znm 8iedeil > läs st erkalten und filtrirt. aas Natriumkarbonat mit Normal Schwefelsaure. In dem Filtrat nun S a j ., ° ^atrmmearbonat mit Normal-Schwefelsaure. j^e II i ma ( J ura Carolinensium factitium, künstliches Karlsbader Salz ist im Hand- Se Ware \. ö » mit zwei zieml ic h übereinstimmenden Forschriften bedacht %lcllt iges a or ttblicü > als '»an erkannte, dass in dem Präparate, als ein A gens das i m natürlichen Salze vorkommende KaKnmsnrfat fehle, und 764 Natrum sulfuricum. Karlsbader Salz. daher zugesetzt werden müsse. Mehr denn ein Dutzend Vorschriften, jede angeblich ein besseres und wirksameres Präparat liefernd als die andere, worden veröffentlicht. Nun bringt es die pharm. Ordnung mit sich, nur eine Vorschrift als die giltige zu aeeeptiren. Diejenige dürfte jedenfalls die beste sein, welch" ein Präparat sichert, das in der Zusammensetzung dem zu Karlsbad bereiteten Salze am ähnlichsten ist. Ferner ist es bequem für den Gebrauch die Salzmisch- ung in ein gröbliches Pulver zu verwandeln. Die Vorschrift ist folgende: iy M Natri sulfurici dilapsi 400,0 Natri bicarbonici 200,0 Natrii chlorati 100,0 Kali sulfurici 20,0. . fiat pulvis grossiusculus. D. S suo nomine. Das Verhältniss in anderen Vorschriften ist folgendes: Natrium- sulf'at wasserfrei 200,0 45,0 100,0 92,0 104,0 50,0 Natrium- bicar- bonat 205,0 33,0 70,0 42,0 6,0 Natrium- carbonat ttrasscrfroi Kalium- sulfat 12,5 2,0 5,0 2,0 3,0 Natruim- chlorio 115,0 20,0 40,0 38,0 20,0 3,0 Pharmakopoe-Commission d. d. Apotheker-Vereins Dr. Uloth's Vorschr. Bbünnengräber's Vorschr. Sprudelwasser eingedampft 92,0 50,0 Prof. Almen's Vorschr. Prof. Waldenburg's Vorschr. Dr. Cuü. Bbunnengräbek, Apotheker zu Rostock, dispensirt das Karlsba Salz in einer für den Gebrauch sehr bequemen Weise, nämlich in einem » gefäss mit weiter Halsöffnung, um das Salzpulver mittelst Theelöffels herausne ^ men zu können. Das Gefäss ist mit einem Ilolzstopfen geschlossen, welche unteren Ende eine Höhlung hat, welche als Maass für 6 g des Salzes dient. ' wäre erwünscht, wenn diese einfache und gefällige Form der Verabreichung ' Mittels von den Deutschen Apothekern aeeeptirt würde. - c jj Wie man schon vor 50 Jahren wusste und die Pharmaeeuten unter ^ erzählten, wurden die leeren, damals üblichen Karlsbadersalzschachteln mit t > ., benem rohem Glaubersalze, mit einer Messerspitze zerfallenem Natriumcar ^ versetzt, gefüllt. Wie nun vor wenigen Jahren von Almen und auch von ^ nack durch Analyse bestätigt wurde, besteht das Karlsbader echte <& ^ Schachteln aus Natriumsulfat (mit 50 56 l'roe. Krystallwasser), eirca 0, b ' ^ Natriumcarbonat und 0,1 Natriumchlorid. Beim Eindampfen würde das ^ bader Wasser ein Salz hinterlassen, welches nach Racisky's Analyse en ^ müsste: Natrium- ( + Kalium-) Sulfat 46,6 Proe., Natriumearbonat 25,1 P ™jV k . Natriumchlorid 18,9 Proc. Wenn man den Mittelweg zwischen diesciuba^ ^ stände und dem echten Karlsbadersalz wählt, so dürfte die oben als Nor ^ g gestellte Vorschrift das den Anforderungen entsprechende Salz liefern. Da ^ echte Salz fast nur Natriumsulfat ist, liegt in der Weise der Darstellung, ™ ^ ütio r- das aus der ersten Krystallisation hervorgehende Salz sammelt und die ^ ^ lauge weggiesst. Es wäre sehr unpassend ein künstlich zusammengesetz ^eit zu dispensiren, welches mit dem echten Salze nicht die geringste Ae lten( jeß hat. Das Natriumsulfat muss nothwendig in der Mischung den verwa■ bpn Theil bilden. Keine der mitgetheilten Vorschriften nimmt auf diesen wese er Umstand bedacht. Es muss in der Wirkung beider Salzmischungen kein B ^ Unterschied walten, das künstliche Salz soll und kann aber einen gewiss Ifatrum sulfuricum. Karlsbader Salz. 765 ™% beanspruchen. Pharm. Centralh. 1881, Nr. 7, 8. 77 finden sich über die Darstellung des Sprudelsalzes ausfuhrliche Mittheilungen. Karlsbader Mineral-Wasser ist ein Mittel gegen Diabetes mellitus, welche Jacques Meyer (Berliner klin. Wochenschr. 1879, Nr. 31, 32) für eine "^heilbare Krankheit erklärt.*) Der Gebrauch des Karlsbader Sprudelsalzes als ""atz des Besuches von Karlsbad ist nicht zutreffend, letzterer ist nothwendig, We nn man Besserung oder Heilung von dieser Krankheit erwartet. Contraindi- cirt ist der Brunnengebrauch zu Karlsbad bei hochgradiger Zuckerharnruhr (bei Abscheidung von 100—200g Zucker den Tag ilber), bei gleichzeitiger Gangrän der Ha ut mit Herzschwäche gepaart, bei gleichzeitigen Gehirnleiden oder Augenleiden, Reiche sich auf Gehirnleiden beziehen lassen, bei gleichzeitigen asthmatischen prallen und starker Abmagerung, bei Albuminurie mit hochgradiger Anämie, oder Hydrämie, oder Nephritis und endlich in Fällen schwerer Art, welche mit institutioneller Syphilis complicirt sind. Karlsbadersalz, auch das künstliche, ist ein Mitteigegen Fettleibigkeit. a< * Seegen wird durch den Gebrauch des Natriumsulfats die Umsetzung der pckstoffhaltigen Körperbestandtheile beschränkt. Ein 4 — 6 - wöchentlicher Ge- «•auch genügt, die Fettmasse um 10kg zu redlichen. Marienbad und Tarasp er( Jen besonders in dieser Beziehung hervorgehoben. Der Gebrauch der oben ,p N °rmal-Salz angeführten Mischung gegen Fettleibigkeit dauert 6—8 Wochen. (] a gesgabe 10g und allmählich steigend bis auf 20g. Ueber die Beseitigung er Fettleibigkeit V ergl. man: Marienbad in der Kursaison 1880, von Medicinal- ath ^r. E. U. KI80H (Prag, Verlag d. Verf. 1881). 8 Bitterwasser von Kukinat (in Spanien). 1 Liter enthält 96,3g Natriumsulfat; äu'lf Magnesiumsulfat; 2,0g Natriumchlorid; 2,2g Kaliumsulfat und Calcium- at > 0,04g Kieselerde und Eisenoxyd. fl . Kältemiscliung. DlTTE macht*; Mittheilungen (Chem. Centralbl. 1880, Nr 25) lieh 1 daS Ver,laltcn (ll ' s Nalriiunsiilfals im Contact mit conc. Salzsäure. Beträcht- g . e Kälte wird erzeugt, wenn man krystallisirtes Nafriumsulfat mit ttberschüs- u ^ r c °ncentrirtcr Salzsäure übergiesst. Die Prismen des Sulfats verschwinden ,„_, . für tritt ein weisses feines würflig-krystallinisches Pulver, aus Natriumchlorid auf, weil die Salzsäure hei —15° bis +20° Natriumchlorid nicht löst Stehend (N n " ' ' WC|1 die Salzsäure bei —16" bis +2ü» jNatnumcmonu uram»" L aU '. S ° 3 ,10HO+HCl=NaCl+SO3,HO + 10HO). Wenn ein wasserhaltiges Salz emer Säure gemischt wird, so ist die Temperaturerniedrigung nicht Folge der der"" 8 d ° S Sillz(;s > sondern der Wechaelzersetzung im Einklänge mit dem Gesetze grössten Arbeit (Energie) eto, der l'iadriiTi" 1 ^'ennanim Carolinensiiiiii "Piex Acido carbonleo saturata. £W sulfurici 6,0 S?J" bicarbonici 12,0 W" »f^cl 0,6. . ™iea omneB minutlm eontusos In A'nn S 0n ttnentem »aies desidant. Tum adde etW n 8ulfurici dll »t> a : °) 15 -° s epouB i colerril ne epistoraio obtura. _^"e ioco frigido et saepius agita, ut solutio saUum efficiatur. Ad usum Volumen imiitu aquae cum voluminibus tribus aquae tepidae commisceatur. (2) Mlxtura antieterlea neonatorum GÖMS. ■f Natrl sulfurici 10,0 Extracti Taraxaci liquidi 0,0 Aquae destillatae 50,0 Syrupi Rhei 25,0. M. D. S. 2-stündlich einen Theelöffel. harn ru L D , ei ? V ()rf . die80S Er g 8M ung 8 bandes ist ein Fall beka. , ',•„£",; an diet, '« Iaden-Baden (HEUST,ER-MAn- bach) sind drei an der Zahl: No. 1. Weingeistiger Auszug aus Senna und Ai '• No. 2. Weingeistiger Rhabarberauszug. No. 3. Künstliches Karlsbadersalz, f^f. Preis der 3 Mittel 21 Mark. (E. Geissler, Analyt.) Vergl. auch Seite 754: Dia" sou kosmetische Anstalt etc. Natrum wolframicum. •}• Satrom wolframicum, lifatriumwolframiat, wolfiiimsaures Natron (NaO,WO -r 2HO=165 oder Na 2 W0 4 + 2H 2 0=330) wird im Grossen durch Schmelzung von Wolframerz (Wolframit) mit Natriumcarbonat und etwas Natriumnitrat, Behau l der Schmelze mit Wasser, Eindampfen der filtrirten Lösung zur Trockne, Wie lösen des Trockenrückstandes mit Wasser und Krystallisation dargestellt. Kleinen wird einfach wasserhaltige Wolframsäure mit Natriumcarbonat oder triumhydrat in Lösung und dann zur Krystallisation gebracht. Eigenschaften. Natriumwolframiat bildet farblose Prismen oder r hoBlblSC r0 . Tafeln, von alkalischer Reaction, salzig herb-bitterem Geschmack. Es ist hyg skopich, sehr leicht in Wasser, nicht in Weingeist löslich. Beim Erhitzen es undurchsichtig, schmilzt noch vor dem Glühen und erstarrt dann krystallmis Durch Salzsäure wird es in das weniger lösliche Natriumdiwolframiat (Na2 2 + 2H 2 0) umgesetzt. Auch Kohlensäure wirkt zersetzend. Aufbewahrung. In der Reihe der starkwirkenden Arzneikörper in die schlossenen Glasgefässen. . , t Anwendung. Eine Anwendung als Arzneisubstanz hat dieses Salz noch n^ gefunden, wohl aber in der chemischen Analyse und dann in seiner 20-proo. ^ rigen Lösung in der Oeconomie und Technik als Flammenschutzmitt ^ Kleider und Holz, sowie als Substitut der Stannipräparate in der Färberei. ^ Campecheholzabkochung liefert es eine schwarze Flüssigkeit, welche auc Tinte verwendet werden kann. _ , ver . Wenn das Natriumwolframiat auch das Brennen mit Flamme nicht t? 1 * 1 ^. hindert, so ist doch die Entzündung eine schwerere und das Verglimmen ein ^^ sameres. Wird der Stärke noch Magnesia zugesetzt, so wird der Zwec ^ besser erreicht. Ein billiger Ersatz dieses Salzes als Flammenschutzmitt Ammoniumsulfat sein. moxyd- Wolframnatriumwolframiat oder wolframsaures Wolfram ^ natron (Na 2 W 3 O 10 ), welches in goldgelben metallglänzenden Würfe ^^^„ht beständige Safranbronze, in der Kaliumverhindung violette, im Sonneni; Natrum wolframicum. — Niccolum. w ^ Prerglänzende Nadeln, die Magentabronze, letztere mit blauem Wolfram- y Kupfer, Kobalt, Indium etc. leicht zu trennen. (Chemie. Die Tr toff b P - n nnUng von Nickel und zin k wird erreicht durch Schwefelwas- m on v fi ro!l t be £ e nwart von Citrat oder Citronensäure. Die Lösung wird mit Am- 8ä1 %uJ u ^ oder NiO, SO 3 + 2H 3 N+2HO = 129,5 oder NH 2 NiNH 4 80 4 ). Zu seiner D»« gpeC _ wird nach IInwin Nickel in einem Gemisch aus .'5 Vol. Salpetersäure ( , doI) g Gew.), 1 Vol. conc. Schwefelsäure und 4 Vol. Wasser unter Wävroeanw Niccolum. Vernickelung. 769 ac nten ist. — 4) Das Bad darf seine Neutralität nicht verlieren. Tritt saun: n ein, so setzt man tropfenweise verdünnte Ammoniaklösung bis zur Neugelöst, die conc. Lösung mit einem grossen Ueberschnss Ammoniumsulfat in conc. osung versetzt, das ausgeschiedene Doppelsalz in geringer Menge Wasser ge- ost und wiederum mit Ammoniumsulfat ausgefällt. Die im Handbuch angegebene orschrift dürfte bessere Resultate ergeben. Eine Lösung von 1,030 spec Gew. sich zum Vernickeln eignen. Wenn das benutzte Bad an Salz arm geworden > soll man es mit Aluminiumsulfat versetzen und dann flltriren. Vwiückelung. Laut Dr. R. Kayskr's Anweisung (Zeitschr. f. Blechindustrie) ,, *°Igende Umstände erforderlich, um eine tadellose Vernickelung zu erzielen f ,. emheit des verwendeten Nickelsalzes und der Nickelanoden; letztere müssen ei von Kupfer sein. Ein Eisengehalt ist nicht schädlich. — 2) Die Anoden- ^ ac he darf nicht kleiner sein, als die zu vernickelnde Metallrläche. —■ 3) Das rv-i 6 ^ ar ^ nicht zu concentrirt sein. Eine Lösung von 1 «Th. Nickelsalz ^ickeloxydulammouinksulfat) in 20 Th. destill. Wasser genügt. Das verduu- j n . "asser musa stets wieder ersetzt werden. Die Temperatur des Bades nicht unter 15° C. sinken, auf welchen Umstand in der kälteren Jahreszeit Rea 8i fl u!° n nmzu - " " *>) P ur Gegenstände von Kupfer und dessen Legirungen chl •;? er einzurichten, denen man auf je 1kg Nickelsalz noch 10 g Ammoniumstat zu ^St« — 6) Zur Erzielung heller dauerhafter Vernickelung ist ein Ku Cr om erforderlich. — Nothwendig sind: a) eine gute mechanische Reini- hei ^ Gegenstände mittelst Kratzbürste, b) Behandlung mit einer siedend- gen t Pott aschenlö8ung aus 1 Th. Pottasche und 12 Th. Wasser, c) Die Ge- Stahi wcr( ien mit heissem Wasser abgespült, d) Gegenstände von Eisen oder lii-'l ! Wen } en '" verdünnte »Schwefelsäure gelegt, solche von Messing in gewöhn so 61 . ■ . S(> ' gelb gebrannt und sorgfältig mi< kaltem Wasser abgespült, e) Die . 6 reinigten Gegenstände verbleiben im Nickelbade kürzere oder längere Zeit, ten P ^ em ^" ra ^ e ( 'e r gewünschten Stärke der Vernickelung, f) Die vernickel- 8täi 1 esenstan( le werden in Sägespahnen getrocknet, g) Fall« Politur der Gegen \Yj , v G)"lan<2,t wird, erhalten sie dieselbe auf einer Filzscheibe mit Hilfe von setze -k °^ er l>:u ''' tter Roth, h) Es dürfen die Gegenstände vor dem Ein- v er • , ln ( ^ as Nickelbad nicht mit dem Händen berührt werden, da sonst schlecht „ e " e Stellen zum Vorschein kommen. b[ at( . ^ Erreichung tadelfreier Nickelablagerungen warnt .1. Kalmar (Industrie- nicket Vi • r ' ^ vor unreinen Anoden und unreinem Nickelsalze. Ammonium t ra i _~' ori d soll sich dem Ammoniumnickelsulfat ähnlich verhalten und neu Rad ■ bessere Resultate und gut haftende Ueberzüge liefern. Alkalische verw j° ' a "enfalls für schwache Vernickelung von Bronce-Gegenständen we ndbar sein. M e . enn e 8 nicht auf eine sehr kräftige Vernickelung von Kupfer oder li rt r/ nR a nkommt, so kann sie auf folgende Weise geschehen. Fein granu- undy " ^ eisssu<1 ), kalkfreien Weinstein und Wasser bringt man ins Sieden Bad e 6 - r8etzt mit l 9 ög Nickelcitrat, 32,5g Nickelbenzoat und 5g Benzoesäure. 1881 a o rb - VD » 8. 66.) Hiervon abweichend empfiehlt Wkston (Chem. Ztg. ' S - 42) eine,, Borsfturezuaata, welcher die Bildung basischer Nickelver- Ha 86 r . Pharm. l> raxis . g,,^ 49 770 Niccolum. — Nicotiana. bindungen an der Kathode verhindern soll. Er giebt folgende Mengen an: 5 Th. Niccolochlorid, 2 Th. Borsäure — oder 2 Th. Niccolosulfat und 1 Tb. Borsäure, dann Zusatz von Aetznatron, Aetzkali oder Aetzkalk bis zum Autlösen des gebildeten Niederschlages. Vernickelung polirter Eisen- und Stahl objecto durch Ansieden nacü Stolba. Man bringt in eine verdünnte (5—lOproc.) Lösung reinen Chlorzinks so viel Nickelsulfat, dass dieselbe stark grün gefärbt erscheint und erhitzt (am besten in einem Porzellangefäss) zum Kochen. Nun trägt man (unbekttmni ert um die sich einstellende Trübung durch Ausscheidung eines basischen ZinK- salzes) die vollkommen gereinigten fettfreien Gegenstände der Art ein, dass sif' 1 dieselben nicht oder doch nur an wenigen Stellen berühren und erhält u»t er zeitweiligem Ersatz des verdampften Wassers durch destillirtes, 30—60 Minuten lang im Kochen. Während dieser Zeit schlägt sich das Nickel in Form einer glänzenden blanken Schicht nieder, und zwar überall dort, wo dem Objec in Oxyd oder Fett anhaftet. Erscheint der Gegenstand überall vernickelt, spült man ihn mit Wasser ab, worin etwas Kreide suspendirt ist, " n so trocknet ihn hernach sorgfältig. Man kann ihn auch mit Kreide putzen. 1 Bad kann später nach Filtration und Versetzen mit etwas Zinkchlorid un Nickelsulfat zu weiteren Vernickelungen verwendet werden. Sowohl Zinkchl" wie Niccolosulfat müssen chemisch rein sein, wenn der Process gelingen soll« IVickelbronze ist eine Legirung aus mindestens 20 Proc. Nickel mit Kup> er ^ Zink, Zinn. Sie ist härter als Messing und gegen die Einflüsse der Atmospn» sehr standhaft. Wegen dieser Widerstandsfähigkeit wird diese Legirung mathematischen, chirurgischen, physikalischen etc. Instrumenten, Medaillen verarbeitet. Argnzold soll eine neue Metalllegirung, nur 50 Proc. theurer als Mesaine sein und die daraus hergestellten Gegenstände ein schöneres Aussehen haben mit Nickel plattirte oder galvanisch überzogene. Schauwasser, grünes, von besonderer Schönheit soll eine Nickelnitratlösung s ei Vegetabilischer Barometer, pflanzlicher Hygrometer, Wcttcrbliimciiboiiquet, kün 8 tu« Blumen, welche je nach Beschaffenheit der Atmosphäre ihre Farbe von blau • roth und roth bis blau umsetzen, sind Blumen aus weissem Zeuge, , . u Kobaltchlorid tingirt ist. Bei sonniger trockner Witterung erscheinen Sie bei feuchtem Wetter roth. Barometerpapier, Bering's (Bromberg), entspricht jenen Blumen. Hierz dient man sich des Cobaltorhodanids, dargestellt durch Versetzen ei wässrigen Cobaltosulfatlösung mit einer weingeistigen KaüumrhodamdlöBUBg; lange Kaliumsulfat ausscheidet. Die Lösung kann durch Abdampfen in » Wärme concentrirt werden. Will man das Rhodanid in Krystallen darste > so muss das Abdunsten im luftleeren Räume geschehen. Mit der weingeis ig Lösung tränkt man Papier. Dieses wird heim Trocknen röthlich, bei 1° V^ raturzunahme und Trockenheit blau. Will man diese Lösung als sympatheti Tinte benutzen, so ist sie stark verdünnt anzuwenden. Nicotiana. Folia Kicotianae Handb. II. 8. 550. Nur die Blätter von Nicotiana cum sind die officinellen. In Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich w vorwiegend N. Tabacum und N. rusfica eultivirt. fabd' i-deu Nicotianä. 771 Die Aschenbestandtheile sind reich an kieselsauren Verbindungen. Will f. j ßESKNI us untersuchten die Asche mehrerer Tabaksorten Ungarns und JUjden unter anderen in Procenten der Aschenmenge Kali 5,77 und 23,33, Kalk- ™e 18,51 und 31,98, Magnesia 5,79 und 12,51, Ferriphosphat 3,02 und 7,04, j£'«umsulfat 3,0 und 8,4, Natriumchlorid 0,73 und 9,07, Kiesel 3,58 und 14,16 t P , 11,mo und Maximo. Die Aschenbestandtheile divergiren quantitativ bedeu- st II ^*' e ^ scne ^er besseren Tabaksorten ist häufig die weissere. In Algier rp man aus den Tabakstengeln mit Vorthoil Potasche dar. Im Hannöversclien Wak traf Hebtwiq in der Asche 11,11 Proc. Kaliumsulfat und 1,09 Proo. "Umsulfat, in einer Havana-Sorte dagegen nur 7,39 Proc. Natriumsulfat an. So f " ^icotingehalt fand Schloessing vertreten: in trocknen Französischen Tah i ZU 7 ' 96 und 7 ' 34 Proc -' in Virginia-Tabak zu 6,87 Proc, in Kentucky- 2.29 ZU 6 '° 9 Pr ° C- ' in EIsasser Tabak zu 3 ' 21 Proc -' in Maryland-Tabak zu Tah 'i ' m ^ avana - Tabak zu weniger denn 2 Proc. Lenoble fand in einem }.■ J- aus Amerika 6 Proc. Nicotin, in einer anderen Sorte nur 1,8 Proc. Der <} e ™gehalt variirt also bedeutend und bietet keinen Anhaltspunkt in Betreff Klimas und auch des Vaterlandes der Tabakpflanze. eine ■ . n 9- Vergiftung. Tabak ist ein Narcoticum acre und dem entsprechend Tabak r - tirende giftige Substanz (Handb. II, S. 552). Die Vergiftung durch f 0 j ls * entweder eine acute oder chronische. Uebermässig starken Gaben fällie-V . a ^ e Schmerzen im Unterleibe, Erbrechen, Diarrhoe, Schwäche, llin- r Un ^ ® » Ohnmacht (Syncope), geistige Störungen, Gedächtnisslosigkeit, Erweite- 8 der Pupille, kleiner Pulsschlag, Erkalten der Extremitäten, Tod. Scjj . Ine Vergiftung durch Tabak zeigte Symptome, wie Betäubung, profusen •Win* 8 ' ^"^elerschlaft'ung etc. Geheilt wurde sie von Valzah (Nord-Amerika) (Phil' ,'"' '""' ttel mit ZinkBulfat, durch Senfpflaster, Reiben und Peitschen der Brust de s jV^Pfoa med. Times VII, Nr. 243). Die chronische Vergiftung in Folge der y aUens > Schnupfens und Rauchens sehr starken Tabaks besteht in Störungen 'öässiJJ, auun Sj verringerter Esslust, kolikartigen Zufällen, Abmagerung, über- der Respirationswege, Erschöpfung. Üip !5 ei uml anhaltender Schleimabsonderung e eine P Mann« re rson ist diesen Leiden eher ausgesetzt als die andere, und können Aer^tp i we 'che starke Raucher sind, ein sehr hohes Alter erreichen. Viele der« fl- enau Pten, dass das Rauchen des Tabaks die gastrischen Secretionen för- ,*> die Verd e Pidem : auung, auch die Muskelthätigkeit belebe, und vor Miasmen und „] Vr cner Ansteckung wahre. Obgleich das Tabaksblatt einst den Namen So W j r( ] S (i Ken alle Krankheiten" (herbe ä tous les maux) erhalten hat, es heute nur sehr selten innerlich angewendet. au f das°f' f " yiA,,H ' AI ' bat das Tabakrauchen einen nachtheiligen Einfluss Vo n j ^börorgan, es bewirke snbjective Gehörsempfindungen und Schwindel. Nasen- ^; a8en höhle aus erfolgen durch direkten Uebergang des chronischen höhl e _ n ^ acn enkatarrhB katarrhalische Affectionen der Tuba und Pauken- es kam aS ' J;v,):l, Nr. 33. Dass Amblyopie (Sehschwäche) Folge des Tabaksrauchens sei, ist " e " hauptet, aber auch verneint worden. Ein überaus starker Raucher wurde v0 dieser Schwäche ein Paar Jahre hindurch häufig befallen. Eine Dosis bittere aromatischen Liqueurs hob das Uebel für den Augenblick und ein 3—4-tägig e Gebrauch der Pilulae Chinini cum Ferro Hageri (Handb. I, S. 853) genügte» ein Recidiv auf 4 — 5 Wochen hinauszuschieben. Wollte es der Zufall, cla diese Pillen gegen Husten, Kopfschmerz, Zahnschmerz etc. gebraucht wurden, kam es vor, dass sich ein Recidiv erst nach Monaten einstellte. Dieser Rauche» welcher stets denselben Tabak gebrauchte, wechselte das Stadtleben mit dem La" leben und es vergingen 4—5 Jahre, ohne dass das Leiden recidivirte. D aia fand es sich wieder dreimal ein, wurde aber mit jenen Pillen durch länge Gebrauch beseitigt und ist seit 4 Jahren nicht wieder eingetreten, obgleich die - Mann als leidenschaftlicher Raucher verharrte. Hiernach scheint die AmblyoP nicht vom Tabakrauchen allein abzuhängen und nur ein Symptom der Köri ■ schwäche zu sein, wie sie bejahrte Männer bei übermässiger Arbeit nicht se befällt. Dass dieses Leiden beim Raucher leichter eintreten kann als beim S* lC raucher, muss zugegeben werden. Bei einem alten Manne wurde Amblyopie vo ständig beseitigt, als er das Cigarrcnrauchen in das Rauchen aus der Pfeife setzte. 2g0 Im Jahresbericht über die Fortschritte der Pharmacognosie etc. XIV, »• sind letale Vergiftungsfälle durch Tabak mitgetheilt. Ein 15-jähriger Kn»^ hatte ein Stück Kautabak aus Versehen verschluckt und verstarb im Verlaute Tages. Daraus kann man entnehmen, wie gefährlich das Tabakkauen ist. ^ Der Tabakrauch enthält kein Nicotin, aber giftige p y ridinbaseD r '. ftuD g. durch Verschlucken oder Aufathmen des Dampfes entsteht eine Vergi Wegen des Kohlenoxydgasgehaltes würde nach Schlosser als Gegengit Lösung von 0,3 Extr. Seealis cornuti in 50,0 Wasser (viertelstündlich 1 Ka löffel) gelten können. t)e0 Als Gegengift des Tabaks beim Rauchen ist Sassafrasöl angeg 6 ^ worden. Man soll den Tabak mit einigen Tropfen dieses Oeles netzen der Rancher wird in keiner Weise vom Rauche ineommodirt (Lyde). ^ ;e Wenn der Tabakgebrauch so nachtheilig auf die Gesundheit einwirkt,^ sehr viele Aerzte behaupten, so dürfte sich dies dadurch constatiren lassen, man Zählungen der Kranken vornähme, welche Raucher und an den ^^ ; Werkzeugen leidend sind. In Frankreich wird z. B. pro Kopf circa 8Wg>^ Deutschland 1200g, in Belgien 2400 g in Spanien 500g, Tabak jährlich verbra (Loua, Journ. de la 8oc. de statistique de Paris.) Aer^e Es ist übrigens zu erwägen, dass nur diejenigen Physiologen und in Nicotiana. 773 •e schädlichen Folge» aus dem Tabakrauchen erkennen, welche nicht Raucher na > dagegen nicht diejenigen, welche selbst starke Raucher sind. (M rV ^' n f unrun g der Arzneistoffe durch Rauchen ist von Thompson e r lca ' Times 1879, Juniheft) näher besprochen worden. Zunächst wird Filtrir- ü P'er mit verdünnter Salpeterlösung getränkt, welche mit etwas Tinctura Nico- ae und Anisül versetzt ist, um den Geruch verglimmenden Papiers zu ver- . en - Nach dem Trocknen wird das Papier mit der weingeistigen Lösung des 300 DeiS '' 0n?eS getränkt und abgetrocknet, um daraus Cigaretten zu drehen. Auf qcm Piltrirpapier (zu 10 Cigaretten) genügen 0,2 Kalisalpeter, 6,0 Tinctura «sotianae (1 : 5) und 2 Tropfen Anisöl. fio d errn * c irfische Wirkung des Tabaks. Dieselbe ist eine allbekannte und be- ei s da von Worth, wo das vermieidische Gift keinen Schaden veranlassen soll, • • zur Vertilgung der Würmer im und am Erdreich der Pflanzungen, in vorn? 0 -' an ^ nanzen un< ^ Bäumen. Der Aufguss aus Tabaksblättern Iässt sich neuhaft mit den Bestandteilen der Lupinensamen verbinden. Noi; Rauch aus verglimmenden Tabak enthält nach G. Le Bon und G. v 1) Blausäure, 2) ein angenehm riechendes, dem Nicotin an Giftigkeit gleichen J^ 611 ^ 8 Alkaloid (Collidin), 3) aromatische, noch nicht erkannte Substanzen. Bla „ an ^ eren Angaben sind Kohlensäure und Kohlenoxydgas, Essigsäure und Zte- aUre ' n ^ em R aucne neben empyreumatischen Oelen vorwiegend (Chem. fand • ?' ^' 489). Alb. Pkescott untersuchte eine gebrauchte Thonpfeife und Tah t* ^'^ P roc - Nicotin, im Tabakrauche 2,48 Proc, berechnet auf den die h W< ? lcner 3 > 94 P roc - enthielt. Er macht diese Angaben mit Reserve, da kön renz " cnen Producta sich gegen Mayeu's Reagens wie Nicotin verhalten In dT" (Journ - Americ - ehem. Soc. II, S. 338. Pharm. Centralh. 1881, S. 151.) öUr p ^ 01 " s tehend angeführten Fällen lag wahrscheinlich kein Nicotin vor, sondern i m rp y™ ln basen. Nicotin ist, wie wiederholt untersucht und erkannt wurde, (li lR i ^krauche nicht vortreten und kann daher auch in den Condensationspro- u des Tabakrauches nicht vorhanden sein. d er g W "^Säuregehalt des Tabakrauches ist quantitativ verschieden je nach SpW,./. 1 ! (le ' 8s orte. Behufs der Analyse des Rauches lässt man ihn zuerst durch Seh p ro j 18i, ure, dann durch Kalihydratlösungen treten, um die basischen und sauren mitt e ] ^ Setren,, t zu sammeln. Bei Abscheidung der Kohlensäure aus dem Alkali S'ftiep A e ^ e ' saure 8( >11 mit der Kohlensäure keine Blausäure entweichen. Das Mieden l^™ ' n ^ em hauche fand Le 15on aus zwei Stoffen von verschiedenem im R a Ul ^ te bestehend. 1000 g Havana- und Türkischer Tabak liefern davon Vohl a C ' rca 1 S- Beide Stoffe scheinen Pyridinbasen zu sein, von welchen siedend ri Eulenbek« schon früher im Tabaksrauche das bei circa 170° C. Siedß» ,^°'lidin (C 8 H n N) auffanden und bestimmten. Den Stoff mit höherem im ß au j konnte Lb Hon nicht näher bestimmen. Die feineren Tabake liefern kiüeren 'P c ' uant ' ta1; ' v mehr Pyridinbasen als die geringeren Sorten, obgleich die Tabaks t* * e armer an Nicotin zu sein pflegen. Wenn demnach die feineren ^aar e T" Gn trotls des geringeren Nicotingehalts von dem Raucher als stärkere dass S i e ngesel . len werden, so ist die Erklärung nur in dem Umstände zu suchen, Keri us*en qUa ü titativ melir de8 K ifti 8 en Pyridinbasenstoffes im Rauche liefern als die Wirkend rp ni <»tinreichereii Tabake. Die Pyridinbasen sind sämmtlich stark Hni,i di ( ™ in »C 5 H 5 N; Picolin, C (i H 7 N; Lutidin, C 7 H fl N; - Corindin, C, 0 H l5 N; C 8 B N ' ^iN] Viiidin, C 12 .H 19 N) und die in der Mitte liegenden, das Collidin, B«im u Parvolin > t! 9 H isN, scheinen die giftigeren zu sein, ein Ki ft. Ka »-chen der Cigarren und Cigaretten wird in den Mund des Rauchers 0 H Serer R auc h als beim Rauchen aus der Pfeife geleitet, indem ein grosser 774 Nieotiana. Theil der weniger flüchtigen Pyridine im Pfeifenrohre und den daran hänge» 0 " 00 StUcken eine Verdichtung erfährt. Diese Verdichtung fällt beim Cigarrenraucnen weg und geschieht im Munde des Rauchers. Eine sehr ausführliche Arbeit, den Tabakrauch betreffend, hat Le Bon im Repertoire de Pharm. 1880, S. 392 veröffentlicht. Daraus ergiebt sich, dass der Tabakrauch nicht ein und derselbe ist, dass dessen riechende Bestandibeue qualitativ und quantitativ verschieden sind, je nach der Art uud dem Vaterland 0 des Tabaks, und dass der eine dieser Bestandtheile sogar einen höchst angenehme 0 und penetranten Geruch hat, derselbe aus zwei Regalia-Cigarren auch ausreicht, 50 ccm Wasser äusserst wohlriechend zu machen und damit über ein Jahr unverändert zu bleiben. Le Bon hält diesen Rauchbestandtheil für Collidin (C 8 Hn^|» diese höchst giftige und auch bei der Zersetzung anderer organischer Stoffe durc Hitze entstehende Pyridinbase. ff Nicotinum (Handb. II, S. 553). Latbmn giebt (Journ. de MeU & Bruxelles 1879, S. 533 und Jahresbericht über die Fortschritte etc. 14. J» lir °' S. 190) folgende Vorschrift zur Darstellung: Die Tabaksblätter (100 Th.) werde« 1 Tag mit Wasser macerirt, dann eine Stunde auf 60—80° C. erhitzt und »"<>- gepresst, die Colatur wird filtrirt, auf ein Drittel ihres Volumens eingedamp » mit Kalkmilch (aus 10 Th. Aetzkalk) vermischt der Destillation unterworfen, da Destillat mit einem bestimmten Quantum Oxalsäure angesäuert, zur Syrupd |C eingedampft, mit einer der Oxalsäure acquivalenten Menge Aetzkali (oder A e natron) versetzt und nun beiseite gestellt. Das Alkaloid sammelt sich an Niveau der Flüssigkeit und kann decanthirt und mit Aether abgenommen wer • Dieses Alkaloid wird in einem Strome Wasserstoff rectificirt, mit Oxalsäure £ sättigt, mit Kali freigemacht und auf's Neue rectificirt. Bei der Rectification erst der Aether und das Wasser, so wie das vorhandene Ammoniak aus Paraffinbade abdestillirt, das Nicotin dann über freiem Feuer übergetrieben wer■ ■ Ausbeute 1,2 Proc. Der Nicotingehalt im Amerikanischen Tabak beträgt 3, 4,5, im Deutschen 4—5,5 Proc. Bestimmung des Nicotins im Tabak nach J. Skat/weit. Der im Lu bade bei 50 ° C. getrocknete Tabak wird fein gepulvert und durchgeschlagen,^ dass die ganze Tabaksmenge in dem Pulver vertreten ist, also keine Rem verbleibt. Das Pulver wird in eine luftdicht verschliessbare Flasche einge . ' in einer Probe der Feuchtigkeitsgehalt bei 100° bestimmt und auf der 1 ^ notirt. Von dem Pulver wägt man 20,25 g ab, befeuchtet mit 10 ccm . :N ° r ^ en Schwefelsäure, spült die Mischung mit 200 ccm 98-proc. Weingeist "V. 61 ^. Kolben, kocht 2 Stunden bei Rückflussktihler, giesst nach dem Erkalten ". ie - g j schung in einen 250 ccm fassenden Messkolben, spült mit absolutem We "l| ac j 1 nach, damit bis zur Marke auffüllend, schüttelt um und stellt beiseite. ^ 6—12 Stunden ist die über dem Tabakpulver stehende Flüssigkeit kla f', rtem dieser letzteren bringt man 100 ccm in einen Kolben mit zweimal durchbo ^ Korke für einen feinspitzigen bis auf dem Boden hinabreichenden Trichter ^ ein Damptleitungsrohr, welches mit einem Kühler verbunden wird. Nac ^ Abdestilliren des grössten Theiles des Weingeistes giesst man durch den lrl - c iien 30 ccm Kalilauge von 1,159 sp. Gew. (die off. Kalilauge mit einem g 1 ® 1 ^ Vol. Wasser verdünnt) ein und destillirt aus dem Sandbade bei massigem c fc bis das Abdestillirende auf rothes Lackmuspapier nicht mehr verändernd em „^jg Nach Titrirung des Destillats mit 7io- Norm al-^hwefelsäure habe man nur n ^ die gefundenen ccm mit 2 zu multipliciren und durch 10 zu dividiren, ° ^ Proc. Nicotin des Tabaks zu erfahren (Chem. Centralbl. 1881, S. 476). Nicotiana. alten in dieser Anweisung einige Bedenken, und dürfte sie noch eine Ausbesserung erfordern. Man vergl. Zeitschr. f. analyt. Ch. 1881, 8. 514 und "'■ An erster Stelle befindet sich eine Kritik des SKAi.wEiT'schen Verfahrens Jon R. Kissling, an zweiter Stelle eine Besprechung des SKAEWErr'schen Verfahrens von J. Skaeweit selbst. Nach einer vor Jahren vielfach ausgeführten Methode wurde der wässrige uszug mittelst 1 Proc. Schwefelsäure enthaltenden Wassers mit Schwefelsäure er Kreide versetzt, dass eine schwache saure Reaction vorlag. Dieser Auszug ' Ur de zur Syrupdicke eingedampft, mit trocknem Sande und gebranntem Gyps semiseht, zu Pulver zerrieben und nach Zusatz von Kalkhydrat mit absolutem emgeist unter Digestion mittelst der Verdrängungsmethode extrahirt und in dem Utrat entweder durch Titrirung mit Normalschwefelsäure oder nach Sättigung der eingeistigen Lösung mit verdünnter Schwefelsäure bis zum geringen Ueberschuss, Zu- von ij 6 Vol, Wasser, Abdestilliren des Weingeistes im Wasserbade durch Kalium- 'ercurijodidlösung volumetrisch oder endlich durch Fällung mit Pikrinsäurelösung u Auswaschen des Niederschlages mit gesättigter Pikrinsäurelösung, Trocknen des- eiben etc. der Nicotingehalt bestimmt. Alle drei Bestimmungen des Nicotins in einem Kippentabak ergaben 3,11—2,94—3,2 Proc. Dsagendorff hat bezüglich der Analyse und Bestimmung des Nicotins, elches angeblich leicht mit Coniin verwechselt werden kann, vorzügliche Resul- e aus seinem Experimenten gewonnen. Er erlangte noch Trübungen in saurer ^icotinlösung durch Kaliumwismuthiodid \ , . . . - Phosphormolybdänsäure / bel emer Verdünnung von Kaliummercurijodid Goldchlorid Platinichlorid Gerbsäure Mercurichloricl !! » » 7> }> n V » 40000 15000 10000 5000 500 1000 Kali, ' e ^ renzo ' der Reaction fand Dragendorff beim Coniin auf Zusatz von f riedW • rCUri ' , " (lid bei 1: 100 °' V0D Ka, i umpa schwach schwefelsauren Lösung mit kalt gewitscht 1 ^ 8äurelösl "»8 bei einer + 15 °C. nicht tibersteigenden Temperatur und Pi krins- i Niederscn lag nicht mit Wasser, sondern mit einer kalt gesättigten Pier 7' UrelÖ8un g aus. Der zuerst durch langsames Pressen zwischen Fliesspa- Setroek T d ™ ch mehrBtündi & es Ste "cn an der Luft, zuletzt bei 30 — 40° C. Pücirt • '''''''"afuiedcrschlag wird gewogen. Sein Gewicht mit 0,27 multi- er giebt die Nicotinmengc (Hager). annäh e Ur ^ He8timnuui S im Tabak wird derselbe mit Wasser extrahirt, welches mit eind i p r0Ci oder aoyiel g cüwefol8fture angesäuert ist, dass der Aus- 776 Nicotiana. zug eine massig saure Reaction zeigt. Der Auszug wird bis zur dünnen Syrup- dieke eingeengt, mit absolutem Weingeist extrahirt, dieser Auszug filtrirt, nach Zusatz von l j s Volumen Wasser im Wasserbade vom Weingeist befreit und der Rückstand nach dem Erkalten mit kaltgesättigter wässriger Pikrinsäurelösung im Ueberschuss vermischt, bis in der klar sich absetzenden Flüssigkeit ein weiterer Pikrinsäurezusatz aufhört, eine Trübung oder Fällung zu bewirken. Man sammelt den Niederschlag im Filter, wäscht ihn mit kaltgesättigter Pikrinsäurelösung aus, presst den Niederschlag nach dem Abtropfen im Filter zwischen Fliesspapier, sammelt ihn mit einem Messer, lässt ihn einen Tag an der Luft» dann bei 35— 40 °C. trocknen, um ihn nun zu wägen. Seine Menge mit 0,27 multiplicirt, ergiebt wie schon erwähnt ist, den Nicotingehalt. Nicotin giebt mit Schwefel eine gelbe krystallisirende, basische Eigenschaften zeigende, mit Salpetersäure behandelt, Nicotinsäure liefernde Verbindung, welche A. Conomts und A. Etard herstellten und Thiotetrapyridin nannten 2(C 10 H u N 2 ) + 4S=4H s 8+2(C, 0 H 10 N s ).-2(C io H 10 N 2 )+28 = Hj8+(C 10 H»N 2 )j8- Genannte Chemiker glauben, dass Nicotin zu den Alkalo'iden gehört, welche ry" ridingruppen einschliessen. (Chem. Ztg. 1880, 8. 803.) Nicotinsäure (C n H 5 N0 2 ) wurde von Laiblin als Monocarbonsäure erkannt und ist somit Pyridincarbonsäure (C 5 H 4 N. COOH). Aus der trocknen Destillation des Calciumsalzes resultirte reines Pyridin. Die Unterscheidung des Nicotins vom Coniin bietet keine Schwierigkeiten, wenn man zur chemischen Analyse die optische Prüfung heranzieht. «»" nächst ist der durch Kaliumcadmiumjodid erzeugte weisse Niederschlag m der Nicotinsalzlösung leicht löslich in 10-proc. Aetzammon. Der bezügliche t°" niinniederschlag ist darin schwerlöslich. Pikrinsäure erzeugt in der säurefreien Nicotinlösung einen starken krystallinischen Niederschlag, in der säure freien Coniinlösung eine schwache Trübung, welche unter dem Mikroskop amorp l Tröpfchen bildet (Hager). Goldchlorid erzeugt in der Niootinchloridlösung oder Nicotinsalzlösung einen Niederschlag, welcher unter der Linse bei 100 1-» fachor Vergrösserung kleine würflige Krystalle erkennen lässt. Der Niedersch a, in der Coniinchloridlösung zeigt sofort nach der Fällung unter der Linse trachtet gelbe amorphe Tröpfchen. Während ConiinlÖBUBg schnell aufSilborm • reducirend wirkt, muss zur Erreichung dieser Reaction die Nicotinlösung zum Aufkochen erhitzt werden (Hageb). , . Die durch Jodjodkalium und Brombromkalium in der Nicotinlösung aue der Nicotinsufatlösung bewirkten Niederschläge sind '/i Stunde nach derPa krystallinisch, dieselben Niederschläge in der Coniinlösung dagegen amorpn, /2 Stunde nach der Fällung unter dem Mikroskop gelbe Tropfen darstellend (Hag (1) Enema nicotianatnm Walbenburg. (2) Gnttac antischuretlcae Walde 1 ™ 011 ' Clysma celeticorum. Yf Folioruin Nicotianae 2,0 Radicis Valerianae Foliorum Sennae ana 5,0. Concisis affunde Aquae fervidae 120,0. Colaturae 100,0 adde emulgendo Olei Chamomillae infus! Aceti Vini ana 25,0 Vitellum ovi unius. D. S. Zum Klystier (bei Ilernia incar- cerata, Brucheinklemmung). Yf Tincturae Nicotianae 4,0 Spiritus Aetheris nitrosi &$• M. D. S. Zweistündlich 10-20 iroP . ft (bei krampfhaftem Harnverhalten, i»" Bpastica). (3) Liquor antachoreus Wenzel Vf Foliorum Nicotianae 4,0 Herbae Conii maculati 8,0. Infiinde Aquae fervidae q. s. Colaturae sint 250.0. _, „.„itls^ D. S. Zum Waschen (bei Tinea capi« - Nicotiana. 777 (4) Pulvis antibechicns Pitschaft. ty Poliorum Nicotianae Tartari stibiati ana 0,05 (ad 0,06) Sacchari albi 5,0. M. f. pulvis. Divide in partes aequalcs decem (10). D. S. Zweistündlich ein Pulver (bei Keuchhusten. Bei kloinen Kindern ist die Dosis zu verringern). r«h'ik n J r ' 1 ? cllnnff > Dr- Masshall's, ist ein dankelfarbiges Pulver, bestehend aus tuaö'l °j Ottern von Glechoma hederaceum, Asarum etc., parfiimirt mit Eucalyp- U1 "nd Spuren anderer Oele. 30 g 2,20 Mark. n.ic n ^ U * n *' ne nr»lglqiie de P»aür, angeblich eine schwache Tabaktinctur mit Cog- llr| (i mit Indigo tingirt. • abak als Qennssmtttcl. Um die Blätter der Tabakspflanze als Genussmittel "vvpi i? n zu mac hen, werden sie zuvor verschiedenen Operationen unterworfen, Einfl ° aU ^- '^ re Physikalische und chemische Beschaffenheit von abänderndem Fall USSC • S * nd- sortirten und entrippton Blätter werden in den meisten ein n A mit ^ asser °der einer Beize (Sauce) angefeuchtet, zusammengopresst und (j Pri p rt Fermentation unterworfen, mit einer Beize oder Sauce getränkt, um 2u escn mack beim Kauehen zu verbessern, ihn am Brennen mit Flamme oder an n e „ °' lne " em Verglimmen zu behindern. Die Bestandteile solcher Beizen kön- ^eintT'w ?*^ 8 ^P eter ) Natronsalpeter, Kochsalz, Salmiak, Potasche, gute Süd- r en w ^' nmost J Honig, Syrup, Zucker, Rosinen, Feigen, Zwetschen, süsse Beeile ' ^ cn °Iderbecren, Cichorienkaffe, gebrannter Kaffee, Kaffeesatz, die verschieden Qewura llrinde, Anis, Fenchel, e Zusammensetzung aus I JOrbe "Würze, Storax, Benzoö, Mastix, Weihrauch, Caseaiillrii d erse j, la Mer etc. Der Fabrikant hält seine Beize geheim, dio * 2, 3 en . ist ^ as Fabrikgeheimniss. Eine Beize enthält die löslichen Theile .. ode r K racurerc » 'lieser Stoffe. Damit werden die Blätter entwedor getränkt ^e i 'nient"'i- , ' Cn ^ t Um * ( ' a, ' au ^ ,n Fässer dicht eingeschichtet und einer langsamen Collen H '°- n au8 S ese tzt. Später werden sie getrocknet und zerschnitten oder in ^°chsal Wl °' Je ^' ^' e ^ erwen ^ un S von Wasser oder stark verdünnter wässriger ^ l - und Salpeterlösung in Stelle jener Beize ist eine seltene. Und mi ZU ^ er ^ e ' ze von gewissenlosen Fabrikanten auch giftige vegetabilische Literati 6 SCÜ0 Substanzen verwendet werden, findet man in der betreffenden ar senikh i?? 1 ^ 60611 ' Gefährliche Substanzen im Katichtabak sind Arsenik oder c yamus c\\^ ^°ffe un< i vielleicht auch narkotische Pflanzen, wie Datura, Hyos- Dez eichn nder * Diese sind jedenfalls als gesundheitsschädliche Substanzen zu garre« -,' Rarren schichtet man in zwei Hauptsorten, in 1) natürliche Oi- Cig arr ' • n - mit einem Deckblatte aus Tabakblatt versehene, und 2) Papier- Blatte vo" °l 6r ^i&aretten, d. h. mit einem Deckblatte aus Papier oder dem lil) lich mT J. ür k' 8( "hen Weizen versehene Cigarren. Die natürlichen werden Matt lu J ! l< - !i S arr en" bezeichnet und bestehen aus einer Einlage, einem Timmen Werfi, 61 ? 6 " 5 Deek blatt. Die beiden ersteren Theile sind die wesentlichen, An . der Cigarre bedingenden Theile. ^gehört IT™ gUtcn Rallchtabak , welcher der ersten Gruppe der Genussmittel Farbe „• i/ 77 )' stellt man gewöhnlich folgende Anforderungen: eine natürliche eill es l, , UI >angenehmen, doch etwas scharfen Geruch des Rauches, Mangel ohneR,,; , Zenden ' brennenden oder bitteren Geschmacks, ruhiges Vergli mmen U8 «*n, dabei bläulichen Rauch ausgebend und eine weissliche Asche hinter- Je weisser die Asche, je besser der Tabak, ist eine grundlose Behauptung. 778 Nicotiana. Tabak, Genussmittel. Der Rauch darf weder Arsen noch Schwefligsäure enthalten. Die Prüfung darauf besteht einfach darin, dass man einen mit Rauchtabak beschickten Pfeifenkopf auf einen sogenannten Wassersack dicht aufsetzt, welcher mittels eines zweischenkligen gläsernen Rohres mit zwei hinter einander folgenden, Wassw enthaltenden Flaschen verbunden ist, von welchen Flaschen die zweite mittels eines Glasrohres in eine Pfeifenspitze ausläuft. Die Vorrichtung vertritt also eine gewöhnliche lange Pfeife, nur sind statt des langen Rohres 2 Wasehflaschen, wie sie zum Durchleiten luftförmiger Körper oder der Dämpfe angewendet werden, eingeschoben. Die Operation bestellt im Hauchen wie aus der Pfeife, nur treten die Dämpfe nicht durch ein Pfeifenrohr, sondern durch das Wasser in den beiden Waschflaschen, deren Inhalt nach der Operation auf Arsen und Schwefligs am .^ und auf den Gehalt an Pyridinstoff'en zu untersuchen ist. Die Pyridinstoffe, n 11 »Schwefelsäure angesäuert, geben mit Pikrinsäure keinen, wohl aber mit den an deren Alkaloi'drcagentien Niederschläge. Wenngle'eh diese Operation gewöhnu bezüglich des Arsens und der Schwefligsäure ohne Frfolg bleibt, so m «ss s ' dennoch vorgenommen werden, damit der Chemiker den Vorwurf einer oberna liehen Analyse abweisen kann. Ueber die Untersuchung des Rauchtabaks weiter unten Näheres angegeben. Das Waschwasser und das im Wassersacke Angesammelte wird zusamt gegossen. Es sind 15 g Tabak und 60 CC. Flüssigkeit (Wasser) zu verwenden, v Waschwasser des Tabakrauches ist trübe, alkalisch wegen Ammoniumcarl)""' gehaltes und giebt mit den Reagentien auf Alkalo'ide Niederschläge, besonders Jodjodkalium, Brombromkalium, Mercuriehlorid, Kaliummercurijodid etc., " aber mit Pikrinsäure (wegen Abwesenheit des Nicotins). Die Niederschläge Jod und Brom dürfen unter dem Mikroskop geprüft nicht amorphe Tröptc erkennen lassen, im anderen Falle sind wahrscheinlich fremde narkotische tabilien im Tabak vertreten. Die Prüfung auf Arsen und Schwefligsäure ges ß ^ in bekannter Weise. Der Niederschlag durch ßaryumchlorid wird durch Salpe säure wieder in Lösung gebracht. Schnupftabak ist nach Korn, Geruch und Farbe ungemein ver8cU1 " c ], e den Handel gebracht worden. Die Farbe wird durch Pigmente erzeugt, * der Gesundheit keinen Nachtheil bringen, wie durch Sandelholz, ^ ernaB i( aC Jj Campecheholz, Frankfurter Schwarz (Kohle von Weintrebern, Weinreben). «^ Einführung der Anilinpigmente mögen auch diese Anwendung finden, es .^j, dieselben aber hier als gesundheitsschädliche, angenommen werden, zumalen l j iun g nicht selten giftige mineralische Verunreinigungen enthalten. Die Unters . flBl , erfordert eine Einäscherung ohne und mit Zusatz von Aetznatron und j a fca- nitrat, und Extractionen des Tabaks durch Wasser, salzsaures und ammoi , gj . lisches Wasser und durch Weingeist. Eine mikroskopische Untersuc .«•,« unerlässbch. Beimischungen, welche nicht Tabak aber auch nicM •*«= <" ^ Substanzen gelten, können nicht beanstandet werden, weil der Schnupft» zusammengesetzten Genussmitteln angehört. ■ Der Kautabak, der ersten Gruppe der Genussmittel angehörend, ni^ ^ seiner Hauptmasse aus Tabak bestehen und ist nur als ein stark salic l r , t floßt zum Theil denicotinisirter Tabak zu betrachten , dessen Nicotingehalt " ,c gc]ll jesst 1 Proc. hinausgehen sollte. Der in Deutschland fabricirte Kautabak ^r sich genaugenommen der zweiten Gruppe der Genussmittelan, weil er s xtrae teii mit Eisentannat enthaltender Masse oder mit dunkelfarbigen Pflanzen dunkel gefärbt und nur ein solcher im Kaufe angenommen wird. Tabak als Genussmittel undBeurtheihing desselben bezeche ^ Verfälschungen und solcher Beimischungen, welche nicht 1» Kicotiana. Tabak-Untersuchung. 779 as in Deutschland gültige Nahrungsmittelgesetz ist insofern lückenhaft, als es . le Verfälschungen unter Strafe setzt, aber nicht definirt, was Verfälschung st > also die Entscheidung dem persönlichen Ermessen des Richters und der Sach- er .standigan überlassen bleibt. Dieses persönliche Ermessen schwankt nun in ',' ll(;i1 Grenzen und daher ist der Fall möglich, dass der Fabrikant eines Genuss- 1 tels mit voller Rechtlichkeit und Sorgfalt seine Aufgabe erfüllt und er dennoch Versehens in die Lage kommt, als Fälscher und Betrüger gebranndmarkt zu f.. Wei 'den, die Früchte seiner, nach seinem Ermessen mit Rechtlichkeit ausge- i'tcn Arbeit der Vernichtung preisgegeben zu sehen. Er arbeitet sogar in el Unsicherheit, indem er nach seinem Ermessen rechtlich zu handeln glaubt f doch nach dem Ermessen eines anderen aber fälscht oder betrügt. Da der leker häufig als Sachverständiger vorgeladen wird, so ist im Ergän/.ungs- schon unter Cacao, S. 176, der Weg verzeichnet, um ihn vor Irrthum und bände cnero Urtheil zu bewahren und vor dem Vorwurfe zu schützen, durch irrrthüin- fal '°i assun g die Ehre und das Wohl seines Mitbürgers vernichtet oder ge- n e ' zu haben. Die daselbst kurz entworfene Eintheilung der Nahrungs- und rui"" SSm ' ttel ist ,1:ls Resultat des Nachdenkens und der Erfahrung. Die Nah- den^ri "'"' fl| ' ,lllssin ' 1(( 'l sil "' in 3 Gruppen cingetheilt, und nur bei der Gruppe I, m , , onm aterialien, den daraus dargestellten Fabrikaten, welche keinen dem Roh- nnd v n ''' lt an g cni ' ,r 'g ( ' 11 Zusatz (ausgenommen zum Zweck der Oonservirung nur \? rl)essei ' uil g) enthalten, und den einfachen Fabrikaten, ist jeder fremdartige, gn . le Gewichtsvermehrung bezweckende Zusatz, wenn er nicht dem Käufer s Peciell angegeben wird, eine Fälschung. Zu dieser Gruppe gehören Rauchtabak, zusammengesetzten q augegeoen wird, eine X aiscnung. m dieser Gruppe g ^arren, Cigarreten und Kautabak. Zur Gruppe II, den 2 V , n £ s * ind Genussmitteln, welche Zusätze erhalten müssen, damit sie dem c „{ ' e ' mi ' in Farbe, Geruch und Geschmack den Anforderungen des Piiblicums Ordnu n '. Z8hlt lScllml l lfl:l bak (der Färbung wegen auch Kautabak). Diese Ha] 11 " 8 erK ' el,< ' s i < ' 1 ' :, us der seit 200 Jahren üblichen Fabrikation des Schnupf- Sierk« We ' cne den Anforderungen der Schnupfer stets zu geniigen bestrebt war. 8 e fasgt° nnen ^ rcm dartige gesundheitsunschädlichc Zusätze nicht als Fälschung auf- t aDak Un « r SUChung und Prüfung der Tabaks als Genussmittel, des Rauch- ■>, «er Cigarren, des Schnupftabaks, Kautabaks, halten 'f. arre " mit gefärbtem oder künstlichem Deckblatt. Viele Raucher ui e ji le dunkelfarbige Cigarre irrthtimlich für die kräftigere Waare und da oft fco n n S einer ausreichenden Menge guten dunkelfarbigen Deckblatttabaks dunkel™ m "?' lcü ' st > der dunkelfarbig natürliche Deckblattabak selbst nicht so liehe Fäk W ' 6 man 1Mn wiin8C ' lt ) so bleibt kein anderer Ausweg als die kiinst- ^'Schu mit unsc nädlichem Material. Wenn man daher dem Wasser oder der m °niak r T" ^ Vasser UR d Wein, womit man diese Blatter anfeuchtet, etwas am- man Kan a H" ^' aun °J za ^hochung oder dem reinen Wasser etwas Kaliumhyper- seines 2; S ' UlR ansetzt, so wird dadurch die Natur des Tabakblattes bezüglich Cig arre y ec kes nicht wesentlich verändert. Andererseits liegt der Werth einer sein pfl '" r Einlage und dem Umblatte, welcher Tabak immer ein anderer zu also ei_ eg , als das Deckblatt. Somit ist letzteres bezüglich des Tabakswerthes Verwo«~i ensachl iehcr Theil der Cigarre. und nur von Werth bezüglich der l . "^Uaunsr da* n:_. *-. 7. , .' , „,,,,,- .•„.- Ana 7.naamn, an ll; uten"d""V it ' 1 ' Ci K arre - Der Hauptzweck dos Deckblattes ist das Zusammen «et_ Einlage und der Abschluss des Inneren der Cigarre, den Rauch zu- getarbt^nT 6n und nach dem Munde des Rauchers zu leiten. Das etwas dunkler Sr n - ha >t".i. "Täusch» Tabaksbla tt schliesst also weder einen Betrug noch eine strafwürdige m S'ein. Bei den Cigaretten ist diese äussere Schicht sogar Papier, diesen Bemerkungen ergiebt sich auch die Beurtheilung der Cigarre 780 Nicotiana. Tabak-Untersuchung. mit künstlichem Dockblatt, welche der Raucher oft vorzieht, weil sie wenige' leicht ramponirt und sie bei guter Einlage ebenso gut schmeckt wie die Cigarre mit natürlichem Deckblatte und gleicher Einlage. Es kommt immer nur auf die Einlage und das Umblatt an. Diese Cigarren sind im Grunde cigarettenäbnliche zusammengesetzte Cigarren. Wenn der Kaufmann von dem künstlichen Deckblatte kein Geheimniss macht und er es nicht für ein wirkliches Tabaksblatt ausgiebt, so liegt um so weniger eine Täuschung darin, als auch ein künstliches Blatt von einem natürlichen leicht zu unterscheiden ist. Da mit dem dunkelgefärbten und dem künstlichen Deckblatte Anforderungen und Wünsche der meisten Raucher erfüllt werden, das Deckblatt nicht den Tabaks-Werth einer Cig»r re ausmacht, so fällt der Vorwurf einer Fälschung um so mehr fort, wenn das künstliche Deckblatt nicht als Geheimniss bewahrt wird und der Fabrikant die cigarrettirten Cigarren als eine besondere Sorte im Handel unterscheidet. Nur wenn er bei Nachfrage nach Cigarren mit natürlichem Deckblatt solche _nn künstlichem Deckblatt abgiebt, tritt natürlich der Fall einer strafwürdigen Täuschung ein. Unter dem Namen „Cigarre" versteht man übrigens gewonn- heitsgemäss stets diejenige mit natürlichem Deckblatt. Zur Untersuchung einer künstlichen Färbung wird das Deckblatt in mehrer Theile getheilt, ein Theil mit Weingeist, der andere mit Wasser, der dritte nu 1-proc. Salzsäure, der vierte mit 2-proc. Aetzammon oder Aetznatronlauge onn Wärmeanwendung extrahirt. Aus der Farbe der filtrirten Auszüge lässt sie meist die Art des Färbemittels erkennen. Die Färbungen mit Blauholz o Kaliumhypermanganat müssen zu den unschuldigsten gerechnet werden, nlC _ diejenigen mit Anilinpigmenten. Dr. Gkothe (Braunschweig) vermochte künstliche Färbung des Deckblattes mit Hülfe der Lupe, welche Pinselstnc erkennen liess, nachzuweisen. Wenn die Dunkelfärbung des Deckblattes als Betrug aufgefasst wird, wäre das Zubereiten des Tabaks, die eigenthümlichen damit unternoinm Fermentationen, das Drehen der Spitzen der Cigarren mit Stärkokleister un chorienkaffeeaufguss, das Befestigen des Deckblattes mit demselben W* Kleisterwasser auch Betrug. Ob der Fabrikant das Deckblatt mit einem t 1 rienkaffeeaufguss befeuchtet oder mit einem Blauholzaufgusse, bleibt sich g f beide Operationen verfolgen denselben Zweck, beide sind zu unschuldiger gegenüber dem Beizen der Tabaksblättor und ändern nur die Farbe des re verbessern aber den Geschmack beim Rauchen. Wenn das Deckblatt der B ^ ein künstliches ist, so kann diese stets ohne Spitze geraucht werden, < ^ chronische Tabaksvergiftung bei den starken Cigarrenrauchern, welche s ^j. einer Rauchspitze bedienen, dürfte in Wegfall kommen. Diese Vergiftung ^ sich durch Digestionsbeschwerden, asthmatische Zufälle, Kopfweh, mitunter ^ durch Uebelkcit kennbar, wird aber selten als Tabaksvergiftung erkann, künstliche Deckblatt sollte stets den Vorzug erhalten. i; e dene Als Verfälschungsmaterial des Rauchtabaks dienen ver ^ c | tten en Kräuter und Blätter von Stauden und Bäumen. Da diese nur dem 8 esc ?° ; er ige. Tabak beigemischt werden, so ist ihre Erkennung stets eine sehr sc ^^ Substitute, welche in Anwendung gekommen sind, waren die Blätter e ^ lattigs, der Rhabarberpflanze, der Runkelrübe, des Mays, der Sonnenblum ^^ Kartoffel, auch Kartoffelschalen, Kirschbaum- und Maulbeerbatunbl&tter» ^.^ mennig, Ehrenpreis etc. Gesundheitsschädliches liegt in diesen Substitu e ^ vor, dagegen sind fremde narkotische Blätter schädlich und können aucn aufgesucht werden. haarig» lB '* Die Tabakblätter sind ganzrandig (nur randschweifig), nicht raun. hlät t e r unter einem spitzen Winkel entspringenden Secundärnerven. Bellaao Nicotiana. Tabak-Untersuchung. 781 ob • "brigens buchtig gezähnt. Farfarablätter sind ausgescuwein, gez kom,!? 1 * 8 kahl ' unter8eits filz >g- Letztere dürften kaum als Verfälschung a . au f 3er Oberfläche weisse Höckerchen von der Grösse feiner Punkte. Stra- ej ,°" 1Uml) lätter sind glatt und buchtig spitz gezähnt, Hyoscyamusblätter sind trocken ausgeschweift gezähnt, - als Verfälschung voran S Eme besondere Eigentümlichkeit der Tabakblätter ist der natürliche Gehalt in rl a P etersäure 7 sowohl an Kali als auch an Natron gebunden. Er kann gj.., em tr ocknen Mesophyll bis zu 2 Proc, in den trocknen, nicht entrippten ern bis zu 6 Proc. betragen. In den Rippen ist der Salpetergehalt beson- ws gross. weh v Ascne ngehaTt des echten bei 100° C. getrockneten Tabaks geht ge- Geh l D ' C ' lt unter ^ P roc - fl erab, während fremde Blätter und Kräuter diesen selten erreichen. Es ist also die Bestimmung des Aschengehaltes ein erd • e -^ u ^ aDe f ur die Untersuchung. In der Asche müssen Kali und Kalk- •As T>' 6 d,eser Substanzen zu mindestens 5 Proc, Schwefelsäure zu 4 Proc. der enmenge vertreten sein, so auch Ferrioxyd zu mindestens 1 Proc. ist • ^ ran k i mg des Rauchtabaks, der ja von Natur aus reich an Salpeter Gr lB 6 * ner ^ jösun S des Natriumnitrats kommt vor, um ihm einen gewissen Eäl Z 1 eUc htigkeit zu erhalten und sein Verglimmen zu fördern. Als Betrug oder sehr UD -^ ^ antl d ' ese Tränkung nicht aufgefasst werden, wenn sie eben nur eine beim ?? nn ' n Sig6 ist. Sie ist jeden Falles dann eine gesundheitsschädliche, wenn stattfi , aucnen einer Pfeife ein andauerndes Aufzischen des glimmenden Tabaks Ein TT ^' e ^ 8cne w i ro - dann aucn mehr denn 5—8 Proc. Alkali enthalten. Zw .. avan na-Tabak ergab, wie Chevallier angiebt, nur 16 Proc. Asche. Die p r Aufgabe ist die Bestimmung des Nicotins, welches mindestens zu 1,0 hinauf j bst 8e iten in geringerer Menge angetroffen wird und bis auf 5 Proc. Entsch'vi mikrosko _Pische Prüfung bietet häufig sichere Anhaltspunkte für die lauw Un £' 0D e i ne Verfälschung vorliegt oder nicht. Die einige Stunden in mit - mem Nasser macerirten Blatttheile werden auf dem Objectglase ausgebreitet, u m j e ™ Tropfen Glycerin versehen und ein zweites Objectglas darauf gelegt, Daa A "J ect zwischen beiden Gläsern gepresst unter der Linse zu betrachten. 8 fe, nere Adernetz der «r ist dunkel __ heit in seinem Vorgehen und Arbeiten und wird er, am nicht dem Verdacn der Verurtheilung der Fälschung und des Betrugs zu verfallen, behinder , Fabrikat den Anforderungen des Publikums anzupassen. Die Tabakbl» I ^ theile soll er nicht in der Cigarre für Tabak verkaufen, sondern wahr sc ^ e als Rippentabak, gleichviel ob dem Raucher die Cigarre mit KipP" nu y ef . nur Diesen gut schmeckt und er sie billiger als andere Cigarren kaufen kann. -- «ggtre hältnissen entsprechend ist auch der Fabrikant ein Fälscher, welcher der B^jt ein künstliches Deckblatt giebt, obgleich er diesen Umstand nicht S elie 'p egt ; e - und das Fabrikat trotz des besseren Aussehens und der gern gesehenen ^g keit der Cigarre billiger im Preise abgiebt, dem Consumenten diese A £ a ™ aU f auch völlig convenirt, oder wenn der Fabrikant die gelben Thaufleckc ^ ^ dem Deckblatte durch Bespritzen mit Salpetersäure nachahmt, obgleich ^^ e)i Cigarre weder verbessern noch verschlechtern und nur einem alten Aberg ' ^. mancher Raucher Rechnung tragen. Wenn der Fabrikant die Rippe« (l( * lggsefl) blattea so zu behandeln versteht, dass sie sich in der Cigarre raucl "'", ]l ' n jc1it diese Cigarren-Liebhaber finden, der Tabakcharakter in der Cigarre au« ^ 1)i||( , verwischt ist, so dürfte der Sachverständige keinen Grund auffinden. Nicotiana. Tabak-Untersuchung. 783 Gii SMTen als Producte der Fälschung und des Betruges zu beurtheilen. Läge ent1r? ne ^ 8cnui1 » vor > so wäre der Rollentabak, der Blattrippen in Menge ^ 4 ' der Packet-Tabak, der von Rippen nicht immer frei ist, als verfälschte aie aufzufassen. Die feinere Blattrippe oder vielmehr der Blattnerv, welche tlie'l I j Ur a ' 8 Einlage in einer Cigarre vorkommen kann, enthält die Bestand- Btn*.: i 8 ^n^ks, Nicotin und Nicotianin, ist nur in der Anordnung des mikro- «em ni ^ennbaren Zellenbaues von der Blattspreitenfüllung verschieden, ein der rv ! an gehöriger Theil, und dennoch soll die Mitbergung dieses Theiles in nur '^ arre > w ie behauptet wurde, eine Fälschung sein? Hier kann es sich doch die f ^ *~"^° des Fabrikats handeln und würde der Sachkenner eine solche ail , emer en Rippen einschliessende Cigarre wohl nur als eine minder gute oder fäls 1!' Umständen als schlechte Waare betrachten, niemals aber als eine ver- Matt ^ ^ , 'PP enta '°ak besteht aus den kleingeschnittenen Rippen des Tabaken es Un d gehört der I. Ordnung der Genussmittel an. Behufs Prüfung auf Qii'i f "■ an nicht dem Tabak angehörenden Stoffen giebt man ein bestimmtes s Pec r •" e ' nen GIa «cylhuler, füllt denselben mit Weingeist von 0,895—0,897 unter w ' cnt ( of '' e - verdünntem Weingeist), schüttelt einmal kräftig um, lässt anfscl S * n ^ tcm Rütteln die .Scheidung der Tabakspartikel in Bodensatz und obenhin t Wimme,| deii Theil vor sich gehen, was in einer halben Minute geschehen mi Sc j ann ' Un( l nimmt nun den letzteren Theil heraus, um ihn optisch und che- ando* P r, ifen, nämlich um einen Theil in Asche zu verwandeln, aus einen eueren Pii *i w ird •, '' Cln wässrigen Aufguss zu machen etc. Diese Schwimmopernlion wi e( j ,' (,em am Boden angesammelten mit Weingeist von 0,980 spec. Gewicht a lf V 1 ■'""' f ' (U obenauf schwimmende Theil gesondert und untersucht. Hieraus (j| e,ne neue Schwimmoparation mit 10-proc. Kochsalzlösung vorgenommen, sammelt 61 " aoer c " e am Grunde der Flüssigkeit angesammelten Theile ge- an 8enom TUW '' tlom abwaschen, Wle oben angegeben, untersucht. Hier ist Sc uwim 6D ' ( ' ass rein or guter Rippentabak auf einer 5-proc. Kochsalzlösung "men muss. geben 6 i " Ü8se dieser Theile müssen mit den Alkaloidreagentien Niederschläge Zei| gte'n ° n , :nen die durch Pikrinsäure, Jodjodkalium und Brombromkalium er- 8tai 'k und' 0 • amor P n 8ein dürfen. Der Niederschlag durch Mercurichlorid muss ferr °cyan" T' 88licn sein - Ferrichlorid darf nicht tintenartig färben und Kalium- ^'iigen ke 'nen Niederschlag, vielleicht nur eine unbedeutende Trübung hervor- Der Qni sich ann nu Pftabak ist als eine künstliche, den Anforderungen der Schnupfer a| lein au f r en ^ e Zusammensetzung zu betrachten, als eine Waare, welche nicht a ich ver.i- a ^ besteht und nicht nur verschiedene Zusätze einschliesst, sondern 0 hemisch e S< 'J'.,' 1 ' IU> ' Behandlung erfahren bat, welche den organischen Bau und ändert ?r lara cter des Tabakblattes mehr oder weniger verwischt und ab- Hier T l aUch S - 779 " licöer und m i Clür Zwc( ' k emer Untersuchung, die Abwesenheit gesundheitsschäd- ^'PränarT RUf * e SeWeimhAnte scharf einwirkender Stoffe zu constatiren, wie ^r ein TT l ' Dichromat, Schwefelantimon, Schwefelarsen, Arsenik, Zinnober Stoff e, wl* v a8B »norganischei Stolle, wieGyps, Schwerspath, und stark reizender ? io1 ei na .',,;, eratrui ni-hizom, Pfefferarten. Da der Schnupftabak häufig in Ständiger, Z und verpackt in den Handel kommt, und die mit dem etwa blei- •» ist aufT" 01 in Berührung befindliche Tabakschicht bleihaltig werden kann, Hich t ' e8on Umstand Rücksicht zu nehmen und nicht nur ein 1 heil dieser Prüf W J^T" 1 a "e)' eine Portion aus der Mitte des Tabakpäckchens einer > dUt Bleigehalt zu unterwerfen. Zunächst kann eine mikroskopische Unter- 784 Nicotiana. Tabak-Untersuchung. suchung manche Andeutung gewähren. Die chemische Untersuchung besten zunächst in der Einäscherung einer Portion ohne Zusatz und einer zweiten P° r . nach Zusatz von etwas reinem Salpeter und Aetznatron, mit welchen sie rnnB gemischt werden muss. Die Asche der letzteren Portion wird zur Prüfung a " Arsen und Antimon verwendet. Ein Gehalt an Graphit wird sich in der Asc der ersteren Portion erkennen lassen. Mittelst Schlämmens mit Wasser und B» Kochsalzlösung lassen sich beigemischte mineralische Substanzen leicht von *; vegetabilischen Theilen trennen. Dann schreitet man zur Herstellung von Auszügen, einem mit Wasser, einem zweiten mit etwas Salzsäure haltigem vvass und einem mit verdünnter Salpetersäure. Damit erlangt man ein Material, we ' ( '.!, auf einen Gehalt an jenen oben angegebenen ungehörigen und gesundheitssc '■ liehen Stoffen näher zu untersuchen ist. Als unschädliche und häufig im Sehn I tabak vorkommende Stoffe sind anzunehmen: Kaliumcarbonat, Natriumcarbo Ammoniumcarbonat, Weinstein, Salmiak, Kalkerde, Calciumsulfat, Eisenoxyd, tjS V, e säure, Milchsäure, Kohle, kohlenartige Substanz. Wenn das eine oder das a der neutralen Substanzen 5 Proc, die alkalischen 2,5 Proc., die sauren 1 nicht übersteigen, so liegt kein Grund zur lieanstandung vor. Knochen darf nur im gereinigten Zustande beigemischt sein, wenn jedoch beim Uebergi - mit Salzsäure ein Geruch nach Schwefelwasserstoff auftritt, so ist ein h " Schnupftabak als gesundheitsschädlich aufzufassen. ;. Ob ein massiger Gehalt an grobem llolzpulver (Feilspänen von Mahag [ Polisander-, Nussbaum- etc. Holz) als Verfälschung anzunehmen ist, bleibt gestellt, denn die Abschwächiing des Tabakgiftes auf eine passende Weise ^ eher eine Billigung als einen Tadel finden. Es könnte wohl eine, l!'«!" 11 ^ erlassen werden, dass die unschuldigen Beimischungen zum Sehnupft&b»*■> ^ diesen für den Gebrauch geschickt zu machen, im getrockneten S<•linui' . n . z. B. 33,3 Proe. nicht übersteigen dürfen. Zu diesen das Tabakgift rt . ,)S( * W ^. a0C b den Stoffen hat man ferner benutzt: Kaffeesatz, Cichorien, Milchzucker, m ~! 0 . _ ^d gewesene Knochenkohle, Gerberlohe, Piment, Pfeffer, Baumborke, Torf, Stci ^ Brannkohle. Die drei letzteren sind jedenfalls zu beanstanden, da 81 ^ Sicherheit, frei von Schwefelmetalleu oder Metallerzen zu sein, bieten. ,"| |lim >f anderen Stollen wären Kaffeesatz und gebrannte Cichorienwurzel, für rothe . ^ ^ tabake Santelholz als zulässig zu erachten. Vor allen Dingen erfordert ^ die Ordnung den Nicotingehalt in dem Schnupftabak gesetzlich zu "'"''"^.^„„pf- z. B. 3 Sorten von bestimmtem Gehalt zuzulassen. Der gewöhnliche V u "g c j,inil ,t '" tabak (ausgetrocknet) sollte einen Nicotingehalt von 0,75—1,5 Proc, ilS ^,ii- tabak von 1,6—2,5 Proc., C-Sehnupftabak von 2,6—3,0 Proc. enthalten ^j,. Selbst schon bei Gebrauch des schwächeren Tabaks sind VergiftungsfäUe » ^ Ein 12-jähriger Knabe hatte aus der Dose des Hauslehrers, der n un( j schwachen Tabak gebrauchte, zweimal einige Prisen heimlich genonii ■ ^ musste diese Unart jedesmal mit 2 Tagen Bettliegen unter Delirien büsse . ^^ Schnupferin wurde jedesmal krank, wenn sie eine gewisse Sorte Sc v0 „ von einem Kaufmann gebrauchte. Die Analyse ergab einen ^' cütl " S e j ne n G 6 ' 1,8 Proc, während der gewöhnlich von der Dame gebrauchte Tabak tenj0 m- halt von 0,86; 0,83; 1,03 Proc._, laut drei zu verschiedenen Zeiten u^ ^ menen Analysen, ergab. Da es jetzt überall Chemiker giebt, bo^ b ^ . tron g »° ehe» Fabrikanten Gelegenheit, den Nicotingehalt in seinem Material in bringen, um den Gehalt seines Schnupftabaks zu normiren. v xiw jl "' Da der Tabak nicht so wie ihn die Natur liefert, getrocknet una ^ als Schnupfpulver verwendet werden darf und kann, er eine seine W g to ff 6 » schwachende I5earbeitung (Gährung) oder Vermischung mit unschu w g r ftoZ u«8 gr erfordert, so muss er den zusammengesetzten Genussmitteln (vergl- Nicotiana. — Nigella. 785 and 8. 177) zugezählt und in Betreff seiner Bestandtheile und Zusammensetzung ** ein solches beurtheilt werden. Selbst in dem Falle, wenn er gar keinen a oak enthält und dieser Umstand von dem Verkäufer nicht geheim gehalten oder dem Käufer bekannt ist, kann er nicht als eine verfälschte Waare ansehen werden. Der SchneebergerSchnupftabak, viele Augentabacke ent- ten z. B. keinen Tabak und dennoch ist ihnen der Name „Tabak" nicht «reitig gemacht worden. t h v * Bestimmung des Nicotingehaltes wird eine Portion des Schnupf- 10* ' m Wasserbade ausgetrocknet, um den Feuchtigkeitsgehalt zu erfahren. jjjj Wer den dünn ausgebreitet ungefähr 10 Stunden einer Wasserbadwärme von , v. ausgesetzt, in welcher Zeit das etwa anhängende Glycerin völlig ver- isten dürfte. Dieser Glyceringehalt ist als Feuchtigkeitsgehalt anzusehen. Dann en 20g des Tabaks, so feucht wie er ist, mit 100g Wasser, welches mit Sv v ^ r ^' inn ter Schwefelsäure versetzt ist, extrahirt, der Auszug bis zur dünnen j updicke abgedampft, mit soviel Ammoniak versetzt, dass eine äusserst schwach <' Reaction verbleibt, hierauf bei gelinder Wärme weiter eingeengt und mit badi "utem Weingeist extrahirt. In einem Glaskolben in der Wärme des Wasser- wird der Weingeist abdestillirt, der Kückstand mit Wasser aufgenommen den • aU ^ 100 ccm m it Wasser verdünnt. Zwei Portionen von je 25ccm wer- Plie' t Kaliummercurijodidlösung titrirt. Die Zahl der verbrauchten cem multi- Sch mit °> 00405 (Vioooo Aec l- Nicotin) ergiebt den Nicotingehalt in 10g Wä" U ^k" Vergl. al 'eh Handb. II, S. 552. Einfach und sicher geschieht die ist tv^ Nicotins als Picrinat, wie dies oben unter Nicotin naher angegeben ieselbe kann in den übrigen 50ccm des Auszuges vorgenommen werden. Nigella. Q r, en "amen der bei Moskau eultivirten Nigella sativa L. unterwarf Henry päter N NI8H (Pharm - Journ - and Transact - 18 8°> 8. 909; Sitz. Ber. d. Dor- *eich r *-"G* es - 1879, S. 94) eine Untersuchung und constatirte er einige Ab- 1) Ei ^ ,en Von dem * n Deutschland geernteten Samen. Bestandtheile waren: Siibsh ' n > r 2 nBamm enaetzung wenig gekannte, nicht flüchtige fluorescirende ßerhur ' rk,NI8 ch's Nigellin, war gegenüber dem Deutschen Samen nur in sehr (in der 7j ^V Vl ' l|r eteii. Fs unterscheidet sich von dem Paeoniofluorescin *) Der J u,eon ^ a peregriiia vorkommend) durch seine Löslichkeit in Petrolätber. und dar' et, , tg ehalt der Samen betrug 35 Proc. Das Fett war dunkelgelbbraun ^fand"* • ear i usaur e, Palmitinsäure und Myristinsäure nachweisbar. m ' lt Sal- 611 " 81011 ™ 8amen ferner 3) eine nicht glykosid ische Substanz, weiche k»lotd^ SaUr< j gekocllt Ericinolgeruoh entwickelte; 4) ein unbeständiges AI ^ er VerV^ 6 nwht durch Ausschütteln gesondert werden konnte und sich in T0.p ro '^. Un 8 mit Kaliummercurijodid zum Theil zersetzte; 5) wenig eines in f %kosid M 1Ilgei8t nicllt lösli( ' lu>11 Harzes; 6) ein in Nadeln krystallisirendes Sulf 0c ,' Mela nthin, fast unlöslich in Wasser, Aether, Benzol, Petrolätber, W e i n gei ,° n8aure > schwerlöslich in Chloroform, leicht löslich in warmem absolut. als«, r nit l - Mit Wasser geschüttelt schäumt es stark, schmeckt kratzend, hat fallt mit * a P° ni n einige Ärmlichkeit, ist jedoch damit nicht identisch. Es zer- Die p ^P'O«. Salzsäure gekocht in Glykose und ein Harz, Melanthigenin. t ^ ^ e3 2Mn0 2 : 2(MnO,N0 5 ) + 16HO + 6N. 10g des Gemisches liefern ein Litei v _hem. News XXXV, S. 118). Es wurde auch ein Patent auf Sti erzeugung ausgegeben, welches auf Ilindurchleiten der Luft durch glühende de» späne basirte. Asthma Anwendung. Die Inhalation des Stickstoffgases ist bei Phtliisis nna » ^ zuerst von Dr. Saatz (Berlin 1877) angewendet worden. Welche Aufea® näVI n. Curmethode fand, ergiebt sich aus einer Auslassung Hager's in der ^ tuC fe Centralh. 1878, S. 55. „Diese Stickstoffinhalationen wurden als ein b ^ g üla9 9 zu den Ozoninhalationcn aufgefasst und haben wie diese einen gleichen A ^ gefunden, d. h. sie sind vergessen worden." Ueber die Stickstoffinhala l p. 0 einen dazu passenden Apparat findet man Näheres in einer kleinen ^ kn ' c ;tei)> Herstellung und Anwendung seiner Stickstoffinhalationen gegen Lungenkran ^. g0 von Dr. Tkeutlek Dresden 1879. Tkeutleii's Stickstoff enthält noen Vol. Proc. Sauerßtoff. . %ai&& Bestimmung des Stickstoffs durch Verbrennung. Dieselbe ist von^^„ge nach allen Seiten durcharbeitet worden und hat er gefunden, dass ein Nitrogenium. — Olea aetherea. 787 a " s 2 Mol. Natriumhydrat, 1 Mol. reiner Kalkerde (aus Marmor hergestellt) und •J Mol. Natriumhyposulfit bei der Analyse des Guano, der Nitrate, Pikrinsäure, es Nitroprussidnatriutn und ähnlicher Verbindungen das geeignetste ist. Büffle ciwendet ein schmiedeeisernes Verbrennungsrohr von 1,8 cm Durchmesser und ^cm Länge. Die Stickstoff-Substanz wird mit 1,5 g einer Mischung ausgleichen "öuen Schwefel und Holzkohle zusammengerieben. Dann werden 13 g des erahnten Natronkalkgemisches und 21g gepulvertes Natriumhyposulfit mit einander gemischt. Von diesem Gemisch bringt man 5 g in das hinterste Ende des Ver- rennungsrohres, dann die Mischung mit der Stickstoffsubstanz, hierauf den Rest 8 -Natronkalk- Hyposulfitgemenges und endlich 18 g des gewöhnlichen Natron- ks. Bei der Verbrennung soll 10 cm vom vorderen Ende an die Erhitzung „ fi°?? nen ""d langsam nach hinten fortgesetzt werden, bis die Gasentwickelung Ji ort. Dann ist noch 10 Minuten dunkle Rothglut zu unterhalten. In ca. 45 muten ist di e Operation beendet. Als Resultate werden folgende Zahlen angegeben: 13 ; 86 (berechnet 13,86) Kaliumnitrat; 8,03 (ber. 8,23) Silbernitrat; circa al ''V? (ber. 16,47) Natriumnitrat, im Mittel von 5 Analysen; 17,91 (her. 18,34) Mittel von 6 Analysen Pikrinsäure. Die Verbrennung von Anilin ergab keine S g lei %ende Resultate. (Chem. News 42, S. 313. Chem. Centralblatt 1881, n. ^ an vergleiche auch unter Ovum und Panis. 8t' t en ei 'nfaclien Apparat zum Ansammeln des Stickstoffs bei volumetrischen p J stoff bestimmungen beschreibt W. Stadel in Zeitschr. d. analyt. Chem. von «KSKKius XIX, S. 452 u. f. und chem. Centralbl. 1881, S. 265. PL Cen- ain - 1881, S. 109. Chem. Ztg. 1881, S. 26. Pfiel lt ^' e ^ e 8 e nwart des Stickstoffs in einer Verbindung nachzuweisen, em- Sch ^ |1J CA, die Substanz mit Aetzkali zu schmelzen und in der gelösten Ann e Reaction auf Cyan mittelst Berlinerblaubildung auszuführen. Ein hat P ZUl ^ 988Un 8 des Stickstoffs ohne Anwendung einer Quecksilberwaunc begl^t L Jkseeich > Chem - Zt S- 1881 > S - 397 > beschrieben und mit Abbildung Stoffb e ^' slicu ^r Fehlerquellen in der VABBENTRAPP'schen Methode der Stick- ' Gl ^ lmun S in organischen Verbindungen macht Makbis Mittheilungen Annal. ete t !'" Ih " m - 1M > Heft 3 > 8 - 371 *' Jahresber. über d. Fortschr. äer Pharm. "' Wng- 12, 1877, S. 251. Vergl. auch unter Panis. "lache 6 « n man liac '' ^ em VAKRiONiMiAPp'schon Verfahren den Stickstoff in orga- 1Q eth( 1 Stanzen bestimmt, so ist es, wie Mohr in seinem Lehrb. d. Titrir- durch p. aiK ''' angiebt, das Einleiten des Amnions in Salzsäure zu empfehlen, es Kuli,, , " am Pfen als Salmiak zu sammeln und das Chlor mit Silbemitrat und "■""mehre .....' ' * - -■ ■ • - ■ • — 'lieser Q ,lü " Ult ^ a ' 8 ^dicator) zu bestimmen. Ist nun, wie es häufig vorkoninit, •'hlorfr " a m ' ,l ' c dunkelgefärbt, so versetzt man diesen mit einem Ueberechuss trire n ^I Natronlauge, dampft ein, gltthf und löst die Schmelze, um sie zu lil- eiße f ar u, d ' ese Weise erlangt man, wie auch A. Stbomeyeb experimentirte, ist. jj Flüssigkeit, in welcher das Chlor durch Titriren leicht zu bestimmen n ver gl. auch diese Stickstoffbestimmungsmethode unter Ovum und Panis. Di Oloa aetherea. aerstoff' 6 md8ten flüchtigen Oele enthalten bekanntlieh einen flüssigen Kohlenwas- Kßrper' W f' hon man Camph<5n oder Terpon (Torben) genannt hat, welcher ""«•h ',u 8 "S weder durch riiien besonderen Geruch oder Geschmack unterscheidet, Bei der directen ehf dieser Kohlen UestUup Ei Senthiimli ( .l l | <( .it eines MherischeD Oeles beding! t10 " eines ätherischen Oeles, ■/.. B. des Citronenöles, 50* 788 Olea aetherea concentrata. ■Wasserstoff (Citren) zuerst über und kann daher leicht von dem die Eigenthüm- lichkeit des Citronenöles bedingenden und bei höherer Temperatur destillirenden Bestandtheile gesondert werden. Der Sauerstoff enthaltende Oelbestandtheil ist gewöhnlich der Theil, welcher den spezifischen Charakter eines Oeles bedingt. Die Fabrikanten ätherischer Oele haben sich daher seit einigen Jahren die Aufgabe gestellt, mehrere den Zwecken der Parfümerie und der Herstellung von Genussmitteln dienende ätherische Oele von dem werthlosen Terpenbestandtheile zu befreien und sie gleichsam in concentrirter Form in den Handel zu bringen. Carvol ist z. B. das vom Carven (Terpen) befreite, Kttmmelöl. Diese concentrirten Oele sind nicht nur reiner und angenehmer im Geruch und Geschmack, klar un leichter löslich in verdünntem Weingeist, sie vertreten zugleich ein Mehrfache des gewöhnlichen ätherischen Oeles. Man kann dieselben daher als Olea aetherca concentrata unterscheiden. In den Preislisten findet man diese Oele als extrastarke, nicht trübende, patentirte,concentrirte, höchst* concentrirte Oele oder Essenzen notirt. (Pharm. Centralh. 1881, S. "*°" Die Fabrikation dieser concentrirten Oele, welche meist als Patent-0«' angeboten werden, betreibt besonders die Firma Heinrich HAENSETi zu l' 11 '"' 1 a. d. Elbe. Man erkennt diese Oele theils an dem reineren Geruch, der Far losigkeit und dem grösseren spec. Gewicht. Es liefert, die genannte Firma '/■■ Patent-Citronenöl zu 0,897, Patent-Pomeranzenöl zu 0,897, Patent-Wacholderöl z* 0,926 spec. Gew. Die Conoentration entspricht durchschnittlich dem Doppelten j gewöhnlichen ätherischen Oele. Ausnahmen machen folgende Oele, deren Intensi durch Zahlen angegeben sind. Patent-Kümmel öl 2 1 /. 2 -fach, Angelicaöl . fach, Bergamottöl 2 1 / 2 -fach, Kalmusöl 10-fach, Citronenöl 30-fach, Co- rianderöl 6-fach, Lavendelöl 2 1 / 2 -fach, Pomeranzenöl 30-fach, Thym an öl 5-fach, Wacholder öl 20-fach, d.h. wenn eine Vorschrift 30 Th. Citronenöl angiebt, so genügt zur Erzeugung desselben Effectes im Geruch und schmack nur 1 Th. des Patent-Citronenölcs. In der pharmaceutischen Receptur si diese Patent-Oele nur dann verwendbar, wenn der Arzt sie vorschreibt. Pfefferminzkuchen, Pfefferminzwasser für Handverkaufszwecke ist es rathsarn des Patent - Pfefferminzöles zu bedienen, denn Geschmack und Geruch . Mischungen sind reiner und angenehmer. Heinrich Haensel sagt ? m J e " eT Patent-Oelen, dass sie sich auszeichnen 1) durch grössere Löslichkeit in Vva t verdünntem Weingeist, 2) durch erhöhte Intensität, 3) durch ein wesentlich t el '".. s0 Bouquet, 4) durch die Eigenschaft, sofort klare und klar bleibende B P in ?* ft Genussmittel zu liefern, 5) durch die Verwendung behufs Erzeugung feinerer 1 ar Diese Oele erfordern dieselbe Sorgfalt und Vorsicht bezüglich der An wahrung, also Schutz vor Luft und Tageslicht, und behufs längerer Aufbewa eine Vermischung mit 0,5 Proc. absolutem Weingeist. Aufbewahrung. Von ToBSBOBG (Jassy) wurde das Umlegen des Korkstop ^ mit Gelatineblatt empfohlen, um die Verdunstung der flüchtigen Oele m Korkstopfen geschlossenen Flaschen zu verhindern, weil diese Stopfen erfabr B gemäss eine Verdunstung nicht verhindern sollen. Diesen Vorschlag neu. j^icnon n/."^----- v 'nderfl Haükli mit einem Gegenbeweis belegen (pharm. Centralh. 1876, S. 252), ' . zwei mit Kork geschlossene Flaschen, die eine mit ca. 200g Oleum ^-^JLke lorum, die andere mit circa 150g Oleum Rorismarini im Hofe der Löwenapo ^ zu Sal/.wcdel unter einem alten Mauerwerk gefunden wurden, welche über ^ Jahre liier gelagert hatten. Die Flaschen waren voll, die Oele gnt, nU ntise n Korke etwas sein- mürbe. Gute Korke dicht, aufgesetzt schützen die " uC 8gen Oele vor Verdunstung. Glasstopfen, sie mögen gut eingeschliffen 8ein \ v ?'' der dies nicht. Da mit der Verdunstung auch zugleich ein Wechsel zwisene Olea aetherea. Prüfung. 789 k" im Standgefässe und der äusseren Luft stattfindet, so ist auch eine Ver- aarzimg der Oele bei Glasstopfenschluss nicht ausgeschlossen. Aus diesem Grunde ^Uten flüchtige Oele nicht in Flaschen mit Glasstopfen aufbewahrt werden. Um aa Nichtschöne des Korkverschlusses zu verdecken, kann man ja eine Glaskapsel »«setzen. Was über die Aufbewahrung S. 560 des Handbuches, Bd. II, angegeben ist, sollte als richtig und durch die Erfahrung begründet beachtet werden. Verfälschungen der ätherischen Oele. Die auf Seite 561 und folg. angegebenen Verfälschungen und die zum Nachweise derselben angegebenen Metho- en haben in den letzten Jahren keine Ausbesserungen erfahren und nur bezüg- _des Umstandes, dass ein Weingeistzusatz bis zu 0,5 Gew. Proc. als ein con- r^irender zuzulassen sei, tritt die quantitative Bestimmung des Gehaltes an emgeist in den Vordergrund. Dann ist ein neues Verfälschungsmaterial Zugekommen und dieses ist der als Terpen (Camphen) unterschiedene Kohlcn- asserstoff, welcher bei Darstellung der concentrirten oder sogenannten Patent- e gesammelt und schwerlich nur als Beleuchtungsmaterial oder zur Darstellung n backen und Firnissen verwendet werden dürfte. Prüfung auf dem Wege der fractionirten Destillation. Die Versuchungen mit Weingeist (Aethylalkohol), Chloroform, Benzol, od . ei " e lkohlenstoff werden quantitativ bestimmt, wenn man die bezogene • r eine gewogene Menge des Oeles in einen Glaskolben giebt, so dass dieser V ? Z ; U 4 /b seines Rauminhaltes angefüllt ist, und nach dem Aufsetzen eines im w gebogenen Glasrohres, dem ein Cylinderglas als Vorlage angefügt wird, yy. "'asserbade erhitzt. Wenn die Distanz von dem Niveau des Oeles bis zum Und a des Blasrohres, m welchem dieses sich abwärts neigt z.B. 12 cm beträgt hall, a ^°l Dennaui bis hinauf zu jenem Winkel in einer Höhe von 7 cm ausser- : t ^' rec tcn Einwirkung der Wärme des Wasserbades ist, so destilliren nur inn , ^ Scnun g en ab, nichts aber von dem ätherischen Oele, dessen Dunst flies i ^ ener Höhe von 7 cm eine Verdichtung erloidet und in das Oel zurück- oäoh f -^ aS ^ cst, 'Uat wird gewogen und auf sein Herkommen untersucht Zu- s anft ' ebt man lccm zu 2 — :! «' lin Liquor Kali aeetici (1,179 sp. Gew.) und agitirt und ii - g* 1 klare Mischung, so liegt nur Weingeist vor, erfolgt eine solche nicht Cv ,. le destillirte Flüssigkeit sinkt unter und sammelt sich am Boden des Probir- a t ers » 8 t> liegt wahrscheinlich Chloroform vor, bleibt sie aber auf der Kalium Circ c ng 8c hwimmond, so können Schwefelkohlenstoff oder Benzol vorliegen. e ; n *—3ccm des Destillats giebt man zunächst in einen Reagircylinder und dazu Gas r , . n g rosses Stückchen Natriummetall. Erfolgt ein starkes Schäumen, eine, Schw f Wlc ^ un S? so liegt jedenfalls Weingeist vor, vielleicht neben Chloroform, die t°. ou l ens t°u", Benzol, gegen welche sich Natrium indifferent verhält, aber Wart° SUn ^ ( ^ es Natriums würde bei Gegenwart von Benzol farblos, bei Gegen kohl V |° n ^''' 01 '°f orm gelblich und trübe und bei Gegenwart von Schwefel geisti° ff ? elbrotü 8em - Im Falle Natrium keine Reaction bewirkt, Wein- WasseV 0, n ' Cbt zu g e S en i st > so g' e,lt man em gleiches Volumen (2— 3ccm) d es ^ r y e ! en Weingeist hinzu und lässt unter sanftem Agitiren die Auflösung färbt, uni8 u 'id die Gasentwickelung vorsieh gehen, wobei Benzol eine, fast Stoff • trübe ' Chloroform eine gelbliche milchigtrübe und Schwefelkohlen- dio pf' ne . trübe gesättigt gclbrothe Flüssigkeit darstellt. Nun verdünnt man und iik SS , 1S °' t mit einem gleichen bis doppelten Volumen Wasser, schüttelt um trüb fi « laSSt dio Mischung der Ruhe. Bei Benzol sammelt sich eine farblose Hw „ ** am Nive '™ der wässrigen Schicht, während bei Chloroform und auJ™ ,° hlenstoff sich eine solche gelbliche Schicht am Grunde der Flüss,gkeit mit 5™ elt - Im letzteren Falle giebt bei Schwefelkohlenstoff das wässnge Filtrat Ble 'acetatlösung eine schön rothe Fällung (Bleisulfocarbonat), bei Chloroform- 790 Olea aetherea. Verfälschung mit Terpenen. gegenwart aber eine weisse (Bleichlorid + Blcioxydhydrat). Sind beide gegenwärtig, so ist der Niederschlag hell röthlich gelb. Will man das Chlor mit Silberlösung nachweisen, so ist die wässrige Flüssigkeit mit Salpetersäure zu versetzen und zu kochen oder mit Natriumnitrat zu versetzen, einzukochen, mit Salpetersäure zu benetzen und dann in Wasser aufzulösen. Im anderen Falle scheidet das Chlorsilber grauschwarz aus. Ist nur Chloroform gegenwärtig, so giebt die wässrige Flüssigkeit nach Uebersättigung mit Salpetersäure mit Silbernitrat den käsigen Silberchloridniederschlag. Hat man den Verfälschungsstoff erkannt, so wird auch das spec. Gewicht sowohl des Oeles als auch des Destillats daraus weiteren Aufschluss geben. *™ Weingeistgehalt bis zu 0,5 Gew. sollte stets zugelassen werden, da ein solcher Gehalt gering ist und das Oel wesentlich conservirt, wie dies von Hager durch Experiment erkannt wurde. Benzol lässt sich übrigens auch daran erkennen, dass es sich in rauchender Salpetersäure löst und dann nach dem Verdünnen mit Wasser gelbliches, naen Bittermandelöl riechendes Nitrobenzol ölähnlich ausscheidet. Chloroform, Schwefelkohlenstoff und Benzol lösen Jod mit violetter Farbe, Weingeist löst diese aber mit brauer Farbe. Weingeist erkennt man, wenn man ihn mit Kahum- dichromatlösung und Schwefelsäure versetzt fast bis zum Aufkochen erhitzt, D 1 Flüssigkeit wird grün und riecht nach Aldehyd und Chloräthyl. Einfacher 18 die S. 789 angegebene Reaction mit Kaliumacetatlösung oder Jod. Die Prüfung der ätherischen Oele auf Weingeistgehalt mittelst Fuchsins oder Rosanilins ist nicht zu empfehlen, weil viele Oele auf dieses " l & ment lösend wirken, und sie sogar Aldehyde, Ketono und Alkoholarten von Hau aus enthalten, welche ebenfalls Fuchsin lösen. Verfälschungen mit Terpenen oder terpenartigen Flüssigkoite > wie sie bei Darstellung der concentrirten oder Patontöle gewonnen werden, 9in schwer zu erkennen und allenfalls durch das geringere spec. Gew. nachzuweise > denn die Terpene sind meist speeifisch leichter und haben Gewichte zwisc« 6 0,840—0,870. Um ein ätherisches Oel auf eine Beimischung jener Terpene ^ untersuchen, müssen folgende Experimente sowohl mit dem echten als wie dem fraglichen Oele vorgenommen werden: 1) Bestimmung des spec. Gew. verfälschte wird meist bedeutend speeifisch leichter sein — 2) die Reaction Jod. Die mit Kohlenwassorstoffölen verfälschten sauerstoffhaltigen Oele werden m heftiger auf Jod wirken oder sie werden sich mit Jod stark erhitzen, sc Dämpfe ausschicken, während das echte sauerstoffhaUigo Oel mit Jod keine o eine geringe Reaction ausübt. — 3) Löslichkeit in 90-proc. Weingeist. _ Das fälschte Oel wird weniger darin löslich sein als das echte oder damit eine st trübe Mischung liefern als das echte Oel. — 4) Verhalten gegen eine I ' ., v ornaiten gegen w» - - ^ Man taucht einen Glasstab in das Oel, lässt vom Stalte abtropfen und fanr durch i, loooi, wui »taue autropien uuu •"-- .^ dem benetzten Stabende durch eine Flamme. Das verfälschte Oel entzündet oft schneller als das echte. — 5) Fleekprobe. Der Fleck auf Papier uu^ das verfälschte Oel verschwindet eher als der Fleck mit dem echten Oe • 6) Silberprobe. 10 Tropfen des Oeles, 5 Tropfen Silbernitratlösung un * ti Tropfen Aetzammon werden durch Agitiren gemischt und im Wasserbade erw ^ Während bei manchem echten Oele ein Silberspiegel entsteht, geschieht dies ^ dem mit Terpen verfälschten Oelo nicht, sondern es erfolgt nur eine scü Abscheidung. - 7) Hagek'b Weingeistprobo (S. 792). - 8) Ho J PE , S irall3 troprussidkupferprobe, in welcher die Kohlenwasserstoff-reichen od . e * ; en t bestehenden Oele nur einen grünen Bodensatz ergeben und die Oelscbicnt^ oder kaum gefärbt erscheint, während die Kohlenwasserstoff-armen oder davou Olea aetherea. Prüfung. 791 Oele einen braunen, grauen oder schwarzen Bodensatz und eine stark gelb 018 braun gefärbte Oelschieht ergeben. "itroprussidkupfer wird durch Fällung des Cuprisulfats mit Natrium- "^oferridcyanid dargestellt. Ueber die Darstellung des letzteren Salzes vergehe Handb. II, S. 505. Um den Weingeist zu erkennen, soll man das fragliche Oel in Wasser jj er fettes Oel tropfen. In beiden Fällen tritt um den Oeltropfen eine trübe er milchigweisse Wolke auf. Nun kommen aber auch Fälle vor, wo der Wein- &'St i n e i nem ätherischen Oele während langer Lagerung eine Aetherisation er- Fsn 6D ^ a *' un< * J ene we ' 8SUC he wolkige Trübung ausbleibt Es können also . »e vorkommen, wo diese letztere trotz vorliegender Verfälschung mit Wein- | eis t nicht eintritt. Derselbe Umstand ist auch nicht ohne Einfluss bei der ~ G Eit sehen Tanninprobe auf Weingeist. Ist eine Aetherisation des Weingeistes getreten, so ist übrigens auch die Fälschung mit Weingeist nur eine gering- g '£® gewesen oder der Weingeist behufs der Conservirung zugesetzt worden. ^ ie Wägung oder Bestimmung des Weingeistgehaltes geschieht besten auf dem Wege der Destillation aus dem Wasserbade aus einem Kol- n ^ ase mit Dampfleitungsrohr (vergl. S. 789), denn die Sonderung des Oeles Ze't a ^ 8cnun S mit Wasser oder einer Salzlösung beansprucht nicht nur viel Seh' i ^ e * bleibt auch in Tropfen an der Gefässwand innerhalb der wässrigen Erk otogen und die Schichtung ist keine vollständige. Unbrauchbar ist die mit n? 1111 ^ Un ^ Bestimmung des Weingeistes in ätherischen Oelen durch Mischen Oel nö ' (welche Kighini angab), denn die absoluten Weingeist enthaltenden geist ff 3 ^. m ^ ^ aum °l m 99 unter 100 Fällen klare Mischungen und eine Wein- Mis ? cn eidung tritt nicht ein. Bei der von K. Boettger vorgeschlagenen Gly U - D ^ ™ t C'lyeerin von 1,25 spec. Gewicht treten häufig die Fälle ein, wo also i' n S ?' bst ^el löst, besonders dann, wenn Weingeist gegenwärtig ist, dass dess lif 8 8 '^' °' ;wa abscheidende ätherische Oel in Wirklichkeit nur einen Theil an , en bildet und daher einen mehr denn doppelt so grossen Weingeistgehalt t ropf raen lässt, als er in Wirklichkeit vorhanden ist. Auch hier bleiben Oel- an der Gefässwandung innerhalb der Glycerinschicht hängen. jj A f r Gehalt an fettem Oele giebt sich in den meisten Fällen in der a bsoli en Weingeistprobe zu erkennen. Hier erfolgt bei Mischung mit 2 Vol. ri nK Ijj"? Weingeist gewöhnlich eine klare Mischung, aber schon auf Zusatz gelobe n SGn verdünnten Weingeistes starke milchige Trübung. Wo die äthe- bei 4 v me hr als 5 Vol. verd. Weingeist erfordern, tritt bei Ricinusöl schon Vol. °}' Trübung ein. Andere fette Oele würden schon nach Zusatz von 0,5 probe a ^'^eist eine milchige Trübung ergeben. Am besten ist die Fleck- des -»r Fliesspapier wird ein kleiner Tropfen aufgesetzt und dann der Wärme v °Hstä a ^? erl)adcs ausgesetzt. Der Fleck aus reinem ätherischen Oel verschwindet ge nw , ' g und ist auch nicht im durchfallenden Lichte wahrnehmbar. Bei Ge- Ve rschw V ° D Fettsu bstanz scheint oft der Fleck im auffallenden Lichte betrachtet g w unaen, nie aber im durchfallenden Lichte, frisch Nacnweis und Bestimm ung. Die Verfälschung der ^imont^ ° 6le mit w ^'ngeistiger Seifenlösung führt Chevau.ier und Bau- ist eW "J" Dict ionaire des Alterations et Falsilictions etc. an. In Deutschland daher T Verfälschung bisher nicht constatirt worden und sie scheint uns Vol f „ ® hr täglich. Ein in dieser Weise verfälschtes Oel giebt mit gleichem einer Z i 0eles oder Schwefelkohlenstoffs oder Petrolbenzins geschüttelt statt äth eriH „! aren eine trübe milchige Mischung. Behufs Wägung wird 1 Tb., des kolW • 0eles mit 2 Th. Paraffin und 2 Th. Wasser in einem tarirten Glas- m RttckflusMohr bis zum Schmelzen des Paraffins erwärmt, eine Viertel- 792 Olea aetherea. Weiugeistuüsohprobe. stunde sanft agitirt oder sanft geschüttelt, die noch warme Flasche dicht verkorkt und bei schwerem Oele aufrecht stehend, bei leichtem Oele auf den Kopf g 6 " stellt an einen Ort von circa 35° C. zum Absetzen, dann an einen kalten Ort gestellt, die wässrige Flüssigkeit abgegossen, im Wasserbade zur Abscheidung des Weingeistes der Destillation unterworfen und der Destillatiousrückstand eingedampft und eingetrocknet. Dass die paraffinige Masse mit Wasser umgeschmolzen und dieses Wasser der seifenhaltigen Flüssigkeit vor der Destillation zuzusetzen ist, darf nicht vergessen werden. Verfälschung mit minderwerthigen Oelen. Eine solche ergiebt sich aus dem Verhalten eines ätherischen Oeles in der Jodprobe, Hoppe's Nitroprussid- kupferprobe, Hager's Schwefelsäure-Weingeistprobe, Hager's Weingeistprobe (vergl. Handb. II, S. 565 u. f.). Auch das spec. Gewicht giebt mitunter Andeutungen der Verfälschungsart. Im Handbuche hat statt Hoppe in Folg 0 Druckfehlers Heppe ein Platz erhalten. Weingeistmischprobe der ätherischen Oele nach Hager. Die Prüfung der ätherischen Oele auf Identität und Verfälschung nach dem Maasse der l' llS ^ lichkeit in Weingeist von verschiedenen Acthylalcoholgehalt hat DragendorE* eingehend »bearbeitet (Jahres)), über d. Fortsohr. der Pharmacognosie etc. 18 11. Jahrg. 1877, S. 435 u. f.), ohne jedoch das Verfahren der Prüfung zu ordnen und demselben Methode zu unterbreiten, welches Hager, wie folgt, versucn • Ein Vol. ätherisches Oel wird bei 16—18° C. mit 2 Vol. absolutem Weingeist von 0,799 spec. Gew. gemischt und, wenn eine klare Mischung e folgt ist, verdünnter Weingeist von 0,889 spec. Gewicht (oder mit eine Gehalt von 70,9 Vol. Proc. wasserfreien Weingeistes) in kleinen Portionen oder tropfenweise unter Agitation hinzugemischt, bis die Mischung nach Verlauf ein < Minute soweit trübe geworden ist, dass sie agitirt massig trübe, also nicht vollst»» dig milchig trübe erscheint. In vielen Fällen genügt weiterer Zusatz ein Tropfens verdünnten Weingeistes, die durchscheinende Mischung milchig weiss ' machen. Ist die Trübung bei 16—18° C. von flockigen Ausscheidungen begleitet, so liegt bei Anisöl, Rosenöl und anderen ähnlichen Oelen auch eine fälschung mit Cetaceum oder Paraffin, Ozokerit, Naphthalin etc. vor. Wäre die Mischung trübe, aber noch durchscheinend, so wird von dem dünnten Weingeist noch hinzugetropft, bis die Mischung höchstens nur • . schwach oder kaum durchscheinend ist. Der verdünnte Weingeist w» 1 15° C. durch Mischung von 112cem 90-proc. Weingeist mit 30ccm Wasser n^ gestellt. Der off. verdünnte Weingeist darf hier nicht in Anwendung k° m Diese Weingeistprobe lässt eine Verfälschung in den meisten Fällen kennen, wenn auch nicht immer die Art der Verfälschung. Diese letztere durch andere Proben bestimmt werden z. B. durch Destillation aus dem ' •' _ ■ ii i ■ 11 uuu^vi i. i\n>\j li i m oliili in Ij vy t>iu 8 Vol. verd. Weingeist scheiden Oeltropfon ab) Volume verdünnt. Weingeist von 0,889 spec. Gew. 10,0 — x — 0,9 — x — X 5,0 — 10,0 — x 0,8 10 10 3,5 8,0 10,0 3,5 0,5 5,0 0,7 0,4 — 0,6 '!»; stellati (0,979) 2"! s : stellati recens (0,976) nisi vulgaris (0,990, sehr altes) AruLr*- RU88ici ( °' 981) '»aiitii cort. amari (0,876) ^vantii (IlAENSEi.'s Patent«) t rantü du l«'is (0,850) ^irantii florum (0,870) ^■gamottae (0,875) ^ a Japuti viride (0,904) Jfjapuii (0,920) ^ a fPuti (altes Oel) ^lami (0,940 u. 0,920) ardam omi (0,980) 1,2 ~ M 0,8 - 1,0 10,0 — X 1,3 - 1,5 0,35 — 0,5 9,0 — 10,0 0,3 — 0,5 2,5 — 3,3 1,0 - 1,3 8,0 - 10,0 3,0 - 4,0 5,0 - 8,0 0,9 - 1,1 1,5 2,0 794 Olea aetherea. Mischung aus 1 Vol. äth. Oel und 2 VoL abaol. erfordert bis iur Weingeist von 0,799 spec. Gew. Trübung Oleum Carvi (0,945) — — Carvi (altes Oel, 0,955) — (nicht löslich in 2—3 Vol. Terd. Weingeist) — Carvi rectificat. (0,903) — — Caryophyllorum (1,060) — (löslich in 2 Vol. Terd. Weingeist) — Caryophylli stipit. — (1,050 in 2 Vol. Terd. Weingeist löslich) — Cascarillae (0,890) — — Chaberti (0,912) — — Cliamomill. Roman. — (heim Zumischen Ton Terd. Weingeist nur massige wolkige Trübung) — Cinae (0,920) — — Cinnamomi (1,030) — Cinnamomi Ceylanic. — (1,030 ist in Terd. Weingeist löslich) — Cinnamomi Cassiae (1,030) — — Citri corticis (0,870) — — Citri (Haknsbl's Patentöl) — — Citri — (Terpen, erstes Destillat Ton 0,816 spec. Gew.) — Citronellae (Lemongrasöl 0,888) — — Copaivae (0,920) — — Coriandri (0,880) — — Cubebarum (0,945, trübe Misch.) — Cubebarum (0,920) — Cumini (0,930) — Dracuneuli (0,970) — Eucalypti (0,900; milchig trübe) — — Foeniculi (0,990) — — Foeniculi (sehr altes Oel) — Gaultheriae (Wintergreenöl 1,158) — — Hyssopi (1,002) — — Hyssopi (0,908) — — Juniperi bacc. — (0,850 mit 0,5—2 Vol. absol. Weing. mil chigtrube) — Juniperi empyreumat. (1,005) — Juniperi ligni (0,860) — — Kikekunemalo — — Lavandulae (0,890) — — Lavandulae (alt. Sorte 00; 0,888) — — Lavandulae (zweite Sorte 0,883) — — Limettae (0,890) — — Linaloes (Elaphrii 0,865) — — Macidis (0,895) — — Majoranae (0,901) — — Melissae Germanic. (0,878) — — Menthao crispae (0,940) — — Menthae piperitao (0,915) — — Menthae piperitae (sehr altes Ool 0,925) — — Nigellao " Volume verdünnt. Weingeist von 0,889 spec. Gevr. 5,0 10,0 3,0 8,0 — 1,8 10,0 — 1,0 1,0 2,5 10,0 10,0 2,0 0,2 4,0 0,3 6,0 0,3 5,0 0,05 3,0 h l 0,8 1,3 7,0 0,4 1,8 0,05 0,5 0,4 2,0 10,0 8,0 0,15 10,0 0,6 1,5 3,0 0,8 1,2 5,0 0,2 2,0 x 1,2 1,2 5,0 — x __ x 2,5 0,4 4,2 0,4 10,0 0,35 10,0 oTi 3,5 2,0 M 1,5 10,0 0,6 2,0 0,16 0,75 0,6 2,5 x 10,0 0,3 x 0,9 2,5 3,3 1,1 6,5 O,* Olea aetherea. Mischprobe. Mischu Dung ans 1 Vol. Sth. Oel und 2 Vol absol. Weingeist von 0,799 spec. Gew. ° leum Origani Cretici (0,885) ___ ("it 1 Vol. abs. Weing. milchigtrübe» 1 almae roseae Patchuli (0,980) Pelargonii rosci Petrae Italic. (0,784) Petroselini (0,950) Pini ___ S 1 . 1 *. 1- 2 Vol. absol. Weing. milchigtrübe, 0,910) "m silvestris foliorum (?) Porismarini Gallicum (0,894) Porismarini Italicum (0,904) Posae (0,860) ~~ Putae (0,890) Sabinae (0,898) ^ Salviae (0,920) ~~ Santali ligni (ostind. 0,980) ____ Sassafras (1,060) ^ Sassafras (sehr alt 1,080) Saturejae """" Saturejae (sehr alt) ^ Serpylü (0,905) ^mapis actli. -_ o ( ! n 4 V <>1. vord. Weingeist löslich 1,011) _____ öpicae (0,908) ^ Succini rectificat. (0,858) _____ Aanaceti (0,920) lerebinth. crud., rectf. (0,890) — TU. . (milchig trübe) ______ Ahymi (0,895) _ Gnonae odoratiss. (1,009, Ylang-Ylang) ___ ^alenanao (0,970) v erbenae (0,895 u. 0,863) —— V„f . (milchig trübe) -^ 'wiveriae (Anathcri rauricati, 0,923) vincae pervincae erfordert bis zur Trübung 795 Volume verdünnt. Weingeist von 0,889 spec. Gew. 1,2 0,4 1,6 0,05 1,0 2,6 2,5 •4,0 0,4 4,0 0,5 1,5 4,0 1,7 3,5 2,5 6,0 0,5 10,0 10,0 0,3 2,0 1,0 0,7 3,5 0,9 7,0 1,5 0,5 2,0 0,15 1,3 2,8 2,8 5,0 1,2 5,0 0,7 1,8 5,0 1,8 4,0 3,0 6,5 0,75 x X 0,5 2,5 14 0,9 4,5 1,1 10,0. Aschen oi" 7 Niepce's de Saint-Victor. Dieser Chemiker theilt die älhe- äth er\ tr,k m Zwei Klassen - 1) in 0cle , welche Aethyläthcr (und Essig- Die 0 , Und 2 ) welehe Benzol und Petroläther trüben. ? en «ol trüb WelcaoAether trüben, trüben nicht Benzol, und die Oele, welche 1St 8 >e doch^'v, trÜben ™ cüt den Aetner - So schön diese Aufstellung klingt, so ?! cllt imm ° • Wertn ' denn nur seür wenige Oele existiren, welche zuweilen, AtD RiMo>T' di6Ser Eintneiluil S sic h anpassen lassen. In Chevalmbr und ^eilm, „5 Dictionairo des Alterations etc. sind die Oele nach jener Ein- o nts Prechen°!i Det auf S efiihrt , wenn ma n aber die Probe praktisch ausführt, so n Ure « entl u Resultate ni cht den gemachten Angaben. Nur einige, welche r r yoph v l 1^' geben mit S lelc hviel Benzol eine trübe Mischung, z. B. Ol. 86 Method Cinnamomi > 01 - Cubebarum, Ol. Amygdalarum amararum. Ueber Te 6 nn 'wohl hinweggegangen werden. r P e nthinöl als Verfälschungsmittel soll sich zu erkennen geben, wenn 79G Olea aetherea. man gleiche Vol. des Oeles und Mohnöl mischt, indem die Mischung bei Gegenwart von Terpenthinöl klar, bei reinem ätherischen Oele aber trübe ausfalle. Nur bei Thymianöl und Rosmarieöl soll dieses Verhalten nicht eintreten. Diese Probe ist ohne jede Sicherheit, weil die meisten echten Oele mit Mohnöl klare Mischungen geben. Eher verdient Callet's Erfahrung Beachtung, nach welche genossenes Terpenthinöl dem Harne Veilchengoruch mitthcilt. Man soll 6 ' Tropfen des Oeles (mit Weingeist diluirt) verschlucken und den nach 12— 1 Stunden gelassenen Harn auf seinen Geruch prüfen. Hacke empfahl vor men- ren Jahren zum Nachweise des Terpentinöles das ätherische Oel mit einem gleichen Volumen 80-proc. Weingeist (0,865 spec. Gew.) zu mischen, woraus eine truö Flüssigkeit resultirt. Bei den Oelen, welche auf Jod nicht oder nur schwach reagiren, kann Terpenthinöl durch sein Verhalten gegen Jod erkannt werden. Endlich ist hier auch die HoPPE'sche Probe von Werth. Mit dieser Probe l» s ' sen sauerstoffhaltige Oele von Kohlenwasserstoffölcn unterscheiden. Letztere rni^ Nitroprussidkupfer gekocht geben einen grünen oder blaugrünen Niedersoli ö ohne sich zu färben, erstere aber unter denselben Umständen einen schwarz« 1 > braunen oder grauen Niederschlag und färben sich dabei dunkolgelb oder g 11 ' braun. Diese Reaction wird auch mehr oder weniger verhindert, wenn sauerstoffhaltigen Oele mit kohlenwasserstoiflialtigon (z. B. Terpenthinöl) fälscht sind. (Handb. II, S. 566.) Die Prüfung und Untersuchung der ätherischen Oele auf polari trischem Wege bietet wegen der Unbeständigkeit dos Elementarbestandes 8 - 4;!9 "■ f - (1879). dic hrom V liifun " ,i( ' r ätherischen Oele auf Weingeistgehalt mittelst Kalium- l8 78. g S r !?,' <1 s, ' ,lw, 'f , 'l«äure ist, wie Karl Fried (Zeitschr. (1. österr. Ap. Ver. Welche äif^n? nac hgewiesen hat, unbrauchbar, weil viele Oele Stolle enthalten, 1 ^hromsäure reducirend wirken. Olea eiiipyreumatica. P y>'idinb ÄNDEK80N «nd Au«. Richard sind ausführliche Untersuchungen der s iedet b?^ 11 unternommen worden (Chem. Centralbl. 1880, S. 84). Pyridin beiOo 0 ' l A 1r>0 , Picolin bei 135°, Lutidin bei 156,5. Die spec. Gew. sind ° ele vnCj 2 (Pyidin), 0,966 (Picolin), 0,9577 (Lutidin). Die im DipPEL'schen 8011 nach a en Basen siml 'V 1 ' 11 " " l " 1 Ll,ti,li "' Der 8iedepunkt des Lutidins Angabe Anderer zwischen 150—170° Hegen. 798 Olea empyreumatica. Chinolin. Ol. animale foet. Weidel und Ciamician fanden, dass Pyridinbasen aus den Fetten bei höherer Temperatur nur dann entstehen können, wenn zugleich Ammon gegenwärtig is» Durch Destillation von 1 Th. Cinchonin mit 3 Th. Kali gewinnt man ba«j" sehe Oele, aus welchen Chinolin und Chin olein abgeschieden werden. Nac W. Oechsnek und L. Koninck entstehen zugleich mehrere Pyridinbasen, welch 6 mit den Basen im Steinkohlentheer und Diri>i a ' Tinctura Rnsei, eine filtrirte Lösung von 1 Th. Oleum Rusci empJ' to r tieum in 4 Th. Weingeist. Die gebräuchlichere Vorschrift zu einer ist im Handb. I, S. 602 angegeben. Ungnentnm Rusci ist eine in der Wärme bewirkte Mischung von 1 Tb- Rusci empyreumaticum mit 3 Th. Paraffin. Olea pinguia. Extraction dei'3. 799 Olea pinguia. k wpe?w,S ennU, !f, der ^ ette ausSam en, ölhaltigen Früchten, Theilen der Thier- doch hat T- tel8t Schwefelkohlenstoffs oder Benzols fabrikmässig ausgeführt, Erlassen ^ Meth ° de bez "g 1!ch der Extraction der Oele aus Samen wieder theils d H « p 6 man dadurch th eils nicht die erwünschten Kesultate erlangte, V iehfutt P r • I?' gefahrliche 8tets f««'hten musste und die Samenrückstände als tion wir^P ZU verwerthen waren We Baumwollensamenölfabrika- ^gierm« J™ * ra " kreioh » England und Amerika stark betrieben. Die Italienische ^g des a7 , dle8es 0el einen sehr hohen Importzoll gelegt, um die Fälsch- Prantr-v. enöls damit zu verhindern. In S? d n UDd Nord - Amer ika hat die Darstel- Srossen TT garins ( Kunstbu tter) einen hierbei f m . fang angenommen. Was mit dem macht a . . ben P rod ict gewonnenen Olein ge- zu r P a i Wi r d ' ist schwer zu errathen. Es kann Schiit vT g des Olivenöles, aber auch zu Ma- ^schmiermitteln Anwendung finden. die 0l e a °? an laut Patent Kadisson's versteht, We lches 1DSaure zu Palmitinsäure zu verarbeiten, aUä gefüh V t° n FoüKNIBß in Marseille fabrikmässig der Ma8j!- Wlrd ' S ° wird dadurc h der Fabrikation rial zug e C fü h aeDSchmicmittel ein er S ie higes Mate- Blumen 8 Gefrie ren der Oele ist mit einer eiö %en s, " mehrnn ff hegleitet und wurde von im Winter d ' e Nachricht > dass die Oelgefässe che dicht Ze 1 rsprun S en sind, s °wohl solche, wel- Ve rkorW ' auc h solche, welche nur locker ur «t waren. Extracti _____________ **arzQ „i "----■"* wci«, um i' ansäure, Zol s, wJL . mittels t Aethers, Petroläthcrs, Ben- flo»' ' Vein geistes. Für /i; Q „„ A—.«__ _.-__Lt auch solche, welche nur locker 1. H arzT P ? Ction f e"er Oele, der Fettsäure, zols, Wei n • mittelst A ethers, Petroläthcrs, der Taop Se ' 1Ste8 ' Für diese Operation eignet sich w elch P r „ Sche Apparat (D. K.-P. U T,"* v "«r von ~"----- v ~* ------- 14744), reis e voni ri ver8chiedcne r Grösse zu billige™ bur g> alter W Handelsc hcmiker Thokn (Ham- ka nn< w andrahm No. 54) bezogen werden aus drei" t? Parat best eht aus Glas und zwar achter f kn > d em Destillir-Cylinder d, dem r «hr a Und dem offnen Dampfverbindungs- Aufn ahrne Welcues von einem Cylinder k P at QDfv a »j- V , on Kühlwasser umgeben ist. zur Das t^Pfverd- 1 ? 11 K übrw asser umgeben ist. Dai We iter U n g8rohr hat zwei k,, S elf örmig Z U Pi.].. .gei, Um diu VnrrliRritmifr Aar Tm mr >P erIei chte en ' Um die Yerd i ohtun g der Dämpfe t® 8 völlig. 6 t Ausfüb rung einer Extraction ermittelt ^t raoKyni tr °cknen Destillir-Cylinders d und giess kohl ' wie Wc i n g ei st, Aether, Petrol-A o^enstoff hinein. In den Trichter wird Fie 97 THORNVchor Extractions- App'arat für die chemische Analyse. * i|, Lin. Gr. IT 5 vöm„ ~\ " U0luu rung einer Extraction ermittelt man zunächst das Gewicht y ra eti v t-t! r0cknen Destillir-Cylinders d und giesst dann etwa 20 cem des hw efelk,K, 8 ' wie Weingeist, Aether, Petrol-Aether, Benzol, Chloroform, * 0 hlen 8 t 0 ff hinein. In den Trichter wird ein tarirtes Filter mit der 800 Olea pinguia. Bleichung, Reinigung fetter Oele Substanz, welche extrahirt werden soll, eingesetzt. Nachdem der Trichter t in das Destillirgefäss eingesetzt ist, wird dieses an ein Stativ geklammert. In " eD Kühler k wird Wasser, wenn nöthig, eine Kältemischung gegeben, und derselbe dann dem Destillir-Cylinder aufgesetzt. Bei sehr niedrig siedenden Lösungsmitteln verlängert man, um ein verdunsten zu verhüten, das Dampfverdichtungsrohr bei r noch durch eine engere Glasröhre. Wird nun die Flüssigkeit in dem Destillir-Cylinder durch e' n Wasser-, Glycerin-, Paraffin- oder Oelbad erwärmt, so condensiren sich H |re Dämpfe in den Kugeln des Rohres a r und fliessen von dort, sobald man °a Wännebald etwas tiefer rückt, auf die Substanz in den Trichter t, dieselbe extrahirend, und filtrirt bei b abtropfend in den Destillir-Cylinder d. Diese Vorgang lässt man sich durch Senken und Heben der Wärmequelle mebrm a wiederholen, nimmt dann den Trichter heraus und prüft einen aus demselbe abfliessenden Tropfen auf einem Uhrglase, ob es gelöste Substanz entna oder nicht. Ist die Extraction vollendet, so schliesst man, wenn sich die Kugeln wie mit Flüssigkeit angefüllt haben, die Kugelröhre a r mit dem Finger luftdic und hebt den Kühler mit der Flüssigkeit von dem Destillir-Cylinder mit e Extractmasse ab. Die Gewichtszunahme des Destillir-Cylinders d, resp. die wichtsabnahme des Trichters t plus Inhalt, bei 110° C. getrocknet, zeigt Menge der durch Extraction gesammelten Substanz an. Bleichung der fetten Oele. Sie geschieht entweder durch Insolation ^ Oele in dünner, ca. 3—4cm dicker Schicht in flachen Zinkkästen oder solchen K» 8 aus Weissblech, oder chemisch durch Erwärmen und Schütteln mit K» 11 hypermanganatlösung, Absetzenlassen etc. (Man vergl. auch die Auslassung Eugen Dietrich's pharm. Centralh. 1868, S. 169.) Reinigung fetter Oele. Die einfachste Methode ist folgende: 1000 • des Oeles werden mit 20 Th. eines öproc. Aetzammons durch Schütteln Umrühren innig gemischt oder man mischt 20 Th. des öproc. Aetzammon 200 Th. des Oeles und dann dieses Gemisch mit den übrigen 800 Th. des Oe^ Sollte, nach einem Tage das Gemisch nach Ammon riechen oder um ^ ine " ßT . verdünnter Salzsäure genetzten und der Mischung genäherten Stab Dämp zeugen, so setzt man noch 100—200 Th. des Oeles hinzu, lässt 8 -1 fl absetzen, um dann zu decanthiren oder zu filtriren. Man kann auch zein ^ gebrannten Gyps (15 Th.) hinzumischen und absetzen lassen. Im letzteren gelingt die Decanthation vollständig und leicht. Die Reinigung der Oele mittelst trockner pulveriger Thonerde, . fl empfohlen wurde, scheint nicht die gewünschten Erfolge zu gewähren. 0 _ Methode besteht in der Mischung des Oeles mit 1 und mehreren Proc, A . „. lassen und Decanthiren. Die vom Oel durchtränkte Thonerde wird als Masc schmiermaterial genutzt. Klärung und Reinigung der fetten Speiseöle. 1000 Th. des Oeles we ^ in einer Flasche mit, einem i'ulvergemisch aus 20 Th. Kochsalz un « ^ Natriumbicarbonal unter Schütteln durchmischt, dann noch m ,, t u0 d Wasser versetzt und durchschüttelt, 8 Tage zum Absetzen beiseite g e8te rkor kt endlich decanthirt. Die Flasche muss möglichst total gefüllt und gut ve sein und vor Tageslicht geschützt werden. Beseitigung der Rancidität fetter Oele. Den fetten Oelen den ^ nga be zigen Geruch und Geschmack zu benehmen, soll man nach ein< f eth eri 8 in einem Nord-Amerikanischen Blatte das Oel mit etwas Spiritus A Ölea pinguia. Säuregehalt. 801 1 1 r o s i versetzen und nach gehöriger Durchmischung und 1—2tägigem Stehen eu Zusatz durch Erwärmen und Abdampfen beseitigen. i v . . öderes Verfahren besteht darin, das Oel mit •/„, seines Vol. absolutem eingeigt zu mischen, einige Tage beiseite zu stellen, dann den Weingeist aus em Wasserbade abzudestilliren. Das Destillat hat einen Obstgeruch, es bildet 1 also aus gegenwärtiger Fettsäure ein Aether, welcher den ranzigen Geruch wa hrscheinlich verdeckt. 21« le Prüfung der fetten 0 e 1 e mittelst Erforschung des Erstarrungspunktes n keine sicheren Resultate, weil dieser Punkt bei verschiedenen Sorten es und desselben Oel es ein verschiedener ist. So erstarrt Olivenöl bei -f- 5° C. UIS herab auf — 2° C. Ä Kohlenwasserstoffe als Bestandt heile der Fette und der Wachsarten. Ve r • Al ' TiKN und W.Thomson schieden (ehem. Centralbl. 1881, S. 477) durch Uni r '^ m 'tt''lst weingeistiger Aetznatronlösung, Eintrocknen der Seifenmasse ^xtraction mittelst Petroläthers Kohlenwasserstoffe oder unverseifbare Stoffe a o uu,j zwar aus Seh w einefett Proc. 0,23 1,64 54,87 0,75 Walrath Japanwachs Rapsöl Bienenwachs Proc. 40,64 1,14 1,00 52,38 Harzöl Leberthran Mineralöl Proc. 98,72 1,32 0,46 99,90. ^umwollensamenöl ^ ri >aubawachs Olivenöl iilo ?_ n ders °H'cii Weise lassen sich in den fetten Oelen beigemischte Paraffin- le bestimmen. Fett- h *' mmUn9 deS Säuregehaltes der fetten Oele. Wenn das Oel oder die die m. . nz n ' CÜ * '" warmem 85-voI.-proc. Weingeist löslich ist, so lässt sich Au,*"" befindliche Fettsäure mittelst dieses Weingeistes ausschütteln. Der durch hetzen hisse/ dem P*0C. Wei' w sen gereinigte weingeistige Auszug hinterlässt beim Destilliren aus asserbade die Fettsäuren als Rückstand. Ist das Oel oder Fett in 85- etwa's e ' n S° ls t löslich, so iimss 80-proe. in Anwendung kommen, nur ist ein grösseres Volumen davon (1 Oel, 3—4 Weingeist) nötbig. leicht • 6 des M-BuK.si'VN'selieii Oelsäureniessers ist die Bestimmung eine schüttelt rbare - ()ll 'i ( 'ne Volume 90-proc. Weingeist und Oel werden durch- si 'ui'efr ' lli "'' ''''"' absetzen der Weingeist gesondert. Das rückständige Je Qe g if.. w ' rd mm mit einem gleichen Vol. desselben Weingeistes geschüttelt. s Pec. a i' ''ing muss bei gleicher Temperatur geschehen. Aus der Differenz der die 8^u ' Werc beider Weingeistflüssigkeiten wird der Säuregehalt berechnet. Der „ _ gelöst enthaltende Weingeist ist der speeifisch schwerere. Schleich Je ' le ^'^ei'cnz eine sehr gelinge ist, sich desshalb leicht Fehler ein- ^asserbafl ^ ver< ^ en * 'i' 1 ' Bestimmung durch Verdampfen des Weingeistes im 20 p roc a " 'b'n Vorzug. Ein 88-proc. Weingeist oder von 0,840 spec. Gew. zeigte, ° els äureir i e ' 8äure in Losu,l K haltend, ein spec. Gew. von 0,860, bei 10 Proc. B Pec. Qew iu (!ew - von 0,847. Geeigneter ist ein Weingeist von 0,860 W e i n j • «der mit einem Gehalt von 81,5 Vol. Proc. Aethylalkohol, denn dieser ^m f ett '° st nicht nur ein gleiches Vol. Fettsäure, er löst kaum etwas von D 'ese r w ". ele (Ricinusöl, ••""' ll die Paraffinöle und Harzöle ausgenommen). Ulit einem m n ei8t hat mit 20 Qew.-Proc. Oelsäure ein spec. Gew. von 0,8705, ■Mit j,. ." Ue halt von 10 Gew.-Proc. Oelsäure ein spec. Gew. von 0,8652. Vei «Kei>, Gew ichts-Procent Oelsäuregehalt vermehrt sieb das spec. Gew. des Gevv - f! U1 " <>>0005. Hei 6 Proc. Oelsäuregehalt würde somit das spec. Wei »geisr« 60 + 6> <0,0005=) 0,863 betragen. Wäre das spec^ Gew. des a»„, (v °n 0,860 spec. Gew.) nach dem Ausschütteln eines Oeles bei Au- "' ' ^w». Pra« 8 . Su|1 , lL 51 802 Olea pitiguia. Untersuchung und Prüfung. wendung gleicher Gewichte Oel und Weingeist zu 0,8675 befunden, so enthalten 100 Th. des Weingeistes 15 Proc, denn das spec. Gewicht ist um 0,0075 schwerer denn 0,860. (Hageb). Wenn man dieses Verfahren acceptirt, so kau» man den Bukst YN'schen Oelsäuremesser sehr gut entbehren. Man vergl. auch Handb. II, 8. 575. Zu erkennen, ob ein Oel überhaupt Fettsäure enthält, g e " nilgt es, 5 g des Oeles mit circa 20 g verdünntem Weingeist, welcher mit LacK- mustinctnr tingirt ist, zu schütteln und absetzen zu lassen. Bei Gegenwart von Paraffin- und Harzölen nehme man einen 68- bis 69-proc. Weingeist und schüttele damit das Fett oder Oel unter Erwärmen bis auf 40—50° C. aus, versetze den in einem Glaskolben erwärmten Auszug naen und nach mit Natriumbicarbonat bis zum geringen Ueberschuss, destilliro end e ' ne Deputation erfahren hat, so wie das Provenceröl, bilden glatt- p- '^° kreisförmige Solieiben. Würde also ein rohes Baumöl eine unregelmässige bal r ■ ^ 6m ^ rasser bilden, so ist man sicher, ein reines Baumöl vor sich zu nli 611 ' bildet es aber eine kreisrunde Scheibe, so wird damit die Reinheit des Uel <* nicht fraglich. iin] Erkennung der Fettsubstanzen auf dem Wege der Verseifung n „- t ai J s deu Resultaten derselben hat .T. König und v. der Recke versucht mit ät' d ' ana1 ' Ch * 19 > s - 291 u - f -)- Ein Th> des 0eles odei ' Fettl ' s wird Zeit Bleioxyd und der niUbigeii Menge Wasser im Wasserbade längere Und "i ln biswoiligem Umrühren verseift, die Seife mit Wasser durchknete! nebst wässri ge Theil filtrlrt. Dieser hinterlässt abgedampft das Glycerin lij s etw as Bleioxyd. Der Verdampfungsrückstand ist daher in Weingeist au darm'f ZU ^ tr "'en und das Filtrat wieder abzudampfen. (Da Glycerin beim Ab lti„, ° n ™ D U88e erleidet, so ist nur eine Wärme von circa 60° C. anzuwenden. ]j[ e - ■ '' Die vom (ilycorin befreite Bleiseife wird getrocknet und daraus das a] J( j ,.I" at m it Aether extrahirt, der Aetheransaug aus einem tarirten Glaskolben I]| (i j". '"i der Rückstand getrocknet und gewogen, denn durch Bestimmung des '''•nni; q erfäuit " lan d i e Menge der Fettsäure. Die Bleiseife wird mit ver- sond e .j , * ure zersetzt und die abgeschiedene Fettsäure mittelst Aethers ge- bade i> ■ • Aetherlösung hinterlässt aus dem allmählich angeheizten Wasser- lialten \ die Fettsäuren. Die Bleicliloridmassc kann noch Glycerin ent- Von Ä , an s ättigt sie mit Bleioxyd und extrahirt sie dann mit Weingeist ete. einig e a" Ju ' sil| laten der Untersiicliung gewähren nur diejenigen aus der Bleiseife icüerlieit. Die erwähnten Chemiker fanden in Starre's« ,>nK '- p, 1B ^aure Umm e der pw. ■• U(1 Fettsäuren Di Butter Cacaool 20,61 72,38 7,9« 02,0'.) 49,06 50,54 0,23 Tal« 55,82 46,10 0,13 99,60 101,92 Seliuei- nefett 32,68 65,95 6,20 98,63 Olivenöl Riib- öl Leinöl 3,76 4,20 4,40 sch^ Ver ' edenen 'Verseifungen, wie durch Bleioxyd, Kali, Kalkerde, ergaben ne Mengen Glycerin, die, Veraeifung mit Kali aber die grösste Menge. s PecifiJ,i , ten 0ele werden dnre And,, leimisohung von Harzölen und Paraffinölen dureli Beimischung von Oelsäure und Harz oder Kolophon er. Vi^ °> 898 m ol e - Amygdalarum dulcium et »mararunj *rachj spec. Gew. bei 15—16° C. Gefrierpunkt 0,900 —0,901 —6° C. 8 (Erdnussöl) »•»nae nuc. ,,,-, S*»M> (Hanföl) Uot °m Tiglü 0,918 —0,9187 0,9165—0,917 „JD 0,9154-0,9162—0,924 0,925 —0,926—0,928 0,926 —0,9276 0,9 10 0,955 _ 2 o bis — 3 » C. _3° bis —4° C. — 10 "bis —18° C. . 18»bis —19» C. — 27 »bis— 28°0. 51* 804 Olea pinguia. SpeC. Gew. spec. Gew. bei 15-16° 0. Ol. Fagi silv. sem. fBuC h.ckeri.6i) 0,920 —0,921 —0,922 — Formicarum (Ameisenöl) 0,912 —0,913 — Gossypii fuscum, Cottonöl 0,927 —0,928 (rohes Baumwollensamenöl) — Gossypii depurat. 0,927 —0,928 — Gossypii dep. (sehr altes) 0,945 — Helianthi annui (Sonll eni)i.-o«i) 0,922 —0,924 0,930 Jeeoris Aselli — Juglandis nuc. — Lardi (Specköl) — Lini — Madiae — Olivae — Ossium (Knochenöl) — Ovis pedum (Hammelpfotenol) — Palmarum — Papaveris — Peponis (Kürbisöl) — paraffinicum (Paraffinöl) — Persicorum (Pfirsichöl) — Pruni domestici sem. — Rapae (Rapsöl), Colzaöl (Repsöl) — Resedae luteolae — Resinae (Harzöl) — Ricini ■— Sesami Germ. (Myagri) — Sesami Oriental. — Sesami Ostindic. — Sinapis albi — Sinapis nigri — Tauri pedum — Vitidis (Traubenkernöl) Fischthran, Wallfisehthran Sebum -0,910 -0,927 —0,914 ■0,926 0,9205—0,927 —0,945 0,926 —0,9268 0,9169 0,932 —0,9347—0,935 0,926 —0,928 0,915 —0,916 —0,917 0,955 —0,958 —0,960 0,9162 0,9046 0,923 —0,924 0,923 0,909 0,9187 0,912 —0,913 0,913 —0,9135—0,914 0,9144—0,915 —0,91G8 0,935 —0,936 0,879 —0,880 —0,884 0,961 —0,964 —0,9667 0,925 0,9216—0,9235—0,924 0,932 —0,933 0,9136—0,914 0,916 —0,917 0,914 —0,916 0,918 —0,920 0,924 —0,928 0,9137 Gefrierpunkt —16,5 «bis—17,5°°' — 1 bis — 3» C — 2» 0. — 16« C. 0° — 27,5«bis-28°0. — 1° C. — 27 »bis— 27,5° 0. + 2» bis 0° C. 0« C. + 4 o C. —0,925 —18° bis — 6» bis — 20» C. _18,5°C -6,5° 0. — 6» — 2» bis bis — 6,5° < -3° 0. -0,9165 — 17° bis — 18» C. -5» 0. — 16° C. — 18« C. 0° C. — 16° C. -18" c ' Das spee. Gewicht der Oele wird entweder mit einem 10-g-Glase oder 9t B 1 ' 4 durch die Schwimmprobe erforscht. Man mischt 2 Vol. 90-proc. ^f el "^ 19 (j e \v. 1 Vol. Wasser und erhält damit einen 60-proc. Weingeist von 0,914 s P^ c j Man giebt in diese Mischung (bei 15—16° C.) einige Tropfen des Oe ^ agitirt sanft. Durch Zutröpfeln von 90-proc. Weingeist oder Wasser e T , e0 man die Flüssigkeit, in welcher die Oeltropfen schwimmen, ohne das W ^ nach oben oder unten zu steigen zu zeigen. Man filtrirt und bestimmt d» ^ eflr< Gew. der weingeistigen Flüssigkeit. Es existiren zur Bestimmung des spec- ^^ der fetten Oele besondere Aräometer, z. B. der PiNCHON'sche, DONNYSclie, bind diese Instrumente theuer und oft den Anforderungen nicht genügen • „. Die Verfälschung mit Harz, Kolophon, Fichtenharz, . e öl u0 d thin kommt vor, besonders bei Leinöl. Ein Gemisch aus 75 Th. ^'"j^nöl. 25 Th. Harz ist so flüssig wie fettes Oel, nur specifisch schwerer a ^ eil) g e ist Einfach und glatt ist Hageb's Methode der Aasaohuttelung mit 77-proo- ^ e0 in einer Wärme von 40 — 50° C. 10 g des verdächtigen Oels werden l ^ tarirten Glaskölbchen 4—5mal mit je 30ccm dea 77-proc. " Weingeistes Olea pinguia. Verf. mit Harzen. 805 urehschüttelt, auf 50 — 60° C. erwärmt und wiederum durchschüttelt. Nach trüb Jcdesmali S e n Erkalten bis auf +40 bis 30° C. wird die Weingeistschicht, so e w ie sie ist, decanthirt. Die Decanthate werden in einem Glasgefässe gelost * Un ^ e ' nen halben Tag beiseite gestellt, während welcher Zeit etwa ge- es fettes Oel sich am Grunde der Weingeistschicht ansammelt. Der 77-proc. eingeigt w j r( j durcn Mischung von 3 Vol. 68-proc. (verdünntem) und 2 Vol. m' Wein geist hergestellt. Man kann auch 10 g des verdächtigen Oels in der Wärme 2 mal mit je a „ C !"._ 90-proc. Weingeist und dann 3mal mit je 30ccm 68-proc. Weingeist q , Kutteln, die Decanthate zusammengiessen und zum Absetzen etwa gelösten 6168 einen halben Tag beiseite stellen. „ immer noch etwas trübe Weingeistschicht wird von dem am Grunde an- Sanlh m f ^ e ' e abgegossen und in einer tarirten Schale in der Wärme des tliat a eingetrocknet. Das Od, welches sich in den weingeistigen Decan- Oel • 6 e8c nieden hat, wird dem in Folge noch anhängenden Weingeistes trüben bis n D Glaskölbchen zugegossen und nun das Kölbchen im Sandbade erhitzt, das fti Ringelst und alle P'euehtigkeit aus dem Oele verdampft ist, hierauf lieh gewogen, auch wohl sein spec. Gew. bestimmt. Das Resultat ist ziem- . genau und dürften vom Harze 5 Proc. seines Gewichtes als Fettsubstanz in V U2U£«' i„ i __■ ._ ... _ __ . . Lehr? ZU Dr ' n 8 en sein. 12 g des oben erwähnten 25-proc. Harz enthaltenden 3 2<> r S er 8 a b nach beiden Modificationen der Ausschüttelung analysirt 3,1 und awfi ' 8 >8 und 8,7 Leinöl. Dasselbe harzhaltige Oel, nach den folgenden Oel i ^ GnCn Mot hoden untersucht, ergab völlig ungenügende Resultate, z.B. 7g u ° d 4 g Uarz, 9,3 g Oel und 2,2 g Harz. a| Jer J , a gegenwärtiges Harzöl wird von dem 77-proe. Weingeist gelöst, nicht etwa gegenwärtige Paraffinöle. tc 8 y f lg0 Methode der Ausschüttelung mit 77-proc. Weingeist ist ein verbesser- «'tahren, w j e solches im Handb. II, S. 575 angegeben ist. angegejf ande ? s Verfahren wird von W. Rödigbb (Chemiker-Ztg 1881, S. 499) einer l"-?' ^ndet man das spec. Gew. schwerer und liegt daher der Verdacht s °viel K , 8 . enu ng mit Harz vor, so soll man 100 g des Oeles oder Fettes mit (7__ 8 aliu mcarbonat, als dem 3. Theile des etwaigen Harzgehaltes entspricht Und lf *?.' meist genügen), dann mit doppelt soviel Wasser (15—16 g) mischen kalten k • u ^ en über freier Flamme in einem Kolben kochen. Nach dem Er- ti gem j° 18 auf 50« C. sollen 100 g Benzin (Benzol?) zugesetzt und nach tttch- Setrennt "a- ' Sch üttelii niul Absetzenlassen die ölige Schicht von der Harzseife enthält ' 8e ' etztere mit Wasser, welches eine überschüssige Menge Kochsalz gekocht aufgenom men und bis zur sauren Reaction mit Salzsäure versetzt, aufSchicht Un Z " m absetzen beiseite gestellt werden. Es sondert sich die Harz des Ben- -0 " ''' r Salzlösung scharf ab. Die Harzmasse wird bis zum Verschwinden ''efert. »:üf 6ruoü6s erhitzt etc. Dass dieses Verfahren keine genauen Resultate giebt » w 'rd zugestanden. * 0l gende M,.(l,n,i„ a. ide Methode der Harzbestimmung ist einige Male ausgeführt und MaiM h annähenlde Resultate. mischt in 5g trocknes geschmolzenes Aotznatron in 10 cem Wasser und Und E rh v;S ll,s fraglichen (»eis und 20 cem Weingeist hinzu. Unter Agitiren keit wn .fl bi8 znm Aufkochen wird die Saponifioation vollendet. Die Plüssig- Wa sser 0 , ,U1 " bi8 /m ' Verdampfung des Weingeistes und eines 1 heiles des ondliel, . hlt »l, herauf mit circa 10 g Kochsalz versetzt, damit gemischt und wi^ iTi mit 40 -50 cem Wasser Übergossen und durchrührt. Die Seifenmasse n ei nem leinenen Colatorium gesammelt, sanft ausgedrückt und nun in 806 Olea pinguia. Schmieröl-Untersuchung. einer Porcellanschale dünn ausgebreitet und getrocknet. Die zu Pulver ze riebene Seife wird mit Aetlier extrahirt. Dieser löst die llarzseife und nur klein 0 Mengen der Fettsäure-Seifen. Nach dem Abdampfen der AetUcrlösung wird di zurückbleibende llarzseife mit lOpruc. Schwefelsäure übergössen, aufgekocht e tc ' Das gesammelte Harz wird durch Urnschmelzen in Wasser gereinigt, endlich g trocknet und gewogen. Bei diesem Verfahren ist die Monge des Aethers bestimmt worden, um die Menge Natriumoleinat zu erfahren, welche Aether nebe der llarzseife zugleich gelöst hat. 100 cem Aether lösen 4 g NatriumoleW**' Sind zugleich Paraffinöle gegenwärtig, so muss die gesammelte Seite in 30-pw c# Weingeist gelöst und filtrirt werden. Im Filtrum bleiben die Paraffinöle zurück Bei Gegenwart von Paraffinölen wird die Lösung der Seife in dem 30-P roC " Weingeist nicht klar, sondern trübe oder milchig sein. Ist die Lösung kUtf nn schwimmt an ihrer Oberfläche keine Oelsckicht, so ist auch Paraffinöl nicht geg^ wärtig. Das Filtrat wird eingedampft und ausgetrocknet und dann mit Aetß wie oben angegeben behandelt. Die Natriumharzseife ist in Benzol, Schwefelkohlenstoff und Potrolätn nicht löslich, nimmt aber von diesen Flüssigkeiten gewisse Mengen auf, da tropfbare Flüssigkeiten bildend. Natriumoleinat erfordert bei IG " C. 25 ' Aether zur Lösung. Ein entsprechendes Quantum Fettsäure muss von der g fundenen Menge Harz in Abrechnung gebracht werden. Hatte man z. "• cem Aether verbraucht, so sind 0,25 g als Fettsubstanz im Harz vertreten " in Abzug zu bringen. Wenn das spec. Gew. oines fetten üeles auffallend grösser ist, so is ( * eine Harzzumischung mehr denn wahrscheinlich. Ein Leinöl mit 25 Proc. ' war dickfliessend wie fettes Oel. Das reine Leinöl hatte ein spec. ö 6 *' 0,929, dasselbe Oel mit 25 Proc. Harz (Colophon) vermischt ein spec. « e ^ von 0,9668. Nach der vorstehenden Methode untersucht, wurden 26,2 * Harz gefunden. Die Schmieröle für Maschinenteile, besond<'i> Reibung :lUI sie Prüfung der Schmieröle metallene, müssen folgende Eigenschaften haben: Sie müssen 1) die ein geringes Maass reduciren, 2) die Wärme aus der Reibung mindern, wa eben thun, wenn sie den Widerstand in der Reibung auf ein höchst ge Maass reduciren, und 3) eine bedeutende Adhäsionskraft besitzen. 4) Sie dürfen rere Tage der Luft ausgesetzt nicht an der Eigenschaft sub 1 merklich E lD ,. fl erleiden, weder zähschmierig werden noch verharzen und 5) müssen sie £ e ^,,. „ Metalle ein indifferentes Verhalten zeigen, also bei Verwendung auf Theile von Mangan, Nickel keine Säure, bei Verwendung auf Messing, Kupfer, Zin keine vorwiegende Alkalien enthalten. Verwendung als Maschinen-Schmieröle finden die Harzöle, thierische und u. tabilische Fette, Paraffinöle, Thrane. Die Harze und Paraffinöle sind a ^ weg keine Schmieröle, werden aber den animalischen und vegetabilischen beigemischt, weil sie im Preise billiger sind und conservirend wirken. Die Eigenschaft sub 1) wird durch besondere Vorrichtungen erprobt, ^ dem Pharmaceuten, der dergleichen Untersuchungnn selten auszuführen ha ;> g0 zu Gebote stehen. Ein Ersatz für diese Vorrichtungen sind drei F'» sc „u e nS0 A, B, C. Die Flasche A ist zu >/ 3 mit reinem Baumöl, die Flasche i> „„,[ mit einem Gemisch aus 2 Gew.-Th. Bronnpetroleum und 8 Gew.-Th. ^ und die Flasche C mit Paraffinöl oder Harzöl angefüllt. Jede Flasche > cbe einem eingeschliffenen Glasstopfen oder einem Kork geschlossen. Wird die ^ ßf geneigt, so dass die Oelmasse den unteren Theil des Stopfens deckt, Olea pinguia. Sehniieiöl-UnterBUChnng. 807 etwas gelockert, so dass zwischen Kork uiid Glas eine Oelschicht tritt, dann der topfen um seine Achse gedreht, so leistet er bei A keinen Widerstand und macht •j au ch nicht hörbar. Bei B ist ein geringer Widerstand, auch eine An- eutung eines Tones bemerkbar, bei C aber ist ein starker Widerstand vor- anden und ein lautes Schreien hörbar. A rcpräsentirt ein gutes, B ein mittel- assiges, C ein unbrauchbares Schmieröl. Nach diesen Mustern lässt sich ein mi f r °h welches in gleicher Weise geprüft wird, als sehr gut, mittel- 8sig una sc hi ecü t bezeichnen. Die Eigenschaft sub 2 entspricht der Seilschaft sub 1. Die Eigenschaft sub 3 vergleicht man mit der entsprechen- n des Baumöls, indem man ein Messing- oder Eisenblechstück in Baumöl ertaucht, genau eine halbe Minute abtropfen lässt und das Mehrgewicht des tint - S Stimmt, dann das gleiche Experiment mit dem fraglichen Schmieröle 8 , ern 'mnit. Die Eigenschaft sub 4 wird geprüft, indem man auf eine Glas- soll • daS Scnmiermittel aufstreicht und 3—4 Tage der Luft aussetzt. Es du lf' . za ^ e und fadenziehend werden. Die Eigenschaft sub 5 wird geprüft entf Emse tzen von Zink, blankem Eisen, Messing in das Schmieröl. Höchstens das ft 6 Spuren Eisen durfen nach 3 " tä giger Digestion (bei 60—80° C.) in 1-ta • Vergehen. Vom Zink und Messing dürfen nur solche Spuren nach j^ S'Rer Digestion gelöst werden. Die Metalle werden vor und nach der Seif 8 - 1 ' 0 . 11 gew °g en - ^re Gewichte sollen fast dieselben bleiben. Ist das bei l6rÖ ^ 8 * arr > 80 werden die Experimente bei Temperaturen vorgenommen, der p cn 8 ie gerade schmelzen. Im Uebrigen kann man auch in Betren" Gern *? un g das Verfahren befolgen, welches C. Dkite (Berlin) in der pharm. ntr alh. 1878, S. 109, veröffentlichte. (Tal W minera lische Substanz in demSchmierfetten ist präparirter Talkstein aicum Venetum), mitunter auch Graphit, durch *pv ^ e ^ enwa rt fetter Substanzen in den Schmierfetten müssen dieselben ^ird at ' on in der Wärme gesondert werden, ehe zur Prüfung geschritten fetten eh " f8 Bestimmu "g der Harze, Paraffinöle, Harzöle in den Schmier wjj.j . ma n in folgender Weise verfahren: Die fettige harzige Mischung ■ty ag * "er genügenden Menge Aetznatronlauge und Weingeist gemischt, im der w • un ter bisweiliger Agitation bis zur vollendeten Saponifieation erhitzt, ' dann der Rückstand nach Zusatz von Wasser mit versauren Reaction versetzt. Heim Erwärmen im Wasser- „ abgeschiedene Fettsäure neb keit~,T°j Flüssigkeit. Nach dem Erkalten decanthirt man die wässrige Flüssig- dtlnnter'ff 8t verdam P ft > dann haflo ! öal ^säure bis zur saure Grund; ai ^ me ^ 8 ' cn die abgeschiedene Fettsäure nebst Harz am Niveau oder am keit u ,\ Flüssigkeit. Nach dem Erkalten decanthirt man die wässrige Flüssig- m an .' w äscht die Fettmasse mittelst kalten Wassers ab. Hierauf übergie.ssl Und vi 6 ^ eincm vielfachen Volumen Wasser, erwärmt bis auf 50 — 60" (". bild et J- 8 u tzt allm ählich mit kleinen Portionen zerriebenem Natronbicarbonat. Es Seift» lc nun wiederum unter Kohlensäureentwickelung aus den Fettsäuren eine ent wede m Tj58un g "bergeht, während das Harz unberührt bleibt und sich Mas 8e i ^ e8cnm °l z en an die Gefässwandung ansetzt oder als eine zarte trübende ^atn u JJ. ■ Seifenlösung herumsehwimmt. Wesentlich ist die Verwendung des Jesuit,,* arbonats «nd eine Wärme, welche 60° C. nicht überschreitet. Die " ate 8 md nur annähernde, mit W J° MP80N bestimmt die Mineralöle in den Schmierfetten, indem er diese das Gen^ ei , 8tiger Aetznatronlösung kocht und verseift, dann mit Sand mischt und Durch n 1 mit Petroläther extrahirt. Der Petroläther löst das Mineralöl. e *hält r 68 *' 11 »««» dieser Lösung bei 90» und allmählich steigend bis auf H 0 o C . man das Mineralöl im Rückstande. 808 Olea pinguia. Bankulnussöl. Oelfirnissbauiuöl. ■ 1 Einige Harzöle verseifen sich mit Aetznatron und die Seifen derselbe« sind in Weingeist löslich, in Wasser schwerlöslich. Die Harzöle sind in eine' 11 mehrfachen Vol. Weingeist von 0,855 spec. Gew. (einer Mischung aus 2 Vol> 90-proc. Weingeist und 1 Vol. 68-proc. Weingeist) bei 35 bis 40° C löslicO und können damit den andern Fett- und Paraffinsubstanzen entzogen werden. Mehrere Methoden der Schmieröl-Untersuchungen findet man in den chem- techn. Mittheilungen 1877—78. 8. 395 u. f. angegeben, ferner in einer Arbeit von F. Fischer in Dingler's polyt. Journ. 236, S. 487. Die Bestimmung der Kohlenwasserstoffe (Paraffinöle, Harzöle, Mineralöle etc.) lässt sich nach A. H. Allen und W. Thomson in folgender Weise ermöglichen- 5 g des Schmiermittels werden in einer Schale mit 25ccm einer weingeistif;' 0 ™ 8-proc. Aetznatronlösung erhitzt, nach dem Erkalten behufs Lösung der Seife nn 50ccm warmem Wasser versetzt und in einen Scheidetrichter von 200 ccm R aul "' inhalt gegeben, die Schale mit 20—30ccm Wasser nachgewaschen und dann ■> bis 50 ccm Aether hinzugemischt. Die Abscheidung der Aetherschicht wird " nK Abkühlen oder Zusatz einiger ccm Weingeist beschleunigt. Diese Aetherschic enthält die unverseifbare Substanz. Sie wird der Destillation aus dem nach in nach angeheizten Wasserbado unterworfen und hinterlässt als Rückstand <" e wähnten Kohlenwasserstoffe. Die Extraction der Seifenlösung mittelst Aetne ■■ muss einige Male wiederholt werden. Untersucht wurden Gemische aus Oliven mit 60 Proc. Schieferöl (gefunden 58,28); Olivenöl mit 20 Proc. Schiefen' (gef. 19,37); Olivenöl mit 60 Proc. Harzöl (gef. 53,05 und 59,42); Oliven» mit 20 Proc. Harzöl (gef. 19,61); Schweineschmalz mit 40 Proc. Paraffin (g e ' 40,48) (Chem. News 43, S. 267. Chem. Centralbl. 1881, S. 477). Der im Handbuch II, S. 574 angegebenen Prüfungsmethode V, der seifungsprobe, ist die Ammoniakprobe VI anzuschliessen. Es worden 3 ' des Oelcs mit 1 Vol. 10-proc. Aetzammons unter starkem Schütteln geonsc 1 Es erfolgen Linimentmischungen. gelbe Baumöl Leinöl Hanföl Dotteröl Senföl Leberthran. Rüböl> weissliche weisse milchweiss gelbliche mit Nussöl Mandelöl Ricinussöl Provenceröl Küböl (roh.) Rüböl (raff.) Mohnöl c heUl ct Von diesen Mischungen sind die mit Olivenöl, Leinöl, Nussöl, Hanföl Senföl, Leberthran nicht tropfliarflüssig, die anderen dickflüssig. Pyrolln hat man das Fett genannt, welches man aus Seifenwasser ans und mittelst überhitzten Wasserdampfes destillirt. üiinkiilniissiil ist ein in Frankreich vorkommender Handelsartikel, w .^ c zur Verfälschung des Olivenöles viel verwendet worden soll. Die Banku ^ werden von den Molukken und von Reunion eingeführt und sollen 60 Vl0 "^ eja - ausgeben. Das Oel hat ein spec. Gew. von 0,940 und weicht also VCM L| gc h- jenigen des Olivenöles bedeutend ab. Ein schweres Olivenöl ist also einer ^ t ung mit Bankulöl verdächtig. Auch gereinigtes Baumwollensamenö zur Verfälschung des Olivenöls. -ggliaii» 1 OelfirnissbaumSl, Oleum Elaeococci Verniciae. Der Oelfirm ^ ist in China und Cochinchina einheimisch, wird aber in Algier eultivirt BD ■ ^ Oel aus den Samen ausgepresst. Es ist ein schnell trocknendes Oel. durch Erhitzen und auch durch den Einfluss des Lichtes aus dem ""^ Q e ieä den starren Zustand übergeht. Das spec. Gew. des flüssigen, kalt gepresste Oliva. — Turnantöl. 809 . ' 0,936. Mit Bleioxyd verseift sich das Oel nur schwierig. Die Bleiseife ist Aether löslich. Die eine der Fettsäuren scheidet aus der weingeistigen Lösung Lamellen aus, welche bei 44° C. schmelzen und schnell verharzen (Cloez). Die Prüfung der fetten Oele auf spectroskopischem Wege hat Gilmour «sucht Vergl. Pharm. Journ. and Trans. Vol. VI, 3 Ser. Nr. 311, S. 981 Q „Jahresbericht nber d> Fortschr. der Pharmacognosie etc. 11. Jahrg. 1876, ö. 362 (1877). Oliva. fa-v • m ^'' vaft viride. Mehrere Sorten des Baumöls kommen nicht mehr grün- w 'S in den Handel, gewöhnlich gelb mit einem Stich ins Grünliche. Mala- °1 ist gelb und ein vorzügliches Oel. Die Bezeichnung viride ist somit eine ^ lussendo und sollte die einfache Benennung Oleum Olivae als die das ge- nliche Baumöl bezeichnende angenommen werden. ? ^ nse kt, welches in der Olivenfrucht sein Heim findet und die Oliven- q. e nicht selten bedeutend schädigt, ist Dacus Olcae (Oliven - Brandfliege). se s Insect vermehrt sich im .lahre 2 mal durch Eier. p r „ .'""'«antiil, Tournante-Oel, Huilc tournante, nennt man das zuletzt aus den fliis n durcn Währung und Kochung mit Wasser abgesonderte, trübe, dick- pr 0 S p^ c '' welches viel Schleim und Extractivstoffe enthält. Mit einer 33,3- *el 1 . tasc h c nlösung starck geschüttelt liefert es eine emulsive Flüssigkeit, Prüf ^ 8 ' C k ^ an 8 e ^ e ^ stabil erweist und sich nicht scheidet. Als Identitäts- Nat r Un f gilt eine Mischui1 K von 1 Th - des 0els mit 3G Tu - einer 14,25-proc. hom° n e . t 1 ' 200 s P ec - Gewicht). Nach 5 Stunden muss die Mischung nocli n sein und darf sich am Niveau der Flüssigkeit keine Oelschicht ange- Samm i uaii hiuii am Niveau um r lussigKen. Keine ueisemeni auge- °der 1? ' )en - Diese Eigenschaft giebt man dem Baumöl auch durch Mischung 10^~ ™ ll . lgiren mit Eidotter. Auf 1 Liter Baumöl nimmt man 2 Eidotter und v crdfi sser - Um die Fettmenge zu bestimmen, wird dieses Oel mit l f 9 -Yol. •las p n ?i ® ca wefelsäure geschüttelt und dann mit Aether ausgeschüttelt, welcher * e tt löst. m an ^ urch Mischung von 10 — 20 Th. Oelsäuro mit 100 Tb. Rüböl stellt D as (\ . , e ' n Turnantöl her. Die Erkennung solcher Nachbildungen ist schwierig, d^ p u "mittelst Aethers zu extrahiren, wenn nöthig zu filtriren und nun enthält U au ^ Olivenöl zu unterwerfen. Da das Turnantöl viel freie Fettsäure > So wird sein spec. Gewicht meist schwerer als das des guten Oeles sein. urnaiitöl ist die sogenannte Oelbcize in der Türkischrothfarberei. Säurei""' nar P ro ' ,c - Da8 Verlialten des Olivenöls gegen conc. Schwefel • man c - ^ s * cn f" r die Untersuchung dieses Oels ausnutzen. Zunächst giebt ei ne kl ° a * Ccm ^ es ^cls ™ e ' n R ea S' r gl as »nd dazu 2ccm Aether. Es erfolg) neu Olivenöl trübe, scheiden sich auch wohl starre p . M ' 8chun S- Ist sie bei grünei tes Ai- artlkel darin ab, so kann man i te 8 0| «» uann ao, so kann man annehmen, dass ein künstlieh gefärb- trirte jV^ 6110 ! vorliegt. Dann giebt man zu der Mischung circa Lcom. concen Gru nue eme A Scnw efelsäure. Diese sinkt im Olivenöl unter und sammelt sich am schi(. ut '• Anf angs erfolgt an der Berührungsfläche der Säure und Oel-Aether die S a . eiU0 stail <« Trübung und nach und nach innerhalb 3 Minuten färbt sich aber mp ? Ctwas > doch nur gelb bis hellbraun, bei Gegenwart vieler fremden Oele Saftig. 0<3er weniger dunkelbraun. Nun schüttelt man erst behutsam, zuletzt Bei i:„ Um UT1 d Betet bei Seite;. Die Mischung erfolgt unter Aufkochen des Aethers. u "te re u S el, »em Olivenöl findet sich „ach einer halben bis ganzen Stunde eine klar e gelbe bis gelbbraune Schicht und eine etwas trübe, aber kaum ge - 810 Oliva. Prüfung. färbte obere Aetherschicbt. Bei grünem Oel ist letztere hellgrün. Bei Gegenwart mehrerer fremden Oele (Arachis-Oel, BaumwoUsamenöl, Mohnöl, Rüböl» Nnssöl) ist die obere Schicht mehr oder wen'ger farbig bis dunkelfarbig, bei einigen ist dies auch die untere Säureschicht, welche auch zugleich meist undureB" sichtig trübe ist. Hellgrün ist die obere Schicht nicht. Nur Sesamöl, Pfirsichkernöl* Leinöl entgehen in dieser Probe der Erkennung, doch sind dieselben in der BlaWiD* probe und in den folgenden Proben leicht zu bestimmen. Hat man nun mit dieser Präliminarprobe ein Urtheil gewonnen, so schreit" man zu folgenden beiden Proben, welche die Präliminarprobe gleichsam vervoi - ständigen. I. Schwefclsii ure - Contact - Probe. Eine sehr einfache Prüfung des Baumöl^ besonders der gelbfarbigen Olivenöle auf eine Beimischung von frenw e Oelen, besteht darin, dass man circa 2ccm reiner conc. Schwefelsäure einen 1,5cm weiten Reagircylinder giebt und dann ein gleiches Vol. des ^ e behutsam so darauf giesst, dass eine Mischung beider Flüssigkeiten nicht st» findet und das Oel auf der Säureschicht ruht. Bei echtem Olivenöl ftrbt sl ' die Fläche, in welcher sich beide Flüssigkeiten berühren, nur kräftiger gelb, n f 3—6 Minuten braungelb, jedoch ergiebt sich, die Flüssigkeiten gegen eine we ^. Fläche betrachtet, immer noch eine gewisse Durchsichtigkeit. Erst nach 1" nuten nimmt jene Berührungsfläche eine etwas dunklere braunere Färbung Bei einigen guten Sorten ist die braungelbe Färbung der Berührungsfläche n nach 15 Minuten erhalten. Bei Gegenwart fremder Oele tritt an der Berührung fläche schon in 3—5 Minuten dunkele Bräunung, selbst oft eine schwarabra Färbung ein. Ist also die Berührungsflache oder die Mittelschicht nur gelbh oder hellbraun, so liegt wahrscheinlich reines Olivenöl vor. Nun mischt beide Schichten, Oel und Säure, durch Schütteln und stellt beiseite. Nacj ' bis 20 Stunden hat sich bei reinem Oele ein Schichtung vollzogen, bei ge Olivenöl ist die untere Säureschicht fast farblos oder nur wenig gelblich bräunlich gefärbt und die Oelschicht ist trübe und etwas blassgelblich, ,,ij e i, scheinend. Bei grünem Olivenöl ist die Säureschicht gewöhnlich g e oder bräuulich gefärbt und darüber beiludet sich die grüne Oelschicht, abe x r6 falls durchscheinend. Bei Gegenwart fremder Oele scheidet sich die ^ meist mehr oder weniger gefärbt ab, die darüber stehende Oelschicht ist _ oder weniger dunkel bis schwarzbraun gefärbt, stark trübe und nicht scheinend. g , e b, Manches Sesamöl könnte in dieser Probe täuschen, jedoch wurde e ^ wenn es Europäisches Sesamöl ist, durch die rothe Farbe bei Einwirku g ^ Kupfer und Salpetersäure in der Elaidinprobe einerseits verrathen, au e ^.. g _ würde es eine nicht starre, sondern flüssige oder durchscheinende oder .. ^gge sigen Schchten durchsetzte Eläidinmasse ausgeben, denn die SesamolelaK i ^ e j ist in den ersten 24 Stunden eine dickflüssige und nicht starre, * a l^iicli- reinem Olivenöl in den ersten 8 Stunden eine undurchsichtige starre g weisse Eläidinmasse erfolgt. der Diese Probe schliesst »* de9 II. Schwefelsäure • Salpetersäure - Miscliprebe. */«»« *»««*- — Schwefelsäurecontactprobo an und lässt die Beimischung der meisten ^ e j Sfl Oele leicht erkennen. Nur das Ostindische Sesamöl muss in besondei e re j n0 r aufgesucht werden. Das Reagens ist ein Gemisch aus gleichen Vol. ^^ concentrirter Schwefelsäure und reiner Salpetersäure v0 y 0 ]' &eB spec. Gewicht. In ein Reagirglas giebt man 2 Vol. des Oels und 1 ^„i,. Reagens und schüttelt kräftig durcheinander. Bei reinem Olivenöl ist <* ^ ßge t ung milchigtrübe und blassgelb oder bei grünem Baumöl blassgrün. Oliva. Prüfung. 811 ""fassung verbleibt die Mischung durch mehrere Stunden, und nur die klare ^ a m-eims c l lun g scheidet ab und trägt eine trübe blassgelbliche oder blassgrünliclie y flucht. Bei Gegenwart von fremden Oelen ist die Mischung sofort oder im u r i? u * einer halben Stunde mehr oder weniger dunkelfarbig bis dunkelbraun Ses *.., P e S enwart von Baumwollensamenöl). Bei Gegenwart von Europäischem du 1 1 W ^ ^' e Mischung i m Verlaufe einer halben Stunde roth und nicht wohl ^ Gegenwart von Ostindischem Sesamöl wird die Mischung mit sA" 1 et y as dunkler, aber nicht in dem Maasse, dass man eine Verfälsch gl ,. ei 'heit behaupten könnte. Hier muss die Schwefelsäurecontactprobe und' Q P1 . ol)e ausl| elfeu, denn die Berührungsfläche zwischen Schwefelsäure dan i St ' n( ^ - Sesamöl wird innerhalb einer halben Stunde dunkelbraun. Wird durch Schuttein eine Mischung bewirkt und nun die Flüssigkeit mit 2 Vol. (j' n ^ 18 * durchschüttelt, so erfolgt eine sehr dunkelbraune (keine milchig blass schi Kr .^ Bcüun g- In der Elaldinprobe wird, wie schon erwähnt ist, die Oel- uiul' m ^ en ersten 8 Stunden nicht starr, sondern halbflüssig oder auch flüssig Sesj ^T stan ' en Massen durchsetzt sein. Da das spec. Gewicht dieses Ostind. "*" A no " 0,933 (bei 16° C.) ist, so würde auch das spec. Gew. des da- m g und ««nöls 0,932 * irflUi zösiscl. verfälschten Baumöls über 0,916 hinausgehen. Das spec. Gewicht des Fran- 0 8 f Se i 1011 ^ Sesamöls ist 0,92,'!, also auch grösser als das des Olivenöls. Das r otb_ • ^ &T ^ s ' c ' 1 m ^ Salpetersäure und auch in der Elaldinprobe nicht wie das Französische oder Europäische Sesamöl. Misch \ Hllfo der Elaldinprobe, Schwefolsäurecontact-, Schwefelsäure-Salpetersäure VerftF*!. Un ^ ^ er Bestimmung des spec. Gewichts lassen sich die gewöhnlichen mit tt Un S^ n des Olivenöls leicht und sicher nachweisen. Eine Verfälschung hoher. aiZ ' ^'ehtenharz, würde nicht nur das spec. Gewicht des Olivenöls er- Conta't p Wurde 8 ' cü auen durch eine starke Bräunung in der Schwefelsäure- W a8S g. obe anz eigen. Ein Harz enthaltendes Oel ist meist nicht frei von de a o | Und flüchtigem Oelo. Giebt man in einem Roagircylinder circa 3ecm Ocle m > U - nd ernitzt > so beschlägt die innere Wandung des Cylinders über dem Und a^l einer trüben Feuchtigkeitsschicht. Das Harz wird nach dem S. 804 jy ^"gegebenen Verfahren nachgewiesen und quantitativ bestimmt. ^°nen P ^ ilIun g eines Olivenöls erfordert also die Anwendung von 5 verschie- 58n _ 0 . Dieso sind: 1) Die Elaldinprobe (Ilandb. II, S. 572 und Sal Pet ' die Schwofelsäure-Contact-Probe, — 3) die Schwefelsäure- 5) u i e j3 er8aur c-Mischprobe, — 4) die Probe mit Silbernitrat (S. 812) und tung en e8t 'nimung des spec. Gew. Letztere ist unerlässlich, weil sie Andeu- re iuem ni ^ e Art der Verfalschungssubstanz ergiebt. Bei 17,5° C. muss sich bei D; u ele ein spec. Gew. von 0,915—0,916 ergeben, wo di e 16S - e ^ e thoden der Prüfung lassen keine der Verfälschungen übersehen und ^ la 'dmrj 61 h 0 Probe Zweif el zulässt, werden diese durch die andere gehoben. Die ^Iblichw - ? " B " er S iebt eine Btftrre "' ( ' lli durchscheinende Oelmasse meisl von Crucifer ° 188er Farbe. Baumwollensamenöl, die Sesamöle, viele der Oele der ^einend" gel)en keine starre, °der eine dickflüssige oder eine starre durch- * st also d" ° der 6i . ne diokllu8S 'g c > von starren Partikeln durchsetzte EMdinmaBSe. Wohl ab ' 6 t ^ aidmmass e nicht weiss, gelblichweiss, starr und undurchsichtig, der g cn er durc hscheincnd oder dickflüssig und in der Schwefelsäure-Contact- und ÖUni e i f ^f el8äu re-8alpetersäure-Mischprobe färbte sich das Oel dunkelbraun oder Probe de iY S ° liegt auch ,,; " verfälschtes Olivenöl vor. Da in der Elaidin- den pfl Um stand vorwaltet, dass sich bei gemischten Oolen die Oele zu schei- läss t sioifü' die ^starrenden Oele von den nicht erstarrenden sich abschichten, so sti mmm, a ElaI dinprobe unter Umständen für eine annähernd quantitative Be- n g der zugemischten fremden trocknenden Oele ausnutzen. 812 Oliv», rrüfungsmethoflen. Um ein sicheres Urtheil zu gewinnen, greift man auch wohl zu anderen Prüfungsmethoden, selbst wenn dieselben wenig Sicherheit gewähren. Solche sind z. B. G. Meez's Probe. Diese besteht darin, dass man 2 gleich weite Probir- cylinder je mit dem Oele zu ^ anfüllt und einen derselben im Sandbade bis) auf 200+250° C. (nach Merz's Angabe genau bis auf 250° schnell, nicht anhaltend) erhitzt. Das echte Olivenöl wird dadurch blasser in der Farbe, und der Geruch des heissen Oeles ist himbeerartig. Der Geruch ist meist nicht von dieser Art, eher fettartig, aber die Farbe des Oeles war bei den aus 10 verschiedenen Stellen bezogenen Olivenölen nach der Erhitzung stets eine auffallend blassere, jedoch ergaben Mischungen des Olivenöls mit Sesamöl, Baumwollen' samenül keine Resultate, welche diese fremden Oele als gegenwärtig angezeigt hätten. Die Mischungen waren z. B. weniger blass an Farbe, als das rein« Olivenöl, der Geruch des heissen Oels auch unangenehmer, doch immer so unbedeutend, dass sich nicht ein Zeichen der Fälschung daraus entnehmen l' es8, Schaumprobe. Wird Olivenöl in einer Menge von circa 80—100o°™ in einer eylindrischen Flasche von 150—-200ccm Kauminhalt eine halbe Min" ° heftig geschüttelt, so erscheint die Oelsehicht von nur kleinen Luftbläschen stai durchsetzt und an seinem Niveau finden sich keine Gruppen grösserer Lu blasen oder etwa eine Schaumschicht. Die Cohäsionsprobe besteht darin, mittelst eines Glasstabes eine Tropfen auf Wasser zu setzen und nun zu beobachten, welche Form der 00 tropfen in den folgenden Augenblicken annimmt. Der Olivenöltropfen dehnt sie unregelmässig aus, einen buchtig welligen Rand bildend, doch giebt es » uc Olivenöle, deren Tropfen zirkelrunde Scheiben bilden. Es ist also diese lr° dann von Werth, wenn die unregelmässige Tropfenform eintritt. Vergl. auch S. 8 ' Die spectroskopischc Prüfung ist ohne sicheren Halt und wür" e ", t dann von Werth sein, wenn Baumöl weder durch Luft noch durch Sonnen!' 8 eine Veränderung erlitte. Nickels wollte das Baumwollensamenöl mittelst dies Methode nachweisen, doch kann dieses Oel in der Schwefelsäure-Contact- u Schwefelsäure-Salpetersäure-Mischprobe durch seine dunkelbraune violette schwarzviolette Farbe so sicher erkannt werden, dass weitere, minder sie' ier ®„. » thoden für diesen Zweck rein überflüssig sind. (Pharm. Centralh. 1881, S. ' Die Gegenwart von Baumwollensamenöl und anderen Oelen soll sich die orangerothe Farbe zu erkennen geben, welche das Oel annimmt, wenn ^ 15ccm des Oels mit 2ccm reiner Salpetersäure von 1,42 spoc. Gewicht m . und in einer Porcellanschale bis zum Schäumen erhitzt, vom Feuer mu 1 * 0 Reines Olivenöl erstarrt einige. 8tu ". cnt aber umrührt, bis die Reaction nachlässt, nach dem Abkühlen zu einer strohgelben Masse, andere Oele erstarren anei »»--^ oder nehmen eine orangerothe Farbe an. 5 Proc. fremder Oele sollen no kannt werden. p rU . Die Probe mit Silbernitrat lässt eine Verfälschung mit den Oelen der ^ eiferen, welche sich durch einen Schwcfelgehalt von anderen Samenölen zu ^ scheiden pflegen, erkennen. In der Chemiker-Ztg. 1879, S. 74 ist dieser ^ ung mehr theoretische Unterlage gegeben. Man soll 1—2 g Aetznatron l ^. bis 30g Wasser lösen, diese Lösung mit 20g Olivenöl mischen, bis zun Lj ege g sieden erhitzen und währenddem ein blankes Silberblech hineinhalten. fögger wird bei Gegenwart von Schwefelverbindungen schwarz. Da die 01lV ® D , ver bin- häufig mit Laugen gereinigt werden, welche nicht immer von Schw ef ° c j, e n düngen frei sind, so soll man das Oel zuvor mit kochendem Wasser aus ^^ r t und dieses auf einen etwaigen Schwefelgehalt untersuchen. Bei weg OHva. Prüfungsmethoden. 813" äesselbi «n ist also die zu untersuchende Oelprobe durch wiederholtes Auswaschen kechendheissem Wasser zu reinigen und dann auf Schwefelgehalt zu prüfen. Zur Prüfung des grünen Baumöls auf eine Färbung mit Kupfer lässt mi u' ETET 10ccm des Oels mit 0,1 Pyrogallussäure in 5ccm Aether gelöst la ° Ö n ^ 61 ^ e 8 enwar * von Kupfer erfolgt eine braune Färbung. Das Ma- & a -Uel soll häufig ein mit Kupferacetat tingirtes fettes Oel sein, welches nicht lve »öl ist (Journ. de Med. de Hruxelles 1865, 8. 365). Wie häufig als Verfälschungen des Olivenöls benutzen Oele sind: Oli Araclli8 - oder Erdnussöl (Handb. II, S. 576). Dieses Oel stimmt mit dem tib • k ezu £l' cn des spec. Gewichtes und des Verhaltens in der Ela'idinprobe mit q"i' a n '°ht in dem Verhalten in den oben als neu angegebenen Proben den R efelsaure - Das damit gefälschte Olivenöl kann vielleicht auch durch bei , ° 1 8 eS( '' lmac k erkannt werden und durch den Erstarrungspunkt, welcher uer . C- Hegt. Hierbei sammelt sich am Grunde der Oelschicht ein Absatz, +4ori C ' ner Sandschicht Aehnlichkeit hat, während reines Olivenöl erst bei Oel • i ZU er8ian "en anfängt und die erstarrenden körnigen Massen in der «clucht suspendirt bleiben. Seh ' ^ ^''^eunung des Baumwollensamenöls im Olivenöl bietet keine jjgjs ' eri Skeit, denn dieses Oel wird durch conc. Schwefelsäure dunkelpurpurroth ^velol ' v ?'' lii ' ,; 8 ' efl abweichend in der Elaidinprobe und hat ein spec. Gewicht, "icht t "^ Cl ^''* : ' {) hinausgeht. Durch conc. Salpetersäure wird es, wenn es Erst , ar ° 8 ' st > grün oder grünlich, welche Farbe in Roth übergeht. Sein gehol £ 8 P UI| kt liegt bei —2° C. Schwerer ist, wie auch oben schon hervorrage M WU1< * e ' llas Ostindische Sesamöl zu erkennen, wenn dieses nur in ge- s onde • .^ e dem Olivenöle beigemischt ist. Da es keine starre gelblichweisse, über i'n 6me dickflüssige oder durchscheinende Elai'dinmasse ausgiebt, so wird es ErK, oc - ,m Oliveutile vertreten, so leicht nicht übersehen werden. Die Schwje ^ ^ 6r Art der Verfälschung bleibt übrigens in allen Fällen eine sehr \ve Qn '? e Und ist me i8t nicht zu erreichen. Der Prüfung ist Genüge geschehen, Verfall ''ei-heit eine Verfälschung Überhaupt constatirt werden kann. Eine °äufie 8 Un 8 des Olivenöls mit Honig soll in einigen Provinzen Frankreichs ^ er fäls li° r D ' auo ^ Cukvam.ikk erwähnt sie in seinem Dictionaire. Diese qu aut C 1U ."S würde in dem Bodensatze aufzusuchen sein. Befindet sich das Oel- D urch g °? ..'" einer Flasche, so durfte, ein Erwärmen bis auf 30° C. und kräftiges tischte Jf? ln ei,lc truDe ***** klare Mischimg ergeben. Mit Bankulöl ver- Uhvenöl verhält sich wie das mit Baumwollensamenöl verfälschte. Sende , '" neuerer Zeit wiederum empfohlene Prüflings-Methoden sind fol- Av enii>-' v { ' au -Ch in CheVAIXIEB's Dictionaire Erwähnung fanden, aber doch s dachtet wurden. ^ntersal f T8 lioact ' v (bereits 1832 bekannt geworden) besteht in einer Sa ur e r ? e , ter8ä «re enthaltenden Salpetersäure. Ein Zwanzigstel Untersalpeter- 11 :ills , 1 Tb. Olivenöl starr zu machen. Die Solidification des Oela geht auch um ande so schneller vor sieb, je weniger es fremde Oele enthält. Da aber deinen vÜu° ele mit ' e '"''' 8 * nre - ,,inis,,llt erstarren, so bietet diese Probe stände ? heil und 8ie wird d " rc1 ' die Ela'idinprobe (Handb. II, S. 572) voll- * u "d besser ersetzt. Rei nes n S f'; lii8st da8 Olivenöl mit roher oder ordinärer Salpetersäure (?) mischen. V Rm , ^ 8ich ll: "" il &**»• dann nach 12 Stunden braun. Das mit 30 d an n br (rohem oder raffinirtem?) vermischte Olivenöl färbt sich graugelb, ß a «n, mit Mohnö] ,,, „ Qhne in Braun Überzug.;heu AaB °T'8 Reactiv ist eine mit Stickstotfdioxyd gesättigte Salpetersäure. tf 814 Oliva. Prüfirogsmethoden. Dieselbe ist grün und stösst an der Luft rothbraune Dämpfe aus. Es ist also wohl nur eine rauchende Salpetersäure. Behufs der Reaction werden 2 g des Reagens mit 20 g des Oels gemischt. Gelbgrünes Olivenöl giebt eine citronen- gelbe Mischung, welche in 30 Minuten starr und sehr weiss wird. Das schlecn- tere Olivenöl (der Tuchmacher) erfordert 40 Minuten zum Starrwerden und ist dann gelblich. Arachis- und Rüb-Oel geben orangegelbe Mischungen, ersteres erfordert 60 Minuten, letzteres 4 Stunden zum Starrwerden. Ersteres ist dann sehr blassgelblich, letzteres citronengelb. Auch diese Probe wird durch die Ela'idinprobe ersetzt. Oleometer giebt es mehrere. Keines derselben hat in Deutschland Eingang gefunden. Chevat/tjer erwähnt das Oleometer Lefebre's und das Elaiometer Gobley's, das thermische Aräometer Pinchon's. Letrt ere3 misst die Wärme, welche bei der Mischung des Oeles mit conc. Schwefels»« 1 frei wird. Diese Wärme ist bei reinem Olivenöl geringer als bei verfälschte Mischt man lOccm conc. Schwefelsäure mit 50 g Olivenöl, so steigt die " ar innerhalb 4 Minuten auf 42° C, mit Mohnöl aber bis auf 74,5° C. Rousseau's Diagometer ist ein Instrument, dessen Einrichtung auf dem ve halten des Olivenöls beruht, ein schlechter Leiter der Electricität zu sein, wa rend die als Verfälschungsmittel dienenden Oele gute Electricitätsleiter sin • (Der Name ist aus dwyeiv, hindurchleiten, und [i£xqov, Maass gebildet.) der Zeitschrift d. allg. österr. Apoth. - Vereins 1880, S. 35, ist ein Diagomete^, von Palmieki erfunden, erwähnt, was jedenfalls ein Irrthum ist. So praKti dieses Instrument auch erscheint und obgleich Olivenöl den electrischen 8 nach Rousseau's Angaben 675 mal weniger gut leitet als andere Oele, so erg ben sich beim Gebrauch dieses Instruments eine Menge Hindernisse, deren . Iranm-ino* nplhst. uno'p.Tnp.in Rp.hwifirip> ist. Anp.h rWia Olivpnfil hthI die Ven• Nr. 38). Oliva. — Opium. 815 W Mixtnra oleosa antlcatarrhalls Waldenbug. * 2 lei 01iTO e optimi b yrupi Amygdalarum ana 50,0. (bgi* • S. Zweistündlich einen Esslöffel Lei t g ntztt ndlichen Katarrhen und auch i Thooi]T, StuhlKim - 1 '- l - 2 Tr °P fen mit «e ff .?, , ' warmer Milch den Staglingen Schr»f ' beruhigen diese bei andauerndem »-s aussffi., 1 » Foige dcr ge - (2) Oleum Chloroformii. Chloroformöl. elf °] iv;ie o ^Woroformii « 1). ana 10,0. Zum bewussten (0eenn'*7 ?' ^"'" bewussten Gebrauch. zu tr 0 " f 4ah nschmerz in den hohlen Zahn Stelio™ ° i n ' zum Einreiben schmerzender ü ^s Körpers.) (3) Pomatnm eitratnm. Limo juice and Glycerine. Limonienpomade. ^c Cerae flavae 50,0 Olei Olivae optimi 200,0 Resinae Pini 30,0. Liquatis immisce Acidi citrici 2,5 so1 Uta in Spiritus Vini absolut! Glycerinae ana 20,0 Olei Iiergamottae Olei Citri ana 5,0 Olei Aurantii florum 1,0. Postremum sensim addendo inter fortem agitationem admisce Aquae Rosae 30,0, ut fiat inassa e flavo albida. (Eine andere Vorschrift im The Monthly Review of Med. & Pharm. IV, Nr. 4 giebt an: Cerae alb. 15,0; Ol. Amygdal. 240,0; Glycerin. 30,0; Acidi citrici 2,0; Aq. Rosae 90,0; Spir. Vini 15,0; Ol. Citri 7,5; Ol. Amygd. amar. gutt. 4.) :ir von je her ein mit Alkanna roth gefärbtes und wohl- gemachtes Olivenöl und ist nur dieser Name den betreffenden Vorschriften Von < ) .:--' ^' ' ,S: '' beizufügen Übersehen worden. Es ist also kein Geheimmittel, Proc. Q, Ile< '' c, usöl, J. Hkinr. Zapp's (Cöln), ist ein Gemisch aus Olivenöl und wenigen cum Rusci und Oleum Juniperl empyreumaticum. (Hauer, Analyt.) riecl u !, c i lweiz «'- Krauter»! ws einigen Seiten, welche der Praxis fern stehen, geglaubt wurde. Steari n e n ' et 1 a !| ilio,lno,,la, 1 e Yon K - Kebpum (Lehrte) ist eine Mischung aus 30 Th. '^ager A , Tn - Provenceröl, mit Bergamottöl parfümirt. (1 Büchse 1,50 Mark.) empyreuin'f- 1 '^' 8 " 1 Ü" 18 rtem Eichstätter Frauenkloster) soll aus Olivenöl mit etwas '«atischem Wachliolderbeeröl gemischt bestellen. Opium. D ieRueV lm kommt i" England in Kugel- und Würfelform in den Handel. Stimmt n .* enen aus einer weichen schwarzen Masse und sind für die Raucher Verden l Würfel bilden eine feste glänzende braunschwarze Masse und In s Ar zm3isubstanz verwendet. ^ e 't nur 6Uerer ^ e 't 'n den Handel kommendes Bulgarisches Opium ent- Um T m 8 Pro °- Morphin. ^ehe,, gn ii nftun g fettreichen Persischen Opium den Fettgehalt zu ent- Selbes'w , man l0Tn - ™t 30 Th. kochendem Wasser behandeln, dazu 3—. r > Th. *öit cl e achs K°ben und unter sanfter Agitation erhitzen, damit sich das Oel War me n 0 Sel,m ° lz endcn Wachse mischt. Nach mehrstündigem Stehen an einem and darf Ufe Scheidung der Fettschicht lässt man erkalten. In Deutsch- E aus sichern Opium weder Tinetur noch Extract bereitet werden. °P i «m 3 ;l ra J hirtes Opium wird ein Opiumfalsificat genannt, welches dem guten Wa *er^t v el «ntergeschoben wird. In irgend einer Weise wird Opium mit das au«L a 1 h . irt ' tler Auszug mit wenig Aetzammon versetzt, nach einigen Tagen s gesch,edene Morphin abgesondert, die Colatur zur Extractdicke ein- 816 Opium. gedampft and mit dem Rückstande aua der Extraction vermischt. Diese Mas»e wird mit etwas gutem Opium zusammengeknetet und in Stäbe, Kugeln ode Kuchen geformt. Nun enthält jedes Opium etwas Amnion, denn wenn man d* Pulver eines reinen Opiums mit Aetznatronlauge anrührt und einen Stab u" Salzsäure nähert, so treten die Dämpfe auf. In diesen Fällen, in welchen de Morphingehalt unter 10 Proc. hinabgeht, konnte eine Bestimmung des Aetz ammons durch Destillation mit Kalilauge der richtige Weg sein, jenes Falsi" 0 * zu erkennen. Der Gehalt von 0,5 Proc. Ammon wäre als ein normale anzunehmen. Ein grösserer Gehalt deutet auf eine Verfälschung. Neben der Aschenbestimmung dürfte heute auch die Amnionbestimmii'io eine nothwendige Aufgabe der Prüfung eines Opiums sein. Auffallend ist e .j dass in keiner der veröffentlichten Opiumanalysen Ammon als Bestandtuei figurirt. Zu den Verfäls/hungsmitteln des Opiums gehören Sesamsamen, Cate.c Pflaumenmus, Getreidemehl, Thonerde. Getreidemehl wird aber leicht °- ur6 das Mikroskop erkannt. Der mit verdünntem Weingeist ausgewaschene f" 1 stand aus der Bereitung der Tinctur ergiebt bei echtem Opium theils dui scheinende, theils durchsichtige Massen, aus Trümmern des Pflanzengewebes stehend, hauptsächlich aus dem Epiderm und Prosenchym der Mohnkaps / &JS] Fig. 98. OpiumpulTer unter dem Mikroskop. 150 fache Vergr. Fig. »». Ausgewaschener Ettckstand aus e j, roBe B bereiteten Opiumauszuge. * El»' le '' 'v e rgr. chyra der Mohnkapsel. lMtoo" , „nr wenig 6 Das Epiderm ist nur mit wenigen Spaltöffnungen versehen oder »» , eü l- Spaltöffnungen laset das Mikroskop wahrnehmen. Krystalle und Star ^^ gebilde sind selten vorhanden, auch nur wenige Haargebilde. Es wer e ^^ dings Stärkemehlköruchen angetroffen, aber immer nur vereinzelt, in fojide mikroskopischen Bilde etwa ein bis zwei Stück. Ebenso sind die "^'j^ u e9 vereinzelt und von höchst einfacher Struktur, wie das mikroskopisch 6 J* q t . gepulverten Opiums angiebt. Die Starkemehlkörnchen haben vielleicht i j, e0< sprung aus dem Bestäuben der Finger mit Mehl beim Formen der Opium. DerFeuchtigkeitsgehalt desOpiuma in Kuchen, wie de . ° n derei» dieses vom Drogisten bezieht, sollte 20 Proc. nicht übersteigen, ,m wäre die Falle wäre das Opium entsprechend im Preise herabzusetzen oder es Opium rectificatnm. 817 Aniiah l 'j'" a . nme zu verweigern. Bei 35 Proc. Wassergehalt ist das Opium weich und bei I ^ ler ' ! =' bei 30 Proc. von der Consistenz eines derben Extracts, kaum schmierig, seh ,°°- dagegen nicht schmierig, biegsam und nicht brechend, bei 20 Proc. Bie 6r ,» sam " n d schwer oder kaum brechend, bei 15 Proc brechend beim und f' m ' t dem Fingernagel einen Eindruck zu machen erfordert Anstrengung Fei , a . sst es sich schwierig zu einem groben Pulver zerreiben. Bei 10 Proc. fein 5 k lsst es sich zu einem mittelfcinen Pulver, bei 7,5 Proc. zu einem die ■■ er zerreiben. Ist im Kuchen-Opium die Mitte weich und sohmierig, hi'ii 'i ? 88er ° Schicht (halb so stark wie die innere weiche) aber hart und Geli u*' 8 ° s ' e ' c ' lcn sich die beiden Feuchtigkeitsmengen aus und es wäre ein So . zu 22,5 Proc. Feuchtigkeit anzunehmen. Wäre die äussere Schicht 20 p w ' e die weiche innere, so liegt wohl ein Feuchtigkeitsgehalt von 1 r °e. vor. Scheih Feuchtigkeitsgehalt zu bestimmen, so schneide man + weise 2 m an . en au s dem Opiumkuchen. Ist die äussere Schicht sehr hart, so bedient di e S v • dazu e ' ,ler feinen Säge. Das Gewicht beider Scheiben wird bestimmt, ei ben im Wasserbade ausgetrocknet und wieder gewogen, kleine ^ * eucn 'igkeitsgehalt des Opiumpulvers, welches von Besitzern f W 8ch V otae ^ eu auch vom Drogisten entnommen wird, darf 8 Proc, zu er- 10 p r n ,n der Wärme des Wasserbades, nicht übersteigen. Ein Pulver mit Morp},? 0 ' Feucllt 'g keit ist ein lufttrocknes. Enthält dieses Pulver nur 10 Proc. Werde,. ' S ° muss es vor dem Ansetzen der Tinctura Opii ausgetrocknet Ei n p„j Wenn . Inan e i ne Tinctur mit 1,0 Proc. Morphingehalt erlangen will. ver mit melir denn 8 Proc. Feuchtigkeit sollte man zurückweisen. Opi Um as . ln Wasser und Weingeist Nichtlösliche eines guten getrockneten di eses _"^ ra gt 35 bis 40 Proc. und sollte ein Opium mit mehr denn 45 Proc. löslichen als eine schlechte Waare angesehen werden, dienend« n . ln £ eUil lt. Das zu pharmaceutischen und arzneilichen Zwecken aue] t ; m P lu| n muss einen begrenzten Gehalt an Morphin aufweisen, wie dies entll altend Ah \ ll > S - 592 > hervorgehoben ist, wo ein 10—12 Proc. Morphin ^' e Verfa M ^' um a ' 8 officinelleB gefordert wird. Unbegreiflich bleibt es, wie die pj, . Ser ^ er Pharmacopoea Germanica dieser Ordnung nicht folgten, obgleich Untl man - St " a(:l ( ' ( ' 11 Morphingehalt zu 10—12 Proc. bereits normirt hatte selbst 20 p lssen niusste, dass auch Opium mit einem Morphingehalt bis zu 18, Pran welches feucht ["'"Ostens ^ n p 0818clle Pharmakopoe schreibt ein Opium vor, pit "ö in der n"' getrocknet aber 11—12 Proe. Morphin enthält. Da feuchtes ' St diese Anord tSCheD 1>llarm: ' cic keine Verwendung zu Präparaten findet, so ß °P'Uln niil "'T aUCh W6der ,1c ' l>H,aoht """ noch der Nachahmung werth. 7: ma nen Z) wXb Böi der Dar8tellu,, S des Opiumpulvers ergiebt sich eine | ( ' u|lli( 'hes Ou' t '" a " 8ammelt und als Remanenz aufbewahrt. Nachdem ein ■j tin »nt. p et d ! um . vorli egt, wird es gut durchmischt und sein Morphingehalt 6r T inctur inStn mmen ^_^ fc noch bei Kindern immer wieder Opiumvergiftungen vor. In dem „J an, Q 1 ' B fi j en über die Fortschr. der Pharm, etc. XIII. Jahrg. 1878, S. 627 (1879) ^ ^ wir eine Menge solcher tödtlich endenden Vergiftungsfälle notirt, z- B * e starben (wie DOüßAIX und Taylor berichten) at mden ein Kind, 3 Tage alt, erhielt 2 1 / 2 Tropf. Tinct. Opii, nach 24 btuu — 14 Monat«; „ „ 3 „ _ — „ 6 » — 1 Wochen „ „ 0,0073 g __ _ „ 12 — 4 Monat „ » 0,06 g Pulv. Doveri „ l — 4'/ s Jahr , „ 0,24g _ _ „ 7 Opiumantidote. Kauchopium. 819 ein Kind, 9 Monate alt erhielt 4 Tropf. Tinct. Opii nach 9 Stunden 5 Tage „ „2 , - - „ 18 „ 4 Wochen „ „ 0,0066 g Opium „ 7 „ j e( ~~ 5 Tage „ „ 4 Tropf. Godfkey's Cordial (0,0015gOpium) ,j e Z .? ren Fall berichtet Brit. med. Journ. II. Bei Kindern soll die Anwendung tj vf!. Um m kleinen Gaben nicht so gefährlich sein, wenn gleichzeitig kalte Se» k . au ^ ^ en Kopf gemacht werden. Opium Kindern bis zu 2 Jahren ein- Urrf he W ' r ' it ™ mer a,s Gift, selbst bei minimalen Dosen und trotz der kalten •iah u- au ^ ^ en Kopf. Auch bei Greisen und Greisinnen, welche das i'<0. eh» • s ' cn haben, ist stets die kleinere Dosis vorzuziehen, ebenso bei Mäd- n im Alter beginnender Pubertät. ; m *. ÜIi Assow fand die Wirkung des Opium per os stets schneller eintretend als Seite ere kleinere Gaben Opium (Handb. II, 8. 594) wirken excitirend, trem ^ ^ lf ' SSere Gaben mehr sedativ und einschläfernd. Bei Tetanus, Delirium wirk S ' y^rophobie sind die grösseren Gaben angezeigt, um Narkose zu be- '•> V k- n ^ e ' Diarrhoe sclinelle Wirkung zu erlangen, ist die mittlere Dosis a„ s i I . ""düng mit Strychnos vorzugsweise wirkend und wenn hier die Wirkung (stjj ■>!. ' s ° findet sie sich neben sauren Gaben des Chinins und Chinidins ist jjj i!? ®$ —0,4g Chinidinsulfat) bald ein. Die Verbindung mit Tart. stib. stä n ^ zu empfehlen, eher diejenige mit Ipecacuanha. Bei krampfhaften Zu- at) er p r Frauen erweisen sich Opium mit Valeriana verbunden, besonders Die q . ae emphracticae (Handb. II, S. 600) meist in wenigen Minuten wirksam. ei n a , Pmmwir kung nach Einführung von Tinctura Opii tritt stets schneller nach der Einführung des Pulvers oder sonstiger trockner Opiumarzneien. em Pfiel | Urr,ar, t'dote. Als Antidot bei Vergiftung mit Opium und Opiumalkaloi'den • A. Pallen (New-York) subcutane .Tava-Kaffcextract-Injec- l ■, 20—30 Tropfen des flüssigen Extracts (Fluid-Extrats) werden Honen der g ."" ~*" — ay} A'ropien oes massigen extracts (fiuia-cixtrats) weraen in ' )a ben erf erw *nnt und pro dosi injicirt. Kalte Injection soll Abcesse zur Folge Wirkt a v ^ ru 8P'st8 Circular and ehem. Gaz. Januarh. 1880). Antidotisch l'eni!, A A,v "l>insulfat subcutan injicirt. ^«n-Opiam. Opium zum Rauchen, vergl. ph. Centralh. 1881, 8. 83 u. : '' s Geiin ' '> 8. 358: Die Chinesen rösten das Opium vor dem Verbrauche als ZnZ lS81 >> Theriat: 8mitte '" Die physische Destruction des Körpers und des Geistes der J kl8 soll u," Jil| ir e iö-o noiosin (CgHioOä); e "> indifferenter Opiumbestandtheil, wurde riald pnysisene Instruction aes Körpers una aes ueisTes Mei- S< ■'' derjenigen bei unseren Branstweinsäufern übereinstimmen. IUI ".Uirg 1«~Q " 'S 1 '|IP '•>) 1 ,,l 'l 1UUIUC1CUW31 l^pilllJluesUUlullieil, VVUIUC Uli ^«tralh 1»°" ^' und Smith (Pharm. Journ. and Transact. 1878, pharm, ^titteriai, ^' '^ 87 ^ '" ^ er :U1S ^ er Darstellung des Mekonins verbleibenden 8cn 'eden Se v an £ etroff em Beim Stehen derselben hatte es sich in Krystallen abge- Set zunjr a 0m Mekonin unterscheidet es sich in Beiner elementaren Zusammen- 11,1(1 unter"} •°' n Mimis vtm ^W Fs löst sich leicht in Weingeist und Aether 11 k°nin d i . s ' cn a,u ' n physikalisch von dem in Wasser wenig löslichen «eido». _ Ullr ''li eine T,nst;<.iii.-n;t ;« 97 Tli taitnm w»oodi. .,„,i v,™». u.;,.iiter in ,SSet « Wass, eine Löslichkeit in 27 Th. kaltem Wasser und noch leichter in ܰ' 08! n krvT? 1 -' VOn welc hem letzteren Mekonin selbst 50 Th. erfordert. Meko ''"unter « y , alllsir t in blättriger Form, schmilzt bei 88° C, färbt sieh in ver- e k 0n j n nwefel säure einige Zeit erwärmt dunkelroth, dann purpurrote (während m Giiooi! dense lben Umständen eine grün.' Farbe annimmt). I u »d h Q 0p,n (Q»A s NAt)> ein neues Alkaloid, dessen Entdecker wiederum v "'''''iiini ,h ; TU ( Pharm - Journ - 1878, Augustheft) sind. Sie fanden es in den ^deb, w , , lau Sen. Aus Weingeist krystallisir« bildet es lange zarte farblose 8 i8t löslf„K - bei 223 ° C. schmelzen und mit russender Flamme verbrennen. llCn m 1500 Th. kaltem Weingeist, wenig löslich m Benzol, löslich 52* 820 Opium. Extract., Tinct. Opii. in Chloroform und Schwefelkohlenstoff, nicht in Wasser, wässrigen und ^ ein " geistigen Aetzkalilaugen, Petroläther. Das Hydrochlorid krystallisirt in farblosen Prismen nnd giebt mit Platinichlorid einen krystallinischen chamoisfarbenen, m Kaliummercurijodid einen weissen Niederschlag. In conc. reiner Schwefels» 11 färbt es sich lösend blassgelb, welche Farbe auf Zusatz eines Tropfens Salpeter säure in Carminroth übergeht, wodurch es sich vom Rhoeadin unterscheide t welches sich schon mit Schwefelsäure (auch Salzsäure) roth färbt. Oxynarcotin (C 22 H 23 N0 8 ) ist ein 187,6 von Beckett und Alder Whigs* aufgefundenes Alkaloid des Opiums, welches sich zum Narcotin wie Benzoe säure zu Benzaldehyd verhält, wesshalb der Name Oxynacrotin gewählt wur Es unterscheidet sich vom Narcotin durch seine grössere Löslichkeit in siedende Wasser und durch die geringe Löslichkeit in siedendem Weingeist. Es ist u löslich in Benzol, Chloroform, Aether. In Alkalilaugen scheint es löslich zu sei • Das Hydrochlorid wird wie die Hydrochloride des Narcotins und Nacci'ns in schwer lösliches basisches und ein saures Hydrochlorid zerlegt. Die basisc Salze enthalten z. B. 5 und 7 At. Alkaloid und 1 At. Chlorwasserstoff. Kalkerdehydrat-Morphin ist, wie Angman erforschte, eine Verbindung von .. Mol. Calciumoxyd und 2 Mol. Morphin. Andere Opiumbestandtheile geben Kalkhydrat ebenfalls in Wasser lösliche Verbindungen, welche sich auch m Prüfungsverfahren IIagee's beobachten lässt, denn nach Beseitigung des Morp niederschlages scheiden aus dem Filtrat noch alkalo'idische Stoffe aus. Extraetnm Opii. Die Darstellung dieses Extractes nach den gültigen "' macopöen entspricht nicht den Anforderungen der Therapie, welche ein P rä P von bestimmtem Gehalt an stark wirkenden Stoffen verlangt. Dem Arzte alle Zeit Sicherheit in der Dosirung gewährt sein. Ist ein 10 Proc. Morp enthaltendes Opium officinell, so muss, da die Extractausbeute mindesten ^ Proc, meist 60 Proc. von der Opiummenge beträgt, das Extract durchschni 20 Proc. Morphin enthalten. Um die Löslichkeit des Morphins zu sichern, . ein Zusatz von 1,6 Th. Weinsteinsäure zu 100 Th. Opium nothwendig. B e ^ der Morphingehalt im Extract mehr als 20 Proc, so wäre soviel Milcaz« diesem Extracte beizumischen, dass der Morphingehalt genau 20 Proc. be ^ Der Arzt weiss dann, dass 1 Th. Opiumextract in seiner Wirkung und se Gehalt an wirksamen Stoffen 2 Th. Opium mit 10 Proc. Morphin entspr ^ Damit nun nicht der Fall eintrete, dass eine Extractmenge von mehr de e it Proc. aber mit einem unter 20 Proc. herabgehenden Morphingehalte ge s g wird, so wäre ein Opium mit 11—12 Proc. Morphingehalt zur Extractbei ^ zu verwenden. Andererseits sollte ein Opium mit einem Gehalt von nie 12,5 Proc. Morphin nicht zur Extractbereitung verwendet werden. _ nstein* Der Opiumrückstand aus der Extractbereitung enthält, wenn eine wei . p ] ie Säurebeimischung nicht stattfand, immer noch einige Procento AlkaloM» ^ bisher verloren gingen. Um diesen Verlust, zu beseitigen, empfiehlt sich ^ satz der Weinsteinsäure, welcher die Wirkung des Extractes in keiner modificirt und selbst eine Extraction auf dem Wege der Verdrängung zm ' ' f Tinctnra Opii, Tinctura Opii simplex. Die im Handbuch der pn- ic », II, S. 596 angegebene Vorschrift ist nicht die der Pharmacopoea Ge I eutgC h- sondern eine zwischen dieser und den Pharmacopoen der Nachbarländer v ~ - xir0 . lands sich haltende Vorschrift, nach welcher ein 45-proc Weingeist zU *. 34,5- extraction verwendet wird, während Ph. Germanica dies mit einem 34 proc. Weingeist erreicht. Die Vorschrift der . ,il?o- Ph. Germanica erfordert übrigens noch eine Correctur theils » ' ^b- nomischen Gründen, theils wegen der pharmaceutischen Ordnung. Opium. Tinct. Opii. Prüfung. 821 Piumpulver werden mit 95 Th. eines 34—34,5-proc. Weingeistes (eines ™ 1B ches aus verdünntem oder 68—69-proc. Weingeist und Wasser ana 47,5 •) Übergossen, 8 Tage digerirt und nun nach dem Erkalten filtrirt. Das Fil- ^t beträgt bei Darstellung kleiner Mengen 88—90 Th. Der Filterrückstand 10 'v*^ ^—^ r ^ n " J ene8 34-proc. Weingeistes zuerst unter Mischung mit circa * ü -> dann durch allmähliches Aufgiessen des übrigen Weingeistes ausge- wi ^ * C . n ' ^ s da8 Abtropfende nur hellgelb gefärbt erscheint. Dieses Filtrat ~ . rar sich gesammelt auf 6—5 Th. eingedampft, nun mit einem gleichen ichte 68—69-proc. Weingeistes verdünnt und dem ersten Filtrate zuge- SteÜ 8 ° ^ ass d ' e .Mischung genau 100 Gew. Th. beträgt. Nach zweitägigem Ge -\ an emem Orte von 15 — 17° C. wird die Filtration wiederholt. Spec. diel ^ 6r Tinctur 0,977—0,980, nach der Ph. Germ. 0,978—0,982. Auf w , °. "eise geht vom Opium nichts verloren und das Resultat ist die Tinctur, e das ganze Quantum aller löslichen Bestandteile des Opiums einschliesst. f a i ne einfache empirische Probe der Tinctur besteht darin, 2g der ein- ent ? ^raetur mit 118g oder ccm Wasser zu verdünnen, davon circa 5ec zu 8ilh ™ 6n ' * n em Reagirglas nebst etwas Kochsalz zu geben, 4—5 Tropfen Set' 1D ^ 0Sun S und nach dem Agitiren soviel Aetzammon (15 Tropfen) zuzu- i j3 uag s eine klare Lösung entsteht. Man erhitzt und erhält die Mischung i n r, . utc kochend. Sie muss bräunlich bis braune Färbung annehmen und sich 8oj i ge ausgeschiedenen grauen metallischen Silbers trüben. Zehn Theile einer M 01 ? n Tinctur enthalten sicher die Bestandtheile aus 1 Theile eines 10 Proe. z liS( ,i n ^haltenden Opiums. Die Art der Trübung und Färbung sicher ab- v 0r „ zen m ^ nicht schwierig, wenn man diese Probe mit einer normalen Tinctur & e uommen hat, oder nebenher vornimmt (Hager). 16 zweite empirische Prüfungsmethode ist folgende: w er( j & der Tinctur, 5g Aether, lg Benzol und lg Aetzammon (10-proc.) dm- c i , ln ei uem genau tarirten Kölbchen gemischt, 5 Minuten hindurch kräftig d Ur c h. S • ttelt und nun 20—30 Stunden beiseite gestellt. Nach dieser Zeit wird W P iT,„ . m ßäuschchen Glaswolle colirt, das Kölbchen mit einem Gemisch aus 1 g Morpv t ^ Aether nachgespült. Hätten sich an die Gefässwandung Der N' •| y a talle angesetzt, so wäre das Kölbchen auszutrocknen und zu wägen. lrx Be/i erscn ^ a g oder das Morphin sollte nicht weniger und mehr als 0,1—0,12g Morph; au ^ lg Opium, betragen, wobei angenommen ist, dass ein 10—12 Proc. ^älluno. ^ ntüa ^endes Opium das officinelle ist. Die Morphinkrystalle aus dieser g sind sehr dunkelfarbig. 1,5 g ."r f ^ückigee schüttelt man 40 g der Tinctur mit ] /3 Vo1 - Aether und Die M m ° n . Und stellt einon Tag beiseite etc - sein m YL1U8 'sche colorimetrische Methode dürfte hier ganz am Platze llat man V ÜS 8agt darübor (pharm. Centralh. 1881, S. 107). Zur Untersuchung die zehnf i ^ ver S 1 - unten S. 827 Mylius' Prüfungsverfahren) statt des Opiums e Menge der Tinctur anzuwenden und im Uebrigen dieselben Verhältst noth 1 ! ten - Oie Anwesenheit des Weingeistes ist nicht störend. Es ist Kor ma j fl .. * e udig, wie De ; m Opium zu kochen. Wenn man etwa die notliwendige man u , U88l S k eit statt aus Morphin, aus Opiumtinctur darstellen will, welche Nieder i w ht hat > nachdem man die hierzu nöthigen 40 g zuvor abgedampft, öur w . Was ser aufgenommen und filtrirt hat, so ist es erforderlich, dieselbe Al die reducirende Kraft einer so dargestellten weingeistigen Nor- °P»«Btttai * Wächst - Die Anwendbarkeit wurde dadurch geprüft, dass man auch m ^, welches 10 Proc. Morphin enthielt, zur Herstellung der Tincturen 822 Opium. Tinct. Opii desodorata. benutze. Die so erhaltenen Tineturen erwiesen sich, wie die Versuche ergaue > colorimetriseh geprüft 1-procentig. Tinctura Opii desodorata (s. sine odore). 10 Th. Opium werden zerkleinert oder als grobes Pulver mit 75 Th. kochendem Wasser übergössen, nn Umrühren 3 Stunden beiseite gestellt und dann in ein locker gewebtos Colatoi"' \V abgegeben. Der Rückstand im Colatorium wird mit 40—50 Th. kaltem ser gemischt und nach einem halben Tage in dasselbe Colatorium gegeben, gemischten Colaturen werden unter anhaltendem Umrühren bis auf 60 Tu. e gedampft, nach dem Erkalten mit 50 Th. 90-proc. Weingeist gemischt an nach 4—5-tägigem Absetzenlassen filtrirt. Das Filtrat betrage 100 Th. Da angeblich eine bündige und sichere liestimmuugsweise des Morphins Opium fehlt, so mögen die bekanntesten Methoden hier einen Platz finden: Cleaver's Priifungsverfahren. 6,5g Opium werden, zuvor mit Schwe. "> kohlenstoff extrahirt, mit 6,6g Kalkhydrat und 2—3g Glas- oder B ; ^ steinpulver gemischt und auf dem Verdrängungswege mit Wasser ersc b0 ". Das Filtrat wird mit Schwefelsäure genau gesättigt, wiederum filtrirt. auf 15g abgedampft, bis zum geringen Ueberschuss mit Aetzammon veis< und nach 24 Stunden der Niederschlag im Filter gesammelt, mit Wasser, mit Aether gewaschen, getrocknet und als Morphin gewogen. Das in der lungstiüssigkeit und im Waschwasser in Lösung gebliebene Morphin (wofll der 11. Theil seines Gewichts) ist hinzuzurechnen (Pharm. Journ. and Iran Vol. VII, Nr. 325, S. 241). nn Coukrbe's Prüfungsverfahren. 100 Th. Opiumpulver werden nw Th. Wasser und 15 Th. Salzsäure >/ 2 Tag macerirt, das nnter Nachwase^ des Filterinhaltes gesammelte Filtrat mit Kalkmilch im Ueberschuss vers > aufgekocht, filtrirt, im Filtrat die Kalkerde mit Salzsäure gesättigt und Aetzammon im geringen Ueberschusse hinzugesetzt. Nach einem Tage wi Niederschlag als Morphinhydrat gesammelt etc. DüPLOs'sches Priifungsverfahren (Handbuch der pharm., techn. und ^ Analyse von Ad. Düflos 1871). 9g des Opiums werden unter Zusatz von Essigsäure mit Wasser angerieben, mit 90ccm Wasser drei Stunden tn __ filtrirt und der Rückstand mit Wasser vollständig erschöpft. (Der Fn* ^ stand wird getrocknet und gewogen. Er beträgt bei gutem Opium 4 g nn ^ über 5g.) Das Filtrat wird zur Syrupdicke abgedampft, nun mit 90 cC bis 98-proc. Weingeist durchmischt, einige Stunden zum Absetzen beiS , eflj stellt, dann decanthirt, filtrirt und das Filter mit gleichem Weingeist narng0Wa fun gs- Das Filtrat wird durch Abdampfen vom Weingeist befreit, der Verdamp .^ rückstand mit 90ccm Wasser aufgenommen und mit BleiacetatlösU ^ Ueberschuss versetzt, um die Meconsäure zufallen. Der Niederschlag wir j, Filtration gesondert und mit Wasser ausgewaschen, das Filtrat mit Scin ger - wefelblei mittelst Filters, der Schwefel* Wasserstoff übersättigt, das Schwefel schwache 0 stoff durch Erwärmen beseitigt und dem erkalteten Filtrat bis zur scu ^ ^ alkalischen Reaction Kaliumbicarbonatlösung zugesetzt (um N cnW acl> fällen). Das nach einer Stunde gesammelte Filtrat wird mit Essigsäure sc ^ sauer gemacht, 1 /;t davon behufs volumetrischer Bestimmung des Morphins l ^ g werden neunten und Mayee's Verfahren) beiseite gestellt, die übrigen 2 / :l aber y auf 50ccm eingedampft, mit Kaliummonocarbonat bis zur alkalis«^ ^,. action versetzt und (an einem massig warmem Orte?) 24 Stunden be,s . c jj„et stellt, dann das Morphin gesammelt, mit etwas Wasser gewaschen, S e y er . und gewogen. Die Mengen der Verunreinigungen des Morphins decken Opium. Prüfung. 823 us t desselben während der Untersuchung. Dieses Verfahren Duflos" ist ein enr gutes, nur umständliches. Auch Prof. Schmitt (Lille in Frankreich) empfiehlt es > ßep. de Pharm. 188Ü, S. 449. ^ur volumetrischen Bestimmung wird 1 j i der vorstehend gewonnenen Pmmlösung verwendet. Als Reagens dient das MAYEß'sche Normal-Kalium- ercurijodid, welches auf Morphin titrirt ist. Letzteres geschieht in der ei se, dass man 0,1g kryst. Morphin in 50ccm Wasser löst, mit circa 5 Tropfen -~ug sein (das Reagens besteht nach Duflos aus 22g Mercurijodid o 16g Kaliumjodid in lOOOccm Flüssigkeit, es ist also nicht das im Handb. I, ^2 angegebene). Man vergl. auch MAYEü'sches Prüfungsverfahren. g Flkoey's Prüfungsverfahren. Nach demselben werden 2 g Opium mit ist a sser > welches mit 15 Tropfen Ammoniumoxalatlösung versetzt , ' * stunden macerirt. Dann wird die Mischung in einem Mörser fein zerrie- 2 ' niln in ein Filter von dichtem Filtrirpapier gebracht und dieses zuerst mit Fi 1t as ser, dann noch 2mal mit leem Wasser nachgewaschen. Das ^ rat wird in ein Glas-Kölbchen mit einem gleichen Vol. 80—85-vol.-proc. ver '| 1 ^ e * st vermischt und mit Salmiakgeist bis zum geringen Ueberschuss teln h •' daS ^laskölbchen geschlossen und 24 Stunden unter bisweiligem Schüt- Hen 6l ^- e ' t<3 gesetzt. Dann bringt man die Flüssigkeit mit dem Ausgeschiede- gei t e ' n ^tenfilter und spült das Kölbchen mit 8—lOccm 40-proc. Wein- toit <4 nacn " ^ s sollen die Morphinkrystalle fast farblos zurückbleiben, vielleicht der w Uren ^ arcot,n » welches in dem verdünnten Weingeist löslich ist. Die ihrer Tf ndun S des Kölbchens anhängenden Morphinkrystalle trocknet man an kölb u s . te " e un d das Filter im Trichter, welches man dann in das Glastet 4. 6n ^ e ^ neDst lOccm Wasser und lOccm einer Normal-Oxalsäure eine * m ^ J ^ er ) oder me hr davon, so dass nach der Lösung des Morphins passe T 1 ^ 0 ^ eac ti° n vorwaltet. Mit einer Pipette nimmt man lOccm oder eine l n( jj e Menge heraus und titrirt mit Normal-Natronlösung zurück. Als Zl) r vr 0r " er Reaction lässt Fleury Brasilienholztinctur anwenden. Da (C l H208 Utral ' Satlon von ^>lg wasserfreien Morphins 0,0221 g kryst. Oxalsäure s äure "~^0) nötliig sind, so sättigen 0,2g Morphin lOccm der Normal-Oxal- » ;welche im Liter 4,42g der kryst. Saun! enthalt. a nd ere leSe Methode passt nicht für pharmaceutische Zwecke, weil nicht nur die "ioht \\ • P' uma " i aloiide hinzutreten, auöh in der TJntersucliuiigsflüssigkeit eine P ern ^ , lcn giltige Monge Morphin gelöst bleibt und der Bestimmung entgeht, in Uem I " mmt das Ammon Kohlensäure auf und in dem getrockneten Filter und Meh kfi C0 " Jcn können kleine Beste Ammoniumbicarbonat adhäriren. End- rei Cne -■ Uen m '* der angegebenen Wassermenge 2 g des Morphins nicht ausüben 6X n irt werden, etwas Morphin wird daher im Opiumrückstande ver- Ut der a ivr nUn dci1 llau P tfehler dieser und aller ähnlichen Methoden bildet, Alka! ^f ngel der Angabe, dass das seinem Gewichte nach bestimmte es doch • auen ' n seiner Hauptmasse wirklich Morphin ist. Gicbt wiegte Vi" 6 Menge Alkaloide von billigem Einkaufspreise, mit welchen der ge- FaUi« *? l8cher dc " Manco am Morphingehalt decken kann und wird. Diese kan n t 7 T wird durch die8e Prüfungsmethoden nicht angegeben und nicht er- dtt nnterA mUSS 8 ' Ch dahel " daS 8 eBammelte Morphin durch seine Losung m ver- etznatronlauge als Morphin ausweisen. ^üokigek's Prüfungsverfahren (pharm. Ztg. 1879, Nr. 57). Dieser her- 824, Opium. Prüfung. vorragende Pharmaceut hat 1. c. die Umstände und Verhältnisse der Opuirnpn' ifun ^ nach fast allen Seiten hin vorgelegt und erklärt und nur den Fall nicht a reichend in Erwägung gezogen, wo eine Verfälschung des Opiums mit fr enU n Alkaloi'den bezüglich eines theilweisen Morphinersatzes in Betracht kommt, dieser Fall für die pharmaceutische Prüfung von erheblicher Wichtigkeit ist, muss auch am Schlüsse der vorliegenden Methode die Löslichkeit des ^' e Schlages in Aetzalkalilauge geprüft werden, denn die von Flückiger angege^ 11 .^ Identitäts-Reaction giebt wohl die Gegenwart von Morphin an, aber nicht " e gemischte fremde Alkaloi'de. 8g Opiumpulver werden mit 80g Wasser in geschlossener Flasche /i Tag macerirt und dann auf ein faltiges Filter (12,5cm im Durchmesser) gebrach- Das Filtrat beträgt 65—68ccm. In 42,5cem Filtrat ist das Morphin aus 4j, Opium vorhanden. 42,5ccm des Filtrats giebt man in ein tarirtes lOOcc fassendes Glaskölbchen, giebt ferner dazu 17g Weingeist von 0,815 sp Gewicht (bei 15°C), 20g Aether und schliesslich 1,5g 10-proc. Aetzammon- Der Aether löst theils den Narkotinrest und veranlasst auch die Bildung i" elD Morphinkrystalle. Das geschlossene Glaskölbchen lässt man 12 oder24Stun beiseite stehen. Dann bringt man die stark durchschüttelte Flüssigkeit m Falten-Doppel-Filter (10cm im Durchmesser), welches man mit Aetherweinge (aus 17g Weingeist von 0,815 spec. Gewicht und 20g Aether zuaammengesewj zuvor durchfeuchtete. Am Schlüsse der Filtration, wobei der Trichter mit ein Glasscheibe bedeckt gehalten wird, spült man das Glaskölbchen nach und n mit 10g jenes Aetherweingeistes, zuletzt mit 10g Aether nach, ^ a8 1 c lt „ r fest an der Glaswandung sitzende Morphin nicht beachtend. Das Doppc» wird endlieh ausgebreitet, nach dem Abtrocknen das darin angesammelte Morp in das Kölbchen zu den festsitzenden Morphinkrystallen gegeben, bei 100 • ausgetrocknet und gewogen. Das Morphin ist hier als Hydrat vertre (C 17 H 19 N0 3 + H 2 0) und zwar mit 5,94 Proc. Wasser. Das verbleibende Filtrat wird mit 0,5ccm Aetzammonflüssigkeit v setzt und nach dichtem Verschluss des Gefässes einen Tag beiseite ges ' , Wären dann noch Morphinkrystalle ausgeschieden, so wären sie zu sammeln dem zuvor gewonnenen Resultate zuzuzählen. Werden einige ccm des Filtrats mit Salzsäure sauer gemacht, mit e doppelten Vol. Aether ausgeschüttelt, der Aether abgedunstet, so hinter ein Rückstand, welcher mit etwas Wasser aufgenommen und mit einigen' ^A e t # Ferrichloridlösung die blutrothe Farbenreaction der Meconsäure dar ^ Der Wägung des Morphins folgt die Identitätsreaction und sol 1 .^ e etwas des Niederschlages ( 1 / r ,) mit conc. Schwefelsäure zerreiben, & Vf Stäubchen des officinellen salpetersauren Wismuths (Subnitrat) darauf si ^ wodurch eine braunschwarze Färbung eintritt, welche bei Gegenwart von . r jg e Salpetersäure im Wismuthsubnitrat auch mehr in Roth hinüberzieht. Der ^ Theil des Niederschlages ( 4 / 5 ) wird mit 10-proc. Aetznatronlösung g&®" ' a und durch Filtration, Auswaschen und Trocknen des in der Lauge Unlos i der wahre Morphingehalt bestimmt. _ 0 Eine Kritik dieser Methode hat Mylius in Freiberg i/S. im Archiv 2. Hälfte 8. 310 und 1880, 1. Hälfte S. 27 veröffentlicht. MYLIü8 / I " en s;e Probe einen Weingeist von 0,830 spec. Gew. verwendet und der Morphin t aus 4 g Opium 0,088 g zugezählt wissen, womit die in der Versuchsfluss | gelöst bleibende Menge Morphin ebenfalls in Rechnung kommt. Mylius' kritisirende Auslassungen sind zu umfangreich, um sie Auszuge wiederzugeben und müssen daher 1. c. nachgesehen werden. hier im Opium. Prlifung. 825 W Pordos' Prüfungsverfahren. Es worden 15 g Opium mittelst 60 com ? . asser macerirt, überhaupt so erschöpft, wie Payen (vergl. S. 828) angiebt. ■Drittel des Filtrats wird mit soviel Aetzammon versetzt, dass es nur in Ss ® rst geringem Ueberschuss vertreten ist. Diese Aetzammonmenge wird notirt, den übrigen 2/ des Auszuges, 10 g Opium entsprechend, mit der doppel- setzen ^ /a-----------------o— j — o ~r ---------------x------------/------------ — rsr — Menge Aetzammon, aber doch um ein Geringes mehr davon zu ver- mi h ' nacü d pm man diese 2 / 3 mit einem gleichen Vol. 85-proc. Weingeist ut nat. Die durchschüttelte Mischling wird 2—3 Stunden in verschluss ver- —»• Die durchschüttelte Mischung wird 2—3 Stunden in verschlossenem > um den Luftzutritt zu verhindern, beiseite gestellt, dann schüttelt man aus r U - ni Und ^ ass * e ' n 'S e Stunden hindurch absetzen. Nun sammelt man die ty geschiedenen Krystalle in einem Filter, wäscht sie mit 15—20 cem schwachem ( ] n | eis t (45-proc.) ab und trocknet sie, um sie mit 10—15 cc Aether und Schi' • ^ ma ^ m it 10—15 cem Chloroform (weingeistfreiem) abzuwaschen. Und ISS wer äen sie nochmals mit 15 cem Aether ausgewaschen, getrocknet ( v se ^°gen. Zur Controle wird die Löslichkeit in Aetzalkalilauge geprüft r S'- Identitätsprobe). «uiboukt-'s Prüfungsverfahren, welches 1861 bekannt wurde, lässt das Tj e . m l m 't Wasser erschöpfen, den Auszug mit Aetzammon im geringen 50-t> r8 S vel "setzen, nach 36 Stunden den Niederschlag sammeln, mit 40— siede T' ^ u Seist auswaschen und schliesslich das Morphin daraus durch (versrl 6n .^ 6 "P roc - Weingeist extrahiren. Schacht's Methode schliesst sich Eine I^ en ^' Leiter unten) dieser GuiBOUR'f'schen in verbesserter Form an. tr eaction des Morphins ist nicht herangezogen. Opi u D1CUARD s Prüfungsverfahren ist ein polari metrisches. Es wird ein en tfärhT^ ZUg an S ew endet, welcher mittelst Cuprisulfat und Ammoniumsulfat denen p U '' I ' KB,M0ND ' 8 P ru "fungsverfahren erfordert 15 g Opium (von verschie- z erri e K r °^ en durch Abschneiden gesammelt). Diese werden in einem Mörser dieses < w UUd . mit 110 ? Weingeist von 70 Vol.-Proc. Gehalt (oder 120 cem SewicU 61n ^ 8tes ) i nn 'g gemischt, in eine Flasche gebracht, bis zum Total- Und nu Von 125 g mit demselben Weingeiste aufgefüllt, stark geschüttelt in e j n ßf r *; 80 cem Filtrat, entsprechend 10 g des Opiums, giebt man anij, * a8 m it weiter Oeffnung und lässt mittelst Pipettenrohres 2 g Aetz- aUmä]»: , 88 *gkeit ( 2 0-P roc> ) sanft oinfliessen. Dann soll man das Glasrohr dichtv e » , ZUru °kziehen, dabei die Flüssigkeit nicht bewegend, und das Glas bellen K esse n. Nach 12 Stunden soll sich das Morphin in körnigen, röth- Klänzend r ^ 8ta ^ , en abgeschieden haben. Beigemischtes Narkotin bildet weisse Voin köm - "' we ^ cno sehr leicht sind und sich durch Schlämmen mit Wasser ^ttinin«;, ' Sen Morphin trennen lassen. Mittelst Wassers wird das beigemischte 5 m, r onat beseiti . gt - genti gend 6 . n °d e > B0 wie aucn die GumouKT'sche sind allenfalls für Drogisten auca noch n " ^ ir P narmaReu tische Verhältnisse, weil der Morphinniederschlag '' e ^ and Vl6le -^kalmde enthält, welche nicht Morphin sind. Morphinverlust gelöst n V °i. r ' denn die Flüssigkeit über dem Miederschlage enthält Morphin dass ihre i d '° Method en zieht sich Unsicherheit hindurch und verrathen sie, sie auch Aut oren oberflächlich an ihre Versuche, herangingen. Desshalb haben Hn (iQR^ e Men Se Verbesserungen erfahren durch Dbsmbdt, Guiu.ikkmonu's v 0b <), Roissille (1867), Saint-Planoat (1869), Pbtit (1879). e 'me MS 018 ' 8 Prüfungsverfahren ist eine Parallem zu Hageb's Methode oder Ph - 1881 * ° n ^rselben und wurde im November 1880 bekannt (R ep . de L > 8 " 34). 7 g Opium werden mit 3g Kalkhydrat, dann mit 70ccm 826 Opium. Prüfung. Wasser gemischt, nach einer halben Stunde in ein Filter gegeben. Dem Fii* trat, 53ccm betragend, entsprechend 5g Opium, werden 10ccm Aether zugesetzt. Nach starkem Durchschütteln werden 3g Ammoniumchloridpulver hinzugeschüttet und unter Agitiren gelöst. Nach 2 Stunden wird der Aether decanthirt, durch eine neue Menge Aether ersetzt, wiederum durchschüttelt um aufs Neue decanthirt. Nun wird der Morphinniederschlag in glattem Filter ge- sammelt, mit einigen ccm Wasser gewaschen etc. und (wenn man will) ^ Normal-Schwefelsäure titrirt. Die Abseheidung des Morphins erfordert ** bis 4 Stunden, der Aether löst ebenfalls etwas Morphin. Es muss also min ^ Bodensatz nochmals mit Wasser gemischt, und nach dem Absetzen und n ^ & Decanthation der Bodensatz mit 10g Weingeist von 0,850 spec Gewic^ ^_ Stunde macerirt, auf ein Filter gebracht und dieses mit etwas Weinge 18 jg. gewaschen. Der Filterinhalt wird getrocknet, dann in verdünnter j^gg gäure gelöst, die Lösung filtrirt und mit Aetzammon im geringen Ueße ^ versetzt. Nach 24 Stunden wird der Niederschlag gesammelt, getroc gewogen. ^'scb eI1 Miixer's Prüfungsverfahren ist ein colorimetrisches, dem STE jj et hod e und MYLius'schen ähnliches, nur wird nicht wie in der STEiN'schen ^ &et Chloroform, sondern Schwefelkohlenstoff als Lösungsmittel des ^^9 Jodsäure abgeschiedenen Jods angewendet, welchem Modus sich die von (1881) veröffentlichte anschliesst. DU- Opium. Prüfung. 827 Mohr's Prüfungsverfahren gleicht dem CouERisK'schen, und das HAGER'sche e m MoiiR'schen. Der Opiumauszug wird mit Kalkhydrat versetzt, das in josung übergegangene Kalkhydrat-Morphin durch Filtration gesondert und h Ammoniumchlorid zersetzt. DerVortheil dieses Verfahrens ist unver- ar > denn nur Morphin kann hier zur Bestimmung kommen, aber keine kennb rt j «vjuii 11 Ul jn^l^lllli 1\ " >dl! liefert " ach Myuus Resultate, welch'' mit der Methode bat n ioU V überei nstimmen, aber nur bis auf etwa 0,5 Proc. genau sind. Sie Visionen f 1 Vorzu 8 ^sser Schärfe, empfiehlt sich aber gerade für Apotheken- verbrajL ch die Schnelligkeit der Ausführung und die geringe Menge des achten Materials. 828 Opium. Prüfung. Die Anwendung dieser Methode bei Untersuchungen zusammengesetzter Arzneien wird durch Beispiele erläutert, pharm. Centralh. 1881, S. 107. Da die eoncentrirte Jodsäure zur Mitnahme auf Reisen (Apothekenrevisionen) sich nicht eignet, so empfiehlt Mylitjs das Kaliumjodat (Kali jodicum) und dann einen entsprechend grösseren Zusatz von Schwefelsäure. , E. Heintz (Duisburg) unterwirft die colorimetrische Methode Myj.ius-Stein - sehe) in der pharm. Ztg. 1881 Nr. 32 einer Kritik, welche dieselbe als ungenügend zurückweist, weil auch andere Stoffe im Opium auf Jodsäure reduciren' wirken. Eine Lösung von 0,1g Kalium jodicum in 0,5 g Wasser und 10 Tropfe» verdünnter Schwefelsäure sei einer Jodsäurelösung vorzuziehen. Davon entspi' a * chen 10—12 Tropfen lOccm des Opiumauszuges. Durch Zusatz von concen- trirter Schwefelsäure zu einer concentrirten Jodlösung werde Jod ausgeschieden, es reiche eine verdünnte Schwefelsäure aus. Dass die Beurtheilung der Farbenintensität von der individuellen Sehkraft und Erkennung der Farben abhängt un nach dieser Seite Irrthum leicht vorkommen kann, ist ebenfalls zu erwägen, den noch dürfte die colorimetrische Prüfung dem darin Geübten genügende Sicherne gewähren. Der darin nicht Geübte muss sich die nöthige Routine aneigne* Kommt es doch bei der pharmaceutischon Prüfung nicht auf genaue Resulta an, denn nur ein Minimal-Morphingehalt soll erkannt werden. Im übrigen verg • man Sciineider's Kritik unter Stein's Prüfungsverfahren. Payen's Prüfungsverfahren. 25g zerkleinertes Opium werden mit 15-6 Wasser Übergossen, nach 24 Stunden durch Zerreiben im Mörser zn einem zar e Breie gemacht. Nach dem Absetzenlassen wird unter Decanthation filtrirt, Rückstand wieder mit Wasser zerrieben etc. und das Opium erschöpft, bis vom Filter Abtropfende fast farblos ist. Dem Filtrat wird ein Ueberschi^ Kalkhydrat zugemischt, das Gemisch 5 Minuten kochend erhalten, dann trirt, das Filtrat mit Salzsäure schwach sauer gemacht, mit Aetzanrrnon Ueberschuss versetzt und der Ammonüberschuss durch Aufkochen beseitigt. & einem Tage sammelt man das Morphin im Filter, wäscht es mit 8CüW ^, C i is3 t Weingeist ab, löst es dann in 33-proc. Weingeist unter Kochen und krystallisiren. Nachdem das im Filter gesammelte Morphin mit Aether » e.^ waschen ist, wird es getrocknet und gewogen. Durch das Kochen wird ein des Morphins zersetzt. Es ist jedenfalls das Kochen überflüssig. Em von 0,2 g Morphin wäre wohl in Rechnung zu setzen. 1'ktit's Prüfungsverfahren. Nach demselben nimmt man 15 g GP 1 ^ , weicht es mit 75g Wasser auf, giebt es in ein Filter, versetzt 55g u e .^ trats (entsprechend 10g Opium) mit 3ccm 20-proc. Aetzammon un . j5 um. Das Morphin soll sich in kurzer Zeit (?) absetzen und solle man i' ^ Minuten Zeit dazu lassen und nun 27g eines 95-proc. Weingeistes dazug \^ nach dem Umrühren '/ 2 Stunde stehen lassen, endlich das Ganze in ein t ^ Filter geben, das Filter mit 50-proc. Weingeist nachwaschen, ^^"j^de wägen. Es soll das Filter alles Morphin des Opiums enthalten. Diese Me ist wahrscheinlich nur auf dem Papiere zum Vorschein gekommen. ^ -jiS Das FLEURY'sche und das PimT'sehc Priifungsverfahren, welche vor ^ ^ 12 Jahren veröffentlicht wurden, mussten liier trotz ihres geringen Wertne^ pharmaceutische Zwecke einen Platz erhalten, weil sie in neuerer Zeit mit g fiigigen Modificationen als neu und vortrefflich empfohlen worden sind. Prescott's Prüfungsverfahren ist dem Hauer-Ja eoBSEN'schen Ve -\ rd# ziemlich ähnlich, nur dass das Opiumpulver zuvor mit Benzol extrahir Procteb's Prüfungsverfahren I. Der wftssrige Auszug des ,;Zi 1 w 8 ' wird (1:6) mit Bleiessig ausgefällt, das Blei aus dem Filtrat mittelst ö fei Opium. Prüfung. 829 "'säure beseitigt, das zweite Filtrat auf die 2 J / 2 -fache Menge von der Menge s Opiums eingedampft, dieser Verdampfungsrückstand mit i / i Vol. ein geist gemischt und filtrirt. Das Filtrat wird mit weingeistigem Aetz- naon bis zum geringen Uebcrschuss versetzt, so jedoch, dass man erst die a tte, nach einer halben Stunde die andere Hälfte des Aetzammons hinzusetzt. Cn "4 Stunden soll sich das Morphin in grossen Krystallen abgeschieden ha- er -', . cne wenig an der Glaswandung fest sitzen. Diese Methode ist aus leicht «entliehen Gründen eine mangelhafte. ein °°™ 1 ' 8 Prüfungsverfahren II. 13g Opium werden mit 15,5g Wasser zu mit "u ' e zer ''i eDen > nacü un< ^ nach m ' t ^6g Methylalkohol gemischt und ein» au ^ dem V e ''drängungswege extrahirt. Das zur Syrupdicke ß geengte Filtrat wird mit 63g Wasser gemischt, filtrirt, das Filtrat bis auf rin ein ^ am Pft, mit einem gleichen Vol. Methylalkohol und nur einem ge- ges gCn Üeberschuss Aetzammon versetzt. Der uach 12—18 Stunden im Filter all , m e Niederschlag wird mit einem Gemisch aus gleichen Vol. Methyl- Rew i? UD ^ Wasser (circa 31g), zuletzt mit Wasser allein (circa 20g) aus- Scl 'en, dann getrocknet und als Morphin gewogen. k an ll0L Lius'sches Prüfungsverfahren, welches im Jahre 1877 — 1878 be- g e j Wu rde, besteht darin, aus dem Opium eine Tinctur mit 34 proc. Wein- am dar zustellen und je 10 g dieser Tinctur mit 5 g Aether und 0,2 Aetz- ab 0! ! kräftig zu durchschütteln und einen bis zwei Tage beiseite zu stellen. Das pjj. lle dene Morphin wird gesammelt und gewogen. (Schweiz. Wochenschr. f. ,. ,."' Oer Aether soll das Narkotin in Lösung erhalten. Die Lösung des AI, der AjjJ. , in . s ln d er Versuchsflüssigkeit ist hierbei nicht beachtet. Die Dauer cneidung des Morphins ist wohl die 2-tägige. W e ; Kg ^ aül d's Prüfungsverfahren. 50 g Opium werden mit 150g 70-proc. holt em ?5 lstes übergössen 12 Stunden hindurch bei 35 — 40° C. unter wieder- keit i • .^tteln digerirt. Nach dem Decanthiren der kalt gewordenen Flüssig- W e j em "'her libergiesst man das rückständige Opium mit 50g desselben W e ; ! 8 * es und nach wenigen Minuten bringt man das Ganze (Opium mit zwei ma i 1 ^ t \ ' n , ' enes Filter un d wascht hier den Rückstand und das Filter Unte r ™'t J e 100g 70-proc. Weingeistes aus, nötigenfalls am Schlüsse nur mit 6 ^ ^ >ressuil K- Den dritten Theil der gemischten Filtrate versetzt man wird. „ Sovie l Aetzammon, dass dieses schwach durch Geruch wahrnehmbar des Aet " "'"'igen % des Filtrats setzt man genau eine, doppelte Menge man io ammons - Nach wiederholtem starkem und dauerndem Umschiitteln setzt ang es ~ Stunden beiseite. Der nach dieser Zeit am Boden der Flüssigkeit Xln ^ mit^n ^' ec |, crscn ' ;, g) aus Morphin und Narkotin bestehend, wird gesammelt hierauf ^ P ro(! -"Weingeist abgewaschen, bis dieser farblos abtropft. Den ^hlorof linetGn und fein zerriebenen Niederschlag mischt man mit 25 g 25 g Chl° rm ' ^ingt 'hn in ein tarirtes Filter und wäscht ihn hier mit weiteren ste hend k°J 0 A orm mB - Endlich wird das Filter mit Inhalt, aus Morphin be- bes timrae 10 °° C< g etr ocknet und gewogen. Will man die Narkotinmenge nicht W P "' S ° dam P ft man <üe Chloroformlösung ab. Das Chloroform darf eine g u t 0 S ^' st enthalten, weil es dann etwas Morphin löst. Diese Methode ist ^ e , aber kostspielige, es fehlt übrigens auch die Identitätsreaction. ^Tn*?' 8 Pr "f"ngsverfahren ist ein volumetrisches (Annal. d. Ch. u. P h.B d Ka Uu mf 1U3 ' LMp B«'"T'8 organ. Ch.) und basirt in der Umsetzung eines Aeq. fler Best; rr,c y an ids in Kaliumfcrrocyanid durch 1 Aeq. Morphin und mÄ mnn S des Ferricyanids durch Jod und Natr.umhyposulfit. '""zerreibend lg Opium mit 1 g Kaliumferricyanid unter Wasserbau 830 Opium. Prüfung. zusatz und giebt das innige Gemisch nach Zusatz von 1 g festem Calci uni' chlorid (behufs Fällung der Meconsäure) in einen Kolben, es bis zu 150 ccm mit Wasser auffüllend. Zu je 15 ccm des Filtrats (entsprechend 0,1g Opium) giebt man 0,1g Kaliumjodid, etwas Stärkekleister und 8»yj" säure. Dieser Mischung tröpfelt man nun 2 / 10 -Normal-Natri u mhyposuln bis zum Verschwinden der Jodreaction hinzu. 1 ccm 2 / 10 - Normal -Natrium" hyposulfit entspricht 0,032933 g (= '| 10000 Aeq.) Kaliumferricyanid. Die zum Verschwindenmachen der Jodreaction verbrauchten ccm des NatriumbyP 0 * sulfits mit dieser Zahl multiplicirt ergiebt die Menge unzersetzt gebliebenen Kalium ferricyanids in Milligrammen. Letztere von 100 subtrahirt ergieo die Menge des vom Morphin reducirten Kaliumferricyanids an. Es entspreche 11 also 0,032933 g Kaliumferricyanid 0,0292 g wasserfreiem Morphin. Dieses Verfahren wurde von verschiedenen Seiten, auch von Schacht als kein sicheres » ' sultat ergebendes kritisirt. Rotheb'b Prüfungsverfahren. 12g Opium werden mit Wasser zu eine Magma angerieben und nach H Stunden in ein Filter gebracht und der Riickstan aufs Neue mit Wasser angerieben, bis 350 g Filtrat gesammelt sind. ^ ie Menge wird bis auf 44 g eingeengt, filtrirt und das Filter mit circa 15 g Wass nachgewaschen. Dem Filtrate werden 4g gepulvertes Natriumbicarbon zugesetzt und dieses unter Umrühren in Lösung gebracht. Nach 12-stiinuig Stehen wird der Niederschlag im Filter gesammelt, zuerst mit Wasser, da mit 22g einer Mischung aus Weingeist und Aether und mit Wasser a gewaschen, getrocknet und gewogen. Er soll aus fast reinem Morphin beste i • Diese aus dem Archiv der Ph. 1880, 2. Hälfte, S. 75 entnommene nur i» ?e Gewichtsverhältnissen abgerundete Vorschrift scheint entweder fehlerhaft w ,e gegeben oder das Verfahren ist an und für sich ein fehlerhaftes. Wird s des Natriumbicarbonats Natriummonocarbonat genommen, so dürfte ui Verfahren eher annehmbar sein. Saint-Plancat'b Prüfungsverfahren. Dieses stimmt mit dem Gun,uKß M ° Bellen überein, nur erhitzt er 80ccm der Opiumlösung mit einem Am n Überschusse bis zum Aufkochen und setzt dann 24 Stunden beiseite. Morphinniederschlag wird zuerst mit Wasser, dann getrocknet mit Ae abgewaschen, um ihn vom Narkotin zu befreien. Schacht'« Prüflingsverfahren wurde 1862 veröffentlicht. Nach der ? el ^° werden 5 oder 10g Üpi..... pulver mit Wasser zu einem dünnen Brei gerührt 24 Stunden stehen gelassen, in ein Filter gebracht, der Kiickstand , - ...,n;,.ii mit K a ersehe'"*' gertinrt '24 stunden stellen gelassen, in ein Filter gebracht, der imu»»»»-- , (lei'inn mit Wasser angerührt 24 Stunden beiseite gestellt und endlich, mit * ä ' 6 - -■ erschein 1 - gedampft; tem Wasser extrahirt, bis das aus dem Filter Abtropfende .farblos ei Die Filtrate werden vereinigt bis auf 25 oder 50g Rückstand einf nach dem Erkalten filtrirt und das Filtrat mit thierischer Kohle en tfärbt. acht Man Das nun gesammelte Filtrat wird mit Aetzammon schwach alkalisch gern und so lange beiseite gestellt, bis der Ammongeruch fast verschwunden ist. sammelt den Niederschlag, welcher aus Morphin, Narcotin und Caloiummeco ^ besteht (in Summa bei gutem Opium circa II Proc. betragend). Nacb o Trocknen des Filters mit Inhalt und nach der Wägung desselben wird Niederschlag fein zerrieben und mit absolutem Aether macerirt und *°^j waschen, welcher das Narkotin löst. Der Aethera n szug wird verdamp» ' der davon verbleibende Rückstand als Narkotin gewogen. Der in Aether ^ lösliche Theil wird nun mit 96—97-proc. Weingeist ausgekocht, welche 1 ' Morphin löst, das Calciummeconat ungelöst zurücklässt. Letzteres wird getroc Opium. Prüfung. 831 und gewogen, der Weingeistauszug aber abgedampft und der Verdampfungs- ' «stand, als Morphin gewogen. da 6 ^ U8 ^ tnrt ' n g dieser Methode kann 10 —14 Tage in Anspruch nehmen, Fil^f? 10 ' 168 Opium wässrige Auszüge giebt, welche 4 — 8 Tage allein für die Be ^7 l0n beanspruchen. So schön diese SCHACHT'sche Methode in chemischer der i? n ^ auc " 1 ' st > su conveT1 ' rt 8 ' e so we nig wie die anderen ähnlichen Ses ] armaceutls clien Praxis. Kleine Mängel liegen ebenfalls darin vor, ab- verl T* von > dass eine Identitätsreaction auch vergessen ist. Als Reactions- 8 Könnten auf 10g Opium 0,05g Morphin angenommen werden. W a ^"^Duii'sPriifungsverfahren. 10g des Opiumpulvers werden mit 150g der Fi-''- we ' ( ' nes m 't 20g einer 25-proc. Salzsäure versetzt ist, erschöpft und d as *!' i8si K' mit Aetzammon wie vorher abgeschieden, gesammelt, mit Wasser gew getrocknet und endlich gewogen. Opium. Prüflingsmethoden. 633 Yvon's Prüfungsverfahren mittelst Polarisationsapparates ist Journ. trL •' et de Chim - B ' 29 ' S- 332 U - f * und 445 u> f * ausfübrlich vor S e - a gen, i m Auszuge in Jahresb. über die Fortschr. der Pharm, etc. 14. Jahrg. -'■CO. ied . .^ ulB0UßT -ScHACHT'sche Methode bevorzugt Dragendorff, weil sie bei 1 Opiumsorte anwendbar sei. Für die pharmaeeutische Praxis passt sie nicht, Wo ma " n ' c ^ ^ e ^ e *' von *—^ Wochen übrig hat oder daran wenden kann, bald' 8 S1C '' z ' B * um Ketournirung eines eingekauften Opiums oder um die als- 'S e Herstellung eines Opiumpräparates handelt, nur D ' e llAKEU ' sche Prüfungsmethode (1868), Handb. Bd. II, 8. 592 ist Mot 6 ' lne der ^ rax ' s entsprechend abgeänderte Prescott-Coukiibk-Payen- in 7 S Methode und gewährt den Vortheil 1) die Bestimmung in kurzer Zeit, ^n. 7~° Stunden zu vollenden, 2) die Sicherheit zu gewähren, dass das gewogene •las au °k Morphin ist, 3) eine Verfälschung des Opiums zu erkennen, wenn j\j h ' e . r ocknete Morphin eine dunkelbraune Farbe zeigt, oder das Resultat, der Pümniederschlag, nichts Krystallinisches (harte Krystallkörnchen) darbietet, verf h 8 * C k d ' e verschiede 11611 Opiumsorten in einem und demselben Prüflings- »ort fen verscnie den verhalten, so ist es zweckmässig und richtig, jede Opium- Ext D . zwe * verschiedenen Verfahren zu untersuchen z. B. es nach einem p,.jjj. actl °n-Ammoniak- und einem Kalkerde-Salmiak-Verfahren zu Hagf "' ^' ese -Ansicht sprechen Pkocter und andere ebenfalls aus. Das VQJ.J.J, m . e Verfahren ist z. B. bei Smyrnaer oder Constantinopel - Opium ein uches, bei andern Opiumsorten oft ein ungenügendes. wäre 16 ^ er ^ iren von Flückkjer, Wittstock, Petermann und Hager beaonfl 2 " an wendbar auf eingekauftes Opium, dagegen die colorimetrischen, ty e ü . tB "as MYLius'sche oder STEiN'sche, ausreichend bei Apothekenrevisionen. ch en p l j^ ^ ctzt eren Falle sich Zweifel einfinden, so kann, und nur in einem Solist w . ' zu emer anderen Methode gegriffen werden. Die HAGER'sche Methode Erlauf f- Umstant Uich und am Revisionstage abzufertigen. Erweist sieh der Sfflym « Ser Methode abweichend, so erfährt der Revisor zugleich, dass kein aer , also ein nicht officinelles Opium vorliegt. e ' n zur : ' n verschiedenen Verfahren wäre demjenigen Feückiger's der Vorzug ' anmen (s.S. 823 u. 824). Es folge daher eine kurze Uebersicht desselben: Wa 8Sei LÜCLlGEH ' 8 Verfahren fordert einen Auszug von 8g Opium mittelst 80g ! / 3 y, ' . as Filtrat im Betrage von 42,5 g (entsprechend 4g Opium) wird mit Schüttelt " S(! ' st > V:i Vo1 - Aether und 1,5g 10-proc. Aetzammon versetzt, ge- * as <'hen' "j 61n em Tage filtrirt etc. Der Filtcrinhalt mit wenigem Wasser ge- 8fti ue p. V ntl (lann getrocknet wird als Morphin gewogen. Fu'jokiger hält diese 'oiden;^ ^ Sl ' a brauchbar. Dass das Morphin nicht frei von anderen Al- 8ei ne bi estl 'itten e '" r ' le ^ Morphin in der Versuclisfltlssigkeit verbleibt, kann nicht I »iak-p rjlf Wei ^ en ' Diese Probe genügt nur, wenn gleichzeitig ein Kalkerde-Sal- Qach. p L( Un f?sveifahren, wie das IIager'scIic, angestellt wird. Der Morphinmenge, Van DEn C R lGEU gewogen, ist ein Verlust von 0,1g zuzuzählen, wie dies auch ' ühg und A. Kremel nachgewiesen haben. Aet2k a it OER ' 8 Pr üfungsverfahren wird in folgender Weise ausgeführt: 2,5g lud 65» w n in I[ y drat ( mit 2g Wasser) übergeführt, mit 6,5g Opiumpulver Erkalte« • aSSer gemischt, eine halbe Stunde im Wasserbade digenrt, nach dem *U8a mm " m . ein FÜter (aus einer 10,5cm im Durchmesser haltenden 1 apmrscheibe 4,5 8 Abi! - gt) Sebraeht und 50g des Fi herholt w mchlorid ' nur 2 " A - ether " ,,(1 8 Ha R6f ' "cft'g geschüttelt und 4 Stunden be ' n *™. TTax ia . 8uppl , gebracht und 50g des Filtrats, entsprechend 5g Opium, mit 10 Tropfen Benzol versetzt, 10—15° C. bei Seite gestellt, 53 834 Opium, Identitätsprobe. der während welcher Zeit wiederholt zu schütteln ist, um das feste Ansetzen Morphinkrystalle zu verhindern. Dann wird das Morphin im angefeuchtete Filter gesammelt, mit wenig Wasser ausgewaschen, im Filter getrocknet und en lieh mit etwas A et her oder Chloroform abgewaschen, getrocknet und g e " wogen. Genaueres wolle man im Handbuch nachsehen. Das Auswaschen nu Chloroform, ist von G. J. Jacobson, Apotheker zu Schiedam in Holland, welcher diese Prüfungsmethode als eine sehr gute anerkannte, vorgeschlagen worden. " e Narkotingehalt des Morphins, aus dieser Probe nach 4-stündigem Stehen " e Fällungsflüssigkeit mit dem Morphin gesammelt, beträgt kaum 0,015, gewöhnt»* 0,012g. Diese Narkotinmenge und die übrigen Verunreinigungen des Morph' 11 ' und die in der Fällungsflüssigkeit gelöst bleibende Menge Morphin (höchsten 0,015 g) decken sich gegenseitig. Das Waschen des Morphins mit Aether od Chloroform ist also nicht immer nothwendig; besonders wenn es sich nur die Bestimmung eines Minimalgehaltes handelt und jene 4stündige Zeit nicht üoe schritten wird. Geschieht dieses Waschen, so darf auch nicht l / l0 des Gewic» des unreinen Morphins als Betrag der Unreinigkeiten in Abzug kommen. Sol sich im vorliegenden Verfahren an die Wandung des Gefässes Morphinkrys a so fest angesetzt haben, dass sie sich mit einem Federbüschel nicht aDre ' „„ lassen, so spült man das Glas mit Wasser aus, trocknet es aus und wäg (wenn es nicht tarirt wäre). Die Krystalle werden mit Essig weggenommen, Glas mit Weingeist gereinigt, dann ausgetrocknet und wieder gewogen. HAGEE-JACOBSON-GEiSLEB'sches Prüfungsverfahren (1881). Jos. F. ^? 9 rm# (Ann. Arbor, Michigan) hat im Auftrage der Comm. of Revis. of U. 8. " b Hageh's Methode revidirt und dahin abgeändert, dass die 50g des Filtrat (. Opium entsprechend) vor dem Zusatz von 4,5g Salmiak mit 10g ^ e ^ 0 r- 10g Weingeist versetzt und durchschüttelt und der Ausscheidung des phins 12—24 Stunden Zeit gelassen werden. Das Morphin scheidet in farß Krystallen aus. Dieses Verfahren wird von jener Commission als ein liches anerkannt und in der Nord-Amerikanischen Pharmakopoe Aufnahme Beachtenswerth sind Dragendokff's Erfahrungen in Betreff der suchung des Opiums, welche man in: Die ehemische Werthbestimm einiger stark wirkenden Droguen etc. von Deagendokff 1874. St. Peter Verl. von H. Schmitzdorff, nachlesen möge. Identitätsprobe der Morphinniederschläge, welche nicht mittels ^ Verfahrens mit Aetzkalk und Salmiak gesammelt sind. Diese ^ ie f e , vorwerden immer Morphin, sie können aber auch fremde Alkalolde in r° S ^ es das vorzug" finde 11 ' fälschten Opiums enthalten. Keactionen auf Morphin sind hier ungentjg ^ ^ lassen fremde Alkaloirie nicht Morphinniedersclilag enthalten men. erkennen. Auch Es sind also mindestens nd i» 1 kann iieh- mineralische Stoffe zwei Proben vorauf Die erste und notwendigste ist die Löslichkeit des Morphins in fl 2S alkalilauge zu prüfen. Man giebt z. B. 0,2 des trocknen Niederschlages ' Probircylinder, übergiesst mit 5 cem Wasser, schüttelt um und giebt ji < Aetzalkalilauge von 1,333 spec. Gewicht oder auch trocknes circa 0,8— 1,0g hinzu und schüttelt sanft. Ka muss schnelle folgen, welche nicht so trübe ist, dass sie nicht durchscheinend wäre. .. b '. ... i i i • i i- „ „ . . i. • • __ 7 fe»ll> Lösung f Bei rei»?* „licn Morphin ist sie klar und durchsichtig, anfangs farblos, nach einiger W* ' cn lage8 Die zweite Probe besteht darin, etwas des Morphinnieder . 0 mit bis braun. mit Wasser und einigen Tropfen Salzsäure zu lösen und dann ferroeyanid- (Blutlaugensalz-) Lösung zu versetzen. Es darf keine erfolgen. •üb«ng Opium. 835 Dass Morphin bei Gegenwart freien Amnions zum Theil in Oxydimorphin eigeht, braun wird und einen Theil seiner physikalischen Eigenschaften eingeh ^ 8 e8 ' um aus dem amor P nen Zustande in den krystallinischen überzu- du ^ mm ^ estens 24 Stunden Zeit erfordert, dass die Ausscheidung in Krystallen ist 1 , k fttteln m it Aether unterstützt wird und in kürzerer Zeit vor sich geht, nch nnt > un( * man muss aul " diese Umstände bei der Untersuchung Rücksicht j, , en - Das Morphin ist im Opium theils als Meconat, thoils als Sulfat voran!, en * ^ e ™ Kalkerde-Salmiak-Prüfungsverfahren kommt ein Ammonüber- sch «ss kaum vor. Am erner ls t Morphin in Aetzammon etwas löslich. Dem Opium zugesetztes den ^ Ver ^™d e t sich m ^ ^ er Meconsäure, wird aber in der Wärme (bei mehr nicht ^ durcn Morphin aus seiner Verbindung verdrängt. Morphin ist ferner a us f] Un . Cü m den Ammoniumsalzen. Natriumcarbonat fällt das Morphin en Opiumauszügen am wenigsten gefärbt. ]j sir , A " 10r Phes Morphin (frisch ausgefälltes) ist leicht in Aether, das krystal- ist j arin aber nur in Spuren löslich. In weingeistfreiem Chloroform Steht . vs t a Hisirte Morphin unlöslich, dagegen etwas löslich in weingeisthaltigem. W a ein w eingeistfreies nicht zur Hand, so muss es durch Ausschütteln mit «ine 1/ Wein S e i s tfrei gemacht werden. In einer wässrigen Flüssigkeit, in welcher zu sat ^°"f acne Verdünnung eines Morphinsalzes vorliegt, erfolgt auf Aetzammon- Aeth»» tf me Ausscheidung. Letztere wird durch Zusatz und Schütteln mit ' ™> Benzin, Schwefelkohlenstoff gefördert. Ja Mes T ne Vergleichung der morphinometrischen Methoden ist von du rc]l r[ NN ( Am eric. Journ. of Pharm. 48 S. 358, 187G) mit 4 Sorten Opium Die n°-" worden, um den praktischen Werth derselben kennen zu lernen. P'umsorten ™wi„- u„: ,/^a « _.._.., . Da8 Resultat der Analysen war «Sorten wurden bei 100° C. getrocknet. Opium Sorten I. II. III. IV. 11,22 13,62 9,14 12,69 Proc. Morphin » Hahpr „ , T n > 40 13 > 48 9 > 30 12,77 _ _ " PtS2 ^d Jacobson (Hx)ll«nd) 11,68 13,86 9,46 12,98 " _ a «endorff und Mav,«. 12,33 14,00 10,40 13,06 na di p^ hinome trische Methode - SS* Uüd 8 ™- 8ES ^«KNDOEFIO un d MAYEB ^höu krvstair T le Metbodo liefor te, wie Lynn angiebt, das reinste und ein tac h HaLro V u Mor P hin > sie erfordert aber zn ihrer Ausführung eine mein Sei sehn, a """ " " ' ?*-*• dabei ,,„,,,, mo cnujuuiL uuer zu inrer Ausiunrung eine mehr- sei gc ^ ^ ro Ze >t als die Methoden von Mohr und Hager. BaGER's Methode und d a „ u, ! d einftioh ausführbar, lasse sich in 4—6 Stunden zu Ende bringen Metho Qe gesammelte Morphin sei fast ebenso rein als das nach Moiie's ' n seiner ^ esamme 'te. Da bei den pondometrischen Methoden das Morphin nicht Lft D „- ._ ganzei1 Menjfe krystallisire und in den Mutterlaugen Morphinreste in (t^S verbleih"""" 8 " 'V- ys ' :l,,lslre UI1U m Qen Mutterlaugen Morphinreste in 1 rcl »> der Ph 1877^ g ' L ™ N der voIumetr!scue n Methode den Vorzug. ^) Antip ei . nlum ni , NS(;mu ü ^sc HEL ' 8 Prostbalsam. & nra e Opü (2) Aqua oplitlinlmica oplnta Bkrenos. He Spiritua aT Sira l ,licis Ba lsaaj iv, le . ns «Moratl ana 10,0 r T) 8 re i'iviani 2,5. ro stb eu te eschUUelt zum Ei "reiben Br |. iy- Tinoturae Opü crocatae 0,5 Aquae Rosae 100,0. M. D. S. Angenwaaser (bei katarrhalischer Ängenentzündung). 53* 836 Opinm. (3) Bacilla ocnlaria cum Opio Leglas. Augenstifte mit Opium. Vf Extracti Belladonnae Extracti Opii ana 1,0. Solve in Glycerinae 1,0. Tum leni calore atque agitando admisce Olei Cacao 4,0. Massa semirefrigerata in bacilla duo (vel quatuor) redige. (4) Balsamum antodontalgicmn Beaslby. r? Extracti Opii 0,5. Contere cum Spiritus Vini 0,25. Tum adde Olei Terebinthinae rectificati 2,0 Olei Caryophyllorum Olei Cajeputi ana 1,0 Baisami Peraviani 3,0. D. S. Zahnschmerzbalsam (mit einem Bäuschchen Baumwolle in den Zahn zu bringen, auch das Zahnfleisch damit einzureiben). (5) Boli antidiarrholci Parmentier. I(r Extracti Opii 0,1 Catechu 2,5 Conservae Rosarum q. s. M. ut fiant boli quinque (5). Consperge cortice Cinnamomi Cassiae pulverato. D. S. Morgens ein Stück zu nehmen (bei chronischer Diarrhoe). (6) Collyrium antiblepkarospastlcum Oesterlen. R? Extracti Opii 0,4. Solve in Aquae Amygdalarum dilutae 25,0. D. S. In das Auge zu träufeln (bei chronischen Augonentzündungen, Augenlidkrampf, Augenlidschwäche). (7) Collyrium opiatum neonatorum V. NlEMBYER. r- Tincturae Opii crocatae 0,25 Aquae Sambuci 5,0. M. D. S. Aeusserlich. Zweimal täglich in die Augenlidspalte einzustreichen (mittelst feinen Haarpinsels bei Ophthalmoblennorrhoe der Neugeborenen. Nach einer anderen Vorschrift werden beide Flüssigkeiten ana gemischt). (8) Gargarisma antiparasynanchlcnro Oppolzeb. Vf Extracti Opii 1,0 Boracis 5,0. Solve in Infusi Salviae foliorum 150,0 Mellis depurati 30,0. D. S. Gurgerwasser (bei schmerzhaften Halsleiden, Halsentzündungen, Verengungen, Heiserkeit. Von der Flüssige» soll nichts verschluckt werden!) (9) Glyceratum laudanisatuin. Glycerö laudanisä. R? Glycerati simplicis (amylacei) 18>" Tincturae Opii crocatae 2,0. M. (10) Linctus communis Mackenzib- r? Tincturae Opii simplicis Acidi sulfurici diluti ana 2,5 Syrupi communis 20,0 Aquae destillatae 30,0. M. D. S. Oefters am Tage einen Thee- löffel voll (gegen Husten). (11) Linimentum antispasmodicu» Wendt. Krampfstillendes Liniment. Krampfliniment. Vf Tincturae Opii simplicis _ , . Liquoris Ammoni caustici ana o, Mixturae oleoso-balsamicae *U>" 0 Spiritus Angelicae compositi cra di0,5 Cnir • 8 ar °matici 1,0 ' luil >que (5^ lvide m Portes acqualcs (boi " Cholfira lb "T. bi8 ein8 tündlich ein Pulver lera > Durchfall). ) Pulveres coucitantes Formet. Opupnvi 0,025 i 10 ^ itr 868 ,iccom mit Fli«?i i 18 vierstündlich ein Pulver Exa nthZ ce zu nehmen (bei acuten as theni^ , ,-, Uborll:l "l>t Hautleiden mit 1Scher Grundlage). (20) Pulvis Opii coinpositns Pharmacopoeae Briticae. Compund Powder of Opium, R? Opii puri 0,3 Piperis nigri 0,4 Ehizomatis Zingiberis 1,0 Fructus Carvi 1,2 Tragacanthae 0,1. M. f. pulvis. Nota. Si vis, divido in partes aequale quinque (5) vel decem (10) S. l lt—l Pulver zu nehmen. (21) Steatinnni opiatnm. r? Sebi ovilli 20,0 Olei Bicini 5,0 Styracis liquidi Elemi ana 3,0 Baisami Peruviani 2,0. Liquando mixta calore balnei aquae sedi- mentando dcpurentur. Tum recipe Massae hujus depuratae 25,0 Emplastri plumbici 15,0. Itemm liquando mixtis adde Extracti Opii 1,0; quod in pauxillo miscelae ex aquae par- tibus duabus, Spiritus et glycerini ana parte una paratao solutum sit. (22) Syrnpns antercthicus Bouchardat. Vf Extracti Opii 0,15 Extracti lielladonnae 0,1. Solvc in Syrupi Capillorum Vcneris 100,0. D. S. Drei- bis viermal täglich einen Theolöffol (bei Beizhusten, nervöser Erregung, Gefühl der Unruhe etc.). (23) Unguentnin anticystospasticnm Waldenburg. r? Opii puri Extracti Belladonnae ana 0,5 Unguenti Hydrargyri cinerei 15,0. M. f. unguentum. D. S. Zum.Einreiben (bei Blasenkrampf)- (24) Ungnentmn opiato-mercurialo Hiller. Vf Unguenti Hydrargyri cinerei Opii pulverati ana 2,0. Contrita commisce agitando cum Aquae communis Spiritus Vini ana guttis 5. D S Auf die schmerzhafte Stelle i dicker Schicht aufzulegen (bei Brucheii klemmungen, Aponeurosen-Entzündung). . 838 Opium. — Orellana, Orlean. Cholernmittel, Dwiciit's, besteht aus gleichen Theilen Kaniphortinctur, Opium* tinetur und zusammengesetzter Khabarbertinetur (The Druggist's Circular and Cben>. Gaz. Nov. 1880). Cordial, Godprey's, entspricht einem filtrirten Gemisch aus circa 10g Tinetur* kalina, 5 Tropfen Ol. Sassafras, 20g Spiritus Molissae und 2g Tinctura Opü crocat». Dover's Pulver, camphorirtes. besteht aus 8 Th. Kaliumbitartrat, 2 Th. Kanrphe r < 1 Th. Rad. Ipecacuanhae und 1 Th. Opium. (The Druggist's Circular and Chem- Gaz. Juni 1880.) Gicht- und Rheumatismus - Tropfen von C. Arndt (Bromberg) sollen aus 50 £ Salmiakgeist, 50g Kamphorspiritus, 5 Tropfen Pfefferminzöl, 3 Tropfen Thymianöl, o Tropfen Cajeputöl und 5 Tropfen Opiumtinctur bestehen. (Beiun«, Aualyt.) Kinderpillen, Königseer, sind 0,15 schwere Pillen, jede 0,05g Opium enthaltend- Dosis Vir- V« Th - einer Pille - Dieses Mittel ist ein Gift und mag wohl schon Tau««» der Kinder gemordet haben. Krampftropfen (Königseer Olitätcnkrämer) bestehen aus 1,0 Tinct. Opü; V Tinct. Valerianae; Tinct. Castorei-, 4,0 Spirit. Aetii. nitrosi und 12,0 Spirit. aethereus- Lungenschwindsucht wird uaturgemäss (gegen Einsendung von 6 Mark) ohne jede innerliche Medicin geheilt. Adresse W. 2. r >, poste restante Heidelberg in Bade ■ Zwei Recepte: 1. Aeusserlichcs Mittel zum Einreiben der Brust: 00g stinkende Thioröl. 2. Bei starkem Husten dreimal täglich einen Theelöilel einer Mischung » u 22,5g Mandelöl, 3,75g Opiumtinctur, ke't werden mit den zu vergleichenden Flüs- TbW Cn ZUm ^ ne ^ gefüllt, um sie an ihrem unteren Wei Ss „ ^Sen das Tageslicht, Lampenlicht, gegen ünder •* er etc * g ehalten zu betrachten. Der Cy- mit fl e der Normalflüssigkeit ist mit O» der andere wel Cne r y^ Prüfenden Flüssigkeit mit + bezeichnet, ritzt r - d ° m ^ einem Diamant in das Glas eingedickt a '• ^ 8 * 8t notn wendig, dass beide Clyinder ^lÜ8sio't e - lnan ^ er ^egen, und die zu durchschauenden fliU ~* bacll8Sc hichten 0-IpiVIi o-i-naa snifi Tctt fünft Vpr- Fig. 100. Einfache Vorrichtung UUn mrne d» ^en gieicn gross sma. ist eine ver ^ colorin , etriBclien p rutU ngen. Wendig . einen °^ er der anderen Flüssigkeit noth- So We rd Um e ine colorimetrische Gleichheit zu erlangen, » ei \ Zylinder mit Cubikcentimetertheilung angewendet. Ti nctll 8 . m bei 100° C. getrockneten und zu Pulver zerriebenen Orlean werden des 0rl 6n m Reichem Verhältniss und bei gleicher Temperatur hergestellt. 1,0 und na^ Werden z - B - mrt 5 °g 90proc. Weingeist 4—8 Stunden digerirt mala mu . Erkalten unter Decanthation filtrirt. Der Rückstand wird noch- Die jiju S Weingeist zwei Stunden digerirt und nach dem Erkalten filtrirt. Wei n „'. ate au s jeder Probe werden für sich gemischt und bis auf 100g mit Werden „„J^dtinnt. Man erlangt damit V, 00 -Tincturen. Von der• Mnstertinct» Und damT* &S mit 45 S Weingeist gemischt, so dass das Gemisch 50 g beträgt Ti Hctnr a 61ne Viooo-Tinctur erlangt wird. Dann verdünnt man 5 g der /, 00 - Viooi t CS fra S"ehen Orleans mit soviel Weingeist, bis der Farbenton der t«;?'!** erreicht ist und erforscht das Maass der Verdünnung. Be- verdun«* Ge wicht derselben nur 30 k, wurden 6 g »«' ™i „J Weingeist ist es *§ »o liegt ein 60-proc. Orlean vor, denn 50: 30=100: 60. Bequemer ' dle Tincturen nicht nach dem Gewicht des Weingeistes, sondern nach dem 840 Orellana. Bixin. Volumen herzustellen und die Verdünnungen nach dem Volumen auszuführen. Das Resultat bleibt sich gleich. Für diesen Fall müssen die Cylinder mit einer Theilung versehen sein und würden nicht 5 g der Tincturen, sondern 2,5 cem zur Verdünnung ausreichen. Um umschütteln zu können, sind die Cylinder nn Kautschuk-Korken zu schliessen. Man hätte z. B. 3 cem der y^-Tinctur des zu prüfenden Orleans eingefüllt und zur Erlangung des Farbentons der 1 /iooo"'^ us " Tinctur 20 cem Weingeist verbraucht, die Verdünnung beträgt also = 23 ccni, so läge ein 76,6-proc. Orlean vor, denn 30 : 23 = 100 : 76,6. 1 Orlean wird meist mit Schilf blättern umhüllt in den Handel gebracht un kommt es vor, dass selbst Schilfblätter in unmässiger Menge in die Orleanmas»e eingedrückt und eingeknetet sind. 6 Proc. dieser Blätter sollten als zulässig angenommen werden. Aus der Masse von mehreren Kilog. werden die Blätter g e ' sammelt und so feucht, wie sie sind, gewogen. Bixin, Orleanroth, wird nach Etti in folgender Weise dargestellt. 1500» Cajenne-Orlean werden mit circa 3 Liter 80-proc. Weingeist und lo rieben und mittelst Aethers extrahirt. Beim Verdampfen hinterlässt die A .^ lösung eine harzartige schwarzrothe Masse. Was der Aether nicht lo 8 > amorphes Bixin. . ji. Das krystallinische Bixin ist dunkelroth, in Violett übergehend, Btf. [/t glänzend und luftbeständig. Es bildet längliche, viereckige Plättchen, s c j bei 175—1760 C. und verkohlt stärker erhitzt. Beim Reiben knirscht es _ wird es elektrisch. Es ist in Wasser unlöslich, wenig löslich in Aether, sc ^ löslich in Weingeist, Schwefelkohlenstoff, Benzol, Essigsäure. In Ghlot ^ und heissem Weingeist ist es leichter löslich. Seine Zusammensetzung e " ts ^ a o ä der Formel C, s li n 0 5 , seine Verbindungen mit Natrium den Formeln 0 38 H33 ^J und C 28 H 32 Na 2 0 5 (+2Il 2 0). Die Verbindungen mit Calcium und Baryuna^.^^ in Wasser und Weingeist unlöslich und amorph. Conc. Schwefelsäure löst f blau und auf Zusatz von Wasser fällt eine schmutzig dunkelgrüne » u ^ nieder. Durch conc. Salpetersäure oder Kaliumhypermanganat wird es < ^ sächlich in Oxalsäure übergeführt. Kaiische Kupferlösung wird rcducirt. weitere ehem. Verhalten wolle man 1. c. nachsehen. Origanum. — Oryza. 841 Herta Origani Crctici. Origanum. vicuu. Als Mutterpflanze wird Origanum Onites Linn., 1 Majorana Onites Bentham, Kostel, Majorana Smgrnaea Nees ab Esenbeck, l d f inwm Stnymaeum Linn.), im westlichen Gebiet des Mittelmeeres einheimisch, ^gegeben. Untergeschoben sollen werden die Aehren und Blätter von Origanum vul- mf ^'P r ^ sma ii CUJ n Gaudin fOriganum Creticum Linn., Hayne, Origanum ffare B-Smymaeum Bentham, Origanum hirtum Link , Origanum Crecticum '. ERT )>also die Pflanzen, welche bisher als die Mutterpflanzen der Herba Ori- >retici bezeichnet wurden. Diese sollen an den glockenförmigen, fünf- z ähn i'nts. 'gen Kelche leicht zu erkennen sein (A. Vogl). "lenm Origani Cretici, auch die flüchtigen Oele anderer Origanum-Arten des Ori- g ' S1 ™ reich an Carvacrol, einem kreosotartig riechenden, bei 232° siedenden od a ^ ne 'l> ■welcher aus dem Carvol durch Einwirkung glasiger Phosphorsäure 5r des Kalihydrats entsteht, Mcui er , Un ffanum-Aiien enthalten entweder kein oder doch nur wenig Carva- erstehenden Artikel). E. Jahns hat das Oel von Origanum vul- W "[so untersucnt - Er f an( l es blassgelb, dünnflüssig, von 0,871 spec. Gewicht fund linksdrehend. Bei 100mm Rohrlänge wurde «D = —34,4° ge- p er . ' Kalilauge entzog kaum 0,1 Proc. Phenole, von welchen das eine weingeistige 8. g^" lorid löHung violett, ein anderes grün färbte (Arch. d. Ph. 1880, 1. Hälfte &■— - * m südlichen Frankreich hergestellte Orüjanum-Odc enthielten kein Oleum Origani (vulgaris). Die flüchtigen Oele der in Mitteleuropa einheimi- arv Südlichen Frankreich hergestellte Origanum- a crol, einig 0 . Hldol . e i 3 _ 18 p roc< X) r\ — l5 -pro A Um 0ri £ ani llirti fand Jahn klilr lö8lion in V2— ; Vi VoL eincr Ferrip},]' • tzna tronlaugc, ebenso in 90-proc. Weingeist, und letztere Losung mit Uond eine grüne oder violette Färbung gebend. Oryza. ^ndbu'h? ^ m cxc01 't' a t«s pulveiatiis, Oryza pulverata. Mit Reismehl ist im (lenseHj **> 8. 612, der gepulverte entschälte oder Koch-Reis bezeichnet. Da ^am e R n . am °n auch die Reiskleie, das Futterreismehl, führt, so muss der g ei spulver, Poudre deriz, Oryza pulverata dafür gesetzt werden. '''oben V le ' nes Reispulver ist sehr weiss, lässt sich zwischen den Fingern ge- ^'''mnch aUm sand 'g anfühlen, mit heissem Wasser unter Agitiren mischen, ohne Kleister ™ £ U bilden una " mit kochend heissem Wasser zu einem diaphanen es sich j mis ^. aen - Mit Chloroform geschüttelt und der Ruhe überlassen, sammelt ^ ess elbe n m lau ^ e emer Stunde am Niveau des Chloroforms, die untere Schicht kei nen ß( ? ur trübe lassend, bildet aber während dieser und noch längerer Zeit Gcsc WpL 6 - S ' ch sand 'S an > so ist es nur mittelfeines Pulver. Geruch oder Protein f 4 8lnd kaum bemerkbar. Bestandteile sind Stärkemehl (80-85 Proc), Mit 1, ,P Proc -)' Zucker, Dextrin, Fett (2—3 Proc.) , Zu Bod«, i- em Wassor geschüttelt setzt es sich im Verlaufe einer Viertelstunde Wirkte vi ° bere Wasserschicht massig trübe lassend. Der mit kaltem Wasser '«V-rin.« A nfguss, nach einstttndiger Macerationszeit filtert, ergiebi mit n8a urelösung, Mercurichlorid, Baryumchlond keine Nieder- 812 Oryza. Eeismebl. schlage oder Trübungen. Silbernitrat und Ammoniumoxalat bewirken entweder keine Trübungen oder nur Andeutungen einer Trübung. Gerbsäure bewirkt eine Trübung, welche die Durchsichtigkeit des klaren farblosen Aufgusses (1:10) aufhebt. Jede Beimischung anderer Getreidemeklarten würde nach diesen Ergebnissen der Prüfung sofort erkannt werden. Ein Theil des Aufgusses wird zur Trockne eingedampft, um das Geringfügige und die Beschaffenheit des Rückstandes zu mustern. Ein anderer Theil wird eingeäschert. Die Aschenmenge darf über 1 Proc. nicht hinausgehen. Reisinckl nennt man die beim Schälen der Reisfrneht abfallende Kleie, welche als Viehfutter verbraucht wird. Das Verhältniss zwischen Korn und Spelz is 80: 20 und 78 : 22. In der äusseren Hautschieht der Reisfrucht (der Silberhaut) ist das Fett bis zu 10 Proc. vertreten. Der Gehalt der Reisfrucht und ihrer Theile gegenüber der Weizeukleie ist folgender durchschnittlich in P* 00, Fett Sfö rkcmehl u. Roh-oder Aschen- 0,7 0,5 10 1,3 3,5 5 Reiskorn ist die nicht geschälte, mit Spelz und Sehale versehene 1 e ^ frucht, der Kochreis oder Tafelreis das von Spelz, Schale und der äusse Haut befreite Korn, der Reis für die Küche. . ■ ^ Die Aschenmenge des Reismehls variirt zwischen 8—15 Proc. Sie if Wasser Protein Reiskorn 13 Kochreis 10 Reismehl 10 Reisschale (Spelz) 10 Weizensehalenkleie 12 Weizengrieskleie 12 8 5 10 3 13 13 Extractivstoffe Holzfaser 77 0,8 82 0,1 48 11 34 36 57 8 59 6 theile 1,0 0,5 11 16 an nie uie Ascnenmenge aes Keismems variirt zwisenen »—10 rroc. oio .— , n Phosphorsäure, Kali und Eisenoxyd. Der Kalkgehalt der Asche überst b^ icht 4 Proc. vom Gewicht derselben. Der Phosphorsäuregehalt steigt D' 0 hosphorsäuregehalt » 18 Proc. (in der Asche der Spei' Grand- 40 Proc, der Kieselsäuregehalt beträgt 12 steigt er bis zu 90 Proc). Die Weizenkleie (Schalkleie und die feinere oder Grieskleie, " r kleie), womit Reismehl verfälscht wird, ist vom letzteren in der Zusan ^ Setzung sehr verschieden, ihr Kieselsäuregehalt beträgt nur circa 1 P roe- Gewicht der Asche. ~ - Kochreis, Tafelreis, die von der Silberhaut befreite Frucht, hat ein spec von 1,3—1,5. Der schwerere ist auch die bessere Waare. rjscher Das Fett des Reis ist gelb und flüssig und vom Rüböl in P n y slRa lt ä \ c b Beziehung nicht verschieden, es enthält aber keinen Schwefel und vei i in der Reaction mit Silbernitrat indifferent. Fig 101 Belist&rlemeMkärnclieii. ' 300-fache Vergr. 200-mal vergr. Fig. 102 HaferstarkomehlkSrncheii. „ tärke roel>"" ,r ' 1 ' 400-mal Tergr. Zusammengesetzes °» ein 6 Die Reisstärke ist unter der Linse schwer zu erkennen und rouSS g n ^ e t sie" 300—500fache Vergrösserung herangezogen werden. Eine Abbildung auch in der Fig. 85, 8. 339, Handb. I. letzte' 6 Die Stärkemehlkörnchen sind zusammengesetzte und emzelno. t?t e 0,006—0,007 mm gross, polyedrisch und fast gleich gross. Die zusamm Oryza. Reisstärke. Geölter Reis. 843 bilden ovale oder rundliche Massen. Im mikroskopischen Bilde fehlen die runden iTh 1 Untl scneiDe »förmigen Gebilde, wodurch die Stärkemeklkömchen des Weizens . Roggens sich kenntlich machen. Mais- und Buchweizenstärkemehlkörnchen a den Reisstärkemeklkörncken sehr ähnlich. ©ofe> l K- 103. BuchweL/.onstärkemehlkörnchen, 200-mal vergr. 400-mal rergr. «^ t o Fig. 104. Mais8türkemehlk6rnch«D. 20U-imil vorgr. 400-mal rergr. f a j . ."•y'ini Oryzae, Reisstärke, Rcisstiirkeinelil wird jetzt auch in Deutschland R e - .' wäür °nd dies früher in Belgien und England besorgt wurde. Der Java- So 0 o ? ewonn ' ICU die an Stärkemehl reichste Waare, dann folgt der Ran- öisch (Rangun-Reis) aus Hinterindien und Carolina-Reis (Amerika- e i n u j" Darstellung wird der Reis in stark verdünnter Natron-Lauge (5—6proc.j die eiCüt > nach einem Tage mit Wasser abgewaschen, zu einem Brei zerrieben, imn5 e - 0nderto 8tärke auf Zentrifugen trocknen gemacht etc. Die letzte Trock- ninj ,"V " er Wärme wird so eingerichtet, dass die Stärke strahlige Risse an- et Wa A ^i'ahlenstärke). Der Feuchtigkeitsgehalt einer gelagerten Stärke ist zu Sehalt h * >10C " anzunehmen, 15 Proc. darf er nicht übersteigen. Der Aschen- net en beträ gt weniger den 0,5 Proc. vom Gewicht der bei 100° C. getrock- .. ke. Un(j in J™ r Rfis. Der Reissamen wird jetzt meist im rohen Zustande importirt ode: m den grossen Hafenstädten mittelst Maschinen auf den Reismühlen enthülst s amm e un d polirt. Die Polirmaschinen sind entweder aus Bürsten zu- ^tsteli !i 1 * oder !llls einem Mni °i' 10 Verticalaxe sich drehenden Kegel mit «etz a, om Mantel, der Kegel mit Schaaffell bekleidet, der Mantel mit Drath- au 8g ei egti Fall e «• j! e ^ ern schale der Frucht ölreich, so wird der Kern glänzend, im anderen fris c jj„ '■ Um diesen Mangel nachzuhelfen, giebt man in die Masse etwas v ' eil det ^ Rüböl oder Provenceröl. Dieses Verfahren ist von jelier ange- Wer den W ^ un< * kann n ' cnt a ' 8 eme Täuschung oder ein Betrug aufgefasst mancher B- ar 18 ^ die bessere Sorte Reis auch die ölreichere, es versteht aber den ]j 0 . e \ 8na üller auch, aus ölarmen Reisfrüohten ohne Oelzusatz einen glänzen Mas Se n r °' S - ZU er ' an g (jn ) indem er z. B. durch Einlegen heisser Backsteine die ^ er Gla»- j' n ^ e _ Grade erwärmt und damit die Oeltheilc flüssiger macht. 1 )a ein e % i? 68 Kochreises nur durch- Oel verursacht wird, so ist es und bleibt sehr schwierige Aufgabe, den g< eiden. Nur in dem Falle, wo di< 80 e nthält C v cr kannt werden. Wenn man den Kochreis mit Aether schüttelt, 80 bedeute i 6r 8 P uren 0el gelöst- Diese natürliche Oelschieht ist jedoch nicht eine V -»"vuioio™ uui uui™. wi rauisauii "i'"j u« »oi> 00 unu uieiui u nterschpM Scnw ' er 'g e Aufgabe, den geölten Reis von dem nicht geölten zu 3 'e mit Q-' . en " ^ ur ^ dem Falle, wo die Oelung eine übermässige ist, dürfte s ° entw ,. rhoit erkannt werden. Wenn nehme ein" f*- dasS der zwisclien Papier gedrückte Reis Fettflecke erzeugt. Man Se nicht m-+ Brief Papier, lege ein Paar Dutzend Keine darauf, bedecke die f ach z ™" eine m Stück gleichen Papiers, dann dieses Papier mit einem mehr- D a ™^ men golegten Leinentuche und drücke mit den Bänden kräftig auf. ^ach eil PICT darf e e S° n daa Li °öt betrachtet keine Fettflecke erkennen lassen. a Uch K; , Weit stärkeren Drucke dürften Fettfleck.' nicht ausbleiben, wenn VoU KnT . küns «iehe Oelung vorliegt. Ferner durchschüttele man einen Löffel An eeönr ei8 o in e! nor Schachtel mit feinem Santelhölzer oder Curcamapulver. le m Samen bleibt der Pulverslaub hängen, selbst wenn man den damit 844 Oryza. — Ovum. bedeckten Samen in Wasser einrührt, oder der farbige Staub löst sieh ah, schwimm* aber trocken an der Oberfläche des Wassers trotz Agitirens. Um die Kampfe 1 " probe auszuführen, gebe man in eine Flasche 0,5 Liter Wasser und schüttele kräftig um. Man giesse das Wasser in ein Bechergefäss und gebe einige klein 0 Stückchen oder Körnchen Kampher auf die Oberfläche mittelst Pincette, jedoch nicht mit den Fingern. Rotiren oder bewegen sich die Kampherstückchen, s0 ist die Flasche rein und frei von Fett. Man giebt nun auf's Neue 0,5 Li ter reines Wasser hinein und 5 Körner Reis, schüttele kräftig um, giesse es in Ö» 9 Becherglas aus und lege einige Körnchen Kampher auf das Niveau des Wassers. War der Reis künstlich geölt, so wird auch der Kampher in ruhiger Lage verharren oder kaum eine Bewegung wahrnehmen lassen. Würde man eine gr& s ' sere Menge nicht geölten Reises mit Wasser schütteln, so dürfte sich doch sovit des natürlich anhängenden Fettes abreiben, dass der Kampher ohne Bewegung auf dem Wasser schwimmt. Zur Prüfung des geölten Weizensamens i g die Kampherprobe eine sichere, weil die Oelzellen an der Oberfläche dessclbe intact sind, hier eine ölige Oberfläche nicht vorhanden ist. Beim Reis int <" Kampherprobe keine sichere. .. Um den Kochreis schön weiss erscheinen zu lassen, wird er mitunter ff Indigo gefärbt, jedoch in einem höchst geringen Grade, so wie man auch u° Raffinadezucker bläut, um ihn weisser erscheinen zu lassen. Wie man beim Zuc^e in dieser Färbung keine strafwürdige Fälschung oder Täuschung erblickt, eben wenig wird man eine solche beim Reis annehmen. Nur wenn zu der Bläuung el giftige Farbe genommen ist, muss eine gesundheitsschädliche Fälschung an *? en ° la8 men werden. Zum Nachweise wird ein Blechsieb in einen Napf gelegt, m Sieb circa 0,5 kg Reis eingeschüttet und soviel 80 —90-proc. Weingeist aU j^ ig gössen, dass der Reis davon fast bedeckt ist. Mit einem Stabe wird der unter Heben und Senken des Siebes schnell und anhaltend agitirt. Der \ et stoff sammelt sich, wenn er in Weingeist nicht löslich ist, im Napf an, od« Weingeist löst den Farbstoff auf. Im ersteren Falle wird sich derselbe du Filtration im Filter sammeln lassen, im anderen Falle wird das Filtrat aus ei Glaskolben destillirt, um den Farbstoff als Destillationsrückstand zu san1 !" ge0 Man kann auch ein kleines Sieb und einen kleinen Napf anwenden, nur w dann mit derselben Weingeistmenge mehrere Portionen Reis abgewaschen wo um wenigstens so viel des Farbstoffs zu sammeln, dass man damit Re* 0 vornehmen kann. Ovum. Ei» alte« Erkennung der Güte und des Alters der Hühnereier. ^:" lösU ng Verfahren ist das Schwimmenlassen der Eier in einer 5-proc. Kochsalz -^ (1,035—1,036 spec. Gew.). Gute und frische Eier sinken darin unter,^ en halten sich in der Flüssigkeit schwebend, sehr alte und auch faulige seh oben auf. Oscar Lkvpig (ph. Ztschr. f. Russland XX) fand, dass_ ° a9 7 J.jO Gew. frischer Hühnereier bis auf 1,080—1,090 steigt. Das Gewicht ^ Tage alter Eier ist durchschnittlich 1,060, das Gewicht 2—3 Woche ^^ Eier ist durchschnittlich 1,050. Verdorbene Eier schwimmen auf eine . j, tag' Salzlösung von 1,020 spec. Gew. Das spec. Gew. des Eies mindert si lieh in Folge der Austrockung um circa 0,00176 g. ltere %& Frische Eier in kochendes Wasser gelegt pflegen zu bersten, aber bersten nicht. Ovum. Albamen purum. 845 Eiweiss aus dem Hühnerei giebt durchschnittlich 12 Proc. trockne p r aus, enthält also 88 Proc. Feuchtigkeit. Mit Jod gefällt giebt es 13,2 °c. Trockenrückstand. Durch Behandeln des Ei weisses mit starkem Wein- co?r büSSt ea seine Lös lichkeit in Wasser ein. Das in der Wärme (70° C.) Yf Suurte Eiweiss ist in Wasser unlöslich. Soll es nach dem Eintrocknen in scbT 1ÖSlich bleiben > so ist die Temperatur von 35° C. nicht zu über- min T DMAs und Cahours fanden die elementare Zusammensetzung des Albu- D Pr °- C " 54 ' 3 C ' 7>1 H ' 15 ' 8 N ' 1,S S Und 21 °' Og p as Eiweiss im Hühnerei besteht aus circa 12,66 Proc. reinem Albumin; best u' Ascüe i °> 2 5 Fett und 85,7 Proc. Wasser. Das Eigelb im Hühnerei 0,15 p aUS Circa 16 ' 2 Proc- Albumin > x Proc - Asche > 31 — 32 Proc. Fett, ci rc ^° c - Schloimsubstanz, 50—51 Proc. Wasser. Die Asche des Eiweises enthält Pb.org- ■ Pr ° C ' Kali ' 30 Pr0C ' Natron > 25—30 Proc. Chlor, 4—5 Proc. Phos- Jj a |/ aure ' 1—2 Proc. Schwefelsäure, 2—2,5 Proc. Magnesia, 2—2,5 Proc. Kalt a' ^—"^ Eisenoxyd, 1 Proc. Kieselsäure. In der Eigelbasche ist 9 Un j 1( ^ bis zu 14 Proc, Phosphorsäure bis zu 65 Proc, aber Kali zu circa Natro n zu circa 6 Proc. vertreten. st an( j '* e ' s s im trocknen Zustande giebt 4,5—5 Proc., Eigelb im trocknen Zu- e 2,8—3 p roc A scne aus. *le der Lösungen des Eieralbumins mit 15 Proc. hygroskopischem Wasser (17,5° C.) von G. Witz. •Albumin spec. Gew. Albumin spec. Gew. Albumin spec. Gew. 1 Proc. 1,002t; 15 Proc. 1,0384 40 Proc 1,1058 2 l : 10 ' 1,0054 20 „ 1,0515 45 „ 1,1204 1,0078 25 „ 1,0644 50 „ 1,1352 1,0130 30 „ 1,0780 55 „ 1,1511 1,0261 35 „ 1,0919 60 „ 1,1658 ^ er Wei nU 'i" m P"™ 11 ' r(, i" cs Albumin, reines Eiweiss wird nach Wuiitz in folgen- ^H m j t e R S C8 tellt. Ei er ei weiss wird in destill. Wasser gelöst, colirt Wass er 'ei essig ausgefällt. Der Niederschlag wird ausgewaschen, in ^geleitpr^^i *' ' n ^ eses unter Agitation Kohlensäure bis zum Ueberschuss Wa Sger > ~, a nn filtrirt, aus dem Filtrat vorhandenes Blei mittelst Schwefel- mit ausy-f» 0 , gases abgeschieden, die Reste des Schwefelbleies durch Mischen gewaschen ■—"^nem weissem Bolus oder gereinigter Thierkohle und Filtration da,f , einj 1 ? daS Filtrat in gelinder Wärme, welche 45° 0. nicht überschreiten Ce, Ianenen w C ' ) Vasser unter Fällung eine gelbrothe, mit Alaun, Stanno- und Stannichlorid mit lf m ' 1 ^' c ' ace tat eine orangerothe, mit Cupriacetat eine schmutzigbraune, S( 'lila eir ° s ! l ^ at ei' 10 olivengrüne, mit Schwefelsäure unter Erzeugung eines Nieder- S'ifärhf 8 6Ine Selbrotho Färbung. Gebeizte Gewebefasern werden schön gelb IQ p„ ler farben werden von der Firma W. Brauns in Quedlinburg ä Päckchen g. abgegeben. Die Farben sind: orange, rosa, carmoisin, himmelblau und gelb Wärm e S ene ration unlöslichen Albumins. Eieralbumin geht bei einer *ird 1 V ° n ^'—^ ° ®- eingetrocknet in die unlösliche Modification über. Diese iriejjj. i/^Alkalicarbonate oder kaustische Alkalien gelöst, besitzt aber nicht dan n ln Eigensclla ft der Coagulation durch Erwärmen bis auf 60°, ist überhaupt m,l;i 'giebt efClflCi Uml V(aiin,lcrt - J - Wagne k (Polyt. Journ. Bd. 219, S. KU',) 30g j, 8 unlösliche Albumin der Einwirkung des Pepsins (des Kälbermagens: 400„ Von > 1 Eiter Wasser, 10g Salzsäure und 24—36 Stunden Maceration mit Wird mit A lichen Albumins ) bei 35—37,5° C. Das verdaute Albumin in Lösung ein e So i . e * zam mon neutralisirt und liefert nun eine Lösung, welche sich wie ^ en Kall ' e aUS & utem Albumin erweist. Dass hier auch FiNZELBEEö'sches Pepsin mit di eg , eima ^ en noc h besser ersetzt, fand Hager, bestätigt, indem er Bowohl tTlei >tirte i . c l ,sm > a ' s "wie aucn gleichzeitig mit frischem Kälbermagen experi- ^ohgeiv Lösung mit Pepsin colirt ergab eine schöne klare Flüssigkeit von * Der Farbe (ph. Centralh. 1876, Nr. 31). 615) Sol ™ miIl . um ov ' siccillii. Das trockne Eiwciss des Handels (Hdb. II, 614, ^ Uc ker y Sai coasuurtcm Eiweiss, Casein, Gummi, Gelatine, Leim, GetreidemehJ, Wirtes p- . vor kommen. Bei der Lösung in kaltem Wasser würden coa- B ehal en \ IWo 'ss und die groben, in Wasser nicht löslichen Theile (z.U. Eier- E * 8i esäurft UrUCkbleiben ' Wird ci " TheU der C,,1:ll,ir °der des Filtrats mit wenig C!in Nied :i !'« USau ert und erwärmt (40—50° C), so erfolgt eine Trübung oder ^ats h* S bei Gegenwart von Casein. Wird ein anderer Theil des Gu mmi n '""' Allfko< - 1 "' 11 e^tzt, so coagulirt das Eiweiss, Casein, Dextrin, n,„i k ' «elatine, Zucker bleiben aber zu circa 4 /s ihrer Meng ^ ™ Losun B „.„., Km durch Ammoniumoxalat, Weingeist, Gerbsäure, kaiische Kupferlösung ,le,tl V!.? 1 ' W6rden - Killc dritte Portion des Filtrats wird aufgekocht, nach 9 Voc w filtrirt > das Filtrat auf ein geringes Volumen eingedampft und mit • Weingeist gemischt. Es fällt dieser etwa gegenwärtiges Gummi oder 848, Ovum. Tyroleucin. Guanidin. Dextrin. Gummi zeichnet sich durch Kalkgehalt aus. Getreidemehl, Stärke, sowie das Dextrin des Handels werden durch Jodlösung erkannt werden. " a8 in Folge der Kochung coagulirte Ei weiss wird mit Wasser, welches mit Essigsäure angesäuert ist, ausgekocht, getrocknet und gewogen, um das Maass der Verfälschung zu erfahren. Das Bluteiweiss ist durchsichtiger und klarer als das Eiweiss aus Eiereiweiss bereitet. Das aus Fischlaich gewonnene Eiweiss macfl sich durch seinen besonderen Geruch kenntlich. Die Bestimmung des Albumingehaltes im Eiweiss kann sowohl gewicnts- analytisch, als auch maassanalytisch geschehen. Einfach ist die Methode dur° Coagulation, Eintrocknen des Coagulums und Eintrocknen der vom CoaguJ' 1 getrennten Colatur. 9 TL trocknes Coagulum entsprechen durchschnittlich 10 trocknem Hühnereiweiss. Aus der concentrirten angesäuerten Lösung des trockn'' Eiweisses kann dieses auch als Picrinat gefällt werden (vergl. unten). 100 1 • des trocknen Picrinats entsprechen 66,66 Th. reinem Albumin oder 72 trocknen Hühnereiweisses. Boedeckeb titrirt die Eiweisslösung mit Kaliumfe rr Cyanid und Essigsäure, Schetjrer-Kestner mit Kaliumhypermanganat, ^ nAl l mit Picrinsäure nach dem Volumen des Picrinatniederschlages (eine sehr unsicU Messung), Tanret mit Kaliummercurijodid. Die polarimetrische Bestirnmu bietet keine Sicherheit. Chemie und Analyse. Die Eiweisskörper theilt Heynsius (Maandbl. v0 . fl Naturwttenschappen 1878, No. 8) in Albuminverbindungen und i r Albumine (Globuline). Zu den ersteren zählt er Haemoglobin, Serumalbu Eieralbumin und Vitellin, zu den anderen: Globulin (Paraglobulin), ^ ibr '° 0 ^i n ' Myosin, Fibrin, Casein. Haemoglobin ist zerlegbar in Haematin und Albu ^ Vitellin in Lecithin und Albumin. Näheres sehe man nach: ph. Ztg. 1879,^ ' Tyroleucin. Durch Einwirkung von Barythydrat auf Albumin ^ wann Schützenberöer eine amidartige Verbindung, welche er Tyro"L ^j. benennt. Das Leucin liält er für eine Verbindung von Tyroleucin mit anin: C 7 H n N0 2 + C.,H n N0 2 = 2C 6 H U N0 2 . (Jahrcsb. üb. d. Fortschr. d. etc. 12. Jahrg., 8. 438.) ^ Guanidin ist nach Bossen ein Oxydationsproduct des Albumins. B* ^ wollte als Oxydationsproduct des Albumins Harnstoff nachgewiesen haben,. ^fl. Lossen erkannte denselben als Guanidin (Carbotriamin), CH 5 N 3 oder G(N i * ^ Es entsteht auch beim Erhitzen von Biuret mit Salzsäure, von Cyanaflii^ ^ weingeistiger Salmiaklösung, von Guanin mit Kaliumchlorat und Salzsa ^ Es bildet farblose, alkalische, in Wasser und Weingeist lösliche Krysta ^ giebt mit Säuren krystaltisirende Salze, von welchen das Nitrat sc nwe . ^ j 0 ist. Mit Alkalien oder verdünnter Schwefelsäure gekocht zerfällt es zun» Ammoniak und Harnstoff und letzterer in Ammoniak und Kohlensäure. ^ Das Eiweiss der Eier ist ein Albumin, welches durch Weingeis ^^ ist und bis zu 2 Proc. Schwefel enthält. Es ist unlöslich in verdünn l laIlge säure, Kalkwasser und Natriumphosphat. Mit 0,5-—2-proc. Aetznatr ^^ digerirt, giebt es den Schwefel an Natron ab. Es enthält Kalkerde _ un p e ; phorsäure, welche durch verdünnte Säuren nicht extrahirt werden kü !'^ e u ^. c auf einer 20-40 Stunden dauernden Einwirkung von 0,2—0,25-proc. AetzWj ^ das (tt)-Albumin geht es in /»-Albumin über. Danii.ewsky hat über ^ e halten der Albumine gegen Alkalien und Pankreatin, Säuren und 1 ep^ ;g t: Reihe interessanter Untersuchungen angestellt, worüber Näheres nachzus ^ e j tere ph. Centralh. 1881, S. 202-204; ehem. Centralbl. 1881, S. öO^- g . cb pü . Mittheilungen über Reactionen der Protalbstoffe Danilewsky'b finden > Centralh. 1881, S. 293. Ovum. Albumin. 849 bo • 7 otter Pigment. Das gelbe Pigment des Eidotters hat man mit Lute'in Res t U6t " RlCH- Maly liat sic]l m deu besitz der rothen Eier der Seespinneu U e e • Die indigoblaue Reaction mit Salpetersäure, das Verhalten gegen Alka- p- ' "'eselben Spectralerscheinungen lassen das Pigment dieser Eier mit dem aus 6 - Ut ' D ^ em K 'S e l° der Vogeleier als identisch erkennen. Er schied daher einem reichlichen Material das Pigment ab und fand, dass es aus Tv„ > Vitellolntein und Vitellorubin besteht. Behufs Abscheidu Tren; 2 Pig- uug und nu ng beider Pigmente säuert man den wässrigen Eidotterauszug an, koclit Seh f° C * ^ as Coagulum aus, zerreibt es und extrahirt es mit Petroleum und i'oth p. k- leilst °ff- In ersterer Flüssigkeit löst sich das gelbe, in letzterer das a „ 8 J gment auf. Thierkohle entzieht dem (rothgelben) weingeistigen Dotter- aus ^ e ^ on rothen Farbstoff und Barytwasser fällt aus dem weingeistigen Dotter- Nied ^ Baryumverbindung des rothen Pigments als dunkelmennigrothen Vitei] .£• Der gelbe Farbstoff bleibt gelöst. Die Magnesiumverbindung des Stoff ' •* ' s ' ' n Aether un d Chloroform mit dunkelrother, in Schwefelkohlen- Kittel P ur P u ri'other Farbe löslich und kann aus den beiden ersten Lösnngs- "icht sj. cn Weingeist ausgefällt werden. Es enthält kein Eisen und auch Ta<>.„ i , lc kstoff. Vitellolutei'n ist auch stickstofffrei. Vitellorubin bleicht am gesuchte. bindn au n ' ss Producte des Eiweisses. Zu denselben zählen die aromatischen Ver- ünter ^ en '. ^ Iu ^ ol > Phenol, Scatol. Diese Substanzen entstehen nach L. Ameger 2, a -° ewis 8en Bedingungen, und kommt es an 1. auf die Natur der Fermente, Temr. . Form, in der das Eiweiss sich der Fäulnis« darbietet, 3. auf die Pä„l . atnrv erhältnisse und 4. auf die Betheiligung des Sauerstoffes bei der °hne 1 r S ena nnte Chemiker beobachtete, dass sich Phenol bilden kann, prin c i,' *n do ' D ildung zu Stande kommt, und dass zur Phenolbildung aus Eiweiss Und B e . keine längere Zeit erforderlich ist als zur Lndolbildung, dass Natur ^ en traii ( | ia nne ' t der Fermente von Ausschlag gebendem Einflüsse sind. (Chem! "'• 1879, Nr. 21, pharm. Centralh. 187!), S. 817.) Bluki w J 5BMATT f:llul ( Jour »- f - P 1 '- Chem - l' S78 b dass bei Fäulnis* von Ei und durch R SS ' ^^enpankreas, Muskelfleisch und Blutfibrin die Menge des Indols Phenols ~Z 'I' a S« zunimmt, nachher aber wieder abnimmt, die Menge des aber stetig zunimmt. Rd Sentien ! 0nen :u| f Eiweisaköfper. Die hauptsächlichsten Alkaloidrea- S( 'hläg e ' , bewir ken in Flüssigkeiten, welche Albumine enthalten, auch Nieder Baurej, i"'' '^'"''hungen. Die Eiweisskörpev werden ferner gefällt durch Mineral- einige 0 r ? nders dnr ch Salpetersäure, Meta- und Pyro-Phosphorsäure, durch Sa lzen ( z R e Säuren (Essigsäure, Citronensäure) bei Gegenwart von Alkali- ■^ikali aa i" ' atl ' uun *idfat, Natriumchlorid), durch concentrirte Lösungen der ( ' llrc h L,-j„ ' x>u Kaliumxanthogenat in saurer Lösung und bei gelinder Wanne, ^'lorid E pCn der Schwermetallsalze, besonders durch Mercurichlorid, Platini- •'"^'innteii "™ f(UT0,, .Vanid mit Essigsäure, ferner durch Gerbsäure, Dextrinlösnng, in u "liritf'i Y\r ------ >,j«mh»i um, laooigonuio, iiinci uiiicii uolUMaiue, i"""......' "' die ' ... ^Uigeist (Albumin füllt unverändert), starken Weingeist (Albumin ^sung. ni "£ , e F, "'i'i überfahrend), Pikrinsäure (Niederschlag in Pikrinsäure- ^ "'cht löslich). Scl "a?J " t(! Salpetersäure fällt Eiweiss in Form eines weisse flockigen Nieder "■SÖ8 n —r"^'Muic miu imwcibs in rurin Brnos noi"""' —- « i iea 8ens ]i,?T 8al P ete rsäu.HJ Jn der Wärme als ge iben Niederschlag, Miuohb Ü; m de f * u ch en ar fl T Wärme roth > Jodwasser gelb, Zucker nud Schwefelsaure violett. J^Uto w 8&1 P eter Säure und conc. Schwefelsäure lösen wasserklar, aus welcher Farb e löst ' einou * elben Kör P er »»scheidet, der siel, m Alkalien mit rother rh »<"-Praxi,. g np p, 54 850 Ovum. Albumin. Wunderblut. In Wasser nicht lösliche Eiweissmodificationen werden in Lösung gebrac 1 durch die Lösungen der Aetzalkalien, der Carbonate der Alkalien, durch Bisessig; conc. Salzsäure. Die alkalische Eiweisslösung wird durch wenig Cuprisulfat violett gefärbt. Eine blauviolette Färbung mit Fluorescenz tritt ein, wenn^ co_tt Schwefelsäure auf eine Albuminlösung in conc. Essigsäure (Eisessig) c wirkt. Diese Reaction wird nicht nur mit Eiweisskörpern, auch mit Peptone und Fermenten, welche mit den Eiweisskörpern in verwandschaftlicher Ziehung stehen, erlangt. . , Die3e Farbenerzeugung wird nach A. Adamkiewicz durch die concentrtf Schwefelsäure bewirkt und die cliromogenetische Wirkung der letzteren als Folge der durch die Satire im Eiweiss erzeugten Wärmeentwickelung und v hydration erklärt. Namentlich von dem Grade der Wasserentziehung häng* Art der jedesmal aus dem Eiweiss sich bildenden P'arbe ab. Bei dem genngs Grade derselben ist sie grün, bei dem höchsten violett, und zwischen bei erhebt sie sich von grün zu violett durch die Farben gelb, orange und rotB« Das Wunderblut (auf Hostien und Brot) hat seine Ursache im Albn ' Ehrenberg bezeichnete diese Vegetationsgebilde mit PalmeUa prodigws«, _*" mann aber erkannte die Identität derselben mit den PASTEUß'schen Vib^ 1, | 1 ^^ den Trägern der Gährung und Fäulniss. Hager fand diese blutrothen « e " auf einem Papi lagerung, dass Papier, welches geleimt war, in einer so gleichmässigen Anema lass man das Papier (jedoch nur eine Seite desselben) oberfläc ^ betrachtet für künstlich gefärbt hielt. Ferd. Coiin und ScheöTTER haben eiit- der That solche durch Bacterien und Bacteridien im Albumin erzeugten I '.->" gährungen verfolgt und aus ihnen die allermannigfaltigsten Farbstoffe hervorg sehen. So wie Weingeist, Glycerin, Kohlensäure und Bernsteinsäure bei der ^ Hefe angeregten Gährung einer Zuckerlösung entstehen, ebenso entstehe dei stoff des Wunderblutes unter den Producten des durch jene Monaden nei ^ gerufenen Zerfalles des Albumins. (Vera;!. S. 892 u. Ph. Centralh. 187G, »• , siehe ai" Nachweis des Albumins nach IIeynsius. Die Flüssigkeit, weic Albumingehalt geprüft werden soll, muss klar sein. Man vermischt sie ^ 10 cem) mit einem oder 2 Tropfen verdünnter Essigsäure und kocht au • dadurch frei gemachte Albumin ist nun in Natriumchloridlösungen unlös ' g 6 worden. Nach dem Kochen versetzt man die Flüssigkeit mit einer solchen concentrirter Natriumchloridlösung, dass die Mischung mindestens 4 Proc chlorid enthält. Bleibt dieselbe klar, so liegt auch kein Eiweiss vor. , NatrftiBi Im an 1 " dabei ren Falle scheidet Albumin als Präeipitat aus. Von anderer Seite wird dem Natriumsulfat vor dem Natriumchlorid der Vorzug gegeben. ^ Albumin scheidet aus, wenn man seine wässrige Lösung autKO ^ dann mit Salpetersäure ansäuert, oder wenn man mit l^ssigsäure dann Kaliumferrocyanidlösung zusetzt. ansäuert «»° Tinte 1 '' Das sicherste Reagens ist Metaphosphorsäure, besonders z " r rcn ße- suchung des Harnes sich eignend, indem es ausser Albumin keinen anüe standtheil des normalen und pathologischen Haines fällt. . ka lteO> Ein Stückchen der Metaphosphorsäure wird nach HlNDENLANfl m ^ & . Wasser gelöst und der Flüssigkeit zugesetzt. Die geringste Spur Albuni' ^ räth sich durch eine opalescirende Trübung. Es soll genügen, wcn ' j agS eii; Wasser mit dem Stückchen Metaphosphorsäure kurze Zeit in Berührung * g | J( v um das Reagens zu erlangen. Vorräthig in Lösung lässt sich ^ e .A c0 »gü' kanntlich nicht erhalten, weil sie in diesem Zustande in die Albumin »"'' lirende Orthophosphorsäure übergeht. Ovum. Eiweisskörper, Bestimmung. 851 g X anthogensäure ist, wie Pir. Zöi.lek (Bericht d. d. ehem. Ges. XIII, w " . vjt) durch Experiment erkannte, ein vortreffliches Fällungsmittel der Ei- Äm'i r ^ er ' UDer haupt der stickstoffhaltigen Körper, nur ausgenommen Ammon, telst t-™^ ueren Verbindungen. Die Fällung der sauren Lösung geschieht mitten «| , a !' Umxant hogenat9 bei lauer Wärme (35—38 °C.) unter Vermeidung star- chitttelns, damit die Ausscheidung in flockiger Form vor sich gehe, wie P u P r ' a lbuminate. Verbindungen des Albumins mit Kupfer scheinen, stire IIaenack (Ztschr. d. physiol. Chem. V, S. 198) fand, nur zwei zu exi- bei w ; 6 ' ne m!t 1 » 34 » die anclre mit 2 > 64 Proc - Ku pfer. Di e erstere entsteht Eier | 1 1 J Veissu ' D erschuss, die andere bei Kupfersalzüberschuss. Die Formel für das aibumin ist laut Analyse der Kupferverbindung wahrscheinlich C 20l H :t22 N 52 O fi6 S. 2 . etc U • Gerbsäure werden Albumin, Albumino'idc, Pepsin, Peptone, Leim d a „ 8 l " r en Lösungen gefällt. Die Niederschläge sind in Wasser unlöslich, v «di ' cn in verdünnter Essigsäure, überschüssiger Albumin- oder Leimlösung, QerK .. r Milchsäure, Lösungen der kohlensauren und ätzenden Alkalien. Die m a(1 . , aur . e büsst ihre Wirkung ein, wenn sie mit Alkali schwach alkalisch ge- entatpi,** 1 ." ^ er Niederschlag, welcher durch Gerbsäure in einer Pepsinlösung u Urc ] '' w ' rü durch eine 0,1-proc. Salzsäure leicht wieder gelöst. Daher entsteht letzter UIe ' n e ' ner P e P s ' n " ot ' er Peptonlösung kein Niederschlag, wenn Un nicht a «K ZU na l ten > s i° ^arf, um e ' ne Zersetzung des Amnions zu verhin- 1° ist die '/ « ^ritten werden. Hatte man Normal-Schwefelsäure vorgelegt, ar ymsulf ar JlU - Uc , ktitl ' ini,1 ö' mit Barytwasser zu empfehlen, weil das ausscheidende * eia8t > somit f. lederfall end die etwa entstandenen Färb- und Theerstoffe mit sich Ur Contmi ° i Erkc "»»"g des Farbenwechsela für die Eeaction nicht gestört wird. 'f ^tenniV? CS zw eckmäSSlg, die Dämpfe und Gase in verdünnte Salzsäure ^stoffi, f Ammon a,s Platinsalmiak zu bestimmen. Die Bestimmung des ä8s % sein ,"\ faSt reinen Protei-nstoffen soll nach dieser Methode nicht zuver- f X Kupfe," nd 1 wäro hierdie DuMAs'sche Methode, Verbrennung der Protcmstoffe est s erklärlich, insofern viele Proteinstoffe einen grösseren Stickstoffgehalt aufweisen- Legumin enthält z. B. bis zu 19 Proc. Stickstoff. Einige Chemiker nehme» den Stickstoffgehalt in den Eiweisskörpern (und den Peptonen) zu 15,5 und 15> Proc. an. Bestimmung der Eiweisskörper als Pikrinate. Da die verschiedene Methoden der Bestimmung der Proteine total sichere Resultate nicht ergeben; es sich also immer nur um annähernde Resultate handelt, so dürfte folgende vo Hager wiederholt ausgeführte sehr einfache Methode der quantitativen Bestimm« 1 » der Eiweisskörper Beachtung verdienen. Diese Methode beruht in der Eig eB schaft der Pikrinsäure, die Protei'nkörper aus ihrer neutralen oder schwach säur Lösung zu fällen, und in der Unlöslichkeit der Proteinpikrinate in kalt gesättig wässriger Pikrinsäurelösung. Was von letzterer dem Niederschlage anhängt, ti gelinden Pressens, kann berechnet werden aus dem Gewichte des feuchten des getrockneten Niederschlages unter der Annahme, dass Wasser bei 16 —1' .' 1 Proc. Pikrinsäure in Lösung hält. Enthält die zu untersuchende Substanz so ist dieses zuvor mittelst Aethers oder Benzols zu beseitigen. Der in wenig Wasser gelöste Proteinkörper wird mit einigen Tropfen Es säure schwach angesäuert und nun direct mit wässriger Pikrinsäurelösung \ 15—17° C.) im Ueberschus3 versetzt oder mit soviel dieser Lösung, dass in ^ Ruhe sich Niederschlag und Flüssigkeit leicht schichten. Nach Verlauf von z Stunden wird der Niederschlag im angefeuchteten Filter gesammelt, mit K Pikrinsäurelösung ausgewaschen, nach dem Abtropfen mit einem Messer na tarirtes Schälchen übertragen und in lauer Wärme (circa 35° C.) getroc 100 Th. derselben enthalten 66,66 Proc. Eiweissstoff. Ist der P'' otefflk f etz . nicht in Wasser löslich, so wird er in einer bestimmten Menge 2-pro R - ^. g j natronlauge gelöst, mit Pikrinsäurelösung reichlich versetzt und dann mit Essigsäure vermischt, als zur Sättigung oder schwachen Ansäuerung des natrons nothwendig ist. Die Essigsäure darf nur in sehr geringem Uebc g zugesetzt werden. Der Niederschlag wird wie angegeben mit Pikrinsäure . ^ ausgewaschen etc. Wenn sich trotz reichlicher Pikrinsäurelösung die Flus ^ nicht im Verlaufe eines halben Tages klar absetzt, so ist diese Metho e^^ Eiweissbestimmung überhaupt nicht anwendbar. Mittelst der Methode ^ Varrentrapp -Will wurden im flüssigen Eiweiss aus dem Hühnerei 11> ^ 12,2 Proc, als Pikrinat (18,48 und 18,89 aus 100 llühnereiweiss) 1 V 6ßö 12,58 Proc. Albuminsubstanz bestimmt. Das Albuminpikrinat entspricht ' eö . Proc. Stickstoff, der Albnmingehalt des Pikrinats zu 66,66 Proc. angeno »^ Dass die Bestimmung der Proteinstoffe als Pikrinat noch einer weiteren k*l ^ng bedürftig ist, muss zugegeben werden, doch dürfte diese Methode bei Unters ^. g zusammengesetzter Nährstoffe, der Kindermehle etc. meist genügen. Verg • ., nute 1 Ritthausen's Methode der Albuminbestimmung findet sich bere !r, wie „Lac", S. 641 angegeben. Diese Methode ist auf alle Proteine » nwe " p*jt sc lir. auf Legumin, Conglutin, Glutencasein, Milehcaseltn, Gliadin. Vergl. &w f 8 uc» f. anal. Ch., XVII, 8. 241. Durch diese Methode lassen sich die Protein von anderen Stickstoffkörpern, wie z. B. von den Alkalosen, trennen. ^^ Zur Bestimmung der Eiweissstoffe und Peptone fällt (Mühlheim) die Eiweisskörper durch Kochung mit Ferriacetat unter sehr geringen Menge Ferrisulfat. In dem Filtrat soll durch Ai>. SCH Zusatz die Kaliuto eine r ferro- Ovum. Eiweisskörper. Peptone. 853 yanid-Essigaäure-Reactioii kein Eiweiss mehr nachzuweisen sein. Aus dem Filtrat di ^ V ^' e ^ e P tone m ' tteIst Phosphorwolframsäure, bis in einer abfiltrirten Probe Watron-Kupfersulfat-Reaction keine Rothfärbung ergiebt. Ist die Peptonlösung veH-- Ver nn *> so l8 ^ s ' e zuv or mit Salzsäure stark sauer zu machen. In sehr Unnten Lösungen ist die Fällung eine unvollständige, also die concentrirtere ■ ung vorzuziehen. Ad. Schmidt verfährt z.B. folgendermassen: Eine gewisse v Y " er Flüss-'gkeit wird mit Ferriacetat und einer kleinen Menge Ferrisulfat lOno A avi fe e kocht, der braune flockige Niederschlag gesammelt, gewaschen, bei "• getrocknet und darin der Stickstoffgehalt nach Dumas bestimmt. Filtrat 1111(1 TU ° vvjiviJüt UHU u.u 111 UC1 tOHüKölUll^UUcUl YliX^U X7U1MAÖ UüöllIlilllL. l'llliai c | e asc hwasser werden gemischt, auf ein geringes Volumen eingeengt, nach säur ' en m 't Essigsäure sauer gemacht und solange mit Phosphorwolfram- färhi VeiSo '' z ' ; ) b' s eine filterte Probe mit Natron und Cuprisulfat keine Roth- g e j ^ er giebt. Der weisse Phosphorwolframsäure-Niederschlag wird gewaschen, Kalk a Un ^ darin der Protei'nkörper nach Zusatz einer bestimmten Menge der an " uroü Einäschern direct oder in dem Metaphosphorsäure - Niederschlage Ad « lc s *°ffgelialt nach Dumas bestimmt. Im Albumin und Pepton werden von • *OH. 15,6 Proc. Stickstoff angenommen (Zeitschr. f. analyt. Ch. XIX, S. 127). jenifr e ^ on ' äss t 8 i°h aucn ^ Pikrinat wägen. Das Verfahren stimmt mit dem- sp,. e , n ^er Eiwoisskörperbestimmung überein. 100 Th. Peptonpikrinat ent- g TÖS len durchschnittlich 70 Th. Pepton. Es ist hier der Gehalt also ein etwas Stoff, w ie in dem Albuminpikrinaten. Peptone und besonders die Parapeptone verhalten sich den Eiweiss- 8än re a |l . u > nur sind sie nicht fällbar durch Mineralsäuren, Essigsäure, Citronen- Wärm' 0 . , um ^ ei ' r °cyanid und Essigsäure, Cuprisulfat. Sie coaguliren in der ai 'OlO n' 1 "vvjomu UHU UiOT. 6 >!»U.D, Ver Qa i t 7" un d bilden in Wasser lösliche Salze. Gegen Millon's Reagens Para«»_? 8le s ' ca indifferent. Sie sind in Weingeist nicht löslich, wohl aber die rarapZj *™ 8 ' ch indiffei ' ent - P88ig g . 0lle > we lche letzteren aber durch Aetherweingeist fällbar sind, aus ihrer ^'LLov' ei r, Lösung durch Kaliumferrocyanid gefällt werden und sich gegen durch (1 ea S ons wie Eiweissstoffc verhalten. Die Parapeptone werden nicht Die j£ , u ^ a gensaft, wohl aber durch den Pankreassaft in Peptone übergeführt, sich j n fi , P e Ptone, entstanden durch Verdauung der Eiweissstoffe (Caseiin) lösen 8a ttren T^büsBgiger verdünnter Säure, werden aber durch concentrirte Mirieral- keit mit V ^ U1 " ^ 1 'l < ' 11t " n e ' ne blase rosenrothe Färbung ein (Ad. Schmidt), lieber niung der Protetaörper vergl. man auch unter Panis und Peptonum. ;' lln & frei r V on B ? erven der FirmaB - von Effner (Passau) sollen nach Vohl's Versiehe- **ouum h ""'''" Zusätzen sein und einfach durch Abdampfen und Austrocknen _ "ergestellt und dann in Pulver verwandelt sein. «n n Lack nii w Elweisslösung mit etwas Kaliumdichromat versetzt giebt "gesetzt uno- ' . lrnis9 > welcher in Anstrichen der Einwirkung des Sonnenlichtes \v Kl 'iri) ,* emein dauerhaft und widerstandsfähig wird. : °izn noi '. \ { ' r für Weino-Bintlo-B Ontranlrfl woinirniafiD-Ä Vliissiirkeiten. 100g . l * n ns'täVv* ""' weingeistige Getränke, weingeistigo Flüssigkeiten. m « gemischt 'J 5 . 00 * Eiweiss als feines Pulver und 50g Milchzucker werden S?5>lt die Flu* - E f ? enü « en auf c in Liter 1, höchstens 2 Theolöffel dieses Pulvers nfac «o Decnr,i 8 ' g ! scit 8tark durchschüttelt wird. Nach dorn Absetzen genügt oft »Hon, Metall- und Holzap- sch.r-'''"' tl, ''" ion - br a ra , te wird?™*! 1 ', Kelnnievpulver für Achsen, Wol. » ? 8cl eni ,„ [ n!,ch 0- R.Pat. 13683 Zus-Pat zu Nr. 10375, von Kart, Drechsler, H P "lve £f M £«*en von Graphit mol1 J Eiweiss, Eintrocknen bei 90° ö. r eut ; ei n der Mischung hergestellt. Das Pulver wird aut die BeUmngitallen au f- 854 Oxygenium. Oxygeniuin. Darstellung des Sauerstoffgases (Handb. II, S. 617). Im Laboratorium <} er Firma Atcdisson & Ponzis zu Cannes wurde 1880 (fiir die Russische Kaiserin) Sauerstoff durch Erhitzen von Kaliumchlorat bereitet. In Folge stürmischer Gas- cntWickelung wurden heisse Partikel des Salzes in das aus vulkanisirtem Kautschuk bestehende Gasleitungsrohr übergeführt. Es mögen dadurch gleichzeitig kleine Mengen Kohlenwasserstoffgas gebildet sein, welche durch den glimmenden Kautschuk entzündet wurden und eine Explosion von bedeutendem Umfange verursachten. Daraus ergiebt sich die Notwendigkeit, die Gasentwickelung aUS Kaliumchlorat, gemischt mit reinem Braunstein, zu bewerkstelligen und Kaut- ßchukrohre möglichst zu vermeiden. Man vergleiche auch pharm. Centralh. 1880> S. 399. In England ereignete sich vor Jahren bei der Darstellung des Sauerstotj- gases eine Explosion, welche Menschenleben vernichtete. Wahrscheinlich en - hielt der Braunstein (Manganhyperoxyd) Schwefelmetalle oder es war demse- ben ein Schwefelmetall-haltiges Erz substituirt. Diese Vorfälle fordern zur Vorsicht auf, und zwar ist es geboten, ein trock- nes oder besser getrocknetes Kaliumchlorat, welches auf Abwesenheit oxy Q tionsfähiger Substanzen geprüft ist, welche möglicher Weise aus Versehen b el gemischt sein können, wie Salze mit organischen Säuren, Oxalate, Sulfite etc. z verwenden. Kaliumchlorat und Manganhyperoxyd sind zu gleichen Thcilen zu mlSC . und zwar in Form grober Pulver. Das Manganhyperoxyd oder der Brauns wird als grobes Pulver zuvor einer massigen Glühhitze ausgesetzt, um e ' wa '^ Schwefel metalle, wie Spiessglanz oder kohl ige Massen, wie roher Graphit (1 lU bago), Braun- und Steinkohle, welche nicht selten mit Braunstein AehnlicnK haben, zu zerstören. Diese im vorliegenden Falle höchst gefährlichen Substanz können aus Versehen oder auch durch Fälschung beigemischt sein. Der Bra stein wird geglüht und nach dem Glühen der Vorsicht halber auch noch cheim untersucht auf Metalle, Schwefel, Kohle. Das Gemisch aus Kaliumchlorat T geglühtem Braunstein ist möglichst langsam mit massiger Flamme zu orM » so dass die GasentWickelung nur allmählich gesteigert ruhig und gleicbm vor sich geht. Die Mischung giebt den Sauerstoff leicht frei, ohne dass Ka i chlorat schmilzt. Nach der Operation kann das Kaliumchlorid von Braun durch Lösung in Wasser befreit und der Braunstein durch Auswaschen scharfes Trocknen zu einer neuen Sauerstoffentwickelung verwendet werden, er ist ja nur Contactsubstanz. > 0 ff, 300g trocknes Kaliumchlorat liefern etwas über 30g oder 27 Liter Sauers Die Anwendung des Sauerstoffs (Handb. II, S. 618) ist in FranK1 uB d noch eine häufige und athmen Kranke Wochen hindurch täglich Vormittags ^ Nachmittags je 10 — 20 Liter ein. Bei Vergiftungen in Folge EinatlrmenS ^ Kohlcnsäure, Kohlenoxydgas und anderen Gasen soll das Einathmen dos t Stoffs in der That von heilsamer Wirkung sein. Die Wirkung soll sich zun ^ durch geistige Aufgeregtheit wie nach Weingenuss äussern und besonders ^ erregen. jjjjj. In Frankreich wird Sauerstoff, comprimirt und verdünnt, sowohl zum ^ athmen wie auch örtlich auf Wunden und Hautstellen öfters angewendet- ^ hat die Beobachtung gemacht, dass Sauerstoff eingeathmet von sichtlichem ^ flusse auf Wunden ist und deren Heilung fördert. Langieb umgiebt d * 0 ibe Gangrän ergriffene Glied mit einer muffähnlichen Kautschukhüllo und hält Oxygenium liquidifactum. 855 »emd mit Sauerstoff gefüllt. Fourcras lässt das mit Gangrän belastete Glied v ei " en Kautschukbeutel, welcher zum Einstecken des Gliedes mit einem Schlitz ^eien ist, einlegen. Die Dauer der Bäder ist eine verschiedene je nach der 'iwere des Falles und umfasst 2—4—8—12-24 Stunden täglich. tod 1 ) , ufgeatn met S °U es i n der That ein herrliches Mittel bei Asphyxie (Schein- Unt . S011 d ers na ch Erstickungsfällon wie nach Strangulationen, Aufhängen, Nei . ^ n ' n ^ 7asser > Einathmen giftiger Dämpfe etc. sein. Bei Asphyxie der des b ? renen s °ll es sichere Heilerfolge gewähren. Auch bei Syncope während R e . Dast hesirens mit Chloroform, Aether etc. beobachtete man stets gute Rennt-1 ' ^° scnon ^' ese Heilwirkungen sind, so wenig können sie genügend aus- d er z Wß rden, weil das Heilmittel einmal nicht immer zur Hand ist, ein anlieh • i zu se ' ncr Herstellung und Sammlung viel Zeit und Mühe erfordernd aA S ^ 6 '^ S ' c '' ^' e Notwendigkeit heraus, comprimirtes Sauerstoffgas in Glas- Sc luil y befassen in den Handel zu bringen. Durch gefirnisstes Gewebe, Kaut- A Lede '-, Blech diffundirt es. mitt e i • m ° s P u ärische Luft hat man auch im comprimirten Zustande als Heil- giti g J n Anwendung gebracht: bei Asthma, Lungenkatarrh, chronischer Laryn- ist jj, e " cl 'husten, Blutarmuth, Kachexie, Taubheit. Bei entzündlichen Zuständen e Anwendung wie die des Sauerstoffs nachtheilig. s tolle n X ^ l!n ' nm ''PUifwtam, Sauerstoff in tropfbar flüssiger Form darzu s;i Uro ge ' a "g Haoul Pictet (Genf). Mittelst Ciroulation von flüssiger Schweflig- Drocjj l? '! Kohlensäure wird letztere bei 65 Grad Kälte unter 4—6 Atmosphären geleitfit " S r Slg .Stacht, nnd die flüssige Kohlensäure in eine 4m lange Röhre metrigJ t V °' ^ >um P ea m it combinirtor Thätigkeit bringen einerseits eine baro- '''"''San.- 6 ere hervor, andererseits ermöglichen sie die VerHüssigung der Schwcf- liiilt tritt* Kohlensäure. In Qle Röhre, welche verdichtete Kohlensäure ent- st °ff«tr( • ° an ^ ere Bohre mit kleinerem Durchmesser ein, in der ein Sauer- s ' ai 'ker \xT CUcu ^ r ' ; » hervorgebracht in einem retortenförmigen Generator mit sehr der fliiss" a ' "' m welchem sich Kaliumchlorat befindet. Durch Verdampfung Li s ail)> g ^ n Kohlensäure wird eine Kälte von 140° C. erzeugt und der Druck kann ein fli isgi ° Atmosph. gebracht werden. Schon bei 300 Atmosph. Druck erfolgte blicke i r ra hl Sauerstoff an dem Kussersten Ende der Röhre in dem Augen- Zllttl atm *ii • m ^ aS eora primirte und erkältete" Gas von diesem hohen Druck öass (j ei , os P llai 'ischen Druck überging. Der wissenschaftliche Werth liegt darin, ^ Cfol gert e eX Q CnmPlltelle El ' fo 'S einen aus der mechanischen Theorie der Wärme. frl steri fl,' n • bestätigt, dass nämlich alle Gase Dämpfe Bind, welcl le in einen CenK.1.. ' s 'K°n und Gaszustand übergehen können. Näheres findet man im ehem. fliis: ^"tralbl. 18 78, S. 3f l88l ; Nr C1 o tüff cxistirt in 8 Modificationon, wie Bau.mAnn (Cli. Ceniralbl. dem Q ? ' \ ai1 g'ebt. Ausser dem gewöhnlichen inactiven Sauerstoff und s °'üer Wi 1 eX ' 8t;ilC c ' n a °ki ve r oder na sei reu der. Dieser lasse sich nur aus . eich / el n ac «vem Sauerstoff im Contact befinden, als zu ihrer Oxydation gerade !lure h Ww kam,tlich entstehe Ozon bei der Activirung des Sauerstoffs der Luft 6ebe »de?,T" P,,0H l ,h °r, es entstehe aber nicht, wenn die den Phosphor um- **« Dämpfe des Weingeistes Aethers etc. enthalte. Ozon und activer 856 Oxygeniuni. Ozon. Antozon. Sauerstoff wären, weil ihr chemisches Verhalten sehr übereinstimmt, schwer vofl einander zu unterscheiden. Schönbein erklärte das Auftreten von Salpetrig' säure bei der Ozonisirung der Luft durch Phosphor als Resultat der Einwirkung des Ozons auf den Stickstoff der Luft, während Carius nachwies, dass Ozon den Stickstoff nicht zu oxydiren vermöge. Hoppe -Seyler beobachtete, das» nascirender Wasserstoff selbst im Stande ist, den Sauerstoff zu activiren, wobei die Entstehung des Ozons ausgeschlossen bleibt. Giebt man Palladiumwasse 1 stoff so in Wasser, welches wenige Tropfen Kaliumjodidstärke enthält, dass aa Palladiumblech nur zur Hälfte von der Flüssigkeit bedeckt ist, so tritt na<" einigen Minuten Blaufärbung in Folge gebildeter Jodstärke ein und nach einer Stun ist die ganze Flüssigkeit blau gefärbt. Diese Activirung des Sauerstoffs lö aber nur von momentaner Dauer, denn wenn man jenes Palladiumblech ziier auf das Wasser einwirken lässt, dann Kaliumjodidstärke zusetzt, so erfolgt kein Bläuung. ... Jane Unterscheidung des activen Sauerstoffs vom Ozon, dieser beiden k> tigen Oxydationsmittel, versucht Baumann aus folgendem Verhalten derselben: 1. Activer Sauerstoff verbindet sich mit dem inactiven zu Ozon. — 2. Acn Sauerstoff oxydirt Wasser zu Wasserstoffhyperoxyd (Wasserstoffdioxyd), we ' nicht entsteht, wenn Ozon auf Wasser einwirkt. Dieser Unterschied wurde ^ Scuönbein für Ozon und Antozon angegeben. — 3. Activer Sauerstoff verm '^ den Stickstoff der Luft in Salpetrigsäure und in Salpetersäure, bei Gegend von Wasser in Ammoniumnitrat überzuführen. Dies vermag Ozon nicht. Bei Gegenwart von Benzol entsteht im Sonnenlichte Phenol und Ox*«»^ (der Phosphor wird in gelbrothen amorphen Phosphor übergeführt) und die Flüssigkeit bleibt farblos. Im diffusen Lichte bei gelinder Wärme wird die 1 lüs | fl keit braun und es wird Oxalsäure gebildet, aber kein Phenol. Im « r _ ergiebt sich, dass die Bildung von Phenol eine Folge der Einwirkung des W a stoffdioxyds auf Benzol ist (C 6 H 6 + HO—OH = C 6 H 3 OH+H 2 0). (LeedS Joui • Amer. Gh. Soc. 1881, 16.) _ _ Luft Nach Leeds' Untersuchungen werden während der Ozonisation reinei durch feuchten Phosphor Ozon und Wasserstoffdioxyd gebildet, annähernd m ^ Verhältnisse je eines Moleküls des ersteren und letzteren. Gleichzeitig während der Entwickelung des Ozons, resp. nascirenden Sauerstoffs, ein u ^ änderliches Quantum Ammoniumnitrat erzeugt. (Journ. Americ. Chem. Soc. 1° , > Remsen und Southwort machten die Beobachtung, dass Ozon bei ^ wohnlicher Temperatur Kohlenoxyd nicht oxydire. Dieses Verhalten ^ Baumann bestätigen, welcher aber auch durch Experiment nachwies, das. ^ die Oxydation des Kohlcnoxyds zu Kohlensäure durch activen Sauerston ^ vollziehen lasse. Damit ist zugleich eine Reaction gefunden, um 0z° „fe activen Sauerstoff von einander zu unterscheiden. Ferner ei ;ver er durch Experiment, dass bei der Oxydation des Eisens durch Ozon kein 0 Sauerstoff frei, das Ozon aber vollständig zerstört wird, also der 0zon ff U 0 der direct mit dem Eisen in Verbindung tritt, ohne activen Sauerstoff zu bilde frei zu lassen. (Zeitschr. d. phys. Chem. V, 244.) mW^' J. .Tamieson glaubt auf Grund seiner Versuche annehmen zu können (P ^ Journ. and Transact. 1879), dass der Sauerstoff sowohl von den P»* 0 ^ ull d auch von den Thieren aufgenommen zuerst eine lockere Verbindung einge i jj dann ozonisirt und wirksam wird; und 2., dass die Pflanzen eine vom Ckl° verschiedene Substanz enthalten, welche sich dem thierischen Hämoglobin verhält, indem sie wie dieses als ein Ozon-Ueberträgcr funotionirt, 8 n»l°S Als Erke»; ,toffsup el nungsmittol diente die in einem Gemisch von Guajaktinctur und Wassers t oxyd durch eine Spur Blut oder Hämoglobin hervorgerufene tiefblaue r Oxygenium. Ozon. 857 Uc ^ e wurden hauptsächlich mit Früchten, namentlich Aepfeln und Birnen, gestellt. Der auf einen frischen Schnitt derselben fallende Tropfen Guajak- cb T ei ? e ^ e * ; augenblicklich eine blaue Färbung, und diese ist die bekannte W • ^ ^erische Reaction auf Ozon. An sehr wässerigen Früchten, wie z. B. ^ . beeren, kann die Färbung wohl ausbleiben, sie tritt aber an weniger reifen, Rea't' 6 - len ^ eeren derselben Traube ein. Beim Liegen der Früchte wird die wird '° n * mmer schwächer, weil das Vermögen der Sauerstoffaufnahme schwächer viel U ) Dd zuletzt S anz aufhört. Durch Kochen der Früchte wird das Ozon oder 'mehr der Träger desselben sofort zerstört. KYfiTw 0lmm ist ' wie auch im IIandb - n > s - 619 > angegeben und von P. Th4- Mau h' Centralblatt 1876 Nr - 13 ) näher erklält wurde, ein starkes Gift. Thür^ 1 e 6S bisher m der atmosphärischen Luft, besonders auf Bergen und V 0r g "®. e f' während es sich zu manchen Zeiten im Erdboden in solcher Menge Wit* ^ aSS davon ^er Athem benommen wird. Wenn man nach feuchter 0 3^_(! Ul ^ lmd hei eingetretenem heiterem Wetter in sandigen Erdboden eine g 0 ', m tiefe Grube gräbt, deren umfang das Einlegen des Gesichtes erlaubt, die h «°- man atnmeil( ^ mitunter, als ob man ersticken müsse. Legt man Ozon e ^." Cüeu Reagenspapiere in die Grube, so tritt die Reaction schnell ein. 0z 0n 1S , lm Erdboden wenig vertreten, wenn dieser nicht stark feucht ist. Dass kei nem J ec hselnd mit Wasserstoffhyperoxyd im Erdboden auftreten, unterliegt W a88 g r ^ Weife l (Hager's botan. Unterricht. 2. Aufl. Lect. 85). Ozon und Gag. ü ™yperoxyd, auch Ozon und Salpetrigsäure, Ozon und sauerstoffbegierige Das a f Euftarten können nicht gleichzeitig gemischt im Erdboden vorkommen. c hes ß 08 P uai 'ische Ozon veranlasst die Bildung von Wasserstoffhyperoxyd, wel- du aa t u i n der Atmosphäre mit dem Maasse der Tagestemperatur und der Vermauern,^ *? s Hassers wächst und abnimmt. Scuöne hat in dieser Beziehung und ge f® ^ nter suchungen angestellt (Bericht d. d. ehem. Ges. XI, S. 482, 874) das Min' n ' -^ ass *^ e Atmosphäre in den Wintermonatcu in unserem Klima st offhy D mum > in den heissen Sommermonaten aber das Maximum an Wasser- des atmo °^ yd - entlialt Je uöher uber der Erdoberfläche sieh die Verdichtung ^ieder 8c } S ] " sc ' lcn Hassers vollzieht, desto reicher ist der daraus resultirende Al 8 laS an Wasser8 toffhyperoxyd. Ausführlichessehe man 1. c. nach. k"* Kehft f* uac ^oewiescn hatte, dass H 2 0 2 zu den normalen Bestandtheilen der atm osphär- ', Stcllte E - Schöne (ehem. Oentralbl. 1880, Nr. 38) in Betreff des tlio üblipl 11 Ozons weitere Untersuchungen au. Nach Schöne's Ansicht sind "nd ttur le " °2onreactionen mittelst KJ, MnSO,, T1 2 0 vollkommen unzureichend Uute rscheUJ ? metalliscüen Silbers lasse sich Ozon von Wasserstoffhyperoxyd ^^felhaft Cn 'i ^ ^ assc SIC ' 1 Ozon damit in der Atmosphäre nicht oder nur mit 80n ders in '\v' "" a ''' u nac hweisen. Der Ozongeruch sei nicht verlässlich, bo- ^° u zeau's o lnter " ® owou l Sohösbein'b Bestimmungsmethoden des Ozons, wie 11111 «her di ( ? flometer seien völlig unbrauchbar und bieten keinen Anhaltspunkt, ! lai) dcm en 10 O z <>nmenge der Luft, noch über die Menge der in der Luft vorzeitige p Xy< * lren den Körper eine Vorstellung zu erlangen. Es habe auch der (1 was zu der irrigen Ansicht führe', Ozon bilde sich beim ^'ass ergt offl V °" Wasscr - SCHÖNE lässt es dahin gestellt sein, ob Ozon oder die sogen ei0Xytl °dcr irgend ein anderer Körper in der atmosphärischen Luft ^alliunjo* 111 "! 011 Ozonveactionen erzeuge, er empfiehlt aber die Anwendung von Zitate K v y ? ulll y dra tpapier, denn dieses habe ihm immer noch die besseren Re- fl ie Inteng-fat*' au<>l1 sci es vom Feuchtigkeitgehal t der Luft unabhängig. Auf Zeit (Nacht • *" Farbun 8 dcs Papiers erwiesen sich von Einfluss: die Tages- 18 ist die Reaction schwächer), die Windrichtung (Südwinde unterstützten 858 Ox3'genium. Ozon. Reotion), die Grade der Umwölkung und die Menge der atmosphärischen Niederschlage (je grösser letztere, um so schwächer die Reaction). Zur lebhafteren Gewinnung von Ozon empfiehlt Rud. Boettger in eine Flasche eine 2—2,5cm hohe Schicht einer massig concentrirten Lösung des K a " liumdichromats zu geben und eine Stange Phosphor so einzustellen, das sie halb aus der Flüssigkeit hervorragt. Es wurde von einer Seite behauptet, dass aus der Einwirkung von Kalium* hypermanganat auf Oxalsäure in wässriger Lösung Ozon resultirc. AM" 511 Leeds hat nachgewiessen, das diese Angabe eine irrthümliche ist und die Oz° n * Reaction auf Kaliumjodid-Stärkepapier wahrscheinlich in Folge der Anwendung eines Chlorid-enthaltenden Materials eingetreten sei (Bericht d. d. ehem. t> eS 1879, S. 604). Der Braunstein, Manganhyperoxyd, wurde von Rud. Boettger als eij sehr kräftiger Ozonträger und oxydirendes Agens gerühmt. (Chem. Central 1880, S. 351.) Dass hier ein Irrthum vorliegt, hat Leeds nachgewiesen. Schönbein und Andere nahmen auf Grund theoretischer Ansichten an, da Ozon durch Erwärmen entwickelt werden könne aus: Oxyden und Superoxy der edlen Metalle und Superoxyden und Säuren unedler Metalle. Da Ozon dor Wärme zersetzt wird, so musste diese Angabe Widerspruch finden. Ai-RERT LE " wies nun auch nach, dass die Ozonbildung der Gegenwart von Unreinigkcitcn ^ jenen Oxyden zuzuschreiben sei. Leeds zeigte, dass bei Bleisuperoxyd u Mangansuperoxyd (beide im natürlichen Zustande als auch künstlich dargeste > auch bei Mercurioxyd und Silberoxyd die anscheinende Ozonrcaction nur aus Einwirkung des Sauerstoffs auf die Unreinigkeiten und Staubtheile in den Oxy' zurückzufiiliren sei. Ein Gleiches ergab sich von der Ueberjodsäure, welche n solle, welche aber gereinigt kein Ozon aus}: BellüOCI sowohl bis 130° C. erwärmt, als auch beim Kryscallisiren Ozon flUS ° e fi( . \ usgiebt. (Ch. Ccntralbl. 1881, S. °™ Ein neues Reagens auf Ozon hat R. Boettger entdeckt. Es ist . selbe eine säurefreie Goldchloridlösung. Wird Schwedisches Fliesspal mit dieser Lösung schwach angefeuchtet und in einer Ozonatmosphäre aufge >• ^ c so färbt es sich nach und nach violett bis intensiv dunkelviolett, und salpetersaure Dämpfe sind ohne allen Einlluss darauf. Salpetn, steil lau nid zi- HaüTEFEUILLE und Ciui'PUis verdichteten Ozon unter Druck und ei ein indigblaues Gas, welches unter Verminderung des Druckes blass u ff . fl letzt wieder farblos wurde. Bei Minderung des Druckes zeigten sich Ne D t > ^ sie bei Compression des Sauerstoffs beobachtet werden, nur treten sie o° ^ unler 75 Atmosphären, bei Sauerstoff aber erst unter 300 Atm. '^'p-hlung Das Gemenge von Sauerstoff und Ozon darf nur langsam unter steter An < ^^ comprimirt werden, weil im anderen Fallo sich das Ozon explosionsartig ^^ Wärmeentwickelune und der Erscheinung eines gelben Blitzes zersetzt (ti> lung Iralbl. 1880, S. 754). . wil rt Kingzett fand, dass bei Einwirkung von Luft auf Phosphor bei ueg ^ von Wasser sowohl Ozon als auch Wasserstoffhyperoxyd gebildet wer e ebellg0 zwar in einem Verhältnis» von 2:1. Ozon wurde bei 240° C zerstört, .^„öl beim Einleiten in Terpcnthinöl. Aus der Einwirkung des Ozons auf ^erP" ^ ur cb resultirt dieselbe Verbindung, welche auch bei Absorption von Luftsauersto ^^ Terpenthinöl entsteht. Mit Ozon überladenes Terpenthioöl erzeugt beim ö ^ g]} , mit Wasser eine aequivalente Menge Wasserstoffhyperoxyd. Aebmie > ^ E , äD s achtungen wurden mit Aether gemacht (Chem. Centralbl. 1881, S. 34). (lel - bestätigte (Bericht d. d. chem. Ges. 1880, S. 1066), dass bei Einw» K " b te ],en Luft auf feuchten Phosphor sowohl Ozon als auch Wasserstoffhyperoxyd n ; s irte und beide in starker Verdünnung sich gegenseitig nicht zersetzen, dass Oxygenium. Ozon. Bleichfiüssigkeit. 859 nal ' en verschieden heisse Röhren geleitet, an ihrem Ozongehalt mit Zu- äer™! 0 - ^ arme Einbusse erleidet und die Wassermenge wächst, welche aus kei g ' cbzeif %en Zersetzung des Wasserstoffhyperoxyds resultirt. Bei 200 ° wird mit s , onreac t ; ' on erlangt, nimmt man dann aber zum Titriren des Ozons eine wird • We !°' 8äure versetzte reine Kaliumjodidlösung in Stelle einer neutralen, so sin» / le n!cut durch Ozon, was ja bei 200° zerstört ist, sondern durch Sauer- bt °ft (activen?) Z e r8 etzt. R t> er Penthinöl in eine Bleichflüssigkeit umzuwandeln, soll man nach rnici, frTGER dieses Oel mit einem gleichen Volumen gewöhnlichem Wein i emgeist ausser D UM ^ ^ as Ocmisch m flachem offnem Gefäss den directen Sonnenstrahlen 0 20n etl " Unter der Lichteinwirkung entsteht nicht, wie man sonst glaubte c on Ce ' t S . 0n ^ ern Wasserstoffhyperoxyd, welches die bleichende Wirkung in sich tritt v ° Zon . bei der Oxydation der flüchtigen Oele an der Luft nicht auf- S'au'bt ' e , man bisher annahm und besonders beim Terpenlhinül beobachtet zu haben des T ' ^ IlR ' T. Kingzett nachgewiesen. Es bildet sich vielmehr ein Oxyd Reajrp^ 0118 (Oi 0 H 10 ) und zwar ein Hydrat (C| 0 II| 0 O,II 2 O), welches sich gegen dem s wie 0zou verhält. Wird Terpenthinöl oder Feuchtigkeit der Luft oder l 'nd ^y Uers ^ 0tt ' 0 auB gesetzt, so oxydirt es sich und es entsteht eine dem Ozon ebeng 0 S8ei ^ ün ' 8u P°roxyd ähnliche Materie, insofern sie sich gegen Kaliumjodid sie m a ei *"• Mit dem Wasserstoffsuperoxyd stimmt sie darin überein, dass Wvorbr' Schwefelsäure angesäuerter Chromsäurelösung eine violette Färbung ^Vasse,- | ' ^' e kann kein Wasserstoffsuperoxyd sein, weil sie, obgleich in Mieden ° WaS - ^' cn J ^'re Eigenschaften durch längeres Kochen nicht verliert. üx yd ttft i- °^* s ' e J onen beiden Körpern darin, dass sie durch Mangansuperist, aide • zer8 ^ r * wird, weicht aber von ihnen darin ab, dass sie stabiler Sulfit und j 16 b ' 8 zu einem gewissen Grade der Einwirkung von Natriumhypo- Bteht. ty *! bcr dem Kochpunkte des Wassers liegenden Temperaturen wider- ' st > so c"?" 1 S "'- e auc ^ <*urch Mangansuperoxyd oder andere Agentien zerstört Es wird ? r" gt S ' e 8icl1 düou wMer bei der Berührung mit Luft und Feuchtigkeit. (IßOo cm e ( | em Ozon ähnliche Materie beim Kochpunkte des Terpcnthiniils v ° Ozon ZC !' 8tiir ' ; i ferner in Gegenwart von Zinkchlorid schon bei Temperaturen, ail(! h zersr'- ^ assci 'stoffsuperoxyd noch keine Veränderung erleiden. Sie wird e *Her Wä durch andere entwässernde und gewisse oxydirende Agentien. In C ' em Oele me V ° n *^° bc ' Gegenwart von Wasser concentrirt sie sich, aber in ^°Me m a ' Wcl(>ues bei dieser Temperatur ttberdestillirt, befindet sich nichts davon. die betreffenden Apparate von Reichardt, Jacoissen und H. Behr ens ei ner ,' . l } n S vorgeführt und die bezüglichen Arbeiten Tiemann's und Preusse's g Er > y~ unterworfen sind. Auch die Methoden Mohr's und Schützenber- holm so "en keine absolut richtigen Resultate zulassen, indem erstere leicht zu Elativ ? ter . e etwa s zu niedrige Resultate ergiebt, doch ergäben beide Methoden Unzeit» 1 ! C Wahlen. Mohr's Methode empfiehlt sich für seltene oder versehe / a ' ysen we gen der haltbaren Titerflüssigkeiten, die Schützenberger' Stoffs. agegen n- Vo1 " der ß n u . m Wasserstoffhyperoxyd. Ersteres Oxyd wird zum Bleichen mpfiehlt 'flüssigkei zu mehreren hintereinander auszuführenden Bestimmungen des Sauermetrische Bestimmung des activen Sauerstoffs in Baryum- ffhyperoxyd. Ersteres Oxyd wird zum Bleichen letzteres zum Entfärben von Haaren, Wolle etc. technisch verraucht tt " u " Prüfung des Baryumdioxyds beruht in den Formeln. lg Jod Ba0 2 + 2HCl=:H 2 0 2 + BaCl2. — H 2 0 2 + 2KJ=K 2 0 + H 2 0 + 2J Ba romet. entSpiicllt hiernacn 43,8355 cem activem Sauerstoff bei 0° und 7-60 mm ^diiimi°v! aiM ^ Titrirflüssigkeiten sind 1 Liter wässrige Lösung aus 200g Na h Un( ^ * ^iter wassriger Lösung aus 60 g Natriumhyposulfit. c hlorf r p; Cl ri A " Keutkani) ' 8 Angaben giebt man in ein Probirglas 1 — 2 des b!! 6 SaIz säure, % r/ nmd ^s. auf smd cem reine verdünnt mit 100 — 150ccm Wasser und lost darin 0,5 g Nachdem nun lOccm jener KaliumjodidlöBUng liinzugc- *end, muL. a ™t man 10 Minuten, um der Jodabscheidung Zeit zulassen. Hier- H1 gt man dl« ö„i..„.-<___ _.u tu-..!..-. __ i • ___ t. ___ l ..„j ....... i_j. „:j. a__ i.:t_:-i„_ atl 'iiimh man d ' e Salzsäure m it Natriumbicarbonat und versetzt mit der titrirten '' e ndet en y ?r BUlr,tl ' ismi e ^ zum Verschwinden der gelben Farbe. Aus der ver- ^ s ) resn ■f"*' 0 Natriumhyposulfitlösung wird die Menge des ausgeschiedenen Apparat t 900/ 8 ™ n ?' getheilt in 0,5cem, besteht. Der l.ccm ist mit 41%, der letzte 1 4,569 £ . 0 - Nr .' ( ''^' 1 / (, v '" 1 " 1 - ^ttr diesen Apparat dient eine Natriumhyposulfitlösung von I cem der Lösung entspricht 1 Proc. Ba0 2 . Die B a ^'A + 51l 2 0 i,n Lit ''''- gehenden mmi ' n " des Wa sserston*hyperoxyds unterscheidet sich von der vorkommen ^7 dadurcn > t,ass '" Sh ' lle von °> 5 £ ein Volumen von 1—2ccm ^ter nenn! ' A " C ' 1 llicvzu nat Bebtband einen Apparat, den er Hydroxy- ^ 12 Theil ZUSammen S e8tellt - Derselbe besteht aus einer 30cm langen Röhre ^! es Zu prüfe U !'" sm;u '' * Albuminsubstanzen, Alkaloid 5,.H> Stickstoff W° n Zucker M° * Substanz, in verd. Weingeist und Wasser löslich, in ab- solut. Weingeist unlöslich 7,6» » Arabinsäure nk Zellstoff x Mß " Zellenwandbestandtheile 22,0^ douff's von Stahrb m tersueht un fanden: Eeuchtigkeit 8,45 Pn A sclic 2,57 n Phosphorsäure 0,815 n Fettes Oel 23,61 n Paeonienharzsäure nebst kleinen Mengen indiff. Paeonienharzes 1,13 n Gerbsäure weniger denn 1,00 n Paeoniofluorescin ca. 4,00 vi Paeoniabraun ca. 4,00 n Das fette Oel ist hellgelb, schnell bleichend, eintrocknend, mit Sc jnd jf- säure violettroth sich färbend und ist wahrscheinlich Oelsäureglycerid. Das ^ g5 . ferente Paeonienharz bildet farblose nadeiförmige Krystalle. ? 8 l S Ioro f u ri» proc. Weingeist unlöslich, in heissem 95-proc. Weingeist löslich, auch in t n ,0fih löslich, wird aber daraus mit 85-proc. Weingeist gefällt. Es ist weder in Pe Wg i; c li. noch auch in wässriger oder (50-proc.) weingeistiger Aetznatronlauge Seine Znsammensetzung entspricht der Formel C 21 U ;u 03 + H>0. ^ Paeoniaharzsäuro ist in 50-proc. Weingeist unlöslich, in 8 ^"P r ^ r Jure" In 'Vetznatroulösung mit 50 Proc. Weingeist ist sie löslich, wird »*> Sau Paeonia. 863 llält si « b«J l n V J Gege f Sc ^ wefelsä "e und gegen Schwefelsäure mit Zucker vcr- t P aeonio t '" ^ " f™" ^^ Formel: C 40 H 70 O 7 + 2,5II»0. > fällt e wn ,T, iygl ' 0SküpiScher Gerbstoff ™d leicht zersetzlich. , es, Femchlond färbt es «rriinh™« Darch die Acetate yon ß , . > f er, durch sSSSS^ S ■^ , grünbra " n - D « rch *« Acetate von Blei, o ein - ÄÄS?Ä* , Sr?" Wird i CS gGfällt ' nicht d " rch Brechwei - ^-^r de* £ f, h f rt T es ölyko» und Paeoniabrann. Dieses hat den Ol iJl l jllar akter » vo uijmiw uuu laeoniaDraun. Dieses hat den daranT* Phlobaphenß. In der Samenschale kommt es fertig vor und kann +H O U1 °' 1 ^^lauge extrahirt werden. Die Formel des Paeoniabrauns ist C 12 H HI < > 3 ty ft - aeon iofluorescin wird ans dem durch Wasser erschöpfton Samen durch durch p + ex *'' a ' 1 ' rt ' ist in 50-proc. Weingeist löslich, auch in Aether, aber daraus leirtit e ; r °läther fällbar. In Chloroform und kaltem Wasser ist es schwer löslich, ^'IlCl* in Vi * Nat ro . i üe _'ssem Wasser und den Alkalicarbonatlösnngen und in verdünnter Stypti« i U ° e ' In letzterer unter (heilweiser Zersetzung. Es ist eine fast farblose, Brech» • Schmuckont l e i Leim, Blei- und Kupferacetate, Stannochlorid fällende, alkaü 8 ? Inste | n mcnt fällende, Ferrisalze nicht färbende Substanz. In schwach Aetheri- 1611 iss 'gkeiten, in Brunnenwasser färbt es sich roth. Besonders in seiner ^losung fluorescirt es schön blau. Formel C ]2 H 10 O 2 + H ,0. ' n der w C ''educirt kaiische Knpferlösung und Sachse's Mercurijodidlösung Wärme schnell. Formel (VII, ,(),.. RechtsdrrOion.l Uas Aii Formel C 6 H 12 0 6 . Rechtsdrehend. sinsfturehaltigem Weingeist fam umusucn, in w asser wie andere Alkaloi'de ausschütteln und durch Fällen •in,™.-. «..•!■ a:u ---------1* • —...tu. rormei UgHjjUg. Keclitsdreheiid. Vi' , ' 01 d ist in weinsäurehaltigem Weingeist fast unlöslich, in Wasser ™U«>» läSSt sich nicht wia »wlnro All™l„v,l„ .. ----- 1.-■," laicht löslich T 1Ula 1St in M S Kali « m mereudSif J* 7* "*? ^^ ™"***ta "uMdWch FallTn >. n gisolir en E rS. t^l m u S,,bereu,fat 1 "" 1 Baryt nicht ohne Zer- ^"Jsiono.,-^, '_ JjS giebt keine FarhAnrniiAtinnMi ,,„/i „„i.„:„ t -t._._ ,._. , B l)]," n F 'Soliren. 1^" .•/■'."r"'"""' "V" kJ "" t,i " 1 " il '< "iu Baryt mclit ohne Zer- 2!fische Wirkn„frVw De Ffbenreactionen und scheint ohne besondere niofl Id s *eint a Ä (8 «°' nt ^ " m ' ein Albuillil '^ « ««in. Hager). Das Zw !i reScin seheint £ ?"" •" T y '""""' V '~ Art en vertreten zu sein. Paeo- Ä n dem Tannin fl? "! , ,len reifimden Samen reiclllich aufzutreten. ci n , ^sammenbn,! ' '"' :l, 'on l o(luovesein und Paeoniabraun wird ein «renoti »•fiS? der Harze r V / •" 1 U ' 0k rI 8talhn ^ H 34°:)> wie es scheint der tr °nlosung. °- ljr lö8t sich ,n 50-proc. Weingeist, Aether und wassriger Uie yj 2 A iner ^merw d uiÄ ma ^^ in 2 Prob en, einer Herbstwurzel (I) ' Ana 'ysen ergaben ° V ° n JoiIANNSON und MANDBLIN untersucht. AsoT hti ^eit Proc ^S t fe^)in°' 25 SC*'' 0,17 Jülich m Wasser T,! 11Ze,1 säuren °' 41 "ÄSl^erBe- 0 ' 04 geb ene °ft d es vorh er ange- Cha fos e (?) 2,85 0,68 14,08 8,87 II. Proc. 16,19 4,10 0,47 0,27 4,14 0,97 1,01 0,47 Stoff, in Wasser löslich, durch Weingeist nicht fällbar ca. Metarabinsäure In Natronlauge lösliche Substanz Stärkemehl 1 Kohlehydrat, in Wasser unlöslich, nicht durch Diastase, aber durch Salzsäure glykosificirbar Oxalsäure (anKalk gebunden) Pararabinold AlbumiiioTde und Stickstoff- körper I. II. Proc. Proc. 5,09 0,93 2,01 0,71 5,09 — 4,86 25,65 2,22 5,84 0,40 o,50 0,81 1,19 3,98 9,69 8G4 Paeonia. — Pancreatinum. I. II. Zellstoff Lignin etc. H_________ Substanz d. Mittellamelle etc. 3,34 Proc. Proc. 5,51 8,89 3,29 — 4,83 4,51 Sonstige Bestandteile Zellwand Stickstoff der r. Proc. 8,19 0,64 n. Proc 1,55 II II I, II ,,-,-- -4t Ausführliches über vorerwähnte Analysen der Samen und der Wurzel OB« 61 sich im Archiv der Pharm. 1879, 1. Hälfte S. 412 u. f. und 531 u. f. Pancrentinuui. als Pankreas in histologischer Beziehung. Die in dem Pankreas Ferment wirkenden Mikrozymen, die die Fermente einschliessenden ^ c ' hat A. Bechamp dadurch aus dem Drtisengewebe abgeschieden, dass es Bauchspeicheldrüse mit etwas Weingeist enthaltendem Wasser zerrieb, nach dem iiltriren abwusch, die gesammelten, noch mit einer Fetthülle umgebenen Mikron mit Aether macerirte und zuletzt mit Wasser wusch. Unter dem Mikros erscheinen sie wie die Gebilde einer guten Bierhefe. Der Durchmesser soll 0,0005 mm betragen. Die Farbe ist graubraun. Bacterien sind nicht darun Sie verflüssigen Stärkekleister sehr rasch und das Wasser, welches darttbe B gössen ist, zeigt dieselbe Eigenschaft. Aus 20 Ochsenpankreasdrüsen * e ^ 130 g feuchte Mikrozymen, aber ca. 12 Proc. trockene Substanz erhalten. , ^'7.-u x0 - feuchtes, gut ausgepresstes Fibrin wurden in 1 — 2 Stunden durch 3—4 g ^ zymen, welche 88 Proc Wasser enthielten, bei 3G—45° C. gelöst. ^ a8 T. n e j S i Acidalbumin (erhalten durch Einwirkung von rauchender Salzsäure auf Ei iss) erforderten nur etwas längere Zeil. ulniss Bei den durch Pankreasferment bewirkten Umwandlungen trat keine Fäu auf. Die Mikrozymen büssen ihre Aetivität nicht durch eine einmalige ^ Wirkung ein und sie wirken ohne Veränderung ihrer Form ein zweites drittes Mal. Es sollen diese Gebilde Zellen' sein und wie Zellen vegetireu, ^ durch sich ihre Wirkung erklären Iässt. (Ausführliches Chem. Centralbl. S. 152.) lieber die Einwirkung von Pankreatin auf Eiweiss vergl. n )an nie Centralbl. 1881, 8. 503. Gelatine bei der Fäulnis« mit Pankreas. Bei 44ägiger DigestionS* ^ erhielt M. V. Nenckj aus feingehacktem Pankreas mit 100 Th. Gelatine: ^j j V)l - Ammoniak, 24,2 Th. flüchtige Fettsäuren, 12,2 Th. Glykokoll, 19,4 1D g to j e . tone, 0,45 Th. Kohlensäure entsprechend 71,73 Proc. in Lösung gebliebener ^ Der Process verlief unter Gasentwickelung und Bildung verschiedener Org»» ^ er gehört also in die Reihe der Fäulnissvorgänge. Die AmmoniaksaM ^ einen Antheil an substituirtem Ammoniak und zwar Aethyl- ode ^ Die flüchtigen fetten Säuren bestanden aus Essigsäure, Butter f" er t. Valeriansäure. Erstere überwiegt am so mehr, je länger die Fäulniss dau j jXV Die Peptone stehen den Pankreaspeptonen des Eiweisses bezüglich ^ ^t sammensetzung nahe. Leuein wurde bei langer fortgesetzter Dige stl ° r0 ,j>a- erhalten; ebensowenig Tyrosin «nd Indol, also kein Körper aus <» er tischen Reihe. . ^ Wirkung des Pankreas auf Eiweiss. 100Th. käufliches Eier» ^ lieferten nach achttägiger Digestion: 11,0 Th. Ammoniak, 5,37 Th. Ko'» 32,65 Th. Buttersäure, 3,55 Th. Leucin. (Chem. Centralbl. 1877, »• ä hielten pylamin Pancrentinum. 865 Di, y a l . e fetten Säuren bestehen grössten Theils aus Buttersäure, Anfangs neben H rp' ailsiiure - Die Menge derselben nimmt mit der Länge der Digestion zu, in wm-i^ 11 ^ 8 zu 44,06 Proc. des angewendeten Eiweisses. In einem Versuche Schw f?" ' Someres > y on dem gewöhnlichen abweichendes Leucin erhalten. Der 8<.i,„ e i, des Eiweisses tritt zum Theil als Schwefelwasserstoff, zum Theil als m ; t p 6rfl alten des Leucins, Tyrosins, Glykokolls bei der Fäulniss V a i„ • an / {r eas. Leucin liefert mit Pankreas längere Zeit digerirt reichlich Es wird somit aus dem Eiweiss zuerst Leucin gebildet, dieses zu ^aleria nsäure. hsaure und diese wiederum zu Buttersäure oxydirt. ^ Essicaäum nrAlnliA ..,.;„l.i;..i. i.«; A n -~ T nnn ! n m eine Ieichtlösliclie Form und Spaltung in Amidosäure. — 2. Reduc- cee n j? ^ x ydationsvorgänge. Estere betrachtet v. N. als Wirkung der Mikrococ- form'en ^ ZWe ' te > namentlich die Oxydation, als Wirkung der Bacterien. Die Coccos- ^ank re 8ln ? ents Pi"echend den Angaben von Bechamps, Billrotii und Tiegel im el )eu " *J es lebenden Thieres bereits präformirt und lassen sich in dem Pankreas lachst n r ^ uiel ' e leicht erkennen. Die Pankreas-Fäulniss beruht also zu- Quaiititrf'\ aU ^ ^ er ^eiterentwiekclung dieser präformirten Keime. Eine kleine 3-^.g ' . '''isonsubstanz übt daher dieselbe Wirkung aus, wie eine sehr grosse, ist die w- S6 ^ 6 W ' e 300— 500 g. Durchaus verschieden davon und viel schwächer '"'lol ip, "'k"ng des löslichen Pankreasfermcnts, welches niemals aus Eiweiss Wirkung ' ^ )i(! 01 'K a nisirten Keime kommen natürlich auch im Darmkanal zur lüT1 !? in" "l ZWar ,lmsonll 'l ir ) je länger der Darmkanal ist; und je länger die Nah- Sernigch ' !] n VCTw ei't. Die ausführlichen Angaben über die im Verdauungs- °lie m n! nthalte nen Organismen lindet man im Med. Centralbl. 15, 297, im Auszuge ' «»ralbl. 1877, S. 374. Pharm. Centralbl. 1877, S. 234. Tipm"*" 116 '' 6 das Albuminferment, Myopsin, aber unberührt lässt. Wein v ei-schiodon s ich jerscluedenon Vtil 'l»"linissen zugesetzt, ergiebt Niederschläge, welche unter Mieden sind. ^tiente 9 des Hyopsins, Myopsinuin. Zur Scheidung und Tsolirung der drei eetro eknete D tZt man t00 >° einer ßltrirten wässrigen Lösung, welche 15,0 ein- 1,040 snee ^ a,lk, ' ( ' a ssaft enthält, mit 30,0 verdünnter Essigsäure von «ige * Nach 24 Stunden wird die Flüssigkeit vom Niederschlage Pharm. Praxis 866 P.increatinum. durch Filtration getrennt und mit einem Ueberschusse Weingeist versetzt. Dadurch entsteht ein in Wasser löslicher, in der Wärme coagulirender Nieder* schlag, welcher die 104-fache Menge gekochten Eiweisses zu lösen vermag uD auf Fett und Stärkemehl wirkungslos ist. Er ist Myopsin in reiner Gestalt uU bildet auf Glastafeln eingetrocknet granatfarbene glänzende Schuppen. Die beiden anderen Fermente sind ebenso leicht zu scheiden, nur nicht s total rein wie das Myopsin zu erlangen. Dazu muss man sich Pankreassaft vo Rinde verschaffen, welcher nur 3,0 Eiweiss, aber 17,0 Stärkemehl und 1", Fett zu lösen vermag. Darstellung des Steapsins, Stcapsinnm. Zu einem filtrirten und concentrirfe" Rindspankreassaft setzt man so viel verdünnten Weingeist, dass die Mise ung gegen 21 Proc. absoluten Weingeist enthält. Nach 24 Stunden wird de Niederschlag gesammelt und mit einem 21-proc. Weingeist ausgewaschf • A „C r*l„^J-„i*^l„ _______ i. ------1____i. 1,:TJ„J---- «Im ______J~ J____l,„:„T,i.;---- T»l:*i.J-~l»,->Yi 1ös' :tU Auf Glastafeln ausgetrocknet bildet er glänzende durchsichtige Plättchen, in Wasser, daraus durch verdünnten Weingeist fällbar und durch Essigsäure seiner fettlösenden Wirkung zerstörbar. Er bildet das Stoapsin, welches 24-fache Menge seines Gewichtes Fett zu zersetzen und zu lösen vermag, a auf Stärkemehl wirkungslos ist. Abscheidung des Amylopsins, Amylopsinum. Hierzu werden 100,0 des k a ®_ Auszuges der Bauchspeicheldrüse des Rindes mit einem Gemisch aus 12,0 • v dünnter Essigsäure (1,040 sp. G.) und 60,0 Wasser versetzt, der aa r » hervorgehende Niederschlag sofort abgesondert und 2 Stunden später das Fi mittelst soviel Weingeistes von 0,850 spec. Gew. gefällt, dass die Misch ^ gegen 50 Proc. absoluten Weingeist enthält. Der Niederschlag wird gesam und mit einem 50-proc. Weingeist gewaschen. Auf Glastafeln getroc bildet er glänzende citronengelbe Plättchen, welche in Wasser löslich sind, dieser Lösung fällbar durch Weingeist und concontrirte Essigsäure, und i» Wärme coagulirend. . - Eigenschaften des Pankreatins des Handels. Dieses von DefbesNE Prüfung unterworfene Präparat war ein gelbes, hygroskopisches Pu* veI q e ; n e animalischem Geschmack. Es enthält 70 Proc. in Wasser Lösliches. .^ Lösung gerinnt wie Hühnereiweisslösung. Es löst die 30-fache Menge iw ^ & verwandelt die 8-fache Menge Stärkemehl in Glykose und zersetzt die Menge Fett. % jritis- Die Lösung (Digestion) vollzieht sich in einer äusserst schwach Baure ^- aS3 cr sigkeit. Ein Tropfen Milchsäure reicht auf 25,0g Albumin und 25,0g ^.. rin e aus. Die Wirkung auf Stärkemehl und Fett vollzieht sich direct bei einer ^ von 20—40 °C. Ein Pankreatin aus deutscher Fabrik bildete, wie DbFBES^ ^ giebt, ein weissliches Pulver von BÜsslichem Geruch und käsigem Geschtna» j<^ Roquefortkäse erinnernd. Es bestand aus 80 Proc. Milchzucker und 1 q unlöslicher Substanz. Das Lösungsvermögeu auf Eiweiss variirte z wl8C und 6,0. gfark Ein Pankreatin des französischen Handels bildete graue Stücke v ^ animalischem Geruch und Geschmack. Es war vollständig in Wasser los ^ (& b enthielt keine fremde Substanz, doch coagulirte seine Lösung nicht in dei ^^t und löste es Eiweiss nicht. Ein gutes Präparat soll die 30-fache Menf?e | iaJ ßfe»- löscn. Demnach müsste das 20-proc. Präparat, wenn es von guter t» e heit ist, die 7-fache Menge Eiweiss lösen. s fM&& Diese Präparate scheinen nicht mehr im Handel zu sein, wenigstens die Löslichkeitsverhältnisse mit den heutigen Waarcnsortim nicht ubere !^ c i^rP e ' Das Pankreatin, der wirkende Stoff in dem Safte der Bauchspeic Ptincreatinum. 8G7 das p 61C • am der erste Factor im Verdauungsvorgange, der zweite Factor ist Wirk 6 ^ Sln ' ^eide sind von fast gleichem Werthe, wenn auch ihre digestiven eine UUgen verschiedene sind. Es wird sogar das Pankreatin in der Therapeutik noch höheren Rang erlangen als das Pepsin. (Zeit« } U1 ' ^' e neuesten Arbeiten der Physiologen, besonders van den Velden's z Wei g 1 ' 1 ^. für physiologische Chemie, Bd. III. pag. 250) ist festgestellt, dass könn» t ' er Verdauung schon im Magen bestimmt unterschieden werden Ptyal" ' j ^ em ers t en » in welchem Salzsäure nicht nachweisbar ist, findet das Wirk« i ^ ^P^hel 8 °der eingeführtes Pancreatin hinreichend Gelegenheit, seine lösen ii*^ auszllu ben, nämlich Amylum zu verzuckern, Fibrin und Albumin zu tret en fl Pette zu spalten. Im zweiten Stadium nimmt das Pepsin durch Auf- an gebl' T Sa ' ZSaure an der Action Theil; es fuhrt die unvollendete Arbeit des End e w cn die Säuron vernichteten Ptyalins und Pancreatins thunlichst zu dernng i Cn " C,ann der Speisebrei in das Duodenum tritt, bleibt für die Abson- l\ - ei aucn8 Peicheldrüse nur noch wenig zu thun übrig. k°gen (K durch Experiment erwiesen, dass Speichel das Stärkemehl und Gly- Dextrin M yl01< ^ m Dextrin ™d Maltose, Pankreassaft Stärke und Glykogen in Ci„ Maltose und Traubenzucker umwandeln. Und die L ^f' ^ E KNAitD erkannte die alkalische Reaction des pankreatischen Saftes Man gl« ,J' rl iid, wenn er sich in saurer oder alkalischer oder neutraler Üscher Lft *' . ^ am ^ ' s,; nicht ausgeschlossen, dass der Pankreassaft in alka- llAlf} beol SU 'i e Se '"° vor dauende Kraft am stärksten zeigt, wie dies auch IIaiden- ^' es es Soll • nenn ^ das Kiweiss verdauende Ferment im Pankrcassafte Trypsin. ^ ass elb e p m Sauren Magensafte seino Wirkung einbüssen. IIkidknhain nennt S ! iin ' wohl f ? en * Pankreatin. Dieses soll nicht frei in der Drüse vorhanden Sl( '' 1 durch Ha e '" in Wasscr löslicher Körper, das Zymögen, von welchem ^' ese Absi) 1( " len ' besonders schnell in der Wärme, das Pankreatin abspalte. Kochs a ""^ 8o1 ^ ersc hwert werden durch Gegenwart alkalischer Substanz re j n Y' 18 versc hiedener Thiere. Sind die liauehspeicheldrüsen der Sc ' ) ieden? tv ° r 'ermentativen und peptonisirenden Wirkung gleich oder veröden a 086 Frage zu beantwo^- nartTi Andeut «i'Kfi" gegeben. „ v DaUl der Fütt«,-... «el u I° r ? enthalt und Thi . Vers chied ene 1J ' A ese | Frage m beantworten, hat Defresne, wegen ihrer Wichtigkeit, H Je nach d n ! eil '"" g( '" gegeben. Die Wirkung ist nicht ein und dieselbe, sie Ier bivor en e Tb i terung , ' ilic verschiedene. Das Pankreas der Wiederkäuer und lr r eicliHpl A Z ' "' , " u wen 'S Myopsin, das der Omnivoren dagegen eine ? ess Ualb ist d'° n S e davon. Zu den Omnivoren geboren die Schweine und 1 n hat a 1 8cnwoinc -P a nk r eas in allen Fallen der Vorzug zu geben. Ist m Refuiulo ' n ) dass dieses Pankreas sich besonders wirksam erwiesen p U . w eni K an genöt bigt Rinder-Pankreas zu vorwenden, so ersetzt man das darin in der.pa„v! rt ' etene Myopsin durch Zusatz eines Schweine-Pankreas. Auf ' 2ub eate "der 4 Schaaf-Pankreate genügt 1 Schweinc-I'ankreas. ^Sehäutet" 61 ?"" 9 d(s Pankreas. Nach Engesseb wird die frische Pankreasdrüse cin,. m Leinentnche abgerieben und anhängendes Fett beseitigt, ->ie d, rttse mit wird nnn in eine Fleischhackemaschine, wie diese in jeder guten Küche 55* 868 Piincreatinum. Massa ad clysma. vorhanden ist, oder mit einem Wiegemesser bis zur Bildung eines BreieB zerkle'" nert, auch wohl durch ein Haarsieb gerieben. In diesen Zustande mischt fflan die Drüse den Speisen bei, welche aber nicht viel über 40 ° C. warm sein dürfe 11 ' Die Dosis dieser Pulpa panereatica, Pankreasbrei, für eine Mahlzeit ist 1 Theelöffel, d° c ^ auch eine mehr denn doppelt so grosse Menge bleibt ohne Nachtheil. Man ve ' gleiche weiter unten. . ■ Rationell verfährt man, wenn man die Pankreasdrüse gerade mit sovie Wasser, welches auf ein Liter 1 g oder 20 Tropfen Salzsäure enthält, übergief *j dass die Drüse damit bedeckt ist, und 12 Stunden beiseite stellt. Dadurch w 1 das Ferment, Pankreatin, abgespaltet und frei. In diesem Falle ist die & e Stellung eines Infnsnm Pancreatis, Bauchspeicheldrüsenaufgusses vorzuziehen, best» ders aus der Drüse des Rindes, welche ein wenig appetitliches Aussehen hat- musförmige Drüse wirkt übrigens sicherer und besser als der Aufguss. J Darstellung des Aufgusses in der Küche der Hauswirthschaft wird die 1» enthäutet, vom Fett befreit und in ein Mus, wie vorhin angegeben ist, verw delt. Dann wird die Masse aus 1 Drüse mit 0,5 Liter lauwarmem *Vas übergössen und mit lg Kochsalz versetzt und unter biswoiligem Umrülncii Stunden macerirt. Hierauf bringt man die Mischung in ein Brühsieb oder 1 '' sieb und lässt das Flüssige ablaufen, welches letztere man durch sanftes rühren unterstützt. ^ . ^ Die trübe Flüssigkeit, welche weichlich, einigermassen einer kalten fiel brühe ähnlich schmeckt, wird mit massig warmer Fleischbrühe oder Gemüse mischt genossen. Die Speise, welche mit der Pulpa vermischt werden soll» höchstens bis zu 45 ° C. warm oder nur so heiss sein, dass sie ohne sentn ^ hafte Empfindung auf die Zunge genommen werden kann. Um den nie" genehmen weichlichen Geschmack zu verdecken, ist ein stärkeres Wüw en , ß Suppe oder Speise, mit welcher die Mischung stattfinden soll, erforderlich. P* ^ Gewürze sind Petersilie, Sellerie, Garbe (Kümmel), mich Zimmt, Muskatnuss, Mu ^,f. blüthen, Englisches Gewürz, Salz. Bei Abdominaltyphus ist es wesentliche gäbe, die Pulpa als eine tenerrima herzustellen und sie durch Quirle 0 ^^ mit einer 3—4-fachen Menge der Suppe und einein frischen Ei innig z u mlS um diese Portion mit dem Reste der Suppe zu vereinigen. „ a« 9 Zur Einführung des Pankreas per anum dient eine emulsive Miscnu g f pulpa tenerrima des Pankreas, 1 — 2 Eigelb und concentrirter FleischbruH eine Lösung von 3—5g Fleischextract in 50ccm Milch. Zur Darstellung ^ welches lf Massa ad clysma nntriens Leubb (Handbuch H, S. 623) werden wi^ geben 300 g von Bindehaut befreites Rindfleisch und IOC tore von der Haut und dem Fette befreit ist, zuerst mittelst utu *■«"- ^ maschine, dann in einem Porcellanmörscr mit starkem Holzpistill in e ^ÄoG- tenerrima verwandelt und diese Masse mit circa 150ccm Wasser von 40 • ^ »g raiiKieas, "-™- , n „v e - mittelst der Fle^»»* Im Sommer, wo sich diese Mischung nicht 36 und in Stelle der lö"^ Wasser ein erwärmtes Gemisch aus 100g Glycerin und 50g Ma ^ aü clell> unter Agitiren gemischt, im Sommer, wo sich diese Mischung nicui j'" i5 q c co 1 conservirt, genügt ein Zusatz von lg Kochsalz, lg Borax und in Stelle der l_ rffli0 . LeüBB lässt die Drüse mit 250 cem Glycerin in eine pulpa tenerrima verw und die Mischung auf 3 Fleischportionen ä 150—200g vertheilen. ^ Anwendung. Dass die Ernährung per anum unter Beihilfe yon * hrU ng oder Pankreatin eine perfecte sein kann und in den Fällen, wo die I» /; „ von Nahrungsmittel per os unmöglich ist, vollkommen geni'gt, die Erna' j^peii ermöglichen und das Leben zu erhalfen, wurde durch eine Unzahl v° Pancreatinura. Massa pancreatfca. 869 Bon a ^ an ^ ^ en nerru ch en Arbeiten und Forschungen eines Cl. Bernard, gp i H w. DAT ' Corvisart, Leube und anderer Physiologen, denn der medicini- p n Wl8 senschaft ist mit dem Erkennen der Wirkungen des Pankreatins und 25 O^ 8 6 ' n ^ rosser Die" 8 * erwiesen. Die Gabe behufs Ernährung per anum ist mit inn —100,0 Pankreas in einen zarten Brei verwandelt und vermischt (',„,,, V, 0 '?— 2 00,0—300,0 Rindfleisch, ebenfalls auf der Hackmaschine in Holz ' n? verwan( 3elt, De ^ e Substanzen auch in einem Mörser mit breitkolbiger ein Pf zerr!eben und nach Zumischung von 50,0—100,0—150,0 Wasser durch ßO 0 ~q getrieben. Die Zumischung von Provenzeröl oder Schweinefett for mu fl' 0-40 ' 0 )» fer ner von 2,0—3,0—4,0 Natriumbiearbonat in Pulver- W ag „ , »^—"Ijß—2,0 Kochsalz ist zweckdienlich. Die Mischung wird in einem s Pritze ■ V °° 35— 40 ° C - allf 40—45» C. erwärmt, in die erwärmte Injections- ^tuhla- w eiter Caniile eingefüllt und nun injicirt, entweder nach erfolgtem ^ n ge oder nach vorherigem Wasserklystir, behufs der Entleerung. mis c u ,. " an kreatinpräparate mit unbedeutenden Mengen Natriumbiearbonat ge- ^ e schw' lenen ZUm ^"Jie'ren oder Bedecken von diphtherischen und croupösun Hre n, auch selbst zu Inhalationen. Siehe unten. Di e ; n ,l fl Ssa P a »creatica rectif icata Engesser, Pancreas rectificatum Enoesser. Binder er ' sc hschneidemaschine in einen zarten Brei verwandelten Drüsen (2 im y lIK * ei' 1 1 Schweine-Pankreas oder besser nur Schweine-Pankreas) werden mit abs"! 1111 b ' S zur Dieke eines Extractes bei 30 — 40° C. eingedampft, dann lu hi'en m • ^^"geist gemischt und darin 40 Stunden unter bisweiligem Um- * r °pfen d Cerl^ ' ; • Die auf einem Colatorium gesammelte Masse wird nach dem Ab tr ° c Wt 6S ^ingeistes in das Vacjium zurückgebracht, bei 30—40° C. ausge- Di e Und !" ein Pulver verwandelt. Pulver v 6S . P arat bildet ein mittelfoines graugelbliches, schwach hygroskopisches ^°önonr u 0 '£ 011 ti |lim lichem Fleischgeruch. Es ist in geschlossenen Flaschen vor zeit, am , geschützt aufzubewahren. Gabe 3,0 — 6,0—9,0 während der Mahl- ( ' a - 60 p. GSten ID ' t Fleischbrühe oder warmer Milch. Dieses Präparat, welches ^eibm-rr *° C « in Wasser lösliches enthält, wird von der Firma Gebr. Keller in Panc Br. esgau im Grossen fabricirt. Schrift' lief 1 .!" 111 ." 1 ( con «<"itnitnm). Dio im Handbuch II, S. 623, angegebene Vor- m ° n ist i'- G ' n vor dünntes Pankreatin, welches nicht in den Gebrauch gekom- nä clist ist J ' n concc nti'irtes Pankreatin gewinnt man auf folgende Weise. Zu- Wenn sie .°v ZWeclerat aus geprcsst. Die Oolatur wird in flachen Gefässon bei einer «der ; u " r ' We lche über 45° C. nie hinausgehen darf, entweder im Vacuum Und alsb e: n°™ Warmen Luftstrome zur Trockne eingedampft, gesammelt, zerrieben a m dicht geschlossener Flasche vor Sonnenlicht geschützt aufbewahrt. li chwei B 9 8 enS p haften - Das concentrirtc Pankreatin bildet ein gelbliches oder gelb- Fle isch e eS ^ Ulver von eigenthümlichem Gerüche, ähnlich dem nach verdorbenen u ud von einem Geschmacke, welcher an Fleischextract erinnert. Es ist 870 Pancreatinum. nur zum Theil in Wasser löslich. Ein in Wasser völlig lösliches Pankreatin « oft nur schwach peptonisirend. Prüfung. Pankreatin ist zum kleineren Theile in Wasser löslich, in Weingeist völlig unlöslich. Werden 0,1g desselben und 0,1g Natriumbicarbonat _ 5g Fibrin und 25g Wasser 12 Stunden hindurch bei 35—45° C. macerirt,^ nmss eine Lösung erfolgen und das Fibrin vollständig peptonisirt sein, so eine abfiltrirte Probe durch Salpetersäure Zusatz kaum oder doch nur wenig g trübt wird. Ferner müssen 0,1 des Pancreatins und 0,1 Natriumbicarbonat S mischt mit 150—200g Kleister, aus 5g Stärke bereitet und wie vorhergehe» angegeben behandelt, eine leicht filtrirbare glykosereiche Flüssigkeit ausgeo welche kaiische Kupferlösung reducirt. Anwendung. Pankreatin ist anerkannt ein mächtiges Digestivum unü . Dyspepsien jeder Art gewährt es herrliche Heilerfolge, insofern Appetit ein die Kräfte wiederkehren und sich das Gefühl des Wohlseins geltend macht. J pepsien bei Ohloro-Anämle, Hysterie, Schwächezuständen, Erbrechen, Verstop ^ und Durchfall Fctlsüchtiger lassen sich unter Beihülfe von Eisen, Chinaalkaloi und Roborantien leicht durch Pankreatin beseitigen. ^ Pankreatin wird zu 0,5—1,0—1,5 einige Male den Tag über in oder ■ der Suppe, Fleischbrühe, Gemüse, Butterbrot, Zuckerwasser u. dergl. genotn allein oder je nach den Krankheitsfällen neben verschiedenen anderen A mittein. Bequem ist das Nehmen in Pillenform. Bei Durchfall der Kinder g man es mit versüsster Milch. Man vergl. unten die Kecepte. . ,[ ( ,,1, In den Medicin. Neuigkeiten Nr. 40, 1880 und der Zeitschr. f- k' in ' . oe 1880, S. 231 findet sich von Kwai,» eine Auslassung und Kritik über 1>e Pp aS und Pancreatine des Handels. In derselben liest man folgendes - UHU X ftiiiiicaiim; \*tjo n.ui'ii :j^, an m;ini;iMOll 111: r> i. iii.ui ii"fi^ ..... A f) 0 ' Pankreatin von Witte, das von Simon und das aus ScHEBiNßS ^ theke sind drei gänzlich wirkungslose Präparate." Die Präpara ^ Witte und aus Schering' s Apotheke standen Hager wiederholt zur ^^"Liben und fand derselbe daran nichts auszusetzen, insofern sie Albumin in de ^ Wärme und Zeitdauer peptonisirten wie ein reines Pepsin. Andererseits g ^ beide Firmen kein Präparat ab, welches nicht den üblichen Forderung ^ spricht. Da gleichzeitig der Herr Ewald die Pankreatine von Sav<> b , Moore in London als wahre Nonplusultra schildert, gegen welche Hag 1 - g CJ! g- falls keinen Tadel ausspricht und welche er dem Pankreatin Witte's ' n ' 1flrA i,i> ring's fast gleichwerthig hält, so muss der Zufall entweder dem Herrn cht zutreffen; im« oder Hager einen Streich gespielt haben, der ersteren zu einem W den Urtheile verleitete, oder letzterem nur gute Proben der WitTESC ^. i; , e SciiEKiNG'schen Pankreatine in die Hände spielte. Hager fühlt sichsicne»^ beiden Pankreatine als sehr gute zu empfehlen, welche sogar die ^ j ^ ug { a s- Waare um ein Geringes überragen. Da der Herr Ewald in derselben ^ erC , sung das FrszELBEBe'sche Pepsin als ein schwächeres bezeichnet denn ^ be , welche Hager nie als stärkere erkannte, so glaubt Hager kein Unrec11 ^ ^ e gehen, die Ewald'scIio Kritik als eine unzuverlässige zu bezeichnen. u ^ un tei' Unsicherheit bei der Prüfung der peptonisirenden Körper vergleiche ma Pepsinum. . m W* Jene Ewald schon Kritiken haben auch durch Engesser in » BJ ^_ 11, klin. Wochenschrift, 1880, Nr. 21, ferner in der Zeitschrift für »"»• $$0»r 1. Heft bezüglich des von Glüh. Keller (Freiburg i. Br.) hergestellte ^j^n, SER'schon Pankreas] ml vor (jMassa pancreatica rectificata) eine Gegenkriti jj 0n dh und Witte behauptet (ganz den von Hager gefundenen Resultaten cn ^ e ^rg 6 " dass 0,1g seines Pankreatins bei 40° C. 500g Kleister (aus 30g Star Pancreatimiui. 871 tin ™ "^—^ Minuten vollkommen verflüssigt und dass 0,2 seines Pankrease. mit wenig Soda innerhalb 4 Stunden lüg Fibrin lösen (pharm. Zeitung ° ö l, Nr. 7). (!) Adeps pancreatisatus. p ancreatised fat. Pankreatisirtes Speisefett Mi 9c ^ d c ipis roiUi paullulum adusti 950,0. *>creatis rectificati 50,0 antet" blC:u ' büni ci 2,5 a 'n pulyerem subtiliorem redactis. * Pa a (2) Elixir Pancreatini. ßreatis rectificati 50,0 Coatere" bl . carbon *ci 2,5. »lim! * "n pulverem subtilem redactis & er j na e r '°-° Tiw lbl generosi 900,0 Se Pone i Ur "- (3 ilrom aticao 5,0. 'oco fri • P lns a Kitanflo per dies quinque lu m t "?i. °> tIlm cola. Sit liquor paulu- woiilus, reaotionis non acidao. glas' 0 " rto Um ,gescuüttelt ein kleines Spite- Mahlzeit es Wein S la8 nach der „ (3) HydroMne. ^ncreatini &* \ rabici a ™ 5,0 WÄ 01 ** P™ p" . u »rnonici adde D g quae M «thae piperitae 20,0. Täglich einige Male '/» Esslöffel. (4) Ole,,, n T „ . ' e de foie de moruo pancroatinoo. / lt '«eatini 10,0 fe/ rabici 20,0 Exa Ä e nt d l StiUatae 40,0. Olei Je 0 " .- l ° A m,ll ^ndo misce SyruniS 8 , As . elli 2'»,0 AquT T Sacch »ri 40,0 D s qU ' W La «i'o-Cerasi 5,0. H EsslöffT^H* 2-3-mal täglich Kaff ee, cK ', lu ' 8,ch od er mit Milch, ^nocolade, Fleischbrühe etc. > P'lulae Pancreatini apericntes. & eat >ni 20,0 SSS" ^ thaeae 1.0 Q da lcis Hllei ]0)() ' cum Aloes 1,5 Natri bicarbonici 2,0 Aquae q. s. M. f. pilulae ducentae (200). Loco vix tepido paululum siccatae aut lacca pilu- larum aut saccharo obducantur. D. S. Zu jeder Mahlzeit 2—4—6 Pillen. (6) Pilulae Pancreatini coustipautes. ty- Pancreatini 10,0 Badicis Althaeao 0,5 Radicis Rhei 2,5 Seininis Strychni Opii puri ana 1,0. M. f. pilulae centum (1001. Loco vix tepido paululum siccatae aut lacca pilu- larum aut saccharo obducantur. D. S. Zu jeder Mahlzeit 2—3—4 Pillen (den Tag über nur 3-mal zu nehmen). (7) Pilulae Pancreatini simplices. Pilulae digestivae. ty- Pancreatini 20,0 Radicis Althaeae 1,5 Sacchari albi 5,0 Natri bicarbonici 2,0 Aquae q. s. M. f. pilulae centum et quinquaginta (150). Loco vix tepido siccatae lacca pilula- rum obducantur. D. S. Zu jeder Mahlzeit 3—5—6 rillen (da die Pillen etwas gross ausfallen, so wird Hie mancher Patient in kleinerer Form fordern und wären dann statt 160 besser 200 Pillen zu formen). Zu den Pilulae Pancreatini Jung- CLAUSSEN ist keine Vorschrift veröffentlicht, nur bemerkt, dass jede Tille 0,25g Pankreatin entspricht. (8) Vinum digestivum Long. Long's Magenwein. iv Pancreatis suilli recentis 200,0 Natri bicarbonici 2,0. In pulpam tenerrimam redactis affunde Ulycerinae 50,0 Viui generosi albi 900,0. Agitatione peraeta sepone loco frigido per horas sex, tum exprimendo cola. Residuum cum Vini generosi 100,0 mixtum denuo exprime. 872 Colaturae comixtae admisce Pepsini optimi 10,0 coiinnixta cum Glycerinae 20,0 Vini generosi 500,0. Pancreatinum. — Panis. Sepone per horas sex et saeplus agi<* tum filtra. D. S. Vor und nach der Mahlzeit ein halbes Weinglas voll zu nehmen. Fanls. Dem Artikel über Brot, Ilandb. II, S. 623 und 624, ist Folgendes anz«" «chliessen. ... Verdauungsferment im Brote. Nach Scheurer-Kestner bildet sich wäa- rend der Gährung des Mehlteiges vor dem Backen ein Ferment, ähnlich dem der Carica Papaya. Da man dem Mohltoige Sauerteig, in Gährung begriffene Mehlteig, zusetzt, um theils die Ueberffihrung des Stärkemehls in Dextrin z fördern, den Teig überhaupt in die weingeistige Gährung zu versetzen, so en ein in dieser Weise bereitetes Brot von Hause aus ein die Verdauung mäi tPl fc ebtig förderndes Ferment. Das sogenannte Suppenbrot, in welchem SCHEUß* 1 Kestner das Verdauungsforment nachwies und welches sich Jahro hindurch cß ^ Bervirte, wird in folgender Weiso dargestellt: 550—575 g Mehl werden mit öjj Sauerteig und 300 g frischem gehacktem Rindfleische gemischt und mit der D0 , gen Menge Wasser zu einem Teige versetzt. Man liisst 2 — 3 Stunden o länger an einem lauwarmen Orte stehen, bis die Floischfasor in Lösung übe g gangen und nicht mehr zu unterscheiden ist. Dann formt man den Teig Broten und bäckt ihn wie gewöhnlich. Um eine zu starke Säuerung zu ver den, setzt man dem Teige noch lg Natriumbicarbonat hinzu, sowie zur He D ° des Geschmackes etwas Salz, wodurch das Backwerk aber hygroskopisch W0 L ^ soll. Ein Theil des Fleisches kann durch gebratenen Speck ersetzt, der JJ auch mit Zwiebeln gowürzt werden. Das richtige Vorhältniss ist, 1 Th. * leI auf 2 Th. Getreidemehl zu nehmen. |. 0 Das auf diese Weise hergestellte Suppenbrot soll von angenehmem Geschni» sein und das neben dem Fleische mit Speck vorsetzte Brot soll besonders ei kräftigenden Geschmack haben (Rep. de Ph. 1880, S. 329. Pharm. Oentra 1880, Nr. 19). _ ai0 Hier sei bemerkt, dass der gemeine Mann schon in alten Zeiten, u .. Verdauung zu beleben, den Sauerteig in Suppen einrührte, dass also das ^ verdauende Ferment zum Theile in dem Sauerteige jenem Fleischteige zog wird und durch die daraus erfolgende Gährung reichlichen Zuwachs erhä • Kleber soll nach Weyl und Bischoff nicht im Getreide vornan .°? j c .,i sondern erst in Folge einer Einwirkung von Wasser auf einen kleberbn ;i) Körper entstehen. Weyl sonderte letzteren ab und nannte ihn Pflanzenmy oder Myosin (L'ünion pharm. Vol. 21, S. 327). . fl Bestimmung des Klebers im Mehle. Die Resultate sind verschiede" ^ nach der Zeitlänge der Einwirkung des Wassers, wie sowohl BENABD a *° aC jj e n J. GiRARDiN erkannten. So ergaben 3 Proben Mehl sofort nach dem Anff' f des Teiges (100 Mehl, 150 Wasser), dann i/ g Stunde und 3 Stunden »F z. B. I. 24,4-27,4-30,8 Proc. - II. 26,2-29,2 -.'! 1,2 Proc. - ^i gl* 28,2—28,4 Proc. Kleber. Es wird daher empfohlen, die Ausscheidung (le vorztt - bera stets 3 Stunden nach dem Anmachen des Mehles zu einem Teige nehmen. (Journ. de Ph. et de Ch. 1881. Chem. Zeitung 1881, 8. 607.; ^ Kkbcrhrot, auch Iniilin-KIcberbrot für Diabetiker wird von der Firma . affen - MAN», HebrscHEL & DlEFFBNBAOHEB zu Mannheim von vorzüglicher l> e ^ & . heit in den Handel gebracht. Dieses Kleberbrot übertrifft die aus P arl Panis. 873 7r p ^ aar ° in jeder Beziehung. Die genannte Firma stellt ein Kleb erbrot mit (m'i ° e "' Kleb erbrot (mit 10 Proe. Mehl) mit 74,5 Proc, Kleberbrot önd Ki° Pr ° C * Kleie ) mit 73 > 4 Proc -' Kleber-Mandelbrot mit 57 Proc., lc i 6Der -Inulin-Brot mit 58 Proc. Proteinstoffen her. Damit ist den hroti !n e ' n e Abwechselung in dem Genüsse des Brotes geboten. Die Pariser Kleber- stoff 6 ßoussiNGAULT und von Ossian IIenby) enthalten ca. % so viel Proteln- nnd werden nur in 2 Sorten angeboten. nvi m "en Diabetikern ein Brot zu schaffen, welches ihnen nach öfterem Ge- \y . nic °t z um Ueberdruss wird, schlägt Dr. Daumen in Jülich vor, feinen AeiK. en S r ies mit etwas grobem Gries gemischt in einem Haarsiebe durch stiren ien, dann auszu- vers werden mit frock U Un ^ Pe ' ben von den Kohlehydraten möglichst zu befre: \y a en und in ein Pulver zu verwandeln. 165 g dieses Pul E; er zu einem Teige gemacht und dann mit 125 g geschmolzener Butter, 10 (Brau» 61 ^higen Menge Kochsalz und etwas flüchtigem Salz oder Backpulver gebact ^ £ em ' 8cn t und 'i'° zu einem Brote geformte Masse in einem Ofen das P vi" ^' ld stal,t des Wassers 2 Tage alte saure Milch genommen, so wird p ack woniger bröcklig. ring ei ai ^' ( ' ll01 '' ,rüt völlig frei von Kohlehydraten oder doch nur mit sehr ge- der Pot- en & en derselben herzustellen, ist eine zwecklose Uebertreibung. Wenn kt ein p°i das ® eD *°k '" kurzer Zeit nicht zum Ueberdruss bekommen soll, so Kegcb en lt an 20—40 Proc " Stärkemehl nothwondig. Dio im Handbuch an- ei„ e Verh VOrSChr ' ft ZUr Darstellun S de8 Kleborbrotes (Bd. II, S. 624) dürfte ^gezählt Ssorun S erfahren, wenn mindestens 200 Th. Weizenmehl den dort ten Bestandteilen zugefügt würden. 1) ie Firn ai 'f ihrer i p r "! a .^ ASSEKMANN > HEBBSOHEL & Dieffenbacueii zu Mannheim theilt rnit 3 g] j, A re 'sliste Recepte zur Darstellung von Kloberspcisen und Klebergebftck haben, ' auc ^ das diätetische Verhalten an, welches Diabetiker zu beobachten Ei • me hles W l5.^ Un S des Backens auf die Bestandthoile dos Gotreide- theils d Ur i Pretoi'nstoffo erleiden durch das Backen, theils durch die Gährung, ^ as Albn • . ^' n fl U88 der darauf folgenden Backhitze einige Veränderungen. Kleber (q? 11 ? wird coagulirt und ist daher nicht mehr in Wasser löslich. Der * w Cohär Casein ' GIutcnfibrin ) zeifft ei no dunklere Farbe und ermangelt Wei«„.j z> Der Pflanzenlcim (Gliadin) scheint kaum verändert und ist in en-Casein, Glutenfibrin) zeigt eine dunklere Farbe und ermangelt ,.. i ' ^ er Pflanzenlcim (Gliadin) scheint kaum verändert und ist in Rinde 7__ö ^ l w '° ™ Mehle. Nach Babbal'b Angaben löst Wasser aus der Angab» a i * >roc -> aus der Krume nur 2—3 Proc. des Gcsammtstickstoffes. Nach °' 8 > dass^ 161 ^ cnt ' la ' t d ' e Kinde weniger Prote'instoff als die Krume, ein Be- Ver lnst stattf T Ch diö HitZ ° elne Zersetzun S der Proteinstoffe unter Stickstoff- 8an erteig ? tarkcmeh l erleidet durch das Backen unter Zusatz von Hefe oder ?""" :t| list o' ' ^ 6n ^ arau8 folgenden Qährakt eino verschiedentlich« Veränderung, ^ Uc ters i m ® ^"woise Umsetzung in Zucker, eino Umsetzung eines Tlioiles des Seistes, • Wei "geist und Kohlensäure und eine, theilwoise Umsetzung des Wein- s ilnr e . t r'^'Ssäure neben einer tlioilweisen Umsetzung von Zucker in Milch- ^ V °clie zun 18Cllem Brote trifft man 1 Weingeist beim Backen verloren gehen. 1a9 Ueber den Gewichtsverlust des Brotes beim Liegen an der Luft, über ^ Verhältniss des Mehles zum Wasser und die daraus zu gewinnende Brotrfl i findet man S. 875 Näheres angegeben Die Bestandtheile des Brotes sind nach Angaben König's (die mensc Nahrungs- und Genussmittel) chlic" 60 Wasser Protein Fett frisches Weizenbrot im minimum Proc. maximum „ Mittel (feines B.) „ Mittel (gröberes B.) „ frisches Roggenbrot im minimum maximum Mittel Pumpernickel im Mittel Weiz. /wieback (fein) Commissbrot (von HAGEB untersucht) N-froie Zucker Extract- stoffe 26,39 47,90 38,51 41,02 Proc. „ 35,49 48,57 44,02 43,42 1,18 36,71 31,02 4,81 8,69 6,82 6,23 3,49 9,22 6,02 7,59 13,31 7,47 10,89 0,10 1,00 0,77 0,22 0,10 0,83 0,48 1,52 3,18 0,45 1,04 0,82 4,47 2,37 2,13 1,23 4,55 2,54 3,25 7,12 3,05 4,02 Weizeuzwieback llaferbrot Gerstenbrot Kleiehaltiges Brot „ 13,47 „ 13,33 „ 12,39 „ 10,83 8,32 1,04 1,82 7,48 9,48 2,16 5,91 0,90 3,95 9,13 2,90 3,70 38,93 62,98 40,97 48,69 32,82 51,13 45,33 41,87 73,96 49,36 48,65 6,62 4,03 5,63 12,20 Holz- A.9Cl'° faser 0,33 0,8* °> ' 0,62 W 0,30 M' , 1 42 Faser, A^ —£9,73 63,22 7 1,02 60,94 Die Aufgaben, welcher einer Brotanalyse zum Grunde liegen, Beantwortung folgender Fragen: 1. Ist das Brot ausgebacken oder nicht? Wurde ein normales Mehl des Getreides aus nasser Jahreszeit und Ernte, oder ein bezw ecke" die Mehl od* «jj über J*» Panis. Brotnnalyse. 8 75 * a 8 gelagertes Getreidemehl verwendet, oder entstammte das Mehl einem p ^enflgend von fremden Samen gereinigten Getreidekorn? Hier geben Aussehen, ' „ e > Geruch und Geschmack Andeutungen, um dann den analytischen Nachweis aus ? 6r "* k> ' c ' 1 ' er bezüglichen Punkte sind weiter unten besprochen. Mehl der T 'l 1 ! s ^ cwac ' 1 senen Getreide wird ein an Zucker reicheres Brot ausgeben, auch for 1 ' W ' rd vel ' r ' n g cl ' t IDÜ verändert sein. Um letzteren Umstand zu er- mit w"' W ' r( ^ 8 u tes Brot und das fragliche Brot, ein jedes für sich zerkleinert, fünf • ass ? r " nd Diastase aus gekeimter Gerste gemischt und bei 55—65° C. w sieben Stunden digerirt, um das Stärkemehl vollständig in Wasser löslich ' l,ne n. Die Klebermengen sammelt man alsdann im Filter und vergleicht 0 , UB beiden Broten mit einander. In Stelle der Diastase kann man auch aiiw a ° ^ au ^ 1( ^ Brot ) nenmen > aber die Wärme des vollheissen Wasserbades in W • 6n '- ^ ro * aus ^ eb ' von s eö " em Getreidekorn, so wie sehr altes Mehl werden ^ Jn |eist lösliche Fettsäuren, im ersteren Falle mehr Fett enthalten. Uln , ' ^""1 dem Brote fremde billigere Mehlarten oder sonst Stoffe zugesetzt, genfin- ^ , Wl ' c bt zu vermehren? Wenngleich hier die mikroskopische Schau selten u nd a^a '^ nna '* ; spunkto bieten kann, so muss sie dennoch versucht werden Kruste ^"eile hierzu aus der Mitte des Brotes, so wie Staubtheile, welche der 8 e i(. e an Mngen, zu verwenden. Fettgehalt und Aschengehalt gewähren nicht einige p s P un kto. Eine Beimischung von Kartoffelbrei zum Brotteige ist in Bchma k ^ etlden Gewohnheit geworden. Das Brot gewinnt dadurch an Geling i Und ,st billiger im Preise. Der Bäcker macht daraus kein Geheimniss Wß rden ^ em Wunsche seiner Abnehmer entgegen. Wenn dies constatirt Kann, so ist auch kein Betrug anzunehmen. Schatte ^ er ^ asser gehalt normal? Die Austrocknung von Koggenbrot im Pr °c n *t der Luft im Sommer kaun zu °;666, im Winterhalbjahre zu 0,4 zu trocl ° ^ angenommen werden. Weizenbackwerk pflegt etwas stärker aus- ' ni Som n U könnte man den Austrocknungsverlust des Weizenbrotes pro Tag 11— l3 m p r zu °j75, im Winter zu 0,5 Proc. annehmen. Das Mehl enthält Hefern ioJ 00 ' Feucl| tigkeit und 100 Th. mit 30—45 Theile Wasser verbacken 4. p 7~ 1 . 40 Th - Brot (Chevallieb giebt 126,5—148,2 Th. Brot an). cr Siebt ,j P ricnt dor Aschengehalt dem normalen Gehalt im Getreidemehl oder ^ u pfervit°* , r c,K '"S' eualt Zusätze von Kochsali, Backpulver, Alaun, Kalkwasser, So genüe-t ; Zlllkvitriol? Da die Verwandlung von Asche Schwierigkeiten bietet, tra ction dn 01 "? Starke Vcrk ohIung, Verwandelung der Kohle in Pulver und Ex- ^'ihlstf.;,.,! 11 ! 1 • des K *lkes, herrührend von dem Thone der Dreschtenne und dem Sind 7 °' nl0ht beab8i ^°hm 0 <1ov " satze gemacht, um das Gewicht zu vermehren ? Solche sind Sand, ^'gestions ■ n mit 2 >5-proc. Salzsäure oder 5—10-proc. Essigsäure bei 1'honpwi„ ,ume - Letztere Säure wird dann angewendet, wenn die Lösung der ib.lT- c " 8ind d Z rite ' nidlt beab8ioht « t wird ""hm oder Tk goma(,, H um das Gewicni zu vermeur iIühle ause; f i° n ' Bar y umsulfat > Gyps. Meist sind diese! Verfälschungen auf der Bäcker an t Mehrere Male sind Arsenik und Phosphor im Backwerk der r ' Sc hen Alf •k > ^ 6B wordon - Diese Zumischungen geschahen meist aus verbreche- T Ansichten, seltener aus Versehen. Ka rze K" Slllcat e, Kalksilicate, Bleioxyd, Blei, Kalk, Thonorde, Stiinb en ? nnen im Brote (und Mehle) ebenfalls vorkommen, und zwar durch Letrit d tÜJ* Broeke n van der Dresclitenne, des Mauerwerks der Mühle, durch Sl ' nQ meU Ä ! lilllsteine und Verkittung derselben. Die Besitzer kleiner Mühlen mit Von dem noch warmen Pulver sind die zur Analyse nöthigen Portionen abzu denn das Brotpulver nimmt begierig Feuchtigkeit aus der Luft auf. fl Bestimmung des Fettgehaltes. 20 g des völlig ausgetrockneten eI .^ Brotpulvers wird mittels Aethers auf dem Wege der Deplacirnng °. etne r- TiioiiN'schen Apparat (S. 799) extrahirt. Der Verdampfungsrückstand des A ^ auszuges ist das Fett in 20 g des ausgetrockneten Brotes, welche Menge ^vel nicht ausgetrocknete Brot zu berechnen ist. Das mit Aether extrabirte_ wird getrocknet und gewogen, um den Gewichtsverlust zu erfahre Gewicht des Fettes zu controliren. und Panis, Brotanalyfle. 877 Bestimmung des Proteingehaltes. Diese vertheilt sich auf mindestens e ' Operationen. Es wird nämlich das Protein mittelst Weingeistes, dann mittelst . a f 8er i 8 und endlich als Pikrinat abgesondert. Nach der Extraction mit Aether „ . ® Ine _ Extraction mit absolutem Weingeist ausgeführt, um die in Wein- £ 'öslichen, aber durch Pikrinsäure nicht fällbaren Protei'nstoffe (A) zu sammeln. als p We '"£ e istige Auszug wird abgedampft, und der Verdampfungsrückstand (A) p, rot e'insubstanz mit den in Weingeist löslichen Salzen gewogen. Das Brot- ( r i. r w i''d wiederum getrocknet und gewogen, um das Gewicht von A zu con- Brot 6n ' ^ ann ' n ^ gleiche Theile getheilt, so dass jeder Theil 10 g des trocknen der 6i - ents P ricnt - Jeder Theil wird mit der 10-fachen Menge destill. Wassers, säur 1De ^^ a ^ er mit 2 g Oxalsäure, der andere mit 5 g einer 25-proc. Salz- Wär Verm ' sc ht und jede Mischung zunächst einer circa 10-stiindigen Digestions- l'firt 6 q GS ^ asse rbades ausgesetzt. Diese Digestion ist beendet, wenn Jod aufstund k eme hl anzuzeigen. Die salzsaure Mischung muss dann noch 2—3 'ösli i 6n ' än Ser der Wasserbadhitze ausgesetzt bleiben, um die Cellulose in die or m überzufilhren. Dann lässt man erkalten und absetzen. Nun wird )iescr Filterinhalt aus filtri '" iiDerzurrtnren. JJann lässt man erkalten und der ? n ^ c ^ er filterinhalt mit Wasser ausgewaschen. Die. lud p ,, 8auren Mischung besteht abgesehen von einem Aschengehalt aus Protein Prot?- (Ac), der aus der salzsauren Mischung herrührende (B) nur aus ei neg w " as Filter wird auf Fliesspapier ausgebreitet und sein Inhalt mittelst träü-f e88e rs in ein tarirtes Schälchen übertragen, um ihn auszutrocknen. Be- Mehl CT cn * bei l°g trocknem Brotpulver 16—19g, so ist auch ein gutes st arnm f Ul " backen verwendet worden. Ist dies Gewicht nur 8 — 15g, so ent- de r 8 , 6 ^ehl einem theilweise gekeimten Korn. Der feuchte Filterinhalt aus geprfjft Z8aUren Mischung kann mikroskopisch auf einen Zellstoflgehalt (Zellgewebe) mit Sa i Werdon - Wären Zellen vorhanden, so milsste eine zweistündige Digestion K ' e ichm'i 8a - Urem ^ asser wiederholt werden. Der reine Prote'instoff zeigt eine Mittelm ki'^ 6 ' ai1S deinen Körnchen bestehende Masse. Brot aus Pollmehl oder lo Se und •' Aftermc,ll > überhaupt Kleie enthaltendem Mehl enthält viel Celln- ^tauspfr ' " ^ C Digestion der salzsauren Mischung stets nm mehrere Stunden Wi^"' Ut " die Ce,luIose in Lösung überzuführen. Ketrocknt Von . ( ' em Gewicht des getrockneten Filterinhaltes Ac das Gewicht des '° Se (von in Flltor, ' nna ' t es B abgezogen, so erfährt man das Gewicht der Cellu- Das aU8 getrockneten Brotes). Wird i n fl V0 / n B °densatze B (aus der Salzsäuren Flüssigkeit) gesammelte Filtrat Wasser • Sellal ° bis auf 30—20eem abgedampft, nochmals mit lOOccm W>sseren T»^*' wie dorum bis auf circa 20ccm eingeengt (um möglichst den viel ob l '^ C1 Salzsäure ™ verdampfen) und nun nach dem Erkalten, gleichnamig - 8 r °^ er trübe ist, mit einer kalt gesättigton wässrigen Pikrinsäure- J;l ?e der NT ^ 0t ' em > vermischt, an einen kalten Ort gestellt und nach einem z *'schen pi- ei-Rr '. h ' a g (0) gesammelt, mit etwas PikrinsÄurelösung abgewaschen, ,)ei 40— l;ft l ™I ,a I )icr von anhängender Pikrinsänrelösung möglichst befreit, hierauf Er e nfacher i 8t diese Fällung, wenn man" das FiUrat" vom Bodensatze B in enthält ßc einem tftrirtei1 Schälchen getrocknet und endlich gewogen Einfi, l!• Proc - Proteinsubstanz. Sein Gewicht ist nur gering (ca. 0,5) einer P n * u IBt (liose Fällung, wenn man das Filtrat vom Bodensätze B u la8 «en lil a T 1Schale mit der Pikrinsäure mischt und nach eintägigem Absetzen sau, dasP . ale an ei,lcn 50-600 C . warmen Ort setzt. Hier schmilzt gleich- Ma„ ,« Protei 'npikrinat und sitzt dann fest dem Boden der Abrauchscha e an. l.'Ul f ' ,K tsit ; »" der R uhe erkalten, giessl die gelbe Flüssigkeit klar ab, wascht den i1 '" dann ^ Brotpulvers mit 50ccm Wasser, 10 Tropfen Salzsäure und 1 g Pepsin eine ^^ Tag bei 30—40° digerirt, hierauf ein gleiches Volumen an Diastase reich ^ ^ .ten Malzaufguss hinzusetzt und wiederum einen halben Tag bei 40 ö ( ^j*j tr jren rirt. Dann dürften die Proteine und Stärkemehl gelöst sein. Beim Panis. Brotanalyse. 879 bleibt die laue Cellulose im Filter zurück. Hier muss sie noch mit 1-proc. Aetzkali- dann mit verdünnter Essigsäure, zuletzt mit Weingeist und Aether abge- wchen und gereinigt werden. r ; * SCMe "bestimmung. Das Verwandeln des Brotes in Asche ist eine schwie- 'ässt ■ ^ a ' ,e - Wenn man nicht passende Vorrichtungen zum Einäschern hat, so gliih -T c ' aS8e " ,c am besten in einer kupfernen, nicht zu flachen Pfanne über diin " Cn ^ to ' n k°blen im Stubenofen ausführen. Die Brotpulverschicht ist nur in iA der Glut auszusetzen. Schicht st Q er Zweck der Einäscherung der Nachweis irgend eines Bestandteiles, • "es Aluminiumoxyds, des Kupfe Z. ß ■ " -"•*» ,l °' ™ii.immnun S uw xi 0,^11 tvoio ugcuu cuico uqbhmiuuioiio», u nd V f 8 • um ' mum()x yd8, des Kupfers etc., so genfigt eine starke Verkohlung, S jj U] , xtra ction der Kohle mittelst verdünnter Salzsäure, welcher etwas Salpeter- 0 g __^ u Sosetzt ist bei Digestionswärme. Rivot erhielt aus 100 Broten (Paris) Kalke d Pl ° 0 ' Asclle Und d ' e8e entllielt in Proc - 21 ~ 28 Alkalien, 11-16 bi B g^ jl 2 —6 Eisenoxyd, 43—50 Phosphorsäure, 0,5—1 Schwefelsäure, 1,8 Kieselsäure, 2 — 5,5 Sand und Thon. Der Köchin 100 Broten 0,02—0,08 Proc. AschfTd* 1 ^ 8611 ^ (5S ßoggenmehles hat v. Bmiu veröffentlicht und fand er in der 27oo- C< w ^°Sgenmehles und der Roggenkleie in Procenten: Kali 38,44 und Phospho ron i,ir> u ' 1,M; Ms * nesia 7 ' ;)9 "• 15 ' 82 ' Kalkerde 2,54 U " Ältt t Ure ' 1 8 T alt betrug in 100 säu re n. B V °ö den fot Proc. Krume Rinde Krume Rinde Ssei 'freies Krume Rinde Die eh,.,, ,34; Magnesia 7,99 u. 15,82; Kalkerde 1,02 u. 3,47; 48,26 u. 47,88; Kieselsäure — u. 1,99; Eisenoxyd und Schwefel- 2,50. Brotanalysen v. Bibha's mögen folgende Erwähnung finden: Gummi, Dex- Wasser ProteTn 40,60 13,00 46.44 12,45 Brot 6,71 9,64 9,17 12,73 I 1,30 10,97 trfn, lösl. Stärke 8,90 14,00 8,25 16,00 14,97 16,09 Stärke Zucker 40,32 59,24 34,17 53,48 76,87 68,08 2,48 3,61 1,40 4,23 4,17 4,15 Fett 1,00 0,61 0,57 0,55 1,68 0,71 ^ a beU ( w! emiBc he Zusammensetzung der verschiedenen Mehlarten siebt folgende (entnommen aus König's Die menschlichen Nahrung«- und Gennssmittel) an: klarten p ein (!s oberes Kohlehydrate ^eizenm. Jfenkleie !S Koggenni Grob ea ' hgenkleif™- >te-Kochgri es H »t-braupen a 8rUtze ij^eissmehl "af ei . ro - B lch We M a Hi afer roth meh f Vei zenmeld '^ismehi "seinehi Wasser Proc. 14,86 n 12,18 n 12,52 » 12,50 „ 13,99 » 14,77 » 11,5 » 11,5 „ 14,83 „ 12,82 » 10,07 n 10,5 n 10,1 „ 14,27 „ 10,60 « 10,30 ProteTn Fett Zucker Stinke 8,91 11,27 10,43 13,50 10,21 1 1,06 18,6 14,5 10,89 7,25 14,29 11,0 7,4 9,28 14,00 9,81 1,11 1,22 0,38 3,30 1,64 2,09 3,3 3,5 1,23 1,15 6,65 4,5 3,9 1,89 3,80 8,80 2,32 1,88 3,10 2,25 Gummi Dextrin 6,03 65,93 5,16 66,61 75,95 57,00 73,54 67,78 63,9 60,2 * 6,48 62,27 76,19 3,07 60,41 52,6 50,9 2,95 68,45 3,05 Cellnlose 1,06 3,71 1,30 10,60 63,92 Asche 0,50 0,84 0,50 5,20 0,98 1,6!) 3,0 4,5 0,63 1,23 2,02 6,8 8,3 1,21 0,86 59,18 880 Panis. Brot- und Mehlaiulyse. Bestimmung der Proteinstoffe nach R. Wagneu (ehem. techn. R e P' 1880). Der entfettete Nahrungsstoff wird mit 0,125-proc. Kalilauge extrahin und dann mit Tannin in essigsaurer Lösung gefällt. Im Piltrat wird der Stickstoff der nicht eiweissartigen Verbindungen ermittelt. Ueber Bestimmung der Proteinstoffe und Trennung derselben v0 anderen Stickstoffkörpern, welche nicht Proteine sind nach A. StutzkR, ve yq' Journ. f. Landwirtschaft Bd. 28, S. 103. Bericht d. d. ehem. Ges. Bd. *?> 8. 251. Chem. Ztg. No. 42. Die Fällung geschieht mittelst Kupferoxydhy aber meist 8tar kem,hu nn die Bu chweizen- Vhm^ drnchenha ben einen Sem, "J^en hellen runden , Se fPani^ ve ^?? hieden g e 8taltig gruppirt. Die Stärkemehlkörnohen der feilen nur ei ^ laceum J silld auch e^ig, zeigen aber keinen Kern, dafür v nrlie gendem m"* st( 'lle. Di. Grösse ist eine sehr verschiedene, denn in 6lj ingiebt gt 8 ' e °' 008 bia °> 018 ><>■«> doch trifft man sie, wie V Im Brote ""ri Z " °> 0044 bis 0,0088mm im Durchmesser an. le Analy Se a„p i , du ' se 8t *rkekörnchen schwerlich zu erkennen und muss hier P Die Wertv, hluS8 .e ebeu - ^ BE KnJ erthbes timmunj r! eise herstellpTT" 6 ZU verwendende Cuprioxydhydrat solle man in folge ^. yc eiin, g e i a U: ,. % Cuprisulfat werden in 5 Litern Wasser, versetzt mit 2,6 cem 18 an i 1 5 tV d ' CSo )j üsung mit der nöthigen Menge Aetznatronlauge, welche Voitr itt. D e -^ verdünnt ist, gefällt, so dass deutliche alkalische Reaction her- j? ^ter mi/r Nleder Bchlag wird im Filter gesammelt und mit Wasser, welches ea °tion ver °> CCm Glvcerin versetzt ist, so lange ausgewaschen, bis die alkalische V thalt » zu • wundei1 ist, dann wird er mit Wasser, welches 10 Proc. Glycerin den zu me , tn Braie angerührt und in dicht geschlossenen Gefässen aufbewahrt B ager Untei 'suclienden Substanzen wird lg mit lOOccm Wasser gemischt -1.! i liciiiiihlliui-iic'ln'ii 200-f»ct Yergr. B des Bucli- n eixens, M des tfals, // B > °) mit 1 — 2 —3 g Alaun auf 1000 g Roggen- ei'ka , ac lassen und konnte dieser Zusatz nicht im Mindesten durch Geschmack er ~ . Verden. Das Brot, mit Wasser übergössen und eine Stunde macerirt, tigkp'f 6111 tra ^ welches nur bei C. durch Baryumchlorid bis zur Undurchsich- Niede ■ ^, etli " 3t wul 'de, bei A auf Zusatz von Ammon zunächst keinen flockigen nicht l oder s °l ene Ausscheidung ergab, ein Beweis, dass die Thonerde St e ]j e m a ' 8 leicht lösliches Salz vertreten ist. Erst nach längerem (1-tägigem) Se faiei ? a ™ m < e ll ;e n sich einige kleine Alaunerdeflocken in der mit Ammon ver- b e i a iuss 'gkeit. In einen kalten Campecheholzaufguss untergetaucht, erfolgte U mget erst na ch einer Stunde, bei B nach 8 Minuten, bei C nach 1 Minute eine S e halt D ^ ^ 68 r °l ;nen Farbentones in einen bläulichen. Um nun Brot auf Alaunpeche]] ^ u P r Ufen, ist jedenfalls eine halb- bis ganzstiindige Einwirkung des Cam- bej i/ °p"^ u % u sses erforderlich. Büchner fand die Grenze dieser Reaction schon / p —-b^ws eiioruenieu. ßuuiuswit iauu uie urenze uieser N °p* Alaun im Brote oder 2,5 Th. Alaun auf 1000 Th. Nu: Mehl. Alaun " f em übermässiger Alaun zu satz ist zu beanstanden und wären 2 g festzustell ^ ^felil als äusserste Grenze des Zulässigen gesundheitspolizeilich pelt So 6n " Damit würde der Ordnung Genüge geschehen, obgleich eine dop- ■ , ° SSe Alaunmenge in dem Brote eine gcsundheitsnachtheilige Einwirkung auch nicht l0c keres"" erw arten lässt. Der Verdauung und Ernährung ist jedenfalls ein Mahlzeit'tf aus gebackenes Brot dienlicher, als ein schilfiges. Den in einer bis 0,04 , (15 ° —200g) mehr enthaltenen 0,02 —0,03g Kalisalz und 0,03 S es Un'dhe^ wer \°?hches Aluminiumphosphat, beide in grosser Verdünnung, einen r Sachv ^ . ^ 6D Einflnss zuzuschreiben, dürfte ein nur etwas nachdenkende er erBtftn< %er kaum wagen. Hätten diese Salzspuren einen Einfluss, dann ^ es Kaliii° ear | . C ' n w °hlthätiger, die Verdauung fördernder. Eine mittlere Dosis l 'lfats bil,l cn z. B. 2g, also 200mal so viel als in ein Mahlzeits- luaut hSSL^ de » «Wichen VurProc. Alaunzusat/. hinzukommt. »Mixt 0i1] I ' VAI '' ll:il -RAiinKiMONT"s Dictionnaire findet sich die Bemerkung: Übri geng wji ZU x d ° n berichtet, 4—5 g Alaun in 2 kg Brot gefunden zu haben; Aen8 »erun K • h ^ wio °» 75_J >° 8 sclum äusserst schädlich." Diese letzte ^lerr lt IT ,jL S sicu ihrem Werthe nach genügend zu erkennen, dass der stand fTCHEL ni Ss hait V0D cmer ^**^ e gesprochen hat, von welcher er wenig Ver- er a Uch nicht a" '" ger " 1 ^ er M«ng8 im Bl "°le nicht als Alaun besteht, so kann Thonerde an ' ( ' a Wasser dem Brote entzogen werden und muss man die {'sehe Säur^i J ^ clle mitte ' 8t ' verdünnter Essigsäure oxtrahiren. Eine minera- ° a > Von A n ' C * lt in Anwendung kommen, da in dem Brote auch noch ^gleich « a Dreschtenne herrührend, vorhanden sein kann. Der Alaun ist stir nmen j Menge der löslichen Thonerde und der Schwefelsäure zu be- ail gegeb' on n den lio SSeiimehlanalysen ist Thonerde, oft auch Schwefelsäure nicht tenne > Und' T k° nnen ab«, wie 'schon bemerkt wurde, Thon von der Drosch Salz enthalt •" 8erner Schwefelsäure durch Sulfate, welche das zugesetzte Koch- Verll alten' '" 3aS Brot hineinkommen. Nur wenn sich das Brot durch das des (j e} . Segen Oampeoheholz-Aufguss alaunhaltig erweist, hat die Bestimmung Sehaltes «i ** '" dii,l,u ' r Essigsäure löslichen Thonerde und des Schwefelsäure- Inen Zweck. Die Menge dar geglühten Thonerde mnltiplicirt mit 9,23 56* 884 Panis. Backpulver. Chemisch. Brot. und das Baryumsulfat multiplicirt mit 1,018 ergeben die Menge des krystaln- sirten Alauns. Alaun im Mehle lässt sich abscheiden, wenn man das Mehl mit lOccf Chloroform, dem 1—2 Tropfen Wasser zugesetzt sind, schüttelt und absetze» lässt. In dem Bodensatze wird sich das Alaunpulver ansammeln. Mit Campech e ' holzabkochung befeuchtet, wird es blaue oder purpurrothe Punkte erkenne' lassen. Wird das Mehl mit Wasser und verdünnter Schwefelsäure macerirt, d aB das Gitnze in einen Dialysator gebracht, so sammelt sich der Alaun in saU re Lösung im Exarysator. Einfach und kurz ist auch hier die Wägung des AI» 1111 in der Asche und die Bestimmung aus der Menge der Schwefelsäure. Man verg • auch unter Amylum. Wie aus den Arbeiten des Wiener Physikats hervorgeht, wird in Wien »^ Backpulver verkauft, welches sich als ein Gemisch von Alaun und Natrium bicarbonat (wahrscheinlich ana) ergab. Es wurde dieses Pulver von » eJ . der Behörde anfangs beanstandet, mit dem Motive, dass damit Thonerde a schwefelsaures Salz in weit grösserer Menge in die Speisen gelange, als & eT sundheit zuträglich sei. Hier spricht sich wieder eine Ansicht aus, welch" II ' als eine grundlose bezeichnen könnte. 100 Th. Alaun werden schon ( , g 55 Th. Natriumbicarbonat vollständig ihres Alauncharakters beraubt und m sehr unschuldige Glaubersalz und das ebenso unschuldige Alaunerdehydrat ^ gesetzt. Es kommt liier nur auf die Anwendung eines Uebermaasses diese* wurde- Backpulvers an, wobei auch eine grössere Menge Kaliumsulfat frei werden '•■ Wenn von diesem Backpulver 10 g auf 1 kg Mehl verwendet werden, s f 20 1 darin nichts Bedrohliches für die Verdauung und Gesundheit vor, auch bei ist ein Gleiches anzunehmen, wenn man davon absieht, dass Substanzen '«' Brot gelangen, welche in grösserer Menge als ungehörig zu verurtheilen V Für Brot aus Mehl, welches einem bei nasser Witterung geernteten Kogge" stammt, wäre dieses Backpulver ein ganz vorzüglich und zweckentsprecn eD Man sollte auf 1kg Mehl einen Zusatz von 6 —8 g ohne Bedenken z ulaS Es ist dieses Backpulver übrigens in Oesterreich patentirt. „ {0 {e Brot kann arsenhaltig sein, wie dies im sogenannten chemischen nachgewiesen ist. t-'niii' Chemisches Brot nennt man das ohne Hefe und Sauerteig mittelst N» .^ bicarbonats und Salzsäure bereitete Brot, welches in England im Gebraut Ist die Salzsäure eine arsenhaltige, so ist auch ein arsenhaltiges Brot die , e „ Obgleich sich dann das Arsen in dem Brote in einer Verdünnung V0 J t , r . dürfte, dass ein gesundheitsschädlicher Eiufluss aus dem Genüsse kaum ' , i; „ warten ist, so gehört Arsenik zu den directen Giften und kann ein au £g g 0fl Arsen enthaltendes Nahrungsmittel zum Genuss für Menschen nicht z"g e werden. Pferde und Rinder können ohne Nachtheil damit gefüttert wer de -^ Kupfervitriol wird in Belgien häufig dem Brotteige zugesetzt, beS ^ dem Mehle aus Getreide nasser Brate. Es soll '/sowo dieses Salzes S enüge ' n et Kleber die hygrophile Eigenschaft wieder zu ertheilen. Ein soweit b 6 ®*.^. geringer Zusatz ist wohl völlig unschädlich, doch jedenfalls ein unge ^ Da Alaun oder Kochsalz oder Kalkwasser denselben Zweck erreichen ^ ß , auch schon übermässige Kupfervitriolzusätze und dadurch Vergiftungen ^ n kommen sind, so sollte die Gesundheitspolizei den Kupfervilriolzusatz a j ß j, e r schädlichen und daher strafwürdigen verbieten, nicht aber den Bäcker, fgHe» einer althergebrachten Gewohnheit Folge leistet, rücksichtslos der Strafe lassen. i, w ierig er ' Der Nachweis des Kupfervitriolzusatzes ist und bleibt ein sehr s ° ^ u0 d wenn er in dem angegebenen Verhältnisse bewerkstelligt ist, denn auch JV Panis. Ranziges Mehl u. Brot. 885 «nd ' 1St nic ^ t ™ mer fr ß i von Kupfer. Donny fand darin immer Spuren Kupfer 0 00fi D l4 le ' nen Melllsorten in 100 ° Th - aIs Minimum 0,001 Th., als Maximum Na] ^' ^ v, P fer - Man ver g"' aucn Handb. I, S. 348. Donny lässt zum säi . W . ei8e , de s Kupfervitriolzusatzes Mehl oder Brot mit gleichviel conc. Schwefelext \ ,1D 6 ' ne ' <0ü ' 1 8 e Masse verwandeln, nach Zusatz von Salpetersäure mit Wasser Vei lren etc - Einfacher ist es, Mehl oder Brot durch Erhitzen in Kohle zu sov" f«' 11 ' d ' ese m ^ Wasser, welchem 10 Proc. conc. Salpetersäure und eben auf • ' ZSaure zugesetzt sind, unter Digestionswärme zu extrahiren, den Auszug Zink \ ^ er ' n S es Vol. einzuengen und einen Bruchtheil der Flüssigkeit auf Kupfer, Kim' uuor de etc. zu untersuchen, das Uebrige der Flüssigkeit aber, wenn U v, 1 erkannt wäre, mit Natriumcarbonat zu versetzen und absetzen zu lassen. Zinks ?. . satz löst man in verdünnter Salzsäure, filtrirt und stellt einen Stab reinen hinein. Dadurch wird Kupfer metallisch ab] abgewaschen, getrocknet und gewogen wird. —~ Dadurch wird Kupfer metallisch abgeschieden, welches mit Wein- fcVitriol ist zu demselben Zwecke wie Kupfervitriol zum Backen des Brotes ßj e p Ver wendet worden. Es ist auch dieser Zusatz ähnlich zu beurtheilen. lieh a ^' 0n des Zinks aus dem Brote oder Mehle ist dem des Kupfers ähn- Zinko' f' r '^ d ' c Bestimmung und Wägung selbstverständlich eine andere. Da s elbst t- SSe V * e ' lva Gebrauch sind, so können auch ebenso wie Spuren Kupfer, vitri^i ar ' iere Spuren Zink im Brote angetroffen werden, ohne dass ein Zink- tll0 'patz stattfand. Se lben anziges Mell l und Brot. Getreidesamen enthalten Fett. Werden die- Melil a U • ^ verwan< lclt, so werden die Fettzellen blossgelegt. Lagert das über i^o 6 ^ 6111 . ^ >r ' ;e ' ' n we l cnen & ie Sonnenstrahlen eindringen und welcher eine theilt d V' lmaus g e hende Temperatur hat, so wird das Mehl ranzig und es Uüangp ^ rans bereiteten Speisen, auch dem daraus gebackenen Brote einen kratzend p° n w ' dr 'S en Geschmack mit. Dieser hinten am Gaumen bitterlich v erlp;t»t " es chmack ist von der Art, dass man eine Verfälschung anzunehmen ^ehle'! WU(1 " ^ s * em solcher Geschmack vorhanden, so wird auch dass Fett im zu 13 l p m Süsseren Theile aus Fettsäuren bestehen. Weizenmehl enthält bis Sä ure ve '' R °Sg e ™ehl bis zu 2 Proc. Fett. Ist die Hälfte dieses Fettes in ^ ea ' ka Wan . ^ so giebt sich jener Geschmack deutlich zu erkennen und das Verden n ^^ a * 8 e ' n ^ (lr Menschen brauchbares Nahrungsmittel verwendet ails geölt B ^ Cr ranz 'S e Geschmack selten ausbleiben dürfte, wenn das Mehl v on g eö u en Getreidekörnern gemahlen wird, ist erklärlich. Eine Mischung ^ eine fTl ro ' de korn mit nicht geöltem kann auch vorkommen und ist da- ges chieht • l^ 11 " 0 '*- menr zur Erzeugung ranzigen Mehles gegeben. Die Prüfung Seschtttzt m . Weise 7 dass 500 g des Mehles oder das von Sonnen-Lichteinfluss ^•proc X . ° , n et e und gepulverte Brot mit einem anderthalbfachen Volumen lischt imd ein £ eis *> welcher mit zerfallenem Natriumcarbonat gesättigt ist, ge- 8ew asche n -f* durcn8cüütt elt, dann filtrirt und mit 60-proc. Weingeist nächst verdu 7 ^ aS *'' trat au ^ e i n Zehntel seines Volumens eingedampft, wird Sc heidet a * ^ cnwefe l saur e übersättigt. Die etwa vorhanden gewesene OelsÄure W e i 2en lls Uud sammelt sich am Niveau der Flüssigkeit. Beträgt sie beim etwas lä W °; 5g ' ' 5e ' m Roggen 0,8g, so sind dies Mengen, welche bei einem * ) eemfl Us " gei '? ^ eit gelagerten Mehle vorkommen. Erst grössere Mengen Fettsäuren Was 8erl GU d ™ Geschmack merklich. Ein 60-proc. Weingeist löst 5 — 6 Proc. Zu nelitn e '^ atriumca rbonat, also eine genügende Menge, um die Fettsäure auf- ^ünte °' Welcne au s dem ganzen Fettgehalte des Getreidesamen entstehen mit i 0 Ur Ün . te i"suchung des Mehles empfiehlt A. E. VoßL ca. 2g desselben cm eme r Mischung von 70-proc. Weingeist mit 5 Proc. Salzsäure in einem 886 Panis, Btaufarbiges Brot. Probircylinder zu schütteln und nach einigem Stehen die Färbung sowohl der Flüssigkeit als auch des am Grunde sich ansammelnden Mehles zu beobachten. Es tritt eine Färbung nicht selten schnell, oft erst nach 2—5 Stunden ein. I" 1 letzteren Falle ist öfters umzuschüttein. Gelindes Erwärmen beschleunigt d e0 Vorgang. Bei Weizen- oder Roggenmehl erscheint der Bodensatz rein weiss und die Flüssigkeit farblos (bei gewöhnlichem Bäckerbrot, Semmel schwach gelblich oder strohfarben), nur bei grobem Mehle zeigt sie einen Strich ins Gelblich 6, Gersten- und Hafermehl geben eine blass strohgelbe Flüssigkeit, Kornrade' mehl (Agrostemma Githago) und Taumellolchmehl (Lolium tetmilcnf um J eine gesättigt orangegelbe, Wicken- (Vicia FabaJ oder Bohnenmehl fP' ia ' seolus vulgaris) eine purpurrothe, Erbsen- und Maismehl eine gelbe, Mutterkorn eine blutrothe Flüssigkeit, wenn die angegebenen Mehle zu 5—10 Pro"' im Getreidemehle vertreten sind. Bei Brot werden sich einigermaassen ähnli"' 10 Resultate ergeben. Gewöhnliches Hausbrot, Bäckerbrot mit Weingeist gekocht oder digerirt, ' ie ' fert ein Filtrat, welches gelb ist. Eine dunkelgelbe Farbe kann von einem behalt an Samenmehl der Agrostemma Githago herrühren, eine röthlichbrauu oder braune Farbe auf Mutterkorn, auch auf Samen von Rhinanthus hif s tus deuten. Eine bläuliche Farbe des Brotes kann von brandigem Getroidekorn, Sa« ^ von Rhinanthus-Arten, von Melampyrum arvense und von Agrostemma " thago herrühren. Blaufärbung des Brotes durch Rhinanthin. Das Brot zeigt, allerding höchst selten, eine violette oder in das Bläuliche übergehende Farbe. Zur kennung dieser Farbe, wenn sie nur im geringen Maasse vertreten ist, muss in die Brotscheibchen auf ein weisses Papier legen, welches schwach in Gelb nu cirt. Die Ursache dieser Farbe ist gewöhnlich der Gehalt des Brotes an R nanthogenin (0 12 H l0 O 4 ), in Folge der Einwirkung von Säure und des BacK e ^ aus dem Rhinanthin ^o^O^) entstanden, welches Glykosid in den Satn' des Glitschers oder behaarten Klappertopfes (Rhinanthus hirsufus ■» Ahctorolophus hirsutus Reichenbach, Rhinanthus buccalis WallROTH) des Ackerwachtelweizens (Melampyrum arvense Link.) vorkommt, letzterer Pflanze ist dieses Glykosid von Gaspard (Archiv d. Pharm. 1870, e Hälfte, S. 204) nachgewiesen. Rhinanthin fand H. Ludwig 1868 zuerst «* Nach Hartwich findet sich Rhinanthin in den Samen von Alectorolop major Reiciienbach, Ahct. minor Wimmer, Melampyrum cristatum i*t . g(J phrasia Odontites L., Pedicularis palustris L., Bartsia alpina L., sotu in den Samen der Gruppe Rhinantheae in der Familie der Scrophu^" oC . Sowohl Rhinanthin wie Rhinanthogenin lassen sich mittelst J l ^ Weingeistes aus dem Brote extrahiren. Der weingeistige Auszug wird im ^ bade eingedampft, der syrupdicke Rückstand zur Scheidung des Fettes m> fl dünntem Weingeist (60-proc.) aufgenommen, filtrirt, das Filtrat bis zur . l ;g t Syrupdicke eingedampft und mit einem Gemisch aus 8 Th. absolutem . WCI ^ 0 i. und 1 Th. Aether gemischt und filtrirt. Das Filtrat kann auf ein g enn ^j, e i D t. eingedampft zu den Reactionen benutzt werden, wenn es kaum gefärbt ° rS ^ 0 j 1 [ 0) Ist es dunkelfarbig, so mischt man es mit Bleiglätto und thierisener ^ er . trocknet bei gelinder Wärme ein und extrahirt den Rückstand mit jener ^lt. Weingeist-Mischung, welche dann das Glykosid im reineren Zustand ^^t Rhinanthin bildet im reinen Zustande mikroskopische farblose badete, » be . bitterlich-süss, ist in Wasser und in Weingeist löslich, färbt sich mit A ' lte t sonders in der Wärme, gelblich. Mit verdünnten Mineralsäuren gekoen '^j^n e3 sich in Glykose und Rhinanthogenin, welches in Form schwarzbrauner F.mis. Kornrade im Brot. 887 und • ° * n we i"geistiger Lösung mit Salzsäure oder Schwefelsäure versetzt was ' -In sser b a de erwärmt färbt sich die Lösung dunkelgrünblau. Wird die erh.it 't^ 6 k° sun 8 m ' t etwas Salpetersäure, Schwefelsäure oder Salzsäure versetzt und g a j ' 8o erfolgt eine mehr oder weniger dunkelbraune Färbung. Wird die mit S?esätr Ure Versetzte aufgekochte Lösung erkaltet filtrirt, das Filtrat mit Aetzalkali letzt V ^ m ^ koscher Kupferlösung erwärmt, so tritt kräftige Reduction der en ein. Reines Rhinanthin wirkt nicht reducirend auf kaiische Kupferlösung. nur , die Abscheidung und Bestimmung des Rhinanthins nicht gefordert, genügt e ; n , r Nachweis, so übergiesst man circa 10 g des Brotes, nachdem es soweit form • Det ' S ^ dass es s ' ca zu S r0Dem Pulver zerreiben lässt, in dieser Pulver- kocht ' ^~35ccm absolutem Weingeist und 5 g verdünnter Schwefelsäure, Wei Ssp ei " ma f auf und filtrirt. Das Filtrat wird deutlich oder gegen eine Scheibe Ithiu . a Piers gehalten eine blaugrünliche oder grünblaue Farbe zeigen, wenn lieh n iK ge S e nwärtig ist. Im anderen Falle ist die Farbe des Filtrats gelb- ' | elb °der braungelb. a as M e hj C " ItASTmffl (Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte S. 289) kocht man hat. n ° . gepulvertes Brot mit Weingeist, dem man etwas Salzsäure zugesetzt Brot »• y S Zutrat zeigt bei Gegenwart von Rhinanthin eine grüne Farbe. Bei ratu r '^ d ' ese Roaction weniger, weil das Rhinanthin durch die Backtempe- hat, Yy. m \heil eine Zersetzung unter Bildung eines blauen Pigments erfahren neigt a; v ln ^e^ 6 der Salzsäure Schwefelsäure dem Weingeist zugesetzt, so Wg be der Flüssigkeit mehr ins Bläuliche. hoffen . ;•">,, cn Rhinanthin und Rhinanthogenin gerade nicht zu den giftigen ßrot Zu f. £ n un d schon geringe Mengen der Samen ausreichen, grosse Mengen so bleibt ^i dei ^enuss e ' nes solchen Brotes überhaupt ohne Nachtheil ist, Unr einigt Gcnuss doch kein einladender. Ein solches Brot ist als ein ver- ^ ei 'Unrein" 8 ZU b f urt heilen ur >d darf daher nicht käuflich abgegeben werden. Diese ?°§gen n^f 111 ^ '^ nur ^°^ e der Nachlässigkeit des Landmannes, welcher den in Mehl v ' Un(i °' ner g r °ben Nachlässigkeit des Müllers, welcher den Roggen *t(ill er m eiWai| delte. Der Roggen muss rein auf den Markt kommen und der en tfer nen ? le fremden Samen aus dem Roggensamen vor dem Mahlen entweder V ° n dem Tf Unreinen R oggen zum Mahlen nicht annehmen. Ein Gleiches gilt Samen °/ nradesamen im Mehle und Brote - ^yehnig Gfci Korn ™l«\ Nielle des bl<5s, Agrostemma Oithago L. oder ^ r ° te in m~ • ^° ^ C0P0LI machen dem Mehle und dem daraus gebackenen aber doch - S1 , ger Me ' nge (0 > 1 — °' 3 Pl ' 0Cl) beigemischt dieses gerade nicht giftig, Öaca dem V dei Gesundheit zuträglich. Kinder und kleine Thiere würden Öer Tenn^ - en . USS - e eines solchen Brotes krank werden. Hühner, welche den auf essen Seher, danaT • dem Aus dreschen des Getreides liegenden Samen in Menge fres f a " e ) in w n° m °-^ CV ^ au ^ on v ' e l e Tage traurig und krank herum. In einem afl d man im v ■ d '° Hühner eines Gehöftes sämmtlich in einer Nacht verendeten, dtlich Verl i°^ e der Thiere Kornradesamen. Aus Frankreich hat man mehrere ^l'altcn.ln ai !; en de Vergiftimgsfällo in Folge des Genusses eines Kornradcsamen Derg - eS bericht et. los ) aber am ° n *. 8t Ilart > sc hwärzlich, oval nierenförmig, etwas zugespitzt, geruch- ^öi TW Von bitterlich kratzendem Geschmack. Dieser Geschmack theilt sich Je_ bIä , welches selbst bei Gegenwart mehrerer Procente Koniradesamen der, cm Krume zei gt- Das dem Saponin verwandte giftige Githagin ist b° n einem h- d ° nen des Sam ens, nicht in der Samenschale enthalten, begleitet rüf unsr tJÜ 1 + , 8 ° 0- erstarrenden scharfen fetten Oele. Die mikroskopische immer "•uns» t Vl erstarrenden bcjiuhcu ic»v-u w^. ^^ u ,i niUDn nui- in =„u nn '"ögheher Weise die Samenschalen erkennen lassen, doch M: Uli selte v «gl. «neu Fällen. Sichere Resultate giebt die chemische Untersuchung. a uch Handb. I, S. 346. Das Brot wird getrocknet und in ein Pulver 888 Panis. Mutterkorn im Brote. Maisgift oC. ein 6 verwandelt, hierauf bei 40—50° C. mit einen 97—99proc. Weingeist extrahirt. Einen Theil des weingeistigen Auszuges, welcher bei Gegenwart von Kornrade samen intensiv gelb ist, stellt man beiseite, einen anderen Theil dampft ffla im Wasserbade ein, nimmt den Rückstand mit Wasser auf und filtrirt. L> a wäS3rige Filtrat wird bei Gegenwart von Githagin beim Schütteln stark schäume > bitterlich kratzend schmecken, mit Gerbsäure keine, auf Zusatz von verdünn' Schwefelsäure aber mit Gerbsäure eine Trübung oder flockige Ausscheidung g e ° e ', Das wässrige Filtrat wird ferner auf kaiische Kupferlösuug, so wie auch : J ammonikalische Silberlösung reducirend einwirken. Den andern Theil des weil geistigen Auszuges lässt man an einem kalten Orte absetzen. Das sich Absetzen ist Githagin. Man sammelt es und prüft es physikalisch und chemisch. Es wir sich wie Saponin verhalten, sich schwer in Weingeist, leicht in Wasser, nicht Aether lösen, mit conc. Schwefelsäure sich zuerst rothgelb, dann lebhaft *° färben, mit Wass er geschüttelt stark schäumen etc. Eine oder die andere Bc* tion allein giebt keine Gewähr für die Gegenwart des Githagins, es müssen e mehrere der Reactionen und Eigenschaften constatirt werden. , u In einem stark Kornrade enthaltenden Mehle oder Brote kann der ^e nach dem Gehalte an fettem Oele bemessen werden. Man extrahirt bei 15—* mittelst Aethers, welcher je nach dem Gehalt des Brotes an Radesamen mehr oder weniger gelbe Farbe annimmt und als Verdampfungsrückstanu dunkelgelbes fettes Oel hinterlässt. Dasselbe ist von scharfem Geschmack l erstarrt schon bei + 8° C. Während 100 Tb, ausgetrockneten Rogg enbl ° deB circa 1 Proc. eines flüssigen, wenig oder gelblich gefärbten, mildschmeckc Oeles enthält, steigt der Fettgehalt in dem Kornradesamen auf circa 30 Würde nun das trockne Brot 2 Proc. Oel ausgeben, so können auch 3,3 Koniradesamen als gegenwärtig angenommen werden. „ij. Je nach dem Maasse des Kornrademehles im Brote zeigt dieses em e liehe, bläulich-röthliche bis braunviolette Farbe. . n e . Mutterkoni im Brote. Der Nachweis des Mutterkornes ist bereits beim treidemehl (Ergänzungsband S. 89) ausführlich angegeben. Es ist die Hoi* ^ sehe Methode der Prüfung die beste. Ungefähr 30 g gröblich zerriebenes (. ^ in der Wärme ausgetrocknetes) Brot wird mit circa 50ccm Aether und 20 l f verdünnter Schwefelsäure 24 Stunden macerirt und der Auszug mit g esa ^„. Natriumbicarbonatlösung ausgeschüttelt. Schon diese Mischung färbt sich ^ v/esenheit eines Zehntelprocents blass violett. Wenn diese Reaction weh ^ lieh hervortritt, so ist auch die Menge des etwa gegenwärtigen Mutterk° j e r bedeutend und der Gesundheit nicht nachtheilig. Behufs Bestimmung en gg Spuren Mutterkorn ist die spectroskopische Prüfung einzuschlagen. *erg • • ^ Ein anderes Verfahren des Nachweises des Mutterkornes gab R- B° ^ er - an. 2 g des Mehles oder 2,5 g des getrockneten und gepulverten Brote ^ g( . giesst man mit 12ccm Methylalkohol (Holzgeist) nebst 2 Tropfen Salzäure, ^ g unter Schütteln eine halbe Stunde kochen, hierauf erkalten und absetzen-^^^^ Filtrat ist bei Abwesenheit des Mutterkornes farblos, im anderen Falle gelb oder pfirsichblüthfarben. f„rlieg eri Maisgift. Wenn die Maiskörner der Gährung ausgesetzt sind, so u er ili( von brauner Farbe, scharfem bitterem Geschmack und 0,925 spec. C dunkle 1- sie zwar keiner Gestaltveränderung, verändern aber die Farbe, wer de n^ ^ r ^ 6 t und erzeugen in sich einen in Weingeist und Aether löslichen ölähnlicben *-- -g g c. Gewicht- ig* 8Ä2* fHp-e Wirkung*; e „.,«,„,u» m Ul Dmu — „-"ig e prW ähot; Seite 88 ist bereits das Maisgi« « verseift sich mit den Aetzalkalien, verharzt an der Luft und zeig kungen. Dass aus giftigen Maismehle gebackenes Brot ebenfalls giftig 6 äussern wird, liegt auf der Hand. Seite 88 ist bereits das Maisgrf doch nicht genügend besprochen, um das Gift auch chemisch nachzuweis Panis. Maisgift. 889 Profe Etüd r ° fe ? 8or Ce sar Lombroso (Mailand) erwähnt das Maisgift in seiner Schrift Batzes Mi q Ue SU1 " la Pella S re " als Ursache des Pellagra (Lombardischen Ausgestellt . roS80 )- Sowohl das fette Oel wie die aus dem verdorbenen Mais hergeben ! f ^ ein S ei 8tige Tinktur erwiesen sich als Gifte. Kleinen Hühnern einge- Tinctur ° Uui ' cbf all, Ausfallen der Federn und schliesslich der Tod. Die dem p' 11 gesuud °n Menschen eingegeben, bewirkte ähnliche Symptome, wie - ! - kranth •* "?■ eigen siud - Bisber schrieb man diese Krankheit oder mehr Ha , ** ein em parasitisch, «eher den Landleuten sie Haut- Zv * eit einem parasitischen Pilze (Penicillium MaidisJ auf der Maispflanze Beinn Ti- r den Landleuten in die Haut dringt. Lombroso beweist nun durch j . ö -linctu d °rbenV nT a " S verdorbenem Mais > dass nicht jener Pilz, sondern das fette verölt ist t Welclies einen strychninartigen Stoff enthalte, die Ursache der Kränkliches' I -\ d<5n embr y°nalon Theilen enthält der Mais 5 — 6 Proc. fettes Oel, der Same 6 ' 0 T . &Ta ^ wird - Ein Ze!cben dieses Umstandes ist die dunkle Farbe Der ü " i DaS * >eIIa S ra kommt im nördlichen Italien am häufigsten vor. v on Wei n Ve - bene Mais farbt sich durch Kali rotb > aucb durcü Einwirkung Geschm a .i SeiSt ". Das ^ ' st dann bräunlich und von scharfem und bitterem üch i n r> ' dieses Oel ist selbst in verdünntem Weingeist löslich, aber uhlös- e ' n PiRm 611 ^ 0 '' ^ U ^ er Lu ^ verbarzt es - Der verdorbene Mais enthält auch Stunde M •' wclcllos sich durch Aetzkali der Aetherlösung entziehen lässt. Der 8ein Oel Ltf verandert weder die Farbe in Weingeist noch in Aetzkalilösung. ljUft verh a t gCSclimaoklos ' löslicn in Benzol > unlöslich in Weingeist, und an der Erba rz * es nicht. doi henen*7 V ? 18etzt deu Mais (Maiskörner) in folgender Weise in jenen ver- mit Wass e US r" nd ' in we hl»em derselbe giftig wirkt. Circa 50 kg Mais werden ö ftere m tt* h , g08son > 80 dass d i es os eine Handbreite darüber steht, und unter gesetzt, tj ^? n einer Temperatur von 30—40° C. einige Tage hindurch aus- * em geistie e 16 8cllun S durchläuft die verschiedenen Fermentationsphasen, die achtete Fl'i e88Igf ? aure > endlich die milchsaure. Die unter dem Mikroskop be- terien > unter i Zeigt in ' hrem Sc haume Arten Aspergillus und Mikrobac- ^' e ©an gip • e I en aucn Mycoderma Aceti und eine Menge anderer Bacterien, k . Uge %, anfl 1 " d ^' Milcb gähruug beobachtet. Die Glieder derselben sind fast i' 11 ^- ' Beim v v^ 6 " etw as aufgeschwollen und in Reihen zu 3 und 4 ver- ^iskörner «• ~f 8cheinen dieser Bacterien ist die Maceration abzubrechen. Die ? el gebalt den" T dunkler an Farbe, der gelbfarbige Embryo aber reicher an l! Cü zwischen I°v- gewoidon - Der Stärkemehltheil ist grauweiss und zerreib- , M ehl d« u FlDgern - Die Maiskörner werden getrocknet und gemahlen. Ieh l> mit oo C hat einen starken Geruch, an Ergotin erinnernd. Dieses spec. G 0w V o" Pr ^ 0, W e<»Seist erschöpft, liefert eine Tinctur von 0,907—0,915 kanu auch d I auner Farbe und dem eigeuthümlichen Gerüche. Aus derselben 2 ) ei Dem E * 8 ? etto Oel abgeschieden worden. Sie besteht 1) aus dem Oele, Seb bitterem ß, mit de " Physikalischen Eigenschaften des Ergotins, von Und 3 ) einer n Scnmack > löslich in Wasser, unlöslich in absolutem Weingeist aber darin n " 1; ar . z . 8UDS ' anz > welche zwar in kochendem Wasser aufschwillt, sich ^alilauffe # '" d,:u l ' liss i^ ( '" Kohlenwasserstoffen unlöslich ist, aber von Das i? 6 , gcnomm en wird und in conc. Schwefelsäure verkohlt. einen scharf? ' ümlich ü belriechende fette Oel hat ein spec Gew. von 0,925, Se ' st und Atl eren Geschmack, verseift sich mit den Alkalien, ist in Wein- ller Luft C loslieh, auch verharzt es sich, wie schon erwähnt, schnell an ! ich nähernL d ö S .u? cl wic der Extractivatoflf sind sehr giftige, dem Strychnin Sab raitp , e . Substa nzen. Der vom Oel und Harz völlig befreite Extractivstöff CKrinsäurc und auch mit Platinchlorid einen gelben, mit Gold- 890 Piinig. Brotschimmel. chlorid einen röthlichen, mit bromirter Bromwasserstoffsäure einen gelblichen, mit Gerbsäure einen weissen, mit .Todjodkalium einen röthlichen krystallinischen Niederschlag. In conc. Schwefelsäure löst sich der Extractivsto und auf Zusatz von einem Tropfen Bromwasser erfolgte eine dauernde viol et Färbung. Mit Kaliumdichromat war diese Farbe nicht zu erlangen (zum Unter schiede von Strycbnin). Brugnatelli vermochte ihn nicht krystallisirt z« eT ' halten, zählt ihn aber zu den Alkalo'iden. Pellogio erhielt ihn krystallisirt OB hielt ihn für Strychnin. Berthelot erkannte ihn als ein Glykosid, was CoE ' taux glaubt verneinen zu müssen. ., Das Oel soll zu 24—30 Tropfen mehrmals täglich genommen gute He> resultate bei verschiedenen Hautkrankheiten (Psoriasis, rebellischen Eczemen e gewähren (Schweizer. Wochenschr. f. Pharm. XVIII, 1880, S. 153). Celbes Bleichromat in den Gebacken. Personne machte 1880 (Rep. de P ßSU "' II, S. 77) wieder auf den strafbaren Gebrauch der Kuchenbäcker aufmerk sa .^ die Eier in den Gebacken durch Bleichromat zu ersetzen. Er sagt, dass die Paris üblich und von da in die Provinzen übertragen sei. Er legte der Acade me"dicinale sogar ein Stück eines Kuchens vor, welches ihm ein P flarmacieD or e i. dem Depart. de l'Oise zugeschickt hatte. Es enthielt in 100 g 0,069 g Brotschiramc], Megnin beobachtete ein verschimmeltes Brot, von * e lc Pferden gegeben war und welches diese Thiere krank machte. Der scli Fig. Infi. Juptr/ilhu §lmumt Link. Fig. 107. VenMUium ghiucum. Fig. 108. Mucoi c '|„ ep ut?' te « Sporidientragcnde Ilyplion, h die- 150-faclie Vergr. » Sporen. vergrößert. » «fonidW 1 selben vrrgröMert. 2. Atptrgttlut Sporcnholia'«« v flavus LINK. Spondientrageiulo Hyphen. farbige Ueberzug gehörte der Ascophora nigricans an, die lachsfarbene bildete Oidiurn aurantiacum. o-ehöi' 011 Die verschiedenen Schimmel arten des Brotes und der Backwaaron % $& meist den Fadenpilzen fllyphomycclesj an. Die Sporidien oder Gonidien von flockigen Fäden oder Hyphen getragen. _ , tfueor Der gewöhnliche Brotschimmel besteht aus Ascophora nigricans ode ^^eo Mucedo (gemeiner Kopfschimmel) mit graugrünen, später schwarz W j et2te re9 Sporenbehältern, und Penicillium glaueum (grangrüner Pinselschimmel). J ; nS el- bildet dicht verfilzte Häute. Unter dem Mikroskop erkennt man sie » leic ]jter artig verzweigte Fäden und an den Zweigenden lange Ketten S riinllc i° a( j eT jpil« e9 Gonidien, welche vom Luftzuge fortgetragen, die Verbreitung dos * me i). nntersttttzen. Seltener ist Aspergillus glaueus (graugrüner Knotensc Panis. Brotflchimmel, 801 le Versuche Megnin's ergaben, dass die oben genannten Schimmelarten n » bei Hunden eine giftige Wirkung zur Folge haben. °chard und Legros schreiben eine weisse Farbe des Brotes dem Mucor Mi ' l?'8'-" Fi» ,Tf 1 "* V , cns FR - « ™t.ftrl. Grösse, 8 - ! U i;„ • «"cor coccineus FR. vergr. ÖTÄ"»»* T "i? r - Fig. U2. Hu c °r ßavus FB. yergr. Alt M.cy. Fig. 113. Mucor Fig. IM. tf«wr Fig. 115. Palmella ajanocephalus caninus PERSOON pradigiosa, Monas MART. b natürl. vergr. Fructatra- prodig, (EHREN- Grösse, a Fracht- gende Hyphen. a BERG) 100-fache tragende Hyphe, Ausfallende Vergr. vergr., e Sporen Sporen. Tergr. C( ins m ° C ^ er Botrytis grisra, schwarze Flecke dem Rhizopus (Mucor) nigri- ftiucus " C p c .y® noce ph a lus, M. violaceus, eine grüne Farbo dem Aspergillus ' * e nicillium glaueum, eine orangegelbe Farbe nicht dem Oulium '"'Agende Uypl leil . ■ilsp- m. Fi$. 117. Jspcraillus »laximus LINK. Vergr. Fig. 1.18. Rntryti's grisca FRIES.iVergr. Fig. IIS). Oidium lactis. Vergr. Oberer Hypheu- theil. Ura> ittacum . A n £hum zu _ ' ° ()ncle,, n einer Entwickelungaform von Mucor Mucedo, dem T/tam- a ^nidii' m V etztcrea w ' r< i auch für eine besondere Pilzgattung gehalten. e egans (Mucor clegans Sprengel) kommt auf verdorbenem Stärke- F. Ver g g. 150, Huto Srjor;'"i? r " 0 ' ! ""'/"■ EHRENBEKÜ "P 0 " 1 ' °tt.e keimende Sporen Vergr. 5. ./. Fig 121. Botrytis vulgaris. Vergr Fasorpilz, Lauoscbimmel. 892 Panis. Kindermehle. kleister vor. Der rothe Ueberzug (Blut auf Hostien) wird durch Micrococcu prodigiosus Cohn oder Palmella (Monas) prodigiosa Montagne dargeste • Diese Palmellacee bildet kleine (0,0008—0,001 mm im Durclimesser halte im rothe durchsichtige Kiigelchen, mit wässriger rothgelber Flüssigkeit ange» u ' Sie bedeckt die Flächen in dichtgedrängter Form. Palmella mirifica -^ AB n v hobst kommt in fleischfarbenen - rothen Flecken auf Fleisch, Milch etc. vor ' u. Kugelzellen sind noch einmal so gross wie die der vorhergehenden Palmella. ^ "» werk mit diesem Thallophyt genossen, bewirkt Magenkrampf. Vergl. auch S. 8 ' Kindcrmehle. Die Nährkraft der in den Handel befindlichen, im Preise b" stehenden Kindermehle steht derjenigen der Milch gegenüber gestellt beoei'^-■ zurück. Franz Hopfmann, Director eines hygienischen Instituts, sagt (J a ' f. Kinderheilkunde, XVI), dass die Ernährung der Kinder mit Kindermehl D theurer zu stehen komme, als wenn das Liter Milch mit 1 Mark bezahlt we „^ Die Kindermelde enthalten nach Angabe Hoffmann's durchschnittlich j ß _ 12 Proc. Eiweiss, 3—5 Proc. Fett, 2—3 Proc. Salze und 70—80 Proc. K-° B hydrate. Nur in einigen Sorten sind 16—18 Proc. Albumin vertreten. Gehalt der Kindernährmehle (nach Gerber und König): Bisquit-Kinderm. Proc. £ m m 0r O CS stite II. Nestle's (Vivis) 5,30 i) 6 > 36 7,22 9 55 Gerber & Co. (Thun) 4,39 Anglo-SwissKond. Milk Cp. (Cham.) 5,84 7,79 4-5 Giffey, Schiele & Co. (Rohrbach, Baden) Faust & Schuster (Göttingen) 6,29 6,63 n n gewöhnliche Kindermehle Dr. N. Gerber's Lacto- Leguminose 4—5 v.LiEBiG'sMalto-Legumin 9,42 v. Liebig's Kindersuppe 40,44 Dr.FRERiCii'sKinderm. — 7,32 6,39 6,53 Sambue's Doxtrmmclil Dr. Ridge's Kindermelil (London) Dr. Coffin's Kindermehl (New-York) 3,98 8,29 2,17 1,85 1,7 2,25 1,62 1,45 1,74 1,46 2,00 o fn S CS ■s a 3,67 9,85 4,75 10,96 — 9,50 3,98 9,83 3,91 9,50 4,75 13,69 5,02 10,33 5,44 8,84 5,00 15,00 4,22 1,78 4,34 12,86 1,76 1,85 5,03 10,71 4,75 10,96 2—3 5—6 18—20 3,01 1,34 20,47 1,71 0,82 8,41 2.00 — 16,80 2,45 4,26 14,88 1,04 0,88 10,12 1.01 0,62 10,59 Kohlehydrate in Wasser löslich 41,16 unlöslich 37,83 67,08 78,72 35,08 40,55 75,42 75,72 43,51 33,55 48,5 27,95 75,00 47,68 48,62 39,12 Analyti ker N. G*»fL phys.InBt.^P z - MÜLLE» Hager Koni« v.Fellenb^ fj GEB BläIt „ RENCK 29,94 27,59 34,07 70,65 16,25 49,41 48,61 53,02 21,5 71,09 52,42 29,23 63,50 17,75 1,13 1,95 9,05 8,12 75,47 3,02 1,59 17,15 35,12 34,82 N. Gerbe» N . Gebb eB Flügge N. GER*" 0 do. d.O. Hager Soxhlet U. (!EK' ibR plCCAB ü do. Panis. Kinderniehl-Analyse. Analyse der Bisquit ? Aü8 EN (Ztschr und Rindcrmclile nach N. f. analyt. Ch. XIX, 1880, 8. 368). 893 Gerber und P. Raden- Behufs Bestimmung des PV I I dan° , s .k eit8 S e halte8 werden 4g bei 100—110° C. ausgetrocknet und gewogen, Asch a- s Wägung der Asche einer dunklen Rothgluth ausgesetzt und in der Fett i P nos phorsäure mittelst Uranlösung bestimmt. Behufs Bestimmung des im L f lte8 werden 2—3 S des Kindermehles auf einem Filter bei 50—60° C. Bc ] ; n * Stunde hindurch getrocknet und nach dem Erkalten im Gerbkr- freit ^ Xtracticm8a PP a rate (Ztschr. f. analyt. Ch. XVI, S. 251) vom Fette befettet p 6F ^ lI0RN sehe Extractionsapparat dürfte ein Gleiches leisten. Das ent- verwe U . r w ' rd zur Bestimmung der löslichen und unlöslichen Kohlehydrate Unter m m ^ em man eä mit 250 cem 50-proc. Weingeistes circa 10 Stunden gleich ° . Umschütteln digerirt, mit Beihülfe einer Saugpumpe filtrirt und mit 100 n " e higeist auswäscht, so dass das Gesammtfiltrat 500 cem beträgt. V er( j a desselben werden in tarirter Schale abgedampft. Das Gewicht des Quanti n S sruc kstandes ergiebt nach Abzug der Asche mit 5 multiplicirt das D m . der löslichen Kohlehydrate in 2—3 g des Kindermehles. 12 5 6r lm *dtor befindliche Rückstand wird mit 200 cem Wasser und 20 cem Übergef 1 .}* 5 ' ^^säurc gemischt im Wasserbade 6 Stunden digerirt und in Glykose W aS g ei • Da8 Filtrat mit Alkali neutralisirt wird bis auf 1000 cem mit haben V . u nnt. Sollten sich nach einigem Stehen Albuminate abgeschieden lösung . ° '^ e ' u a liuate (Proteine) werden aus der Differenz berechnet, wobei jedoch °der g f eukm( lermehle ein Abzug von 0,5 Proc., und für solche aus Leguminosen DasTT'' 1 V ° n 1 Vmc ' filr Rohfeser zu mache n ist. keine zu * ™ ie Berechnung der Proteine in Stelle einer Bestimmung des Stickstoffs dieser fh 6 ., en Resultate gewähren kann, ist leicht einzusehen und wäre daher HagÜ l UYQl \ Analvso zu vervollständigen. er dasßr t 1 -.^^ 111 '' 1 ' 1 ^ 1 ' 8 u,ld Nkstle ' s Kindermehl in derselben Weise, wie " enen Result t dl ° B< ' shul(lll| eile untersucht (S. 876 u. f.) und stimmen die gewon- "!* ü berh ailDt Z10ralich m it denen anderer Chemiker überein. Dieses Verfahren Slc her e ResultT kwEea ,lml '"iclit auszuführendes und glaubt Hageb damit weit ^mmung aer P f U erlan S en > aIs mit der Bestimmung des Stickstoffs. Die Be- ickst offqu ant - otel ' ne 1- esp. der Albuminate durch Multiplikation des gefundenen p Cnt den Fort"? mit 6 ' 25 entspricht bekanntlich nach den heutigen Ansichten A, 0tein törp cn . lttcn a,lf dem Felde der analytischen Chemie, denn neben den , lka loi'de A ' g eB nl den Vegetabilion Stickstoff enthaltende Körper (Amide, . e allen v" moniaksal! K>, Nitrate), welche in Beziehung zu den Nahrungsmitteln wmi _ anrwerth sind und deren Stickstoff ebenfalls auf Protein verrechnet »ird i ■ Clin ......."" Bl " u lln v Ü nter sl S U '° h ? gt daher vor ( Zei tschr. f. analyt. Ch. 1879, XVIII, S. 503), Schla 8e n , hier» f gB0 - Ject rait Püeno1 m behandeln, um die Albuminate niederzu- ZU en tfernen •,"!'* Wass er zu waschen, um die stickstoffhaltigen Nichtproteine Un d auf p,, \ U in der ausgewaschenen Phenolmasse den Stickstoff zu bestimmen , Pausto s 8Ub8tai,z zu berechnen. ^* ^utterm"ttf STINI s °hlägt zu demselben Zwecke vor, die Nahrmittelsubstanz, A c °agulaf 6 Ze . r,(,0 ' n ei't eine Stunde hindurch mit Wasser zu kochen, wodurch er sten h°ivl^ igeD Be8tena theile gerinnen und somit unlöslich werden. Nach !f Ur(J zur p Stun de der Kochung werden einige Tropfen concentrirter Milch- Se Mass' rZ t" 8U " S einer 8auren Reaction zugesetzt und alsdann in die noch j; 0ss en. D \ bl8 zu r Bildung eines Niederschlages eine Bleizuckerlösung g e - le 'ben di e a p U1Ch werd en auch die löslichen Protein Stoffe gefällt. Beim Filtriren "otemstoffe im Filter und das Filter enthält die stickstoffhaltigen 894 Panis. Harzbrot. Getreidezwieback. Stoffe, welche nicht Proteine sind. Sestini versuchte auch Church's und Ri^ 11 ' Wagner's Verfahren, musste aber das seinige als dasjenige erkennen, v/ehhe befriedigendere Resultate gewährte. ( Wagnkr's Verfahren: Landwirthschaftl- ^ CI Suchsstationen XXI, S. 259.) Harzbrot nennt Prof. Winternitz (Wien) eine zusammengelegte Bi» e brotschnitte oder ein zusammengelegtes dünnes Butterbrot, zwischen welches 1" confundirte Tropfen des im Frühjahre ausgeschwitzten Harzes der Edelt» 11 (Pinus Picea L.) eingestreut sind. Zweimal am Tage soll dem Kranken solches Brot zum Genüsse verabreicht werden bei den verschiedenen Formen Lungen- und Bronchialkatarrhen. Diese erfreuliche Wirkung auf die Schleim!'» ist vom Tannenduft begleitet, welcher sich auch im Athem und den Excreten merklich macht. 1 Getreidezwieback, ein aus Bremen in den Handel gebrachtes Viehfutter fa König bestehend in 100 Th. aus: Roggen- Hafer- Gersteuzwieback Zwieback zwiebacK Wasser....... 11,46 11,87 12,55 Proteinstoffen...... 13,00 12,06 D5, 18 Fettsubstanz...... 1,22 2,G0 M 7 Zucker........ 2,81 5,83 6,09 Stickstofffreien Extractivstoffeu 64,38 58,58 55,03 Rohfaser....... 4,78 5,35 4,29 Asche........ 2,38 3,71 3,79 (Landwirthsch. Zeitg. 1880, Nr. 19). Legnminose in löslicher Form, Liebe's in Dresden, ist ein aus den ^. fl von Leguminosen bereitetes Mehl, dessen Stärkemehl zum grösseren Thei' e j fl9 lösliche Form übergeführt ist. Es genügt daher ein einfaches Mischen des fl mit heissem Wasser, um daraus eine geniessbare und leicht verdauliche jj e . herzustellen. Der Proteingehalt soll 24 Proc, der Gehalt an löslichem u . n ,. hydrat 19,8 Proc., an unlöslichem Kohlehydrat 17,98 Proc. betragen (V ' Centralh. 1880, S. 398). • Alcuroskop, Sellnick's, Klebermehlmesser (D. R.-Pat. 11966; flr ' e i c her 1880). Es dient diese Vorrichtung zum Messen der Längen-Ausdehnung, ^j das Mehl während des Backens unterliegt. Das in Teig verwandelte * ^ s . in Glascylindem, welche durch ein Oelbad erhitzt werden, der Back gesezt (Pol. Journ. 240, S. 379). e0 Literatur. Die gegenwärtig am häufigsten vorkommenden Verfaß yoß 1 " und Verunreinigungen des Mehles und deren Nachweisung, von Dr. A- Wien, bei Manz. Nährzwieback, Oi'el's, ist ein Zwieback in Scheibenform von »"f^nbest«»' 1 ' gehmack, theile, ausgeführte Stoffe (incl. 5,80 AucKer;, o,yi> rroteine (plastische wanrstone;, *>w Vvicbac- anorganische Bestandthello (incl. 2,25 Th. Calciumpliosphat). Dieser {<* '»° er wlf*" sich als ein gutes, die Knochenbildung kräftig unterstützendes Nanrmiii BcS olti» 1 und hat man damit bei Kindern, welche an Rhachitis litten, die « cll0 J?. st 'j er heilk ,l f erzielt, wie Saniräts-Rath Dr. Ernst Kormann im Jahrbuch <'»■_ kuh ge 1* 1880 berichtet Bezugsquelle: Drogerie von Elkkr, Dresden, Wettiner 0 Papaver. 895 I. Pa Papaver. Geisse' „ a P aver somniferum Linn. Die Ansicht, dass die Molmfrüclite mit Bchwar ™ en stets ärmer an Morphin und Narcotin seien als die Früchte mit Sa mie e 6 \t n » findet durch einige Persische Opiumsorten, entnommen weis- Im rf° llnfrUchten > eine Widerlegung (l'Ünion pharm. Vol. VI, S. 330). saft e d r*k II, S. 625 bezieht sich die Angabe: „Hesse fand in dem Milch- Allraloii« 1 n kapseln kein Morphin, aber Rhocadin, ein in Aither unlösliches M, ^ auf die Kapseln des Papacer Rhoeas und ist daher zu streichen. p«u , Mkurein und Aubergier sind die Mohnkapseln am reichsten 0r Phin kur ; übergeht * UlZ V ° r der Keife, wenn i flre blaugrüne Farbe in eine weisslich-grüne ( ^ e fris 1 "' ^ m Schütteln die Samen anfangen zu rasseln. Es sollen dann aus den 0 ' 0 " Ka P Scm bis zu °)376 Proc. Morphin enthalten. Fkickeb schied Proc. M U " r ? lfen tr oeknen Kapseln 0,109—0,129 Proc. Alkaloide (davon 0,03 Desc 1Ia w ."' °' 04 Pfoc - Narcotin) ab, Kkause fand nur 0,0021 Proc. Morphin. Saur e zw " i VaIjT ' on fand m den trocknen Kapseln neben Morphin und Mekon- Ver osi n ei y8tal l 01 'dische Stickstoffkörper, welche er Papaverin und Papa- ^Ncrip Uannt;o > ferner Weinsäure, Citronensäure, Ammonsalze, Wachs etc. ^'-"'l'liin ß A i amme,te a «s 1000g reifen, von den Samen befreiten Kapseln 2 g v 'nd di e A * CS scneint > stehen Witterung, Boden, die Zeit des Einsammelns . OtCKi/E» • • ^ ona fi"ttohte in Beziehung zu dem Morphingehalt. So fand lm andern i"i c ' u,u und fast reifen Kapseln weder Morphin noch Mekonsäure, ? e ' 8t %es V 6 aber '»'feilen illm reife getrocknete Kapseln 5,91 Proc. wein- •' iin gster v\ *?*> Morphin, Navkotin und NareeTn enthaltend. GROVE9 hat in At °hnkan s i (tJhemist and Druggist. 1881 S. 376) ein Quantum von 25 kg 1,5 S Kare :Ulalysi, ' t und daraus 4,7 g Morphin; 2,3 g Narcotin; 2,1g Codein; befl 'eiten w v ab S esc hicden. FlÜCKIGEB erhielt aus den getrockneten, vom Samen II. ^"»kapseln 14,28 Proc. Asche. fst i\xt c ] x a f^ r r ^(' oeas LlN N. Flores Rhoeados vermochte Wisniewski ' ar bene Aus Extraktionen vollständig zu erschöpfen. Der dunkelpurpur- 0l ! Ven farben 8 . wird durch Säure lebhaft roth, durch Alkali grün, dann hell mit Alan,, c,. mit K -Ukwasser bläulich, mit Barytwasser schwarzgrün und dicklich, Pa pac er pj™3l An P ilw gemacht, dass im Milchsafte der Fruchtkapseln von gen (A *" Rhoeas L. ein dem Morphin ähnliches Alkaloid vorkomme, Hesse da- Luft einge- etwaa j n kelbr auu ^! Saft war weiss, mitunter citronengelb, wurde aber an der "'ocknete s a * ft F errichlorid färbte er sich roth (Mekonsäure?). Der e am ° r Phes Alk f^ kein Mül 'Pl»n, wohl aber 2,1 Proc. Rhoeadin und e * ec hselt tr *i, ' Es scheint, als habe Selmi das Rhoeadin mit Morphin ver- , Di e ' KI £5' U > S - 628 ' gellen ft^ atScm '°fenblüthen werden in Ostindien zum Einhüllen der Opium- lo S- Verl, • i Clliues!sc »en Markt verwendet und sollen davon jahrlich 8 Mill. f USaQ >toen? t - Würdon - c - J - n - Wabden fand die Asche der Blumenblätter o ,Gl ; Kall , tzt in Proc - aus : Eisenoxyd 3,86; Aluminrumoxycl 1,23; Magnesia n hw efel Sa 1 10 ' 72 ; Kali 41,76; Kaliumchlorid 12,28; Natriumchlorid 1,21; ( ahr esb e riou ydrid 3 » 85 ; Phosphorsftureanhydrid 5,61; Kieselsäure 13,86. «-M über d. Fortschr. etc. 1879, S. 41.) (in AM»! 89G Papaver. — Paraffinum. Vaseline. durch Schütteln noch durch Wärme vereinigen lassen. Die obere Flüssigkeitsscli' c (circa 40g) erwies sich als Molrasamcnül, die untere Schicht als ein Gemisch * Wasser, Aether (6g) und Saft der sogenannten Meerzwiebel (Ornithogalum cauda<""^ welche die Gärtner als Meerzwiebel an das Publikum abzugeben pflegen. (HAö b > Analyt.) Pomade Mandarin. Mohnöl wird mit weissem Paraffin und höchst feinem G/P mehl gemischt, mit wohlriechendem üele parfiimirt. Paraffinum. Paraffinum. Handb. II, S. G31. In Englischen medicinischen Blättern »^ einige Vergiftungsfälle durch Paraffin herbeigeführt erwähnt. Kinder lagen mel» ^ Tage in einem comatösen Zustande, ein Schiffscapitän soll sogar einige Stunden n dem Verschlucken des Paraffins gestorben sein (ph. Centralh. 1877, S. 1 , V e g In Hawke's Bay (Neu-Seeland) soll ein starkes Lager entdeckt sein,we zur Hälfte aus Paraffin besteht. Paraffin wurde von C. Liebermann als ein Absorptionsmittel * iir ,. ese Dämpfe des Schwefelkohlenstoffs, Aethers, Chloroforms etc. erkannt. Dient° n Flüssigkeiten als Lösungsmittel und will man sie beim Abdunsten wie der ^ mein, so placirt man die Lösung (in Schwefelsäure-Exsiccatoren, über einer ö ^ kleiner Stückchen bei niedriger Temperatur schmelzenden Paraffins in Stel < ,. Schwefelsäure). Die Verdunstung geht rasch vor sich und das Paraffin *> ^ sein 3-faches Gewicht Schwefelkohlenstoff (in 4 — 5 Stunden), das zweif act j® el , Aethers (in 8—9 Stunden) und Chloroform (in 9—1t Stunden) auf. E s ' de „ sich dann diese Flüssigkeiten aus der Paraffinlösung durch Destillation absc (Archiv d. Pharm. 1880 1. Hälfte, 8. .'577). Paraffinum nngninosum, Adcps mineralis, AuVps Petrolci, Vaseline, Cosi p c . Virginic (Handb. II, S. 032). Zur Darstellung wird der Rückstand aus ^g stillation des Leuchtpetroleums verwendet, welcher eine salbenartige brau»9 u00 , Masse darstellt. Diese Masse wird mit concentrirter Schwefelsäure odei p^g, permanganat und thierischer Knochenkohle behandelt und möglichst von ^. Geruch und Geschmack befreit. Die aus dem Galizischen Petroleum ' . ft iteD. wachs (Ozokerit) hergestellte Vaseline hat den Namen Ozokenno Diese, ist etwas starrer als diejenige aus dem Amerikanischen P°^ ro !},'.i ie $1& Im Handel cxistiien mehrere Sorten Vaseline, welche sich durch . ]lU r Consistenz unterscheiden. Für den pharmaceutischen Gebrauch eignen p ara f- 2 Sorten, die von gelblicher oder blonder Farbe und eine weisse^.^„rr finnm unguinosum flavidum et album), beide wieder von yei , ^it in Consistenz und von verschiedenem Schmelzpunkte und verschiedener Los Aether. Ueber die Darstellung vergl. man ph. Centralb. 1881, No. * • Eigenschaften. Die officinelle Vaseline ist eine in dünner 8ch j? jlass» diaphane gelblichweisse oder weisse, gernch- und geschmacklose ^fij^o 0 ^ von der Consistenz der Butter in warmer Jahreszeit, schmilzt bei 3 ^j i zu einer klaren gelblichen oder farblosen ölähnlichen Flüssigkeit, 8ie p etro lcii ft1 ' bis 200» und destillirt bei 250—300« C. unter Ausdunstung ei " cs .^ sie ^ geruchs. Sie ist völlig neutral und unverseifbar. Bei 16 — 18° C. 'j..^,.),, &• spec. Gewicht von 0,855—0,875. In Wasser und Glycerin ist sie " mum ir.e'' r 90-proc. Weingeist ist sie unbedeutend, in der Wärme um ein M 1 " , a t u r c *' löslich. Von absolutem Weingeist erfordert sie bei gewöhnlicher Temp we0 iger, 150 Tb. zur Lösung. In Aether und Chloroform ist sie mehr 00 . Paraffinnm untruinosum. Vaseline. 89? Letzt X m ^ enzo ' " l1( ^ Benzin, am leichtesten aber in Schwefelkohlenstoff löslich. Ein r TGr - ' ÖS * s ' c ' {;!( ' lli; °ei gewöhnlicher Temperatur zu einer klaren Flüssigkeit. Ad • enilSc h aus gleichen Theilen Benzol und Vaseline ist etwas trübe und dick- trübe m ZWe i Theilen Benzol bei gewöhnlicher Temperatur bildet sie eine etwas lässt " • * dünnflüssige Masse. Mit flüchtigen und fetten Oelen jeder Arl Glycp • 1 '" allen Verhältnissen lösen und mischen, auch unter Agitiren mit Und .'" vei ' m * sc hen, wenn dieses nicht zuviel Feuchtigkeit enthält. Gegen Alkalien e s S i„i° llc * ^ ällr cn verhält es sich bei gewöhnlicher Temperatur indifferent. Da ein „ an c ' er Luft nicht verändert, keinen ranzigen Geruch annimmt, so ist es ^m Voi'/iitri' 1 -n aistenj v ftor Fettersatz für cosmetischc Mittel. Zur Verstärkung ihrer Con das w • nen Paraffin, Ozokerit, Ceresin, gelbes Bienenwachs, Wallrath. Da hi er ■ s ^ c Wachs des Handels oft ein ranzidcr Körper ist, so vermeidet man es ^onsist .*' s ', ( ' llzmi,to st , ' 1 ' 0111 Ulm • l(l1 ' ' H 'i gewöhnlicher Temperatur, Schwefel jedoch Men'go, ,? 130° C., Phosphor bei geringerer Wärme und nur in kleinen ^ tr opin*°M au ^ zune hmen und zu lösen, jedoch soll sie Cantharidin, Cubebin, Coniin, mögen ' r T 0rüüm > Nicotin, und viele andere Alkalo'i'de nicht aufzulösen vor- 8 ' e dies II gcgcu wircl ihre Kraft, Riechstoffe aufzunehmen, gerühmt und entzieht Tonkaboh leicht der Be nzoö, dem Tolubalsam, Perubalsam, der Vanille, der nar kotispi 11G ' Fichten- und Pappelknospen, der Kamille, den Lorbeeren, den Vas V U " d aromatiscnen Stollen durch Digestion bei 40° C. (DOHVAULT). ^oheihe' "V' lst (, ' n Gemisch mehrerer Kohlenwasserstoff-Verbindungen der Car- ^" e > Von a zwischen (' v ,\\., t - und C 20 H 42 rangiren, doch sollen sie nicht ganz rj; e . er8toffv erbindungen sein. is(- n „/ n ^esterreich aus dem Ozokerit dargestellte Ozokerine isl etwas ,8ten ter als die Vaseline. cons : Üeb, im Uebrigen derselben völlig ähnlich. Spec. Gew. Die Oesterr. Vaseline hat ein spec. Gew. von 0,880—0,895. Vers chiede i ^ aa 8s der Löslichkeit lässt sieb bei Vaseline in Bezug zu den diese f Umsi'.'! 1 "" s ' ,lniu ' ,|n k ein bestimmtes Verhältniss aufstellen und beweisl ^assergtoff • ' ''''' V a86Une ein unbestimmter Complez verschiedener Kohlen Windel k 0 ♦ " :l/ " kommt, dass die Vaseline in verschiedenen Sorten in den ^h'edener '" i" A " ( '' '''' Schmelzpunkt ist aus demselben Grunde ein sehr ver die Offenbach *'"'*' "''' nicht '"'' , ' i " '""' derselben Sorte ein gleicher. So soll l ' Hälfte g 91 Vaseline erst bei *6° 0. schmelzen (Archiv der Pharm. 1880, ' Jei 3e und ' A r^' " A<;|,; " f ' :n " 1 den Schmelzpunkt zweier Offenbacher Sorten d6r Eirma 8P T IC 'n!? eWicüte (lilVl ''' il ' 1 ' 11 ebenfalls bedeutend. Die weisse Vaseline Nr. 3 6ine etwas , v " :r ( st - Johann) zeigte ein Gewicht von 0,857, und Nr. 6, °' 8 55—o «7 ß er . e 8orte > '''" Gewicht von 0,850 und Nr. 4 ein Gewicht von * 0ffe nbach \ 1> ''' Weisse Virginia-Vaseline der Firma. 0. Hellfbisch & Co. ZUr Consist a ' • elf?ab ein Bpe0, (irw ' zwis '''"'" °> 852 " ,ul 0,853. In Bezug ^ as härte t 6nZ Zf ''^*' e ' n höheres Bpec. Gewicht auch die starrere; Consistenz an. Lie spec r U " d 8tarr9te Präparat ist dasjenige mit 0,857 -0,859 spec Gew. ' «ew. 0,870—0,805 scheinen irrthttmlich aufgestellt zu sein. eine klaren 1>>ci gelinder Wärme geschmolzen niuss die officinelle Vaseline ^kältet Ia88 S el bliche oder fast farblose Flüssigkeit darstellen, und in der Ruhe tra ge n 0 ], m " Ms i sie boi 10 — 17° C. eine Härte zeigen, ein 500g-Gewicht zu "°hen'3 ll0 . SB ,li(,si ' s "inen Bindruck hinterlässt. Man setzt einen 1—2cm ' ' Cm im Durchmesser haltenden Kork auf die glatte Oberfläche der starren Svippl. 57 898 Paraffinum unguinosnm. Vaseline. Vaseline und beschwert sanft den Kork mit einem Pfundgewicht. (Die weisse Sorte 3 der Firma Meyer in St. Johann und die weisse Virginia-Vaseline von Hellfrisch & Co. in Offenbach ergaben diese Consistenz.) — Die Vaseline muss sich gegen Aetznatronlauge, auch beim Erwärmen, ebenso gegen conc. Schwefelsäure indifferent verhalten. Zu 2 ccm conc. reiner Schwefelsäure in eine© Probircylinder giebt man circa lcem Vaseline und erwärmt im Wasserbau (nicht über freier Flamme) bis zur Schmelzung der Vaseline, um dann sanft z 11 schütteln. Es darf weder die Säure- noch die Vaselineschicht eine dunke - braune Farbe annehmen. Die Farbe darf nur eine bräunliche oder blassbraune sein. Die Prüfung mit Aetznatronlauge geschieht in der Weise, dass man in eine" 2cm weiten Probircylinder circa 2ccm Vaseline, 3ccm Aetznatronlauge 4ccm Wasser giebt, im Wasserbade bis zum Schmelzen der Vaseline erhitzt kräftig schüttelt, so dass beide Schichten eine trübe Mischung bilden. Innern» ^ 10 Minuten wiederholt man das Durchmischen einige Male und lässt alsdann e kalten. Man giesst nun die Lauge durch einen kleinen engen Trichter, dess Abflussrohr mit einem lockeren Bäuschchen Fliesspapier oder Glaswolle verse i ist und übersättigt mit Salzsäure. Es darf keine Ausscheidung erfolgen. ' Verdünnen der Lange mit Wasser ist nothwendig, weil concentrirte Lange m Wärme etwas Vaseline löst, wodurch eine Täuschung herbeigeführt werden^ * Aus demselben Grunde darf man der Lauge auch keinen Weingeist beiniisc und und Die Bestimmung des spee. Gew. geschieht nach der HAGER'schen Trop f ' methode, indem man von der geschmolzenen Vaseline in Weingeist eintropft? . erstarrten Tropfen in Weingeist giebt und diesem so viel Wasser zutröpfeft; die starren Vaselinetropfen nicht mehr das Bestreben zeigen, nach oben ' nach unten zu steigen, vielmehr in Suspension verharren. Pharm. C en 1879, S. 132. . vi( ,! Fresenius fand, dass die Amerikanische Waare mit Sauerstoff erhitzt desselben aufnimmt und dadurch scharfriechend und sauer wird, währen' Virginia-Vaseline (Hellfriscii's) nur wenig Sauerstoff aufnimmt und auch unbedeutend riechend und sauer wird (pharm. Centralh. 1880, Nr. 14). , r f Vaseline kann aus der Bereitung her etwas Feuchtigkeit enthalten, /* .{ dieselbe 0,5 Proc. aber nicht übersteigen. Zur Bestimmung der Feuc.n iiS g werden in ein Glaskölbchen circa 100g Vaseline eingefüllt und in den U< a ^ Kölbchens mittelst Korkes ein tarirtes Glasrohr mit einer Fliesspapierrolle s ), gesetzt, dass das Glasrohr nur bis zu 3 /, des Kolbenhalses hineinragt. Der g . des Kolbens wird im Wasserbade erhitzt. Die Feuchtigkeit nimmt die Papierrolle auf. ; ng e Vaseline kann auch Aschenbestandtheile enthalten, doch immer nur b Spuren. a der Feft' Vaseline ist ein Ersatzmittel des Schweinefettes unu u ^ v ^ Anwendung. ,„ TO „„ 0 „. „,„ ^.„„„^....... — _.....-------- mischungen von Salbenconsistens, welches den Vortheil bietet, weder ranz»» werden, noch auf etwa beigemischte chemische Substanzen und V erh ™ n l e ; n eS un rvrfnd«^ zersetzend einzuwirken. Es ist eine alte Erfahrung, dass die Fabrikanten^^ neuen Arzneimittels dieses bis in den Himmel erheben und viele Aerzte ^^t Glorificationen aus Freundschaft oder der Neigung nachgehend, alles was g ^ ^ ist, als Wahrheit aufzunehmen, beistimmen, so kann es nicht auffallen, we ".' igt. die Vaseline zu einem Mittel gegen alle Krankheiten gestempelt woi ^ ^„ffr. Innerlich genommen soll es heilsam sein bei entzündlichen Zuständen , )C i röhre, bei Diphthcritis, Crup, Keuchhusten, Katarrlien, Schnupfen, Ast i t 1 *.'-■-'- ■' ■ Aeusserlich <» Lungenleiden jeder Art, Leibesverstopfung, Dysenterie etc. sie bei Abscessen jeder Art, Furunkeln, Ausseblägcn, Flechten, Con tusio» 011 ' Paraffinum unguinosum, Ozokerine. 899 ßi'andv .wunden, Hämorrhoiden etc., aber was von grosser Wichtigkeit ist, Vaseline Offl 1 '* ^ M Ausfallen der Kopfhaare. Dies sagt Dobvault in seiner n eine . \y as ( j ( , n [ e t z teren Punkt betrifft, so lässt sich nichts dagegen ein- Kel • D 'i Personen, welche zufällig Vaseline als Pomade seit längerer Zeit Ker'' . 11lu ^ an Trichorrhoe litten, bemerkten schon nach einigen Wochen eine wird 'kuug. Ob beim Bestreichen der Haut auch der Haarwuchs gefördert ' muss noch weiter versucht werden. E. FoüGEBA, der Pariser Agent der Bürst \ ^hesebrough manufacturing Co. zu Brooklyn, sagt, dass man mit einer Dad ° i> 10 m ^ e Haut reiben soll und zwar 2 — 3 mal in einer Woche. Ernäh C1 '' m hc man die Kopfhaut rein, geschmeidig und so kräftig, dass die un S der Haare vorzugsweise gefördert werde. Vase]' ° n • mnern chen Gebrauch muss vorläufig abgerathen werden, weil die Sefül •/ •'""' P ara ffi n8U hstanz ist und die Paraffine in die Verdauungswege ein- keit i' 5 "-'"' s '''"^'' Wirkung äussern, besonders Ohnmacht, Schwäche, Hinfällig- ä em ' g ^ e8ä hnlichen Schlaf, ja selbst den Tod zur Folge haben können. Aus D a ,. en «runde ist die Anwendung der Vaseline in Suppositorien riskant, häute ' eSeS ^ttmaterial etwas weniger leicht von der Haut und den .Schleim ist gi , 1CK<)1 '^' rt wird wie Adeps suillus, dürfte erklärlich sein. Zu Augensalben a ü8 Q,. beson ders als Substitut des .Schweinefettes, der Butter und der Mischungen von /V 1Ven "l "nd Wachs empfohlen worden, von anderer Seite wurde auch wieder lung abgerathen, weil sich diese Salben weniger wirksam er- ^chwiei'^ . ' m,1 S viin Perubalsam mit Vaseline bietet je nach Art der letzteren am best 1 ^ D ' "' Wernki{ (Breslau) fand, dass das New-Yorker Präparat sich merken 'i '"'^ ! >t ' rn ' i;, ' s:lm mischen lasse, Hageb kann dies bestätigen, doch be all en y' T' a8S . <1 ' 1 ' METEß'sche weissliche mit Nr. 4 bezeichnete Vaseline sich in 8ort e ) k ' 88 . en lnit Perubalsam mischen licss. Die Wiener Vaseline (bessere oder \\\'"" ' lann - er METEE'schen ziemlich nahe. Einige Tropfen Ricinussöl Mi 'schun ceinen Klang haben, sollen denselben erlangen, ca. 250° erhitztes Vaselinebad giebt. sser öde,- Weingeist oder 5—10 Proo. Wachs genügten auch hier die ln g h °mogen zu machen. Sesehnioi ^ekonomie ist Vaseline als ein Conservirungsmittel anwendbar. In ft,J f'i!so v.g? Vaseline eingelegte Eier halten sich Monate hindurch unverändert, ' er ia.lt sioh Fleisch darin mehrere Wochen. ^»gegenstände, welche AN l Sd" ! '" e - b : " ,f, ' i ' öderes M^ttT emittel ''" ledernen Schuhwerkzeuge wird Vaseline durch kein ia i'an ui l'' i ersetz * '""' verdient sie schon wegen der Geruchlosigkeit vor e 'gnet sie ,- a ] n !l ' n Letten den Vorzug. Um Gewebe wasserdicht zn machen, ZWar mit 8 - s ' m< ' (TS > indem sie den Zweck am besten erreichen lässt und Parafr'T "•'"' ? erin & en Materialverbrauch. (1(;i ' s Blei nil | ,\ V:,s, ' 1!m> < überhaupt Mineralöle sollen lösend auf Metalle, beson- ^ ei 'kohln '." i ' einwirken und die als Leuchtöle benutzten dann eine sclmelle Metallen« v Dochte herbeiführen (Stevensos Maoadam). Hiernach waren lin e j. i° rra thsgefä8se für Vaseline ungeeignot. Hageb vermochte bei Vase- e Lös üngskraft nicht zu erkennen. Ocst e eZU9 - SqUelien Und Fabriken der Vaseline. Den Debit der gereinigten ri n ' 0 rei °hischen Vaseline, Vaselina Austrica dopurata, Ozoke- für \i , , um ozokerinum purum, von Gustav Wagenmann in Wien hat ^haber p die Pa P ier " ,n " 1 chemische Fabrik zuHelfenberg bei Dresden, Seschui ti ÖEN DlETERIC H, übernommen. Diese Vaseline ist gelb, geruch- und "»«Klos und, wie angegeben wird, von 0,885—0,895 spec. Gewicht. 57* 900 Paraffinum, 01. ozokerin. pur. Die Firma G. & R. Fritz, Wien I, Bräunerstrasse 5, liefert Ozokerin 0 oder Vaselina Austrica depurata, welche bedeutend billiger als die in Deutschland fabrizirte sein soll. Die Firma C. Hellfrisch & Co. zu Offenbach a. Main liefert Virginia- Vaseline, weisse und gelbe. Die Firma L. Meyer zu 8t. Johann a. d. Saar liefert eine Vaseline, völlig weiss und starr, so dass sie zu Salben keines Consistenzzusatzes bedarf. (Sorte und 4 weiss und starr wieAdeps suillus zu 21,5—25,5 Mark pro 10 kg, 18810 Auch weiche und fast farblose Vaseline fabricirt diese Firma. Gelbe Vaseline giebt sie zu 10,5—14,5 pro 10kg ab. Diese Firma übersendete mir Probe" ihrer Fabrikate, welche ich einer Prüfung unterwarf und in jeder Beziehung a vorzüglich beurtheilen musste. Die spec. Gew. wurden zu 0,850 — 0,860 o funden (Hager). Chesebrough manufacturing Company zu New-York liefert Arne kanische Vaseline, weich und von gelblicher Farbe. Den Debit der Vaseline » der Fabrik der Firma E. F. Houghton & Co. zu Philadelphia Pa. h at tu Deutschland die Firma Schmitt & Wildenhayn zu Darmstadt übernommen- In Nord-Amerika unterscheidet man eine Vaseline und eine Cosm ollT1 ' letztere sollte nur ein wenig starrer als erstere sein oder einen etwas höhe Siedepunkt haben, war aber näher betrachtet eben nichts Anderes als Vaseü» Vaselina paraffinata, paraffmirtc Vaseline, ein durch Schmelzung l' el k stelltes Gemisch auj3 3 Th. Vaseline und 1 Th. Paraffin. Oleum ozokerinum purum, Olenm minerale purum, Oleum Vaselinae, " z °ß 6 . rilliil, Vaselinöl, ein dickflüssiges Paraffinöl aus dem Ozokerit, auch bei der reitung der Vaseline aus Amerikanischem Petroleum dargestellt. Es ist S c gg und geschmacklos, von 0,891—0,895 spec. Gew. Es erstarrt bei + 10° C. ^ sich gegen Reagentien wie Vaseline verhält, es nie ranzig wird, so empne sich in den Fällen, wo Olivenöl für den äusserlichen Gebrauch in Anwen au "j> kommt, auch zu cosmetischen Mitteln. Der Debit für Deutschland ist in E ü0 Dieterich's Händen (Helfenberg bei Dresden) Zu der Darstellung der Olea coeta oder infusa nehme man 2 Th- die Mineralöls und 1 Th. Olivenöl. Es verhält sich dieses Mineralöl ahn' Vaseline (vergl. oben) und vertritt auch das im Handel vorkommende Oleum paraffinosum, Paraffinöl, wird gegen Tympanitis (Blfthsucht) der lieh der Rind er gebraucht, welchen man davon 2 Löffel mit. lauwarmem Wasser geschütte 1 giesst. Es ist dieses Mittel nicht zu empfehlen, denn beim Menschen mi Magen eingeführt erfolgt Erbrechen, Durchfall und 2 — 3 Tage »ndaiiern^^ Kranksein. Es scheint den Verdauungsact zu stören und als ein unverdau Stoff den Magen zu belästigen. . j ; n Paraffinöle mit Aluminiumoleat gemischt sollen als Maschinenschmierrw . g( . Anwendung kommen. Dass Paraffinöle nie gute Schmiermittel ausgeben, Bchon unter Olea pinguia (8. 806) angegeben. , [„ Ceresina (Handb. II, S. 632). Ceresin ist ein durch wiederholtes Beha " 11I < j g , mit concentrirter oder rauchender Schwefelsäure und Auswaschen mit Seifen! j. endlich mit Knochen- und Blutlaugenkohle gereinigtes Erdwachs oder 0l6 ° ^ e)1 (pharm. Centralh. 1879, S. 207). Ceresin ist somit ein gereinigtes, *° j 5e . flüssigen Kohlenwasserstoffen befreites Erdwachs, eine Paraffinsubstanz. ^ ' ^it Beitigung der flüssigen Kohlen Wasserstoffe ist besonders der B e ^ an (C re giB Schwefelsäure zuzuschreiben, welche auf dieselben verkohlend einwirkt. ^ orC h ; st somit verschieden von dein gebleichten Erdwachs, welches ^"'„^olä Behandlung mit Ihierischer Kohle entfärbt und durch Extraction m ttelst Paraffinam. Ol. paraffinos. 901 °der Schwefelkohlenstoffs der Mischung mit der Kohle entzogen ist. Dieses Erdwachs enthält jene flüssigen Kohlenwasserstoffe und ist in diesem Zustande nicht einmal zu Kerzen verwendbar. Ceresin ist also im Widerspruch zu der Beschreibung im Handbuch I, " '90, ein gereinigter Ozokerit, und kommt als weisses Ceresin, Ceresina oa, mit Curcuma tingirt als gelbes Ceresin, Ceresina flava, in den Handel. 8 giebt aber auch ein natürlich gelbfarbiges Ceresin, so dass bei mancher Waare eine Färbung mit Curcuma ausgeschlossen ist. Das mit Japanischem Wachse versetzte Coresin ist eine gefälschte aare, welche im Handbuch mit dem Namen Ceresin belegt ist, weil diese aare dem Verfasser zuerst in die Hand kam. Diese Waare ist leicht in der orax- und Sodaprobe zu erkennen. (Man vergl. unter Cera.) Ozokerit, Erdwachs, ist ein natürliches Paraffin, welches am norden FusBe der Karpathen zu Tage gefördert wird. Er ist theils durehschei- en d, honiggelb oder grünlich, theils auch weniger rein, mit Gangarten durchgeht und verschiedenfarbig, selbst schwarz, auch mehr oder weniger hart oder e ' cn > je nach einem Gehalt an Petroleum. Er wird der Destillation unterworfen nd man erhält dabei als Producte Benzin, Petroleumnaphtha, Paraffin oder °e»montin (30—60 Proc), schwere flüssige Oele (Schmieröle) und einen llück- an d (Cooks), aus welchem Ozokerine ausgezogen wird. W Balsamum ad papillas Howell. Howell's Brustwarzen-Balsam. * Acidi tannici 1,0 In n, f muthi subnitrici 2,0. Pulverem subtilissimum redactis ad- niisce Vaselinae albae 10,0. Siih° nn das Kiml saugen soll, so ist die «iue zuvor sorgfältig zu beseitigen. (2) Oleum Crinale ozokerinntuui. Ozokerine-IIaaröl. Vaseline-Haaröl. . Aff u C d rtici8 ra(licis Alkannae 0,5. Olei ozokorini puri 200,0 Di» '. . ' OUvae Provincialis 00,0. »ere per horam unam. Colaturae adde Ulei Bergamottae 2,0 uiei Citri cortieis " le ; Lavandulae ana 1,0 Ulei Aurautii florum 0,5. v ) Unguentum leniens vaselinatnm. me rikanisches Kohld-krihm. American Cold-oream. * Parafnni5,0 Utacei 10,0 L e Vaselinae albae (Meyeri) 50,0. »ore calore liquando mixta adde mix- turae e Vaselinae calore emollitae 50,0 kaponis medicati 10,0. Tu m terendo sensim admisce Muae Rosae 40,0 u »ei Kosae guttam 1. Ceram virgineam vol Geresinam veram vel Ceram albam (a sebo liberam), si praesto sunt, Paraffino substituere licet. (4) Unguentnm pomadlnum vaselinatiun. Virginia-Pomade. Vf Baisami Peruviani 5,0 Benzoes pulveratae 20,0 Cerae flavae 15,0 (—20,0) Vaselinae albae 250,0. Digere saepiua agitando per aliquot horas, tum per linteum siecum cola. Colaturae admisce Olei Bergamottae gutta s 35 Olei Aurautii florum guttas 5. Diese Pomade, dient nicht nur als Cos- meticum, sondern auch als Heilmittel der Hautausschläge, Flechten, selbst eiternder Wunden etc. Die Vaselina, alba Nr. 3 oder 4 der Firma L. Meyer in St. Johann bedarf nur 15,0 Gera flava, eine weiche Vaseline müsste mit 20,0—25,0 Gera versetzt werden. (5) Unguentum Vaselinae cum pwaffln© Rosner. Vaselina solidificata. Rr Vaselinae albae 20,0 Paraflini 10,0. Leui colore Hqaata misceantur. (6) Vaselina beuzoYnata. i^ Benzo'"s pulveratae 10,0. Mixtis cum 902 Paraffinum. Vaselinae albae 230,0 addo Cerae flavao 20,0 Spiritus Vini absoluti 10,0. Dlgere vase olauso per horam unam ca- lore balnci aquae, deinde digestio per horam dimidiam, vasc aperto, peragatur, interdiun agitando. Massam per linteuui siecum fusam post rofrigorationcin sorva. Diese Salbe ist cino vortreffliche milde Heilsalbo für Wunden. (7) Vaselina campliorata. Vaseline-Campher-Eis. Vaselin-Camphor- Ice. r? Cetaeei 20,0 Cerae albae 5,0 Vaselinae albae 25,0 Camphorae tritae 3,5. Dlgere calore balnei aquae per horam unam, tum per linteum cola. D. S. Zum Einreiben schmorzendor Glieder. (8) Vaselina labialis. Lippen-Vaseline. Vf Cortieis radicis Alkannac 0,5 Vaselinae albae 50,0 Cerae flavae 25,0. Dlgere per horam unam calore balnei aquae, tum per cribrum funde et massam liquidam, additis Olei Naphae guttis quinque (5),in formam bacillorum redige. (9) Vaselina pomadina alba. Vasolinpomade. Vf Vaselinae albae paraffinatae 100,0 Vaselinae albae 50,0 Aquae Kosae 10,0 Olei Bergamottae 2,0 Olei Citronellae guttas 5 Mixturao odoriferae moschatae &"' tas 30. Misce agitando, ut fiat unguentum. (10) Vaselina pomadina rosea. Rosenvasclinc. iy- Cortieis Alkannae radieis 0,25 Vaselinae benzoinatae 50,0 Vaselinae albae 100,0 Cerae flavae 15,0. . ,, Leni calore digere per aliquot horas,* colaturae admisce Olei Rosao guttas 5. (11) Vaselina pomadina rubra Kothe Vaselinpomade. Cortieis radicis Alkannae 0,5 Vaselinae depuratae 100,0 >;■ Cerae flavae (vol Ceresmae ,) 15,0. aliq Digere calore balnei aquae per horas. Colaturae semirefrlgeratae tando immisce Aquae Rosao 6,0 Olei Bergamottae 1,0 1 n Mixturae odoriferae moschatae h • agi- Mc- dioiit Balsamisches Haar-Mark, eine mit Geraniumöl parfiiniirto Vaseline. Belmoutin ist eine Benennung für Paraffin und paraffinartige Substanzen. Brematin ist ein Gemisch aus Stearin und Paraffin. Cosmolin ist eine Bezeichnung für vasolinartige Substanzen. Isolith ist eine Schwefel enthaltende Ceresinmischung zum Abformen vo daillen, Holzschnitten etc. Melallin nennt man eine Masse;, welche als Sehmiermittel für Zapfenlage ^.^ und in starker Hitze aus dem Rückstände von der Paraffinbereitung, _ AetzKa i j )() . phit, Blei, Zink zusammengemischt werden soll. Die Darstellungsweise ist n kannt geworden. Mollisine ist ein Gemisch aus 4 Th. Vaseline und 1 Th. gelbem Wachs. Oleonaphtha ist ein von der Firma Kaoosin & Co. zu Balahna (im ß° uV< ment Nischney-Nowgorod) hergestelltes mineralisches Schmieröl. Opalöl ist eine Art Paraffinöl. . . g Peruvo-Vaselina nennt .1. R. James ein in der Wärme bereitetes und c Gemisch aus 19,0 Vaseline und 1,0 Pernbalsam, Petrolardnm, Petrolarinum, zwei vorgeschlagene Synonyme für Vase» Petrolina, ein Gemisch aus 4 Th. gelblicher Vaseline und 1 Th- Par» ° H ri Öl Retinol ist ein Sehmiermittel aus Vaseline oder Paraffinöl mit etwas bestehend. Es soll patentirt sein. 0e i). Saxoline, Synonym von Vaseline (gebildet aus saxum, Felsen, und o < ;UI Paraffinum. — Pepsinura granulatum. 903 p f f 0 , lai, "l hat man ein Destillat aus Braunkohlentheeröl genannt, welches bei der rainnbereitung gesammelt und als Leuchtmaterial verwendet wird. Spec. Gew. 0,88. i, • T Ptuppfett nennt man ein mineralisches Fett, welches mit Quecksilber durchsetzt 1 lclna zu Tage gefördert wird. '£1.1 Wagenschmiere, Peksoz'b, ein Gemisch ausgleichen Theilen Paraffinöl, Harzöl, ' s Unu Oclsäure mit Vis der Masse Kalkhydrat und '/so der Masse Aetznatronlaugo. Pepsinum. ^ Pepsine der verschiedenen Fabriken. Es zog sich in den Jahren 1879 1881 ein Kampf um die Ehre, welche Fabrik das am stärksten und Bchnell- dp U Ä e P' ;on * 8 ' ren de Pepsin in den Handel bringe, welches Pepsin des Handels BIäw ra ?§ verdiene, durch die Spalten der pharmaceutischen und medicinischen Markte Es hatten diese Kritiken das Gute, dass die schlechteste Waare vom geben auch te verdrängt wurde, nur vermochten diese Kritiken nicht immer die Unpar- 110 hkeit zu wahren. Auch dem Verfasser dieses Ergänzungsbandes wurden „ a 20 Proben Pepsin aus verschiedenen Fabriken zugesendet und hat sie der- m h vergleichenden Prüfung unterworfen. Unter diesen Proben waren auch gut r ri' 6 aus Englischen Fabriken bezogene. Wenngleich 5 dieser Proben eine Wel , sur ausgestellt werden musste, so fand sich darunter nur ein Pepsin, an to^i die Pe P 8me Witte's (Rostock) und Finzelberg's (Andernach a. Rhein) anruft ■ nS tibertraf, aber weniger weiss an Farbe war und somit ein weniger üan es -aussehen darbot. Einige der Englischen Pepsine waren den ge- ser °? ^ outsc hen Pepsinen an Wirkung fast gleich, aber ermangelten des bes- w ; r en .^ U8sen ens und zwei Pepsine waren kaum als 40-proc. zu bezeichnen. Wenn ei übrigens in Deutschland den Pepsinen aus Deutschen Fabriken den Vorzug i so wird man dies in der Ordnung finden. Da sich die Pepsine Finzel- ä u nd Witte's nicht allein 100-procentig in ihrer Wirkung erweisen, sie Dar T* ' lirer P u y sikaliscu en Beschaffenheit eine sehr reinliche und sorgfältige v ot . S 6 ! g8weise voraussetzen lassen, so mögen die genannten Pepsine als z "&liche tadelsfreic Präparate empfohlen sein. Man versucht immer wieder, neue Pepsine einzufuhren und zu empfehlen, w4 , "Psiniim granulatum fuscum, welches nicht mehr leistet als jene oben er- nten schlechten Englischen Pepsine, welches sogar, wenigstens nach den Proben Urtü eilen, welche HAGER zugestellt wurden, kaum als ein 40-procentiges hin- ^ stellt werden kann. Dann bietet das braune Präparat nicht das Appetitliche Vj'° ™ as scliön weisse und fast lösliche FlHZELBERG'sche und Witte' sehe Pepsin. as granulirte braune Pepsin Simon's (Berlin) soll nach Zeitungsberichten ein . r gutes sein. Wahrscheinlich war das, welches Hager in Händen hatte, aus 8 :■ er an dern Bezugsquelle entnommen, denn es löste im Vergleich zu den Pep- ^ en w itte's und Finzelberg's in gleicher Zeit und bei gleicher Temperatur Loh' S Ü ^ er ^3 des Eiweisses, war auch wenig in saurem Wasser löslich. Die oes er h ebun welche Pepsin betreffen, muss man stets mit Vorsicht und Be- uach t aufnehmen. doa t^ 8 Sind von Sciiuckum, G. Berg und Anderen die verschiedenen Pepsine ^Handels untersucht worden und sie mussten den Pepsinen Uikzelbergs hernach a. Rh i ,m,l (1 Wrmt rRn«h,,l^ ,l.,s Prädikat 100-procentig beilegen. D le boid. a. Rh.) und C. Witte (Rostock) das . —en genannten geben dem FlNZELBERG'schen Präparat wegen seiner sicht- gj» Reinheit und seiner Weisse den Vorzug (pharm. Zeitung 1881, Nr. 5. cs chr. des österr. Ap.-Ver. 1881, 8. 71). Pepsinum. Pepsinsorten. Hager hat vor einem Jahre folgende Pepsine einer Prüfung unterworfen- Mobson's medieinal Pepsine; Morson's Pepsinum porci; Claridge's; Uaruovvs- Squiäe & Co.; BourgogneVBubbidqes & Co; Herring's & Co; Wrig ht8 ' Boudold's. Darunter waren 2, welche mit 110- und 120-procentig hätten l» c ' zeichnet werden können, jedoch durfte man sie nicht mit dem FlNZELBERG'scufl und WiTTE'schen vergleichen, denn der Geruch und das Aussehen sind nicht s anziehend (ihr Einkaufspreis soll auch ein höherer sein). Die übrigen Sorte waren nur 40—90-procentig und eine Sorte war bei 30—40° 0. inactiV, :llje activ und sogar sehr kräftig bei einer Temperatur von 50 — 60 ° C. Nun S e ' bietet der menschliche Magen nicht über eine solche Wärme, also musste dies Sorte mit 0-proc. bezeichnet werden. Dieser Fall lehrt, dass die Tempera™ die Peptonisation stark beeinflusst, dass die Prüfung der Pepsine nur im Vergl 01 zu einer guten Waare und bei einer und derselben Temperatur geschehen m" 3 " Dowdeswell hat 15 der Englischen Pepsine untersucht. Auch dieser Cü^ miker kam zu dem Resultate, dass diese Pepsine nicht nur bedeutend unter 8 differiren, dass sich sogar 6 derselben ganz inaetiv erwiesen. Das BULLOCK s ( - j Pepsinum porci fand er besonders kräftig, doch ist dasselbe auch um so vl thourer (Practitioner, March 1880, S. 192). Wollen wir die 100-proc. Deutsch« Pepsine zu 200—300-proc. umwandeln, so können wir dies ja leicht ermöglich ' denn Finzelberg und Witte verkaufen auch absolutes Pepsin, von wele i wir nur wenige Gramme zu 100g des 100-proc. setzen dürfen, um ein 200-P 1 ' herzustellen. Es hat dies aber keinen Zweck, und ist es der Praxis geneh" 1 ' wenn dem in den Apotheken gehaltenen Pepsin eine gleich«; Kraft innewohnt, a Arzt und Publikum überall eines und dasselbe Pepsin erlangen. ^ Da wir in Deutschland in dem FlNZELBERG'schen (Andernach a. Rh.) im WiTTE'schen (Rostock) sicher und zu jeder Zeit eine 100-proc. Waare e 1 '' 3,1 ] 0 0 können, so sollten wir auch von der ausländischen Waare abste und nur die inländische Waare in unseren Apotheken halten- Finzelberg bezeichnet sein Präparat mit Pepsinum purum pul v j fl tum, wie eine kleine Druckschrift, von Finzelberg herausgegeben, angicb- derselben wird auch eine Vorschrift zum Vilium Pepsini I'li. (Jcrni. niitgp ; Man soll 5g seines Pepsins mit 200g der salzsauren Mischung mSC 6 bei 30—40° C. einige Zeit stehen lassen, dann erkaltet filtriren. Die s< Mischung besteht aus 50,0 Glycerin, 50,0 Aqua, 1000,0 Vinum , x< j r6 ern d und 5,0 Acidum hydrochloricum. Vinum Pepsini soll längere Zeit 1*°^^ an seiner verdauenden Kraft Einbusse erleiden und daher öfter frisch o , werden. Vorstehenes Vinum Pepsini verdient wohl die Bezeichnung: fortius lie/.eiennuiig. >,- ^. : Ausser diesem Pepsin stellt Finzelberg (laut jene)- Druckschrift) n° c t ^q. Pepsinum absolntum (500-proc), Pepsin nach Englischer Art (6J und 100-proc), Pepsinum cum Amylo (50- und 100-proc), Pepsinum . Amylo acidum (100-proc). Diese abweichenden Pepsine sind wohl dem . e jn- num purum gegenüber sehr überflüssig und wäre es erwünscht, nur das ei fache 100-proc. reine Pepsin oflicincll zu machen. _ j 8 ne Dr. C. Witte bezeichnet sein Pepsin mit Pepsinum germanicum P ^ solubile, welches weiss und von gutem Geschmack ist. Ferner erhält m '^r 0 - lü - Witte Labpulver, von gelblich hellgrauer Farbe, und ein Pe P sin ' ]s0 a«r Extract, von grauweisser Farbe, Pepsin- Wein, 20-fachen, welcher al ^ mit der 4-fachen Menge Wein zu verdünnen ist, Labessenz, fünf' 801 Pepsinwein (1-fachen), endlich auch ein absolutes Pepsin. e m iker Das absolute Pepsin hat nur Werth für den Physiologen und ^J. 4OO zum Experimentiren. Der Einkaufspreis ist übrigens ein sehr hoher (30 Mark pro kg). Pepainum. 905 latentes Pepsin nennt Philips das durch Weiugoist in seiner Wirkung o emmte Pepsin. Dass Pepsin durch Weingeist nicht wirkungslos wird, wurde ° n Hageb schon 1870 (pharm. Centralh. 1870, S. 181*)) erkannt und dies aucli ^rch Versuch nachgewiesen (Commentar zur Pharm. Germ. II, S. 868). Die ) . vUn S ruht nur im Contact mit dem Weingeist. In einem lü-proc. Weingeist laU f . ^eute Zustand und in einem 20-proc. zeigt sich das Pepsin vollkommen vor] . der Verdünnung mit Wasser, so dass nur ein 5-proc. Weingeist e gt, wird das Pepsin auch wiederum activ. den !. T 0 P s ' n aus dem Magen des Strausses fRhca Amcricana) soll unter b ^amen buche de Avestrux vom gemeinen Volke in Buenos Aires viel ge- 4er wer den. Dieses Pepsin ist sehr roher Natur, denn es ist das Pulver getrock nc t(.„ inneren Magenhaut (Der zoolog. Gart. 1874, S. 456). {in ' •'" '' a( ' man das aus ^ em tropfe der Vögel dargestellte Pepsin genannt [Jfovies, Vormagen, Kropf der Vögel). Die Firma W. R. Warner & Co. "S' dieses Pepsinyl (30 g = 1 Dollar) in den Handel. Schi • ^ ars tellung des Pepsins empfiehlt AndoüABD den aus der Magen- 4aa i, lau * ; bereiteten Brei mit Wasser zu behandeln, aus der wässrigen Lösung Dj , e P 8 in mittelst Natriumchlorids zu fällen, das Natriumchlorid aber durch entnru 6 zu beseitigen und die Pepsinlösung mit soviel Glycerin, als sie Pepsin m h zu versetzen. Üebp 4TILL0N läSBt das Pepsin aus der Glycerinlösung durch einen grossen brau 1U8S Weingeist ausfällen. Der weissliche Niederschlag wird beim Trocknen pgp^,. Un d kautschukähnlich, aber in Contact mit Wasser wieder weisslich. Dieses tjrt. S °H in seiner Wirkung schwächer und langsamer sein. Glycerin conser- °wohl die concentrirte wie die verdünnte Pepsinlösung. P epg . ril *Ung des käuflichen Pepsins. Nach J. Merrit schüttelt man 0,6 g des §t Un i nS m ^, 3 0_g Wasser, vermischt mit gesättigter Kochsalzlösung und setzt 24 Flij Ssi e " bei Seite. Dann soll sich die Pepsinsubstanz an der Oberfläche der Pap; , eit angesammelt haben. Diese Substanz wird gesammelt, zwischen Fliess- Dom, , al) getrocknet und gewogen. Diese Prüfungsmethode passt für unsere bcJ 'en Präparate nicht. auf ,j r die Bildung, Ausscheidung und den Verbrauch des Pepsins me ß t e em Verdauungswege hat P. Grützner (med. C.-Bl.) weitgehende Experi- br aUc j dn Sestellt, aus welchen sich ergiebt, dass Pepsin bei der Verdauung ver- geri n Wlr d, indem es immer geringer an Menge resp. die Verdauuugskraft eine Se haft v W ' 1(i ' Man °be Substanzen haben, in das Blut eingeführt, die Eigen- Koch« 1 ^ a SenSchleimhaut zu disponiren, das Pepsin leichter abzugeben, z. B. Uü U j* 2 ' Dextrin. (Schiff glaubte, dass Dextrin eine peptogene Substanz sei geh a u -, ^ u * eingeführt die Erzeugung des Pepsins fördere.) Der Pepsin- Bchigd 61 ■^ a S ensc hleimhaut ist ein wechselnder und ändert sich mit der ver- eiien Beschaffenheit der Zellen. Sind diese hell und gross, so enthalten i viel Po • ---------- — ---------- ------ ------- —...... e»"""> »«---------- Wijfl -, re Psm, sind sie geschrumpft, getrübt, so enthalten sie wenig davon H em^ ab S ewasch ene Pylorus mit Glycerin extrahirt, so erhält man gewöhnter a,, scllWa ches Extract, behandelt man ihn aber mit Kochsalzlösung, so ist einer vT bea eutend wirksamer. Das Natriumchlorid spaltet also das Pepsin aus (Pharm !n dung ab - Di eso Beobachtung ist auch von Braun gemacht worden ?»• Centralh. 1876, S. 66 u. f.). lB0 giebt an, dass Fälle vorgekommen seien, wo der gewöhnlich Milchsäure »Hu Sal: wnd ; alz8au i'e enthaltende Magensaft nur Milchsäure oder nur Salzäure enthält, nn llg0l , glaub *> dass ein solcher anormaler Zustand mit dyspeptischen Erschei- 6 D zusammen- oder davon abhängt. Dass der Magensaft bei grassirenden ^ 906 Pepsinum. Pepsinyl (Theorie). gastrischen Leiden der Kinder keine Salzsäure enthält, hat Hager zweimal Gelegenheit gehabt constatiren zu können. Dr. Weiler zu Fürstenberg a. d. y« nahm diese Erfahrung Hager's auf, und wendete mit dem besten Erfolge die Bacilla und Pilulae Acidi muriatici (Handb. II, S. 1320) in den bemerkten Krankheitsfällen an. Er ersetzte diesen Salzsäuremangel und, wie Weiler vei- sicherte, wurde jedesmal die Krankheit im Verlaufe von zwei Tagen völlig S 6 ' hoben, während die gastrisch leidenden Kinder, welche nicht Salzsäure erhielte (resp. Weiler's Hilfe nicht heranzogen), Wochen hindurch darnicdcrlagen. Pepsin in chemischer und physiologischer Beziehung. Wen Pepsin die verdauende peptonisirende Substanz genannt wird, so sollte mau (1;W latento Pepsin, welches sich in den Laabdrüschen des Magens bildet, in diese» Driischen sich ansammelt und von denselben abgesondert wird, welches an un für sich ohne alle peptonisirende Wirkung ist, zum Unterschiede von dem wir samen peptonisirenden Pepsin mit einem anderen Namen bezeichnen. ^ AG / S schlägt den Namen Pepsinyl (Pepsinstoff) vor. Das active Pepsin, we ' peptonisirend und auf Fibrin und coagulirte Albumine lösend wirkt, ist ein an "l Körper als das in den Labdriischen gebildete Pepsinyl, welches wir als eine V bindung von Pepsin mit einem Albumino'idkörper erkennen müssen. I 11 ~!?ii e Verbindung ist das Pepsin latent, nicht peptonisirend wirkend. Im anderen * würde es die Drüschen lösen und vernichten. Wird das Pepsinyl mit einer fc> a und Wasser vermischt, so wird das Pepsin frei und activ. Wenn das Pep» : aus den Labdrüschen in den Magen eintritt, es sich hier mit dem sauren Mage' 1 " safte mischt, verbindet sich die freie Salzsäure des Magensaftes mit dem A mino'id des Pepsinyls. Das nun frei gewordene Pepsin tritt sofort in die dauendo Wirkung ein, es wird activ, indem es sich begierig mit einer äquival Menge Eiweissstoff verbindet, sich in Pepsinyl umbildet, welches Pepsinyl sofort wiederum durch die freie Salzsäure in Pepsin und Albumino'id gespaltet * Das Albumino'id wird dadurch vom Pepsin im Pepsinyl getrennt, dass es sie 1 der freien Salzsäure verbindet. Diese saure oder salzsaure Albumino'idvcrbin ._ hat im Contact mit Wasser keine Beständigkeit und unter Aufnahme von Hy ^ wasser, also zu Popton werdend, trennt es sich von der Säure, welche frei g e ^ auf das ihr in den Weg kommende Pepsinyl aufs Neue einwirkt, sich rfli Albumino'id verbindet und Pepsin frei und activ macht. w ;rd Das an Albumino'idstoff gebundene Pepsin ist also kein Medicamentj e ß dies aber sofort, wenn es mit Salzsäure und Wasser in Mischung trit. Schleimdecke verhindert die Wirkung des Pepsins auf die Magenwand. _ ulS Durch Experiment hat Hager diese Angaben bestätigt gefunden. te . den Laabdrüschen entnommene Pepsinsaft mit Wasser gemischt und m itg p «, tem Eiweiss macerirt und auch digerirt, ergab nicht die geringste lösende ^ Nach Zusatz von Milchsäure, Weinsäure, Oitronensäure, Essigsäure (1 „.^ e ;ga, 100 Th. Wasser) ergaben sich merkliche Einwirkungen auf das halbharte ^ ^ ■/. von der Eiweissmenge bei einer Temperatur ■3 Tagen erreicht werden. Bei Zusatz. ^ von doch konnte nur '/,.,- bis 50° C. im Verlaufe von 2 — 3 Tagen erreicht werden. Bei Zusatz Proc. Salzsäure erfolgte in gleicher Zeit volle Lösung des Eiweisses «»• ^ wurde sogar in l'/ 3 bei 2 Th., in einem Tage bei 3 Th. der 25-proc b» ^^ auf 100 Th. Wasser erreicht. Der Trockengehalt des Htthnereiweisses ^^ in 3 Versuchen genau bestimmt und die Menge des gebildeten Peptons e ^ das verwendete Ei*ew8. ^ In jedem Falle betrug die Pcptonmcnge mehr als um .*......... getrockneten Hühnerei wurden hierbei 94 Proc. reines Eiweiss il,1 A en0 "g ine m wurden aus je 10g gehärtetem Hlihnerciweiss (entsprechend l,2G6g x bumin) in der Wasserbadwiume getrocknet 1,32 1,34—1,41g Pepton ; Aehnliehe Resultate erlangte auch Danii.kwsky, welcher aus seinen Lxp Al- wonn en ' eD te» Pepsinum. 907 zu au/- ' ( ^ ass ^ c Peptonisation der Eiweisskörper durch Verdauungsfermente einem Ilydratationsvorgange beruhe (Chem. Ztg. 1880, S. 751). q ^ us den S em achten Versuchen ergab sich, dass Salzsäure die Abscheidung Sal j. e ^ s:na aus dem Pepsinyl sofort bewirkt und dass bei Gegenwart von wenig s cli » TQ ^' e Peptonisation eine langsame, bei Gegenwart von mehr Säure eine Iq Ti 6 lS *" ^ m ^ e Peptonisation massig lebhaft zu erhalten, müssen auf 5qq • Pepsin (des Handels) mindestens 5 Th. der 25-proc. Salzsäure in 1000 Th. Wasser zur Anwendung kommen. u s dem Gesagten folgt, dass das active Pepsin eine grosse Verwandtschaft e ; n e " Proteünstoflfen und Albuminstoffen der Nahrungsmittel besitzt, sich mit versef | t .' mmten Me nge dieser Stoffe verbindet und dieselbe in einen Zustand d aa .' ,n welchem sie sich mit freier Salzsäure verbinden können, dass endlich sich * ZSaure Albuminoid im Contact mit Wasser keine Beständigkeit besitzt und bei AI f ■^ u ^ nanmo von Wasser als Popton von der Salzsäure abtrennt. Auch l 'nd t ?" e8en h e it von Pepsin vormag übrigens Salzäurc im verdünnten Zustande gl e j , ei ,F >0—60° C. die Albuminkörper in den Peptonen ähnliche Körper, wenn- nur langsam, zu verwandeln. t: e ,.| Un erklärt sich auch im Vorstehenden das Verhalten des Pepsins gegen and er un( ^ Salzsäure. Gerbsäure fällt das Pepsinyl als Tannat, wie sie jeden gelit fl U . umm oHdkörper fällt. Setzt man aber nur wenig Salzsäure hinzu, so min oi( i Ql . Niederschlag in Lösung über, indem sich die Salzsäure mit dem Albu- SaI Zs lm Pepsinyl verbindet, Pepsin frei macht und das Albuminoid aus der e n Verbindung in die hydratische oder peptonische Form übergeht. Ssinfg . 8 diesen Angaben werden die Aerzto entnehmen, dass Pepsin ohne Salz- Und w ^ c ' en Magen eingeführt keine oder nur eine halbe Wirkung äussern kann wird. etim -mef E ^ erim ente Petit's (Archiv d. Pharm. 1880, zweite Hälfte, S. 137) 'etztp,„„ n " t denen IIaükr's überein, nur verwendete ersterer Fibrin und Eiwciss, ^ nur Eiweiss. toni(j ei ^ mwil 'kung des Pepsins auf Albumin (ß) bilden sich aus diesem Syn- Sou s ' ^yntoprotalb a, ß, y, Syntogon, Pseudopepton, Pepton, J^Pton (Danilewsky, pharm. Centralh. 1881, S. 202—204). einen i'°" e " e Anwendung des Pepsins. Es giebt Aerzte, welche Pepsin für es j m j| nr überflüssigen Arzneistoff halten (pharm. Centralh. 1880, S. 303), weil hielte a ^ Gn n '° an PeP s ' n fohle oder weil sie damit keine sichtlichen Heilerfolge 0(le r . ' Entweder fanden diese Aerzte keine Gelegenheit, Pepsin anzuwenden, Dornig Sln d durch eine irrationello Anwendung gegen dieses Mittel einge- eiiier g-' ^'ese falsche Anwendung besteht darin, Pepsins ohne Begleitung von °iler Pe 5 e ^nehmen zu bissen. Pepsin ist in den Labdrüschcn nicht als freier einer a iP '"".^"'ender Körper vertreten, sondern in einem latenten Zustande, in ßeg en A| Uminoi den Verbindung, in welcher es sich gegen die Protei'nkörper, j" auf cl - " nil1l! v öllig indifferent zeigt. Wäre dies nicht der Fall, so würde es de uen . psinyl _. ,5 -~« hervortritt, ist er unfähig zu verdauen, so wie er sich aber mit %8i ö en Saf te des Magens mischt, so wird das Pepsinyl gespaltet, das Alb «mi,, U 1 S »einer Verbindung abgetrennt, indem sich das mit ihm verbundene Clils BaC mit dor fl- eien Säure verbindet. Pepsin wird frei und activ, während Hahn* aur ° All mi „i„oid durch daa Wasser zersetzt wird und sich unter Auf- on Wasser von der Säure als Pepton abtrennt. Das freie ungebundene P 908 Pepsinum. Pepsin wird sofort mit einer neuen aequivalenten Albuminmenge sich verbind und diese letztere in den Zustand überführen, in welchem die freie Säure ei wirkt etc. Pepsin ohne Säure, besonders ohne Salzsäure, ist ein wirkungsl° Stoff. Nun könnten jene Aerzte entgegnen, dass es eingegeben ja mit dem satt Magensafte in Vermischung tritt. Das ist nur theilweise der Fall, und gerade dyspeptischen Zuständen fehlt die Salzsäure entweder im Magensafte ganz ° , ß sie ist nur unbedeutend vertreten. Das Pepsinyl erfordert nun eine bestiW Menge der Salzsäure (Milchsäure und andere organischen Säuren sind nur Yio so grosser Wirkung), nach den angestellten Verdauungsversuchen orft» 1 lg Pepsinyl mindestens 0,5g einer 25-proc. Salzsäure, wenn das Pepsin dar ganz abgespaltet werden soll. Das officinelle Pepsin muss, wenn es verd»* wirken soll, in Begleitung mit Salzsäure eingenommen werden und dann , man selbst die Wirkung greifbar verfolgen. Nur mit Salzsäure vermisc nt . ge das Pepsin aus dem latenten Zustande in den activen übergeführt. Angaben lassen sich durch Experimente mit aller Sicherheit nachweisen, ^ man z. B. den Saft der Labdrüsen einerseits auf neutrales und neutral 0 ** e ftuJ . fl kaiisch gemachtes Albumin, andererseits auf schwach und stark mit Salz sauergemachtes Albumin einwirken lässt. ,,„ Die Pepsine des Handels, wenigstens die Pepsine Finzelbeeg s und »* - z . der ntere» sind nur Pepsinyle, keine activen Pepsine. Sie werden es, sobald sie säure in Contact kommen. Die Wirkung wird durch eine längere ^ el Lagerung des Pepsins nicht gemindert. Da wo Erosionen, Carcinome oder Wunden im Magen und dem u Dj Ende des Oesophagus vorhanden sind, darf Pepsin nicht in Anwendung *° ^ denn dann wird das blossgelegte Zellgewebe vernichtet und aufgelöst un ^ Kranke schnell seinem Lebensende entgegengeführt. Es sind also aüCfl möglich, wo dieser unschuldige Körper gleich einem Gifte wirkend auftri • Pepsin, auch den Saft der Carica Papaya, will man gegen 1> :IU ,-, ani iV» Erfolg angewendet haben. Ferner hat man mit dem Safte von Carica - j ? mit Erfolg die diphtherischen und krupösen Pseudomembranen gelöst seitigt. Sollte eine salzsaure Pepsinlösung nicht ein Gleiches erzielen Ein Versuch war von Erfolg, doch lag nur ein leichter Diphtheritisfal ^g Von Kinkead und auch von Long wurde empfohlen, Pepsin in Ver ^ mit Pankreatin anzuwenden. Dass auch hier die Salzsäure nicht tc l obgleich dieselbe die Wirkung des Pankreatins latent macht, ist zu Lösung der Aeusserlich, ebenfalls mit Salzsäure angesäuert, dient Pepsin zur u ^ wuchernden Gewebe und krebsartiger Vegetationen, doch soll die An«^ u de r Pepsinsaftes auf Carcinome sehr bedenklich sein (Schiff) und sioh u ße- Succus pancreaticus besser eignen. Letzterer Saft wurde wiederholt pinseln diphtheritischer und crupöser Geschwüre angewendet. x?$( J B& tl Bei Herzfehlern, chronischen Herzkrankheiten empfiehlt RaimoNDO ge j, r den rieissigen Gebrauch von Pepsin mit Salzsäure und Pankreatin n se rl- kleinen Dosen Chinin als Stomachicum. Somit dürften die HAGEB'schcn pillen (vergl. unten) den Herzkranken ein passendes Medicament se Neuigkeiten 1881, S. 143). In Nr. 28, 29 und 30 der pharm. Centralhalle befindet sich el "° ngg pr»- von Prof. Dr. Ellenbekger über Verdauung und künstliche Veraa ^ y er , parate, welche der Beachtung zu empfehlen ist, da sie das Thema dauung nach allen Beziehungen hin ausführlich und klar bespricht- . 0 jd«' Verhalten der Gerbsäure zu Pepsin, Albumin und Albu»^ v0 i> Dasselbe hat L. Lewin geprüft. Genannte Stoffe und auch Leim (M et1, Arbei' Pepsinum. Pepsinpräparate. 909 Wasser und giesst das Gemisch in 2 Nach dem Absetzen wird colirt oder er Gerbsäure gefällt. Die Niederschläge sind in Wasser unlöslich, aber löslich verdünnter Essigsäure und in einem Ueberschusse von Albumin- und Leim- Un g, in verdünnter Milchsäure, Lösungen caustischer und kohlensaurer Alkali- j «ngen. Pepsin und Pepton verhalten sich hier wie das Albumin, setzt man j ,Gerbsäure zu einer Pepsinlösung, so erfolgt ein Niederschlag, welcher aber F; p . atz einer äusserst geringen Menge Salzsäure sofort in Lösung übergeht. Weiches geschieht mit dem Peptontannat. Daher wird der künstliche Ver- ngsact des Pepsins bei gleichzeitiger Gegenwart freier Salzsäure und Gerbte nicht im mindesten alterirt (New Remedies 1880, Octoberheft). Laah praeparatum, priiparirter Laabmagen, in Pulver verwandelter Von ma '' (m • Dieses Präparat bildet ein hellbraunes, nicht hygroskopisches Pulver, '"welchem 1 Th. genügt 300000 Th. Milch in Laab zu verwandeln. Man b . g 8c W 0,1g a es Pulvers mit 10—15 Th « , Liter Milch unter Umrühren ein. "wirt. We'l v ses P u ' vl ' 1- brachte die Firma Fa. Witte in Rostock in den Handel, r 1 . I-^abesscnz beim Aufbewahren an ihrer Wirkung Einbusse erleidet, wäh- flieses Pulver seine Wirkung dauernd bewahrt. (Kall ser 'P ara Soxrir ' KT i Soxhlet's Labessenz. 100g Kälbermagen Wag k, die innere Haut des 4. Magens) wird zerschnitten, mit lOOOccm lru 'l^ er übergössen und mit 50 g Kochsalz und 40g Borsäure versetzt. Nach Ijj a 8 1 ger Maceration setzt man noch 50g Kochsalz hinzu und nach erfolgter i l0() i J> nltrirt man durch Doppelfilter. Zwei Monate später soll man dem Piltrat l^ah S mit Borsäure gesättigter 10-proc. Kochsalzlösung hinzusetzen. Diese O^r Senz s endlich Und P I}f '" Einfacher ist es, 2'/ 2 Th. eines guten Pepsins, wie es von Witte und 'BErr geliefert wird, mit 45 Th. Glycerin und 5 Th. Wasser zu mischen ach 2-stündigein stehen au einem lauwarmen Orte zu filtriren. leitet l ^\ W scr 'P |ll ' lls Eugmng, Eoqling's Labessenz wird in folgender Weise be- 8e r ^ In eine 10-Liter-Flasche siebt man 1,5 kg Glycerin und ebensoviel Was- m a L azu Siebt man das mit stumpfen Messern Abgeschabte frischer Kälberlab- (oc| er .!* n " ft'i* jeden Labmagen einen Esslöffel Salz. Hat man 20 dieser Magen die p| Labmagen der Saugziogen) und 800g Kochsalz verbraucht, so füllt mau pr eäst d ?. CUe mit Wasser, liisst bei öfterem Durchschütteln weitere 6 Tage stehen, Th 0n l0 Flüssigkeit mittelst Käsetuches ab, mischt mit 150—200g weissem carbo,,^' ^ ao1 '" " ll( l filtrirt nach dem Absetzen. Der Thon muss von Calcium- nat frei sein. (Voralberger Vereinsblatt 1879.) ioo- v . e ' )sil,um saeebaratom, Saeekarated Pepsine, gezuckertes Pepsin ist das »der a i Pe P 8in Finzelbebg's und Wittk's mit gleich viel Milehzueker ' '"' h Pepsinum absolutum (Pepsinyl) mit der 9-fachen Menge Milchzucker. «lnn Sei ' "'" p epsini. Die Handb. II, S. 642, zur Darstellung des Pepsmwe.nes e r 7 e Urschrift sagt, dass man 2 Th. Pepsinum Germanicnm nehmen solle. 'egt ein Druckfelder vor und soll es heissen 20 Th. Unten unter den *p* n f °lgt die corrigirte Vorschrift. ibrifc yali "«'n vegetabile, ein den Speichel ersetzendes Ferment aus der K v °n Dr. Witts (Rostock), ist ein röthlich graues, nicht hygroskopisches 910 Pcpsinum. Ptyalin-Pepsin. Pulver von fadem Gescbmacke. Unter dem Mikroskope zeigen die Pulverpartikel d Charakter der Amylumzellen, welche in ätzender Kalilauge aufquellen, blass werde und sich dann auflösen. Jodjodkalium färbt das Pulver rothviolett. In der Losui lässt sich weder Stärke, noch Zucker, noch Eiweiss nachweisen. WahrscheinU gehört das Präparat der Modification des Stärkemehls an, welches als Ery t; ' 1 dextrin unterschieden wird. Es setzt die Stärke in Zucker um und wirkt Mundspeichel ähnlich (E. A. Ewald, Zeitschr. f. klin. Med. I, S. 231 u. Me • Neuigkeiten 1880, S. 314). Ptyalino-Pepsiiium, Ptyalinpepsin, aus der Fabrik von Dr. Witte (Rostock), graues nicht hygroskopisches, Büsslich schmeckendes, aus zahlreichen Schollen u Körnchen bestehendes, mit Amylum durchmischtes Pulver. Die wässrige Los o giebt die Erythrodextrin-Reaction, wird durch Kalilauge rosenroth und wirkt . schwach reducirend auf kaiische Kupferlösung. Kochen mit verdünnter Essig' wen'? säure giebt keinen Niederschlag, Eisessig und Kaliumferrocyanid trüben nur die Lösung, Gerbsäure erzeugt aber eine starke Trübung (E. A. EwaW ■ y Dieses Präparat ist wohl eine Combination aus Pancreatin und Pepsin un unter Beihilfe von Salzsäure sowohl Kohlehydrate als auch Proteine ver d * t^. Ewald bezeichnet es als schwaches Ferment, weil er wahrscheinlich de» säurezusatz zu sehr beschränkte. (1) GSlycerolatum Pepsini cum Salicina Postans. fy Salicinae 1,0 Pepsini optimi 2,0. Solve in Glycerinae 50,0. D. S. Theolöffelweise zu nehmen. (2) Lacto-Pepsiiunn. Lacto-Pepsin der Nord-Amerikaner, IV Pepsini optimi 10,0 Pancreatini pulvernd 7,G Saccharl Lactis 50,0 Extracti Malti optimi 5,0 Acidi lactici 2,5 Acidi hydrochlorici (25-proc.) 10,0 Glycerinae 20,0. Mixtis iidde Tragacanthae pulveratae 5,0 vel q. s. ut fiat massa depsiticia, ex qua pilulas, bacilula, trochiscos etc. formare potes. Der Prospect von Richards (London) giebt folgende Vorschrift: Sacch. lactis 1200g, Pepsin 260g, Pancreatine 150g, Ptyalin oder Diastase 15g, Acid. lactic, 25g, Acid. muriatlc. 20g. (3) Pilnlae pepticae Hager. Globuli peptici. Dessertkügelchen. Naeh- tischkügelohen. Kraft- und Magenpillon. Katerpillen. H.- Cinchonidini sulfurici 5,0 Popsini Wittii vel Pinzolbergii 32,0 Rhizomatis Zingiberis Fructns Amomi Seinitiis Cardamomi ana 2,0 Badicig Gentianae 12,5 Radicis Althaeae 2,0 Tragacanthae 4,0. n o Contritis iinmisce mixturam parat' Glycerinae 8,0 «iron l' 1 ' 1 ' Acidi hydrochlorici pari (20 lo) Aquae destillatae <;,(». f .,,>int il M. f. pilulae quadringentae et ow ^ (480). Pilulae loco aeri pervio p» g , vC - unum sepositae Lacca pilularum charo obducantur. Mab'' D. S. Während oder nach der g()d . zeit 4—5 Pillen zu nehmen. x> %v brennen, Magensäure, dyspepnsj;" , Qe - ständen in Folge Genusses ge'»™' „ betränke einstttndlicb 2-3 Stück eu^ .,,- ben Tag hindurch zu nehmen., | D8 tiioo* genannten Katzenjammer sin , öt1 ' 1T1 dcn ** lieh je 3 Stück während 5 /' hr ' t äglic D nehmen. Herzleidende nenmei 4mal je 3—4 Pillen. (4) Sympns Pepsini CoRV» \y Pepsini 1,0 Syrupi Cerasorum 100,0. Misce. ,. ..„,1c A«« Ein Zusatz von 1,5 Salzsaure * Syrup wirksam machen. (5) Syrupus Pepsini TW- ty Pepsini 3,0 -inoO. Ky.-upi Aurantii florum 10 u ' u> Misce. .•„,.(>, )'>"' Ohne Zusatz von 1,0-2,» »»' langsam und schwach wirken»- Pepsinum. 911 ( ß ) Vinnm Pepsini Ph. G Popsinwein. Pe Psitii (100°/ 0 )Finzelbergii vclWittei C °nter e cum Tb», Gl y°erinae purae 50,0. *"?igenerosi Hispanici albi 1000,0 Sepon« i hyd ;. ochlorici ( 25 °W 7 ' 5 - f 0 P er «lies quatuor vcl quinque, nn n ? a lllce remoto, interdum agitando, Uq? n mm filtra " \,\ rein serva loeo a luce solis remoto. du S| " n üqnor aquae aequali volumine «endiis est, ut perfeete activus (int. tiffel 6 ?, 6 „Vorschrift, welche ein sein- kräf- niehr pm ''! t llefert i S lebt 2 ' 5g Salzsäure ist c i n ai1 ' w eil durch Experiment erkannt kraftt- 88 " ieses Verhültniss die Digestion lVi„r l!r anleitet. Vor Tageslicht ist der Wooh« ein m schützen, denn ein 4 p eDsi n - am Tageslichte aufbewahrter Wirt.. ? n hatte fast die Hälfte seiner ' K8 «nkoit etofrehüsat. J as emgebüsst. ^enTau ycerin in diesem Weine mindert '^utPTu! 1 l i n '' ( ' Sf 'bni.'ick der Salzsäure be- 13, £ ni herab. l„, Handb. II, S. 642, Theile Von unten > ist statt 2 Thel,e 20 Schrift M - Cera h ?;? roc fi h l orici ^^ 2 - a '") cum ultra. ) Elixir Pepsine and Quinine. * 0 Elixil ' Pepsini et Chinini. ^VetS 1 ? Ul ? ttrioi 2 >°- EU 6 ? e . ndo in ' Xl »s Pepsini simplicis 275,0. ®) Bllxir Pepsini cum Strychino et ItiKinntho. Fr if ^ Pe P si no, Strychnia and Bismuth. Bi »^''e-Ammoni citrati n rati 9,o r Acidi citrici 5,0 vel q. s. Solvo terendo in Syrupi Sacchari 180,0. Tum adde Pepsini saccharati 20,0 Aquae Naplme 160,0 Aquae dostillatae 130,0 Spiritus Vini 60,0. Mixtione peraeta admisce Strychnini puri 0,075 Post diem unuin filtra. (4) Yinnin Pepsini. Vine Pepsine. Vf Pepsini saeoharati 20,0. Misce cum Syrupi Sacchari 90,0 Aquae destillatae 60,0 Spiritus Vini 25,0 (Acidi muriatici 4,0) Vini Bispanici 830,0. Macera per diem unum, tum filtia. S^ffl' SlM0N ' s - des Kreisthierarates zu Mühlhausen In.Thüringen^ ein nnerhehea '«cht. "gfr 1 **«> Krankheiten der Hausthiere, gegen ^ lk . ^»™tag B^. Di eses Mittel, bestehend aus 15g Bleizueker m circa 260g Flussigkeit (wahr* 912 Pepsiimm. — Pepton. scheinlich einem Krautaufgnsse) wurde in den Jahren 1877—1879 unbeanstandet V kauft, und trug die gedruckte Signatur den Namen — Pepsin. — Hauer ui suchte diesem Pepsin und berichtete den analytischen Befund der Begierung zu JU welche den Verkauf des Mittels unter dem Namen „Pepsin" sofort inhibirte. Pepsin des Apothekenbesitzers C. HeinersdORFF in Culm. Dieser hatte k«i Anstand" genommen^ das vorstellende SiMOM'sche Pepsin mit grosser Reclame _ d zwar unter folgender Signatur: „<;• , seinem Namen in den Handel zu bringen um NERSDORFF's Pepsin. Gegen jede Art von Kolik und Harnverhaltung bei P'^jy^l sowie gegen Aufblühen beim Rindvieh. Man gebe bei Pferden stündlich 2 B» 8 ' tj voll, beim Kindvieh je nach der Heftigkeit der Krankheit, alle 10 — 20 Mmuw fc< Esslöffel voll. Futter und Getränke sind den Kranken stets ZU entziehen. D ,e h If 0 lgt ung erfolgt jedesmal schnell und sicher, wenn die gegebene Vorschrift genau lD® er wird. Gut verschlossen verdirbt das Mittel niemals." — „C. HeinersdORFF, d» der Adler-Apotheke in Culm." _ . p e psio Was man alle Zeit für unmöglich gehalten hätte, findet sich hier. Dieses l - t , /e t ist eine 2,5-proc. Bleizuckerlösung. Ein deutscher examinirtor Apotheker, ''^„^n und Leiter einer Apotheke, vertreibt auf dem Wege der Eeclame unter dem e0 Pepsin" eine Bleizuckerlösung — und das im Jahre 1879! (Das Nähere Ubei Fall der Substitution von Arzneistoffen findet man pharm. Centralh. 1879, Nr- ' ^ Lactopepsine der The New-York pharmacal Association ( l0 " p a o- College Place, New-York) besteht aus 1200g Milchzucker, 240g Pepsin, l °" e d)e se» kreatin, 16g Diastase (Ptyalin), 20g Milchsäure und 20g Salzsäure. Es ?'.",. ete- Präparat bei Dyspepsie, Verdauungsschwäche, Erbrechen, Durchfall der Kin p 0 p 9 jn sehr dienlich sein, was auch wohl nicht zu bezweifeln ist, wenn ein gutes darin vorwaltet. t( , 9 Lactated Pepsine von Parke, Davis & Co. (zu Detroit) enthält gezuc.^ Pepsin, Pankreatin, Maltose, Milchsäure, Diastase, Salzsäure in einem , v ' ' , r rt'"' von 500, 60, 25, 50, 7, 10. Wird gegen Dyspepsie, Erbrechen der Seil"'' B Diarrhoe der Kinder etc. empfohlen. . | jvfilcb' Saccharated Pepsine derselben Firma, ist ein Gemisch aus Pepsin zucker. 1,0 repiäscntiren 100,0 Magensaft des Menschen. r 0 . er Blechbüchse belinden sich 220g e } n ?iLeti Peptikose, Carl Eiewb'8. In ein l>en Mehles, welches sich als ein Ge Getrei gelben Mehles, welches sich als ein Gemisch von Luft-Malzmehl mit ergab. Preis 1,60 Mark (pharm. Centralh. 1880, S. 204). (Hager, Analyt.; Pepton. ., . i^t wi rü Je nach der Fermentart, mittelst welcher eine Peptonbildung b ^ ir to „ ver- nnd je nach der Art des Protein- oder Eiweisskörpers, welche in " e P p a n- wandelt ist, wird das Pepton bezeichnet. So unterscheidet man Peps' ^Jgjgcll-» kreas-, Papayasaft-Pepton; Albumin-, Casein-, Protein - Pepton, Fibrin-, Eier-, Milch-Pepton. Pettf*^ Mit menschlichem Darmsaft hatte Bkbnh. Demant ( ÖI * m , hell« 5 Gelegenheit zu experimentiren. Er fand, dass derselbe 1) eine <» ^ nxn vX Flüssigkeit von stark alkalischer Reaction darstellt, 2) während der ^filli' - ' in grösserer Menge, während der Nacht nicht abgesondert wird. ) ], e ;n mittel sind ohne Einflus« auf die Absonderung. 4) Der Darmsaft en ^ yer . peptisches Ferment und verhält sich gegen Proteinkörper inactiv, a ^^eH' wandelt 5) Stärkemehl in Traubenzucker, 6) Rohrzucker ebenfalls> '" ie ' pefc zucker. 7) Inulin wird nicht durch den Darmsaft verändert. 8) Q| yC erid fl säuren enthaltende Fette emulgirt er, nicht aber reine, nicht saure (Centralbl. f. d. med. Wiss. 1879). , pB in *'""" Nach FlNKLBE's Angabe soll Pepsin schon bei 40° C. m l9 ^J n j n Syf gehen, welche Modification das Eiweiss nicht mehr in Pepton, son norn vM c - tonin überführe. Sai.kow.ski konnte dies nicht bestätigt finden Peptonpräparate. 913 e psm so wie ein bis auf 100° C. erhitztes Pepsin wirkten gleich peptonisirend nter gleichzeitiger Erzeugung nur sehr geringer Mengen Syntonins (ViRCHOW's Arch - 81, S. 552. Ch. Centralbl. 1881 S. 374). . Pepton der Firma Di. H. Sanders in Amsterdam, Warmoesstraat 146, ^ommt in cylindrischen, durch Löthung verschlossenen Weissblechbüchsen im Ge- J fl V0n 340 >° S r und einem In °alt von 250 >° g r in den Handel. Die Büchse p durch Einschlagen eines Loches auf der Verschlussstelle geöffnet. Dieses e pton ist von vorzüglicher Beschaffenheit und bildet in dünner Schicht eine sis? 6 ' * D d ' c ^ erer Schicht eine schwach trübe Flüssigkeit von dünner Syrupcon- enz, von schwach bitterlichem, an Fleischextract erinnerndem Geschmack und e m Gerüche, welcher mit demjenigen eines Gemisches aus Fleischextract und Extracte der Champignons viel Aehnlichkeit hat. p E ine Büchse Pepton kostet 3,00 Mk.; Pepton - Chocolade 3,00 Mk., eine (Sc "Eisen-Chocolade wird auch geliefert. Die Firma Wittich & Benkendorf i\ ~ RINGs grüne Apotheke, Berlin, Chauss6estrasse 21) hält dieses Pepton und "aparate daraus vorräthig. Die Prüfung auf Echtheit wäre, bei mittlerer Temperatur in einem Reagir- v inder 10 Vol. des Fleischpeptons mit 60 Vol. einer concentrirten Kochsalzes 7.ii ,v,; n „i— ...,.i a„„ n„.v,;„„r, or\ m;«,,*™ k„; a ra 'to „,i otoll.™ Moni, dies, 'S zu mischen und das" Gemisch 30 Minuten bei Seite zu stellen. Nach «* Zeit hat sich das Pepton am Grunde der Flüssigkeitssäule angesammelt J" nd nimmt 8—9 Volume, nach einer Stunde 7—8 Volume, nach 12 Stunden ln destens 3,3 Volume ein. Die Peptonchocolade ist von dunkler Choeoladen- ^''oe und von der Consistenz einer derben Latwerge. Sie ist in eine ebenso es chaffene Blechbüchse wie das Fleischpepton eingefüllt. fl Das Sander' sehe Pepton ist Fleischpepton und durch künstliche Verjag von gutem Holländischem Ochsenfleisch vermittelst Ochsenpankreas be- tT? 4 ; es ist also künstlich verdautes Fleisch. Das Präparat ist soweit concen- lrt ; dass l Tb., ungefähr 3 Th. Fleisch entspricht. w . Pepton Adamkiewicz ist das aus kurzer Einwirkung des Pepsins auf Ei- J^s erzeugte Pepton. Dasselbe wird von Dr. Friedr. Witte zu Rostock in Nienburg sowohl in trockner Form als Pulver, als auch in Museonsistenz in I * Handel gebracht. Letzteres ist von einem salzigen, an Fleischextract er- ; n ^' nd en, nicht unangenehmen Geschmacke, brauner Farbe, wenig trübe, löslich v ) asser. I n dicht geschlossenem Glasgefäss hält es sich über Jahr und Tag, ei Jigstens zeigte sich eine Portion im Laboratorium des Verf. seit 2 Jahren 0ch bestens conservirt. 16 g dieses Peptons gelten == 20 g Muskelfleisch. Das Seil * >e ^ 0n Pllwcuni Adamkiewicz soll sich sicher andauernd conserviren. Das lbe bildet ein bräunlich gelbes feines Pulver. Es löst sich bei 60—70° C. in s «m en te Wasser mit Leichtigkeit, so einen Syrup darstellend, der dem Con- ^enten das frisch bereitete Pepton ersetzt. Durch Hinzufügung von Fleisch- ^ trae t (auf 100 Pepton 5 Extrat) erhält dieses Pulver den Nährwerth einer m Gewichte naoli doppelten Quantität frischen Fleisches. Das ,. t P«Pton eacaotinatnm cum Extracto Carnis, Pepton mit Caeao und Fleisch- H ura «, Peptonchocolade, in Tafelform, bringt Oswald Püschel in Breslau in aen aand el. Da Fleisch (Eiweiss) ohne Kohlehydrat oder Fett den Anforderungen rfnissen der Ernährung nicht genügt, und um das Peptonan eine „""'«igen Nahrungsmittel zu machen, auch gleichzeitig den auf die mut..... „.„ gehenden Geschmack zu verdecken, wird aus dem Pepton pulvereum £ Mkie w1c/ mit der entsprechenden Menge Fleischextract versetzt, eine Ver- i na p Une rait bester Cacao und Zucker hergestellt. Diese Pepton-Chocolade w lr d ln p "-' 6 jede Tafel kommt an Nährwerft 58 y Bed cht P&ckel H Her, pi, en zu 5 Tafeln ä 50 g versandt. »™. Praxis. Stippl. 914 Peptonpräparate. 50 g Muskelfleiseh gleich. Aus dieser Chocolade kann auf bekannte Weise ein Getränk bereitet werden, das gut schmeckt, leicht resorbirt und namentlich auch in denjenigen Fällen ein vollkommenes Ersatzmittel der Ernährung sein wird, wo man bei lang dauernder Darreichung reinen Peptons in die Einförmigkeit eine Abwechselung der Ernährung eintreten lassen will. Verkaufspreis für 0,25 Kilo (5 Tafeln ä 50 g) dieser Chocolade 2,50 Mk. Pepton carnatum, Pepton cum Extracto Carnis, Pepton mit Fleisch- extract, ist nicht mit Pepton carneum, dem Pepton aus Fleisch bereitet (Handb. II, 8. 648), zu verwechseln. Es wird ebenfalls von Dr. FkiePR- Witte (Rostock) in den Handel gebracht. Es ist wenig trübe, von brauner Farbe, einem Geschmack nach Fleischextract und bei 8° C. Wärme noch von Muscon- sistenz, bei mehr Wärme einem dicken Syrup ähnlich. 16 g entsprechen 20 S Muskelfleisch, üeber Pepton carnenm Leübe (Handb. II, S. 648) findet sich in der Allg. Wien 6 ' Med. Ztg. folgendes Urtheil: „Die Leube'sche Fleischsolution ist ein scientific» verfehlter Versuch, auf der Fahrt Peptone erzeugen zu wollen, der den ExP e ' rimentatoren nicht gelungen. Die sogenannte leicht faulende Solution enthält z u J° grössten Theile ungelöste, feinvertheilte Fleischfasern und ferner das Eiweiss l0 Form von Acid-Albuminat. Von Pepton sind nur geringe Spuren vorhanden- Vielleicht, aber auch nur vielleicht, ist es möglich, dass dieses Präparat etwa leichter verdaut werden kann, als eine oder die andere Fleischsorte etc. y l weiches, saftiges Beefsteak, vor dem Braten gut durchgeschlagen, wäre bei Weite der Fleischsolution vorzuziehen. Mit wirklichem Peptone kann sie gar nicht > n Vergleich gezogen werden, weil sie mit ihm gar nichts gemein hat. Es ist w ° nur den unklaren Begriffen, welche auch unter den Aerzten noch vielfach üw den Procoss der Verdauung und Ernährung vorherrschen, zuzuschreiben, ^ solche verfehlte Präparate irgend welcher Beachtung gewürdigt werden etc. Diese Ansicht, welche vorliegend nur zu schroff ausgesprochen ist, hatte auc der Verf. des Handbuches d. ph. Pr., doch wagte er nicht wegen der uneD lieh grossen Lobeserhebungen, welche Leübe's Novität gezollt wurden, sie aus sprechen, jedoch sie anzudeuten, hat er nicht unterlassen (vergl. 1. c.) Pepton ferratuin, Ferrum peptonatum, Eisenpepton, Eisenpeptonat bringt y^ Fbiedb. Witte in Rostock mit 5 Proc. löslichem Ferrioxydhydrat als _ * e ' graugelbes Pulver und in dunkel-granatfarbenen Lamellen (in lamellis) in . Handel. Der Geschmack erinnert an Pepton und ist hintonnach styptisch. Darstellung ist nicht bekannt. Das Pulver kann dadurch hergestellt wen » dass man 130 g musförmiges Pepton mit 6 g Ferrum phosphoricum oxy" a und 20 g Zucker mischt, eintrocknet und in Pulver verwandelt. Das Fe* 1 peptonatum in lamellis mischt man aus 6g Ferrum citricum, 130g , förmigem Pepton und 10 g Arabischem Gummi, verflüssigst durch Erwärmen streicht die Masse auf Glastafeln aus, um sie darauf zu trocknen. 100 1h. halten circa 5 Th. Eisensalz. ^ Pepton protc'ineum, Pepton vogetabile, Pfinnzenpcpton, ProtcTnpcpton wird na Pentzolt's Angabe (ph. Ztschr. f. Russl.XVII, S. 80) dargestellt aus 250g ^. tio ,i mehl, (),4gSalicylsäure, 0,5 g Pepsin und 1000g Wasser durch Pig e ^ bei 35_45 0 C. Die Colatur kann per anum injicirt oder nach Zusatz von ^ und Gewürz genossen oder zur Musconsistenz eingedampft und mit Glycerin ^ wenig Salz versetzt in dicht geschlossenem Gefäss aufbewahrt werden. iw satz von 0,5 g Salzsäure zur obigen Masse wäre wohl nothwendig. . fle Pepton triticenm coetnm, Brot-Pepton, ein Pepton aus Weizenbrot, bue &ßt syrupdicke Flüssigkeit von säuerlich -süsslichem Geschmack. Es wird Peptonpräparate. 915 ™ a Di'- H. Sanders & Co. in Amsterdam in hermetisch verschlossenen Blech- gefässen in den Handel gebracht. 1 Th. entspricht 3 Th. Weizenbrot. . Alb um cn peptonatum, Pepton purum, Eiweiss-Pepton. 200 g gekochtes Ei« oiss aus Hühnereiern werden in einer Fleischhackemaschine zerkleinert mit Liter Wasser, 0,5g Salzsäure und lg Pepsin gemischt bei 35—45° C. dige- 11 ■> bis eine trübe Lösung erreicht ist. Dieselbe wird mit 200g Wasser verrinnt und nach einem halben Tage filtrirt. Das Filtrat wird im Vacuum bis ' ! Honigdicke eingedampft, auf mit Vaselin-fettigem Tuche beriebenen Por- ii ) a ^ te ^ crn m kleine Portionen zertheilt bei lauer Wärme getrocknet und end- _ in ein Pulver verwandelt. Ein gelblich - grauweisses Pulver von unbedeutendem eic lilichem Geschmack. Es ist nicht hygroskopisch. Vergl. Pept. Adamkiewicz. , Albuminose. Mit diesem Namen bezeichnet Mialhe das Pepton oder die Ver- Un Ssproducte aus Eiweiss und Albumino'iden. Hiernach sind p «cmialbiiininose (Küira) oder Propepton (Schmidt) Bezeichnungen für ein durch ent DUr tnouwe i se peptonisirtes Albumin. Man erkennt es daran, dass es ^ 6n dem P c Pt° n i n concentrirter Lösung mit Wasser gemischt zum Theil g "wcken ausscheidet, durch Essigsäure stark getrübt und ferner durch . . Sl gsäurc und Kaliumferrocyanid, besonders aber durch eine concen- g te Kochsalzlösung gefällt wird. Von dem Kochsalz lässt sich die j '«"ßuminose auf dem Wege der Dialyse scheiden. Aus ihrer conc. wässrigen »„• n ^ kann sie durch Weingeist abgeschieden werden. Getrocknet bildet sie ein / in Wasser lösliches Pulver. Mit Salpetersäure färbt sie sich intensiv ein ' • cn Essigsäure-Kaliumferrocyanid wird sie stark gefällt und liefert sie a ji mte nsive Biuretreaction (Rothfärbung auf Zusatz von Kupfersulfat zur an» v- C Hemialbuminoselösung). Diese Reactionen sollen dem Pepton gar nicht 2w - . oren und nur der Hemialbuminose oder den Verdauungs - Zwischenproducten, en Pepton und Eiweiss rangirenden Körpern eigen sein. mj ca ac sobpeptonatum, snbpeptonisirte Milch enthält Hemialbuminose (He- r ect i f emosc )- Milch (circa 1 Liter) wird mit 0,25 g Pepsin und 0,5 Pancreas öatin - Um Engesseb oder °> 25 Pankreatin 3 Stunden bei 30— 40 °C. digorirt, öeru m,t .' r> Tropfen Salzsäure, verdünnt mit 100g Wasser, vermischt und wie- r end m llei gleicher Wärme 2 Stunden digerirt, nun aufgekocht und colirt. Wäh- fttr J lederen Digestion wird die Milch 2—3-mal gequirlt. Die Colatur wird ^arst.°n ^ cm ' auc1 ' Tllil Vr> v °l- frisclier aufgekochter Milch vermischt, üeber f> em Alling einer theilweise peptonisirten Milch hat William Roberts (New- Phar ' ^ r ' 3 u. 4) eine ausführliche Mittheilnng gemacht. Man vergl. auch '"• Centralh. 1880, S. 212 und ehem. Centralbl. 1880, S. 533—535. ^Ptoi! t Pt ° n kydrargyratum, Bydrargyrnm peptonatum, Mcrenripeptonat, Quecksilber- mit • Morcurichlorid (Sublimat) lg wird in 20g Wasser gelöst und P en , Ulcr Lösung von 3g trocknen Peptons oder 4,5g musförmigen ein er °„ ns > m 10g destill. Wasser gelöst, vermischt. Der nun im Verlaufe n acn fl tlln de angesammelte Niederschlag wird in einem Filter angesammelt, destin Abtro P fcn in 50 S eincr Lösung von 3g Natriumchlorid in 47g lOOj» W asser unter Agitation gelöst und mit destill. Wasser bis auf ^lasol Verdünnt - Nach der Filtration wird die Flüssigkeit in dicht geschlossener (0 ' k Untw Absch luss von Tageslicht abgesondert und mit Vorsicht aufbewahrt ^aspaü). x g der Flüssigkeit entspricht 0,0t g Mercurichlond. v orka es Prä Parat wird zu subcutanen Injectionen gebraucht. Lin im Handel kniendes Französisches Präparat soll eine einfache Mischung von Mercuri- 58* 916 Pepton. Reactionen. Ein solches Gemisch S. 460. chlorid mit trocknem Pepton und Ammoniumchlorid sein. ist natürlich zu verwerfen. Vergl. auch pharm. Centralh. 1881, Anwendung. Betreffend das Verhältniss des zu verabreichenden einfachen Peptons zum Körpergewicht bei alleiniger Ernährung durch Pepton genügt V T0 Kilogramm Körpergewicht lg Pepton purum oder 1,2 gewöhnliches Fleischpepton des Handels. Dass man auch mit Erfolg intravenöse Injectionen mit Pepton (30—40—50 g) gemacht hat, wo eine andere Ernährungsweise nicht anwendba war, wurde von einigen Seiten berichtet. Chemie und Analyse. Die Erzeugnisse aus der Verdauung der Protei'nstonty die Peptone, unterscheidet man als Albumin-Pepton, Fibrin-Pepton und Ca- seinpepton (Lehmann). Die Peptone entstehen (nach Henniger) aus den AI»" 1 " mino'iden (Albumin, Fibrin und Casein) durch Hydratation und zeigen die Eigen- Schäften saurer Amide. Die Proteine oder Albumine nehmen 6 Proc. Wasse auf und werden dadurch Peptone. Durch Deshydratation, durch Einwirkung wasserentziehender Substanzen lässt sich umgekehrt das Pepton in eine Substa verwandeln, welche sich in ihren Reactionen den Albumino'iden nähert. A Albuminkörper werden wie durch Pepsin auch im Contact mit thierischen und Pouchen Geweben bei Blutwärme in Peptone übergeführten (Poehl). Vergl. auch S. 9 * Das Rotationsvermögen der verschiedenen Peptone ist kein gleiches. Säm liehe Peptone sind linksdrehend, jedoch das Albumin-Pepton am geringsten, Case'in-Pepton aber am stärksten. . * Gereinigt mittelst absoluten Weingeistes sind die Peptone farblos ( wel89 ^ geruchlos und von sehr schwach säuerlichem fadem Geschmacke. Sie sind löslich in Weingeist, Aether, Chloroform etc. Sie lösen sich in verdünn Weingeist und zwar um so mehr, je mehr der Weingeist Wasser enthält. Die Lösung der Peptone geschüttelt schäumt stark. Wird die concen Lösung auf Glas- oder Porzellanflächen dünn aufgestrichen, so trocknet s ie und hinterlässt Plättclien, der Gelatine ähnlich, welche aber an der Luft t Aufnahme einer bestimmten Menge Feuchtigkeit weich werden, jedoch nie« fliessen. Die in der Wärme concentrirte Lösung erstarrt nicht beim Er* gallertartig wie Leimsubstanz, sondern nimmt die Cousistenz eines Extrac Das unreine Pepton von dicker Syrupconsistenz nimmt jedoch mit der u<& gelatinöse Form an. _ . , ; 0 Ist die Lösung frei von Albumin und Syntonin, so conservirt sie si ^ dicht geschlossenem Glasgefäss, ohne in Gährung einzutreten oder Schimni zusetzen. . fl0 Reactionen. Diejenigen der Peptone weichen theils von denen der A ^. 0 ab, theils stimmen sie mit denselben überein. — Salpetersäure n»i' jj's Proteine roth, welche Farbe auf Zusatz von Alkali in Gelb übergeht. W" ^ß Reagens färbt roth, und dunkelroth beim Erwärmen bis auf 70 ^' bn0 g Cuprinsulfat und dann mit Alkali versetzt erfolgt eine violette r ^ ^ (Biuretreaction). —■ Phosphorwolframsäure bewirkt in saurer nl ° uer tef dünner Lösung vollständige Fällung, — Pikrinsäure in nicht ^V^fon«» und in schwach saurer Lösung ebenfalls vollständige Fällung. Diese Re ^ ^. stimmen mit denen der Albumine überein, nicht aber folgende R eac we ,-den Durch Erhitzen erfolgt keine Coagulation, und starre feuchte Peptone ^^ oV in der Wärme flüssig. — Mineralsäuren, auch Essigsäure, trübt elD ® t von lösung nicht, weder in der Kälte noch in der Wärme, selbst bei Gegen < ^ ^ e;l . Natriumsulfat. Zur Ausführung dieser Reaction giebt man in einen w« ^ 1;lTlt , gireyliader eine 3 — 5 cm hohe Schicht massig dünner Peptonlösung l ^ gan ft lässt man conc. Salpetersäure an der schräg geneigten Gefässwan Pepton. Nachweis dess. 917 "»abgleiten, so dass die Säure sich am Grunde der Peptonlösung ansammelt. , a wo sich Säure und Lösung berühren, darf weder eine wolkige Trübung noch '? Niederschlag zum Vorschein kommen. — Durch absoluten Weingeist ,, Pepton gefällt, der Niederschlag ist aber, selbst nach längerer Zeit des on^acts mit Weingeist', in Wasser löslich. — Die mit Essigsäure sauer geachte Lösung wird auf Zusatz von Kaliumferrocyanid (gelbem Blutlaugen 3) weder getrübt, noch wird dadurch ein Niederschlag bewirkt. — Bleiacetat ... Alaun bewirken keinen Niederschlag. — Albumine in Aetzalkalilauge °. °st\ die Lösung dann neutralisirt, verhalten sich gegen diese Reagentien wie le Peptone (Tanket). — Die endosmotische Kraft ist bei den Peptonlösungen grosser als bei den Albuminlösungen. ^ ."optonisirend wirken alle Verdauungsfermente, wie Pepsin, Saft der mJ k ® Papaya, Schweine-Pankreas (Trypsin), im geringen Maasse auch Salz- , »e in der Wärme. — Viele der Reactionen des Peptons stimmen mit denen es Reimes überein. . "achweis des Peptons im Harne. Von Eiweiss und Mucin freier Harn Jl . naen Matxnek mit Gerbsäure ausgefällt, nach 24 Stunden der Niederschlag em Filter gebracht, mit Wasser abgewaschen, welchem etwas Gerbsäure und gnesiumsulfat zugesetzt ist, in einer Schale mit Barytwasser gemischt und auf i Satz von etwas Baryumhydroxydhydrat unter Umrühren zwei Minuten die p . üe ^' n ^ r irt> das Filtrat mit Barytwasser vermischt und geschüttelt, bis „ ef .. ^ssigkeit von dem dunkelfarbigen Niederschlage farblos oder nur gelblich üapl ^ftlta'frt. Nun kann im Filtrate das Pepton durch die Biuretreaction sftn böWleseu werden. Hierzu kann man zuvor den Barytgehalt mit Schwefel- f a » re au sfällen, das Filtrat einengen und mit Natronlauge und Kupfervitriollösung »Ulf 6 «' 0(ier man versetzt dle barythaltige Flüssigkeit mit einigen Tropfen Kupfer- bi s a 5 ?' nltrirt llach dem Umschütteln und betrachtet die Flüssigkeit in 4 8t at , ^ m dicker Schicht. Rosenrothe oder violette Färbungen deuten Pepton an. ,..i , der Gerbsäure kann auch Natriumphosphorwolframiat verwendet werden, nacijde fc s *fag w^fmitY- »st. r\ Ve ™ lsc H mit wenig Wasser digerirt, bis die grüne Masse gelb geworden Nied dci Harn mit V10 seines Volumens conc. Salzsäure versetzt ist. Der hyd ei ? C ' lla S wird mit 3—5-proc. Schwefelsäure ausgewaschen, dann mit Baryt- U ör as filtrat dient nun zur Biuretreaction. Da im Harn em mucinartiger ^leia r vol ' kommt > so ist derselbe vor der Untersuchung durch Fällung mittelst Ü Umf cetats zu beseitigen. Eiweisshaltiger Harn (welcher mit Essigsäure und Ka- d Urc , erroc yanid einen Niederschlag giebt) wird zunächst durch Kochung, dann etc ^ oclle n mit Bleioxydhydrat, Filtriren, Behandeln mit Schwefelwasserstoff f ' V °, m Eiweiss und Blei befreit und schliesslich auf Pepton untersucht (Zeitschr. ' anal yt. Chem. XX, S. 161). keitp Ur ^ est immung des Ei weiss es und der Peptone in Verdauungsflüssig- Ferr lte n fällt man ersteres durch Kochung mit Ferriacetat unter Zusatz von wenig In a at - In dem Filtrat wird Essigsäurc-Kaliumferrocyanid kein Eiweiss fällen. §et ? t F »ltrat fällt man nun Pepton mittelst Pikrinsäure. Der bei 30—40° C. a W- te Nie(1 erschlag enthält in 100 Th. 70 Th. Pepton. In dem Eisenoxyd- keine l if kann daB Eiweiss nach dem Stickstoffgehalt bestimmt werden oder wenn V 0n A kaloiQe gegenwärtig sind, fällt man Eiweiss und Pepton mit Pikrinsäure. h U( Men S e des bei 30-40 C. getrockneten Niederschlages die Menge des Pro, i?. riuats ^gezogen ergiebt die Menge des Album'mpikrinats, welches 66,6 •^weiss enthält (Hager). Vergl. auch Zeitschr. f. anal. Chem. XIX, b. 127. *W*t Efres ne empfiehlt die Leim enthaltende Peptonlösung mit Magnesram- Wm, ? U sätt igen, die in der Ruhe am Niveau der Flüssigkeit abgeschiedene Instanz zu sammeln, den Stickstoffgehalt *n bestimmen, dann den Stickstoff- 918 Pepton. gehalt der ganzen Flüssigkeit zn bestimmen und aus der Differenz den Pepton' gehalt zu berechnen. Da Fibrinpepton 16,66 Proc. Stickstoff enthält, so wird die Menge des Stickstoffs mit 6,05 multiplicirt die Menge des Peptons ergeben. In der leimfreien, aber Glykose enthaltenden Peptoulösung solle das Pepton au3 dem Stickstoffgehalt bestimmt werden. N X 6,05 = Pepton. In der an Leim und Glykose freien Peptonlösung (10 g) soll man durch Vermischen mit absolutem Weingeist (100 g) und dann durch Zusatz von Aether (50 g), dreistündiges Stehenlassen das Pepton abscheiden, sammeln und bei 100° C. trocknen. Dem Gewichte des gesammelten Peptons + 5 Proc. vom Gewichte der Peptonlösung s0 den Peptongehalt ergeben. Zeitschr. d. allg. österr. Ap.-V. 1881, Nr. 30, S. 467. Bildung und chemische Zusammensetzung der Peptone. Maly und Hev ninger fanden für das aschenfreie Fibrinpepton: Jener 51,40 C, 6,95 H un 17,13 N, dieser im Mittel 51,44 C, 7,05 H und 16,66 N, während AW*j Kossel durch Analyse der Chlor- und Calciumverbindung des Fibrinpeptons Aa freie Pepton aus 48,97 C, 7,06 H, 15,14 N und 1,16 S. zusammengesetzt fann- Diese Differenzen lassen sich auf zweierlei Weise erklären: entweder giebt u ^ freie Pepton bei 110° chemisch gebundenes Wasser ab, während die Verbind« o des Peptons dieses Wasser bei jener Temperatur zurückbehält; oder es entste «^ bei der Pepsin Verdauung Anfangs Producte, welche die von Maly und tt ninger gefundene Zusammensetzung haben, später — durch weitere Hydrat» — Producte mit niedrigcrem Kohlenstoffgehalte. In der That waren die * parate von Maly und Henninger Producte schwächerer Pepsinverdauung diejenigen Kossel's. Letzterer stellte nun zur Aufklärung dieser Differenz da ^ 24-stündige kräftige Pepsinwirkung ein Fibrinpepton dar, welches er bei ■ trocknete und analysirte. Er erhielt hierbei im Mittel für die asehehaltige stanz 49,47 C und 6,93 H, für die aschenfreie Substanz 49,69 0 und 6 ' 9 ^ nr t Der Unterschied dieser Analysen von denen von Maly und Henninger er sich wohl durch die Annahme, dass das Pepsin auf die Anfangs entsteheni Producte weiter einwirkt und dass die Zusammensetzung dieser Producte von Maasse der Pepsinwirkung abhängt. Diese Zahlen bestätigen zugleich die ^ sieht, dass die Peptonbildung aus Eiweiss durch Einführung der Elenien Wassers geschieht (Zeitschr. f. phys. Ch. S. 58—62 u. ehem. Centralbl. Nr. 20, 1» g Eine bedeutende umfassende Arbeit über Pepton, den Nachweis des rV ^ im Harne, Eiter etc. lieferte Franz Hofmeister, ehem. Centralbl. 1880 ^ ' g, 40 und 41. Ueber das Vorkommen von Peptonen in den Pflanzen Schulze und J. Barbieri siehe ehem. Centralbl. 1881, Nr. 45 und 46. 1 ll0 SucleTn ist eine Phosphorsäure und Eisen enthaltende Proteinsubstanz, ^, 0 , den Einwirkungen der Verdauungsfermente zu wiederstehen scheint und teine der Nahrungsmittel in sehr geringer Menge begleitet. iniB ce '* decem ad quindeeim vel done . dlier ifc coloris rosei colorem griscum . ibr aD* Postremum exprimendo ooiap«» .„^icUh setaceum. Colatura sit pau» u P d de grisea, odoris fere expers, o»» Glycerinae 40,0. B. S. Zu 5—10 Klystieren. II. Peptonklystier ObbYAM»»'^ ^ Carnis bovinae a sebo nervig ratae 500,0 IV (1) Enema peptoiintuin. I. Peptonklystier Bagros'. Carnis bovinae, a sebo nervisque liberatae 200,0. Concidendo contundendoque in pulpam teneram redaeta commisce primum cum Pepsini optimi 5.0, .■Vquae tepidae 250,0, deinde cum Acidi hydrochlorici 5,0. Sepone loco caloris 35—45° C. per horas Vf Pepton. — Petroleum. 919 wncidendo contundendoque in pulpam Wuerrimain redacta commisce cum Aquae 3000,0 Acidi hydrochlorici (25<>/ 0 ) 30,0 D . ^epsini optimi 10,0. ff 1 ' 6 - Calore 35 ad 45 ° C - P er hora9 vi " cal f ^ u ^ tuor > tum usque ad ebullitionem Nat ■ ' ' ntere ti pultiformis (Sanders) 100,0 *>m Ilispaniei 200,0 *ructus Amomi pulverati 1,5 Salis culinaris 1,5 Glycerinae 20,0. Misce, sepone per horam unam, tum cola. D. S. 1—2 kleine Tassen mit oder ohne Fleischbrühe. (3) Syrupus Pepti. Syrupus peptonatus. r? Pepti pultiformis 100,0. Solve in Syrupi Aurantii florum 200,0. Tum adde Tincturae aromaticae 1,5 Vini Hispanici 50,0. Bei längerem Gebrauch ist in Stelle de» Syrupus Aurantii florum eine Byrupöse Lösung von Kartoffelstiirkczucker zu verwenden. Petroleum. den r^ au ^ as i SCü es Petroleum. Markownikoff und Oglobin untersuchten Beb Proc - betragenden Destillationsrückstand dieses Petrols und fanden darin in A 1 ' cnwassers t°ff en und neutralen sauerstoffhaltigen Körpern ca. 3 Proc. reih etzal kalilauge löslichen Harzstoff und ca. 0,2 Proc. Säuren aus der Fett- Cal •' aUc l' Essigsäure, ferner etwas Phenol und Aschentheile wie Eisen, Kupfer, V er u- Un ?' SilDer (?), Schwefel (letzteren zum Theil als Gips, zum Theil in organischer Wei „ . Ung (Lösung ?). Die Kohlenwasserstoffe erwiesen sich schwerlöslich in der Se - 1St ' unc * das um so schwerer, je höher der Siedepunkt lag. Die Analyse setz ZWlSchen 2 20 und 251° C. gesammelten Destillate ergab eine Zusammen- Ein z i Von81 > 2 5—86,12 Proc. C, 13,54—13,13 Proc. H, 5,20—0,75 Proc. 0. l 0g " e Partien entsprechen der Formel C^H^O, also einem der höheren Homo- 8en des Camphers etc. Näheres ehem. Centralbl. 1881 Nr. 39. Jahr " a PM' la > Oleonaphta. Unter diesen Namen brachte man vor einigen für if me . nrer e Sorten eines dickfliessenden kaukasischen Bergöls als Schmiermittel ll nd p C ^ nen in den Handel. Es wurde dieses Oel besonders zum Bestreichen Putzen der Metalltheile der Bunsen' sehen Elemente empfohlen. r^tnm Oleum terrestre crudnm correetnm, Petroleum (Ainerieanum) crudurn cor- v 0n t vcr bessertes rohes Pctrol, corrigirtes rohes Petroleum, das rohe, durch Erhitzen Kren ^ einer Wäl ' mo Dis 80° C. flüchtigen Stoffen befreites und durch Co- dickj.^^hwgtes Amerikanisches Erdöl. Es bildet eine braune bis schwarzbraune, bj s 0 1( l h bis dickfliessende Fettmasse, vom Gerüche des Petrols und von 0,880 u ^20spec. Gew. fl ürf , a . s Deutsche rohePetrol, wie es im Hannoverschen Bezirke zu Tage kommt, flüou- Slch S^icher Wirksamkeit erfreuen, wenn dasselbe von den bis 100 L. Oqon g f n Tlleil en befreit ist. Da das spec. Gewicht dieses rohen Erdöls circa Wi 6trä St> so wird das des corrigirten 0,910-0,915 betragen. Das corngirte Co af iSclle Petrol wird da8 lei chtere sein und ein spec. Gewicht von 0,880 u >"20 aufweisen zum ? leSes Oel wird in dichtgeschlossenen Gefässen aufbewahrt Es dient nur UtQ Verliehen Gebrauch und ersetzt das GwFFrra'Bche halbfeste Petroleum, 920 Petroleum rectificntum. ■wie es sich an den Fassungen der Pennsylvanischen Oelquellen ansammelt un von Griffitii (New Remedies 1880, Maiheft) mit grossem Erfolge geg eu chronische Bronchitis, Asthma, Katarrh, beginnende Phthisis, Bandwurm etc. angewendet wird. Huilc de Gabian ist der Namen für das zu Gabi an (Dep. Hörault) in FranK- reich geschöpfte Erdöl. Der Apoth. Gabdy bringt dieses rohe Petrol, angeblich mit Fruchtsaft gemischt, in Leimkapseln ä 0,25 g in den Handel. Es wird innerlich gegen alle Leiden der Luftwege gebraucht und, wie mehrere Aerzte bekunden, mit dem besten Erfolge, z. B. bei Bronchial-Katarrhen, Blennorrhoe 11 ' chronischer granulöser Laryngitis, Asthma, Dyspnoe, Lungenphthisis. ^"J e Störung der Verdauung trat nach dem Gebrauch nie ein. Gabe 2 — 3—4 Kapse 1 vor jeder Mahlzeit. Huile Seneca, Huile Genesße bedeuten rohes Erdöl. II. Petroleum Americannm rectificatum, Brenn-Pctrolenm, Leuelit-P f '' leiim, Lciielittfl, Kcroscn, Photonaphtliil, Petrol, Pelrolenm ist ein raffmirtes Erdöl, d * bei 160—300° C. gesammelte Destillat des rohen Erdöles, besonders des >° r Di« 13e- Amerikanischen. Sein spec. Gewicht schwankt zwischen 0,780 und 0,820. zu Tage kommenden oder geförderten Erdöle sind ungemein verschieden m treff ihrer Consistenz, Flüchtigkeit und Zusammensetzung. Anwendung des rohen Erdöls oder rohen Petroleums. In dem ^ e . r tn quellengebiet Nord-Amerikas wird das rohe Petroleum gegen alle Kranknei gebraucht, besonders gegen Leiden der Brustorgane. Es kann nicht S e ^ ev !? teS werden, dass es ein vortreffliches Heilmittel ist. Bei chronischer Broncni > alten Lungenkatarrhen, Husten, Phthisis mindert es den kranken Zustand) sonders den Auswurf, der Husten wird seltener, die Nachtschweisse sclvwin und ein gewisses Wohlbehagen, selbst eine gewisse Körperfülle macht sich g^ , --.....- - - - ~ -■ ----- - • wir« Folg e ahre 4 T»f "Ricinusöl lö Gabe 0,1—0,2—0,3 drei bis fünfmal des Tages. Die kleinere Gabe mal angewendet, wenn die grössere etwa Uebelkeit oder Erbrechen zur haben sollte. In Verbindung mit Chinidinsalz, Ferrichlorid vermag es oft ' Heilwunder zu verrichten. Auch bei Leiden der Harnblase, Blasenkatarrn^ ^ mag es erfreuliche Dienste zu leisten. Gegen Bandwurm ist es durch hindurch zu 0,5—1,0 täglich 4 mal zu geben, am besten mit Emulsion und in Verbindung mit Gewürzstoffen. -igen* Wesentlich ist es, das rohe Erdöl als Arzneistoff in Anwendung , zU . /"„^n denn den theerartigen Theilen der Mineralöle gehören hauptsächlich die Heilwu f beim innerlichen Gebrauche. Die Destillate aus dem Erdöle sind nur von ^ Wirkung, obgleich ihr äusserlicher Gebrauch meist den Heilzweck erreichen ^ Richtig wäre es, wenn das rohe Erdöl, befreit von den bis zu 80 ° C destü i flg Theilen befreit als innerliches Arzneimittel in Anwendung käme und officinell gemacht würde. Das Gabian-Oel Gardy's soll selbst bis auf 200 g auf einmal genoB»^ keine giftige Wirkung geäussert haben. MoNBKi Hess sogar einen seiner i^a. ^gj!. früh und Abends je 15 g des Oeles nehmen und dies ohne allen ^° lD S- 194 ' 439- Dass die Einreibun g en mit Petro1 nicht bei in P^ 6n *' son dern nur am Tage zu bewerkstelligen sind, kann nicht genug Erinnerung gebracht werden, y Nassau beobachtete nach dem äusserlichen Gebrauch des Petrols Albuminurie. anftJu ei 'gaben, dass nach Einpinselungen mit Petroleum ein Körper im Harne wird Welcher durch Salpetersäure in dicken wolkigen Flocken abgeschieden scli •', We ^ Cüer beim Erhitzen sich fast löst, beim Erkalten sich aber wieder ab- •m w We ^ Cüer Körper in Weingeist und Aether löslich ist. Ferner finde sich dem T ne nac '' 1 äusserheiie 1 " Anwendung des Petroleum häufig eine Substanz, die äluil' l m ' n einigermaasseil ähnlich ist und sich gegen Ileagentien dem Pepton " Cü verhält (Viitunow's Archiv Bd. 77). A lln ,. m starken Uebormaasse genossen, wirkt Leucht-Petrol wie ein Gift. In den nlt ea ' ä'hygien. publ. Bd. 49, S. 375 ist ein Fall erwähnt, wo ein 24 Jahre Q>al ^ Cüen in selbstmörderischer Absicht circa 200 g Leucht-Petrol auf einend VerSc ^lußkt hatte. Es stellte sich unter andern Symptomen Gelbsucht ein ^hrm'ff am dl "' tterl Tage kam Patientin wieder zur Besinnung. Klystire, Ab- "*el, Magnesia, Sinapismen, Eisumschläge kamen zur Anwendung. 1) p le Raffinage des Petroleum oder Erdöles umfesst drei Operationen: B eat rac tionirte Destillation behufs Beseitigung der leicht entzündlichen subst küe- 2 -* Beüandeln mit Schwefelsäure, behufs Beseitigung farbiger Theer- Süi,* Zen > und 3) Behandeln mit Natronlauge behufs Beseitigung der Reste ^esta 6 i ure aus ^er Behandlung mit dieser Säure, einiger sauren pyrogenen nutheile und Phosphor-Verbindungen, des Schwofeis, Arsens etc. fö rm j e ei 'sten Destillationsproducte sind bei gewöhnlicher Temperatur gas- ßian S lmd ^ ei 30 ° destilliren über: Cymogen, Gazolen, Rhigolcn (welches letztere &th e als Anästheticum gebraucht). Dann folgt bei 40—60° C. Petrol- Gewi 1 ' ^ ^ em Gemisch aus Kerosolen, Rhigolen, Scherwod-oil). Das spec. Uhü C 7 n 0 dic8cs Petroläthers schwankt zwischen 0,660—0,665. Zwischen 60 G etQ j , sammelt man als Destillat einen schweren Petroläther (Nr. II), ein Ztyj s , au s Gasoline, Canadol und Benzin, mit einem Gew. von 0,665—0,675. °«675 6n 70 und 120 ° destillirt Petrolbenzin mit einem spec. Gewicht von k tt n s tT-°' 700 odor L i g r o i n e. Zwischen 120 und 160 ° destillirt P e t r o 1 s p r i t, 0,7U ües Terpenthinöl, Putzöl. Das spec. Gewicht schwankt zwischen l eu"m U T Ud °' 745 - Ueber 160° destillirt das Brenn- oder Leucfat-Petro- zwi Sp y,' Leu chtöl, Kerosin, raffinirtes Petroleum. Das spec. Gew. schwankt Vuit n °> 790 und 0,820. Zuletzt folgen Paraffinöl, Schmieröl, Globeöl, lation/^ 1 ' PtOnixöl mit einem spec. Gew. von 0,825-0,900. Der Destil- ^ckstand wird zur Darstellung von Leuchtgas, Paraffin etc. benutzt. L am " as raffinirte Erdöl hat man auch Kerosen, Kerosin, P°*" 8 °l"öl, P en öl genannt. Gabi an öl ist ein rohes Erdöl (s. oben S. 920). ^ohringöl hat man das bei 250 bis 300» überdestillirende Erdöl genannt. 922 Petroleum. Petrolina. Benzolin. Es kann nie explodiren, hat ein spec. Gew. von 0,830—0,850 und muss in "^ sonders construirten Lampen gebrannt werden. Petroleum ist meist ein Gemisch von Paraffin mit verschiedenen andere Kohlenwasserstoffen, zunächst mit Homologen des Grubengases. Die im r° neB Erdöle vorhandenen Gase sind Methylwasserstoff (Methan oder Sumpfgas), Aethyb Rutyl-, Propyl-Wasserstoff. Die Homologen des Benzols sind zuweilen nur ' geringen Mengen vertreten (wie Benzol, Toluol, Cumol, Xylol) oder sie sind auc wohl Destillationsproducte. Homologe des Methylwasserstoffs (oder Grubengase 3 ) bilden meist die Hauptbestandtheile des Petrols (wie Amyl-, Caproyl-, Oenanthy» Capryl-, Pelargyl-, Rutyl-, Euodyl-, Lauryl-, Coccinyl-, Myristyl-, Benyl-, Pa lm1 ^ Wasserstoff, also CH 4 bis hinauf zu C 32 H 34 ). In raffinirtem Petroleum sin B Amylwasserstoff und Caproylwasserstoff vorwiegend vertreten. Von den Olef 1 " 6 (CnH 2 n) werden als Bestandteile des Erdöls genannt Aethylen, Propylen, Bu tv e ' Amylen, Hexylen, Heptylen, Octylen, Nonylen, Decylen, Duodecylen, Ce i Melen, etc. also CH 2 bis hinauf zu C 30 H C0 . Sauerstoffverbindungen sind im öle nur in sehr unbedeutenden Mengen vertreten, wie z. B. Phenol. , Im Pennsylvanischen Petrol fand Englek 0,2 Proc. Cumol (Pi'°PJ benzol, Cumen), dessen Siedepunkt bei 157° C. liegt. .gj Das Verhältniss der Unkosten der Beleuchtung mit Petroleum, ** i Leuchtgas, Stearinkerzen ist zur Erlangung einer gleichen Lichtintensität das Petroleum = 10 angenommen annähernd 10 : 25 : 22 : 100. Festes Petroleum, angeblich eine Erfindung Otto's und Dittmab's, ist durch Mischung mit etwas Hausseife in der Wärme hergestellte pu'P 08 ^...,]^» gallertartige Masse. Der Transport dieses Artikels soll in Kisten und .i uD g geschehen, also billiger sein als der des flüssigen Petrols. Die Abscß ^ des Petrols soll durch Essigsäure bewirkt werden. Zwischen Seifenlösung ^ Petrol wirkt hier nur einfache Adhäsion und die Praxis wird desshalb von < ^ festen Petrol nie Gebrauch machen können. Während des Transportes wi ^ unausgesetztes Abtropfen des Petrols von der Masse nicht zu verhindern^ -^ In diesem festen Petrol als Handelsartikel scheint wohl nur eine Verirruno ^ menschlichen Forachens und Nachdenkens vorzuliegen. Vergl. IndustneD • S. 398 und 406 und Zeitschr. d. österr. Ap.-Ver. 1882 No. 1. ^^ Petrolina nennt die Oil Refining Co. in Birmingham und & e jo ihre Paraffin-Vaseline- (also aus Petrol gewonnenen) P**?*«. «jroc«)» Form von fifirat.fltl und 8ftlh«n '/. R. mit. Arnika. Kamnhnr. CarbolsäUl'6 (3'F Form von Ceraten und Salben z. B. mit Arnika, Kampher, Carbolsäur Cold-cream etc. Mit dem Namen Scalpene bezeichnet sie ein dickfliessendes Haaröl (aus Paraffinöl ^ Unguentum Pctrolei, Cosmoline, ist eine paraffinhaltige Vaseline, v,-e itet)- lebe Es i) durch die Firma Schmidt & WildbnhagBN in Darmstadt zu beziehen i • ^ stellt eine geruch- und geschmacklose, hellgelbe, schwach opalisirende, ^ ^ ^ schmelzende, bei 325° siedende Fettsubstanz von 0,875 spec. Gew. bei 1° ' u0 d Vergl. auch unter Paraffinum. Es soll vollständig in Aether löslich s viele Vorzüge vor der Vaseline haben. eX . Petrol-A'aphtha, Petroliither unterscheidet sich von ähnlichen Kob1 ?^ der Stoffen nach Allen durch das spec. Gew. von 0,690. Das spec. '«^ yfc Brannkohlcnnaphta ist 0,718, das des Benzols 0,876. Der Siedepunkt Iäs9* den ersteren ist 65 und 66° C, das des Benzols 80° 0. Petrolnapn^ ^.^ sich mit reiner geschmolzener Carbolsäure nicht mischen, wohl aber anderen. Arch. d. Pharm. 1881, 1. Hälfte, S. 394—395. Benzolin ist eine Bezeichnung für Petroläther und Schiefernapht »• Petroleum. Vulkanöl. Petrolbrände. 923 . Kaiseröl soll ein mit Fruchtäther parfümirtes, sehr gutes Leucht-Petroleum d.!\ Wahrscheinlicher ist es ein dem Möhringsöle ähnliches Petroleum, nach Und . SS0N ' sc hen Methode gereinigt und desodorirt. Es sichert vor Explosionen wird daher dem gewöhnlichen Petroleum vorgezogen. Bezugsquelle: Kocu'sche r etroleum-llaffinerie zu Bremen. de tu S0 ^ c ' n P' rd °l se ' n 7 welches sich besser als Vulkanöl zum Schmieren «laschinen eignet. Es soll frei von thierischen oder vegetabilischen Fetten ln - s Pec. Gew. 0,875—0,885. Bezugsquelle Wikth & Cp. in Frankfurt a. M. «inigolcii ist ein bei 21 ° C. siedender Kohlenwasserstoff von annähernd 0,625 ^- Gew Äether. Rl-'° S< ', 0 ! 1 S ft h diesem Destillationsproducte aus dem rohen Petrol den Namen Verdunstend wirkt er in gleicher Weise Kälte erzeugend wie Es wird daher auch als locales Anaestheticum angewendet. Bigeeoff etw ^° (Kälteöl). Das im Handel vorkommende Bhigolen enthält immer 6 j s Benzin. Es liegt desshalb sein Siedepunkt etwas höher und ist das spec. Gew. änrt as grösseres. Bei der Aufbewahrung unterliegt es auch denselben Ver- g run S c n wie das Benzin und nimmt die spec. Schwere zu. Es ist wie das Z1 n i n (üehtir esc hi 0?sen em Glasgefäss und auch geschützt vor Tageslicht aufbewahren. Wel i " lu;nilt H. Morton eine grün fluorescirende krystallisirende Substanz, Und ^ 61 aus dem Petroldestillationsrttckstande mittelst Petroläthers extrahirte zeiol^ ' len er a l 8 einen Bestandtheil des ThalhSnöles oder Thallentheres be- Und fl- ^' 08er Kohlenwasserstoff ergab die Zusammensetzung des Anthracöns hirt teilweise Identität mit den aus dem Erdöltheere mittelst Benzols extra- (Pli o llcn » Carboscenen, Dicarboscenen, Percarboscenen • Centralh. 1877 S. 173). Erd"i KBEllT Tweddle (Pittsburgh) stellte aus dem Destillationsrückstande des h 0 j ° s nac h Abscheidung des Leuchtpetroleums durch Fortsetzung und Wieder- W e i , ^ uer Destillation einen grünen Körper in schönen Krystallen her, 'cnen er ^hali 0SCCn nannto > aus welchem er durch Sublimation einen gelbgrünen Körper Ä °8ch a D ' ^ urcn fractionirteKrystallisation Carboscen, Carbopetroscen etc. Kürn D ' ese Kor per wurden von Pinniek und David als zusammengesetzte i n £j er kannt. Petroscen hatte ein spec. Gew. von 1,206 und liess sich Hm i l6nwasserstoffe scheiden von 0,990; 1,270 und 1,300 sp. Gew. Der zw;* i puilkt dieser Paraffine stieg bis 85 ° C. und der Kohlenstoffgehalt schwankte 1Sche n 88 und 96 Proc. 2tllet yrtkailtfl (Handb. II, S. 652) ist der Destillationsantheil des Erdöls, welcher M n bei circa 300 ° C- Vergeht. Sem s P ec - Gew - schwankt zwischen 0,870 20 p.' 9 °°" Das als Schmieröl im Handel befindliche Vulkanöl ist mit 10 bis E rst loc - Rüböl vermischt, denn unvermischt ist es kein Maschinenschmiermittel. Ul 'ch den Zusatz von fettem Oele wird es als solches verwendbar. S a i m . j^ r °Heuer, Petrol-Brände in geschlossenen Räumen zu löschen. Hierzu ist hat 1! 7 seist äas einfachste Mittel, worauf Sciilumbergeu. aufmerksam gemacht a %pl- ^ edem p etrolfasse auf der Lagerstelle soll eine Flasche mit Salmiakgeist *era e i^ WC!rdcn - Bei Ausbruch des Feuers platzt die Flasche und das frei _? e Amnion hindert das Weiterbrennen des Petrols. ein P * eue rgefährlichkeit ist mit leeren Petrolfässern nicht verbunden, d.h. tt, ehl , g l oss e Zahl leerer Petrolfässer auf einem Flecke aufgestapelt bietet nicht Ki e fL\ euev geföhrliclies als einfache Holzfässer aus Eichenholz. Einige Klaftern CenX° lz sind sogar feuergefährlicher als jene eichenen Petrolfässer (pharm. alh - 1881, S. 59). 924 Petroleum. Reinigung. In Nord-Amerika suchte man nach Mitteln, den Petroläther oder die Naphtna inexplosiv zu machen, um sie dem Leuchtpetrol zuzumischen, um eine passende Verwendung für diesen Theil (12—15 Proc. des rohen Erdöls umfassend) aufzufinden. Da gab es nun mehrere als Chemiker sich brüstende Fabrikanten» welche Kochsalz (auch Weingeist) als ein die Explosivität störendes Mittel » D ' rühmten, indem sie annahmen, dass Petrol und Petroläther Spuren dieses Sal ze in völlig trockner Form lösen und dadurch die Entzündungstemperatur herabg drückt werde, aber übersehend, dass hier nur die Flüchtigkeit dieser Kohle Wasserstoffe der gefahrdrohende Umstand ist. Auf jene Empfehlung bauen wurden die am Schlüsse dieses Artikels aufgeführten Pulver als Geheim-An 1 explosions-Mittel in den Handel gebracht und dazu zu einem Preise, dass diese Artikel zu einem wahren Betrüge sich gestaltete. Leucht-Petrol löst mehrere Metalle, wenn es, zuvor oder während Contactes mit den Metallen (Blei, Zink, Zinn, Kupfer, Magnesium) mit »t sphärischen Sauerstoff in Berührung stand oder steht. Es bilden sich den Sä« anschliessende Oxyde, welche die Lösung bewirken. Besonders wird Blei W gelöst, wodurch die Leuchtkraft des Petrols eine Einschränkung erfährt ip Ceutralbl. 1880, S. 219). . t Leucht-Petrol als Stick luftbildner. Wenn Petrollampen so masirÜ * e sind, dass eine vollständige Verbrennung des Petrols zu Wasser und Kohlens nicht stattfindet, oder wenn in einer Petrollampe der Docht so weit her« schoben ist, dass nur eine kleine Flamme brennt, die kleine Flamme nicht ^ reichend Hitze erzeugt, um einen genügend starken Luftzutritt zu veranlassen» verdampft einerseits Petrol und der Petroldampf umgiebt die Flamme, . en y er , tritt genügenden Sauerstoffs verhindernd. Dadurch erfolgt eine theilweise brennung des Kohlenwasserstoffs und es entsteht Kohlenoxydgas neben gg. gas. Vergiftungen in Folge mattbrennender Petrolflammen sind mehrere ^ kommen. Der Görlitzer Anzeiger 1876 berichtet z. B. über einen solchen giftungsfall, welcher Dank rechtzeitiger Hilfe keinen tödtlichen Ausgang na ' Zur Reinigung der Petrolglasgefässe schüttelt man nach dem »^ mist and Druggist" dieselben mit dünner Kalkmilch aus; diese bildet mi ^ Petrol eine Art Emulsion und nimmt die dem Glase anhaftenden Res 0 g selben vollständig auf. Aeusserlich wäscht man die Flaschen etc. mit So u » • ^ ab. Um auch jede Spur des meistens noch zurückbleibenden Geruchs zu en ^ spült man die Gefässe mit Kalkmilch, der man etwas Chlorkalk zugese ^ zwei oder dreimal aus, schliesslich spült man mit kaltem Wasser nach- wärmter Kalkmilch gelangt man noch rascher zum Ziele. ~; e bt Zur Beseitigung des unangenehmen Geruches des Petrol eU . ^j-ers Masson (Rep. de Ph. 1876) zu 100kg Petroleum mittelst langröhrigen 1 J g . (J j jt ig 60g conc. Schwefelsäure, 60g conc. Salpetersäure, dann *° -jjjcli auf die Oberfläche des Petroleums 500g Weingeist. Dieser sinkt * udier zu Boden und es erfolgt Schäumung und Erhitzung und ein eigenth« ^ Geruch. Nach einer Stunde wird unter Agitation Wasser hinzugesetz • ^ ^ decanthirto Petroleum wird schliesslich noch mit Kalkmilch geschüttelt Wasser gewaschen. H petrol Prüfung des Leucht-Petroleums. Eine Abhandlung über IjeUC Eiue Ab- von GAWALOVBKI findet sich pharm. Centralh. 1876, S. 357—360. ^ite» handlung über Prüfung der Petrole und die dazu verwendeten Apparate e es von die Nummern 46, 47 u. 48 der pharm. Centralh. 1881. Das Leucht-Petrol, Petroleum, Kerosen ist völlig gefahrlos,' * e 0 nn Oj e W> den leichten Kohlenwasserstoffen, deren Siedepunkt unter 140 —150 Petroleum. Prüfung. 925 reit ist. Verfälschungen bestehen in der Zumischung der billigeren leichten Kohlen Wasserstoffe wie des Gazolens, der Petrol-Naphtha, des Benzins, welche u auch durch Maceration mit Kochsalz, sowie mit verschiedenen Wurzeln und den glaubt weniger leicht entzündlich und weniger flüchtig zu machen. Diese geblich ungefährlichen Kohlenwasserstoffe werden selbst unter gewissen Namen e " " 'issiges Gas, Sicherheits-Gas, Petroline, Puroline, Septoline wecken der Petrol-Verfälschung in den Handel gebracht. Das als Leucht- Petrol aus Amerika nach Europa gebrachte Petroleum ist wohl immer im guten ' " ande und werden erst in Europa die Fälschungen vorgenommen. Die Petroleum-Bill für die Nord-Amerikanischen Freistaaten und *! n Sland lautet: auch für ----- w „Jedes Fass Petroleum ist, bevor es in den Handel gelangt, w r Untersuchung zu unterwerfen, und es darf kein Oel dem Handel überlassen Wh Welches bei einer Temperatur unter 100° F. (37,9° C. oder 30,4° R.) „ are kämpfe entwickelt." Gemeiniglich wird diese Temperatur zu 38° C. an- d "i? 111611 ' In Frankreich ist dieselbe auf 35° C, in Berlin laut Uebereinkommen fest fleute auf 40 ° C. festgesetzt. Richtiger wäre die Temperatur auf 45 ° C. zusetzen, weil in diesem Falle volle Sicherheit dargeboten ist. Einige Che- z . ei ' na ben selbst 50° C. gefordert. Die Entflammungstemperatur liegt meist li eo+ n ^0 und 65°, wenn die Entzündungstemperatur bei 50° C. liegt, erstere ^zwischen 55 und 60°, wenn letztere bei 45° C. liegt, erst ' 6 ^ ru *" un g des Leucht-Petrols hat folgende Punkte zu verfolgen. Der 18 t, zu erkennen, ob das Petrol mehr Stoffe Spuren solcher Kohlenwasser- enthält, welche bei einer Temperatur bis auf 40° C. (besser 50° C.) Gas- Tem anne ^ men - In einer Petrollampe, welche in einem Zimmer hängt, dessen ^'airf eratUr in ^ en oberen Luftschichten 18 — 22° C. erreicht, wird der der C. ™ me zu "ächst liegende Raum im Pctrolbehälter bis 35° C, ja selbst bis 40° eine ar . m w . erae "? a l so jene Kohlenwasserstoffe gasig machen und auf diese Weise tygj^P^S've Luftschicht bilden. Aus diesem Umstände ergiebt sich die Noth- v 0n jf, *> dass ein Petrol nur dann ein sicheres Leuchtmaterial ist, wenn es an„„i enwas serstoffen gänzlich frei ist, welche bis auf 50° C. erwärmt Gasform 68 "aen. Der zweite Punkt betrifft die Feuergefährlichkeit des Petrols, wenn Cß eH . Sciner Hauptmasse mehr denn 10 Proc. Kohlenwasserstoffe enthält, wel- Sied c 6V 6incr Temperatur von 50—140° C. in Gasform übergehen, oder deren tetan Pmikt unter 140 ° c - Kegt. Je nöner d ' e Entflammungs- oder Entzündungs- bet rifft- a ^- r li0St ' Um S0 £ er ' n S er ' st die Feuergefährlichkeit. Der dritte Punkt Verb). Reinheit, das Freisein von theerartigon Stoffen, welche nicht vollständig Fl am ennen und die Capillaren des Dochtes verstopfen, daher eine geringleuchtende ^tandV 1 ^ somi(,lle s Verkohlen des Dochtes zur Folge haben. Diese Theer- kaw le werden theils durch das Verhalten gegen conc. Schwefelsäure er- WftBo.Li t . * 8 durch das Nichtvcrdampfen der auf Papier gegebenen und im „"fserbadf he %he p Ritzten Tropfen. Im Handb. II, S. 651 und 652 ist eine empi- ist ei n » iifm !» des Petrols angegeben. Zur Ausführung einer sorgfältigen Prüfling Jlan ° ac t'onirte Destillation unter Benutzung eines Thermometers erforderlich. «twa * ammel t die Destillate bei 50—60—80—100—120—140—150° C. Die mitt e i f 1 30 ~ 50 ° C. entweichenden, mehr gasigen Kohlenwasserstoffe leitet man 20o eo ^or Glasröhren in 10—15ccm absoluten Weingeist bei Verwendung von *ira etro1 zur Destillation. Der Weingeist ist dann zu untersuchen. Er W,; WCnn er Petrolgase aufgenommen hat, entweder einen besonderen Geruch Ser **n, oder mit leuchtender Flamme brennen, oder beim Verdünnen mit Was- 8cH™li rübe Mischung ergeben. 3 Volume dieses Weingeistesi^mit 1 Vol. conc. be n iw e f el| ' We "n da^PeiroTrelch säure gemischt und geschüttelt wird ebenfalls eine trübe Mischung erge- oder leicht-flüchtigen Kohlenwasserstoffen an gasigen 926 Petroleum. Gefahrloses Petrol. ist. Bei einem guten als Leuchtmaterial verwerthbaren Petrol wird bis zur Erwärmung auf 50° C. der vorgelegte Weingeist unverändert bleiben, weder einen Petrolgeruch ausduften, noch beim Verdiinnen mit Wasser sich trüben, noch mi leuchtender Flamme brennen. Ein Leucht-Petrol ist untadelhaft und gefahrlos, wenn bei der Destillation erst bei 140° C. sich einige Tropfen im Abzugsrohre der Retorte ansammeln und abfliessen, also wenn das Petrol zunächst frei von Kohlenwasserstoffen is 1 welche bis auf 140° C. erhitzt überdestilliren. Zwischen 140—150° C. dürfe" höchstens 5ccm von 200 ccm guten Petrols überdestilliren, zwischen 150—-160 • darf das Destillat 10 ccm betragen und bis 305° C. muss alles Petrol überdestüj lirt sein. Das Petrol ist vorzüglich, wenn die Destillation überhaupt bei 1 & bis 155° C. ihren Anfang nimmt und bei 300° C. alles Petrol aus der Betört in die Vorlage übergegangen ist. Ein Petrol, welches schon unter 135 ° C. des ^ lirt, ist zu verwerfen, oder doch kein ungefährliches. Schenkel nennt das P e 100-procentig, weiches zwischen 145 und 300° vollständig überdestillirt- stellt folgende Punkte auf. — 1. Ein Petroleum, welches unter 140° C m als fünf Volumprocente und über 300 ° C. mehr als zehn Volumprocento DeSt' ausgiebt, ist zu verwerfen. — 2. Der Handelswerth des Petroleums wird stimmt durch die Anzahl Volumprocente, welche zwischen 145 und 300° C "■ destilliren. Es ist also das zwischen 145 und 300° C. vollständig überdesti rende Petroleum als 100-procentiges oder Normalpetroleum zu bezeichnen. Ein anderer Theil der Prüfung besteht in der Bestimmung des spec- wichtes. Ist das Gewicht eines Liters Petrols bei 12,5° C. = 8ü0g> °,^ beträgt das spec. Gewicht bei 12,5° C. 0,800, so ist das Petroleum J^ echeinlich ein gutes und nicht feuergefährliches. Das spec. Gewicht eines g von Gasen und sowohl leichten als auch sehr schweren Kohlenwasserstoffen Leucht-Petrols ist bei 7,5° C. 0,8045—0,8035 bei 15° C. 0,7988—0,7977 „ 10° C. 0,8025—0,8015 „ 20° C. 0,7975—0,7965 „12,5° C. 0,8000-0,7992 „ 25° C. 0,796-0,795. r Ein Petrol, welches bei 10° C. leichter denn 0,799 oder bei 1 5 °°* f aUC b denn 0,795 ist, muss mit besonderer Vorsicht als Leuchtmaterial in den GeB» ^ genommen werden, und ein Petrol, welches bei 10° C. 0,796 oder bei 1 . g{ 0,792 spec. Gewicht ergiebt, darf nicht in den Gebrauch kommen. ^ a ^ e f we reii ein Petrol, welches bei 15° C. 0,810 spec. Gewicht aufweist, reich an sc n . er Kohlenwasserstoffen und wird in den gewöhnlichen Potrollampen mit ^ g g . hellleuchtender Flamme brennen. Wenn gesagt worden ist, dass das sp• ^ •Ihem. Zeitung 1880, »• ^ Ebenso ist die Angabe^- wicht der besten Petrolsorten bis 0,824 steige (Chem. Zeitung 1880 so müssen wir dies als einen Irrthum auffassen diicbeo kleiner Menge zugesetzt wurden. Diese kleinen Mengen bieten eben — . ^ Gefahr, andererseits entgehen sie leicht wegen ihres geringen Umfange» petr0 i, dass ein Petrol der Anforderung entspreche, unter 38 ° keine entzun ^ Gase zu entwickeln, wenn es erst über 140° destillire, nur dannjeine zU . j^gt wenn dem guten Petrol keine unter 50° C. flüchtige Kohlenwasserstoffe 1J ^ ^ erse its 3 s be: ueiain, auuraciDcim cuigcneu sie leicni wegen mres gelingen um'—-o p g , Destillation der Wahrnehmung. Explosionen veranlasst nicht das .^ welches viel der unter 50° C. Gasform annehmenden Kohlenwasserstoffe ^ eS et sondern welches davon wenig, 0,1—0,5 Proc, enthält. R. Weber hat i^ &i Beziehung interessante Versuche angestellt. (Man vergl. Sitzungsber. d. ^ Beförd. Gew. Fleisses 1881, S. 119. Chem. Zeitung 1881, Nr. 45, s, _ lar ol Kerosin hat ein spec. Gewicht von 0,820—0,840, Deutsches » gpeC , ein spec. Gewicht von 0,825—0,840, Schieferöle, Paraffinöle e Entflammung»-, Entziindungs-Punkt. 927 Kate^r 7011 °> 840 ~°> 850 - Mischungen aus Leucht-Petrol mit diesen Leucht- erialieu werden sich häufig aus dem spec. Gewichte erkennen lassen. Petr i Ehichtigkeit, der Kochpunkt und die spec. Gew. der Bestandtheile des iu ms stehen in einem gleichen Verhältnisse zu einander. Der Bestandtheil die 6r - grössten Flüchtigkeit hat sowohl den niedrigsten Kochpunkt, sowie auch 'heil h ngSte ^'Senschwere und umgekehrt der am schwersten flüchtige Bestand- i, n „., f ..,. den höchsten Kochpunkt und die grösste Eigenschwere. Die Entzünd- hältni 8t6ht mit dcm Grade der Flüchtigkeit ebenfalls in gleichem Verlieht ^ 6 ' "^ ^^htiger der Bestandtheil, um so leichter entzündet es sich und ^ ln Flamme aus. E r f ° *' a r diese Verhältnisse vorliegen und zur Beurtheilung eines Petrols die der \p. Un g nur eines dieser Verhältnisse zu genügen scheint, so finden sich in maejjg Irklicü keit auch wieder Verhältnisse vor, welche das Petrol feuergefährlich neu n > °bgleich unter 135° 0. destillirende Kohlenwasserstoffe zu fehlen schein- 0,5 p das s P ec - Gewicht das gehörige ist. So genügt der Gehalt von 0,1 bis Plosiv r ° C ' deS bei 3 °— 40 ° C - destillirenden Kohlenwasserstoffs, das Petrol ex- tn Q „ u dachen. Zur richtigen Beurtheilung ist die Bestimmung des Entflam- ist 2u *.. n ^ Entzündungspunktes nothwendig. Der wichtigste dieser beiden Punkte Wei c j ac * lst; der Entflammungspunkt (flasliing point), die Temperatur, bei bar eg T as Petrol an die Luft so viel der Dämpfe abgiebt, dass ein entflamm- (bu rn ; n u %emisch entsteht. In zweiter Reihe liegt der Entzündungspunkt ' a mmp -,P° mt )' d' e Temperatur, bei welcher eine momentan genährte kleine od er . das Petrol sofort entzündet, bei welcher das Petrol sofort Feuer fängt, kann i Ser bo ' we ' c her man eine kleine Flamme in das Petrol schnell untertauchen In tt dflSS dieSeS Flammo f&n S t - der j> Nord -Amorika ist der Entflammungspunkt auf mindestens 38° C (100° F.), 8ter e p^ Umlu ngspunkt auf mindestens 43,33° C. gesetzlich festgestellt. Der er- %n Ort ' St J ede nfaIIs zu niedrig gegriffen und wäre es bei 40° C. am rich- "Wsehj > Nu " s ' ebt os Potrole ? deren Entzündungspunkt selbst 43° C. weit ^gekeh^t \ deren Entn ammungspunkt aber unter 38° C. liegt, ja selbst der ^"edov. -. e Fall soll schon vorankomman sein. Diese Verhältnisse ergeben, dass *ed, - -.. buh seuou vorgekommen sein. Diese Verhältnisse ergeben, dass er eine noch der andere Punkt ausreicht, die Güte des Petrols als Leucht- z u erkennen. Zur Bestimmung beider Punkte, so wie die Messung V ° n Wel ? Dnun 8 Siebt es Apparate, von welchen unten einige erwähnt sind, " at <«al der D| ^ergi e | , en . übrigens sich kein einziger einer Vollkommenheit erfreut. Beim fw ar ® dieser Apparate findet man Gelegenheit, ihren Werth zu erkennen und ' n der or, er enormen Divergenz der Resultate. Ein Beispiel hierzu findet man Gift her er eni - Zeitung 1880, S. 489 und 490 angegeben. Man geht meist tr ols 0o ' We " n ma n sich dieser Apparate nicht bedient und die Prüfung des Pe- A bg 6 ( V esclben vornimmt. leitet n von der zur genauen Prüfung nöthigen fractionirten Destillation f °fS(;ht ffi mau zun achst zur Bestimmung des Entzündungspunktes, und dann er- "S 1 War ob . (las p etrol schon unter oder bei 50° C. Gase entwickelt, denn r ' aSe feu G f 6S ein feuergefährliches, ein zu Explosionen neigendes. Dass diese ^Phäri« !. angende si,u, > üe gt ausser allem Zweifel und nur der Gehalt an at- * H mtl. Luft > welcher auf ein Liter Petrol durchschnittlich 2,5 oem betragt 2 He n 7 bei 50—60" C. frei wird, wäre als nicht feuerfangend in Betracht zu yi mit • gute Leueht-Petrole von 0,800 und 0,798 spec. Gew. bei 1.4,0 0. 111 äem „ ? er Entzündungstemperatur von 45° C. wurden geprüft und je 500 cem «nd 0 Un ten beschriebenen Apparat erwärmt. Sie gaben erst bei.66 C. 0,4 2 '2<> bei 600 0,8 und 0,9 cem, bei 65" 1,4 und 1,6, bei 70» 2,3 und ' bei 75" 2,8 und 3,0 cem, bei 80« 4,2 und 4,4ccm Gase nebst atmo- _______________________ Petroleum. Petrolprüfung sphärischer Luft frei, d. h. die Summe der Gase betrug beim Erwärmen y° 500 ccm Petrol bis auf 80° C. 4,2 und 4,4 ccm, durchschnittlich auf 1 L lter Petrol 8,6 ccm. Ein Liter Petrol, dessen Entzündungstemperatur bei 44° C. la »' Hess bei 80° C. fast 10,5ccm. Gas incl. Luft frei. Ein Petrol, welches mit o Vol.-Proc. Naphtha versetzt war, ergab schon bei 40° C. auf ein Liter beree net 2,8ccm, bei 50° 5,0ccm, bei 60° C. in Summa 9,8ccm Gas. Die Ausführung der Proben ist folgende: 1. Eine empirische Prüfung zur Erkennung des Entzündungspunkte3 sich bereits im Handb. II, 651 erwähnt. Diese Prüfung lässt sich dahin mit dem Petrol filM» nn \ 35-40-45° C « f vollständigen, dass man ein Blechtöpfchen zu 3 / 4 auf 25—30 findet ver- 4 hitzt und bei jedem dieser TeWp raturgrade einen brennenden l>° in das Petrol schnell einsenkt. Docht ist ein solcher mit j^* ,_ getränkter, wie er zu den Nach" 1 tern Verwendung findet. Den l"j setzt man in die Oeffnung ^ engen Glasröhre von 15—" „^ Länge. Tritt Entzündung des ^ trols ein, so wird zur Erstickung Flamme ein Deckel auf das " ^ gefäss gelegt. Ist das Gefä» 8 ^ weit, so lässt sich die Flamme < blasen. Wer öfter Petrol zu J» suchen hat, mag sich aus Blec passende Vorrichtung fertigen^ wie beistehende Figur angi ebt. Fig. 122. Apparat zur Erforschung des Entzündungs- punktes. w Wasserbad, a Petrolnapf mit dem Deckel d, t Thermometer, v Luftröhrencn mittelst Korkes eingesetzt, g Glasrohr m. Nachtlichtdocht l. 1 l 3 Längen-Grösse. Noch einfacher ist die von den Nord-Amerikanischen Petrolfabrikan ^ cfa übte Prüfungsmethode. In eine offene Blechbüchse von 4—5 cm Höhe un ^ Weite wird bis zu 3 / 4 des Rauminhaltes Wasser eingegossen und dieses ^ ßlff0 \ 47—48° C. erwärmt, dann dem Wasser eine 0,4—0,5cm hohe Schicl> ^ ^ aufgegossen und nun ein an einem Ende brennendes Zündhölzchen ^ ode ^ x0 \- kleiner Flamme brennender dünner, mit Wachs getränkter Docht m <" ^' Wasserschicht eingesenkt. Ein als Leuchtmaterial verwendbares 1 e mit bei 46° C. nicht entflammen. Diese Probe ist nur die vorstehend. er * a j oS ioP s ' geringer Modifikation. Sie könnte völlig genügen, wenn damit die V ^ fähigkeit gleichzeitig geprüft wäre. Dies ist nun nicht der Fall, denn ^ oB - dem Petrol 1—3 Proc. Petroläther zumischt, so gelingt die Probe eben 2 -• folgen*' 0 x oft petrol toosr gleich das Petrol durch diesen Zusatz explosiv geworden ist. Die ist also unerlässlieh. 2. Bestimmu.. 0 „......_......_ „_„--------- «,._, Dampf- oder Gasform annehmenden Kohlenwasserstorie 2. Bestimmung der in Petrol etwa gegenwärtigen, unterbau 100-P 1 ' welches erst bei 100" C. gasige Kohlenwasserstoffe abgiebt, ist ein x "' e vo» ±;__„ Jn^omVo üViav wa1,.1,„. ...1------ i..,: rno —!„!,„ ß»oo z-n oitiem U" 1 ' ,„T,«el> 1000 ccm Petrol von 15« C. bis auf 45» C. erwärmt nehmen ein V n8tb i g e» circa 1030 ccm ein. Dieser Umstand musu bei der Construction der e ^ ä u« Apparate für die Prüfung in Betracht gezogen werden. Petro L 0 c . cn i P etl - atmosphärische Luft in Resorption und man kann davon aut 1 ^.^ t 2,5 ccm annehmen, welche Luft jedoch erst bei 55—65 ° C. zum Tbeil» bei 10" Petroleum. Prüfung. 929 frei • , n einer 40- 45- 50- 55- 61- 65- 71- 75- 80- 85- 90- 95- em Peratur von ■ 440 c. ' 4 50° C. aber feuergefährlich 1,5 cem 2,5 „ 3,0 „ 4,0 „ 5,0 „ 6,0 „ 8,0 „ 10,0 „ 15,0 „ 18,0 „ 24,0 „ 32,0 „ bei einer Entzündungstemperatur 350 C. 36 u C. 36° C. 370 c. 37° c. 38 0 0. 38° C. 39° C. 39° C. 40° C. 40° C. 410 C. 'e 7oi 1 *ass ei J j? CS Tcmpcraturgrades, bei welchem 1000 cem Petrol überhaupt Kohlen- b e ; ft5 °"gas freilassen, abgesehen von circa 2,5 com atmosphärischer Luft, die ^roce nt °° c - frei werden, giebt dem Petrol auch die Bezeichnung seines Von GE WCTtllcs - Die guten Leuchtpetrole beginnen meist erst bei einer Wanne schei ne ~~~ 70 ° C " Gas frci zu lassen , also als G5 —70procentige Petrole M er- > fc i ( .] n ' ^ obiger Tabelle schliessen die Zahlen der cem jene 2,5 cem Luft ein, feii B „ 1000cem Petrol gewöhnlich abBorbirt enthalten. Die Rubrik mit „nicht Sefährlich u überschrieben, giebt die Mengen Gas incl. atmosphärischer Luft '"™ gute Petrole frei zu lassen pflegen. Je höher procentig ein Petrol 80 besser und um so sicherer ist es als Uuchtmaterial. Wenn ein 'Ue r 5tr Um ^^-^_ ______ __________________________ te CerT 8t b6i 70 ° C. ausser 2,5 cem Luft Gas frei Lässt and seine Entzündungs- r «ur zwischen 45 und 50° C. liegt, so ist es als ein gutes Petroleum zu 8er > Pharm, r-raxis. Süppl. 59 930 Petroleum. Prüfung. beurtheilen. Wenn einem 70-proc. Petrol die Censur „gut" angehört, so ist d a9 80-proc. als „sehr gut", das 90-proc. als „vorzüglich gut" bezüglich der Feuer- gefährlichkeit zu bezeichnen. Die Entzündungstemperatur eines 70—75-P roC ' Petrols liegt meist bei 50° C. Die oben in der Tabelle angegebenen Entzündungstemperaturen sind zum Theil Resultate der Experimente mit 5 verschiedenen Petro' Sorten. Die Abschätzung der Gasblase unter dem Korke im Apparate Fig- l*j| ist nicht schwierig, wenn man zuvor in Reagircylindern Mengen von leem und Fig. 123. Vorrichtung zur Prüfung des Petrols, t Thermometer, r Glasrohr, * Kork, c Reagir- cylinder. 11W" Vorrichtung zur Bestimmungj**, er it»*J; „Ärmegraden gasigen Kohlen«»» w „#i (Thermometer, r Glasrohr, « weite« > Glasrohr, k Kork, c Reaguey lin0 ' ' 3ccm Wasser eingegossen und betrachtet hat. Man kann das Gasvolum ^jj- aus der Menge des Petrols berechnen, welche in das vorgelegte Gefäss ( > e9 über gedrängt ist. Hätte man 500ccm Petrol der Prüfung unterworfen ^ wäre das Petrol von 10° C. bis auf 50° erwärmt worden, so werden ^ übergeflossen sein in Folge der Ausdehnung. Umfasst dieses Petrol abei ^ so liegt auch ein 8 rem umfassende Gasblaso vor. Diese letztere Messung Berechnung giebt leider nur wenig sichere Resultate. fjhef' Soll die Gasmenge bestimmt werden, so setzt man in den Kork neW '' n ^ e s mometer und Glasrohr ein 10 cm langes und 1—1,1 cm im Durchmesser n p &9 Glasrohr auf (Fig. 124), welches mit einem Kork geschlossen werden *** 'jjjalr enge Glasrohr muss auch h'er fast bis auf den Boden des Glasgefässe^ mit reichen, aber über den Korke so weil, hinwegreichen als das weite KU '■ Jytffi Kork zuschliessende Rohr w hervorragt. Durch das weile bis zur untere ^^ des etwas konisch gehöhlten Korkes reichende Glasrohr (w) wird < » ^^ total mit dem Petrol gefüllt und das weite Rohr dann dicht mit an ^defl gespitzten Korke geschlossen, so dass kein Luftblaschen im Petroleum v vcVgc j,ieb- ist. Das weile Glasrohr ist mit 2 Gummiringen verschen, welche als ^^ ^ bare Marken dienen. Man erhitzt im Wasserbade bis zu gewissen (** Petroleum. Prüfung. 931 zeichnet die Grenzen des Gases in dem weiten Glasrohr («■) mit den Gummiringen, 1 nach der Operation den Raum nach ccm zu bestimmen. Beträgt das Volu- n bei 80° C. z. B. mehr als 8 ccm, so wäre das Petrol als Leuchtmaterial zu werfen. Bei einem guten Petrol beträgt das Gas bei 70° C. höchstens 4,0 ccm, ei «0° C. 7 ccm, bei 90° C. 10ccm incl. 2,5ccm Luft aus lOOOccm Petrol. j Diese Proben sub 1 und 2 geniigen, um zu erkennen, ob ein Petrol als ' tnia terial Sicherheit bietet und sind die kostspieligen Petrolprüfungs-Appa- damit vollständig zu ersetzen. Da der Kork bei dieser Probe das Petrol- u , ass dicht schliessen muss, so ist es rathsam, ihn möglichst dicht einzusetzen ^ aussen die Fugen zwischen Glas und Kork mit Gummischleim oder Leim , zu bestreichen und den Anstrich trocknen zu lassen. Noch besser ist es, Wel i^ rossen Kork (Fig. 124) an seiner äusseren Schliessfläche mit Gummischleim, d c ' er mit 5 Proc. Glycerin versetzt ist, zu bestreichen, auch die innere Fläche j * "efasshalses, gegen welche die Schliessfläche des Korkes drückt, vor dem etzen des Korkes mit demselben Gummischleim zu bestreichen, endlich die ere Fug e zw i sc l len Glas und Kork mit Gummischleim zu füllen und nun ua i en zu ^ assen - Auch das Glasrohr to ist an seinem unteren Ende so wie j) , inn ere des Loches im Korke mit Gummischleim zu bestreichen und dann das r w einzusetzen. Diese Vorsorge ist unerlässlich, um die nöthige Dichtung er, angen. ,1 ,'' nc empirische, jedoch nicht sehr zu empfehlende Probe zur Bestimmung "nd ^ ntna mmnngspunktes ist folgende: In ein Nönnchengläsehen oder ein langlies p D ^ 8 *8 eB Glaskölbchen von circa 25 ccm Rauminhalt giebt man 20ccm ]> , e troleums, erfasst es am Halse mit einer Zange und indem man es mit dem ein v. e m ^—^°° ^' wa, ' mos Wasser eintaucht, nähert man der Öffnung bre «nendes Licht. Es darf keine Entflammung eintreten. e ttm - I ? El,MANN empfiehlt folgende ■ n Pinsche Probe: Man giesst Petrol o vli| '" en circa 1,5 cm weiten Rcagir- iic ; J i erwärmt es in der Hand, eil *J ,l ann das Gläschen und führt Wil)( '''''""endes Hölzchen ein. Ent- Pi aum" S ' c1 ' die GaBe '"' leeren auch ttber d( ' m Pctrol > so ist dieses Qag ü Z ? ve rwerfen. Gleiche Volume '•'Ulli r ^ Drennei1 angezündet mit Flamme ab, ein expolosives Vol p 8ch entsteht aber, wenn I at m ^'"''lampf sich mit ca. 4 Vol. diese ß 8 * er Luft mischt - 5wm kaum ?® m ' 8 clics explodiren jedoch laut des hörbar, Fig. 125. a Wasserbad, b kolu'lien mit Cetrol gefüllt, c Zange, d brennendes Licht. , lOccm aber schon " n d vernehmlich, aber am heftigsten wenn in der Gasmischung 1 Volumen Von it tr ° ldam P fe8 mit °— 10 Volumen Luft vertreten sind. Nach Hinzutritt an* 5 v °l- Luft zu 1 Vol. Gas erfolgt keine Entflammung. Die von R. Weber ^teilten Versuche ergaben, dass 3 Tropfen Gasolin mit SöOccm Luft ein TrrJ ex P ,0 direndes Gasgemisch bilden können, während aus dem Dunste von b OZ D Gasolin ™it derselben Luftmenge ein beim Anzünden ruhig abbrennendes Gemenge entsteht, der J* 6 für die Untersuchung resp. Prüfung des Petroleum dienenden Apparate, 6ren ^ eine ziemliche Anzahl giebt, kann der Chemiker entbehren. Dass sie 59* 932 Petroleum. Prüflingsapparate. dem Nichtcliemiker willkommen sind, liegt auf der Hand, und der Chemiker» welcher häufig an die Petroleumprüfling herantritt, wird sich derselben wegen Zeitersparniss gern bedienen. Die meisten der Apparate beruhen auf der > Stimmung der Entilammungs- und der Entzündungstemperatur oder auf der i _ Stimmung derjenigen Temperatur, bei welcher das zu prüfende Petrol entzündlic Dämpfe entwickelt. Da nun die Gase aus dem Petrol stets entzündlich und 9 im Gemisch mit der 9 — 10-fachen Menge Luft explosiv sind, so genügt scbo der Nachweis dieser Gase mittelst der Apparate auf Seite 9 .'!<>. . Der Apparat Saleeron's und Urisain's bestimmt die Tension der Dämp ^ des Petrols bei gewisser Temperatur. Das Petrolgefäss steht mit einem ^* n metcr in Verbindung und trägt ein Thermometer, um damit die Höhe einer a * sersäule zu erforschen, welcher der Druck der bei einer gewissen Tempera des Petrols entwickelten Dämpfe das Gleichgewicht hält. Bei .'55° ist die " sersäule = 174 mm. Der Apparat Tagltabue's, offnes Pyrometer, besteht aus einem Was- serbade von Messingblech, in welches ein bis an den Rand reichender, 4 ■ dicker Glascylinder von 55mm Durchmesser eingesetzt wird. Derselbe, H , fassend wird bis zum Rande mit dem zu untersuchenden Petrol gefüllt, m ^ ches ein an einem Bügel aufgehängtes Thermometer eintaucht. Das Wasse wird vermittelst einer kleinen Weingeistlampe erhitzt, welche entfernt wird, so das Thermometer im Oel 90—95° F. zeigt. Man wartet eine nahezu °° nB L et . Temperaturangabe ab, wonach man ein brennendes Zündhölzchen über die ^ fläche des Oeles hinführt; erlöschen die entstandenen und angezündeten D mit einem Knall, so fährt man mit der Erwärmung Grad für Grad unter ^ digem Probiren mit einem brennenden Hölzchen fort, bis die Entflammung ^ peratur erreicht ist, bei welcher eine fortwährende Dampfverbrennung :l1 Oberfläche des Oeles stattfindet. _ sill( l Apparate von Ernecke & Hannemann (Berlin), Kuckla (Wien), f durch bessere Vorrichtungen verdrängt worden. ParrISCH's Naphth 0 ^ ist auch ein Petrolprüfer. Im Allgemeinen bestehen die Apparate in ® ne petrolgefäss, gewöhnlich im Wasserballe stehend. Es ist bis auf eine OeSnvoS^ schlössen, aus welcher die gasigen Petroltheile heraustreten und sich an ^ davor befindlichen Flamme entzünden, zugleich in Folge der Mischung mit LA ^ kleine Explosion verursachend. In dem Augenblicke, wo dies stattfin ° ' riü0 - man die Temperatur an dem mit dem Petrol im Contact befindlichen meter ab. fahrlicbk eit C. ENGLEB verwirft die Methoden, bei welchen auf die Feuergeta»» ^.^ aus dem Grade der zunehmenden Dampfspannung des Petrols S 68 ? S jr 0 hle»' weil bei der Verschiedenartigkeit der die Feuergefahrlichkeit bedingende» .^go Wasserstoffe bezüglich ihrer Feuchtigkeit sich ein constantes Verhältnis ' &$ der Grösse der Dampfspannung eines Oeles bei verschiedenen Tempera „ j; c Ji und der Feuergefahrlichkeit nicht blos erweisen lasse, sogar dies völlig u ^ erscheine. Daher sei die Differenz um circa 10° bei den verschiedenen fl> raten erklärlich. Einen Fortschritt erweise der SAYBOLDT'sche Petrole g ftg , fer, bei welchem ein electrischcr Funken zur Entzündung dos explo» 1 p egt ;„i- gemisches in Anwendung kommt, dennoch fallen bei diesem Apparat die ß a auf „ ', u ' s Petrols. 7) kupferner Mantel, C Wasser- . »«schlaf 8t ! hena ""' l mit Manschette EK den Mantel t? .f für c S 1 B " < : Luftbad, E Bpirituslampe,./ Trich- u Einfini n "'™""i<'tn- für Wasserbad (', A Petrolgefass "'"Jrte a und Thermometer t, o Oell&mpchen, twhiebor zum Schllessen der Oeffnung. *elel Alil ' ; i''sche Prttfungs-Apparat hat unter den 20 verschiedenen Apparaten UiJ e ' Uer in Berlin zusammengetretenen Petroleum-Commis.sion zur Begutacht- licrf vorlagen, den Preis erhalten. Dieser Apparat ist auch in England gesetz. fl « eingeführt. Der Gebrauch des Apparat erfordert Uebung und Umsicht (Infi1 1 "' ebL !880, S. 464). Er dient zur Bestimmung dos Entflammungspunktes. Jf A PParat besteht aus dem Petrolgefasa (Fig. 126, A) aus Messing welches ReL B ? 1M,,m Rand e «* "i" 6 ™ R^ge, bestehend aus die Wärme schlecht leitendem ******* Kautschuk, aufliegt. In der Mitte der Seitenwandung des Petrol . *» befindet sich eine Einfüllmarke, ein Haken « angenietet, bis zu dessen Petrol eingefüllt wird. Der dichtschliessende Deckel d des 1 etrolgefässes A 8 Pit Z f 934 Petroleum. Petrol - Prüf ung. trägt das Thermometer b, die Lampe für das Prüfungsflämmchen c, den Schieb 6 d und die Perle (g Fig. 127), welche die Grösse der Prüfungsflamme ang ieD ' Das Oellämpchen hat eine verlängerte Schnauze, hängt zwischen zwei Stäbchen un ist um eine horizontale Achse beweglich. Die Kugel des Thermometers o befindet sich innerhalb der Petroleumschicht. Im Petrolgefässdeckel befinden sich verschieden grosse viereckige Oeffnungen a, Fig. 127, welche durch den Schieber • p sich schliesscn und öffnen lassen. Beim Oeifnen der Löcher durch Zurückziehen ae Schiebers p wird das Prüfungsflämmchen des Lämpchens l mittelst eines Doi' ne durch das mittlere Loch bis unter die Oberfläche des Deckles eingesenkt. Bei Schliessen der Oeffnungen wendet sich auch das Lämpchen in seine frühere Bän zurück. .. Das Wasserbad besteht aus zwei kupfernen Gefässen BB und C (Fig- >■* ' olneM tatt und trägt noch ein Thermometer e (Fig 126). Mit der Spirituslampe E gesc- die Heizung des Wasserbades Der Apparat ist auch für Leuchtgas eingerichtet zu erlangen, welches 8 des Oellämpchens als Zündungsmittel dient. Dann befindet sich an der hoi'iz° talen Achse in Stelle des Lämpchens eine Rohrspitze, an welche der Gasg» 111 schlauch angesetzt wird. 4 » Die Gebrauchsanweisung fordert: Der Apparat ist vor Zugluft geschützt zustellen, das Wasserbad C (Fig. 126) mit Wasser durch den Trichter / anzufl l ujg bis dieses durch das Rohr q (Fig. 127) abfliegst. Hierauf wird das Wasserbau 54° C. erwärmt. Das Oellämpchen ist mit einem flachgeflochtenen Dochte«»' an den unteren Rand der Dochtröhre mit raffinirtem Rtiböl oder Provenzeiö versehen. Nachdem das Petrolgefäss unter Vermeidung des Spritzens bis Marko mit dem zu prüfenden Petrol angefüllt ist, setzt man den Deckel a dem Schieber p auf. Das Thermometer muss mit seiner Kugel in das 1 eintauchen. Das Petrolgefäss wird in das Wasserbad C (Fig. 126) eingescW > dass die Scalen der Thermometer dem Untersucher gegenüber stehen, das lämpchen angezündet und das Flämmchen regulirt, so dass es die Grösse Marke g (Fig. 128) hat. Sobald das Petrol bis auf 19° C. erwärmt ist, begi^ man mit der Prüfung, indem man den Schieber p (Fig. 127) öffnet und * Bchliesst. Nimmt man beim Oeffnen, beim Zurückziehen des Schiebers eine . 0 ig sofort verschwindende Flammonerscheinung wahr, so ist die Temperatur desi-t ^ nachzusehen und diese Temperatur ist der Entflammungspunkt. An ^ Apparat ist auch zuweilen ein Pendel angebracht, nach dessen Schwingungen ^ den Schieber zieht, das Petrolgefäss öffnet und schliesst (Pharm. Centrale. 8. 553). tu r Der Apparat Taucher, bezweckend die Bestimmung der Entzündungstomp ^ (D. R.-Patent 14022 von 0. Braun, Berlin), ist in der Chem. Ztg. 1881 ' ia e 27, S. 478 beschrieben und durch Holzschnitt erläutert, findet daselbst aucn Kritik, welche die Mangelhaftigkeit des Apparats hervorhebt. e tc. Prüfung der Erdschichten auf Gehalt an Petrol, I jeUcIltga Ko iben Von der Erde werden einige Liter in einen Kolben gegeben, dem ^ ^ ein winklig gebogenes offenes enges, spitz ausgezogenes Glasrohr aufgese i> ^ Kolben im Wasserbade erhitzt und die aus dem Kolben durch das Glasro ^ steigende Luft in eine Flamme geleitet. Oder man vermischt das Ew* 61 t die 2-proc. Schwefelsäure, leitet einen Wasserdampfetrahl hindurch und verdl °' jjuiu Dämpfe. In diesem gewonnenen Destillate soll nach E. König's Anga» Naphthalin zu finden sein, wenn Leuchtgas in der Erde vorliegt. _ e ; D eS Michael Schlesingeb (Grünberg in Schlesien) untersuchte in Folg ^j, Zeitungsberichtes, dass die Kaufleute die billigen leichten Petroldestillate ^^1 Naphtha, Benzin, Ligro'in) mit dem guten Leuchtpetrol vermischen, um einen Petroleum. Petrolbenzin. 935 zu erlangen, Petrole von 11 Kanfleuten seines Ortes entnommen. Das spec. gewicht war durchschnittlich 0,801 — 0,802 bei 16,5° C. Der Siedepunkt lag )er eits bei 85° C. und die Entflammungstemperatur fand er bei 22«, 23°, 24° (Pharm. Centralh. 1880, S. 221). Auffallend ist das hohe spec. Gewicht und die ^fgenwart leichter Kohlenwasserstoffe. Dieser Fall mahnt, gegen jedes Petrol Ml sstrauen zu hegen. . Prüfung auf Schwefelgehalt. Man soll nach Vom, etwas des Petrols in jl m Y ea Sirglas nebst einem nadelknopfgrossen Stückchen Natrium geben und das uel längere Zeit im Sieden erhalten. Ist das Oel schwefelhaltig, so überzieht sich ,e blanke Oberfläche des Alkalimetalls mit einer gelblichen Schicht. Nach dem '»alten setzt man einige Tropfen Wasser zu und rührt nach einiger Zeit die lussigkeit mit einem in Nitroprussidnatriumlösung getauchten Glasstabe um. Bei s . er geringsten Spur einer Schwefelverbindung im Oele färbt sich dann die Flüs- f |gj also unschädlich. Die bläulich schillernden Sorten, welche dieser Färbung e §en sehr beliebt sind und für besonders rein und brauchbar gehalten werden, "«alten meistens schwefelhaltiges Paraffinöl. ! Einfacher ist es, Quecksilber (5 g) mit dem Petrol oder dem flussigen Koh- Q ÜWas serstoffe (50ccm) kräftig zu durchschütteln und dann an einen lauwarmen sifh nX stellen - w ar Schwefel gegenwärtig, so wird sich auch schwarzes Queck- lber sulfid gebildet haben (IIagkk). k .Amerikanisches Leucht-Petrol unterscheidet sich von dem Kaukasischen dadurch, dass es sich mit concentrirter Salpetersäure rosenroth bis ' ett färbt, während letzteres Petrol sich damit gelb färbt. Hl Petrolbenzin unterscheidet sich vom Benzol durch die unbedeutende Lös- m< eit in 90-proc. Weingeist, mit welchem sich Benzol in jedem Verhältnisse B&rÜi lässt und eine klare Lösu "S g' ebt - I3cnzo1 brenllt fernel ' mit Stark rUS " auu Petr olbenzin aber mit wenig russender Flamme. Die pyrogenen Destillate g s Holztheer, Torf, Schiefer, Braunkohle, wie Eupion, Photogen, Mineralöl, ,, "'efcröl oder Hydrocarbür geben ebenfalls mit 90-proc. Weingeist keine klar <* Mischungen. (1) Emulsio taenifuga. Olei terrestris crudi correcti 15,0 Olei Eicini Aquae Cinnamomi ana 20,0 Arit,* 11 ," 1 " 1 .' Arabici pulverati 15,0. adele '" ma8sam emulsivam rech ^»ipi Sacehari 50,0 ^'netm-ae aromaticae ^Pmtus aetherei ana 2,5 . Ä quae Menthao piperitae 30,0 ictis antea commixta. icd ■ I uni S' ______________________ 'Weiir, l llzeit ) einen Esslö'ffel zu nehmen. Shii.i (lor Bandwurmwirth an trägem :-. • ö - Umgeschüttelt täglich 3mal (vor nlzeit) ein v, der Band ____________ zu Ka r" 1 ' leidet, so sind 30,0 Ol. Ricini emulgiren.) ^ ) ^inimentum anthydropicum Vogt. Olei Petrae Italic! 15,0 uiei rerebinthinae 5,0 jjöPn-itus Juniperi 120,0. ' "• o. 2—3mal täglich die Lendengegend einzureiben (bei Hydrops mit Torpor der Genital-Organe). (3) Linimentum antipsoricum O'Rorke. Yf Petrolei Americani rectifioati Olei Papaveris ana 100,0. M. D. S. Zweimal täglich (2 — 3 Tage hindurch die mit Ausschlag oder Scabies behafteten Stellen) einzureiben. (4) Pasta auticatarrhalis Comcakdon. Pasta Americana. IV Albumina duorum ovorum. Inter agltationem imniisoe mrrfl0t i Petrolei Americani ««dloorwotl «oppViarl albi pulverati ana ~u,o, utfiatmaUVmiformi 8( c«iaddeope ci tii n rÄ^r tae - 10 '? Elaeosacchari Menthae piperitae 20,0. D «' umgerührt 3—4 mal täglich einen Theelöffel voll zu nehmen. 936 Petroleum. — Petroselinum. (5) Pilulae petroleatae Griffitii. r? Petrolei cnidi correcti 10,0 Cubebarum pulveratarum Pulveris Ipecacuanhae opiati ana 20,0. M. f. massa, ex qua pilulae ponderis 0,15 vel 0,3 formentur. (6) Pilulae petroleatae antiphthisicae. r? Petrolei crudi correcti Cerae flavae ana 10,0. Leni calore mixtis adde Baisami Tolutani triti 10,0 Chinidin! sulfurici Acidi salicylici Radicis Gentianae pulveratae ana 5,0 Olei Naphae guttas 5 antea conterendo mixta. Massara refri' geratam in pilulas trecentas (300) redige. Ligno santalino rubro consperganttu- D. ad vitrum. S. Durch je drei Wochen täglich 3- bis 4-mal je 4, dann 5 Pillen zu nehmen. (7) Pilulae petroleatae siinpHce 8, R- Olei terrestris crudi correcti (Petrolei crudi correcti) Cerae flavae ana 10,0 Eadicis Gentianae pulveratae 20,°- Leni calore mixta post refrigerationei» pilulas ducentas (200) redige. Conspeft 0 Pulvere aromatico. D. ad vitrum. Sapo Petrolei", Petroleumseife. S. Ilandb. II, S. 1348. Bergöl der Olitätenkrämer. Weisses Bergöl ist Oleum Potrae, schwarte Bergöl Oleum Rusci. Für letzteres disponsiren die Apotheker in Mecklenburg UD Pommern Oleum Terebinthinae sulfuratum. Chemisches Präparat zur Verbesserung des Petroleum von C. G. Bü0 ?^?«fl Prof. zu Chicago, vertrieben von Barbarino & Kilp (vormals G. Ostermaieb) j J' \ ehen ist mit Ultramarin gefärbtes Kochsalz. (40g 0,80 Mk.) (Wittstein, An;iiy l " ; Ein ähnliches Präparat ist (bis Läuternde Pulver, Hoffmann's, welches die Firma James Boillet &.^°-\? e3 Chaux de fonds in den Handel bringt, für 0,75 Mark 15g mit Anllinblau ÖOgJJV Kochsalz. Man soll die Hälfte in das Petrolreservoir der Petrollampe einschutt ' um auf ein halbes Jahr Explosion zurückzuhalten und an Leuchtkraft zu sparen. . hiermit eine Täuschung verbunden ist, sollte polizeilch gegen den Verkauf eißes ^ chen Mittels eingeschritten werden. Enthält das Petrol Feuchtigkeit, so brenn ^ wenig hellleuchtend und Kochsalz, welches man solchem Petrol beimischt, n .' m .jen Feuchtigkeit auf und setzt sich damit zu Boden. Insofern wäre an dem läutern Pulver nichts auszusetzen, aber eine werthloso Waare, durch Farbe unkenntlich ' v macht mit einem 50-fachen Preiso zu vorkaufen, könnte wohl ein polizeiliche 8 schreiten nöthig machen. Luciline ist ein Gemisch von Braunkohlenöl und Leucht-Potrol. Neufalino ist PetrolSther. Schutzpnlver, Conrad Behne's, gegen Potrollamponexplosionon, besteht ft 10g Kochsalz, 0,4g Salmiak, 0,4 Natriumbicarbonat, mit etwas Ultramarin « *< . sagt pharm. Central h. 1877, 8. 151, dass der Erfinder ow» Mischung den Dampfkessel- und Petroleumlampcnexplosionon gleiche Ursachen^ ». fl (Preis 1 Mk.). HAGER Mischung den DampfkcL._- schrieben haben müsse, wesshalb er sein Schutzpulver aus denselben Substanze das Antikessolsteinmittel zusammengesetzt habe. Walpurgisöl, wahrscheinlich ein Gemisch aus flüssigem fettem Oele, "p^jj« bis zur Bräunung erhitzt ist, mit einem halben Volumen rothein Potersöl (Ol. * noC jj rubrum). Es soll das Oel sein, welches die Knochen der heiligen Walpurgi» heutigen Tagos ausschwitzen. Petroselinum. Das fette Oel der Früchte von Petroselinum satkum bildet nac A J ade iij GESICHTEN weisse wavellitartige Massen oder aus concentrisch gelagerten *^^. zusammengesetzte Kugeln, unlöslich in kaltem Weingeist, löslich in heissem ^ geist und Aether, bei 28—29° C. schmelzend, Oelsäure, Palmitinsäure ^ Stearinsäure nebst Glyeerin beim Verseifen ausgebend (Ber. d. d. eh. « e ' 1876, S. 1125). Petroselinum. Apiol. 937 eir P'* n (C24H 28 0 13 ) ist ein Glykosid von Lindenborn (1867) aus der Peter- farb S0W ' e auS den ^ lättern und Stengeln des Sellerie abgeschieden. Es ist ■n r ' Serueh- und geschmacklos, amorph, in kaltem Wasser schwer, in heissem q. ei und in Weingeist leicht löslich, damit gelatinirende Lösungen gebend. 29» (Pn m ' ren de Eigenschaft schwindet durch längeres Kochen. Es schmilzt bei 8 Palt t ^ !t ver( ^ Unnten Säuren behandelt (durch 10—12-stiindiges Kochen) Lösur es sich in Zucker und Api genin, welches aus seiner weingeistigen it i^' ln P ei ^ mu ttorglänzendon weichen Plättchen krystallisirt. Das Apiin giebt roth ^l 80 '" 311 B'eiacetat eine gelbe Fällung, mit Ferrichlorid färbt es sich braun- (i t ',. mit ^orrosulfat blutroth. Gegen Silbernitrat, Bleiacetat, Mercurinitrat und derr p? u ^ at v e r hält es sich indifferent. (Näheres in Jahrcsber. über d. Fortschr. ^harm. etc. XI, 1876, S. 411 und Ber. d. d. eh. Ges. IX, S. 1121.) gabe! A P i(| la, Apiol (Handb. II, S. 655) des Handels soll nach L. Wolff's An- p et a . (Atnerik. Journal of Ph. 1877) meist nur ein ätherisches Extract der in «r Sl . "fruchte sein, da es gewöhnlich eine grüne Farbe zeige, unvollständig O'ngeist löslich sei und schon bei geringer Kälte erstarre. ]( 0 as Apiol ist als Emmenagogum in Nord-Amerika stark in Gebrauch go- '•ch l^' Wauren( l es hi Europa fast ohne Nachfrage blieb, woran wahrschein- V or „ , ßl ! n °he Preis Schuld trägt. WOLFF giebt nun folgende zu empfehlende p et , "" Zl u' Darstellung. Man soll den trockenen gepulverten Samen mit dickst" 6nZ ' n ex * ra hiren und den bei niedriger Temperatur erhaltenen Verdampfungs- mit 8o We ^ cner aus fettem und flüchtigem Oele, Wachs und Apiol besteht, Lg Svi "P r °c. Weingeist, welcher das Apiol löst, behandeln. Die weingeistige S hinterlässt Apiol, welches ziemlich rein ist. ocler r ^"Amerika wird das Apiol in mit Pfefferminzöl aromatisirten Mixturen *-ttmlsionen gebraucht, fielen !?10 - 1 ^ at 8 ' c '' als ohi vorzügliches Mittel bei den verschiedenen Menstrual- bei ^ erwi esen und zwar als kräftiges Emmenagogum, sicher hilfreich sowohl Bomol D ° rrll0e wie bei Dysmenorrhoe. Die Apiol-Capsules von Yoret et ein g tü L ? cnt halten 0,2 g Apiol. Von denselben nimmt man Morgens und Abends *u der mit einem Löffel ZuckerwaBser. 5 — 10 Stück reichen gewöhnlich aus gewünschten Wirkung. Als Febrifugum giebt man es zu 1 g steigend a Pioli i ocle1 ' b * 8 die Dü8 ' 8 S'eichs.-im Benommenheit des Kopfes fivresse Oder ^ ■ erze ugt (gegenüber von ioresse quinique). Bei 3- und 4-tägigem P ei *niciösem Fieber bleibt es ohne Erfolg. d er v~*v a Cynapium L. (Handb. II, 8. 657). Von Hablky wurde zwar 8. 17 acll wcis geliefert (Journ. de Med. de Bruxellcs 1875, ph. Centralh. 1876, %„ )> da ss Aethusa Cynapium nichts Giftiges einschliesse, dass er bis zu BVflJL es frischen Saftes, bis zu 5 g der reifen und bis zu 15 g der unreifen 4en no . ^'"genommen, aber hiernach keine toxischen Wirkungen empfunden habe, Co öStafV St; ^'° ^ lf( 'Kkeit dieser Umbcllate nicht nur durch Hunderte von Füllen (Cy DaD . ' es schieden auch FlCINUS aus derselben ein giftiges krystallisirendes P' n ) und Walz ein dem Coniin und Nikotin verwandtes Alkaloi'd ab. Ivalk^°. thek er W. BERNBECK unterwarf (1880) die Früchte der Aethusa mit ein e w ch d er Destillation und erhielt im Destillat, welches alkalisch reagirte, ran 2 i J 6 0el obenauf schwimmende Flüssigkeit von alkalischer Reaction und «ach T Tljl ' a "Seruch. Die im Laboratorium beschäftigten Personen litten die »"?' ei ' w ähnten Destillation an anhaltendem Kopfschmerz. BernbeOK halt auf die ß Un S die8CS Köl 'P ers für d:X8 Re8ultat der EinwirknilS Kal kerde estandtheile des Hundspetersiliensamens. 938 Phosphorits. Phosphorits. Der gewöhnliche gelbe Phosphor ist in concentrirter Essigsäure löslich, j ie Lösung scheidet beim Verdünnen mit Wasser Phosphor aus. Erstere LösUJj bildet keine Nebel, wohl aber giebt letztere reichliche Nebel aus und leu« 1 auch im Finstern (VüLPIUS). - In einer Luft, welche den Dampf oder Dunst sauerstofffreier oder säuerst armer Substanzen, z. B. vom Benzol, Aethyläther, Torpenthinöl, Pfeffernuß 7, Steinöl, Steinkohlentheer, Schwefelwasserstoff, Schwefligsäure enthält, in welcher also der Sauerstoff inactiv ist, vermag der Phosphor nicht zu leuchten onw phosphoresciren. ewöbö" Keiner Phosphor in Sauerstoff leuchtet bei 15° C. und bei ge* lichem Luftdrucke nicht. Der Zutritt eines Bläschen Ozons bewirkt jedoch Erscheinung. Somit beruht das Leuchten des Phosphors auf dein Contac 0zon - Wasser Bei der Oxydation des Phosphors an der Luft bei Gegenwart von ^ entsteht nach Reinitzek eine goldgelbe colloi'de neutrale Flüssigkeit von ^ ungefähren Formel P 2 0 3 + nH 2 0. Beim Aufkochen coagulirt sie nicht, woh < auf Zusatz von Säure oder einer Salzlösung. Falsch ist demnach anzuni< g, diese Verbindung sei Phosphorigsanreanhydrid (Ber. d. d. ehem. Ges. *■ 1884, Arch. d. Pharm. 1881, 2. Hälfte S. 388). e0 gt Phosphor als Ozonisator. Nach A. R. Leeds' Versuchen ßl ^J e . Phosphor an der feuchten Luft Ozon und Wasserstoffdioxyd zu gleichen , eI1 külen (0 ;! und H 2 0 2 ) und dann noch Ammoniumnitrit. Die beiden . ^ passiren das Waschwasser, ohne absorbirt zu werden. Das Ammoniumnitn ^ grüssten Theils im Ozonisator und zum kleineren Theile in den Wasser (Chem. News 43, 1881, S. 97 und folg.). tjBB« 1 ' 3 Uober Phosphonium- und Arsoniumverbindungen vergl. man ' Ann. 207 S. 193—219, im Auszuge ehem. Centralbl. 1881 S. 406, ^^uö, R. Pboctbe macht auf eine explosive Phosphorverbindung aU i .„tgteW» welche bei längerer Aufbewahrung von Phosphor in Schwefelkohlcnstoi e ujeO indem sich die Wände des Gcfässes im Laufe der Zeit mit einer ° ran iL a #*' Substanz bedecken, die bei zufälligem Zerbrechen der Flasche eine he ^ggO, plosion verursachen könne. (Chem. News 1879, S. 245, Arch. d. P"» 1 2. Hälfte 8. 140.) det mite 1 ' Ueberschüttet man gelben Phosphor mit Jodpulver, so n , j ot ] ef- Aufflammen die Bildung von .Todphosphor statt. Rother Phosphor un halten sich gegenseitig indifferent. tj Verhalten des Phosphors zu Metallsalzlösungen. Hierüber ^ ^ RUD. BOETTGKR (Polytechn. Notizbl. 1878), dass der Phosphor, obgloic^ ^ e0 tallold, doch ein vollkommener Nichtleiter der Elektricität sei, . a ^ el ' tar ke8 $? Verhalten zu gewissen Metallsalzsolutionen ein so ausserordentlich ^\eWK (liiclionsverrnögen zeige, dass man versucht werden möchte, ihn ZU JlU1 - W citätsleitern zu rechnen, begabt mit Eigenschaften, wie man sie bis j^gte» stark elektropositiven Metallen findet. Legt man z. I!. ein Stück WOD ff .° s c0 nc er Phosphor (durch Behandlung mit einer schwach erwärmten, mit e , ;„ ei» trirter Schwefelsäure versetzten Lösung von Kaliumdichromat erna ^ ^e Auflösung von Aurichlorid, so überzieht sich seine ganze Ober fla * keJJ ScB lC ^, Zeit mit einer rein metallisch glänzenden, nicht selten millimeter omk i 6 idet Goldes. In einer concentrirten Lösung von schwefelsaurem Kupier Phosphorus. Phosphormodificationon. 939 ind os P hors bilden sich Ph e m Phosphorbijodid unter J + 3H 2 0=Pll 4 j J + PlI,0 3 ). Sel bst n Uran-, Nickel-, Eisen-, Zink-, Cadmium- und Kobaltsalzo werden 1 hosphor, wenigstens bei gewöhnlicher mittlerer Temperatur, nicht zersetzt. Ein . . os Phor und Jodwasserstoff, Bromwasserstoff etc. Bei der Ph j un S de3 gewöhnlichen Phosphors auf Jodwasserstoffsäuro entstehen Jod- de^Pi Und Jod P h osphonium (5P+8HJ=2PH. l J + 3PJ 2 ). Bei Ueberschusa >™ ° s P nors bilden sich Phosphorsäure, Phosphorbijodid und Jodphosphonium, Beihilfe von Wasser eine Zersetzung erleidet (2P + Bei Anwendung von rothem Phosphor entsteht Was m ^ er ^ arme nur wenig Jodphosphonium. Bei der Einwirkung auf Brom- bei in ^^ehen analoge Verbindungen, jedoch muss im geschlossenen Räume ^0—120» C. operirt werden (Damoiseau, Compt. rend. XIC, S. 833). * bissiger l'liosplior entsteht, wenn der gewöhnliche oder krystallinische Phos- fl« . 1 ""~15 Minuten hindurch mit conc. Kalilauge gekocht wird. In diesem in d , '' en ^ lUS ' ;ant le vermag er Monate hindurch zu verharren. Beim Uebergange liif ° y^lünische Form nimmt er zuvor eine zähe Consistenz an. Horton und dies - S ° N na b ßn m it dem flüssigen Phosphor experimentirt und fanden, dass er in (L'n • dification sich weder an der Luft oxydirt, noch im Finstern leuchtet um °n ph arm . XV n, g. 39) . °der a rzer Phosphor. Der gelbe krystallinischo Phosphor färbt sich schwarz ty„ Un kelrothbraun entweder in Folge eines Arsengehalts, oder wenn er in r begt, welclies Spuren eines Schmermetalls enthält. «Otlier Phosphor des Handels fanden FRESENIUS und E. Luck zusammen- Phori - aUS Proc- 92 ' 63 rothcm Phosphor, 0,56 gelbem Phosphor, 1,308 Phos- 4ur e w Ure ' ^' 88 p hosphorsäure, 4 > 622 Feuchtigkeit etc. Phosphorigsaure wurde Pl l0 , ercm 'icblorid und aus dem entstandenen Mercurochlorid bestimmt, der gelbe lieh o ™ r d e ffl Dispensiren durch Leinwand oder Glaswolle cohrt ttb». ?. er V erf. dieses Ergänzungsbandes wurde von einem Arzte um ein Urtheü J d 'e Anwendung Am Phnanhnr« h«fr fl0 *. Dieser Arzt hatte wiederholt Phos- \nt- isenjodür Pkr Anw endung des Phosphors befragt. Dieser An» u». « -^™ rn * angewendet, gewöhnlich aber mit einem .mr geringen Erfolge. Die a war = „Chinaalkaloide mit Eisenchlorid und Chmaalkalolde mit Eisenjot 940 Phosphorus. Vergiftung:. Zinc. phosph. combinirt werden Ihnen weit bessere Erfolge liefern und Vergiftungen sind aiisg schlössen". Der Arzt sprach zwei Jahre später seinen Dank aus, denn er M*£ "in einigen Fällen herrliche Erfolge erzielt. Dieser Arzt starb bald darauf, vl ^ leicht nimmt ein anderer Arzt von dieser Ansicht Notiz. Erwünscht wäre ' wenn sowohl Phosphor wie Arsenik als Medicament verbannt werden könn Phosphorvergiftung. Fisches und Mülles experimentirten mit Kanincn > um zu erforschern, in wie langer Zeit nach dem Tode und der Inhumation dem thierischen, mit Phosphor vergifteten Körper Phosphor noch nacbzuwei sei. Diese Zeit erstreckte sich bis auf 12 Wochen. _ . Im Med. Centralbl 1877 erwähnt V. Elvebs einen Vergiftungsfall, '» *j^ chem in den Gedärmen einer nach 8 Wochen exhumirten fettreichen k^ 1 . Phosphor reichlich aufgefunden und nachgewiesen wurde. Ein anderer Fall (1 ist in der Viertelj. Sehr. f. gerichtl. Chemie erwähnt, in welchem in einer L CI nach 6 Wochen der Inhumation Phosphor nachgewiesen werden konnte. Vorsicht des Arbeiters gegen Phosphordämpfe. Arbeiten, bei weC ( | elt , Phosphordämpfo frei werden, müssen an einem zugigen Orte oder unter Schornsteine oder in einem Kamine vorgenommen werden. Der Arbeiter sc ^ sieh gegen die giftigen Dämpfe sicher, wenn er eine genässte Leinwandmas das Gesicht legt, so dass die Luft, welche er cinathmet, vorher durch die <■ lockere, aber doppelt liegende Leinwand tritt. Dass die von Phosphorda 1 ^ begleitete Darstellung von Phosphorpräparaten in dem Dispensirraum o ^ Räumen, wo sich zugleich Menschen aufhalten, mit Strafe belegt werden i möge als Erinnerung für das Gesundheitsamt dienen. Diese PhosphordämP' ^ um so gefährlicher, als man ihre Wirkung und die Folgen derselben nich ^ & verspürt. Sie haben in dieser Beziehung eine grosse Aehnlichkeit mi u _ Quecksilberdunst. (Man vergleiche auch die Warnung im Handb. IL ». t , 665.) Dass die mit Phosphor sich viel beschäftigenden Arbeiter der 1 '.] ian t- nekrose, welche vorwiegend den Unterkiefer attaquirt und mit einer Knoc .jj e j,e entzflndung ihren Anfang nimmt, verfallen, ist bekannt. Gesundheitspoi ^ Vorschriften haben diese Krankheit seit 20 Jahren zu einer 8elten ^ eit pf oS pbor' Da auch den Zähnen, besonders aber der Lunge Nachtheil wird, wenn ' ^ y|tl . dampf selten geathmet wird, so muss auch dieser Fall vermieden Werd e0 ' ^eH ptome der vereinzelten Einathmung des Phosphordampfes bei Leuten mit sc Athmungsorgancn sind Trockenheit im Halse und katarrhalische Affection if Zinenni pliosphoratnm. (Handb. II, S. 665.) Nach VlöIB ? ,f? P V die toxische Wirkung dieses Mittels der Hälfte seines Phorphorgebaiie- ^ Formel P 2 Zn 8 gemäss enthält es 25 Proc. Phosphor, die Wirkung ^ le ^ irkt M derjenigen von 12,5 Tb. Phosphor. Auf den erwachsenen Menschen ^ ßt . toxisch. 2—4 Pillen mit je 0,008 Phosphorzink den Tag über genon» - den bis auf ein knoblauehartig riechendes Anfstossen ganz gut vertrag« ' • lllH l Zincum phosphoratum wurde in Paris in mehreren Fällen von lei a „- sehwercr Hypochondrie und nach Angabe der Aerzte mit allem Bei e gewendet und zwar zu 0,004g pro dosi, 2 —3-mal täglich. ee dargestellt, * ebt. dem iach .1. Bsössi ., fei säure einträgt Pliospliorwasserstoff, selbstcntniindliclior, wird ni dem man reines Zink in verdünnte Schwefelsaure, ,;,,.,..■«■ ruhiger massiger Gasentwickelung einige Phosphorstückchen dazug' erS to#' kurzer Zeit erfolgt die Entwickelung des selbstentzündlichen pho8pü ?L ffln ien sicJl Die an die Oberfläche der Flüssigkeit auftauchenden Bläschen eiru Phosphorits. PhosphorwasserstofT. 941 ß. glänzendem Lichte, unter Bildung von Dampf und soliwacher Detonation. w :'i . m P el 'atur ist zwischen 40—50° zu halten, denn bei stärkerer Wärme » , Gasentwickelung stürmisch. Man kann auch Zink, Phosphor und conc. a J Za lkalilauge bei 50 — 70° C. auf einander einwirken lassen. (Bericht m. Ges. XIV, S. 1757.) Wird Phosphorwasserstoffgas in eine Lösung des Cuprochlorids fterchlor (Lu 2 Cl-f- 2PH 3 , Cuprodiphosphoniumchlorür), welche jedoch wenig bestand PWeicher d ' & che r-rr " J- 11 U S p IUI 1 W a H H C I S l O I I g I masa ^ orurs ) m Salzsäure eingeleitet, so entsteht eine weisse starre Krystall- r 2PH 3 , Cuprodiphosphonii itt weiteren l'hosphorwasst ------ Arsen- und Antimonwasserstoff erzeugen in gleicher Weise einen ist. -i~* l flillq. \_>U|jluui|Hlvjr>j»num nun iiiujtuy, WülüllC |UUUi;ii wellig ueobauulg »M Zutritt weiteren Phosphorwasserstoffs wird diese Masse flüssig und phos- z en Niederschlag (J. Riuan, Compt. rend. 88, pharm. Centralh. 1879, m " Cn Phosphorwasserstoff verbrennt wie Arsen- und Antimonwassorstoff bei die ,. em Luftzutritt nur mit seinem Wasserstoff und Phosphor setzt sich an 1Vjt ] le S e nde weisse Porcellanfläche in rothbraunen Flecken an, welche, aus ( l ein amorphem und gelbem Phosphor bestehen (V. Merz, W, Wk.itii. Bericht " U - cu em. Ges. XIII, S. 72.'?). Tjj. ""'sphorwasserstoffgas ist ein Gift. .1. Clark und HENDER80N brachten kleine jn c ]- U; '" ''''"' ''""'; wl ' 1 '' 1 "' dieses (las enthielt. Es traten Athemnoth und Haut- StiinT Cln ' '" sphor spectroskopisch nachweisen. (ja "^' ura ein. iias nun, war nuiiitei, u Und t u ''' (1 ( ' nvu ' si ' n S ' CD phosphorhaltig (pharm ^eber der vergifteten Thiere liess sich l'hosi,,., (Bgo 0s Phor-, Arsen-, Antimonwasserstoff und Mercuricyanid Lös» Wird Phosphorwasserstoff durch eine wässerige oder weingeistig e ntst \ V " U "^^ v 'i geleitet, so wird es absorbirt; ein blassgelber Niederschla od«, • Un d Cyanwasserstoff entweicht. Dieser Niederschlag wird beim Erwärme lii! 1 .'"! Lic hte" schw in™ -—.^ ovunarz unter theilweiser Reduction zu metallischem Quecksilber. äea >j. em ^ e ' s t'ge Lösung giebt ein besseres Product als die wässrige, die Farbe Diese l \! t< ' 1 ' S( ' lll: '" vs ist lebhafter gelb and die Zersetzung erfolgt nicht so rasch. He), * er bindung ist überaus empfindlich gegen das Lieht, und wird grünlich v er i, aiZ- Sie scheint aus Hg, P, Cy und II zu bestehen. An der Luft erhitzt J''"ut Bie bei 90° unter Hinterlassung von Phosphorsäure, Quecksilber und (C'' er Ver brennlicher stickstoffhaltiger Kohle. Beim Erhitzen entweicht etwas , JaU- l ln ,l ,,, , . _ .,1 «-\„- l •■, _. 1 1-.1 _____1_____:t____ „,-i schwer kohl' lln '' t'liesphorwasserstoffgas, während Quecksilber und Phosphorsäure mit öirt-'^ 01 ' ^stanz zurückbleiben. Durch Salpetersäure wird die Substanz o\v ly 8 ' Ver ^ünnte Salzsäure und Schwefelsäure wirken nicht, darauf ein. Die Ana *a 88 ergab 1 ' 65 °; 84 > 72 H &> 4 > 30 (?) H ' 5 ' 47 R nnd 5 '° N " ~ Arseu- Kif,,| M!rs toff giebt mit einer weingeistigen Lösung von HgCy 2 einen rothbraunen Die y 8 *-^' Wl ' l(,|l(!l ' ebenfalls, nur langsamer durch das Lieht zersetzt wird. Cy an Bindung zerfällt in wenigen Stunden in Quecksilber, Arsenigsäure und Anti a8Ser8toff ' Der Niederschlag ist so fein, dass er durch das Filter geht.— e inzi, ln - f , )11XVassers toff scheint auf Quecksilbercyanid noch kräftiger redacirend wirken als Arsen- und Phosphorwasserstoff, denn das Quecksilber wird voll- ll S reducirt (Chem. News V, 34, S. 167 u. Chem. Centralbl. 1876). sich Pl ' 0s l )ll «rl>i'ei. Im Handb. II, S. 673, ist ein Phosphorbrei angegeben, welcher T J«W Zeit leicht herstellen lässt und auch vorräthig gehalten werden kann. Schrift 168er «usprobirten und guten Vorschrift tauchen immer wieder neue Vor- m* aUf ' an denen man vergebens nach dem loseren sucht Zu verwerfen a ' e Vorschriften, welche Schwefelkohlenstoff heranziehen, denn die Ratten 942 Phosphorits. Phosphor-Pillen. und Mäuse fressen den Teig nur erst dann, wenn der Schwefelkohlenstoff v dunstet ist. Man soll z. B. 10 Th. Phosphor in 10 Th. Schwefelkohle» 1.1 Btoff lösen, 15 Th. Fett, 25 Th. Zucker und dann 200 Th. Roggen 1 "^, nebst der nöthigen Menge Wasser zusetzen. Schwefelkohlenstoff wirkt u gens sehr conser/irend. Pbosphorpilleii sind Phosphorkugeln, Handb. II, S. 673. Die Phosphorpillenbereitung hat das Sächsische Ministerium ver lasst, folgende Anordnung zu treffen, welche wohl manchem der Leser uner lieh erscheinen mag. 1) Der Phosphor ist in schleimigem Wasser bei '"''', tcn 60° C. in eine feine Vertheilung umzusetzen. 2) Nach vollständigem Er** j, ist diese Flüssigkeit mit Meld in eine Pillenmasse zu verwandeln, und ist ^ Wasser zuzusetzen, so darf dieses nur als kaltes Wasser in Anwendung k 0 " 1 ,, 3) Die Arbeit ist in einem luftigen, im Freien errichteten Schuppen vorzune 4) Ehe der Arbeiter eine Mahlzeit zu sich nimmt und die Arbeitsstätte ver soll er sorgfältig Gesicht und Hände waschen und den Mund mit kaltem „ ausspülen. Bei Vermeidung einer Strafe bis 150 Mark ist diese Vorschrift »_ ^ zu befolgen. — Wahrscheinlich sind Fälle vorgekommen, wo der Apo tueC , gge » der Darstellung der Phosphorpillen im Grossen jede Vorsicht beiseite S e ^ und den Phosphor für einen unschuldigen Körper gehalten hat. Traurig; solche Vorsichtslosigkeit eine nicht ungewöhnliche ist. piese 9 Phosphorwcizen, mit Phosphorbrei überzogener Weizensamen. ^ Präparat ist ein alle Zeit gefährliches Gift, zunächst für den Darsteller, den ^ Phosphordampf ist ein tückisches, weil nicht gleich fühlbares Lungeng« > ^ f . wegen der Anlockung der Vögel, welche nützliche Thiere sind, die gift'S s j c jjtlig e ner aufzusuchen, sie selbst ihren Jungen zuzutragen. Es sollte eine um ^^ Polizei die Anwendung des Phosphorweizens untersagen. Zur Darstellung ^jj,) man aus feinem Brotpulver (8 Th.), Koggenmehl (2 Th.), Indischen ^ rUp ^oje* und Wasser einen 5-proc. Phosphorbrei und mischt ihn mit dem Weiz ^t. Durch Rühren und Drücken überziehen sich die Körner mit der d Man breitet dann die Samen zum Uebertrocknen aus. ^ Die Sehwedisehen Ntrcickiindh'öhclien enthalten Arsenik als Verunreinig» ^ zur Zündmasse benutzten Schwefelantimons und amorphen Phosphors, te rl ^ e ; \$l gelben Phosphor, weil der amorphe Phosphor des Handels davon "' (HAMBEEG). , ■iiiih'H ,lt ' 1 ' Ziimlliolzinassc zur Darstellung giftfreier, auf jeder Reibflächei a , r i,. feing er ; e TlJ , Zündhölzer. Nach dem Patent für StTDHEIM und KOPPEN (Kassel) ".^faW) 2 1 Kai iunichlorat und 12 plastischer Thon mit Wasser dann mit Th. 8 Mennige, 3 — 4 Leim, 12 Glaspulver und zm<-- ^ zuletzt i im \ t ■ ...i|..... ■ inizcr il '"° rothem Phosphor gemischt. Die Masse wird auf ungefettete u " g Ss 1 "' tragen und dann mit einem Schutzfirniss überzogen, bestehend aus ' jggfc darak, 10 Stearin und 1 Naphthalin, in Weingeist und Aetb©r g ^18»- Eine andere Vorschrift von L. WAGNEB (D. U.-Pat. Nr. 114 ■.!*)' ^- a sS^ Gelatine und Leiogomme (Dextrin) ana 4 Th. werden mit 30 •ß jl ijui 1 j' gekocht, hierauf in der etwas erkalteten Flüssigkeit zuerst 16 .y' oS iil flt ' chlorat gelöst, dann nach und nach hinzugesetzt: Th. 34 Bleiny 1^ Gla s- 6 Schwefelantimon, 5 Blcisuperoxyd, 5 Holzkohlenstaun, ^„tf pulver, 4 Salpeter, 1 Schwefel. Das Bleihyposulfit wird ttu aus Natriumhyposulfit und Bleinitrat hergestellt. G« ltlirli ' Ziin.lholzmas.se ohne Phosphor besteht aus Th. 54 Kaliumchlorat, g ^^ Arabicum, 3 Traganth, G Braunstein, 6 Eisenoxyd, 12 Glaspu Phosphorits. Nachweis ,elu ' tz( 'n mit einer völlig conc. Lösung des Kaliumcyanids bei gewöhn- er Temperatur selbstentzündliches Phosphorwasserstoffgas zu entwickeln. Phosphorkupfer. Vergl. das Vorstehende. n Erkennung und Nachweis des Phosphors nach Angaben Hager's (pharm. v n «;alh. 1879j Nr _ 3g) g_ 353j 354^ Der Nachweis des gelben Phosphors in 8 n , s '" Un g8fällen ist beute eine der leichtesten Aufgaben. Es genügt, die fragliche egg . z > Speise, Getränke, Excremente (Faeces, Harn), Mageninhalt mit Blei- tj 6 zu mischen, um etwa gegenwärtigen Schwefelwasserstoff zu besei- ~ e l n » yon dieser Mischung einen aliquoten Theil zu entnehmen, in einem (ilas- 6 ; Ss ra it wenig Acthyläther kräftig zu durchschütteln und das Gefäss mit p e m &°rk zu schliessen, welchem Kork mittelst zweier Spaltschnitte ein Streifen t ritt ganient papier, benetzt mit Silbernitratlösung, eingefügt ist. Der Papierstreifen dem s" S dcr Unternä «he des Korkes wie ein U gebogen hervor und wird vor Uitr lies8en d(!S Gefässes an seiner unteren gebogenen Stelle mit Silber- ti„ a ' lös ung bestrichen. Das Gefäss stellt man an einen dunklen oder schat- H- <)rt - Im Verlaufe weniger Minuten, bei Gegenwart von nur minimalen l ÖB j> en Phosphors im Verhülle, einer halben Stunde, färbt sich die mit Silbernitrat- <3a n befcu «hteto Papierstelle metallischglänzend schwarz. Diese Reaction tritt iV l( !i auch no(, b ein, wenn die Substanz so wenig Phosphor enthält, dass der Will A 8 (lcsselben bei Anwendung der bisher üblichen Methoden nicht gelingen Wer doch Zweifel zulässt. Html Cllcmiker übersendete HAGER circa 40g Magen- und Darminhalt eines öioel t Welcüen man durch Phosphorbrei vergiftet hielt. Jener Chemiker ver- w ^te die Gegenwart des Phosphors mit Sicherheit nicht zu erkennen. Die äth teilte Hager in 3 Portionen. Die erste Portion schüttelte er mit Petrol- lnt© r a " S 11m ' Vl ' 1 ' l ' u,u ' in der weiter unten bemerkten Weise. Die zweite Portion Orte V ) aif ' M e ' ner Destillation aus dem Sandbade an einem möglichst dunklen D e * ner leeren Waarenkiste). Ein Leuchten war nicht wahrzunehmen. 8cllü ""gefiihr 5 CC. betragende Destillat mit etwas Bleiessig und Act her ge- l, ar|r1 clt «nd in der oben erwähnten Weise bei gewöhnlicher Temperatur be- 1 M ,. elt > hatte erst im Verlaufe einer Stunde den Papiersteifen dunkler, «nenr ,,„' '" "' h gefärbt. Die dritte Portion mit Bleiessig und dann mit Ä.ether gemiscnt „ , u tturchs ( ..i,,-,if„H f. ; ,.i,^ ,-r, 0 i„,.r v;ovtoi Q t,„„i> ri.« feucht«! Papier glänzena sch w r chschüttelt, färbte in einer Viertelstunde das arz - welche Reaction die Gegenwart von Phosphor nicht mehr bezweifeta liess. . AetherzuBatz bietet den Vortheil, dass man ein Erwärmen der iHüssig- ni *t nöthig hat, denn der Aetherdampf führt den Phosphor leicht und schnell We „ nd "«m man cine i/ Phosphor haltende Masse in eta Gefäss einschliesst nd d «»e 8 wie angegebenen mit einem Kork mit dem mit Süberlösung benetzten 944 Phosphorus. Nachweis des Phosphors. Pergamentpapierstreifen versieht, so erfolgt die Schwärzung desselben im Verl» _ einer halben Stunde, bei einem Erwärmen bis auf 50 — 80° C. in einigen we»^ gen Minuten. Nun haben aber manche Substanzen wie Erbrochenes, Mag e Inhalt, Harn oft die Eigenthiimlichkeit, beim Erwärmen Dämpfe zu entwicke > welche das feuchte Silbernitratpapier, wenn auch nicht schwärzen, so doch W oder weniger bräunen. Selbst normaler Harn steht nicht an, eine gleiche ^ action zu geben, besonders, wenn man ihn auf 50° C. erwärmt. Brbroca Massen verhalten sich meist ähnlich, selbst nach Zusatz von Bleiessig. Bj n **, nach Gebrauch von Phenol excellirte in der Braunfärbung des Papiers, i' lSOt diese schon bei einer Wärme von 40° in wenigen Minuten eintrat. Die BW färbung erfolgte selbst bei gewöhnlicher Temperatur, nur einige Stunden SP* ' Das Erwärmen ist also jedenfalls zu vermeiden, da es leicht zu Irrthüffl führen kann. Ferner ist Sklmi's Beobachtung (S. 945) zu beachten. _ . ^ Die Behandlung Phosphor enthaltender Massen mit Petroläther empfiehlt da, wo man auch die Gegenwart des Phosphors an dem Leuchten im r s t erkennen will. Man schüttelt die verdächtige Masse mit Petroläther a us - . ^ die Substanz breiig, so muss sie mit Wasser wenigstens dickflüssig g em ^ werden. Ist sie dünnflüssig, so setzt man etwas Eibischpulver oder Tr*B -^ hinzu, so dass sie dickflüssig wird und sie das Decanthiren des Petroläther» macht. Der Dunst des decanthirten Petroläthers verhält sich gegen Silber»' ' papier wie der jenes oben erwähnten Aethergemisches, nur etwas wenige 1 ' » ( einwirkend. Der Petrolätherauszug bietet den Vortheil, sich concentrrre Flüssigkeit, welche sich gegen Silbernitratp a P ^ itern auf einen Teller getropft nicht lea« ^ in einem flachen Schlichen mit senkrechter Seitenwandung beiseite stellt un ^ frei willigen Verdunstung ttberlässt (im vorliegenden Falle waren 20 CO- " ^ circa 2 CC. verdunstet), dann im völlig finsteren Räume auf einen flachen , ausgiesst und hier unter Bewegung des Tellers zur völligen Verdunstung „ zeigt sich eine leuchtende Fläche. Bei Gegenwart reichlicher Phosphort» fl bietet die Petrolätherlösung ein herrliches Material, um vor Gericht im ll " Baume das Leucht-Experiment zu zeigen. j, in Man wird bei Objecten, deren Giftgehalt nicht gekannt ist, welche ^ sehr kleiner Menge vorliegen, die Prüfung auf Phosphor durch Schu g^jj^er- Aether und Verschliessen des Gefässes mit dem Korke, welcher mit jenem ^ nitratpapier armirt ist, stets zuerst versuchen. Der Aether ist ja l el lassen. Wenn man nämlich diese F fast indifferent verhält und im Finster ,ifeD beeil" 5 dunstet, bevor man auf andere Gifte reagirt Der phosphorhaltige Aetherdunst muss stets dem nassen Papiers tr . gegnen. Ist die Silberlösung auf diesem eingetrocknet, so ist die Re*c ^3 sein- erschwerte. Der Fleck wird nach dem Trocknen gewöhnlich schwarzbraun. . a tlie ne: ' Will man den Phosphor auf dem Papier nachweisen, so ist es S° /.u be- ein Paar grössere Pergamentpapierstreifen mit 5-proc. Silbernitratlösung ^ ^ feuchten und unter einer Glasglocke oberhalb der mit Bleiessig un< * J^tiin'l 1 '' 1 mischten, in flachen Gefässen befindlichen Masse zu placiren, nach einige ~-^ tü zusammenzurollen, in einem Reagircylinder mit Königswasser zu begi -j^efl digeriren, dann mit Wasser zu versetzen, zu (iltriren, auf ein geringer« 3 j ^ft"*' einzudampfen, nun mit verdünnter Salpetersäure und mit Aminoniuinni" 3^ ^ zu versetzen und aufzukochen. Erfolgt auch kein gelber Niederschlag; doch eine gelbe Färbung ein. ^ gj!fc»fi*> Von vorstehenden Angaben Hageb's weichen die Erfahrungen p, liU ui. PüSCi's und STBOPPO'a in einigen funkten ab. (Man vergl. Arch. ' 1880, 1. Hälfte 8. 811. Med. chir. Bundschau XX, S. 853.) Phosphorns. 945 2 * • Selmi hat beobachtet, dass Leichentheile, namentlich Eingeweide, bei ihrer etzung eine leicht flüchtige, phosphorartige Substanz bilden können. Diese KeVn ■ ^Kohlenstoff und in Aether löslich, wird durch Silbernitrat braun auch u - St a ^ cr ^ e ' n Ph° s ph orwasser8t °ff' Eine ganz ähnliche Substanz entsteht bei langsamer Fäulniss von Eiweiss. von y e k er den Nachweis des Phosphors im Harne bei Vergiftungsfallen, s L r EUII > findet man Ausführliches im Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte kfir nt 'g e Phosphorverbindungen als Resultat faulender Albumin- aus^ llat Selmi (Monit. scientif. X, S. 153) nachgewiesen. Eiweiss und Eigelb v..., . em Hühnerei Hess er in Gefässen faulen, welche mit einer Silberlösung in Nach 6 Monaten hatten die entwickelten Käulnissgaso in Ar? standen - b eh '! '" sun S einen schwarzen Niederschlag gebildet, welcher mit Salpetersäure SUc . " Reactionen auf Phosphorsäure ergab. Dieser Umstand ist bei Unter- i n p n ^ Von exhumirten Leichenteilen zum Nachweise einer Phosphorvergiftung ( | a rwä gung zu ziehen. Die Leichentheile sind mit Wasser abzuwaschen und s er • au * Phosphorgehalt zu prüfen. Waren die Leichentheile in Weingeist con- oc j ' So ist die Flüssigkeit abzugiessen, diese vom Weingeist durch Destillation auf p , Sser durch Abdampfen bei 30 — 40 ° C. zu befreien und der Rückstand ftosphor und Phosphorsäure zu untersuchen. (!) Chlo: i'oforminm phosphoratuin Gloveb. ^Ve h a 0 S lw 7 SR1Tmlilti W- ( ,,;Wtando in ^ h| oroforraii 4,0. v 2 ) linimentum Ophthalmien!» Tavignot. h °sphori concisi 0,12. . »gitando in M. ij , ^»glandis nueum 50,0. Sol Ve iL lqnor Arseni chlorophosphoreti lc "'Chlorophospliidi Arseni. Chlorphos- ^ phide of arsenio. n OttcurbL e9tl J latae 20 '°- Acirti Vltl ' e am ingestis adde r, Ph.Zi a ' rs . onicosi rulverati 1,0 " c «i'bii. '' min «tim concisi 0,06. stomü' un , tu ! ,(1 vitriMI aperto ope epi- ''alnoii/ 1 '" ,i perforati munitnm in tando H uae impone, interdum agi- evita' " a P° r «s prodeuntes gollicfte 'iquäiL 110 , res pires. Solutione peraeta Ann, ^ addendo ■* PDnd ^"»tae q. s. n( 5 00i n,i ll, l u °i"'s grammata quingenta ^raat quot ' t,lm fiitra - < 0 Von Holmes wurden unter den Calabarbohnen die Samen von -~ „en, cylindrosperma Welwitsch angetroffen. Diese Samen sind leicht ZU e ^r- denn sie sind fast cylindrisch und rothbraun. Die Mutterpflanze ist ttcB en jenigen der Calabarbohne wenig verschieden. Bei letzterer sind die Alte ^ j n hinfällig, bei ersterer aber bleibend und zurückgebogen. Die Alkaloi ^ jjj beiden Samen, wie es scheint dieselben, in der falschen Bohne wahrs cn l ntr »ll». grösserer Menge vertreten. (Pharm. Journ. and Transact. 1879, pharm- .^00 1879, S. 300, 301.) HOLMES nennt die Mutterpflanze daher //'.'/' cylindrospermum. barbo' 1Iie ' 1 Die Samen der Elaeia Ouineensis L. sollen auch zuweilen den Cala le ; c lit beigemischt vorkommen, aber eben so wie die vorher bezeichneten »an y gr . zuerkennen sein. Diese Samen sind nicht giftig. Holmes erwähn ^, iht v- falschung der Calabarbohnen auch die Samen von Acacia scan ^ e n » 0 (Entada Pursaetha DC Meerbohae), einer Mimosee der tropisc neuen Welt. i Welt. atig»" 11 Calabarin. Von Habnack und Witkowski wurde neben Physo. & uaii" te» zweites Alkalotd in den Calabarbohnen angetroffen, welches sie Calab ^ r 'g ge ibe be ' (Arch. f. exper. Pathol. u. Pharmakolog. Bd. V, Hft. 6, 8. 401). v ' " Physoshgma. Calabarin. 947 ^, lr Kt bei den Kaltblütlern Tetanus. Zur Abscheidung dieses Alkaloids erschöpften genannten Chemiker die Samen mit Weingeist, dampften den Auszug bis oyrupdicke ein, schüttelten das Physostigmin mittelst Aethers aus, fällten s der rückständigen Flüssigkeit durch Bleiessig und Ammon nichtalkaloidische .*) dampften das Filtrat ein und extrahirten den Verdampfungsrückstand eist Weingeistes. Den weingeistigen Auszug dampften sie ab, nahmen den w , c tand mit Wasser auf und fällten die wässrige Lösung mit Phosphor- j> lanis äure. Der Niederschlag wurde mit Baryterde behandelt, überschüssige yterde mit Kohlensäure gefällt und so eine wenig gefärbte Calabarinlösung onnen. Bei fractionirter Fällung mit Phosphorwolframsäure lieferten die letzten Verschlage das reinere Calabarin. p^ Eine Arbeit Poehl's (üeber die Alkaloide der Calabarbohne von Mag. Ak a '• P' 1 " - ^" P° EHL > Docent an der Kaiserlichen Medico - Chirurgischen bei, , mie ZU St ' Petersbur S; St - Petersburg, gedruckt bei E. Wienecke 1878) andelt ausführlich das spectroscopische Verhalten der Calabarbohnen-Alkalofde. ( ] ^ a labarin unterscheidet sich physikalisch und chemisch vom Physostigmin y ,. se 'ne Unlöslichkeit in Aether und die Unlöslichkeit seiner Mercurijodid- p r mdung in Weingeist (Haknack und Wittkowski). Calabarin ist sehr beständig, das S p St '^ m ' n dagegen zersetzt sich an der Luft und in Lösung leicht. Merk hatte Kef }, ^ m ' n unter dem Namen Calabarin in seiner Preisliste auf- theil \ ^ r mac ^ e 1877 bekannt, dass er den Pupillen-verengenden Bestand- bew' t ^abarbohne mit Physostigmin neben Calabarin, dem Tetanus enden Alkaloi'd, in seine Preisliste eingetragen habe. ( '«tst l NACK Und Wittkowski fanden, dass Calabarin aus dem Physostigmin (j„i . e e » und eine von Calabarin freie Physostigminlösung nach längerer Zeit ty e -, arm 'i solcher Menge enthält, dass dieses chemisch und physiologisch nachdem pi * 8t ' ^' e beobachteten ferner, dass durch Ausschütteln mit Aether neben Wen ysost 'g m in auch kleine Mengen Calabarin vom Aether aufgenommen d^'?"' dass also Calabarin niclil absolut unlöslich in Aether ist, dass sich aber erw . kaloid-Zersetzungsprodukt, das Rubres erin, in Aether absolut unlöslich D«r h a ' 8 ° P1, ysostigmin vom Bubrcserin durch Aether getrennt werden kann. ^n\ \. M(mate dauernde Einwirkung der Jodwasscrstoffsäure auf Physostigmin v n di eS e S in Calabarin umgesetzt (Arch. f. exper. Pathol. n. Pharmakolog. l > 4 - 1880). lieh • re8ei 'in ist ein Oxydationsproduct der Calabarbohnenalkalolde, unlös- t 0x . ln Aether, löslich in Chloroform und Schwefelkohlenstoff. Es wirkt weder ' |S<>|1 noch myotiseh. Die ammoniakalische Lösung ist dunkelblau. Ili ■. r Petroläthcrauszug ans der Calabarbohne hinterlässt abgedunstet, wie *e'lT fand (Liebig's Ann. d. Ch. Bd. 192 S. 175), ein gelbes Oel (0,5 Proc), glän d ° n Gerucn des Samens bedingt, buttcrartig erstarrt und auf Filtrirpapier D ie Ze "de Plättchen zurücklägst. Letztere Substanz benennt Hesse Phytosterin 'iTthfl ^"^ st:,11/ ' wurde, bereits von BENEKE in den Erbsen nachgewiesen, aber Sc ] !'| mlic h für Cholesterin gehalten. Sie ist in heissem Weingeist, löslich und aus b °' m ^ rl™ Physostiginatis, Tindnra Fabae Calabaricae (Handb. II, S. 679) ist, Ver«, , mit Weingeist bereitet ist und das tetanisirende Calabarin enthalt, zu We rfen. Nur die 60* 948 Physostigminum sulf. Tinct. aeth. Extract. Physost. f Tinctnra Physostigmatis aetherea (Handb. II, S. 679) ist als die therapeutisch verwendbare Tinctur zu betrachten, denn sie enthält nur Spuren C« barin. Sie ist übrigens nur in kleinen Portionen vorräthig zu halten und in "' Kork dicht geschlossenen Flaschen an einem dem Tageslichte nicht zugängli ßne Orte aufzubewahren. Alle halbe Jahre sollte sie frisch bereitet werden. f Extractum Physostigmatis (Handb. II, S. 677) wäre richtiger in ein trockn e Extract mit einem Gehalt von 9—11 Proc. Physostigmin zu verwandeln. * nächst wird die gepulverte Calabarbohne mit 50-proc. Weingeist extrahirt, Auszug bei 60—70° C. zur Extractdicke eingedampft und mit einer dopp cle ^ bis 3-fachen Menge entwässertem Glaubersalz (welches von Chloriden frei ist) u Y 4 seiner Menge Magnesiumcarbonat gemischt, getrocknet, zerrieben und Aether auf dem Wege der Verdrängung erschöpft. Nachdem 9 / ]0 dos Ae* abdestillirt sind, wird das Zurückbleibende mit reinem trocknem pulvrigem V trin vermischt und das Gemisch durch Abdunsten zur Trockne gebracht. £ zerrieben ist das Pulver in dicht mit Kork geschlossenen Gläsern aufzubetfau 2750 g Calabarbohnen enthalten gegen 11g Physostigmin. Die Zumischung Dextrin wird sich auf 10—20 g erstrecken. 100 g muss die Ausbeute ätherischem Extract incl. Dextrin betragen. Nach der unten angegebenen " ist der Physostigmingehalt zu erforschen und das Extract auf circa 10 Pr° c ' stellen. , «.„ Ein Extract in Lamellen ist unter gänzlich ungehörigen Namen u\ Gebrauch genommen worden, wie 1878 MERCK (Darmstadt) berichtet: „In nrei Circulare vom März v. J. gedachte ich eines sehr geringwertigen Eserin. (. " barin) sulfnric. in Lamellenform. Erneute Erfahrungen und Untersuchungen anlassen mich, zu wiederholen und zu betonen, dass fragliche Eseno- ^ (schwefel-, bromwasserstoff- und ehlorwasscrstoffsaurc) nichts weiter Sin a wässrige Extraete in Lamellenform gebracht mit nur Spuren von Alkaloi ohne jeden Säuregehalt. Diese Präparate sind daher nicht das, wofür iw sie ausgiebt und wenngleich anscheinend billig doch sein- theuer". Dementgegen fand I1a«ee das , ff Pliysostigminmn sulfiiricnm, Eserinnm snlfaricnm, Physostigin'J 18 lg F.scrinsiilfiit, schwefelsaures Physostigmin (2C 15 1I 21 N :1 0. 2 , H 2 S0 4 +7H ? 0) des n« ^ als Sulfat, nur theilweise zersetzt, indem es sehr hygroskopisch ist und m ^ schluss der chemischen Veränderung die Consistenz eines Extractes annun j 0 t zugleich braun wird. Seine Darstellung ist eine schwierige, weil sie ein • ^ neutrales Salz möglichst schnell zu erlangen zur Aufgabe stellt. Die •* J " f \ 1 .j n „u , v Alkalolds in 90-proc. Weingeist wird mit der genügenden Menge ve jj D et. Schwefelsäure versetzt und sofort im Dunstsammler bei circa 50° C. einge ^ Es ist gerathen das Alkalold im geringen Ueberschuss vorwalten zu las qc 'lii e8st richtigen Verhältniss in Wasser gelöst und bei 30 — 35° C. abgedunstet ^ eX das Salz zuweilen in langen prismatischen Nadeln an. Da die Erreichung ^ Krystalle nur selten glückt, so dampft man zur Trockne ein, wodurch © scheinbar amorphe Masse erlangt. dunklet 1 Es wird dieses Salz in kleinen dicht geschlossenen Glasgefässen :> m ^.„.dci't in der Reihe der giftigen Alkalose aufbewahrt. Seine Lösung e . cgs3 Orte ein ammonfreies, vorher durch Aufkochen von Luft befreites Hassel- D* 9 Salz wird hoffentlich obsolet werden und durch das Salicylat ersetzt wei <- • ff Pliysostigniiiiiiiii 8. Eserinnm hjdrobromicnin (und nicht Eserinum .d r j ja fter wie de Fachblätter dieses Salz nennen') ist krystallbildend und auch da , ^ ^ im trocknen Zustande. Es löst sich leicht in Wasser, damit eine ".''"/j^guOr kaum gefärbte Lösung gebend. Nach einem Tage färbt sich auch die» Physostigminum. salicylic. Tinct. aeth. Physost. 949 le die anderen Physostigminlösungen roth und im Contact mit ammoniakalischer Lu " dunkelblau. iß allen Fallen verdient das Physostigminsalicylat den Vorzug. Zur /Stellung auch dieser Lösung ist ein Wasser zu verwenden, was möglichst n und besonders frei von Ammoniak ist. Im anderen Falle würde eine Setzung oder vielmehr Oxydation des Physostigmins nicht lange ausbleiben. ., , Ti Physo stigminum s alicylicnm, Eserimun salioylicuin, Physostigminsali- W salicylsanres Eserin (C 15 H 2l N ;l 0 2 , C 7 H (i 0 3 ). Zu seiner Darstellung werden 2 ^ • Physostigmin und 1 Th. reine Salicylsäure mit 35 Th. kochend ssem Wasser übergössen und die durch Leinen gegossene Lösung zur ■"ystallisation an einen schattigen Ort gesetzt. Handb. II, S. 679 u. f. od , 9 ensc haften. Physostigminsalicylat bildet farblose glänzende nadeiförmige Th er -\Ä U1Ze sauleil f° m '» e Krystalle, löslich in 24 Th. absolutem Weingeist und 130 l~!o '" * n beissem Wasser ist das Salz leicht löslich und bleiben solche p^~ Proc. Lösungen auch erkaltet längere Zeit klar. Tageslicht scheint keinen ^ uss auf das trockne Salz zu haben, jedoch tritt dieser Einfluss erst in 2 Soli au ^ d ' e w ässerigo und weingeistige Lösung ein, indem eine nur sehr be'V" ßu * nun g stattfindet. Diese Färbung ist jedoch nicht so intensiv wie r ,, Äsungen anderer Physostigminsalze, welche schon in wenigen Stunden stark and ' S ' )äter braun werden. Das Salicylat ist jedenfalls weit dauernder als die eren Physotigminsalze. do,. -n "Bewahrung. In dicht geschlossenem Glase vor Tageslicht geschützt, in ße ihe der Gifte. Pharm. Centralh. 1879, S. 226. st | ""Wendung der Präparate aus Physostigma - Samen. Die Dosis des Physo 8 ,^ msalic ylats ist V->-mal grösser zu fassen ■ /. 2 -mal grösser zu fassen als vom Physostigmin (Handb. II, d_ h *)- Statt 0,1 Physostigmin sind 0,15 Salicylat zu nehmen. Eine 0,5 äufelt bewirkt sofort Extract und Physo- Mvn'' Salicylats enthaltende Lösung in das Auge geträi stie • ' Welche 2 "~ 3 Ta »° anhält - Handb - H, S. 678. E v 0 y f m ' n °der Eserin ist nach Landesbebg anwendbar bei Keratocele und tris- ü ei .„ , > Hornhautfleeken, torpiden Infiltrationen der Cornea und Verwundungen auch i"' bei traum atiscien und bei der diphtheritischen Accommodationslähmung, •u» A Hornhautgeschwüren. Nach Sigmund Vidok wird das Physostigmin Atr . fan SSStadium einer Hornhautentzündung eben so schwierig resorbirt wie er °P m - Die angebliche Heilung der Bornhautgeschwüre ohne Trübung konnte Anni ^tätigt finden. Jant vermochte den Ausbruch eines acuten Glaukom- Und i durcl1 3-stiiiulliclie Einträufelung einer halbproc. Eserinlösung binnen 24 j Co 4 8 Stunden zu verhüten. Nach 4—5-wöchentlichcr seltenerer Einträufelung ^nnt e er da8 por^ggtehe,, a er Heilung constatiren (Schmidt's med. Jahrb. 1879 Veri Und Mcd - Nclli S k - 1879 > s - 228 ^ Ueber die Wirkull g gegen Glaukom 81 _ Med. Neuigk. 1879, S. 278; Wiener med. Wochcnschr. 1879, Nr. 31. ge-w 7 tECHT berichtet, dass von 60 Tetanus-Fällen, in welchen Calabarbohne an- Morn- * wurd e, 33 Fälle mit Heilung endeten. Es ergab sich damit also eine ta Mät von 45 Proc _ (gQHjnjyr'g me ,d. Jahrb. 1879, Nr. 4). . seiti , S8 Physostigmin ein kräftigeres Myoticum als Pilocarpin ist, wurde viel- U S bestätigt. TmJ Tincturil Plivsostigmatis aetherea (Handb. II, 8. 679). Dosis: 10-15-30 in P S n 2 -3 mal täglich. Stärkste Einzelngabe 0,2, stärkste Gesamratgabe auf la S 0,6 (0,1 = 2V 2 Tr °P f en, 1,0 = 25 Tropfen). l87 R W " th bestimmung der Calabarbohne nach Masino (Archiv d. Pharm. ?6 > 2. Hälfte S. 315). Dieselbe geschieht mittelst Kahummercunjodids oder des Physostigma. MAYKR'schen Reagens (13,546 g Mercurichlorid und 49,8 Kaliumjodid im Liter)* 1 ccm desselben entspricht 0,01375 g = 1 /2oooo Aeq. Physostigmin. Bei Gege n wart von 1 Proc. Schwefelsäure ist die äusserst« Verdünnung, bei welcher noc» eine Trübung erfolgt, diejenige von 1:8800. Es muss also auf je lccm 11 sigkeit, welche titrirt wird, dem berechneten Alkaloidquantum noch 0,00010Jo hinzugerechnet werden. 25 g der gepulverten Calabarbohnen werden mit 2 jO c 95-proc. Weingeist, dem 25 Tropfen verdünnte Schwefelsäure zugesetzt sm > unter Digestion erschöpft, der Auszug bei 70—80° C. eingedampft, der sv, ; a ." dicke Rückstand mit 100 ccm Wasser aufgenommen und diese Lösung in 4 6* eI ', Theile getheilt. Masing erzielte 0,399 Proc. Alkaloid, denn er verbraucht 3,2ccm des Reagens, also: 4 . -±- . 0,01375 an 0,0880 + (Corr. 112,8 • 0,000105 =) 0,01184 = 0,09984 g entspr.0,399 Proc. (Physostigmin + CalabanW Ein anderes Mal erschöpfte er eine gleiche Menge der Samen zunächst du ^ Maceration mit 25ccm Wasser und 25 Tropfen verdünnter Schwefelsäure, ' mit 250ccm 95-proc. Weingeist etc. Das Resultat war ein Quantum von 0, •■ Proc. Alkaloid (Physostigmin + Calabarin), denn er verwendete 3,5 ccm R ea & 4. igL . 0,01375 = 0,09625 + (Corr. 114.0,000105 =) 0,01197 = 0,108228 entspr. 0,433 Proc. (1) •?• Glycerolatum physostigminatum. Glycerolatum eserinatum. Glycerolatum Extracti Fabae Calabaricae. Vf Extracti Physostigmatis 3,8 Aquae dostillatae 10,0 Magnesiae ustae 1,0. In lagcnam ingestis et leni calore optime mixtis affunde Aetheris 12,0. Lagenaobturata, massam fortitoreonquassa, tum per horae quadrantem sepone. Aethere decanthato, denuo affunde Aetheris 10,0 et fortiter conquassa. Aether Herum defusus cum Actherc autca decanthato mixtum, additis Acidi salicylici 0,05, in cucurbitulam vitream infundatur et loco calido seponatur, ut Aether plane evaporet, Massae residuae affunde Glycerinae purae 20,0. Loco calido inter agitationom fiat solutio. Colatio, si opus esset, per lanam vitream efficiatur. Glycerolatum contlnet circiter 0,1g Phy- sostigmini vel 0,15 Physostlgmini salloylici. (2) Guttao anteplleptleae. Guttae contra choream. Vf Extracti Physostigmatis seminis 0,5. Solve in Aquae Menthae piperitae 20,0 Spiritus aetherci Anirlici Spiritus Menthae piperitae A"B ana 10,0. ^ .,-, D. S. Umgeschüttelt 10—20-3° Tropfen 3—4-mal täglich. (3) Guttnlae physostigminflt» 6 ' IV Physostigmini salicylici 0,1. Solve in , ,„ n 30,0)- Aquae dostillatao 50,0 (-40,0 o, ü. S. Zum Einträufeln in das (behufs Pupillenvcrengeruiig). (4) Pilulae cum Extracto Fabae Calabaricae. ly Extracti Physostigmatis aethe^ 1 (extracti Bpirituosi 0,3) Extracti Opii 0,8 Sinei Liquiritiae , Radicis Liquiritiae ana i,o- M. liant pilulae quadraginta {<>»)■ ^ D. ad vitrum. S. 3-4-m« 1 %» 1 Pille (bei Neuralgien, E? lle ^f„ f e iW' tanz und anderen convulsivisen° u Fhytolacca. — Pigment«. Anilin. 951 Phytolacca. r tv, ^° n ^ ai ' Dston * der Phytolacca decandra fand Bischoff identisch mit dem n.. Pigmente in den Stengeln des Chenopodium Quinoa L. (des Chilenischen '.nsefusseg^ in der Wurzel der Beta vulgaris var. radice rubra (der rothen e )> in den Stengeln von Amaranthus salicifolius, eaudatus L. (Fuchs- wanz). Dessen Farbstoff bezeichnet Bischoff mit Caryophyllinenroth. I "ytolaccin nennt G. Claassen einen stickstofffreien indifferenten Körper, ^ enen er aus den Samen darstellt durch Extraction des weingeistigen Ex- A ^ ctes zu crst mittelst Petroläthers (zur Beseitigung des Fettes), dann nach dem n , str °cknen und Pulvern des Extractes mittelst Aethers, welcher abgedunstet hy 611 emer syrupartigen Masse das Phytolaecin zurücklägst. Durch Umkrystal- 8 ., en aus Weingeist gewinnt man es im reinen Zustande. Es bildet farblose 8ä 6n ^ nzen ^ e Nadeln, ist geruch- und geschmacklos, in Wasser und verdünnten j:, ® n unlöslich, aber leicht löslich in Weingeist, Aether, Chloroform, wenig loa- „ ln Petroläther. Conc. Schwefelsäure löst es mit braungelber, conc. Salpeter- Ur e mit gelber Farbe. (The pharm. Journ. and Transact. 1880, Nr. 499, ö> 566.) a j s fhytolacca electrica wird von dem Orientalisten und Reisenden Levy d ein m it electromagnetischen Kräften begabter Strauch geschildert und hat Levy um n P recnen ^ den Namen eingerichtet. „Lew berichtet (Hamburger Garten- j[ "' Um enzeitung 1877, Heft 1): Wenn man einen Zweig abreisst, wird die sei e,30nso fühlbar ergriffen, als sie es durch einen RrjHMKORFF'schen Apparat ^ würde. Dieses Gefühl frappirte mich derart, dass ich mit einem kleinen v 11pass z« experimentiren begann; der Einfluss begann schon in einem Abstände i»a 7 -~ 8 Schritten bemerkbar zu werden. Die Nadel wich in dem Maasse wie endl-x 1 * näherte, sichtbar ab, ihre Bewegungen wurden immer unruhiger und l'as .v mitten im Busche verwandelten sich die Abweichungen zu einer sehr chen kreisförmigen Bewegung." »Indem man rückwärts schritt, sah mau die Erscheinungen sieh in entgegen Wer Weise äussern. Der Untergrund, worauf die Pflanze stand, zeigte keine Spur J n,r v on Eisen oder magnetischen Metallen, wie Kobalt oder Nickel, und es ist ■p. 6 *" zu zweifeln, dass die Pflanze selbst diese sonderbare Eigenschaft besitzt. jj le Stärke der Erscheinung wechselt mit den Stunden des Tages. Während der el Cht '^ sie fast Null and erreicht ihr Maximum um 2 Uhr Nachmittags. Wenn * st ürraischcs Wetter ist, wird die Energie der Thfttigkeit noch vermehrt, und ai J m l ' s regnet, bleibt die Pflanze welk. Niemals habe ich Insecten noch Vögel Jener Phytolacca electrica weilen sehen." Pigmenta. Re , D; e Anilinfarbstoffe sind heutigen Tages die am meisten in «Jen « e ^ uch j»nen, von denen mehrere auch zum Färben der Nahrungsmittel und tos- lca - Anwendung linden. Bind 5 nilin ' Phenylamin, Amidobenzol, Kyanol, Benzidam Krystallin St/ 16 Nam ™ Ä ei" ™* ^8«elbe Alkaloid mit der Foimel W (man ^ auch Handb. I, S. 360 und Ergänz. Bd. 8. 95). Seine Darstellung ge- 952 Pigments. Anilinpigmentet Schicht gewöhnlich aus dem Nitrobenzol (C 6 H 5 N0 2 ) unter Einwirkung nascirenden Wasserstoffs (C 6 H 5 N0 2 + 6H = C 6 H 3 NH 2 + 2H 2 0). Die Anilinfarben werden nicht aus dem Anilin, sondern aus dem Anilinöl oder Rohanilin, eI0 J?, Gemisch aus Anilin mit Toluidin (C 7 H 7 NH 2 ) und Pseudotoluidin (OjH^NÖj' dargestellt, welches Anilinöl oder Anilin des Handels aus den im Steinkoblentbe^ vorhandenen Benzolen gewonnen wird. Diese Benzole bestehen aus Benzol, >■ luol, Xylol etc. Sie werden in Nitrobenzole und diese wieder in Anilinöl üb geführt. Wird Anilinöl mit Arsensäure oder anderen sauerstoffreichen Köi'P e gemischt und erhitzt, so gewinnt man die Fuchsinschmelze, welche arsensaui und arsenigsaures Rosanilin enthält. Aus der salzsauren Lösung dieser Schme' fällt Natriumchlorid Rosanilinhydrochlorid (C 20 H 19 N 3 ,HC1), welches unter dem Namen Fuchsin in den Handel kommt. i Das Rosaniliuac etat ist Rosein, das Nitrat Azale'in. Wasserstoffdiw _ entfärbt Fuchsin, beim Erhitzen entsteht aber das ponceaufarbene flüssige « ranosin oder Anilinponceau. Durch Einwirkung von oxydirenden M- li auf hochsiedendes Anilinöl entsteht Safranin (ein Ersatz des Saflors). Aus . . Fuchsinschmelze scheidet man ausser Rosanilin noch 2 andere Alkalo'ide, Violanilin und Mauvanilin (mowanilin). i W ird Rosanilinsalz mit Anilin erhitzt, so entweicht Amnion und es stehen Verbindungen: violettrothes Phenylrosanilin, blauviolettes Diphenyir°9*° ^ und blaues Triphenylrosanilin. C 20 H 16 . C 6 H 5 . II 2 N 3 — C^ 0 H 16 . (C 6 H 5 ) 2 BN3 C 20 H ia . (C e H 5 ) 3 N 3 . Das Acetat der letzteren Base ist Bleu de Lyon, " )g de Paris. Diese Base mit conc. Schwefelsäure behandelt liefert eine Sulios a welche als Bleu so 1 üble in den Handel kommt. ... fl . Wird Rosanilinsalz mit Toluidin erhitzt, so entsteht ein TritolyDosam salz, eine braune metallglänzende, in Weingeist indigblau lösliche Substanz che im Handel mit Toluidinblau benannt wird. •„[ Violet impCrial rouge ist ein Phenylrosanilinacetat. Violet ^ ntl ^ e Ty'd- blou, Violet nonparoil ist Diphenylrosanilinsalz. Aus Rosanilin und methyl oder .Todäthyl entsteht das brillante Neuviolett, Jodviolett, mann's Violott, Dahlia. D f. Wird Rosanilinacetat mit Jodmethyl und Methylalkohol behandelt, 9<> _ stehen neben violetten auch grüne Farben, welche letzteren als Jod grün ^ schieden werden. Wird Rosanilinsulfat mit Aldehyd, dann mit Natriumnyp behandelt, so entsteht das Anilingrün, Aldehydgrün, Vert d'Use^'j ef . Anilinhydrochlorid mit Kaliumchlorat behandelt liefert einen grünen J* schlag, das Azur in oder Emeraldin. 0( j e r Das bei der Darstellung des Rosanilins gewonnene ChrysaniH Phosphin (0 20 H 17 N 8 ) liefert als Nitrat das Anilingolb, Anllin ° ra da rge- A u rin. Zinnoberroth.es Zinalin wird aus Rosanilin und Salpetrigsäur .^ stellt. Aus der überhitzten Fuehsinschmelze oder durch Erhitzen des ^ osan r ' ucnS in letts mit Anilinacetat gewinnt man das A n i 1 inbraun oder Marroö- mit Anilinhydrochlorid erhitzt liefert Bismarkbraun. . p enl iscb Anilinschwarz, echtes, wird auf der Gewebefaser durch ein ^^j, aus Anilinhydrochlorid, Kaliumchlorat, Salmiak und Kupfersulfid erzeugt- Säuren wird es grün, durch Alkali wieder schwarz. _ r u en zol Zinnsäure oder Antimonsäure mit Anilin erzeugen gelbes Amidoaz 0 ^[a oder Menesgelb, und aus der Einwirkung von Bleihyperoxyd auf Bleu j; n - entsteht das gelbe Xanthalin, welches durch Stannochlorid in X»n grün übergeführt wird. An" 1 ' 0 " Das Vorstehende ist eine gedrängte Uebersicht der Bildung o e pigmente. Pigmenta. Pflanzenfarben. 953 Die Constitution des Rosanilins und analoger Farbstoffe hat Bnli 08ENTHAI ' als Thema einer umfassenden Arbeit aufgenommen und diese im 1880 P r r " ^ Neue Fülge) 33 ! S- 342 ~~ 349 veröffentlicht. Im ehem. Centralbl. • Nr. 20 ist diese Arbeit im Auszuge wiedergegeben. Und t CT ^' e Einwirkung einiger Chloride auf Anilin haben Ch. Giiurd 1880 /' ?ABST ™ Bull# Par- (Neüe Folse) 34 ' S ' 37 — 41 (Chem - Centralbl - > "• 569) beachtenswerthe Mittheilungen gemacht. NE er Res orcinfarbstoffe existirt eine Arbeit von Weselsky und Be- Unfl a m Ber - ä - d - cliem - Ges - XIV > s - 553 > chem - Centralbl. 1881, S. 462 u * 7 § (Nr. 29 und 30). Kör . Al .'Semeinen sind die Anilinfarbstoffe wenn nicht andere giftige sind i * n .^nen vertreten sind, nicht giftig, und nur die Nitroverbindungen i)H 'ftstoffe oder vielmehr als stark wirkende Stoffe zu betrachten. lltl Q ^'"'Wnfarben hält Sohnetzleb für die Resultate der Einwirkung von Säuren Bin '' en a uf Chlorophyll. So erhielt er auf Zusatz von Weingeist zu den Soä *' ' ern der Paeonien Roth violett, durch Oxalsäure reines Roth, durch Berti nac ^ ^aass Violett, Blau oder Grün. Das Oelbwerden der Blätter im 8te schreibt er der Einwirkung des Tannins zu. Die weisse Farbe der m ?u beruhe in der Füllung der Gefässe mit Luft (Rep. de Pharm. 36, S. 473). an | as färben oder das Aufnehmen der Farbe durch die vegetabilische und 0,g lsche Faser (Dingler's polyt. Journal, Bd. 235, Heft 2) beruht nach v er , GE] ; i" der Aufnahme des Farbstoffs in den Kanal, mit welchem die Faser An 8 : , en '. s ^ unter Mitwirkung der Haarröhrchenanziehung. Als Beweis für diese Röhiv.i ^ d ' c Färbung der aus Kieselsäure bestehenden und mikroskopische zeig, «ehrt bilde nden Infusorienerde, welche gegen Farbstoffe ein gleiches Verhalten Fäih W ' e die vegetabilische Faser. Diese Ansicht über den Vorgang bei der rn ™"g 3er Faser ist schon eine ziemlich alte und in Privatkreisen bei Erklä- Wv Enu osmose oft erwähnte, 0. ENGEL hat nun aber die Richtigkeit der •öali l! bestäti S t - Dieser endosmotisehe Vorgang erklärt einfach, warum die ani- tabili G Fa8er z ' 15 ' e5ne Farbeflüssigkeit nicht aufnimmt, welche aber die vege- '^ue Faser aufnimmt und umgekehrt (11acf.ii). mit n arben und Drucken mit Anilinfarben. Die Fixation geschieht meist Und bsaure oder Tannin, in Folge der Bildung unlöslicher Tannate. Rosanilin Z„g Ver wandte blaue, violette grüne Farbstoffe haften der Faser als Tannate an. T an ° der 15ilder > welche Metalle enthalten, wrstärken die Unlöslichkeit dieser gew i 6 ' Bei den Anilinfarben wird meist eine Brechweinsteinpassage an- 'hm Das Bad besteht aus 4—6g Brechweinstein im Liter Wasser. Die ^."l'Matur des Bades steigt auf 50° C. und die Dauer der Passage ist 1 — 1'/, e ;" u te- Der Brechweinstein wird durch Zinkacetat oder ein Gemisch aus Zink i 6m Zink sulfat und Natriumacetat ersetzt, auf 1 Liter Wasser 8—10g Auft SU Und 4 - 5 S Natriumacetat. Das Färben mit Methylenblau besteht im u n o- la8en der verdickten Tanninlösung, Dämpfen, Passage durch Zinkacetatlös- S l '" d Färbe mit Methylenblau (II. Sciimid, Ronen, Chem. Ztg. 1881, Nr. 60) : l8Rn\ LL0B (Manchester) wendet nach einem Engl. Patent (Nr. 1834 vom 5. »« A„p als Bäder Lösungen von Fluoriden, Fluorsilicaten des Antimons oder üos antÜl 10 " 8 Ulld Kalium oder Natrium oder Ammonium, sowie verschiedene iluoioxy- timn niatc «>. Die Passageflüssigkeit enthält im Liter 2-8g nie all.sches An- m ° n - v Das Tuch, welches gefärbt oder bedruckt ist, wird durch das Bad gezogen, genti ' e A *linlinfarbstoffe ^nnen in ihren Farben durch Zum. cl mg von Rea- 5w n v «eden abgeändert und auch als Reagentien benutzwerden Line w2 ei8 «ge Lösung des Anilinroths wird durch wenig 8alpeersäure gelb, 6lche durch Anilinroth wiederum in orange überzuführen ist. Lme wemge.stige 954 Pigmonta. Flcckencxtinction. Methylviolettlösung wird durch wenig eines Gemisches von Schwefelsau mit Salpetersäure grün, durch Salpetersäure allein blau, Anilinbraun d liu ^ Salpetersäure in Grün, Anilinroth aber in Scharlachroth übergeführt, währe Anilinroth und Anilingrün gemischt ein Blauschwarz ausgeben. , Wenn man eine künstliche Blume, eine Straussfeder etc. mit f thylviolett oder einem ähnlichen Stoffe färbt und über einem Stück t 1 lic .' papier, welches mit schwachem Aetzammon genässt ist, placirt, so bilden grüne und violette Changements von vortrefflichem Effecte. Gesundheits s< ' l liebes dürften alle diese Färbeoperationen nicht erwarten lassen, wenn Vetun nigungen mit Arsen nicht vorliegen. fl Die schwarzen Flecke auf Wollenzeug, beim Scharlachf» 1 entstanden, sind nicht zu beseitigen. Sie sind nach Degermann durch AJ droxyd des Zinns verursacht, lassen sich daher vermeiden durch Anweu ,£ eines Zinnsalzes, eines Stannochlorids, wie man es durch Auflösen von Zu? Salpetersäure und Kochsalz oder Salmiak erhält (Chem. Ztg. 1881, S. 100 Fleckenextinction, Entliecknng. Silberflecke werden zuerst mit KaliuniJ lösung getränkt, nach dem Trocknen mit Natriumhyposulfit behandelt, od er .^ behandelt sie mit Kaliumbromid und dann mit Salmiakgeist. Liegen nicht - zerstörbare Stoffe vor, so kann man die Flecke mit Königswasser betupfe" ^ dann mit Aetzammon behandeln. — Säureflecke sind je nach Umständci ^ Aetzammon oder Natriumbicarbonallösung zu behandeln. — Alkaliflec* blauem oder dunkelfarbigem Tuche werden mit Essigsäure beseitigt. —- ^' n & \% flecke werden beseitigt, weun Eisen- oder Gallustinte vorliegt, durch & .^ für sich oder versetzt mit Staiinochlorid, oder durch Oxalsäure. Ist ein g e g0 Stoff mit Tintenflecken verunreinigt und ist die Farbe des Stoffes zu schon > ist der Versuch mit verdünnter Essigsäure zu machen oder besser Natriu v ^ phosphat anzuwenden oder erst die Säure und dann nach dem Auswasc ^.^ Pyrophosphat einwirken zu lassen. — Rostflecke. Der genässte * JUgggjj* auf einer Zinn- oder einer Weissblechfläche ausgespannt und dann mit Zinn- oder einer Weissblechfläche ausgespannt und dann roii ^j, oder Oxalsäure oder Cremor Tartari in Pulverform berieben. Man k a n ^^ dieselben Keagentien wie bei Tintenflecken anwenden. Man betupft o° , etll pft mit Blutlaugensalzlösung und nach einer Weile mit Sodalösung, oder man ^^ den Fleck mit Schwefelleberlösung und wäscht ihn dann mit Seife * u \, otl mit das andere. Fettflecke werde" blecke» ua» auueie. ---- r c in'»'""" |<'|ci'k l beseitigt. Auf Papier vorhandenen , e gt leck mit Benzol betropft, P»P ier a f ^ei»' das eine Mittel nicht reussirt, so Terpenthinöl, Benzin, Benzol, Aether wird Fliesspapier untergelegt, der Fl und dann mit einem Bügeleisen überfahren. — Harz flecke geißt oder Eau de Cologne beseitigt. Alten Flecken ist eine warme unter zu legen und dann sind sie mit Weingeist und Benzin zu Oelfarbenflecke werden wie die Fettflecke oder durch verdünnte '—pa- beseitigt. — Theerflecke sind mit Benzin und dann mit Weingeist z^fifr dein. Anilinfarbcnflecke werden mit ammoniakalischer Natrium n lösung beseitigt. g nU .|,r Copirwrfahrcn, Adleb'b. Hierzu gehört eine Leimplatte, mir mit e _^ ^ Leim als zum Hektographen (vergl. unter Gelatina, Ergänzungs Schreiben oder Zeichnen dient eine concentrirte Alaunlösung, mit len M Äp latte rdünnte Aet'' Bevor Schw* versetzt, um das auf dem Papier Geschriebene sichtbar zu machen. Concept auf die Leimplatte gelegt wird, fährt man mit einem f ? ucht ?" he j,. V*f über letztere und läset der Feuchtigkeit einige Minuten Zeit, einzuzi ^ ^e legt man die Conceptseite auf die sich das Geschriebene eingeätzt. Leimplatte und nach einigen —- p rl Mit einem Kautschukroller w»°- inigen N«f e "> Pigmenta. Fuchsinpapier. Vanadate. 955 Bclnväi ze ü" er die Platte ausgebreitet oder vielmehr die Schwärze von den geätzten £el n e ? au % en ommen. Schliesslich wird ein angefeuchtetes Blatt Papier darauf- 8 le St und sanft angedrückt. z eitu ^ ^ r ' )en der Wolle mit Anilinpigmenten gelingt (nach der Färber- lösu ^ . beso " ders leicht, wenn die Wolle in 80° C. heisser Natronhyposulfit- 8äu r / gei ' rt > dann die Digestflüssigkeit mit einer entsprechenden Menge Salz- mjj. -, verse tzt, die Wolle nach einiger Zeit aus diesem Bade genommen und nun n A nilinpigmentlösungen behandelt wird. imwolle zu färben, findet sich im ^ne Anweisung, Seide, Wolle und Baut d »„^"^'»bericht der Firma Gehe & Co., Septbr. 1881, ferner in d. Zeitschr. 0st «r. Apoth.-Ver. 1881, S. 513. teufe ^/^ UDg des Nu88Daum holzes, dass es dem Mahagoniholze fSwic- 8ä Ul . fuhagoni L.) ähnlich ist. Das Nussholz wird mit verdünnter Salpeter- m an eim ge Male frottirt und man lässt jedesmal trocken werden. Dann überzieht Wein 08 - einige Male mit einer Lösung von 15 Th. Drachenblutharz in 250 Th. ^ seist. Endlich bestreicht man mit einem Lacke aus 15 Th. Schellack, 3 Ana* Wassei 'freiem Natriumcarbonat und 250 Th. Weingeist. Nach gehörigem str <*knen wird polirt. f« fm - ucns Mpapier, Rosanilinpapicr, höchst empfindliches Reagenspapier auf gasten: g ■ ^■ mmon - Line wässrige Fuchsinlösung wird nach G. Kroupa Damit V *~ ^ Cüwe feisäure versetzt, dass die Flüssigkeit gelbbraun erscheint. riflffst i^k*" man Flicsspapier, welches dann getrocknet gelb ist. Durch die ge- nijj n Menge Ammongas wird es dauernd carmoisinroth, indem das saure Rosacea n m ^ as e i nsaur ig° °der neutrale Fuchsin übergeht. Kroupa konnte 0,0005g NU,01 und 0,0005g (NH 3 ) 2 CO ;l mit diesem Papiere nachweisen, getroT U ^ n ^ntenpapier, ein mit einer wasserlöslichen Anilinfarbe überladenes und (auf ^ netes Fliesspapier. Es wird zu Bereitung einer Schreibtinte ex tempore eisen) benutzt, indem man es mit Wasser uässt. hinten. Amin Hierzu mögen folgende Notizen genügen: lieh '"^»ninnivanadat, Ammonum vanadinicum, bietet sich als ein vorzüg- n acl . Lntensalz dar, wie bereits Bebzeltüs, in neuerer Zeit R. V. Wagnek ly 8e leaen na °en. Seine vollfarbigen Reactionen lassen sich auch in der Ana- P yi , 0 Verw orthen und zwar dient es als Reagens auf Gerbsäure, Gallussäure, Qelbfi äure > Moringcrbsäure, Brenzkatcchin, Haematoxylin, Brasilien- und ü °i2farbstoffe (Pharm. Centralh. 1877, S. 235)- °der 1 ^ ana dintinte (Bebzeliüs'). Der Gerbstoff aus 100g Galläpfeln n iutnt° S G , er bsäure gelöst in 600 —900g Wasser und 1 —1,2 Arumo- A r „,y ana dat liefern eine tiefblauschwarze Tinte, welcher 20 — 30g Gummi naon '. CUm zuzusetzen sind. Der Niederschlag setzt sich sehr schwer und erst ,V -U Vlnln- ITT . _.___. 1 ».. „ . . . i'Uli,. v ielen Wochen ab. Die Tinte erfordert also für den Gebrauch ein Urnen 8'oJi )^ a llussäure verhält sich dem Tannin ähnlich, der Niederschlag setzt schneller ab und der Tinte fehlt der blaue Ton. mit v yro K a Hol-Tinte. Pyrogallussäurc in wässriger Lösung giebt ei ne a a " adat eine blauschwarze Tinte ohne Niederschlag (nach R. Boettoek **öne Stahlfedertinte). , . Lös,,, ' Mori ngerbsäure, Maclurin, im Gelbholz vertreten, giebt in wassnger aus fl 8 mit Ammoniumvanadat eine tief grünlichschwarze Tinte. Maclurin wird toit w m Boden ^e, welchen eine Gelbholzabkochung bildet, durch Auskochen as ser und Eindampfen des Filtrats gewonnen. Tinte- bis liefern- Pigments. Tinten. 5) Brenzcatechin verhält sich wie Maclurin. 6) Haeraatoxylon- oder Blauholz- Abkochung giebt mit Am« 1011111 vanadat dieselbe, aber sehr tiefblauschwarze Tinte wie mit Kaliumchromat.^ 7) Brasilienholzextractlösung giebt mit Vanadat eine schwarzbraune 8) Gelbholz- und F i s e t h o 1 z - Abkochungen liefern mit Vanadat g 1 schwarze Tinten. 9) Rothwein wird durch Ammoniuravanadat rothbraun gefärbt. 10) Anilinhydro chlorid. Ein Theil des Vanadats genügt mit 50*^ 1000 Th. Anilinhydrochlorid unter Digestion ein dauerhaftes Schwarz zu Anilintinten, Roth. Eine Lösung von 1 Th. wasserlöslichem Diamantfud in 150—200 Th. heissem Wasser. — Blau. 1 Th. wasserlösliches Bleu de n ^ (Bleu de Paris) in 200 — 250 Th. heissem Wasser. — Violett (Salontinte)- Th. wasserlösliches Blauviolettanilin in 200 Th. Wasser. —Grün, eine L** n * von 1 Th. Jodgrün in 100—110 Th. heissem Wasser. Soll die Farbe B»^ gelbgriin werden, so setzt man etwas Picrinsäure hinzu. — Gelb, 1 Th. Picn» gelöst in 120 Th. Wasser. — Schwarz ist eine Lösung von 1 Th -. waS {T r be, lichem Nigrosin in 80 Th. Wasser. — Die Anilintinten sind von feuriger* machen keine Niederschläge, trocknen schnell und schimmeln nicht. t i f • i« m< i ____JJ4««T 1 Daf« r Glänze» die Schriftzüge nach dem Eintrocknen kupfrig, so muss die Tinte verdünnt w— mt im Allgemeinen nicht nöthig Th. Dextrin auf 100 Th. Tinte. Ein Zusatz von Arabischem Gummi ist nehme man besser reines Dextrin, circa 1 m. limuiu am xw * — - Anilinschreibtinte, Fuchsintinte etc. Das Anilinpigment (Fuchsin), ' ^ wichte von 10 —15g wird mit lOOccm Weingeist in einem Glase ge gc ^ und unter gelindem Erwärmen in Lösung gebracht. Diese Lösung se , .^ einer Lösung von 60g Arab. Gummi in 1 Liter Wasser hinzu und e ^ unter Umrühren mit einem Glasstabe bis der Weingeist grössten Theils vei ist oder bis sich mit der Flüssigkeit fliessend schreiben lässt. . 110 Tb-» Th. Autographische Tinte besteht aus Wachs 110 TL, Talg 30 Th., Seife Schellack 50 Th., Mastix 40 Th., Fichtenharz 10 Th., Kienruss 30 Campechcholztinte, billigste, welche nicht gelatinirt, lässt YearbooK oi ^^ 1876 aus 15g officinellem Campecheholzextract, 1000g Wasser, 4g ^ und lg Kaliumchromat bereiten. Wird das Campecheholzextract des . reD; lasse die Lösung einen Tag sedim , ß Tinte ist eine höchst^ billig herzu»»^ j i vor Schimmel zu ver- verwendet, so nehme man 20 g und um sie dann zu decanthiren. Diese . und gelatinirt nicht. Um sie sich vor Schimmel zu bewahren, genüg y^ill Liter 20 Tropfen Amylalkohol oder ein Zusatz von 4 g Natriumsalicyl»^ ^ man der Tinte Glanz geben, so setze man 20 g gutes Gummi Arabicum ^ g ü t noch lg kryst. Natriumcarbonat hinzu. Amylalkohol muss mit der durchschüttelt werden, damit er in Lösung übergeht (IIaokr). Copirtintcn. 1) Fbhb's Vorschrift: 35 g Blauholzextract werden in ^ dünntem Essig bis zur Lösung gekocht. Wenn die Flüssigkeit erkalte ^ 2 g man 20g Eisenvitriol, 10g Alaun, 16g Arabisches Gummi, 32g Zucke Glycerin hinzu. GiST 1 '» 2) Pariser Copirtinte. Eine ähnliche Tinte erhält man r> ac Ä j aU n> wenn man eine conc. Blauholz ex tractlösung zuerst mit 1 y °^ fl i a g ei't' dann mit soviel Kalkwasser vermischt, dass ein bleibender Nie dorh ■ qW steht. Dieser wird nach Abguss der überstehenden Flüssigkeit mit w ^ j^n kalklösung versetzt, so dass der Brei eine blauschwarze Farbe, ann ^ ^ r bt. wird tropfenweise Salzsäure hinzugesetzt, bis sich die Flüssigkei ^ ro t»ö Endlich setzt man nebst Gummi noch 0,5 Proc. Glycerin hinzu. Pigment». Tinten. 957 T' t Chi e . t * schnell blauschwarz werdende Scliriftzüge. Ein Ueberschuss des ka lkes und der Salzsäure ist zu vermeiden. Perl ma,, ll e "Tinte dient zum Schreiben auf Glas, Porzellan, Marmor, Elfenbein, Es }, e Und Metallgogenstände. Das Schreiben geschieht mittelst Gänsefeder. Su f a et die Schrift, nachdem sie trocken geworden, was sehr schnell geschieht, Vo 6 n' ^ s s ' e Sc hwer zu entfernen ist. Diese Tinte ersetzt das Einbrennen in 4 " cllstabe n, Zahlen, Worten auf Glas- oder Porzellangefässen. Sie kommt aroen: roth, blau, schwarz und weiss, aus Leipzig in den Handel. vitrj ] MTi ^ ' a P"^ ver ^ u w ' rd arls Arabischem Gummi und calcinirten Eisen- 8.^.' aila 10 °g, Aleppischen Galläpfeln 150 g und 1500 g Wasser nur durch sei'vf r ' ge aceration dargestellt. 30 Tropfen Schwefelkohlenstoff dienen zur Conin iq | e s *. ,;ne niagique wird durch die Firma Teissonniklik & Casre zu Paris d eu , Vers chiedencn Nuancen, nebst eigenthümlich construirten Tintenfässern in andel gebracht, liier scheint auch Atramin vorzuliegen. 30g 'f'Mfeste Tinte. 90g Iftvigirter Graphit, 0,75g Copal, 10g Eisenvitriol, k 0c v, "apfeltinctur und ebensoviel Indigcarmin werden gepulvert, mit Wasser ge- Zu tl ' 1I1( ^ Semischl durch ein Sieb gegossen. Zum Schreiben ist umzurühren. 3 Th em 'feuerfesten Papier werden 30 Th. Papierfaser, 60 Th. Asbest, (Alu m ax m, d 6 Th. Alaun mit Wasser zu einem Papierbrei verarbeitet s - Techniker Zeitung 1878, Nr. 39; Ph. Centralh. 1878, S. 428). U all ^ alllls tintfi, billige. 300 Th. Campecheholz und 125 Th. türkische Koch (nicht Chinesische) werden mit Wasser zweimal ausgekocht. Die 'Hut" 8 daUere nur 10 Minuten Ulld die Gesammtcolatur 3000 Th. Nach dem s e } leg en werden dieser Colatur 100 Th. Eisenvitriol und 70 Th. Arabi- »ir^t 8 w mm ^ ' n S roDer Pulverform zugesetzt und unter Umrühren Lösung be- T\ ' En dlich wird eine kalte Lösung von 12,5 Th. Kupfervitriol in 850 D en ° 1( ; m colirtem Holzessig (Acetum pyrolignosum colatum) hinzugemischt. Se 3im>' • ^ ag Uber ist wiederholt umzurühren, dann läset man 3 bis 5 Tage Der p llt 1 ' ren > um d 'e Tinte (4000 Th.) zum Gebrauch vom Bodensatz abzugiessen. ,., lli|t "Juensat/, wird bei der nächsten Bereitung mit 1500 Th. Wasser ausgekocht, Qu ' ." ml die Colatur der neu angefertigten Tinte, nachdem 30 Th. Arabisches betrjj * iai "' n gelöst sind, hinzugesetzt, so dass die neue Tintenportion 5500 Th. Öejm . Es ist wesentlich, dass das Eisensalz der kalten Colatur zugesetzt wird, bü,} e mit der heissen Colatur würde es einen schwerlöslichen starken Bodensatz Ir n ,j' .D' e Be Tinte schimmelt nicht, schwärzt nach und gelatinirt auch nicht. e »tigen vergleiche man auch im Handbuch unter Gallae und Haematoxylon. Pl 'oc f *?Sraplien - Tinte. Methyl violett in verdünnter Essigsäure (mit 20 " t88i gsäurehydrat) gelöst (Vomacka). Th l aiser tillt(! soll ein Gemisch aus 10 Th. Campecheholzextract, 500 Wasser, i Th. Kupfervitriol und 20 Th. Römischem Alaun sein. Sf'Sintinte ist eine Lösung des Nigrosins in gummihaltigem Wasser. Pri B J igrosin -Zeichentinte für Leinen und Baumwolle, welche weder ein zweites nia««. ' noch die Anwendung eines heissen Eisens erfordert, wird folgender- mit 7, en ^weitet: Schellack wird in einer kleinen Quantität Wasser durch Kochen gesetzt 15 ° rax Relöst und dann der LÖ8Ung cin " -'' ,liigende gC JN,grosin zt > um die gewünschte Schwärze zu erhalten. _ des A , rax 0,ler Alaun haben die Eigenschaft, wenn in kleinen Mengen Lösungen Atlll '»schwarzes beigemischt, dieselben lange Zeit vor Zersetzung zu bewahren. 958 Pigmenta. Tinten. Pnrpnrtinte (ohne Anilin pigment) Normandy's. Campeche holz, ^g^' mit 12 Liter kochendem Wasser Übergossen und nach mehreren Stunden Digestion colirt. Nachdem in der Colatur im Umfange von 10 — H *'} 100g gepulvertes Cupriacetat aufgelöst sind, wird sofort 1kg Alaun hm gesetzt und in Lösung gebracht und endlich werden 333 g Gummi Arabien 666 g Wasser gelöst damit vermischt. Nach 2—3 Tagen wird decantbirfc Aetz- Signirtinte, Beking's, widersteht angeblich den Säuren und anderen Stoffen. Sie besteht aus 200—250g wässrigem Schellackfirmss /[[andb. II, S. 333), 200 —250g Wasser, versetzt mitV- 10g wasserlöslichem Am V schwarz (Nigrosin), 0,3g Tannin, 0,1g Pikrinsäure, gelöst in 15g L miakgeist und 7g Wasser. Unauslöschliche Tinte für Glas, Glastinte, besteht nach einer Analyse deS rure . Maisch aus Ammoniumfluorid, Schwerspath und Schwefels* Diese Tinte wird in Kautschukfläschchen eingeschlossen. Si.ocum Iässt 3 1"; , g0 ryumsulfat und 1 Th. Ammoniumfluorid mit soviel Schwefelsäure nu . ß als zur Zersetzung des Fluorids ausreicht und die Mischung halbflüssig ist- Tinte Sabatieb's ist milchähnlich und dünnflüssiger. Reisetinte. 20g Tannin (aus Türkischen Galläpfeln), 5g Indigo» 1 -rn^ 2,5g Eisenoxydhydrat, 15g Eisenvitriol, 2,5g Kupfervitriol,^. Arab. Gummi und 5g Zucker werden in ein höchst feines Pulver ver r und gemischt. Eine Messerspitze davon giebt mit einem Liquergläschen eine sofort brauchbare Tinte. Reisetintcnpnlvcr. Campecheholzextract 20g, Arabisches « l ^ B „ 15g und Zucker 5g werden zu einem sehr feinen Pulver gemischt un ^ innig mit einem Pulvergemisch aus 4g zerfallenem Natriumca r ^, iiikI lg gelbem Kaliumchromat, vereinigt. Die Mischung muss^ ell lf gS er- kommene und das Pulver ein sehr feines sein. Zum Gebrauch wird eine spitze des Pulvers mit einem Esslöffel Wasser gemischt. •„ r"vce rI Rothc Tinte, Mbtea's Tinte. 5,0g Safranin werden in 50g <-"j, j0 og in der Wärme gelöst, dann unter Umrühren 50g Weingei st und hiera ^ Essigsäure zugesetzt. Diese Mischung wird mit 1800g Wasser y e yoi'' in welchem 50—80g Arabisches Gummi gelöst sind (Metba). "' schrift ist die bereits im Handb. II, S. 692 angegebene, aber verbesserte. Tintcnpilanze, Neu-Granada's. Coriaria thymifolia enthält l '" lC ". tore Z«' röthlichen, an der Luft aber bald schwarzwerdenden Saft, der oline w T yj, n licli e bereitung, als Schreibetinte gebraucht, weniger leicht dick wird als £ ( ' v Tinte und die Stahlfedern nicht angreift. tc&W^ Sympathetische Tinten. Ueber diese Tinten ist weiter unten 8. 9° J angegeben. _ , ^e, Tinten verschiedener Art. Vorschriften zur Darstellung der AI li5all r0u e»' findet man im Handb. II, 8. 195, für Chromtinte, Encre bleue ^0, naise, Encre Japonnaise, Blauholztinten etc. unter Hacm ]pinia» Handb. II, S. 72 und 73, Vorschriften zu rothen Tinten unter ta ^ ve r- Handb. I, S. 650 und unter Coccionella Handb. I, 8. 909, Vorsehrittei jhiedenfarbigen Tinten unter Pigmente, Handb. II, 8. 691 m» 1 G9i- , t ; D 8, Tii. Jonn sc Tinten für Heotograph und Chromograph sind bereits unter Ergänzungsband S. 476 angegeben. Näheres in Dingeer's polyt. 232, 8. 81. Zeitsehr, d. österr. Ap.-Ver. 1879, S. 267. j Tinte für de webe in der Chlorbleiche. Diese mischt man Pigmenta. Tinten. Tintenstifte. 959 Kienruss, 3 Tb. Petroleum (unter Reiben im Mörser), 10 Th. Steinkoh- le »theer und 10 Tb. Benzin. Diese Tönte dient besonders zum Stempeln. p . Tintenstift, Copir-Tintcnstift von E. und R. Jacobsen, bietet einen Ersatz für leistift und Copirtinte. Derselbe giebt auf trockenem Papier eine Bleifederschrift, eiche sich von der gewöhnlichen dadurch unterscheidet, dass sie sich nicht ver- ls chen und durch Reibegummi nicht entfernen lässt. Von dieser Schrift lassen sich Ur di stark, aber nicht übermässig angefeuchtetes Copirpapier durch Streichen «t dem Falzbein mehrere reine Abzüge herstellen. — Die Originalschrift erscheint ■<* dem Copiren als Tinte, aber auch dann, wenn vor dem Schreiben das Papier lcht ^gefeuchtet wurde. Zum Copiren ist Seidenpapier oder dünnes Postpapier ^zuwenden. — Er besteht aus Graphit und Anilin-Farbstoff, welche durch ein 'genthümliches Verfahren zu einer dichten, homogenen Masse vereinigt sind. ezi 'gsquelle E. und R. Jacobsen, Berlin. Tintenstifte aus Chromnitrat. Salpetersäure wird mit frisch gefälltem ^gewaschenem Chromoxyd übersättigt, die Lösung mit Campecheholzab- ocliung versetzt, bis der anfangs entstehende broncefarbene Niederschlag mit flauer Farbe in Lösung übergeht. Diese Flüssigkeit wird im Wasserbade bis z Ur fyrupdicke eingedampft und .'! Tb. davon werden mit 1 Th. Thon unter "Safe von etwas Traganth durchknetet. (Färberzeitung 1880.) jr, Tintenstifte für filas, Porcellan, Farbstifte zum Schreiben auf Glas, Porcellan, ^T 1 e tc. stellt die A. W. FABER'sche Fabrik (Stein bei Nürnberg) in folgender e 'se her (Reichspatent). — 1) Schwarzstifte aus 10 Th. feinstem Kienruss, K Tb. weissem Wachs und 10 Th. Talg. — 2) Weissstifte aus 40 Th. g ?" ,se rweiss, 20 Tb. weissem Wachs und 10 Th. Talg. — 3) Hellblaue 4> '' to aus 10 Th. Prcussischblau, 20 Th. weissem Wachs und 10 Th. Talg. — J dunkelblaue Stifte aus 15 Th. Preussischblau, 5 Tb. Arabischem Gummi , 2 10 Th. Talg. — 5) Gelb stifte aus 10 Th. Chromgelb, 20 Th. Wachs zn 10 Th. Talg. Die Farben werden mit den Fettmassen im warmen Zustande t «»»mengebracht, fein abgerieben, an der Luft derart getrocknet, dass sie mit- 81 einer hydraulischen Presse nach Art der Bleistifte in runde Stäbeben zu ri ,J* n sind, nach dem Pressen weiter an der Luft getrocknet und, wenn sie die ' '8 e Consistenz erlangt haben, in das Holz eingeleimt. p, Unauslöschliche Tinte Bkaconnot's wird nach Angabe der Ann. de Ch. et de J ys - m der Weise bereitet, dass mau in einem eisernen Kessel im banclbade ff> 7 A etzkali, 10g klein geschnittene Lederabfälle und ögSchwe- J.' t mit Wasser iibergiesst, zur Trockne eindampft und unter Umrühren so weit JJt» bis d io Masse wieder breiig wird. Diese Masse wird in Wasser gelöst Ü,l' llmvn colirt in dicht, verkorkten Gläsern aufbewahrt. Sie widersteht angeb- all °n chemischen Agentien. B] Unauslöschliche Zeichcntinte ohne Höllenstein wurde in einem Nord-Amcrik. ■tte erwähnt. Man bereitet sie wie folgt: 1) 2g Anilinschwarz werden .in Hg *£u Sal zsfture und 45g stärkstem Weingeist gut abgerieben. V ie^so . »itene Flüssigkeit wird durch eine heisse Aullösung von 10— \°f h u tri»? Rllm in 200g Wasser verdünnt. Dies,. Tinte soll weder dun* concen- 16 Mineralsauren, noch durch starke Laugen zerstört werden. <,,,,, i W^d die Anilinschwarzlösung durch eine Lösung von 10 ^ lö f J ' "* ?J°°g Weingeist verdünnt, anstatt durch Gummiwasser, »«"»»« ™ « welche zum Beschreiben'von Holz, Messing, U** verwendb*„ ,,d s.ch fc h . *re ausserordentlich tiefschwarze Farbe auszeichnet Ab Tl ne zum " Chre >ben auf unedlem Metall ist eine 5-proc. Silbernitratlosung zu 960 Pigments. Tintenflecke. Haarfärbemittel. empfehlen, weil die Scliriftzüge damit nicht nur schwarz, sondern auch da«8"' haft sind (Hagek). Unauslöschliche Tinte, Berliner, ist eine gute Galläpfeltinte, versetzt n» löslichem Berlinerblau (Handb. I, 1059). Anffrischnng vergilbter, verblasster oder in sonst einer Weise D '??. und unleserlich gewordener Scliriftzüge. Da man die Art der Tinte nie) kennt, so muss man mit einem Federkiel das auffrischende Reagens über ein'» Buchstaben hinwegstreichen und trocknen lassen, um den Effect zu erkenn« ' Bei Eisentinten würde eine dünne weingeistige Tanninlösung oder Galläpfelt> n ? ausreichen. Auffrischimgsrcagentien sind Lösungen des Tannins, Eisenvitno > Kupfervitriols, Kaliumchromats, Jodwasser, Ammondämpfe, Aetzammon. D* 9 . e l , oder das andere dieser Reagentien wird auf die abgeblasste Schrift rnit te Fliesspapieres aufgetragen und der Reihe nach in Anwendung gebracht. ., Die durch Seewasser geblasste Tintenschrift soll man nach GaBSIDE 5-proc. Kaliumsulfocyanid bepinseln und dann über heisser Salzsäure den DämP derselben aussetzen. Diese Proeedur ist an einem zugigen Orte auszuführen- Tilgung der Schrift und der Tintenflecke. Hierzu dienen Kai 1 " bioxalat, Oxalsäure oder Natriumpyrophosphat, wenn eine Eisen vorliegt. Bei Anilintinten wendet man Aetzlauge und Aetzammon nebst »v geist oder eine ammoniakalische Natriumhyposulfitlösung an. Man vergl- S. 954 unter Fleckenextinction. ffl . Die Tinten des Handels müssen der Vorsicht halber, wenn ilu" e ,{ 0 |t mensetzung nicht gekannt ist, stets als Gifte angesehen werden, denn wiede sind Vergiftungen, selbst tödtlich endende dadurch vorgekommen, dass man e Tintenfleck mit der Zunge aufnahm oder die eingetauchte Feder zwischen Lippen absog, oder dass Tinte in eine Wunde oder Rissstelle der Haut einü (Pharm. Centralh. 1878, S. 142.) ^ ( Haarfärbemittel bestehen (nach Ciievalileb) entweder 1) aus seh* a Pomaden, Gemischen aus Fettsubstanz, Russ oder Lütticher Schwarz (Cn* de Liege) oder 2) aus Metalllösungen, Lösungen des Silbers, Kupfers, , er Wismuths. Zu der ersteren Sorte gehört Melanocome. Man vergl. » ucü Plumb. acet. Vei'g' ft ' Die Blei enthaltenden Mittel sind als giftige anzusehen, denn »^ ungen damit sind mehrere vorgekommen. REVEIL analysirtc folgenden färbemittel: a v0 o I. Ean d'Afrlque, pour teindre les cheveux. 3 Fläschchen. 1) ü™ 0 J ) J 'f%ls&' ! - 3 Silbernitrat in 97 Wasser. 2) Lösung von 7,6 Schwefelnatrium in 92,4 3) Lösung von 3 Silbernitrat in 97 wohlriechendem Wasser. . ser . II. Ean de Baharaa bestellt aus 2,52 Schwefel, 1,0 Bleiacetat, 90,7 Anisw« III. Eau egyptienne. 3,88 Silbernitrat in 96,12 Wasser. , per IV. Ean de la Floride. 2,8 Bleiacetat, 2,7 Schwefel, 94,4 Bosenwass^ito- Fabrikant versichert, dass dieses Wasser die ursprungliche Farbe des Haar»' ire etc., denn es sei aus exotischen wohlthuenden Pflanzen bereitet. . qiß V. Eau de Mont blnnc, 2 Fläseliclicn. 1) Lösung von 2,55 Silbernitrftt' ammoniakalischem Wasser. 2) Lösung v. 4,8 Schwefelnatrium in 95,2 Wass« • gil . VI. Ea« de X.., chemiste, bestellt, aus 8 Fläschchen; 1) 5,8 anin"" 1 '' 1 ;^' „ n d bernitratlösung mit ammoniakalischer Kupfersulfatlösung. 2) 3,7 Schwefeina» idlög0 iig- 96,8 Wasser. 3) Eau ä deiachev (Entflecfcungswasser) besteht aus Kaliumcy»« ^ j? VII. Chromacöme. 2 Fläschchen: 1) Weingeistige PyrogallussäureW»" 1 *" Silbernitrat in 88 ammoniakalischem, etwas Zuckertinctur enthaltendem W' . , erBJ e. 2 VIII Melanogene. Teint on cliätain, brun ou noir Sans colorer l'ep' 0 „j 9 k»' Flaschchen: 1 Weingeistige Gallnssäurelösung. 2) 7,8 Proc. Silbernitrat in a lischem, mit Zuckertinctur versetztem Wasser. Pigmenta. Alizarin. Alnein. 961 Kaw Sel6uite perfectionnee pour teindre les clieveux, besteht aus Bleinitrat und inumcarbonat mit 70 Proc. Wasser und etwas Quittcnachleim. 2) 7 fi q Jeinturc ainericaine pour la barbe. Drei Fliiscliehen: 1) Gallussäurelösung, •>ö oohwefelnatrium in 92,4 Wasser, 3j 3 Silbernitrat in 97 Wasser. 2) o-jr • Teintnre vegelale. 3 Fläschchen: 1) Weingeistige Pyrogallussäurelösung, iwefelnatriumlOsung, 3) 8,3 Silbernitrat in 91,7 amtnoniakalischem Wasser. rp ,, * c jinnnke, Schminkmittel (Fards). Die weissen Schminken enthalten: g , . ein > Kreide, Baryumsulfat, Carbonat, Oxyd oder Oxalat des Zinks, Oxyd, Un( , mtrat oder Chlorid des Wismutiis, Carbonat des Bleies, Stärkemehl; Blei °jt auch Anilinroth enthaltende Schminkmittel sind als giftige anzusehen. C'ar ' rotnen Schminken in Pulver, Pomaden, Flüssigkeiten enthalten m ; Carthamin, Zinnober, Anilinroth. Alizarin. Vergl. Handb. II, S. 828. Us zar i n ^ an S' eDt mit wässrigem und weingeistigem Aetzammon himmelblaue n gen. Mit Säuren verbindet es sich zu Salzen. Seine Formel ist C 17 H J0 NO 4 . ^ '' za rinblau gilt als Ersatz des Indigo, wird jedoch seines hohen Preises q , n w enig angewandt, ist auch, dem Sonnenlichte ausgesetzt, unbeständig. "i'tr ^Bbach giebt folgende Darstellungsmethode an: 1 Th. trockenes Mono- ind •" n ' 5 rn " C011C- Schwefelsäure und 1,5 Th. Glycerin werden gemischt M fl' 6 erhitzt. Die Reaction beginnt bei 170° C, die Masse wird violett, lud 16 ^ em Peratur steigt auf 200°. Die Masse fängt dann an zu schäumen, g e „ , s ei) tweicht Schwefligsäure und Acrolei'n. Das Product wird in Wasser 4 ma , en /nnd damit einmal aufgekocht, dann filtrirt. Der Rückstand wird 3 bis b e ; ffi ^^ verdünnter Schwefelsäure ausgezogen. Die gemischten Filtrate setzen T>. '^Kalten dpn TTarhatnfF in hrnimpn l^rvätallpri ah Flipsp wav/Ipti dllrirb k or axl8 halten den Farbstoff in braunen Krystallen ab. Diese werden durch bi B( j 0Sun g gereinigt. Der Farbstoff bildet mit Borsäure eine unlösliche Vergiß ^' a us welcher er durch Säurezusatz in Form einer violett seiden- 8w 0 en Masse abgeschieden wird. Durch Umkrystallisiren aus seinen Lö- Sclim^ wird er in braun schimmernden Nadeln, welche bei 268 bis 270° Die daraus dargestellten Salze sind schwer 6cli r ein 6 Z6n ' völlig rein erhalten. ° zu erhalten. ^Wi ■' ein §elb " b ^ B rothbrauner, catechuähnlicher Farbstoff (in der Erle, de m jt' ßil 'ke, Buche etc.). Es wird dieser Farbstoff mittelst alkalischen Wassers 8Snren° entz °gen und durch Säure abgeschieden. Dieser Farbstoff ist gegen Bl e j Sa j lUlu saure Salze indifferent, Alkalien machen ihn dunkler und intensiver. fSU e z ® fä Hen ihn in braunen Flocken, auch Zinnsalze fällen ihn, Eisensalze Wi r <} n gi'au, Kupfersalze verbinden sich mit ihm, mit vielem Kupfersalze tinters \ ^ er glau ' Chromsalze machen ihn am dunkelsten. Vom Catechu löslich 0 et er 8 ich dadurch, dass er grössere Farbekraft darbietet und den e _ n Alkalien besser widersteht. e '»eu } '"' ÖMe irisirend zu machen, bringt man nach Lewinsohn die mit ^Strich ke aUS 30g Fuclisin > 20 S Schellack und 300ccm Weingeist «ait et* 611011 ^ acllen (künstliche Blumen) in eine Chloratmosphäre, einen Kasten w as Chlorkalk beschickt (D. R.-Patent Nr. 7948). ftya r nilins <*wan erfolgt aus der Mischung von 100g Wasser, 8g Anilin- di «bioV , lorid > 4g Kaliumchlorat (chlorsaurem Kali) mit 0,01 Vana- st Utid P ° rid od er Ammoniumvanadinat. Der daraus in einer Viertel- 2 Tal ent8ten ende Niederschlag ist Anilinschwarz, welches mch nach etwa A «f S? £ der Flüssigkeit mit dieser zu einem dicken Schlamme umwandelt. X» Er, Th " selbst 500 Th. Anilinhydrochlorid reicht 1 Th Vanadmb.chlorid Beugung der Schwärze hin (Guyard). Die Stelle des Vanadinb.chloiids '•*.W.«m.r, »xis. Suppl. 61 962 Pigmenta. Schwarzfärbung. kann durch Cuprichlorid oder ein Kupfersalz in 200— 300-facher Menge ersetzt werden (ph. Centralh. 1876, 8. 137 u. 138, findet man Ausführliches übe' diese Schwarzbildung). Mit vorstehender Anweisung ist zugleich eine Vorschn zu einer Stempelfarbe für Wäsche gegeben, jedoch hat diese die Eig eD ' Schaft die Wäsche zu corrodiren in Folge der frei werdenden Säure. Es mus daher die Schrift 1 — l 1 ^ Stunden nach der Stempelung oder Zeichnung durcß eine 1—-2-proc. Sodalösung gezogen werden. - Aus der obigen Mischung resultirt ein Salz von der Formel CuHjoNjW Wird die Säure mit Soda fortgenommen, so resultirt Nigranilin (O^j^o^h Zum Färben mit Anilinschwarz verfährt man nach Angabe des Co mikers Gravitz (Paris) in folgender Weise: Auf 100 kg Baumwolle gehört ein Bad von 2000 Liter Wasser, 8 L* reinem Anilinöl, 33 kg Salzsäure und 17,5 kg Kaliumdichromat. Die T0 . gut ausgekochte Baumwolle wird zuerst 1 Stunde bei gewöhnlicher Temperatm diesem Bade gelassen, dann das Bad allmälig auf circa 90° 0. erhitzt und die Temperatur so lange erhalten, bis das Schwarz durch Schwefligsäure nicht ® grünlich wird. Das so erhaltene Schwarz wird weder an der Luft noch du Schwefligsäure grün; nach dem Waschen nuancirt es kastanienbraun, was durch ein kochendes alkalisches oder Seifenbad in Violett oder Blau umän kann. Es ist bei diesem Verfahren kein Beizen nöthig. Reine entfettete tbieris Wolle färbt sich ebensogut wie Baumwolle; wegen der grossen Porosität selben wird aber das Verfahren theuer. (Deutsche Ind.-Zeit. 1879 u. P Notizbl. 13.) 6 Zum Färben der Wolle ist eine vorhergehende Beize überflüssig unQ „ . z . nur etwa anhängendes Alkali, von der Entfettung herrührend, mit i jrV r0 in welchem meist kein Arsenik nachweisbar ist. Der Rückstand auf Ar» . er enthält den organischen Farbstoff an Eisen gebunden, gemengt mit •»äs "'^ saure - Dieser Filternickstand wird durch verdünnte Schwefelsäure bei Tlip'J^ 01 * ^ arme m ( l ( ' r Weise zersetzt, dass alle Arsenigsäure und der grösste geri Eisenoxyds in Lösung übergeht, während der Farbstoff mit einem die ^" I ^ sen &elialte im Filter zurückgehalten werden kann. Leitet man in B ; c k w efelsaure Auflösung dieser Lackfarben Schwefelwasserstoff, so scheidet 4 rs neDen Schwefel (herrührend von der Keduction des Eisenoxydsalzes) sofort *as nSu ' f(lr m gelben Flocken ab. Nach mehrmaliger Behandlung mit Schwefel- t ro ? erston " wird filtrirt, das Filter ausgewaschen und getrocknet. Aus dem stand" 0 " ! Uter wird der Schwefel durch Schwefelkohlenstoff entfernt, das rück- ind 'f 6 ^ cnw efelarsen in Ammoniakflüssigkeit gelöst, diese Lösung abgedampft Dj Gewicht des Verdampfungsrückstandes auf Arsenigsäure berechnet. den S ^erfahren mit abgewogenen Mengen Arsenigsäure controlirt, liefert nach Ars e ^ eraacuten Erfahrungen zuverlässigere Resultate, als die Bestimmung des s als arsensaure Ammoniak-Magnesia. Pari u { nacn8t wurden dunkle Wasserfarben, mit dem Firmenstempel „Chenal 8 und mit der Randschrift „Richard" versehen, von Fleck untersucht: Es ergaben sich ^ in ! P ! a dolore Arsenigsäuregehalt ee uaturelle l£l ^ Sicnne brulee C^Sienne > br ün tu Lackes aus 1 Theil Schellack und 2—3 Theilen Weingeist vermischt. ^ eJV Dieser Atraminlack kann zum Bestreichen der Medicinflaschen wendet werden. Aurantia ist ein ziegelrothes pulveriges, Seide und Wolle prächtig o _ färbendes, in Wasser lösliches Pigment (ein Hexanitrodiphenylamin - Amin 0 ^ salz). Gnehm (Zürich) erkannte es als einen sehr giftigen, auf die Ha . ^ Crotonöl einwirkenden Körper, dessen Wirkung nicht bei denen ausblieb, j eö mit dem Farbstoff manipulirten. Martitjs und Salkowsky (Berlin) erka ^ dieses Pigment aus anderer Fabrik für nicht giftig und halten dafür, d *^ c he giftigen Eigenschaften Verunreinigungen aus der Bereitung herrührend als L f 0 ige zuzuschreiben seien (1876), wenn Gneiim's Beobachtungen nicht etwa von Idiosynkrasien sein sollten. , Aurantia-Kaiscrgelb ist laut Bericht der Regierung zu Düsseldorf der ' ugg - heit nicht nachtheilig und daher zum Färben der Spielwaaren und mittel zulässig. Druckerei- Blau, BlüMBB's (patentirt), ein dem Indigo ähnliches Blau für die v aC ht Zur Darstellung werden 100g Stärke mit 1 Liter Wasser zu K leis .f j^ lOS und unter Erwärmen hinzugesetzt: 40g Kaliumchlorat, 3 —4g Eisenvi *j. n ^ydro- Salmiak. Nach dem Erkalten des Breies werden 60 g oder mehr Am Pigmenta. Grün. ChrysoTdinhydrochlorid. Eosin. 965 Chlorid oder Anilintartrat hinzugesetzt, und nach Lösung dieses Salzes wird zum ruek geschritten. Ein Passage durch schwach alkalisches Wasser bewirkt das hervortreten der blauen Farbe. Bleu noir Coupicr, Carre's, ist ein Fabrikat aus Blauholzextract, Chromsäure Un( l Anilinblauschwarz. Es zeigt sich an der Luft dauernd. Broncirnngsfliissigkeit, Broncirlack, ist eine Lösung von 10 Th. Anilinroth Fuchsin) und 5 Th. Anilinpurpur (Mauve'in) in 100 Th. absolutem Weingeist, welche nach Zusatz von 5 Th. Benzoesäure 5—10 Minuten kochend p iss erhalten ist, wodurch das Grünliche der Lösung in lichtes Broncebraun hergeführt wird. Auf Metall, Leder, Holz, Papier aufgetragen liefert dieser Lack eitl en lebhaften Broncecffect. . Bronze-Firniss, bronzefarbener Firniss, wird (nach dem Patent 0. Fiorileo's, m erika) wie die vorstehend angegebene Broncirungsflüssigkeit dargestellt. ~ ^liloropliyllgriin, grüne Blattfarbe für Gemüseconserven. Wenn nicht zum ln esischen Grün, dem Lokao, als Farbmaterial gegriffen werden kann, so muss an zu einem selbstbereiteten Grün greifen, welches nach Guixeemare aus dem 'P'nat mittelst V2 _ P roc - Natronlauge extrahirt und mit Salzsäure aus dieser ' s ung abgeschieden wird. Dieses Grün soll beim Garkochen der Gemüse nicht j^ st5l 't werden (Pharm. Central!». 1879, S. 24(5). e * a yenne 4, färbt das Gemüse für Conserven in dieser Weise, entl ^soidinhydrochlorid (C I2 H 12 N 4 , HCl) wurde von Caro und auch von Witt t : , ee *■% ist ein goldgelbes Pigment. Seine Krystalle erscheinen im reflectirten f . te schwarzgrau, mit grünlich nüancirtem schwachem Metallglanze, im durch- ^ Bden Lichte dunkelroth (bis undurchsichtig), sind löslich in Wasser und in p^ 0 ' 8 *'' unlöslich in Aether. Heiss gesättigte Lösungen erstarren gelatinös v erh'° ^ er Ausscheidung verfilzter haarfeiner Krystallnadeln. Die Platin- Und ndun K giebt 23,76 Proc. Platin aus. Chrysoidin wird durch Aetzalkali Wao» on f re ig ema cht und scheidet in hellgelben Flocken aus, welche in Die Firma Lecourt, Paris, •ÄTS"- Schmelzpunkt , leichter in Weingeist und Aether löslich sind. HO 0 C. Das Nitrat ist rolh. g al ~7 CÜ Griess Untersuchungen bildet sich Chrysoidin, wenn man einen Strom 6n Jj!pf'gsäure durch eine weingeistige Anilinlösung leitet. Die hierbei zuerst Ami/ n krystalle sind Diazoamidobenzol, welches zum Theil in das isomere g e f j az obenzol übergeht. Wird nun mit der Einleitung von Salpetrigsäure fortsetzt-' ren ' bis die entstandenen Krystalle in Lösung übergegangen sind, und ver- So J" 3,11 dann 3i e Flüssigkeit mit einer wässrigen Lösung von Phenylendiamin, Sc he'Ü * sofort die tief orangegelbe Färbung des Chrysoidins. Nach dem Aus- (fj rj Jl n d es Chrysoidinnitrats enthält die weingeistige Flüssigkeit Diazobenzol «tare HN ° 3 + C « H 8 N 2 = O l2 Hi 2 N4,HNOg). Durch Einleiten von Salpetrig- s a | D gas m einen Krystallbrei von Anilinnitrat bis zur Lösung des entstandenen ^ied 0rsailren Diazobenzols und durch Zusatz von Phenylendiamin entsteht ein ch en) ers el)lag von Chrysoidinnitrat. Näheres hierüber sehe man nach in Ber. d. d. (187^ X > 8 - 213 > Jahresbericht über die Fortschritte der Pharm, etc. XII '>> 8. 362 u. f. 1878. M ae /? sin (gebromtes Fluoresce'in) zeigt sich vom Safranin, Alizarin- f arh P f 0th > rothen Tiieerfarbstoffen, rothen Fuchsinmischfarben, überhaupt Anilin, g e " dadurch verschieden, dass es sich in Collodium entfärbt. Jene Farben da- g ; 8en färben Collodium dauernd. Es genügt das Gewebe, Papier, Gesp.nnst mit V n " Tr °Pfen Collodium zu betupfen. Bei Färbung mit_ Eosin oder Methyl- n entsteht ein weisser Fleck (R. Wagner). Eosin lässt sich nach An. Baeter 966 Pigmenta. Eosin. Ericin. Fluorescei'n. mittelst Natriumamalgams entbromen und in Fluoresee'in überführen, welche in verdünnter Lösung eine sehr schöne uran grüne Fluorescenz zeigt. Eosinlacke, Ersatz des Zinnobers und Sehwefelantimons. Wird ein« alkalische Eosinlösung mit Säure versetzt, so scheidet sich die in Wasser unlo s " liehe Eosinsäure aus. Wird diese mit Wasser ausgewaschen, bis die ablaufen« Flüssigkeit schwach rosa erscheint, und wird sie nun mit Zinkoxydhydrat zU " sammengebracht, so bildet sie mit letzterem einen rosafarbigen oder rotne Lack, je nachdem die Eosinsäure oder das Zinkoxydhydrat in der Mischung v0 waltet. Ebenso liefert die Eosinsäure in Sodalösung gelöst und mit Kali»'* 1 gefällt, einen intensiv gefärbten Thonerdelack. Beide Farblacke ertragen ein ziemlich hohe Temperatur, werden von Schwefelwasserstoff nicht angegi"i" e ' D | lassen sich deshalb beim Vulkanisiren des Kautschuks unbeanstandet der S schmolzenen, heissen, Schwefelwasserstoff entwickelnden Masse einverleiben u zeichnen sich vor dem Zinnober und vor dem Schwefelantimon, welche bis allein für roth- oder orangegefärbten vulkanisirten Kautschuk verwendet woi sind, durch ungleich grössere Lebhaftigkeit der Farbe aus. Als Wasser» 1 eignen sie sich nicht, als Malerfarben aber ersetzen beide Lacke den Zinno vollständig und sind vollkommen unschädlich, daher besonders geeignet Färben der Spielsachen. (Turpin, Dingler's polyt. Journ. Bd. 228.) Ericin, ein gelber Farbstoff in der Erica vulgaris und in Zweigen me " r< L„ Pappelarten. Er soll in der Färberei die Gelbholzextrakte ersetzen. Alka machen die Farbe intensiver, Säuren lichter. Essigsäure ist ohne Wir» » Eisensalze fällen Bronzegrün, Zinnsalze erzeugen einen schönen goldgelben v ^ Kupfersalze färben grün (ohne Niederschlag). Die animalische und vegetabu Faser wird ohne Beize durch Ericin gelb gefärbt, gebeizte Stoffe nehmen grüne bronzene oder graue Töne an. Ericin färbt gelb bei Anwendung ^ Mordants wie Bleiacetat, Kaliummanganat, Stannochlorid etc. (Engl. P»«- # eü von Savigny & Collineau, Paris.) Es vermag sich mit allen Anilinfarbsto zu verbinden. , . ,j e r Zur Darstellung des Ericins werden Heidekraut (Erica m fy ar,S s nicht verwendbare Farbe. Es dient zum Färben der Seide und Baumwolle- Indigo-Ersatz, ein von Kaub & Co. in Münchenberg (Bayern) una ^ Dollfus in Schlosschemnitz bereitetes blaues Pigment, ausgezeichnet durch UneniP^,), lichkeit gegen Licht, gegen alkalische und massig saure Flüssigkeiten (kg *V g arD ) Zum Färben der Garne sind diese zuvor im Alaunbade (10 Alaun auf 1°V g arD ). zu brühen, dann folgt Färbung in der Flotte aus Indigoersatz (8—14 auf 10 U Kupferfarben. Eine ammoniakalische Kupfervitriollösung giebt mit Blut ? mß ion salz einen Niederschlag, der getrocknet auf 170° C. erhitzt Cyan und pe r ausgiebt und violett, bei 200° blau, bei 250" mattgrün wird. Der violette i ^ wird durch kochendes Kalkwasser mehr nach Blau, durch Chlorkalk m ?' dara uf Roth nüancirt. Zinnsalzlösung macht ihn weinroth. Salzsäure wirkt wenig ein (Färberzeitung 1881, 29). Piftmenta. Lackmus. 9Gt . Lackmus. Zur Prüfung auf einen Gehalt an Indigo erhitzt man einige Gramme einem Probircylinder, wobei violette Dämpfe aufsteigen und ein dunkelblaues •Wimat sich bildet, wenn Indigo gegenwärtig ist. laeca musica purifieata Waktha, Waetiia's purificirtcr Lackmus. Laok- tj 9w ürfel werden mit 95—97-proc. Weingeist übergössen, unter bisweiligem schütteln circa 2 Tage macerirt und dann in einem Colatoriuni gesammelt lirt ^ etroc knet. Die in dieser Weise behandelten Würfel werden nun mit destil- ba f m • a SSer übergössen 24 Stunden hindurch macerirt und das Filtrat im Wasser- ^ e ungedämpft. Das zurückbleibende Extract wird einige Male mit absolutem ,j ,'! n geist, welcher mit 1 Proc. Essigsäure versetzt ist, gemischt und macerirt 8 j e(les Mal wieder eingedampft. Dadurch wird das Extract von Feuchtigkeit befreit, ass er leicht getrocknet und in Pulver verwandelt werden kann. Dieses Un e trockne Pulver wird nun mit Essigsäure-haltigem absolutem Weingeist extrahirt. wodurch man ein scharlachrothes, mit Ammon purpurrot!! sich färbendes P' --------- — ^ ri gment beseitigt. Das in Weingeist unlösliche Pigment wird nun in — gelöst, die Lösung filtrirt, im Wassorbade eingetrocknet, dabei einige zu i? ^ Weingeist gemischt und wieder erhitzt, um jegliche Spur Essigsäure bild ? Se ^'S cu > endlich ausgetrocknet und gepulvert. Dieses so gewonnene Pigment ; 8t e 'n braunes, in Wasser mit röthlich-brauner Farbe lösliches Pulver. Es *av ^ 6n ^kali un ^ Säure ungemein empfindlich und man kann damit im Brunnen- !r den Calciumcarbonat-Gehalt ebenso titriren wie mit Cochonilletinctur. f. an , ' Laccac musicae, Lackmustinctnr (nach M. Kketsciimar, Ztschr. Sepul Cllemie XIX > s - 341 > Cheul - zt S- m , G82 )- Der wässrige Auszug g 6( j vei 'ten Lackmus wird unter Zusatz von feinem Sande (oder Glaspulver) ein- lla ch V Und hierbei gerade soviel Salzsäure hinzugesetzt, dass die Flüssigkeit br ail ertr eibung der Kohlensäure stark rothgefärbt erscheint. Das so gewonnene mit ]/u ^ U 1 V01 ' >vii-cl in ein Filter gegeben, nun zuerst mit heissem, hierauf augg.pl , m Wasser ausgewaschen und dann in der Wärme des Wasserbades wieder pig m r ° c knet. Es besteht aus Sandkörnchen, umhüllt von dem wahren Lackmus- 'st. 7 ' dem Azolitmin Kane's, welches in alkalifreiem Wasser fast unlöslich kaij U j" Erstellung der Tinctur wird das Pulver mit schwach ammonia- 88 Ur , m Wasser extrahirt, das Filtrat mit möglichst wenig Schwefelnd e ; an S e säuert und nun wieder mit Ammon neutralisirt. Behufs der Haltbarkeit 2u 8atr nes bestimmten Verhältnisses wäre die Masse aus 10 Th. Lackmus unter t»i eSe Z T Vo » 10 Th. Weingeist bis auf 50 Th. Tinctur zu bringen (Hager). inetur soll ein eminent scharfer Indicator sein. mit s u d * e ammoniakalisehe Lösung des oben mit Sand gewonnenen Pulvers itti ]. e j Wc fcls:iiir e versetzt, so fällt das Azolitmin mit braunrother Farbe und leih? 1 ^ us * an de nieder, während ein weiuroth färbendes Pigment in Lösung welches aber die Azolitminreaction in der Tinctur nicht beein- Vr och* 1111 läSSt Ijackmus pulvern und zuvor mit 85-proc. Weingeist einige Male »eher, dann mit ammonia- a 'isch Um d ' e reactionstörenden Pigmente zu beseitigen gr 6m Wasser extrahiren. tUUs a ü s ° IiBA läS8t gewaschene Leinwand oder Baumwollongewebc mit einem Lack- 5 "^l0 ZU8 ° ° der gewöhnlicher Lackmustinctur tränken und sodann in eine *V r T" 0c - Schwefelsäure eintauchen. Dadurch wird das Azolitmin auf die mit So ? ledei 'geschlagen. Nach dem Auswaschen des Gewebes mit Wasser wird es r»if^ acb alkalischem Wasser extrahirt und der Auszug mit Schwefelsäure •ie Utl , ali S i rt 970 Pigmenta. Orseille. Lanrclin, ein von Gregg aus Kampfer hergestellter gelber, gegen kochen - heisses Wasser, Seife sehr beständiger Farbstoff. (The druggists circ. and ehenfc gaz. 1880, S. 133.) Leuchtfarbe. Unter diesem Namen bringt man in verlötheten Blechbüchse Gemische von auf trocknem Wege hergestellten Schwefelerdmetallen, den ^ u ^ des Calcium, Strontium und Baryum, in den Handel. Diese Phosphore erforder eine besondere Vorsicht bei ihrer Darstellung, welche in der Reduction Sulfate mittelst Kohle besteht. Der Bologneser Leuchtstein wurde aus B^ryu 11 sulfat und Kohle hergestellt. Die Strontianphosphore entstehen schon bei ciic 500° C, die Calciumphosphore bei 800 — 900°, die Baryumphosphore bei «r« 1200°. Die Dauer der Glühung ist circa i j i Stunde. Baryumsulfid aus Schwer- spath leuchtet orangefarben, aus künstlichem Sulfat aber grünlich. Aus k a spat bereiteter Aetzkalk liefert mit Schwefel rothgelbleuchtende, aus Arag° ^ (Calciumcarbonat mit wenig Strontian) bereitet grün leuchtende Phosp 110 Strontiumsulfid aus Strontianerde und Schwefel unter 500 ° C. hergestellt Str» mit gelbem, über 500° hergestellt mit violettem, und aus Strontiumsulfat \ gr gestellt mit blauem Lichte. Die Temperatur ist auf die Farbe des Lichtes Phosphore von Einfluss. Diese Farbe hat z. B. bei 10° C. eine andere *; , ^ als bei 20° C. Die Phosphore leuchten nur nach Einwirkung des Tagest Da Feuchtigkeit die phosphorische Kraft stört, so müssen die Anstriche mit Phosphoren mit einem farblosen Lacke überzogen werden. ■ Malachitgrün entsteht bei Einwirkung von Benzotrichlorid auf Dini e anilin bei Gegenwart von Zinkchlorid (Doebnee). . j ße Benzotrichlorid, erzeugt durch Chlorirung siedenden Toluols, i s j t Pigmentbasis, denn schon durch Mischung mit Phenolen erzeugt es rotte, tertiären Basen bei Gegenwart von Metallchloriden lebhaft grüne Pigmente- ^ grünen Farbenreactionen, welche z. B. Benzylchlorid, Benzolchlorid etc. ^ Dimethylanilin erzeugen, rühren nur von dem Gehalt an Benzotrichlon (DOEBNER). o j a2 0- Mctliylorange ist ein von Lunge vorgeschlagener Name für Sulfobenz ^ dimethylamin oder Poirrier's Orange Nr. 3, oder TropaeolinD des ^ a er Es ist in wässriger alkalischer Lösung gelb, beim Ueberschuss von Säure roth. Kohlensäure, Essigsäure und Schwefelwasserstoff sind indifföront j^ng Methylorange, daher ist dieses stark verdünnt ein guter Indicator bei ^..Qjg). der Alkalicarbonate bei gewöhnlicher Temperatur (Chem. Ztg. 1881, 8« $ Nitronaphtalin (C, 0 H 7 NO 2 ) wird dargestellt durch Behandeln des Napn g mit 5—6 Th. Salpetersäure und 1 Th. Schwefelsäure oder durch Ein* u . der Salpetersäure auf eine essigsaure Naphtalinlösung. Es bildet hellgelbe ^^. förmige Krystalle von unangenehmem (giftigem) Geruch, ist löslich i» un 4 geist, Aether, Essigsäure, nicht in Wasser, schmilzt bei 61° C, SU bllD ?V $9 verpufft stärker erhitzt. Es wird zum Rothfärben der Stickwolle benu ist als ein giftiges Pigment zu betrachten. A(eer eS ' Orscillcflcchte, Californisclic, Roccella fruticosa Lauer, wächst an (ler ^, küste. 0. Hesse hält sie für eine Varietät der Roccella fusiformis. ß $ hält, wie 0. Hesse fand, neben sehr geringen Mengen Roccells» t j S cl> Chromogen nur Erythrin (C 20 H 22 O 20 + l'/ 2 oder 1 Mol. H 2 0), ^ G[c f S Q t ^' inactiv ist und bei Zersetzung durch Weingeist Pikroerythrin una Säureäther ausgiebt. (Liebig's Ann. 1879, 199 S. 338—341.) ^v Orseille, eine teigartige, rothfarbige, nach Veilchen riechende, sch, f a g e iß e0 l lisch schmeckende Masse, bestehend aus Orseilleflechtenpulvcr, w elc t gitid ammoniakalischen Gährakte unterworfen worden ist. Flechten dieser Pigmenta. Orseille. Rosanilin. 971 ecanora, Variolaria, Us?iea, Boccella. Dieser Teig besteht hauptsächlich aus Ul 'ce'in. , .Orchelline, wie in der Gehe' sehen Preisliste angegeben ist, ist wahr- ^hemlich Orseillepurpur, Pourpre francais, dargestellt durch schnelle «i'action der Orseilleflechte mittelst 5-proc. Aetzammons, Fällen des Farbstoffes ' telst reiner Salzsäure und Lösen des Niederschlages in Aetzammon. Diese osung se t z t man der Einwirkung der Luft aus, bis sie kirschroth geworden, ann w ; r a s ; e me hrere Stunden auf 70—75° C. heiss erhalten und endlich die Wpurroth gewordene Flüssigkeit mit Alaun oder Calciumchlorid gefällt. p.. ^ r seillecarmin ist ein ähnliches Präparat. Orchelline wird zum roen der Genussmittel verwendet. Ueberhaupt sind diese Farbstoffe unschäd- y > nur in früherer Zeit unappetitlich, als man in Stelle des Ammons gefaulten arn bei der Bereitung benutzte. „ Orseille-Extract kommt mit Anilinroth verfälscht im Handel vor. Nach lös PPE g en i'gt als Reagens Pikrinsäure, welche mit wässriger Orseille-Extract- sp) i^ ^ ein en, mit hinzugesetztem Rosanilin aber einen starken braunen Nieder- p A a S erzeugt. Auf diese Weise lassen sich selbst sehr kleine Mengen Anilin- , u nd Anilinviolett nachweisen, welche allerdings nur eine schwache Trübung, p ennbar i m auffallenden Lichte, ausgeben. Das von Heppe untersuchte p r an z6sische Extract enthielt 61,5 Proc. Wasser und 38,5 Trockensubstanz, 8,01 f r ° c - Asche. Ein Deutsches Extract enthielt 50,3 Proc. Wasser und 49,7 ens ubstanz, dann nur einen Aschengehalt von 5,18 Proc. Ext 6 Verfälschung des Orseilleextracts mit Blauholz- und Rothholz- Nü r ^ C ^ w ' r ^ durch Zusatz von Alaun und Zinnsalz, in Folge abweichender g t ancir nng, erkannt, doch ist folgendes Verfahren (Chem. Rev. 1881, 52; Chem. W ' ^" 62) ein besseres. Reines Extract nimmt mit Wasser verdünnt auf g e ., z Von Essigsäure und concentrirter Zinnsalzlösung beim Kochen eine blasset 6 ^ ar ^ e an ; bei Gegenwart von Blauholzextract aber wird die Flüssig- Bejn S r au blau, bei Gegenwart von Rothholz roth. Die blauen Sorten Or- werdon durch Säure, auch durch Kaliumferridcyanid nach Roth nüancirt. 1 «rsisch-Roth nannte Princauet ein basisches Bleichromat. , Phenylcnbraun = Triamidobenzol (Pharm. Centralh. 1877 S. 146, 147). Üg^ "hosphin, Chrysanilingelb, erfordert ein neutrales oder schwach alka- 8 Bad. Phosphin ist als ein giftiges Pigment anzusehen. Vergl. S. 952. ty a "'nkoffin, Alizarine commerciale, ist ein Violett, durch Einwirkung von ^'dämpfen auf Garaneine bei 200° C. dargestellt. Es ist nicht giftig. 2i n ,"* a tinfarbc ist nach Filsinger ein Gemisch ausFirniss mit Eisenocker, w eiss und Zinkstaub. Diese Farbe ist besonders für Eisen passend. Ko, 1 ™ r P Ur > Londoner, ist nach Angabe The druggists and chem. gaz. XXIV, kaü m ,?'. ents Prechend einer Analyse Collier's, ein arsenhaltiges, in Wasser lv a n ysl ' c hes Grün, bestehend in Proc. aus Rosanilin 12,5; Arsenigsäure 43,6; l tt8t * r * le 21,8; unlöslichem Rückstand 14,6; Eisenoxyd 1,2; Wasser 2,3; (Ver- be nz j ' \' Die Bereitung besteht nach Riley in der TJeberführung des Petrol- UiK} n S J n N'trobenzin, j n der Einwirkung nascirenden Wasserstoffs auf letzteres gebr a dlun S mit Arse nsäure. Das daraus resultirende Rosanilin wird mit ntem Ralk gemischt, um die Arsensäure zu resorbiren. Z. ß ße ?Orcinschwarc entsteht in Form einer tintenartigen Flüssigkeit, wenn man gi eb : Clr «a l Th. Resorcin in Wasser löst, dazu 3-4 Th. Kupfervitriol l . nn f m Lösung bringt und nun mit soviel doppeltem Aetzammon ver . ■» «ass das ausgeschiedene Kupferoxyd gelöst wird. Ist nicht dauernd. 972 Pigmenta. Rosanilinhydrochlorid. Rhode'in nannte 0. Jacquemin den Farbstoff, welcher ans Anilin dure Schwefelwasserstoff entsteht. Letzterer ist zugleich ein scharfes Reagens a Anilin, welches damit in einer 250000 fachen Verdünnung noch nachweisbar l Rosanilinnm snhhvdrnoh 1 orieum, Rosanilinnm mnriaticura, reines Kosaiini'i reines Fuchsin (C 20 H ia N 3 HC".) bildet rhombische, im durchfallenden Lichte rotW, im auffallenden Lichte metallisch glänzende geruch- und geschmacklose PI» chen oder Tafeln. Es ist in Wasser wenig, in Weingeist leicht, in Ae tn nicht löslich, von sebr grossem Färbungsvermögen. Aetzalkali und die AI* carbonate wirken entfärbend, Säuren restituiren die Farbe. Stannoehlorid ** entfärbend in der Kälte, färbt aber in der Wärme weinhefenroth. Natrm hyposulfit nüancirt die rothe Farbe in Rothviolett, Chlor in geringer Menge Blau. Im Ueberschuss zerstört Chlor die Farbe, so auch Chlorkalk und Kahl ^ hypermanganat. Reines freies Rosanilin ohne Säure (C i0 lI 19 N 3 ) bildet färb Tafeln, welche schwer in Wasser und nicht in Aether löslich sind, sich aber rother Farbe in Weingeist lösen. Es ist eine dreisäurige ßase. Eine gewöhnliche Verunreinigung ist die mit Arsenigsäure. Nur das " von völlig freie Salz ist als Medicament verwendbar. Das im englischen H atl , befindliche Fuchsin soll nur Rosanilinacetat sein. Dass das käufliche Salz a noch das isomere Pseudorosanilinhydrochlorid enthält, hat Rosesst nachgewiesen. , „ _„ Ein Arzt, mit Namen Feltz, hat in zwei Fällen der Albuminurie mit J> anilinhydrochlorid Heilung erzielt. Bouciiut hat dieses Mittel in dem K' n ^ hospital, in welchem er dirigirender Arzt ist, vielmals angewendet. (Rep e * ■ pharm. No. 4, 1879). Er berichtet von 10 Fällen, in welchen Heilung lD " halb 5 Tagen bis zu 5 Monaten erzielt wurde. Renzi fand das Fuchsin e falls bei Morbus Brightii, auch bei Schleim im Harne heilsam, sofern der '.^ während des Fuchsingebrauches eine rothe Farbe zeigte. Er gab es in r in Tagesgaben zu 0,05 und steigend bis zu 0,25 g. Bouciiut hält das Fuchsin für eine unschädliche Substanz. Er gab_ 0,05 bis 0,5 g den Tag über. Die verbrauchte Menge bei einer Tagesdosi» ^ 0,05 beträgt in 3 Monaten 4,5 g. Eine bemerkenswerthe physiologische ^ Wirkung kam nicht zur Beobachtung. Appetitlosigkeit, Verdauungsstörung Wirkungen auf die Respirationswege und das Nervensystem kamen nac Gebrauch des Fuchsins nicht vor. Bouchut ging über eine Dosis von 0, ^ die nicht hinaus, während andere Aerzte die Tagesgabe bis auf 1,0 e ' .^ Als Nahrung wurde Milch, kalt und warm, zuweilen mit Chocolade aroni Eichelkaffee, Butterbrot etc. verabreicht. Mixturen, in welchen Fuchsin gegeben wurde, sind: . Vf Rosanilini subhydrochlonci i Z* von ty- Gummi Arabici 10,0 Rosanilini subhydrochlorici 0,2 (—0,5). Solve in Syrupi gummosi 30,0 Aquae Aurantli florum 10,0 Aquae destillatae 100,0. Tum adde Spiritus Menthae piperitae 2,0 (vel Tincturae Anisi stellati 5,0). Sacchari albi 10,0. Conterendo mixta solve in Spiritus Vini 20,0 Syrupi Aurantii florum 50,u A(|u:ie Foeniculi 150,0 _ Liquoris Ammoni anisati /, >■ D. S. Dreistündlich einen Essige V 0 11. als g nt9 Nächst dem Fuchsin hält Bouciiut Tannin und Acidum gallicum & q q' 0 ^ Medicamente bei Albuminurie. Von letzterer wendet er Tagesdosen von > ^ 0,1—0,15 an, dem Fuchsin und gleichzeitiger Milchdiät giebt er a Vorzug. Pigmenta. Schmelzfarben. 973 Dass Fälle vorkommen, in welchen Fuchsin nicht nur keinen Heilerfolg er- S 1 t, es sogar recht nachtheilige Wirkungen zeigt, so dass mau von dem Ge- auche dieses Mittels abrathen sollte, ersehen wir aus einem Schreiben eines n Albuminurie leidenden Mannes. Man vergl. S. 338, ph. Centralh. 1880, Corr esp. Ap. C. S. in M. « "äfranin, ein rother Anilinfarbstoff, wird leicht von Baumwolle fixirt. Essig- e nüancirt es rosenroth. Es dient bei mikroskopischen Untersuchungen zur Deckung der Amyloidsubstanzen im thierischen Gewebe, welche davon u gegelb, die übrigen Gewebezellen aber rosenroth gefärbt werden. ,j, Nchnielzfarben sind in eine feine Pulverform übergeführt und werden mit 2u»^ entmn " oder Lavendelöl, welchen eine Spur Dammar oder dicker Terpenthin „ ? eS(itzt ist, gemischt auf Porzellan oder Glas aufgetragen und in Muffeln einrannt. Als Consistenzunterlage dient Bleiglas, welches z. B. aus gepulvertem 8e| SSem ^"' ase > c ' rca ^—10 Proc. Bleioxyd, 4—5 Proc. gebranntem Borax durch fü - n ^ e ^ z,un S und Pulverung hergestellt wird. Als Grundlagen der Farben dienen 0 j Kobaltoxyd oder Thdnardsblau, für Grün Chromoxyd und Kupfer- jj VT' ^ ur Gelb Antimonoxyd, Antimonsäure (Antimonium diaphoreticum), für sulf ^ e S u 'lhtes Eisenoxyd, für Braun Eisenoxydhydrat oder basisches Ferri- ■ m it Mangan- oder Kobaltoxyd, für Carminroth Manganoxyd oder lQ lettroth Cassius' Goldpurpur nebst Kobaltoxyd, für Schwarz Man- ^us Goldpurpur, für Rosenroth Cassiüs Goldpurpur nebst Silberchlorid, ty e - X r m ^ Eisenoxyd, Kobaltoxyd und Kupferoxyd, ferner Iridiumschwarz, für s Zinnoxyd. Folgende Compositionen werden am häufigsten angewendet: g, Bu nkelblau: Kobaltoxyd, Zinkoxyd, Bleiglas ana. (Bleiglas ist eine l j- le , e au s 2 Mennige, 1 calcinirtem Borax und 1 feinem Sand.) Hellblau: 9 £ obal toxyd, 2 Zinkoxyd, 6 Bleiglas. — Schattirblau: 10 Kobaltoxyd, 8chwf yd ' 25 Ble 'S las - — Türkisblau: 3 Kobaltoxyd und 1 Zinkoxyd in und 6 . 8aure gelöst, mit 40 Ammon-Alaun in Lösung versetzt, eingetrocknet Alan k er Rothgluth ausgesetzt; oder 3 Kobaltoxyd, 1 Zinnsäure, 5 gebrannter lischt 2 ° Wismuthoxyd, 5 Borsäure (geglühte) werden mit 5 Th. Bleiglas ge- dü rc j J 1 nd bis zur Schmelzung erhitzt. Bläulichroth (Pompadour) erzeugt gemi'.i itzeu u nd Glühen von Ferrisulfat, bis der Farbenton erreicht ist und Wg t mit Ble iglas. — Braunroth wird in ähnlicher Weise aus Ferrisulfat 8t elU ~ Gelbroth wird in gleicher Weise bei geringerer Hitze herge- Ähali h^ mit 5lacncl " Menge Bleiglas gemischt. — Kastanienbraun wird 2 --3f ? argestellt > das Ferrisulfat aber fast weiss geglüht und dann mit der mi t ' a chcn Menge Bleiglas gemischt. — Chamois: 1 Ferrioxydhydrat gemischt glas • " Blei S las (aus 12 Mennige, 3 Sand, 1 calc. Borax). — Gelb: Blei- öi at ^ Antimonoxyd oder Uranoxyd. — Citronengelb: 16 Kaliumantimo- Hm 1 Zinkox yd, 70 Bleiglas (15 Mennige, 6 Sand, 3 calc. Borax) durch Sias a S vereinigt. — Hellgelb: 4 Kaliumantimoniat, 1 Zinkoxyd, 36 Blei- li Um u . rea Schmelzung vereinigt. Ebenso wird — Dunkelgelb aus 16 Ka- Wbp* u 0niat > 4 Zinkoxyd, 5 Eisenoxyd, 48 Mennige, 16 Sand, 8 calc. Borax Bleieii " — Uran gelb besteht aus einer Mischung von 2 Uranoxyd mit 8 5 J> las (aus 8 Mennige und 1 Sand). — Uranorange ist ein Gemisch aus B 0r sa yd > 1 Silbeirhlorid und 3 Wismuthborat (aus 4 Wismuthoxyd und . a °rääu r eiw 1 "* ^rch Schmelzung hergestellt). — Dunkelgrün: Mercurochromat, in *ird oder Porcellanrohre bis zur Vertreibung des Quecksilbers erhitzt, 10 v< Koba ltoxyd und Bleiglas gemischt. - BUugrttn- Em Gemisch von -flC^T 0chrom at und 1 Kobaltoxyd werden bis zur Vertreibung des Qu<*k- 618 erhitzt und in einem geschlossenen Tiegel gelinder Wemsglühhitze aus- 974 Piginenta. Schwarz. Stempelfarbe. 1! gesetzt, dann mit Wasser jausgesüsst, hierauf 2 Th. des trocknen Pulvers n> Th. 1 Zinkoxyd und 10 Bleiglas gemischt. Durch Mischen mit Gelb lassen sicn andere Abstufungen Grün erzeugen. — Iridiumgrau: 1 Iridiumsesquioxy > 4 Zinkoxyd, 22 Bleiglas. —Schwarz: 2 wasserfreies Kobaltcarbonat, 2 wasse freies Manganvitriol und 5 Salpeter werden gemischt, geglüht, ausgekocht e • Je 2 Th. des getrockneten Pulvers werden mit 5—6 Bleiglas gemischt. D urC Zusatz von Zinkoxyd wird — Grau erzeugt. Schwarz, directes, der Firma Wattine -delespierre (Lille) wird nach d 0 Album du teinturier bereitet, indem die Abkochung von 60 kg Blauholz mit ein Auflösung von 7 kg Salzburger Vitriol (kupferhaltigem Eisenvitriol) n ' cl * P .!* schlagen wird. Der Niederschlag wird in einer genügenden Menge Oxalsa aufgelöst und dient alsdann zum Schwarzfärben von Wolle und Wollstoffen, w 0 0 ungefähr 2 Stunden in der kochend heissen Lösung macerirt werden. Zuletzt mit Soda neutralisirt, worauf die Wolle schwarz gefärbt herausgenommen w Spanisch■ Schwarz, Kusskohle aus der Korkeichenrinde, Korkkohle. Schwarze Holzbeize, Schwarzfiirbung des Holzes. Holz wird zunächst mit ein mit 45-proc. Weingeist in der Wärme hergestellten Auszuge der Eifhenn oder der Galläpfel getränkt oder wiederholt bestrichen. Nach dem Troc wird eine Eisentinctur 1—2-mal aufgetragen, bereitet durch 2-tägige Dig 0 ^ von 10 Th. Eisenfeile in einer Mischung von 5 Th. Salpetersäure und 40 verdünter (25 — 30-proc.) Essigsäure und darauf folgende Filtration- ^ hierbei entwickelten Gase hüte man sich einzuathmen. Zuletzt wird das mit einer alaunhaltigen und mit Grünspan vorsetzten Campecheliolzabkoc berieben. . ur0 - Oder man bestreicht das Holz (Apfelbaum-, Birnbaum-, Wallnuss Holz) mit einer warmen colirten Abkochung von 400g Galläpfeln, 4Og ■ pecheholz, 50g Eisenvitriol, 50g Grünspan. Dann wird das Holz noch di ^ nach jedesmaligem Trocknen mit einer warmen Lösung von 100g Eis ^. Spänen in 1 Liter concentrirtem Essig bestrichen. (Les corps gras VII, »• Chem. Ztg. 1881, S. 325.) ^ Schwarze Kreide stellt man nach St. Mierzinski dadurch her, dass ^ Kienruss in Masse zusammenpresst, bis diese eine steinige Härte ang©n ^ e . hat, dann in die Form von Stiften mittelst Sägens bringt, nun glüht seitigung der Brandharze, endlich polirt und reibt. (Polyt. Notizbl. 36, zur 156-) wn Stcinbiihlcr-Gelb ist ein Chromgelb. Stempelfarbe. 20 Th. Anilinpigment, welches wasserlöslich *5?l" e ri» wird in 80 Th. kochendem Wasser gelöst und dann mit 10 Th- ® L>„ ^ß und 5 Th. Zuckersyrup versetzt. Behufs Conservirung werden j 0 * ^ 5 Tropfen Schwefelkohlenstoff geschüttelt und gemischt. Vergl. auch »• ^ Tanninschwarz wird aus Lederabfällen, welche Gerbsäure, auch Abfäll 0 , ^ () ^ Leim und Gelatine enthalten, dargestellt. Von diesem Material wer °, ßn atz von mit 1600 Liter Wasser zweimal ausgekocht. Dann kocht man nach Zus ^ 25 kg Aetznatron einige Stunden hindurch und lässt die Colatur zu ^ er gesammelten Colaturen flicssen, welchen man aber zuvor 42 kg Eisenvitn ^^f aequivalento Mengen anderer Eisenverbindungen) zugesetzt hat. _ ^ ac neßä* mehrerer Stunden der Mischung setzt man weitere 14 kg Eisenvitriol jj-^er- etwas Alaun, um die Fällung zu fördern. Endlich sammelt man de " koc i,ung schlag. TJm das Schimmeln zu verhüten, soll man jeder Laiigena 16 Liter (?) schweres Theeröl zusetzen. Pigmenta. Ultramarin. 975 seife Zur Darstellung von Stiefelwichse wird dieses Schwarz mit Harzkalk- ® gemischt, mit Salzsäure und Syrup versetzt, und schliesslich werden Chlor- Kall «m, nicht trocknende Oele, Glycerin zugesetzt. lau ^ Ur Darstel lung von Buchdruckerschwärze wird das Schwarz mit Blut- gensalz (blausaurem Kali) oder Blauholzabsud versetzt, zur Hälfte seines Ge- n, es eingetrocknet und nun mit Leinölfirniss vermischt. (Patent 11185. ^ em - Ztg. 1880, S. 747.) kti »• lnar ' n > Laznrblaii, Azurblau wird nicht mehr aus dem Lasurstein, sondern Kar leitet aus Thonerde, Kieselsäure, Natron, Kalk, Schwefel oder aus Scl° ' Natriumsulfat und Kohle (Sulfatultramarin) oder aus Kaolin, Soda, öm-T , Ulu ^ K° n ' e (Soda-Ultramarin). Es ist ein unlösliches Pigment, welches Vo ' Säure und auch durch saure Salze, wie z. B. Alaun, unter Entwickelung a j, Schwefelwasserstoff zerstört wird. Die Constitution des Ultramarins ist noch rjj m it Sicherheit erkannt. Knapp und Edel haben zur Aufklärung der (Di amar i n bildung eine grosse Reihe Experimente und Analysen ausgeführt g ^ Gl *ß's polyt. Journ. Bd. 229). Die Bedingung der Bildung besteht in der ein ^ en ^ en Aufschliessung und Mischung der Thonerde und Kieselsäure und ,j a m Schwefel- und Sodazusatz, dass genügend Schwefelnatrium entsteht, so rju (1,e Ultramarinmutter (die zuerst hergestellte weissliche Masse, aus welcher i3toff ainar ' n erzeugt wird) reich an Schwefelvcrbindungen ist, denn die Sauer- er bindungen des Schwefels sind bezüglich des Farbentones rein neben- ) n, amar _ ra erzeugt wird) reich an Schwefelvcrbindungen ist, denn die Sauer- 8ä C [ j. , ""düngen des Schwefels sind bezüglich des Farbentones rein neben- höht ^' e ^ rn ' tzun g (& er Mutter) darf nie bis zur Schmelzung der Masse er- a öhvi • n ' muss a ^ er m einom stundenlangen Glühen bestehen, wobei Säure- eino'l e ^ r °i werdend einwirken unter Abscheidung von Schwefel und Bildung ei ne s entsprechenden Natriumsalzes. g Ein- si c }j .~" a ° andere Arbeit über die Bildung des Ultramarins von Heitmann findet Ph a „ m LlEI! i«'s Ann. der Chemie 203, S. 174, 235: im Auszuge Arch. der ^ 1880, 2. Hälfte S. 216. beim";: ßlN NE (Berichte d. d. ehem. Gesellsch. 1879. S. 1323) findet, dass Sc], ^ I5 re 'eilen nnen des Ultramarins aus einer und derselben Mischung oft die ver- ( * er 8elh nSten ^ ar ' )en von Grün bis zum tiefsten Blau entstehen. Der Gehalt Scluvef? an Natrium sulfat nimmt vom Grün bis Blau regelmässig zu, der des K at] ,. natl 'iums mit zunehmender Bläuung ab. Nach Rinne ist Ultramarin ein tn en „ Uma luminiumsilicat, welches je nach Farbenton ein wechselndes Ge- Di e w,. Von Schwefelnatrium und Sauerstoffsalzen des Schwefels gelöst enthält. itiai'i n ' UI1 & ^ er Kieselsäure bei der Bereitung des säurebeständigen Ultra- Soda Yir 8e ' f °lgendermassen aufzufassen. Die feine Kieselsäure bildet mit der 8iü Ca . asser glas, welches in das bei Glühhitze entstehende Natriumaluminium- ^elcj, eincll 'h)gt. Hierdurch gewinnt die Farbe einen glasartigen Charakter, iöari ne i -Angriff freier Säuren mehr oder weniger erschwert. Diese Ultra- ^arb enf laljen ei " c n hohen Schwefelgchalt und in Folge dessen einen „satten" D *° n - (Dingler's polyt. Journ. B. 233 u. polyt. Notizblatt 18.) Das J* p lmk ' e Farbcnton des Ultramarins soll durch Glycerin erlangt werden. 8 eiu * Färbung des Hutzuckers verwendbare Ultramarin muss äusserst rein dorf j" a wird für diesen Zweck von der Firma J. P. Piedboeüf zu Düssel- heit 8at j! Gr °ssen fabricirt. Diese Zuckerfärbung wird vom Deutschen Gesundet ^gelassen, »icht i t ,~ a ™ arin ^t zum Färben von Genussmitteln (Zucker ausgenommen) ^ lassig Un( j a ] g ein halbgiftiges Pigment anzusehen. Gemisch: ■a r m. ritn Gl Pelfarbe, Stempiglienfarbe, ein honigdu 'ycerin und wenig Gummi Arabicum. Vergl. auch S. 974. Pigmente. Ultramarin auf Tapeten mit sauer reagirenden Farben ist gesundheits- schädlich, insofern eine allmählich vorschreitende Schwefelwasserstufl'entwickW»6 stattfindet. Dieser Process kann auch durch Kohlensäure und feuchte ^ u ermöglicht werden. Viridin, Alkaligrün, wird aus 1 Th. Diphenylamin und 2 Th. Benzy chlorid etc. dargestellt (Chem. Ztg. 1881, S. 481). Dieses Grün zeichnet Sic dadurch aus, dass es leicht Sulfosäuren bildet. Behandelt mit Chlorhydrat « Schwefelsäure in der Kälte entsteht eine unlösliche, aber in kaustischen Alka lösliche Sulfosäure, welche Wolle ebenso blau färbt wie Nicholsonblau. Viridulin sammelt man, wenn man bei der Darstellung des Zinalins mit Einleiten von Salpetrigsäure aufhört, sobald der grüne Farbenton klar hervoitr Zinalin, intensiv gelbfärbendes Pigment, wird nach M. Vogkl durch leiten von Salpetrigsäuregas in eine weingeistige Fuchsinlösung gewonnen. ^ Gas soll man durch Erwärmen von Salpetersäure von 1,3 spec. Gew. Arsenigsäure erzeugen. Die Fuchsinlösung geht während der Action l Violett in Blau, dann in Grün, zuletzt in Rothgelb über. Durch Eindampfe« ^ rothgelben Flüssigkeit in der Wärme des Wasserbades sammelt man ^uletz Zinalin als eine extractförmige, nach dem Erkalten starre pulverisirbare ■» von zinnoberrother Farbe. (Polytechnisches Notizbl. 1879, No. 22, Aren. Pharm. 1880, 1. Hälfte, S. 123, 124.) ^ Da sowohl Zinalin wie Viridulin bitter schmecken und von & r Wirkung auf den thierischen Körper sind, so können sie in Genussmitte'n in sehr starker Verdünnung in Anwendung kommen. Eine Dosis P el1 dürfte 2 g umfassen. . tuIJ g H. EüLENBUßG und II. Vohl haben sich durch eine tiefeingehende Bearbe des Verhaltens der Pigmente in chemischer und physiologischer Beziehung .^ Verdienste um die Hygienik erworben. In einer vor mehreren Jah r „; Dinglek's Journ. veröffentlichten Arbeit sagen diese Chemiker und Fhy Bl ° &e t Bei der Beurtheilung des schädlichen Einflusses der Theerfarben hat man ^^ zu unterscheiden, ob die Substanzen, aus denen die Farben hergestellt w ' e)) giftig sind, ob etwa durch fehlerhafte Bereitungsweise schädliche ^.?-„ ; 8 t, daran haften geblieben sind, ob ferner der Farbstoff an und für sich g 1 g e und endlich ob bei der Application dieser Farben gesundheitsschädlic aU j als Beize zur Anwendung gekommen sind. Von diesem Gesichtsp un stellten die Genannten ihre Untersuchungen an. „gübe"» 1. Anilinfarbstoffe. Diese können sämmtlich giftige Wirkungen gj eia uf wenn sie noch unverändertes Anilin enthalten, welches giftig i gt> i a ssefl' werden sich manche der zu beobachtenden Vergiftungsfälle zurückführen to ffe Derartige Verunreinigungen finden in der Regel statt, wenn die ** ^ 0 . im amorphen Zustande, in Teigform oder in Lösung angewendet wer e^ efl , gegen krystallisirte Anilinfarben viel eher als rein angesehen werden eJ1 in wenn auch nicht immer mit Sicherheit. Ferner kommt bei den Amlrm^^e, Betracht, dass die zu ihrer Bereitung angewendeten Oxydationsmittel ( AlS ri( j ßlei- Mercuronitrat, Mercurichlorid, auch Chlorzinn, Zinkchlorid, Antimonclüo' ';g Ul jg superoxyd) mehr oder weniger giftig sind, und dass, wenn eine VeI ^ D ta ii s alz e0 mit diesen Substanzen vorliegt, eine Vergiftung mit den betreffenden Me ^ eVL et> eintreten kann. Ausserdem sind viele Anilinfarben Verbindungen versc ^ eU \g- aus dem Anilin stammender Basen mit giftigen Substanzen (Arsensäure, ^ ^ säure, Pikrinsäure) und in diesem Falle ist die Farbsubstanz selbst als f abrik sein, sind Pigmente. Giftige Farben. 977 . * Rächten. Namentlich ist es Pikrinsäure, welche häufig in Farben vertreten (Jodanilingrün, pikrinsaures Rosanilin und Mauvanilin). Endlich benutzt man oft als Beizmittel giftige Stoffe und unter diesen leider atri umarseniat, welches den Farben einen feurigen Ton giebt. Manche Anilin- De n können alle genannten Mängel zusammen einschliessen. Es können dieselben Farben verschiedener Fabriken sehr verschiedene . £™ ln gssymptome hervorrufen. Ausser reinen Anilinfarben kommen auch cll ein den Handel, welche mit Farbe gesättigte Rückstände der Anilinfarben- d sind. Sie kommen meist in Teigform vor und werden selten arsenfrei Da sie verhältnissmässig billig und (wegen des Arsens) brillant und feurig werden sie für geringere Wolle und gemischte Stoffe, sowie auch zur ^ P enmalerei Deuutzt - Man w5r(J also nicht mehr den grünen Tapeten allein tlla ™ ei 'ksamkeit zuwenden. Wegen des geringen Preises finden diese Färbe- ].\'T < " ^' ( ' ausgebreitetste Anwendung zu hölzernen Spielsachen, zur rothen J e der Phosphorzündhölzchen, sogar zu Conditoreiwaaren, Bonbons u. s. w. 8ta i " ' c '' 1 "" von vornherein annehmen, dass, je niedriger die gefärbten Gegen ' " '■ im Preise stellen, die rothe Farbe derselben aus einer schädlichen Quelle %] • ^' e trans P aren ten, meist roth gefärbten Gegenstände aus Kautschuk •nimer verdächtig. Ferner berichten Eui.enutjbg und VOHL: ein i ^ rsei "kalisehes Anilingrün mit Pikrinsäure. Es wird namentlich in Sachsen Pikri ° » nille1 ' wollener Stoff fabricirt, welcher nach einer Analyse sowohl 2iel/ nSiiu ! e ~ a ' s a üch Arsenik-haltig ist. Ersten; wurde nachgewiesen durch Aus- set/.' ni l' ; ver dünnter Salzsäure, theilweises Abdampfen mit Ammoniak und Ver- v 0n „ m 't Chlorkalk, worauf der charakteristische, furchtbar stechende Geruch nj; t "prpikrin auftrat; ferner durch Versetzen der theilweise neutralisirten Lösung Sa Ur S8I gsaurem Kali, wodurch man nach einiger Zeit gelbe Nadeln von pikrin- ziio- . a '' erhielt. Znr Nachweisung der Arsensubstanz wurde der salzsaure Aus- Uebg™ 1 * ^ u l )( ' ( ' 1 ' zum Sieden erhitzt, welches sieh mit einem grauen metallischen snge bedeckte, der sich beim Erhitzen als Arsen charaktcrisirte. e s . . a das Arsen meist als Arsensäure in den Stoffen vorhanden ist, so kann l( U p f ei Seringen Mengen übersehen werden. Das Kochen der Flüssigkeit mit Sehe;/ m »ss wenigstens durch 15 Minuten fortgesetzt werden, weil der Ab- ]( U ."ö des metallischen Arsens eine Reduktion zu Arsenigsäure vorangeht. fr e ; es " n , v °n Weickebt mitgetheilter Fall von lokaler Vergiftung durch arsen Veru,. A "üingrün scheint nur durch einen übersehenen Arsengehalt dieser Farbe ^fbter* n ZU S(,i "' Mehrere Vergiftungen sind beim Verarbeiten derartig ge~ 'l.'int ^anstände beobachtet worden. Sie bestehen in einer Entzündung der l''lii Ss '; ( * 0 . rilnf «ich Blasen bilden, die dann zum Theil platzen und eine eiterige "'"'l'X\ zlim Theil trocknen und Krusten von verschiedener Dicke Öesicjj, , Ung unterlassen. Dies geschieht meistens an den Händen, aber auch am des g t lal >cn sich derartige Affektionen gezeigt, jedenfalls durch Uebertragung Vergib <;s behn Arbeiten mit den Stollen. Dass auch Idiosynkrasie zuweilen bei K lf dur ch giftfreie Farben die Ursache sein kann, hat die Erfahrung bestätigt. o&uß ' ^ e ny!farben. — A. Rosolsäure ist an sich nicht giftig, doeh IS * ? ,e «iKl p mit p henylsäure verunreinigt und wirkt dann nachtheilig. — Ä Korallin ''Hnti,.,,.' 1 !'""' 11 kommen entweder als rothbraune Masse oder als Pulver mit Wi,!' "'''grünem Reflex vor. Korallin besitzt an und für sich kerne giftigen H ge j gen > »an wird aber nicht behaupten, dass es im Allgemeinen unschäd- Vam ' WHil es eben in versebi ......„er Weise verunreinigt sein kann. Da das IW n/mlich durch Behandeln der Rosolsäure mit Ammoniak unter hohem A «ili nh!l ", ml »ei hober Temperatur dargestellt wird, so ist die Möglichkeit einer Heilig a, ls der in der Rosolsäure enthaltenen Pnenylsäure nicht ausge- "Wm. Praxis. Sui.,,1. 62 Hl;, Pigmenta. Giftige Farben. schlössen; aus demselben Grunde kann es auch durch Phenylsäure verunreinig* sein. Ferner benützt man zur Befestigung des Farbstoffes auf Wolle wieder« Natriumarseniat als Beize und deshalb gilt vom Korallin im Allgemeinen dassel > was von den Anilinfarben gesagt ist. — C. Azulin, ein blauer Farbstoff, durch Erhitzen eines Gemenges von Anilin, Korallin und Rosolsäure dargeste wird, kann ebenfalls als Verunreinigung unzersetztes Anilin und Phenyl enthal • im reinen Zustande ist er unschädlich; als Beize dient Alaun. — I). Koral' 1 gelb ist dieselbe Substanz wie das rothe Korallin, nur mehr orangerotu- E. Gelber Farbstoff von Vom. Dieser wird durch Erhitzen von Pheny säure mit getrockneter pulveriger Arsensäure und nachträglichem Zusatz v Essigsäure, Lösen im Wasser und Fällen des Filtrats mit Kochsalz darge9 te ' Das Produkt ist eine Säure, welche durch Binden an Baryt und Zersetzen Salzes mittelst Schwefelsäure gereinigt wird. Die reine Substanz bildet W a rothe, lebhaft glänzende Blättchen; sie färbt bei Gegenwart von kohlensa 11 und kaustischen alkalischen Erden Wolle und Seide vom dunkelsten Rot' 1 zum zartesten Hellroth, für sich allein gelb in den verschiedensten Nü^' 1 Dieser Farbstoff kann, wie aus der Beschreibung hervorgeht, leicht mit ,. j 0 Verbindungen, sowie mit noch überschüssiger Phenylsäure verunreinigt sein; a .^ auch schon für sich ist er giftig und sollte daher gänzlich aus der T eC entfernt werden. — F. Pikrinsäure ist an und für sich ein stark _ wl _tw- Gift und kann ausserdem noch Oxalsäure enthalten, welche sich bei ihrei , Stellung immer nebenbei bildet. Die Pikrinsäure kommt nicht nur bei Gelö Grün, sondern auch bei Hellbraun, Orange und Hochroth vor. — G- "' „ e . min säure ein Derivat der Pikrinsäure durch reducirende Mittel daraus - Btellt. Sie erzeugt in grösseren Gaben nur Durchfall, bei kleinen und lange gesetzten Gaben tritt schliesslich eine vollständige Pikrinsäurevergiftung e ? n 'p.i. r iD- sich aus ihr die irritirend-narcotisch wirkende Pikrinsäure regenerirt. Mit ^\ säure enthaltender Farbe tingi'rte Gewebe sind auch leichtentzündlich- kleiner Funken genügt, sie zum Verglimmen zu bringen. e , Dass arsenhaltige Farben auf Tapeten, Kleiderstoffen, Utensil"" 1 ^ sunilheitsschädlich, ja oft selbst giftig wirken, ist nicht zu bezweifeln, den 1 ^ sammelte in dieser Beziehung eine reiche Erfahrung. In einigen Fällen n' ^ 9 in den Secreten der Menschen, welche in Räumen mit arsenhaltigen . L r tei" wohnten, Arsen nachgewiesen. Nun hat zwar W. Forster, über Schwel , aJJ g Grün, als Wasser-, Leim- und Oelfarbe über Glasscherben gestrichen, ta ° le ;t e t, Luftströme getrieben und diese durch Kalilauge und Silbernitratlösung & r j. ohne in diesen Flüssigkeiten Arsen anzutreffen, dennoch sind bei diesen eI) . menten nicht alle Umstände berührt, die in Wohnräumen in Anschlag e „ig- Dahin gehören Wärme, Feuchtigkeit, Ammongas, Kohlensäure. Trockene ^. säure verdunstet kaum, wohl aber im feuchten Zustande. Arsenigsau j )ä it, dampft in einer Atmosphäre, welche Ammoniumcarbonat und Feuchtigkeit j ie jnt stärker als in der nur feuchten Luft. Die Gegenwart von Amnion ge o. sogar die Bildung von Arsenwasserstoff aus Arsenverbindungen zu zust» 11 : Giftigkeit der Anilin-Farben. Die Anilinfarben sind im reinen ""^„jgt meist nicht giftig, kommen aber sehr häufig mit giftigen Stoffen v ° rU ihre in den Handel und sind daher so lange als giftige anzusehen, f ola " g ¥0 rg<'' Reinheit nicht durch Analyse constatirt ist. Aus vielen der bishe o(Jer kommenen Vergiftungen, in Folge Berührung der Haut mit einer * a ^ ixn ie, durch Eindringen einer unbedeutenden Menge arsonfreier Farbe in eII,e dene" lässt sich entnehmen, dass unter den Anilinpigmenten einige existue >^ ; 0 giftige Eigenschaften zukommen. Die Warnung, Wunden mitFar>en Pigmenta. Fuchsin kein Gift. 979 Beruh nrung zu bringen, diese Berührung möglichst zn verhüten, hat ihre Berechtigung und ist unerlässlich. Fuchsin im reinen Zustande ist eine sehr unschuldige Substanz und ge- rt nicht den gesundheitsschädlichen Farbstoffen an, wie dies Beegkkon J °uen) und Clouet (Paris) durch physiologische Experimente nachgewiesen en. Eine 1,3-procentige Lösung subcutan injicirt blieb oline Wirkung. Ein "Hl erhielt auf einmal 20 g, ein anderes Mal im Verlaufe von 6 Tagen 75 g c hsm, ohne dass sich im Wohlbefinden des Thieres eine Aenderung bemerk- gemacht hätte. Die Pariser Polizei lässt auch die Färbung der Genussmittel , reinem Fuchsin zu. Auch von anderen Seiten wurde die Unschädlich- ei des Fuchsins behauptet. Seidlee (Riga) bestätigt ebenfalls die Angaben Roeron's und Clouet's, Herrbukgeb. (Wien) hält ebenfalls das Fuchsin in ^einen Mengen für unschädlich (Rundschau f. d. Int. der Pharm. 1880, S. 582). s s die Färbung der Genussmittel, besonders der Getränke mit Fuchsin, welches zuf 6n ^'8' ia t> wegen zu grosser Verdünnung der Gesundheit Nachtneil nicht st i"^ en ' r ^) muss zugegeben werden, dennoch steht die in Rede Su nü • Verwendung eines arsenhaltigen Fuchsins in Widersprucli zu der ge- üeitspolizeilichen Ordnung. Der Kaufmann wäre anzuhalten, diese Waare Zl] T . ^ er genauen Bezeichnung rein und arsenighaltig zu halten und ab- Ijg, ^"genommen Fuchsin enthalte 1 Proc. Arsenik, welcher Gehalt selten diese WnU erre i cn t, und es werde ein Liter Liqueur gefärbt, wozu 0,05g Fuchsin ""' rnplii. J------ __j.i ....._;!.•_ „:_.i /______ .-4 ___ r> nn rv /-vo _v _-^_3__ .. ™___ ? es Li ffl eh r denn nothwendig sind (es genügen 0,02—0,03 g), so würden lOOccm 6icht s 0,00005 g Arsenik enthalten, eine Dosis, welche selbst verzchn Ars. ., ne merkliche Wirkung wegen der zu grossen Verdünnung bleibt. Da die o zu den stärksten directen Giften zählt, so ist auch selbstverständlich 8, 2 P ,lr in einem Genussmittel nicht zu dulden. (Pharm. Central].. 1877, k e ; f u - fo lg.) Es reicht 1 g Fuchsin aus, 100 Liter weingeistige Flüssig- 1 Jj'inkelroth, 1000 Liter rosenroth zu färben. »lacht Wird ein Weisswein durch Färbung mit Fuchsin zu einem Rothwein ge- sat z so liegt natürlich eine Fälschung vor, wenn aber ein Rothwein durch ^ibliik V °" etwas reine" 1 Fuchsin nachgefärbt wird, um den Forderungen des lieh «t UttW Z " genügen, so dürfte ein vorurthcilsfreier Sachkenner wohl schwer- ü] Jer . afh ares hierin finden, liier ist das Urtheil kein anderes als das Urtheil d er f eincu mit Hcidclbeersaft in der Farbe verstärkten Rothwein. Das Giessen i\ljl ( .| . s 'nirten Rothweine in den Rinnstein verdient wie das Giessen verdünnter Pitiilo - ln ^ 6n ,iillllR,( '' n cine gleiche Beurtheilung, da wohl in jedem Orte Hos- , v Ulu i Arme existiren, denen solche Genussraittel angenehm sein dürften. An Ka r en 'g günstig für die Gesundheitsunschädlichkeit des Fuchsins lauten die W e ; n ei ? Feltz' und RiOHTEB's, welche die Wirkungen mit Fuchsin gefärbter ^ichs' beobac 'itcten (Report, de Pharm. IV, S. 428). Hiernach muss ein mit Har n " g ef ärbter Wein als ein gesundheitsschädlicher angesehen werden. Der ist ^ 0 ?, ar 8cn °n 2 Stunden nach dem Genuss des Weines roth gefärbt. (Da e ' n öial ' V ° n e ' nor f erson ein Q ua ntum von mehr denn ein Paar Litern auf Setrunken worden.) mi 8cl J rüfu «g der Anilinpigmente auf Arsen. Zur Ausführung derselben Und tL n,an0 > 5 & mit !g Kaliumnitrat und 0,3 g entwässertem Natnumcarbonat ^i'zell das Gemisch in kleinen Portionen nach und nach in einen glühenden Mit A antie gel. Die Asche wird mit 5g verdünnter Schwefelsäure aufgenommen, K-d,A Natriumsulfit (schwefligsaurem Natron) versetzt und eingetrocknet. ^»ckstand kann man nun in verschiedener Weis- auf Arsen untersuchen. 62* 980 Pigmenta. Farben als Gift. Bequem ist die BETTENDORF'sche Methode. Man nimmt von dem Salzruc stände soviel wie eine Erbse gross, löst in concentrirter Salzsäure etc. Gefärbtes Leder tränkt man mit concentrirter Kaliumnitratlösung, trockn es und lässt es verglimmen. Bleibt etwa ein kohliger Rückstand, so ml . se man ihn nochmals mit etwas Kaliumnitrat und trägt das Gemisch in f' em Portionen in einen glühenden Porzellantiegel. Die Aschenmasse wird, wie v adelt, aie hin angegeben, mit verdünnter Schwefelsäure und Natriumsulfit behaue Flüssigkeit eingetrocknet etc. Gefärbtes Gewebe kann in gleicher Weise wie Leder behandelt werden- Ein anderes Prüfungsverfahren auf Arsen ist folgendes: Das Pigment *' mit reiner 2,5-proc. Salzsäure gemischt, dann nach mehreren Minuten ein öl Kupferdraht oder ein blanker Streifen Kupferblech eingesetzt und der Dig estl ° ., wärme ausgesetzt. Ist nach einer halben bis ganzen Stunde das Knpi 0r grauem oder schwarzgrauem Beschläge bedeckt, so ist Arsen auch in dem mont vertreten. Tm anderen Falle bleibt das Kupfer blank. . Die Vcrgiftungsfällc in Folge Eindringens von Anilintinte in Wunden ruhen wahrscheinlich nur auf einem Arsengehalt dieser Tinten. ^ aS (.-lir- lecken der Schreibfedern ist und bleibt heutigen Tages g eta lieh und ist den Kindern zu untersagen. e ' ist Die Befleckung oder die Färbung der Haut mit Fuchsin, welches arsenft' el ' bleibtohne allen Nachtheil für die Gesundheit. Frische Flecke mit Fuchsin 1* ^ sich mit Spiritus und Salmiakgeist, zuletzt mit Seife beseitigen, sehr alte r aber nur abschwächen. Die Flecke der meisten Farben lassen sich durc' tropfen zuerst mit Kaliumhypermanganatlösnng, dann durch »esp mit Oxalsäurelösung beseitigen. Anili" Die chronische Krankheit, welcher diejenigen ausgesetzt sind, die mit „ und Anilinfarben umgehen, Anilinfarben oder Theerfarben bereiten,_ **** f. Anilinismus genannt. Diese Krankheit hat Aehnlichkeit mit Anämie- schmerz, Müdigkeit, Gesichtsblässe, Schwindel sind vornehmliche Symp ^ denen sich eine Menge anderer zugesellen, insofern die Digestion Störung g leidet. Gegenmittel sind diejenigen bei Anämie gebräuchlichen und bes Arbeit im Freien. 0 [ e o Die Farben, welche ein Phenol zur Grundlage haben oder aus ^"^ se j, e n dargestellt werden, können durchweg als starkwirkende Substanzen an " m ;ttel werden. Da sie nur in sehr geringen Mengen zur Färbung der Genu ^ n in Anwendung kommen, so dürften sie wohl nie Vergiftungen verursache ', ^ 0 ffe sie rein und nicht mit giftigen Stoffen verunreinigt sind. Bittere ü -j^eü dieser Art wie Pikrinsäure und Pikraminsäure sind selbstverständlich zum , ere j der Nahrungsmittel nicht zulässig, eines Theiles wegen ihres Geschmackes, ^tfr Theils wegen ihrer heftigen Wirkung auf den Organismus. Weitere ^ !'!,..,,un Stoffe sind Pikrinsäure, l'hen y 1 b rau n (Phenicienne, Rothine), Grana ijj, (Granat soluble), Kosolsäure, Corallin (Paeonin, Auriu, T r ° pheny 1 " Jerichoroth, Phenylroth) Coquelicot (roth), Azulin (Azurin, 1 p^ffei- blau). Die grünen Anilinfarben des Handels enthalten nur zu häufig ^ säure oder ähnliche Verbindungen, haben dalier einen bitteren Geschm können für Genussmittel nicht verwendet werden. . ffl it de r Rothgefärbte Kleidungsstücke. Roth gefärbtes Leder und lue lulb t. Haut in Berührung haben einige Male Vergiftungserscheinungen zur Folge p os tel* Diese bestanden in örtlichen Reizerscheinungen, Hantausschlägen, ^ re ""^ w8 igkei t - bildung, Anschwellung, zuweilen auch in fieberhaften Zuständen, Appe ' en b«' In keinem Falle wurde die Ursache mit Sicherheit erkannt. Hi° r ' . „ sin'b sondere Dispositionen angenommen werden, wie sie manchen Personen e Pigmenta. Fuchsin-, Anilinfarben-Nachweis. 981 eiche z. B. nach Genuss von Erdbeeren oder Krebsen vom Nesselfieber oder a uljucken überfallen werden. Beobachtet Jemand an der Stelle seines Körpers, Reiche mit einem rothgefärbten Stoffe in Berührung ist, Reizerscheinungen, so | s sofort der rothe Stoff zu entfernen. Das Stirnleder in Mützen und Hüten besonders in dieser Beziehung zu beachten. Nachweis des Fuchsins. Valentin macht (l'Union pharm. XVIII, • 363) folgende interessante Angaben: Eine verdünnte Fuchsinlösung mit i ,11 geschüttelt giebt an diesen keinen Farbstoff ab, setzt man aber Ferro- ' wlösung hinzu, so ist der sich absetzende Aether purpurviolett gefärbt, indem ist üi ^•'bstoff aufgenommen hat. Der Verdampfungsrtiekstand des Aethers n «? nn amor ph> in dünner Schicht blau, in dicker dunkelgrün mit Metallreflex, ser, Kaliumjodidlösung, Schwefelkohlenstoff wenig, in Weingeist, Chloro- lud Aether leicht löslich, letzteren purpurviolett färbend. Versetzt man in for m Aethcrlösung zuerst mit etwas Wasser, umschüttelnd, und dann mit Schwefcl- -n T Ssers toffwasser, wiederum umschüttelnd, so setzt sich der Aether farblos, das g asser rosafarben ab. Der Verdampfungsrtiekstand erhitzt, lässt Joddämpfe frei. a ndelt man ihn mit Aetzkalilauge und Wasser, schüttelt ihn dann mit Aether '» versetzt den decanthirten Aether mit etwas Essigsäure, so scheidet sich h dem ümschütteln Fuchsin ab. Tt ~ »-«— 1 ""'-~ *-- l - i -"- —~ ™~ ..... ' nimmt. Da Aether keine Farbstoffe aus Wein auf- so dürfte sich diese Art des Nachweises des Fuchsins im Weine j^ielilen. Bei 1 Fuchsin auf 200000 Wein färbt sich der Aether noch rosa. ft e * ein geistige Theil des Weines ist durch Abdampfen zu beseitigen, ehe die •° n vorgenommen wird. Bet t - r -^ehweis des Fuchsins geschieht auch in folgender Weise. Man verStoff • Flüssigkeit mit Aetzammon im Ueberschuss oder extrahirt den gefärbten auf • mi * ^"P roe - Aetzammon, filtrirt, wenn die Flüssigkeit trübe ist, und dampft ein ^ ^ erm ges Volumen ein, versetzt wiederum mit etwas Aetzammon und tränkt i Q ■ Üc k wollenes Zeug damit. Dieses erscheint ungefärbt. Man placirt es e teut' nem 9' as £ e ^ 88 > ' n welches einige Gramm Essigsäure gegeben sind, und fissi - n e * nen warmen Ort, oder man betupft das wollene Zeug mit verdünnter Slfw ä ? r . e - Es tritt eine schön rothe Fuchsinfärbung ein. Wird die farblose ve r Ll -lt mit Essigsäure im Ueberschuss versetzt, so erfolgt eine rothe Färbung, e; n !*• _ m an dann mit Bleiessig, hierauf mit Natriumcarbonatlösung, so entsteht ethlich weisser Niederschlag und die Flüssigkeit ist rot h. 8 tek n S ^ er Kohlenthcerfarben (Anilinfarben). Dieselbe be- 81» nacn John Spiller in dem Verhalten der concentrirten Schwefelung 6 ',^ Ucu der conc. Salzsäure zu den Pigmenten, indem diese Säuren 1 Pigment gemischt verschiedene Färbung annehmen. Färb. Ztg. 1880, S. 463. Farbstoff Ma g al «oth(Naph ■ÜET tal mroth)7 b. Erhitzen C ^oÄ Eri . A C in b ; Erhitzen J°sin. ^ta, ingelb • • ^ 8chw er Löslich) . conc.Schwefelsäure färbt sich blauschwarz grasgrün indigblau tieforange fast scharlachfarbcn rubinroth oder tief rothbraun goldgelb erst gelb Farbstoff Chrysanilingelb. Aurin. . . . Atlasorange . . . — b. Erhitzen Atlasseharlaoh __ b. Erhitzen Bieberich-Scharlach B. • • • • • conc. Schwefelsäure färbt sich gelb oder braun, fluoreseirend gelbbraun, nicht lluorescirend rosaroth scharlachroth scharlachroth beständig schwarzblau oder tief purpurroth 982 Pigment». Prüfung und Nachweis. Farbstoff Bieberich-Scharlach B...... Anilin-Scharlach . — b. Erhitzen Indulin . . . . Eosanilin (Fuchsin) und alle Anilinviolette . . . Verschiedenes Baudeimont. conc■.Schwefelsäure färbt sich blaugrün goldgelb beständig schieferblau bis indigfarben Farbstoff Phenylblau Diphenylaminblau Jodgrün . . . Malachitgrün . Citronin . . . conc. Schwefelsäure färbt sich l schwarzbraun ,) hellgelb.BeimErhitz- j Jod entwickelnd . hellzimmtfarben conc. Salzsäure färbt sich gelb oder braungelb Safranin .... Bieberich-Scharlach violett fällt als rothes Pulver. flockiges Verhalten der Anilinfarben nach Goldschmidt, g eor dnet Roth / ^' e wässr 'S e Lösung mit \ einer Säure versetzt wird IDie weingeistige Lös ung mit A e t z a m m o n versetzt wird gelb ...... Fuchsin violettblau .... Safranin gelb gefällt . . . Corallin roth ....... Phcnyhiolett /"tritt Entfärbung) entfärbt. |cin. Flüssigkeit Sjodviolett Beim Auflös. ) bleibt klar J in ammo- \ tritt Entfärbung! . ., niak.Wasser ein. Flüssigkeit l Methyl'' 1 '" 1 '' 1 B ( bleibt trübe I I Wässrige Lösung farblos und wird nur durch Säure blau AlkaljbU^ au \ Wässrige wie weingeistige Lösung blau ..... AnihnbU u In Wasser löslich............ Aldehyd^ Grün | Gelb In Weiugeist löslich. Auf Zusatz von KCy findet statt j Eutfä \ Bräur ntfärbung bei äunung bei Gelbroth Orange In Wasser löslich. Auf Zusatz von KCy wird die Flüssigkeit Die weingeistige Lösung mit Zn und giebt mit I Aetz- am- mon eine rothe Flüssigk. etwas dunkler .... rothbraun I löslich . . Ist in Benzol \ nicht löslich entfärbt sich behält seine Farbe. . Jodgrün „•. Jodgrün *»«*' krinsäW'c NaphtaW eli Pikrinsäure Picrinate Corallin elb keine rothe Flüssigkeit. Die wässrige Lösung mit S0 3 , HO versetzt S0 3 , HO bleibt unverändert Clvrysanff! Chrysotil gelb Victoria- Oranf Braun ist löslich in Wasser oder in Salzsäure und liefert eine ^^^^^^^ , wird gefällt . . f gelbe Flüssigkeit ....... AniU^ asta braun ein Nieder-/einen Nie) ^ n Hinbra un in der Farbe unveränderte Flüssigkeit. Auf Zusatz von Aetz- ammon erfolgt schlag. Die! derschlag / Lösung in \ keinen \ />/ /m ylbraU n KCyergiebtfNiedersch./ keine Einwirkung. • — t purat- Kaliumisop ur ' Pigmente. Prüfung und Nachweis. 983 n h . Erkennung des Alizarina, Isopurpurins und Flavopurpurins e eneinander, sowie zur quantitativen Bestimmung des Alizarins theilen mit h UNK Und H " RoEMEB ( Ber - d - d - chem - Ges - XIII > 41 ) folgendes Verfahren p,' bestehend in einer fractionirten Sublimation. Alizarin sublimirt bei 110 °C, p av opurpurin bei 160° und Isopurpurin bei 170°. Man erhitzt ein Gemenge dieser fetuente zwischen zwei durch einen wenige Millimeter dicken Bleiring getrennten ^platten im Luftbade bis auf 140°. Die über 170° sublimirendcn Substanzen ennt man an ihrer Krystallform und an ihrer Löslichkeit in Benzol. Isohalt "" ISt un ' ösuon m Benzol, Flavopurpurin darin leicht löslich. Dieses Ver- entf Cn S ' cn aucü zur Q uant i tat ' vcn Bestimmung des Alizarins benutzen. Man haft 01 ^ nilm ^ c ' 1 das °ei dem Erhitzen auf 140° an der oberen Glasplatte an- öiel Gn Sublimat und erhitzt so lange, bis auf der oberen Platte kein Sublimat igt r > weder durch das Mikroskop noch beim Betupfen mit Kalilauge erkennbar ( W n Wa gt den Rückstand. Zur Erlangung scharfer Resultate sind zuvor aus u '| ^ an dels-Alizarin etwa vorhandenes Anthrachinon, Oxyantrachinon, Aiithra- ^soanthraflavinsäure zu beseitigen. ein , nnung der Farbe in Geweben. Zur Prüfung der Art der Farbe in Tan- Gewebe giebt man ein Stückchen in Aetzammon und maeerirt einen 0(W . r f°lgt ganze oder theilwoise Entfärbung, so liegt wahrscheinlich Fuchsin lau eme . ^ u Pf er enthaltende Farbe vor. Wandelt eine 2-proc. Aetznatron- w en ein Bl ;l u in Gelb oder Braun um, so liegt wahrscheinlich Berliner Blau vor, si„j ^ Uca verdünnte Salzsäure oder Salpetersäure auf das Blau ohne Einfluss u atr' i 6r ^aliumfluorid entfärbend wirkt. Indigoblau widersteht der Aetz- S a j "' au ge, der Salzsäure und der Schwefelsäure, aber nicht der 12,5—15-proc. I n ^ rsau re. Zinkstaub mit Aetznatronlauge wirkt in gelinder Wärme entfärbend. 0i; v g0 .' n Schwarz vertreten wird unter Digestion in Oxalsäurelösung in w enn n | r .' in übergehen. Diese Lösung verwandelt das Schwarz in Tieforange, arbung mit Blauholz und Eisenvitriol vorliegt. ] H, Erkenn r nung eines Farbstoffes ob er einfach oder ein Gemisch er) (an /^entlieh ist hier der Vergleich mit der unvermischten Farbe, wenn diese ^rulit • Werdcn so11 - Zunächst steht die optische Prüfung, die andere Probe leiter m dei Ki g c,iscna ft der Körper, stärkere oder schwächere Elcctricitäts- z 0 g e zu Se 'n oder stärker oder schwächer von einem elcctrischen Körper ange- sei(j e au forden. Man nimmt eine Glasscheibe, frottirt dieselbe stark mit einem 0,i_^' Tncho und übersiebt sie dann mit dem pulvrigen Pigment in ungefähr Pap- >^ m m dicker Schicht und wendet dann die Platte über einem Bogen da ä Um > um dann mit der Lupe und dem Mikroskop das Abgefallene und i 1 der Glasplatte Sitzengebliebene zu betrachten (Hager). ttian °,überhaupt erkannt werden, ob eine Farbe ein Gemisch ist, so verfährt 1881 „ Li NMnger (Allg. Ztschr. f. Text.-Ind. 1881, 53 und Chem. Centralbl. fi, X > 8. 91Q\ ;_ *_i____i_„ iit.: ____IT___„..,„: -„:____ „;± t ■ i_ ...• i.....«.« (iL e . as Platten ClIle Spur 218) in folgender Weise Von zwei reinen, mit Leinen abgeriebenen , einer grösseren und einer etwas kleineren, giebt man auf die grössere da 8s " i ' ur de s feingeriebenen Farbstoffes und schütte selbe wieder herunter, so die fe , n ? r eine schwache Staubmenge auf dem Glase verbleibt. Man legt nun tr 0pft i T^ Platto auf > verschiebt beide Platten um ein Weniges gegeneinander, die pi l7 nn auf die grössere Platte einige Tropfen Wasser, lässt dieses zwischen die ~1 en einflicssend mit der Staubschicht in Berührung kommen und beobachtet W aa _ nzahl der verschiedenen Farben. Weingeist kann auch in Stelle des genommen werden, wenn letzteres kein genügendes Resultat crgiebt. Ei, ^as^*® Weiter » Probe ist, den pulvrigen Farbstoff mit einer conc. Salzlösung, w > Chloroform, besonders aber mit der Flüssigkeit zu schütteln, worin der 984 Pigmenti. Schrift-Prüfung. ungemischte Farbstoff nicht löslich ist. Aus Mischungen sinken entweder Thei unter oder schwimmen oben auf, oder sie lösen sich oder lösen sich nicht. Prüfung des Geschriebenen auf Fälschung. Die Wege zu » e ' fälschungen in Tintenschriftstücken sind zunächst: 1) Radirung, Ausreiß mit Messer und Gummi, auch wohl unter Zuhilfenahme des 8andarakpu' ve > gebrannten Alauns, 2) Waschen mit chemischen Mitteln, wie mit Klees»» Oxalsäure-, Citronensäure - Lösung, Salzsäure, Chlorkalkwasser. Uie Re su ', a ' . beider Actionen erkennt man, indem man das Papier gegen diroetes Sonncnli oder das Licht einer Petrollampo hält und sowohl mit nacktem Auge als a« c mittelst Vergrösscrungsglases durchschaut. Die dünneren Stellen und Striche Radirung sind in dieser Weise leicht zu erkennen. Oder wenn chemische Mi versucht waren, so wird sich eine Differenz des Farbentones oder der «ei des Papiers wahrnehmen lassen, vielleicht ergiebt sich ein Rand, den ein feuc' Fleck nach dem Trocknen zurücklässt. Die Schriftzüge auf der betreffen ^ Stelle haben entweder einen andern Farbenton als die intacte Schrift, ' . Tinte kann auch durchsichtiger oder weniger durchsichtig sein. Ferner siw « Ruinier und die Breite der verdächtigen Schrift mit der Lupe zu mustern mit dem Rande und der Breite der Züge in der intacten Schrift zu vergieß j Alle diese Operationen werden, wenn sie noch zu keinem sicheren Urthcile rüü wiederholt, indem man die betreffende Stelle mittelst Pinsels mit Petrol oder Aethyläther oder Weingeist befeuchtet und auf eine Glasscheibe b e o i erhält. In den aufgetragenen Weingeist drückt man einen Streifen blaues rothes Reagenspapier, um zu erkennen, ob die Papierstelle mit einer Säure einer alkalischen (alkalisch werdenden) Substanz, z. B. Chlorkalk, oder » f mit Säure und dann mit Alkali behandelt ist. Der Weingeistfleck wird » beim Abtrocknen einen, gegen das Licht betrachtet, leicht zu erkennenden rand hinterlassen, wenn Sandarakpulver bei der Radirung in Anwendung es muss aber auch der Gegenversuch mit demselben Weingeist auf einer in ^ Stolle des Papiers gemacht werden, ob er etwa hier einen gleichen "' ar ',' a ,if erzeugt. Man kann der verdächtigen Stelle auch Reagenspapier unterlegen ^ einer Glasscheibe) und die Stelle mit Weingeist nässen. Will man die Ai Säure erforschen, so breitet man der Papierstelle ein Stückchen von Chlor , j or . Fliesspapiers unter und betupft die Papierstelle mit 60-proc. Weingeist. e j Wasserstoff und Oxalsäure dürften in das Fliesspapier übergehen una dann daraus mit Wasser extrahirt werden. e ; n ei" Um die Verschiedenheit der Tinte zu erforschen, macht man un ^ e Gänsefeder Striche! sowohl durch die nicht verdächtigen als auch _ . ,. beverdächtigen Schriftzüge, welche vorher nicht oder auch mit VV eing . „gjgt handelt waren. Anilinpigmente enthaltende Tinten sind meist in ^ )än löslich, nicht aber alte Galläpfeleisentinte. Die Chemikalien, mit welcn ^ st riebe durch die Schriftzüge macht, sind Lösungen mit Oxalsäui '■ >^. 6,25-proc. Salzsäure, mit Aetzammon, Blutlau gensalzlösung, NatriuinbyP^ gtun . lösung, Alaunlösnng, Stannochloridlösung. Die Striche sind immer nac n n tefl> den mit der Lupe und auch im durch- und auffallenden Lichte zu be p; 0 um die Unterschiede zu erkennen. Selbst Gallustinten sind verschiede^j^l- eine wird durch jene Salzsäure mehr, eine andere weniger licht- °| ftJjre a"' gelb. Die ältere Schrift mit Gallustinte wird weniger durch ^ alz9 uicli' gegriffen als die jüngere Schrift. Oxalsäure wird die Eisentinte abblass aber wenn die Tinte Anilinpigmente, Blauholz, Indigo enthält. , ;n f 0 x& Der Chemiker GAWA 1,0V8K1 (Brunn) stellte folgende Tinten rcaction^g einer Tabelle auf (Rundschau 1881, S. 670), den Angaben HAGERS, und Thomsons folgend: Pigment». Sympathetische Tinten, 985 SchriftzUge mit Reagens. proc - Kleesäure (Hager) 12 >5-proc. Salzsäure (Hager) rtiZu' T S i ll Petersäuro bei Ii!\r Llchte "• 70-fach. y^-Vwgr. (Freyer) dünnte Schwefelsäure (Thomson) Galläpfel- Eisentinte. Blauhulztintc Nach Cfl }orkalklüsung \ -Thomson) Zinn 12 ! er Chlorkalklösung Proc. Salzsäure Esai Sfl1 * (Stannochlorid) Uhomson) *<**■ Kalilauge Uhomson) «ure nach Anwend- verblasson gelbgrau, frische Schrift gelb schwarz grau mit lichten Stellen braunroth, braun Bleichung mit braunen Flecken gelbbraun ruthbraun braun od. gelb orange, liim- beerroth, braunroth roth stahlblau Alizarintinte (Indigotinte). roth schmutzig- violett rothbraun bräunlich bis gelbbraun unverändert braun I bläulich bis blau grünlich am Rande schwarz, in d, Mitte grau unverändert bis grünlich blau entfärbt entfärbt sofort unverändert blau Fuchsin- oder Anilintinte. kaum verändert röthlich bis braungrau grünlich blau ? (Gawalovski) röthlich violett, unverändert, blau entfärbt entfärbt sofort dunkelviolett oder Entfärbung wenn entfärbt blau werdend gelb oder gelbbraun. v Un e der Kalilauge ei 'd- Schwefelsäure (Hager) l«si ln Sjmpatllet mlie Tinten (Handb. II, S. 603). Roth. Eine dünne Kobaltnitrat- .. % welc 1 " ^^ tuen treten diese dunkler roth hervor, verschwinden aber wieder an %Ti .. löUct ' Kalj u °^S- Beim Erwärmen treten die Schriftzüge gelb hervor. Die mit Bei m L We l°he blass rosenroth ist. Schriftzüge sind getrocknet kaum sichtbar. ei ne rw ärmen treten diese dunkler roth hervor, verschwinden aber wieder an feuchten kalten Orte. — Gelb. Eine mit Kochsalz versetzte Kupfer- ^ °. Sun g- Beim Erwärmen treten die Schriftzüge gelb hervor. Die mit Ron J0 ^d bew ; rkte Schrift wird durch eine Bleizuckerlösung gezogen. — i Selb Tr„i:.._;-J = a _j.„ a _i___ Li! ___ i. __ r...:£i __:_j j ___ i- t « ---------- j._ ^ tzs «bli, Kaliumjodid- oder Aetzsublimatschrift wird durch Lösungen des «lkaBg D 1 , Umats oder des Kaliumjodida gelbroth. — Violettroth. Schrift mit (l(i nn , ^ r Fuchsinlösung wird durch Essigdunst oder beim Befeuchten mit ver- sciiißj r s 'S sän -re violettroth. — Braun. Blutlaugensalzlösung mit etwas Gummi- 1) 1 ;lu Ver setzt. Schriftzüge werden durch Kupfervitriollösung gezogen. — tll| ivli' T 'kekleistei'lösung. Schriftzüge werden dem Joddunste ausgesetzt oder «lige Mercurichlorids, Silbernitrats, Eisenchlorids, Blutlaugensalzes, Blcizuckers, Gallussäure. Der Strich mit der Silberlösung muss am Tageslichte trocK (wenn die Schrift mit Baryum- oder Natriumchlorid hergestellt wäre), War ._ Schrift mit Kaliumjodid bewirkt, so wird sie durch die Bleizuckor- oder » u ^ matlösung verrathen werden, war sie mit alkalischer Fuchsinlösung erzeug t genügt hier die verdünnte Essigsäure. Ein Bestreuen mit rothem Santelholz? 11 ^ Andrücken und Abklopfen desselben, würde eine Zuckerschrift erkennen la flieh 0 Prüfung der Fruchtsyrupc und Fruchtsäfte auf natürliche und küI ?. [tte lo Färbung. Diese geschieht nach Angabe Labiciie's zunächst durch Aussein ^ mit Aether und Amylalkohol, welche das natürliche Pigment ÜB ". $ lassen. Der nur künstlich mit Fuchsin oder Orseille gefärbte Syrup wird Ausschütteln mit Amylalkohol völlig farblos. Durch Schütteln des g ctä nte r- Amylalkohols mit Aetzammon lässt sich Orseille vom Fuchsin leicht^ scheiden, indem die Aetzammonflüssigkeit durch Orseille violett, durch 'Fucü sin Fruchtsäfte und Fruchtsyrupe. lieagens. Watte, mit dem verdünnten Syrup geschüttelt Bleiessig Natriumcarbonat Aetz-Amnion Amylalkohol Syrup mit Natriumcarbonat, dann mit Blciossig versetzt Johannisb. Himbeer. Kirschsaft. Farbe wird durch Wasser ausgewaschen Niederschlag ist schiefergrau. Filtrat bläulich graubraun braun, schwach veilchenblau bleibt farblos Niederschlag schiefergrau gemischt mit Fuchsin. Watte bleibt in Wasser gefärbt N. röthlich- grau. Filtrat rosa violettroth braun, schwach veilchenblau färbt sich rosa Farbe wird durch Wasser abgewaschen N. röthlich gemischt mit Cartnin, Coccionolle. Farbe wird durch Wasser ausgewasch. N. röthlich roth roth bleibt farblos Niederschlag rosenroth gemischt mit Phytolacca. violett braun, schwach veil chenblau bleibt farblos Niederschlag hellrosa tfe mi9C Ml fl mltOrse» 110 - Watte , gofiirbt » N. röthlich violett violett wir d ro»» (Journ. do Pharm, et de Chiui. 4. Ser., Bd. 25, 577.: Pigmente,. — Piment». 987 JamiM;iuli(.], gefärbt wird. Reim Ausschütteln mit Aether färbt sich dieser fa'li c '"° & elD > doch der gelbgefärbte Aether mit Aetzammon geschüttelt wird mit tj U - n<1 ° S b ' lflet Sicl1 e ' n violetter Niederschlag. Der verdünnte echte Syrup Natriumearbonat, hernach mit Bleisnbacetat vermischt liefert einen schiefer- 0( { Ule " Niederschlag, bei Phytolacca-Roth einen blass rosafarbenen, bei Carmin \y W " ocnon ille einen rosenrothen Niederschlag. Wird der Niederschlag mit v asse . r ausgewaschen und hierauf in etwas Salpetersäure enthaltendem Wasser icilt und dann mit Soda wieder gefällt, so ist das Filtrat bei reinem Syrup Wach grau oder fast farblos, aber bei Phytolacca rosafarben. v. ^ine polizeiliche Verordnung des Polizei-Präsidiums zu Berlin, vom 25. ^vember 1878 giebt an: und t? *' ^ llm ^ ärDen von Spielwaaren und Genussmitteln dürfen Präparate Seh °en, welche Antimon (Spiessglanz), Arsenik, Baryum (mit Ausnahme von Werspati!^ Blei, Chrom (mit Ausnahme von Chromoxyd), Kadmium, Kobalt, •ty.P er > Molybdän, Nickel, Quecksilbers (mit Ausnahme des reinen Zinnober), Uran, j ,"i utü > Wolfram, Zink (mit Ausnahme von Zinkwciss in Form von Oel- oder jj . j °e), Zinn, sowie Gummi-Gutti, Pikrinsäure und arsenikhaltige Anilin- und p a ^. nan nfarben enthalten, nicht verwendet werden. — § 2. Ebenso dürfen Jw eie un( l andere Stoffe, welche mit den im § 1 genannten Präparaten und gefärbt sind, zur Einhüllung von Genussmitteln nicht verwendet werden. Farben Spiel ^ Cr ^' e ™ § ^ bezeichneten Präparate und Farben zum Färben von b eg t- aare n und Genussmitteln, welche zum öffentlichen Verkauf oder Verbrauch mit v Slnd > verwendet, ingloichen wer Spielwaaren und Gcnussmittcl, welche Q e lese , n Präparaten oder Farben gefärbt sind, verkauft oder feilhält, und wer oder f^ 1 ^' welche mit derartig gefärbten Einhüllungen versehen sind, verkauft *end e '^ ä ^' wird, wofern nicht andere strafgesotzliche Bestimmungen zur An- ■Bit Un f kommen, mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder im Falle des Unvermögens Ver nältiiissmässiger Haft bestraft". l( Ul) ^ u Pfersalze als Farbmaterial. Eingemachtes Gemüse ist nicht selten mit v ers ? r ^ a ^ gefärbt. Man extrahirt zum Nachweise mit 1-proc. Salzsäure und man einen Theil des Filtrats mit Blutlaugensalz, in einen anderen Theil stellt a °h Ansäuern mit etwas Salpetersäure einen Zinkstab, etc. Bj a 7 Scl iiidlichc Pigmente für Ccnussmittel in Paris von der Polizei zugelassen. — lie nli 1*.l ig0 ' Berlinerblau. — Roth: Cochenille, Carmin, Carminlack, Brasi- Qu 6r J? °k> Orseille. — Gelb: Safran, Avignon-Gclbbceren, Persische Gelbbeeren, Vj 0 i r ° n > Gelbholz, Curcuma. — Grün: Campecheholz mit Berlinerblau. — l tt: Berlinerblau mit Carmin. Gobr a i en und Farbematerialen für den Hausgebrauch mit den nöthigen Wjli, anwe isungen und von vorzüglicher Qualität kann man von der Firma aEL M Brauns zu Quedlinburg beziehen (pharm. Centralh. 1878, S. 38). Piraenta. aus u m ^ 1 ' Mgliscues Gewürz (Handb. 11, S. 695) wird von West- und Ostindien d er '. de n Handel gebracht. Die ganze Frucht hat einen Bau (Abbildung 1. c), d er TT 6 leicht a «f Echtheit und Güte bestimmen lässt. Gewöhnlich wird sie in Vo « irths(,ha ft i» ganzer Form, seltener als Pulver angewendet. Die Ta- *W 0rte > Tabakspfeffer oder Spanischer Piment, besteht aus grösseren lteu und ist auch weniger gewürzhaft, doch immer noch gewurzhaft genug, 988 Pimenta. — Pinus. um in der Hauswirthscliaft verwendet zu werden. Dass er genossen Betäub 1111 » erzeuge, ist wohl nur Vermuthung. Auch der Brasilianische Piment, welche an dem die Frucht krönenden cylindrischen Rande des Unterkelches kennt»" ist, und von einer Calypthrantes-Art geerntet wird, ist weniger aromatisch, doc als Gewürz recht wohl verbrauchbar. . Die Pimentkörner sind leichter als Wasser. Der aus dem Pulver durc Maceration mit kaltem und auch mit warmem Wasser dargestellte Aufguss ve hält sich gegen wässrige Gerbsäure und Pikrinsäurelösung fast indifferent, ' _ Gegenwart von Kockelskörnern und Kellerhalsfrüchten, womit o Piment verfälscht werden soll, würden beide angeführten Reagentien s tal Trübungen ergeben. Bei Gegenwart von Brotpulver, womit man das Pimcn^ pulver verfälscht, giebt Gerbsäure eine nach und nach entstehende starke Trüb 11 """ Dass Piment auch Stärkemehl (circa 8 Proc), dann eisenbläuenden G er ]( bei stoff enthält, ist nicht zu übersehen. Der Gehalt an flüchtigem Oele scbwa .nM pas je nach der Erntezeit und dem Alter der Waare zwischen 3 — 8 Proc. flüchtige Oel ist specifisch schwerer als Wasser und dem Gewürznelkenöle an Ger und Geschmack sehr ähnlich. Der Feuchtigkeitsgehalt der lufttrocknen ™ a , og steigt bis zu 6 Proc, der Aschengehalt von 3 bis 4,5 Proc. Die Menge mit 90proc. Weingeist dargestellten Extracts (Darstellungsverfahren vergl- u . Cinnamomum, Ergänzbd. 8. 317) beträgt 18 bis 22 Proc, die des athel ' W ° in . geistigen Extracts 14 —16,5 Proc. Der Pimentrückstand aus der ätherw geistigen Extraction giebt an Wasser 5—7 Proc. löslicher Theile ab. . fl . Die Untersuchung des Pimentpulvers auf Reinheit erfordert also 1) ^ trocknung bei circa 30° C., 2) die Bestimmung des Quantums der Asche) a/ des weingeistigen, 4) des ätherweingeistigen Extracts und 5) des wässng en tractes des Rückstandes aus der ätherweingeistigen Extraction. '0©^ « (160—171» C.) siedende Antheil hat die Zusammensetzung des lerp Ge ^r. vo» ist aber stärker rechtsdrehend. Ein anderes Oel zeigte ein spec Pinus. Abietin Cedrobalsam. Harzöl. 989 »°7Ö (bei 12 0 c.). 20 Proc. destillirten schon zwischen 156° und 159°, die 'gen Procente zwischen 171° und 176°. Letzteres Destillat entsprach dem ei Penthinöl, war aber linksdrehend. Theol Oleum PIni Sabinianae, Abietinum, Anrantinum, Abietin, Aurantin, Erasin, dem T (Handb / XI ' S - 1119 ) sind Namen &* den durch trockne Destillation aus Cal'f . ? r P entn ' n un ^ Harze der Pinus Sabiniana Douglas, einer Abietine feclTi"' 6118 ' gewonnenen Kohlenwasserstoff (Pinolin). Er bildet eine fast farblose, Bi J| bew egliche Flüssigkeit, welche stark orangenähnlich riecht und bei 100 — 105 » D e i durch Rectification wird eine constant bei 101 ° siedende Flüssigkeit erhalten. d Ur -"^"gehende Theil hinterlässt einen harzartigen Körper, welcher den starken eilt , C ^Senden Geruch des Rohproducts besitzt. Der Kohlenwasserstoff ist sehr «ndlich, brennt mit leuchtend weisser, nicht russender Flamme und sein Dampf \ m'i ^ 6 ' m ^i natnmen Gefühllosigkeit; man wendet ihn auch mit Erfolg zum ! Sen von Mäusen etc au. Man gebraucht ihn statt des Benzins zum Fleck- r„ "achen, als Terpenthinölsurrogat zu Firnissen und Oelfarben. Wenzel und Q e •, kannten diesen Kohlenwasserstoff als ein Heptan (C 7 H 1(S ). Sein spec. ml bei 15 ° = 0,6877, bei 0» = 0,7005. Der Geruch dieses Heptans [St ammt nur dem Harze. ___________ i m f ln us Cembra L. Zirbelkiefer, eine auf den Europäischen Alpen und 01 dlichen Asien einheimische Abietine. Oel J"oc 1 ei Ocmbrae, Semen Cembrae, Zirbelnüsse, werden genossen und das fette lOo q r . se ^ en gegen Luugenloiden gebraucht. Schuppe analysirte diese Samen. K 0l . ttc ^ wogen 21,25g, wovon 12,041g auf die Samenschale, 9,21g auf die 1 3 " e kommen. Er fand 46,41 Proc. Fettsubstanz, 9,06 Proc. Stickstoffkörper, ' * "oc. Aschentheile, 35,3 Proc. Zellstoff. ^'Iroh i " a ■''" l ^ em ' )rae ' Balsamnm Carpathicum, ßalsamum Libani, Zedrobalsam, g ewfl a ' sai " ist ein dünnflüssiger Terpenthin, farblos, durchscheinend, von angenehm ''old ' Z j em > an Wachholder erinnerndem Geruch und scharfem bitterem wach- erahnlichem Geschmack. ^H) ' e ^' n ^ e der Zirbelkiefer enthält einen rothen Farbstoff, welcher zum 'eicht 0 Wein S ei stiger Getränke dient Das Holz ist, in Wasser geweicht, so 4 tt8 , zu schneiden, dass man es hauptsächlich zu Schnitzarbeiten, besonders zum n eiden von Thierfiguren verbraucht. Seh* ? rn POS l'ini turioiiuiil. Hierzu hat G. Müller zwei Vorschriften in der 8 chw v . eiz. Wochenschrift für Pharm. 1880, No 12, angegeben. Der Syrupus %k ■ wird <1ure]| Digestion und Filtration aus 50 Th. Turiones Pini, 600 Th. ^ini T 6in und 900Theilen Zucker, der Syrupus aquosus aus 80 Th. Turiones ^o'ti,^* Kaliumcarbonat unter Digestion mit Wasser und durch Lösen von llj, 11(1| '• Zucker in 600 Th. der filtrirten Colatur dargestellt, Es dürfte der im • tt> S. 702 angegebene Syrupus wohl allen Anforderungen entsprechen. dem t ßfisinac pyrogen um, Harzessen«, Vive cssence der Franzosen, ist ein li arzp ler Penthinöle ähnliches Oel durch trockne Destillation des gelben Fichten- schpn gewo »«en. Das aus dem Gallipot durch Desillation gewonnene Oel unteren di P p,„„,„,....... k. n„;i„ a„ ____ fc Ol. die Franzosen als lluile de raze. eu m resinosum, Harzöl, ist ein Produot der trocknen Destillation aus ttar z, besonders aus Colophonium. .' Gase. 0 Ä harz > besonders aus Colophonium. Bei dieser Destillation entweichen zu a «el \x, e > Welc "o auch wohl als Leuchtgase Verwendung finden. Anfangs. gehen Was ^>- und ein fluorescirendes gelbes dünnflüssiges Oel (Tereben, Colophen, 990 Pinus. Patentöl. Piuolin. Pinolin) über, welches man als Terpenthinölsurrogat verbraucht, und nach dies , Oele folgt ein dickes farbloses blauschimmerndes Oel, das Harzöl. Als Rucks» verbleibt Schwarzpech oder Schmiedepech. 100 Th. Colophon liefern ca. » ^ Pinolin oder Essenz, 70 Th. Harzöl von verschiedener Consistenz und 10 Tn. als Kesselnickstand. Die Menge der Gase und des Wassers beträgt ca. !•' Das Harzöl des Handels ist von verschiedener Consistenz und spec (0,880—1,000) und gelber bis grüngrauer dunkler Farbe. Es S ieb ..,). dickes und ein dünnes Harzöl. Erstcres ist das schwerere, Retinol en ' tende, letzteres das leichtere, Retinyl enthaltende. Erstcres ist g c " ) grün- oder blaugrau oder blauschimmernd bis dunkel graugrün. Es ist in 90-p .. Weingeist wenig, leichter in wasserfreiem Weingeist, in allen Verhältnisse' Aether, Amylalkohol, Chloroform, Schwefelkohlenstoff löslich. Mischt man lcc "L nI) schweren Harzöls mit 3 com conc. Aetznatronlauge durch starkes Schütteln, setzt < 5ccm 90-proc. Weingeist hinzu, mischt und erhitzt hierauf bis zum Koche» 1 » sclieidet sich in der Ruhe die Lauge klar und farblos ab und darüber sarn * sich die Oelschicht und über letzterer der Weingeist in etwas trüben Zu s ,m Eine Verseifung findet also nicht statt. Das schwere dickflüssige Harzöl en als Hauptbestandtheil das Retinol oder den Harzthran (C 8 H,), ein s fl f bitterlich-scharf schmeckendes, dickfiiessendes und entfernt petrolartig, ' A " e . ^ schwach riechendes gelbes Oel von 0,960 — 0,990 spec. Gewicht. Es " G °^ ri . bei 235° C. zu sieden, welche Temperatur bis auf 265" aufsteigt. Dieses öl wird in Nord-Amerika auch Cod-Oel genannt. William A. Tilden untersuchte das leichte Harzöl (Bericht d. D Ges. XIII, S. 1604—1607). bei«' T So" In dem Practionsdestillat unter 80° isinä ^, pe o, butylaldchyd, in dem Fractionsdestillal bei 103 — 104° ein polymerisirtes ie X lC . Heptan und eine krystallinischc Verbindung (Ci 0 H 24 0 4 ). In den höheren , tionen konnte kein Toluol, wohl al)cr ein optisch inactives Terpen (yio , ingetroffen werden, welches Dihydrochlorid ergab, wie die Terpene au pentinöl, Orangenöl etc. ^ Das mit Schwefelsäure behandelte schwere Harzöl ist dunkel, fast sr gj von schwachem Geruch. Es wird mit Riiböl gemischt als Maschinellst'' verbraucht. Dieses Oel kommt auch von braungrllner Farbe als Patentöl, fixes Oel, Paraffin fett in den Handel und liefert ein gutes zur Wagenschmiere. Mateii* Reti» ol Oleum resinosnm rectificatnm, gereinigtes Hanoi, dodöl ist das an "-^ 0 t reiche, durch Behandeln mit Sodalösung gereinigte, auch wohl durch Des ^ verbesserte Harzöl. Schweres Harzöl verseift sich mit Kalk leicht, . , n c ji\vef Natron und erst unter längerer Digestion. Das leichte Harzöl verseift 8 y^gte* mit Kalk. Codöl ist ebenfalls ein Terponthinölersatz, dient auch als LeUC n d»> rial. Das erste Destillat aus der Retinol-Scife ist im Handel als Cödöl sec ^^ und dieses Oel rectificirt durch nochmalige Destillation als Cödöl P 1 ' 1 ". 1 *^ 2 um schieden. Es ist fast geruchlos und farblos und dient mit Harz gemise ^^ Auspichen der Bierfässer oder in Stelle des Leinöles zur Darstellung ^ alic h druckerschwärze, und da es selbst in starker Winterkälte nicht erstar ' j,, e n- mit Rüböl, Graphit, Baryumsulfat etc. gemischt zur Darstellung von M a ' schmiere und Wagenschmiere. fl der Man verwechsele dieses Oel nicht mit dem Cod-oil (Leben i Engländer). , n tli | ' |lii ' Pinolin, Pinoline, Harzgeist, üarzessenz hat Ärmlichkeit mit dem Terpe^ ejfl und ist ein Destillat aus der trocknen Destillation des Colophoniums j3 qoC. Nebenproduct aus der Leuchtgasbereitung aus Fichtenharz (zwischen 120- Pinus. Brumataleim. Elatine. 991 ^gehend), ^s w ' r ^ a ' s Terpenthinöl-Surrogat verbraucht, besonders zu Firnissen na Lacken, auch als Leuchtmaterial. Knn Pinolin 1)estellt hauptsächlich aus Retinyl (C 9 H ß ), dessen Siedepunkt bei löUU Hegt. Spec. Gew. 0,877 — 0,888. Iwsina Pini recens, die von der Kiefer entnommenen Harzausschwitzungen im mange einer Halsolnuss zerdrückt auf Butterbrot genossen soll ein herr- Tfi"? ^ atan "hmittel sein. Es dürfte dieses Mittel durch eine gleiche Menge '«balsam wohl noch besser ersetzt werden. f. " r| iniat:i■ Lfiim, Nessler's. Herr Professor Nesslek zu Karlsruhe giebl ujr nde Vorscnrift: 1000g Fichtenharz werden mit 700g Schweinefett °60g rohem Rüböl zusammengeschmolzen. I c ' en Frost-Nachtschmetterling, Frostspanner (Phalaena geometra fnata, Acidalia brumata), welcher im Anlange den Winters auskriecht, ei; pl? Weibchen, welches eierbeladen nicht fliegen kann, auch im Winter auf äunie kriecht und auf denselben Eier ablegt, davon zurückzuhalten, schmiert l> ' Iheer in Höhe eines halben bis ganzen Meters vom Boden ab um den uiY'i' DaTheer bald hart abtrocknet, ist jener Brumata-Leim geeigneter, welcher p handbreite Streifen Papier aufgestrichen um den Baumstamm gelegt wird, y "'eibt Wochen hindurch klebrig. Unten ist eine rationelle Brumataleim- b j 8c "rift angegeben. Der Brumataleim des Lehrers Becker zu Jüterbogk soll 1 lange klebrig bleiben wie der NESSLEß'sche. Wach wnient, Sinöee's, zwischen Glas und Messing, besteht aus 20 Harz, 4 gelbem Ocker und 1 Gyps. L^ •M enifnt ' Ure ' s ; besteht aus 50 Harz, 10 gelbem Ocker, 5 Gyps und .'? dar ^' lla ' Thecrwasserersatz, wird nach Ciutijni's Angabe in folgender Weise i' a . ge f tellt: Frische Tannenzapfen (Strobuli Pini) Gkg, zerschnitten, Weih- 600 80 "' Tolu balsam 50g, Fichtenharz 40g, Wachholderfrüchte ^ S "Werden contundirt in die Destillirblase gegeben, mit 18 Litern warmem l2 a ss er übergössen, 12--15 Stunden macerirt, umgerührt und endlich daraus Lit fl r abdesti H ir t. Das Destillat wird einen Tag später filtrirt und in ^^schen vor Luft und Licht geschützt aufbewahrt. Dosis: 2—3 mal täglich l», deines Weinglas voll zu trinken bei Leiden der Luftwege, Darmkatarrh, lase nleiden etc. Jj , ' as thcnverschl[iss, Soulan's, besteht darin, die geschlossene Flasche mit dem Im 'f 11 ^ 0 in folgenden flüssigen Lack einzutauchen und durch Drehen der Flasche j |! " c Achse das Abdunsten zu fördern. Der Lack ist eine Lösung von diu 1,e ! nem hellem Harz in 10 Tb. Aether, vermischt mit 15 Th. Collo- m > üngirt mit wenig weingeistiger Anilinrothlösung. Ta K "'^"denkitt wird aus Leim, welcher mit 2 Th. Wasser Übergossen einen p a i eesta nden, dann in der Wärme gelöst ist, bereitet, indem man je nach der e der Dielen feines weisses Holzsägemehl oder Mahagoniholz- hiiw ° hl 0( ler rothes Sandelholzpulver zu der warmen Leimlösung lischt. krvJ larzfir iiiss von E. Tim« (Bissendorf). 100 Th. Colophon, 20 Th. gepulverte eiiiilt Soda ™«1 50 Th. Wasser werden unter Schmelzung und Agitation ver- L "5 dann mit 250 Th. Wasser und 25 Tb. Salmiakgeist innig gemischt. PatL Zem ' ib( ' n im Mörser wird die Farbe mit dem Iiter Schwefelsäure schon in der Kälte vollständig in Kohlensäure beim ^, asser zerfallt, wird die Chavicinsäure von einer gleichen Mischung selbst Kochen nur wenig angegriffen. s ehr ?' mmun g des Piperins. Da der Gehalt des Pfeffers an Piperin ein Ur th ., aria ^ e ' er ' s t, so kann er nur in besonderen Fällen einen Anhalt zur Be- Cailt ^ CS Pfeffcrs m & dessen Verfälschungen darbieten. Cazeneuve und d e p '°, T geben ein bequemes Verfahren der Bestimmung an (Bull, de la S. chim. Kalu 118 ]877 )- Der gepulverte Pfeffer wird mit seinem doppelten Gewicht 'la im Hydrat und so viel Wasser, dass ein dünner Brei entsteht, versetzt und Hier e f 11e Viertclstunli e gekocht. Das Piperin erleidet dadurch keine Zersetzung. Verd^ tro °k net man das Ganze im Wasserbade ein, bringt das Pulver in einen ab ra "Snngsapparat, erschöpft mit Aether, destillirt von der Tinktur den Aether D as p . . lilsst die rückständige Flüssigkeit langsam an der Luft abdunsten. ran gnng S apparat, erschöpft mit Aether, destillirt von der Tinktur den Aether Jag p. a «s } 'P er ' n krystallisirt nach und nach heraus, und wird durch ümkrystallisireu ^issem Weingeist gereinigt. f* u jeder quantitativen Bestimmung wurden 10g angewandt. Das Ergebniss ei den Versuchen der genannten Chemiker: Sumatra, vier verschiedene ' 7 )06 bis 8,9 Proc. Piperin liefernd, ergaben einen Gehalt im Mittel zu 9,1g p C -> Singapore - schwarzer Pfeffer 7,15 Proc, Singapore - weisser Pfeffer *" r °c. und Penang-Pfeffer 5,24 Proc. Piperin. Wte i' 88er P enan g lieferte, ebenso wie der weisse Singapore, weit mehr Auslüde der sc "warze, was beweist, dass das Piperin nicht in der Frochthttlle, ri > nur i m Kern enthalten ist. TYar B Jrtlfungdes schwarzen und weissen Pfeffers auf Verfälschungen. 'S'- auch Handb. d. ph. Praxis II, S. 704 u. f. ll ^^■»«ner Pfeffer, gewöhnlich Pfeffer genannt, ist dio unreif^ und getrocknete *»«. bl e ist in diesem Zustande ungestielt, kugelig, Pha "n. Praxi«, Suppl. bis zu 4 mm im Dureh- 63 994 Pipei'. Prüfung. P. 11. Fig. 130. a ganze Frucht, 6 im Querdurcbschnitt. messer, runzelig, braun, schwarzbraun bis schwarz. Ist sie noch völlig unrei eingesammelt worden, so ist sie nach dem Trocknen innen hohl, wurde sie da gegen in dem Zustande der Halbreife geerntet, so enthält die getrocknete Fnw einen festen, mehr oder weniger volle 1 Kern. Erstere ist leichter und schwimm auf dem Wasser, letztere sinkt üV 1 unter. Gewöhnlich findet man beid^ die leichtere und die schwerere FrueB» neben einander in unbestimmtem » hältniss in der Handelswaare vertre«^ Wenn man daher den schwarzen Pfe* ( mit Wasser durchschüttelt und dann der Ruhe überlässt, so sammelt sich ein '1 ' der Früchte an der Oberfläche schwimmend, ein anderer Theil am Grunde l Wasserschicht an. Der leichtere ist im Geschmack der schärfere, enthält 8 mehr durch Weingeist und Aetherweingeist extractive Bestandteile. ^ Nach alten Analysen enthält eine gute frische Waare gegen 2,3 Pro«- tiges Oel, 12,5 Proc. harzige Substanz (Chavicin), 61,5 in heissem Wassei liehe Stoffe und 23,7 weder in Weingeist noch Wasser lösliche Stoffe. g Piperingehalt variirt zwischen 2—3 Proc., der Gehalt an flüchtigem O ele bis 2,3 Proc. |j eD Eine Verfälschung der ganzen Pfefferkörner ist eine seltene, doch M , Verwechselungen mit den Früchten von Embolia llibos und Daphne Mez e ' vorgekommen sein. Erstere sind nicht im Europäischen Handel vorhanden^ Verwechselung oder Verfälschung mit diesen einen ganzen Samenkern enthal ■ und purgirend wirkenden Beeren ist also nicht wahrscheinlich, dagegen | s ^ * Verwechselung mit den Kellerhalsfrüchten eher möglich, welche ' 11(3 ' ,-n da als Baccae Coccognidii oder Piper Germanicum in Waaren e^ anzutreffen sind. Beide trockenen Früchte mit Wasser geschüttelt und d» 0 ^ Ruhe überlassen schwimmen auf dem Wasser. Der schwarze I" 0 ^ wie schon oben erwähnt wurde, gewöhnlich ein Gemisch aus Früchten, von t ein Theil in Wasser untersinkt, der andere Theil auf dem Wasser scnW ' m it Es sind also für die Prüfung des ganzen schwarzen Pfeffers die Früc.^ kaltem Wasser zu schütteln, die obenaufschwimmenden zu sammeln, aU p «ßjiig papier rollend sofort zu trocknen und sie dann einer genauen optischen , arC b' zu unterwerfen, indem man verdächtige Früchte vertical und horizonta flf . schneidet, zerdrückt etc. Die durchschnittene Kellerhals-Frucht ist ^ eK ^.,n e de 1 ' kennen an dem ganzen und öligen Frucht-Kerne. Legt man die H a jij D gef Frucht mit der Schnittfläche auf Schreibpapier und bereibt damit, mit dem^jj. stark aufdrückend, das Papier, so erhält man einen durchsichtigen i.jjtri 11 Reibt man den mit Kellerhalsfrüchtcn gefälschten gemahlenen Pfeffer a j e jj,eO' oder erwärmten Schreibpapier, so wird auch hier der Fettfleck nicht aU *. ft j des Dass diese giftigen Früchte schon in alter Zeit ein Verfälschungsmatc 1 ^ Pfeffers waren, lässt sich ans dem Namen Piper Germanicum en^ ^ üeber den chemischen und optischen Nachwois vergleiche man im Folge« weiter unten. pui" Kellerhalsfrüchte, Seidelbastsamen, Deutscher pfett ß oC cO' girkörner, Fructus Mezerei, Grana s. Cocci Gnidii, Senien ] [ft e gnidii, Semen Chamaeleae, Piper Germanicum, die Früchte von ^ &et Mezer mm L. Sie sind getrocknet in der Grösse und Form und nac ^ , in i runzligen Frnchtdeoke dem schwarzen Pfeffer ähnlich. Die Runzeil» $$0» ein Minimum weniger und kleiner als beim Pfeffer. Die Farbe ist g _ y; e le etwas lichter. Die Fruchte sind 6—7mm lang, annähernd 5mm die • Piper. Prüfung. 995 Fig. 131. Kellerhalsfrüchte. Sem. CoccognidH, a ganz, 6 vertical gespalten. er trocknen Früchte lassen eine an beiden Enden etwas verschmälert auslaufende ovale Form erkennen, viele auch nicht und erscheinen mehr kugelig rund als oval. Di e äussere Fruchthaut besteht aus zwei Reihen Peridermalzellen. Das *wwch der Frucht bildet eingetrocknet e 'ne diinne, von der Samenschale leicht ^lösbare Haut. Die Samenschale begeht aus einer einschichtigen Lage horizontal gestreckter Steinzellen. Die Sa- en lappen bilden einen kugeligen, aus- ^n und innen gelblichweissen, fett- und jjwkemehlreichen Kern, welcher bei der j «fclischnittenen trocknen Frucht sich^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ icnt von seiner Umhüllung trennen lässt. Letztere ist auf ihrer Innenseite »»nzend. Die Früchte enthalten 30—33,3 Proc. eines fetten trocknenden Oeles, & e gen 6 Proc. in Weingeist lösliche Stoffe und 5—6 Proc. Asche. Casselmann n oerte aus den trocknen Früchten 0,38 Proc. eines krystallisirenden sei den- ^ * n Zenden, in Wasser und Aether nicht löslichen, in Weingeist leicht löslichen '«ereilten Körpers, das Coccognin, ferner circa 4 Proc. Harz und 31 Proc. tettes Oel ab. u ß ie Kokkelskörner (vergl. Handb. I, S. 910) enthalten ebenfalls Fett , ^tärkcmehl und neben dem Cocculin oder Pikrotoxin zwei Alkaloide, das p llls permin und Paramenispermin. Der Fettgehalt beträgt circa 45 Proc. Dieses 'st aber nicht flüssig, sondern krystallisirt und ist nach Hkintz Stearin- ui'e (von Francis Stearophanin genannt), gemengt mit Elainsäure. Die c « e enthält Eisen und oft auch Mangan. Als Verfälschungen des Behwarsen gemahlenen Pfeffers giebt man *elcb ^chel s aiiio n ausser den vorstehend angegebenen noch eine lange Reihe Stoffe an, von Eid T' 1 /°teende besonders zu beachten sind: Lehm, Thon, Erbsen, Wickensamen, ' e «i im ungerösteten und gerösteten Zustande, so auch Roggen und Weizen- bpn..i V erncr Ihot, Semmel, Rapskuchen, Leinsamenkucheu, Palmkernmehl, Lor- ei Matter, Paradioskörnor. e; ne r' 111 . e Beimischung von Brot und Semmel in grober Pulverform war früher pf en ."'"'he in den Fällen, in welchen der Kaufmann genöthigt war, für 1—2 bar e vj 6 zel 'stossenen Pfeffer abzugeben, um wenigstens seinem Kunden eine fass- l( a f len go zu bieten. Ein Reinig lag in diesem Verfahren nicht vor, denn der sich ^ DD maf '''tc daraus kein Gehcimniss, der Kaufende wussto es und fand s 0 i i mit; ^ er Waare befriedigt. Heutigen Tages wird der Kaufmann gut thun, n ev n Pfeffer als Mischpfeffer zu verkaufen und jedem Käufei diese Be- dnrch D f ZU er ^l aren - I m Uebrigen ist Pfeffer ein Gewürz, dessen Güte sich m e , f ' n Geschmack prüfen lässt, also auch jederzeit der Controle des Consu- p zu Sänglich bleibt. ü er q alrakernmehl, Palmmehl, Palmkerne. Letztere sind die Samen zerr« , e , 1 P al nie, Elais Guineensis JAcaura (Palma spinosa Miller), v><^'<- v 0m 'V en u "d durch Pressung in der Wärme oder durch Auskochen mit Wasser Veit 0ele befreit, als Palmmehl oder Palmkernmehl in den Handel ge- fä[ So , Wei '»len. In dieser Form dienen sie als Viehfutter und auch zur Verlos« g des S emah len en schwarzen Pfeffers, mit welchem dieses Palmmehl eine Oel n Aeh,lli eld 8 fast geruch- und geschmacklos. Der wässrige Aufguss ist kaum gefärbt, kaum strohgelb. Der weinges 11 » > in der Wärme hergestellte Aufguss ist strohgelb. Das mit 90-proc. Weing e ' unter Digestion gewonnene Extract des entfetteten Palmkernmehles besteht » durchsichtigem gelbem, nicht flüssigem Fette und beträgt 2— 5 Proc, j e na Maass der Entfettung. Das mit Wasser von 20— 25 °C. hergestellte Extract andern entfetteten lufttrocknem Mehle ist gelbbräunlich, etwas durchscheine: nd «od pas beträgt 11—13 Proc., wenn das Palmmehl durch Pressung entfettet war ausgetrocknete wässrige Extract ist etwas hygroskopisch und wird daher a» IiUft etwas schmierig und weich. Die roth- oder gelbbräunliche, bis bra Asche des entfetteten Palmmehlos beträgt 4—4,5 Proc, diejenige des nicht fetteten 2,5—3 Proc Die Untersuchung des schwarzen Pfeffers erfordert die Darstel folgender Extraete und Auszüge: Weingeistiges Extract des schwarzen Pfeffers (dargestellt nach Ang* auf S. 317 dieses Ergänzungsbandes). Der normative Mindestgehalt an mit proc. Weingeist hergestelltem Extract ist zu 11 Proc. anzunehmen. Gewö»n beträgt er 12 —15 Proc. und zwar in der leichteren Waare 14—16; "\ „ schwereren 10—12 Proc. Bestände der Pfeffer nur aus schwerer Waare, ( , müssten als Mindestgehalt selbst nur 10 Proc. zugelassen werden. Bestell Pfeffer zur Hälfte aus leichtem, zur Hälfte aus schwerem Pfeffer, so wären destens 12 Proc. weingeistigen Extractes zu fordern; besteht er aus i /s , t0 . und 2 / :) schweren Körnern, so wären mindestens 11,3 Proc. Extract zu t : ee r Der Weingeist zur Darstellung dieses Extracts muss genau ein 90-pr ocen ^ (0,832 spec. Gew.) sein, wenn in der Extractausbeute das richtige Maass^ wonnen werden soll. Auch der Modus der Darstellung ist genau zu wie derselbe unter Cinnamomum, 8. 317, angegeben ist. Dieses mit em e * befolg eD ' Aetherweingeistiges Extract des schwarzen Pfeffers. Estract i die 9 stelle»' Gemisch aus 2 Vol. 90-proc Weingeist und 1 Vol. Aether dargestellte ^ ese9 beträgt 9 — 11 Proc. Als Mindestgehalt wären 9 Proc. zu fordern. Auch Extract ist in der Weise, wie Seite 317 und 318 angegeben ist, herzus wenn das richtige Maass und Verhältniss erlangt werden soll. f6 Wässeriges Extract. Der in Pulver verwandelte lufttrockene « cU ^ gte |lt, Pfeffer wird mit Wasser von 20—25 °C. übergössen, einen Tag beiseite g.^, dann mit nur lauwarmem Wasser erschöpft. Der filtrirte Auszug wr eW ghfl- fcrocknet und ausgetrocknet. Das trockne, Extract beträgt 7—8 Proc, g ^ lieh 7 Proc. Der Mindestgehalt wäre auf 6 Proc. herabzusetzen, we Q( j e r schwere Pfeffer in der Waare vorwiegend vertreten ist. Eine S 18 !* 96 g^trarf kleiner Menge dieses wässrigen Extracts deutet auf Verfälschung. Ist das Piper. Prüfung. 997 zugleich glänzend, so liegt wahrscheinlich geröstetes Brot oder Stärkezucker als Verfälschung vor. Beträgt das Extract weniger, so hat man es vielleicht mit p toffeln, Sägespänen und dergl. extractarmen Stoffen zu thun. Dieses wässrige * tefferextract ist eingetrocknet nicht hygroskopisch! Kalter wässeriger Aufguss, erlangt durch einstündige Maceration des gepulverten schwarzen Pfeffers mit destill. Wasser. Derselbe giebt weder mit Gerber e, noch mit Pikrinsäure eine Trübung, wohl aber bei Gegenwart von °kkelskörnern, eine schwache Trübung bei Kellerhalsfrüchten. Gerbte giebt auch eine Trübung bei Gegenwart von Brot oder anderem Backwerk. Diese Extracte und Auszüge sind nach der Seite 317 u. 318 unter Cinna- ° m um im Ergänzungsbande angegebenen Anweisung herzustellen. Aschengehalt des schwarzen Pfeffers. Die Bestimmung desselben ist em wesentlicher Theil der Untersuchung. Er beträgt 3,5—5 Proc, in den allermeisten Fällen nur 3,5 — 4 Proc. Steigt der Aschengehalt über 4,5 Proc, so lr d der gemahlene Pfeffer dadurch verdächtig. In Chevali.ier's Dictionnair n det sich die Angabe, dass 2 Sorten Java-Pfeffer 6,0 und 6,2 Proc. ausgegeben a ttcn. Hager untersuchte Java-Pfeffer, aber er erhielt nur 3,53 und 3,74 Proc. sehe. vjj e Asche des schwarzen Pfeffers ist weissgrau und von der Asche der '^"'('Ibastkörner nicht verschieden. Ihre Löslichkeit im Wasser beschränkt sich [p'öhnlich auf 1 j 2 — 2 / 3 ihres Gewichtes, sie ist ferner nur wenig hygroskopisch und ö schwach salzigem Geschmack. Die Aschenmenge aus Brot beträgt höchstens , '. Proc, aus Stärkemehl 0,5, aus Wickensamen 3,5 — 4 Proc., aus Eicheln 2 2,5 Proc, aus Palmkernmehl 4 — 4,5, aus Kokkelskörnem 4—4,5 Proc, 8 Kellerhalskörnern (Semen Coccognidii) G—6,5 Proc Die Asche der Kokkelskörner und des Palmkernmehles enthält, wie schon w älmt ist, Eisen. Die Farbe der Asche der Kokkelskörner ist trotzdem grau ® v Weissgrau, wegen zu geringen Eisengehalts. Da Kokkelskörner schwerlich u ,* er fäl8chungsinittel benutzt werden, so kann man von einer eisenhaltigen ^gleich gelb- oder roth- oder braunfarbigen Asche stets auf eine Verfälsch- s mit Palmkernmehl schliessen. Aufg uss mit lauwarmem Wasser. Behufs chemischer Untersuchung des ^ m ahlenen schwarzen Pfeilers ist ein Quantum von 5 g mit circa 50ccm lau- ar niem Wasser (30—35° C.) zu übergiessen, an einem nur lauwarmen Orte einen 8 |, en Tag zu maceriren und nach dem Erkalten zu ßltriren. Das Filtrat darf L ~ mit Ferrichlorid etwas dunkler, aber nicht violet oder in das Violette ziehend l&t' . (Eicheln). Silbernitrat, Baryumchlorid, Oxalsäure, Bleiacetat geben ge- g j c] "?? 8 'flockige Trübungen, durch welche jedoch anfangs wenigstens die Durch- kjj*%keit der Mischung nicht total gestört ist. Man erkennt beim Hindurch- mü .. ,lic einzelnen Flocken neben klarer Flüssigkeit. Jodjodkalium, Kaliutn- ß e . rc " ri .i°did, Pikrinsäure und andere Alkaloidreagentien verhalten sich indifferent. Solu genwart vou Backwerk zeigt Jodjodkalium gelöstes Stärkemehl »n. ein G \' ^ err ichlorid, Jodjodkalium und Pikrinsäure Reactionen geben, so liegt Den ' fii '' S( 'li»iig vor. Wenn auch hiermit die Art der Verfälschung au «rken- An i nUr 8elten möglich ist, so wird wohl die optische Prüfung die Lücken der al yso ausfüllen. Eine nur schwache Blaufärbung durch Jodwaaser ist zulässig. t Weisser Pfeffer ist die völlig ro'fe, von der Fruchtschale befreite und ge- flsoi oto Fru cht. Durch Benetzen mit Kalkwasser giebt mau häufig der Aussen- **e des Fruchtkernes eine weissere Farbe. Dass diese Bleiohung durch Chlor, C?, Benc tzen mit Bleizuckerlösung, mit Bleiweiss, Seewasser etc. geschehe, ci l bo ^uptet. Der gute weisse Pfeffer bildet kugl'ge glatte schmutzigweisse, Ca 4c cm i m Durchmesser haltende Körner, welche einen weniger beissenden 998 Piper. Prüfung. Geschmack als schwarzer Pfeffer haben. Sie sind schwerer als Wasser un sinken damit geschüttelt unter. Die Schwimmprobe ist eine wesentliche, den ein weisser Pfeffer, welcher nicht schwerer denn Wasser ist, ist auch 8j* schlechte verwerfliche Waare. Auch der zerstossene weisse Pfeffer muss m> Wasser stark geschüttelt in der Ruhe sofort zu Boden sinken. Verfälschungen des ganzen weissen Pfeffers könnten nur in künstlicher W** bestehen, leicht zu erkennen beim Einweichen in lauwarmem Wasser, fälschungen mit Kokkelskörnern, Kellerhalsfrüchten, Pahnkernen, Wickensam und anderen farbigen Stoffen sind ausgeschlossen, nicht aber die mit Weissbro i Stärkemehl, Kartoffeln und anderen blass- oder weissfarbigen Stoffen. , Lucae fand den weissen Pfeffer bestehend in Procenten aus flüchtigen 1 U 1,6, in Weingeist und Aether löslichem Harz 16,6, Stärkemehl 18,5, Eiw elS 2,5, Gummi und Extractivstoff 12,5, Pflanzenfaser 29,0 Proc. Piperin ist an J geblich nur in geringer, nach Buchheim in stärkerer Menge, durchschnittlich 0,5 Proc. darin enthalten. Weingeistiges Extract. Der Mindestgehalt ist zu 9 Proc. anzunehmen. Es trägt gemeiniglich 9—11 Proc, kann aber bis auf 14 Proc. hinaufgehen. Aetherweingeistiges Extract. Der Mindestgehalt daran wäre zu 8 F"^ anzunehmen. Es beträgt gemeiniglich 8—10 Proc, kann aber im seltneren * bis auf 13 Proc hinaufgehen. Der Rückstand aus dieser Extraction gi eDt kaltes Wasser noch 1 —1,5 Proc Lösliches ab. Wässriges Extract aus weissem Pfeffer. Der in Pulver verwände Pfeffer wird mit Wasser von 20—25 ° C. übergössen, einen Tag beiseite S este efl J dann in ein Filter gegeben und hier mit lauwarmem, also 30—40° 0. wi J r , e . Wasser erschöpft. Das Filtrat wird eingetrocknet und ausgetrocknet. Es trägt die Extractmenge 1,5—2,5 Proc, meist 1,8 Proc. Das Filtrat ist ent ^ gelblich weiss, fast farblos. Das eingetrocknete wässerige braune Extrac nicht hygroskopisch! Kalter wässriger Aufguss verhält sich gegen Gerbsäure und Pikrinsäuie der des schwarzen Pfeffers. Er ist fast farblos. tf ; 0 Diese Extracte und der Aufguss werden in der Weise bergestel S. 317 u. 318 dieses Ergänzungsbandes unter Cinnamomum angegeben is • Aschengehalt, Derselbe beträgt im weissen Pfeffer 2,5 — 3,5 ^ 10C '' e U)St noch weniger als 2,5 Proc. Die Asche ist leicht, locker und aschgrau, ^ bläulichgrau, nicht weisslich grau, vielmehr dunkler grau als die Asc ^ schwarzen Pfeffers. Sie ist ferner nicht oder kaum hygroskopisch und schmack nicht salzig. , „,. Künstlicher schwarzer und weisser Pfeffer ist auch im Handel VOIg ^. u ir men und dann gewöhnlich gemischt mit echter Waare. Es wurden selbs ^. 0 ahmungen aus Bleiweiss bereitet angetroffen. Um nun solchem Betrüge a ^^ Spur zu kommen, giebt man circa 50 Körner in 20ccm destill. Wasser un ^^ an einen lauwarmen Ort, dessen Temperatur 30° C. nicht überschreitet. ^ ;ege einem Tage zeigen sich Zahl, Form und Gestalt der Körner unveränder j ^ ..^ sind nur etwas weicher geworden. Das Wasser erscheint dann nur wenl "pf e jfer. fast klar und farblos bei weissem Pfeffer, aber braun bei schwarzem «^ Das Filtrat wird durch Gerbsäure nur etwas dunkler, aber nicht violett »^.^g Baryumchlorid, Silbernitrat, Ferrichlorid, Bleiacetat erzeugen Trübungen g a „. flockiger Form, so dass eine gewisse Durchsichtigkeit der Flüssigkeitssa gV11 fanglieh verbleibt. Bei Gegenwart von KellerhalBfrflchten und Kokkeis ^ ^ erzeugt Bleiacetat eine die Durchsichtigkeit aufhebende Trübung. Verg • ■■ Piper. Prüfung. 999 Erkennung eines Fettgehaltes im Pfeffer. Gemahlener Pfeffer, mit ^t enthaltenden Stoffen verfälscht, wird leicht erkannt. Man darf ihn Or mit in einem Kölbchen mit Petroläther oder Aether Übergossen, bis zum eben des Aethers vorsichtig erwärmt, dann erkaltet in einen Verdrängungsau Segeben und hier auf dem Verdrängungswege extrahirt. Der Aether- m .^"8 binterliisst flüssiges oder starres Fett, je nach der Art der Verfälschung hal /? ttna ltigen Samen und Früchten. Kokkelskörner geben ein starres, Keller- ' Körner ein flüssiges Fett. lieh mkenuil ehl enthält zwei Fette, ein gelbes flüssiges, in Weingeist Iös- 0(i " es > und ein weisses starres, in Weingeist nicht lösliches. Wegen des festen r starren Fettes ist ein Erwärmen bis auf 30° C. erforderlich. w Haverirter Pfeffer, mit Seewasser getränkt gewesener, ist eine schlechte ,' aa >'e, welche nicht als eine gute Waare vorkauft werden darf. Mit destill. VV ass er Filtrat, welches mit Salpoter- macerirt riebt der haverirte Pfeiler ein ,> stark sauer gemacht durch Silbernitrat weisslich getrübt oder gefällt Die Trübung hebt die Durchsichtigkeit der Flüssigkeit vollständig auf. Mrd. 1000 Piper. Prüfung. Mikroskopische Verhältnisse des schwarzen und weissen Pfeffers- Beide Pfeffersorten bieten unter dem Mikroskope 1) rundliche, kugelige, auch eckige Oel- und Harzzellen. D er Gehalt der Oelzellen ist farblos» der der Harzzellen fast farblos, 2) formlose, meist vielkantige Zellen des Eiweisskörpers, ange- füllt mit homogenen Stärkekleistermassen (in Folge der Trocknung der geernteten Früchte durch künstliche Warane) oder Stärkemehlzellen. Letztere sind äusserst klein, rundlich oder vielkantig, einfach und zusammeng 13 ' setzt. Bei starker Vergrösserung lassen sie eine tiefe KeniW» lfl erkennen, 3) Steinzellen (aus der Fruchtsehale), 4) Spiralgefös se (aus der Frucbtachale), 5) Pipe»»' krystalle (selten und dann i" 1 wenige). , , Beim weissen Pfeffer wird man Steinzellen und Spiralgefiisse höchst selten antreffen, weil diese . ... ., . . Elemente des Gewebes nur V e ~ standtheile der Fruchtschale sind, welche beim weissen Pfeffer fehlt. I" de * mikroskopischen Bilde des weissen Pfeffers prävaliren jene Kleistermassen u» d die Stärkemehlzellen. Fig. 132. Pf Schwarzer Pfeffer, feines Pulver. 300-maHge Vergr. Undi J eizen » Hlrse sind S - 342 .^■■■■^^■■■■■k. b a , ^\ dieses Ergänzungs- ^ s bildlich vergegenwärtigt, ^^almmehl, Palmkern- d em > da s entölte, bietet unter derp« i k . rosko P ke!ne be son- ^Gebilde,^ durch welche sich felsciT VOn den and e r en Ver- «nter i gSmitleln dos Pfeffers kildJ. det Dic Körperchen b Ud, s 'cht f. n theils dunkle undurch- ähnli h' theiIs far l»lüse glas- äiese & Sc,lolle n. Wenn man achtel Ucturlo8en Massen beob- gelb. -, Und man "at eine erh a n cr rothbraune Asche getroff "' auch fettes Oel an- Gto Pn en ' so kann man die tnit fi ;l art , des Palmkernmehles Fig. 115. Entfettetes Palmkernmehl. 120-fnch« Vergr. S j he rhcit behaupten. ^^^^^^^^^^^^^^^^ Oej es le Unterscheidung der Tröpfchen ätherischen Oeles von denen des fetten w nter rlom iu;i.-v„ui„,™ n..v 0 ;«i,t man durch Nässen des Objects mit 90-proc. - __. _______ . Oeltröpfchen löst, die fetten Tröpfchen meist Im Pfefferobjcct sind dic ätherischen Oeltröpfchen gewöhnlich nur W e j n . cr dem Mikroskop erreicht man durch Nässen des Objects mit 90-proc ni(, H lg t Welcne r die ätherischen Oeltröpfchen löst inz u ^ m Pfefferobjcct sind dic ätherischen 0 ...... r _____ 0 _ eIt vorhanden, während bei Gegenwart eines fetten Oeles" die Tröpfchen 3'« sehr r dreien sind. 1 ul «e anticatarrhale« antiperio * oi ae Sknd ner. ßÄ ini a^furici « i :f ol !'tani Acidi hydroehloriol (25 0 /o) Aquae destillfttae ana^.O. .'Peris x ,aclici f m sri ana 5,0. ln PulZ^ 8 A \haeäe 1$ GHyc e ™ 8ub t>liorem redactis adde Allllllt) um»'»—-- /o/V11 Fiant pllnlae ducentae (200). D. ad vitrum. S Alle 3 Stunden 5 Pillen (den ersten Twr ' dann täglich 3—4-mal 5 Pillen boi Katarrhen dei Brustorgane mit periodi- gehem Charakter, z. B. starkem Husten 1004 Piper. — Pix. Steinkohlentheei - . beim Schlafengehen oder beim Aufstehen des Morgens, auch dienlich bei Ble- norrhoe der Harnwerkzeuge). (2) Pilulae antileucaemicae Mosler. i)c Piperini 5,0 Olei Eucalypti 10,0 Chinini muriatici 2,0 Cerae flavae 3,0. Misce. Piant pilulae centum et quinqua- (4) Pulvis tineifugus. Pulvis blatticidus. Bakth's Mottenpu lver ' jjc Caryophyllorum 50,0 Piperis nigri Ligni Quassiae ana 100,0. . !0 . In pulverem subtilissimum radacta rentur liquore parato ex Olei Cassiae cinnamomeae Olei Bergamottae ana 2,0 Camphorae 5,0 Aetheris 20,0. ^ fl { ginta (150). Detur ad vitrum. S. Alle 3—4 Stunden Postremum admisceantur pulvera» 4—5 Pillen (als Febrifugum). «rixta Ammoni carbonici dilapsi . (3) Pilulae Piperiui. Rhuomatis Iridis Flor, ana 20," 15t Piperini 2,0 Piperis nigri 5,0 Badicis Althaeae 0,5 Aquae 4,5 vel. q. s. M. Fiant pilulae centum (100). D. S. Täglich 3—4-mal 4—6 Pillen. (5) Unguentum piperaceuin. CazE HEU? 53 ' iverati 2 ' 0 Yf Piperis nigri subtilliäsirae pul Unguenti cerei 18,0. M. D. S. Salbe (bei Tinea favoä») Gichtspiritus des Dr. Blau (Langenberg bei Gera). Eine colirte Tmct. 9) circa 15g Pfeffer, 15g Kochsalz, 180g Weingeist, 50g Essig, 25g Kosmarinsp 25g Quendeispiritus (Preis 3 Mark). (Hager, Analyt.) ff r Zahnpillen von Schreyer & Co. in München. 2 Th. Kochsalz, 2 Th. pjUeo 1/2 Th. Zimmt, 1/2 Th. Nelken, 2 Th. Gummi Arabicum zu 5 Decigrm. schweren gemacht. 2 Stück = 0,5 Mark. (Wittstein, Analyt.) Pix. ird Benzol und Toluol für die Anilinfabrikation .... Wasäerhelle Oele, Toluol, Cumol Carbolsäure (kryst.) . . . Cressol etc. zur Desinfection . Naphtalin (reines) 0,2 24,C Als den arzneilich wirksamen Bestandtheil des Holztheers ^1 Naphtol angesehen. Man vergl. Ergänzungsb. 8. 741. Dass der auch Aethylalkohol enthält, ist von 0. Witt nachgewiesen worden. . Bestandtheile des Steinkohlenthcers. Nach Rütger's Angabe (P 0 ' Journ. 236, S. 45) werden aus 100kg Theer durchschnittlich gewonnen kg Anthracen (reines) . • • 0,8 kg Schweres Oel zur Holzimp 1 ' 8 0,6 kg nirung.....• 0,2 kg Steinkohlenpech zu Asph» 11 h ^\% 0,3kg und Briquettes . • • " ^U ..«..u vlC ui 00/ i .... 3,7kg Wasser, Verlust. . • ■ ' o0 neQ- Bei der Gasfabrikation werden als Nebenproduct 5 Proo. Theer ge Die oberschlesische Steinkohle soll den besseren Theer liefern. Die Bestandtheile und Destillationsproducte des Steinkohlentbeeri Dorvault in folgender Weise: ra ng' ivt Neutrale Stoffe: Benzol (80o), Parabenzol (98°), Tomen -^ Gytt iu fol 110 ' Tolnen oder ^ g \ (114^,"XyWn"oderXylol (126«), Cumen oder~CumoI (150»), Cymön ° e g r tyr0 l<$n, (175°), Naphtalin (212°), Paranaphtalin, Anthrac6n, Chrysön, P ^,' e (C» rb ,°' Naphtalinhydrür, Fluoren, Acenaphten. — Saure Stoffe: Ph 0 "?, vlsäu re % säure) oder Phenol (188°), Cressylsäure oder Cressol (203°), Ph'" iy itin (96 » Phlorol, Rosolsäure, Brunolsäure. — Alkalische Stoffe: Ammon, ^ e v Pix. Theei-kapseln. 1005 Jdm (115»), Pyrrol (133°), Picolin (134°), Lutidin (154»)), Collidin (170»), Lei i / 820) ' Parvolin ( 188 °)> Tolnidin (198»), Coridin (211»), Rubidin (230»), (274° ^ Leucolin oder Chinolin (239°), Viridin (251«), Lepidin (260»), Cryptidin siusTi D ' e be 'g esetzten Zahlen geben den Siedepunkt nach Graden des Cel- Ca n i lmometer8 an * Steinkohlentheer enthält kein Paraffin. Der Theer der 8om !! „K°hle soll nach Cai.vert die grösste Menge Carbolsäure ausgeben, er ist S tür Desinfeetionszwecke am geeignetsten. Im Uebrigen vergl. Handb. I, • 4 < und II, S. 708 und folgende. Tann ^' e Verwerthung des Steinkohlentheers hat Apoth. J. Nachtmann zu 1881*0 e ' ne i ntere s s ante Arbeit in der Rundschau f. d. Interessen der Pharm. p. 13 u - f- veröffentlicht, p or leen > ein letztes Destillationsproduct aus dem Braunkohlentheer, von der C j r el ^22H 14 , welches durch Auslaugung mit Cumol in weissen, blau fluores- Üit p® n Plättchen mit einem Schmelzpunkte bei circa 338 ° C. gewonnen wird. v 0n lrom säure und Eisessig liefert es ein ziegelrothes Chinon (Picechinon) (0 i) 6r ^ orm el C 2 2H 12 0.), in dunkel orangerothen Warzen krystallisirend. ' a }jKa, Ber. d. d. ehem. Ges. XIII, S. 1835.) "1(1 f. K ^ l!K l,nd Walter schieden das Picen aus Kalifornischem Petrol ab Q es yt*' 1311 se ' ne n Siedepunkt zwischen 518 und 520° liegend (Ber. d. d. ehem. ' ÄIV > 8. 175). fcw&h Be treff der Anwendung des Ilolztheers (Handb. II, S. 709) sind zu H 0 ij, t ] ,JiRKKl 'KY's antilicrpetic Capsales, jede mit 0,5 — 0,(5 gereinigtem (colirtem) v, ]j eer gefüllt. Die Anwendung bei Eczema und Psoriasis ist von gej e j . tßA besonders empfohlen worden. Die mit Seife, Sodalösung und Wasser Bor^ ' d-' VOn ^ en todtcn Krusten befreite Stelle der Haut wird mittelst eines Stu n[ i . Se ' s mit dem Holztheer mosserrückendick bestrichen. Nach zwei ^as k" 1St c ' er Ueberstrich eingetrocknet und bildet dann eine dichte Decke. 2 j C11 nende Gefühl schwindet allmählich mit dem Eintrocknen. Zeigt nach ^trefi' die vou (1or Theerdecke befreite Hautstolle noch Anormales, so ist das darb;J ( 7 en r m it dem Theer zu wiederholen, bis die Haut ein gesundes Aussehen bis ,„' „ Treten nach den Einpinselungen dyspeptische Zustände hervor, so ist bi 4 folgenden Einpinselung npinselungen dyspepti: ,1 — 2 Tage Ruhe, die Tteerdecke auch wohl 3 ettl l ) feh| age unDeruHr ' zu lassen. Die Anwendung gegen Scabies ist nicht zu "»er« en ' da bessere und bequemere Mittel zu Gebote stehen. Um Stomatitis ria lis zu verhüten, bepinselt man das Zahniloieh mit Holztheer. s hid rn -? S "' (!s du docteur Herby, welche Toussaint in den Handel bringt, 8e iner 7 • olz *beer gefüllt. Diese Capsules verwandelten sich in den Reclamen *eit in Sie si n f S "' es ( '° 8«ndrOB de Guvot, welche ebenfalls nur Holztheer enthalten. ^ 1W* Von der Grösse einer grossen Erbse und fassen in der Lcimhülle fast ° pfen Theer. ^etaliß] j ron "iire, KimmUm liygieniqnc, Tlicerdauipfcr ist eine Vorrichtung, eine kältet k' an weloher sich an zwei gegenüberstehenden Rändern rinnenformige eit >e Ji befi nden. Minen der letzteren füllt man mit Theer und giebt der Hatte in die Chr äge L age , so dass der Theer langsam in dünner Schicht über die Platte »der »^gegengesetzte Rinne abfliesst, also dabei eine langsame Verdunstung ei ne a ^ d «nstung des Theers stattfindet. Diese Vorrichtungen haben auch wohl *^C ■ abweip bende Einrichtung. Man stellt sie in dem Zimmer auf, in m Slc u Brustleidende aufhalten. 100G Pix. SHickenfirniss. Theerfirniss. Die ÜEMEAUx'sohe Steinkohlentheerseifc, die geeignetste Form, Stei kohlentheer äussorlich anzuwenden, ist bereits 8. 29, Handb. I, angegeben, der Vorschrift aber der Steinkohlentheer mit Oleum Lithanthracis bezeichnet. Anhydrischer Stiickenfiriiiss, Anstrichmasse für feuchte Wände, H° , etc. 200 Th. Schwarzpech, 50 Th. Fichtenharz, 20 Th. TotenkH^ und 50 Th. Schlämmkreide werden über Feuer innig gemischt. Diese J> u> wird geschmolzen aufgestrichen. Brennkitt für Gussstüoke. Gleiche Theile Schwarzpech und Harz . we T r-tt- geschmolzen und mit Eisenfeilspänen zu einer steifen Masse gemischt. Die 1 stelle wird damit angefüllt und mit einem glühenden Eisen eingedrückt und g strichen. Ind. Bl. XVII, S. 320. Das Carbonisiren des Thones, Gypses etc. besteht darin, dass man geformten Gegenstand mit flüssigem Steinkohlentheer durchtränkt und daBD Oefen soweit brennt, dass der Kohlenstoff des Theers nicht verbrennt. y a D wird der Gegenstand schön schwarz und politurfähig, auch für Flüssig minder durchdringlich. Theerfirniss, Holzh'rniss. The er wird auf 70 — 80° C. erhitzt und ^ gleichviel Portlandcement oder Romancement (hydraulischem K 8 ^ reJ j mischt. Die flüssige Masse ist ein der Fänlniss, Feuchtigkeit und den „«§) widerstehender Firniss, welcher nie brüchig wird. (Chem. Ztg. 1880, "• Massae optime agitatao affunde Aquae Kosae A(|iiae Foeniculi ana 1000,0 Aquae fontanae 5000,0. dien 1 Sepone per dies octo, pluries P p p er agitando, vase clauso, tum sep gtr e- dics duos, ut liquor sedimentet, r or j8 iraira decantha. Haec aqua sl* .g^db- minus ingrati quam Aqua Pi cl f;„,orb o9 (1) Aqua Picis Henrotte. tf Picis liquidae 300,0 Natri carbonici crystallisati 250,0 Aquae pluvialis 950,0. Hacera per horas duas, tum per horae quadrantem coque inter agitationem. Liquor! fri'viilo admisee Aquae pluvialis 0500,0 _ et sepone per aliquot dies, interdum agitando, postremum filtra. (2) Aqua Picis concentrata Magnes-Lahens. Vf Picis liquidae pulvereae 30,0 Aquae calidae 1000,0. Misce. Post refrigerationem filtra. D. S. Zum äusscrlichen Gebrauch. (Dieaos Wasser soll 6 g Theerextract im Liter enthalten). (3) Yinum Picis Magnes-Laiiens. r- Picis liquidae pulvereae 20,0 Vini Hispanicl optimi 1000,0. Misce, sepone interdum agitando per diem unum, tum filtra. D. S. Ein Liqueurglas voll zu trinken. (4) Aqua Picis correeta. I. Verbessertes Theerwasser. Elatine. vif Ligni Guajaci raspati 300,0 Picis ligni liquidae lotae 200,0. Mixtis affunde II, pag. 709). Est diaphoreticumi^ cutis, cystocataiTlium etc. sedan■ • .'niort in ,1 Dieses Theerwasser wird in Ita J e ,„ N>' d(im südlichen Frankreich unter .^ert- men Elatine in den Apotheken g^gi»- Es ist also nicht mit der Elatine o« lB . terina Handb. I, S. 1015, zu verW 1 - II. Abietine (PaeiSEl). r? Strobilorum Pini 10,0 Picis liquidae Olibani contusi ana 100,0 Baisami Tolutani Kesinae Pini ana 50,0 Baccarum Juniperi 800,0 Aquae q. s. „„»m d ' Tost macerationem per nocieu stillent 15000,0. „ ,„ ^cs Tl) ee ,, Dies Präparat soll ein Ersatz ^^ naam-a a«in und in Italien Vie 1 & wassors sein und in Italien werden. (5) Bacilln Picis liquidae oplit» jBli«» Leglas. Aquae fervidae 1000,0. R- Picis liquidae Pix. 1007 Vaselinao ana 2,5 W Cilca0 10 '°- redi re mixta in formam baclllariam ( ) Balneum piceum Magnes-Lahens. Theerbad. D ,? lc i 8 liquidae pulvereae 500,0. • ,la ollam. • «i einem Bade mit 300 Litern Wasser. (7) Candolac piceatne. Theercandelen. Theerkerzen. ^ci? liquidae 100,0 jvaii nitrici pulveratl 80,0 wdicis Althaeae grosso modo pulve- ut fi r f ae 150 '° veI 1- 8 - (in„ ma ssa depsitieia, ex qua candelae "»«entne (200) formentur. ata Plasma picenm Magnes-Lahens. R Tlioonimschlag. p'jnjinis Lini pulverati / Cl s liquidae pulvereae ana 100,0 M. f Aq i ,mo calidae q. s. • massa pultiformis mollis. ( ) CereTlsla Picis Magnes-Lahens. c ,cls liquidae pulvereae 20,0 *i»ta ao e l!! lae Bavarioae 200,0. tan ( i n '! 0no P 01 ' l1i< ' 1 " unum saepius agl- (i.' tn >n cola. Colaturae admisco isiao Bavarioae 1800,0. V "'l zu t . ,8li°h mehrmals ein Weinglas winken. Pocole piceum Magnes-Lahens. '"'' piceum. Collier de goudron. % Theerhalsband. J0cm Xti i ^««sypini Hfit.,,r '■ f?1 et 10cm la ,„ u> /' mos 8 utura junge 1.. ich eas Margines «li u , ln »'» sutura junge, nt fi pj". r epleas ut fi!?! 8 ßquidae pulvereae q. s. ,lt «ter formae focalis, > '»azeolum Bümn-Dübuisson. \ T . Gazeol. Ac q R U ^ ri . 8 Ammoni caustioi 100,0 & m ","l".n 1,0 Ben'^olioi crudl gaphälf impuri ; '" ;I 3.0 ' ll . ln ae impurae 1,0 ^'Hianthracis 20,0. 'JW,'i, 1( |o"' ( )'' a por aliquot dies, saepius 'ttnde ' liquorem a scdimento de- Sit liquor turbidus vel lacteus. D. S. Auf Teller aufgegossen um den Kranken aufzustellen (bei Keuchhusten und kranken Athmunffsorganen). Bei Zusammensoi zung dieser Flüssigkeit ist es wesentlich, die unreinen Substanzen, wie sie bei der Darstellung des Leuchtgases und der Theerproducte gewonnen werden, zu verwenden. Auch der Salmiakgeist ist der unreine, noch farbige aus den Gasfabriken. Irrthiimlich giebt Dorvault in seiner L'Offioine einen 20- proc. an. Aus den Glasfabriken, welche Aetzkalk zur Reinigung des Leuchtgases anwenden, ist der hierzu nöthige Salmiakgeist zu erlangen. Bezugsquellen sind Pharmacie Ganivet ä Lyon und Pharmacie de la Fcuillade 7, a Paris, wo auch die Gebrauchsanweisung: Traitement des ma- ladies des voies respiratoires par l'inha- lation des emanations des epurateurs du Gas d'eclairage etc. zu erlangen ist. (Pharm. Centralh. 1865. S. 333 und 1866, S. 359.) (12) Goudron glycerinö. i. q. Pix liquida glycerinata, Handb. IL S. 713. (13) Liquor deslnfectorins Süvern. SüvERN'sche Desinfectionsflüssigkeit. Vf Calcariae ustae hydratae 100,0 Picis Lithantiiracis 100,0—150,0. Mixtis adde Magnesit chlorati crudi 40,0 subita in Aquae fontanae 250,0. (14) Liquor Picis alkalinus Btjckley. fy Picis liquidae 15,0 Kali caustioi 7,5 Aquae destillatae 40,0. Mixta digcre per horam unam, tum post refrigerationem filtra. Colaturae sint 50,0. D. 8. Zum äusserlichen Gebrauch (mit Wasser verdünnt). (15) Mixtura desinfectoria Cokne et Demeaux. Melange desinficient de Cobns ot Demeaux. Vf Picis Lithanthraois 10,0 Gypsi pulverati 200,0. l f) C °'s Zum Bestreuen der Wunden. Diese Mischung ist von der auf & 28, Bd I des Handbuches (sub 8) erwähnten Pulver (Pulvis desinfectonus Cokne et Dembaux) verschieden, \\ elches letztere in flüssigen Mitteln Anwendung findet. 1008 Pk. (16) Pix liquidn pulverea Maones- Lahens. Coaltar pulverulent de Magnes-Lahens IV Picis Iiquidae 50,0 Carbonis ligni subtilissime pulvevati 100,0. Misce, ut fiat massa pulvere«. Diene Masse dient als Räuchersubstanz. Man kann auch eine Priese davon in etwas Baumwolle einschlagen, in eine Ciga- rette schieben und rauchen, ferner auf Wunden oder auf Verbandmaterial streuen etc. (17) Steatinum piceatum Mielok. Vf Picis Iiquidae 12,0 Sebi ovilli 100,0. Digere interdum agitando per diem unum, tum per linteum laxum funde vel ad sedimentationem sepone et decantha. Colaturae sint 100,0. Aequali modo parontur: (18) Steatinum cum Oleo cadino, Stea. tinum cum Oleo Rusci. (19) Steatinum piceatum fortiun Mielck paretur e Picis Iiquidae Cerae flavae ana 12,5 Sebi ovilli 50,0 modo quo Steatinum piceatum. (20) Syrupus Picis Maöneb-Laheks, Vf Aquae Picis concentratae 60,0 Sacehari albi 100,0. L. a. fiat syrupus. Ein Esslöffel voll enthält 0,05—0,06 Theerextract. (21) Trugematia picea Maghes-Lahens. Tragemata piceata. Theer-Drageen, IV Picia Iiquidae colatae 50,0 Gummi Arabici pulverati 12,0 Glyccrinae 5,0 Aquae Picis concentratae 18,0. Contcrendo emulsa commisce cum Radicis Althaeae pulveratae 90,0 ut tiat massa, ex qua formentur pilulae 1000, quae desiccatae saccharo obdu- cantur. (22)Uitguentum auticaustienm Neynabeb. Brand- und Ileilsalbe. IV Picis nigrae 10,0 (100,0) Cerae Bavae 25,0 (250,0) Olei Olivac viridis 70,0 (700,0). Liquando misceantur et per linteum f" 9 usque ad refrigerationem agitentur. D. S. Heilsalbo auf Brand- und Schnittwunden. (Diese Salbe soll ein die Heilung schnell herbeiführendes Mittel sei . Jedenfalls ist sie besser als die UDl«" Bleisalbe.) (23) Unguentum antiherpeticuni. Bartflechtensalbe. IV Olei Lithanthracis rectincati 3,0 Krcosoti veri fagei 1,0 Cretae praeparatae 10,0 (Jerae albae 2,0. Lenioro calore mixtis adde Unguenti lonientis 50,0. „ 0 D. S. Täglich dünn mit der Sal» e bereiben. (24) Unguentum antipsoricum PeST2W PioNTzraN'sche Krätzsalbe. IV Picis Iiquidae 1( . q Kali carbonici depurati ana iu» Aquae destillatae 2,0 (guttas *>)• Optime contritis immisce Butyri salsi veteris 25,0. (25) Unguentum cnesmopaustieni" hospitii St. Louis. IV Picis liquida 10,0 Adipis suilli 40,0 Tincturae Opii simplicis 2,0. M. f. unguentum. . p „ nr jgo). D. S. Zum Einreiben (bei l" 1 "" (26) Unguentum piceatum M<" lHl " Mooke's Theersalbe. IV Adipis suilli (vel Vaaelinae ve molinae) 30, o Cerae Ilavae 10,0 Picis Iiquidae colatae 40,0. ^ dl 9 ' Leid calore agitando misceantur. 0Tlt g\te- pensatlonem massa ungumosa v a gre«» tur, ut Stratum exterius n»»» 3 ti* 0 contingens et proindo nigre» 0 interiori imniisceatur. (27) Vinum piceatum. Vinum Picis Iiquidae. i nec iv Pieis Iiquidae lotae 100,0 Magnesiae subearbonicae «"« Mixtis affunde Vini Bispanici 2000,0. ,, u0 tlK> f Inter agitationein macera per il ' Ligce tum filtra. Liquor! iiltrato m Vini Bispanici q. s., ut 4000,0 expleantur. Co9' •lA Pix. — Platinum. 1009 kohle!?tti infe ^ IISI,ulTer ' Dr - Petm 's (Berlin), besteht aus ungefähr 1 Th. Steinentheer, 60 Th. Torfgrus, 40 Th. Steinkohlengrus, Sand etc. (Sohürmann, Analyt.) enthält Seifen- und se. Vergl. Kam f o*". nn< * Rheumatismus-Einreibung, Moessinger's , enthält S JJoÜil "Spiritus, Teipenthinöl und Spanischpfeffertinctur. (Frühere Analy atD ^- II, S. 715.) (Hager, Analyt.) Oel j c,lt " nnd Rheumatismus- Pflaster, Moessingek's, besteht aus Harz, Wachs, PfloJ! Pech. Das Oel ist wahrscheinlich mit Spanischem Pfeffer aufgekocht. *" *- n astm. ,...1. _-■„,, fcr A „„„ A_.l_i.\ Das ast er ist weich. (Hager, Analyt".) ^^^^^^^^^^^^ - o Y ? p i emin ' om aofMr. W. Clark, memberof the royal College, veterinary surgeon., l8ub 32) zu 232 Ovf i -----"""■ »' »"■ » . vuahü, ujBuiucr ui nie royai conege, veterinary surgeon., f D „^«ord-street, London W., scheint die Hufsalbe Braut Clark's, Handb.il, 714 1 Hfiin ft eer "Ijnerstall.Räucherwerk, Fumigator for hen-coops, besteht aus Steinkohlen- Vvird in Nord-Amerika gebraucht. (Henry B. Parsons, Analyt.) Vo n jpj Uns ^ k iehn zum Feueranzünden. Steinkohlentheer, Fichtenharz, schwarzes Pech, *'iachs 100 ° r ''''' wer< I en zusammengeschmolzen und dann mit soviel Sägespänen, entsteht 1111 ^ Hanfabfall oder Getreidespreu gemischt, dass eine erkaltet harte Masse ent - Man giebt derselben die Form breiter Stäbchen. " e Nn ^ e S^dron de Uorwege ist ein Syrupus Picis liquidae. Unter goudron °rwege versteht der Franzose unseren flüssigen Holztheer. Platinum. das s ion! ichkeit des Platins in Schwefelsäure. Schetjrek-Kestner fand (1876), eirj ei . Jn r S einer st ic k oxydfreien 93—94-proc. Säure lg, einer 98-proc 6—7g, •öst. Der 30-proe. Säure 9 g Platin lösen und eine stickoxydhaltige noch mehr Platin -»or w '" e kegirung des Platins mit Iridium ist zwar spröder als Platin, wird gefä gg ^" lger gelöst. Während im Verlaufe von 8 Wochen die Säure vom Platin- Hu r u 9 >66g gelöst hatte, war das 33,3 Proe. Iridium enthaltende Platingefäss 0,88 Proc. leichter geworden, hat Dj^ir scnme lzende Alkalicarbonatc die Platintiegel angreifen und corrodiren, in t[ er ^°nikck (Ztschr. f. analyt. Ch., Bd. 18 S. 569) beobachtet. Es muss also D .^ ySe (lav:,u f Rücksicht genommen werden. hält f **. B ' US8 beschlag am Platintiegel, in der Reductionsflamme entstanden, ent- ftll >3enl 5 ° Pr ° C " Platin ' Wie RfiM0NT ( Chem - Centralbl. 1881, S. 440) ge- ge Sc j. ' e Th. Willm fand, zeigt sich das durch Zink in feiner Zertheilung aus- S. iiQo ene Platinmetall in Salpetersäure löslich (Ber. d. d. ehem. G. XIII, ia8 -1204).. ; ™K^^^^^^^^^^^^^MS^S" Als R, liegt *• ea Kens auf kleine Platinmengen, wenn das Metall als Chlorid vor- lögij' lent nac h Field Kaliumjodid, welches damit eine rothe, bei concentrirter p lati n S e ' ne sehr dunl ^.^thaltender Löi ein e sehr dunkele, fast schwarze Färbung hervorbringt, mithaltender Lösung entsteht eine rosafarbene Reaction. Bei 0,0001 dem j! ne Methode der Bestimmung des Platins und Chlors nebeneinander, In- e(v.(ii 1(1 ' e , Verbindung mit frisch bereitetem Natriumäthylat übergössen und an- Chlo r im Verlirennungsrückstando Platin metallisch nebst Kohle und das Xly - chim. de Paris 1877 S. 241), dass das auf nassem Wege ieeefl Pla «nsulfid in den Schwefelalkalien gewöhnlich unlöslich ist dass da- < ne - aS Sulfid > entstehend durch laugsames Eintropfen einer Platmchlorid- U K in «:_ r,\ ...._.. . °. . ___ i«„i:,.1t Tot phpnan Hon ;„ j„ r B g m eine Schw^feTalkalilösung" in "letzterer löslich ist, »Her, p ll;l °> ""m. Praxis. Snppl. ebenso das 64 111 ■H^SS ■ : ;--..: i : 1010 Platinum. Rothgluth in Schwefelalkali erzeugte Sulfid. Platinsulfid ist ferner löslich '» Polysulfiden der Alkalimetalle, wenn letztere andere Metallsulfide (Sulfide des Antimons, Arsens, Goldes, Zinnes etc.) in Lösung halten. Platinsulfid neben Meta Sulfiden, welche nicht in Einfach-Schwefelammonium löslich sind, ist auch nie löslich in demselben, dagegen löslich in Dreifach-Schwefelammonium. Pkw 0 salze sind in Platinisalze umzusetzen, ehe man sie in Sulfide verwandelt, ^_ das Piatinosulfid je nach Umständen löslich und nicht löslich in Schwefelalka i ist. Platinisulfid gleicht sehr dem Mercurisulfid und ist nicht in verdünn Salpetersäure löslich. Beide Sulfide können durch Erhitzen geschieden wer" "> indem das Platinisulfid nicht sublimirt, wohl aber das Mercurisulfid. ■J Platinnm bichloratnm. Ueber die Darstellung des Platinichlorids f» r * lytiscbo Zwecke, besonders zur Bestimmung des Kalis findet sich von H. P ß ^. , g in der Zeitschr. f. analyt. Ch., 18. Jahrg. (1879), S. 509 u. f. eine a usführ ,^ er Arbeit, sowie auch eine Gehaltstabelle der Platinichloridlösungen, aus * e hier folgende Stellen einen Platz erhalten: Platini- chlorid 1 Proc. 5 ,, 10 „ 15 „ spec. Gewicht 1,009 1,046 1,097 1,153 Pliitini- cblorld 20 Proc. 25 „ 30 „ 35 „ spec. Gewicht 1,214 1,285 1,362 1,450 Platinl- chlorid 40 Proc. 45 „ 46 47 11 11 spec. Gewicht 1,546 1,666 1,688 1,712 Plntini- chlorid 48 Proc. 49 „ 50 „ 51 „ spec- Gewic flt 1,736 1,760 1,785 1,810 dni-c 1 » Tinte oder Druckfarbe, welche unverbrennliche Schriftzüge o3er .^j Feuer nicht zerstörbaren Druck auf Asbestpapier ermöglichen, enthalten chlorid neben Metallglasurfarben. foe- Um eine Platinichloridlösung von einer Aurichloridhisung _ jj j. c j, freien, darf man sie nur mit Aether, welcher letzteres Chlorid haupts aufnimmt, wiederholt ausschütteln (Gintl). Platinum praecipitatiim nigrnin. Ein ausserordentlich wirksames Platmsc ^ z. B. behufs Gewinnung von Essigsäure aus Weingeist, desgleichen 2 ^ er hält von (£»' Zündung von Leuchtgas unter Vermittelung von Schiesswolle u. s. w. nach Run. Boettger auf folgende Weise: Man fügt zu einer ^ u , U e g^ Platinichlorid eine hinreichende kleine Menge des sogenannten Seignettesa ^. liumnatriumtartrat) und bringt das Ganze zum Sieden. Unter stürrnisc ^ ßi Wickelung von Kohlensäure scheidet sich dabei in wenigen Augenblic ^ aSge r Platin als Platinschwarz ab, welches man auf einem Papierfilter nu auswäscht und schliesslich bei gewöhnlicher Temperatur trocknet. n a b, Scheidet man Platin aus seiner Lösung durch reducironde Subs < j etz tei" eI J so verwende man nur Alkalicarbonat, nicht kaustisches Alkali, weil in» ^di Falle dem ausscheidenden schwarzen Platinpulver stets kloine Meng |j waS cb.eU- anhängen. Zu seiner Reinigung ist es mit Salzsäure und Wasser gut au3 ^.. rt s in d Platin und die mit ihm verwandten Metalle mit Quecksilber ij ?g ;| bc r schwer davon vollständig zu trennen, selbst bei Rothgluth wird noch W, zurückgehalten (Th. Wii-lm, Ber. d. d. ch. Ges. XIII, S. 1198)- ^augiu» 1 ' Das Atomgewicht des Platins fand K. Seubert zu 194,46 ( dissertation, Tübingen 1881). tf$a^ Platin-Amalgame für den Gebrauch der Zahnärzte, wie sie ^.^ilte» vorkommen, sollen, wie Dr. G. Janecek in einer Wiener med. *tg.^ ^ g ginn nicht eine Spur Platin enthalten. Er fand zwei Amalgame, bestehen 8,5 u. 51,7, Silber 75,3 u. 34,3 und Quecksilber 16,2 u. 13,9 lr° c - Platinum. — Plumbum. 1011 Eisen zu platiniren. Nach dem Engl. Patent J. H. Johnson's wird dem Eisen a " s B1 ei und Kupfer bestehender üeberzug gegeben und auf diesen bringt n dann das Platin. Für den ersten üeberzug nimmt man ein aus 44 Theilen m jt S ?p rem B { ei und 9 Tn - Kupferoxyd zusammengesetztes Gemenge, rührt es so h , erf,entüni01 zu einem Breie an, trägt mit feiner Bürste auf und erhitzt den reit t ■ " Ge S enstan d- Die Platinircomposition wird in folgender Weise be- ano , 10 Th. Platin werden in Chlorid verwandelt, dieses mit 5 Th. Aether ß« ? rt lm ^ an der Luft stehen gelassen, bis der Aether verdampft ist. Der Lav "5 wird mit einem aus 20 Th. Bleiborat, 11 Th. Mennige und etwas AmTi Ö * bestehenden Bre,e vermengt und dem Gemenge schliesslich 50 Th. äen a • °' zu & esetztl In diese Composition taucht man nun die zu platiniren- Artikel, lässt an der Luft trocknen etc. Meli il ^' a ^ n ' run s des Ei s e ns, Zinnes, Weissbleches und Messings, Abu C ' e "ager in seinem Laboratorium häufig ausführte und welche nach etwaiger •Bit, Uns leicht restituirt werden kann, besteht darin, Platinichlorid (1 Th.) mit W • * e * Wasser zn ubergiessen, mit Salzsäure schwach sauer zu machen, dann (bis llge ' s * (circa 20 Th.) zu mischen, die Mischung auf 3 / i ihres Volumens (60 * ,f * ^ fl .) einzudampfen und nun mit einem vielfachen Volumen Aether lösuiT • ^'^ zu ver ^ ünnen - Mit dieser Flüssigkeit oder einer Platinichlorid- Slän m ^'"geist und Aether wird ein leinenes Läppchen getränkt und das eir Ca e °^ e °& or reingeputzte Metall kräftig berieben. Das Metallstück wird auf t>l at - „~ C. erwärmt und dann mit Wolle oder Leinen gerieben, damit der äi e q erzn g Glanz erhält. Der Platinüberzug, welcher stahlgrau ist, schützt d(i n , eia thschaften vor Rost und Oxydation und macht sie vor Einwirkung ver- cr Säuren und der Alkalien sicher. u eber die verschiedenen Methoden der Platinirung vergl. Handb. II, S. 721. Plumbum. leiten r ° f ' A " Wagner (München), welcher die Einwirkungen verschiedener Flüssig- Ble^ 1 Un Kalkwasser und Salmiak waren im Stande, merkliche Mengen Blei n ür g 8un g überzuführen, es lösten aber Magnesiumchlorid und destill. Wasser tti e t all PUrcn ; Kaliumsulfat, Natriumcarbonat, Salpeter und Chloride der Alkali- *'rkt ° ntcn gar kein Blei auflösen. Bei Zutritt von Kohlensäure und Luft chl 0r ; f] am stärksten Magnesiumchlorid, dann Salpeter und Kaliumchlorid, Natrium- ^irkn * eni & er destill. Wasser und Salmiak, Kaliumsulfat blieb gleichfalls_ohne a U en \ auf Blei > w °bei auch keine Spur von Blei gelöst wurde, wahrend von ^ngen n Lö8 »« dieser Säure in dicht geschlossenen Bleigefössen gefa irl.ch ist^ndem *• IW* Gefasse aufgetrieben und dann zersprengt werden. James Napieb, ATl °ck. Chem. News 42. S. 314-816; Chem. Centralbl. 1881, S. 89.) fi4* 1012 Plumbum. Bleivergiftung. Wie J. Napiek (Chem. News XLII, S. 314) fand, ist Blei, welches 0,3 -~°> 5 Pioc. fremde Metalle enthält, gegen concentrirte Schwefelsäure widerstandsfähig 6 als reines Blei. Bleirauch im Hüttenrauch enthält, wie French (Chem. Ccntralbl. 1881» 8. 157) nachwies, das Blei in grössten Mengen als Carbonat und Sulfid und J nach der Art des Erzes Silber, Spuren Eisen, Gold, Platin und Iridium, f erne Thonerde, Kalkerde, Arsenigsäure, Antimonoxyd, Zinnoxyd, Wismüthoxy » anhydrische Schwefelsäure etc. Cement, Mörtel wirken auf Blei corrodirend und können BleiröW e mit nicht dicker Wandung in diesem Materiale der Zerstörung entgegengehe • Entweder ist das Blei zu platiniren oder, was das Beste ist, mit einer starK Gypsschicht zu umgeben. Im Gyps ist der Bleifrass unmöglich. Vergiftung. Bleiverbindungen als Medicamente. Blei ist eines je"® Metalle, welche sich dem thierischen Körper feindlich erweisen, weil es im ^ ä der Säfte im Organismus Gelegenheit findet, in Wasser unlösliche oder seh lösliche Salze zu bilden, welche die mikroskopisch-kleinen Canäle verstopfen un a Zellenwände so bedecken, dass auch Osmose unmöglich wird. Die Beseitig » dieser Hindernisse der Circulation der Säfte erfordert eine lange Zeit, so die daraus erfolgenden Leiden oft erst nach Jahren schwinden. Dass selbs äusserliche Anwendung von Bleiwasser, Bleisalbe, Bleiliniment im geringe» .^ fange Intoxicationen zu Wege bringt, beobachtet derjenige, welcher sie _ dieser Hinsicht besonders bemüht. Die Intoxicationserscheinungen treten n ^ sofort ein, bei manchen Personen nach dem äusserlichen Gebrauch erst 5-~8-" Tage später und gewöhnlich im geringeren Maasse, so dass sie nie als "J.g. toxicationen erkannt werden. Es wäre eine der schönsten Aufgaben ^ er ,.. 9e o rapie, die Bleimittel durch andere nicht giftige Mittel zu ersetzen und ^ Arzneirest aus der alehymistischen Schule als das zu bezeichnen, was er .j lieh ist. Dass die Bleimittel entbehrt werden können, unterliegt keinem ^ (Hager). r us8 e8 Ueber Bleivergiftungen mit epidemischem Charakter in Folge des « .j e „ von Brot aus Mehl von Mühlen, in welchen die Mahlsteinlücken durch Au j, mit Blei beseitigt waren, finden sich Angaben in französischen Zeitungen i jg 8 in den Ind. Bltt. 1877, S. 282. Eine tödtlich endende Bleivergiftung »> ^ einer Flintenkugel im Organismus ist im Edinburgh medical Journal - '-g^ge, S. 897 erwähnt. Bleivergiftungen in Folge des Genusses von Rochefoi - ^ welcher in bleihaltiges .Stanniol eingehüllt war, ferner in Folge des Gen'iss ^ durch Bleiröhren geleitetem Wasser, und noch andere Bleivergiftungsfa^ 6 j^rg- Erwähnung im Jahresbericht über die Fortschritte der Pharm, etc. J «• ^ e j c lie S. 534—536. Die hier gleichzeitig gemeldete Vergiftung von Kindern, ^ in mit Bleifarben bemalten Wagen schliefen, muss in das Reich der Fa v0lJ wiesen werden; ob dies auch mit der Bleivergiftung in Folge des Gebrauc ^ii) gelben Zündlunten zum Anstecken der Tabakspfeife geschehen müsste, B>*B p ft s« gestellt sein (ph. Contralh. 1881, S. 230, med. Wochensch. 1881, Nr. W> ^s- nach dem Verschlucken von metallischem Blei eine Vergiftung mit letw« ^^ gange erfolgen kann, hat die Erfahrung bestätigt. Bleivergiftungen durc i^ g pli { bleihaltigen Bieres sind in England vorgekommen, ferner in Folge t " e { )r . aU gger-^' Mennige gefärbter Oblaten und bleihaltiger Haarfärbemittel. Eine 1?le,1 ^ e jeetion in die Vagina bewirkte eine Vergiftung mit tödtlichem Ausga "? eg ' 0P Zeichen der Bleivergiftung sind ein grauer oder livider Saum 0ufl£ e ' fieisches (kommt auch bei Mercurialvcrgiftung vor), Anschwellung g r »tt- Anschwellung des Unterkiefers, Stuhlverstopfung, Apetitlosigkeit, K° u gelbe Hautfarbe, Schlaflosigkeit, Kopfschmerz, Lähmungen etc. Pluinbum. Bleivergiftung. 1013 Der viertägige äusserliclie Gebrauch der Bleisalbe, des Bleiwassers kann bei anchen Personen eine Bleiintoxication herbeiführen. Diese wird wohl nur selten des TM U - t '- WeiI Sie nicllt alsbaId ' sondern erst 5 ~ 10 Ta S e nach dem Gebrauch hin 1 m!ttels wahrnehmbar wird. In einem Falle hatte eine Frau 8 Tage na l^lf 1 a " f ein0 Wunde über dem Knöchel Bleisalbe angewendet. Sechs Tage ein 1 Sistiren des Gebrauchs der Bleisalbe trat Anschwellung der Kiefern Fia l- 88 Z . amiflcisc]i zeigte einen lividen Saum und die sonst geistig kräftige 8 of U f i e ' nige Tage nicnt nur an Gcdächtnissschwächc, auch konnte sie nicht Q a ?' das fassen, was ihr gesagt oder erzählt wurde. Durch Gebrauch schwacher e " Fe rrojodids schwand dieser Zustand im Verlaufe von 4 Tagen (Hageb). Gall . ÜSCIIAT traf nacü dem Eingeben von Bleiacetatpillen sowohl in der »cute' « 1G aUcl1 in Leber und Darmtractus Blei an. In einem Falle eines sub- der T , turmsmus ? welcher letal verlief, fand Potain im Gehirn 0,006 und in Hai- °>°36g Blei. Annuschat konnte bei Bleivergiftungen kein Blei im e antreffen, sofort aber, wenn Kaliumjodid innerlich zur Anwendung kam. Pfl E Loos constatirte den Uebergang des Bleies aus bleihaltiger Erde in die Sifti Zen ' ' n das Gemüse, un d io Folge des Genusses dieses Gemüses Bleiver- (j a| n S- Kuben von ca. 650g Gewicht enthielten 0,01g und 0,0136g Blei. Qr j^- üb. d. Fortsein-, d. Pharm, etc. XII [1877] S. 536.) H 4ll er die Wirkungen des Bleies im thierischen Organismus veröffentlichte in j T ^ CK eine Arbeit im Arch. f. experiment. Path. etc. IX, S. 152, im Auszuge m - Neuigk. 1879, Nr. 2. fühj. eac htung verdienen 0. Rknnekt's Wahrnehmungen, welche zu dem Schlüsse Soja ' . 8 s ' c ^ die chronische Bleivergiftung hereditär zu zeigen vermag, be- konunj. le ybei der an der chronischen Bleivergiftung leidende Vater in Betracht e 'gentl' ^^ 6 Binder zeigen schon bei der Geburt oder bald nach derselben eine ber a f " lmlic . ue grössere Form des Kopfes. In Folge des Vorspringens der Tu- tali s t . r 1 ° ntalia und parietalia ist der Kopf mehr eckig. Der Diameter biparie- st ärk er - 6I ? eigt den Diameter bitemporalis, der Schädel wächst verhältnissmässig v 0l>ie °der schneller. Sonst wachsen die Kinder normal, nur zeigt sich eine C 0ntl ! J^dc Disposition zu krampfartigen Erkrankungen (klonischen und tonischen 8t erl) e onen der Rumpf- und Extremitäten-Musculatur). Von diesen Kindern Nem^, 1 50 Proc. frühzeitig (Centralbl. für Gynäkologie 1881, 6. August; Med. **• 1881, S. 285). etB Pfoh] S ■ Pr °P n y la cticum gegen Bleivergiftungen hat man Schwefelsäure-Limonaden Btn re 1 e "» z - B. eine Mischung aus 20 g Glaubersalz, 2 g verdünnter Schwefel latl &end Zucker und 1—2 Liter Wasser. Die in die Verdauungswege ge- feitjj • en , Bleipartikel werden dadurch unschädlich gemacht, aber nicht die be- die Circulation der Säfte eingetretenen. a kön ne ° n Kaynek wurde constatirt, dass Bleivergiftung akute Manie erzeugen täu Sc ^ Wc khe mit gemeiner Paralyse viel Aehnliches habe, dass sich Sinnes- ^0^^ ngcu > besonders Gesichtstäuschungen und Geistesstörungen einstellen können. ode r i; v S ? K un d Savage beobachteten ausser der Bleilinie am Zahnfleisch (grauer 2un ge {. r Zahnfleischrand in wechselnden Combinationen) Tremores an Hand, 8c Wä ch Ppen > auch Konvulsionen, Amaurosis neben acuter Manie oder Ristes ö>oi P ' e - Aktins beobachtete ebenfalls neben grosser Muskelschwäche Md Ire- SdJJ?" Zu stand von Depression und Geistesschwäche, besonders Gedacht- ac «e (Med. Neuigk. 1880, S. 367). ^nSi 1 "! 8 Und A " a 'yse (Handb. II, S. 724). Cameiion empfiehlt die Be- Dnfi Bleies in seinen Lösungen als Jodat. UlUc1 ' Jodsäure oder durch alkalische Jodate wird namheh das Blei aus 1014 Plumbum. Blei-Bestimmung. seinen Lösungen weit vollständiger gefällt als durch Schwefelsäure, selbst wen» man in letzterem Falle Weingeist hinzusetzt. Das abgeschiedene Bleijodat wir getrocknet und gewogen. Sein Gewicht mit 0,37164 multiplicirt ergiebt die Menge des darin vertretenen Bleimetalls. Das Verfahren lässt sich aber aue volumetrisch ausführen. Man stellt eine Normallösung eines löslichen Jodate her und setzt dieselbe in überschüssiger Menge der Bleilösung hinzu; dann wir' filtrirt und ausgewaschen und im Filtrate die überschüssige Jodsäure durch Sa säure und Unterschwefligsäure bestimmt. Da es fast unmöglich ist, reine J° säure oder reines Kaliumjodat zu erlangen, so muss man die Normallösung »" telst einer Lösung von salpetersaurem Blei herstellen. Wegen der g er ' D ^j' Löslichkeit des Bleijodates in Chloriden, Jodiden und Bromiden der Alkalimet* dürfen diese in der Lösung nicht gegenwärtig sein. Salzsäure wirkt auf B' e jodat rasch zersetzend ein. t Um in Glas, Emaillen, Glasuren Blei zu erkennen, soll man sie nac \^ t h. Müller (Chem. Centralbl. 1880, S. 719) im Gasgebläse oder vor dem Lot - röhre behandeln, indem bei Gegenwart von Blei eine Schwärzung eintritt. Zur maassanalytischen Bestimmung des Bleies bedient sich W. . , ... (Zeitschr. f. analyt. Chemie XIX, S. 306 u. f.) einer i/ 20 -Normal - Kaliumdic»^ matlösung (7,38g im Liter), von welcher leem 0,01035g Blei entspricht, zum Zurücktitriren einer Natriumhyposulfitlösung (4—5g im Liter), welche tere auf den Titer der ersteren Lösung gestellt ist. Dieses erreicht er i» gender Weise. Er giebt 20ccm der Kaliumdichromatlösnng in einen K° 1 verdünnt mit 300cem Wasser und 20 —25ccm 33,3-proc. Schwefelsäure, erhitzt zum Aufkochen. Der kochendheissen Flüssigkeit lässt er von der ^ triumhyposulfitlösung zufliessen, mitunter die Flüssigkeit aufkochen lassend; völlige Farblosigkeit eintritt. Die Farblosigkeit wird leicht erkannt, wenn t Glaskolben auf weisses Papier gestellt wird. Bei grösseren Mengen p" p ef tritt keine vollständige Farblosigkeit, vielmehr eine grünliche Färbung eir1 '„ ( u0, Process ergiebt sich aus folgender Formel: 4(KO,2Cr03) + 3(NaO,S 2 0'- ! ) + 1;n SO*) = 4(KO,S03) + 4(Cr20 :i ,3S03) + 3(NaO,S0 3 ) + 13HO. Jolir ri. Liegt Blei als Nitrat vor, so bestimmt E. Haswell (Dinglee's Polyt- ^ 241, S. 393—398) das Blei volumetrisch durch Kaliumhypermanganat, ^'unverdünnte Bleinitratlösung mit etwas reiner Kalilauge versetzt zugesetztes ^. hypermanganat unter Abscheidung eines dunkelbraunen Niederschlage» j^i hyperoxyd in Verbindung mit Manganoxydul und Kali) völlig entfärbt, * ^ Gegenwart von Ammon, Natriumcarbonat, Zinkoxyd, alkalischen Erden, \ v0 r Chromoxyd, Zink- und Femsalzen, kleiner Mengen Silber. Wismuth i g zu entfernen. fnHDf 0 ^ Nachweis des Bleies in Nahrungs- und Genussmitteln und Bes ^. desselben. Ein bestimmtes Quantum der Substanz wird eingetrocknet, jjgr trocknet und in Asche verwandelt. Ein Thcil der Ascho wird mit ot ^ e \. Salpetersäure und Essigsäure, von jedem 5 Th., Übergossen und nach ^ ;„ stundiger Digestion mit circa 20 Th. Wasser vermischt. Die Flüssigkeit ^$ ein cylindrisches Gefäss mit weiter OetTnung gegeben, damit sie eine ho ne ^ der bildet, und dann ein Stab reinen Zinks hineingestellt. Damit der Saue .\ ^ e tb er ' Luft abgehalten bleibt, giesst man auch wohl auf die Flüssigkeit eine Schieß ^fre Ist viel Blei gegenwärtig, so bezieht sich der Zinkstab im Verlaufe eine ^^ mit einem starken dichten Bleibart. Man nimmt den Stab heraus, taue ^ ^ bebarteten Theil in eine entsprechende cylindrische Wassersäule, lässt jj eI1 u» d eine Viertelstunde maceriren, um ihn dann in eine Weingeistschicht zu JL sS pap ief zuletzt auf eine Scheibe Fliesspapier niederznstreichen und zwischen Jj ^ in» pressend abzutrocknen. Den Stab stellt man wieder in die Aschenlo Plumbum. — Plumbum acetieum. 1015 nselben Process zu wiederholen. Zuletzt ist die säurearm gewordene Aschen- uug mit etwas Essigsäure zu versetzen. Wenn sich nun auf dem Zink kein in 6 f> me ^ r ans:xmmelt > so ist ^ er Process beendigt. Das getrocknete Metall wird Uxyd verwandelt und gewogen, und dann auch auf Kupfer untersucht. Blei auf die 8e Weise der Lösung vollständig entzogen. öerp Um ' ,Uni s ^' c ' cum ' Bleisilicat, kieselsaures Blei dient zur Verhinderung Gewebe mit Flamme zu brennen. Das Gewebe wird zuerst in verdünntem du 'T^ e ^ n Seweicht, ausgewrungen, 5—6 Stunden der Luft ausgesetzt und dann eine warme verdünnte Natronwasserglaslösung gezogen, ausgewrungen und °er Luft getrocknet. »erbleicn, Kupfer, Zinn mit Blei überziehen, lässt sich bewerkstelligen, wenn Ku f 1D e ' ne ne ' sse Lösung des Bleioxyds in Aetzkali- oder Aetznatronlauge das Per oder Zinn einstellt und das Metall mit einem Zink- oder Eisenstabe in tont act setzt. Plnmltmm acetieum. I8fiq ' J '1 llor Plnmbi subacetici (Ilandb. II, 8. 730). Die Pharmacopoea Austriaca 30oo läSSt diese FIÜSs! S keit aus 30 ° Th - Bleiacetat, 100 Th. Bleioxyd und 'Ässt ^-Wasser bereiten. Spec. Gewicht 1,230—1,240. Dieses spec. Gew. der p? nneamen > dass nur 1000 Th. Wasser zu nehmen wären. Der Nachdruck »ent AnBtr ' 1881 S iebt aucu mir 1000 Tü - Wasser an, nicht aber der Com- utar Sohkeider's 1881. Blei ÖTAMMEß fan ^> dass Bleisulfat in Bleisubacetat löslich ist, nicht aber in Q e Jj" Cetatlösini S- Dieses Verhalten ist wohl dahin zu ändern, dass Bleisulfat bei bei rj Wart von Essigsäure und löslicher Acetate nicht völlig unlöslich ist, denn 8uif at arstellun g von Präparaten, in welchen sich Acetate und Bleisalze neben bch m be S e gnen, ist die vollständige Fällung des Bleies als Sulfat nicht mög- Wager). off e J?f ei, tum pluinbicum (Ilandb. II, S. 731). Bebnbeok (Germersheim) versend q fol gende Vorschrift, welche eine stabile, nickt sauer und weiss wer- Plumi- e S eben solL R P- Cerae flavae 80,0; Vaselinae 290,0; Liquoris mi subacetici 30,0. M. Bleibt fyccrolatnm (filyeeratum) Plumbi subacetici, Bleiessig-filyccrat, Parirt yCerat - 300 Th ' krystallisirtes Bleiacetat und 100 Th. prä- 2oq r2? Bl eioxyd werden zu einem höchst feinen Pulver zerrieben und mit Tb. (V, des till. Wasser gemischt bis zum Aufkochen erhitzt, dann mit 1000 Wn * cer »n übergössen, unter Umrühren bis auf 120° C. erhitzt und nach . «gern Beiseitestehen an einem 50—70° C. warmen Orte filtrirt. Das aufk. , lst im Wasserbade so lange zu erhitzen, bis sichtbare Dämpfe nicht mehr «Säi! ° der der Rückstand cirea 1220 Th. beträgt. - Oder 100 Th. Blei- bi s a : f Wci ' de n mit 100 Th. Glycerin gemischt und in einem Porcellangetäss D as JS 12 0--125 Th. Rückstand eingedampft, schliesslich in der Wärme nltrirt. 1 tr at ist in dicht verkorkter Flasche aufzubewahren. 8y rmi !!9, en Schaften. Bloicssigglycerat bildet eine blassgelbliche oder farblose (beiVrn ' geruchlose Flüssigkeit, mit einem spec. Gewicht von 1,6»--1,046 Wehe! P')- Es lässt sich mit Wasser und Weingeist in alton Ve haltmssen C?' , damit W«e Flüssigkeiten gebend. Glycerin vermag Blmubacetat we- J® lösen als Wn««pr Es wurde von SS. (Pharm. Journ. and Transact. VI, Nr. 306, 8. 881) 1016 Plumbum aceticum. als ein herrliches Mittel bei Hautkrankheiten, besonders bei chronischem Ecze 1 " erkannt. Es wird concentrirt, wie es ist, oder mit Wasser oder Branntwein verdünnt angewendet. Ueber Vergiftungen durch Bleiacetat und Bleipräparate vergleiche w» 0 die S. 1012 u. 1013 gemachten Notizen. ßildcrglimmendes Papier, Jagdpapier. Mit einem äusserst dünnen, mit Ble>" nitrat und Kaliumnitrat (ana) gesättigten Gummischleim bemalt man dünnes PaP ier und lässt dieses trocknen. Wenn an bestimmten Stellen ein Knallen sich h öreD lassen soll, so ist hier eine Nadelkopf grosse Menge Knallquecksilber oder Kn»' 1 ' silber mit dünnem Gummischleim aufgesetzt. (1) Aqua lenlens Lehmann. Dr. Lehmann's Waschwasser. R? Aceti plumbici 2,0 Glycerinao 5,0 Olei Amygdalarum 1,0. Conquassando optime mixtis primum adde Aquae Rosae 100,0, tum Spiritus Aetheris nitrosi Tincturao Bcnzoes ana 1,5. D. S. Umgeschüttelt zum Bereiben der kranken Hautstellon. (2) Aqua traumatica Billroth. I. Aqua fortior. Vf Plumbi acetici 50,0 Aluminis 25,0. In pulverem redactis admisce Aquae destillatae 500,0. D. S. Umgeschüttelt als Verbandwasser (auf jauchige Wunden mit Charpie aufzulegen oder in die Wunden einzuspritzen). II. Aqua mitior. iy- Plumbi acetici 25,0 Aluminis 12,5 Aquae destillatae 500,0. M. D. S. ut supra notatum est. (3) Aqua antanthracica Mayerhoffer. ifc Liquoris Plumbi subacetici 50,0 Aquae fontanae 600,0. Mixtis adde Acidi sulfurici diluti 5,0. D. S. Umgeschüttelt zu Umschlägen (bei Anthrax oder anthracischon Ge- schwüron. Hier würden sich Chinaalka- loi'dsalzlösungen besser als Umschläge bewähren). (4) Linlmentum pyricausticum SCHWARTZE. IV Brandwundenliniment. Aceti plumbici 15,0 Vitella ovorum duorum gallinace 01 ' a Olci Lini recentis 120,0. Misce cmulgendo. D. S. Umgeschüttelt und auf Lein*»»* messerrückendick gestrichen aufzuleS 6 (5) Liquor phiinosinleniens RatI** it Aceti plumbici 2,5 Infusi Sambuci florum 150,0. Mixtis adde Spiritus camphorati 5,0. D. S. Umgeschüttelt mittelst L eine ?'S chen umzuschlagen (bei brandigwerae Phimose). (G) Liquor Plumbi acetici I. Pharm. Austriacae. Plumbum aceticum solutum ty Plumbi acetici 10,0. Solve in Aquae destillatae 60,0. IL Pharm, militaris Borussia 0 - Vf Plumbi acetici 2,0. Solve in Aquae destillatae 360,0. (7) Pilulae antihaeinorrhoicae Fb. JA»* r- Plumbi acetici 0,:! Opii pulverati 0,6 Extracti Millefolii 4,0 9 , Radicia Althaeae pulveratae i- Fiant pilulae sexaginta (60). .^j 1). S. Dreimal täglich drei s **° 0l ,der» Haemoptysis und Metorrhagien» " Metorrhagia atonica). (8) Pilulae Plumbi opiatae GbavJ R? Plumbi acetici 1,2! Opii pulverati 0,06 Succi Liquiritiae q. s. Fiant pilulao duodeeim (l 2 )-,,.,,,, bis ^ x0 D. S. Balbatttndllch eine P»'«> j, Aufhören der Diarrhoe (bei on" PInmbum aceticum. 1017 ; n ^ ne ntii)ii autichrouicocoiyuuctivi- ticum Jüngken. * 4 ceti Plnmbici 0,3 *xtracti Opii 0,1 On t i„ quae «lestillatae guttas 5. lni me contritis admisce ßutyn msulsi recentis 6,0. ErbL i Ti*& licu dreimal soviel wie eine (bei ow • °, Augenlidränder einzureiben «»ionischer Conjunctivitis). "guentumantihaeitiokyrtomaticum „ Waldenbukg-. Ä«eti plumbici 2,5 Un euenti Linariae 25,0. M. D „ lorrhn^ ii" täglich zweimal (die Hae- uül «alknoten) zu beatreichen. *%nentnm atropico. plumbicum j, DüFUYTRUN. > m bi acetici tritt 2,0 S£wfc Belladonnae 1,0 iull Pis suilli 12,0. h 88, ira'an* Charpie aufzulegen (bei uts telle 'i aUC ' 1 ZUm Verbände wunder Snae«i ginalvorsc hrift giebt 2,0 Beiladet der po, f"- Da der Autor das Ex " f d diesof i, ran co-gallio. im Sinne hatte tu.. ."^SeS ll'vt,..,..«- „...,1. .!.... TM. /-l ____ k ' st domtu xtract nach der Ph. Germ. F P ei t so stark ist, so ist auch die Reduction des Gewichtes des Belladonna- extractes auf die Hälfte nothwendig. (12) Uiigueiituin Plumbi acetici. Ungt. saturninum seu plumbicum Pharm. Austriacae. Ungt. Lithargyri Ph. Austriacae. Vf Adipis suilli 30,0 Cerae albae 10,0. Colliquefactis et seinirefrigeratis adde Plumbi acetici 0,6 solutum in Aquao destillatae 2,0. (13) Unguentuni plumbicum glyceri» iiatum Unna. Vfi Adipis suilli 15,0 Olei Olivao 4,0 Aceti plumbici 5,0 Glycerinao 2,5. Misce agitando. (14) Uiiguentuiu Regentl. Pomatum U. Regenti. Pommade de Regent Ph. Franco-Gallicae. r? Plumbi acetici Hydrargyri oxydati rubri ana 1,0 Camphorae 0,1. Optime contritis admisce Butyri insulsi recentis 18,0. D. S. Augensalbe (eine in Frankreich in allen Augenleiden vom Publicum angewendete Salbe). ace tut. ln /o 0Sia von Sterling (Nordamerika), ein Haarfärbemittel mit 1 Proc. Blei- ^handler, Analyt.) eat 8pri c j. | cll , Si, l' ) e derWittwe Farnieh, Pommade ophthalmique de la veuve Farnier, uem Unguentum Rogenti, nur sind statt 18,0 zu nehmen 20,0 Butyrum. Un g mif'i A 1 " 1 ni,lsa,n ' cin in Wion gebrauchtes Haarfärbemittel, war eine Bleiacetat- 't JO Proc. Schwefelblttthe. (Inniiauser, Analyt.) u " es Lebens, ein Hamburger Haariärbemittel mit Blciacetat. SUn S halto!„ii P*"?"i.angeblich ein unschädliches Haarfärbemittel, Bleiacetat in Lö- "*j5!ü n ^ Preta "'8MSÄ)" ft a °etat "o 7 a l ser » ein in Uttln bereitetes Haarfärbemittel, bestand aus 1,8 Proc PteateuV „ i ™ C ' Niltl ' mnll| yi)osulnt, 8,2 Proc. Glycerin und parfümirtem Wasser, und. I ecn-Wasser scheinen einer und derselben Fabrik zu entstammen. Plac ? lltes Oein- 8eu6r atcur universel des cheveux de Mme S. Allen ist ein aronmi- A Cke f M„? lls Proc - 1.7 P™co- Schwefel, 0,2 Zimmtpulver, 32 Glycerin, 2,65 Blei- Vn %t.) l b3 ' 5 Wasser. In dem Arom ist Nitrobenzol vertreten. (Ft. Masset, a'' 00 ' aivö,"' ilkan < eln Wiener Haarfärbemittel, bestand aus l<» Proc. Bleiacetat, 15 4a «lyt.) ln ' 5 p roc. Schwefel und 70 Proc. wohlriechendem Wasser. (Inniiauser, S ° a *efete Haa rfavbemittel einer Wiener Apotheke, enthaltend 7-8 Proc, Bleinitrat, Pm-n uud P-irfiiiuirtes Wasser. (Innhauseb, Analyt.) s BleiaoJ! 8 ' von Otto (Wien), Haarfärbe- und Haan-egenerationsmittel, ein Gemisch acetat > Schwefel, Glycerin und Wasser. (Gawalovski, Analyt.) 1018 Plumbum aceticum. — Plumbum carbonicum. — Plumbum jodatum. base de Quinquina prepare par F. Crucq, chimiste etc._P J "? { ' bestehend aus Bleiaoetat. Natriumhvnosulfit. Glvcerin. Weiß? 61 gell Reparateur k ein Haarfärbemittel, bestehend aus Bleiaoetat, Natriumhyposulfit, Glycerin, Weing und Wasser. Vergl. auch Feen-Wasser. Rosenmilchextract, ein Wiener Haarfärbemittel, war wie Hair milkan sammengesetzt, aber mit Kosenöl parfiimirt. (Iknhauser, Analyt.) Teinture de Venus du Dr. Louis Bonnot, ein Haarfärbemittel, war ein ^"Jlj aus Bleizucker, Schwefelmilch, Glycerin und Franzbrantwein. (75g 2 Mk.) (HA° Analyt. ^ Vegetabilisches Pflanzenextract von E. Göbel in Hannover, bestand » uS g$. Proc. Bleiacetat, 2,65 Proc. Schwefel und 87,85 Proc. parfümirtem Wasser. D» s j quett nennt dieses Gift ein unschädliches Mittel. (Untersuchungsamt zu Ilannov Waschwasser, Dr. Letimann's (Neusatz in Ungarn), ist ein mit Bleiessig, W$ c i, und Benzoetinctur versetztes Rosenwasser z. B. r? Aq. Rosae 120,0; Aceti pl«" 1 " Glycerinae ana 10,0. Optime conquassatis adde Tincturae Benzoes 10,0. Plumbum carbonicum. w- Ueber Verfahren der Darstellung des Bleiweisses vergl. man Chero- 1881, Nr. 15, S. 249, und 1882 Nr 4, S. 64. . ße - Als nicht giftiger Ersatz des Bleiweisses als Deckfarbe ist e |B ^ misch aus Zinksulfid und Baryumsulfat empfohlen worden (WiECK 8 werbezeitung 45, S. 386). , . ge j Das Gelbwerden der Anstriche des mit Leinölfirniss gemischten Blei ffe ^ soll nach Weit, und Jean in einem Bleioxydgehalte des Bleiweisses zu s« sein (pharm. Centralh. 1877, S. 338), während andere es der Bildung Bleiseife oder von Bleisulfid an der äussersten Schicht zuschreiben. . {,eP Hallock untersuchte 20 Bleiweisproben, von denen 10 mit Oel ^jwjje- waren. Als Verunreinigungen constatirte er Kreide, Schwerspath, w rit, Spuren Kieselsäure (bis zu 0,4 Proc), Zinkoxyd. . e Bleiweisskitt nach Jüd. Die geringe Menge seröser Flüssigkeit, %. in den Eierschalen nach dem Ausschütten des Eiweisses und Eig elDS ^jnge 1 " bleibt, wird mit etwas gepulvertem Bleiweiss (durch Reiben mit der ^j, spitze) gemischt und dann auf die nicht über 60° C. erwärmte Brucbfl» 0 getragen etc. In 1—iy 2 Tagen ist die Austrocknung erfolgt. Plumbum jodatum. Bleijodid in Kaliumjodidlösungen bildet damit farblose Doppeljodide* ^ et nur in concentrirter Lösung Bestand haben, beim Verdünnen der L"L^gtalle? zersetzt werden, wobei reines Bleijodid unter Umständen in glänzenden l ^ y e r- ausscheidet. Eine Temperaturerhöhung veranlasst denselben Vorgang * ie g^iu» 1 ' dünnung mit Wasser. Aus sehr concentrirter Lösung dos Blcijodids rn p h j2, jodidlösung schieden farblose nadelförmigo Krystalle, PbJ,KJ+4HO o ^faffl 2KJ+4II 2 0, aus. Beim Erhitzen werden sie dunkelgelb, schmelzcn^^d und Bleijodid sublimirt. Absoluter Weingeist, auch Wasser wirken ^ &et ein. (Ditte. Arch. d. Ph. 1881, 2. Hälfte, S. 391, Rundschau t. «■ Ph. etc. 1881, S. 482.) pntb»l teIld f Blaues und braunes Bleijodid. Wird zu einer Bleisalze> « '"^W* 1 Kaliumjodidlösung Chlornatronflüssigkeit mit überschüssigem Natn ^ Gb \ 0 r' gehalt gesetzt, so entsteht ein blaues Bleijodid, dagegen durch Zusatz Plumbum jodatum. — Plumbum oxydatnm. 1019 jjwonlöstmg mit nicht überschüssigem Natriumcarbonat ein braunes Jodid (SCHLAS- u Enhaüfe N; L'Union pharm. XIX, S. 39). . i$ Hydrargyro-Pluinbum jodatum, Plumbum jodatnm cum Hydrargyro (1er- wio) jodato, Joduretum Plumbi et Hydrargjri, Bleipecksilbcrjodid (PbJ 2 +HgJ 2 ). 20 Th. p. ß'jodid und 10 Th. rothes Mercnrijodid werden unter Reiben mit dem still gemischt, mit 60 Th. de still. Wasser Übergossen, unter umrühren in der aim e ,j os Wasserbades eingedampft, noch halb feucht an einem mildwarmen „ e aus getrocknet, zerrieben und in dicht geschlossenem Gefäss vor Tageslicht ses <*Ützt in der Reihe der Gifte aufbewahrt. Qipll bildet dieses Doppeljodid ein aus rothen glänzenden krystalliuischen La- 40n 6n ^stehendes Pulver von scharfem metallinischem Geschmack, löslich in « ,. *"• kaltem, in 100 Th. heissem Wasser, auch löslich in Weingeist und jq,. er - Duhamel führte es in den Arzneischatz ein, es wird aber wie dasBlei- ][ selten (bei Syphilis) angewendet. Die Dosis ist derjenigen des rothen Mer- ri J°äids fast gleich. Stärkste Einzelgabe 0,04g, stärkste Tagesgabe 0,12g. I 1 ) Einplastrum Plumbi jodati. Jo dide 0 f Lead Plaster Ph. Briticae. •'iisnn lumbi Jodati subtilissime triti 5,0. 0lj 6 cum 5 m plastri saponati antp ei ' il i ti Resinae Pini ana 20 >° ea leni calore emollitis. ges ( .i,' ,8 X ei ' z um Zortheilen von Driisen- W» lsten -) Mit erwärmtem Spatel auf Wen zu streichen. fe (2) Ungnentnm Plumbi jodati compo- situm Ricoki). ty: Plumbi jodati Camphorae tritao ana 3,0 Extracti Belladonnae 2,0 Opii pulverati 1,0 Spiritus Vini 2,0. Conteiendo mixta commisce cum Adipis suilli 25,0. D. S. Zum Einreiben (gummöser Geschwülste). Plumbum oxydatnm. v. Jf le iglättc wurde wiederholt mit Calciumsulfat (bis zu 4 Proc.) veruneinigt mit t an Setroffen. Zur Erkennung dieser Verunreinigung wird die Bleiglätte Es s ; ~.? roc - Aetzammonflüssigkeit macerirt und im Filtrat, nach der Sättigung mit %re Ufe ' Schwefelsäure mittelst Baryumchlorid und Kalkerde mittelst Oxal- de 8 B| n . acll gewiesen. Quantitativ bestimmt man das Calciumsulfat durch Lösung Pall e ' 0xv ds in verdünnter Essigsäure oder Salpetersäure unter Erwärmen und erd e " J^er Lösung mit überschüssigen Aetzammon. Im Filtrate wird dann Kalk- ttn d Schwefelsäure bestimmt. 8ch r ^di Unsi lf J n Snentnm diachylon Hebka hat auf S. 753, Bd. II des Handb., zwei Vor- c ^. en erhalten. Da das Gemisch aus gleichen Theilen Bleisalbe und Leinöl, Gerugi 6 ^; Germanica vorschreibt, bei der Aufbewahrung einen unangenehm'-» Bach v ann ' mmt ) so hat sich im Verlaufe einiger Jahre ein Aufstellen und Jagen kla r 01 ' 8cnr iften eingefunden, ohne dass man über den Zweck dieser Salbe «m a ! ,e ^ resen wäre. Hbbba wollte das Bleipflaster in Salbenform anwenden, und Bl ei " ch "Jen billigeren Preis dafür dem Publikum zu sichern, verdünnte er das dad,, r vf ter nicht mit Olivenöl, sondern mit dem billigeren Leinöl, ohne aut den «Vl,K resultirenden üblen Geruch Gewicht zu legen. Dass die mit Lemol KL , itete Mischung ganz unbrauchbar sein soll, wie z. B. Prof. Simon in n Ur Slau (Pr. Arzt. 1881, S. 211) angiebt, ist auffallend und scheint diesem Arzte ni «hS C alte ^lagerte Salbe zu Gesicht gekommen zu sein. Den Aerzten und nt08t wreichischen Apothekern ist es erwünscht, das Lemol durch Olivenöl 1020 Plumbum oxydatum. oder noch besser durch Vaseline zu ersetzen. Dadurch erlangt man eine Salbfy deren Consistenz sich bei der Aufbewahrung nicht verändert und welche keine 0 widrigen Geruch annimmt. So lange die Vorschrift der Ph. Germ, in Geltung bleibt, ist auch nur die frisch bereitete Mischung aus Bleipflaster un Leinöl ana zu dispensiren und keine andere Mischung, es wäre denn, dass d e Arzt eine andere Mischung forderte. Alle übrigen Vorschriften haben also keW e Werth. Die mit Olivenöl oder Vaselina alba bereitete Mischung sollte * Unguentum diachylon album unterschieden werden. In Wien unterscheid man zwei Diachylonsalben, wie sie auch im Handbuch II, S. 753 sub I u°" ,. angegeben sind. In dem Wiener Recepttaschenbuche von Czuberka (1^8 ' sind angegeben Sig. Diachylonsalbe. Besser zuberei* 6 wird die Salbe nach folgender Form 01, Vf Emplastri Diaohyli simplicis liquefacti Olei Lini ana partes aequales. D. S. Alle 12 Stunden durch 14—21 Tage zu wechseln (bei stinkendem Fuss- schweias). Diese Salbe wird auf Leinwand gestrichen und auf den frisch gewaschenen, gut abgetrockneten Fuss derart aufgelegt, dass es denselben allenthalben einhüllt. Zwischen die Zehen werden Plu- masseaux, die auf beiden Seiton mit derselben Salbe bestrichen werden, eingeschoben. (Auf S. 220 des Wiener Kecept- taschenbuches.) i£ Emplastri Diachyli liquefacti Olei Lini cocti ana 80,0 Olei Lavandulae guttas 8. M. f. unguentum. ijc Olei Olivarum 160,0 Lithargyri 40,0. . Coque 1. a. in ungt. molle, dein adde Olei Lavandulae guttas 15. Miscendo fiat unguentum. . Sig. Messerrückendick auf Leio**"i zu streichen und binnen 24 Stunden *'^ zu wechseln. Nöthig ist es, die *, e0 mit einem Tuche fest an den betreffen t0 „ Körpertheil anzudrücken. Auf beW«j£ B . Stellen soll eine Lösung von Borax, ", oB g geist oder Carbolsäure in Anweu -_ kommen. (Auf Seite 227 dos Wien 61 cepttaschenbuchos.) Bei infiltrirter Haut und nässenden Eczemen passen energische Wasc Abtrocknung und darauf: Unguentum diachylon- ^ inta" zur Ph. Austriaca ist unter der Ueberse. . mit Schmierseife, hierauf In den „ AdditamCuuu, &ui j. h. iiuoiiiau» mu umtu um u^** — «ipi* Unguentum diachylon angegeben, diese Salbe aus 100 Th. frisch bereitetem » ^ pflastcr, 70 Th. Olivenöl und 4 Th. Lavendelöl zu bereiten. Wenn ^ österreichischer Arzt Ungt. diachylon vorschreibt, so wäre nur diese Mise' 1 " 1 e dispensiren. &e $ t , Dass auch die Diachylonsalbe Bleivergiftungen veranlasst, ist durcü g fahrung constatirt. Diese Vergiftungen treten nicht sofort ein, oft erst in .^ Wochen. Ein nicht schädlicher Ersatz des Bleioxyds, des Bleiweisses, Bj 0 ' g j CB ist Wismuth als Oxydhydrat, Carbonat, Subnitrat. Hebea's Salbe wüi ^ gg , vielleicht durch ein Geraisch aus 1 Th. Wismuthsubnitrat und 9—10 jj-jjeud line oder Adeps ersetzen lassen, obgleich man die Bleisalbe für kräftiger ansieht. Gegen Fussschweiss hat man wahrlich bessere Mittel. beson Emplastmm adhaesivum. Um das Austrocknen des Heftpflasters, ^ ders des gestrichenen, zu verhindern, genügt ein Zusatz von 3—4 Proc- ^ Heftpflaster, Bleipflastor und verwandte Präparate liefert fc hlt ■/J< Dieterich, ehem. Fabrik zu Helfenborg bei Dresden, von vorzüglicher Plumbum oxydatum rubrum, Mennige (Handb. II, 747). 0. S& v &' st ,\ l0 n das Blei zu der Gruppe des Zinns, Silicium und Kohlenstoffs, da » u ° 1?ÖI)11 e, Fkemy (1844) zeigte, dass das Bleihyperoxyd mit Basen Salze bil ,!] e ;iiyP er " welche mit den zinnsauren Salzen (M^Sn0 3 ) congruiren, und dass das » vo» oxyd als Bleisäure (H 2 Pb0.,) angesehen werden könne. Durch Sehn*l gioB KOH mit Pb0 2 stellte Seidel ein Kalisalz (K 2 Pb0 3 + 3H 2 0) her, *eic Plumbum oxydatum. Glasuren. 1021 der Luft verwitternd unter Abscheidung von Pb0 2 zersetzt und mit unlöslichen ycien (Kalk, Baryt, Magnesia) im Contact die Bleisäure an diese abtritt. 'eses Kaliumplumbat mit Bleioxyd und Wasser im Contact scheidet bleisaures lebh l Pb2 °:' + 3H 2° oder PbPbO ; , + 3H 2 0) ab, welches durch Oxalsäure unter iqt^ Kohlensäureentwickelung zu Bleioxyd reducirt wird. (Arch. d. Pharm. 18? 9, 2. Hälfte S. 438.) mit p- aSS d * e innige keine bestimmte und begrenzte Verbindung des Bleioxyds Zw v ^ ' 8 *' wurde von verschiedenen Seiten bestätigt, obgleich Niemand daran raa 6 • setztc und dieser Umstand ein seit Decennien bekannter ist. Für phar- eutische Zwecke passt im Allgemeinen die weniger Bleibioxyd enthaltende p Dni 8 e besser als die daran reiche. Der Maler schätzt die Mennige nach dem p enton und diesem entsprechend unterscheidet man mehrere Sorten, z. B. die ft ngij 0 „,. _ a ^_ , ™ , , rch auch d° ls _ c be Sorte oder Orangemennige von mehr orangerothem Tone, welcher j* einen Gehalt an Subcarbonat bedingt ist. Bleiroth, Pariserroth sind j Von heller Farbe und werden diese Sorten aus Bleiweiss durch Erhitzen mit q^^' ^' e ox ydirte oder abgelöschte Mennige wird durch Befeuchten Salpetersäure und Eintrocknen hergestellt, ein ^'" e gute Mennige enthält circa 66,6 Proc. Bleioxyd und 33,3 Bleibioxyd, e geri n g e Sorte enthält nur circa 20 Proc. Dioxyd. jj , le maassanalytische Bestimmung des Bleioxyds und Dioxyds in der Qv ni 8 e geschieht mittelst verdünnter Salpetersäure, Ys" Normal - Oxalsäure und Nj m äleonIösung (Ztschr. f. analyt. Chem. XIX, S. 153; pharm. Centralh. 1880, v ' . ")• 2,07 g der Mennige werden in einer Porcellanschale mit 20—30 ccm Diu lXlTl ^ r Salpetersäure übergössen und unter Umrühren erwärmt. Einige Mi- half. n darauf (nach Lösung des Bleioxyds) werden zu der das Superoxyd ent- Lit er ? den Fliissi S kcit 50c(,m der Oxalsäurelösung (12,6 g C 2 H 2 0 4 + 2H 2 0 im ßea r ^ e £ CDen - Di 0 Flüssigkeit erhält man siedendheiss und nach vollendeter lö 8 lon titrirt man die überschüssige Oxalsäure mittelst 1/5-Normal-Chamäleon- lö Sll g ( w elche auf Oxalsäure eingestellt ist). Die verbrauchten ccm Chamäleon- 8up e g Wer ^en von 50 abgezogen und die Differenz giebt in Procenten das als ^rch° Xyd vorl| anden gewesene Blei an. Die Titration ist beendet, wenn die "'cht 2 Tro Pfen Chamäleonlösung bewirkte Eosafärbung innerhalb i/ 2 Minute 0 Xa i . VÖ11 'g verschwunden ist. Nachdem die Flüssigkeit durch einige Tropfen v ers S , aure entfärbt und mit Natriumacetat (behufs Bindung der Salpetersäure) &.Crft ; - St ' titrirt man den Gehalt an B,ei mittelst Chromatlösung (14,761g Öe Q -r, 7 ira Liter). Die Anzahl der verbrauchten ccm Kaliumdichromatlösung giebt tr ete otal gohalt an Blei in Proc. an, von welchem man die als Superoxyd ver- &WU Ble!men S e in Abzug bringt, um den Bleioxydgehalt zu erfahren. Atom- (Hc\\ des Bleies = 207, das des Hyperoxyds (Pb0 2 ) = 239, des Oxyds W >= 223. Chi. acu Fleck soll man 0,5 g mit Salzsäure in einem Kölbchen erhitzen, das ge g( ,i • ln e i"e in 2 Fläschchen befindliche Kaliumjodidlösung leiten und das ab- 1881 0 no Jod durcß Normal-Natriumhyposulfit titriren (Rep. d. analyt. Chem. > 8 - 82, Arch. d. Pharm. 1881, 2. Hafte S. 371). ttäW asnren (Handb. II, S. 749). Ueber dieselben veröffentlichte B. ****** hi ff 1 Im Polyt. Notizblatte 1876 (und pharm. Centralh. 1876 8. 142—144). Öa R ,i. ract g efa sse, Abdampfschalen etc. eignen sich Mischungen von 1ÖU ib. a 8c] aU Pulv«H- mit 60 Th. ealcinirten. Borax oder mit 30 In. Pott- fr ei Clle °fe 60 Th. Soda. Diese Ciasuren schmelzen schwer, sind aber bl ei - cnge von Th. 100 Soda, 80 Borsäure (geglühte), 12,5 Kaolin, 1022 Plumbum oxydatum. Glasuren. — Kitte. 15 die 25 Kreide, 25 Gyps, 75 Feldspath, 28 gepulvertem Quarz, Flussspath. Hierzu setzt man soviel Braunstein, als nöthig ist, um gewünschte Färbung zu erhalten. Die gefrittete Masse wird fein gerieben, uo dann werden ihr auf je 500 Theile 110 Th. Kaolin und 55 Th. Feldspat zugesetzt. . . In den folgenden Glasuren Constäntin's ist zwar Blei vertreten, doch > 9 dasselbe in Verbindung mit solchen Substanzen vorhanden, dass es nur se schwer aus der geschmolzenen Glasur in Lösung geht und also auch rfle 1 unschädlich bleibt. Man nimmt 100 Th. Natronwasserglas von 50 Proc. " e " halt, und mischt damit 25 Th. Mennige und 10 Th. feinstes Quarzpulver. & ese Glasurmischung wird auf den zuvor gehörig geglühten Gegenstand mit Hülfe ein Pinsels aufgestrichen oder aufgetragen, entweder nur einmal, oder nach ^ 12 Stunden zum zweiten Male. Dann brennt man wie gewöhnlich. — Die v Segers nach analytischen Untersuchungen einer alten FEiLNER'schen G' aS aufgestellte Vorschrift eignet sich vorzüglich für Ofenkacheln. Sie besteht Th. 47 Aescher (dargestellt in bekannter Weise aus 18 Blei und 18 «f ' 32 feinst gepulvertem Quarz, 15 gepulverter Bisquitscherben und 11 calciW 1 90-procentiger Soda. Weisse Glasur für Ofenkacheln. 60 Th. reines präparirtes Bleio*^ 50 Th- Zinnasche werden mit 120 Th. gepulvertem weissen Glase? -, Th. geglühter reiner Soda (Natriumcarbonat), 5 Th. reinem Kochsalz ^ 15 Th. Mennige innig gemischt. Das Gemisch wird in einem mit we: Bolus innen beriebenen Tiegel geschmolzen, ausgegossen und in ein feines P u verwandelt, welches die Glasurmasse darstellt. Die Substanzen müssen mög' lC ^ frei von Eisen, Mangan und Kupfer sein. Diese Glasur lässt keine Sprung 6 und ist sehr weiss. ^ Eine weisse Glasurmasse wird in folgender Weise dargestellt: 1^ e . Blei werden mit 50 Th. Zinn zu Bleizinnasche verbrannt, gesiebt und jg mahlen. Von diesem Product schmelzt man 100 Th. mit 100 Th. Sand, { Th. calcinirter Soda, 6 Th. Kochsalz und 15 Th. Mennige in. Kreide ausgestrichenen Tiegeln. Nach dem Mahlen zu feinem Pulver erst grünlichen Schmelze ist dieselbe verwendbar. Miimatinon, ein hochrother Glasfluss, stellt man (nach Pbttbnkow - ( aus Th. 60 reinem Quarzsand, 10 Kupferoxyd, 3 Eisenoxyd ul ° 10 calcinirtem Borax und 10 calcinirter Soda. t Ritt zwischen Glas und Metall. Um Glas auf Metall und m ^l e i- Metall auf Glas aufzukitten, zu befestigen, werden 10 Th. präparirtes , (r oxyd, 15 Th. Bleiweiss innig gemischt, dann mit 2 Th. zu Pulver ^ benem Tolubalsam und 1 Th. gepulvertem Mastix verrieben .und j> ug. d» r 5 Th. Copallack und soviel Leinöl firniss vermischt, dass ein briger Brei entsteht. Dieser Kitt wird möglichst vor der Anwendung zäher auberei' Ei« e \r0» Th. B 161 ' und mit erwärmtem Spatel aufgenommen und aufgestrichen (Hager) Franke gegebene Vorschrift lässt aus 2 Th. Blei glätte und 1 weiss mittelst eines Gemisches aus 3 Th. gekochtem Leinöl und pal lack einen zähen Teig darstellen. Ritt für Sandstein und Wasserleitungsröhren. Wenn ni_ oder hydraulischer Kalk anwendbar ist, so nehme man eine durch Scl fe jpiil' über Feuer bewerkstelligte Mischung aus 3 Th. Harz, 1 Th. Schwe go u ver, 1 Th. Leinölfirniss, 3 Th. Bleiglätte, 3 Th. GIas P ul ^ a gpuK e ' der Kitt weisslich sein, so wird statt Bleiglätte Bleiweiss, statt , g ; t uU Schwerspathpulver genommen. Dieser Kitt widersteht der Feuchtig cht of» j; Plumbum oxydatum. — Podophyllum. 1023 ird im geschmolzenen Zustande auf die trockne Steinmasse aufgetragen. Sie- «bsgeb's Kitt besteht aus 1 Th. Schwefel, 1 Th. Harz, 3 TL Bleiglätte nnd 2 Th. Glaspulver. %cerinkitt ist bereits auf S. 489 angegeben. „ Wdertncb, Amerikanisches, als Verdeck für Kinderwagen, wurde von einem - BCna tzten Chemiker als gesundheitsschädlich für die in den Wagen ruhenden enth liegenden Kinder geschildert, weil der Lack dieses Ledertuches Bleioxyd /alte. Diese Angabe machte einen grossen Lärm und beängstigte die Fa- le n, welche dergleichen Wagen benutzten. Hageb widerlegte diese Angabe eme unrichtige und verfehlte, und auch andere Chemiker und Physiologen a D & } U den Widersinn nach, unter Anderen auch Riffel, Docent der Hygiene Bad pol y t- Sonule zu Karlsruhe, in Nr. 5 der ärztlichen Mittheilungen aus . en 1878, welcher die Schädlichkeit des Amerikanischen Ledertuches ra vollständig erfunden" bezeichnete. Die Gründe ergeben sich zunächst da- i ' dass der bleihaltige Lack auf dem Tuche fest sitzt und nicht abstäuben Wt ^ehstens i n Stücken abblättert, und dann aus dem Umstände, dass die "acl bedeckte Seite des Tuches als Verdeck nach Aussen liegt und nicht innen oder nach der Seite, wo das Kind sitzt oder liegt. ein e kchweizor Wnnderbalsam, Baume Suisse, Baume Bacine, soll ein Pflaster sein, (Wit-tL l ;| nge und circa 15g schwere Stange, dem Nürnberger Pflaster ähnlich. u stein, Analyt.) Podophyllum. bei m p' m Arbeiten mit Podophyllum und den Präparaten daraus, besonders **kt i' vern nat man s i° n vor dem Staube zu wahren, denn dieser Staub Set 2t '^sonders bei etwas feuchter Haut auf diese mächtig irritirend und ver- P er Ie Schleimhäute in einen entzündlichen Zustand, welcher bei manchen ne n einen gefährlichen Verlauf nimmt. ab 2ll / Kesina Podophylli. Die im Handbuch angegebene Vorschrift ist dahin s °öde ein? dass das durch Wasser abgeschiedene Resinoi'd nicht in der Wärme, %\it. n an der Lu ^ "'ei gewöhnlicher Temperatur, bis höchstens zu 15° C. auf j' oclsn en und dann zu zerreiben ist. Die Wärme ist nicht ohne Einfluss j en Bestand des Resinoids. fa ß j >? zw ei aus verschiedenen Niederlagen bezogenen Podophyllresinoi'dsorten lösl; c i EAC n nur Spuren, in einer dritten gar kein Berberin, und in Wasser 9,9 p^ Substanz in letzterer Sorte 16,3 Proc, in den beiden ersteren 6 und Pürat/^?" ^ s ze 'S t dieser Fall, dass man zur Erlangung eines richtigen Prft- SoU_ r leses entweder selbst bereiten oder doch aus sicherer Hand entnehmen Al at , n j.. u Nord-Amerika pflegt man das Resino'id statt mit Wasser mit einer **hen h SUDe ZU faIle n, wcsshalb das Amerikanische Präparat ein anderes Aus- g at als das in unseren Laboratorien hergestellte. &fu nclo n A Ikaloid konnto von Power im Rhizom und dem Kesinoi'd nicht auf- S Pr * W ° rden (Araeric. Journ. of Pharm. Ser. IV, Bd. 50, S. 369). Auch JW l Mai8ch (Philadelphia), William Busch u. A. vermochten keinen al- h d P ?T Stoff aufzufinden und wie Maisch besonders berichtet, zu keiner V iso^ ntwic keIung der Pflanze und des Rhizoms (Zeitschr. d. Oesterr. Ap.- Ä 8. 504) V jWabesch! erkannte, dass das sogenannte Podophyllin ein Gemisch aus n A ether unlöslichen Glykoside und einem (gegen 70 Proc. betragen- 1024 Podophyllum. Podophyllin. bat den) in Aether löslichen Harze ist. Der in Aether unlösliche Körper Snlchkeit oder ist parallel mit dem Convolvulin und Turpetm. Düren wrkunJvon Aetzalkali wurden Producte der aromatischen R^h ang b 0 g — Podophyllin zuerst mit Kali behandelt dann mit »^ * und mit Schwefelsäure angesäuert, das Filtra mit Aether j^ 1 ™ w g s s- "Lupft, hinterliess einen in Wasser leieht J^f~3JJS S>? rtee Lösung mit Bleiacetat versetzt einen gelblich fleischfarbenen aus . kö t Shed welcher durch Schwefelwasserstoff zersetzt eine dicke saureflMrt^ «£»h die wahrscheinlich Oxysalicylsäure enthielt. Die verdünnte Losung, ergab, die wanrsenem y , Bleiniederschlage gesonderte 11* Lft m! K h h Jand^und^ingedampft, ergab Prismenmit den Ege»^ ,. "rtoxybenzoesäure und ^^^.^^^r^)- n i i,;„ /ri,„ plnm Hai 1880. 16; Chemikerztg. 18»U, JNO. y, o. p oP . CatG D« wSh-wSsame Bestandtheil des Podophyllresinoids ist;**> wtmoSh fDorpat) das Podophyllotoxin (Extractum PodophyUebl ™) welches durch Chloroform aus dem Rhizom extrahirt we den Die Be tandtheile des Rhizoms resp. des Resmoid,.sind: a). krys a^ , ÄÄeÄ rPodophyü nsäure, welche W. inert nennt und als eine fremd cBjJ ^ t Podophyllotoxin betratet, wenn das ^ ^^ y $S$T«%. fscbi" Das PodophylHn fällt je nach der weise ue ^»«-^-■■■•- EK u- farbig u;hin P d y er Consistenz nicht immer gleich aus, ^^J%^ £ diese Verschidenheit auf die Wirkung kernen Emfluss^ausübt ^m jj die Austrocknung des Podophyllins an der Luft, ^nders *.c V^ ^g sichgehen, wie Gehe & Co. berichteten. Durch Trocknen an der L ^e das Harz leicht in Pulver überführen, nicht aber beim Trocknen schrank, wo es schmilzt. p-esammelte J* Wie Biddle ermittelte, so g.ebt das im März und April ge b gj die grösste Podophyllinausbeute (circa 5 ^^l^Z&U^^ melte Rhizome geben kaum halb so viel aus ' J e * ^ ™gliche S<* V so ist ein Theil des Podophyllins in Wasser lös ich «^ *^ ^ ßtffjV wirkt stark purgirend, welche Wirkung auch die Abtootau* ^ sitzt. Biddle fand das Harz zu 80-90 Proc.m AeUwr ^ v d . Rhizom gewann er 54 Proc. wässriges Extract und hierauf aus a ^„b^., extrahirten Theile des Rhizoms nur noch circa 0,26 Proc.. n g4 g^ Oesterr. Ap.-Ver. 1880, 457; Americ Journ. of Pharm. ,8 P" a ° vor** b<' n. of Anwendung (Handb.il, S. 758). Nach o.Bbok (^IX^ phyllin, ohne schädliche oder ernstere unangenehme Jeb«BWirkm g ( nach 4-9, oft erst nach 13-21 Stunden 1-3 flüsfflge ooe &fldfl r hervor, nachdem oft feste Entleerungen vorausgegangen svna Podophyllum. 1025 1 Jahr ist 0,005-0,015, für Kinder von 1 — 4 Jahren 0,015, für grössere Kinder u >°2 (prakt. Arzt 1881, S. 125, 126, Archiv f. Kinderheilk. II, 6—7). . i Extractum Podophylli chloroformicnm, Podophyllotoxina, Podophyllo- , X| I1. Podophyllrhyzom in grober Pulverform wird mit dem doppelten Ge- , lc ht Chloroform bei circa 50° C. einige Stunden digerirt, nach dem Erkalten n ein Deplacirgefäss eingetragen und hier mittelst Chloroform erschöpft. Der . "'oi'oformauszug wird auf dem Wege der Destillation und durch Erwärmen Wasserbade in eine trockne Masse verwandelt. Behufs Erhaltung der Uverform ist es zweckmässig, den trocknen Rückstand mit einer gleichen Menge vor getrockneten Milchzuckers zu verreiben und in verkorktem Glase aufbewahren, mit der Signatur Podophyllotoxina saccharata. Da die Wirkung dieses Präparats sicher ist und ein schmerzloser Stuhl- °* n g darauf erfolgt, so wird es dem Podophyllin vorgezogen. Man giebt es (ohne 1 «snzucker verdünnt) zu 0,015 — 0,03—0,05, Kindern von einem Jahre zu q'^ 1 — 0,(l()2, Kindern von 3 — 4 Jahren zu 0,002—0,004, älteren Kindern zu J (i — 0,008 — 0,01 (0. Biuin). Nach Monti's Erfahrungen hat dieses Podo- £ yUotoxin die unangenehmen Nachwirkungen dos Podophyllins im geringeren acle. u, n lichte und normale Entleerungen bei Kindern zu bewirken, soll es Mittel par excellence sein. Das in starkem Weingeist schwerlösliche Pikro- s P ^''yllin ist im Podophyllinreslnoid an Podophyllinsäure gebunden und in die- V„ . ust;au de auch in schwachem Weingeist löslich (Zeitschr. d. Oesterr. Apoth.- ere »ns 1881, S. 527, 528). (1) Essentia laxativa Dobell. Dobell's Laxiressenz. s oiv?l si "''"' ''"''"pi'yiii 0,15, i) in Tincturae Zingiberis 10,0 *Piritus Vini diluti <;. r >,o. S. Eine (—2—3) Theelöffel in Wasser vor dem Schla- at| ziif'i' ^'' fi der kleineren Uosis ist 8n gen, um die Wirkung zu erproben.) SS*«" ( 2 ) Guttae laxativae Monti. „ I. Guttae fortes. 8olvn- do P n yHotoxinae 1,0. '» in S l»intus Vini diluti 60,0. ""' \V l tropfen in einem Löffel Wein so ist 5- (Tritt keine Wirkung ein, lim,,,, .""'sellxi Dosis Mittags zu wieder- "«n.) II. Guttae mitiores. :ie 0,05. S Piritus Vini diluti 4,0. 8ol V e 0 f n 0 P n yllotoxin8 D. S. 2—10 Tropfen in einem Egslöffel Syrup oder Zuckerwasser (für Kinder von 1—10 Jahren). (3) Syrupus Podophyllinae Brun. iV Podophyllinae reslnoTdis 0,2. Solve in Spiritus Vini 2,0 Glycerinae 8,0. Tum adde Syrupi Bubi Idaei 30,0. D. S. ümgeschüttelt •/«—1 Kaffeelöffel des Morgens. (4) Syrupus Podophyllotoxiuae (Hetjn). *f Podophyllotoxinae cum Saccharo 0,1 Spiritus Vini 4,0. Mixturae per aliquot momenta temporis agitatae primum admisce Glycerinae 10,0, postrenum Syrupi Liquiritiae 46,0. D. S. ümgeschüttelt i-2 Theclöiiel (für Kinder), 2-1 Theelöffel (für Erwach neue) vor dem Frühstück. Mischehen befinden ^cl, eil?*** 11 * purgative Pellets, Pierce's. In einem kleinen (tloÄ 30 verschieden grosse, candirte Pillen, welche Podophyllinresmoid enthalten, ' 11( >i'i'mann, PoLENSKE Analytiker.) Shl »ker.Extract, bereits auf S. 588 angegeben, soll PodophyllinresinoW enthalten if > Vlurni, Tra xia. Svppl, 1026 Pogostenion. Pogostemon. Folia Pogostemonis Patchouly, Patchouly, Patschuliblätter. Handb. > S. 759. Die Ballen der käuflichen Waare bestehen in den meisten Fällen * Blättern, welche nur zum kleineren Theile (oft kaum zu 20 Proc.) Patschuliblätf* sind. Heinrich Pasciikis hat diese Waare einer speciellen Untersuchung unterwor und erkannte die ächten Blätter an folgenden Eigenschaften: Blätter, breit, eifö rtn , 15 ' grob gekerbt-gezähnt, bis 10cm lang, am Grunde in den langen Blattstiel B verschmälernd, lichtbraun, dünn, nicht reichlich behaart, mit einem Hauptnerv ^ bogenförmigen, gegen den Blattrand verlaufenden Secundärnerven. Ober- J Unterseite mit tiefbuchtigen, meist gestreckten, halb so breiten wie langen P' a zellen. Spaltöffnung mit einer Nebenzelle. Grob-papillöse, hier und da bra liehe Epidermiszellen der Oberhaut. Dicke Cuticula. Ein Mesophyll, &us ^\ e . auf einer Lage längsgestreckter Zellen ruhenden Reihe Palisadenzellen " „ hend. Zellen mit Calciumoxalatrosetten. Haare einfach und mehrzellig warziger oder gestrichelter Cuticula, ätherisches Oel enthaltend. Gestielte klein ätherisches Oel enthaltende Drüschen auf der Ober- und der Unterfläche Blätter. Grössere Drüschen tief in der Oberhaut liegend. Paschkis giebt * I''ig. 14ti. a, b Patschulyhlätter '/a— Va L »>- Grösse, c Querschnitt, « kleineres d 8 r ' s *Sn° Drüschen, / einzelnes freies kleines gestieltes, ätherisches Oel enthaltendes DrflBi h f l aar, vergrdssert. d»» U ■ .16) (l! "" von den andern Blättern eine Beschreibung und die Abbildungen (circa ^r in der Zeitschrift des Oesterr. Ap. Ver. 1879 8. 415 und folg. # ^ ^ &xS fc- zelligen Haare und die Drüschen auf den beiden Seiten der Blätter sm teristisch und lassen das ächte Blatt leicht erkennen. - c j, ei' 10 In der Zeitschrift d. Oesterr. Ap. Ver. 1881. S. 232 u. f. ^ m ^ 0 ^^ ausführliche Beschreibung der Blätter und des Oeles als Handelswaare, e dem The Druggiat's Circular and Chemical Gazette 1881, Januarheft _. o ____......_____ ,. Bei der Rectification des käuflieW Coer u- blieb im Rückstände eine tief dunkelblaue Substanz (6 Proc.), Azulon <> j,»t l..v„ „.:- -•- i • - -r , , .• -u -»1. ~i- ___i______ l n!»on bll" 8 " Oleum Pogostemonis Patchouly > im Rückstände eine tief diu. ------------ ------------- v ----------- , lein, wie sie auch im Kalmusöl, Kamillenöle etc. vorkommt. Diese » Pogostemon. — Pumex. — Pyrethrum. 1027 ie Formel C 16 H 1S 0 (und nicht C 12 H )3 0, wie Piessb angiebt). Sie stösst beim de° R 6inen blaucn Dam P f all8 > sie far bt übrigens Seide und Wolle nicht. In r Kuho setzt Patschuliöl einen krystallinischcn Kampher ab (C 30 H 28 O 2 ). Das 0 qtso" eW ' deS 0eles fand Gladstone bei Indischem zu 0,9554, bei Penang zu K ' 5 , > bei Französischem zu 1,0119 bei IG 0 C. Die spec. Gew. der betreffenden °nlonwasserstoffe waren bei 20° C. 0,9211—0,9278—0,9255 und die Siedepunkte l a g en bei 254°—257°—260" C. Pumex. Bi „.,„f" 11 ) 1 ' 6 do Rubis zum Schärfen der Schneidowerkzeuge ist ein feingepulvertei* "»stein (8g o,8U Mark). toiben rt rTl ?f tte '""S 1 '! 116 ' Putzlappen für kupferne Gegenstände. Durch trocknes Ab- Wird i v Metall fläche wird lebendiger Glanz erzeugt. Baumwollenzeug (flanellartiges) Bl a ? u einem Schleime aus 20 Th Dextrin, 30 Th. Oxalsäure, gelöst in 200 Th slu,l ( ,| '"'^abkochung, getränkt und mit höchstfeinem Trippel und Bimstein staubt. Nach einer anderen Angabe ist das Gewebe mit Corallin gefärbt. Pyrethrum. Und {•'? Ruthen von Pyrethrum cameum und P. roseum liefern das Persische, Tu r ' ejen 'S en von Pyrethrum cinerariaefolium Treviranus {Chrysanthemum ],^ e , anum Visiant) das stärker wirkende Dalmatische Insectenpulver. mit < - re ^ om P os ' te ist i n Dalmatien zu Hause. Ueberhaupt liefert die Blttthe b ew ' n * ac her Blumenkrono das kräftigere Pulver. In gut geschlossenem Gefass J a | lrt das Pulver seine Wirkung Jahre hindurch, man spricht sogar von 6 8i c h n ", (Saunders.) Das Wirkende ist wohl nur der harzhaltige Staub, welcher die p WlScaen den Haaren, womit viele Insekten bekleidet sind, ansetzt und ^oren verstopft. di e w -i° h Rother ' 8 Angaben (Ärch. d. Pharm. 1. Hälfte 1878 S. 78) bestehen (P er '. Same n Thoile in drei sauren Bestandteilen: 1) einer ölig-harzigen Säure Clii 0 . » CeIn )> löslich in Weingeist, Aether, Benzol, Aetzammon, unlöslich in lieh '° ' sc hwerlöslich in Wasser; 2) einer sauren Substanz (Persiretin), lös- ln Weingeist, fast unlöslich in kaltem Wasser, unlöfilleh in Aether, Chloro form tr e t e ' " enzo1. Dieses Persiretin, welches zu 4,3 Proc. in dem Blüthenpulver ver- S'yk •?*' So11 der eigentlich wirksame Theil sein; 3) in einer leicht löslichen Säge r1 ' Gn 8ubstanz (Persicin), deren Zersetzungsprodukt das Persiretin ist. ^yla r glail,)to den wirksamen Theil in einem au eine Säure gebundenen trime- an fl ni gen Stoffe (ph. Oentralh. 1878, S. 74) und dann in den Harzdrüschen au di 1 u ^enröhren und in den Pollenkörnern suchen zu müssen. Hager fand durch a 8 *' u1vct wirksamer als Aufguss und Tinktur. G. dal Sie extrahirto (ph n Aet her eine krystallisirende Säure und eine Säure von öliger Consistenz • v.entr; " »h, geschi «ch. . '' a "i. 1879, S. 371). Semenoff will ein flüssiges flüchtiges Alkalofd u «h'n haben, welches Hager's trimethylartigem Stoffe identisch zu sein Jousset de Belli sme will ein krystallinisches AlkaloJd abgeschieden Oscar Textor giebt als wirksamen Bestandtheil ein Weichharz an. ei n J.f'fälschtes Insektenpulver. C. Gbote (Braunschweig) untersuchte *Wi Chron) gelb vermischtes Pulver, HAGER ein solches mit gepulverten Ham it 8t °echadis citrinae, wahrscheinlich nur zur Vermehrung des Volumens 1 *ich„ cn ertt : i8cht , «nd H. Kral (Olmütz) und Buh** (Berlin) fanden es öfters , y mit Curcumapulver versetzt. , j7 - . ü,ü Blnthen von Pyrethrum frutescens W. {Chrysanthemum frutescens 1,), 05* 1028 Pyrothrum. — Quassia. welche Composite auf den Canarischen Inseln, in Griechenland, Algier einheimisch ist, sollen nach X. Landeker's Angahe 'den Bliithen von P. roset® ziemlich ähnlich wirken. Prüfung. Der filtrirte Aufguss des Persischen Insektenpulvers nu heissem Wasser (1 : 10) hat die Farbe des Bayrischen Bieres und verhält si gegen Reagentien in folgender Weise: Ferrichlorid fällt einen dunkelgrün tintonartigen Niederschlag, welche Farbe auch nicht auf Zusatz von Salzsäu V welche den Niederschlag löst, verschwindet; Cupriacetat erzeugt einen g r grünen, Silbernitrat einen grauweissen starken Niederschlag, welcher auf satz von Salpetersäure nicht verschwindet, aber auf Zusatz von Aetzammon lj <" ^ Erwärmen eine Reduktion erfährt unter Abscheidung metallischen Silbers. A e ammon färbt dunkelgelb und auf Zusatz von Oxalsäure erfolgt in 2 SecU '!'^. eine starke Trübung. Gerbsäure erzeugt einen weissgelben Niedersc» »Bi kaiische Kupferlösung färbt dunkel grasgrün und beim Erhitzen bis i> Aufkochen erfolgt Reduktion; Aurichlorid bewirkt eine braune Trül» 1 "^' welche auf Zusatz von Salzsäure und durch Aufkochen nicht verschwi»" ^ Baryumchlorid, Jodjodkalium, Pikrinsäure verhalten sich indiffer Aether nimmt mit dem Aufguss geschüttelt keine Färbung an. Tinctura Pyrethri flornm. Eine wirksame Tinctur kann nur, wie FlNZE^B berichtet, mittelst starken, am besten 95—98-proc. Weingeist (1 : 10) efl » werden. Diese Tinctur ist mittelst Pulverisateurs oder Refraicliisseurs » wenden. Insecteiiriiuclierpulvcr, Insectairiiuclierkcnclicii gegen Mücken, Mosquitos • bereitet man aus Th. 150 Persischem Insectenpulver, lOOTolubals» 100 Benzoii, 50 Salpeter und 500 Th. Holzkohlenpulver (und Traga^ schleim). Nach einer von MüNCH gegebenen Vorschrift mischt man Th. f Kohlenpulver, 60 Salpeter, 40 Carbolsäure, 250 Insectenp» und Traganth und formt 8gr schwere Candelen. Entomoctlne, Bbeidieth's, ist eine Tinctur aus Spanischem Pfeffer und In' pulver (entoma, Insect). __________ Quassia. Der Bitterstoff des Quassiaholzes wurde bisher in Folge der Üntersuchu krystallisirenden Körper gehalten i>* ,^ ungen G. Goldschmiedt's und H. W'"'".^,-. WiNKLEE's und WlGGEE's für einen II, S. 781), doch ergaben die Forschungen (i. UOLDSCHMiedt s unu n. " --- y eV . die amorphe Beschaffenheit des Quassüns, welches in Form, Consistenz un ^. g halten viel Aehnlichkeit mit einem Harze hat (ph. Centralh., 1878, ». 5 > ^ genannten Chemiker fanden seine Zusammensetzung zu C 10 H l2 O 3 , w ma len Beziehung zum Cubcbin, zur Eugensäure, Ferulasaure vermuthen Iässt, * ^ das mit Aetzkali behandelte Quassiin die krystallisircndc Protocatechusaur Essigsäure als Zersetzungsproducte ergab. _ ters" 0 ^ Das Surinamische Quassienholz ist von Tbädgardh chemisch un j, e ; worden und fand er es bestehend: aus Proc. 9,87 Feuchtigkeit; \' iyjf, t'euclitigücu, • l '"" 17 par- 0,385 organ. Säuren; 0,51 Gummi; 0,265 Quassiin; 1,91 Holzgummi; V ge . arabin; 82,52 Celluloso; 2,43 Albuminolde (davon 0,39 N). Bs *f mittel 1,91 llolzgumnn, -,- e . - °> 39 *>• E E * TS^ 8 ' sammelt an Extracten: 0,88 Proc. mittelst Weingeistes; 0,135 l rolj - paä Petroläthers; 0,26 Proc. mittelst Aethers und 1,16 Proc. mittelst Wasse • ^ Quassiin ergab in 2 Analysen 66,27 u. 60,13 Proc. G und 6,1 ° ^de Proc. 11. Ausserdem fand TßADGABDH noch ein Harz und eine ttuoi Substanz. Quassia. — Quercus. 1029 Extractuin Qnassiae liquidum, 5 Liter destill. Wassers einen Tag hindurch im Dampfbade (bei 100° C.) Öigerirt. Nach geschehener Colatur wird der Rückstand nochmals mit 1,5 Liter «estill. Wasser Übergossen, wiederum einen Tag im Dampfbade digerirt und Unter Auspressen colirt. Die Colaturen werden nach eintägigem Absetzenlassen nl Wrt und bis auf 440—450gr Rückstand abgedampft, erkaltet mit 60gr 90- Proc. Weingeist gemischt und nach zweitägigem Stehen an einem kalten Orte ein er Dccanthation und Filtration unterworfen. Dieses Extract ist in wohlge- SCfl lossener Flasche an einem schattigem Orte aufzubewahren. Von Martin Honigbebger und Halleüb, zweien Ostindischen Aerzten, * Ur u e das Quassien-Liquidextract auf dem Wege der hypodermatischen Injection als Mittel gegen die Asiatische Cholera empfohlen. Bei Anorexien (Ekel gegen Speisen), atonischer Dyspepsie, scorbutischen und ß^fulösen Leiden, inveterirten Dysenterien, krampfhaftem Erbrechen ist die ^assia ein ganz vorzügliches Mittel. Im Klystier beseitigt der Aufguss die A *ariden sofort (Handb. II, S. 781). ,. William Chapell empfiehlt die Quassia - Abkochung als ein Mittel gegen 'e Angriffe der Mosquitos, Mücken, Fliegen, auch als ein Mittel gegen die An- Snffe der Insecten auf die Fruchtbäume und Pflanzen, gegen Mchlthau. Wenn a & sich mit der Abkochung Abends Hände und Gesicht bestreicht, so sollen Cü die lästigen Insecten fern halten (?). Aqua vitae Snrinamensis, Surinam, ist ein magenstärkender Liqueur, bebtet aus 200 Th. Zucker, 150 Th. filtrirtem, kalt bereitetem Quassia-Auf- ^ U88 e (aus 50 Th. Quassia) und 160 Th. 90-proc. Weingeist, aromatisirt 30 Th. Tinctura aromatica. u Qd ?n hl T e(lisc,lel ' Bitterthee 3 Baoksr's, besteht aus 20 Th. Sternanis, 40 Th. Qiiasia 4U Th. Cardobcnedictenkraut. Quercus. Ch, ? 0r * M Quercus (Handb. II, S. 783) ist in neuerer Zeit von mehreren en iikcrn, wie Em, Böttisgeb, Pbunier, Pboctek, näher untersucht worden. q Aufbewahrung. (Handb. II, S. 784.) Der Gerbsäuregehalt geht in der d a 10 ' ( ' or Eichenrinde und anderen gerbstoffhaltigcn Pflanzentheilen während b e ; t Bewahrung und Lagerung zurück, besonders in feuchten Pflanzentheilen, of fici fe " cht er Witterung (Chem. Ztg. 1881, S. 894). Diu Aufbewahrung der »ah 6n Eichenrinde fordert eine genügende Austrocknung und dann Aufbe- stoff,-" 11 ^ ' n Blech- oder Glassgefässen mit dichtem Verschluss. Dass der Gerb- 2. jf in 1(; Monaten von 12 auf 5 Proc. herabgegangen sein soll, wie I.e. • an gejTcben ist, dürfte kaum Glauben finden. j 0l r hemie Ulul Analyse. Zur Reindarstellung der Eichenrindengerbsäure löste \ t ' ^oewe (Ztschr. f. anal. Chem. XX, S. 208) das weingeistige syrupdiYko W Rt in dem 10-fachen Vol. Wasser und vorsetzte die filtrirte Lösung mit ^acl Z bl ' 8 zur Satti £ung, wodurch ein rothbrauner Bodensatz bewirkt wurde. g es 7 | . mel irtägigem Stehenlassen wurde filtrirt und das Filtrat mit Aether aus- ^rcha 611, Nach Beseitigung des Aethers wurde die Gerbsäure bei lauer Wanne Schütteln mit Essigäther in diesm übergeführt, der Verdampfungsrück- 1030 Quorcus. — Eichenphlobaphen. — Flavescln. stand der Essigätherlösung mit Wasser aufgenommen, filtrirt und das Filtrat 1 Exsiccator zur Trockne gebracht. Diese Gerbsäure stellte eine glänzende ro braune Masse dar von der Formel C-, 8 H ;i0 Oi 5 = C 28 H 28 O u .H 2 O, bei 120 ^ trocknet von der Formel C 28 H 28 0i l =C a8 H 24 0, 2 . 2H 2 0, deren Bleisalz C 28 H 28 0 1 4^» = C 28 H 22 Pb.,0 14 .3H 2 0 ergab. Bei Behandlung der wässrigen Losung mit 1- 2-proc. Schwefelsäure oder Oxalsäure bei circa 110° C. durch 8 Tage Diu» sich ein starker Bodensatz von Eichenroth, Phlobaphen, von der Zusam» Setzung C 28 H, 2 O n , also entstanden aus der Gerbsäure durch Austritt von was _• Zucker kam hierbei nicht zur Beobachtung und kann Loewe daher diese U säure (im Gegensatz zu Böttinger's Wahrnehmungen, welcher Zucker in * » der Zersetzung antraf und sogar rein darstellte und als Traubenzucker erkan ^ nicht als ein Glykosid ansehen (man vergl. weiter unten). Den auf Zusatz von fc- ' salz aus der wässrigen Rindengerbsäure abgeschiedenen Niederschlag betra< ^ Löwe als Gerbsäureanhydrid. Er stellte ihn durch Auflösen in Weingeist ^ Fällen mittelst Wassers rein dar. Derselbe entsprach in seiner elementaren sammensetzung der Formel C 28 H 21 0 12 , das Bleisalz der Formel C 28 H 22 PbO t g7 u. f. findet man das Vorstehende ausführlich angegeben. Flavin nennt an das Extract aus der Quercitronrinde (Rinde der Quercus titictoria Wii,ld), p. Eichenholzsägespäne sind als ein Reinigungsmittel von Gefässen und j °hen empfohlen worden, welche fettig sind oder Fett einschlössen. Stanis- j Us Martin hat nach Dobvault diese Entdeckung gemacht. Dazu bemerkt fot(? Eß ' dass schon vor mindestens 60 Jahren in Deutschland in den Apotheken 'ge Gefässe mit Sägespänen des Holzes jeder Art gereinigt wurden, j Schliesskraft des Korkes. Wiesner bestätigte, dass die Peridermzellen v ... Gegensatz zu den anderen Zellen im trocknen Zustande für Luft und Gase j 'S undurchlässig sind. Der aus Peridermzellen bestehende Kork wird also tr ocknen Zustande alle Zeit einen luftdichten Verschluss ermöglichen. e *« (1) Boli adstringentes anti- diarrhoiei vitulorum. Coiticia Quercus Uerbae Absinthii, "«dicis Liquiritiac «adiciB Gentianac ana 100,0 Huiv clm 20 '°- '»erem grossiusculumredactls admisce «y r "pi communis 150,0 Wycerinae q. s., (mir, t masSil , ox qua formentur boli ^"qnagbta (50), farina secalina con- D. S. Täglich dreimal, je nach dem Alter des Kalbes, 1—2 Sti'iek zu geben (gegen Durchfall der Absetzkülber. Besser ist den pulvrigen Tlieil in 25 Th. zufeilen und die Hälfte eines Theiles mit Milch gemischt einzugiesson). Vet. (2) Pulvis antidiarrhoieus vitulorum. IV Corticis Quercus 50,0 Corticis Cascarillae 20,0 1032 Quorcus. — Quillaja. Vet. (3) Pulvis vuluerarius. Corticis Cinnamomi Cassiae 10,0 Eadicis Liquiritiae 30,0. ,-, ,. . ,-, ori A Misee, fiat pulvis grossiusculus. * grt.cm Quorcus 20,0 D. S. Einen gehäuften Esslüffel mit M. fiat pulvis subtilis. Milch zu mischen und einzugiessen (gegen D g _ Zum Eilistre , lcn (in wunde &+ stellen und Wunden). Durchfall.der Kälber). AntifJOnorrhoicum. Gegen Gonorrhöe verkauft ein Dr. med. Wankel in Cöln, welcher in seinen Briefen den Dativus mit dorn Accusativus zu confundiren pfh'-^' für 30 Mark 3 Elasehchcn a 15g einer mit 10 Proc. Tannin versetzten Tinctura aiiKir.'- Canocarpln, Miohea's, ein braunes, aus gerbstoffhaltigen Pflanzenthcilcn bc ivl ~ totes Extract in Pulverform. Die Blätter verschiedener Terminalia- Arten, sowie vo Canocarpus latifolia (?) sollen zur Darstellung dieses als Gerb- und Boizmittel dien 6 den Pulvers verarbeitet werden. Kesselstcinmittel, Kilky's (Chicago), ist ein stark grobes Pulver aus Eich 611 " rinde, Actznatron und Soda, circa 5:1:2 (patentirt). Qiiillaja. Infusum (Juillajae, (jnillaja-AnfgUSS. Die Quillaja wird nicht mit beisse ' Bondern nur mit kaltem Wasser macerirt. Die Zeitdauer der Maceiation w ' auf 24—48 Stunden ausgedehnt. Damit die Bastfasern, welche sowohl am äusseren Haut, als auch auf die Schleimhäute irritirend einwirken, nicht m Colatur übergehen, so soll man die feingeschnittene Rinde in ein Flanellkil"'.' t eingebunden so in das Wasser hängen, dass sie von der oberen Wassers« 11 ■ eingeschlossen ist. Das Gewichtsverhältniss ist gewöhnlich 1 Th. Rinde soviel destillirtes Wasser, dass die Colatur 10 Th. beträgt. ., r Quillaja ist im Aufgusse ein vorzügliches Mittel zum Reinigen a « fl Oelgemälde, indem sie die Lasuren nicht angreift und schädigt, wie e s Seife thut. Im Uebrigen vergi. man Journ. f. pract. Ch. Bd. 17, S. 42. " jW techn. Repert. 1878, S. 235 (1879). . tte l (|iiil],TJatmctur (Handb. II, S. 787) ist als ein Emulgens für solche M^ emiifohlen worden, in welchen ein Bestandtheil Fett oder eine fettartige . stanz ist, oder welcher eine in Wasser unlösliche Flüssigkeit beigemischt ^ ^ Mischungen von Copaivabalsam, Guajakharz, Extractnm Filicis, Extract. v flüchtigen und fetten Oelen wie Terpenthinöl, Rioinusöl etc. mit Wasser ^^ wässrigen Flüssigkeiten versetzt man mit wenig Quillajatinctur. Solche ^ angen erfordern meist nur ein starkes Schütteln, um eine emulsive MiscöB B ^ erlangen (Maisch's Amer. Journ. of Pharm. I, S. 14. Pharm. Central!). ^_ S. 57). Für den innerlichen Gebrauch sollte man diese Mischungen i" cl1 ^ Qt . lassen, weil der hier vorhandene Seifenstoff der Digestion wenig zusagt- ^ LIES empfiehlt die Quillajatinctur in wässriger Mischung als ein dem Wachs der Haare auf dem Kopfe dienliches Mittel. . . » c j, e r Der wässrige Quillaja-Aufguss soll sich nach Coltjer's Angabe bei eis| ^ Pityriasis, chronischen Geschwüren, den Ekzemen der Extremitäten, ub \^ rC li- dem Schweisse der Füsse, Hände, Achselhöhlen etc. vortrefflich bewähren ( der Pharm. 1880, 1. Hälfte, S. 234 u. 235). . 0fl iil»ja- In Mundwässern, Zahnwässern, Zahntincturen ist die W ^ Tinctur ein zweckmässiger Bestandtheil. Man vergl. die Vorschriften aut Handb. II. . gaa" Wasser mit Quillajatinctur versetzt eignet sich zum Reinigen aer ^j. sowohl der Menschen wie der Thiore, z. B. zur Reinigung der Schoosstm weissem Fell. Quillaja. — Rapa. 1033 theiluni 6 ,9 niIla > b "f* ur mit Quecksilber geschüttelt lässt eine höchstfeine Zer- Pflast™ ■ • "^ ZU ' UDd S,)1 ' aUch bei Dar stellung der Salbe und des »»Öglich ° in genDger Q ullb J iltlnctlu ' zusatz di e Tödtung des Metalls schnell er- Aqua apodoiilolica, I. Bennet's Zahnwasser. \\ t Co.ticis Quillajae 20,0. pulverem grossum redactis affunde ölycerinae 20,0 Spiritus Vini diluti 180,0 Olei Gaultheriao « Olei Menthae piperitae ana guttaa 5. Pono per diem tiniim, interdum agl- «»ndo. Deinde filtra. Liquori limpido Spiritus Vini diluti q. s. llt sit pouderis 200,0. II. Mters' Zahnwasser. Vf Corticis Quillajae contusae 60,0 Aquae Menthae piperitae Spiritus Vini ana 300,0. Per aliquot dies maceratis addo Coccionellae tritae 1,0 Aquae Menthae piperitae Glycerinao ana 100,0. Olei Gaultheriae 1,5. Denuo macera per diem uniini, interdum agitando, tum adde Aquao Menthae piperitae quantitatem sufficientem, ut 1000,0 expleantur, postremuin filtra. ßjipa. „. "npsknclicn (Riipsknclicn), die nach dem Auspressen des fetten Oeles als Rilck- , n , a gesammelte Masse des Kapssamens. Sie haben Aehnlichkeit mit den ga eink uchen, sind aber von dunklerer Farbe. Eine Beimischung von Lein- Jj5? n > ebenso eine Beimischung von Rapssamen in den Leinkuchen, wenn diese nicht 11 als Nahrung für Vieh oder als Dünger verwendet werden sollen, wird BitHi alS Cine Verfillscüui) g aufgefasst. Beim Oelpressen in den kleineren Land- len nimmt man es nicht so 2l au ll «d mischt man Leinsamen Um P S8ame n und umgekehrt, p r n " r Material zur Füllung der Sn P - st( '" zu el 'langen. Das zum eine 6n benutzte fette 0el aus dem hat •°^ er < ' ( ' 1 " an deren Samen .^ . --------- ------ ,.. 'Uioh en gleichen Werth, ist sii i er . ltn Geschmack ziemlich Biaa '"^immend. Verfälschungen Th ieimi»"i" 1011 ' 8and > K;llk - Dio Soll d "?g v on gebranntem Kalke grti ne e ? " a Pskuchen eine schöne sieh äi rb<3 rnittll(iile n» wodurch 8che ü fi Bel g i8ch en und Französi- t>a ,j. ^Pskuchen auszeichnen. u ad ,v 6 . Pr «fung dieser Kuchen d,e Jenige der t >omi S ci!" l{ " ,>,1,> ." ' n a S ricult " r » k °- Beziehung überein- mögen auch letztere Steinzellen, kg Keim- Fig. 147. Rapskuchen. «* Ptoinzellen , kg ] gewele *i Kleberaellen, o Oeltroptchen. '& aenR . mö & en ' MU ' h letztere Mu,,,, . reich Aev Besprechung gezogen werden. Chevalt.ter lässt zur Unter ö ein Stück des Kuchens zerreiben und mit warmem Wasser mischen sc 1034 Rapa. — Rapskuchen, Leinkuchen. Fig. 148. Q Querschnitt «Aakk gefunden hat. gehört nicht zu den Glykosiden, wie au a- " ------------- DaS Ratanharoth > ßatanhaphlobaphen, entsteht s dieser Gerbsäure unter Abspaltung eines Mol. Wassers und hat die Formel (!) Bisinuthum rataiihitniinicniii. * Acidi ratanhitannici 200,0 n ßismuthi oxydati hydrati 60,0. un terendo mixtls affunde m A quae destillatae 150,0. ,l38i ' leni calore exsiccetur. nich' ese . s Ratanhitannat ist in Wasser 8j» „löslich, giebt aber damit eine emul- s isaliniiclii! Flüssigkeit, welche nur lang- ' lm emen Bodensatz bildet. (2) Glycerntnm Ratanhac. Glycere d'extrait do ratanhla. L E xtracti Ratanhao 10,0. 0lv e terendo in ft Wycerinae 10,0. "lycerati simplicis 80,0. (3) Liq uor injeetorius Bismnthi ratanhitannici TllANDAFlRESOU. Mi g0 * i ! I ? utMi ratanhitannici 10,0. 'Usco cum Agi t ^ Ua e destillatae 240,0. teüoff 1 lloram dimidiam, tum per lin- D. S. Zu 4—5 Einspritzungen innerhalb zweier Tage (gegen Gonorrhoe). II. r? Bismuthi ratanhitannici 10,0 Glycerinae 30,0. Conterendo optimo mixtis adde Aquac destillatae calidae 210,0. Liquoren) agitatum post horam onam per linteum funde. D. S. (wie bei I). (4) Liquor papillaris. Brustwarzenliniment. IV Extracti Ratanhac 2,5. Solve in Glycerinae 15,0. Tum admixtis Mucilaginis Gummi Arabici 30,0 Aquae destillatae 200,0, adde Plumbi acetici 5,0 soluta in Aquae dostilatae 30,0. (Simon & Waldenburc} geben in ihrem Handbuehe an: Extr. 1,0; Aq. 240,0; Mucilag 30,0; Plumb. acet. 5,0.) Resorcina. Du ^ R csorcina, Rcsorcin, Parabioxybenzol (C 6 H 6 0 2 oder C f ,H,[OIl] 2 = 110) ist ein r atl( / rox ylbenzol, während die Carbolsäure als Monhydroxylbenzol (Bj 0 j ' Es ist mit dem Hydrochinon (Orthobioxybenzol) und dem Brenzcatechin Vsl ,? nzo1 ) Corner und kann in verschiedener Weise dargestellt werden, 1. ß. „.. n Einwirkuno- Hplimpl'/Pnilpn Antvtoiia ,, ,if die Gummiharze wie Ammoniak- ^^"".^'"wirkung schmelzenden Aetzkalis auf die Gummiharze wie Ammoniak- farai !q v ' Galbanum > Asa foetida, ferner auf Akaroidharz, Ostruthin (S. 571), J ocl Pheuol, Parachlorbenzolsulfosäure, Parabrombenzolsulfosäure etc., auch 1036 ßeaorciiiii. — Parabioxybenzol. durch trockne Destillation des Extractes aus Brasilicnholz. Es wurde von Hlasiwbtz und Barth 1864 entdeckt. Der Namen Resorcin setzt sich **" sammen aus resina (weil aus Harzen darstellbar) und Orcin (einem Orsenie- Stoffe, welcher mit dem Resorcin Aehnlichkcit hat). Die Darstellung aus dem Ammoniakgummiharz ist folgende. Dieses mit Weingeist extrahirt, der Verdampfungsrückstand der Tinctur, das Harz, mit 3 Th. Aetznatron geschmolzen, bis das Aufschäumen aufhört, die Schmelz in Wasser gelöst, mit Schwefelsäure neutralisirt und das Resorcin mit Aethe ausgeschüttelt oder die neu trau sirte Flüssigkeit im Vacuum eingedampft und de Rückstand mit Aether behandelt. In den Aether zugleich übergegangene fe> Säuren werden mittelst Aetzkalkes oder Actzbaryts gebunden und beseitigt. D ar< Sublimation oder Destillation wird das Resorcin gereinigt. Diese ist so ern« 1 ^ richten, dass der Dampf nicht hoch zu steigen hat. Durch Auflösen in " el1 geist kann es weiter gereinigt werden. Die Ausbeute beträgt 1,5—1>6 ?'. von der Gummiharzmenge. Zumeist wird es aus dem Brasilin dargestellt o aus der Benzoldisulfosäure, C 0 H 4 (SO 2 . OH) 2 , dargestellt durch Einleiten der BeO*£ dämpfe (1 Th. Benzol) in (4 Th.) conc. Schwefelsäure, welche auf 240° 0. e hitzt ist. Diese wird mit Kalkerdc neutralisirt, das Kalksalz mit Soda zeT 8 und das benzoldisulfosäure Natrium in eisernen Töpfen mit der fünffachen W e ° Aetznatron geschmolzen, wobei Resorcin und Natriumsulfit entstehen C ß n 4 auf 100.0 Wasser. Eine Tagesgabe von . r >,0 hält- Ä.NDKER für eine Maxi- il|( 'osis. Rösorcinlösungen zum Tränken der Verbandstoffe. 1,5-proc. lkg Gaze (= 30m) erfordert 15g Resorcin, l. r > S - S66 - ^8 Ji| n 'S (1 Minuten nach Einführung von 2—3g treten Schwindel, Ohrensausen, 6 tnd Uni Stes Allimcn, Gcsiehlsröthc, Schweiss ein und der nur kurze Zeit dau- u a j e Temperaturabfall im Verlaufe einer Stunde beträgt 2 — 3° C. neben Ab- Stii f '''' Polsfrequenz um mehr als ein Drittel. Diese Wirkung dauert 2—3 h,.' e n. Der Resorcinharn färbt sich wie der Phenolharn an der Luft dunkel ra «nschwarz. ]j , er Anwendung des Resorcins stehen zwei Nebenwirkungen entgegen: hef« 8 d, ' in Schweissausbruche vorausgehende Excitations-Stadium, welches unter v ei . lä geri Delirien, Zittern der Gliedmassen, gesteigerter Respirationsfreguen* etc. fieb er uud 2 ) ein hoher Grad von Collaps nach dem Schweisse und der Ent- lLi? ' Ab dominaltyphus, acutem Gelenkrheumatismus, nennt es aber ein Wech- Von vortrefflicher Heilwirkung Blasenkatarrh. Bei acutem . " en > dem ^aluv,,. 8elf,J )e ' Abaominaltyphus, acutem Gelenkrheumatismu fa nd A ei ' a, ' tidot (Me(L Neuigk. 1880, S. 27G, 277). Vc *»öEEa das Resorcin bei Blasenleiden, bewnders 1038 Resorcina. — Rhoum. Blasenkatarrh genügten 2—3 Injectionen einer 5-proc. Resorcinlösung, bei cM°" nischem Blaseneatarrh diejenige einer 5—10-proc. Lösung. 5 g Resorcin in was riger Lösung auf einmal in die gesunde Blase eingeführt wurden ausnehme gut vertragen. Dujardin-Beaumetz und Callias konnten mit dem Resorcin innerlich a« gewendet keine nur einiger Maassen erhebliche Heilwirkungen erzielen, eher gegen beim äusserlichen Gebrauch (Archiv d. Pharm. 1881, 2. Hälfte, S. 3M* Soltmann hat das Resorcin bei Cholera infantum von vortrefflicher "'V ung befunden (Bresl. Aerztl. Ztschr. 1881, Nr. 11). Bei Behandlung mit »* trum benzoicum erreichten die Todesfälle 34,7 Proc, bei der Behandlung m Resorcin nur 15,4 Proc. Haab empfiehlt eine 2-proc. Resorcinlösung als Prophylacticum gegen 1> norrhoea neonatorum. Täglich 1—2-mal ein bis zwei Tropfen in das Aug e bringen. . Dr. Jiistus Anüeek's monographische Abhandlung: Einleitende St llf ' über das Resorcin, gr. Oct. 74 Pag. 1880 (Stuber's Buchhandlung Würzburg) ist der Beachtung zu empfehlen. In dieser Schrift ist das Verns des Resorcins zum Organismus des menschlichen Körpers und die Anwendung Arzneistoff und Antisepticum tief eingehend behandelt. Ueber die Abkömmlinge des Resorcins haben F. TiEMANN Parrisius, Ber. d. d. ehem. Ges. XIII, S. 2354, eine ausführliche Arbeit öffentlicht, im Auszuge: Chem. Centralbl. 1881, S. 133. Ueber die ** •# Stoffe des Resorcins findet man eine Arbeit von Weselsky und B EN15DIK ri c o- Monatsschr. f. Chem. 1880 S. 88G; pol. Journ. 239, S. 482—487; ehem. tralb. 1881 S. 462 und 478, und über Resorcyanin (Resocyanin) von ^" und ^' ver- BKEÖ in chem. Centralbl. 1881, S. 629. (1) Emnlsio Kcsorcinae. IV Resorcinae 1,0 (—2,0) Emulsionis Amygdalarum 100,0 Syrupi Aurantii corticis 30,0. M. D. S. Zweistündlich einen Esslöffel. (2) Mixtura resorcinica Ahdbbr. \y Resorcinae 1,0 (—2,0). Solve in Aquae destillatae 100,0 Syrupi Aurantii corticis 30,0. D. S. Zweistündlich einen Esslöffel. (3) Tinctura rnlneraria resorcin ata. Resorcin - Wundessenz. ty Resorcinae 2,5. Solvo in Glyecrinao 10,0 , , n Q Tineturae Benzoes compositao w, • D. S. Einen Löffel voll mit 2 L" ,„„1 Wasser zu mischen (zum Vertan u e) . fo jgt Sffel« Auswaschen der Wunden, auffallend schnell). Heilung' (4) Ungnentnm JJesorcli""'' Resorcin-Heilsalbe. Vf Resorcinae 2,5. Soluta in Glycerinae )!,0 niisce cum Unguenti Zinci Unguenti basilici 2'-,0 I). S. Salbe zum Wund-Verban^ RllCUm - , «**» Die Mutterpflanze der officinellcn Rhabarberwurzcl ist bisher ffle lirei' e mit voller Sicherheit gekannt. Es unterliegt keinem Zweifel, dass e3 ^ en)1 d* 0 Rhabarberarten sind, welche die officinelle Rhabarberwurzel liefern- ^.^ »o Angaben des Reisenden, des Russischen Generals Przewalski, ric . nt1 ^ w0 lß ,ie3 entstammt die Chinesische Waarc dem Ehoum palmatum Tanguttcunh^ $ 0 r in der Provinz Gansu um den See Kuku-nor wächst, und nach V Kheum. — Java-Rhabarber. 1039 Wshnngen dem Rheum officinale Baillon, welches im südlichen Tibet einheimisch ist. Wenn diese Species bei uns in Europa eultivirt nicht Wurzeln hervorbringen, "•e der officinellen ähnlich sind, so sind, wie auch Herm. Werner (Breslau) annimmt, allein die klimatischen und die Boden-Verhältnisse Schuld daran (ph. ^entralh. 1881, S. 56). Javanische Rhabarberwurzel existirt, wie J. H. Schmidt (Ztschr. d. Oesterr. *P- Ver. 1878, S. 128) berichtet, in 3 unter sich etwas abweichenden Sorten. le ist kegel- oder rübenförmig, an einigen Stellen mit dunkelbrauner Rinde "eckt, an anderen Stellen weiss und roth marmorirt. Der Querschnitt zeigt om Centrum nach der Peripherie verlaufende Strahlen nebst rothen concentrischen ' n gcn. Der Cambiumring ist dicht, dunkelbraun, harzartig, 1,1—1,5 mm dick. J e dem Centrum naheliegenden concentrischen Ringe sind hellroth und wechseln „'' Selben ab. In etwaigen, in Folge des Trocknens entstandenen Spalten ' n üen sich weisse glänzende filzartige Fäden. Die Längsschnittfläche lässt in er Mitte regelmässige, zum Theil mit Chrysopliansäuio gefüllte Parenchymzellen ""kennen. Geruch und Geschmack sind wie bei der Chinesischen Waare, nur >e Wirkung soll nach V. Vogelpoel (um i / i ) schwächer sein. Während die hinesische Waare 12,15—12,24 Proc. Asche ergab, lieferte die Javanische nur pl~7—6,91 Proc. Die Chinesische Waare enthielt Rheotannsäure 2,106 Proc, jysophansäure 4,7 Proc, die Javanische dagegen Rheotannsäure 0,43 Proc. J*. Chrysophansäure 1,646 Proc. Dieser Umstand erklärt die schwächere Wll 'kung. « Dragendorff untersuchte 5 verschiedene Rhabarbersorten (Pharm. Ztschr. •' Russl.j Jahrg. 17 No. 3 u. No. 4 und Jahrosber. üb. d. Fortschr. d. Pharm. . ,?• XlII ? g. 74). Die Resultate dieser Analysen gewähren einen klareren Ein- tf in die Bestandteile dieser von so sehr verschiedener Qualität in den a ndel kommenden Droge. Die mit * bezeichneten Theile wären vielleicht bei p,'Buchungen fraglicher Rhabarbersorten zu verwerthen. In einer Russischen 3 2ß barber fand Dragendorff 8,27 Pro«. Asche, 8,4 Procent Stärkemehl und ' 8 Proc. Oxalsäure. Analyse 1878 C c «tigkeit . . . . >*e...... Ar lf m > in Wasser lösl. "tonsäure, in Wasser Moscowit. Rh. 1860 9,52 8,27 3,35 '1 sll ch, durch Alkohol Pa J^abinsii V llr! *in (?).... l J(!ll »lose J''cker .;■•*• U ^ tan ^ leicht lösl.' in passer und Alkohol CaS h J drat? ) • • C 1 "*« • • • »J Me l»äure . Xals ä»re ( M Ca geb.) 5,82 3,82 3,91 8,40 7,45 5,55 2,70 5,25 0,04 3,28 Chines. Uli. 1877 11,25 6,32 1,58 6,43 5,70 2,10 6,20 7,64 4,29 6,47 4,88 1,09 4,59 Rlioum palmatum 1873 10,35 24,05 1,71 3,17 2,57 3,54 Engl. Rh. 1866 11,09 3,20 2,55 8,32 3,22 1,95 6,32 16,50 4,91 4,29 3,94 4,40 7,41 2,0.'* Spur 4,19 8,21 2,50 0,17 1,12 Sibirisch. Rh. 8,69 10,38 3,08 2,01 8,47 3,06 11,95 8,61 3,66 1,95 2,26 1,24 2,15 1040 Bheum. — Tinct. Rhei. — Rheump.ipier. Analyse 1878 Moscowit Rh. Chines. Rh. Rheum palmatum Engl. Rh. 1860 1877 1873 1866 Freie Chrysophansäure, in Petroläther löslich. fehlt Spur Spur Spur Chrysophan u. Gerbstoff 17,13 14,17 8,22 4,83 Emodin, Erythroretin, Phäoretin etc. . 1,13 1 1,18 Schwarzbraunes Harz, f 1,15 5,89 kryst. lösl. in Alkoh. 1 u. Aether .... 1,00 ) 2,59 [ Weisses Harz, kryst., unlöslich in Alkohol, löslich in Aether . . 0,15 0,70 0,49 2,32 Fett ....... 0,05 0,15 0,32 0,17 Albuminöse Substanz 4,37 4,39 4,33 3,17 Paracellulose, Vasculose Pectose, Lignin etc. . 18,81 10,90 8,68 16,10 Sibirisch. Rh. 1,01 7,84 6,29 2,75 Sp" r 3,92 10,72- liest:« 1 ' i- Die Chrysophansäure scheint der hauptsächlich wirksame theil der Rhabarberwurzel zu sein (v. Schroff). Prüfung. Den auf S. 802 und 803, Handb. II, angegebenen Methode» * Prüfung kann noch die Bestimmung der Asche und des Chrysop i Säuregehaltes hinzugefügt werden. Die Asche sollte nicht unter 8 1 >10C ' ^ ,'soi»^ der Chrysophansäuregehalt nicht unter 3 Proc. herabgehen. Zur Bestn et** ,st ' der Chrysophansäure wird die grob zerstossene Wurzel (10g) mit a^so Weingeist (circa 100 ccm), welcher mit 4 Proc. conc. Aetznatronlauge verset: in der Wärme extrahirt, der Auszug bis auf '/ 4 Vol. abgedampft, mit ßssig ^ sauer gemacht und nun eingetrocknet. Der zerriebene Rückstand ffll< ^\i kaltem Benzol extrahirt. Der Benzolauszug hinterlässt eingetrocknet die 1,H ( J( ^. Spuren Harz verunreinigte Chrysophansäure (Chrysarobin. Ergänzungsb. "• Das Extractum Rhei Ph. Austriacae bildet ein trockncs Pulver. • ht d e Tinctni'ii lihoi aqnosa. Die Vorschrift zu dieser Tinctur entspricht nie ^ Verhältnissen und den wirksamen Bestandtheilen in der Rhabarberwurze Chrysophansäure ist in Wasser sehr schwer löslich und die Kohlensäure ■ /U sie aus dem Alkalicarbonat, welches ein Bestandteil der Tinctur ist, °* ujeu* verdrängen, um sich mit dem Alkali zu verbinden, sie wird sogar durch ^ säure aus ihren Verbindungen abgeschieden. Jedenfalls wäre es riehtig > ,. ^j 10g Kaliumcarbonat eine Mischung aus 4g Kaliumcarbonat und 4g *® . 0 efib nehmen, wenn ein stärkerer Weingeist-Zusatz zurückgewiesen wird. . or kte" dieser Vorschrift hergestellte Tinctur bleibt klar und bildet in dicht ver ^ Flaschen keinen Bodensatz. Dieser Bodensatz ist immer ein Beweis, gute Rhabarberwurzel verwendet wurde. ,^. Reagenspiipicr mit Illieiini, Rlieninpapicr ? Rhakrbcrpapier lässt sich ("^fgusä ckUe's Angabe) dadurch herstellen, dass man einen concentrirten kalten ^ & von guter Rhabarberwurzel in 2 Theile theilt, den einen Theil A m 'jj 0r u»ii rfl Tropfen Aetzammon, den anderen Theil B mit etwas verdünnter Phosp p^pjer mischt, mit den Flüssigkeiten Fliesspapierstreifen tränkt und trocknet. g igt A ist purpurroth und wird mit sauren Flüssigkeiten benetzt gelb, 1 a P gelb und wird mit alkalischen Flüssigkeiten im Contact purpurroth. Rheum. — Ribes. Ricinus. 1041 (1) Elixirium sacrum. Elixir sacre. Elixir aller Heiligen. Tinctura Aloe's cum Rlieo. * Radicis Rhei concisae 100,0 Aloes 25,0 Seminis Cardamomi 20,0 Kali carbonici 5,0 Spiritus Vini 300,0 Aquae destillatae w Aquae Cinnamomi ana 150,0. «cera per octo dies, tum filtra. (2) Linctus Rhei v. Gietl. Tinctura e Rhei aquosae 90,0 Mellaginis Graminis 60,0. M. D. S. Alle 3 Stunden 1 Esslüffel. (In 2 Tagen zu verbrauchen bei Gelbsucht in Folge der Entzündung der Gallenwege, Icterus catarrhalis. Behufs gelinder Leibesöffnung nur Morgens und Abends einen Esslöffel voll.) (3) Linctus Khei aromaticus (Tode). iv Extracti Chinae fuscae 5,0. Solve in Aquae Cinnamomi . Syrupi Sacchari ana 10,0. Tum adde Tincturae Rhei aquosae 40,0 Tincturae aromaticae 2,0. D. S. 3—4-mal täglich 1 Theelöffel (bei Scrophulosis). -. „Bielefelder Tropfen, BanSi's-, ein Gemisch aus Tinct. aromatic., — Absinthii, te- " e ntianae, — Rhei comp, ana, entsprechend einem weingeistigen Auszüge aus „ lll| uth, unreifen Pomeranzen, Rhabarber, Cascarille, Gewürznelken und Enzian- Urz el. (Hager, Analyt.) b er ? an delion and Quinine IJilious and Liver Pills, King's, bestehen aus Rhabar- r > Aloi ; und bitteren aromatischen Extracten. (Ew. Geissler, Analyt.) Co Kräuter-Essenz, Barthelemy's, ist nach Riciiter's Angabe eine Tinct. Rhei ölen os ' ta i n;lc '' Angabe Anderer wahrscheinlich eine Tinctur, welche auch Bestand- Ue von Hex Paragnayensis enthält. Vergl. unter Hex, S. 570. (j. Mariazeller Magen tropfen, C. Brady's. Eine Tinctur aus Rad. Galami, — j-.ywanae, — Rhei, — Zedoariae, Fruct. Anisi, — Foeniculi, ana 10,0, Aloes 5,0, Ben- es 7 ,5, Baisami Tolutani 10,0, Spiritus Vini diluti 600,0. g a Bhabarberpillen, Blume's, sind den STRAHL'schen Hauspillen I ähnlich ^vergL Riocs. 8 c i "j rn P1S Ribinm nigromm, Handbuch II, S. 810. Dieser Syrup wird in der q w eiz und dem südlichen Frankreich unter dem Namen Sirop de Cassis, Ssi ssaft, so gebraucht wie bei uns der Himbeersyrup. Aus dem Safte der °eer jj (, n von Ribes nigrum bereitet man auch einen Liqueur, bekannt unter dem ™ en Liqueur de Cassis. V |. Polia lübis nigri, Johannisbeerblätter, Cassistbec, werden in Frankreich , als Hausarznei angewendet und zwar als Schweiss treibendes und Gicht ver- tre,h e»des Mittel. Ricinus. Do lic] >Jer eigentlich purgirend wirkende Tlieil im Ricinusöl besteht wahrschein ij, L! na ch Angabe eines Chemikers NN) in einem Harze, welches unbedeutend j. «'cinusöi löslich ist. Werden die Samen lieiss gemacht ausgepresst, so wird W B Harz i" grösserer Menge gelöst und dieses heiss gepresste Oel wirkt kräf- Ct, als das kalt gepresste. Wird das Oel mittelst Aethers, Schwefelkohlenstoffs, l0r °forms extrahirt, so geht die ganze vorhandene Menge Harz m das Oel ager Pharm. Praxi». Suppl. 66 1042 Ricinus. 01. Aleuritis. über und dieses wirkt schon in Gaben zu 10 g stark drastisch. Das nur in se geringer Menge vertretene Harz frei von Oel abzusondern, wollte nicht geling e ,' Dass Ricinusöl äusserlich angewendet, in den Unterleib eingerieben, dann n> Leinen bedeckt Leibesöffnung bewirkt, haben Niciioll und Hilliard (Br* s Med. Journ.) bestätigt gefunden. Uebrigens hat der alte berühmte Arzt HE (Berlin) schon vor 50 Jahren Ricinusöl zur Beförderung der Leibesöffnung m ( Unterleib einreiben lassen (vergl. auch Handb. I, S. 934 Linimentum Colocyntni Heim). In neuerer Zeit findet man die Angabe, dass Ricinus ein Haarwuc mittel sei, was ebenfalls eine alte bekannte Sache ist (vergl. Handb. II, "• ' Ol. Crinale album). T Ricinusöl bequem einzunehmen. Hierzu hat man verschiedene Schriften gegeben, z. B. man soll 1,5 g Weinsäure in circa 100 g Wasser . 1 4—5 g Zucker und circa 30g Orangenschalensyrup hinzusetzen. Darauf S . man die Dosis Oel und rührt 2 g Natriumbicarbonat darunter, um sofort die schäumende Flüssigkeit zu trinken. Diese umständliche Procedur dürfte scn lieh vorgenommen werden. Einfach und bequem ist es, in 1 / 2 Tasse w al Kaffee oder Thee einen Löffel des Ricinusöles zu giessen, umzurühren un trinken. Wesentlich ist es, das dickfliessende Oel dünnflüssig zu machen, ja die Wärme des Kaffees bewirkt. .. p. Das Ricinusöl wird in Nord-Amerika an einigen Orten zur Leuchtgas cation verwendet. ,jjj, Ricinusöl in elastische Gelatinecapseln gefüllt ä 15,0g, Preis 0,2 . p 1000 Stück 60 Mk. Das Stück gefüllt ä 10,0 g, 1000 Stück 45 Mk., liefe gg. sehr guter Qualität die Firma Koims & Co. (Gerves), Altona, Bürgerst?- Kei' zP " Aleurites triloba Förster, Aleurites Molluccana Willdenow, °- ^ nussbaum, Firnissbaum der Sandwichinseln, eine auch auf den Mollukken, ^ Sunda- und Gesellschaftsinseln einheimische Euphorbiacee. Dieser Baum wi den Antillen und Reunion eultivirt. . Ölenm Aleuritis triloba e, Ketunol, Bankuliil, Kencnnussöl, das ^ Auspressen gesammelte Oel aus dem Samen, welcher circa 60 Proc. e ^ Es ist klar, gelb und von mildem Nuss-Geschmaeke, wie Leinöl austrocken ist daher auch wie Leinöl als Firniss verwendbar. . ujiclie 0 Das Bankulöl wirkt dem Ricinusöl ähnlich. Zur Erzeugung eines reic ^ starken Stuhlganges genügt eine Dosis von 15 g. Bei Verstopfung nn ft0(J j, zeitigen Schmerzen im Unterleibo wendet man neben einer innerlichen D° , g jj eine Einreibung mit diesem Oele in Form eines ammoniakalischen Lini ^ ^9) den Unterleib an. Nach E. Heckel's Angaben (pharm. Centralh. 187 6 J, j^ls, ' auf &r ist die Wirkung des Bankulöles keine andere wie die des Olivenöls und _ f rß und müsse man zur Erzeugung eines copiösen Stuhlganges die Dosis bis bis 60 g erhöhen. pure lifall Nach den Notizen in Rosenthal'b Synopsis bewirken die Samen ;„ und Koliken, geröstet seien sie wohlschmeckend und nicht nachtheihg > . $# grosser Menge genossen berauschend und aphrodisisch. Der Pressrück s ^^^ch Oelkuchen, enthält nach Heokel die purgirend wirkende Substanz, ^.^.„„g dürfte das mittelst Aethers extrahirte Oel auch die kräftigere eröffne JL^en $ e ' äussern. Die Samen mittelst Dochtes aneinander gereiht werden als d- se hr braucht (daher der Name Kerzennussbaum), jedoch soll die Flamme e ^ nJje iiBiel> unangenehmen Geruch verbreiten. Auch andere Umstände lassen (vergl. 1. c), dass das Oel Schwefel enthält (Hauer). Ricinus. — Eosa. Rosenöl. 1043 (1) Pasta Olei Ricini (Starke). 5f. Olei Ricini 20,0. Ml sce cum Pulveris Liquiritiae compositi 10,0 Yel - 1- s., nt hat pasta mollis. g.r- 8. Ein Theelöffel voll zu einem "ge-chen geformt zu nehmen. (2) Pasta Olei Ricini saccharata (Sharke). fy Olei Ricini 20,0. Misce cum Sacchari albi pulverati 50,0 vel q. s., ut Hat pasta mollis. D. Auf 2—3-mal den Tag über zu nehmen. w'ih . Ban ^wurmmlttel, Mohrmann's. Dasselbe ist bereits im Handbuch I, 1098, er- ni'it \>- • ne s P atere Untersuchung ergab: Von 2 Fläschchen (6 Mk.) ist das eine Urin lnusül ( für reichere Leute mit Alkanna rothgefärbt) gefüllt, das andere enthält *natwurzelrinden-, Filixextract und Santonin in Lösung. (Langbeck, Analyt.) llOSJI. f oth Rosae (Handb. II, 8. 816). Dass die Petalen der Rose mit Fuchsin- p gefärbt oder in der Farbe verbessert im Handel vorkommen, dass man die al a R osae ce ntifoliae dunkelrotlifarbig angetroffen hat, ist Thatsache. Zur Er- ü , nun g giebt man einige Petalen in einen Trichter, drückt sie etwas zusammen Aet- § ' eS8t Wein g eist darüber. Dieser tropft gefärbt ab. Die Colatur wird mit t rä z ^ mm on im Ueberschuss versetzt und etwas weisses Wollenzeug damit ge- f ich •' ^™£t man das Wollenzeug in eine Essigatmosphäre, so färbt es sich 08l nroth. Diese Färbung ist als grobe Täuschung aufzufassen. ^ . ^ en rothen Farbstoff der Rosenblumenblätter schied Sbnieb in folgender e !" p ab - (Pliarm. Journ. and Transact. Vol. 7, Nr. 346, S. 650.) Die trock- „• "etal"- 16 d anr, , setzt a * dadurch entstandene grüne Niederschlag mit Weingeist gewaschen und ^ e talen befreite er mittelst Aethers vom Quercitrin und Fett und extrahirte mit Weingeist. Der weingcistige Auszug wurde nun mit Bleiacetat ver- 1^. , ^ soviel Schwefelsäure versetzt, dass diese nicht ausreichte, mit dem vorbei } 6nen *^ e ' vollständig Sulfat zu bilden. Der Farbstoff, welcher einer Säure r %' W ' rd in Berührung mit Säuren intensiver farbig, durch concentrirte Mine- Itfy r ° n > Chlor, Aetzalkalion aber zerstört. Mit Kalium und Natrium bildet er ^allisirende Salze (Jahresb. über d. Fortschr. der Pharm, etc. XII, S. 186). H ac r er Crlykosegehalt der trocknen Rosenblumenblätter beträgt circa 25 Proc, "Oussingault 26 Proc. Saccharose ist darin nur in Spuren vertreten. Qu . ™lil Rosac rnbrae. Die adstringirenden Bestandtheile sind Gerbstoff und d as . ln ; Sie enthalten ferner gegen 20 Proc. Invertzucker, Cyanin, zwei Fette, 1110 in 85-proc. Weingeist löslich, das andere darin nicht löslich. bjy In ctura Rosae pctalorum recentinra. 1000 Th. der frischen Rosen- tl 'M; , 6n Blätter werden in einem steinernen Mörser (in keinem eisernen) con- *ird' rt llnd mit 500 Th. 90-proc. Weingeist gemischt. Nach 24 Stunden aus gepresst und die Colatur einen Tag später filt'rirt. «cht e , 0leam ßosae > ß« 8 « 11 » 1 (Handb. II, S. 818 u. f.). Das spec. Gewicht des v 4n, türk ischen Rosenöls ist 0,830 bis 0,840 bei 17,5» C. (Hagek). Che- ^tztfi giebt °> 832 bis °> 837 > Aua VoGL 0 > 8 ? bis °> 89 aB > ebeDS0 Flückiger - befl re Angabe bezieht sich jedenfalls auf ein Französisches Rosenöl. Diese sehr 8t «aro f de Abw eichung ist aber nach anderer Seite hin erklärlich, weil der ßefttnfl gehalt cin solir verschiedener ist und zwischen 7 und 60 Proc. liegend gr 0s " e » w urde. Wenn der Fabrikant oder der Kaufmann Rosenöl aus dem \] H n Gefässe ausgiesst, ohne dass dessen Inhalt total flüssig gemacht war, so Uas abgegossene Oel ein anderes spec Gewicht zeigen, als das in dem 66* 1044 Rosa. Rosenöl, Prüfung. Gefäss zurückbleibende. Dem südfranzösischen Rosenöl dürfte ein spec. Gewicn von 0,840—0,850, dem nordfranzösischen Oele ein spec. Gewicht von 0,850 w 0,870 zukommen. TT In der HAGER'schen Schwefelsäure-Weingeistprobe (Handbuch > 8. 819) soll eine ziemlich klare Lösung entstehen, welche auch zum A u kochen erhitzt beim Erkalten klar oder doch höchst unbedeutend trübe o besser fast klar erscheint und eine bräunliche Farbe zeigt. Eine trübe * l sigkeit oder eine himbeerrothe Farbe deutet auf beigemischte fremde Oele, bes ders auf Oleum Palmac roseae, dessen spec. Gewicht meist 0,895—0,900 betrag' Eine solche Beimischung wird also auch das spec. Gewicht des Rosenöls erhöü • Da dieses fremde Oel den Erstarrungspunkt herabdrückt, so liegt auch ein Zus von Ozokerit, Wallrath, Paraffin oder Naphtalin nahe. y •.. Wird von dem Rosenöl ein Quantum von 6 — 8 Tropfen in einem lieaä ? iie cylinder mit circa 3ccm Aether (0,728 spec. Gew.) gemischt, so erfolg fc f- farblose klare Flüssigkeit. Setzt man nun 0,75 — l,25ccm cone. Sc-kwe säure behutsam eintropfend hinzu, so erfolgt ein Aufkochen, was aber 8 aufhört, und unter Schütteln, dann Stehenlassen bilden sich zwei Schichten, obere farblose Aetherschicht und eine gelbliche (nicht braune oder br d unk 1 farbig, so deutet dieselbe auf einen Gehalt an Ol. Pelargonii rosei oder Gr-- kelgelbbraune) untere Säureschicht. Wäre diese Säureschicht sebr Uli "" ... Graui«* 0 .. Eine farbige Aetherschicht deutet auf eine Verfälschung, welche noch nicht erkannt ist. Eine gelbe Aetherschicht deutet auf Geraniumöl. . ,, e . Die erkaltete Mischung der conc. Schwefelsäure mit Rosenöl in der feisäure-Weingeistprobe muss den Geruch nach Rosenöl, nicht aber einen u nehmen Geruch, wie etwa einen solchen nach altem fettem Oele ausduften- Rosenöle aus England und dem nördlichen Frankreich enthalten J Proc. Stearopten, schmelzend bei 29—32° C., Oel aus dem südlichen F ra £„ afln öl Rosenöle aus England und dem nördlichen Frankreich enthalten ° -^ . Stearopten, schmelzend bei 29—32° C, Oel aus dem südlichen Fva ^ seD öl enthält 35—42 Proc. Stearopten, schmelzend bei 21 — 23° C, Türkisches* ^ soll nur 6—7 Proc. Stearopten enthalten, schmelzbar bei 10—18° 0. (HAH p a Hager fand in zwei Türkischen Oelen 43 und 46 Proc. Stearopten- ^ das Stearopten ohne Geruch ist, so setzt es den Werth des Rosenöls um herunter, je grösser der Gehalt daran ist. . . eS #o- Um zur Untersuchung und Prüfung des Rosenöles zu schreiten, ] j Wesentlich, das Gefäss (Blechgefäss), worin sich das zu untersuchende RüS jj ; flflä- findet, so lange einer lauen Wärme auszusetzen, bis sein Inhalt v0 " s -u r de' 0 sig geworden ist, dann das Gefäss sanft zu agitiren, um die Mischung 0 pteP' Elacopten angehörenden flüssigen Thoile mit den flüssig gewordenen __ £()<$& theilen zu vollenden. Nun giesst man ein Quantum des Oels in eine /yj ( | : uin fassende, cylindrische, gläserne Flasche ab und lässt dasselbe erstarren, ^ ]j6 j U i unter Erwärmen in der Hand zu beobachten, wie sich die starren ^j^ic»^ Flttssigwerden verhalten. Diese starren krystallinischen Theile sind o Q ^ e t klar und schwimmen während des Flüssigwerdens am ^ lV -f iese8 Vo*" in der oberen Schiebt der Flüssigkeit, sind also während ß 0S en ö1 ganges leichter als der flüssige Theil. Wenn man das flüssig S ew ° rde vo0 Kr?' wieder erstarren lässt, so beobachtet man die erste P>ildung pie stallen innerhalb der oberen Hälfte der Flüseigkei erstarrenden Theile steigen also als spec. leichtere nach Oben. rungstemperatur liegt zwischen 14,5 und 18° C. y mi Ferner setzt man von dem flüssig gewordene Oele 3—5 rrop < . u : Glasgloke dai ttels* d Glasstabes neben einander auf ein Objectglas, stellt eine GlasgioKe »- gt)1)n e» überlässt das Objectglas 8 -10 Tage sich selbst, natürlich vor & 1< £ r Zeit «' licht und Wärme geschützt. Diese Oeltropfen bewahren während Rosa. Rosenöl, Prüfung. 1045 Jpgenschaften, welche sie am ersten Tage zeigten. Nach mehreren Tagen ist jjer flüssige Theil verdunstet, der krystallinische Theil bildet aber klare wasserhelle hellsichtige Krystalle. Diese werden weder trübe noch weiss lieh oder ei ss, noch erfahren sie während dieser Zeit eine erkennbare Vermindern g, noch bilden sie Rosetten oder Spicsse. Das Rosenöl ist ein ätherisches jjuer flüchtiges Oel, wie man aber aus diesem Versuche ersieht, ein sehr schwer- lichtiges Oel (bei gewöhnlicher Temperatur) und der krystallinische Theil in den Topfen kann über 14 Tage Beständigkeit zeigen. Diese Schwerflüchtig- ®it ist Ursache, dass Rosenöl auf Papier Flecke erzeugt, welche sich bei ge- °bnlicher Temperatur wie Flecke von fettem Oele herrührend erweisen. Der vorstehende Versuch ergiebt die Notwendigkeit, den Stearopten- 0r per abzusondern und auf sein spec. Gewicht und seine sonstigen physi- a bsch en und chemischen Eigenschaften zu prüfen. Die Bestimmung des spec. Siebtes geschieht mittelst der Schwimmprobe in Weingeist mit der nöthigen lvl enge Wasser versetzt (pharm. Centralh. 1879, S. 132). , Behufs Abscheidung des Stearoptens löst man das Rosenöl in der 2-fachen ^ n ge absolutem Weingeist und lässt die Lösung bis auf + 4 bis 0° oder mehr .alten. Das Stearopten scheidet aus und wird im Filter gesammelt. Durch (.Verholtes Auflösen in Weingeist und Ausscheiden durch Kälte lässt sich das eai 'opten oder der zugesetzte starre Körper ziemleh rein isoliren. Das Stea- , Pten des Rosenöls, mehrmals durch Auflösen in heissen Weingeist und eh Erkalten der Lösung abgeschieden, ist so gut wie nicht löslich in kaltem Wein- 1 . B ' Un d ohne Rosengeruch (welchen aber viele Drogisten irrthttmlich fordern, 'ehe Drogisten das Stearopten wegen des Mangels an Rosengeruch als Verfälsch- S Deurtheilen). Es ist für sich allein wenig flüchtig und färbt sich schnell g ,. ltz * sogar schwarzbraun, während es mit dem Elaeopten vermischt der De- ation unterworfen vollständig überdestillirt. , Die Abscheidung des Stearoptens geschieht noch einfacher in folgen- j r Weise: Wenn man in ein tarirtes Uhrgläschen oder ein Glasschälchen lg . echten Rosenöls giebt und dasselbe einen Tag hindurch einer Wärme von °a 50" c. aussetzt, so verdampft das Elaeopten und das Stearopten bleibt zu- j/* als eine krystallinische durchsichtige (nicht weisse und undurchsichtige) V() Sse > welche durch Lösen in heissem absolutem Weingeist und Erkaltenlassen nJ},^ cm etwa ,locn anhängenden Elaeopten völlig befreit und im Filter gesamte r Wer ^ en kann. Auf diese Weise lassen sich Elaeopten und Stearopten quan- j> lv bestimmen. Je geringer der Stearoptengehalt, um so besser das Rosenöl. r n ach dem Elaeoptengehalt wäre der Einkaufspreis des Rosenöls zu normiren. der T? leses Stearopten wird geschmolzen und erkalten gelassen. An dem Gefüge, etw •. y 8ta '" s:, tion, der Consistenz etc. lässt sieh der Charakter studiren und ai ge Verfälschungen mit Wallrath, Paraffin etc. erkennen, löst n man 2 Tropfen des geschmolzenen, zweimal in heissem Weingeist ge- Co etl Un d daraus wieder abgeschiedenen Rosenöl-Stearoptens mit circa l,Og *eU, ^ cnwefe lsäure mischt, so erhält man eine nicht dunkle gelbrothe Mischung, tijfj*® d ann mit dem 6— 10-fachem Vol. Weingeist versetzt eine fast durchsich- Httssigkoit liefert. Spec. Gew., Schmelzpunkt, Destillationstemperatur sind bei (W • s P ec - Gewicht Schmelzpunkt Destillationspunkt K, l rit ' BeUmontin . . 0,940-0,970 30-40" C. 350-450« C. y, affi n • .....0 865-0 880 50-60° 0. 350-400« C. &* •.....0,943-0 947 45-50« C. 350-360« C. S ; phta lm. 1150 79° C. 216-217« C. Gopten . ' ' 0 840—0 870 25-35« C. 270-300« C. " im Türk. Oclc . o',850-o',855 16-20» C. 260-290» C. Rosa. Rosenöl, Prüfung. Stearopten, Naphtalin, Paraffin sind in Kalilauge nicht löslich, auch in de* Wärme nicht, wohl aber Walrath. Man löst von der Stearoptenmasse in de* 10—15-fachen Menge Benzol, tropft von der Lösung auf Objectgläser und stellt bei Seite. Nach 1 — 2 Stunden ist (bei +10 bis 17° C.) bei Ozokerit und Paraffin die rückständige Masse auf dem Glase grösstentheils amorph, doc umfasst die Flecke ein weisser, aus undeutlichen punktförmigen Krystallkäufcn eI1 gebildeter Rand, und hier und da finden sich durchsichtige weisse erhabene Punkte- Nach zwei Tagen findet man 0,5 — 0,8 mm im Durchmesser haltende weisse' selten aber sternförmige Krystallhäufchen oder Krystallmassen. Walrath un Naphtalin lassen nach zwei Stunden Krystallinisches erkennen. Bei Walrath is die Schicht oder der rückständige Ueberzug wasserhell durchsichtig, zeigt auch w° einen wulstigen, aber wasserhellen Rand. Die Krystalle sind meist undeuthc > manche Stellen wie mit Wasserdampf beschlagen. Hier und da finden sich die hervorragende Punkte in der Schicht, welche unter dem Mikroskop bei 30^ & facher Vergrösserung spiessige sternförmig gruppirte Krystalle erkennen l aäS ^ ' Das Naphtalin bietet schöne grosse, theilweise weisse Krystalle, welche aber Varloi-tPo binpQ r Pn ; — von Paraffin ]>, mit- der Lupe betrachtet vv; ..... von w * rath MJMJ, ein Thoil davon :tO-fach vergrossevt wv. Tropfen zusammenzuziehen. Die anderen vorerwähnten benzoligen ~o eIl zeigen diese Eigenthümlichkeit nicht. Nach 2 Stunden, auch nach 1—2 ° ^ bildet die Stearoptonschicht mittelst Vergrösserungsglasos unter abwecü , gt Beleuchtung betrachtet '.', — 4 concentrisch liegende Felder. Das mittels ^ das kleinste und undeutliche spiessige Krystalle aneinander liegend zeige ?,j n isclJ e iar. vnn einem Felde Urmmhan waIMiou ahar aina alnrca dHnnare krySta* ..„„n cuweue »piessige rviysiaiiu tuiemauuer iiugcu« —"o ,,j u jgcli t> ist von einem Felde umgeben, welches aber eino etwas dünnere krysta j lt ;g e o Schicht erkennen lässt. Dieses zweite Feld ist von einem noch dünnersen' [ J$ und dieses dritte von einem mikroskopisch dünnschichtigen Felde, nur ^ durch einrni äussert zarten Rand, umsahen. Rei keiner der anderen W durch einen äussert zarten Rand, umgehen. Bei keiner der anderen " e "*"^d Lösungen tritt diese Ordnung auf. Zweckmässig ist es, diese Auftröpfo" 1 ^ x Ausbreitung der benzoligen Lösung auf je 2 Glasplättchen auszuführen. ^^ dem Mikroskop ergiebt das Stearopten ein scholliges Krystallgefüge mit spiessigen Gebilden. ,j. gg t sie* 1 Dieses eigenthümliche Verhalten der benzoligen Stearoptenlösung g te j 0 - auch bei einer Mischung aus 5—6 Tropfen Rosenöl mit circa 30 Trop Rosa. Rosenöl, Prüfung. 1017 *ohlenbenzol beobachten, nur geht die Abdunstung sehr langsam vor sich und dauert bis zum Auftreten der Krystalle einige Tage. Wird von der benzoligen Lösung ein Tropfen auf Canzeleipapier aufgesetzt, 80 verschwindet der Paraffin- und Ozokeritfleck sehr langsam, der Walrathfleck ^J w as schneller, aber schnell in circa 1 — 2 Minuten der Rosenölstearopten- und ~aphtalinfleck. Die Flecke im durchfallenden Lichte betrachtet zeigen sämmtlich einen Fettrand. Wird Rosenöl in Menge eines kleinen Tröpfchens auf Papiei S^setzt, so entsteht ein Fleck, ähnlich einem Flecke aus fettem Oele. Derselbe a « sich viele Tage hindurch und verschwindet nicht vollständig. Die Fleck- Probe auf Papier ist also bei Rosenöl imthunlich. Um auf ein fettes Oel im os enöi zu reagiren, mischt man 2 Tropfen Rosenöl und 20 Tropfen Benzol und opft von der Mischung auf Papier. Nach einigen Stunden würden Fettränder eutlicl, im auffallenden Lichte zu erkennen sein. Im durchfallenden Lichte le 'bt auch bei echtem Rosenöle ein Fettrand erkennbar. Naphtalin wurde von einem Drogisten als Verfälschungsmaterial des Rosen- lea angegeben, dürfte aber wegen seines Geruches hierzu kaum Verwendung finden. . Eine sehr gewöhnliche Verfälschung oder auch Verunreinigung ist die ""t Weingeist, welcher durch Erhitzen des Blechgefässes (worin das Rosenöl ers chickt wird) im Wasserbade bis auf 95—100° C. und Leiten der Dämpfe in ^Oe Vorlage gesammelt werden kann. Wahrscheinlich werden diese undurek- Kjhtige,, Gefässe m it Weingeist ausgewaschen, aber man giesst den Weingeist onell und nur oberflächlich heraus. Bei längerer Lagerung geht eine Aetherisation s Weingeistes vor sich und die Proben auf Weingeist sind resultatlos. Das es tillat aus dem Wasserbade ist dem Weingeist an Geruch und Geschmack sehr Wahnlich. Durch Schütteln mit etwas Aetzlauge und Destillation restituirt man aen Weingeist. g, Ein c zweite Verfälschung ist die mit Wasser, wenn das Rosenöl in ^l'gefässe eingefüllt im Handel ist. Man stellt das genügend erwärmte Blech- £ etas s mit seiner geschlossenen Oeffnung nach unten gerichtet auf. Wenn das el erstarrt ist, öffnet man das Gefäss und lässt das Wasser abfliessen. , Ooibouut's Methode der Untersuchung des Rosenöls beruht auf dem Ver- a| °n dieses Oels und des als Verfälschung dienenden Pelargoniumöles und Ro- j^oköles (des Oeles aus dem Holze von Rhodorrhiza Scoparia Webb) gegen Jod Oel und Schwefelsäure. Unter eine Glasglocke stellt man in Uhrgläsern das ZU 5— G Tropfen auf und daneben oder darüber in einem Schalchen das C- Es färbt sich nun das echte Rosenöl nicht, die beiden anderen Oele aber " r . ai >n, das Pelargonienöl sogar dunkelbraun. Mit concentrirter Schwefelsäure ge- >*t soll S i 0 h aas echte Rosenöl weder in der Farbe noch im Geruch verän- 7> während die beiden anderen Oele einen unangenehmen Geruch annehmen 7 braun werden. Beide Proben mögen zuweilen am richtigen Platze sein, Sf oft auch nicht. (Man vergl. auch Handb. II, S. 819 u. 820. Auf Seite ^ ist in der zweiten Zeile von oben hinter „ziemlich klare" noch zuzusetzen g 0(lci ' unbedeutend trübe".) Die GuiBOURT'sche Prüfung ist auch von andeie 6lte als eine nicht zutreffende charaetcrisirt worden. erkalten i„. N ach CHABDIN und Masskinok soll man das Oel ™m Erstarren 2, 8cn - Hierbei bewahrt das echte Oel Klarheit und Durchsieb igk«t |uann 8 J man es in der Hand haltend durch die Handwärme ^me^ ^^ bis no1 wird langsam flüssig, bleibt dabei klar und die s* e krV stallinischer PlL ! m Ende der 8chmelzun S Dichtigkeit und J" J^ s flflsgi Pichen oder Nadeln, welche zugleich etwas «jjjj,, 18 mit Stearinsäure, Pa- r affi n {!; 1!,,i Rosenöl, welches verfälscht ist, " Masse tr(ibe oder gelee . ttln ) Walrath, ist während der Schmelzung d' e 8iaue 8 1048 Rosa. Ol. Pelargonii rosei. artig, gewöhnlich auch specifisch schwerer als der flüssig gewordene Theil und etwa sichtbare Krystalle sind nicht spiess- oder nadeiförmig. Wenn man das Stearopten im Rosenöle als nebensächlichen Bestandteil ansehen und den Preis des Oeles nach seinem Elaeoptengehalte abschätze 11 würde, dürfte die Verfälschung mit starren Kohlenwasserstoffen und starren Fettkörpern von selbst aufhören. Oleum Pelargonii rosei, Rose*-Oel, ficranium'öl, Rosenblattgeraninmö'l, Paln"' Rosa'öl (Handb. II, S. 819) wird in Algerien und Süd-Frankreich in bedeutenden Mengen dargestellt, aber verschiedenen Andropogon- und Pelargonium-& v \ en entnommen. Daher kommt es, dass sich das Oel verschieden gegen Reage» tieD verhält. Das dem Pelargonium Iladula entstammende Oel ist das sogenann Französische Oel. Es ist bald farblos, bald gelblich, bräunlich oder bla 88 grünlich. Dem bräunlichen Oele giebt man den Vorzug. Bei 16° C. i s * starr, bei 220° C. siedet es und dreht den polarisirten Lichtstrahl nach reC ' Die Algerische Waare entstammt hauptsächlich dem Pelargonium r0S , „ Wiixdenow und dem P. odoratissimum Aiton. Sie ist der vorhergehen ziemlich ähnlich, aber lenkt den Lichtstahl nach links ab. o Das Türkische Geraniumöl (Oil of rosegeranium, Gingergras-oü) s dem Andropogon Pachnodes Ikin., einer im heissen Asien einheimischen « minee entstammen. Dieses Oel ist dünnflüssig, gelblich und wird nicht Verfälschen des Rosenöls benutzt. . g Das Palma-Rosa-Oel enthält Pelargonsäure (C a II 18 0 4 ), eine farblose^ ^ Oel fliessende Flüssigkeit, welche unter -flO° C. erstarrt und bei 260° ß' e Es enthält ferner Geraniol (C 10 lI 18 O), dem Borneol isomer. Es ist f ;l1 von Rosengcruch und siedet bei 232° C. . gl Das Französische Geraniumöl ist oft schon mit Fettsubstanz oder Cop** 1 verfälscht angetroffen worden. Da dieses Geraniumöl gewöhnlich in 70-P ^ Weingeist (0,890 spec. Gew.) löslich ist, so sind solche Verfälschungen lei c f eB erkennen. Zu 5ccm dieses Weingeistes giebt man bei 15—17 °C. 10 Trop des Oels und schüttelt. Erfolgt eine klare Lösung, so liegt eine »«»— - „'Verfälsch wahrscheinlich nicht vor. Weingeist im Oele wäre mit der TanniuproD erforschen (Handb. II, S. 562). ... je In der Schwefelsäure-Weingeist-Probe zeigt das Geraniunio ,^ nach seinem Herkommen ein verschiedenes Verhalten. Werden 6 Tropi 6 ^ Oeles mit 30 Tropfen der conc. Schwefelsäure gemischt, so erfolgt un ^_ hitzung und kurzer Dampfausstossung eine wenig klare oder trübe, dun .. j,;g braune Mischung. Auf Zusatz von lOccm Weingeist erfolgt eine ©i ^ trübe, rothbräunliche oder himbeerrothe oder rothgraue rll de Roth waltet darin vor und die stark milchige und über einen Tag aB ^:j c hig' Trübung ist characteristisch. Bis zum Aufkochen erhitzt schwindet das fl ^^ sein nur wenig, die Flüssigkeit bleibt sehr trübe und nimmt einen dunkleren Farbenton an. vo0 6 Wird von dem Geraniumöl (Oleum Pelargonei rosei) ein Q uantU | m Qe od er bis 10 Tropfen mit circa 3ccm Aether gemischt, so erfolgt eine S elb C jjjnzu, blassgelbliche Lösung. Setzt man nun 0,75—1,25 cem conc. Schwefels»" 1 ^ ä lt so erfolgt starke Erhitzung und Aufkochen, welches einige Augcnblic;ke ^ und es scheidet sich die Flüssigkeit in eine gelbliche Aetherschicht schwere dunkelbraune Säureschicht. Dicypellium caryophyllatum Nees ab Esenbeck, Persea , ear f^ vi ^ ein 8 MAiraus, Licaria Gujanensis Aublieb, Cravobaum, Nelkenziran» 0 Rosa. — Ol. Linaloes. — Rosniarinus. 1049 jn Brasilien, Guiana einheimische Laurinee (Dicypellie). Das Holz ist das Rosen- n olz, bois de rose, von Kunsttischlern sehr geschätzt. Die Rinde kommt auch als Cassia caryophyllata in den Handel und wird im Vaterlande des Baumes a « Zimmt gebraucht. Das Holz liefert durch Destillation: Oleum Linaloes, Oleum Licariae, Liniiloüöl, Licaria-Esscnz, ein gelbliches dünnflüssiges, über Chlorcalcium rectifieirtes Oel mit Rosengeruch, modificirt durch Wtronengeruch oder durch den Geruch des Rosengeranium. Der Geschmack ist gehend aromatisch und stark bitter. Spec. Gew. 0,865 — 0,875. Siedepunkt 198—200° C. Das Oel dreht den polarisirten Lichtstrahl nach Links, ist in °°-vol.-proc. Weingeist, Aether, Chloroform etc. auch etwas in Glycerin löslich. °n Säure ist es frei. Auf Papier erzeugt es einen fettähnlichen Fleck, welcher abei ' in der Wärme des Wasserbades bis auf einen schwachen Rand verschwindet. .. Dass dieses Oel von Elaphrium graveolens stamme, ist nicht wahrschein- Cu - Der Namen Linaloes ist wohl nur eine Corrumpirung von Lignum '°es (von Aquilaria Agallochum Roxb.). , tu der Schwefelsäure-Weingeist-Probe rindet beim Mischen von 6 Tropfen es Oeles mit 30 Tropfen conc. Schwefelsäure starke Erhitzung und Dampfbildung a .tt- Die Mischung ist dunkelorangegelb. Nach Zusatz von 8—lOccm Wein- Seist entstellt unter Schütteln eine röthlichweisse oder röthlich milchweisse ls chung, welche beim Aufkochen nur an dem milchigen Aussehen einige Ein- llSs c erleidet, also stark trübe bleibt. Werden 6 Tropfen Oel mit 3ccm Aether (0,728 spec. Gew.) gemischt, so . °'gt klare farblose Lösung. Auf Zutröpfeln von circa 1 cem conc. Schwefel- a ure erfolgt Aufkochen und nach dem Schütteln scheidet sich eine farblose ar e Aetherschicht und eine gelbliche bis gelbe Siiurcschieht ab, welche circa n doppelt so grosses Volumen einnimmt als die zugesetzte Schwefelsäure. Linaloe-Oel wird als Parfüm benutzt. «arh Millco so11 ein flaches Lederbeutelchen sein, welches 2,5g eines ans Ammo g'"°nat, Carbolsäure und Rosenöl zusammengesetzten Pulvers einschliesst. Ui Ammonlum- __engeaetzten Pulvers einscniiesst. Um den kri* t ° 'Engend soll dieses Malco ein Präservativ gegen alle ansteckenden Krank- xen sein. Rosniarinus. , Rosmarinblätter und Rosmarinöl werden in bedeutender Menge auf den Dal- ? ati nischen Inseln Lesina, Lissa und Maslinica eingeerntet und dargestellt. Die j.'! Uil Reginae Hungariae wurde schon zu den Zeiten der Ungarischen Königin 18 abeth (f 1380) auf der Insel Lesina bereitet und von dort in den Handel »macht (Ztschr. d. Oest. Ap.-Ver. 1878 S. 530). f| . D m Oelgehalt des Krautes ist je nach dem Standorte verschieden und geben *,! 8ehe 8 Kraut 0,15—0,3 Proc. Oel aus. Dieses soll mit 85-proc. Weingeist in . r\ Verhältnissen mischbar sein. 1 Vol. des Italienischen Oels mit i vol. >lute m Weingeist gemischt fordert 4-5 Vol. Weingeist von^ 0,889 ^pee. ' W -> Französisches aber nur 2,5-2,8 Vol. Weingeist von 0» 88! > Bp !£ ™-> ll Milchig trübe ausgeschieden zu werden (vergl. S. 796). ft *J» ^J S. Polarisirten Lichtes nach links und soll (nach BRESTSaus 12 " Zucker .........2,80 „ 4,45 » Gummi und andere Kohlehydrate 2,80 „ 0 A° " Organische Säure.....1,38 „ M^ " Cellulose ........ 4,15 „ 2,26 n Kerne .........9,90 „ 4,70 » Mineralstoffo .......0,56 „ 0,30 n Wasser........ 77,91 .. 85,7J » Eubus Idaeus. 1051 Waldhimbeeren Gartenhimbeeren F ei-ner Saft..........81,64 Proc. 90,40 Proc. Extract.........8,25 „ 7,90 „ Pressrückstand......18,36 „ 9,60 „ Trockensubstanz......18,75 „ 12,05 „ Der rothfärbende Saft findet sich hauptsächlich in den Zellen der Ober- aut und in den einzelligen Haaren derselben. Dieser Färbesaft kann durch uspressen allein nicht gesammelt werden, wohl aber beim Gähren der zer- HUotschten Früchte. Der Saft ist stets am Schlüsse der Gährung, wenn näm- ^o- einige ccm Filtrat mit gleichviel 90-proc. Weingeist gemischt klar bleiben, «teupressen und zu filtriren. Steht er länger im Gährgefäss, so erleidet er an uer Farbe Einbusso. Syrupns Kilbi Idaei. Diejenige Herstellung des Himbeersaftes, überhaupt der a Uren Fruchtsäfte zur Darstellung der Syrupe, ist die richtige und liefert die es ten Syrupe, welcher ein Gähren der zerquetschten Früchte vorausgeht. Das ° m geht zum Theil verloren, wenn man den ausgepressten Saft der Gährung tevwirft. Der während der Gährung gebildete Weingeist (circa 0,75 Proc.) o **t nämlich lösend auf die aromatischen und färbenden Theile der Früchte. 1 der Saft nicht alsbald mit Zucker verkocht werden, so ist am Schlüsse der urung 0 j n Zusatz von reinem Weingeist, circa 2 Proc. der Masse, und Stehen- Sen durch 24 Stunden zweckdienlich, indem dadurch die Farbe und das Arom stärkt werden. Beim Aufkochen mit Zucker wird dieser Weingeist wiederum Sv 1C| 1 verflüchtigt, und was davon zurückbleibt, dient zur Conservirung des £pK^ S " ^ at s ' cn ln dem Syrupe e,n Bodensatz von Invert- und Glykosezucker 3 'Met, 80 igt einfach der Syrup einmal -aufzukochen. In den sogenannten Destillationen unterlässt man die Gährung, man zer- 90 darf ni cht mit Ultramarin versetzt sein oder doch von diesem *arb- Vki löcll8t wenig enthalten. Man wird gut thun, nicht die weisseste Kamnaae, ö «»ohr den auf der Centrifuge fertig gestellten Krystallznoker oder Koin- »W , ' wel °her keinen Ultramarinzusatz erhält, zu verwenden. l*esei jjmd- JjJ hat nic ht nur einen widrigen Einfluss auf die Farbe des Saftes, sondern 1 a nf den Geschmack und Geruch. d , vi IIimbccriitl,er nach Englischer Art, aus Leipzig bezogen, bildete eine gebothe Flüssigkeit, dargestellt aus Tinctura Iri^s Florentmae, versetzt mit **** Tropfen Butteräther (Handb. I, 8- 188. Bundschau 1882, S. 15). Kubus Idaeus. — Sabadilla. — Saccharum. Bubus Chamaemorus Lora. Multbeere, Torfbeere , in sumpfigen moorigen Gegenden des nördlichen Europas, Asiens und Amerikas zu Hause, heterte Zeiten die Baccae Chamaemori und die gegen Krankheiten der Harnorg gebrauchten Folia Chamaemori. Letztere schmecken anfangs 8Ü ™' ^ tennach bitter, die Beeren süsslich fade säuerlich. In den Beeren fand SCHE Aepfelsäure und Citronensäure, Cech Zucker und gelben Farbstoff v durchdringt die ganze Frucht. Werden in dem Beerensafte BaumwolteVVO^ Seide gekocht, so werden diese Gewebe dauernd orangegelb gefärbt. Der aus dem Safte der Beeren hat die Farbe des Sherry s und kann»! 88) . Färben der Traubenweine dienen (Cech, Dinglee's polyt. Journ. Bd. 238, »• Sabadilla. Im Journ. of the Chemie. Soc. 1878, S. 358 berichten R. A. WkigHT «^ A P Luff: Der Sabadillsamen enthält zunächst Veratrin {G %1 ih^Y n ' jaches amorph ist, aber krystallinische Salze liefert und durch Alkali in ■ t trumsäure (Dimethyl-Protocatechusäure) und eine Base, das Verin, 8 ^ wird, nach der Formel: C^H-^NO,^!!^ = C 9 H 10 O 4 + C 28 H 18 NO 8 . Das ^ Alkaloid, von welchem zuerst Merk berichtet, nennen W. und L. ^ e J a ^ ' u0 d dies krystallisirt, bei 205" schmilzt und durch Alkali in Methylcrotonsau^ + ein neues Alkaloid, Cevin, gespaltet wird nach der Gleichung: Lsjtttf ^ d . H 2 0=C-H 8 0 2 + C 27 H 13 IS T 0 8 . Die von Merk, Wetgelin und Sciimidi ^ stellten Formeln seien nicht die richtigen. Das WEiGEUN'sche Sabadu ^ mochten W. und L. nicht abzuscheiden, jedoch sammelten sie ein u ^ und Wasser unlösliches, sowie amorphes Alkaloid von der Formel l« [% s ei welches durch Einwirkung von Alkali Methylcrotonsäure ergab. . Sl « n01 ;„ ha rzig e3 Alkaloid Cevadillin. Das Weigelin'scIu) Sabatrin halten sie tur eiu Zersetzungsproduct, eben so das CoUKRBE'sche Sabadillinhydrat. JeCl0 Masing bestimmt den Alkaloidgehalt mittelst Kaliummercurijoam». ^ ^ der V,o Normallösung entspricht 0,029Gg = 1/20000 A eq. V ^ tr ^Li 0 vdlö9 ttng 1 V.oooo Aeq. Sabadillin, 0,03327 g = V30000 Aeq. Sabatrin. Die, A kaloW -^ weiden mit wenig Schwefelsäure angesäuert. Auf je leem AlkaloWio ^. der gefundenen Menge zuzurechnen 0,000068 g bei Voratrm, °; 00 ™ 9 ist b e " dillin und 0,000408g bei Sabatrin, denn die Empfindlichkeit «■*** §^0® gränzt bei der Verdünnung von 1:11400 bei Veratrin, 1 : 19300 Dei ^ fo& und 1: 2450 bei Sabatrin. Das Nähere vergl. man Jahresbei. u» schritte der Pharm, etc. XI (1876) S. 68, 1877. Saccharum. ;Luftei» e ; Saccharum, Rohrzucker. Wird Rohrzuckerlösung im Contac» fee r «J Temperatur von 100" C. ausgesetzt, so tritt die Bildung vorinv jw bei an Kohlensäure reicher Luft um so mehr. Bei völligem A*> Bcn 277t) Ö^ 0 ;. findet keine Veränderung statt. (Ber. d. d. ehem. Ges. 187b, • koS e v undDEON fanden, dass der Bildung des Invertzuckers diejenige»^ der G^ ausgeht, dass die freiwillige Umsetzung des Rohrzuckers der AC; t nie de gleicht, denn unter dem Mikroskop wurde im Zucker die Anw SchimlB e P> Organismen, der Klasse der Hefepilze, der Torulaceen1 odei u ^ ZäU i angehörend, constatirt. Man fand, dass Wärme und Feuciiti B Saccharum. 1053 Zellen dieser Organismen vermehrt, dass glykosereicher Rohrzucker ein inverti- v endes, durch Weingeist fällbares, der Bierhefe ähnliches Ferment enthält, endlich gährungswidrige Substanzen die Entwickelung des Ferments hindern. (Chem. Centralb. 1881, S. 50.) Ueber die Löslichkeit des Zuckers berichtet Courtonne, dass eine bei 12 >5° C. gesättigte Lösung in Wasser 66,5 Proc, eine bei 45° C. gesättigte nv, i' 71 Proc. Zucker enthält (Journ. de Ph. et de Ch. 1878, 8. 32). Flüssiger Raffinadczuckcr von Saciisenroeder & Gottfried (Leipzig) ist eine Raffinade, welcher durch Behandeln mit organischen Säuren die Krystallisations- 'ähigkeit genommen ist. Da die Säuren durch Natron abgestumpft sind, so entölt dieser Zucker kleine Mengen Natronsalze (Citrat, Tartrat) und kann er für Ph'ii'maceutisohc Zwecke nicht verwendet werden. Mclis und pulveriger Zucker können, wie die Erfahrung lehrt, nicht total frei Von Glykose in den Handel gebracht werden. Der Glykosegehalt wird im Melis 6 —8 Proc, im Zuckerpulver mindestens 2 Proc. betragen. Kalkhaltiger Zucker. Zucker, welcher nicht Raffinade ist, enthält mitunter °is zu 2 Proc. Kalk er de, welche auf die Consistenz, Farbe und Geschmack "® r Speisen und Confituren von wesentlichem Einflüsse ist, welche auch bei den ^mischen Untersuchungen der Lebens- und Genussmittel besondere Beachtung Vei 'dient, insofern dieser Kalkgehalt die Aschenmenge erhöht. , Der Raffinade setzt man Ultramarin zu, um den gelben Farbenton zu beseitigen. Gelb und Blau sind bekanntlich complementäre Farben, welche Jülich in fler spectralen Farbenmischung Weiss ergeben. Man hat auch In- ai §ocavmin und blaue Anilinpigmente versucht, doch bewirkt ersterer oft eine gliche Nüancirung und die letzteren leiden an Unbeständigkeit. Da das fischen des UKramnrins in Pulverform die Bildung blauer Punkte veran- la sst, bringt auf Kohlrausch's Veranlassung die Düsseldorfer Ultramarinfabrik \ Qn Piedboeüf Ultramarin in Teigform in den Handel. Die Zusammensetzung JteBeg Ultramarins ist: Kieselsäure 42,56; Thonorde 24,26; Kali 0,93; Schwefel 13 > 6 ; Natron 18,65 Proc. . Zur Erkennung der Glykose oder des Traubenzuckers im Rohr- «Ucker genügt die kaiische Kupferlösung, welche bei einer Temperatur bis ?\ 8 0° C. durch Saccharose keine Reduction erfährt, GAWALOVSKI beobachtete U?harm Centralh 1877, No. 52) unter anderen Reactionen folgende: Neutrales ;' n '»oniummolybdänat färbt bei 100° C. die Zuckerlösung bei Gegenwart von ^ykose blau, im gleichen Falle wird kaiische Kupferlösung bei 70» C. reducirt, , '»muthsubnitrat mit etwas Natriumcarbonat wird bei 100" braun bis grau Scl| war z . Unter denselben Verhältnissen verhält sich Saccharose indifferent. i Stärkezucker im Rohrzucker nachzuweisen und zu bestimmen behandelt P. CassäMAJOR (ehem. Central«. 1881, 8. 475) den gepulverten Zucker ™« Methylalkohol (0,934—0,935 spec. Gew. oder von 50« am Gat-Lw»"- a n U Alkoholometer), welcher mit Stärkezucker gesättigt ist. Dieser Mewy " k, 1 ,1 'ol (Holzgeist) löst den Rohrzucker und andere Stoffe, l^f^i* Tsee- J*f unberührt. Durch absoluten Holzgeist wird der S«*^^3, JJ*en. Da es hier auf kleine Differenzen nicht ankomm^so K ^ thvlalkohol sicher . hier auf kleine 1 , terenzen nicht ">«>*»* ■> Aetliylalkohol, Zackerpulver bei fehlendem Holzgeiste mit '"^"'„ ' u . d , Kl . ka iten bis auf eli "\ ,V ,„,jJ nicht raffinirt in den Handel. Ein Zuckerahornbaum liefert circa 25kg Sa»' welcher durchschnittlich 3,33 Proc. Zucker enthält, es soll jedoch dieser Geh* mitunter bis auf 10 Proc. steigen. Der in Luisiana einheimische PekanussbaU fCarya olicaeformis Nuttal) und andere Carya-Arten sollen einen RohrzucW enthaltenden Saft liefern. Saccharnm Lactis. Ein Synonym von Milchzucker ist Schottenzuck 6 • Eine sonderbare Eigenschaft des Milchzuckers beobachtete Schmoeger (Ber- d. ehem. Ges. XIII, S. 1915—1921). Lufttrockner Milchzucker, C 1 jH2 ? 0ii+^7 erleidet auch beim stundenlangen Erhitzen auf 100° C. keinen Gewichtsven > dampft man aber seine Lösung bei 100° C. bis zur Trockne ein, so bleibt wasserfreier Milchzucker als Rückstand. Dieser Umstand ist bei der Milchzi» cK bestimmung in der Milch von Werth. Esbach hat dieselbe Beobachtung geffl aC (man vergl. weiter unten). * Das specirische Drehungsvermögen des wasserhaltigen Milchzuckers Schmoeger im Mittel bei 20 ° B. [a] D = 52,53 °. Bis zu einem Gehalt v^ 36 Proc. aufwärts ist das Drehungsvermögen ein constantes, wenigstens »^fe^ die Differenzen innerhalb der Beobachtungsfehler (Ber. d. d. ehem. Ges. * S. 1922 u. f.). in Milchzucker spaltet sich unter dem Einflüsse verdünnter Säure Galactose und Lactoglycose. 1 Th. Galactose fordert bei 20° 16' .j g 85-proc. Weingeist zur Lösung. Die lufttrockne Galactose schmilzt bei H 120° C, die bei 100° getrocknete bei 142—144 0 C, die luftrockne L»* s ' cose bei 70—71°, die bei 100° getrocknete bei 132—135°. Das Reductio vermögen der Lactoglycose entspricht dem des Traubenzuckers. 1° ., e „ oder 1 Mol. reduciren 1247 Th. oder 5 Mol. Kupfersulfat, oder 0,05 g »;e du °p a9 20ccm der KNAPP'schen Mercuricyanidlösung, entsprechend 0,2 g Cyanid- ^ Reductionsvermögen der Galactose ist geringer. 180 Th. oder $ reduciren 1022,13 Th. oder 4 Mol. Kupfersulfat oder 0,061g reducircll n ß 9 ). der KNAPp'schen Lösung (Fudakowski, Bor. d. d. ehem. Ges. XI. 8. 1° Bestimmung des Milchzuckers in der Milch nach M. G. Esbach ^ e ^ o8 e, Pharm. 1880, S. 349 u. f.). Dem in der Milch enthaltenen Zucker, der K^de kommt die Formel C^H^O,,+11 2 0 zu, wenn er sich im krystallisirten && i0 , befindet. Wird die Milch abgedampft und eingetrocknet, so befindet er 8 ^ wasserfreien Zustande, C 12 H 22 O u , und sein At.-Gew. ist 342, während er R) ^ lisirt 360 wiegt. Die alkalische Kupferlösung ist daher auf den Titer ^ hydrischen Lactose zu stellen. Die Lactose ist in diesem Zustande bei ^ gJ , dampfen ihrer Lösung im Wasserbade, im Vacuum eingedampft 8in jggu»? beide Formen, die hydratische und anhydrische, vertreten. Die Lactos ^^ muss mindestens 5 Minuten in einer Wärme von 100° erhalten ^ e * gnpfe»*' muss sie 12 Stunden beiseite stehen, ehe man zur Titrirung mit k* 1 ' 80 ? 6 .* not» 1 " lösung schreitet. Dies ist behufs Erlangung einer stabilen ReductionsK»' t ; 01J al wendig. Das Rotationsvermögen ist nicht dem Gehalt der Lösungen p ™ j^toS 8 und bei der Lactose aus der Frauenmilch ganz verschieden von dem Saccharum amylaceum. 1055 er Kuhmilch, der Eselinnenmilch oder der Ziegenmilch. Bei Anwendung des accharimeters bei der Milch der Kuh und der Ziege ist 1,955g pro 1°, bei ue i - Milch der Eselinnen 1,87 g pro 1° zu berechnen. ■ 6ft Milchzucker ist von Traube als ein angenehm wirkendes mildes er- truendes Mittel erkannt worden. 9 — 15g oder 3—5 Theelöffel voll soll man einem Viertelliter warmer Milch lösen und des Morgens nüchtern trinken. °gar schon nach 2— 3 Stunden soll ein dünnbreiiger Stuhlgang erfoigen. deutsch, med. Wochenschr. 1881, Nr. 9.) Saccharum amylacenm, Traubenzucker oder Glykose. Zur Darstellung eines men Traubenzuckers oder einer reinen Glykose empfiehlt sich die 2-tägige CaP- St ' 0n des Rolirzuckei ' s mit Oxalsäurelösung. Die Oxalsäure wird mittelst Uoh! ImCarbollatS beseiti S t - 5 Tü - Oxalsäure, 100 Th. Wasser und 30 Th. tri fZU . c ^ er werden genügen. Obgleich schon Jacquelain vor 30 Jahren Dex- j, ? mittelst Oxalsäure herstellte, so wurde 1878 einem Engländer die Sacchari- ruil g des Stärkemehls mittelst Oxalsäure patentirt. g Nedbaüek empfiehlt das Verfahren von SCHWARZ (ehem. Centralbl. 1872, dp o, ' ^ au vei- setzt e i n Gemisch aus 600ccm 90-proc. Weingeist mit 60ccm Bch-f ü "^ roc " Salzsäure nacn vm( l nacu m ^ Zucker, so lange dieser unter Um- Zll ' e ' n gelöst wird. Diese Lösung stellt man in einem geschlossenen Gefässe *äa r~ r y s ^ a Hisation bei Seite. Den ausgeschiedenen Traubenzucker sammelt man, % 1 '^ n m '* a bsolutem Weingeist aus und krystallisirt ihn aus kochendem Koh U Weingeist um. Aus der Mutterlauge kann man durch Zusatz von Mucker etc. wieder eine Portion Traubenzucker gewinnen. a rg ~ er Kartoffelstärkezucker ist einige Mal (besonders in Frankreich) a Vs n {j a ^'g angetroffen worden, weil man bei der Glykosificirung der Stärke eine ■w a toige Schwefelsäure verwendet hatte. Wenn der Arsengchalt auch nur in «ntf ~"' 6 ° Schwefelsäure verwendet hatte. Wenn der Arsenge er aten Spuren bestand, so dürfte derselbe doch nicht zulässig sein. -3 der Stärke in Zucker ist um so kräftiger und verdünnt die Schwefelsäure und je höher die Tem etf ow P T, Ueberführuns Perat, . > Je weniger v Hw ? 1St ' Bei einer Tem P eratur von HO 0 C. unter Anwendung einer 1-proc. lOoö . U1-e lasst ' sicl1 Stärke in 18 Stunden in Stärkezucker verwandeln, bei % ^' ' st die Dextrinmenge eine grössere als bei Anwendung einer Warme ^a a ° C< Weinsäure oder Oxalsäure saccharificiren die Stärke in gleichem Ss |e unter verstärktem Atmosphärendrucke und einer Wärme über 110° C. 8 Phä (iUKr 'AiN behauptete, dass Stärke mit Wasser unter mehrfachem Atmo- W ee rend . ruck e in Zucker überführbar sei, doch hat Soxhlet auf experimentativem l88i Cj ' 6Se An S abe aIs eine irrthümliche zurückgewiesen (Zeitschr. f. Brauw. b eril ,' s - 178), denn die Verzuckerung der Stärke durch Hochdruck halt • na * Soxhlet auf einem natürlichen Säuregehalt der Stärke, welcher Ge- b eol) Clrca 0,42 Proc. Milchsäure entspricht. Auch die von MüNK und Stumpf ge balt Verzuckerung durch überhitztes Wasser beruht nur auf J4 C " (Ztschr. d. Ver. f. Rüben-Zucker-Ind. XVIII, S. 651 —f >SK N diesem Sfture- 656). Die ; " dass Wasser c- M w- Chem ' teohn - Re P' 1878 ' S> 315 ^machte Bemerkung, dass wass C ] v ar me , besonders eine lange Zeit einwirkende Wärme von 100 , die &a il u ';'*« allmählich in Glykose umsetzt, findet durch Soxhlet s Erfahrung e Ei'kläi-i üii *en e B° Ein wirkung von Alkali auf Glykose und Saccharose hat ganz verschiebt ?, e ? ltat0 zur W während Saccharose sich direct m> der Base verbindet, , , „„ , 2' Reiches 15-20 Proc. Glykose enthält, aber nach und nac Alka limtät, die Flüssigkeit wird dunkler und endlich scheidet 1056 SnccTinrum. Glykose. Me- ', Mercurijodid, Aurichlorid etc. entstellt, wie Maumene berichtet, e >" ansäure (C l2 H 12 0 14 ). Compt. rend.; Chem. Centralblatt l 88 bisweilen krystallinische Masse ab. Glykose ist hierbei in Glucinsäure üb er ' gegangen und der Bodensatz ist Calciumtriglucinat. Nebenher hat sich ein krf stallisirender, bitter schmeckender Körper gebildet, welchen Peligot, der Er"' forscher dieses Vorganges, Saccharin nennt, wegen seiner Aehnlichkeit nn Saccharose. Saccharin fordert 8 Th. Wasser zur Lösung. Beim Erhitzen vel ' flüchtigt es sich unzersetzt, löst sich unverändert in conc. Schwefelsäure J* wirkt nur beim längeren Kochen auf kaiische Kupferlösung. Peligot erbh c ' in der Einwirkung der Kalkerde auf Glykose eine Analogie der Verseif 1111 »' (Chem. Centralbl. 1880, S. 34.) In Folge der Einwirkung der Glykose auf durch Zucker reducirbare talloxyde, wie bei Einwirkung der Glykose auf Cupriacetat, Cuprisulfat in al Säure, Hexöi 8. 693, 694. Durch Auflösen der Glykose in conc. Schwefelsäure und dann durch Zo** von Weingeist erlangte Gautier einen Körper von den Eigenschaften des v trins. Musculus und A. Meyer haben diesen Gegenstand eingehender bearbe und diesen Körper in Verbindung mit Weingeist gewonnen. Der Weingeisl8 e wurde erst bei 110° dissociirt. Durch Wasser ersetzt erlangte man einen Körp welcher dem Dextrin total ähnlich war. Mit 4-proc. Schwefelsäure gekocht g er vollständig wieder in Glykose über. (Das Nähere in chem. Centralbl. S. 315.) . , aI1 g Ueber die chemischen Spaltungen des Zuckers in theoretischer Bez ie ^ hat E. Reichardt (Jena) im Archiv 1880, 1. Hälfte, S. 39, eine interess Arbeit geliefert. „g Zur Bestimmung der Glykose mittelst kalischer Kupfer 10 ^ experimentirte Soxhlet und fand er, dass 1) jede Zuckerart ein andere ^ eJ . duetionsvermögen besitzt, dass 2) letzteres bei einem und demselben * .^ wodificirt wird durch die Concentration und die Menge. Verdünnung erW6 ^ci Kupferüberschuss erhöht das Reductionsvermögen. Soxhlet empfiehlt ^ eine Vorprobe den ungefähren Zuckergehalt einer Lösung zu bestimme ^ diese auf einen Gehalt von circa 1 Proc. Glykose zu normiren. Dann s ?et . 50ccm der Kupferlösung mit einer entsprechenden Menge Zuckerlösung ^ setzen etc. filtriren und das Filtrat auf Kupfer prüfen. War Kupfer im tf :lV so macht man eine zweite Probe mit leem weniger der Zuckerlösnng' p g. dagegen Kupfer nicht vorhanden, so nimmt man leem mehr der Zucke s j c b Mit den Proben soll man fortfahren bis in zwei Proben, in welchen a]1( j e i'8 nur um 0,1 cem Zuckerlösung handelt, die eine ein kupferhaltiges, dl v ;;lifl* ein kupferfreies Filtrat ergiebt. Mit 5—6 Proben gelangte Soxhlet b^ «$, lieh zum richtigen Resultate (Journ. f. pract. Chemie XXI, S. 227 gg.) Arch. d. Ph. 1880, 1. Hälfte, S. 392, 393. Pharm. Centralh. 1878 ' n dig tcn Die Entfärbung der Kupferlösung ist ein unsicherer Index der , er g e n» lt leaction. Es ist die Filtration und die Prüfung des Filtrats auf K- U P " un d Reaction. : -;. ueiaitii« gesement am oesten auren Ansäuern »>'" ' — ^s^ 1 '"' Zusatz von Kaliumferrocyanid. Die; Bestimmung der Endreaction nac buI idig ste welche unten erwähnt und beschrieben ist, dürfte sich wohl als die nothwendig. Letztere geschieht am besten durch Ansäuern mit Essig ß4gflf iA und kürzeste herausstellen. Zur Titerstellung stellt Soxhlet eine 1 / 2 —1-proc. Inve rtzucker 188 U 05 giei ibt dar und zwar löst er 9,5g Rohrzucker in 700cem heissem "» ^te» 100cc» '/ 5 -Normalsalzsäure (0,72g HCl enthaltend) dazu, erhitzt ^ atro0 l»'ig im vollheissen Wasserbade, neutralisirt alsdann genau mit titrirter und füllt schliesslich auf 1000 oder 2000cem mit Wasser auf. Saccliarum. Glykosebestimmnng. 1057 Durch Invertzucker erfolgt die Reduction der kaiischen Kupferlösung rasch. ^ ist gleichgültig, ob man 2 oder 5 Minuten sieden lässt, denn das Resultat ^ Reaction ist ein gleiches. Die Concentration der Lösungen ist aber von ^mfluss, z. B. 0,5g Invertzucker in 1-proc. Lösung entsprechen 101,2ccm un- CTdünnter kalischer Kupferlösung, und 0,5 g Invertzucker in 1-proc. Lösung ■"Sprechen nur 97,Occm kalischer Kupferlösung verdünnt mit 4 Vol. Wasser. Der '»raubenzucker hat ein grösseres Rcductionsvermögen als der Invert- lOn ' ^ as J en 'S e <*es Traubenzuckers verhält sich zu dem des Invertzuckers wie ^ : 96 , vorausgesetzt, dass 1 Aeq. Rohrzucker, unter Aufnahme von 1 Aeq. in asser > 1 Aeq. Lävulose und 1 Aeq. Dextrose ergiebt. 0,5 g Traubenzucker (Ff 0C 7 Ldsun S entsprechen 105,2 cem unverdünnter kalischer Kupferlösung j^gLlNG'scher Lösung), dagegen entsprechen 0,5 g Traubenzucker in 1-proc. sung 101,1 cem kalischer Kupferlösung in einer Verdünnung mit 4 Vol. * S8er - Das Speciellere sehe man nach: pharm. Centralh. 1880, Nr. 24 (S 199) 11(1 Nr. 25 (S. 211). ■■ "ii^Y berichtet, dass Glykose mit verdünnter Säure erhitzt eine Ver- erung um q,5 Proc. erleidet, damit aber auch die reducirende Wirkung auf „ a ' 1Sc 'ie Kupferlösung gesteigert wird, dass ferner die mit thierischer Kohle auf C Glykose an ihrem Rotationsvermögen Einbusse erleidet, welche bis 10 Proc. steigen kann (Americ. ehem. Journ. IL S. 277, 1880). In der Zeitschr. f. analyt. Chemie, Jahrg. XX, S. 425—450, findet sich eit von Fresenius , welche in ausführlicher Weise die verschiedenen > Arb, 2_ J mni »ngsmetlioden der Zuckerarten behandelt. — Im Archiv der Pharm. 1881, p 0] ," e , 8.92—111, findet sich ferner eine bezügliche Arbeit Gänbk's: über die r 'sation des Lichtes im Dienste der Chemie. 'ö Wober das Reductionsvermögen der Zuckerarten bezüglich kalischer Kupfer- ^^"8en hatDEGKNEB studirt (Zeitschr. d. Ver. f. Rüb.-Zuck.-Ind. 1881, S. 349 Anw im Auszuge: chem - Centralbl. 1881, S. 470, 471). Er fand, dass bei halb e t ndu V K Vüu 6 MoL freien Alkalis und 16 oder 18 Mol. Seignettesalz bei r 6 4 u . n %er Kochdauer genau 6 Mol. Kupferoxyd durch 1 Mol. Traubenzucker Leiter werden. m ERckku hat, veranlasst durch Soxiilet's Angaben, denselben Gegenstand Half* llntci 'sucht und gefunden, dass bei Einhaltung gleicher Verhältnisse der *Usftm 8 der Reduction derselbe bleibt und selbst die Gewichtsanalyse correct 8eit 8 Sein Verfahren ist folgendes. Es werden 34,632g Kupfervitriol einer- l(i st " ua- ö3g Aetznatron mit 178g Seignettesalz andererseits je zu 1 Liter ge- ei n ) " nt ' getrennt zur Hand gehalten. Je 25cem dieser Lösungen werden in 0^2^ lu *glas gegeben, mit der Glykoselösung, welche jedoch nicht mehr denn mit w ^'y kosc enthalten darf, versetzt und nun die Mischung bis auf lOOccna 20 J. asser verdünnt. Das Hecherglas stellt man in ein Wasserbad, iiltrirt nach Oach 0Uten noc hendheiss und wäscht das Filter mit 300ccin kochendem Wasser dn c j' Den in einem Platintiegel verbrannten Niederschlag (Kupferoxydul) re- OlüV.1,- rnan mittelst des RosE'schen Deckels im Wasserstoffstrome bei lebhafter lt "iitze. Co ntr ^ Genauigkeit der gewichtsanalytischen Bestimmungen wird durch folgende p Bestimmungen erwiesen. * 8 ergaben n gewandtc Glykose reducirtes Kupfer 50 mg 100,0mg 65 mg 126,5 mg 75 mg 144,0 mg 100mg 182,0 mg "««MM.«*. p raxis . Snppl , berechnete Glykose Differenz 50,85 mg + 0,85 mg 64,83 mg — 0,17 mg 74,80mg — 0,2(>mg 100,0 mg — 0,10mg 67 1058 Saccliarum. Glykosebestimmnng'. angewandte Glykose redueirtes Kupfer berechnete Gh'kose Differenz 100 mg 181,5 mg 99,65 mg —0,35 mg 100 mg 182,5 mg 100,35 mg +0,35 mg 111,1mg 197,0mg 111,9 mg + 0,80mg 111,1mg 195,8mg 111,0 mg _0,l0mg Das Speciellere findet man im Chem. Centralbl. 1878, 8. 584—587. Behufs leichter Erkennung des Endes der Reaction mittelst kalischer Kup te lösung benutzt Pavy Aetzammon, welches das Cuprooxyd in Lösung halt. J-f völlige Verschwinden der blauen Färbung zeigt das Ende der Reaction an. * J " Mischung von 100cem kalischer Kupferlösung, 300cem Aetzammon und 600cc • Wasser ergab, dass nicht 5, sondern 6 Mol. Cuprioxyd durch 1 Mol. Zucjj reducirt werden. Pavy mischt deshalb 120cem FEHi-iNG'scher Flüssigkeit " kalischer Kupferlösung mit 300cem Ammoniak von 0,880spec. Gew., und v dünnt auf 1 Ltr. Diese Lösung entspricht genau '/io FEHLiHG'scher Lösiuv Es werden 20ccm, entsprechend 0,01g Zucker, in ein Kölbchen gebracht "^. erhitzt. Dann wird titrirt, bis Entfärbung eingetreten ist. Da die ammonn^' sehe Flüssigkeit zehnfach verdünnt ist, so darf aach die Zuckerlösung nicht » concentrirt sein; am besten so, dass man zu 10—20cem derselben circa 2* Kupferlösung braucht. Näheres Chem. News 39, S. 77—79. Chem. Cent™ 1 ' 1879, S. 406. Pharm. Centralh. 1879, S. 387. Die Gegenwart von Aet« a mon scheint die Reduction erheblich zu unterstützen. . ge Von Soldaini ist Kaliuincupricarbonat als Reagens auf « ^ ' , und Milchzucker angegeben. 15 g Cupricarbonat werden in einer Lösung .j 416 g Kaliumdicarbonat in 1400 cem Wasser aufgelöst. Das Reagens ve .^ sich gegen Rohrzucker, Dextrin und Stärkekleister indifferent (pharm. Cen 1876, S. 363). G ly- Von Pellet ist eine besondere Kupferlösung zur Bestimmung de' • kose angegeben. Diese PELLET'sche Kupferlösung besteht aus 68,7g - ',0g wasserfreiem Natriumcarbonat, > ^ Ammoniumchlorid, gelöst in heissem Wasser und verdünnt bis zu 1 Liter. Kupfersulfat, 200,0 g Natriumchlorid, 100,( der Flüssigkeit entsprechen 0,05 g Glykose. __ v0 n Die SACHSSF.'sche Quecksilberlösung wird bereitet durch Löse ^ 18,0g trocknem Mercurijodid nebst 25,0g Kaliumjodid in Wasser, * e . j der Lösung mit 80,0g Aetzkali, in Wasser gelöst, nnd Verdünnen _ bis ^ Liter. Von dieser Lösung werden 40 cem (entsprechend 0,72 g Mercurijot" ]|p/1 ,. Sieden erhitzt, und von der Glykoselösung lässt man ans einer Bflrejv ^ s g- fliessen, bis völlige Reduction des Quecksilbers stattgefunden hat und ' e f ß l- rige Flüssigkeit in einigen Tropfen auf Fliesspapier gegeben und uoer flII g ammonium gehalten nicht mehr geschwärzt wird. 40 cem der Queeksi gen entsprechen nach neueren Untersuchungen Saohssb's 0,1342 (und nicht > jj e Glykose. Diese Lösung soll sehr haltbar sein und bessere Resultate KnaitVIic Lösung ergehen. __ rH i-- gl uig 9 ° Es wäre wohl der Praxis angemessener, die kaiische Mercurijodi^ ^flfd« zu stellen, dass je 40 CC. derselben 0,1g Glykose entsprächen. Man yfass<3 r also 13,5g trocknes Mercurijodid nebst 19,0g Kaliumjodid in heissem ^ ftU f lösen, dann 60,0g Aetzkali in Wasser gelöst hinzusetzen nnd das Ganz ein Volumen von 1006,5 CC. verdünnen. ren* 8 ' Von Strohmku und Klaiiss wird die SACHSSE'sche Methode "® n ° (Cb^ von Rohrzucker neben Traubenzucker für völlig unbrauchbar erk» Centralbl. 1877, 8. 697 und 713). kaü 90 *^ De Bestimmung der Endreaction bei Titrirung mittelst g r leg 1 Kupferlösung fuhrt Baswitz sehr praktisch In folgender Weise » Saccharum. Polarisationsapparate. 1059 Streifen Fliesspapier übereinander, g r ebt auf den oberen einige Tropfen der »ssigkeit, welche nach dem unteren Streifen filtrirt, während das Cuprooxyd "| dem oberen zurückbleibt. Dann betupft er die nasse Stelle des unteren ' leifens mit der essigsauren Kalumiferrocyanidlösung, um an einer eintretenden aulichrothen Reaction den Kupfer-ehalt zu erkennen (Ber. d. d. ehem. Ges. **» s - 1445). Die quantitative Bestimmung der Dextrose neben der Lävulose auf optischem lässt sich nach Neubauer auf indirectem Woge ausführen (Bericht d. d. We, Chi * em - Ges. X, S. 827. Jahresb. über d. Fortschritte der Pharm, etc. XII, 1877, b ' 3 42 u. f. 1878). ßas Aufbewahren der kaiischen Kupferlösung längere Zeit hinduroh et Wlr ft Soxhlet. Zu quantitativen Bestimmungen soll nur die frisch bereitete, a 1—2 Tage gestandene Flüssigkeit gebraucht werden. 2() Polarisations-Apparate. Der Wasserlein'scIic (Ilandb. II, 8. 1185) hat ein ),■ m ' n langes Rohr und eine Kreistheilung von 180° mit Nonius, 2 als Pol» ator dienende Nicol-Prismen und eine SoLEii.'sche Doppelplatte. Der Dr. , ' I{ ! & REUTER'sche Apparat hat abweichend ein 200mm langes Rohr und i kreistheilung von 3ti0° mit Nonius und behufs scharfer Schau über dem & . 'ysator e'n kleines Fernrohr. Dass bei dem Wasskki.kin'kcIii'ii Apparate durch (1 e Zahl der Grade die Procente Traubenzucker (Harnzucker) ange- . e n werden, wie behauptet wird, ist von Apotheker Wolff (Blankenese) und Zll , len nachgewiesen. Das spec. Drehungsvermögen des anhydrischen Trauben- c:l le ist zu +53,10°; das des Rohrzuckers zu +73,84° gefunden, von wel- h,.. C ' IC erstere Zahl der Einrichtung dos Apparates von Steeu & Reuter unter- ]j| et ' s t. Aus dieser Drehung ergiebt sich eine Drebungconstante von 1883. Gel ' l ," s ^rechnet sich für jeden Grad des Wassekkkin schon Apparats nicht ein ? 'Uo,k V ° n 1 Proc - filr > e l0 ' sondera 1,8018 Proc., und 1 Vol. Proc. Rohr- D re , er entspricht sonach 1,3907 Vol. Proc. Traubenzucker. Wenn die spec. i st Ul "S für Traubenzucker zu +53,10°, für Rohrzucker zu +73,81 bestimmt Vd^° W ' nl '"'""' w A88ERi^IN'schen Apparat je 1° entsprechen 1,8018 Proc. an- 8ft* Traubenzucker und 1,2956 Proc. anhydrischem Rohrzucker, beim ziicK ^ ^EUTER'schen Apparat je 1° aber 0,94 Proc. anhydrischem Trauben- e *'nid 0,077 Proc. anhydrischem Rohrzucker. *' m zu langes Erhitzen der Zuckerlösung ist zu meiden, weil es die Rotati 8kr aft abschwächt (Hesse). in a , ^eber die Anwendung und den Wcrth des WASSKRLEiN'schen Saccharimeters iBsi 8chi - e singer Mittheilungen: pharm. Centralh. 1881, S. 335 und Archiv l > 1 - Hälfte, 8. 340. Caso llllle ^'"'roctionstafol für Saccharimeterproben durch Inversion, von jJf Aj °R entworfen, findet man im ehem. Centralbl. 1881, S. 73. (1p s J Jlne umfangreiche Arbeit von Tollens über die ScHEiBi.ER'sche Bestimmung v ork Uc * ers in der Hübe, überhaupt über alle die während der Zuckerfabrikation p 0| ".""nonden und Einfluss übenden Umstände, Prüfungen und Beziehungen zur S. 4 Q 1 !? &tlon etc. findet sich in der Zeitschr. d. Ver. d. Rüb.-Zuck.-Ind. XVII, 484. -515. be 8( ,, Ij . Al, 'iENT's verbessertes Polarisationsinstrument für Zuokerbestimmungen ist le '"'n im ehem. Centralbl. 1880, S. 435 (nebst Abbildung). 1) '"ii Irischer Sv rnp, Syrupus communis, Syrup im kleinen Handelsverkehr. «* n« lische " Melassensyrup mit Stärkezuckersyrup w verschneiden, um ihm flu, seit ^igere Consistenz zu" geben, ist keine Verfälschung Dieses Verschneiden 4 0 Jahren ein Usus und kann daher nicht als Verfälschung aufgefasst 67* lOßO Saccharum. Syrup. werden, so lange der Stärkcsyrup der quantitativ geringere Theil ist. Unve dünnter Indischer Syrup miisste im nördlichen Deutschland meist mittelst °P a , im Kleinverkauf dispensirt werden und andererseits ist das Publikum seit nie denn hundert Jahren daran gewöhnt, den Syrup in dickflüssiger Form zu kaute t denn nur in dieser Form ist er in der Küche bequem verwendbar. In *' Zeit verdünnte der Detaillist den Syrup mit Wasser. Sollte dieses Versöhne 1 b polizeilich verboten werden, so müsste man zum Rohrzuckersyrup, einer co Lösung des Rohrzuckers in Wasser, greifen, was die Waare vertheuern wltr Zur Bestimmung des Gehaltes an Stärkezuckorsyrup werden 10g °^ er , c , mit 30 cem oder g Methylalkohol gut gemischt. Bei Abwesenheit von _ StW zucker oder bei Gegenwart nur geringer Mengen erfolgt eine klare Misch" e' im entgegengesetzten Falle eine trübe Mischung, welche sich in der Ruhe 1 Schichten scheidet (Casama.tor). Die untere Schicht enthält den Stärke** 6 ' Man mischt s ; e mit einem dreifachen Volumen absoluten Methylalkohols und 8 melt den schweren Theil, um ihn auszutrocknen. -, 0 1. Wenn man den käuflichen Syrup unter Erwärmen mit einem gleichen 90-proc. Weingeist mischt, so nimmt er Weingeist auf und aus lOccm B '.- e (mit 50 Proc. Stärkezuckersyrup) entsteht z. B. unter gelindem Erwärmen Schicht von ll,5ccm, nach der Mischung mit 2 Vol. desselben Weingeistes ^ { cirt sieh die Syrupschicht im vorliegenden Falle auf 7ccm, un d nach de» Mischung mit 3 Vol. des Weingeistes aber auf 5 cem. Hiernach würde mil11 lU1 ,l fraglichen Syrup mit 3 Vol. 90-proc. Weingeist unter Erwärmen mischt' 1 ' „ absetzen lassen, um die ungefähre Menge des zugesetzten Kartoffelstärkesyr*! erfahren (HäöEE). , (ler Inversion des Rohrzuckers neben Dextrose. Jungfleisch und fieatio fanden (Chem. Centralbl. 1881, S. 724), dass Inulin bei der Sacchari- D re( )n Un( l zwar allein durch Erhitzen nur in Lävulose übergeht. Das spec. + 57 r Vennö S en berechnet sich zu —108,8 bei 15" C, das der Dextrose zu £ und das des Rohrzuckers zu +73,8 (Allen). v 0n R le Gewinnung einer reinen Lävulose erreicht Ch. Girard durch Erhitzen Ww Ucker in salzsaurer Lösung bei 60° C. (17 Stunden hindurch bei 700g i, lit ' und 14ccm conc. Salzsäure). Die auf —5° erkaltete Flüssigkeit wird wieder ) gem Kalkil .y (ll '' lt (6g auf 10 ? Zucker) gemischt, der Brei ausgepresst, "ttä a ""' Nasser getränkt und ausgepresst und der Levulosekalk mit Wasser l88o a al8 f" re oehandell etc. (Hüllet, de la soc. ehem. 33, S. 154; Chem. Ztg. 189). fesuHj hl °rosc nennt man den aus der Spaltung des Phlorizina (Phlondzin) ^w ö w den Zu cker. Phloräin (C 21 H a4 O 10 ) findet sich in der Wurzelrinde unserer milcl 'en Fruchtbäume. e*tJ!h ffin ose nennt Loiseaü eine Rohrzuckerart, «eiche er aus der Melasse ""l't/i i . ......... -. __ ..',. !•... mehr ml er wnnimr 2oo eK , ' 1 "- Im reinen Zustande bildet diese Modifikation mehr oder weniger fast unlöslich; Wasser von J'yslalle. Sic ist in 90-proc, Weingeist bei+20°0. r, jjn'ut ungefähr 15 Pro* davon auf, während Wasser von 80« die RaffinoM JeCtem Verhältnisse löst. Sie besitzt ein höheres Rotationsvermögen als die 1062 Saccharum. Zuckorarten. Saccharose: wenn man das der letzteren = 100 setzt, so ist das der RM&no = 159. Die Elementaranalyse ergab die Formel C 0 H 7 O 7 . Auf 100° erhitzt verkefl die Raffmose 15,1 Proc. Wasser; hiernach würde die Formel C 18 H]60io + 5 sein (Chem. Centralbl. 1876). Da dieser Zucker später keine Erwähnung findet, so lässt seine Exist einige Zweifel zu. Saccharin (C 6 H, 0 O 5 ) nennt Peligot eine dem Rohrzucker isomere Mo fication, welche er bei Einwirkung der Alkalien auf Glykose und aUC 'u Lävulose erhielt. Sie krystallisirt sehr leicht, dreht den polarisirten Lichtstta^ nach rechts, ist schwer in kaltem, leicht in heissem Wasser löslich, von " l lichem, an Glaubersalz erinnerndem Geschmack, nicht gährungsfähig und o Erhitzen ohne Zersetzung flüchtig. Sie wirkt auf kaiische Kupferlösung n . reducirend, geht auch beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure nicht W 8 . rungsfähigen Zucker über, bildet aber mit dieser Säure Sulfosaccharinsäure. , j conc. Kalilauge geht mit Saccharin eine Verbindung ein, aus welcher es wieder durch Schwefelsäure oder Weingeist abgeschieden werden kann \S> ^ Centralbl. 1880, S. 395). Wenn dem Drehungsvermögen des Rohrzuckers+*^ zukommt, so ist die Zahl für Saccharin -f 93,5 (Scheibleu). Saccharin i st Sciieiblee das Anhydrid der Saccharinsäure, C fi H 12 0 6 oder C (i H 10 O 5 , HjG- Sacculmin nennt Sestini die Ulminsubstanz, welche aus der E' nW1 ! ( , ar bo von Mineralsäuren auf Zucker rosultirt. Es löst sich theilweise mit brauner ^ in alkalischen Flüssigkeiten und wird durch Säuren wieder in braunen « •„. daraus gefällt. Den hierbei in Lösung bleibenden Theil nennt S. Saccu jj,. säure. Diese entsteht nur aus dem Sacculmin. (Gaz. chim ital. 1880, Ztg. 1880, S. 358.) b . Sinistrin (C 6 H, 0 O B ) wurde von Sohmiedeberg aus der MeerzwieW,^ geschieden. Es ist farblos, amorph, in Wasser in allen Verhältnissen , r wirkt auf kaiische Kupferlösimg nicht reducirend und dreht die Ebene des ( _ risirten Lichtstrahls nach links ([«]D= — 41,4°). Durch verdünnte »cü ^ säure wird es in Zucker, zum grösseren Theile in Lävulose und auch ] ^ die kaiische Kupferlösung reducirende Zuckerart übergeführt. Kt)H ^„jeo stellte aus ungekeimter Gerste eine Zuckerart dar, welche auch den Sinistrin erhalten hat, aber von dem vorbemerkten Sinistrin abweicht- .j Synanthrose, von 0. Popp entdeckt, ist eine Zuckerart, 18 ° «„s in Saccharose, Milchzucker, Melitose etc., findet sich in Begleitung des tra gcO den Wurzeln der Compositen, welche Knollenform haben oder K Q . änl oip''' (DahUa, HelianthusJ. Sie ist farblos (weissgelblich), leicht im Gewicht, ^ hygroskopisch, in Weingeist und Aether nicht löslich, optisch inactiv, n ^ rungsfähig, verhält sich aber gegen Reagentien der Dextrose ähnlich. ^ y e r- Tollens stellten sie aus den Topinamburknollen dar durch Auspre 8 '„efel' setzen des Saftes mit Bleiessig, Filtration, Behandeln des Filtrats nl l iitlaIt ,pfe n Wasserstoff, Neutralismen des Filtrats mittelst Magnesia, Filtration, .j '»^ftH 1 '' 1 des Filtrats zur Syrupdicke, Verdünnen mit 60-proc. Weingeist und w ; e cleJ" durch absoluten Weingeist, Lösen des Niederschlages in Wasser un ^ t &. holter Fällung durch absoluten Weingeist. (Jahresb. über d. Fortschr. XIII, 1878, S. 81, 82. 1879.) _ ^fttr Tri ticin ist eine gummiartige Substanz im Weizen, welche sich Z fig lü & mehl annähernd wie Dextrin verhält. Beim Kochen mit Wasser ge» ß iso me r Theil in Fruchtzucker über. Es polarisirt nach links und ist dcrSacclia (v. Reidemeimteu). Saccharuin. — Salix. 1063 Znckerconleurs wurden von Matejcek untersucht. Die aus Traubenzucker 1 ^Q S i tellten hatten die stärkste Färbekraft. Die spec. Gew. schwankten zwischen 37 ^a U " d 1 ' 3741, Der G^kosegehalt ergab sich zu Proc. 28,34; 29,05; t > 558 - Die Couleur aus Raffinade war von Glykose frei. Die Asche aus Na- mmcarbonat bestehend schwankte zwischen 1,27 und 4,14 Proc. (Chem. Cen- tra lbl. 1880, S. 809.) Milirfliissigkeit, Bebgmann's , zum Züchten der Protozoen, Pilze etc., besteht m^ 1° Th - Zuck er, 2 Th. Ammoniumtartrat, 1 Th. Kaliumphosphat Ul >d 200 Th. destill. Wasser. (1) Pulvis dentifricius teuer. Feines Zahnpulver. * Argillae porcellaneae (China-Clay) 20,0 Saochari laetis pulyerati 15,0 Boli Armenae laevigatae 2,5 Misce lüi K ° 8ae guttiis 5 ' (2) Pulvis lenieos saccliaratus. Gelindabführendes Zuckerpulver. * Natro-Kali tartarici 10,0 Sacchari laetis :!0,0 Elaeosacehari Citri 2,5. M. D. S. Des Morgens mit Milch oder Kaffee 1—2 gehäufte Theelöffel voll. p ril , Fruchttafelzucker von E. Wiele (Magdeburg) ist ein grünlich gefärbter, mit etwas witatner parfümirter Kartoffolstiirkezucker in Chocoladenform (E. Heintz, Analyt.) a er . ""«rzucker, Dr. W.'schen, soll innerlich genommen das Ausfallen und Ergrauen bflpj, are verhüten, sogar die Haut verschönern und elastisch machen etc. Eine Bleoh- wtn 8e mit 80g Milchzucker kostet 10 Mark! hat]- .{ Jilctin von ° R0B & KüNZ CWattwyl, Schweiz). Ein Packet enthält 12 Pulver- f| icliV Je( * e8 Päckchen enthält ein zusammengebackenes weisses süssliches ge- »erd« 8 Pulver ' welsches in 250cem Wasser gelöst in Stelle der Kuhmilch gebraucht °n soll. Es ist ein roher Milchzucker. Vergl. auch Milch salz, Paulke's. kij 8t *Hohsalz, Paulke's (Leipzig) ist eine Parallele zum Laotin. In einem Papp- taoh w° n sil "* 10 P ,llv(,r a l2 K' D' escs Pulver schmeckt süsslich-salzig und riecht 4i e j. 1 '°nclu'l. Im Uebrigen ist es dem Laotin ähnlich und soll seine Lösung auch !?li.'i t .| I ' au °ninileh ersetzen. Es soll die Zusammensetzung derjenigen der Frauenmilch l88i "^ Wio nun I>1- ' K - P FEIFFEE (Wiesbaden) in der Berl. klin. Wochenschrift su n ' ln «ezug zu den vorgenommenen Untersuchungen nachweist, so bieten die Lö- V tn .f C1 . 1 Vlm Paulke's Milchsalz und Grob & Kunze's Laotin in ihren chemischen ZiisJ keine Aelmlichkeit mit der Frauenmilch und Kuhmilch, auch die chemische *ttckp ensetzun K ist eine abweichende, insofern man das Laotin als rohen Milch- w Und das Milchsalz als rohen Milchzucker mit Spuren Salz ansehen kann. lul 0 ^h'olin ist ein Sprengmittel, bestehend aus Nitrosaccharose, Salpeter und Celans „, l8 . PWzwegeriseh• Brustbonbons von Victor Schmidt & Söhne (Wien) bestehen ft 0 ) ' lca 1,3cm breiton planoonvexen Scheiben von brauner Farbe. Ein Gemisch aus coiis,/. <( ' r und Glykose, mit Spitzwegerich- (Plantago lanceolata) Aufguss zur Tafel- 818 tenz eingekocht. 2ur.i. u Pl>en- und Saucenfarbe, ein Gemisch aus Cichorienextract, Caramel und "er i n p orm von g tä j, en unc i Tftfelchen. 8chwX a P 0rlne ' Mit diesem Kamen bezeichnete L. D'heuuy (Lille) Mischungen aus o ' S. 979). (2) Glycerolatum Salicinae cum Pepsi" (POSTANS). Vf Salicinae Pepsitii ana 1,0 Glycerinao 40,0. Lcni calore solutio efficiatur. D. S. Theolöffelweise (bei der Mahl«^' Hellbitterer von C. Rowland (Philadelphia), ein Liqueur mit liestandtheileii , Rinde der Wurzel von Frftxinus excelsior, der Rinde von Andira Aubletii, ™ e rinde, einiger Gewürze, versetzt mit Neroliöl und Chloroform. (1) Glycerolatum Salicinae (Postans). Vf Salicinae 0,5 Glycerinao lf>,0. Leni calore solutio efficiatur. Wird innerlich wie äusserllch (bei Wunden, Hautschrunden, Frost cte.) angewendet. Salria. ein Oleum Salviae. Untersuchungen Muiß's ergaben im Salbeiöl 2 Terpen^ ^ sauerstoffhaltiges Elaeopten und einen Camphor. A-Terpen siedet bei 15 n 156°. Sein spec. Gewicht ist 0,8435 bei 15° und das Rotationsvermog^ «D+12,40. — B-Terpen siedet bei 162—167°, spec. Gew. ist = °> 86 ß s8 ig- Rotationsvermögen +13,4. A-Terpen giebt mit Salpetersäure behandelt { säure, Kohlensäure, B-Terpen aber Oxalsäure. Das Salviol (Cio^i« l fi ]9°. bei 197—203°, sein spec. Gew. ist =0,934, das Rotationsvermögen +' ' p er Mit Salpetersäure liefert es Oxalsäure, Cyanwasserstoff und Kohlensäure. " g,. Camphor krystallisirt monoclinisch und ist in weingeistiger Lösung inacti • ^ hat die Zusammensetzung des Japancamphers = C, 0 ll H ,O (Pharm. J° UI Transaot. VIII, Nr. 415, 8. 994, pharm. Centralh. 1878, Nr. 10). einflB j Ein völlig reines Salbeiöl besteht nach Mum zum grössten Theile ^gi^ 0 . bei 264—270° siedenden Terpen (C )5 H 24 ) und sein Rotationsvermögen ist + > Sandaraca. »*»)■ Das spec. Gewicht des Sandaraks variirt zwischen 1,078 und 1,088 ( , ;c ) )t iös- Sandarak ist zum grössten Theile löslich in Weingeist, Terpenthinöl,' ; gä urt) lieh in Aether, wenig löslich in Benzol, Petrolnaphta, nicht löslich in » und caustischer Natronlauge. Sandaraoa. — Sanguis. 1065 Broncefarbe auf Eisen. Sandarak wird in Aetzkalilauge gelöst, die osung mit Wasser verdünnt und mit Kupfervitriollösung versetzt. Der "Verschlag wird ausgewaschen, getrocknet und in Terpenthinöl gelöst ^merik. Ind. u. Gew. Ztg. 49, S. 206). Imitationslack für mattgeschliffenes Glas, Lack zur Imitation matt- geschliff enen Glases. 18 Th. Sandarak, 4 Th. Mastix werden zerstossen ^ nci mit 200 Th. Aether und circa 100 (50—150) Th. Benzol macerirt. Jemehr enzol zugesetzt wird, um so gröber erscheint das Korn. (Druggist's Circ. AÄI V, Nr. 4.) R Retouchirfirniss, nach Janssen, wird bereitet aus 10 Th. Sandarak, 2 Th. ^ampher, 4 Th. Venet. Terpenthin, 3 Th. Lavendelöl und 60 Th. g ~Proc. Weingeist. Dieser Firniss soll auch für Papierbilder benutzt werden. ^ darf nicht gleich nach dem Firnissen des Negativs in Anwendung kommen, „ ei1 dann das Häutchen noch nicht fest genug ist (Druggist's Circ. and ehem. ''• 1880 Juniheft). Zog-, »eich, den Lack für Papierscliilder. Es ist wesentlich, ein starkes mit Glanzfarbe über- ene s Papier zu den Schildern zu verwenden, die Schilder mit Gummischleim, er mit etwas Aluminiumsulfat versetzt ist, aufzukleben und nach dem Trocknen 'm Handb. II, S. 871 (sub. 4) erwähnten Oelschilderlack anzuwenden. Man str' Si | S ' C ' 1 cm Glanzpapier zu verschaffen suchen, welches mit dem Lack be- Vfni 1 ' ^' esen n ' cnt tlurchlässt. Waren die Schilder gut trocken, als sie lackirt äen > so werden sie auch im Keller später keinen Schimmel ansetzen. Sanguis. dickt § n ' s tanrinns inspissatus s. exsiccatus (Extractnm Sanguinis), einge- n, a es . üiiulerblut, trocknos Oclisonblnt (Ilinderblutcxtract). Dieses Präparat sollte jj 8 . "'cht als Extract bezeichnen, da es in keiner Hinsicht ein Extract ist. Bl ut . v 'filmelir nach Mauthneii und Stewak'1' das nur vom Wasser befreite IflsT i" 1 ^ orm e ' nes rothbraunen, in Wasser von 50—60° zum grössten Theile ein> l >n lvers. Hauptbedingung bei der Darstellung ist die Verarbeitung *el >, es von ge s,ln( 1 ( ' n Stieren, dann die Austrocknung bei einer Wärme, ö . che 45° nicht übersteigt, also im Vaccum (Therap. Gaz. 1880, S. 251). v er 6s Präparat ist nicht mit dem Extractum Sanguinis (Handb. II, S. 873) zu n u ® Cu sein, welchem die Eiweissstoffe fehlen. Wahrscheinlich wünschte der Arzt nur äies Extract, denn Stewart sagt, dass 4 g einem Volumen von 32 cem Blut 8i«bt 1 - >a Kinderblut durchschnittlich 20 Proc. trockne Substanz ausist. ' a ^ e r nur halbsoviel Extract, so dürfte das angegebene Verhältniss wohl ft , '"m Extract Beziehung haben. Das zu Pulver zerriebene Blut ist in dicht ti'al] enei1 Glasgefftssen vor Sonnenlicht geschützt zu bewahren (pharm. Cen " N 1881 . 8. 124). Soll * einer Anweisung im Druggist's Circ. and ehem. Gaz. 1880, Juniheft, M in maT1 dem frischen Blute 3 Proc, Aetzkalkpulver zumiseben und nach 5 latio hmdnr ch fortgesetztem Umrühren absetzen lassen. Nach der Coagu- insof" W ' rd es in der 8onne g etr <>cknet. Dass dies Verfahren irrationell ist, Ier " sich im Blute (Ins Eisen als Phosphat befindet, liegt auf der Hand. du *>ie Ei weiss körpor aus dem Blute (oder dem Harne) ohne Wärmeanwen- <[ \ abzuscheiden, verfahrl Salkowski in folgender Weise. Man mischt 50g ßl «tes mit 20g gepulvertem Natriumchlorid und 100g einer Mischung, be- 1066 Sanguis. Haeminkrystalle. stehend aus 7 Th. gesättigter Natriumchloridlöaung, 1 Th. Essigsäure und 9- Th. Wasser. Nach wiederholtem Umrühren und nach Verlauf einer halben Stun wird filtrirt. (Arch. d. Pharm. 1881, 1. Hälfte S. 384.) Die Asche des Blutes ist von A. Jakisch mit Sorgfalt bestimmt WOI jffg und hat er die Resultate seiner Untersuchungen im Oesterr. med. Jahrb. 1° veröffentlicht. Im Mittel ergab sich folgende Zusammensetzung der Asche: Hund fiebernd Pneumonie Mensch normal Pferd Kind Phosphorsäureanhydrid Schwefelsäureanhydrid Chlor ...... Kali....... Natron...... Kalk...... Magnesia ..... Eisenoxyd..... 8,61 11,44 28,63 22,92 26,06 1,24 0,52 7,03 8,82 7,11 30,74 26,55 24,11 0,9 0,53 8,16 8,38 6,31 28,63 29,48 21,15 1,08 0,60 9,52 C0 2 l,3 4,98 6,17 35,12 10,74 37,44 1,15 0,18 9,24 C0 2 2,97 Hund 12,74 4,13 32,47 3,96 43,40 1,29 0,68 8,64 12^ 3,76 33,32 44,69 1,14 0,40 8,35 Von normalem Menschenblut wurden 4, vom Pferdeblute wurden o, . Rinderblut 2, von Hundeblut 4, von fiebernden Hunden 5 Analysen ausget 11 Aus der Grösse der Blutkörperchen die Thierart zu bestimme 11 ' nach H. Stiiuves Untersuchungen nicht ausführbar, denn die Blutkörpero e behalten z. B. bei der Behandlung des Blutfleckes mit ca. 33,3-proc. K»b * ^ ihre normale Grösse nicht bei (Virchow's Arch. 83, S. 146, ehem. C entr 1881, S. 710). Hacmatin (Handb. II, S. 883) wurde als die das Blut färbende S" 0 . angesehen, nun aber hat Hoppe-Seylkk nachgewiesen, dass es nur ein setzungsproduet des Haemoglobins ist, welches allein die Farbe der Blutkörperchen bedingt. , ^ 0 - Die Krystalle dos Ilaematinchlorhydrats sind nach MoiiACU* ^ gäbe in ihrer Form stets übereinstimmend, gleichviel welchem Thierblute si ^ stammen. Sie sind von rhomboedrischem Baue, anisotropisch, erzeuge . ^ chromatische Polarisation und erscheinen in orangegelber Färbung. Ihre fte ist eigentlich gelb, jedoch in dickerer Masse erscheinen sie braun. . ■, n i<|eO Eiweissstoffe isotropisch sind, so verbleiben sie im polarisirten Lichte im ^j^jfte, Felde, während die Krystalle mit Glanz hervortreten (Arch. der Ph- *' S. 71). ters«" 1 ' 19 Haeminkrystalle, Uaematinhydrochloratkrystalle. Fkanz Högyes un.i Ae $ diese Krystalle aus dem Blute des Menschen, aller Hausthiere, der M» u y^, Iltis etc. (Med. Centralbl. XVIII, 8. 189—191. Chem. Centralbl. 1880, ^ a „. Die Krystalle scheinen am wahrscheinlichsten dem monoklinischen 9y s ntNVt ,u'' r zugehören. Sie haben nur eine Form und etwaige Abweichungen sin" «g rn ,jgeO unvollkommen ausgebildete oder auch Missbildungen. Die rhombeu j^be»» Täfelchen scheinen oberflächlich betrachtet verschiedene Winkelgrössen z eSS en was aber nicht der Fall ist. Es wurden von jeder Blutart 5 Krystalle S gpiti , e und veröffentlicht J. II. eine Tabelle über das Maass dieser Winkel. y gc j )e „bU lt Tjnter- Ein Winkel variirt zwischen 57 und 60°, bei den Krystallen aus zwischen 58 und 60°. Die Winkelgrösse ist gemeiniglich -^q falle *"^ schied in der Form und der Grösse der Winkel der Häminkrysw Blute der verschiedenen Thiere ist hiernach nicht vorhanden. Sanguis. Haemoglobinkrystalle. 1067 Zur Darstellung der Häminkrystalle soll man nach Seuii das Objeet (Blutfleck) m ;t Aetzammon maceriren, die filtrirte Flüssigkeit mit Natriumwolframat und Essigsäure fällen, den Niederschlag auswaschen, diesen dann mit 1 Vol. fetzammon und 8 Vol. wasserfreiem Weingeist mischen, hierauf filtriren, den emgeist aus dem Filtrate abdunsten und den Rückstand mit Essigsäure und ^•ochsalz versetzt unter dem Mikroskope betrachten. Man vergl. auch Handb. II, b - 879. Haemoglobinkrystalle, Haematokrystallinkrystalle, beobachtete G. Hüfnek in e «i Menschenblute, welches unverdünnt oder verdünnt in zugeschmolzenen Röhren er Päulniss überlassen war. Die purpurrothen Krystalle waren bis zu imm j^g (Zeitschr. f. phys. Chem. IV, S. 382). Pyrogallussäurc zu frischem, als wie u °h zu eingetrocknetem und wieder aufgeweichtem Blut gesetzt, veranlasst die j^ystallisation des llaemoglobins. Dem frischen Blute muss man, wie Wedl Richtet, entweder den Farbstoff durch Wasser entziehen oder denselben durch /4 n;~ J de,» ' '"■ Haomoglobinkrystalle (rergrössert) aus Fig IM. Haemoglobin. m dr-Menschen (Rhomben K1 ute des Menschen nach Ci. HÜEFEB's An- nnd vierseitige Prismen), h äes Hundes 11-seitige Weisung hergestellt. Prismen, meist mit schieren Endflichen), k der Katze (rhombische Tetraeder), « des Eichhörnchens inseitige Prismen), » des Schweines (des Indischen; Tetraeder, rhombisches Syst.). c'iwefelammonium desoxydiren, ehe man die Pyrogallussäure zusetzt. Diese Peration lässt sich auf dem Objectglase ausfuhren. 2—3 Stunden sind zur Bil- Un S der Krystalle erforderlich, welche rechtwinklige Säulen und Plättchen dar- e Uen (Virchow's Arch. X, 1. Heft). Die Hämoglobinkrystalle aus dem Blute jj, r Thiere haben meist eine besondere Form, wie dies Fig. 151 auch angiebt. 8ch e i nen alle Krystallsystcme sich an der Bildung dieser Krystalle zu be- b *%en. Der spitze Winkel der rhombischen Haemoglobinkrystalle des Menschen Wägt 54,0" (Lang), der spitze Winkel der Krystalle aus dem Blute des Hundes 600 (Funk,,). |. Haemoglobin bildet sich unter der Einwirkung des Sonnenlichtes in ähn- clier Weise wie das Chlorophyll in den Pflanzen. Thiere im Finstern gehalten . leid en in ihrem Blute Einbusse an Haemoglobin, die im Sonnenlichte gehaltenen * b en dagegen ein an Haemoglobin reiches Blut (G. Tizzoni und M. Fileti, netn - Centralbl. 1880, S. 745). Vn Frisch hergestellte Haemoglobin- oder Blutkrystalie, welche durch Einwirkung Jf Weingeist unlöslich geworden sind, lassen sich_ nach Stbtjve durch we in- Sei8t 'ge Aetzammonflttssigkeit entfärben, welche Flüssigkeit dabei rothbraun wird 1068 Sanguis. Blutflecke. Reaction auf Blut. und im Spectralapparat im rothen Spectrum einen deutlichen Absorptionsstreifen erkennen lässt. Die Krystalle erscheinen farblos oder blassgelblich. Diese i löslichen Blutkrystalle mit Eisessig im Contact blähen sich auf ohne Aendeiuug der Form und treten den Farbstoff an die Essigsäure ab, sie werden dur Chlorwasser, ohne die Form zu verändern, ebenfalls entfärbt. Daraus » Struve den Schluss, dass die Haemoglobinkrystalle eigentlich Globulinkrysta, also Blutalbuminkrystalle sind, mechanisch durchdrungen vom Blutfarbstoff- v mit wird die schon 1847 von B. Reichert, dem Entdecker der Haemogio krystalle, aufgestellte, später verlassene Ansicht restituirt (Ber. d. d. ehem. XIV, S. 930. Arch. d. Ph. 1881, 1. Hälfte S. 450). . Nach Jolly'b Untersuchungen enthält das Haemoglobin das Eisen als i e phosphat und ist es eine bestimmte chemische Verbindung (Journ. de Ph. et Ch. 1880, S. 248). Blutflecke nach II. Struve zu untersuchen, wird das Zeug mit verdünn Kalilösung und mit Wasser ausgezogen, die bräunliche Lösung filtrirl; mit Tanninlösung versetzt, welche rothbraun färbt. Nun wird mit u » säure angesäuert, wodurch alsbald oder etwas später ein Niederschlag entsi welchen man sammelt und mit Wasser auswäscht. Damit hat man das Mai zur Ausführung der Ilaeminprobe, indem man ihn mit Kochsalz und cone. ü* säure behandelt, wie S. 879, Bd. II, im Ilandbuche angegeben ist. Zur Constatirung der Blutkörperchen lässt Struve den Fleck ca. 20 » lu " de , hindurch mit Wasser unter Einleiten eines Kohlensäurestromes behandeln ^ in Weinsäurelösung einweichen. Schimmelpilze auf dem Blutfleck stören die ^ kennung des Blutes auf chemischen Wege (Vmeuow's Arch. 79, S. 524. d. Pharm. 2. Hälfte S. 135). Reactionen auf Blut (Handb. II, S. 880). Guajaktinctur und TerjPjJ. thinöl ersetzt Lauendorf (Rundschau f. Pharm. 1880, S. 545) durch (Wl^ tinktur und Eucalyptusöl, weil dieses letztere Oel ozonisationskraHU, gt Zuerst soll man eine frische Guajaktinctur aus Guajakholzpulver und we f 6 vo r- herstellen. Setzt man derselben eine wässrige Blutlösung hinzu und d»rau ^ sichtig das Eucalyptusöl, so erfolgen in kurzer Zeit die charakteristischen t ^ nüancen. Die untere Schicht färbt sich nach wenigen Secunden je ,ia( ' „de Haemoglobingehalte hell- bis schwarzblau, während das oben aufschwm ^ Eucalyptusöl erst nach und nach verschiedene violette Nüancen annimrn '-^ auffallendem Sonnenlichte erscheint es dunkel, fast schwarz, im JurcW eB Lichte dunkel violett, im durchfallenden Lampenlichte weinroth. Die *<* verschwinden im Sonnenlichte schneller als im Schatten. _ gtelltf Die Guajaktinctur für die Probe auf Blut wird in der Weise n ^^ a8 gel dass man das'frisch zerkleinerte und noch wenig farbige Holz mit kaltemi eine Stunde macerirt, das Wasser abgiesst und nun durch Weingeist ' ' bt ;ge Nach Vitali (Ber. d. d. ehem. Ges. XIII, S. 1867) wird (1,r v " VllWe seP- Fleck entweder mittelst Wassers oder, wenn er sehr alt ist oder aie ,jj a ug e Bschlossen ist, mittelst dünner Aeztk» ^ heit von Eisensalzen nicht ausgest extrahirt, der Auszug mit Essigsaure Bchwach sauer gemacht und ^in« etwas der Guajakholztinctur versetzt. Wenn nach '/ 2 — 2 S*"" Iy ptus»l Blaufärbung eintritt, so ist ein Zusatz von wenig Terpenthinöl odei b. ßlall - zu machen und sanft umzuschüttein. Bei Gegenwart von Blut tritt a fl de , färbung ein. Tritt die Blaufärbung nicht ein, auch nicht beim iur g _ ^1.) Flüssigkeit, so ist auch kein Blut gegenwärtig. (Pharm. Central». »» . nl ,t Man kann auch circa 3ccm der oben erwähnten GuajakUo u ^ #fr l,5ccm Eucalyptusöl kräftig durchschütteln und von dieser Miscnuife Sanguis. Mikrokokken. Palmellin. 1069 ^off enthaltenden Flüssigkeit zusetzen und damit durchschütteln. Bei Abwesen- ei t von Blut bildet sich ein gelblich- oder bräunlichweisser Guajakharzabsatz, Ie ser ist aber alsbald oder nach gelindem Anwärmen blau, wenn Blut gegenwärtig i s t. Die Nachweisung des Blutes in gerichtlichen Fällen ist im Handb. II, S. 876 ■ ausreichend behandelt. Denselben Gegenstand bespricht Prof. E. Reiohardt (Jena) i m Archiv 1875, 2. Hälfte, S. 537 u. f. Dass die Blutkörperchen eine hautartige Umhüllung haben, wurde von n. f. "EChamp und BALTUS nachgewiesen (Journ. de Pharm, et de Ch. XXVIII, S. 25). Npirochacten. Unter den Oscillariaceen (Ord. Nematogenae) findet sich Spi- r0(, haeta Obermeiert Cohn, welche man im Blute der an Febris recurrens ^idenden während der Fieberanfälle angetroffen hat. Sie ist 0,115 —0,23 mm an £, 0,0023 mm dick. Spirochaeten finden sich gewöhnlich in stehenden Gewässern n d Sümpfen. Sie bilden spiralig gewundene Fädchen und sind nur unter dem ^kroskope zu erkennen. heit Mykrokokkcn im Blute. Die Untersuchung des Blutes an Infectionskrank- ;en leidender Menschen ergab die Gegenwart dieser Protozoen, doch konnte aufrecht (Magdeburg) keine Verschiedenheit derselben constatiren. Endlich and er in dem Blute syphilitischer (breiter) Kondylome eine besondere Mykro- °*kenform. In dem Blute bereits exulcerirter oder behandelter Kondylome j, aren entweder keine Mikrokokken oder doch nur wenige anzutreffen. Durch 'ii'li.sin färben sie sich auffallend dunkel. Meist sind sie als Diplokokken ver- °cke bei gewöhnlicher Temperatur eingetrocknet, proc. wässerige. Palmellin nennt Piiipson den Farbstoff der Palmella cruenta. Denselben O,0 0 Das Blut wird auf die Objectgläscr aufgestrichen und unter einer Glas- Die Fuchsinlösung ist eine ar bstoff trifft man auch an in Gloeocapsa sanguinea Ktz. (Gl. sanguinolenta, a wtella sanguinea Ag. Syst. S. 15, braunschwarze Krusten auf altem Gemäuer j^ Felsen Nord-Europas), Gloeocapsa haematodes fProtococcus h j, ''•■ auf sumpfigen nassen Stellen), Gloeocapsa pnrpurea Ktz. (ai auer haematodes an feuchten * Uern und Felsen). Jene Palmella cruenta ist Naegelin's Porphyridium Uentum, welches auf nassen schattigen Stellen des Erdbodens, alten nassen auern durch ganz Europa angetroffen wird. Die Zellen sind mikroskopisch 7 .j n > einfach, scheinbar 5-eckig, aneinander lie Ue 'St gleich 0,05—0,1 mm. liegend. Der Durchmesser einer p Da,s p a i me iij n gj e bt dieselben Reactionen wie das llaemoglobin. Es können jUe vorkommen, wo diese Algen für eingetrocknetes Blut gehalten werden. Dtcr Umständen ist also die Struktur dos angeblichen Blutfleckes zuvor zu slci 'n, ob nicht etwa Algenvegetationen vorliegen. j< . "«'anämie, Schwarzblutleiden, beruht in einem gelben, braunen oder schwarzen ein ffe m Blute, welcher tbeils frei, theils in mikroskopisch kleinen Zellen R . geschlossen ist. ^ In, gt. ^Bng e Diese, /eilen sind theils vereinzelt, theils zu Schollen ver Ausser im Blute kann dieses Pigment auch in Gehirn, Milz, Leber, den erii'f''"' tNieren vorhanden sein. Melanaemie ist gewöhnlich Folge lang andau- ' °n Wechselfiebers bei widerwärtiger Witterung. Mi lchsäure ist ein constanter Bestandtheil des Leichenblutes (Geobg °MON). j Üeber die Bestimmung der Glykose im Blute berichtet Cazknbuve und INE (pharm. Centralh. 1879, Nr. 30. Chcm. Centralbl. 187 J, ö. 349). j 0(1 . ^ykose im Blute bestimmt man mittelst der SAcnssEschen Mcrcuri- ai(1 lüsung (Handb II, 8 1349), nachdem das Blut und Serum durch Auf- 8ai„ 1070 Sanguis. Kohlenoxydgas im Blute. kochen vom Eiweiss befreit ist. Die im Filtrat etwa vorhandenen Spuren Pepton sind für die Zuckerbestimmung ohne Belang (Chem. Centralbl. 1880, S. 151)- Ueber die tödtliche Wirkung giftiger Gase stellten Poleck un(1 Biefel Versuche an (Ber. d. d. eh. Ges. X 8. 2224). Bei Kaninchen erfolg ta der Tod nach Einathmung einer Luft mit 6,56 Proc. Kohlensäure, 0,46 P roC ,' Kohlenoxydgas, 13,4 Proc. Sauerstoff und 79,58 Proc. Stickstoff. Kohlenoxyd war selbst in dem Blute der Thiere nachweisbar, welche vor Eintritt des Tode dieser Luft entzogen waren. Als tödtliche Mengen ergaben sich in der J jUt Kohlenoxydgas 1,94, 1,53, 1,65 und 1,02 Proc.; Kohlensäuregas 50,4 P"* 5 -' Schwefelwasserstoff bei 0,06, 0,05 und 0,37 Proc. (Tod erfolgte unter heftig eD Schreikrämpfen.) Nachweis des Kohlenoxydgases im Blute. Nach J. v. Fodoe k ann zur qualitativen Prüfung das Spectroskop vermieden werden, denn empfindlich 6 sei die Farbenreaction des mit Schwefelammonium geschüttelten Blutes. Di^ t! j im durchfallenden Lichte betrachtet erscheint bei Abwesenheit von KohlenoXjj violett, bei Anwesenheit desselben aber roth. Dieser Farbenunterschied ist no_ zu erkennen, wenn das Blut mit 0,5 pro mille Kohlenoxyd enthaltender Luft einer 10 Liter fassenden Flasche in Berührung stand, oder wenn durch das 1> 10—12 Liter Luft mit vorerwähntem Kohlenoxydgehalte geleitet wurden. Ein äusserst empfindliches Reagens auf CO ist, wie v. Fodor angiebt ( gänzungsband S. 196) das Chlorpallfldium. Dieses soll man dadurch hersteu > dass man das käufliche Salz in Salzsäure bist, unter wiederholtem Anfeuchten Wasser eintrocknet und aus der Sal/.masse das PdCL 2 extrahirt. Man bringt Kohl noxyd enthaltende Blut in ein Glaskölbchen mit doppelt durchbohrtem Ko und 2 Glasröhren versehen, von denen die eine bis auf den Boden des Kölbc n reicht zum Einleiten von Luft, welche man durch Hindurchleiten durch Pah" nfo chloriirlösung von einem etwaigen Gehalte an Kohlenoxydgas befreit hat. Luft durchsteigt das Blut, dann eine Bleiacetatlösung, hierauf eine verdü Schwefelsäure, um dann in eine Palladiumchlorürlösung einzutreten und darin aus dem Blute aufgenommene Kolilonoxyd wirken zu lassen. Die Pa» a '. „ clilorürlösung befindet sich in mit kugligon Erweiterungen versehenen U-förfS ^ tir,o er* ä ' ■cbeo- Röhrcn. Das Blut wird im Wasserbade '/-,— 1 /a Stunde auf 90- und während dieser Zeit lässt man einen Luftstrom durch den Apparat strei Mit dem Augenblicke, in welchem sieb das Blut verfärbt, wird aus dem J» g oxydhämoglobin das Kohlenoxyd frei, und an der Oberfläche der Palladium <» ^ findet sich eine schwarze Trübung ein. Auf diese Weise kann noch > , Kohlenoxydgas nachgewiesen werden. Auch mit Palladiumlösung getränktes ^ papier kann als Reagens verwendet werden, ähnlich wie mit Bleilösung S 6 Papier zum Nachweise von Schwefelwasserstoffgas. . , ,., »rf Wie nun SCHNEIDES (Rep. d. anal. Oh. 1, 8. 54) nachweist, so wU * gtö fli das Palladiumchlorur schwärzend Wasserstoff, Leuchtgas, Schwefel*»* ^„u Schwefelammonium, Ozon. Die Anwendung des Palladiumchlorürs als ; 0 auf Kohlenoxydgas kann nur unter besonderen Verhältnissen geschehen . gt den Fällen, in welchen die Abwesenheit der erwähnten Stoffe sicher erK» j aBÖ $ Diese Rücksicht ist auch bei der quantitativen Bestimmung des Kohlenoxy t zu nehmen. . ßesti« 1 ' Die quantitative Bestimmung des Kohlenoxyds geschieht durc ^. mung des in salzsaurer Lösung durch Kohlenoxyd ausgeschiedenen I'allaui ^^ telst Kaliumjodids. Der Vorgang der Einwirkung des Kohlenoxyds a ^ diumchlorür 'ergiebt folgende Formel: PdCi 2 +CO+H 2 0= Pd+2C1H+ W*'.^ p durch Kohlenoxydgas ausgeschiedene und ausgewaschene Palladium wj nigswasser gelöst, also in Chlorür verwandelt, und mit Wasser eine dm l'all»- Snnguis. — Santonina. 1071 'umlösutig hergestellt, welche man mit Kaliumjodid titrirt. Von einer Lösung mit 1,486 g Kaliumjodid im Liter wird so lauge der Palladiumchlorürlösung m- U? tZ *' a ' 8 eine dunkelbraune Trübung erfolgt. Die Probe auf Endreaction be- s elit im Filtriren kleiner Mengen der Palladiumlösung und Versetzen des Filtrats '' Kaliumjodid, auch kann man eine porcellanene weisse Unterlage hierzu verenden. Jeder cem der Kaliumjodidlösung entspricht 0,1 cem Kohlenoxydgas IViertelj. Schrift f. öff. Gesundh. Pflege XII, 8. 377. Pliarm. Centralh. 1880, S - 321, 322). Dass sich Kohlenoxydgas in der Luft mittelst Blutes nachweisen und be- ltQ men lässt, hat C. H. Wolff angegeben und einen dazu verwendbaren Apparat eonstruirt. Das Nähere sehe man nach im ehem. Centralbl. 1880, S. 773 und üingi.ee's polyt. Journ. 1880, ^esp. Bl. d. Ver. analyt. Chem. 1880, S. 46. ^Ptemberheft S. 456. Neber den Nachweis der Giftigkeit des Kohlenoxydes und sein Vorkommen n Wohnräumen hat M. Gruhkr vielfache Versuche angestellt und berichtet da- '^ber i m p 0 i yt- Journ> 241, S. 220—224 und chem. Centralbl. 1881, S. 702. «hon bei einem Gehalt von 0,06 — 0,07 Proc. Kohlenoxyd zeigt sich bei den 'ese L u f(; athmenden Thieren ein merklicher Einfluss, bei 0,15 Proc. machen ' e ö Gif'twirkungen bemerkbar und bei 0,5 Proc. ist die Wirkung letal (beim Einehen). , Chloroform im Blute nachzuweisen, genügt es, einen Luftstrom durch as verdünnte und im Wasserbade erwärmte Blut zu leiten und diesen Luftstrom s dem Blute in eine ammoniakaliscbe Silbernitratlösung eintreten zu lassen. r | e Silberlösung wird durch Erhitzen vom Actzammon befreit, mit Essigsaure ansäuert und das abgeschiedene Chlorsilber zu wägen. Man kann auch die Luft w eingeistige Aetznatronlösung leiten und in dieser den Chlorgehalt bestimmen Ageh). Nach Bertuelot's Anweisung soll man die Blutgase mit Luft oder * 8 8erdampf gemischt durch ein rothglühendes Porcellanrobr in eine Silbernitrat- ,U V? leiten. Hierbei bilden sich auch Cyanverbindungen, Acetylen etc., was 2fis •' :ic ' lt ' zu Zlcllen ist - ^as Nähere findet man in Compt. rend. 92, 8. 267, » i'n Auszuge im ehem. Centralbl. 1881, S. 250 angegeben. »ois durci ist eine Holzimitation aus Sägemehl, Ochsenblut und Asphalt. Wbonblut. Zum Klären von Zuckerlösungen, Oelen etc. dient eine Mischung ,p s 100 Th. grobem Holzkohlcupulver, 50 Th. frischem Blut und 25 j • ^honerdehydrat, welche Mischung bei einer 50° C. nicht überschreiten- j> . "arme getrocknet und dann gepulvert ist. Nach Pfandkr's Patent (Engl. • 2719) wird Holzkohle mit Blut gesättigt und bei gelinder Wärme getrocknet. cm (• '"tio Malasse«. Zur Darstellung der TEiCHMANN'schen Haeminkrystalle j. P 'ehlt Vulpius eine dem Blute gleich speeifisch schwere Flüssigkeit (1,050 a *>°57) mit Namen M alassez-Lösung, Solutio Malassez, bestehend Und 3 ' 75 Mu cilag. Gummi Arab., 1,875 Natr. sulfuric, 1,03 Natrium chlorat. 100,0 Wasser. Sie wird zu jedem Experiment frisch bereitet und filtnrt. »um Santonina. Verl? 1 den a »f Seite 889, Bd. II des Handbuches, angegebenen Loshchkeits- ^a'tnissen i Bt hinzufügen: Santonin löst sieh bei mittlerer Temperatur , n 50 C • eink °Wenbenzol, 40 Th. Amylalkohol, circa 200 Th Schwefelkohlenstoff l> et . '* fast unlöslich in Petroläther von 15» 0., aber löslich a ^»läther in circa 800 Th. -30° C. 1072 Santonina. Ein mit Salicin oder Strychnin verfälschtes Santonin giebt sieh durch de excessiv bitteren Geschmack eines Essigs zu erkennen, welchen man mit e 'ß . kleinen Menge Santonin geschüttelt und eine Stunde hindurch macerirt hat. » Abwesenheit des Strychnins schmeckt der Essig nur wie Essig, nicht bitte • Diese empirische Probe sollte der Droguist nicht unterlassen. Weitere Verfälschungen sind die mit Salicylsäure und Milchzuck 6 • Die mit Wasser geschüttelte Probe Santonin muss ein Filtrat ergeben, welcj 1 mit Perrichlorid sich nur gelb färbt. Das Santonin (circa 0,1 g) mit kalis"? Kupferlösung aufgekocht darf nicht reducirend wirken, mit concentrirter Schwe säure übergössen und agitirt sich nicht roth färben. Im Uebrigen vergl- in ' Handb. II, S. 889, 890. Santonin wurde auch verfälscht angetroffen mit B<£' säure (grüne Flamme), Kaliumboricotartrat (leicht in Wasser lösbc /» Gummi-Arabicum, Zucker (fast unlöslich in absolutem Weingeist), Stean säure (erzeugt einen Fettfleck auf erwärmtem Papier). Reactionen. Wird zu einer kalt bereiteten Lösung des Santonins in c°' Schwefelsäure wenig verdünnte Ferrichloridlösung gesetzt, so ent anfangs eine rothe, dann eine purpurrothe, zuletzt violette Färbung- , soll man die Schwefelsäure und verdünnte Ferrichloridlösung zu gleichen mischen und dann das Santonin eintragen, endlich vorsichtig erwärmen. 0, ' genügen zur Reaction. So berichtet Lindo (Pharm. Journ. and Transact. 8, Nr. 390, S. 464), doch will die Reaction nicht jedem gelingen, wie z-1 ? - Verf. dieses Ergänzungsbandes. Die Bestimmung des Santonins in Cacaotabletten erfordert die hergehende Beseitigung der Fettsubstanz. Dieselbe kann nicht mittelst Ben gesehen, wie es empfohlen wurde, sondern nur mittelst Petroläthers bei Temperatur, welche 20° C. nicht überschreitet (Haoer). Ueber verschiedene Isomere des Santonins berichten Cannizzaho und ^ NELUTn in der Gazz. chim. 1877 (Berichte d. d. ehem. Ges. XI, S. 2031, » Jährest), üb. d. Fortschr. d. Pharm, etc. XIII, 8. 459, 460). fol- Anwendung. Den im Handbuch II, S. 890 gemachten Angaben wären gende hinzuzufügen. . Dass der Gebrauch des Santonins ohne Controle durch einen Arzt un ^ verständigen gefährlich ist, hat die Erfahrung immer und immer wieder g ß3 Tu. Huskmann hat wiederholt Warnungsrufe vernehmen lassen, doch ^ egf ,g scheint, ohne Erfolg. Die Hauptsache ist, einen passenden Ersatz ™ j, e n- Gift als Wurmmittel zu bieten und dieses will ich hier an dieser Stelle ve ^ Ein herrlicher Ersatz ist das geschmacklose Chinidintannat, wie es z. 1>- ^ ejr [- von Zuckerl (von ROSZKYAY in Arad), auch in Verbindung mit lö.sli<*^° m 0( .j, a - oxyd im Handel vorkommt. Hierzu eignet sicli die Vorschrift zu (lon , g fa» rola Chinini tannici im Handb. H, S. 841, nur ist in Stelle des Chinintaon ^ Chinidintannat zu nehmen. Die Wurmkur mit Chinidintannat ist z wa an ve r- theurer, aber niemals gefährlich. Will man die Kur billiger gestalten sieht das bedeutend billigere Cinchonidintannai auch denselben Dienst. .»■u«-- ------------- 0 — ~ vuiwuVUlUlUlinUUCIII MU.VU vivnuvww.. - *+tft£S ^ den Kindern bis zu 3 Jahren 2 oder 3 Tage hintereinander \° xrBX ^% &w\ Sind die Kinder von sehr blasser Gesichtsfarbe, so sind die Chinidnitan uen rviiiueui uis /.u •> »»imi" & uuer o läge minereiuaiiuoi """-__9 St ut "\' Zuckerl (ä 0,1g Tannat), stündlich 1 Stück, Kindern über :} •' :ll,re i „ atati ek ert Wurde dieses Mittel angewendet, ^^ 0 r.d mit Eisenoxydhydrat vorzuziehen _ mum*' h. Wurmleiden schon am dritten Tage beseitigt und die Kinder sehr "^j, »»' lebendig. Die Apotheker sollten von dem Gebrauch der Santonin« rathen. Santonina. — Sapo. 1073 Seite 891 im Handb. II sind die Gaben der Santoninzeltchen verzeichnet. )e sind vorsichtig berechnet und dennoch sind Fälle vorgekommen, in welchen diese niedrigen Gaben (z. B. bei einem Kinde, 25 Monate alt, 2 Trochisecn ^ 0,025g Santonin, bei einem Knaben, 4'/ 2 Jahr alt, 0,125g Santonin) letale er giftung herbeiführten. Nach Husemann's Erfahrung reichen für ältere Kinder >°>3g Santonin zur genügenden Wirkung aus. In dieser Beziehung erscheint * gerathen, die im Handbuch II, S. 890 und 891 aufgestellten Gaben nur für •äftige Kinder, für schwächliche Kinder aber folgende Tabelle als giltig anzurennen: Schwächliche Kinder von Jahren 1— 2 3 4 5— G 7— 8 9—11 12—14 Vormittags 2-sttindlich 1 Pastille do. do. do. do. den Tag über Pastillen ä 0,025 g oder ä 0,05 g 1 Stück 2 » 3 n 4 ■ C . - Stück 2 3 4 Es hat sich herausgestellt, dass schwächlich gebaute Kinder und Kinder !t Wasser Gesichtsfarbe Santonin weniger gut vertragen, während stark gebaute, ,.. genährte Kinder mit gesunder Gesichtsfarbe nur selten an Würmern leiden. Wegschaffung der Würmer wird übrigens das Kind in seinem Digestions- PPWate nicht gesund gemacht und ist die Beseitigung der Eingeweidewürmer j." fi Parallele zu dem unsinnigen Abzapfen des Wassers der Hydropiker. Wie ^ l \ roborirende Mittel, Eisenoxydsalze und Chinaalkaloi'de einfach helfen, ebenso seitig en dieselben Mittel die Wurmerzeugung, jj. Gegen Harnincontinenz wurde Santonin empfohlen, doch hat es sich völlig wirkungslos erwiesen, jj , Vergiftungen durch Santonin empfiehlt Jandoüsch Abführ- und ki ra 'ttel, Trinken vielen Wassers, wenn die von Binz em al ation wegen Abwesenheit eines Arztes nicht ausführbar ist. Inl.!i '* tc '' Trinken vielen Wassers, wenn die von Binz empfohlene Aether- ation wegen Abwesenheit eines Arztes nicht ausführbar ist. "['lympaslilleii, Dr. KLUGE)'«, mit Cochenille gefärbte, Santonin enthaltende tUcholchen. sind den Pfefferminzkuchen in der Form ähnlich. Sapo. tien ^ as Wort Seife gebraucht man heutigen Tages die chemischen Be- r at Ul ' n 8 c n wie Oleat (ülsaures Salz), Margarat (margarinsaures Salz), Stea- Verh' gSailres Salz )> Oleostearat, Oleomargarat etc. Die fettsauren Salz- Ai], "'^ngen eignen sich vorzugsweise zur äusserlichen Anwendung. Es werden ^rdm°^ SCifei ' " lul MetalUeifen unterschieden. Letztere zerfallen in Alkalimetall-, Metall- und Schwermetall-Seifen (eigentliche Metallseifen). v, e i ^^ Alkaliseifen sind in Wasser löslich, zerfallen aber beim Auflösen in ty eitl Wasser in ein basisches oder alkalisches und ein saures Salz. In warmem Um l 6ist sind sie löslich, die warmen weingeistigen LOOTBgen der Margarate Kai: ! arate erstarren aber erkaltend zu gallert- oder geleeartigen Massen. Die »ach f n s!nd meist weich oder schmierig, viele derselben bleiben dies auch selbst CiK em Abtrocknen, dagegen sind die Natronseifen hart und die meisten elb en lassen .;.i, J„h Zn> A,„,t™«fcn B n in ein feines Pulver verwandeln. s» R i'i, "™. Praxis. Suppl. 88 1074 Sapo. Dialysirte Seife. den Die Alkaloidseifen werden gewöhnlich durch Doppelzersetzung aus u ., Sulfaten und Hydrochloriden der Alkalo'ide durch Natronseife hergestellt, * verfährt man hierbei in Sinnlicher Weise wie bei Darstellung der AlkaloW 96 ^ nur können sie mit kaltem Wasser vollständig ausgewaschen und ferner W Wärme des Wasserbades ausgetrocknet werden. jgg Zur Darstellung der Oleate, Stearate etc. des Quecksilbers ist Sie ^ krystallisirte Mercuronitrat, zur Darstellung der Eisenseifen abe' ^ Ferrichlorid zu verwenden. Da die Lösung des Mercuronitrats und des ^ muthnitrats in Wasser einen Zusatz von etwas Salpetersäure erfordert, soj t/[l Lösung der Natronseife mittelst Natriumcarbonats verhältnissmässig a f~«ffggsef machen. [VON schlägt vor, die Metallsalze, welche in ihrer Lösung durch ^ dam 1 eine Zersetzung erleiden, zunächst in Glycerin zu lösen, diese Lösung Wasser zu verdiinnen, um sie schliesslich mit Natronseife zu versetzen. ^ Die Metallseifen sind völlig unlöslich in Wasser, aber mehr oder löslich in fetten und ätherischen Oden, geschmolzenen Ketten und Pllast° l e ^. unbedeutend löslieh in Weingeist, Aether, Benzol, Petrolbenzin, Petrola Ammoniakseifen sind fast sämmtlieli unbeständig und zersetzen und nach unter Freilassen von Amnion. sich tß ßb . p-n-scln" 1 » 6 ' 1 Sapo dialysatns, Sapo purus, dialysirte Seife ist ein aus den n> we j C be9 Eugen Dieterich's (Helfenberg bei Dresden) hervorgegangenes Prftp» ra Vj^pgr»' zur Darstellung eines untadelhaften Opodeldoks dient. Obgleich dieses ^ 0 da ein gesuchter Artikel aus der Fabrik des Autors ist, so veröffentlicht e £ pt den Darstellungsmodus (pharm. Centralh. 1879, S. 394—396). DlBTB ^ die . 2 Tli. Talgseife und 1 Th. Oelseife in 6 Th. kochendem Wasser, tu " se r ^ Bern leimähnlichen Gemisch Pergamentpapierdärme von 45 mm 1)lü f c . 1 i J te f&s seS 2/g, um diese in U-Form in mit warmem oder heissem Wasser gern ^0W zu liängen. Da die Seifenlösung leichter wie Wasser ist, müssen Därme durch irgend eine Vorrichtung niedergehalten werden. _ bei - * 0 . 9 ' Nach zwei Tagen nimmt man die wesentlich entfärbte ? ei ,? 9 gjeb- ^ dampft sie ab, trocknet und gianuliit mittelst Reibens durch ein gro» Sapo. Seifeusorten. 1075 e raaltene Seife ist wie Stearinseife blendend weiss, erinnert im Geruch entfernt ? n Olein, schmeckt mild, ist aber weicher geworden, so dass sie sich nicht mehr j n Pulver verwandeln lässt, eine Eigentümlichkeit, die Dieterich auch bei der dia ys'rten Stearinseife beobachtete. Selbst harte Oelseife, für sich dialysirt, wird ^ c jmierig, weshalb sie mit Talgseife in einem passenden Verhältniss vermengt in r beit zu nehmen ist, um sie wenigstens in Körnchen verwandeln zu können. er Verlust durch das Dialysiren beziffert sich auf 18—22 Proc. je nach Wassergehalt der Seife. Ein aus dem zuerst beschriebenen Talg- und Oelseifengemenge 'gestellter Opodeldoe giebt effectiv keine Ausscheidungen irgend welcher Art nte r allen möglichen Verhältnissen (Dietertch). Sapo viridis, Schmierseife (llandb. II, S. 903). Um eine Seife mit be- ^•mmtern Gehalt zu dispensiren, ist folgende Darstellung zu empfehlen. 100 Th. °'»es Rüböl, 75 Th. kohlensäurefrcie Aetzkalilauge von 1,334 spec. « e wicht und 60 Th. Wasser (kalkfreies) werden unter beständigem Umrühren einem eisernen oder kupfernen Kessel erhitzt und einige Minuten in schäu- ndem Kochen erhalten, bis circa nur 5 Th. Wasser verdunstet sind und die er 8eifte Masse 225—230 Th. beträgt. Ist die Aetzkalilauge aus roher Potasche Reitet, so sind 80 Th. Aetzkalilauge zu nehmen oder soviel, dass völlige Ver- ' Un g eintritt und auch noch freies Alkali in geringer Menge vorwaltet. , Die im Handel vorkommende Schmierseife ist nur zu oft mit Stärke, Harz . er Natronwasserglas verfälscht. Sie ist als rein zu betrachten, wenn sie sich 1< ' Th. Weingeist ohne Bodensatz, wenn auch nur etwas trübe, auflöst. Die äusserliche Anwendung der Schmierseife fand Kapesser ausserordentlich in i (5 ' c ' 1 wirkend bei chronischen Lymphdrüsenleiden, Skropheln de. Zweianal th 'i ^° ( '' m so " man Abends einen Löffel Schmierseife mit lauem Wasser zer- '' mittelst wollenen Lappens in die hintere Seite des Körpers vom Nacken bis U l' ( '' ll Kniekehlen einreiben, nach Verlauf von" 10 Minuten mit warmem Wasser I ' w '' IS( 'hen und abtrocknen und dann das Kind in das Bette bringen. (Schmidt's '"'»«eher der gesammten Medicin 1879, 2; Med. Neuigk. 1879, S. 172.) o 'iefiillle Seife nennt man die noch die werthlose Unterlange einschliessende Fetf' tJeien Darstellung das leicht verseifbare Cocosöl zulässt. Aus 100 Th. ij stellt man 250 — 300 Th. gefüllte Seife her. Wenn sie in Stelle guter SSß ife abgegeben wird, so liegt ein Betrag vor. Die ima F f c ' lvve » w Seife, Schwerer Seife, klnstlieke Kernseife wird einfach durch Mischen i { Erwärmen von Cocosöl und anderen Fetten mit concentrirter Natronlauge gestellt, ist also eine gefüllte Seife. u «arzseife des Handels wird meist aus einem Gemisch von 2 (—5) Th. Talg l (~3) Th. Harz hergestellt. U Wellten du llar/.nlseifc hat B. IIoffmann beobachtet. Werden 100 Th. j.|' i ' 11 '-"l und ,",0 Th. frisch gelöschter Kalk gekocht, so wird aus der anfangs ] lit ""i;igen Masse, schliesslich eine dünne Flüssigkeit, welche bis auf 160° C. erbe! V m Dnilkll 'u blauweiss leuchtet. Einige Tage später tritt das Leuchten schon 1200 C ein. (Chem. Ztg. 1881, 8. 108.) jj Belassenseife nennt man eine aus Melasse und Seife hergestellte Mischung. k ß , st eüt sie nach JüNEMANN's Anweisung in folgender Weise her. 100 1 heilen fol! aS8c ^ri man 2(5 Th. calcinirte Soda zu, erhitzt, bis Lösung er- 0 P V Und setzt dann nach und nach in kleinen Portionen 100> Th. erwärmte ScW- lU ' e l1 -™- 100 Th. Melasse Helen. 210-215 Th. harte Seife. Soll eine Aet;r rSeifc hergestellt werden, so ist «las Natron durch ein entsprechendes Vi *lent Kaliumcarbonat zu ersetzen. 68* 1076 Sapo. Toilettenseifen. Metallseifcu oder Olcomargarate der Metalle werden mittelst kalter oder lauwarme Metallsalzlösungen nach stöcliioraetriscliem Verhältnisse dargestellt. Die kösunß müssen möglichst neutral sein. Die Quecksilberseifen stellt man ans dem I» euronitrat dar. Die Seifen werden im leinenen Colatorium gesammelt, kalt g» presst und an der Luft oder in einer Wärme, welche 30° C. nicht tibersteig; getrocknet. Toilettenseifen glänzend zu machen, soll man nach Dupuis die Sei stücke einem Wasserdampfstrome aussetzen. Dieser kann wohlriechend g ein * , werden, wenn man ihn durch ein parfümirtes wollenes Tuch streichen lässt. Bl. XVIII, 8. 61. Chem. Centralbl. 1881, S. 205. Toilettcnseifcn, waclishaltigc. Den Toilettenseifen sezt man, auf ClayT Empfehlung hin, zuweilen 6—12 Proc. Bienenwachs hinzu, welches geschnw ' f mit der heissen Seife zusammengerieben wird. Eine solche Seife soll die geschmeidiger erhalten und die Seifenstücke vor Sprüngen bewahren (Indusw 1881, S. 29). i( Transparent -Seifen, Krystallseifcn, wasserfreie Toillettenseifen, ^ lv0llS , lllS - Windsor, werden in der Weise dargestellt, dass man 100 Th. einer reinen • getrockneten Seife, in der Warme in einer Mischung aus 5—10 Th. Gly cen ^ 30—40 Th. absolutem Weingeist löst, die Lösung in der Wärme absetze« ^ und in passende Formen decanthirend eingiesst. Man kann das Glycerin ^ weglassen und durch Weingeist ersetzen, so dass der Weingeist 28 — 33 .^ von der Seifenmenge ausmacht. Die Seife, welche getrocknet weiss aussieü >' vorzuziehen, wenn man eine ungefärbte Krystallseife erlangen will. Werde ^ seifen hierzu verwendet, so ist stets auch Talgseife (Rindstalgseife) da« ^ nehmen, damit die erkaltete Seifenlösung hinreichend starre Consistenz a ". g 6 . Die Farben, welche zugesetzt werden, müssen in Glycerin oder Weinge' löst sein. 0»ut bl. Glycerinseifen werden wie die transparenten Toilettenseifen dargestel : wird als Lösungsmittel vorwiegend Glycerin und wenig Weingeist ange $ Auf 100 Th. Seife nimmt man 10—15 Th. absoluten Weingeist und 30 ^. Th. Glycerin. Karben und ätherische üele werden in Weingeist gelöst oe^j, men flüssigen Seifenlösung zugesetzt. Die Industrieblätter XVI, S. 1?3, folgende Vorschrift zu einer 6K Transparent-Ölycerin-Seife aufgenommen. 10kg Talg, 10kg (1,,( '" s( j. gob' 3 Eicinusöl und 10kg Glycerin werden zusammengeschmolzen und » u ^j c l)t 75° C. erkaltet mit 13,5kg Natronlauge von 1,833—1,335 speo. ** 0. und *12kg käuflichem absolutem Weingeist (96—98-proc.) versetzt und "^ e t Nach geschehener Verseifung wird eine klare Zuckerlösung, aus 2kg ^g und 1kg destill. Wasser hergestellt, dazugemischt und das Ganze m pe- Cassiaöl und 50g BergamottÖl parfümirt. Die flüssige Seife wird un canthation in Weissblechformen eingegossen und erkalten gelassen. ,. f - Untersuchung der Seife. Dieselbe ist bereits im Handb q 900 «•. ', Seite H» volumetrischen w» ausführlich angegeben und wäre sie nur noch nach i\rv zu vervollständigen: f „-flick 6 *) 1) Seifenlösuug: 100g Seife, (entnommen aus der Mitte des Seiten^ flagg werden in soviel Wasser bei 60° C. nicht überschreitender Wärme ge i^ ^ die Lösung lOOOccm oder I Liter beträgt. Bildet sich etwa ein Bode d»«» ist die Lösung an einem wannen Orte mehrere Stunden zu erhalten, ^ißiS die ziemlich klare Lösung zu decanthiren und den Bodensatz zur U nt zu reserviren. Von dieser Seifenlösung nun wird zu der Untersuchung en aBie"' Siipo. Untersuchung. 1077 ^ 2) Gosammt-Alkaligehalt. lOccm Seifenlösung werden mit warmem asser verdünnt, mit etwas Eosinlösung versetzt und mit Normalsäure titrirt, 11 dem Punkte der Sättigung tritt Entfärbung der wässrigen Flüssigkeit ein. e 3 ) Freies Alkali. 50ccm der Seifenlösung werden mit 300 — 400ccm ^jjcentrirter Kochsalzlösung gemischt und nach einer Stunde wird filtrirt. Das ltr at enthält das freie Alkali, welches wie sub 2 bestimmt wird. , , 4) Verseiftes Alkali. Die Menge erfährt man, wenn die Menge des eie n von dem Gesammtalkaligehalt in Abzug gebracht wird. R 5 ) Fettsäuren. Die Bestimmung geschieht, wie Handb. II, S. 901 angegeben ist, oder man versetzt 50 oder 100 ccm der warmen Seifenlösung in einem hin " ten C ' y,1 ' llc ' er mit Sa I zs äure bis zum Ueberschuss, setzt noch heisses "Wasser gern Und ' äSSt am warmen 0rte absetzen. Die Zahl der von der Fettsäure ll| lten ccm mit 0,9 multiplioirt ergiebt annähernd das Gewicht in Grammen. Wir ^ 1<üuc btigkeit. Man dampft 100 oderöOccm der Lösung ein und er- bari ^ Cn ^ uc kstand mit etwas Weingeist vermischt längere Zeit im Wasser- jj. e > hin und wieder etwas Weingeist aufgiessend, zuletzt bis auf 110° C. er- 8en ^ as ® ew i cu t des Rückstandes von dem Gewicht der in Lösung gewe- diir l* e abgezogen ergiebt den Wassergehalt. Will man den Wassergehalt Ver» austrocknen der Seife bestimmen, so ist diese in dünne Schabsei zu 'ich l n n lln( l zunächst einer Wärme von 40—-60 ° C. auszusetzen und schlies- 8eif 8Ser badwärme anzuwenden. Bei anfänglicher starker Wärme schmilzt die ' " II{ 1 bildet dann eine sehr schwer auszutrocknende Masse. fj| ' Mineralische und vegetabilische in Weingeist nicht lösliche Ver- cnungsstoffc worden durch Lösen der Seife in Weingeist abgeschieden. ^) Unverseiftes Fett wird mittelst Petroläthers extrahirt. S e jf ), Harzstoffe werden durch Anilin im Wasserbade extrahirt, welches die Uiit « n , K ''' t ,( ' st > w °hl aber Harz und unverseiftes Fett. Das Anilinfiltrat wird alzsäure übersättigt, wodurch das Harz abgeschieden wird (.1. Woff). re »ts •? Weingeist. Um denselben zu bestimmen, wird die Seife (TrMispa- »U't e e ^ ^'ttelst Schwefelsäure zersetzt und das wässrige Filtrat einer fractio- 8al z n Destillation unterworfen. Das Destillat wird mit entwässertem Glauber- fyasg h (lilnn mi * wasserfreier Pottasche geschüttelt, decanthirt und aus dem j^bade wiederum destillirt. 8. o^' 11 en Untersnchungsgang für Seife veröffentlichte C. HoPB Ohem. News 43, «4rin ■ Chem. Ztg. 1881, S. 363; ehem. Centralbl. 1881, S. 794. as Untersuchungsverfahren der Zollbehörde für Seife besteht l0«^j. ass das Seifenpulver (zum Denaturiren des Kochsalzes) sich in einer UiKj dachen Menge einer Mischung aus gleichen Volumen 85-proc. Weingeist Bei m C ° nc - Essigsäure beim Erwärmen bis zum Kochen fast klar lösen muss. Oorisj '"'innen mit dem doppelten Vol. Wasser scheidet die Fettsäure ab. Die s 'enz derselben lässt auf die Art der Fettsubstanz einen Schluss ziehen. ledt ^as e r aerg,anz mittel sind folgende: — I. 2 Th. Leim gelöst in 5 Th. \s8fi Werden zu einer heissen Seifenlösung von 1 Th. Marseillerseife in 5 Th. d a s q> Welcher zuvor 1 Th. Olivenöl zugerührt ist, gesetzt, gut gemacht und H oi? Ze mit Blauholzabkochung und Eisenvitriol gefärbt. — D. 12 Tn. Leim \ tlt Th. Harzseife (VI, Th. Colophonium und »f. Th. Sodaseife) werden in 80 v «n S 8er gelöst und wie oben gefärbt. - III. 200 g Schellack in 1 Liter Alkohol K \\ gelöst, ebenso 25g Marseillerseife in 375ccm Alkohol und 40g Glycerm. \ ^ung en werden vereini und in Spiritus gelöstem Ngrosm gefärbt. «tehe7 ch ^g 8o11 ™r dem Gebrauche etwa 14 Tage an einem warmen Orte 1078 S.'ipo Palmitatlack. Maiierwand-A »strich für Kellerräume in feuchtem Boden. 300 Th. Stearin* säure (Stearin), 140 Th. krystall. Soda und 1000 Th. Weingeist werde» digerirt und nach geschehener Lösung 100 Th. Kolofonpulvcr in *-00 ' Weingeist gelöst dazugemischt. Mit dieser, durch Erwärmen flüssig g otnac ;j. Lösung werden die Wände bestrichen, womit man einen Schimmelansatz vei' dert. Es kann der Mischung etwas Fuchsinlösung oder rother Ocker als r a Substanz zugesetzt werden. Opodeldok. Ueber die Darstellung eines klar und durchsichtig bleiben Opodeldoks ist viel geschrieben worden. Die Darstellung desselben aus dialy 81 , fl Seife ist unbestritten die beste, doch muss daran erinnert werden, das* ,.^ Opodeldock von vorzüglicher Qualität aus Butterseife gewonnen wird; * ie , g L auch S. 905 im Ilandb. II gesagt ist. Wenn sich dennoch ein solcher "P 0 dok nicht gut gehalten haben sollte, so ist wahrscheinlich keine echte ß u seife zur Verwendung gekommen. Jetzt nimmt man medicinische Seite dazu. i T« 1 Palmitatlack, Tlioncrdepalmitatlack besteht aus einer Lösung v° n ,,^. Aluminiumpalmitat in 4 Th. rectif. Terponthinöl. Die Pa'™' „ säure findet sich fast in allen Fetten, besonders aber im Palvnöl (dem f e ^ Elais GuineensisJ, in dem Fett der Stillingia srtifera etc. Zur Darstellung ^ Säure wird Palmöl verseift und die Seife mit Säure zersetzt, dann scheidet m ^ Palmitinsäure durch Krystallisation aus Weingeist von den anderen *° \ öe t, Palmitinsäure mit frisch gefälltem Thonerdchydrat gemischt und eingel^ ^ und die Masse in Benzol gelöst und filtrirt, liefert ein Filtrat, welches bi^ dünnen Syrupconsistenz abgeäampft einen Lack von besonderen Eig en & » 3; giebt, von welchem Karl Lieber (Berlin) in Dingler's Journ. 240, . ( ,,t pharm. Centralh. 1881, S. 416 u. 417 Folgendes sagt: Das Aluminiii» 1 !^^ j„ schmilzt bei höherer Temperatur als Dammar und Copal, es löst s i( 'h W 1 ^ Terpentinöl oder Benzol auf und die Lösung von 1 Th. Palmitat in 6^ '^fe Der Auflösungsmittels hat noch eine lackartig dickflüssige Consistcnz. ' B / roC laS' sclilägt auf Papier nicht durch, wird nicht brüchig, bleibt immer biegsam, ^»fti m Aufstreichen eine gewisse ., en gi»jtf die aber nach dem Trocknen verschwindet. Der Lack hat schönen Sei o bald, bekommt jedoch einige Zeit nach dem b« i$® und verträgt jeden Zusatz von Dammar und Copal, wodurch er einen ~ -g iü Glanz erhält und den beiden letzteren die Eigenschaft, spröde und werden, benimmt. 1. , ro icn, ^ Das Aluminiumpalmitat wird Verwendung finden in CattundrucKe . c j, 6 p tunfabriken, Appreturangtalten, Lackfabriken, in der Fabrikation des 1 t „ich Lederg, wasserdichter Zeuge und dergl. In der Tapetenfabrikation ^J^ »•" der Aluminiumpalmitatlack besonders durch seine hervorragende Eigen .^irte' 1 Papier nicht durchzuschlagen, zum Golddruck und zum Ueberziehen ^bilis 0 ** 611 und echten Ledertapeten. Es giebt ferner einen vorzüglichen veg Leim, der nicht verdirbt, etc. ,,. V iii'- Leder-Appretur von C. G. Müller & Co. (Berlin) ist wahrsche-nl'C Stehende Palmitatlack mit Pigmenten versetzt. gjnen Pomaden setzt man etwas Soifenpulver hinzu, welcher Zusatz wl( " oWe j sS e P°. grösseren Wasserzusatz ermöglicht. Auf diese Weise können sehne ^ el a raaden hergestellt werden. Ein Zusatz von Borax neben Soiie 1 empfohlen, zu unterlassen. ijwltirö Sauerwurmvertilger, Nessler's, eine Flüssigkeit zur Vertilgung « ^lebe/V des Sauerwurmes, Heuwurms, Traubenwurms, Tinea «» g-gr Ie <*' seiner Schmetterlingsform besonders in die Aestchen des Weinstoc Sapo. 1079 essen Raupen die Blüthen überspinnen) besteht im Liter aus 40g grüner He, 60g Amylalkohol und einer Abkochung aus 100 Th. Tabak, dur h. m i erm ittel. Alle pyrogenen Oele oder doch die meisten derselben solleu da- Sf»if! U1 Maschinen-Schmiermittel übergeführt werden, wenn sie mit wasserfreier so lange unter Umrühren erhitzt werden, bis eine Verdampfung ltritt. Aehnliches berichtet Ikvine in der Chem. Zeitung 1881, Seife ^ Fettsäure b> 761, 754. ^1 Liniment um sapouaccum paupcrum (Willmott). Saponis viridis 40,0 X lei Eorismarini 3,0 J'amphorae '25,0 Bpiritus Vini 250,0 Mixt le destillatae 150 A w stent P p,r diem unum et saepius •Mtentur, tum fiitrentur. Oijl'i 1 Liniment für Arme als Ersatz des ^ueidoks oder Kampherliniments. *■ ) Liquor saponatus litholyticus nosocomii Monspeliensis. | a Poni s medicati 10,0 Solyg • * carbonici crystallisati 5,0. ^3uae destillatae 480,0 ,^'ycerinae 20,0 Bt nltra. (boi't'r - ^ Um Injiciren in die Ilarnblaso tia rnsäureconcretionen). H Pulvis dentifricius Schmkdiuke. Cretao praoparatae 60,0 c "gne 8 iae subcarbonicae o" n °Darum praeparatarun: il f*Ponis medicati 12,0. '• Pulvis. nun an.'i 15,0 v) Pulvis lavatorius chloratus. Gechlortes Seifenpulver. I'l'tuns sebacini pulverati 100,0 '" n carbonici dilapsi 10,0. 1) Ptinu» * -----—"r" n L eontritis immisce , ■ ad ^ ancae chloratae 12,5. Locq a i nun - mce remoto servctur. Cadavl./"" 1 Waschen der Hände nach Von /''cctionen oder ähnlichen Arbeiten 'attcht untl Krankenwärtern go- (5) Sapo benzoi'iius. a P° benzoicus. Sapo cum Benzoe. Bonzoeseife. 0l e Sehi ?° C0 ' 1 ' 8 Cüla ti et) l taillin! (12) Sapo sulfurco-camplioratiiS' Kampher- Schwofelseife. iy Olei Cocois 1200,0 Liquoris Natri caustici 600,0. . cC Saponificatione digerendo peraeta » a Kalii sulfurati 100,0 Kali caustici 20,0 soluta in Aquao Cinnamomi 100,0. Postremum admisce Camphorae 15,0 digerendo soluta in Olei Cocois 50,0. (13) Spiritus Saponis kalini Pharm. Austriacae. IV Saponis kalini (viridis) 100,0. Solve in Spiritus Lavandulae 50,0 et filtra. Diese Vorschrift weicht von der in. Spiritus Saponis kalinus IIbbbA ^ II, S. 907) bedeutend ab. Adlerseife eino braungofärbto parfümirte Cocosöl-Natronseife in'! Alpenkrftuterseife ist eine Cocosölsodaseife mit etwas Zucker verset j n"' 1 Urangrün tingirt und mit Pfefferminzöl, Tnymianöl, Lavendclöl, Anisöl, Kunim Bergamottöl parfümirt. , vc n Bassorin, Wilhelm's flüssiges Pflanzensedativ, ist der Name ein< j 9 j er Ant°{ Schmiermittels gegen Nervenschwäche und Rheuma, von welchem Mittel . g jt ' ein Apotheker Wilhelm zu Neukirchen bei Wien ist. Es ist diese F^ssig ja hlt Spiritus Saponis alkallnus Hebea (vergl. oben). Für lOOg müssen 2,50 Mai net)D ei>» werden. Es erregt Erstaunen, wie erstens ein Apotheker das Mittel l ?i,s , aou Buss« 1 !'"' und zweitens wie die Polizei eine solche SophMcation zulassen kann, den s ;n «' ist doch keine Seifenlösung. Hier liegt wiederum eine Parallele zu dem ^"^ Tliierarztes Simon und des Apoth. Heinersdobe zu Culm (S. 912) vor. , Berg-Carmel-Seife soll nur ein neuer Namon für Sapo HispaniouB seille-Seifc sein oilci' , Alf"" ., 9 9 0. Anadoli von Kreller (Nürnberg). Orientalische Zahnreinig» n ^ nt iscK Ein pulvriges Gemisch aus 42 Th. Seifenpulver, 44 Th. Stärkemehl, 12 >■"■ N a.ow Seifenwurzel, 2Th. Bergamottöl, Citronenöl etc. (15g = 1 Mk.) (Witts TJS ' te an« Cold-water soap, Sihclair's, ein Englisches Fabrikat, welches als w go)1 (Inbeste Seife angerühmt wird, aber nur eino Harz enthaltende Kernseite dustriebl. 1882, S. 70). Sapo. 1081 r P ;„i 1 ? I , ectri c Soap, clcctrischo Wasch-Scife, Dittmann's, ist eine Natron-Wasserglas •eicniich enthaltende trockne Natronseife. t VOn Fettla »>geniiielil, Dr. Emb's, ist ein pulvriges Gemisch aus Seife, Soda und Na- n »»äserglas (neben 9 Proc. Fettsäure und dem neutralisirenden Natron noch 33,3 ri °c- trockne Soda). Nah- Fet *laugenmelil, Dr. Link's, ein Pulvergemisch aus 20 Th. Seifenpulver, 40 Th. TiiL 0n ". Wasser S ,as und 25 Th. entwässerter Soda oder aus 30 Th. Talgseife, 10 Th. alkstein, 5 Th. Soda. (Hager, Analyt.) Seifo wasser ^ es Thierarztes Koch (Wien), eine Lösung von 1 Th. schwarzer 0 und 1 Th. Benzol in 7 Th. verdünntem Weingeist. (Hager, Analyt.) 8toff Holzstoffseife, Feyerabend's (Tilsit), Talg-Cocosölseife mit feingemahlenem Ilolz- iiecV? ^schenholz) gemischt und glycerinhaltig. Sie bewirkt beim Waschen zugleich 6 p" ani8 clion Detrit. (10kg 5,20 Mark.) Die Seife besteht aus 41 Proc. Fettsäure, 10c - Natron, 10 Proc. Holzstoff, Glycerin und 40 Proc. Wasser. «er „^.? 1,(lseifc ? aromatische, von Zalmon. 500g gute neutrale Seife wird in Was- iiit »• ° 8t ' r (lcr Auflösung 10°K feingesiebtes Os Sepiae hinzugefügt und das Ganze V et( | * Zusatz von Rosen- und Orangenblüthenwasser eingedampft. Nach erfolgter .S'ijjj ."'Pfung und Eintreten der erwünschten (\msistenz werden 3g Pfefferminzöl, 3g aiif„ c [ 0 'i 3g Honig, 3g verdünnte Essigsäure hinzugefugt, das Ganze unter Umrühren Art ° cn * un d vor völliger Abkühlung in Formen gefüllt. Farbstoffe verschiedener w erden hinzugesetzt. 8eif e "I'^trine, Reinigungsmittel für Handschuhe, Rapein's, ist ein Gemisch aus Oel- ' ^'weiss, Aetzammon und Glycerin. (W. Eitner, Analyt.) Seif e ^Jallputzseife von A. C. Diedeck's Sohn (Wien) ist ein Gemisch aus 1 Th. mit 2 Th. Kreide, mit Todteukopf oder braunem Ocker tingirt. (V?i en ^ eui '°xylin, ein Terpenthinöl enthaltender Opodeldok des Apoth. Herbabny: 10,5. n *; as ^ rsc haum, chemischer, der ehem. Rasirschaumfabrik zu Dresden, ist eine J 1- °c. alkoholische Kaliseifenlösung. (Ew. Geissler, Analyt.) 'fi nct rai, >-Expeller wird, wie pharm. Centralh. 1880, S. 224, angiebt, bereitet aua So ™ aps - annui 7 °.°; Ol. Rorism., Ol. Caryophyll. ana 2,0; Ol. Chamom. aeth. 0,15; ^enth . icat °' 5; 01 - Lft vand., Ol. Citri; Ol. Neroli ana 0,5; Camphorae 1,5; Spirit. tosti n J)lp '' Spirit. Melissae comp, ana 10,0; Liq. Ammoni caust. 8,0; Tinct. Sacchari 4* s. *ei ,j re .uül, Kirchner's, gegen Hautleiden, ist eine Lösung von Seife und Glycerin "geistigem Zwiebelauszuge, parfümirt mit Borgamottöl. (?emi„ Savon de Saxe ä lo Nengebohren, Rasir- und Schönheitsmittel. Ein Pulver- Qiottü; r a,ls Tn - 2 °0 Seife, 25 Stärke, 12 Veilchenwurzel, parfümirt mit 3 Th. Berga- ^ruh'i ' 5 Citronenöl, 1 Zimmtöl, 0,4 Nelkenöl, 0,4 Rosmarieöl, 0,8 Lavendelöl, 0,6 D alsam. (Ftjenzel, Analyt.) Wu n( |p es °lvlrselfe dos Franz Pichler (Oberthierarzt in Prag), ist angeblich eine ai, t tih lfe ' we lche nur allein homöopathische Arzneistoffdosen tief in die thierische en ttiält zufiinren vormag. Es ist eine braune Harzseife, welche etwas Lorbeeröl 'ach) l lt ,?> neue, Englische Kalt-Wasser-Wasch-Seife, Karl Hüland's (Gummers eine Sparseife sein. Sie enthält circa 1,5 Proc. Äetznatron neben 63 Proc. 'Natron. (500g 0,75 Mk.) Ew. Geissler fand 62,7 Proc. fettsaures Alkali, «atron und Natriumcarbonat, 2,6 Proc. in Weingeist Unlösliches, 32,4 ±™c. fe nextract, Hudson's, besteht aus 15 Proc 1082 Sapo. — Saponaria. Herniaria. fallenor Soda (IIagf.r). Skalwi.it fand es bestehend aus 14,;$ Proc. Seife, 30 Pi' 0(% Natriumcarbonat und 55 Proc. Wasser. Serviette niagiciue, Putzlappen für blindgewordene Metallgegenstände is' roher Calicot, rosa gefärbt mit Corallin und getränkt mit hellfarbigem Tripel. A» ein Stück Calieot von lüOOqcm wird eine Lösung und Mischung von 5g Seife < U1U .'3 g Tripel in 25ccm Weingeist ausreichen. Theerseife. 100 Th. Cocosöl-Natronsoife werden in 200 Th. 3,3 proc. Aetznatron- lösung aufgelöst mit 10 Th. gutem liolzthoer durch Schütteln innig gemischt, dan mit 25 Th. Kochsalz versetzt. Die ausgeschiedene Seife wird in oinom Colatoi' ul gesammelt, ausgedrückt und in Formen gebracht. Thonerdeseife, Thonerde-haltige Seife (nach J. A. Kempf. D. B.-Pat.). 1° ^Jj Aetznatronlauge, 15 Th. Natronwassorglas (1,25 spoc. Gew.), 15 Th. Oolsäurc un« - Th. Wasser werden gemischt, dann nochmals mit 10 Th. Natronlauge und endlich * 100 Th. fettem Thone versetzt. Universal-Waschmittel von IIunkel & Co. (Aachen), Seife mit Natron -Wa* 361 " glas, etwas Stärke und Thonerdo. (K. Meyer, Analyt.) Waschextract, eine Art Schmierseife von brauner dunklor Farbe, dargö**® 0 aus schlechten verdorbenen Fetten, Thron und Unterlaugen der Seifensieder, zuW fl auch Quillaja enthaltend. Waschpulver, Pariser, ein Gemisch aus Reisstärke und Seifenpulver. O** 1 Stein, Analyt.j Saponaria. Ueber die Wirkung des Saponins als lokales Anästheticum stellte Keppler (Berlin, klin. Wochensehr. 1878, Nr. 32, 34) Versuche an, J nd . eia . tc , sich 0,1 Saponin in 10-proc. Lösung subcutan in den Oberschenkel inj 1 " 1 Es trat bald brennender Schmerz an der Injectionsstelle, dann Todtenbl» kalter Schweiss auf der Stirne, Schwindel und Bewusstlosigkeit auf einige * ten ein. Die Injectionsstelle und ihre Umgebung bis auf 2cm Distanz wU ^ durch 16 Minuten nach der Injection völlig unempfindlich. Die Wärme i r Faust war nach 40 Minuten um 0,6° gestiegen und zeigte 3 Stunden »P t . 38,6 °. Vom 2. auf den 3. Beobachtungstag zeigte die Temperatur eine) 1 ^ e lieh remittirenden Typus und ein Maximum von 38,6° C. Am 5. Tag 6 f ul) d Pulsfrequenz von 85 auf 65 Schläge herabgedrückt. Hochgradige ^'^Lyje- körperliche Depression und Schlafsucht machte sieh bemerkbar. Als An ticum sei als subcutane Maximaldosis 0,06 g zu versuchen. ,, n . Mutreinigungsthec, Schwedischer, besteht aus 75 Th Süssholz, 175 T'&• ^g p . wurzel, 300 Th. Wachholderwurzel (oder Sassafras) und 450 Th. Gm* ka01 Geissler, Analyt.) j, r0 c. Fleckwasser, Francis', ist ein filtrirter, mit 2,5 Proc. Citronensaft und Weingeist versetzter Seifenwurzolaufguss. . „jit Handwasser gegen aufgesprungene Hände von E. KbhpMN » Q U jilaj* 25-proc. Weingeist hergestellter Aufguss der Seifcnwurzel oder auch ae .gpiriW 3- versetzt mit etwas Salmiak, Alaun, Rosmarieöl, Lavendelöl und wonig Kamp (190 g 1 Mark.) (Hager, Analyt.) ---------------- i. ga,n z Herniaria glabra et Mrsuta Likn. , Bruchkraut, Harnkraut, du^„der» Europa einheimisch, Herniaria rubra Linn., rothee Harnkraut m ^ n {e jf a ni> lie um das mittelländische Meer einheimisch, den Paronychieen, einer der Caryophylleen, angehörend. # ^ ge- Herba Herniariac, Bnirlikrant, Harnkraut, das zu blühen be f 1 r nn e e gtre ck ter trocknete Kraut der vorerwähnten Ihr marin- Arten. Aestigcr, nicue g Saponaria. — Sarracenia. — Sarsaparilla. 1083 Stengel mit gegenständigen, mit Nebenblättchen versehenen, verkehrt eiförmigen oder elliptischen oder ovalen glatten (H. gldbraj oder dicht kurzhaarigen (H. nirsuta) Blättern, blattwinkelständigen, gelb- Öi'ünen fH. glabra) oder graugrünen (H. hir- sutaj Blüthenknäulen, welche 9 — 11-blüthig Sjnd und mit den Blättern den Stengel von der as is an bedecken. Man sammelt die Pflanze ohne Wurzel in der zweiten Hälfte des Mai und ae r ersten Hälfte des Juni. Diese Pflanzen wurden schon seit mehreren ludert Jahren gegen Bruchschäden und Leiden Cr Harnwege, besonders gegen Blasenkatarrh, u pliritische Koliken gebraucht und wurden in 'euerer Zeit von Französischen Aerzten mit Fig. 152. rferniaria glabra. ISlüthe und Frucht vergrossert. lern Erfolge angewendet als Thee, Syrup und xtract. Die Gabe als Thee ist täglich zweimal 10 >° im Aufguss. j Extractum Arenariac. Die Tinotur aus ern trocknen Kraute mittelst 45-proc. Wein- f ls * bereitet wird bis zur Extractdicke einge- am P f t. Dosis 0,2—0,5—0,8 viermal täglich. ty Syrupus Arcnariao. 100g des Krautes werden mit 400g kochendem asser übergössen und nach Verlauf einer Stunde mit 100g 90-proc. Wein- -ist versetzt noch 3 Stunden macerirt. Die filtrirte Colatur wird mit 900g v 6 * zum Sy ru P gemacht. Den Tag über werden 5—6 Esslöffel mit Wasser rdttnnt genommen. Sarracenia. ,.. , »on Hetet wurden Theile der Sarracenia pur pur ca chemisch untersucht n, on pharm. 1878, October-Heft) und fand er darin ein dem Veratrin seht n hches Alkalold. Dasselbe krystallisirt in gleicher Form und zwar in geraden hau .' Sr, ' l( ' n und octaödrischen Prismen, zeigt eine gleiche Löslichkeit und ver- - ,, s ' c '' an ch gegen Reagentien wie das Veratrin, besonders erfolgen dieselben ft . Un< * nacu auftretenden Färbungen durch conc. Schwefelsäure, dieselben , aetionen mit Sulfomolybdänsäure, vorzugsweise mit Salzsäure, welclie letztere z m . ^wärmen ein o dauernde violottrotho Färbung annimmt. Auch noch ein a n ,, eites > i n Wasser lösliches Alkalold, dann ein bereits von Dragendobff ^ gedeutetes Amin und eine wasserlösliche Säure vermochte Hetet abzuscheiden. ß .® nr racenia wird als ein kräftiges Gichtmittel angesehen und soll in dieser Teilung mit den Colchicaceen rivalisiren. Man vorgl. auch Handb. II, S. 913, 914. Sarsaparilla. „v \™ Archiv der Pharm. 1881, 1. Hälfte S. 372—290'findet sich eine Arbeit Vol t 8ar8a Parüle und Smilax China in physiologischer und chemischer Beziehung d * ARTntra Meyer, ausgestattet mit vielen Holzschnitten. Hier findet sich 8 6 <>8tanclniss, dass von keiner einzigen Sarsapanllwurzelart des Handels die 1084 Sarsaparilla. Smilacio. fetammpflanze gekannt sei. Ueber das Verhalten der Reagentien zum Gewebe der Wurzel ist 1. c. S. 287 und 288 nachzusehen. Ueber Sarsaparill-Saponin, Smilacin, Parillin, über dessen Darstellung) chemisches Verhalten und Zusammensetzung hat Flückiger eine ausführlich« Arbeit geliefert, welche im Archiv d. Pharm. 1877, 1. Hälfte 8. 532 — 548 einen Platz gefunden hat. Behufs seiner Abscheidung werden GOO Th. Sarsaparillwurzel mit 90-proc. Weingeist oxtrahirt, die Tinctur bis auf 100 Th. äü ' gedampft (abdestillirt), dieser Rückstand mit 150 Th. Wasser verdünnt und zum Sedimentiren beiseite gestellt. Den Bodensatz vermischt man mit '/2 Y, f ' Weingeist, fdtrirt und wäscht mit Weingeist von 0,830 — 0,835 spec. GewicM nach. In diesem Weingeist ist das Smilacin am leichtesten löslich, weniger l ös ' lieh in schwächerem oder stärkerem. Die Lösung wird mit Thierkohle behandelt und das Smilacin aus heissem Weingeist umkrystallisirt. Smilax asp# r und Rhizoma Smilacis Chinae ergaben kein Smilacin. Unter 100° C. getrocknet enthält dieser Körper 6 —12 Proc. Wasser, |,oi 140° sintert er zusammen und bei 210° schmilzt er unter Zersetzung. Kr lS in 20 Th. kochendem Wasser löslich, die Lösung bleibt auch beim Erkah en ziemlich klar, dagegen erfordert ein 6 — 8 Wochen im Contact mit Wasser r ü wesenes Parillin fast 10000 Th. kaltes Wasser zur Lösung. Das Parillin schein also leicht übersättigte Lösungen bilden zu können. Es ist ferner löslich in Th. Weingeist von 0,814 spec. Gew. bei 25°. Warmes Chloroform löst e ^ unter Bildung einer zähen Flüssigkeit, welche es beim Abdampfen amorph *' rücklässt. Die weingeistige Lösung ist optisch inactiv und neutral, die w» s rige ist weder kratzend noch Niesen erregend. Conc. Schwefelsäure löst mit gelber Farbe, welche unter Zutritt von Feuchtigkeit kirschroth wird. v dünnte Schwefelsäure löst es in der Wärme grünlich, später roth und br» werdend. Kaiische Kupferlösung reducirt es erst bei 80—90°, aber nicht lische Wismuthlösung und eine Lösung des Mercurijodids in Natriumbicarbon lösung. Mit verd. Schwefelsäure gekocht geht es in Parigenin über, we c „ in kochendem Wasser unlöslich ist. Parillin in weingeistig-chloroformiger Lo h ° zeigt bei Eintritt trocknen Chlorwasserstoffgases starke Fluorescenz. Die A lichkeit des Parillins und Parigenins mit dem Saponin und Sapogenin, s0 mit dem Cyclamin und Cyclamiretin ist nicht zu verkennen. [j Um Getränke und Syrupe schäumend zu machen, benutzt HJ* Nord-Amerika Sarsaparilla-Extract, von welchem lg auf 1 Liter Flttssigke! reichen soll. Das saponinähnliche, aber mild schmeckende Parillin oder » m ist in diesem Extract der Stoff, welcher beim Schütteln seiner Lösun 0 Schaum erzeugt. Electuarium antisyphiliticiun Carneiro. In pulvevcm subtilem redsota c° m $ce Vf Foliorum Bignoniae Copaiae Radicis Sarsaparillae ana 60,0 Foliorum Sennae 30,0 Calomelanos vapore parati 2,0. cum Syrupi Sacchari q. s. . „ n $&' D. S. Morgens und Abends 01 £r. 8 jiie» lüffol. Diese Latwerge soll in d stark im Gebrauche sein. Regenerator des Dr. Liebaut's wird in Brüssel durch eine specielle C°-* n |fart schaft in den Handel gebracht und auch durch die Firma Elnain & Co- z» m \tge- a.M. Das Recept zu diesem Regenerator wird in dem bezüglichen < "'. ( ' 1 ' „ nft 20,ü; theilt und lautet: Vf Rad. Sarsaparillae 100,0; Bad. Graminis et Saponariae »^ , |rt ,io tioniä, Ead. Chinae 10,0; Ligni Guajaci 60,0; Aquae 500,0. Cqque. Sub finem ooetw ^& Ligni Sassafras 10,0; Strob. Lupuli, Rad. Gentianae, Fol. Menth. prP" "' 3 50,0 » l Sein. Foeniculi, Sem. Carvi ana 5,0. Colaturae expressione oollectae siu f g0 u quibus solve Sacchari 250,0, tum adde Spiritus Vini 30,0, Acidi cathartiuio» v Senna) 2,0. Sassafras. Austral-Sassaaus. 108: & Ruottje). Letzteres scheidet in Sassafras. Die Darstellung des Sassafrasöles ist eine sehr umfangreiche. Eine *' r ma zu Richmond (Virginia) verarbeitet z. B. wöchentlich 20000 kg der Sassa- .'aswm-zel, welche etwa 400kg Oel liefern. Sassafrasölfabriken existiren mehrere Nord-Amerika. Hier wird das Oel zum Aromatisiren der Getränke, Speisen, «seife viel gebraucht. Das Sassafrasol ist ein Gemisch aus ( 9 / 10 ) Safrdn (Kohlenwasserstoff) und " e ">n a moschatum Robert Brown, moschusduftender Borstensamen, n l!1 Neuholland, auf den Berg-Abhängen in Victoria, Tasmania einheimischer 1101 aus der Familie der Monimiaceen und der Unterfamilie der Atherospermeen. jj. ^ortex Aterospermatis, Aastral-Sassafras, Australische Sassafrasrinde, die nde des Baumes und das durch Destillation daraus abgeschiedene flüchtige Oel. at| Pleura Aterospermatis, Austrat - Sassafrasol, Australisches Sassafrasol, von Senehmem, an Moschus erinnerndem Gerüche. gel' Rinde wird als ein Surrogat des Chinesischen Thees gebraucht und soll U ln< \eröffnend wirken. Das Oel dient zu 1 — 2 Tropfen genommen als ein D ^mittel, Beruhigungsmittel, und soll ein gelind wirkendes Sudoriferum und det man es bei Leiden der Luftwege, Asthma, J 'Ureti \ Ax Mim sein. Vorzugswei genschwäche, Katarrhen 8 Vorzugsweise wen an 1086 Siituieja. — Scammonia. Satureja« Satureja montana Linn. , Micromeria moniana Retchenbach, Wune Saturey, im südlichen Europa einheimisch, wird wie die Satureja horten* 1 ' Handb. II, S. 927, gebraucht. Das ätherische Oel dieser S. montana ist *° I [aller untersucht. Es bildet eine orangegelbe Flüssigkeit von 0,73.8 —«,' spec. Gewicht und lenkt den polarisirten Lichtstrahl nach links («D =—'« <•' Mittelst verdünnter Natronlauge ausgeschüttelt sammelte Haeeer 35—40 " r ' Phenol, welches er als Carvacrol erkannte. Die Kohlenwasserstoffe sieden 172—182° und verhielten sich wie Terpene (Compt. rend. 94, S. 132. c " e ' Ztg. 1882, S. 86). Scammonia. Bei Brussa oder Brusa (Bithynien in Kleinasien) existirt seit 15 *'*' . eine Fabrik, welche vorzugsweise Scammoniumharz darstellt. Dasselbe wird fach wie Resina Jalapae bereitet und stellt braungelbe, in dünner Schicht g gelbe Stückchen dar. Es ist in Weingeist, Aether, Benzol in allen Verhält 11 loslich und wäre als ein Scammoniuin depuratum anzunehmen. „ ; n Prunter untersuchte ein Seammonium, welches bestand aus Proc. *' , e Weingeist löslichem Harze, 5 in Aether löslichem Harze, 57 Amylum, •> , n a löslichem Harze, 57 Amylum, und 10 in Wasser löslicher und in Weingeist und Aether unlöslicher (.Tourn. de Ph. et de Oh. XXIII, S. 43). Auch CoNROT (the pharm- •>""y ä and Transact. 1879, S. 354) fand in einem gepulverten Seammonium « u Proc. Harz und fast 85 Proc. Weizenmehl. ,es farblosen Scam^ Itcsina Seammoniae alba. Die Darstellung eines harzes lehrt Perret (im Bull d. 1. Soc. cliini. Par. 1877). Das käuniou« - j in uflicheS< onium, welches gewöhnlieh 25—40 Proc. fremde Substanzen (Kalk, San ^ mit Farbstoffen enthält, erschöpft mau mit siedendem Weingeist um .' e jni- den schwarzen dicken Auszug, welcher schwach alkalisch reagirt, genau ^gß gen Tropfen Schwefelsäure, worauf es sich unter Entstehung eines g '.^„t. Bodensatzes sofort trübt, während die überstehende Flüssigkeit t' :U '' , ' oS 1 C t an d i |T1 Man filtrirt, destillirt den Weingeist ab und trocknet den harzigen Rü G , #ir. Qbäf'i (Aschbach 0,25g Resina Scammmoniae. Pillen, Knight'b (Nord-Amerika) bestellen aus Aloe" 6,0; *m Outti 1,0. Eine Pille wiegt 0,27 g. Bin Stück onium eotbSl' 3,0 Scilla. 1087 Scilla, Dobrowc-LSKI will in der zerschnittenen Meerzwiebel Omithoffalum-Zwhbehi ^getroffen Laben. Diese Verfälschung kann wohl nur in Russland geschehen sein. Die Meerzwiebel zeigt nicht immer eine gleiche Wirkung. Wie Schroff sen. pachtete, so ist die frische Zwiebel wirksamer als die getrocknete und längere eit gelagerte, auch fand er die rothe Zwiebel von der weissen in der Wirkung er schieden. Das Richtigste wäre, die Darstellung eines Extractes aus der frischen wiebel am Orte der Einsammlung, um damit die im nördlichen Europa befind- •chen Apotheken zu versorgen. Die Einsammelungszeit ist von wesentlichem Ein- l jss auf den Gehalt an wirksamen Stollen, wie man dies bei allen den vegetarischen Drogen antrifft, welche reichlich Zucker enthalten. Die im Sommer ge- j^imelte Zwiebel enthält 10—15 Proc, die im Herbst gesammelte aber 20—25 r °e. Zucker, in vielen Zellen in Form schöner Sphäroldkrystalle. Die im Juni bammelte Zwiebel dürfte wahrscheinlich die heilkräftigste sein. Das Extractum Scillae der Ph. Germ, erkannte Tu. Husemann als ein x 1 u isites Herzgift. Die diuretische Wirkung der Scilla scheint nur die Folge ? e r Steigerung des Blutdruckes zu sein, denn eine directe Wirkung auf die lei 'en war nicht zu constatiren. Das einmal als Alkaloid, ein anderes Mal als indifferenter Bitterstoff ange- . "' ,1( ' Soillitin ist durch E. Mkbk's Untersuchungen obsolet geworden. Merk ,»"'' in der Meerzwiebel Scillipicrin, Scillitoxin und Scillin, welche °rper Tu. Husemann physiologisch prüfte und Moelelb zum Gegenstande ^ le r Inaugural Dissertation machte (Med. Neuigk. 1879 und Apoth.-Z?g. Nr. 2C). ^ciliipikj-in \ s \ weiss amorph hygroskopisch, leicht in Wasser löslich, bitter Reckend. Subcutan injicirt bewirkt es Verlangsamung der Herztliätigkeit, bei jp%ender Dosis endlich diastolischen Stillstand (Pause im Herzschlage). .— ^'.'"itoxin ist zimmtbraun, amorph, in Wasser und Aether unlöslich, in Wein- „ 18t löslich. Die weingeistige Lösung schmeckt anhaltend bitter brennend. Der aub erregt Niesen. In wässriger Aetzalkalilösung ist es nur zum grösseren q' c '1« löslich. Beim Erwärmen dieser Lösung entwickelt sich ein kussinälmlicher ga erucn - Mit conc. Schwefelsäure färbt es sich roth, dann braun, mit Salpeter- u '|'' l ' u anfangs hellroth, später orangegelb bis gelbgrün. Mit Milchzucker gemischt j,. 61 die Haut gebracht wurde der Stoff auffallend schnell gelöst und resorbirt. a? Wirkung war eine um vieles stärkere als die des Scillipicrins, so dass das '"itoxin ein llerzgift ist. Es scheint der hauptsächlich wirksame Bestandteil ^. r Scillazwiebel zu sein. — Scillin ist hellgelb krystallinisch geschmacklos, in t ] asser schwer löslich, in Weingeist und kochendem Aether löslich. Es wird j )e ? cu conc. Schwefelsäure rothbraun, durch Salpetersäure erst gelb, dann grün ke'f 11 ® rwarm en dunkelgrün gefärbt. Es ergab keine Herzwirkung, dagegen Uebel- 1 > Erbrechen, Betäubung etc. Sl , ^oillann, ein angeblich stickstoffhaltiges Glykosid, schied B. v. JaemeB- ,,.,.' jI)t aus den äusseren Schalen der Meerzwiebel ab (187!)), worin es in relativ rfserer Menge enthalten sein soll. Zu seiner Darstellung wird der wassnge > e »trirte Auszug mit Bleiessig gefällt, das Filtral nach der Entbleiung mit Z> n neutralisirt, eingedampft, schwach angesäuert und dann mit Tannin ver- Sf? Der gesammelte, zwischen Fliesspapier' ausgepresstexN.ederscl.lag_ wird mit ö 7 Dgei8t behandelt, das Filtrat mit Wasser und Zinkoxyd gemischt, eingetrock- qi i/f ^ben und mit Weingeist extrahirt, der Auszug mit thienscher Kohle S?*? un d eingetrocknet. Das Scilla.« bildet eine leichte, lockere, pulverisir- lAl *> farblose oder gelbliche Substanz, Es schmeckt bitter, ist leicht in Wem- 108Ö Scilla. - Sclbum. geist, schwer in Aether, Chloroform und Essigäther löslich. In verdünnter Sa^ säure war es unlöslich, und darin erwärmt floss es zu einer harzigen Masse & sammen, welche sich in der Siedehitze leicht zersetzte. Das Filtrat hiervon r ducirte kaiische Kupferlösung. Zugleich hatte sich ein in Aether leicht löshcD Harz gebildet. In conc. Salzsäure löst sich das Scillain mit rosenrother Fi" * welche beim Erwärmen unter Abscheidung grünlicher Flocken schwand. V , Filtrat reducirte ebenfalls kaiische Kupferlösung. Die Wirkung des Scilla'ins * das Herz war derjenigen des Digitalins und Digitoxins ähnlich etc. Es g eutlJ L 0,002 g, um eine Katze zu tödten. (Centralbl. f. d. med. Wiss. 1879, Nr. iJ > Med. Neuigk. 1880, Nr. 1, S. 3 und 4.) ea Sinistrin, ein Kohlehydrat, welches durch Einwirkung verdünnter S* tt in linksdrehenden Zucker übergeht, wurde (1879) von 0. SOHMIEDEBEBG aus Meerzwiebel abgeschieden. Zu seiner Abseheidung wurde der wässrige ^ l Z mit Bleiessig gefällt, das Filtrat entbleit und mit Kalkmilch versetzt, w ° te , Sinistrinkalk abgeschieden wurde. Dieser wurde durch Kohlensäure zersetzt Seine Formel ist C 6 H 10 O 8 . Die spec. Drehung erreicht 41,4°. Sinistrin sehe' mit dem Scillin identisch zu sein. ^ r . Scillin nennen A. Riche und A. Remont einen von ihnen in der J* Zwiebel aufgefundenen stickstofffreien, dem Dextrin und Tnulin ähnlichen » »^ im Gegensatze zu dem giftigen Scillitin. Durch Satiren wird das Scilbn in Zucker übergeführt. Aus dem Verhalten dieses Körpers Iässt sich :,n ," n l dass er mit dem Sinistrin Schmxedebebg'b identisch ist. Aucli die I' 01 C 6 H] 0 O 8 stimmt überein. Auf Zusatz von Barytwasser zur Lösung scheide unlösliche Verbindung (C fl H ]0 O 5 ,BaO) aus. ' , ,<>■, Richk und Remont untersuchten 3 Zwiebeln von gleicher p]ntwio» e von welchen die Zwiebel I sich durch Bitterkeit auszeichnete. rT !• IT. p,. 0 c. Wasser ..........73,30 Proc. 72,00 Proc. 77,57 Cellulose und unlösliche Salze . . . 15,59 „ 19,80 „ ^ h \ " Scillin ..........8,50 „ 6,84 „ 8,03 J Reducirender Zucker......0,17 „ 0,15 „ °> b lösliche mineralische Stoffe .... 0,32 „ 0,24 „ Scillitin, Oxal-, Aepfel-, Citronensäure, . unbestimmte Stoffe ......2,12 „ 0,97 „ _ *' ,j 0 vt1>- Der durch Auspressen gewonnene Saft war braun, sauer und bitter l- ^ de Ph. et de Ch. Serie 5, Tome II, pag. 291. Archiv der Pharm. lö Hälfte S. 60, 61). Cough Lozenges, Keating's, sind Pastillen von 1,25g Gewicht aus 7 ' J ,.i!' g( .|ilei>"' 3,75 Ipecacuanha, 3,0 Scilla, 7,5 Extr. Liauirit., 180,0 Sacchar. mit Tragacanw als Hustenmittel angerühmt (Patentarznei). . teD W Pnlmonlc Wnfers, LocoCK*B. 0,5« schwere Pastillen in Form der 0 »• ^ a ' Th. mit einer Mischung .-ms ana Acet. scillitic, Oxymel scillitic. und Vm 11 ' ggmacli 1 ' null., welche Mischung auf »/„ ihres Gewichtes eingedampft ist, zur Mass (Patentmedicin. The Chemlsts & Drugg. Diary 1881.) . ^„„lisc' 1 Tord-boyaux (Rattengift) der Firma GüEKARD & Co. (Paris) ist «'" ^urs' 6 ' aus 2 Th. Meerzwiebclpulver und 8 Th. braunem Bratentalg In Form kiem Sebum. der ÜB v ° Sehuin bovinnm filtratnm, Sevnm ovillnm filtratam, HtrirteT Talg, ™ av ° in de» chemischen Fabrik zu Heisenberg bei Dresden durch Eugen Diete» Sebum. Talgähnliche Fette. 1089 n - u gebracht. Diese Talgarten zeichnen sich durch ihre Weisse, einen «Hitranzigen Geruch und Reinheit aus. Von Feuchtigkeit sind sie möglichst ffei und daher auch dauernder. lind ^ e ' n Fett ZU entwässern g en %t zunächst ein Absetzenlassen in ge- p., er Wärme, dann Decanthation, Schütteln mit entwässertem Glaubersalz und ration durch ein Papierfilter, welches kurz vorher ausgetrocknet ist. Auch getrockneter weisser Thon ist zum Entwässern verwendbar, er erschwert aber Filtration, welche dann an einem 40—50° C. warmen Orte geschehen muss. geh ^ Verfälschungsmaterial für Talg werden folgende Fette ange- . Carapa 81, Andirobaöl, Oleum Carapae, das Samenöl von Carapa Guianensis blieb (Xylocarpus Carapa Spkengel). Es ist sehr bitter und je nach der i n ""Peratur der Pressung schmilzt es bei 20 — 23°, auch bei 40—50°. Es ist «oll n 1 - 6r * eIcnt > in Weingeist nur zum Theil löslich. Die Rinde des Baumes Chinasäure, Chinaroth und Carapin euthalten. Das y ™ulncunaiil, Kundaöl, Oleum Talicnnah, soll das Samenfett von Garapa g '^ucouna Guill. et Pbeb., eines in Guiana und Senegambien einheimischen etat 168 ' 8e ' n ' ^ 8 üa * Butterconsistenz, einen bitteren Geschmack und ist in Sam 6r ^ aDe g'^'g w i r kend. Die Thiere, Schweine ausgenommen, welche die sä en fressen, haben ein bitteres Fleisch. Die Rinde dieses Baumes soll Chinasäure lud Cinchoniii enthalten. Cocosbutter, Handbuch I, S. 914, 915. Die Brasilianische Waare schmilzt °ei 07 *<— 28° C, die Africanische und Indische bei 19—21° C. ei)t , " a lambuttcr, Bombukbntter, Bambukbutter, Bassiafett, Sheabntter, Bambarrabntter ü e an ? mt den Samen mehrerer Bassia- Arten (Bassia obooata Fobsteb, auf lj. "üdseeinseln einheimisch). Sie ist ein weisses oder röthlichweisses Fett, zu ZU 2l --22» fest und starr, schmilzt bei 29—30—36° und beginnt bei 25° 8 «hrn ratarren * Sie ist weicüer als Tal g- Dßr Geruch ist angenehm, der Ge- jj e a °k dem der Cacaobutter ähnlich. In Aether und kochendem Weingeist ist 8äu nur z um Theil löslich. Sie enthält nach Oüdemans jun. 29,7 Proc. Elaln- e und 70,3 Proc. Palmitinsäure. bei G, *l[ipebntter (Mahwabntter, weiche) ist das Fett der Samen des Mawybaumes hngifolia Linn^ und wird daher auch Bassiafett genannt. Sie schmilzt !7° und nrat.»rrt hm 22—23°. Sie ist errünlich oder gelblich. Spec. ca. 2 und erstarrt bei 22—23°. Sie ist grünlich oder gelblich. Spec ' ")958. In Aether ist sie vollständig löslich. Auch das £ a Madlineatalg (Mahwabntter, harte) ist ein Bassia-Fett und soll den Samen von b P ;^ ?a lutifolia Roxbukgh entnommen werden. Es ist hart und schmilzt 1650 C. Die a Us , llu lwarabutter, Choorie (Choreabutter) ist auch ein Bassia-Fett und soll t a u en s amen der Bassia butyracea Roxuübgh gepresst werden. Sie ist weiss, sar "g und schmilzt bei 49° C. gelb JWalg, Vateriatalg, Handb. II, S. 942, ist gelblich weiss, weissge b bis 0,8Q C . n und f«8t wie Talg. Das spec. Gew. ist bei 15° 0,9265, bei 35 p2 5 (im Handb. ist ein Gew. von 0,905-0,915 angegeben). Der Schmelz- Kt »oll bei 35-36°, nach den Angaben im Handbuch bei 30 Hegen. Milf nrratalg, Mafutratalg, Handb. II, S. 940. VeJ a '»'8l ist gelb, Palmken.81 braun. Diese Fette dürften schwerlich als Ha chuu S8inaterial für Talg Verwendung finden. ^ Eer . Pharm. Praxis. Suppl. 1090 Sebum. Prüfung. Weithbestiminuug. Virolatalg, das Fett der Früchte von Myristica sebifera SwARTZ (V*" rola sebifera Aublier), einem in Guiana und Westindien einheimischen Baut» Folgende Tabelle giebt die Schmelz- und Erstarrungspunkte der starr Fette, auch die spec. Gew. an, wie sie theils von Perütz (Die Industrie Fette und Oele), theils von Schaedlek (Die Technologie der Fette und Oe angegeben sind. Schmelzpunkt Carapafett Cocosfett Galambutter Goabutter Japanwachs Illipebutter Malabartalg Otobafett ^^^^^^^^^ Palmöl, frisches . . „ weiches altes . „ hartes . „ altes . . . Rindertalg, frisches „ altes . . Sehöpsentalg(Hammeltalg) „ frisches. . „ altes . . Schweineschmalz . . Vateriafett (Pineytalg). Virolatalg .... 23—24° 24—25° 29—30° 40° 53-55° 27° 35° 38° 24—27° 30—32° 34—36 ° 41° 43° 42—43° (38—41 °) 46° 49—50° 32 — 33° 36,5° 45° Erstarrungspunkt Erwärmt sie. beim Erstarren auf: 18-19° 20—21° 25° 32° 40—41° 22—23° 26° 32° 21° 24° 37° 33° 34° 36° 39—40° 26° 30,5° 40° 19—20° 22—23° 27,5° 36° 45,5—46° 28° 33,5° 21,5° 25° 39,5 ° 36—37° 38° 40—41° 44—45° 30° bei 15° G - spec 0,925 O,990^ 0l ° ' 0,958 0,9046 0,913 0,91} 0,916 0,9l ö All 0,917 ;f- y Diese Angaben sind nicht als völlig zutreffende anzusehen, denn g"*^ siI) d Schmelz- und Erstarrungspunkte der Fette der Thiere divergiren starK ^ng die Ursachen theils in der Rasse theils in der Art der Ernährung oder r zu suchen. ^gjj Prüfung und Werthbestimmung des Talges. Aus der Masse o ^^ Fasse nimmt man von mehreren Stellen Talg, so dass ca. 100 g. vorlie £ eis ' s en ° r man dem Gewichte nach genau bestimmt, schmelzt und an einem g 0 i z sp^ absetzen lässt, um etwaige grobe Verunreinigungen (Wasser, Flechsen, p. ß ße- Sand) abzuscheiden und in einem leinenen Colatorium zu sammel • ^ ^ rB m Stimmung feinerer und pulvriger Verunreingungen und Verfälschungen l ^ösiiO» Baryumsulfat, Thonerde, Aluminiumphosphat, Talkstein etc.) erfordert ^ &r( ü von circa 10g des Talges in 50ccm Amylalkohol, Filtration in ei Ta lg > s von 25—40° C. und ein Waschen des Filterinhaltes mittelst Aethers^ ^ a t in Amylalkohol bei 40—50° C. in allen Verhältnissen löslich. J^^OO" ' wird der Amylalkohol abdestillirt, der Destillationsrückstand aut l ^^ eine Viertelstunde erhitzt, um ihn dann zu wägen und zu weiter ^ ungen zu verwenden. . «„Nen l< "* Die Bestimmung der in der Talgmasse im Fasse oder im *>a trüb sein Sebmn. Prüfung. Werthbestimmnng. 1091 andenen Steine, Holzstücke und anderer grober, das Gewicht vermehrender Ver- aiscaungen bleibt Sache des Käufers oder Drogisten. Für den S t e a r i n f a b r i k a n t e n hat dasjenige Talg Werth, welches die grössere enge starrer Fettstoffe enthält. Der Gehalt daran dürfte 75 Proc. kaum übereigen. Meist beträgt er 70 Proc. Das Talg für den Stearinfabrikanten muss 74 Proc. enthalten, wenn es für ihn preiswürdig sein soll. Die g ,. Bestimmung des Stearins oder vielmehr der starren Fettstoffe im Talge ge- gi ht am einfacllsten und sichersten in folgender Weise. In einem Glaskolben ebt man 2,5—5 g, des durch Absetzenlassen und Erhitzen von der Feuchtigkeit (Ost* 611 Tal & es > übergiesst es mit der 60-fachen Menge 90-proc. Weingeist Seh t SpeC " Gew *)> setzt dem Koloen ein Rückflussglasrohr auf und erhitzt unter ^uttelnder Bewegung bis zum Aufkochen. Die kochendheisse Lösung ist etwas es dürfen aber am Grunde der Flüssigkeit keine Talgtropfen sichtbar Diese trübe Lösung setzt man bei Seite und halb abgekühlt nöthigen Falles ]j e ' ne Mischung aus Kochsalz und Wasser, um eine mindestens bis auf 15° C. ^ '^gehende Kühlung zu erreichen. Hierauf lässt man sie an einem kalten Ort w /ang e s t e h enj bis die obere Flüssigkeitsschicht durchscheinend, also nicht mehr (j.. 1 ! 88 "chtrübe erscheint, welcher Zustand im Verlaufe von 18 — 20 Stunden ein- bis ' ^ e Temperatur des Standortes darf nicht mehr noch weniger denn 12,5 g„ 1 5° c. betragen. Die Filtration geschieht unter Decanthation durch ein 9q Sc °chen Glaswolle, und der Trichterinhalt wird durch Aufgiessen von kaltem Gla i °' ^ e ' n g e i st ausgewaschen. Das Filtrat sammelt man in einem tarirten d e s ™lben und unterwirft es der Destillation aus dem Wasserbade. Am Ende ein , s ^" a t'on wird der Kolben geöffnet und in demselben Wasserbade noch D stunde hindurch erhitzt, um den Rückstand, aus dem flüssigen Talgtheile inh , nd > v öllig auszutrocknen und nun schliesslich zu wägen. Der Trichtertet Um *' a8St das starre Fett mit einem Schmelzpunkte von 49—51° C. Man *el ) dassclDe auf eine Lage Fliesspapier, um es hier lufttrocken zu machen, Fett Zustand in 36 Stunden erreicht ist. Es bildet dann ein sehr weisses Seh? 01 ''' Wclcnes bei circa 50° C. schmilzt. Durch Erwärmen in einer tarirten thgjj wir d es völlig ausgetrocknet und dann gewogen. Der flüssige Talgan- dies' Rückstand aus der Destillation, ist bei 14—15° kaum flüssig und wird Seh' f St bei 17—18° C. Mehrere Stunden nach dem Erkalten ist er in dünner ökel • durcnsicfl tig, in dickerer Schicht unbedeutend trübe. Starre weisse Par- lös,, S ' n<1 der wenn der Weingeist über 90 Proc. Aethylalkohol enthielt. st ar Ser lliiss 'K° Theil des Talges enthält gegen 4 Proc. Palmitin, welche dem nn s ren Theile, dem Filterinhalte zuzuzählen sind. Hager hat dieses Bestimm- «4! Verfa,lron mehrere Male als Controle der anderen unten folgenden Methoden sj^endet und stets sichere Resultate damit erreicht. Diese letzteren Methoden umständlich und die Resultate ungenügend. gelb dov D estillationsrückstand undurchsichtig, auch bei 20° C. starr, stark Seht 8 ° lie 8* möglicher Weise eine Verfälschung mit Japanwachs vor. Dieses %ll an 9 0-proc. Weingeist circa 35 Proc. Lösliches ab. Ist der Destiüations- 8. j sta nd mit Krystallen durchsetzt, so kann ein fremdes Fett vorliegen, wie Me p- mmazb utter oder Velamfett, welches eine mir weniger harte Konsistenz «* > d ertalg zeigt. Dieses Velamfett giebt 36 Proc. bei 14" C. flflss^ges Fe den 90-proo. Weingeist ab. Der starre in Weingeist n.cht lösliche Theil >ilzt bei 46-48o'a" Der starre, in 90-proo. Weingeist nicht lösliche Theil a Pamvachsos hat seinen Schmelzpunkt bei 57° C. Na eb Gusskkow wird das Talg mit Kali verseift, die Seife durch Salz- 69* 1092 Sebum Prüfung. Werthbestimmnng. säure zersetzt, die abgeschiedenen Fettsäuren in der Wärme ausgetrocknet, in äe 6-fachen Menge 90-proc. heissem Weingeist gelöst und dann 3 Tage freisei gestellt, endlich filtrirt. Das Filtrat enthält die flüssigen Fettsäuren. 40 >■ ' der Quantität der starren Fettsäuren +1 Th. ergeben den Gehalt an 9 tarr Fettsäuren. , te Cheuvreül bestimmt den Gehalt der Fettsäuren nach dem Schmelzpun des Gemisches. Folgende Tabelle ist ein Theil der von Ch. veröffentlichten- Proc. Proc. Temp. Grade Proc. Proc. Temp. Grade Proc. Proc. Temp. Grade Proc. Proc. Oel- aäure starre Säure Oel- sftnre starre Säure Oel- säure starre Säure Oel- säure starre Säure 50 50 44» 41 59 46,6° 32 68 48,2° 23 77 49 51 44,3 40 60 46,7 31 69 48,3 22 78 48 52 44,5 39 61 47 30 70 48,4 21 79 47 53 45 38 62 47,3 29 71 48,5 20 80 46 54 45,2 37 63 47,7 28 72 48,7 19 81 45 55 45,7 36 64 47,8 27 73 48,8 18 82 44 56 46 35 65 47,9 26 74 49 17 83 43 57 46,3 34 66 48 25 75 49,2 16 84 42 58 46,5 33 67 48,1 24 76 49,5 15 85 TeffiP- Grad* 49,8° 6°» 50,2 50,3 50,5 50,7 51,* 51,8 Fig. 158. Vorrichtung zur Erker.mm punktet äer Fettsäuren, w Wasserbad, J GlasgeftoB mit V b c Reagircylinder mit Fettsäure zu 3 / ( angefüllt, t Thermometer, g Gestelle. Zur Bestimmung deS äuV <> haltes an starrer Fett * iC aiI und Oleinsäure hat ^^9 ein Verfahren angegeben, «^ in in etwas mangelhafter Vve ^ ehem. Industrie 1880, '^) (pharm. Centralh. 1880, »• ^j. Erwähnung gefunden ü g tear iB- zwar als die von den g. fabrikanten der Stadt Paris ^ tirte Prüfungsnorm. „\ e &t In einen G1»*° 1 "!LV man 50 g des deenatmr ^ e . schmolzen™ Talges, dazU bIu ol- der 8-9gAetznatron(g es r ode r zenes) und 30ccm Was» v0 „ 24 — 25 g Actznatronian» 0(j6l n 1,334 spec. Gewicht un ^ ; gt Wasser, dann 30com > ü0 d erwärmt bis zum Aufk° c ' tfr bewirkt die Verseifung «• ^ tation. Bildet die ^f^rtnig 8 sigkeit eine klare gi e > ei fui>g Schicht, so ist auch die ^a erfolgt.' Diese **$£*& in ein porcellanenes Ca» fl de r ein Bccherglas S^Z&^l Kolben mit heissem ver *' Weingeist nachgcwasche^ten wird nun mit einer Sebum. Prüfung. Werthbestimmuug. 1093 ^ischung ans 10 g conc. Schwefelsäure und 90ccm destill. Wasser gemischt. ai 'e die wässrige Flüssigkeit nicht sauer, so müsste noch etwas verdünnte schwefelsaure hinzugesetzt werden. 2 In ein circa 12 cm langes und 2 cm weites Reagirglas giebt man bis zu F H ../4 des Rauminhaltes von der warmen und daher flüssigen abgeschiedenen feäure, setzt das Reagirglas in ein Gefäss mit Wasser (wie in vorstehender th § " 153 angegeben ist) und hängt in die Fettsäure ein Thermometer mit 5- j 8) . e ' & en Graden. Sobald am Grunde des Reagirglases die Erstarrung beginnt, sta Thermometer zu beobachten. So wie sich die Wandung des Reagirglases mit rrer oder weisslicher krystallinischer Masse bedeckt, rührt man mit dem Ther- nieter dreimal nach rechts und dreimal nach links herum. Hat man die silh 11 *' 6 ^' 11 ' vor dem Umrühren bemerkt, so wird man finden, dass die Queck- »ie ersäule nacu dem Umrühren um einige Gradtheile gefallen ist. Dann steigt schnell über den zuerst beobachteten Gradtheil, um 2 Minuten in dieser Höhe fr . ^"h&rren. Dieser letztere Temperaturgrad ist nun der des Titers des Talges, de ^ ALi can sich ausdrückt, oder vielmehr der Erstarrungspunkt der Fettsäuren rj. ^Iges. Der Controle halber wiederholt man diesen Versuch 2 — 3 mal. g. folgende Tabelle giebt nun dem Erstarrungspunkte entsprechend den Mengen ist ai . lllsäure un d Oelsäure an, welche 100 Th. Talg ausgeben, wobei angenommen ! n Stelle üass circa 4 Proc. Glycerin und 1 Proc. Feuchtigkeit dem Talge angehören. ie von 100 Th. Talg kommen also 95 Th. Fettsäure in Berechnung. Iherm C. 40 o 40,5o 4jo 4l,5o 42o 42,50 430 Proc. Proc. Proc. Proc. Proc. Proc. Stearin- Olei'n- Therm. C. Stearin- Olein- Therm. C. Stearin- Olei'n- Säure Säure Säure Säure Säure Säure 35,15 59,85 43,5° 44,65 50,35 47° 57,95 37,05 36,10 58,90 41° 47,50 47,50 47,5° 58.90 36,10 38 57 44,5° 49,40 45,60 48" 61,75 33,25 38,95 56,05 45° 51,30 43,70 48,5» (56,50 28,50 39,90 55,10 45,5° 52,25 42,75 49° 71,25 23,75 42,75 52,25 IC" 53,20 41,80 49,5° 72,20 22,80 43,70 51,30 40,5° 55,10 39,90 50» 75,05 19,95 ta . Di c Talghändler zu Paris refüsiren im Handel jedes Talg, dessen Fettsäure ter 440 8chmilzt Tal I8 nat die Erstarrungstemperatur der Fettsäuren einer grossen Reihe i% eSOrten bestimmt. Er fand z. B. den Erstarrungstemperaturpunkt der Fett- äe/i? des gewöhnlichen Rindertalges zu 44°, des Rindernierentalges zu 45,5°, Z(1 ^ am meltalgeB zu 46°, des Hammelnierentalges zu 48°, des Knochentalges d eg Ä' 5 °; des Rindertalges aus Petersburg zu 43,5°, aus Buenos-Ayres zu 45°, Hammeltalges aus Buenos-Ayres zu 43,2°. U e , ^ ur Bestimmung der Feuchtigkeit oder des Wassers giebt man in ein H it Tglas eine reichliche Portion des Talges, 100 —150g, schliesst das Glas tu einem Deckel m»! stellt, an einen 50—60° 0. warmen Ort. Nach 4— 8t - Deckel und stellt an einen 50—60° C. warmen Ort. Nach 4—o --> •■- m -> --'-• " 3 — wr«ooArar*ioht abzu- ein /fSSjsSeTwie Baryumsulfat, Kaolin, Thon, Gyps erfordern Uelzen des Talges, Vermischen mit einem gleichen bis doppelten Volumen 1094 Sebum. Knochenfett. Steatinum. Benzol und Filtration in der Wärme. Eine Verfälschung mit Harz erfordert ein« Behandlung des Talges mit warmem 80-proc. Weingeist, welcher das Harz löst. Knoeheiifett wird als Nebenproduct bei Darstellung des Knochenmehl gewonnen. Die Firma Fß. Seltsam zu Forchheim extrahirt das Fett laut Reic n8 ' patent (Nr. 10196) mittelst gespannter Petroläther- und Petrolbenzindämpi 6 ' (Chem. Centralbl. 1881, S. 13). Es ist weiss, weisslich oder gelblich 1 " 1 " weicher als Schweinefett. Es dauert lange Zeit, ehe es in Contact mit "* ranzig wird. Daher ist es ein gesuchtes Schmiermaterial. Pinejr-Talg (Handb. II, S. 942). Dal Sie giebt an (Ber. d. d. ehem. ^ X, S. 1381), dass es aus 75 Proc. Palmetinsäure und 25 Proc. Oelsäure W stehe. Hiernach wäre es kein Glycerid. Steatiiium, Steatin, Talgsalbe, nennt der Apoth. Mielck zu Hamb/ 0 ). v^ngt. Hydr. einer. (40%) 5,0, Sebi "enzom. 4,0, Adip. benzoin 1,0. 14. Salicyl-Salbenmull (5%). 1K n eb l benz oin. 75,0—85,0, Adip. benzoin. dal 5,0, Acid. salicylie. 5,0, Ol. amyg- p annus 5,0. 15. Salicyl-Salbenmull (10%). 10 n eb L be ? z oin. 85,0—90,0, Acid. salicylie. u '"> Ol. Amygdal. 5,0. 16. Thymol-Salbenmull (5%). Bp ir ebi benzoin. 95,0, Thymol. in paux. ,7 - Theep-Bleipflaster-Salbenmull (5%). 9,o ä P J: Plumb. 9,0—10,0, Sebi benzoin. •Pis benzoin. 1,0, Picis liquid. 1,0. '8. Zink-Benzoe-Salbenmull. Ad Sebi Die Bückseite der Mulle wird mit Gold- schlägerhäutchen bedeckt. (3) Panmis Cons sebocarbolisatns MlELK. I5n ^ enzoin - 70,0—75,0, Adip. benzoin. 4 ^gd 50 Zin °- ° Xyd - alb ' 10 ' 0, 0l schi'f„ Rückseite der Mulle wird mit Gold- ia eerhäutchen bedeckt. ^ttnn l )a,lulIS emplastlcns, Tenui- Muu e . em P las tic»s, Pflastermull. Diese 2(i n„jl e< * 01 " Art liefert Eugen Dieterich 1. c f', tenbei 'ff bei Dresden. Unna giebt " 1( %ende Vorschriften: '• Jodblei-Pflastermull (10%). Vet Pl ' K a , dhaesl v. Ph. Gr. 85,0, Terebinth. et - 5 .0, Plumbi jodati 5,0. 2 - Ouecksilber-Pflastermull (20%). NuM^ dop- 10,0, Terebinth. 10,0, " ■ Plumbi 25,0, Resin. Pini 5,0. j, 3. Bor-Pflastermull (10<>/o). Vlu!' Ph ™bi 8,0, Resinae Pini 1,0, " bo "ci 8bt . plV. 1,0. E 4 - Araroba-Pflastermull. Aratov,' - P } Um »i 10,0, Terebinthinae 3,5, ""»Pulver 1,5. K r , 8 ^»schwichse für Schuhwerk besteht fi aiW(i) !! v 1 Th - Wachs, 4 Th. Talg, 2 Th. nai t Kienruss vermischt. steatino-carbolisatus. Tela car» bolico-stearata. Carboltalggaze. Carboltalglappen. ijc Panni Coi, paullulum crassi seguienta et trahe per Sebum carbolisatum leni calore fusum. Massam unguinosam segmentis abundan- teradhaerentem leniter destringe. Seg- menta inter stratis chartae paiaffinatae serva. Diese Carboltalglappon sind für jeden Wundverband ex tempore geeignet und besonders für Soldaten ein unentbehrliches Material. (4) Sebum benzoinatum, Benzoinirtes Talg. Rf Benzoes pulveratae 10,0 Sebi taurini 100,0. Digere saepius agitando calore balnei aquae per horas sex, tum per linteum cola Dieses einfache Verbandmittel hat die schöne Tugend kleine Verwundungen auffallend schnell zu heilen. Man sollte es zu einem Hausmittel machen. (5) Steatinum benzoinatum. Paretur modo quo Sebum benzoinatum nisi quod Sebi 180,0 et Cerae flavae 20,0 sumantur. (6) Sebum carbolisatum Mielck. Sebum phenylatum Mielck. Carboltalg. iy Sebi (taurini) 25,0 Acidi carbolici 1,0. Leni calore mixta in modulum vel tubum vitreum effunde. nach Angabe der IndustrieWätter 1882, Schweinefett, 1 Th. Terpenthln und l m. Senega. »enoga. ^ ei . In Proceedbgs of the Americ. Pharm. Ass. 1880 berichtet Holmes von Se "öung Senegawurzel, welche mit Wurzeln oder Rhzomen der 1096 Senega. Falsche Wurzel. Asclepias Vincetoxicim (Schwalbenwurzel) und auch mit der Wurzel der f ' leriana vermischt war. Die Unterscheidung ist eben keine schwierige, « eD Senegawurzel ist ein Wurzel und die Rad^ von Asclepias und * a ' leriana sind Rbizom e ' Das Rhizom der erstere« ist mit ca. 1 mm dick* 3 » blassbräunlichen "«£ zeln, das Rhizom d ^ Valeriana aber mit l« 1 dicken längsstreifige« dunkelbraunen Wu« el dicht besetzt. Auf <\ e Querschnitte zeigt « erstere Rhizom e ^ weisspunktirte Rinde,, tronengelbes Bolz ,v weissliches lückiges»» 1 ' das Rhizom der V* riana eine sehr Rinde, eine dunkelt». Kambiumlage und W^. nes Mark, welche« der Senega « be iu Radix Seueg d falsa. Wiederho^ Asc.V. Fig. 154. "Rhizom der Asclepias Vincetoxicum. Natfirl. Grösse. man die Senegawurzel durchmischt mit einer Wurzel, welche einer verw* » Polygala-kxt zu entstammen scheint. Wesentliches Kennzeichen ist das I e gj e des Kieles oder der vorragenden Kante und der dazu gehörigen Buchtung- .^ ist ferner nicht geringelt, sondern mehr längsrunzlig. Auf dem Querscbnit ^ sie eine nur entfernte Aehnlichkeit mit der Senegawurzel. Geschmack «« .p ruch sind ebenfalls abweichend. Sie scheint, weil sie aus dem südlichen A s gebracht sein soll, der Polygala Caracassana Humb. et Bonpl-, lU u ge- einheimisch, zu entstammen. Wenn dieser Wurzel eine gleiche Wirk 110 » ^ schrieben wird, so differirt sie zu bedeutend im Geschmack, ein Beweis. ^^^^ die Bestandteile abweichende sind. Siebeet (Marburg) traf dieselbe Wurzel an (pharm. Centralh. 1880, S. 155). uTJ tef Das Americ. Journ. of. Pharm. 1881, Octoberheft, theilt mit, d^^t, der Bezeichnung südliche Senega (southern Senega) eine Droge *° y $$& welche auch aus dem westlichen, östlichen und nördlichen Staaten Nord* pj e komme und die Wurzel von Polygala Senega var. latifolia LH* 1 ** 1 s ' TJo' Wurzeln von Polygala. Senega L. und Polygala latifolia L. solle" bilde«* terschied durcheinander eingesammelt werden und die offtcinelle ^ ro ^r; sc onS ilJ Die Drogisten sprächen auch von einer aus dem Nordwesten ( aU9 und Minnesota) kommenden „nördlichen Senega." •, „„ a« c Die nördliche Senega soll sehr gross, manchmal weiss, && Wurzel, au ^ wieder dunkelbraun sein. Der Knoten des oberen Theiles der der Stiel entspringt, sei oft 4—6cm im Durchmesser. Die Wurzel ^"^„gern Wurzelkopfe sei im trocknen Zustande von dem Umfange eines y & "^ des &* bis zu dem eines Daumens, 12 —20 cm lang und entbehre gewöhn Senega. — Senna. >e südliche Senega so sehr charakteristischen Kieles. Die Wurzel sei nicht so gewunden und verzweigt wie die südliche Senega, sondern breit und dick. Daa ussehen dieser nordlichen Varietät gleicht annähernd dem der echten Senega, eru ch und Geschmack sind nicht verschieden. p Die nördliche Senega scheint einer Varietät zu entstammen, die zwischen °"jgala Senega und Pohjgala latifolia ihren Platz findet. Im Americ. Journ. of Pharm., August 1881, beschreibt Maisch eine Senega, jj 11 P°lygala Boykinii Nutt. abstammend, welche die südliche Senega des a ndels liefern soll, da die Wurzel von Pohjgala Boykinii der von Pohjgala I88i 5 ' ß S ° ln ällnlica ist - Eine f:llsclie Senegawurzel ist im Arch. d. Pharm. nu v 2 ' Hälfte ' S> 383 erwaüDt - Die falschen Wurzeln nöthigen den Apotheker 1 die ganze Wurzel zu beschaffen, niemals die zerschnittene oder gehörte Wurzel vom Drogisten zu entnehmen. 1097 Senna. i) *e fl Alexandrinlsche Senna soll der Cassia acutifolia Delile entnommen *e d S ^' e °ff' c i ne lD3 Senna nicht durch die Tinevelly-Sorte ersetzt eH kann und darf, ist von verschiedenen Seiten ausgesprochen worden. J^ N , e i m Handb. II, S. 950, bereits erwähnt ist, nannten Lassaigne und g' EDLLE den wirksamen Stoff der Senna Cathartin. Dragendobff und 6 £ LY schieden dagegen als den purgirend wirkenden Stoff die Ca th artin - llnl re a h, eine glycosidische Säure, welche sie theils frei, theils an Magnesia der p'k er ^ e gebunden in den Sennesblättern antrafen, welche Säure auch in a cut zel ' der R mc * e von Lammes Frangula, in Radix Lapathi t^ 1 Vertr eten ist, und durch Einwirkung von Salzsäure in Glykose und Ca- Ch/ °Senin übergeht. Aus den Sennesblättern schieden diese Chemiker ferner Ben y -, 8 °Phansäure, welche mit derjenigen in der Rhabarberwurzel vorhandenst- tiscl1 ist < - man ver S 1 - auch Ergänzungsband S. 110 und 111), dann einen v erJ°f yren ' nicllt gährungsfähigen Zucker, Cathartomannil, ab. Keyssler *Ur i die Cnr ysophansäure der Sennesblätter mit derjenigen in der Rhabarber- el und fand sie vollständig identisch. des IT USnm ^ cmiac compositum. Im Gegensatz zu dem auf Seite 951, Bd. II fy* an dbuches über das das Vorräthighalten der Sennapräparate Gesagte bringt behj T;UHu zu Helfenberg bei Dresden ein lnfusum triplex in den Handel und * en au P t . et derselbe, dass die Wirkung des Aufgusses eine unveränderte bleibe, n die echten Alexandrinischen Blätter dazu verwendet werden. *ord PCcie . s iMMtes St. (Jcrinaiii. Es ist in neuster Zeit der Vorschlag gemacht pm en ' die Früchte mit Syrupus Sacchari zu benetzen und mit dem Tartarns- M Uc; ? r zu bestreuen. Die Vorschrift im Handb. II, S. 958 sub 30 1 giebt Girier 8 Sr Gummi Arabici statt des Syrupus an, weil Gummi den Geschmack in Weise abändert. *»e, H b ,pe » kr «"tcr, Dr. Schbödeb's, sind ein Gemisch aus Hb. .fa^tf 8 Snaai&o- nb - Thymi, Hb. Glech. hederac, Pol. Sennae, Rad. Uqmnt. glaftrae. ^^ae^^^'^terthee (eines Wiener Branntweinsoh^ers) bestand aus Fol. Sca- ' r °l- Sennae, Ilerba Soolopendrii etc. (Innhauseb, Anaiyt.; Senna. — Serpyllum. nach dem Kopf, Fettansatz, Bleichsucht, veraltete Syphilis etc. bestand in 700 g eine auf schmutzigem Wege bereiteten gelbbraunen Flüssigkeit mit einem Bodensatz ' Gewicht von 12 g aus vegetabilischen Rudimenten und Fasern Zusammengesetz • Erstere ist ein Aufguss von Faulbaumrinde, Rhabarber, Sennesblättern, Stiefmütterc» 6 < Guajakholz, Sassafras und anderen Species, welche den Ruf als Blutreiniger erl* n &\ haben, nebst starken Spuren (1—1,2g) Bittersalz. (Preis 3,60 Mark.) (Hager, Anaiyw Blutreinigungsthee, antarthritischer, antirheumatischer, Wilhelm's, besten nach einer späteren Untersuchung (vergl. Handb. II, S. 960) aus 14,0 Fol. Senn^J 14,0 Rd. Sarsaparill.; 6,0 Rhiz. Graminis; 4,0 Rd. Taraxaci; 4,0 Rd. Saponariae; % Lign. Santali rubri; 6,0 Stip. Dulcamar.; 2,0 Cort. Nuc. Jugland.; 4,0 Cort. Fop" vel Salicis; 0,12 Sem. Erucae; 0,6 Fruct. Foeniculi; 0,06 Sem. Melon.; 0,06 Sem- r° pon., 0,2 Staub. (Jordan, Analyt.) Bunsenliquenr, Hensler's (Maubach), gegen Fettleibigkeit. Eine 0,5 Liter «*_ fassende Tinctur aus Rad. Gent., Fol. Sennae, Pom. Aurant. immat., Gutti, Aciu. 9* cylic. und Kali bicarbonic. (Techmer, Analyt.) Fettsucht, Trank gegen, von Josef Hensler (Maubach), 750ccm eines v'K serig weingeistigen Auszuges aus Fol. Sennae, Cort. Frangulae, Rd. Gentian- 1,5g Aloe. Dazu gab dieser J. Hensler in 3 Schachteln die Pulver von Gl aU r e jj salz, Kochsalz und Natriumbicarbonat, zu je 200g. Diese Mittel sollen Fettleibig beseitigen. (Techmer, Analyt.) GEiST'scher Thee gegen die Leiden der Harnorgane wird vom Buchd|' u a6 Geist (Berlin) verkauft Er besteht aus annähernd Fol. Bucco 20,0; Fol. ^t jgn. minutim conc. 4,0; Herb. Viol. tricolor., Hb.Fumariae ana 6,0; Ligni Guajaci 6,0; ^ & Sassafras, Rd. Sarsaparill., Rd. Ononidis ana 4,0. (Schwend ler, Analyt.) Häniorrhoidenthee, Hämorrhoidalthee, ein Gemisch aus Fol. Sennae }'^ Rhiz. Graminis, Rhiz. Caricis, Rd. Liquirit., Rd. Althaeae ana 5,0; Fruct. FoeW Fruct. Anisi, Rhiz. Zedoariae, Rd. Taraxaci ana 2,0. Kräuterpulver, Le BEAü'sches, oder Unirersalkräuterpulver des Hofra"!. 9 ute r- EnuARn Brinckmeyer in Braunschweig. Fein geschnittener Le BEAu'scher Kr* ^ thee mit Bittersalz vermischt. (60 g = 1,5 Mark.) Die Vorschrift zum Thee n sich im Handb. II, S. 958 (sub 28) und 961. (Wittstein, Analyt.) Kräuterpulyer des Prof. Boerhave besteht aus Fol. Althaeae, Fol. Seß Rad. Liquiritiae. Der , . Kräuterthee des Prof. Boerhave besteht aus Rad. Irid. Florent., Rad. j JpV jjji)e- Rad. Graminis, Sem. Anisi, Sem. Foeniculi, Sem. Phellandrii, Flor. Malv. a V , ö-laB^ B ' folii, Flor. Pruni spinosae, Flor Calendulae, Fol. Sennae, Fol. Aurantii, Fol. J"r " Herb. Jaceae, Herb. Malvae. Th£ purgatif de Ciiambard besteht aus Fol. Sennae, Fol. Fragariae, Fol. sopi, Fol. Veronicae, Flor. Calendulae, Flor. Sambuci. (Hager, Analyt.) Th. 175—177 0 siedete, ein spec. Gewicht von 0,873 bei 0° zeigte und ei ß)rl0 jn nenartigen Geruch ausduftete. Febve hält dieses Destillat für em Serpyllnm. — Simaba. Cedronbohne. 1099 em° ^" DaS Rotat ' on8vermö S ei1 äusserte sich sehr schwach und ist vielleicht er| Spur eines Campherkohlenwasserstoffs zuzuschreiben. Der zweite Theil des Bist tS War ein bei 233—235 ° siedendes farbloses Thymol von öliger Con- enz und stechendem Geruch. Es erstarrte in einer Kältemischung nicht. Sein P**- Gewicht war 0,988 bei 0° (Chem. Central«. 1881, S. 504). Sernvi| iellt " asser ' FuNK ' 8 (Mainz), soll aus einem Gemische von circa 100g Spiritus f yj u mit 20 g Tinctura Capsici annui bestehen. als pin ^ ltwasser > Metzgek's (Bingen), gegen Gicht, Rheuma, wurde zuerst untersucht »lisch emisch au ? 12 °g Spiritus Serpylli und 4g Essigsäure, später als ein Ge- %i-ß if US 118ff Weingeist und 7g einer unreinen empyreumatisch riechenden Essig- 10 oestehend erkannt (Preis 5 Mark). (Hugo Koch, Analytiker.) Simaba. $ $ l} naba Cedron Planchon, Cedronbaum, in Neu-Granada einheimisch, der n f erru 9^ nea ® T - TTilaike, in Brasilien einheimisch, zwei Simarubaceen, "uassia verwandt, werden als Mutterpflanzen des Cedronsamens angegeben. ^hn , en Simabae, Semen Cedronis, Siinabasainen, l'cdron- g a e ' ^dronsamen, sind die trocknen, 6 —8,5g schweren Zw . en ' a Ppen der birnförmigen Frucht, deren Samen mit lau» amc »lappen ausgestattet sind. Sie sind 3 —4 cm vex X ' 6 bis 2 > 2 <"m brelt ; 0,9—1,2cm dick, fast plancon- a lf \ aU ^ der convexen oder Rücken-Seite etwas buckelig, vj e j ^ Aachen oder Innen-Seite nicht gleichmässig flach, licht, j 1 ' am Rande etwas gebogen. Aussen sind sie bräun- 6ch • au oder g ra ugelb; stellenweise braun oder schwärz- hornsv^ 16 . beschmutzt. D' e Querschnittfläche zeigt eine harte Jt ag d ' c ho feste gelblichweisse, stellenweise blassbräunliche gefflifi.' ^stehend aus einem kleinzelligen Parenchym, an- l W e i I m it ovalen oder länglichrunden Stärkemehlkörnchen, *eis G lD '' Her ^ asse keine concentrische Schichtung auf- 8p e en " Geruch fehlt, der Geschmack ist intensiv bitter. Seh,? ewicht 1,208 — 1,215. Das Pulver ist hellgelb und %er <» als Wasser. Sim. Cedr. d g e i h] . Bes tandtheile sind circa 8 Proc. starres, *wS e8 > in Weingeist kaum lösliches Fett, 3: Fi}?. 155. Cedronbohne. Nat. Gr. ä Querdurchschn. bei 26° C. schmelzendes blass- >■ Weingeist kaum lösliches Fett, 33—36 Proc. Stärkemehl, 32—35 2^. C q Weis skörper, circa 10 Proc. Weichharz, 8—10 Proc. Gummi, lösliche Stärke, ^ 3 Proc. krystallisirbarer Bitterstoff (Cedrine), 6—7 Proc. Aschentheile. }p >v^ a ldivin nennt Ch. Tanret ein Glycosid aus den Früchten der Simaba Bift . * B *'a (Columbien), welches er mittelst Weingeistes extrahirte. Es krystalli- t eQ! "i hex agonalen Prismen, ist ohne Rotationsvermögen, löslich in 600 Th. kalbst'1° Tlu ] '«'ssem Wasser, in 60 Th. 70-proc. und 190 Th. absolutem Wem- beirn'i 6lcht in Chloroform, nicht löslich in Aether. Seine wässrige Lösung schäumt Lös? bchftt teln, der Geschmack ist sehr bitter, die Reaction neutral. Die wässrige Setz'" Wird durch Tannin und Bleiacetat gefällt. Die Alkalien wirken zer- Lös,, ein > die caustischen beseitigen den bitteren Geschmack und färben die Sitte t - g ° lb ' Wolche auf kalisclle Kupferlösung reducirend wirkt und den polari- n Lichtstrahl nach Rechts ablenkt. bitte • deu Früchten der Simaba Cedron vermochte Tanret ebenfalls einen ren > nicht krystallinischen, alkaloldischen Stoff (Cedronin) auszuziehen. 1100 Simaba. — Sinapis. Samen, entölter. Lewy extraliirte bereits 1851 einen krystallinischen Stoff und nannte ihn Cedrin, Clokz dagegen gelang es nicht, diesen krystallinischen Stoff abzusondern. W aM" scheinlich hatte Lewy die Früchte von Simaba Waldivia in Stelle der Früch e der Simaba Cedron untersucht. (Chem. Centralbl. 1881, S. 54.) Anwendung. Der Cedronsamen gilt als ein kräftiges Febrifugum. Der A • miral Lapellin machte die Europäischen Therapeuten zuerst auf dieses Mi« aufmerksam. Aerzte in Mittel - Amerika (Costa Rica, Puerto Arenas) fanden e noch kräftiger als Chinin. Die Samen werden in erbsengrosse Stücke zerschlag 6 und in der fieberfreien Zeit nimmt man 1 — 2 solcher Stücke, dagegen beriet Coignakd, dass man in Central - Amerika und besonders an der Mosquitoküs circa 0,5 g während des Froststadiums, nicht in der Zwischenzeit oder wäki' eD des Hitzestadiums nimmt und damit das kalte Fieber beseitigt. Von an( f t Seite wird behauptet, dass die Samen nicht immer von gleicher Wirkungski* seien, es sich daher empfiehlt, den Bitterstoff (Cedrin) oder die Tinctur «|* wenden. Dass die Cedronbohne in Amerika überdies als das sicherste An» 1 gegen Biss der Schlangen, Scorpionen, Tausendfüsse, tollwüthiger Hunde & (vergl. auch Zeitschr. des Oesterr. Apoth.-Ver. 1881, S. 41), und von V)el Einwohnern Central-Amerikas so hoch geschätzt wird, dass man, um wenig 8 eine Bohne bei sich zu tragen, das Stück bis zu 10 Mark bezahlt, ist von W ST dem reren Seiten versichert worden und findet sich auch schon in Rc-SENTHAkS nopsis (1862) S. 872 erwähnt. Jeden Falles ist in diesem Samen ein Quassin nahe verwandter, den Bacterien feindlicher Bitterstoff vertreten, die Cedronbohne ein Mittel gegen Hundswuth sei, hat sich nicht bestätigt. P' ia Centralh. 1879, S. 434. Tinctura Oedronis, Tinctura Simabae wird durch Digestion der fe'^Le. verten Cedronbohne mit der 5-fachen Menge verdünntem Weingeist da stellt. Dosis 30—50—80 Tropfen. Sinapis. Semen Sinapis pnlveratum exoleatnm, Pulvis Sinapis concentratns»^ eentrirtes Seliwan-Seiifpiilvcr, entöltes schwarzes Senfpulver, wird in grober un , raC bt. Form von Eugen DieteWCH zu Helfenberg bei Dresden in den Handel g e ^ Dass dieses Pulver kräftiger und schneller wirkt ist erklärlich, denn das ^ Oel repräsentirt in dem Senfsamenpulver einerseits ein Verdünnungsmatefl > c j, dererseits deckt es die Samenpartikel gegen die Einwirkung des Wassers- ^ e n- Semen Erucae pulveratum exoleatum hält die genannte Firm falls zum Verkauf. de 3 In die Lazarethe der Deutschen Armee ist in Stelle des Pn lv ßj 9 tt schwarzen Senfes Senfpapier eingeführt und sind für 1000 g Pulver l u Senfpapier in Rechnung zu stellen. ge»^ 9 Das mit Wasser angerührte Pulver des schwarzen, aber nichtentölten ^ ist ein excellenter Geruchzerstörer, besonders zur Beseitigung . ^ d» 9 Geruches, dem Ammon zum Grunde liegt. Der Dunst des Senföles " in r jj a tuv Ammon und wirkt somit auf Moschusgeruch vernichtend. Gerüche saure ^ & vermag Senföldunst nur schwer zu zerstören. Das Pulver des schwarze ^. wurde auch von F. Schneider (pharm. Gentralh. 1877, S. 118) a ' s . aI)S et& störer vieler unangenehmer Gerüche, wie des Moschus, Baldrians, j ^u empfohlen. Zur Reinigung der Gerätschaften von diesen Gerüchen etwas des Pulvers mit Wasser mischen etc. Sinapis. Samen, Analyse. 1101 Zur Untersuchung des Senfsamens machen Ch. Piesse und L. Stansell ( J ourn. de PL et de Ch. III, S. 252 u. f.) folgende Mittheilungen: Weisser Senfsamen (A) von Yorkshire enthält im Gramm 170 Körner, der (B) von Cam- ri< 3ge 172 Körner. Schwarzer Senfsamen (C) von Cambridge fasst im Gramm 9 ^4 Körner. Es wiegen also 100 Körner von A 0,5882g, von B 0,5814g, v °n C 0,1059 g. Der Schwefelgehalt wurde nach Behandlung mit Salpetersäure a . Baryumsulfat, der Stickstoff als Ammon durch Behandeln mit Chlorkalk be- "ümt. Das wässrige Extract des weissen Senfes färbt sich auf Zusatz von ! s enchIorür blutroth, das des schwarzen Senfes aber kaum wahrnehmbar. Das ässrige Extract des weissen Senfes riecht nach mehreren Stunden nach Schwe- Ie wasserstoff, das des schwarzen nur nach Senföl. ,, 100 TL ergaben Feuchtigkeit . . . ^ ett es Oel . . . . ^Uulose .... «ohwefel .... ^ickstoff «yrosin und Albumin ?*eissartige Substanzen ^hche Substanzen . richtiges Oel . . . ^onsaures Kalium. Asche Löslich vom weissen Senfsamen schwarzen Senfsamen s Aschentheile der Asche A 9,32 25,56 10,52 0,99 4,54 5,24 28,37 27,38 0,06 B 8,00 27,51 8,87 0.93 4,49 4,58 28,06 26,29 0,08 käufl. Mehl 8,30 37,18 3,90 1,33 5,05 7,32 31,56 36,31 0,03 K !-°° Th Kalt ~~ Natron • • • j> * — Magnesia . . c jSenoxyd — Schwefelsäure or — Phosphorsäure. * le sel8äure - Sand 4,57 0,55 enthielten A . 21,29— 0.18 13,46— 8,17 1,18— 7,06 0,11—32,74 1,00— 1,82 4,70 0,75 4,22 0,44 C 8,52 25,54 9,01 1,28 4,38 5,24 26,50 24,22 0,473 1,692 4,98 käufl. Mehl 4,35 36,96 3,09 1,50 4,94 6,46 29,81 31,64 1,44 5,14 5,04 1,01 B 18,88— 0,21 9,34—10,49 1,03— 7,16 0,12—35,00 1,12— 1,95 21,41 — 13,57- 1,06- 0,15- IRs Verhalten des Thiosinnamins gegen Reagentien, vergl. 81 > 8- 374 und 375. 1,41— ehem. 0,35 10,04 5,56 37,20 1,38 Centralbl. Die fol "« Analyse des Senfsamens führen A. R. Leeds und E. Everhakd in ^Sender Weise aus: Trockensubstanz, Asche in bekannter Weise, fettes Oel wird . telst Aethers ausgezogen, aus dem Rückstande mittelst 50-proc. Weingeistes bl •, Su 'f° ( -'yaiisaure Sinapin und das myronsaure Kalium extrahirt. Der hier ver- j^ ,0n -de Samenrückstand wird alsdann bei 100° getrocknet. Er besteht aus Und ' n Und Zellulose. Ersteres wird mit kalter 0,5-proc. Natronlauge extrahirt des na °h Rittiiaüsen's Methode bestimmt. Aus der Asche lässt sich die Menge m yronsauren Kalium bestimmen (Chem. Ztg. 1881, S. 46). enfli * a s '«apinata, Papier-Moutarde, Senfpapier wird in viereckigen, runden und Vo U'osen Stücken von Eugen Dietericu (chem. Fabrik zu Helfenberg bei Dresden) ^erkannt vorzüglicher Qualität hergestellt. aus Russland, Weam Sinapis, Senföl rik zu ^ Schwefelkohlenstoff verfälscht befunden ""d daher ^ an ^Lieferanten gesendet. i bedeutender Quantität . * dß r Senfölfabrik zu Dubowka nach Deutschland eingeführt, wurde aber rmt Die betreffende Firma behauptete, - ähr< *a der Lagerung bilde, dagegen konnte Hageb über Senföle^disponirem, ^cH e schon 15, 11, 8 und 5 Jahre lagerten, dass sich Schwefelkohlenstoff ee über Senföle disponiren, doch in allen diesen Oelen konn- Sinapis. Senföl, künstliches. ten selbst Spuren Schwefelkohlenstoff nicht gefunden werden. Eine dieser P 1 ' 0 "^ war Sarepta - Senföl. Wie aus den Untersuchungen des Prof. A. W. HofMA*< hervorgeht, kann ein Gehalt von 0,5 Proc. Schwefelkohlenstoff als ein normale angesehen werden und dürfte Hager diese geringe Menge bei seinen Unterste ungen vielleicht übersehen haben. Prof. A. W. Hofmann untersuchte näm' lC mehrere reine natürliche Senföle und fand er in dem Russischen Senföle ( v0 Sinapsis juncea) 0,37—0,41 Proc, im Deutschen Senföle (von Sinapsis ntf 1 X 0,51—0,56 Proc, im künstlichen Senföl aus Jodallyl und Ammoniumrhodam 0,32 Proc. Schwefelkohlenstoff. Ph. Centralh. 1880, S. 360. Arch. der P hallD ' 1880, 2. Hälfte, S. 368. Aufbewahrung des ätherischen Senföles. Trotz Schutz vor Luft und S ü J) n , he licht wird das Senföl nach einigen Monaten der Aufbewahrung gelber an färb« und nimmt mit einer weingeistigen Perrichloridlösung versetzt eine rothe Fäf" an. Diese Veränderung hat auch Flückiger wahrgenommen. Die rei** „ Wirkung zeigte sich bei diesem veränderten Senföle unverändert. Jeden ist Senföl in Flaschen mit Korkverschluss und an einem schattigen Orte bewahren. Das künstliche Senföl, Allylsenföl (oder Allylsulfocyanür, Schwefel^ allyl, Allylrhodanür, C 4 H 6 NS oder CSN • C 3 H 5 ) bildet den Hauptbestanaw des natürlichen Senföls. Wie es im Handel vorkommt, besitzt es eine g enn ^; e Schärfe und ist zugleich von einem unangenehmen Gerüche begleitet, we ' c jpg AmiroaonlinJf Yinpli anrlprpr A llvlvArhiTirliincrPTi annphmpn länaf Von ll;. ^ .„\ Anwesenheit noch anderer Allylverbindungen annehmen lässt. Von E. 259)» wurden 2 verschiedene künstliche Oele untersucht (ph. Centralh. 1877, 8. - ^ welche sich durch starkbraune Farbe und einen unangenehmen ^ e "' eu ^o[ ai ii- kenntlich machten. In dem einen Präparate fand er in Procenten 0,0* ^ säure, 0,8 Schwefelkohlenstoff, 92,2 Allylsenföl, 4,0 Polysulfide, wahrschem Allyltrisulfid, und 3,0 eines nnzersetzt nicht flüchtigen stickstoffhaltigen ^ c ~j e felkörpers. Dieses Resultat erklärt genügend, warum diese künstlichen S, _ sowohl im Gerüche als auch in der Wirkung von dem natürlichen abwe e ; B - Mylitjs sagt daher mit Recht, das künstliche Senföl des Handels sei kein eIJ heitliche Substanz, und wenn sie auch den in Betracht kommenden wir ,•, Bestandtheil, das Allylsenföl, enthalte, so sei seine Verwendung zu pbarrn ^.^ t sehen Zwecken nicht unbedingt zu empfehlen. Ebenso wenig sei es un jjjj- zu verwerfen, vielmehr könne man mit Recht erwarten, dass, wenn die a0 . kanten ihrem Producte eine bessere, übrigens leicht ausführbare Remig j te p, gedeihen lassen und sie den Preis unter dem des natürlichen Senföle 3 ^ p]j.) auch das nur zu wohl berechtigte Misstrauen schwinden werde. (Are"• jj C he» Ein probehaltiges künstliches Oel kann ohne Bedenken in Stelle des )> a verwendet werden. Arl bei 4 Ueber die Bildung des Allylsenföles haben wir eine interessan '^etf von Ernst Schmidt (15er. d. d. ehem. Ges. 1877). Wie die Untersn >fl f G. Gerlicii's ergeben haben, bildet sich bei Einwirkung von Brom j^ein Schwefelcyankalium bei einer Temperatur von 0° nur Rhodanallyl ff j r J. Senföl, dagegen entsteht letzteres sofort, sobald die Flüssigkeit 6TV ZZ & zue>' st eii'' Somit steht es fest, dass sich bei künstlicher Darstellung des Allyls^ 1 das isomere Rhodanallyl bildet und dieses dann durch Wärme B«J 1 liehen Senföle umgebildet wird. Ob das gewöhnliche Senföl cNSj' .^„„g sich nach den Untersuchungen Will's und Koerner's nach der ^j^ng C, 0 H, s NKS 2 O 10 =C 6 H ) ,O (l + C 3 H,- ) NCS + KlISO 4 durch die fermentart.ge ^ ^ des Myrosins bildet, als reines Allylsenföl zu charakterisiren ist, ° Sinapis. Senföl, Prüfung. 1103 ler bei niederer Temperatur zuerst die Bildung des isomeren Rhodanallyls vor- ßrgeht, oder ob eventuell beide Körper gleichzeitig auftreten, versuchte Schmidt Perimentativ zu beantworten, indem er reines myronsaures Kalium nach den (fi?f^ ben WlI ' LS und Koebnek's bei einer Temperatur von 0° mit Myrosinlösung rirtcm Auszug von weissem Senf) darstellte. Wurden beide Körper in ver- nuten wässrigen Lösungen gemischt, oder gepulverter schwarzer Senf mit Eis- § S f er zum Brei angerührt, so trat nach kurzer Zeit der intensive Geruch nach M ^uf, es war somit documentirt, dass also auch bei 0° die Zerlegung der ^yionsäure sich unter Bildung von Allylsenföl vollzieht. Bei einem folgenden au pe |' lm ent ergab sich, dass das so gebildete und durch Ausschütteln mit Aether h n wässri 8' cn Lösung gesammelte Senföl dennoch kleine Mengen des Rho- duiw bei S e mengt enthielt. "Wurde nämlich der nach dem freiwilligen Ver- ^ s ten der Senföllösung bleibende Rückstand zunächst in der Kälte, dann unter Wendung von Wärme mit weingeistiger Kalilösung behandelt, so gab die rid ^ nach dem Eindampfen und Ansäuern eine auf Zusatz von Eisenchlo- y , ln tensive Rhodanreaction. Da das natürliche Allylsenföl unter gleichen Zerl U ' SSeu °' li0 derartige Reaction nicht liefert, so ist es klar, dass bei der Rh j^ Ui1 S der Myronsäure bei niederer Temperatur Senföl und das ihm isomere 0(J anallyl gleichzeitig auftreten. Pharm. Centralh. 1877, S. 241. Die im Handb. II, S. 972, in dieser Beziehung einige Lücken und Irrthümer, daher folgende An- Rem ^ rüflln g des Senföles, pachten Angaben enthalten 6,8l,I >g zur Prüfung. fl a , ' e rdunstung. 1 — 2g des Senföls werden in ein Glasschälchen mit 8 en ». em Boden gegeben und an einen 40—50 °C. warmen Ort gestellt. Reines fi Xe ° verdunstet in der Zeit zweier Stunden vollständig. Ein Rückstand würde {>!, *oil\j erkennen lassen z. B. fettes Oel. Auch einige flüchtige Stoffe, wie Voii a °l'. Gowürznelkenöl, Zimmtöl, Mirbanöl, verdunsten in diesem Falle nicht ihre r v g °^ er sie erfordern zu ihrer Verdunstung eine längere Zeit oder nach od er Verdunstung hinterbleibt ein gefärbter Anflug. Wenn also ein flüssiger üeg t • mieri S 01 ' Rückstand verbleibt und dieser nicht nach Senföl riecht, so 8ch aft eme Verfälschung vor, welche sich an ihrem Gerüche und sonstigen Eigen- 611 cl 'konnen lassen wird. % g ■ Eintröpfeln in 23ccm kaltes Wasser. Durch sanftes Rütteln des W ® a S u 'cylindcr befindlichen Wassers sinken die etwa auf dem Niveau desselben -«« luiicnig, so ucuiei mos aui einen Gehalt an Weingeist oder an Üb» °' von circa 0,6 Proc, und werden die Tropfen schon beim Untersinken Vt ^ leibe nden Tropfen abwärts, gelangen am Grunde der Wassersäule an, bl e ; bt mm(J estens eine Minute hindurch klar bleibend. Ein total reines Senföl \v e j Ss] . stll ndenlang klar. Werden die Tropfen innerhalb einer Minute trübe, Wi n °^ ov milchig, so deutet dies auf eine: >lkoh Vefj a Un ", milchweiss, so' liegt ein grösserer Gehalt vor. Ein Trübewerden nach "V einer Minute kann auf Rechnung des Weingeistes gestellt werden, den N n ZUm Reini gon des Gefässes für das Senföl etwa anwendete. Hier liegt eail gen 111 6 ' ne un8cnul dige Verunreinigung vor, welche aber auch sehr wohl um- . Verden könnte und man dcsshalb auch nicht zulassen sollte. »MtoJTjyfelkohol und Aethylalkohol mindern das spec. Gewicht des Sentols, d «r T, I n klei «en Mengen zugesetzt nur unbedeutend, so dass em Untersinken •Ütohn° P ° n ,S,!nfii l ™ Wasser nicht gehindert ist. Bei Gegenwar von Aethyl- Vj Wlrd der Tropfen milchig trübe, bei Gegenwart von Amylalkohol (und t } n «r trübe h h J«eh dieser Procedur setzt man den 23ccm Wasser lg getrocknetes Koch- " nzu und bewirkt durch sanftes Agitiren dessen Lösung. Ist diese emge- 1104 Siuapis. Senföl, Prüfung. treten, so müssen die Tröpfchen nach Oben steigen und sich am Niveau d e Lösung ansammeln. Damit wäre das spec. Gewicht 1,016—1,026 eruirt. &■ kann auch selbstverständlich direct eine Lösung von lg trocknem Kochsalz 6 23—24ccm Wasser benutzen, entsprechend 1,031 und 1,029 spec. Gew. III. Mischung mit concentrirter reiner Schwefelsäure. 10 Tr°P des Senföles werden in einem Keagircylinder mit 4 — 5ccm conc. Schwefel 3 * durch sanftes Agitiren gemischt, nebenher der Cylinder auch wohl in '*- a . Wasser gesenkt, um eine zu starke Erhitzung und starkes Aufschäumen z ul ' u zuhalten. Im Verlaufe von 1—2 Minuten erfolgt eine klare gelbliche Lö sU Diese ist wenigstens nicht dunkler gefärbt als das Senföl. Bei künsth Senföl erfolgt sofort eine klare, aber kräftig gelbe Mischung. Eine dunkJJJ Färbung deutet auf eine ungehörige Beimischung wie fette und flüchtig 6 „j eine trübe Lösung ohne dunklere Färbung auf die Gegenwart von M' r $ Schwefelkohlenstoff, auch wohl auf Chloroform. Bei Gegenwart von ^' r ?- c )jt sammelt sich in der Ruhe eine trübe dunkelbraune und etwas schaumige Sc . am Niveau der klar gewordenen Schwefelsäure-Senfölmischung. Bei Geg' 3U e von Schwefelkohlenstoff oder Chloroform ist diese sich ansammelnde Schicht farblos und klar, im ersteren Falle meist leicht zu erkennen, im % «j a Falle aber, zumal wenn das Chloroform nur in wenigen Procenten im ,^t enthalten ist, bleibt die Erkennung eine sehr schwierige, doch bei sehüt e , Bewegung des Cylinders, so dass die obere Schicht auf die Wandung des ^ cylinders übertragen wird, und von hier aus wieder abwärts fliesst, bemerk ^ darin beim Betrachten gegen helles Tageslicht eine Lebendigkeit, ähnlich vef Zerplatzen kleiner Bläschen, welche andeutet, dass hier zwei Flüssigkeit ^ schiedenen spec. Gewichts in der Scheidung begriffen sind. Wenn man ^j, diese Beobachtung gemacht hat, so ist die Erkennung eben nicht scuwer ' e befl' ist wohl zu beachten, dass ein gutes künstliches Senföl diese Erscheinung ^ falls darbietet. Wäre das Senföl nicht eine theure Waare, so darf rfl ^ einige ccm desselben in Schwefelsäure lösen, um eine grössere Schicht ^ ^ abscheidenden Chloroforms zu sammeln. Hier ist es immer das sicherste, j e f 50 g des Senföls in einem tarirten Kölbchen in der Wärme des Wasser^ c j ie o Destillation zu unterwerfen. Vom Senföle selbst destillirt aus einem r"- 0 jjleO' in dieser Wärme auch nicht eine Spur ab, wohl aber Chloroform, Schwe stoff, Weingeist, Amylalkohol. , ff keni 1 " 0 ? Ist Schwefelkohlenstoff nur zu 1—2 Proc. beigemischt, so ist die &r ^.J desselben in dieser Probe natürlich auch etwas erschwert. Zur Siehe daher folgende Probe nothwendig: j, IV. Reaction mit ammoniakalischer Cuprisulfatlösung^pfejj S. 390 dieses Ergänzungsbandes). In einen Reagircylinder giebtman ^^ gel" naa Wpnfikloa unfl rtirnq A nnm rainaTi aKa/\lnfan lA/aintraiat Igt ulCSf t -pjstl& des Senföles und circa 4ccm reinen absoluten Weingeist, gefärbt, so liegt wahrscheinlich künstliches Senföl vor. Die klare weing elS 2cem der »I»' Seoi 0 rei»e m .-^»ft fast farblose oder nur Massgebliche Lösung wird nun mit circa moniakalischen Kupfervitriollösung versetzt und durchmischt. Bei --.^ eT sc erfolgt (bei einer Temperatur unter 16° C.) ein ultramarinblauer .,^ eT i P 1 welcher im Verlaufe von 6 — 8 Stunden seinen Farbenton nicht v0t \ die Ü be ,j. während dieser Zeit aufgeschüttelte Flüssigkeit erscheint rein blaU färbt> Ei lth * dem blauen Niederschlage sich klärende Flüssigkeit bleibt fast va ^. j,i a ue F**L. das Senföl Schwefelkohlenstoff zu mehr denn 0,5 Proc, so efelk« 11 Schwere" - ..„,. des Niederschlages früher oder später je nach der Menge «es ^ j eB i • , Stoffs in Violettbraun oder Dunkelrothbraun über. Zunächst wird die trübe u schütteln über dem Niederschlage sich sammelnde Fliissigkeitssc Sinapk Senföl Prüfung. *1Ö5 •■äunlich und nach weiterem Umschütteln verändert der Niederschlag im Verlaufe 0n 2 Stunden seine blaue Farbe. , Diese Prüfung mit der ammoniakalischen Kupferlösung auf Schwefefkohlen- °tt lässt auch eine Verfälschung mit Amylalkohol, Phenol und Gewttrznelkenöl eunen, denn die blaue Farbe des Niederschlages verändert sich schon im Ver- ! ' von 10 Minuten, und die aufgeschüttelte Mischung ist entweder nicht mehr 111 blau oder sie hat nach dieser Zeit schon eine dunkle, mehr braune Farbe genommen. Nach 30 Minuten ist bei Phenol die blaue Farbe vollständig in Jl ' a un übergegangen. S e *. Reaction auf Phenol (Carbolsäure). Man giebt 10 Tropfen des tel t 6S Un< ^ 10ccm Wasser in ein Reagirglas, schüttelt im Verlaufe einer Vier- Munde mehrere Male, jedoch immer nur massig, so dass keine milchige Flüssig- ' entsteht, sondern nur eine Zortheilung der Tröpfchen. Nach einer Viertel- tr'.f ' s * c ^ er Phenolgehalt des Senföls in das Wasser übergegangen. Man fil- p 'nun und setzt dem Filtrate einen, höchstens zwei Tropfen der officinellen p, '^eldoridflüssigkeit hinzu. Bei Gegenwart von Phenol erfolgt eine violette r,. ung. Die Filtration ist nöthig zur Erlangung einer vollständigen Reaction. e Gegenwart von Senföl, so auch die von Weingeist stört die Reaction oder s 'e nicht einmal zur Andeutung gelangen. st I Nachweis des Chloroforms. Hätte sich das Senföl in der vor- Chl eu Prüfung als ein reines erwiesen, so kann die Gegenwart kleiner Mengen Ger° °- lm seür wo "' übersehen sein, zumalen man mit der Anwendung des S f. -' nnes äusserst vorsichtig sein muss. Es bleibt nichts übrig, als 20—30g fy« f * m tal 'h'ten Kölbchen im vollheissen Wasserbade der Destillation zu unter en und das etwaige Destillat auf Chloroform zu prüfen, w ^11. Die Destillation aus dem Wasserbade ist und bleibt der beste f 0] S zur Erkennung einer Verfälschung mit Schwefelkohlenstoff, Chloro- g m > Amylalkohol oder eines Gemisches aus Chloroform und Amylalkohol. —ot i^ ein Q uantura vou 2 °g des Senföles, welches man in ein Kölbchen in 6 j" diesem setzt man ein Dampfleitungsrohr auf und leitet das Destillirende iiad u ','," gekühlten Reagircylinder. Das im Wasserbade erhitzte Senföl verliert 2llvr i n iehfa .in aoinor Ciit,. in 1,1 w;,.,l naoh ,l„,i, ff.rlraltATi in das Standsrefftss 'uefege tn an gegossen. Soll speeiell auf Schwefelkohlenstofl vigilirt werden, so lässt *ei ue . aS .Dampfleitungsrohr 5 —8mm unter dem Niveau einer nur kleinen Menge ^IukivÜ! ^ en 10-proe. Aetzkalilauge ausmünden. Damit die Lauge nicht in das "ach a srohr aufsteige, ist dieses mit einer kugeligen Erweiterung versehen. Die ^Ur« Destillation durchschüttelte Aetzlauge wird erwärmt, dann mit Essig- hanri„ nou ti-a.lisiit und mit Cuprisulfat versetzt. War Schwefelkohlenstoff Vorland traUj i So CT ^ 0 's t ein gelber Niederschlag (Kupferxanthogenat). (Pharm. Cen- niit k ri ®' ^ r ' 41-) Der Dampf kann auch in Weingeist geleitet, dieser lj;ii n . ,'. ! '"»e gemischt und erwärmt werden etc. Am einfachsten ist es, den hat "i einen graduirten Cylinder, in welchen man 2—3ccm Wasser gegeben Mi ? leite «- De r r ;!«m Wasser. Schwefelkohlenstoff oder das Chloroform sammelt sich fe lk () i i ]|:uul elt es sich um die quantitative Bestimmung desSchwe- KknlK 8toffs und des Chloroforms, so ist die Destillation aus einen, i». U| °e» in der Hitze des ({ I y cerinbades vorzunehmen und dabei bis auf 6in e Temi. en 8en* V " ni,en,lui ' von 105° hinaufzugehen. Den Dampf leitet man in einen eleu f flirten Cylinder, in welchen' man 2- 3ccm Wasser gegeben hat. Ob- ,1 noo , Siedepunkt des Schwefelkohlenstoff bei 48 • C. hegt, so sammeln sich r ; Jl erst bei c,()0 C . einige Tröpfchen Schwefelkohlenstofl im Dampfleitung* ur »d bei 65 0 nimmt dag Abtrop f en in die Vorlage seinen Anfang. Die ' "''""> Praxi« Suiml 70 i'.ixis. Sii]i(il 1106 Sinapis. Senföl. Prüfung. Erhitzung wird bis auf 105 ° fortgesetzt und dann die Destillation abgebrochen- Nun erst erweist sich der Destillationsrückstand frei von Sckwefelkohlensto Da nach Hofmann's Untersuchungen auch das beste Senföl bis zu 0,56 P roC ' Schwefelkohlenstoff enthält, so wäre das Senföl erst zu beanstanden, wenn « e Schwefelkohlenstoffgehalt 1 Proc. beträgt. Das spec. Gewicht des Senföl eS 1& vor und nach der Destillation zu bestimmen, behufs der Controle. . t Versetzt man das Senföl mit 5—10 Proc. absolutem Weingeist, so l*f sich auch durch Destillation aus dem Wasserbade aller gegenwärtige Schwel kohlenstoff abscheiden. Bündige Prüfung des ätherischen Senföles. Dieselbe umfasst aUS .~fJ vorstehend angegebenen Gange die Nummern I, II und VI. Sub VI, ^.« Destillation aus einem Kölbehen im Wasserbade darf kein Tropfen Flüssigk 6 gut auf überdestilliren, widrigen Falles eine Verfälschung vorliegt. Das erkaltete ist durch diese Erwärmung in keiner Weise geschädigt und daher, wenn e 9 befunden wurde, nach dem Erkalten in das Standgefäss zurückzugiessen. Quantitative Bestimmung des ätherischen Senföles. Diese kann zweierlei Weise geschehen, einmal durch Wägung desThiosinamins (nach Fi-üCKi' oder zweitens durch Wägung des aus dem Oele hergestellten Schwefelkup Zur Thiosinaminwägung werden in einem Glaskölbchen 2 g des Senföles, *^i elB soluter Weingeist und 4g 10-proc. Aetzammonflüssigkeit gemischt und nach . Aufsetzen eines Rückflussrohres über einer kleinen Flamme ungefähr biß 45 ° C. erwärmt, bei welcher Temperatur sich die Mischung von selbst sta erhitzt und nun eine klare gelbliche Flüssigkeit darstellt. Man giebt sie Verlauf einer Stunde völlig erkaltet in ein tarirtes Schalchen, spült das Ki» . mit 2—4 g Weingeist nach und erhitzt im Wasserbade, bis die Flüssigk e ' ' ; hört, Dämpfe frei zu lassen. Der Verdampfungsrückstand (Thiosinamin) i^ , gflI farblos oder von gelblicher bis gelber Farbe, eigenthümlichem Geruch, na . 6c ]i- Erkalten krystallinisch erstarrend. Sein Gewicht betrage mindestens 2,1g' „ _$! stens 2,3g, gewöhnlich beträgt er 2,2g. FlüCKIGEB erhielt aus 100 Tb. ( 111—112,3—115,7 Th. Thiosinamin. FlDckigeb warnt vor Anwendung ^ grösseren Menge Aetzammon wegen Bildung von Ammoiiiumrhodanid. _ y 1 ^ Flüssigkeit in der Wärme des Wasserbades abgedampft, so ist die BiM u \$$ letzteren Salzes im Uebermaase nicht zu fürchten und wurden bei Anw „]. von 2g Senföl, 4g Weingeist und 4g doppeltem Aetzammon ein gle |C fflD jeM" tat, im vorliegenden Falle 2,2g gegenüber von 2,15 g Thiosinamin » esa jl8 gte Bin Mol. Senföl in reinster Form, also 1 Mol. Allylrhodanid (— 99)> 116 Thiosinamin ausgeben. , •„]), Zur Bestimmung des ätherischen Senföles in Mischungen, J» ^ Linimenten etc. ist folgendes Verfahren das einfachere. Der Gegensta» ^ mittelst Weingeistes, dem 10 Proc. Aetzammonflüssigkeit zugesetzt sii"l>,. e * ,,■ (im auf circa lg des etwa gegenwärtigen Senföles der weingeistigen ^"^40 W 01 Umfange von 25—40ccm) eine Auflösung von 3—4g Kupfervitriol in 3j. ~~j, u t,tel» 10-proc. Aetzammon hinzugemischt und das Gemisch nach kräftigem u .^? creffl Agi' zunächst mindestens eine Stunde hindurch bei 40—50° C. unter bisweilig^t tiren digerirt, nachdem dem Glaskolben ein langes Rückflussrobr » . e jo wurde. Hierauf wird dem Kolben ein Dampfleitungsrohr aufgesetzt, de rse p 09 tilla t vollheisses Wasserbad gestellt und eine Stunde hindurch erhitzt. yaS gj, ei» e wird der heissen Flüssigkeit, im Glaskolben wieder zugesetzt, um dann ^^ ^g halbe .Stunde im vollheissen Wasserbade weiter zu erhitzen. Nach t V inin0 ni urn ' hierbei gesammelte Destillat wieder zurflckgegossen und noch lg j,|}essli c " chlorid der Flüssigkeit zugesetzt worden ist, lässt man erkalten, u m Sinnpia. Eruca. Mostrich. 1107 eü Sc hwavzen Bodensatz in einem tarirten, zuvor mit Wasser genausten Filter zn 3-mmeln, denselben zuerst mit 2,5-proc. Aetzammon, dann mit Wasser, hierauf ! verdünntem und sehliesslicli mit 90-proc. Weingeist auszuwaschen. Das Filter ist ei"- lalt Wil<1 '" eiuer Wärme von 110—120° C. getrocknet. Sein Gewicht j gleich der Menge des gegenwärtig gewesenen Senföls. In der Praxis ergiebt Seh ''' 1>°25—1,03—1,035g schwarzen Kupferniederschlag, welcher neben Wefelkupfer, Kupferoxyd und Kupferverbindungen besonderer Art enthalt. tdai i}X . 8lcnoi ' en Resultaten zu gelangen, wird dieses Experiment ein- oder zwei- wiederholt oder auch das Senföl als Thiosinamin gewogen. (C Tliiosinamiii, Rhodallin, Allylsulfocarbamid, Allylsulfoharnstoff «iid . S ° del CSNH 2NHC 3 H 5 ) entsteht, wenn Senföl und Aetzammon gemischt a ngewärmt werden. Rein ist es geruchlos und farblos, krystallisirt in Prismen, iJi mec ' ft 8enr bitter und ist in Wasser, Weingeist, Aether löslich, eine neutrale »ichT 8 gebend. Es schmilzt bei 74° und ist in der Wärme des Wasserbades hü,' Süchtig. Mit Säuren giebt es saure, durch Wasser zersetzbare Salze und et >n Gegenwart von Alkali und Metallsalzen Schwefelmetalle. k an J? men Erueac, Handb. II, S. 975. Der weisse oder gelbe Senf liefert be- Q eg . Icu kein ätherisches Oel. Die Mischung mit Wasser nimmt einen scharfen Stoff ltnac ' c an, bleibt aber geruchlos. Der diesen scharfen Geschmack bedingende 0 UIWII/UVIV; V'V>lllX^>31LllUlJlyl, n^i^iica Ulli li U Ö & 111 1U C 11 g U O C l Zl IC S • le ' nin R d" ÄrZen ""^ selDC " Senfsamen zur Basis hat. Eine chemische Unter- ' l;i| 'hli c j le8es GenussmittelB auf einen Gehalt an Senfsamen erscheint bei ober- 'cliste 1 a 8 un g ein Nonsens zu sein, denn der Geschmack ist hier die na- ? etlt im' U, i ld einfacnste Reaction, und über den Geschmack gebietet der Consu- r ^»nt V ° Maasse. Nun könnte der Fall vorkommen, dass ein Mostrioh- ®nf (j Ul . , 11Ur . gelben Senfsamen zu dem Mostrich verwendete und den schwarzen * auch V e ' IU) Lö8un 8 (lt,H flüchtigen Senföles ersetzte. Eine Fälschung wttr-de ^ re > das ? 8er Zusatz nicht sein, wenn dieser in einem solchen Umfang« geschehen !H pf_. 6r Geschmack so normal ist, wie er von einem Mostrich verlangt k c °t hfl. x ° ,<:llln die Verwendung eines entölten Senfsamens zum Mostrich bu. ^»standet werden. Moslrich'ist ebei ^^^— der Geschmack in erster Linie, §,) n&p n " ,lara ctere seiner Güte bedingen. Wie nun -------- ,..,., r>Ui la -o ° rreicht ' blelbt > < la darüber keine gesetzlichen oder polizeüichen Be- e8e ka« exi8t ''-en ; gleichgültig und unterlieg* keine? pokaeilichen Controle. nn nur danii ei«, berechtigte sein, wenn der Pabrikant die Darstellung 70* "i | J( ,, ■»«uiu uie vBiweuuuug eines entölten aeniBsu'™"' ■ .......----;----- fr *elci andet werden. Mostrich ist eben ein zusammengesetztes Genusmittel, ,. a fbe a- H ' a ]\ der Geschmack in erster Linie, dann die Consistenz und zuletzt die %t>„~ e ^haraei,..-,, <,„;.„„. n,-u„ i..,.k ____ w:„ „„n der Fabrikant diese Be- 1108 Sinapis. Mostrich. ehencle auf eine unappetitliche, nicht den Anforderungen der Reinlichkeit entsprecnen Weise ausführt oder er dem Mostrich Substanzen beimischt, welche als gestin heitsschädliche oder unappetitliche gelten oder den Genussmitteln nicht angeht • Wenn der Mostrichfajbrikant der auf der Mühle präparirten Mischung ' schwarzem und weissem Senfsamen und Wasser behufs der Conservation Verhütung des Schimmels "starken Essig, zur Abminderung des Austrockn ^ Glycerin, zur Erreichung bündigerer Consistenz etwas Weizenmehl, zur » eI serung des Geschmackes Kochsalz, Zucker, Gewürze, zur Erlangung einer W digeren Farbe etwas Curcumamehl zusetzt, so begeht er gewiss weder Unr eC '' , noch Strafbares. Sollte selbst der schwarze Senf mit deutschem schwarzen ^ oder Rübsensamen vermischt gewesen sein, was ja nichts Ungewöhnliches lS ' denn darin weder der Gesundheit Nachteiliges noch Betrug erkannt w* kann diese Samen sind dem Senfsamen zu nahe verwandt und gilt das d* gepresste Oel als ein vielgebrauchtes Genussmittel. Vielleicht könnte die Wendung entölten Senfsamens beanstandet werden, denn das fette Oel ist 6 \ r türlicher Bestandtheil des Senfes. Da ein entölter Senfsamen nach Ansicht ei »^ Sachkenner einen sehr guten, nach Ansicht anderer keinen gutschmeckenden »° liefert, so ist die Verwendung des entölten Senfsamens nicht zu beanstande ■• Zu beachten ist, dass der Mostrich während der Lagerung an der o° seines Geschmackes Einbusse erleidet. Weinmostrirh ist ein gewöhnlicher Mostrich, welcher einen kleinen Zus» g Wein erhalten hat. Das Präpariren der Samen auf der Mühle mit ^ein des Wassers ist nicht ausführbar, weil der Wein stets Säure enthält, welc " e °?$t die Kisentheile der Mühle nicht gleichgültig ist. Ein nur mit Wein S 6 " 1 '^ ,.,, n - Mostrich schimmelt sehr bald. Da ein weiterer Zusatz von Weingeist <« ^y sistenz und den Geschmack beeinträchtigt, so kann der Zusatz von Essig entbehrt werden. ,i«r Gesninllieitsmostrich ist gewöhnlicher Mostrich, welchen die Consumcnten^ mit einem höheren Preise zu bezahlen pflegen, um ihrer Einbildung zu & e jo Die Bestandteile eines einfachen Mostrichs oder Tafelsenfes sind ^ Proc. schwarzer Senfsamen, welcher häufig von seiner dunkelfarbigen »am fl befreit ist, 20—30 Proc. gelber Senfsamen, beide Samen auf einer sogen ^_ Mostrichmühle mit Wasser zu einer zarten breiigen Masse zerrieben, *"~. j, ik r Kochsalz, 1 /t— V? Proc - Gewürzpulver, 40—50 Proc. Essig. In Fran H r ßiycerii> Wiege der Mostrichfabrikation, setzt man dem Mostrich Stärkezucker un'^„icl» 1 (5—10 Proc.) hinzu. In einem besonders gelobten Präparate wurden (wahrscheinlich 2 Proc.) und Weingeist (gegen •'! Proc.) angetroffen. Die Speisesenfmehle, Scnfmclil, Mostrichmelil, welche die Köchin °" gte ile B > Fleischbrühe, Wein mischt, um einen dem Mostrich ähnlichen Brei äa f p ft br* oder welche sie zur Darstellung von Senfsaucen verbraucht, sind aus gute ^0, eine Mischung der feinen Pulver von geschältem schwarzen und gelbem fc e ^ v . 0 n Kochsalz, Mehl, Zucker, meist aber auch nur die feinen gemischten P"^ 9 of geschältem schwarzen und gelbem Senfsamen. Manches Senfmehl » e aus gepulvertem gelben Senfsamen. . Jlis«' 1 ' Eine quantitative Bestimmung des schwarzen Senfsamens in .' x \^ eX ungen ist völlig zwecklos, da der Geschmack seine Anwesenheit m B . fl Jen oder grösserer Menge sicherer angiebt, als die chemische Analyse- a gß Mischungen während der Aufbewahrung der Gehalt an flüchtigem > und nach schwindet, so wird auch hierdurch die Analyse eine unsic » ^ pol- Zur Bestimmung des Gehalts wären 100 g des Mostrichs oder buk 0 &■ vers mit lauem Wasser angerührt nach 2 Stunden mit absolutem Weing KWSS . Sinapis. Mostnch. Speisesenfmehl. 1109 trali Und -611 ' de ^ Auszug mit 2 ° — 30 S Aetzammon zu versetzen und nach mehr- h e j" 'I er Digestion mit ammoniakalischer Kupfervitriollösung in der Weise zu ist an 1 ® n ' wie zur Bestimmung des ätherischen Senföles (S. 1106) angegeben »ie'd i S SCÜWarzer Senf geben durchschnittlich 0,7g schwarzen Kupfer- Schlag. Gelber Senf betheiligt sich an diesem Niederschlage nicht. 8ein ® r Schwefelgehalt der Senfsamen variirt zwischen 1,2 und 1,5 Proc; zu AsclT ^. estimmun g ware der Senfsamen mit Kalinitrat einzuäschern und in der mit w • ^? flwefelsäure zu bestimmen, davon aber der Schwefelsäuregehalt des bi-ijj Wein geist extrahirten und dann eingeäscherten Senfsamens in Abzug zu Die Asche des Senfsamens beträgt 4—5 Proc. könnt • mikrosko P iscne Untersuchung eines Mostrichs oder Speisesenfmehles "'cht n m 8 ° fern e ' nen Anualt Dieten ) we nn die Erkennung von Stoffen, die Uj 8 , «enussmittel oder der Gesundheit nachtheilig sind, gefordert ist. Eine Bei- 'n j, lUn Ä von Rübsen- oder Kapssamen ist nicht zu erkennen, wenn dieser Samen Seilt ä '*er, von der Samenhaut befreiter Form vertreten ist. Nur die Stein- Mo Samonhaut sind beim Rübsensamen grösser und auch etwas abweichend mt als beim schwarzen Senf, und farblos beim gelben Senf. Dass Rübsen- M S. 156. W. ^ » 8 (citnl ,'3 do " noh-Warsen und weimen Senl i , "«> »J u "" r " ;lle V«pO • Bchwaraei Benf, "•'Ci^ 11 " Senf . «' StelMellen, kl Kl,.. ' * Keimzellen, «p Epidermalgewebe, o Oeltröpfchen. Fig. 157. Pulver des Bapskucliens (circa 120-fache Vergr.). st Steinzellen, kg Keimgewebe, kl Kleberzellen, o Oeltröpfchen. Et ] Co i llcllt *ls eine Verfälschung aufzufassen ist, wurde schon oben bemerkt. n *Vt • v VOn einer BraBSicaart wie der schwarze Senfsamen, sein Geschmack '%&> . dem des gelben Senfsamens, und kommt auch der schwarze Senfsamen Geld m * Rübsensamen vermischt in den Handel. Da im Riibsensamen der t Hu n an . fettem Oele grösser ist als im Senfsamen, so macht er die Mostricü- g im Geschmack sogar noch mundiger. , _ ,, Js^Sareptasenfmehl ist ein blassgelbes, fcftM f-JSS ffÄ" • C 968 ), welches zum grössten Theile aus weissem Senfsamenpulvei besteht, ist schwerer , „ g T , ■ ,7 u »form. Der Geschmack ist 6r H. X er /«Wasser und leichter als Chtoroto ^ ^^ u er Feuchtigkeitsgehalt betragt circa o v. 1110 Sinapis. — Spilanthes. — Spiritus. Wasserbades tiestimmt). Die Asche ist grau und beträgt in dem im Wasse' 1 getrockneten Mehle 4,5—5 Proc. Da Senfsamen kein Stärkemehl enthält, &° eine Verfälschung mit Getreidemehl leicht durch Jodwasser zu constatiren. , treidemehl ist keine Verfälschung, wenn das Sareptasenfuiehl als Speise 8 mehl abgegeben ist und nicht als Sareptasenfuiehl. , g0 Als das Nahrungsmittelgesetz in Kraft trat, war mancher Chemiker P° c „ befangen, dass er sich nicht die Frage zu stellen wagte, was eine Verfaß J sei, und er den Unterschied der einfachen und zusammcngcselzlen Nahrung 8 ' j Genussmittel nicht zu erfassen vermochte. Es wurde z. B. ein Mostrichfob" des Verfälschungsvergehens angeklagt, einen Weinmostrich verkauft z 11 Jr^r welcher auch Essig enthalten habe. In einer Stadt Sachsens erhielt ein Ap° . 1 .-' ( .] 1 o den Auftrag von Seiten der Polizei, mehrere von Kaufleuten entnommene ^ oS i$ auf eine Verfälschung mit Mehl oder Stärkemehl zu untersuchen. We» n ^ betreffende Gesundheitspolizist einfach den ersten besten Apotheker um di je üblichen Vorschriften zu Mostrich befragt und dieser ihm z. B. die , eÄ { Mostardum in Hagkk's Manuale pharmaceuticum gegebenen Vorschriften . t , r hätte, so hätte er auch gewusst, dass Mostrich nicht aus schwarzem Sen'" j fl j und Essig zusammengesetzt wird, dazu auch selbst Getreidemehl genommen ^\ kann. Der heutige Mostrichfabrikant setzt dem Mostrich selten Mehl hin 2 > ^ sich ein solcher Mostrich weniger gut hält und weil er den schwarzen und « ,j{ Senfsamen in ein so feines zartes Pulver zu verwandeln vermag, dass er .^1- eine genügende Bindung der Masse erreichen kann. Dieselben Samen al8 ^r feines Pulver, wie sie wenigstens früher mancher Kaufmann und Ap<>t* ie g je Mischung verwendete, bieten dagegen nicht diese Bindung und suchte durch Zusatz von etwas Mehl zu erreichen. raY« 1 '"'' In einer pharmaceutischen Zeitschrift schilderte ein Chemiker ( m für als er in einem Mostrich Getreidemehl angetroffen hatte, diese Beim 1 seh« 11 - eine unerhörte Verfälschung! Er hatte also keinen Begriff von einem z iisain nie 11 ' int»' gesetzten Genussmittel und wusste nicht, dass die Köchin bei Bereitulfe ^ ^ Mostrichsauce stets etwas Weizenmehl zusetz, um sie gleichmässig consis schleimig zu machen. . gebe 11 Keiner Sarcptasenf in Mehlform wird mit Jodwasser keine Reacti ell (stärkemehlhaltige Substanzen), der Auszug mit 22-proc. Weingeist sie ^gjjdß Borsäure indifferent erweisen (Curcuma) und eine über 5 Proc. nicht hm» Aschenmenge liefern. w tef Fluid-Liglitiiing, flüssiger Blitz, ein mit Sassafrasöl und Pfefferminz^ v < Senfspiritus. Aeusserlicli anzuwenden. Kopf- und Zahnschmcrz-Ableitcr, Engel's, ist Senfspiritus. Spilanthes Clarlgsima, Walbbbeb's, ein Mittel gegen eine Tiuctur der Parakresse. Zahnschmerz und Olu'en 8 " 1 ■liuie 1 '« ist Spiritus. de" die Spiritus Villi (Handb. II, 8. 988 u. f.). , ct ificirt Rectification des Weingeistes im Vacuo. Uaoui- PlOTET ^^ge» Weingeist bei niedriger Temperatur im luftverdünnten Baume. J j eS W« 1 Temperatur der Flüssigkeit ist, um so mehr erhöbt sieh der Geö ^.^ gl geistes im gleichen Volumen Dampf, und je mehr der Druck i ^^ Spiritus. Reinigung ileas. Uli ^•ndert, um so mehr erniedrigt sich die Temperatur der Flüssigkeit, von 78,5 • J*"t sie auf —25°, wenn der Druck auf 2 mm Quecksilber reducirt wird. lesen Modus der Rectification hat sich Pictet patentiren lassen fph. Centralh. 18 81, S. 200). ... Durch Rectifiation eines 95-proc. Weingeistes ist nach Le Bei, nur ein °chstens 96,5-proc. zu erlangen. Bei der Rectification dieses letzteren zeigte er zuerst übergehende Weingeist 97,4 Proc. und der Rückstand 99,3 Proc. Witschr.d. österr. Ap.-Ver. 1881, S. 73). (D ,? e ' n '9 un 9 des r °hen Weingeistes. Nach J. E. Berlien zu Altona ^ • R.-Pat. 7809) erlangt man einen sehr reinen Weingeist, wenn man die verengenden Stoffe durch Silbernitrat zerstört. Auf 1000 Liter Rohspiritus r 2 —5 g Silbernitrat erforderlich. Dieses Salz wird in Lösung dem Spiritus gesetzt und dieser dann durch Destillation rectificirt. Dass dadurch weder das selöl in seinem ganzen Umfange zerstört werden kann und auch noch andere e r f interessant, denn durch Bestimmung des spec. Gewichtes kommt man "'"'-^t zum Ziele. — Die Erkennung des Wassers in Weingeist oder Aether er* C. Mann (Pribram) mittelst Citro - Molybdänats. Werden 2 Th. Cit ^ ))(! n säure und 1 Th. Molybdänsäure in Lösung eingedampft und bis zum beg 1 -j den Schmelzen erhitzt, so erliält man eine dunkelblaue Masse, welche m ^. lS der 30—40-fachen Menge heissem Wasser behandelt und dann filtrir*- 0 Gelöste hat die Eigenschaft im wasserfreien Zustande dunkelblau, im w . „yd aber fast farblos zu sein. Mit dieser Flüssigkeit tränkt man Filtrirpap ie ^ trocknet dasselbe bei 100° C. Es ist dieses Papier vor Sonnenlicht g e . efS in geschlossener Flasche aufzubewahren. Wird ein Stück dieses blauen ^frei in Weingeist, Aether, Aceton, Aldehyd, Methylalkohol etc., welche * a bet sind, eingelegt, so bewahrt es seine Farbe, enthalten diese Flüssigke' ^ ct Wasser, so wird es sich je nach dem Umfange des Wassergehaltes »' „^ 1880, b. ; r >t Bierfaß ai , Wasser WU' C später, in der Wärme aber schneller entfärben. (Chem. Ztg Durch Einfüllen des Weingeistes in ausgepichte derselbe Pech auf und wird farbig. Beim Verdünnen mit Mischung dann milchig oder trübe. . . t j e de r Prüfung des officinellen Weingeistes auf Reinheit. Der v ^ e ' B ^ 61 jnU gg ei Stärke tnuss völlig farblos sein selbst in 10cm dicker Schicht. Fejnei" ^jjefl den ihm eigenthflmlichen Geruch ausduften, überhaupt frei von fremden ^„te- sein, auch nur einen brennenden Geschmack haben, welcher nicht im per Bten bitterlich ist. Zur Prüfung genügen zwei der folgenden Experime^ j^ßO Weingeist (70—lOO-vol.-proc.) wird zu 100cem in einen Glaskolben [a»g e bis 200ccm Rauminhalt im Wasserbade der Destillation unterworfen, ^endc' 1 etwas »hergeht. Er darf keinen Rückstand, keinen die Glaswandung Spiritus. Wirkung dess. 1113 Besclilj, hlag oder einen Geruch hinterlassen. Ein nur unbedeutender, die Durch- ictitigkeit des Glases nicht wesentlich störender Ansatz innerhalb des Kolben- a Uehes muss zugelassen werden, weil im Handel die alleinige Verpackung ,°. er Füllung in Glasgefässen nicht ausführbar ist. Zur Prüfung des 80 bis J1S 100-proc. Weingeistes auf Spuren extractiver Stoffe, Gerbstoffe, vieler äthe- 'scheri Oele etc. giebt man in einen trockenen Keagircylider circa 2ccm conc. ctl wefelsäure und auf diese behutsam eine Schicht des Weingeistes (3—4 ccm). der Berührungsgränze beider Flüssigkeit darf sich innerhalb einer halben ll nde keine farbige Zone bilden. Eine schwach strohgelbliche könnte aus prak- cuen Gründen zugelassen werden. Nach der Mischung durch Agitiren muss ^Flüssigkeit klar und fast farblos oder farblos sein und es auch beim Er- ai'men bleiben. Obgleich Amylalkohol mit conc. Schwefelsäure im Contact J 51 violettroth färbt, so wird diese Reaction durch Aethylalkohol aufgehoben. n gleiches findet statt bei Methylalkohol, welcher mit conc. Schwefelsäure eine Je bis braune Mischung giebt. Zur Prüfung auf Amylalkohol, resp. Fuselöl, vJ^ische Oele, Gerbstoff, Extractivstoff giebt man in einen Kolben 50ccm des hl* " einig e m geistes und circa 0,2 Aetzkali (fusum). Es muss eine farblose Lösung er ? en ind diese muss auch farblos bleiben, wenn sie im Wasserbade erhitzt um ftfljP ccm eingedampft wird. In derselben Wärme dampft man bis auf 5—6ccm ^Urp] ^ a ' D j macht letzteren mit verdünnter Schwefelsäure sauer und prüft a ü f A ^ n Geruch. Fuselöl würde sich wohl zu erkennen geben. Zur Prüfung ta an lotü y'alkohol versetzt man 5 ccm Weingeist mit 10 Tropfen Kaliumhyper- bei ff nat Bei reinem Aethylalkohol erfolgt die Gelbfärbung in 15—20 Minuten, ^inut S6nWait Von Met}| y lalkono1 sofort oder bei Spuren Methylalkohol bis zu 10 V 6r . en ; , Diese Reaction ist übrigens keine zuverlässige, da auch Spuren anderer reinigivng eil) welche nicht zu erkennen sind, Elnfluss ausüben. r ttlit ie Gchaltsbestimmung des Weingeistes. Dieselbe be- V erm " ach T. T. Mourele in der Farbenintensität, welche ein Weingeist beim cy a .' Sc .' len mit einer Lösung von Cobaltnitrat in weingeistiger Ammoniumsulfo- ^sat! Un S annimmt. Die dunkelblaue Farbe dieser Lösung verschwindet auf 8o j-, Z v . 0n Wasser und tritt wieder hervor auf Zusatz von Weingeist und um *876 ivcr > J' e stärker der Weingeist ist. (The Americ. Chem.; Ph. Centralh. iinij •' ®" 39 4.) Bei gefärbten Aquaviten ist die Farbe entsprechend nüancirt 8elbew^ er Woill geist aus dem Wasserbade abzudestilliren. Für ein und die- yj; ei ngeistmenge ist auch die Farbenintensität dieselbe. Ver M( .i . ,rkun g (Handb. II, S. 1001). Dujarpin-Beaumetz hat mit Alkoholen ;,'(.„ | " e( ienen Herkommens physiologisch experimentirt und gelangte er zu fol Hi en ei1 . Resultaten: 1. Die giftigen Eigenschaften der Gährungsalkohole nebst^ mit . dem Moleculargewichte derselben zu; je grösser dieses wird, um so J ';i> ei ls } auc h die Wirkung auf den Organismus, sei es, dass man sie in den kob. 0 j '.'''ngt oder direct unter die Haut einspritzt. — 2. Ein und derselbe Al- Dian ji.* * giftiger, wenn man ihn in den Verdauungscanal bringt, als wenn V er( j. m «nter die Haut einspritzt; in letzterem Falle wird die Wirkung durch ™. nu ng des Alkohols vermehrt. Aus-,,!; 1 , 6 Ausscheidung des genossenen Weingeistes durch die Harnwege ist nach ^Op- * S Unt( ''-sn<'liungen eine höchst geringe, den Tag über nach Genuss von Öam g fl t. e %lalkohol in Verdünnung 0,06-0,12 g. Hkuiuc.i schied aus dem v bls z u 3,0 g ab. (Journ. de Ph. et de Ch. XXXHI, S. 216.) Von ß™„„ .._, Andere „ wurde b . t d883 der Wemgcs genossen die absetzt, dass er dem Chinin ähnlich ant.pyret.sch wirkt S0 - Kö friß " n 6 ßEBE und Aiuieren wurde bestätigt, dass der ohl l^Peratnr her, ....." v ei Menschen wie bei Thieren *oh( I) ei,, 1 ' ^P^'iin'lHle'Virkung"des'Weingeistes glaubt StküBING sowie Zülzeb '' chemischen Einwirkung auf Gehirnsubstanzcn annehmen zu können. 1114 Spiritus. Wirkung. Denaturirung. In einer Verdünnung mit 6—8 Th. Wasser empfiehlt v. Brunn (Kötli en ' den Weingeist zum Gurgeln bei Diphtheritis, Croup und ähnlichen ^ el " e ' Demme (Bern) empfiehlt Alcoholica bei Darmkatarrh der Kinder. , Aus Dujakdin's physiologischen Experimenten bezüglich der Giftigk 61 '' . Alkohole ergab sich, dass die Körpertemperatur durch Alkoholgenuss ernied"|' durch Glyceringenuss dagegen erhöht wird (ehem. Centralbl. 1880, S. 1 ,'' K Riess beobachtete in Folge des Weingeistgenusses eine Abnahme der o 11 Stoffausscheidung im Harne (Centralbl. d. med. Wiss. 1880, 8. 815). .y Lacerda Filho (Rio de Janeiro) untersuchte das Gift der siidame ' Klapperschlange und fand es als eine neutrale durchscheinende geruchlose * ßigkeit, belebt mit Bacterien (wie sie in allen thierischen Secreten » n £ etr0 n d werden). Dieses Gift wird durch Auswaschen der Wunde mit Weingei gt durch Genuss von Weingeist bis zur Trunkenheit vollkommen wirkungslos k macht (Chem. Ztg. 1881, Nr. 37). Perezortes (Spanion) macht subc» 1 Alkoholinjectionen bei Hernien. .., m l Dass der starke Genuss spirituöser Getränke auf das Gehirn destr» . f wirkt, ist eine bekannte Erscheinung, dass aber diese Destruction auf die J* der Potatoren übergeht, diese entweder an Gehirnkrankheiten zu Grunde S ^ oder schwachsinnig werden, dass diese Erbschaft selbst in das zweite e übergehen kann, ist eine wenig beachtete Erscheinung. Eine weitere ^ des häufigen oder seltenen starken Genusses weingeistiger Flüssigkeiten ausser Delirium tremens Blasen- und Nierenleiden, Albuminurie, Fettsucht' Ueber die Wirkung des Weingeistes auf den Organismus des Me vergl. auch Archiv der Pharm. 1881, S. 317. r.pro 0 - Weingeistige Getränke, deren Acthylalkoholgehalt nicht über 10 »o • ^ hinausgeht, sind massig genossen ohne allen Einfluss auf die Verdauung- ^ stärkeren Maasse genossen verlangsamen sie dieselbe. Getränke mit nie ^ß 10 Vol.-Proc. Alkohol stören und schwächen die Verdauung und setzen die Körperkräfte herab. l|l)( l Mittel gegen Trunksucht. Ein solches ist, dem Trinker Getrau j 3 ^ 2U jedwede Speise mit stark fuseligem Spiritus zu versetzen und zwangs p ä , reichen. In 14 Tagen findet sich ein so starker Widerwille ein, daas^^ j,»t von [Iah** rkung tient keinen Schnaps mehr trinkt (ph. Centralh. 1881, S. 515). mehrere Trinker dadurch entwöhnt, dass er neben moralischer EinwirKuue.^ den Ehefrauen dem Trinker täglich 6 —8-mal eine Tasse guten Kaffe«> tfa r Hess. Diese Trinker wurden allerdings Kaffeetrinker, aber der Zwe erreicht. (Handb. II, 1002.) flir Dieselbe fordern die ZollbehW "j^ Denaturirung des Weingeistes. iiduiig" den importirten Weingeist, welcher nicht als Genussmittel Verwcnuu-„ Q ^ soll. In Deutschland ist der Weingeist denaturirt, wenn er auf 1000 ^^geis* Thieröl oder 12g Kampher oder 40—50g Terpenthinöl oder 400g _ ^jst auch Essig und Schwefeläther beigemischt enthält. Die Denaturirung ^^ Holzgeistes liefert einen Weingeist, welcher sich für chemische Zwecke. a s in»io io eignet. Ein excellentes Denaturirungsmittel würde das bittere T 1 ' 10 go n fei' sein (Hager). Der Holzgeist und Essig zum Zwecke der Denatunrang gende Eigenschaften haben: m l a Sp' rI Prüfung des Holzgeistes als Denaturirungsmittel dea g8-p r ° c ' Deutschen Reiche. Spec. Gew. 0,840 oder nach Tballb's Alkoholomete ^ ^ bei J 2 Vo ° R- Bei der Destillation von lOOccm Holzgeist müssen *>' (fl „ter Erwärmung von 60° K. (75° C.) mindestens 90com übergegangen ^^ct Anwendung eines LiEBia'schen Köhlers). Gleiche Vol. Holzgeist Spiritus. Denaturirung. Weingeistarten. 1115 |. mis '^ mflssen eine klare oder nur schwach opalisirende Flüssigkeit ergeben. Q lne Mi schung aus lOccm Holzgeist und 20ccm Natronlauge von 1,3 spec. Un 8. 443; chem. Centralb. 1881, S. 15. 0 Alkohol-Tafeln, enthaltend alle den spec. Gewichten von 1,0000 bis » »38 entsprechende Gewichts- und Volumprocente absoluten Alkohols. Beutlet auf Grund der FowNBs'schen Tafeln von Otto Heiiner. C. W. Krei- Ls Verlag 1880. 8e ^ ur Darstellung von Liqueuren, weingeistigen Getränken, Es- ei n 11Ze " etc - liefert das Receptbucb von S. Schönwald jr. (1880, Berlin) reichliche Menge Recepte und Anweisungen. Und ?' C,l0 ™" s Pi r itns. Die Cichorienwurzel ist reich an gährungsfähigem Zucker tx.li vfte di e Darstellung des Weingeistes daraus sich einführen. Pharm. Cen- l "'- '««2, S. 62 u. f. ' gelat 8 ^«spanspiritB8. Holzsägespäne in Traubenzucker und diesen in Wein- 'Überzuführen gelang Zetteri.and (Flechtenbrennerei zu Hulta), '»dem er tem e Cell " 1 ose stark verdünnte Salzsäure einwirken liess. Aus 450kg teucn w Hemehl (der Pichte und Tann.'.) mit 35kg einer 25-proc. ^ lzs: " 1,e 'J™ 8pS° r Verdüll,,t uud fol ^ ender GährUn « erlan ^ te 6r gegeD 7< i In dielur« iÄ J ** -endet der Genannte Chlorwasserstoffgas an dampf j ™ w^'^sung i m luftverdünnten Räume ein und erlangte damit Gl ykoselösungen, C1 e nur wenige Proc. Salzsäure enthalten (Chem. Ztg. 1881, «r. b;. Komlir.. . i • it ii" ■' .1 -it ein besonderes Arom, welches aber*.f nbriUI,1 twein, Non unser Rom, enthält »m B «~ ' B i «Ht dpm m 1-. • tr i iv r \ „;,, keine Aennliclikeit nat, aoer auch ktiiKtr , m Fuselöl im Kartoffelbranntwem keim- b. C! .,,,. llfo ,. af i lm „ > ,„- .. 1116 Spiritus. GHlii'ung. Trestcrbranntwein. Maiskornspiritns wird in bedeutenden Mengen aus Nord-Amerika in Europa importirt und zeichnet sich derselbe durch seinen reinen Geruch und « e ' Bchmack aus. Moosspiritus, Flechtenspiritus. An einigen Orten des nördlichen Russl^ 11 (zu Hulta) werden verschiedene Parmeliaceen und andere Moose in ähnliche Weise wie die Kartoffel behandelt und durch Gährung Aethylalkohol daraus b e ' gestellt, welcher sehr rein sein soll. Aethylalkohol will A. Müntz (Compt. rendu. 92, S. 499) im Erdboden, ' n den Wässern und der Atmosphäre angetroffen haben. Er bestimmte densel» 0 angeblieh als Jodoform. Gutzeit fand und wies durch Experiment nach, d»s sich Aethylalkohol auch neben Methylalkohol in den frischen Pflanzensäften v° findet. In reichlicher Menge sonderte er diese Alkohole durch Destillation » den Früchten von Heracleum giganteum, Pastinaca sativa etc. ab. „' Centralbl. 1879, 8. 727. Bechamp gelang es, Aethylalkohol als normalen V^ standtheil im Thierkörper nachzuweisen (im Harn, in den Muskeln), dann aU in faulendem Fleische (Zeitschr. d. österr. Ap.-Ver. 1880, S. 558). Weingeistige Gährung. Nach den Beobachtungen A. Fitz's ( .' ls d. ehem. Ges. 1876) ist Mucor Mucedo für die Weingeistgährung träge 1 ^ Mucor racemosus. Letzterer Ilyphomycot vermag Inulin nicht in Gähnt n » r versetzen, wohl aber die daraus entstandene Lävulose. Er wächst auch in ^ Milchzuckerlösung, ohne sie in Gährung überzuführen oder den MilchzucK 6 ^ invertiren, dagegen macht dieser llyphomycet in invertirtem Milchzuefce • Gährung lebendig und vorschreitend. Wahrscheinlich entstammen die 8cB zeten oder Spaltalgen der Gährung einer und derselben Art, nur die Versen^ ^ heit der Nährflüssigkeit ändert die Form ab. PASTETJR glaubt die Kei ^ den Woingcistfermenten in der Atmosphäre suchen zu müssen, während .. egS t ihr Entstehen aus einer generafio aequivoca herleiten. P. MlQUEl den Weingeistfermenten in der Atmosphäre suchen zu müssen, wähn ihr Entstehen aus einer gencralio aequivoca herleiten. P. MlQüE« , cn , sich der Ansicht Pabteub's an und erläutert diese durch specielle Beobacn liodiß«»' Näheres sehe man nach pharm. Gentralh. 1879, 8. 61. Nach Dbnts Cochin's Beobachtungen tritt der Hefepilz in zwei '"" , ere t tionen auf, einmal als Gährpilz, das andere Mal als Schimmelpilz, » lrt rlD ent> bei Züchtung in Eiweiss haltigen Stollen an der Luft, als Gährpilz oder r ^ wenn er bei Abschluss von Luft auf die Zerlegung des Zuckers ange wl (Archiv der Pharm. 1881, 1. Hälfte, S. 216). --------------- . wert"" 1 Trehcr-, Trester-Branntwein, Wcinhraiiutwein. Die Weintrester^^g mit Wasser oder verdünntem Zuckerwasser übergössen der weingeistige 11 j^u unterzogen und daraus durch Destillation der Branntwein S eWO "" e "' 0 i...i>r<> 6, werden auch schlechte Weine genommen oder man aromatisirt 40 -5' ^ c \r\'^' Weingeist mit echtem oder künstlichem Cognaoöl, Weintresteröl, iflefr Drusenöl, Oenanthäther. Der durch Destillation aus der S e S^?. re ^ UJJ g f& tresterbrühe gewonnene Branntwein hat höheren Werth. Bei der Mise ^jeS« ein Fusel enthaltender Spiritus vefwe»det & ^ e r geringwerthig. Der Nachweis des Fuselöls w bre ib* Drusenöl wird nicht selten Mischung ist schlecht und geringwertig öfter verlangt. Man verfährt ganz in derselben Weise, wie >«<•■ ^, /ßilj (S. 1122), nur sind 200ccm des Branntweins mit lg Aetzkali zu vor . gclien «» a Destillationsrückstand mit lOOccm reinem absolutem Weingeist zu m ^ iJ))m eb' nochmals der Destillation aus Kolben und Wasserbad zu unterwerfen. ^tm» wird der Destillationsrückstaml mit 1,3g conc. Schwefelsäure mit ^ f ^nd * |! versetzt und mit Aether ausgeschüttelt. Der Actherverdunstungsn c scbi' el " wie llA R vore^ deJ . d rd Spiritus. Weinbeeröl. Fuselöl. Liqueure. 1117 DesMl ^ eruc ^ und Geschmack geprüft und mit Drusenöl verglichen. Das erste säu* aUS (!clltem Treberbranntwein muss schwach säuerlich (in Folge Essig- ' i'egehaltes) reagiren. Der gemischte Branntwein (Kunstcognac) wird ein nicht SA «erl,ches Destillat liefern. freit " Aetherverdunstungsrückstand, durch Erwärmen vom Aether total beilud' a " f ^" seI "' m l )rüfen , versetzt man mit einigen Krystallen Natriumacetat einigen Tropfen eoncentrirter Schwefelsäure. Es wird sich eine rothe Färb- Rfl tf Fruchtäthergeruch entwickeln, war Fuselöl gegenwärtig. Wird dieser l'lji' i'"' fl ' r s ' c *' mit (50,le " Schwefelsäure aufgenommen, so erlangt man eine Bcw' ' '" deren Farbe roth wrwaltet, oder mischt man ihn mit Platin- Q ert . a / Z ' . so entwickelt er nach einigen Stunden Baldriansäuregeruch. Dieser eonc q ^ aUc1 ' a " f ' We " n man statt des Platinscnw arzes Kaliumdichromat und • Schwefelsäure einwirken lässt. Oleum Vitis viniferae, Wciiiöl, Cognacitl, Ocnanthätlier, Huilc de marc, erxistirt in P ( » r ' ner Farbe oder rectificirt farblos. Es ist daa ätherische Oel, durch t 1 , e) mi8s ' on von Wasserdämpfen durch mit Schwefelsäure Bauer gemachte Wein- B C j. er ,, '''""gestellt. Es riecht weinartig, unangenehm betäubend und schmeckt apeer rennend ' Ma " vcl » leiclie auch Hand b. U, 8. 1002 und 1003. Sein Öles' schwankt zwischen 0,869 und 0,870. Dasjenige des grünen Weinet Wur de auch zu 0,8749 angetroffen. Ein Tropfen auf Papier gegeben erzeugt 8e rv n fett ähnlichen Fleck, welcher mehrere Tage hindurch die Fettflecknatur con- findt Werden ö Tropfen mit 20 Tropfen conc. Schwefelsäure gemischt, so fjii., I1,u " schwache Erwärmung statt und das Gemisch ist röthlich gelb oder (j e j lcll > Q ach dem Verdünnen mit 8—lOccm Weingeist fast farblos und klar, Tr ( { (' n S runen Oele unbedeutend geMch. Ein Tropfen des Weinöles mit zwei öer q" C01 "'' Natl- onlauge gemischt ergiebt eine krystallinische gallertartige Masse, intxr de P unkt ll( '« Weinöles liegt bei 169 -170° C. (Hageb). Es ist unlöslich ist b- SS(!l "' '" sli< '' h in Benzol, Weingeist, Aether, Chloroform. Uetreide-Fuselöl "öd T- t ö bis 10 ° C " ta, S ; '' ll ' ll i < ' 11 . geschmolzen gelb. Es ist übelsohmeckend fl iiss ,ter als Wasser. Kartoffel Fuselöl ist anhaltend bitter schmeckend, Ig ( 8 Pec Gew. 0,820), und erstarrt (wie Anisöl) bei + 5 bis 10°. uns i . nst " Ar rac, Fiicon-Arriic ist 60—70-proo. Weingeist mit einer Mischung *lkof i lu '" The ilen Essigäther und Salpeterätherweingeist, mit nur wenig Methyl- k ohol 'ersetzt, aromatisirt. Mau vergl. auch Handb. II, S. 1003. dem- J ns,|||| »i> Fa?on-Rum ist ein 60—70-proc Weingeist, aromatisirt mit einem Catp'T a " s Butteräther, Essigäther und Vanilleessenz, auch versetzt mit Spuren '''""'"'•t'i'-. Man vergl. auch Handb. Q, 8. 1003. a em . Kunst -*!ogiiar„ Fa^on-Cognac ist häufig ein längere Zeit hindurch gestandenes 8 Pirit • ftUS 6000c cm 90-proc. Weingeist, 3000ccm destill. Wasser, 15g '^Uiiii' nitrico " aet hereus, 7,5 g Tinct. aromatica, 2g Aether aceticus und 2—3g Procwf fia ist ei,,e Bezeichnung für Getränke, bestehend *« f^J'J£? H Wasser (30 Proe.), Zucker (30 Proc.) und verschiedenen Pflanzenaromen. Oj"* französischer Grundliqneur (nach Aj^-J^g^J >*W*\ Ph- Centralh. 1881, 8. 572). Aus 28,5 Liter 96-proc. Wmgeist ^ Ä 3 s^ chen Mosel r n ' ,T g sffJ—"Ä t\ ~~ Apfel«' 6 S ;' 1U " ,!; K, "" : r "' ? m "„werden geschält, von den Kernen Sit, dJ"^«»tinctiir: 5 k &, Ap /°Ä S Weingeist 8 Tage ma- «erirt , , f le 'sch zerquetscht mit 10 Lite Jo y i ^^. L »_, , und *iras." ä -«■"*•■ - Apfeish,e "- 1118 Spiritus. Rum. Faconrum. bowlenessenz besteht aus essenz. — Cognac-Essenz 1 Liter Apfelsinentinctur und % Liter Cog»»* 20 g Sassafras, 1kg grosse Rosinen, 10gEiehe n J rinde und 10 Liter Weingeist werden 8 Tage digerirt und dem Filtrat ^e Weinbeeröl zugesetzt. — Essence de la Liqueur des moines B eue dictins: wird gemischt aus 10 Liter Apfelsinenbowlen-Essenz, 20g frisclie Oel bitterer Pomeranzen, 5g Anisöl. — Liqueur des moines Benedictin de l'abbage de Fecamp.: 1 Liter Essence de la Liq. des moins Benedict 111 ; 15 g Saffransurrogat gelöst in 0,5 Liter 96-proc. Weingeist und 8,5 Liter r ra zösischer Grund liqueur werden gemischt, filtrirt etc. Aufbewahrung der Liqueure. Dieselbe soll an einem Orte geschehe^ welcher vor Sonnenlicht geschützt ist. Zweckmässig sind farbige, beson<- e ^ gelbe oder grüne Glasflaschen. Tageslicht verändert den Geschmack der Liq ueU nicht zum Vortheil derselben. Rum (Spiritus Sacchari) ist ein Genussmittel, welches weder auf e ' bestimmte chemische Zusammensetzung noch auch auf Ueberemstimnumg Geruch und Geschmack Anspruch machen kann. Er gehört zu den znsam gesetzten Genussmitteln (vergl. S. 177) und wird nicht nur verschieden» dargestellt, sondern auch aus verschiedenen Substanzen durch Destillat 10 " B wonnen. Der Charakter eines guten Rums besteht in dem Gehalte eines . geistes, welcher weder aus deutschem Getreide, noch aus Kartoffeln oder Bu rttben hergestellt ist. Im völlig reinen Zustande kann dieser Weingeist aller' auch denjenigen aus Indischer Melasse ersetzen. Verschiedene Pflanzens» welche während der weingeistigen Gährung des Zuckerrohrsaftes und der Me vielleicht noch unter Zusatz von besonderen Pflanzantheilen, Alaun und » a - , entstehen, veranlassen die Bildung eigenthümlicher Aetherarten, welche als ^ des Rums dienen. Der frische Rum hat einen anderen Geschmack und « q als der mehrere Wochen oder Monate hindurch gelagerte, denn der Saue ^ der Luft hat an dem Charakter des Rums ebenfalls Antheil. Zunächst is ^ Geschmack der wesentlichste Theil bei der Prüfung, nebensächlich ist <^e ^ ruch, welcher in seiner Art von der Zeitlänge der Lagerung des Rums der Art des Gefässes abhängt. und Von Hkink. Beckubts wurden mehrere Rumsorten untersucht (A rc Ph. 1881, erste Hälfte, S. 344). Alkoholgehalt 6« Jamaica-Kum spec. Gew. 1) aus den Londoner Docke 0,885 2) ausden Glasgower Docks 0,875 . . 0,875 3) aus Bremen 4) direct bezogen. 5) aus Bremen . 6) do. do. 7) aus Brannschweig 8) do. do. 9) Kunstproduct . . 10) do. . , Vol. Proc. 75 75 90 0,910 63 0,870 0,875 0,875 75 63 75 75 48 72 Gew. Proc. 61,38 61,38 74,07 51,33 61,38 51,33 61,38 61,38 38,94 58,86 Extract Proc. 0,668 -1,800 0,568 2,047 0,031 0,469 0,926 Asche Proc. 0,023 0,089 0,031 0,098 0,025 Verhalt- ßg Ferro»«»* 1 schwärt do. aoae»% do. Vera" 0,033 kernev- 0,021 wird der- »llfl ,, Der künstlich durch Mischung mit Rumessenz hergestellte ^"V^ hab elJ mit Faconrum bezeichnet. Letzterer kann einen besseren Gesc als der echte. . . m Voll" 0611 Die Probe den Rum, neben echten Faconrum, mit gle icn Spiritus. Branntwein. Kirschwasser. 1119 d n °i. hwefelsäure ' n offenem Schälchen zu mischen und nach einer Stunde rcn den Geruch zu prüfen, wo der echte den Geruch noch wahrt, nicht aber •taconrum, ist eine sehr hinfällige und dürfte nur mitunter befriedigen. Dass der echte Rum Spuren Gerbsäure enthalten müsse, ist eine unbefugte Forderung, denn wenn der Rum in ein Fass eingefüllt wird, welches st » • m ' t ^ um angefüllt gewesen war, so wird er wenig oder keinen Gerb- Unl 1TC> ^°^ ze des Fasses antreffen. Dieser Gerbstoffgehalt ist nur ein zufälliger daher nebensächlich. g Branntwein. Als eine Verfälschung des gewöhnlichen Branntweines wird von .^etschke (Holzenplatz) die Soda, das käufliche Natriumcarbonat, angegeben. v e es _scheint, so kommt diese Verfälschung in einigen Gegenden Oesterreichs lieh' ^ 6 ' st J e ^ en f ,a H es eine gesundheitsschädliche oder doch gesundheitsschäd- lw als der Branntwein selbst. (Pharm. Centralh. 1880, S. 345.) Die Branntweine enthalten, weil zu ihrer Mischung selten w destillirtes | <0 er verwendet wird, mineralische Substanzen, wie sie im Quellwasser vor- ty ei ,, men > nur dürfen sie nicht in grösserer Menge im Branntweine angetroffen q 2 ' Da die gewöhnlichen Branntweine nicht frei von Essigsäure (im Liter nesii '^ S ' m *' so begegnet man ' n ihnen Acetaten des Calcium und Mag- gelj, .Pfer trifft man im Branntwein nicht selten an, worin es meist als Acetat Da a 1St ' Nessleb traf unter 29 Sorten Kirschwasser nur 4 kupferfreie an. Lit er e j" Kupfergehalt höchstens 0,015g, gewöhnlich durchschnittlich 0,005g im "isg r ägt, so ist ein solcher Branntwein auch ohne allen schädlichen Ein- (W m U daher nicht zu beanstanden (man vergl. auch unter Cuprum oxy- ZiK« e Branntweine, welche als Kirschwasser, Zwetschenwasser, ^ttim tll3WaS8er > Heidelbeerwasser, Brombeerwasser im Handel vorhat ° n '. en halten nach Nessle» (Prof. in Carlsruhe) oft etwas Kalkerde, über- ty e ; ne mi neralische Bestandteile des Brunnenwassers. Es werden diese Brannt- Sel lftä nä uilich stark spirituös hergestellt und dann, je nach dem sie stärker oder gehalt l Sc,lm eckend gefordert werden, mit Wasser verdünnt. Ihr Weingeist- D arst p^ankt zwischen 40 und 50 Vol. Proc. Das Nähere über die übliche Und / ,S der Branntweine vergl. man Archiv der Ph. 1881, 2. Hälfte, S. 161 f< %ende. Mit % de r ------ v ", Auch im nördlichen Deutschland mischt der Schanker den Spiritus Othisren Menu-n Weisser und irgend einer Essen/.. Da er nicht destillirtes igeo Menge Wasser und irgend einer Essenz te ls cht ZUr . J ' an d hat, wählt er Brunnenwasser, und ist der Schnaps trübe, so *Ürd • '""'' wo '' 1 nl ' t gebranntem Alaun und lässt dann klar absetzen. ^ikej . : " lt ' Unwissenheit und Mangel an Nachdenken hindeuten, wenn Che- *°8 zujjg 11611 Schnaps für verfälscht erklären, weil er Spuren Mineralsubstanz, j.'fat od em ^ runnen waBser herrührend, wie Spuren Kalkerde, Magnesia als u Pfer<, ( >r, lil1 entnält - Branntwein ist kein pharmaceutisches Object. Ein tt »d daVw , blS ZU °> 025 S im Liter ist feraer "'""' Nachtheil für die Gesundheit ^rei n i„ oll lbefinden, und daher als eine gewohnheitsgemässe gleiohgütige Ver- e Gcii u ng Z " beur theilen. Dass der Apotheker als Nahrungsmittelchemiker ! r den ' . ,ttel Pharmaoeutisoh beurtheilt, ist eine traurige Wahrheit. So wie *'«tiuin» Dgen Stärkemehlzusatz zur Chocolade (vergl. unter Cacao) als Ver- % abj * 6r ? rtheilt Obgleich Ch...... lade ein zusammengesetztes Nahrungsmittel * Cim a ,fl Un . d Gewttrz •' ,li,>iM für zulä8si & "V iiH ' < ' lH '""" el " Ki, j^' n 'm Süden Deutschlands und der Schweiz beliebten "'Seh weil das officinelh »., 8c W,«"" Wass(!r > dass es Blausäure enthalten müsse, St "lat J;«7 Blausäure enthält. Nun ist se« jeher jenes Krrschwasser das De- " s ,1( 'ui derGährung unterlegen gewesenen Kirschsafte und da die Frucht- Spiritus. Cognac-ReactioiKHi. oder kerne nicht zerstossen werden, so kann das Kirschwasser keine Blausäure doch nur Spuren davon enthalten, weil einer oder einige Kirschkerne zut ° zerdrückt waren. Enthält e3 mehr als Spuren Blausäure, so ist es auch *■ echtes Kirschwasser. Es ist daher ein irrthümliches Verlangen, dieses K- 1 wasser müsse sich mit Guajakkolz in Berührung sehr bald blau färben, Blausäure und Kupfer enthalten. Dieser Pagenstec heu' sehen oder SchöSB''' sehen Reaction wird ein echtes und sehr gutes Kirschwasser nur selten g CI1 ^ und zwar nur dann, wenn es Blausäure und Kupfer zugleich in Lösung eD Spiritus villi fiallici, Handb. II, S. 1002. Von Debrunner (Americ. J° ,u ^ of Ph. 1877) wurde in einem Franzbranntwein Nitrobenzol angetroffen. vfora solcher Gehalt macht diesen Weingeist giftig. Behufs der Untersuchung der Franzbranntwein aus dem Wasserbade dcstillirt. Der Rückstand nnt ^ geistiger Aetzkalilösung erwärmt, entwickelte Anilingeruch und es hinten) w ,^ & dunkelbraunes Harz, welches sich nicht in Wasser, aber in Weingeist und , g löste, aus welcher Lösung beim Verdunsten gelbe Krystalle anschössen ( ef . Azoxybenzid). In wenig Weingeist gelöst und ein Stück Natrium z ^» e ^ o0 f e ilfl all'"' [1 gab es eine dunkelbraune Masse. Mit einigen Tropfen Salzsäure, etwas i" . und Wasser erwärmt, entstand Chloreisen und Anilinchlorid; auf nuuro Zusatz von Aetznatron wurde das Anilin frei, welches in Aether aufge n ° ^ beim Verdunsten des Aethers ölig zurückblieb und auf Zusatz von Salzsa ^ Kaliumchlorat eine schöne blaue Farbe annahm. Diese Farbe ging na nach in hellgrün über und verschwand dann (ph. Centralh. 1877, S- ^ Reaction auf Weingeist oder Aethylalkohol und llolzgeist oder M e ^ alkohol nach Jacquemart. Dieser Chemiker gebraucht hierzu eine lin j saure Mercurinitratlösung, welche man dem fraglichen Destillat zwi ^jj zur Erregung der Einwirkung etwas erwärmt. Das Quecksilbersalz erlei ^. eine partielle Reduction zu Oxydul. Setzt man nach erfolgter Einwirkung ^f ammon hinzu, so entsteht ein schwarzer Niederschlag und zwar "m so re , )0 [ und tiefer gefärbt, je mehr Weingeist zugegen war. Der Methy ,j)it (llolzgeist) giebt unter denselben Umständen keinen schwarzen Niederso Ammoniak. u nter' Zur Anstellung der Probe reichen 5 — 6ccm der auf Weingeist z .. er fcobl e suchenden Flüssigkeit aus. Ist sie gefärbt, so muss sie zuvor mit ge i)tfei" geschüttelt werden. Enthält sie ätherische Oele oder andere in vVill f. e Lteö> s ° oiler unlösliche Materien, welche durch das Reagens gefärbt werden K j^det- setzt man zuerst ein wenig Salzwasser hinzu, welches derartige Materien Am besten ist es, ein Destillat aus dem Wasserbade herzustellen !? e P r Iff Sollen steife Producta, wie Salben, Seifen u. s. w. auf We ! ng ^ a3 ser u "' werden, so entzieht mau ihnen vorher denselben durch Kneten nn ^ ^ aC li j* nnlerwirft die Flüssigkeit der Destillation ans dem Wasserballe. -^ j^go« Guyard (Bull, de la soc. chim. de Paria 1879, S. 297) soll man ein 0 Man 11 a> fl uuunu ^duii. ue i» soc. ciinn. de fariS löf», O. zvi) «"" ..... "Man 3 °'' r von 3 Th. Jod und 4 Th. Kaliumjodid in Wasser anwenden. » gflB g «* fragliche Flüssigkeit alkalisch machen und dann mit der K:llll ""!'" 1 " | .f. l ilei''> "" , setzen. Bei Gegenwart von Methylalkohol soll sofort Jodoform " !< .' ( ' | ' |)( ', n Irrt»" aber bei Gegenwart von Aethylalkohol. Dass diese Reaction aut T0 R^ beruht ist bereits S. 576 dieses Ergänzungsbandes angedeutet. der ^1 (The Pharm. Journ. and Tfansact Nr. 438, S. 468) soll man ^V^bich^. liehen Flüssigkeit in einem Deslillirkolben mit 2ecm gesättigter*^ gj^gtei» 8 *"„ lösung, darauf mit 8ccm verdünnter Schwefelsäure versetzen, einig ^ ^ 5 ^ eben dazugeben und nun 20cem abdcstillircn. Dieses DestiIIat ^.^ gtu» conc. Aetznatronlauge einige Seeiinden hindurch gekocht und dann Spiritus. Best. d. Fuselöls. 1121 i Seite gesetzt. Bei Gegenwart von nur 1 /jo Proc. Aethylalkohol erscheint die p U ssigkeit gelb und Flocken von Aldehydharz haben sich abgesetzt. Bei 0,05 ■ °?* Methylalkohol fehlen die letzteren und bei einem noch geringeren Gehalte immer noch der Aldehydgeruch erkennbar. Da unter gleichen Verhältnissen Albumin, Fibrin, Leim, Milchsäure Aldehyd hervorgeht, so muss man zur utung das Destillat aus dem Wasserbade anwenden. Eine quantitative Be- "Dmung gründet der Autor auf ein colorimetrisches Verfahren. Man vergl. «eW der Pharm. 1879, 2. Hälfte S. 377. Und p m Nachweise des Methylalkohols im Aethylalkohol dient nach Cazeneuve Hzt T0N Kaliumhypermanganat, welches bei gewöhnlicher Temperatur durch 4 et , eren langsam, durch ersteren aber augenblicklich reducirt wird. lOccm des 8et ylalkohols werden mit lccm einer 1-proc. Kaliumhypermanganatlösung ver- zuve .i- (J -° Uln ." de P1) * et de Ch " n ' S- 361, - > . Diese Reaction ist zwar keine 'lässige, jedoch immer eine acceptabele Hilfsreaction. «am T Re P e rtor. der analyt. Chem. I. 374 macht C. Kkaücu darauf aufmerk- (Ai ' ^' e Bestimmung des Fuselöls im Spiritus nach der Methode von Otto fl; r Sc "ütteln mit gleichem Volumen Aether, Verdunsten des Aetherauszuges, Oxy- fler Rückstandes mit Schwefelsäure und chromsaurem Kali, Verwandlung Bll , ^l'altenen Baldriansäure in das Barinmsalz) nicht möglich sei. Er unteren ( L nac l 1 dieser Methode Branntweinsorten verschiedenen Ursprungs mit und a Hcl . a ^ z von Amylalkohol und erhielt stets die nämlichen Resultate, so dass eine nur annähernde Schätzung nicht möglich war. 8 &Ur • Rca Sens auf Weingeist empfiehlt Tumsky eine Lösung von Molybdän- (clip 6 m conc - Schwefelsäure, welche starkem Weingeist zugesetzt blau färbt \pj m - Centralbl. 1881, S. 26), auf schwachen Weingeist bleibt sie ohne Effect, gen« 6S B * Cn herausstellt, ist die Molybdänsäure haltende Schwefelsäure kein Rea- a uf Aethylalkohol. Öol . qualitativen und quantitativen Bestimmung des Fuselöls und (Ph a ZS ° iste8 im Weingeist hat HAGEB eine ausführliche Anweisung gegeben t ati ^' ln - Centralbl. 1881, Nr. 25; chem. Centralbl. 1881, S. 712 u. f.). Quali- e nt] e ? Nachweis: Der Weingeist wird, wenn er über 60 Proc. Aethylalkohol »a c ] ' mit einem gleichen Vol. Wasser verdünnt, damit Fliesspapier benetzt und Ießrp ner halben Stunde, nachdem der Weingeist verdunstet ist, durch den Geruch th".™tt. Will mn„ a„- ß« m »i, ik^o-ov Wn/ion an voraMvi. man den schwachen y--i. Will man den 'Geruch länger binden, so versetzt man den schwachen vÄ 6ist ra lt '/in Vol. Glycerin, den mehr denn 60-proc. Weingeist mit gleich- ta' Wasser und etwas Glycerin und nässt mit der Mischung einige Stucke Jil- Sc jPapier. Wcnn der Weingeis t abgedunstet ist, was in 20-40 Minuten ge- üen sein wird, prüft man durch den Geruchssinn. e 0fl H das Fuselöl nur in geringen Spuren vertreten, so ist der Geruch zu m™°« ntriren. In ein 17—20cm langes, circa 1,5cm weites und offenes Glas- Ct 8 ° hiebt '"an eine Rolle aus einem 15-18 cm langen und 8-10cm breiten 'tiiek »ohr, stark,. en Filtrirpapiers, so auf keiner Seite hervortreten dass die Enden der Papierrolle aus dem Glas- n - -v.ua oene nervoruoiou. T 1]n( j GIv- ee rin Da8 Glasrohr füllt man mit der Mischung aus Weingeist, Was** ™ ^ 8ie ;, f m : 1 " m «an hierzu die eine Oeffnung mit dem Finger «gJjV,,, p ° pier _ r %. ^ 7 ieder aus - Dcr Zwcck ' St eine Vül,stihul lP y crtclstuinlc hindurch In p J™ d " Mischung. Nachdem man das Glasrohr eine v ^ wage rechte We P v dK '" larer La g e beiseite S estcllt ha1 ' g '' eb ,^1 der Weingeist ver- fiüchti- *if Verlauf von 24, 36, 48 Stunden, wem ^ g0 mm dag Gl«« ? Üa t, OTiift man rlnrnn den Ccriicll. B» 1 aK . «rn n ..•.u ... (iL . —.„„■„ urt geiegt weruen, u W »- -- • Glasröhre t Utet - Der Fuselölgeruch conservirt sich m dem u 5 Tage, a S0f, PI, ar '"- Praxis, Suppl. 71 1122 Spiritus. Best. d, Fuselöls. vielleicht auch noch länger. Schliesst man die Oeffnungen des Rohres nach Verdunsten des Weingeistes mit Kork, so kann der Geruch Wochen hindu' ^ conservirt und den Interessenten zur Selbstprüfung übergeben werden. . 5fceit sei daran erinnert, dass Fuselöl und Amylalkohol im Geruch wenig Aehnlicö haben, wenn auch das Fuselöl grösstenteils aus Amylalkohol besteht, das F«^ einen unangenehmeren Geruch besitzt als reiner Amylalkohol. Man vergl. S. 1 . Dieses Verfahren ist nicht anwendbar, wenn der Weingeist flüchtige enthält. In diesem Falle versetzt man 50 cc des Weingeistes mit 5 g W. j und unterwirft ihn unter den Cautelen, wie sie weiter unten hervorgehoben aus einem Glaskolben in der Wärme des Wasserbades der Destillation, verm 1 den Destillationsrückstand mit gleichem Vol. Wasser und filtrirt durch ein v0 genässtes Filter. Auf diese Weise wird im Filtrat nur eine Spur des atner ^.., s t Oeles verbleiben. Das Filtrat wird, wenn es keinen Fuselölgeruch erkennen ' mit !/ 4 Vol. reinem Weingeist vermischt und damit in einem Glasrohre di pierrolle getränkt etc. Der Fuselölgeruch prädominirt in den meisten dem Gerüche nur in Spuren anwesender ätherischer Oele. QuantitativeBestimmung des Methylalkohols und Fuselöls. Eine — derselben basirt auf dem Spannungsvermögen der Dämpfe und der Siedep^ hjg der Alkohole. Methylalkohol siedet bei 65—66° C, Aethylalkohol bei 80°, Amylalkohol bei 131 — 132°. Bei der im Folgenden vorgezeichneten JA Meto 0 " piuiW 78 ^ le- Ist ou - , äuij i»i üuuui uei 101 — 104 ". uoi uei im ruigouueu vuigcavi-.-- .j.i e [gi stillation ist das etwa bei 65 — 80 ° C. Ueberdestillirende zu sammeln und . c h conc. Schwefelsäure, welche Methylalkohol gelb färbt oder bräunt, zu prüfen- , ßr vorsichtige Destillation ist eine scharfe Trennung der drei Alkohole von ei ^ möglich. Gemische aus 100 g Weingeist (90-proc.) mit 10 g Methylalk 0 " 0 te9 10g Amylalkohol ergaben, unter gewissen Vorsiehtsmaassregeln destilhi't; . uß Destillat 10,3 und 10,7 g, und Rückstände im Gewicht von 9,0—10,0g. Wu er #9 Weingeist Glycerin zugesetzt, so wurden unter denselben Vorkehrungen 9>"jL e im$ Destillat und 10,0g Amylalkohol im Rückstande erhalten. Die AusBC " orS icli- des glycerinhaltigen Destillations-Rückstandes mittelst Aethers erfordert gütige Manipulationen und ist nicht ohne Materialverlust. Da auch ohne i ztt Zusatz eine ziemlich scharfe Scheidung möglich ist, so ist es besser, onn ^ d. »• experimentiren und ihn durch eine zweimalige Destillation zu ersetzen, "• ^ns erste weingeistige Destillat einer nochmaligen Destillation zu unterwci ' or de 100 cem Weingeist und 10 g Amylalk" 110 & v0 ,j bei der ersten Destillation ein Rückst' ^^ 9,48g erhalten. Das Destillat eine ,\ üc iistai" J Destillation unterworfen, ergab einen i dür f t e von 0,43g. Eine schärfere f Sclieulu»fe ßück - die Ausschüttelung des glycerinhaltig Standes mit Aether wohl nicht ergeben- bflgte ben Die Cautelen bei der Destillation deSge „ in der Einrichtung des Apparats « VerEinsatz in das Wasserbad nach gew ^ t a- hältnissen. Das Destillationsg $ ■tenend, /■ Dampfli '. Karl. I, n Mini li Di- •»•»»Ionen, in welchen dei Apparat au-. 110,11 I iiine hervorsteht. rirter Glaskolben von ca. 200 cem R*^"^« 1 *?: einem Dampfleitungsrohr von 5 . gt jjj ej 1 Der Kolben mit Dampfleitungsronr g or K- Wasserbad zu setzen (mit Hilfe ^ g0 it» hälften kk und eines Metallringes rnh^ Tll eii der aus dem Wasserbadraume vortr, jgen (a + b Fig. 158) eine Höhe von rainae^ ^oi- oder höchstens 19 cm hat. Hat Spiritus. Best. d. Fuselöls. 1123 Höh i Theil deS Halses des Kolbens (&) z- B. eine Höhe von 8 cm, so ist die g.^ e «es Dampfrohres (a) von der Randumfassung des Kolbenhalses ab bis zur £ lln g des Dampfleitungsrohres bis auf 10cm einzurichten. g tai 1 Anwcn(lun g dieser Vorrichtung bleibt das Fuselöl vollständig im Rück- still f UDd wenn bis zu emer Tem P e ratur des Wasserbades von 78° kein De- "at auftritt, so ist Methylalkohol auch abwesend. statt a AusscU ftttelung des Destillationsrückstandes mittelst Chloroforms Aethers ist von anderer Seite empfohlen worden. Spir't ^ CT ^ eba ^ an Fuselöl ein sehr geringer und ist man genöthigt 1 Liter i 5g " Us , der Destillation zu unterwerfen, so versieht man den Glaskolben (Fig. D; m | t einem Trichter (t), um während der Destillation nachfüllen zu können. die w ^™hter schliesst man mit einem Korke. Zweckmässig ist es, anfangs der !-[ a88erDa dwärme auf 90 — 95 ° C. zu' erhalten und erst im zweiten Theile erll Ues tillation die Temperatur auf 100° zu ü e ® n> Die Destillation ist beendet, sobald siM, , 8te igende Theil des Dampfleitungsrohres 1Ch kalt anfühlt. Seist! .^' r ' tus m it weniger denn 70 Proc. Wein- ■^.j bleibt Wasser neben Fuselöl im Rückstande. hen man ^ e Ausschütteluug mit Aether umgebt' 'j° Verm ischt man den wässrigen Rückstand "och • ab solutem Weingeist und destillirt in T>. einrnal - Dann dürfte nicht mehr Wasser Hjj c , " e *stande verbleiben. Wäre der wässrige te lün! . e ' n zu g^sser, so ist die Ausschüt- Aeth i- m ' t -^etiler nicht zu umgehen. Die Hb U11 g wird destillirt und ist gegen den ty as 8S di °ser Destillation die Temperatur des tUengf es bis auf 60 ° zu steigern. Die Di- genri„° n ^ es au s dem Wasserbade, hervorra- Ms A Heiles (a + b) des Apparates kann hier ^iritn . 10cm bemessen werden. Enthält der halt b' S ätlleriscne Oele, so ist er auf einen Ge- ""it 4-Ü.i? U 60Proc - m i* Wasser zu verdünnen und lati 0n ~7 ö I>roc - Glycerin zu versetzen. Der Destil- ^erige ^ and wird mit circa 20 Proc ' Seiner )iaii l ^ r / li) -proc. Weingeist gemischt und nach lenjggf 1 gem Beiseitestehen durch ein mit Wasser zu t r " e os Fil ter gegossen, um das ätherische Oel V| m „ ." od er doch bis auf einen Rückhalt Ne !f lngen 8 Piircn abzuscheiden. In einem Haitij, ai ' 0U 6r ätherisches Öel in einem glyce- ^»elbe ? ücks tande von circa 16 g. Es wurde ^kttelu* 3 ' 5g 45 -P ro0 - Weingeist durch- *« sich er ^ m dio Lösung des Fuselöls im Glycerin aUll< W'i (1:1,ln emen Tag beiseite gestellt und u ud ^°. ena ufschwimmendeOel durch Aufgiessen o 0ttl men 8lC , S8en _ von Aether vollständig wegge- Fig. 159. Ein Glaskolben im Wasserbau» U r Dantpfleitungsrohr, * Kork, t Trichter zum Nachfüllen, a und b Dimensionen, in welcher der Apparat au» dem Wasserbauraume hervorsteht. r ,,„ Beoherglas b mit einer Losung 1 '8 " ,,' lo" i" aether, zu '|, ange- '}'u, Tl Vhter ohne Abnussrollr als " rseM«»« dienend, welcher die Ver- ,'mt n' des Aether« »nl*»t die des ''Amylalkohols ..hör verhindert. * u " tf ach A^ 10 Flu ssigkeit wurde hierauf mit dem S. n °iaÄ n n 99 ;r^ WeiUgei f ^Seben unterworfen. Der Rückstand ^ £m L?T atl0n 'rL-° ben oÄa a« Fuselöl wurde nun mit *" nähme eines der oben erwähnten Processe zur Anwendung bringen. *' 0 f 0 rfl> dünnt den Destillationsrückstand des Spiritus mit Wasser, schüttelt mit U> ^e aus, lässt letzteres verdunsten und nimmt mit dem Verdunstungs - Bticks a ^ eö , erwähnte Probe vor. Dieser Vorgang dürfte auf einem Oxydationsprocesse j c ]jef Bouvier (Zeitschr. f. anal. Chemie XI, 343) beobachtete, das« Spiritus, Jfl a- 0,5—1 Proc. Fuselöl enthält, auf Zusatz von Kaliumjodid in Eolge eBg »irf ausscheidung gebräunt wird. Somit kann auch Kaliumjodid als ein Be», Fuselöl dienen. (per- Die Ursache der JoßiSSEN'schen Beaction auf Fuselöl erklärt ^Ö* p re oP Chem. Ges. XV, 230) damit, dass Fuselöl Furfurol (G : ,Ufi 2 , Aldehyd < ^fc- schleimsäure) enthält, welches wie andere Aldehyde mit Anilin ^ a .V^ol, P r °' düngen giebt, zumalen die reinen Fuselalkohole (Amylalkohol, Butyla eS ta.tt et pylalkohol) diese Beaction nicht geben. Die Beaction nach JoiussE ^jfgio^ also den Nachweis von Fuselöl im Spiritus in Folge der Anwesenheit des ^jäft Der Nachweis des Fuselöls in Spirituosen Flüssigkeiten nach A- " m ;t de* Anweisung ist einfach und zu empfehlen. Allen lässt 1) FiltrirpaP^ gpjj-it« Flüssigkeit tränken und sie dann freiwillig abdunsten; 2) 150ccm 15 cci» '"Li weraen mit ig AeiZKan m uusuiig veiseizi, dann uis i"» «■■• — g c b\V ei , , dampft mit der genügenden Menge (einem gleichen Vol.) verdimn p nse löl *L säure versetzt and endlich durch den Geruch geprüft. 3) D aS _ ;rt uü d <* durch Destillation des Spiritus bei gelinder Wärme gleichsam concen ^ ei Bückstand mit gleichem Volumen Aether gemischt und durchscküttei. Spiritus. Methylalkohol. 1125 thii-tQ a^i^ 68 Aetllers niellt ein > so wird etwas Wasser zugesetzt und der decan- ^uselfil r der fl ' eiwill ig en Verdunstung überlassen. Der Rückstand ist das ° L (Das Nähere im Archiv der Pharm. 1880, 1. Hälfte S. 232.) des p me aus ftdirlichc Arbeit über den Nachweis und die quantitative Bestimmung Ohem U8 |Q nacL ° TT0 ' S Methode von Krauch findet sich im Rep. d. analyt. • l»8l, S. 374 u. folg., ferner im Arch. d. Pharm. 1882, 1. Hälfte S. 121. im A Nacli weis und quantitative Bestimmung des Methylalcohola l7 > g 6 1 „ ylal . kouo1 - Hierzu haben Riche und Bardy (l'Union pharm. Vol. ^ehvfl • e ' n Verfahren mitgetheilt, welches sich darauf gründet, dass die fiiln. y G die rotn e Farbe der Rosanilinsalze (z. B. des Fuchsins) in Violet über- da Ss f ' ss Methylat und Acetat sich hierin wie die Aldehyde verhalten, die pw* er dicse Farbe der Einwirkung der Schwefligsäure widersteht, während ist e ; n f des Fuchsins durch diese Säure leicht zerstört wird. Das Verfahren *erd en U " gomein complicirtes und muss daher auf den Original-Artikel verwiesen et c vi lm Auszuge in Jahresb. über d. Fortschr. d. Pharmacognosie, Pharmacie ' ^ U876) S. 327 u. f. 1877. Die m au ostl mmung des Acetons im Methylalkohol, von G. Krämer, vergl. ehe m. Centralbl. 1880, S. 427. (1) Amethystos liqnida. W einr Li iquor crapulam excutens. rauschliqueur. Antikaterliqueur. gpsini optimi 2,0 b ab. Vor dem Gurgeln zerkaue und verschlucke Patient 2—3 Saccharola Chinini ROSZNYAY). (3) Mixtura amethystos. Rauschantldot. Magenkatarrhinixtur. iv Pepsini optimi 2,0. Misce cum Aquae destillatae 200,0 Acidi muriatici 1,5 Elaeosacchari Sassafras 5,0. D. S. Umgesehüttelt halbstündlich einen Esslöffel (besonders bei einem Rausche nach Weingenuss. Bei sehr heftigem Ra usche sind nebenher kleine GabenCoffetn zu nehmen). (4) Mixtura Cognacensis. Cognacmixtur. IV Spiritus Cognacensis (Spiritus Vini Gallici) 50,0 Vitellum ovorum duorum Aquae Oiunamomi 150,0. M. 1. a., ut fiat liquor emulsivus. D. S. Zweistündlich einen Esslöffel. ISÄ y t"Ä ( li;i '»'ömm), Wachsmyrthen-Rum, ist ein von den Nord-Amerttanern C le »'l u n B „ Wa . 8c, '»»ttel für den Kopf. Es soll reizend, den ll ;1 nrwuchs befordeina 8? Bl *tte^ d v Einigend wirken. Man bereitet es durch Destillatio m von Born uo« & °< fer iJI mit u " 1 » hergestellt worden. Nach einer Angabe, mischt^ran* m fe^l 2 T* ' J ;'!- Rum, 00 Th. Weingeist und 100 Th. B^en^sser oae n. ltlli > und r^t Zin "ntöl, 1 Th. Bergamottöl mit 200 Th. l '" n A^ liTt - und 50 Th. Rosenwasser. Nach 8-tägigem Stehen wird nltnrt Ac,V Gallici albi 200,0 & muri atiei IWt 10 ar omaticae Ei a „'; Urac Aurantii corticis ana 2,0 e et fiiif ll:,ri Sassafras 10,0. ffe 'l (e P i Ialb , stundlich einen halben Essigen Weinrausch). I ) Gargarisma spirituosum A i _ (antidiphtheriticum). ldl phthoritisches Gurgolwasser. A ?»di be Alcni, ,. onz °ici 1,5 u. SÄ 11S «nyli(Ä 5; Ilx «si S Vin i 100,0. 0 An 4i &, g qUae Ci nnainomi 100,0. e ?W as L Löffel voll mit 2 Löffel war- ™*erta.*i. gemi8cht z »m Gurgeln. (Der lls cn e Belag stirbt schnell danach ,«ay 1126 Spiritus. — Stamram. besteM mischt man vor dem Filtriren auch wohl mit Eigelb. Eine andere Mischung "esi aus 10 Th. Seifenspiritus, 5 Th. Wasser und 1 Th. Terpenthinöl. Nach einigen lag wird filtrirt. Haarspiritus. Wilm's, ist eine etwas Tannin (0,6g) und Glycerin (1,4g) gg, haltende, mit wohlrie'chenden Oelen aromatisirte weingeistige Flüssigkeit H" wichte von 40 g. (E. Jaoobsen, Analyt.) , Rothlaufgift von Ad. Haugk (Gnadenberg in Schlesien), Mittel gegen Roth I» Bräune, Milzbrand, Finnen, Trichinen, für Schweine ist ein künstlich zusanrme e setzter Cognac oder Rum. tiiiä Stannum. Banka-Zinn enthielt, wie Vlanueeren fand, starke Spuren Eisen Schwefel, selten Spuren Blei und Kohlenstoff. rJ , B Einwirkung der Alkalien und deren Salze auf Zinn hat Prof. A. " A . e (#. näher geprüft und er fand, dass bei Zutritt von kohlensäurefreier Luft nur ^ natron energisch einwirkt, aber sehr wenig Natriumkarbonat, Natrium 011 _ Salmiak, Salpeter, noch weniger oder unbedeutend Kaliumsulfat und ^ a ? D 7l * r itt chlorid, gar nicht wirkte destillirtes Wasser und Kalkwasser ein. «°* - „^ von Kohlensäure und Luft ist merkwürdiger Weise die Einwirkung dieser _^ Lösungen auf Zinn total gehindert, mit alleiniger Ausnahme der Salpeter 10 welche aber auch nur sehr wenig zu wirken vermochte. . 0 Disaggregation des Zinns, der Zinngeräthschaften, ^' nnl ° rä ppa- etc. Diese werden besonders in der Kälte brüchig, was an Mineralwass ^ raten sehr störend ist, es geschieht aber nur, wenn sehr reines Zinn vorlieg • ^ sollte hier nur Röhren anwenden, welche mindestens 3 Proc. Blei enthal >^| e gleich bleihaltige Zinnröhren an den Mineralwasserapparaten verpönt sin • Dl . der Versuch ergiebt, so nimmt ein Kohlensäurewasser, welches etwas „ p r oC chlorid, Natriumchlorid und Natriumsulfat enthält, von darin eingestellten, flU0 Blei enthaltendem Zinn nicht eine Spur Blei auf. Obgleich diese R* 5 '" r . J er m» nicht immer mit den Salzlösungen gefüllt, vielmehr zeitweise gefüllt und ^jj. leer sind, so dürfte durch dieselben eine mit den gewöhnlichen Keagen i Q e «eV weisbare Spur Blei in die Mineralwässer nicht übertragen werden. v e ^„n stand ist übrigens durch die jetzt üblichen kupfernen, innen mit wm ' pha r " belegten Köhren erledigt. Auch G. Wiedemann berichtet (Annalen pjga?' macie und Chemie N. F. 2, 1877) über mehrere beobachtete Fälle v0 j liic li- gregation des Zinns. Platten von reinem Zinn mit einem Gehalt ^ „j gen bab° stens 0,3 Proc. Blei und Eisen sind bei einem Transporte auf " el fe j[ er) . I 10 von Rotterdam nach Moskau bei strenger Kälte in kleine Stücke zel j bul ij;c 0 Feuerwerkslaboratorium zu Spandau bekam Zinnblech blättrige _ A° Spin'?, 0 und zerbröckelte an denselben zu kleinen Stücken. Das Zinn ontlue i; aC j 1 ß. ^ ä fremder Metalle, keinen Schwefel und Phosphor, kein Zinnoxyd. rL^gen *J®' Ansicht scheinen bei dieser Disaggregation wiederholte kleine Erschü ^ j e( j e i,f»l ls gleichzeitigem öfterem und stärkerem Temperaturwechsel mitzuwirken. ^ eijl igeO wird diese Erscheinung nur bei reinem Zinn eintreten, bei einem Zinn wenigen Procenton Blei wohl nie beobachtet werden. Khh^^'t Die quantitative Bestimmung des Zinns nach PeixeT un ^ gäur e Jß> steht darin, die von Eisen, Kupfer und Antimon freie Lösung ^ fixW^^ Fcniehloridlösung von bekanntem Gehalt bis zur whwaohbraun«» *^ g ^p versetzen und den Ferrichloridüberschnss mittelst einer sta "?°* _^peC^ + S zu titriren. Die Formel für diesen Vorgang wäre FejCle + SoOla 83 Stannum. Legirungen. 1127 _ Bestimmung des Bleies im Zinn auf volumetrischem Wege, Methode n °uxs ehem. Centralbl. 1881, S. 470, Archiv d. Ph. 1881, 2. Hälfte S. 314. , Von V AN der Bürg wurden mehrere Geräthschaften aus Zinn untersucht, ca die Legirungen des Zinns mit Blei nach dem spec. Gew. bestimmt. spec. Gew. (16,5°) 7,503 Reines Zinn mit 1 Proc. » 2 J, !) .'i )! !] 4 !) » 5 n (5 7 )l (13° C.) . Blei (19,5" C.) „ do. „ do. „ do. » do - » (16,5 0 C.) do. spec. Gew. . 7,290 . 7,310 . 7,346 . 7,376 . 7,402 . 7,432 . 7,449 7,487 Zinn mit 8 Proc. Blei D n " H T) „ „ 26,5 „ und 1,62,, „ mit 14,36 „ und 0,83 „ mit 26,54,, (13 0) 7,528 8,088 7,678 8,0197 Blei ......... 11,35 Kupfer Blei Kupfer Blei . ttbei-~j ilS Verhalten des Zinns gegen Genussmittel etc. vergl. man Jahresbericht r den Fortschr. der Pharmacognosie etc. XIII (1878) S. 591 u. f. 8 änr ' Verzinnung auf Blei zu prüfen benutzt Bobierre conc. Essig- fl», e Und Kaliumjodidlösung. Mit ersterer betupft oder bestreicht er die Metall- Ple t UDt * lä8st ^ e Säure an der ^uft abtrocknen. Bei reinem Zinn wird der dunki merklich trübe, während bei Gegenwart von Blei der Fleck eine n en , eie °der blaugraue Farbe annimmt. Betupft man nun nach dem Abtrock- Blei 6r ^ aure den Fleck m >t Kaliumjodidlösung, so erfolgt bei Gegenwart von in z ^ 0 . fort cino intensiv gelbe Färbung (Bleijodid). Die beiden Reagentien sind r e [ c r ®\ Fläschchen eingeschlossen alsCherche-plomb (Bleisuche) in Frank- %r ^' c h- Weniger zu empfehlen ist die Salpetersäure in Stelle der Essig- to a an zuwenden. Am schnellsten und bündigsten gelangt man zum Ziele, wenn a I , n . ßn * ; einem abgerundeten Glasstabe einen Tropfen reiner conc. Schwefelsäure Bei p 1 ™ 1 * und damit eine kle ine Stelle des Metalls bereibt und dann stehen lässt. «'Her a 86nWart von Blei wird der Tro P fen Schwefelsäure weisstrübe und nach Zinn ,? tunde hinterbleibt ein grauer Fleck, der um so dunkler ist, je mehr das n Blei enthält. vj el Ar g«nted-tin, eine Legirung aus 91 Zinn, 4 Silber und 4 Kupfer (in Amerika ^gewendet). Sie v, ™ ist eine Le girung zu Metallfolien (zum Auskleiden der Theekisten). bestellt aus 130 Blei, 18 Zinn, 1,3 Kupfer, 0,2 Zink. 55 & Bronze legirnng vorzüglicher Beschaffenheit erhält man nach Thurston aus zL fer ' 43 Zinn und 2 zhik - Noch festere Bronze liefern 55 Ku p fer ' °> 5 Und 44,5 Zink (Cliem. Ztg. 1881, S. 365). atn e J allll Plombcn mit dem Stempel „Blandy patended March 3, 1857" aus Nord- Silbp* bez °gen fand Bender (Coblenz) zusammengesetzt (A) aus Zinn 91,63, Kupfer 4,4 — (B) aus Zinn 36,78, Silber 48,32, Gold 14,72. i 1. Hälfte S. 403.) irnn^rillanten, Falnner Brillanten bestehen aus einer leicht «^J* B ^ j£ Luft; -° n 29 Th - Zinn «««1 ^ Th - BleL Der Glimz conserv,rt S ' Wlr d aber durch Berühren mit den Fingern leicht gestört. «ng V g*mm. Gefässe aus reinem Zinn sind wenig ^^^^S* <^k, 1128 Stnnnum. Verzinnung. aber auch das Blei aus seiner Lösung durch Zinn ausgefällt, mithin du rc " , ^ organischen Säuren nicht das Blei, sondern erst das Zinn angegriffen *» (Chem. Centralbl. 1881, S. 147). Conservebiicliscn verschiedener Art wurden von Schützenberger und Boüi ' untersucht und fanden sie darin einen reichlichen Bleigehalt (8—38 Proc), a Kupfer (1—12 Proc). Die Conserven enthielten Blei, Kupfer und Zinn (Are d. Pharm. 1881, 2. Hälfte, S. 156). Wdssblechgefiisse. Nach dem Genüsse eingemachter, in Blechbüchsen c servirte Früchte hat man Erbrechen und Durchfall beobachtet. Die U rsa , davon kann man keinem Bleigchalt der Verzinnung zuschreiben. Abges davon, dass kleine Mengen Bleisalz weder Erbrechen noch Durchfall erzeug muss man auch dem Zinn, welches im oxydirten Zustande und verbun" en , „ der Fruchtsäure mit den Früchten genossen wird, einige Schuld aufbürden, Zinnsalze sind so giftig wie Bleisalze und haben gerade die Eigenschaft, brechen und kolikartige Zufälle zu veranlassen. Auch ist Arsen als eine unreinigung des Zinns nicht zu übersehen. Das Zinnloth wird nicht selteo alten Letternmetall hergestellt, welches arsenhaltiges Antimon enthält. > Speisen soll man nicht in zinnernen oder verzinnten Gefässen kochen od bewahren. „ t Verzinnen auf kaltem Wege (von J. Zilken in Riehl b. Cöln, v- ' ^ 14917). Der mit Potaschenlösung gereinigte, mit verdünnter Schwefelsa fl beizte Gegenstand wird in folgendes Bad gelegt: Zinnsalz, 200—300g» ^ e . nebst 300 g Alaun, 200 g Weinstein mit 100 Liter Wasser gemischt. D 1 ^ genstände werden vor dem Einlegen mit Zinkstreifen umgeben. Da .^(Je Bades 8—10 Stunden. Nach dem Bade werden die abgespülten Gegen ^ in ein Bad, dass auf 10 Liter 80 bis 100 g Magnesiumcarbonat suspenai hält, gebracht (Chem. Ztg. 1881, S. 689). Um ^ e j S 8- Verzinnung in krystallinische Form überzuführen, soll das ^ blech auf circa 220° C. erhitzt und dann sofort in eine Flüssigkeit ^^ 1 werden, welche durch Auflösen von 2 Th. Zinnsalz in 4—5 Tb- " . y e r. Th. Salpetersäure und 2 Th. Salzsäure hergestellt ist (Jahresb. d. py' 81 '^ e r- z. Frankfurt a. M. 1876). Eine schöne Deoorirung des Weissblechß g ^ zielen, giebt Bering (Bromberg) eine Vorschrift. Ph. Centralh. 18 . '. j^siiD? Nach derselben wird das auf circa 220° C. erhitzte Weissblech in eine). ^ von 1—2 Th. Kaliumbichromat in 16 Th. Salzsäure, 8 Th. Salpeters» ^ 24 Th. Wasser abgelöscht und dann mit Natriumhyposulfitlösung bespu & _ b ; g einer anderen Methode erreicht man die Krystallisation durch Kochung 10-proc. Sodalösung, welche mit etwas Aetznatron versetzt ist. s tän^ 6 '1 Um Verzinnung von Metallen abzuheben, legt man die Gegen ^ g aD( j eine nicht zu dünne Ferrichloridlösung und reibt die Fläche schliesslic und verdünnter Salzsäure ab. < Zimistahl ist eine, Bezeichnung für starkverzinntes starkes Eisen ^ Verzinnung von Gusseisen. (Polyt. Notizbl. 1881, Nr- , ^ösu»? Lösung von 1 Th. Stannochlorid in 10 Th. Wasser wird mit ci ^ erde n von 2 Th. Aetznatron in 20 Th. Wasser gemischt. In dieses ^getaud» 1 Stücke Zinn gelegt und dann das starkheisso Gusseisen darin u a »dei'e» Nach einem Tage dürfte die Verzinnung vollendet sein. Nach ei d „ r cÖ- Vorsehrift werden 3 Th. Koggenmehl mit 100 Th. Wasser antge* g7 u- geseiht, dann mit 106 Th. Natriumphosphat, 17 Th. 8tann0 5j u g 9i gkeit d ' eI Stannochloridlösuug und 25 Th. Schwefelsäure versetzt. Diese * l als Bad. Stannum. — Stannum chloratum. — Staphis agria. 1129 Blei t iai i fÜ1 Gusseisen - In stelle des Zinnoxyds, welches nicht immer frei von Und l • man ' wie Rausciier berichtet, basisches Calciumphosphat versucht Qamit eine vorzügliche Emaille hergestellt (Chem. Ztg. 1880, S. 859). 5 Th PC SaIZ ' Prii P al,irsa,z (zinnsaures Natron). 40 Th. conc. Aetznatronlauge, hitzt ',. oc . sarz un ^ 16 Th. Natriumnitrat werden in einem eisernen Kessel er- hi n ' eingetragenes Zinn schmilzt. Dann setzt man 14 Th. granulirtes Zinn hei 8g , erhitzt unter Umrühren mit eisernem Spatel bis zum Glühen. Die (erkaltet weisse) Masse wird ausgeschüttet etc. m elükl ■'! aUf BIecll & efässe Papirschilder aufzukleben, ist entweder Stärke- fl eti a ,G ) C1 ' 0(lcl Gummischleim, welchen man mit 5 Proc. einer Lösung von Ve- j'scheni Terpenthin in der 4-fachen Menge Weingeist vermischt hat. B^ 1 ' cll ' E mbaIlagen jeder Art, auch mit Buntdruck für Apotheken bringt die oChneideb & Lemp zu Leipzig in den Handel. Staimum chloratum. ' u lose « S ..^ tanmcü lorid ist ein Reagens auf Zucker, Glykose, Harnzucker, Cel- rig e ' ^ ta rkemehl etc. Maumene lässt Streifen weissen Merinos mit einer wäss- *«ig 8 ,?'? P roc - Lösung tränken und trocknen. Dadurch wird dieses Gewebe ^Ue fl- Tränkt man mit einigen Tropfen Harnzucker-haltigen Harn eine *ird v' 6 ^ 68 ^ eu Ses und setzt es einer Temperatur von circa 130° C. aus, so dem n'r e braun bis braunschwarz. Man hält die Fleckstelle 6—8cm über nicht , mc * er einer mit i J 3 Flamme brennender Petrollampe. Ein Irrthura findet St e u r ' We '' ^ e genässte Stelle stark braun wird, wenn auch der um die fe rner ' e Sende Theil sich etwas bräunen sollte. Das flüssige Stannichlorid löst al 8o , ^einenfaser und Baumwolleiifaser, aber nicht Seide oder Wolle. Man kann P^h ^ ie erstei- en Fasern in Seiden- oder Wollengewebe nachweisen. "kbald li 6 m We!sszeu S werden leicht mit Stannochlorid beseitigt, nur muss 2er s tö t Zeug mit Wasse r ausgewaschen werden, weil dieses Salz die Faser 2in ut r ' Man kann das nasse Zeug mit dem Rostfleck über eine erwärmte ver- b ereib ode r zinnerne Fläche spannen und dam» den Fleck mit Oxalsäurepulver St, Staphis agria. Bestandtheile der Stephanskörner, ITandb. II, S. 1021 ph de " Untersuchungen DkaGENDOKFf's und Marquis' enthalten die ^oruh örner 4 Alkaloide, nämlich das krystallisirende Delphinin, das &U {j Del Phinoidin, das amorphe Staphisagrin und das nur in warzi- 2ll x 'y«tallen anschliessende Delphi sin. Diese Alkaloide sind in summa nur Asel lei ., roc - in de « Samen neben 17—18 Proc. fettem Oele und circa 8 Proc. Kai , , ta ««lth«ileii enthalten. Die Alkaloide sind in grösster Menge in aei ^■m „ ° ve rtreten. Das Delphisin gleicht in seiner Wirkung dem Delphinm kalt m : "' S - 1021) und Delphinoidin. Bei der Reinigung des Del l™%^" dem Einflüsse von Aether und Luft «".»»" Pliis iian nebenl: „ T Pharm 7t u ,.i... , n , , , i ,/• « 449, 481 und olö, im Auszuge Jahiw/ / ' tscl 'r. f. Russland Jahrg. 16, »•**?». , .„ uhrv ytwiqt7\ S. 1 ^ re8 ber. über d Fortsein- d Pharmacognosie, Pharm, etc. Jahrg. XII (1877) 4 «• f TW *° 1,Stl ";. ',/" , l folgende Mittheilmigen: '• Unter anderen luidet man !■ '• io'fe cu 1130 Staphis agria. Delphinin. Delphinin ist aus der Aetherlösung in ausgebildeten rhombischen KrystaU zu erlangen. 100g Wasser lösen 0,002g, 100g 98-proc. Weingeist lösen 4,82g; 100g Aether 8,98g, 100 g Chloroform 6,88g Delphinin. Die weingeistige Lös«"? ist optisch inactiv. Die wässrige Lösung ist nicht alkalisch, wohl aber die we> geistige. Letztere schmeckt anfangs bitter und erst nach einigen Minuten i°& ein Gefühl der Kälte und Geschmacksabstumpfung (Vertaubung der Zunge)- concentrirter Schwefelsäure löst es sich mit schwach bräunlicher, später W Rotbuche und Violette übergehender Farbe. FröHDE's Reagens löst mit sc " w ^ gelblicher Farbe, welcher Farblosigkeit folgt. In der weingeistigen Lösung wirkt Silbernitrat einen weissen Niederschlag. ,- e Delphinoidin wird aus der Aetherlösung nur amorph erhalten, a uc 'J r Salze sind amorph. 100 g Wasser lösen 0,0155 g, 100g Aether 32 g. AbsoW Weingeist löst es in jedem Verhältnisse. Chloroform löst es ebenfalls leicht, ist ferner optisch inactiv. Conc. Schwefelsäure löst es dunkelbraun, we . Farbe in rothbraun übergeht. Fröhde's Reagens löst es mit dunkelbrauner, bald in Blutroth, später in Dunkelkirschroth übergehender Farbe. Die l>° ^ in conc. Schwefelsäure nimmt auf Zusatz von Bromwasser oder eines oW eine violettrothe Farbe (wie Digitalin) an, welche schiesslich in Kirsch« 1 . Blutroth übergeht. Conc. Salzsäure und conc. Salpetersäure sind fast hidi ^ g bezüglich der Farbonreaction. Aus der weingeistigen Lösung füllt Geiß Delphinoidin im stärkeren Maasse als das Delphinin. . ^g D e 1 ph i si n zeigt fast dieselben Löslichkeitsverhältnisse und Reactionen wl Delphinoidin, hat aber eine quantitativ andere elementare Zusammensetzung- Staphisagrin. Studer will es in rosenrothen Krystallen S ewonnen T .T ag ser während Dragendorff und Marquis es nur amorph erhielten. 100g * , , ^ lösten 0,5g, 100g Aether 0,117g, absoluter Weingeist und Chloroform J , ir_____j„- aii.„i„-.-j„ v„ :„t__ü—v :____ 4.:.. „„1 __ :k.j. u_: r>o n n Vom f lei - 7 O J • ■ / -07 ------ - ~ —o ------ _ Menge des Alkaloids. Es ist optisch inactiv, schmilzt bei 92° C. vou pliinin unterscheidet es sich durch seine Unfähigkeit zu krystallisiren, eine ^ tere Löslichkeit in Wasser und Schwerlöslichkeit in Aether. Mit Zw* e ^ dann mit conc. Schwefelsäure gemischt ergiebt es eine schmutzig braune, .^ keine grüne Färbung. Rauchende Salpetersäure färbt blutroth und löst j^, tp-naiv o-plhrntlinr "Farbe. Clnrip. ftnly.sihirA lnat. mit. lil-iau ariiTl^elbllCUe 1 intensiv gelbrother Farbe. Conc. Salzsäure löst mit blass grüngell eine» mo- In der weingeistigen, alkalisch reagirenden Lösung bewirkt Gerbsäure e -^t luminösen grauweissen Niederschlag, etwas löslich im Fällungsmittel. 8" erzeugt in der weingeistigen Lösung einen gelbweissen Niederschlag. .gjgcb Das Staphisagrin wirkt nach Serck's Experimenten minder e . e n k.l_t.!_!_ IT___ ,1.. „t __ 1, _________ 1. <~(-1 ----- ____ AO nO™ TTnt^OTl nftC" , l-nf hyktjs« 1 als Delphinin. Hunde starben nach Gaben von 0,2—0,3g, Katzen n ^;; t - sc lier von 0,1—0,2 g. Der Tod ist wie bei der Delphininvergiftung ein aSpßJ .^. n unter Respirationsstörungen. Die Convulsionen, wie sie die Delphinmv cau«' 11 « .111? zur Folge haben, traten nicht ein. Vct. (1) Aqua antipsorica Ranqui Kratz- und R'äudewaschwasser. 1^ Seminis Staphidis agriae 20,0 Capitum Papaveris 80,0. Contusis et concisis affunde Aquae fervidae 1000,0. Coquc digerendo calore balnci aquae per horam unam, tum experimendo cola. Co- laturae sint 950,0. D. S. Zum Waschen der Räude- und Krätzatellen. (Ein Zusatz von 50g Eau de Cologne ist zweckmässig.) Vct. (2) Aqua antipsorica Räudewasser für Hunde r- Seminis Staphidis agriae Fruetus Anis 10,0. Contusis affunde Aquae fervidae 250,0 et post horam dimidiam Spiritus vini - r )0,0. Hora un.'i praeterlapsa oola misce 6,0 Co1aturf> e im- Acidi salycilioi . Acidi carbolioi ana l,ö r'iniai dw I). S. Täglich zwo....... mit einem Pinsel zu bestreich Hauts teil" Stibium. — Stibium chloratum. — Stibium oxydatum. 1131 Stibium. Ueber die Einwirkung von Antimonwasserstoff auf Mercuricyanid vergL «es. Ergänzungsb. S. 117. Zur Trennung des Antimons vom Arsen giebt Funsen eine Anweisung in Ann. d. Ch. 1878, S. 305, Ztschr. d. österr. Apo- theker-Ver. 1878, Nr. 33. Stibium chloratum. Liquor Stibii chlorati (Handb. II, S. 1030). Die bisher gültigen Vorschriften U1 ' Darstellung dieses Liquors hat E. Reichardt (Jena) einer Kritik unterworfen (Archiv d. Ph. 1881, 2. Hälfte, S. 347—354). Folgende Vorschrift soll ein eines Präparat liefern. 10 Th. Schwefelantimonpulver werden in einem la skolben mit 40 Th. roher Salzsäure übergössen und nach und nach bis m Sieden erhitzt. Wenn die Entwicklung des Schwefelwasserstoffs aufhört, °bei etwas Schwefelantimon intact zurückbleibt, wird filtrirt und das Fi 1 trat '' der 6-fachen Menge Wasser verdünnt (besser wäre es, die Flüssigkeit mit ° viel Wasser zu verdünnen, bis eine dauernde Trübung eintritt, dann einen a | am kalten Ort sedimentiren zu lassen, nun unter Decanthation zu filtriren ^fl endlich das Filtrat mit der 5-fachen Menge Wasser zu verdünnen, Hager). er aus der Verdünnung folgende Niederschlag wird gesammelt, 2—3-mal it Wasser gewaschen, bei 20 — 30° C. getrocknet und mit der 3 l / t - fachen ' enge reiner (25-proc.) Salzsäure Übergossen. Unter öfterem Umrühren lässt an 24 Stunden hindurch maceriren, um endlich zu filtriren. Durch Zusatz ° n Salzsäure oder durch Eindampfen wird die Flüssigkeit auf ein spec. j^ e . w - von 1,340—1,360 gebracht, Sie ist farblos oder schwach gelblich und e |m Erhitzen vollständig flüchtig. Prüfung: 1 Th. dieses Antimoniochlorids 11 5 fk Wasser gemischt muss einen Brei ergeben, welcher sich auf Zutröpfeln ^ 0n conc. Schwefelsäure und unter Umrühren in eine völlig klare Flüssigkeit ^wandeln lässt (muss also bleifrei sein). Diese Lösung mit Aetzammon im Ueber- emisss versetzt muss eine farblose Flüssigkeit ergeben (also kupferfrei und daher ? lch * blau sein). Endlich darf ein Theil der Antimoniochloridlösung erwärmt n m 'ch eingeleiteten Schwefelwasserstoff keine Veränderung erleiden, weder Schwefel 0c h Schwefelarsen fallen lassen. Mau vergl. auch ph. Centralh. 1881, Nr. 52. (a . Ex plosives Antimon, entstehend bei der Electrolyse der Antimoniochlorid- jj timonchlorür-) Lösungen, hat F. Pfeiffer einer Untersuchung unterworfen. ^ieuig's Annal. d. Chem. 209, S. 161, Archiv der Pharm. 1881, 2. Hälfte, " 449 - Chem. Zig. 1881, S. 873.) Stibium oxydatum. o Stibium oxydatum. Wie Cox (in The pharm. Journ. and Transact, Third 5 er - Nr. 54i } $_ 3 72 ) m ittheilt, findet man in Sonora im Mexikanischen Gebiet« rf. ein em bergigen Districte Erdspalten von 4—7 m Breite und 10 und mehr m sjiefe, welche mit Antimonoxyd angefüllt sind. In weiterer Tiefe vermuthet man chw efelantimonlager. h Tartarus stibiatns, Handb. II, S. 1037. Von G. Streit wird folgende Ge- ' a ltstabelle der Brechweinsteinlösungen mitgetheilt (Pharm. Centralh. 1881. IN(J i'EK's Journal 1881). 1132 Stibiurn oxydatum. — Stibium sulfuratum. Frocent Procent Procent Brech- Sp.-Gew. BrechSp.-Gew. BrechSp.-Gew. weinstein. weinstein. weinstein. 0,5 1,005 2,5 1,015 4,5 1,031 1,0 1,007 8,0 1,018 5,0 1,035 1,5 1,009 3,5 1,022 5,5 1,033 2,0 1,012 4,0 1,027 6,0 1,041 Von D. Page wird (Lancet I, S. 699) ein Fall mitgetheilt, in welchem ei» Mädchen auf dem Jahrmarkte in einer Stadt in England Lozenges kaufte uB davon 3 und 5 Jahre alten Kindern gab, wodurch eine Vergiftung mit heftig 6 Erbrechen eintrat. Ein Lozenge (Pastille) enthielt 0,015 Antimonoxyd. Von Ranke wird ein Vergiftungsfall mit tödlichem Ausgange erwähnt. Vergiftung erfolgte nach zwei Gaben von 0,5 g Brechweinstein bei einem kräftig Manne (Fbjedekich's Blatt, f. gerichtl. Med. Jahrg. 30, S. 241—252). Breclizucker der Königsseer Olitätenkrämer. 1 Th. Brechweinstein und 9 _, art Zucker mit Wasser gekocht und zu Zuckerplätzchen, deren jedes etwa 0,2g stib. enthält, geformt. Pflaster von Bitter (Magdeburg) gegen Lupus, Leberflecke, Muttermale, J^. neraugen etc. ist ein auf grobe Leinwand messerrückendick gestrichenes ge" . cB) weisses Pflaster, welches 20 Proc. Brechweinstein enthält. (Ein 20cm langer, breiter Streifen kostot 10 Mk.) (Wittstein, Analyt.) Stibium sulfuratum. Im Pharmacist and Chemist 1879, S. 41 berichtet A. II. VogeleR «^ 7 verschiedene im Handel bezogene Schwefelantimone, welche sich » ul Gemische aus Kalkstein und Kohle oder Russ herausstellten. _ m) Einen Kermes untersuchte Jossabt (Journ. de Pharm. dAnvers 1880, »• und fand er denselben arsenhaltig und mit rothem Santelholzpulver verfäisc Zur Prüfung des Gold schwefeis auf Arsen reibt man gleiche Ge^ ^ theile Natriumbicarbonat und Goldschwefel (circa je lg) innig zusammen, t telt das Gemisch mit kaltem destillirtem Wasser einige Minuten hindurch, fe ^ durch ein doppeltes Filter und versetzt das Filtrat mit etwas überschüssig 0 » e l- säure. Ist Arsen vorhanden, so scheidet ein gelber Niederschlag von » c ^. arsen aus. Hageb's Comment. zur Ph. Bor. VII (1865), S. 1260. Dieses bekannte Reactionsverfahren wurdo letzthin als ein neues veröffentlicht. e j„ Antimon-Zinnober ist nach Nicolais Teclu kein Oxysullid, ^° ne rge- Antimontrisulfid, gleichviel ob es aus Brechweinstein oder Chlorantimon _^ stellt ist. Die Biklungsgleichungen sind: 1) 2C 4 II 4 KSb0 7 (Brechweinst ^ 3S 2 0 3 Na 2 (NatriumhyposulM) + H 2 0 = Sb 2 S 3 + 3Na 2 SOi + 2C 4 H B BD6 ^ eg . el , stein). — 2) 2SbCl 3 +3S 2 0 3 Na 2 + 3n 2 0 = Sb 2 S 3 + 3Na 2 S0 4 + 6lia aig; Licht, Luft, Feuchtigkeit und viele Metallfarben ist dieser Zinnober sehr u ^^ nur nicht gegen alkalische Substanzen, wie Wasserglas (Dingleb's poly • 1 ggo ) 236, S. 336; Chem. Ztg. 1880, S. 390; Zeitschr. d. österr. Apoth.-vei- S. 354). den A»' BrcclimiUel bei Indigestionen des Rindes schlägt TiVABET in ^ nales de med.-vet6r. 1870 vor. Soviel bekannt ist, erbrechen die Bin g e i n e und Tivaket hat sich mit seinem Vorschlage kein gutes Zeugniss ausges e '^f ei» Vorschrift lautet: 5g Brechweinstein sind einzugeben und eine Stunde Stibinm snlfnratum. — Stramonium. 1133 Trank aus Kaliumsulfat 300g, Sennesblätterpulver 75g, Anispulver 60g und Wasser 1 Liter. Da diese widersinnige Vorschrift in Deutsche pharm. Blätter übergangen ist, so ist vor ihrer Anwendung zu warnen. 300 g Kaliumsulfat sind ferner eine viel zu starke Dosis und werden den 4-magigen Digestionsapparat a uf lange Zeit leidend machen. Glas einen metallglänzenden Ueberzug zu geben, soll man nach y- Mann zunächst salpetersaures Antimon herstellen, indem man eine conc. fechweinsteinlösung so lange mit conc. Salpetersäure versetzt, als ein Nieder- cnlag erfolgt, diesen im Filter sammelt und mit Wasser anrührt, um eine dünne nissigkeit zu erlangen, in welcher sich Antimonsubnitrat in Suspension befindet, ^an macht daraus durch Kochung eine Lösung, giebt davon in die Glaskugel 0c |er das Glasgefäss, benetzt damit die Innenwand unter gleichzeitiger Abkühlung 14 kaltem Wasser von Aussen. Nach dem Erkalten soll man in die Glaskugel Was Wasser geben, um die an der Wandung des Glases liegende Antimonknitratsch icht sanft bespülend von Säure zu befreien. Schliesslich wird Schwefel- . ass erstoff in die Kugel geleitet oder diese wiederholt mit Schwefelwasserstoffwasser R ^en bespült. Das Resultat ist ein goldglänzender Belag mit grünem Reflex, aus " w efelantimon bestehend. Dingler's Polyt. Journ. 234, S. 353 u. f. Chem. Seh Centi a-alb. 1880, S. 94. 8 08 ,? cJl . ncllinast P nlTer von R - Hübner (Kulm) besteht aus Proc. 7,56 Kochsalz, toeiii re ' (lt \ 15,56 grauem Schwefelantimon, 45,49 Anis, Fenchel, Süssholz, Roggen- «m und 13,31 Feuchtigkeit (1kg 4 Mk.). (Karmrodt, Analyt.) Th ^''''weincinilver, Dr. Gustav Swoboda's , gegen laufenden Brand, besteht aus 30',;.';■ Ki'KiuMit Schwefelantimon, IG Kreide und weissem Bolus, 5 Schwefelblumen, ^mlisalpeter, 8 Enzianpulver. (Hager, Analyt.) Stramonium. j- In einer Sendung Folia Stramonii fand Enem, fast 50 Proc Blätter einer ■^^«ca-Art (Farm. Tidschr. Jahrg. 18, Nr. 1). m fand Van der 1 (Nieuw Im Extractum Stramonii spirituosum fand Van der Burg Kry- T\j ' Welcll <'' höchst wahrscheinlich aus Ammoniummalat bestanden. vdschr. voor de Pharm. 1879, S. 78.) 0q 7 r Alkaloltdgehalt wurde von Hager im trocknen Stramoniumkraute zu jj ' -0,09—0,102, von Wasilewsky nur zu 0,05 Proc, in den Samen von •oid f' ZU °' 161 und °' 12 Pr00, an g etroffen - Hager bewerkstelligte die Alka- j, , a ° 8 onderung durch Auschütteln des gereinigten und coucentrirten, mit Aetz- 1011 alkalisch gemachten Aufgusses mittelst Chloroforms. SU h 1>aturm hielt man mit Atropin identisch, auf Grund v. Peanta's ünter- Unt mgon - Nach den von Poeiid (Petersb. med. Wochenschr. 1877, Nr. 20) u , ernomm cnen Untersuchungen sind Atropin und Daturin zwei für sich bestehende stel] Gemisch verschiedene Alkalo'ide. Poehl, welcher die Alkaloide selbst i2 ° drehend. (Nach früheren Forschungen '' ^ropin aus Belladonna dargestellt, die Ebene des polarisirten Lichtes schwach s) li'fc drehen. Vergl. die Pflanzenstoffe von Hüsbmank, erste Ausgabe, f -f 3 4). p 0EHL fand fcrnei . dasg die Atropinsalze durch Platinchlorid ge- X dic Datorinsalze nicht gefallt werden, Pikrinsäure Daturin niederschlägt, "7* a bcr das Atropk. Nach früheren Angaben flUIt Pikrinsäure das Atropm « s seinen verdünnter, Losungen (z.B. der schwefelsauren) nicht, erzeugt aber in S n /°ncentrirtercm Lösungen nach längerem Stehen einen krystallmischen gelben ^erschlag 1134 Stramonium. Daturin. Entgegen Poehl's Wahrnehmungen theilt Ernst Schmidt (Ber. d. d. che • Ges. XIII, S. 370) mit, keine Verschiedenheit beobachtet zu haben. Die au^ beiden Alkaloiden hergestellte Säure zeigte weder eine chemische (C 9 H s Oi), n eine physikalische Verschiedenheit. Auch die Tropine aus diesen Alkaloi waren identisch. Duboisin, Daturin und Hyoscyamin sind identisch. Das D aturi des Handels stellt ein weisses, kaum krystallinisches, bei 90—95 ° schmelzen Pulver dar. Die Formel ist C 17 H 23 N0 3 . Diese Alkaloide sind mit dem Atr°J nicht identisch, nur isomer. Der Schmelzpunkt des Atropins lieg* pin 113,5°. Alle 4 Alkaloide sind Tropeine (pharm. Centralh. 1880, Nr. 1 8 > Diese Angaben sind die Resultate aus Ladenbekh's Forschungen. Derselbe auch, dass Datura Stramonium 2 Alkaloide enthält, welche er als schwe und leichtes unterscheidet. Das letztere ist darin vorwiegend vertreten scheint mit dem Hyoscyamin identisch zu sein. Das schwere Daturin h* für ein Gemenge von Atropin und Hyoscyamin (Ber. d. d. ehem. Ges. XIH, 8. Reaction auf Daturin (und Atropin). Eine solche theilt DioscokidE *J T ffl ; t mit, welche den Nachweis selbst von 0,000001 g zulässt. Man übergiesst ^ rauchender Salpetersäure, trocknet auf dem Wasserbade ein und versetz * ^ dem Erkalten mit einem Tropfen einer Lösung des Aetzkalis in absolutem geist. Sofort tritt violette, bald in Roth übergehende Färbung ein. Bei Sti} c tritt unter denselben Umständen nur die rothe Färbung ein (Archiv der 1 1881, 1. Hälfte S. 307 u. 308). Vergiftung. Die sauren Aufgüsse der Theile von Datura Stramonium " 3 , behufs vorheriger Reinigung nicht mit Chloroform ausgeschüttelt werden, w ® 1 . ^, e j 0 selbe Alkaloid löst. Die sauren Aufgüsse reinigt man sicher durch Aussei mit Aether, Petroläther, Amylalkohol oder Benzol. Aus dem alkalisch 8 em ^,, AS i. Auszuge sondert man das Alkaloid durch Ausschütteln mit Chloroform. I ^ lewsky). Das Nähere findet man in der pharm. Centralh. 1877, 8. 52; ehem. Centralb. 1877. Als Gegengift haben sich subcutane Morphininjectionen erwiesen. Asthma-Cure, Grnn Mountain, Guilt's (B. Waltheb, Dresden), .j s Ljneter- Fonchclpulver, gemischt mit grobem Stramoniumblätterpütver, inspergirt w } t ^.' jglärkO lüsung. Es soll angezündet und der Dampf eingeathmet werden. (20g 1>° (Quenzel, Analyt.) Astlimakraut, Holländisches, eines schlafmachendcri, Asthma und geschnittene, mit etwas Salpeter inspergirte Folia Stramonii. Apoth. kirchen bei Trier) rühmte das Mittel (als Geheimmittel) an. <. jo Tonga, ein Fluidextract, wird von der Firma Allen & HanbURY (^"jjgBß* den Handel gebracht. General-Depositär für Deutschland ist die Firma *• j, ft rtf- (Darmstadt). Es wird dieses Mittel gegen Neuralgien gebraucht. Wie u . („is Centralh. 1881, S. 30 u. 31 berichtet, glaubt Holmes, dass dieses Gehe"'»«"^«/»- solchos wird es angepriesen) wahrscheinlich aus Theilen der Raphiodophora^^^6^ sporaf) Vitiensis Sem. bereitet werde. Dieser Ansicht ist wohl nicht dciz -g^z ei vielmehr entstammt dieses Fluidextract den Früchten der Datura «i'»!l 1 f'i w o de , Pavon {Brugmansia bicolor Persoon), in Peru und Columbien ernncimi i, e legt> s ''^' Aufguss der Früchte, von den Eingeborenen mit dem Namen Tonga v yo0 RO- dünnt als Schlaf- und beruhigendes Mittel gebraucht wird (Synopsis'P'f" öf.FH »f Benthal S. 453). Nach einem Berichte von Müller's im American. Joui-- s (a« be- es, wird auf glühende Kohlen gestreut zur a kU ,j n - nd Engbrüstigkeit heilenden Dampfes. M 8 > r-flei**" inspergirte Folia, Stramonii. Apoth. PloNE» )•>). l>aOI Hllüiu ^tlliyUI,ö VU« IUUJUL.IÜK B IUI AUlcun^'" -- Vol. XI, S. 439 wird die Tonga aus Fremna Taitensis und Rhaphidospora den Fidschi-Inseln) bereitet (pharm. Centralh. 1881, S. 548). . ■ n Wh* 1 },* Dass Tonga einer Datura entstammt, liisst sich aus der dilfttatonsw« ü giicB^ auf die Pupille nach starken Gaben entnehmen. Sie ist angeblich ein u raC lit Mittel bei Hirn- und Nervenkrankheiten. Einige Tropfen in das Auge y scitigen rheumatische Iritis, auch Lichtscheu (Med. Neuigk. 1880, b. £*"!• %, Strychninum. Rcactionen. 1135 Strychninum. Das spec. Gew. des Strychnins in Benzol gewogen und von Wasser von C. als Einheit ausgehend ist 1,359. Durch die Einwirkung von Baryum- "ydroxyd auf Strychin bei 130—140° C. nahm dieses Alkaloid Wasser auf und Wden Basen erhalten, welche Gal und Etaed als Dihydro-Strychnin ^2iH 2( ,N,0 ( ) und Trihydrostrychnin (C 2 iH 2b N,0 5 ) unterschieden. Dass Strychnin einComplexvondreiAlkaloiiden sei, glaubte Schützen- , * GER behaupten zu können. Die Verschiedenheit basire auf verschiedenem Kohlen- g°%elialto, einer verschiedenen Löslichkeit in Wasser und der Krystallform. Im Fällen einer verdünnten Hydrochloridlösung durch Ammon fallen in der Wen halben Minute lange feine Nadeln (einer Base mit C 21 ), darauf aber Octa- j. j* (einer Base mit C 20 ) nieder etc. Diese Behauptung ist als eine irrthüm- ^ cile nachgewiesen worden. (Aunalen der Ch. u. Ph. 108 S. 349. Rundschau g r Ph. 1881 S. 279, 280.) Nach E. Jahns Untersuchung scheint zuerst ein yorat und dann ein wasserleeres Alkaloid sich auszuscheiden. Da Claus und assner in der elementaren Zusammensetzung des Strychnins 21 und 22 C. U getroffen haben (Bor. d. d. ch. Ges. XIV, S. 773; Arch. d. Ph. 1881, 1. i>ö « ^' ^^' ^®)> m ' 8 * es J a m öglioh, dass das Strychnin in zwei Varietäten 'ich • Cünossamen existirt, und das Schützenberger's Ansicht keine irrthüm- S t„' St ' wenngleich Jahns diesem Umstände widerspricht (Ch. Centralbl. 1881, ' ö 02). "W" • Jodoform geht Strychnin eine leicht an der Luft zersetzbare, in Wasser i a s "che Verbindung ein von der Formel (C 42 H 2 .>N 2 0 4 ) 3 C 2 HJ,, wie Lextrait Lo "ipt. rend. 92, S. 1057 mittheilt (Ch. Centralbl. 1881, S, 663). Cjg Durch Einwirkung eines Chlorgasstromes auf Strychninhydrochlorid erzeugten ejjj" i, Ic . 1IE T und G. Bouchardat ein Monochlorhydrat (C 42 H 21 CIN 2 0 4 ) und Ii ef ^^chlorhydrat (C 12 H 10 Cl 3 N 2 O 4 ). Das letztere mit Ammoniak versetzt sich , e ' non K° r P er von der Formel C 42 H 2 Cl 20 N 2 O 4 . Diese Derivate verhalten Segen Reagentien wie das Strychnin (Compt. rend. 91, S. 990). *«rd Brucin durch verdünnte Salpetersäure in Strychnin umgewandelt 'rth 6 ' W ' e Sonnenschein angab (Ber. d. d. ehem. Ges. IV, S. 213), ist ein Htai? m ' w ' e Cownley und später Siienstonk durch Experiment nachgewiesen ; Jahresb. über die Fortschr. der Pharmakognosie. Jahrg. XI (1876), S. 479. 1.: Br 8try„i" . n w ' r ^ beim Erhitzen mit 5-proc. Salpetersäure zerstört, nicht aber gety lni11 - Durch stärkere Salpetersäure wird das Brucin in eine Nitrobase um- Tb ^ j • Siienstone fand Brucin nicht in 500 Th., sondern schon in 150 ' Sle dendem Wasser löslich. Siehe r ^ r ychninreactionen stellte (1879) Ferancesco Selmi (Bologna) Ver- l(S 8lla an > besonders in Beziehung des Alkaloi'ds zur Jodsäure in verdünnter ' 0s Uii/ : ^ ^ u ^ den trocknen Rückstand eines Tropfens wässriger Strychnin- Ms j,y ga,) er einen kleinen Tropfen Jodsäurelösung und stellte das Schäfchen ^men ? ol Senden Tage beiseite. Als Jodsäure und Strychnin in Berührung erst a ' Zeigte 8 ' cu keine Veränderung und eben so wenig mehrere Stunden darauf; ein. m Hunden Tage trat eine schwache, kaum sichtliche röthliche Färbung »Hd v ;) Selmi fügte dem Tropfen Jodsäure 1 Tropfen Strychnmlösung hinzu 8e «ien - nstete im"Wasserbade bei 45-50». Während des Austrocknens er- Jieh an "? Inn ern der Flüssigkeit ein rosenrother Ring und diese Farbe setzte hin » den Wandungen dem Verdampfen des Wassers folgend gegen den Grund l ' Der trockne Rückstand hatte eine rothe Farbe. Gegen das Ende des 1136 Strychninurn. Keactionen. Auf Trocknens machte sich der Geruch des freien Jods deutlich bemerkbar. Zusatz eines Tropfens Wasser löste sich die rothe Masse unter Erhaltung Farbe auf; beim Sättigen mit Natriumbicarbonat veränderte sich das R° Strohgelb. Ein Zusatz von Säure stellte die rothe Farbe wieder her. In e ' n er6 anderen ähnlichen Schälchen hielt sich die rothe Färbung der Substanz me } Tage, ohne zu verschiessen und bewahrte dabei die Eigenschaft, mit N atr iiicarbonat in Gelb überzugehen. — 3) Zu einem Tropfen Strychninlösung 8 SELMI so viel verdünnte (4proc.) Schwefelsäure, dass Lakmuspapier schwac röthet wurde, dampfte im Wasserbade zur Trockne ab und liess auf den Rück . ein Tröpfchen verdünnter Jodsäure fallen, den er damit verrieb, um das Stryc sulfat aufzulösen. Es entwickelte sich eine schwache röthliche Färbung, .. _ allmählch zunahm und am folgenden Tage in ein schönes Rosenroth * ./Lat welches lange Zeit unverändert blieb und bei Sättigung mit Natriumbicai ^ eine strohgelbe Färbung ergab, welche durch Säure wieder in Rosenro wandelt wurde. — 4) Auf den Verdampfungs-Rückstand eines Tropfens Stry ^ lösung liess Selmi ein Tröpfchen schwefelsaure Jodsäure fallen, welche j gse0 in der Weise bereitet war, dass er einige Krystalle Jodsäure in einer ge ^ Quantität Schwefelsaure bis zur Sättigung löste, den Ueberschuss absetze ^ fl und er die Lösung mit 6 Vol. Schwefelsäure verdünnte. Der auffallende ^ färbt das Strychnin gelb, dann geht es rasch in Ziegelroth über, welc ^ g mählich zunimmt. Nach einem Tage nimmt die Mischung eine schöne . er . Färbung mit einem Stich in's Violette an, wofern das Reagens nicht im ^ schusse zugesetzt war, in welchem Falle Entfärbung eintritt und eine ^ Platz macht. Sättigt man die violette Lösung mit Natriumbicarbonat, ^.j die Farbe nicht wie bei Versuch 2 und 3 in Gelb über, die SalzmaßS ;g 9 vielmehr ein wenig rosenroth, aber lebendiger, wenn man das über ^ß& Alkali mit etwas Säure sättigt. Wenn man bei der Entwickelung <*e ^ e {el- Farbe indem Gemisch aus Strychninlösung-Verdampfungsrückstand un o bis saurer Jodlösung einen Tropfen Wasser zusetzt, so verschwindet die ^y zur Entfärbung, um aber am folgenden Tage bisweilen mit beträchtliß de» sität wiederzukehren. Mit zwei Tropfen wässriger Strychninlösung in Wassers tritt die Reaction noch kräftiger hervor. . . dasse^ 0 Im Falle, dass Strychnin aus Leichentheilen extrahirt wurde, > s g^eft 1 ' mehr oder weniger unrein. Da das Alkalo'id der Einwirkung eono. jf$ säure wiedersteht, so lässt sich dasselbe leicht dadurch reinigen, das gtofl 6 Material mit einigen Tropfen conc. Schwefelsäure, welche die heterog ^ßsP" verkohlt, behandelt, mit Baryt sättigt und das Alkaloid mit Aether wieder ^ ^ Hierdurch lässt sich das Strychnin in einem Zustande erhalten, we . rö8 ger * angegebenen Reactionen giebt. Ist jedoch die Menge des Strychnros g^ e j D en> die aus einem Tropfen wässriger Lösung resultirende und verreibt m * n ftuJ . e) gif den Umfang eines Hirsekorns nicht erreichenden Krystalle von ^ ot S ell tsteht '^ dann einen Tropfen Schwefelsäure, ohne zu mischen, darüber, ^^efels^^ Momente des Contacts ein Himmelblau, wie bei der Reaction mit und Kaliumbichromat. -u e lbar »^ , Die von Selmi angegebene Jodsäurereaction lässt man unmrt<® dass & A ' ( Kaliumbichromatreaction folgen. Man muss stets im Auge behal e ^.^ls * zur Identificirung eines Alkaloids in forensisch-toxicologischen Fällen^ ^ &s& eine einzige Reaction, wie deutlich und charakteristisch dieselbe * u ^ lt maß ' sich verlassen soll, besonders in Rücksicht auf die Ptomame. ^.^ mit ^ Blaufärbung mittelst Kaliumbichromat, so muss man auch die ue lg79> W- .^ Jodsäure vornelimen. (Bulletino delle Scienze med. di Bologna '^eits e tt_i ___ a„ i7„.i ii..._ j-„ T„,i„K„,. n „„ cu-----v,„;« findet Si cu Strychninum. Nachweis dess. 1137 Notiz von Dkagendokff (Gerichtlich - chemische Ermittelung von Giften. 2. Auf- a Sß, pag. 161. Dorpat, 1876), .aus welcher Selmi entnahm, dass die Jodsäure mit dem Strychnin zuerst eine rothe, allmählich rothbraun werdende Färbung giebt, w elche sich längere Zeit erhält. Der chemische Nachweis des Strychnins in 17 Cadavern von Hunden, welche v mit °,1 g Strychninnitrat vergiftet waren und 100, 130, 200 und 330 Tage in er Erde vergraben lagen, gelang nicht den Chemikern Et. Ranke, L. A. Bücher, WislicenüS, Gokup-Besanez, wohl aber der physiologische, besonders mit en Extracten aus Leber und Milz. Diese Extracte Fröschen unter die Rücken- 'aiit injicirt, bewirkten in wenigen Minuten heftigen Tetanus. Das noch sehr '«er schmeckende Extract des 100 Tage alten Cadavers wirkte am kräftigsten v v Uicnovv's Archiv 1879. PL Centralh. 1880, S. 64). Vorstehenden Angaben gegenüber bemerkt Dkagendokff, dass wohl nicht 6 von ihm angegebenen Mittel und Wege zur Ausführung gekommen sein ^'rtten, um die farbigen Strychninrcactionen zu erlangen. Er behauptet sogar, ^ss nian bei allen 17 Hundeleichen das Strychnin durch farbige Reaetionen ,. * e nachweisen können. Ebenso bestreitet er, dass die physiologische Reaction Und C ^ emiscne überrage, weil ihm die Farbenreaction des Strychnins mit Ceroxyd U Schwefelsäureterhydrat nach genügender Reinigung des abgeschiedenen Rial? scüon m " 0,001 mg Strychnin gelingt, während zu einem physiolo- s, en Versuche am Frosch von Ranke 0,004 mg und von Pickford 0,006 mg fetr ychni, ' imnitrat verwendet wurden. in fl . ^ EMMK ' sc hen Process berichtete Sciiulek, dass 0,06—0,15 Strychnin . üe n inneren Winkel des Auges gebracht den Tod schnell herbeiführen könne, Y e dass sich das Gift in anderen Theilen des Körpers nachweisen lasse. Der W S . au °i n em 24kg schweren Hunde ergab im Auge reichlich, im Gehirn n > hi Blut und Leber nur Spuren Strychnin (Huguet). Üch or d' e Localisirung des Strychnins nach Vergiftungen ist man so ziemend n e '" ei sicheren Ansieht gelangt. Nach früherer Anweisung IIusemann's Se - D r Agendorff's soll der Chemiker in Vcrgiftungsfällen mit Strychnin zu w en Untersuchungen hauptsächlich die Leber verwenden. DbagbNTjobff giebt u er anderem an, dass er das Strychnin aus dem Gehirn niemals habe abscheiden Wn','!" 1 ' S(, "' st wenn auch das ganze Organ in Arbeit genommen wurde. Ferner \ (] 1<<; berichtet, dass Gav das Strychnin aus einigen besonderen Theilen des s^l^'^ystems, z. B. Medidia oblongata, IVns Varolii, isolirt habe und dass ihm V Ar L?* chz ™eisen, wie folgt: Es wurden 410g des Grossgehirns zerkleinert ,x .J 9 5 Proc. Weingeistes unter Zugabe von etwas Weinsäure wiederhol li i "' ( «nd zwar stets unter 3-stündiger Digestion bei 80« 0. Von der kal , ll| iten Pidaoi i •* , , „r • . . uZ i.,.,u)ft der wassnge Rückstand S-, h l*i ü8s .'gkeit wurde der Weingeist abgedamp^ ^ ^s ^ ^^ ix des Fettes mit Aether, v-,.i , "' feuchtes tiltrum gegossen und zur Besemguug ,..„„„;„„ T„,.f,.,u- ,. , " 1 ' Strychnintartrat rieh löst, ausgeschüttelt Die wasgeTa trath.sung 1 " «it Ael.-Anunon versetz! und nun mit Chloroform ausgeschüttelt. Der *"' Ph *">>. Praxis. Suppl. 72 1138 Strychninum. Antidot*-. nach dem Verdampfen des Chloroforms verbleibende Rückstand war dunkelfarb'»' Durch mehrmaliges Mischen mit conc. Schwefelsäure und Lösen in ChlorofoiW ergab die chloroformige Lösung einen farblosen Verdampfungsrückstand, n" welchem die Strychninreaction erhalten wurde. (Journ. de Ph. et de Ch. d • XXX. 8. 164—166) Vergiftungsfälle mit Strychnin sind im Jahresbcr. über <»■ Fortschr. d. Pharmakognosie etc. XIV. Jahrg. (1879) 8. 269 u. 270 mehrere angegeben. Die Trennung des Strychnins vom Chinin (in dem Eisen-Chm 1 , Strychnin-Citrat) führte Dwaks (Pharm. Weekblad and tlie Analyst. 1879) *"« folgt aus. 5g der Mischung wurden in wenig Wasser aufgenommen, mit Am" 10 übersättigt, mit Chloroform ausgeschüttelt, der Chloroformauszug eingedampft l " der Verdampfungsrückstand (16,2 Proc.) bei 110° getrocknet. Letzterer w" 1 . 1 ^ in verdünnter Schwefelsäure gelöst, die Lösung mit Ammon neutralisirt UI1 \j! Ueberschuss mit Ammoniumoxalat versetzt. Nach 24 Stunden wurde der & derschlag, Chininoxalat, gesammelt, das Filtrat und die Waschwässer * ur .. gemischt mit Ammon im Ueberschuss versetzt und mit Chloroform ausgeschüt Der Verdunstungsrückstand mittelst Aethers vom anhängenden Chinin befreu wies sich als Strychnin. Archiv der Ph. 1879, 2. Hälfte, 8. 463. Als Antidote des Strychnins haben sich subcutane Chloralhydratinjec tl0 , n ' innerliche Gaben Chloroform, Tannin, Galläpfelaufgass, Jodjodka" oder Amylum jodatum bewährt. Sollte der Apotheker in die Lage k 001 - bei Abwesenheit eines Arztes ein Gegenmittel zu dispensiren, so wäre wob 1 ._ nin das geeignetste. Da die Strychnin Vergiftungen gewöhnlich in 10 — lf* , r nuten zum Tode führen, worden die Gegengifte wohl selten zur rechten Zei , Anwendung kommen. Pharm. Centralh. 1879, S. 286. Zwischen Strychnni Chloralhydrat besteht ein mehr pharmakologischer Antagonismus, wie F. ■ im ärztl. Intelligenzblatte berichtet. Thierc, die mit einer 5—ß - fachen o 1 ' ^j. letalen Strychningabe vergiftet wurden, konnten mit Sicherheit durch nich ^ g liehe Dosen Chloralhydrat gerettet werden. Das Chloralhydrat ist deshalb * ^ beste von allen jetzt gegen das Strychnin empfohlenen Mitteln zu betrachte nach Falk's Ansicht selbst dann noch zu versuchen, wenn wegen eine 1 n grossen Strychnindosis eine lebensrettende Wirkung kaum noch erwartet ^ kann. Diesen Angaben entgegen behauptet Husemann, dass zwischen »t y^ nin und Chloralhydrat ein Antagonismus nicht existire, dass ^fl tödtliche Gaben beider Gifte ihre Wirksamkeit nicht aufheben, sondern jßete herbeiführen. Dagegen giebt Husemann zu, dass durch Strychnin V6 |wdr»* Thierc gerettet werden können, wenn ihnen eine so grosse Gabe Ch'° ra g g beeingegeben wird, welche ausreicht, einen sehr tiefen Schlaf zu bewirken. aU f ruhe die Wirkung des Chlorals darauf, dass es die verschiedenen Weg*^ eJJ) welchon Reize den motorischen Centren und dem Rückenmark zugeleitet ^ 0 \. ausser Thätigkeit setzt. (Specielleres findet man im Arch. f. exporim- J. gc j ir . und Pharmakologie Bd. VI, Heft 5 und 6, S. 335, im Auszuge in der £ über d. Fortschr. d. Pharmakognosie etc. Jahrg. 12 (1877), 8. 517.) t e ;o Das Kaffee ein excellentes Antidot des Strychnins sein kann, g^ob 8 Fall, über welchen Attimo Leli.i berichtet. Es hatte Jemand eine ^ Dosis Strychnin in Kaffee genommen und dennoch trat der Tod nicht sprechende Versuche mit Kaninchen ergaben gleiche Resultate. «.Luti' Als ein Antidot des Strychnins empfiehlt Gbevili.e Wimams , d» P ^„t, din, welches sich bei der Destillation des Cinchonins mit Kaliny" jggl, Ueber die Darstellung des Lutidins vergleiche man ehem. Centra Strychninuni sulfuric, fem-lactic. 113J °- 323 u. f. Zwischen Monobromcamphor und Strychnin besteht auch e, n Antagonismus. Kino tödtliche Vergiftung mehrerer Kühe durch Weizenkörner, welche fflit Strychnin getränkt waren und als Feldmäusegift nicht Verwendung gefunden " a tten, ist im Weimar'schen 1879 vorgekommen (ph. Centralh. 1879, S. 399). Anwendung des Strychnins (Handb. II, S. 1065). Von Dr. Kelp (Wchnen) ist die Wirkung des Strychnins gegen Enuresis Nocturna (Bettpissen) wiederholt geprüft worden. Er injicirte einer 18-jährigen ^ ei 'son in der Kreuzbeingegend eine halbe Pravazspritze voll einer Lösung von jW>g Strychninnitrat in 7,5 g destill. Wasser. Gewöhnlich schwindet das uebcl nach der ersten Injection auf nur kurze Zeit, und dann ist die Injection £ u wiederholen. Nach 2—4 Injectionen ist das Leiden sicher beseitigt. (Med. «euigk. 1879, S. 126.) Strychnin ein Mittel gegen Delirium tremens. Von Morev wird im aeific. Med. Journ. ein Fall mitgetheilt, in welchem ein Säufer bei Herantritt es Deliriums starke Gaben Strychnin nahm und dadurch die Symptome des De- uiu m total zurückgehalten wurden. (Rundschau d. Ph. 1881, S. 453.) Strychnin- und B mein salze sind, wie Naresi bestätigt, vorzügliche ntiniyotiea und Antiseptica. Fleisch liess sich in den wässrigen Lösungen der- " e neu Monate hindurch conserviren, ebenso Blut, Albumin, Harn etc. (New rern edies IX, S. 303.) sulfat' Ü Strychninum snlforicum (Handb. II, S. 10C8). Ein käufliches Strychnin- in feinen Nadeln erkannte Rammeesberg als ein saures Sulfat von der fwrnel C 21 II ,,N 2 0 2 ,H 2 SO,-f-2aq. Ein dargestelltes neutrales Salz ergab di *Orm e l 'n t t »T /\ > rinn , , tt •_ „ • fr eiwil Quadr IC ^ortnei (C 2) lL i N 2 0 2 ) ; ,,U 2 S0 1 + 5aq und bildete dünne lange Prismen. Beim lw illig en Verdunsten der Lösung bei gewöhnlicher Temperatur schoss es in q -atoctae'dcrn an von der Formel (C2 0 II 22 N 2 O 2 ) 2 ,H 2 SOj-|-6aq (Ber. d. d. eh. I» 8 ' ^* V > S " 1231 Ulld 1232 )- Nacl1 diesem Befunde lassen sich Schützen- *QEBs Beobachtungen leicht erklären. Das Alkalo'id mit C 20 scheint Vorzugs ISe der octaedrischeii Krystallform zuzuneigen, n Ein Gramm des Strychninsulfats ist in 60ccm Weingeist von 0,941 spec. ew icht löslich. ^ li Stryclininnm ferri-lacticnm, Stryclminfcrrilactat, ist ein im Handel "Amerikas in braunen Lamellen vorkommendes Präparat, g ii Strychnin wehen, fiiftweizen, Fructiis Tritici strychninatns. Handb. II, ji" ° ü ^, 1069 finden sich Vorschriften zur Darstellung giftiger Getreidefrüchte. atn ^, ende ^ ors chrift dürfte den Vorzug verdienen: Es werden 3g Strychninsalz, v ^ besten Strychninnitrat in 330g heissem Wasser, dem man 20g lk AA U " t(> ' Kss 'g s ' luro »«gesetzt hat, gelöst und mit dieser heissei Lösung JH«° ," e izenkörner übergössen. Man setzt 2 Tage bei Seite oder bis das l a 8Sl S e aufgesogen ist. Nachdem man die Körner in einem Siebe hat abtropfen Ket' n, i trocknot man sie an einem lauwarmem Orte. Sind sie vollständig aus- Vo n r °o ' so s ' obt man sit! in das Sieb Mrtck, wäscht sie durch Aufgiesseii Gem- L ' tcr ,auw armem Wasser schnell ab, bestäubt sie noch feucht mit einem ™ 1S( 'li aus 20g rothem Bolus oder Armenischem Bolus und 40g Zucker- äu V6r und trock " e t die Körner wieder aus. Durch das Abwaschen wird die de! IT 8tr ychninochlcht beseitigt und das Korn ist nicht so bitter im Anfange sip .^schmacks. Diese Körner sind nur in der Weise anzuwenden, dass man ircU f in (1i( ' Erdgftnge der Mäuse und Ratten einschiebt, so dass Vögel ' nt d azu kommen. 72* 1140 Strychninum. — Strychninum nitricum. (1) •$• Elixir Pyrophosphatis Ferri cum Chinino et Strychnino. Elixir of Pyrophosphate of Iron, Quinia and Strychnia. Vf Chinini sulfurici 0,6 Strychnini 0,01 Acidi citrici 0,05. Mixta solvo in Spiritus Vini 12,5. Tum adde Olei Naphae guttam 1 Syrupi Sacchari 30,0. Mixtioni affunde liquorem paratum sol- ^ vendo e Ferri pyrophosphorici 2,5 Aquae dcstillatae 33,5. Postremum instilla Liquoris Amnioni caustici (Aquae ammoniae) q. s. ut mixtura sit reactionis neutralis. (2) Guttae autepileplicae Marsiiall-Hall. IV Strychnini acetici 0,5 (!) Solve in Acidi acetici 1,0 Spiritus Vini 9,0 Aquae destillatae 15,0. 1). S. 5—10—15 Tropfen (0,005—0,010 —0,016g Strychn.) dreimal taglieh. (Je 1 Tropfen enthalt 0,001g Strychnin. Bei Epilepsie, Paraplegie oder theilweiser Lähmung.) Strychnin in Tropfen zu geben ist ein wehr gewagtes Vorgehen und sollte man den Globuli Strychnini (vergl. unter Strychn. nitric.) den Vorzug gewähren, welche man vor dem Einnehmen in etwas Wasser löst. (3) Pulreres contra cholcrnm Asiaticam Homollh. v? Strychnini puri 0,03 Sacchari lactis 2,0. Exacte contritis admisce . Corticis Cinnamomi Cassiae 2,0. . Divide in partes aequalcs viginti, ut » gulae doses contineant 0,0015 Strychn""- S. i/ 4 _>/ 2 -stündlich ein Pulver (b el Cholera). (4) Syrnpus Eastoni. Syrupus Ferri phosphatis cum Chinino Strychnino Easton. Chinini puri 1,5 Strychnini puri triti 0,05. Solve digerendo in .. gO Acidi phosphorici (1,120 pd. «9-1 ' Syrupi Sacchari 10,0. Tum admisce Syrupi Ferri phosphorici 85,0. ^ Praeceptum ad parationem extempora (5) Syrupus Ferri phosphatis com Chinino et Strychnino- Ijc Chinini sulfurici 5,0 Strychnini nitrici 0,15. Solve in , 50,0. Acidi phosphorici (1,120 pd.• sp "^ ia i» i ' Tum admisce praecipitatum adhuc dum e • ir 0 Ferri sulfurici crystallisatl 1»> et Natri phosphorici 50,0 in aqua destlllata solutis effectuw- Deinde adde Aquae destillatae q. s. v ^ ut 180 grammata expleantur. ^ tationem adde Sacchari albi 320,0 ufl et mixturam ad ebullitionem u» 1 lefac, ut fiat syrupus. ^ Dieses in Nord-Amerika g^ l j!',,ii»'i> Medieament wird in Europa wou Anklang linden. ; ü?''- 0»' Strychninum nitricuni. gtry° b ' Stryclininum nitrkum saccharatuin ist ein inniges Gemisch aus 1 Tb- ^ ß- ninnitrat und 9 Th. Milchzucker. Dasselbe hat nur den Zw< T7 y^W" ■wägen kleiner Mengen zu erleichtern. Die Signatur wird mit SumaiM „^-gggsb 8 s. derupJum vervollständigt. Nach Ph. Germ. nov. ist die Minimal- des Strychninnitrats 0,02 g. ^joIji)'! (1) Globuli Strychnini. M. Fiat maasa dep 9lt kj\f n guli ^f° ' Strychninglobtllen. iy Strychnini nitrici 1,0 Sacchari lactis 15,0 Sacchari albi 10,0 Syrupi Sacchari q. s. mille formentur, ut . B1 "f nt i 0 e»»*- a: 0,001g StrychninNitric J° gign »tg. Serventur loco separat« su« < w Strychninum nttricmn gw° ul . bulus - o,ooig . , „„_ fUr die v Diese GlobUlen sind nur ■ra^ Strychninuin nitricum. — Strychnos. Pensation in Stelle der Tropfen bestimmt. Wem Arzt ist diese Form vorzulesen, da- mi t er Notiz davon nimmt. Getrocknet Un d in dichtem Verschluss sind sie von unendlicher Dauer. (2) Liquor injectorius Strychnini ad UBum hypodermaticum. I. Liquor mitior. jV Strychnini nitrici 0,1. oolve in <,. Aquae destillatae 20,0. öln gula grammata liquoris contineant 0,005 g nitratis Strychnini. II. Liquor fortior (Kelp). ^ Strychnini nitrici 0,1. Solve in Aquae destillatae 12,5. Singula grammata liquoris 0,008 nitratis Strychnini. 1141 contineant (3) Mixtura nntimetrorrhagica Halton. fy Strychnini nitrici 0,05 (5cg). Solve in Acidi nitrici diluti guttis 10 Tincturae Gcntianae 20,0 Spiritus aetherei 10,0 Aquae destillatae 150,0. D. S. Nach jeder Mahlzeit umgeschüttelt einen Esslöffol zu nehmen (bei Blut- fluss des Uterus). Strychnos. ^ Der Alkaloidgehalt der Strychnossamen schwankt zwischen 1 und 2 Proc. u Raoekuokff schied 1,93; 1,94 und 2,12 Proc. Alkaloid daraus ab. Hager mmelte 1,06 und 1,4 Proc. reines Alkaloid, und 2,46g dieser Alkaloide waren Usamniengesetzt aus 1,1g Strychnin und 1,36 Brucin, mithin würden die beiden tychnossamen im vorliegenden Falle durchschnittlich 0,55 Proc. Strychnin und >t>8 Proc. Brucin enthalten haben. Pelletieb und Cavkntou schieden 0,1 r °c., Pettenkofeb 0,53 Proc. Strychnin ab. Der Fettgehalt beträgt 5 6 ^ r °c-, der Zuckergehalt 5—8 Proc., der Weieh-Harzgehalt 8—10 Proc. t^ Igasurin differirt vom Brucin angeblich durch grössere Löslichkeit in j. ass ei' und stärkere Giftigkeit (üesnoix). Dieses Alkaloid existirt wahrschein- Cl nicht, denn W. A. 8HEN8TONE untersuchte käufliches Igasurin und fand es , )" aus Brucin bestehend. Nähere Untersuchungen der Strychnossamen ergaben ^' n Igasurin und scheint DE8NOIX ein mit Strychnin vermischtes Brucin für ein anderes Alkaloid, Igasurin, gehalten zu haben. Bei Einwirkung von wein- | e 18 tigem Aetznatron auf Brucin wurde ein Hydrobrucin (C ffl H 28 N 2 0 5 ) erlangt, IR« 611 ^ eact ionen mit denen des Brueins nicht übereinstimmten (Chem. Centralb. 8 °> 8. 369 und 1881, 8. 555). t Jf Extractmn Strychni fluiiliim, Stryetaosflnidextraet. 1050g grobgepulver- *el ycnnossame11 werden mit 600g verdünntem (60-proc.) Weingeist, Qla . 5 ' 5 S conc. Essigsäure zugesetzt sind, gemischt und im geschlossenen «Jj e e iuen Tag einer Wärme von circa 50° C. ausgesetzt. Nach dieser Zeit (l die Masse in einen Deplaoirtrichter eingeschichtet und nun nach und nach gg ft "00g oder soviel verdünntem Weingeist übergössen, bis die Colatur Wfj J g beträgt. Diese Colatur wird beiseite gestellt. Auf dem Deplaeirungs- £e werden nun nach und nach unter Aufgiessen von verdünntem heissem 60- et „ e ; Weingeist weitere 2000g oder soviel Colatur gesammelt, als der Weingeist 2 * lk Mttcrschmeckend abtropft. Diese Colatur wird im Wasserbade bis aut lÄ (Unter Destillation) eingedampft und mit der zuerst gewonnenen zurück- galten Colatur vereinigt. Nach zweitägigem Stehen wird filtnrt und das 1 il- SX mit soviel 60-proc Weingeist nachgewaschen, bis das lnltra 1050g be- v r Q ä f Ordnungsgemäss wäre es, dieses Fluidextract auf einen Alkaloidgehalt *X lt Pr0C ' zu 8tellen > weil dieser Gchalt in ^T^fhll Jt TT 6 " '° 11(1 2 .0 Proc. schwankt und 1,5 das Mit«! aus beiden Zahlen ist. Um also 1142 Strychnos. Cortex Strychni. den Gehalt im Fluidextract auf 1,5 Proc. zu stellen, wären von den gern seilten Colaturen nach der Filtration und Auffüllung bis auf 1050g genau 50 g zu entnehmen, der Alkalo'idgehalt derselben zu bestimmen und die 1000 g Fluidextract durch theilweises Eindampfen oder Verdünnen mit 60-proc. Weingeis auf einen 1,5 Procent-Gehalt Alkalo'id zu stellen. $ Extractnm Strychni spiritaosnm. Das Austrocknen des Extractes, um ' in Pulver verwandeln zu können, soll am sichersten über Aetzkalk vorsichgehen- Ebenso kommt man zum Ziele, wenn man das honigdicke Extract auf Porcel'an tellern oder Glasscheiben in circa 2 mm dicker Schicht ausbreitet und an eine lauwarmen Ort stellt. Da auch das mit verdünntem Weingeist dargestellte Extract von fette Oelo nicht frei ist, so hat man folgende Operationen zur Beseitigung dieser Ue spuren vorzunehmen. Man dampft das Extract bis zur Honigconsistenz em ',- dass es erkaltet noch halb llüssig ist, lässt es langsam erkalten, so dass Oeltröpfchen an die Oberfläche treten. Diese wäscht man mit Petroläther OB Auf- und Abgiessen ab und schliesslich breitet man das Extract auf Porcel tellern dünn aus, trocknet etc. ii Das Extract, aus den von der Oberhaut befreiten Samen dargestellt; heller an Farbe sein und kein Fett enthalten. Anwendung (Handb. II, 8. 1072). Die Strychnostinktur hat auch eine äusserliche Anwendung gefunden, in Verbindung mit Spiritus saponatus SL Rheumatismus, den Rücken damit eingerieben gegen Schmerzen bei Blei v (Sebbes). iJ.VI1i*3/. "doli Tinctura Stryclmi ist ein vorzügliches Mittel gegen Uebelkeiten und Erbrec der Schwangeren (L. C. Smith). Von einigen Seiten ist die Darstellung dl Tinctur aus den von der Oberhaut befreiten Samen empfohlen worden. -x Als Antidot des Strychnossamens sind starke Gaben Chloralhy und Kaffeeaufguss mit Erfolg angewendet worden. en Semen Strychni Ignatii. Eine sehr ausführliche Arbeit über diese » a ■ ^ haben FlÜCKIGEB und Abtiiub Meyer veröffentlicht im Archiv der Ph- ^ zweite Hälfte, S. 401—415. Diese Arbeit ist mit Abbildungen und aueü den geschichtlichen Notizen ausgestattet. 9 •J Cortex Strychni Gauthcrianac, Hoang-Nan, eine gegen Hundswuth und n warm empfohlene Rinde, welche Strychnin und Brucin enthält. Sie körn ^ Strychnos Gautheriana, einem in China einheimischen Strauche. 1"' jj,,. wiril f-inp-osammelt. wenn sie sieb mit einem rrithliclien Staube (einer 1 l ec •„. wird eingesammelt, wenn sie sich mit einem röthlichen Staube (eine ff eindeckt. Sie hat grosse Aehnlichkeit mit der falschen Angusturarinde. L> a ' UI)( j geistige, sehr bittere Extract ist von gelbröthlicher Farbe, in Wasser los giebt alle Strychnin- und Brucin-Reactionen. ithält n» «b f M'beudoau, Icaja, Quai, Akasga, ein Afrikanisches Gift, e-'iij ^ HECKEL und SohlagdenuaüFFEN Strychnin. Man gebraucht diese ,S: '" ul) „„•<•!• wie die Calabarbolmen im westlichen Afrika zum Nachweise der ^ we j c hen Wahrscheinlich sind dies die Samen von Strychnos Qabahwja, aus auch Curare fabricirt wird. (1) Elixir Stryclmi Ainericanum IV Tincturae Strychni 5,0 Tincturae Aurantii corticis Spiritus Vini Aquae Rosae ana 30,0 Syrupi Sacchari 45,0. M. D. S. Alle 2—4 Stunden einen Theelöffol (bei Durchfall). (2) Mixtur« antidiarrlioica OSSTE IV Extracti Strychni aquosi 0,5. Solve in n Aquae Oinnamomi IW . Mucilaginis Gummi AraDioi Syrupi Sacchari »»* 2&% fi ipiitf*°V D.S. Zweistündl. 1 Esslöffe] ( <' crlei be). Ruhr, besonders Schmerzen im ^ Strychnos. — Styli mcdieinales. — Styrax. 1143 Nervcnkapseln, F. G. Lafosse's (Paris), sollen gegen Epilepsie wirken. Es smd hlnsse und dunkle in den Handel gebracht worden und sollen abwechselnd eine blassfarbige und eine dunkelfarbige genommen werden. Die ersteren enthalten mit Sabinaöl versetzten Leberthran, die dunkelen Strychnosextract und Kampher in Lebertran gelöst oder vertheilt. (100 Stück 20 Mk.) (IL Ferrein, Analyt.) Wurmmittel für Pferde ist gepulverter Strychnossamen (pro dosi 2,0—4,0—8,0 je_ nach der Grösse des Pferdes). Die Dosis wurde mit sauer gewordenem Bier gemischt und täglich einmal eingegossen. Da der Wurm sich durch Eiterbeulen kund Siebt und dem ltotze nahe verwandt ist, so ist die Anwendung dieses Mittels nutzlos. Styli medicinales. Styli uiediciiiales, Crayons nicdicamentcax, Salbcnstifte, Stifte sind eine Form für Arzneisubstanzen, welche man vordem in Form von Salben anzuwenden Pflegte. LEGBAS empfahl diese Stifte und gab auch mehrere Vorschriften dazu ( R ep. de Pharm. 1880, S. 196). Man giesst die halbflüssige Fettmasse in Glasröhre von 6mm Weite im Lichten, stösst mittelst Pistons den erstarrten Stift heraus und hüllt ihn in Zinnfolie. Die Anwendung ist eine bequeme bei Leiden der Augen, des Gesichtes, der Ohren etc. Wenn Glycerin in die Mischung eingehen soll, so giebt man die fertig gewehte flüssige Masse in einen Reagircylinder und vervollständigt die Mischung durch heftiges Schütteln, um sie dann halb erkaltet in das Glasrohr einzugiessen. Auf diese Weise ist das Glycerin der Fettmasse unterzumischen, besser wäre es, "'ycerin und ähnliche Substanzen aus der Mischung fortzulassen. IV St. (1) Styli Jodoformii desinfectivi. Jodoformii Glycerinae ana 10,0 Olei Cacao 30,0 Olei Menthae piperitae guttas 10. Piant styli. (2) Styli ophthalmici camphorati. Hydrargyri oxydati rubri Camphorae Plumbi acetici ana 1,5 Vaselinae 10,0 Olei Cacao 20,0. ■ Fiant styli. (3) iv Styli Ophthalmie! cum Hydrargyro oxydato. Hydrargyri oxydati rubri 2,5 Glycerinae 5,0 Olei Cacao 20,0. M. fiant styli. (4) Styli ophthalmici cum Zinco et Ilydrargyro oxydato. \y Hydrargyri oxydati rubri via humida parati Zinci oxydati ana 3,0 Glycerinae 5,0 Olei Cacao 30,0. Misce etc. Styrax. Styrax liqaidllS. Die Handelswaare sollte stets gereinigt weiden, indem man ^ e erwärmt und durch Gaze giesst. Eine gereinigte Waare liefert die chemische Fabrik zu Helfenberg bei Dresden. Styrax liqnidlis depuratus. Zur Darstellung wurde bisher Weingeist verwendet Handb. II, s. 1031). Da Weingeist nur einen Theil des Storax löst, und 25 , ! s 30 Proc. ungelöst lässt, dagegen Benzol (Steinkohlenbenzin) bis zu 90 Proc. 'ost und nur die rohen Verunreinigungen zurücklässt, so empfiehlt sich zur Darstellung die Verwendung des Benzols, wodurch ein klarer hellbrauner, in Pe- tr plbenzin unlöslicher, in Chloroform und Aethcr klar löslicher Storax erlangt Wlr d (Biji L> Ph. Ztg. 1880, Nr. 61). Als Prüfungsmittel auf Identität des gereiften Storax dient Petrolbenzin, welches höchstens nur Spuren lösen darf. T Die Reinigungsmethode, wie sie im Handb. II, S. 1081 angegeben, ist nach ^epage dahin abzuändern, dass man 2 Th. Styrax liquidus mit verdünntem Wein- 1144 Styrax. geist (0,960 spcc. Gewicht) bis zum Aufkochen erhitzt, schnell durch ein leinenes Colatorium giesst, beiseite stellt, nach dem Erkalten den Weingeist decanthrr und den Storax durch Erwärmen von dem noch anhängenden Weingeist befrei. Durch dieses Verfahren verliert der Storax einen Theil seiner Zimmtsäure. Das °" e . abgegebene BiEL'sche Verfahren verdient jedenfalls den Vorzug. Der nach LepaGE Methode gereinigte Storax ist grünlich, etwas durchscheinend und halbflüssig- Bestandtheile. Aus dem flüssigen Storax konnte M. v. Milleb durch P 6 ' stillation mit Wasserdämpfen nur 0,1 Proc. Styrol abscheiden. Der wässng Destillationsrückstand ergab ein hellgelbes schleimiges Filtrat und im Colatorui verblieb eine braune kautschukartige Masse. Jenes Filtrat mit Natronlauge ka behandelt ergab eine Flüssigkeit, aus welcher Kohlensäure eineu harzigen Kok» ' rstofl (aus 77,04 C. und 9,4 II. bestehend) abschied, während das Filt» davon mit Salzsäure angesäuert eine schneeweisse Zimmtsäure und beim KocB _ eine, braune nach Vanille riechende Harzhaut abschied. Aus den Was c ^ r q sern schied Kohlensäure ferner einen Körper ab, dessen Schmelzpunkt bei 1 bis 160° lag. Der ausgewaschene Storaxrückstand, grösstenteils aus Sty r bestellend, war von einem Oole, Zimm tsäurepheuylpropylest er, durek- tränkt. Dieser Ester bildet ein nach Storax riechendes, farbloses Oel, w<31t , bei der Destillation unter Zersetzung einen Kohlenwasserstoff von der ! 01 , C 10 H 6 ergab. Neben Zimmtsäu re .pheny lally lester (Styracin) und ZUB^ säurephenylpropylester kommt im Styrax noch ein Ester vor, dessen Alko'i") der Van' Mittboi- Formel C 10 H 16 O entspricht (Berichte d. d. ehem. Ges. 1876, S. 274). Hoff fand im Styrol einen neuen Körper, Styrocamphon (Berichte d ehem. Ges. 1876, S. 5). Heber die Bestandtheile des Styrax macht E. Mylius (Freiberg) langen, pharm. Oentralh. 1882, Nr. 8. ^ Ntyron, Cinnamylalkohol, Zimmtalkohol, Styrylalkohol (Cq i« C 8 H 5 . C 3 0 4 . OH) entsteht durch Zersetzung des im Storax und Perubajs oder vorhandenen Zimmtsäurecinnamyläthers (Styracin) durch Kalilauge. Es kry s . sirt in seidenglänzenden Nadeln, hat llyaeinthengeruch, einen süsslichen *-" cri "^„w schmilzt bei .'5.'!", siedet bei 250° und sublimirt unzersetzt. Nach BßACB 1 , Remedies X, Nr. 3) entspricht dieser Alkohol in der Wirkung dem Thy öl. """ * 1 Phenol, der Salicylsaure. Er ist leicht in Wasser, Weingeist nn<\ A.ether l Sty racinum , Styracin, ZimmtsSnrezimmtüther (C 18 H 16 0 2 oder C 9 H,02- J^j, Zur Abscheidung aus dem flüssigen Storax beseitigt man die Zimmtsäure Maceration mit 2-proc. Aetznatronlauge, wäscht mit Wasser ab, trocknet ^ unt'' 1 " linder Wärme und extrahirt mit einem Gemisch aus gleichen Vol. Aei ------ ----------- „-------- „— ------ 0 ---------- inii'- absolutem Weingeist. Den Auszug macerirt man mit thierischer ^° 'ulef wirft ihn dann der Destillation aus dem Wasserballe, soweit, bis :l /i (lcS & Weingeistes abgesondert sind, und bringt den Rückstand zur Krystall'satjO >• ^ krystallisirt in gernch- und geschmacklosen Nadeln, welche bei 50° , sc ' llc a o- Weingeistige Kalilauge wirkt zersetzend darauf ein. Styracin besitzt wie deren Aether antiaeptiache Eigenschaften. (2) Spiritus nntipsoric» 9 (des Catharinenhospitals zu Stuttg» iy Styracis liquidi Olci Petrae Italic! Spiritus Vini ana 50,0. Mixta per linteum fände. , (1 ,. e i I). S. TSglich einmal dM™Ä. Einreibungen genügen zui w> iy (1) Tinctnra nervina Barth!. Styracis calamitae Besinae Benzogs Mastiches Radicis Paeoniae ana 10,0. Continus affunde Spiritus Vini diluti Spiritus Vini ana 120,0. Digere per aliquot dies. Fiat tinetura. Styrax. -~ Succinum. 1145 Viola's Enhelldene von AugüST Om'n zu Frankfurt n/M., Schönhoitswasser, * altenglätter, gegen Sommersprossen und andere Hautkrankheiten, ist ein angenehm parfilmirter, schwach alkalischer und sclnvach weingeistiger Storaxauszug vüu braun- gelblicher Farbe. I05gm = 3 Mark. (Hageb, Analyt.) Succinum. Unterscheidung des Bernsteins vom Copal. Reuoux giebt folgende Kennzeichen an: Copal ist immer einfarbig und zeigt an seiner Oberfläche Punkte * r ystallisirten Schwefels ähnlich. Die Obei fläche des Bernsteins zeigt verschiedene Parbennüancen, besonders beim Wenden im Lichte. Auf der Handfläche Serieben riecht er aromatisch, während Copal und künstlicher Bernstein geruchlos Bleiben. In der Hitze ist Bernstein biegsam, nicht aber Copal und künstlicher , '"nstein. Copal zerbröckelt zwischen den Zähnen und lässt sich mit dem Nagel 'tzen. Bernstein lässt sich nicht mit dem Nagel ritzen, er ritzt sogar den Copal. "Ppalstücke lassen sich in der Hitze aneinanderschweissen, Bernstein nicht. Auf 00-— ho 0 erhitzt giebt Copal Wasserdampf aus, schmilzt dann, seine gelbe *rbe conservirend. Bernstein schmilzt bei 400°, wird schwarz, einen penetranten unkenden Geruch ausdunstend. Mit '/:i Leinöl schmilzt Bernstein schon bei 150". We Messerspitze Bernsteinpulver in die Lichtflamme geworfen verpufft mit röth- c « blauem Lichte, Copal aber mit hellgelber Flamme. Durch trockne Destilla- ° n Riebt Bernstein Bernsteinsäurekrystalle, Copal nicht. Das spec. Gewicht ^Bernsteins schwankt zwisohen 1,090 und 1,110, (1,080 —1,110 Hauke) das a ° s künstlichen Bernsteins ist circa 1,050, Copal 1,040. (Westind. Copal 1,060 ' ,ls 1,070; Ostind. Copal 1,050—1,057; Colophon 1,090 — 1,010. Hager.) ahl 'Psb. über d. Fortschr. d. Pharmakognosie etc. XI (1876), 8. 221, 222. 8 ßas spec. Gewicht des Bernsteins fand Helm (Archiv d. Ph. 1877, 2. Hälfte • 229 u. f.) zwischen 1,050 und 1,095 schwankend, das des Sicilianischen zu J. —1,066. (Hagbb fand das spec. Gewicht des Preussisehen Bernsteins . eis t zwischen 1,085 und 1,090 liegend.) Der Sicilianische Bernstein hat eine grünliche oder Bläulichviolette übergehende Färbung. Im Preussisohen Bern- ein erkennt Helm als Ursache einer bläulichen Farbe Eisenphosphat. Die 1 ehweisse Farbe soll durch eingeschlossenes Wasser, die Knochenfarbe durch Qj en Bernsteinsäuregehalt hervorgebracht sein. Die eigenthttmliehe äussere an sehaut deutet auf eine Verwitterung. Helm prüfte die Löslichkeit des Bernsteins. Aether löste 18—23, Wein- St7 20 ~~ 25 > Terpenthinöl 25, Chloroform 20,6 Proc. vom Gewicht des Bern- j.,' 118 - Benzin (wahrscheinlich Benzol) löste nur Spuren. Der knochenfarbige ^jnsteh, gab an Aether 16 — 20, an Weingeist 17 — 22 Proc. ab. Der Bern- 5j, msäure gehalt schwankte zwischen 3,2 und 8,2 Proc. Schwefel vermochte Wolf ' ra Bernstein nicht aufzufinden, Baüdbimokt fand dagegen stets Schwefel ; 1(!1 ' Gehalt aber über 0,48 Proc. niemals hinausging. Bei der trocknen süpI on trat imra< ' 1 ' Schwefelwasserstoff auf. Hei.m nahm darauf die Unter best-"!" 5 auf Schwefelgehalt wieder vor und musste er die Angabe IUitortmont's 8tatig en) insofern er in 5 Proben 0,26 bis 0,42 Proc. Schwefel antraf (Archiv JJharm. 1878, 2. Hälfte, S. 496—514). D as neben dem Bernstein in den Ostseeländern gefundene fossile mürbe II. eidV-i nCnnf 1TFXM Gedonit (Gedonia, lat. Namen der Stadt Daiizig). I keine lSenisleinsäure und ist in Aether leichter löslich (1. c). brau »en Bernstein nennt Helm Glessit (Archiv der Pharm. d ° 7 )- Glaesum, glessum nennt Taoitus den Bernstein. 1881, Dasselbe Den roth- 1 Hälfte, 1146 Succiuum, Ueber Bernstein findet sich eine Arbeit in der Zeitsclir. d. österr. Ap.-v er - 1879, S. 540. Marsson unterwarf 3kg Bernste ; n der Destillation und erlangte daraus 1,750kg Colofon, 180g rectificirtes Bernsteinöl, 105g Bernsteinsäure und eine saure Flüssigkeit, welche Capron-, Baldrian-, Butter-, Propion- und Essig säure enthielt. Rohes Bernsteinöl hatte ein spec. Gewicht von 0,922. ^ bei der Rectification des Oeles zuerst übergehende farblose Flüssigkeit (C 10 Bic' hatte ein spec. Gewicht von 0,840. Oleum Succini. Das Bernsteinöl fand Marsson in 2 Th. 80-proc. Welng ^ löslich. Mit Petrol verfälschtes erfordert weit mehr Weingeist zur Lösung- Terpenthinöl verfälschtes bildet nach FlüCkiger Terpen, wenn man es mit ein 61 gleichen Vol. einer Mischung aus 1 Th. Weingeist, 2 Th. Salpetersäure und Th. Wasser behandelt. Ueber einige neue harz ahn liehe Fossilien des Ostpreussischen » a landes berichtet Ernst Pieszczek, Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte, S. Künstlichen Bernstein vom natürlichen zu unterscheiden, genügt ein ßj 1 ^ in absoluten Weingeist oder ein Betupfen damit. In Zeit von einer ha Stunde ist der künstliche auf der Oberiläche matt, während der natürliche g zend verbleibt. Künstlicher Moschus, llandb. II, 1086. Zu seiner Darstellung soll »^ 30 g Bernsteinöl mit 125 g conc. Salpetersäure mischen und das Gemisch Ruhe überlassen. Die abgeschiedene braune Masse wird mit Wasser abgewas und getrocknet. Die Künstliche Ambra soll man erlangen, wenn man in Stelle der Salpete conc. Schwefelsäure anwendet. (Jattirtcr Bcrnsteinkolofon nennen Sciirader und Dumcke den mit ^.yeiu- Terpenthinkolofon zusammengeschmolzenen und dann durch Behandlung W" Ungeist von demselben befreiten Bernsteinkolofon. Dieser ist leichter sc Bnl , p, und zu Lacken geeigneter (Polyt. Notizbl. XXXVI, S. 39 — 40). S- & ;„ haben auch einen Apparat construirt, mittelst desselben sie den Berns ^. überhitztem Wasserdampf schmelzen, um einen hellfarbigen BernsteinkoloW zustellen. Bcrnsteinlacke von vorzüglicher Qualität, ähnlich dem Englischen ""^oio- lack, erlangt man nach Nobles und Housk 1) aus .'30 Th. Bernstein ^ fon, 30 Th. geschmolzenem Copal, 60 Th. Leinölfirniss und J. ; B g, Terpenthinöl; 2) aus 30 Th. Bernsteinkolofon, 60Th. Leinöln. 8 120 Th. Terpenthinöl und 30 Th. gewöhnlichem Kolofon. ( DIN Journ. 236, S. 395.) n$0^ In der Deutschen Ind.-Ztg. 1879, S. 199, geben Stantikn und zu Bernsteinlacken folgende Vorschriften Bestandteile Fetto Lacke Mittellack Flüchtige Lacke h _ Th. Th. Th. Th. Th. iö ; e Bernsteinkolofon . . 35 10 2 1 8 7 Bleiglätte .... 2 1 — — — ^~ Leinölfirniss . . . 50 20 4 2 1 ™ t 6 Terpenthinöl . . . 80 60 10 4 10 20 geschmolzener Copal . — 10 1 1 4 2 Terpenthinkolofon . — — 1 — — "I 1 Venet. Terpenthin . Succinum. — Sulfur. 1147 Der Mittellack hält sich in der Mitte zwischen fetten und flüchtigen Lacken. Der Bernsteinkolofon wird zunächst in der Hitze in Leinölfirniss gelöst, dann Verden die anderen Zusätze gemacht. Als Bernsteinkitt eignet sich am besten eine Lösung des Copals in Aether. ™ a n soll die Bernsteinflächen auch mit Aetzkalilauge befeuchten und dann kräftig ar »einander drücken. Die Bindung soll eine so exaete sein, dass die Bruchteile niebt zu erkennen ist. Sulfur. Die Gewinnungsart des Schwefels auf Sicilien ist eine sehr primitive, welche auch wenig Ausbeute giebt. Latour und DüBREUlL empfehlen die Erhitzung n eoncentrirter Calciumchloridlösung, welche erst bei 120° siedet. Der ge- ^molzene Schwefel sammelt sich in der heissen, wahrscheinlich in eine sanfte °urende Bewegung versetzten Flüssigkeit in der Mitte des Kesselraumes (Cbem. % 1881, S. 877). Zur Bestimmung des Arsens im Schwefel empfiehlt Sohaelt-i die LV tr act fels Ar 8e: ion mit Aetzammon, worin Schwefelarsen leicht löslich ist, Fällen des Schwe- aus dem ammoniakalischen Auszuge durch Silbernitrat und Bestimmung des n » aus dem Schwefelsilber, resp. dein Silberchlorid, worin das Schwefel- Siber übergeführt wird (Chcm. Industrie 1881, S. 410). Sciiaeppi's Verfahren ,?• » der pharm. Centralh. 1882, S. 138 und 139 ausführlich beschrieben und kretisch erklärt. , Die Modificationen des Schwefels haben verschiedene Erstarrungspunkte, ^öslicher Schwefel erstarrt z.B. bei 114,3°, der oetaedrische bei 117,4°. Auf :**° erhitzter Schwefel erstarrt bei 113,4°, fünf Minuten auf 170° erhitzt bei l4 >4° (Geknez, Ber. d. d. ehem. Ges. 1876, S. 850). ,. Dass sich Schwefel, besonders im Momente seiner Abscheidung aus Ver- Oliul- s - 875 - ph> Centralh - 1877 ' 8 - 106 )- f e ändere Methode des Schwefelnachweises theilt Rosenfeld in der Zeitschr. • an %t. Chem. XV, S. 294 mit. Tb m Bestimmun g des Schwefels in Kiesen, Kohle, Cooks etc. wendet • *. Dbown eine farblose, mit Brom gesättigte Aetznatronlauge von 1,25 1148 Sulfur. spec. Gew. an, worin die Substanz digerirt und gekocht wird, um den Schwere' iu Schwefelsäure überzuführen (Chem. Centralbl. 1881, S. 249). Dass Brom den Schwefel und die Pyrite schnell und leicht oxydirt, die in der Analyse vorkommenden Schwefelmetallc schnell löst, indem man nU1 Bromwasser auf das Filtrum mit dem Schwefelmetall zu giessen nöthig hat, l e & uns E. Reichardt. Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte S. 122 und l2j- 1 Th. Schwefel erfordert 15 Th. Brom. H 2 S giebt mit Bromwasser Schwell säure, so auch Unterschwefligsäure. Es wird eine Bromwasserspritzflasche empfohlen, deren beidu Röhren mit Glashähnen versehen sind. Die Bestimmung des Schwefels in Schwefelkiesen besteht nach FRESENIUS (Zeitsohr. f. anal. Chem. Bd. XVI) in der Schmelzung der feingepulverte" Kiese mit Natriumcarbonat und Kaliumnitrat und Bestimmung der Schwefels* 11 der Schmelze. Lunge lässt die Kiese mit Königswasser behandeln, um v Schwefel in Schwefelsäure überzuführen, lieber den Werth dieser Moth" L vergl. man Archiv der Pharm. 1880, 1. Hälfte S. 297. Chem. Central» • 1880, S. 55. . ge _ Max Gröger bestimmt den Schwefel in den Pyriten in folgender *\ el ' 1) Zusatz von Eisen und Erhitzen, um Eisenmonosulfid herzustellen. 2) W * wird mit verdünnter Salzsäure behandelt. 3) Der entwickelte Schwefelwasser wird in titrirte Jodlösung geleitet, wobei ein Theil des Jods unter Sehwete scheidung in HJ übergeht. 4) Das rostirendo freie Jod wird zurücktitnrl) die Menge des Schwefelwasserstoffes zu bestimmen und aus diesem den 8 cn gehalt des Pyrits zu berechnen (Chem. Ztg. 1881, S. 303). g 0 b- Um Schwefel, Stickstoff und ein Halogen in einer organischen stanz nachzuweisen, soll mau diese nach P. Spica's Angabe mit Kali schm und von der wässrigen Lösung der Schmelze einen Tropfen auf Silber g einen anderen Theil der Lösung mit Eisenchlorid und Essigsäure versetzen hufs Berlinerblaubildung) etc. Chem. Centralbl. 1880, S. 249. Die Wirkung der Schwcfelblumen auf Oidium Tuckert berfli ^ der allmählichen Bildung von Schwefligsäure, auf welcher ja auch der Geruc ^ Schwefels überhaupt beruht. (J. Mkeitz, Ber. d. d. ehem. Ges. XII, b - Eisenkittft (18 an der Zahl), deren Bestandteil meist .Schwefel ist» ^ ; n sich näher beschrieben in der pharm. Centralli. 1882, S. 17 und 18, aU Lüdickä's „Der Bau- und Maschinenschlosser". 0 n Eisenscliwiine. Eisen- oder Stahl glänzend-schwarz zu m ache ^ ^ mau sie mit einer Lösung des Schwefels in 10 Th. Terpenthinöl bestreic dann über der Spiritusflamme erhitzen, bis sie schwarz sind. ^ kiintscliiikiiiasse. Aus Gemischen von Chlor Schwefel mit Lei_ ° te iien, anderen trocknenden fetten Gelen lassen sich elastische Massen jggl? welche kautschukähnlich sind. Näheres berichtet Bering pharm. Centra S. 291, 292. a f hwei e1 ' Kitt für Aquarien und Wasserbehälter besteht aus gleichen Th. » ^ go¥ i e l blumen, Salmiak, Eisenfeilspänen und Leinölfirniss nn Schwerspath, dass eine teigige Masse entsteht. 397 SeUeSipuher, welches nicht oder nur schwach knallt, besteht Kohle, 429 Salpeter, 252 Schwefel und 638 Alaun (entwässer ^ Spence-Metall fand M. Glasenapp bestehend aus 64,47 Proc- ^ iß$ 26,68 Proc. Eisen, 0,59 Proc. Kupfer, 5,79 Proc. Sand und Silicaten ^ proC . KohloBubstana, es besteht also aus 33,68 Proc. freiem Schwefel >"'',, und Schwefeleisen, 0,89 Proc. Schwefelkupfer, 5,79 Proc. Sand und i>m Sulfur. 1149 *>92 Proc. Steinkohle (letztere wohl nur zufälliger Bestandteil). Deutsche Ind.- Zt g- XXII, S. 132. üuiidliiilzcrmasse für Reibflächen jeder Art von Louis Hokst (Linz a. Rh. D - R.-Pat. Nr. 35806, 1. Apr. 1880). Folgender Mischung werden Frictious- ätoffe (wie Infusorienerde, Glaspulver, Sand) zugesetzt. Bleisuperoxyd 30 Th., Kaliumchlorat 15 TL, Mangansuperoxyd 9 Th., Schwefelblumen 8 Th.. Infusorienerde, Glaspulver, amorpher Phosphor ana 6 Th., Leim 8 Theile. Ueber die n ul ver von Nr. 11 dazugegeben J?d damit durchrührt. 3—5-mal wird tofl e ™ ! So ' c ' 111 Mischung eingegeben "'(ebensooft eine Mischung in den Pha- i ; f nx eingestäubt. (Die Originalvorschrift £ s « Sulf. 0,25 mit nur 0,05 Carbo, und ^chloricum 0,2 mit 0,05 Carbo mischen. Va. • e } etzt ere Mischung bei einiger Un- 8l °htigkeit eine Explosion erzeugen M. (2) Sapo sulfuratus Pli. Anstr. Saponis Veneti pulv. 70,0 Sulfuris sublimati 10,0 Olei Bergamottae 1,0. (3) Unguentnin antipsoricum. 1. Ungt. Adolf: Flor. Sulf., Bacc. Juniperi pulv., Bacc, Lauri pulv., Adipis ana 40,0. 2. Ungt. Hardy: Sulfuris dep. 2,0, Cam- phorae 1,0, Ungt. lenientis 30,0. :!. Ungt. Mayxsl: Sapon. dornest. 40,0 Aquae fervidae 80,0, Flor. Sulfuris 85,0. EbuÜitione peraeta admisce Adipis 160,0. 4. Ungt. Vezih: Flor. Sulfuris Saponis domestioi pulv., Adipis ana 50,0, Rhizo- matis Veratri 2,0, Kali nitrici 0,2. In« .. Colovig-tMie, Böning's, ist eine glycerinhaltige, mit Schwefel versetzte Pyrogal- 8Ba irelösung. (Ed. Geiski.uk, Analyt.) »im ^ 0,H,itio " Powder for horses (Nord-Amerika) ist ein gröbliches Pulver-Gemisch g' B Schwefelblumen, Foenum graecum, Sttssholz, Colofon, Kochsalz, Salpeter, Pulvte u-h - variarum. (Hbnrv 1'.. Parsons, Analyt.) itiit rf " n,eva,, ff <>,n,i agiiete, in 5 Minuten Hühneraugen zu beseitigen, bestehen aus ']! waphit gefärbten Schwefel in Form eines Stiftes. Man soll anzünden und einen n Pten den- schmelzenden Masse auf das Hühnerauge fallen lassen (1 St. 0,50 Mark). fp . ''bilodormiiip, Pommadc nntipelliculense von Demarson, Chetelat kt Co. S(.i," s !' eine parfümirte Salbe aus Schwefel, oalcinirtem Eisenvitriol, Magnesia, "»weinefett und Cocosöl (40g 8 Mark). (O. KRAUSE, Analyt.) fl "e&ne vögetaL Haarbalsam aus Pflanzenatoffen von Hanvy de Buwler J'vr' n' l00com Flüssigkeit enthaltend 12 Proc. Bleiacetat, G Proc. Schwefel, etwas nssäure, Glycerin und parfttmirtes spirituöses Wasser. (Godbffroy, Analyt.) es ,, y ' !,,ln1 ' a l s l»;iiHlor, eleotromotorische, von K. Kauffmann (Berlin). Innerhalb Jsnn . B ''"' s schwarzem Sammet befindet sich ein Nankingstreifen mittelst Leim- mit Schwefel überzogen. l öSu n g a ,1 ^ ahl »hal8blnder, electromotoriscbe, des Apoth. Jux. Sohbader (Munderkingen '• Donau), entsprechen denjenigen Zehle's (Handb. II, S. 1101). (Wittsti in, Analyt.) Ko„|. u / " , ! ,l, ' r ' ^bbl's, bestehen aus Phosphorkupfer und Kaliumchlorat nebst etwas »dt 0'! Vn '- si( ' enthalten also keinen Schwefel Sie dienen zum Zünden der Patronen «ust magneto-electrischen Funkens, 1150 Tamarindus. Tamarindus. Die Aegyptischon Tamarinden (die schwarzen) kommen nicht nach Europ > indem die Westindischen oder rothen Tamarinden hier überall bevorzugt werden weil diese reicher an Zucker und angenehmer im Geschmack sind. ^ Als Verfälschungen werden angegeben: Zwetschen- oder Pflaumenmuss, * L lasse mit Weinsäure oder Weinstein vermischt. Selbst freie Schwefelsäure "' auch Knochenkohle hat man in den Tamarindenmassen angetroffen. . , Mellago Taraarindorum, Extractum Tamarindorum coiicentratum, TamarinM extract. Unter dieser Benennung bringt Carl Erba zu Mailand ein Präparat den Handel (General-Depot für Deutschland Schering's grüne Apotheke, Berlin •> Ohausseestrasse 21), welches die Consistenz eines Syrups hat, sich klar in v* aS löst, braun ist und angenehm säuerlich schmeckt. Es ist der mit Wasser den Tamarinden extrahirte und im Vaccum eingedampfte Saft. Mit Zucker*» liefert er angenehm schmeckende Limonaden von appetitlichem Aussehen- ehem. Fabrik Eugen Dietericii's zu llelfenberg bei Dresden liefert ein liches Tamarindenextract. . , ), Tamar indien ist der Französische Namen für Pulpa Tamarindorum, fi .^ und aß; sind die unter dieser Bezeichnung im Handel vorkommenden SpecialitäteB Auszügen der Senna, .Talapa, Frangula-Hinde, des PodophyUum-Khizoms deren Stuhlgang bewirkenden Mitteln versetzt, so dass sie als Arzneiston 1 zufassen sind. Als Surrogat kann eine Mischung ex tempore von Electu* e Senna, Pulpa Tamarindorum und Glyccrina ana gelten. Das Tamar ' , nach der unten folgenden Vorschrift bereitet sollten die Apotheker einfüu ren zu einem Hausmittel zu machen suchen. (1) Saccharitae tamarindinati lenientes. Tamar indien. Laxirconserve. Tamarinden - Conser ve. Marmelade de Tamarin. (2) Trochisci recroanteS. Erfrischungspastillen. 'V Pulpae Tamarindorum 450,0 Saccharl albi pulverati Sacchari lactis pulverati Glycorinao purao ana 50,0. Mixta leni calore inter agitation'em evapo- rent, donec massa consistentiam extracti adepta fuerit. Tum admisee Foliorum Sennae subtilissime pulve- ratorum 50,0 Fructus Anis) vulgaris pulverati 10,0 Elaeosaochari Citri Acidi tartarici ana 3,0, Ut Hat massa inter digitos depslticia, ex qua formentur placentae oentum (100) oblongae, circiter 3,6cm longae, 2,2cm latae et 1cm crassae. Ilas placentas aqua pulverisata conspersas quantltate sufficiente hujus pulveris parat) e Tartari depurati 5,0 Saccharl albi Sacchari lactis ana .'15,0 Tragacanthao 5,0 Acidi tartarici 1,0 Ligni Santall rubri 25,0 pervolvendo obtege et premendolaeviga. Placentae tum per horam unam tantum loco tepido paullulum desiccatae stanno foliato velentur et werventur. Acidi citrici 100,0 Elaeosacharl Citri 20,0 Sacchari albi 250,0 Tragacanthao 20,0. Pulverata misce cum Glycertnae 40,0 Pulpae Tamarindorum 250,0. Mixturam sepono per horam ana < addo tu" 1 Sacchari lactis q. s. . -,,.;,)"i'" 1 ' ;fua trochisci qU™ ut hat massa, ex qu (500) formentur. Zur Erfrischung wird eine Pas* 1 kaut und verschluckt. ile **" (3) Trochisci Tamarindornm lax Pastilli (Trochisci) laxativi. &° \ a digestive lozenges. Fruit-l» xa ges.) LaxirpastiUe». Rf Sacchari albi l. r )0,0 Tuberis Jalapae 20,0 Radicis Liquiritiao 15,0 Foliorum Sennae 50,0 Tartari depurati 5,0 Elaeosaochari Anisi 10,u Tragaoanthae 5,0. Pulvores tenuissimos imsoe iiiite^' rfl' 9 T.'imnvindus. — Tanacetum. 1151 Pulpae Tamarindorum 200,0 Für Kinder genügt */ 2 —1 Pastille, für Sacchari lactis subtilissime pulverati Erwachsene genügen 1—2—3 Pastillen zu q. s. einer geliud eröflnenden Wirkung. ut fiat massa, ex qua trochisci ducenti (200) formentur. Tamarindenbonbon ist mit Zucker gemischte Pulpa Tamarindorum, mit Zucker °der Chocolade überzogen. , Tamarinden-Conseryen, Kanoldt's (Gotha), verwendbar zu Limonaden und lei- J'l'Hcn'iiinenden Tränken, entsprechen den oben mit Saccharitae tainarindinati lenien- t(5f * bezeichneten Conservcbrötchen. r_ Honigtrank des sich wirklichen Gesundheitsrath nennenden Karl Jacobi. Dieser 'rank bildet sieben Mittel, nur wenig von einander abweichend, je nach der Krank- • 350g Flüssigkeit (1.50 Mark) bestehen in der Hauptsache aus einer Tamarinden- 'l'ikochurig mit, Zucker, Weinstein, Spiritus, Himbeersaft. Nr. 1 enthält ausserdem 'Was Frangulaabkochung, Nr. 7 etwas Baldrian und Myrrhen. (Schädlbk u. Hager, Analyt.) Tanacetum. , Flores et Folia Tanaceti (Ilandb. II, S. 1106 und 1107). Nach Oscar Lep- ' C) s Untersucliungen enthält das Kraut (Herba Tanaceti) eine äusserst geringe , en ge eines besonderen Bitterstoffes (Tanacetin, 0,28 Proc), Tanacet-Gerbte, Spuren Gallussäure, ätherisches Oel (im Kraut 0,66, in den Blüthen 1,49 r ° e 0> wachsartige Substanz (im Kraut 3,01, in den Blüthen 2,4 Proc), Fett- ^bstanz (im Kraute 1,02, in den Blüthen 1,6 Proc), Schleim, Eiweiss, Wein- J Ure , Citronensäure, Aepfclsäure, Spuren Oxalsäure. Levulose, Harz, Mctarabin- J Ure > parabinartige Substanz, Ilolzgummi etc. (pharm. Zeitschr. f. Kussl. 1882, flr - 8 und 10). ,. Das Tanacetin ist amorph, braun, hygroskopisch, stickstofffrei, bitter, ' nt ennach kühlend und ätzend schmeckend. Seine Formel ist C 11 B te 0 4 , Tanacet- » a , Ure konnte LEPPIG nicht auffinden. Die Tanacetgerbsäure ist dunkelbraun, ?, ch -wach säuerlich, in Wasser löslich, in Weingeist und Aether nicht löslieh, mit j ^ 08 alz einen grünen, mit Ferrisalz einen braungrünen Niederschlag gebend. n ^ontact mit siedender verdünnter Mineralsäure spaltet sie sich in Zucker und a techin. Ihre Formel ist C 23 H. 2n O ;!1 (Arch. d. Ph. 1882, 1. Hälfte S. 368). be • 1"^ ^' enm tanaceti itetherenm ist von Bkuylant näher untersucht worden und Wifl* 6r ^ Ml do I,Academie r - deBelg. 1878): Frisch ist das Oel gelblich, ja , :i1ler an der ^uft lind im Tageslicht braun. Der Geruch ist kampherartig, ^ Geschmack brennend, bitter, hintennach scharf. Bei +15° C. hat es ein jPec. Gewicht von 0,023. Es siedet bei 192°, zwischen 194 und 207° destil- 28o o'" gr088er Theil über ' daml stei S t die Temperatur allmählich auf 270 bis T) ,1' -^' 8 ^ uc ^stand verbleibt eine harzige Masse, welche ungefähr den zehnten von deS ° eles ausmacllt - Durch fractionirte Destillation war kein Körper ia konstantem Siedepunkt zu erlangen. Durch Behandeln mit Natriumbisulfit ooncentrirter wässriger Lösung erhält man eine krystallinische Verbindung v 0 napfil 'yl"atrium8ulfit), welche mit verdünnter Natronlauge erhitzt, ca. 70 Proc br der Menge des Oeles eines farblosen Destillats von schwachem Geruch, Sied m bitterem Geschmack und von 0,918 spec. Gewicht ausgab. Der «er v Unkt dcsselbon lag zwischen 195 —196°. Die Zusammensetzung entsprach Sam mo1 C 'O n ioO- Es gehört also zu den Aldehyden und ist von der Zu- ^nmensetzung des Kamphers der Laurineen. Bruylant nennt diesen Aldehyd nacetylhydrür. Unter Einfluss naschenden Wasserstoffs geht dieser Aldehyd Tanacetum, — Taraxacum. — Taxus. in den entsprechenden Alkohol (C 10 H, s O) über. Letzterer, bei 203—23 siedend, befindet sich aber auch schon ursprünglich in dein Oele, und zwai etwa 26 Proc. Ferener fand sie hin dem Oele etwa 1 Proc. eines Kohlcnwassei Stoffes (Terpen, C 10 H 16 ) bei 155 — 160° siedend. Der Laurineen - Kampbe>> welchen man aus dem Oele durch oxydirende Einflüsse erhält, entsteht aus vorerwähnten Alkohol (pharm. Centralh. 1878, S. 237). • , .j In l?etroff der Wirkung hat das ätherische Uainfarnöl Aehnlichkeit Di dem Rosmarieöl. Starke Gaben bewirkten Convulsioncn, toxische Contractu!» der Flectoren, Gesichtsblässe, Schaum vor dem Munde, Erbrechen. Es ist a , das Oel mit Vorsicht zu dispensiren. In Gaben zu 15—20 g wirkt es selbst tödteni- Das Tanacetylhydrür (den oben erwähnten Aldehyd) prüfte PüTZ E auf die Wirkung bei warmblütigen Thieren und beobachtete er Lähmung mit vorhergehenden Krampfanfällen, rauschähnlichen Zustand, beschleunig Herzaction und Temperaturabnahme bei unverändertem Blutdruck (Centr. »• med. Wiss. 1879, S. 567). starb Kräuteriiieuniatisnuisliqueur des Kaufmann Schreiber (Cüthen) ist o« 1 " :• v., erba Tanaceti 10 Th., Radix Angelicae. ü« , Absinth« äna 2 Th. (Radix Hellebori nigri?) und 100 Th. Weingeist (Hager, Ana'i^ 'ntlul \ u t weingeistige Tinctur aus Flores und Herba Früher fand man darin nur eino Tinctur aus Herba Tanaceti und Absint»«." j„j Geissler, Analyt.). Nach einer anderen Mittheilung ist der. Liqueur nur eine A'y flr . aus Tanacetum. Diese Analysen ergeben eine verschiedene Darstellung und oßn ^ ß dacht eines Gehaltes an narkotischen Stoffen. Das Material war zu gering, U1B Gegenwart des Helleboretns mit Sicherheit nachzuweisen (Hager). Taraxacum. i vrlen el1 Extractnm et Mellago Taraxaci. In diesen Präparaten sind in versciueu Mengen Milchsäure und Lactate angetroffen worden, ohne dass diese --^8**? 0) in der Pflanze praeexistiren. Sie müssen also aus einer Gährung reS pg ä i)- welche während der Extraction, dem Absetzenlassen und Eindampfen des . gt zensaftes oder der wässrigen Auszüge ihrem Verlauf hat. Dieser Uinsta» , schon vor einigen Jahren von Ludwig (Jena) erkannt worden. 0. L |,|,;v g^e dagegen in dem in Weingeist unlöslichen Antheile neben Peptonsubstan* einer der Chinasäure sehr ähnlichen Säure vor. A»' Leontodina. Leontodin nennt Kromateb den in Wasser unlöshc ^ theil des Milchsaftes des Löwenzahnes. Es ist also ein Resinold, welches V gegen Acholie (Gallenmangel) empfahl. (Vergl. auch llandb. II, S. 1109.) Taxus. Was9 er Von AMATO und Cappabelli wurde in Taxus ein flüchtiges, lU t ; c kstofl' wenig lösliches, nach Schimmel riechendes Alkaloid und eine farblose - % f freie krystallinische Substanz, Milossin, aufgefunden. (Gazz. Chi©- S. 349 u. f.) Das Tannat jenes Alkalolds ist krystallisirbar. „ r ,iiarl |,(> " Taxin zu isoliren, schüttelte Dbagendobff die ammoniakalisch g r0 tbe Auszüge durch Benzol und Chloroform ans. Characteristisch sim |j e fem) Farbenreactlon mit conc. Schwefelsäure (welche aber auch andere h '' '^silber- und die Leichtlöslichkeit der Doppelchloride mit Gold, Platin und «t ^^ Vergiftung. Von Maijby Dias (IJrit. med. Journ. 1876) wird^ ,,.,.„0 ungsfall berichtet, in welchem eine an Hysterie und Dementia lrl( Taxus. — Terebinthina. 1153 auf einem Spaziergange wenige Blätter der Taxus baccata genossen hatte und darauf im Verlaufe von kaum zwei Stunden starb. Schwacher Puls, Gesichtsklasse, Bewusstlosigkeit, Pupillenverengung, Abnahme der Eespiration und Herztätigkeit waren vorwiegende Symptome der Vergiftung. Erbrechen und Reizung des Darmtractus traten nicht ein. Redwood erwähnt eines Falles (Pharm. J ourn. and Trans. Vol. 8, Nr. 385, S. 361), in welchem eine Frau 200 g trockene Blätter im Aufguss nach und nach ohne Erfolg (als Abortivum) nahm, aber Dach dem Gebrauch frischer Blätter erkrankte und starb. Das Herz war schlaff, enthielt keine Coagula und nur wenig Blut. In dem von Whitehkad Reih beschriebenen Vergiftungsfalle (Brit. med. Journ. 1877 Nr. 876, S. 442) durch laxus sind Erbrechen und Pupilleuerweiterung beobachtet worden. Nach Anwendung von Magenpumpe, Senfteig, Wärmflaschen, Ammoniak, Branntwein stellte sich Durst ein und nach Genuss von Milch erfolgte neues Erbrechen und end- llc h Genesung. In Folge Genusses von Taxusbeeren sind wiederholt tödtlich endende Vergiftungen vorgekommen. Terebinthina. Strassburger Terpentin entstammt der Pinus picea Linn. fAbies Pectinafa DC.) und wird besonders in den Vogesen gesammelt, wo er aus der •"»de des Baumes in uadelkopf- bis bohnengrossen Massen hervortritt. Er ist v °n der Consistenz des Honigs oder eines Syrups, bernsteingelb, von balsamischem I , r °nenähnlichem Gerüche und scharfem bitterlichem Geschmacke. Er löst sich e 'cht in 90-proc. Weingeist, welche Lösung sauer reagirt. Mit 1 / 1C seines Geseiltes Magnesia gemischt wird er in wenigen Stunden fest, in 24 Stunden fÖcklig (entgegen den Angaben von Guiboukt und DouvAvi/r, nach welchen leser Terpentin mit Magnesia keine fest werdende Mischung giebt). Von Postans wird der Russische Terpentin (Tereb. Kossica) als vor- ■p gsweisc, wirksam angepriesen und soll man ihn in folgender Mischung geben: P- Terebinthinae Rossicae 8,0; Mucilaginis Tragaeanthae 16,0; Pulveris Amyg- alarum compositi 16,0; Aquae chloroformiatae 190,0. M. f. emulsio. p Terebinthina communis (Handb. H, S. 1117). Armstrong fand darin 0,5—2 r °e. einer dem Paraffin ähnlichen Substanz. , Terebinthina laririna. Handb. II, S. 1118. Lärchenterpentin ist in Stein- Wenbenzol klar, in Petrolbenzin mehr oder weniger trübe und auch in Petrol- ier löslich. Die Benzol-Lösung wird auf Zusatz eines doppelten Vol. Petrol- lers entweder unbedeutend oder gar nicht getrübt. In der weingeistigen Lösung ei Coniferenharze entsteht durch Bleiacetat ein Niederschlag, welcher beim ^°enen nicht in vollständige Lösung übergeht. Durch Natriumcarbonatlöaung r den di e Coniferenharze gelöst und aus dieser Lösung durch Essigsäure wieder ockig abgeschieden (HlBSOHSOHN). Die Lösung in Natriumcarbonatlösung ist mev eme , m voiik ()lnmene 0 der nur eine theilweise, so dass sie häufig eine nilchige p orm annimmt (HäGEB). f Petrolftther löst vom Colophon nur circa 90 Proc, von den anderen Coni- er enharzen 40—55 Proc. (Hibschsohn). Pistacia Terebinthus Linn., Terpentinpistacie, ein im südlichen Europa ^sonders auf der Insel Chios im Aegäischen Meere) und nördlichen Afrika '»heimischer Baum, der Familie der Anacardiaceen (den sumachartigen Gewachsen) angehörend. ii. *8«r, Pharm. Praxis. Suppl. 73 1154 Terebinthina. Chios-Terpentin. Terebinthina Cliia s. Cy pria, Terebinthina de CTiio pistacina, CMos-Terpenti'i. Cyprischer Terpentin, Terpentin von Ohio, das aus dem Stamme des Baumes ausfliessende Harz, von steifer Extractconsistenz oder häufiger in spröden Stücken, zwischen den Fingern gedrückt erweichend und knetbar, bei 60—70 ° C. schmelzend, von grünlich-weisser, oder grünlich-gelber bis bräunlich-gelber Farbe, durchscheinen t in dünner Schicht durchsichtig und gelblich, von schwachem, nicht Bittere Harzgeschmacke und angenehmem schwachem balsamischem, an schmelzendes r>' ' nenwachs erinnerndem Gerüche. Dieses Harz ist in absolutem Weingeist, Aethei; Benzol, Chloroform, Amylalkohol vollständig löslich, so auch in heissem Terpe tinöl, kochendem 90-proc. Weingeist, unvollständig löslich in kaltem 90-proc- Weingeist, zum Theil nur löslich in Petrolbenzin, Petroläther. Die mit diese letzteren Flüssigkeiten unter Kochen bewirkten Lösungen sind heiss trübe OD scheiden beim Erkalten das Harz grössten Theils wieder ab. Es ist ferner * der löslich in kochender Natriumcarbonatlösung, noch in kochender concentiii Aetznatronlauge, an welche letztere es nichts abgiebt, was auf Zusatz von " säure fällbar wäre. In kochendheissom 68-proc. Weingeist ist dieses Harz eD ® falls unvollständig löslich. Das spec. Gewicht des Harzes in Stücken ist h bis 1,067, in weicher Form 1,055—1,000. _ ;t . Wesentliche Eigenschaften des Chios - Terpentins sind der Mangel eines teren Geschmacks, ein sehr schwacher, entfernt an Elemi und Fenchel erinnern Geruch und eine unvollständige Löslicheit in kochend heissem verdünntem v geist (0,890—0,893 spec. Gewicht). Während die gewöhnlichen Terp° ntul ® (1a . Petrolbenzin löslich sind, ist Chiosterpentin darin unvollständig löslich, in Benz" gegen wie auch die Pinus- und Abies-Terpentine klar löslich. Da dieses . nicht frei ist von Rindenrudimenten, so wäre eine Depurirung nothwendigj ßg dieselbe würden aber die flüchtigen Bestandtheile verloren gehen. Besser i Emulsionen, Salben etc. durch Gaze zu giesson und auf diese Weise Schmutze zu befreien. Bestandtheile sind Proc. 5 — 10 flüchtiges Oel (dem Terpentinöle ^ ähnlich), 80—85 oigenthümliches Pistacienharz, 3—5 Weichharz, Spuren . organischen Säure (nach Wigner Benzoesäure, welcher auch Proc. 9>2-"~ ^. flüchtiges Oel, 79—81 Mastix-Alphaharz, 4—6 Benzoe-Gammaharz, 2-—•» D) reinigkeiten als Bestandtheile auffand). KELLY erwähnt als Bestandtheile 1 j zwei Modifikationen des Borneols (von Power, mit Asarol bezeichnet), Asaro und Asarolvalerianat (New Romed. 1881) Prüfung. Man Steinkohlenbenzol unter 2 cd" 1!) löst in einem Keagircylinder circa 0,2 g des U arzes . lD r y äl mg __ter Erhitzen über einer Flamme. Erkaltet muss die _ ^ klar oder nur unbedeutend trübe sein, auf Zusatz von 4ccm Petrolben* 1 ^ eD< Petroläther weiss trübe werden und ein Theil des Harzes sich flockig absc ^ e Harze von Pinus und Abi es geben entweder klare oder nur mäss, ^y e iter e Mischungen und nur Spuren Harz scheiden im letzteren Falle aus- . e ; g tes 0,2g des Chios-Terpentins werden mit 4—5ccm eines 68—69-proc. Wei o ^ in einem Keagircylinder, dem man ein Rückflussrohrauf gesetzt hat, unter ^ & gelöst. Die Lösung geht langsam vorsieh und ist keine vollständige- ^ &T%eS Abkühlen durch Wasser wird die Lösung weisstrübe und ein Theil de9 el . t { ün n- scheidet auch wohl ab. Die Pinus- und Abicsharzc geben mit diesem ^jg ten Weingeiste in der Wärme eine klare Lösung, welche erkaltet nur f en tin9 trübe ist und keine Ausscheidung macht. Löst man 0,2 g des Chios-1 i ^ e unter Kochung in 3—4ccm Amylalkohol, so erfolgt eine klare oder wc ^j n g e ist Lösung, welche auf Zusatz von einem doppelten Vol. 08 — 09-pro°- . ßtfzc weiss trübe wird. Unter gleichen Umständen geben die Pinus- und Atn Terobinthina. Terpentinöle. 1155 eine völlig klare Mischung. Ein erbsengrosses Stückchen Harz wird mit 3 ccm Aetznatronlauge (1,334 spec. Gewicht) übergössen und im Reagircylinder 2—3 Minuten gekocht. Es darf in die Lauge nichts in Lösung übergehen und dieselbe mit Wasser verdünnt auf Zusatz von Salzsäure keine Trübung erfahren. Ein ziemlich gleiches Verhalten zeigen auch die erwähnten fremden Harze. Der Mangel eines bitteren Geschmackes ist ein wesentliches Kennzeichen des Chios- Terpentins. Die Unreinigkeiten in diesem Terpentin sind mikroskopisch betrachtet frei von Tüpfelgefässen, welche in denen der Pinus- und Abies-Harze nie fehlen. Anwendung. Irgend ein Kaufmann hatte einen Ballen Chios-Terpentin seit Decennien auf dem Lager und um damit zu räumen, appellirte er an die Leichtgläubigkeit der Aerzte und man sprengte das Gerücht aus, dieses Harz sei ein "Pecificum gegen Krebs. Die Erwartung erfüllte sich und es war die Waare flicht nur schnell vergriffen, sie war auch nicht mehr in ausreichender Menge herbeizuschaffen. Der Verf. des Ergänzungsbandes verdankt den Besitz einer " r obe echter Waare nur der Güte des Apothekers Janssen zu Florenz. Chios-Terpentin wird innerlich und äusserlich angewendet, innerlich zu 0,25 —-0,5—0,75 zwei- bis viermal täglich bei Lungen- und Luftröhrenkatarrhen und ^ebsleiden, äusserlich gegen krebsartige Leiden in Form von Salben und Linimenten. Um den Chios-Terpentin in Emulsion zu geben, wäre er mit gleichviel ^ndelöl durch Schmelzung zu vereinigen, und um ihn in Pillenform zu bringen, ü 'lte man ihn mit einem halben Gewichte Wachs durch Schmelzung vereinigen UI1( i mit etwas organischem Pulver versetzen. ^ Clay warnt vor falschem Chios-Terpentin (The Chemist and Druggist, 1880 aiheft), der oft schädliche, selbst gefährliche Wirkung zeige. Die falschen a rze theilen dem Harne einen veilclienähnlichen Geruch mit und reizen die Haut . n eigentümlicher Weise. Die Recepte, welche Chios-Terpentin vorschreiben, sen ihn gewöhnlich mit Schwefel verbinden oder mischen. Ueber Chios-Terpentin findet sich eine grössere Arbeit in der Zeitschr. d. %• österr. Ap.Ver. 1880 Nr. 28, und ein Brief darüber in der Rundschau f. u> Interessen der Pharm, etc. 1881, S. 303. Te Oleum TereMntbinae (Handb. II, 1118 u. f.). Eine ausführliche Arbeit über rpentinöle haben R. Godkffkoy und K. Ledekmann in der Zeitschr. d. allg. ^äterr. Ap.-Ver. 1877, Nr. 24 u. f. veröffentlicht. Aus derselben sei erwähnt, ss di e fri^h i K , re jt e t en o e i e neutral sind, aber in Berührung mit Luft eine jj re Keaction annehmen, dass der von diesem Oele resorbirte Sauerstoff, wie die < A ZETT an Siebt, nicht in Ozon oder WasserstofThyperoxyd übergehe, sondern rp Bildung ei, lcs Oxydes des Terpens (Ci 0 H 10 ) veranlasse, welches Oxyd mit r P e .noxydhydrat (C I(I 1I U) 0 +11,0) zu bezeichnen sei. f„. ,'° Terpentine enthalten 5—34 Proc. Oel. Im Handel unterscheidet man Agende Sorten: *) Oestcrreichisches Terpentinöl, von Pinus Austriaca, ist farblos schwach gelblich, vollkommen klar. Spec. Gew. 0,864. Siedepunkt , ^57° C. Es lenkt den polarisirten Lichtstrahl naeh links ab. Löslich Oftp<> 9 0-proc. Weingeist. Das rectificirte Oel hatte ein spec. Gew. von ti'nn Und W:U ' '" 8 Th * 9 °-P roc - Weingeist löslich. — 2) Deutsches Terpen- L p. Von Pinus silvestrü, Pinus Abies L., Pinus vulgaris L., Ptnus picea Sied "*' r "'" ndal " Lk. gleicht dem vorhergehenden. Spec. Gew. 0,86—0,87. Qe» Dkt 155 ~ 160 ° G - Ist linksdrehend. Das rectificirte Oel hatte ein spec. von 0,868 und war in 7 Th. 90-proc. Weingeist löslich. — 3) Frankier 155- >DW. 73* 1156 Terebinthina. Terpentinöle. zösisches Terpentinöl, aus Französischem Terpentin (der Pinus maritima) ist farblos oder schwach gelblich, vollkommen klar. Spec. Gew. 0,86. Siedepunkt 156 —157° C. Es riecht eigentümlich, schmeckt brennend und lenk den polarisirten Lichtstrahl nach links ab. (Franz. Terpentin wird hauptsächlich in der Umgebung von Bordeaux gewonnen und liefert 25 Proc. Oel.) gab mit 7 Th. 90-proc. Weingeist eine klare Lösung. — 4) Vcnetianische Terpentinöl, aus Venetianischem Terpentin (von Pinus Larix L. od. La rl deeidua Mill.) gleicht dem Französischen, riecht aber angenehmer. Es l 60 den polarisirten Lichtstrahl nach links ab. (Venet. Terpentin gewinnt man % meist im südlichen Tirol, im Thale St. Martin in Piemont etc.; er liefert 18 bl _ 25°/ 0 Oel). — 5) Englisches Terpentinöl, aus dem Amerikanischen Terpeü' tin (von Pinus palustris faustralis) und Pinus Taedä) gleicht dem I r * zösischen. Spec. Gew. 0,864. Siedepunkt 150—156° C. Es lenkt den P^ risirten Lichtstrahl nach rechts ab. (Amerik. Terpentin liefert bei der Destillat 10 circa 17 Proc. Oel). — Ausser diesen 4 Hauptsorten kommen im Handel n° folgende Terpentinöle vor: ; . 6) Tannenzapfenöl, Oleum Abietis pini, aus den Zapfen von A- ' pectinata durch Destillation mit Wasser gewonnen. Es riecht viel feinei Terpentinöl. Spec. Gew. 0,868 — 0,875. Siedepunkt 160 — 162° C. R 15 "" drehend. — Es ist in 7 Th. 90-proc. Weingeist löslich. — 7) Latschen- ° a Krummholzöl, Oleum Pini pumilionis, aus jungen Spitzen und ^ a " ,, von Pinus Pumilio Hänke durch Destillation mit Wasser gewonnen. &* , & einen entfernt an Wachholder erinnernden Geruch. Spec. Gew. 0,865. " l ^ punkt 170° C. Links drehend, in 12—15 Th. 90-proc. Weingeist löslicb- ^. t 8) Fichtennadelöl, Oleum foliorum Pini silvestris, durch Destillation Wasserdämpt'en aus den Nadeln von Pinus silvestris oder Pinus Abies gewo hat einen ausserordentlich feinen, aromatischen Geruch. Spec. Gew. 0,875-—°>. gl Siedepunkt 160° C. Rechts drehend. — 9) Unter dem Namen TemP 11 ^. oder Kien öl bezeichnet man im Handel ein Terpentinöl, welches durch stillation des Holzes, der Zweige, Zapfen, Nadeln etc. mit Wasser gewönne» ^ namentlich im Kanton Bern in Emmenthal und Aargau in der Schweiz n ^ manchen Gegenden Tirols erzeugt wird. Es riecht citronenartig. Sp ec - 0 0,86—0,88. Siedepunkt 160—164°. Links drehend. — G. und L. untersag noch ein Oleum Abietis Canadense, aus Zweigen von Abies balsameü ^ in Canada gewonnen. Es zeigte einen angenehmen Geruch, scharfen Gosc . g( j e . war etwas gelblich gefärbt, hatte ein spec. Gew. von 0,902 und einen ^, punkt von 160—166° C. Es lenkte den polarisirten Lichtstrahl nach red» Weiteres ist 1. c. nachzusehen. aetfüt^ Ueber das Verhalten des Terpentinöles gegen starke Hitze ha ^ eine Reihe von Experimenten angestellt und darüber in den Ber. d. d. c . ' nje» X, 1877 S. 113 u. f. Mittheilungen gemacht. Im Auszuge linden sich OK ^ f _ in d. Jahresber. über die Fortsein*, der Pharmacognosic etc. XII, ®* Tj ft «btali»» In dem Terpentin wurden demnach gefunden: Benzol, Toluol, Xylol, ^ a j^neu 6 Phenanthren, Anthracen, Methylanthracen, welche sämmtlich auch Bes a des Steinkohlentheeres ausmachen. lgi reD ' Terpentinöl-Emnision. Um Terpentinöl dauernd zu emu ge j feB - soll man nach GE1J0I8 (Amcric. Journ. of Pharm. Vol. 49, S. 345) f el » ß e ide pulver verwenden. Auf 30 g des Oeles genügen 0,66 g des S° ifcn P u et ' z t. P' e werden gemischt und unter Reiben nach und nach mit Wasser vers Emulsion soll sehr weiss, homogen und dauernd sein. ^ erB gieb 4 Terpentinöl kann als Bandwurmmittel Dienste leisten: ^^al j e man täglich zweimal 5 — 7 — 10 Tropfen, Erwachsenen täglich o — Terebinthina. Ol. Tereb. ozonisat. 1157 10 —15 — 20 Tropfen in Emulsion mit Ricinusöl. Nach 2— 3 Tagen geht öann der Bandwurm ab, wenigstens in den meisten Fällen. Von Taube wurde Terpentinölstaub und Dunst gegen Diphtheritis mit Erfolg angewendet. 15 Tropfen wurden mittelst Zerstäubers zum Einathmen fähig gemacht. Die Augen der Patienten sind während des Experiments zu verdecken und zu schützen. Stündlich wurde 8 —10 Minuten hindurch inhalirt. In den ersten 24 Stunden weicht das Fieber, Pseudomembranen lösen sich ab, a er Gestank schwindet etc. Dass dauerndes oder starkes Einathmen von Terpentinöldunst auf die Gesundheit einen nachtheiligen Einfluss ausübt, selbst epileptische Krämpfe hervorruft, sich im Harne Eiweiss nachweissen lässt, wird von mehreren Seiten an gegeben z. B. von Poincare, Potain, Sternberg etc. (Jahresb. über den Fortschr. d. Pharmacognosie etc. XIV 1879, S. 274). Um Federn (Straussfedern) zu bleichen, setzt man die Federn in Terpentinöl eingelegt oder in einem mit Terpentinöldampf gefüllten Räume aufgehängt dem Tages- und Sonnenlichte aus. Von Kingzett wurde beobachtet, dass Terpentinöl im Contact mit Wasser Un d atmosphärischer Luft bei Sommertemperatur die Bildung von Oamphorsäure u nd Wasserstoffhyperoxyd veranlasst, welche sich beide in dem Wasser lösen. ^ a mit ist eine Andeutung zur Herstellung desinficirender Flüssigkeiten gegeben z - B. zum Wundverbande, zum Besprengen der Krankenzimmer, der Strassen *•*• Hierauf gründete A. Poehi, eine Desinfectiousmethode vermittelst terpen- Qaltiger ätherischer Oele (St. Petersb. med. Wochenschrift 1879). Man vergl. ail ch S. 558 dieses Ergänzungsbandes. Um Terpentinöl in eine Bleichflüssigkeit zu verwandeln, soll man nach * ü d. Boettger dasselbe mit gleichviel Weingeist mischen und im offnen Gefäss ?<* Einwirkung der Sonnenstrahlen aussetzen. Es entsteht, wieKiNGZETT fand, "asserstoffliyperoxyd, welches in Lösung übergeht. Oleum TereMnthinae ozoiiisatum (Handb. II, S. 1121). Man kann dasselbe a nch dadurch herstellen, dass man zu lOOccm Französischem Terpentinöl nach u n d nach unter Schütteln 400 oder soviel ccin einer 1-proc. Kalium- nypermanganatlösung setzt, bis das Oel durch jodcadmiumhaltige Stärke- üsung ) unter Hinzufügung eines Krystallfragments von Eisenvitriol, eine blaue Färbung liefert. Nach Verlauf einer Stunde setzt man 50ccm oder die genügende Menge verdünnter Schwefelsäure hinzu, schüttelt kräftig und lässt absetzen. as oben aufschwimmende Oel wird abgehoben und in dichtgeschlossener Flasche n einem schattigen Orte aufbewahrt. , Dieses angeblich ozonisirte Oel enthält nicht Ozon, sondern Wasserstoff- yperoxyd. R. Boettger gab folgende Prüfung auf letzteres an: Man über- ntitte in einem lleagirglase einige cem des Oeles zunächst mit etwas Äthylier, fjig e ,j azu c ; n doppeltes Vol. destill. Wasser, hierauf einige Tropfen jod- j^dmiumhaltige Stärkolösung und schliesslich ein kleines Krystallfragment von •senvitriol. Lässt man nun den Inhalt des Reagensglases durch Neigung des J'ases einige Male hin- und hergleiten, so sieht man in wenig Augenblicken »e unterste wässerige Schicht im Glase sich intensiv lasurblau färben, als sicheres Zeichen der Anwesenheit von Wasserstoffhyperoxyd. Man vergl. auch unter «ydrogenium hyporoxydatum, S. 554. (Jahresb. .'der phys. Ver. zu Frankfurt a - M. 1879.) T Papasogli ist der Ansicht, dass die als Ozon auftretende Eigenschaft des s Pentinöls der Bildung von Stickstoffoxyden zuzuschreiben sei, indem das Oel ovv °hl Sauerstoff wie Stickstoff begierig aufnehme und sogar das durch Phosphor 1158 Terebinthina. erzeugte und mit Wasser und Kalilauge gewaschene Ozon zerstöre (Ber. d. d« ehem. Ges. X, 1877, S. 84). ___________ Oleum Tercbinthinae simpliciter snlfnratnm, einfach geschwefeltes Terpentinöl, ist eine decanthirte Lösung einer im Wasserbade bewirkten Lösung von 1 T* 1, Sulfur lotum in 15 Th. Terpentinöl. Es bildet eine klare gelbe Flüssigkeit, welche man zum Bestreichen der Krätzpusteln, hauptsächlich aber zu m Lackiren polirter Eisenflächen gebraucht. Das Eisen wird damit überstrichen und dann einer Wärme von 60—70° C. ausgesetzt. (1) Baisamum antichimetlicum Barnes. Barnes Frostbalsam. Rc Baisami Copaivae Olei Terebinthinae ana 20,0. M. D. S. Zum Bereiben der Frostbeulen. (2) Balsamnm pcctorale Meibom. MEiBOM'scher Brustbalsam. R? Benzoes Sanguinis draconis Opii ana 10,0. Pulvoratis adde Baisami Peruviani 10,0 Cetacei 5,0 Butyri vaccini 10,0 Olei Amygdalarum 50,0 Olei Tercbinthinae 100,0 Acidi acetici glacialis 2,0. Digere per aliquot dies, saopius agitando, tum per lintcum cola. D. S. suo nomine. _ (Dieses alte Mittel wird täglich einmal in die Brust eingerieben, auch können täglich 1—2-mal 10 bis 15 Tropfen innerlich genommen werden gegen Husten, Schwindsucht, chronischen Lungenkatarrh.) (3) Emulsio cum Terebinthina Chiensi. R? Tercbinthinae Chionsis 5,0 Olei Amygdalarum 10,0. Liquando mixtis et per pannum Coum fusis adde Gummi Arablci pulverati 7,5 Aquae Rosao 10,0. Contercndo fiat emulsio, cui addo Aquae Bosae ß0,0 Syrupi Saecliari 30,0 Aetheris guttas 10. D, g. 3—4-stündlich oinen Esslöffcl zu nehmen. (.4) Linimcntum antanthracinnm Thielmak». iv Olei Terebinthinae 25,0 Vitellum ovi unius. Emuisis adde .» Infusi florum Chamomillae (e w"' 300,0 tum Spiritus camphorati 25,0. D. S. Mittelst Compressen, Charpie etc. aufzulegen (bei Brandbeulen, P US *!J' maligna, Carbunkol, carbunkulösen «* schwüren etc.) (5) Linimentnm anterysipelatictna ROTIIE. Rr Acidi carbolici puri Tincturae Jodi Spiritus Vini ana 2,0 Olei Terebinthinae 4,0 Glycorinae 10,0. . „i n M. D. S. ümgeschütelt zum Bepin*?' 1 ; der entzündeten Fläche und deren u . gebung (besonders bei der Gesiclitsroä /' (6) Linimentnm antichimetlicum Moi" 1, Mott's Prostmittel. R* Fellis taurini Olei Terebinthinae ana 60,0 Spiritus vini 25,0 Tincturae Opii 15,0. T>„*«rei" M. 1). S. Umgeschiittelt zum U eiB chen der Froststellen. (7) Linimentnm Terebinthinae ace (Symons). I. Linimentnm fortius. IV Terebinthinae laricinae 20,0. Misce leni calore cum Olei Kieini 10,0. Tum adde Spiritus camphorati 20,0 Acidi acetici glacialis 10,0. II. Linimcntum mitius. Rf Terebinthinae laricinae 20,0- Misce leni calore cum Olei Kieini 20,0. Tum adde Spiritus camphorati 80,0 Acidi acetici glacialis l u ^ ticni» Terebinthina. 11Ü9 (8) Liquor inhalatorius antibroiicliiticus Waldenbueg. ^ Olei Terebinthinae Ammoni hydrochlorici ana 5,0 Aquae destillatae 500,0. M. D. S. Stark umgeschüttelt in zerstäubter Form zu Inhalationen (bei Bron- c hitis mit Emphysemen). (9) Mixtura antinenralgica Lebiciie. ^ Olei Terebinthinae rectificati 1,0 A (-1,5) Aquae Menthae pipcntae Gummi Arabici ana 15,0 Aquae destillatae 90,0 ... Syrupi Aurantii florum 30,0. ^sce emulgendo. . 0. S. Umgeschüttelt 3—4-mal täglich eiI >en Esslüffol voll (bei Neuralgien). (10) Oleum laenifugum Breea. * Olei Terebinthinae rectificati 10,0 Olei liicini 60,0. o."l- D. S. Des Morgens innerhalb 4 tUndon auf zweimal zu nehmen (sogen a iHlwunn. Brera Hess auch eine Misch- !. n f '1 l| s 7,5 Ol. Tereb. und 50,0 Ol. Ricini u ' einmal nehmen, was aber selten gut »ertrugen wurde). (H) Olfactorium anticatarrhoi'cum fortius Hauer. Hager'b verschärftes Olfactorium. I. Liquor ad olfactorium. * Acidi carbolloi puri 10,0 Olei Terebinthinae 5,0 Spiritus Vini 20,0 Liquoris Ammoni caustici 12,0. }\. ' O. S. Flüssigkeit zum verschärften auf, '? schen Kiechfläschchen vorsichtig aul zubewahren. ., IL Olfactorium. quoris ad olfactorium portio parva in num minus gossypio aut alumine inf, °i S0 :ul dinlidi;lv " partem repletum snrn ™ tur i tum vitrum epistomio clnu- aunt u U8um suiu ' ltl "'- Post dies ali- TOnd 1 rum l ,aul 'um liquoris in vitrum 8 „ H atur i "t vitrum apertum odorem rUni P e 5 etr antem semper cxhalet, qui le spirando hauriatur. nisr.^! 6 Riec hfläschchen sind für diejeni- nisch ß ^l^. pfehlen ' weloh eanstarkemchro- imni,'i',, c, "!"I )f( ' n 1( ' i(1( ' n °der welche sich «Ke n Fn , eMtlskranke oder SchwindsUch- 60 anthalten oder dieselben pflegen. Den Eltern und Geschwistern des Diphtheritis- kranken sind sofort diese Olfacrorien in die Hand zu geben und sollen dieselben zum oder vom Kranken tretend dieses nur unter Riechen an dem Mittel thun. Die Aerzte sollten ohne dieses Olfactorium nicht in die Praxis gehen. (12) Pilulae cum Oleo Terebinthinae. Rf Olei Terbinthinae 10,0. Misce cum Cerae albae liquatae 10,0, tum adde Magnesiae subcarbonicae 8,0. Fiant pilulae ducentae (200). D. ad vitrum. S. 3—4-mal täglich 4—G Pillen. (13) Pilulae taenifugae Jesuitarum. r? Olei Terebinthinae ö,0 Kreosoti fagini veri 1,5 Cerae iiavae liquatae 5,0. Contritis adde Piperis nigri pulverati 6,0. Fiat massa, ex qua pilulae centum et viginti (120) formentur. D. ad vitrum. S. Jeden Vormittag (innerhalb 4 — 5 Stunden) stündlich je 5 Pillen (so dass im Vorlaufe von 4—5 Tagen die Pillen verbraucht sind. Kindern unter 12 Jahren werden nur 3, über 12 Jahren 4 Pillen gegeben. Werden die Gaben gut vertragen, so kann die Ein- zelngabe um eine Pille vermehrt werden). (14) Spiritus antipyreticus Debout. Fieber-Spiritus zum Einreiben. ik Olei Terebinthinae 100,0. Tincturae Opii crocatae 3,0 Chloroformii 1,5. M. D. S. In der fieberfreien Zeit (Morgens und Abends) nach dem Umschütteln soviel wie 2 Esslöffel voll längs der Wirbelsäule einzureiben (gegenWechselfieber). (15) Spiritus Conifcrarum novus. Neuer Conifercngcist. Olei Terebinthinae optimi 100,0 Olei Lavandulae )0,0 Olei Eucalypti 20,0 Olei Citri Olei Bergamottae ana 5,0 Spiritus Vini 500,0. M. Liquorem in lagenam vitream, onficio pauflum »mplo instruetum, mfusum se- pone loco radiis solis obvio et saepius ,-r'ita. Lagena no sit obturata. Post octo dies liquorem serva. 1100 Terobinthina. — Thea. Clavaethyl, von Koncz Andras (Ungarn), ist ein Hiihneraugenmittel und besteht aus circa 50 Th. Oollodium, 3 Th. Venetianischem Terpentin und 1 Th. Sabcy'' säuro (12g 2 Mark). (Ew. Geissler, Analyt.) Coniferengeist nennt Vomacka eine Lösung eines guten Terpentinöls (1 TM in reinem Weingeist (5 Th.), welche zum Verstäuben, Besprengen, Waschen etc. als Desinfectionsmittel Anwendung findet. Fieber-Liniinent, Saint-Bartiielemy's. r? Ol. Terebinth. 125,0; Tinct. Opü 5 >°> Camphorae 3,0; Olei Olivae 60,0. M. D. S. Alle 6 Stunden in die Wirbelsäule vou oben nach unten 6 Minuten hindurch einzureiben. Nach 3 — 4 Einreibungen soll aa Wechselfieber wegbleiben (Sezerio). Harlemer Oel, Holländischer Balsam, Holländische Tropfen, Harlemer Balsa«»: Unter diesen Samen wäre eine in der Wärme erzeugte Lösung von 5 Th. Oleum Wjj sulfuratum, 10 Th. Oleum Terbinthinae und 20 Th. Oleum cadinum s. Juniperi Hg empyrouinaticum zu dispensiren. Man vergl. auch Handb. II, S. 568, 1122. St. Jacobsö], ein mit Alkanna roth gefärbtes Gemisch aus 100 Th. Französische« Terpentinöl, 10 Th. Rosmarieöl und 5 Th. Lavendelöl. Es dient zum Einrei» bei Lähmungen, Rheuma etc. Kräuterhalsam, antirheumatischer, Persischer, von Kaufemann und Mo» (Rotterdam) ist eine Mischung aus Schmierseife und Terpenthin, mit Eucalyptus- u Zimmtöl aromatisirt. (E. Jacobsen, Analyt.) Ozontose, ein mit Weingeist versetztes und den Sonnenstrahlen ausgesetzt g wesencs Terpentinöl (85g 0,50 Mark). Zu je 10 Liter des letzten WäSche-SP^ Wassers soll ein Esslöffel dieser Flüssigkeit hinzugemischt worden. Die Wäsche v darin eingeweicht, ausgewrungen und an freier Luft getrocknet. Die Leinen-W* 8 wird dadurch weisser und schöner. Sanitas ist Wasser, welches Wasserstoffhyperoxyd und Camphorsäure, auch Spu. Terpentinöl gebist enthält. Man stellt es durch Leiten eines warmen Luttstro ^ durch Wasser, welches mit einer dünnen Schicht Terpentinöl bedeckt ist, her. 992 dieses Ergänzungsbandes ist diese Sanitas bereits erwähnt. . m Styptic Balsam, Warren's (Boston) besteht aus Schwefelsäure 20,0, Terpentn 1 und Weingeist, ana 7,0. ^ Universal-Balsam zum innerlichen Gebrauch, ist ein Gemisch aus 20 Th- v rp) K Terebinthinae sulfuratum, 8 Th. Oleum ligni Juniperi, 5 Th. Oleum cadinum, ' gfy, Oleum Foeniculi, 1 Th. Oleum Anisi. Zum äusserlichen Gebrauch vergl. m:m fyvä II, S. 732. Den von Nohaschbck in Mainz angepriesenen Universal -Balsam Wittstein nur aus Ol. Terebinth. sulfurat. bestehend. Wunderbalsam, Englischer, ist ein Gemisch aus 2 Th. Olivenöl, 1 Th. ie ^. tinöl mit Anilingrün unter Beihilfe von etwas Anilin gefärbt (Industriebi. 1< Unter demselben Namen scheinen verschiedene Mischungen vorzukommen. Bandb. I, S. 559. Wunderöl. setztes Terpentinöl Weber's (Holtingen in der Schweiz), soll mit etwas Bernstein öl sein. Es wird als Schmiermittel gegen Flechten gebrauc Man ver« 1 - nöl V er " Thea. d da 110 Maloo ist meist ein Thee, bestehend aus bereits gebrauchten un ei „ ■wieder getrockneten Theeblättern. Pekoe bedeutet feinste Sorte, Congo durch Arbeit zurechtgestellter Thee, Souchong kleine Sorte. , eV Peccoblumen, Theeblumen sollen aus Indien nach Europa gebrac jouro- und bestehen nach den Untersuchungen Holmes und Greenisii (^"^^tter un< * and Transact. Vol. VII, Nr. 327', S. 285) aus Rudimenten der The ® b Sgkeit, besonders den Haaren der Theepflanze. Sie enthielten 7 Proc. *e u | err i- nur 14,65 Proc. in Wasser Lösliches und 18,73 Proc. Asche (mit 6 . , 'Tl> eile oxyd), 1,5 Proc. Theiri, 12 Proc. Gerbstoff. Die in Wasser löBllcD f ^»m lieferten 2,4 Proc. in Wasser lösliche Aschentheile. Die Haare waie ^io- in Folge Aufsaugung der Extractivstoffe, und enthielten dalier auch 1,6 fi Thea. llfil Bestandtheile des Thees. Muldek verdanken wir genaue Analysen des Chinesischen und Javanischen Theos. Es enthielten Chines. Theo Javan . Thee Eaysan Congo Ilaysan Congo Proc. Proc. Proc. Proc. flüchtiges Oel . . . 0,79 0,60 0,98 0,65 Chlorophyll . . . 2,22 1,84 3,24 1,28 Wachs ..... 0,28 — 0,32 — Harz ...... 2,22 3,64 1,64 2,44 Gummi ..... 8,56 7,28 12,20 11,08 Gerbstoff .... 17,80 12,88 17,56 14,80 Thein (Coffein) . . 0,43 0,46 0,60 0,65 Extractivstoff . . . 22,80 20,60 21,68 18,64 besonderen Farbstoff 23,60 19,12 20,36 19,88 Albumin (Casein). . 3,00 2,80 3,64 1,28 Cellulose .... 17,08 28,32 18,20 27,00 Asehe ..... 5,56 5,24 4,76 5,36 Den Theingehalt fand Steniioüse zu 1,05 — 0,98 — 1,02 — 1,27 Proc, Peligot sogar zu 2,34—3,5—2,79—2,93 Proc. in verschiedenen Theesorten. Die schwarzen Theesorten enthalten durchschnittlich mehr Feuchtigkeit als die grünen, erstere circa 10, letztere circa 8 Proc. An kochendes Wasser geben die getrockneten schwarzen Theesorten o9—48 p roc ; m Durchschnitt 43,5 Proc, die getrockneten grünen Theesorten 42 — 52, durchschnittlich 47 Proc. Lösliches ab. Das in Wasser unlös- lic he beträgt 50 — 60 Proc, im Mittel 55 Proc. Die Aschenmenge beträgt 5 — 5,8 Proc, im Durchschnitt 5,4 Proc. Ein bereits extrahirter Thee giebt 3 — 4 Proc. Asche aus. Die Asehe ist von rötlicher Farbe, wegen Eisen oxydgehaltes, welcher den eisernen Gefässen, worin as Trocknen der Blätter vorgenommen wird, entstammen soll. Auch Spuren "■Upfer und Mangan sind einige Male in der Asche gefunden worden. Diese besteht zum Theil aus Sulfaten, Phosphaten und Chloriden der Alkalimetalle und b Puren Kieselerde. Wie alle an der Luft getrockneten Kräuter nie frei sind von Salpeter- Ire und Amnion, so finden wir auch im Thee beide Körper vertreten. 11)011 Bing untersuchte bezüglich des Salpetersäuregchaltes mehrere Theesorten wur n . f. pr . Cbem. XXII, S. 348—351) und fand er im schwarzen Souchong- ieo 0,022 Proc. Salpetersäure oder 0,041 Proc. Kaliumnitrat, im Peccothee A>28 Proc. Säure oder 0,052 Proc. Kaliumnitrat, im Haysanthee 0,030 Proc Säure. da ... . un 9 des Theegenusses. Dieselbe hat Morton speciell studirt und ruber i m The Druggist's Circular and ehem. Gaz. Octbrh. 1879 Mittheilungen eemacht. Die Folgen massiger Theegaben sind Beschleunigung des Pulses, ver- Thür i Res P n ' ation > Anregung der geistigen und körperliehen Stimmung und ran-! Uml ein Ben ' a ghchkeitsgefiihl. Sehr starke Gaben haben zur Folge: den . Bescllleuni g u ng des Pulses, Erhöhung der Körpertemperatur, Gemüths- daVn S i 0n ' K °P fweh > Gesichtstrübung, Ohrenklingen, Gedankenverwirrung, später Res t f der Erschii P f »"S, Zittern, Nervosität, Acngstüchkeitsgefühl. Ein fort- Q b etzter übermässiger Theegenuss bewirkt andauerndes Zittern, Empfindlichkeit, ^ it n le tion, vermehl- te Herzthätigkeit, Dyspepsie, Schwindel, Harn Verminderung i«q„ mimlerm, S del * Hamatoffabsonderung (Zeitschr. d. allg. österr. Ap.-Ver. ö80 > S. 136). 1162 Thoa. Thee-TJntersuchung. Don Thieren ist Thee ein Gift. Ein Pferd, welchem man statt Heu Thee- blätter vorgeworfen hatte, war in Raserei verfallen. Jahresb. üb. d. Fortschr. d. Pharmacognosie etc. Jahrg. XIV (1879) 8. 278. Untersuchung des Chinesischen Theos. Dieselbe umfasst in erster Reihe folgende Operationen: 1) Bestimmung des Extractgehaltes, des in kochendem Wasser löslichen Theiles. Das Theintannat ist nur in heissem Wasser löslich. Der Extractgehalt ist auf die getrocknete Waare zu berechnen. 2) Bestimmimg des Gerbstoffgehaltes; diejenige mit Cupriacetat ist die einfachere Methode. 3) Bestimmung der Asche. 4) Bestimmung des in Wasser löslichen Theiles der Asche. 5) Bestimmung des The'fngohaltes. Die sub 1 bis 4 gewonnenen Resultate können auch aus Kräutern erlangt werden, welche nicht Thee sind und durch die Bestimmung sub 5 wird diesen Resultaten Gewähr geboten. p anD geht man zur mikroskopischen Prüfung und zu dem Nachweise einer künstliche 11 Färbung über. Man vergl. auch Handb. II, S. 1132 u. f. Zur Untersuchung des Theos veröffentlichte J. M. Edeh im Archiv der "*• 1879, 2. Hälfte, 8. 342 u. f. ein Verfahren, welches empfehlenswerth ist. N» cü derselben dienen vorzugsweise als Verfälschungen: 1) Mineralsubstanz zur v> e ' wichtsvermehrung, 2) grünfärbende Mineralsubstanzen, 3) fremde Blätter u» schon gebrauchter Thee, 4) organische Farbstoffe, gerbstoffhaltige Pflanzentnei • Eder bestimmt folgende Bestandteile des Theos: 1) Extractivstoffe, durc Extraction mittelst kochendheissen Wassers gesammelt, 2) Gerbstoffe, 3) Asc > 4) die in Wasser unlöslichen Theile. Den Gerbstoff bestimmte er mittelst K«P' e acetats. Aus 34 Analysen ächter Theesorten ergaben sich folgende Resulta im Mittel: „ „.„,. Gerbstoff Extract Asche i 89 i.ABcb e Proc. Proe. Proc. P roC ; Souchon und Pouchon. Schwarzer Thee . 9,18 38,3 5,88 2 >°" Congo ............ 9,75 37,7 5,70 JJJ Blüthenthee (Peko)........ 11,34 40,0 5,27 *r> Schwarzer Thee (Mittel aus 25 Analys.) . 10,09 38,7 5,62 V Gelber Thee.......... 12,66 40,8 5,68 f'J 5 Grüner (Haysan, Gunpowder)..... 12,14 41,8 5,79 *>L Gelber u. grüner Thee (Mittel aus 9 Analys.) 12,40 41,3 5,73 f> Q Guter Thee soll mindestens enthalten . . 7,50 30,0 6,40 Clark erhielt folgende Resultate: ., j a) Japanthee.......... 19,00 36,5 5,6 *' b) Japanthee.......... 9,50 41,8 6,3 ä K a) Young Hyson.........12,40 39,8 5,0 ^ b) do. ......... 16,00 37,2 6,7 & c) do .......... 20,10 45,0 7,1 ö j, d) do. ......... 17,50 44,9 5,7 __ Black ............ 10,6 44,5 5,5 3 English Breakfast........ 5,6 21,2 5,2 ^ Oolong ............ 8,9 39,6 6,4 pa s English Breakfast erwies sich also als ein bereits erschöpfter ^r 66 ' eic , *ß Nähere findet man im Jahresbericht über die Fortschr. der Pharmacognosie (1876) S. 187 u. f. , füv sic b Zur Erkennung eines bereits extrahirten Theos an "".^-ghalte 8 » oder in Mischung mit gutem Theo ist die Bestimmung des FeuchtigKei » ^^ des in kochend heissem Wasser löslichen und der Asche nothweudig» The;i. Thee-Untewuchung. 116:; die Ergebnisse ans den letzteren Operationen zu vergleichen. Ein bereits ex- trahirter Theo wird sowohl weniger an Wasser Lösliches abgegeben, er wird auch eine kaliarme, aber eisen- und kalkreiche Asche ergeben, wenn eine Beschwerung mit Gyps, Kreide, Sand etc. nicht vorliegt. Eine stark rothe Asche deutet auch wegen grösseren Eisengehaltes auf extrahirten Thee, wenn die Fälscher den Theo nicht etwa mit ocherhaltigem Sande oder Ocher inspergirten, w as eben nicht selten ist. Färbung und Beschwerung des Thees. Es werden zur künstlichen Färbung angeblich angewendet: Indigo, Berlinerblau, Curcuma, Bleichromat, Graphit, grünen Ocher, Eisenvitriol, Kupfervitriol, Catechu, Campecheholz etc. Zur Vermehrung des Gewichtes sollen Gyps, Talkstein, Kaolin, Kreide, grüner ^cher und Magnesia verwendet werden. Zur Erkennung der Färbung soll man 1) den Thee befeuchten und damit ^eisses Papier unter Druck mit dem Finger bereiben. AVird 2) der trockne Ihco in einem Blechsiebe hin nnd her bewegt, so reibt sich gewöhnlich die *ärbesubstanz ab und fällt durch das Sieb. 3) Man giebt eine Portion des J-hees locker in ein Beutelchen aus feiner Gaze und hängt dieses in einen Cy- iinüer mit warmem Wasser. Indem man das Beutelchen wiederholt mit einem Y' as stabe drückt, trennt sich der anhängende Farbstoff von dem Thee, geht "Urch die Gaze und sinkt in dem Wasser zu Boden. Es ist gut diese drei Prokuren vorzunehmen. Die grüne Färbung mittelst Indigo, Curucma und Gyps wird in China nicht als ein Betrug oder eine Täuschung aufgefasst. Als gesundheitsschädlich ist diese Si'üne Färbung nicht zu beurtheilen. Ueberhaupt dürfte die künstliche Färbung Jj es Thees, sofern sie nicht in gesundheitsschädlichen Stoffen besteht, als ein alter ^fechtigter Usus zu beurtheilen sein, indem sie eine Folge der Anforderungen er Consumenten ist. Parallelen hierzu sind die Färbungen des Käses, der 'Uter, des weissen Zuckers. Campecheholz lässt sich durch die Färbung des Theeaufgusses auf Zusatz ° n WenigKaliumchromat erkennen. C atechu soll man nachEnER an einem starken 0( 'kigen gelbbraunen Niederschlage erkennen, welcher auf Zusatz von Silbernitrat 11 dem Filtrate der wässrigen Abkochung des Thees mit Bleiacetatüberschuss ntstcht. 2 g Thee und 3 g Bleiacetat werden hierzu mit ungefähr 30ccm Wasser ^"gekocht. Reiner Theo giebt unter denselben Verhältnissen nur eine geringe ^'anschwärze Trübung. im ^ e ' )er die Verfälschungen des Thees mit fremden Blättern ist bereits Handb. II, s. 1135 u. f. das Nothwendigste angegeben. Die Engländer mit" 1 ! 11 falscllen Tnee: Lügen-Thee, Lie tea (spr. leih tih). Wird derselbe p>a j v asser befeuchtet, und fallen die Körperohen auseinander zu pulverähnlichen rtikeln, so liegt ein aus Theestaub und Theegruss mittelst Gummischleimes zu men Körnern vereinigter Thee vor. Die Asche wird reich an Sand sein. du ■ co r llccntr ' rt o wässrige Aufguss auf ein kleines Volumen eingedampft wird r °h Zusatz von Weingeist einen dem Gummi ähnlichen Niederschlag geben, ein \ The ' in - oder Coffein-Gehalt ist zu verschieden, um daraus auf w j\ V Fälschung schlicssen zu können, doch giebt es im Handel Theesorten, lie,'? kaum °> 2 Proc. ausgeben. Wenn derselbe kaum 1 Proc. beträgt, so o auch ziemlich sicher eine Verfälschung vor. a n im Handbuche II, S. 1137 angegebene Methode der Bestimmung K s Coffeins ist einfach, jedoch hängt dem abgeschiedenen Alkaloid zuweilen löst Und W:l(| i8 an. In diesem Falle giebt man es in ein Glaskölbchen und es unter Erhitzen bis zum Kochen in circa 15 g Wasser. Halb erkaltet giosst 1164 Thea. Thee-Untei'suchung. man die Lösung in eine tarirte Schale, um sie darin abzudampfen. Die Harz- und Wacbspartikel haben sich im Kölbchen an die Wandung angesetzt und sind auf diese Weise der Alkaloidlösung entzogen. Sollte diese Abscheidung nicM so verlaufen, so müsste die heisse Alkaloidlösung durch ein angefeuchtetes Papier- filter gegossen werden. Die MuLDER'sche Methode der Thembestimmung ver ' dient den Vorzug. ScHWABZ behandelt den Thee mit etwas Schwefelsäure angesäuertem Wasser, neutralisirt die Colatur mit Kalkerde, trocknet ein und extrahirt den Rückstau mit Aether. Dieser Auszug wird eingetrocknet und der trockne Rückstand al Coffein gewogen. Er schied aus guten Theesorten 1,5—2,4 Proc. Alkalo'id ab, aus dem Theestaube nur 1,46 Proc. Muldbb erschöpft den Thee mit kochendem Wasser, dampft die warm »' trirte Colatur zur Syrupdicke ein, mischt diesen Verdampfungsrückstand mi Magnesia, trocknet die Mischung aus und extrahirt sie mit Aether etc. Oe Aether-Auszug liefert wohl immer ein reineres Alkalo'id als der Chloroformans^' Das von Patbouillabd eingeschlagene Verfahren weicht von dem MuldeRSCö nur darin ab, dass der Mischung aus Extract und Magnesia noch Glasptu zugesetzt und das nach dem Verdampfen des Aetherauszuges verbleibende l ut mit Chloroform aufgenommen wird. Bestimmung des Tanningehalt8. Dieselbe soll sich nach Clabk mit- pe- telst der WAGNER'schen Methode, nämlich mit titrirter Cinchoninlösung am quemsten ausführen lassen. Das Zurücktitriren geschieht mit der MaYEBSC Kaliumquecksilberjodidlösung. Die erstere Lösung enthält im Liter 4,52.'!» choninsulfat mit 0,5 g Schwefelsäure. Jeder cem der Mayer' sehen Lösung OJ0102g Cinchonin oder 0,0124g Cinchoninsulfat, entsprechend 2,74ccm Normal-Cinchoninlösung und jeder cem der Cinchoninlösung fällt 0,01 g Geros Die FLECK'sche Methode der Tanninbestimmuug empfiehlt & - t (Schweiz. Wochenschr. f. Pharm. XVI). Es werden 2 g des Times drein«« ^ 100 cem Wasser ausgekocht, die heiss filtrirte Abkochung bis fast auf 100 hitzt (um das Theintannat in Lösung zu bringen) und mit 20—30cem *j .^ 5-proc. Cupriacetatlösung versetzt. Der flockige braune Niederschlag* 11 t) Filter gesammelt, mit heissem Wasser ausgewaschen, getrocknet, eingea sc ^ dann mit Salpetersäure befeuchtet, geglüht und gewogen. Das Gewicht d e j^ prioxyds mit 1,306 multiplicirt ergiebt das Gewicht des Gerbstoffs. Die Me „ der Gerbstoffbestimmungen hat Katheeineb einer näheren Prüfung untel (polyt. Journ. Bd. 227, Heft 5, S. 481). tUo d8 Eine mikroskopische Prüfung der Theeblätter und eine neue "L ^ der Theinbestimmung veröffentlicht Wynteb Bi38 Stickstoff, 5,63 Aschentheile. Ausserdem fand sich darin ein weisser kry- 8t allisirbarer Körper, welchen v. Liebi« für Theob romin hielt. An Wasser gab der Thee 36,26 Proc. Lösliches ab und letzteres enthielt 11,46 Proc. Asche. *s waren also in das Wasserlösliche 70 Proc. der Aschentheile übergegangen. " le Asche der Blätter enthielt 39,22 Proc. Kali, 14,55 Proc. Phosphorsäure, *>24 Proc. Kalkerde und 4,38 Proc. Eisenoxyd, die Asche des Extracts 55,15 i,r oc - Kali, 7,89 Proc. Phosphorsäure, 0,95 Proc. Kalkerde und nur 1,73 Proc. ^senoxyd. Die Asche der extrahirten Blätter ergab 7,34 Proc. Kali, 25,41 Proc. °sphorsäure, 10,76 Proc. Kalkerde und 9,53 Proc. Eisenoxyd. Letzteres geht also nur zu 1/4 in die Abkochung über. Ausgezogene Blätter enthalten also eilI g Kali, aber viel Kalkerde, Eisenoxyd und Phosphorsäure. Die weiblichen Blüthcntheile von Zea Maus sind auch als Theesurrogat ^pfohlen worden. r ,, Solidago odora Aiton, Solidago retrorsa Michaux. wohlriechende Goldin p' C ' ne ** en -^steroideen angehörende Composite, in Nord-Amerika, besonders ensylvanien einheimisch, auf trocknem Boden wachsend, das H(!rl)il Solidaginis odorae, blauer Berg-Thee, blnc moiintain te», Miami, getrocknete und zerschnittene Kraut, von "schwachem, entfernt fenchelartigem dort'' ' 8t e ' n Thee -E r8atz > welcher sogar nach China ausgeführt und vielleicht ist V Z,U Verfiüsol "»ig der grünen Theesorten benutzt wird. In Nord-Amerika Qieser Thee ein vielgebrauchtes Genussmittel. Aus demselben wird auch ein '"isches Oel abgeschieden und in den Handel gebracht. Die Wurzel hat ^eikengeruch. w ^»j-Esseiu, Theeessenz. 100 Th. eines guten Chinesischen Thees erden zuerst mit 500 Th. heissem Wasser zwei Stunden digerirt, hierauf 1166 Thea. — Thymus. Thymolum. nach Zusatz von 500 Th. eines reinen 90-proc. Weingeistes einen Tag weiter macerirt. Nach dem Auspressen wird der Theerückstand mit 2000 Th. echte Rum Übergossen wiederum einen Tag macerirt und ausgepresst. In die t sammengemischten Colaturen werden 10g zerstossener schwarzer Pfefie 1 » und 15g kleingeschnittene Vanille eingetragen und nach dreitägiger Maceratio und wiederholtem Umschütteln filtrirt. Ein bis zwei Löffel voll zu einer Tasse heissen Wassers gegeben liefert einen angenehmen Theetrank. Thymus. Oleum Thymi (Handb. II, S. 1140). Man entzieht dem Thymianöle eine» Theil oder alles Thymol und bringt es mit etwas gutem Thymianöl verra ' S a e als reine gute Waare in den Handel. Bei einem spec. Gew. unter 0,870 •*" wenig Thymol im Oele vertreten sein. Zur Prüfung auf Thymolgehalt gießt n > auf ein Objectglas 1 / 2 Tropfen des Thymianöles und breitet ihn mittels ei kleinen Korkes in sehr dünner Lage aus, den Kork von der Mitte des Fie abhebend, so dass eine Fläche von 4—5 qcm davon bedeckt ist. Im Vei _ von 3—4 Minuten bilden sich im Mittelfelde der Fläche (wo der Kork t»% hoben ist) mit blossem Auge erkennbare, dicht aneinandcrlagernde Thymo " perchen, während der das Mittelfeld umgebende Theil bis zum etwas erhabe Rande der öligen Fläche klar und frei von jenem Körperchen erscheint. . 5—10 Minuten treten diese, aber in geringerer Zahl oder weniger dicht an . andergelagert auch in diesem Theile auf. Unter dem Mikroskop alsdan 50 — 100-facher Vergrösserung betrachtet, erscheinen die Thymolkörperchen, Schatten werfend, amorph, aber nach einer bis zwei Stunden lässt sich ih rc , stallinische Struktur mikroskopisch leicht erkennen. Das Thymianöl lS iL»- wenn die Körperchen im Mittelfelde mit nacktem Auge betrachtet dicht B einander oder aneinander gelagert erscheinen. Bei 100-facher Vergrösse liegen sie in Entfernungen von 0,5—lern von einander, sind von verschie ^ Grösse und hier und da mehrere auf einander geschichtet. Enthält das kein Thymol, so kommen die Thymolkörperchen nicht zum Vorschein. D* s . „, roscopische Experiment ist bei einer Temperatur von 15—18° C. a,uszü ^- r ß L 1 Eine weitere Prüfung auf genügenden Thymolgehalt ist folgende: y Vol. des farblosen Thymianöles mit 3 Vol. Acther (0,728 spec. Gew.) S^^e und dann mit circa '/ 2 Vol. conc. Schwefelsäure tropfenweise, um eine zu ^ Erhitzung zu vermeiden, versetzt, so erfolgt nach dem Schütteln e ' n0 Q ^f- c jjteu rothe Flüssigkeit, welche sieh in der Ruhe schnell in zwei gleich grosse oc ß scheidet, von denen die leichtere farblos oder wenig gefärbt, die untere sch^ g0 roth, in's Blutrothe übergehend, erscheint. Enthält das Oel wenig Tby^^e geht unter denselben Verhältnissen die Scheidung langsamer vor sich, die ^ Flüssigkeitsschicht beträgt meist etwas mehr als die Hälfte und ist je na; ^ Thymolgehalte des Oeles blassgelb bis gelb bis röthlichgolb. Die auf Y°\ e iner dieses Ergänzungsb. notirte Reaction steht mit dem Thymolgehalte >» Q \. Beziehung, denn das tliymolarme Oel verhält sich hierbei wie das reiche Oel. --------------- „ g 14 0 Thymolum, Thymolenm, Acidum thymicum, Tliymolcamphcr, Thymol >,'^hen oder C 9 H 3 CH 3 C 3 H 7 OH=150), isomer mit Carvol und Carvacrol, findet sie' . ■ Cymol und Thymen (C ln II 1c ) in den ätherischen Oelen von Thymus * •' L., Ptychotia AJowan DC. und Monarda punctata L. . er BeDarstellung. Farbloses Thymianöl wird der Destillation aus ei ^^ torte unterworfen, die Erhitzung aber nur bis auf 210° C getrieben. Thymus. Thymolum. 1167 «er Retorteninhalt diesen Temperaturgrad erreicht hat, wird die Destillation abgebrochen, der Retorteninhalt, fast nur aus Thymol und wenig Thymen bestehend, in einen tarirten Glaskolben eingegossen, mit 9 / 10 seines Gewichts reiner oder gleichviel gewöhnlicher Aetznatronlauge (1,332 spec. Gew.) Ull d einem doppelten Gewicht Weingeist gemischt, dann einen halben Tag hindurch einer Digestionswärme von 50° C. ausgesetzt. Hierauf wird der Weingeist abdestillirt und der Rückstand in offener Schale in der Wärme des "asserbades erhitzt, um einen Thymdnrest abzudunsten. Der Rückstand wird nu n mit verdünnter Salzsäure im Ueberschusse versetzt, unter Einwirkung veränderter Wärme das Thymol in eine Krystallmasse verwandelt, abgesondert Un d wenn nöthig durch thierische Kohle unter Erwärmen entfärbt. Ist die oben erwähnte Mischung ans Thymol, Natronlauge und Weingeist gefärbt, so ist es r atlisam, dieselbe alsbald mit thierischer Kohle zu behandeln. Eigenschaften. Thymol bildet farblose, wasserhelle, schief rhombische Pris- «len von oigenthümlichcm thymianähnlichem Gerüche und scharf brennendem ge- lirzhaftem Geschmack, ist schwerer als kaltes Wasser, geschmolzen auf dem Wasser Schwimmend, löslich in circa 1100 Th. kaltem Wasser, leichtlöslich in Weingeist, e ther, Chloroform, Benzol, flüchtigen und fetten Oelen, Essigsäure, Lösungen er Alkalien, z. B. in 2 Th. Aetznatronlauge von 1,160 sp. Gew. Es schmilzt bei C. und siedet bei 230 ° C. Aus seiner Verbindung mit den Alkalien wird B f. rCu Kohlensäure abgeschieden. Das Thymol des Handels bildet meist kry- «mische Massen und Brocken. In seiner wässrigen Lösung verdampft es mit uen Wasserdämpfen. Thymol erfordert 1100 Th. Wasser von gewöhnlicher Temperatur zur Lösung, ^ c « bleibt die in der Wärme von 50—60° hergestellte Lösung in 999 Th. asser auch beim Erkalten bis +10° C. noch klar. Glyeerin nimmt-bei gelinder p arme 1 Proc. Thymol auf und bleibt beim Erkalten klar. Die Mischungen mit e ten, Oelen, Vasaline, AVachs sind bei gelinder Wärme auszuführen, so dass das g J Vm °l v on diesen Stoffen gelöst wird. Es löst sich in der 4-faehen Menge conc. wefelsäure in der Kälte mit gelblicher, beim Erwärmen rosenrother Farbe. j. Reactionen auf Thymol. Hammabstkn und Robbebt berichten, dass man 0 I'i'obeflüssigkeit mit Eisessig und conc. Seil wefelsäure versetzen und dann Carmen soll. Es tritt selbst d u l !°, rnde rotl »-™lette Färbung < ich Kochung zerstört wird. Thymol allein mit der 4-fachen Menge conc. Wefelsäure gemischt ergiebt eine meist gelbliche, dann rosarothe Färbung, 8chi t auman lich ln Rothviolett übergeht. Diese Reaction wird bedeutend verein wcn » man eine Spur Rohrzucker zusetzt, sie tritt jedoch nicht immer und wird durch die Gegenwart einer Menge Substanzen, besonders mehrerer Aschen Oele gestört. na Zur Isolirung des Thymols ans wässriger Lösung empfehlen die obenge- y n : en Chemiker einen Zusatz von Salzsäure und Ausschütteln mit Aerher. Im rend ^! Cu zum Phenol verhält sich Thymol gegen Reagentien abweichend, wäh- von o ymo1 "' kaltem Glyeerin fast unlöslich ist, wird Phenol oder Carbolsäure 2 o\ VoL Glyeerin vollständig gelöst. Was also Thymol beim Schütteln mit nirt'f Glyeerin abgiebt, ist'wahrscheinlich Phenol. Ferrichlorid reagirt üistl auf Thymol, und Bromwasser oder Bromdampf geben keine krystalli den p FaI1 """ wio mit Phenol, sondern nur eine milchige Trübung. Diese bei- hvn t agentieD können also entscheiden, ob Thymol oder Phenol vorliegt. Natrium- wohi'k 1 ^'* rait Anilin versetzt verursacht eine Blaufärbung, welche Reaction so- w bei Thymol wie Phenol zutrifft. Natriumhypochlorit mit Aetzammon er- noch bei 1-million-facher Verdünnung eine welche weder durch Säureüberschuss noch 1168 Thymus. Thymolum. zeugt mit Phenol eine Blaufärbung, mit Thymol eine grüne, später in Blaugrtii , nach 4—5 Tagen in Roth übergehende Färbung. Sie tritt bei einer Vor ^™*| von 1:3000 noch ein. Millon's Reagens färbt rothviolett, welche la™u e .itcli nicht in der Siedehitze schwindet. (Rep. d. analyt. Ch. 1882, 8. 4 .) conc. Schwefel- eine über- auch mcnt in Wird die Lösung des Thymols in der 4-fachen Menge säure in ein 10-faches Vol. Wasser eingegossen, setzt man dann - schüssige Menge Bleiweiss hinzu, digerirt eine halbe Stunde, so färbt sie Filtrat auf Zusatz von wenig Ferriehlorid violcttblau. Anwendung. Thymol gleicht in seinem Verhalten als Arzneikörper Phenol (Carbolsäure), doch ist seine Wirkung keine kräftigere, sondern ^ etwas schwächere und man ist daher im Allgemeinen von der Anwendu g ^ Thytnoles zurückgetreten. Einige Aerzte halten sogar die antiseptisc ^^ desinfective Wirkung des Thymols für unerheblich, insofern sie damit kern ^ wiegenden Heil-Erfolge zu erzielen vermochten. Der weit angen enro i,i mü l ruch und Geschmack, dann die geringere Giftigkeit, waren Grund, dem ^ den Vorzug vor dem Phenol zu geben und sollte man es auch in allen den a e { 6 heranziehen, in welchen die Carbolsäure nicht vertragen wird. TJebngens ^_ man es nicht in denselben Gaben wie die Carbolsäure an, sondern suchte es sogar meist in weit schwächerer Gabe. . , g a ut Thymol verbindet sich wie Phenol mit dem Zellgewebe der thierisc ie t und macht es gegen Fäulniss sicher, es ist also ein Antisepticum. ^t,__Q y \ es in ähnlichen Fällen wie die Carbolsäure innerlich zu 0,05-—°' L jimal- zwei- bis dreistündlich, so dass die Tagesgabe 0,5—1,0 ausfüllt. Die Einzelgabe ist 0,1, die Maximal-Tagesgabe 0,5. Man gab es in Emu 'gelöst in Glycerin und Tincturen oder mit der dreifachen Menge " . l nor me» mengeschmolzen und mit organischem Pulver gemischt in Pillenform bei rß öen fermentativen Verdauungsvorgängen, Magenerweiterung, Diphtheritis, f» en t ; gffi us, etc., in zwei- und dreimal stärkerer Gabe als Fiebermittel, bei Gelenkrhett ^ ^ ohne dass es sich besonders zu bewähren schien. Aeusserlich wendet man ,^ ragse r Verbandmittel unter Zusatz von etwas Weingeist in 50—100—200 c cn it es gelöst, wo es antiseptisch wirkend die Vernarbung befördert. Füller enl P ^ eX jn besonders (in 1000 Th. Wasser gelöst) zum Waschen hei Verbrennungen,^ 100 Th. Leinöl gelöst zum Bepinseln der Brandwunden (alle 10 — 1 5 i„ r pin- Es erweist sich schmerzlindernd, so dass die Patienten die wascnuii& ^ Seiung damit immer wieder fordern. Bei der Behandlung bildete sie ^ßei, Benrag oamir immer wieder fordern. Bei der jaenanuiung uu^*~ abn L ''» llautrestcn, dem Seerete und dem Thymol-Oele ein TJeberzug, welcher e ^ oC hen nachdem darunter die Heilung beendet war. Die Heilungsdauer betrug 3 (Wien. med. Wochenschr. 1880, Nr. 6. Med. Neuigk. 1880, S. 72). -„gen Das Thymol dient vorzugsweise, wenn man nicht nöthig hat, aut ■ u a nde Mehrkosten Rücksicht zu nehmen, bei Lister's antiseptischem p; eS e im Verhältnisse von 1 Theil zu 20 Th. Glycerin und 100 Th. Wa ?f e *{ ie fla» li Mischung greift die chirurgischen Instrumente nicht an und stump» n{U uig, des Operateurs nicht ab. Sie ist besonders geeignet zu örtlicher - er un» kann in kleineren Mengen angewandt werden. Hauptsache ist, dass ^es hat keinen so unangenehmen Geruch wie örtlicher Carbolsäure, ist dabei Seiten auch ein echtes ist. Es dürfen daher die Identitätsreactionen von Pharmaceuten nie unterlassen werden. ^ e ; se Thymol mit Kampher gemischt verflüssigen sich in ahnlic n dmJg eine Mischung des Chloralhydrats mit Kampher. Die saure ve - rkt , Berber ins mit dem Thymol (Acidum thymicum) durch Mischung fän jg. eine honigdicke Flüssigkeit, die neutrale Verbindung ist krystalusa ■wie des ist Thymus. Thymolum. 1169 de» UflO wie de» ist (1) Aqua thymolica. ^ Thymoli 1,0 Aquae destillatae 1000,0. Mixta calefac ad 60° C. et fortiter agita, ut Thymolum solvatur. (2) Emulsio thymolica Wunderlich. Emulsio Thymoli. * Thymoli 2,0 Olei Olivae 4,0 Gummi Arabici 2,0 Aquae destillatae 60,0. M. f. emulsio. D. S. Esslöffelweise (auf einmal!) zu »Climen. (3) Glycerolatmn thymolicum. * Thymoli 2,0 Spiritus Villi 8,0 Glycerinae 10,0. M. (4) linimentnm thymolatmn. (Thymol-Glycerolat, verdünntes.) jfc Thymoli 2,0. kolve in Glycerinae Spiritus Vini ana 30,0 Aquae destillatae 540,0. M. l). S. Zum Waschen (der Kleien- "echte, Pityriasis). (5) Liquor antisepticus Volkmann. & Acidi thymici (Thymoli) 1,0. öolve in Spiritus Vini 10,0 „, Glycerinae 20,0. iu m adde agitando Aquae destillatae 100,0. (6) Liquor inhalatorius Wakben. * Thymoli 0,5 ö Boracis 20,0. 8 olve in Glycerinae 40,0 Aquae camphoratae 80,0 Aquae Picis 210,0. "• S. Zum Inhaliren. t 7 ) Mixtura antidiphtheritica Warren. * Thymoli 0.5 Kali ehlorici 5,0 5, Chinin! sulfurici 3,0. öolve in Glycerinae 80,0 Spiritus Vini Galilei 250,0 Acidi muriatici 1,0. ,. **. S. Kindern von 2—5 Jahren stünden einen Theelöffel. Ha 8er, I'havm. Praxis. Snppl (8) MIxtnra antiphthysica Alvin. Hc Natri thymici 0,05. Solve in Syrupi simplicis 60,0 Aquae destillatae 100,0. D. S. Im Laufe des Tages zu verbrauchen. (Diese Gabe von Natrum thy- micum muss verdoppelt werden, wenn sie einige Wirkung zeigen soll.) (9) Mixtura thymolica L. Lewin. Vf Thymoli 0,1. Solve in Aquae destillatae 100,0 Aquae Aurantii florum 50,0. M. D. S. Mehrmals täglich einen Esslöffel. (10) Pilulae thyinolicae. Pilulae cum Thymolo. r Cerae flavae 10,0. Calore balnei aquae liquatis lmmiBce primum Thymoli 5,0, tum Kadicis Gentianae pulveratae (vel pulveris massae organicae) 6,0, ut fiat massa, ex qua formentur pilulae centum et quinquaginta (150), quae Ly- copodio conspergantur. Singulae pilulae 0,033 g et pilulae tricenae unum gramma Thymoli contineant. D. ad vitrum. S. Alle 3—4 Stunden 2—3 Pillen zu nehmen. (11) Steatinnm thymolatnm. Vf Thymoli 2,0. Solve in Olei Olivae 5,0 et misce cum Sebi ovilli 190,0 Cerae flavae 4,0. (12) Lngnentum epnlotk-nm. Pockenschmiere. iy Thymoli 2,0 Olei Lini 40,0 Cretae lacvigatae 60,0. M. f. unguentum. D S Alle 12 Stunden auf die absterbenden P^ken auflegen. Besser holend ist folgende Salbe. W Aci di carbollci 5,0 Olei Olivae (»0,0 \myli pulverati 80,0. jl D. S. ut supra notatum. 74 1108 Thymus. Thymoluin. zeugt mit Phenol eine Blaufärbung, mit Thymol eine grüne, später in Blangrun, nach 4—5 Tagen in Roth übergehende Färbung. Sie tritt bei einer Verdünnung von 1:3000 noch ein. Millon's Reagens färbt rothviolett, welche Färbung auch nicht in der Siedehitze schwindet. (Rep. d. analyt. Ch. 1882, S. 42.) Wird die Lösung des Thymols in der 4-fachen Menge conc. Schwefelsäure in ein 10-faches Vol. Wasser eingegossen, setzt man dann eine überschüssige Menge Bleiweiss hinzu, digerirt eine halbe Stunde, so färbt sich das Filtrat auf Zusatz von wenig Ferriehlorid violcttblau. gleicht in seinem Verhalten als Arzneikörper de eme in seine Anwendung. Thymol Phenol (Carbolsäure), doch ist seine Wirkung keine kräftigere, sondern etwas schwächere und man ist daher im Allgemeinen von der Anwendung ae Thymoles zurückgetreten. Einige Aerzte halten sogar die antiseptische un^ desinfective Wirkung des Thymols für unerheblich, insofern sie damit keine vo wiegenden Heil-Erfolge zu erzielen vermochten. Der weit angenehmere ruch und Geschmack, dann die geringere Giftigkeit, waren Grund, dem *W den Vorzug vor dem Phenol zu geben und sollte man es auch in allen den r a heranziehen, in welchen die Carbolsäure nicht vertragen wird. Uebrigens wen man es nicht in denselben Gaben wie die Carbolsäure an, sondern man suchte es sogar meist in weit schwächerer Gabe. fl n j Thymol verbindet sich wie Phenol mit dem Zellgewebe der thierischen & und macht es gegen Fäulniss sicher, es ist also ein Antisepticum. Man g es in ähnlichen Fällen wie die Carbolsäure innerlich zu 0,05 — 0,075'7 \ zwei- bis dreistündlich, so dass die Tagesgabe 0,5—1,0 ausfüllt. Die Ma* lin Einzelgabe ist 0,1, die Maximal-Tagesgabe 0,5. Man gab es in Emulsion, ß löst in Glycerin und Tincturen oder mit der dreifachen Menge Wachs z n mengeschmolzen und mit organischem Pulver gemischt in Pillenform bei abnoi fermentativen Verdauungsvorgängen, Magener Weiterung, Diphtheritis, ^ eim °" fflUS etc., in zwei- und dreimal stärkerer Gabe als Fiebermittel, bei Gelenkrheumatis ^ ohne dass es sich besonders zu bewähren schien. Aeusserlich wendet man es ai Verbandmittel unter Zusatz von etwas Weingeist in 50—100—200 Tb. ^ a eg gelöst, wo es antiseptisch wirkend die Vernarbung befördert. FüLLBB empfle .^ besonders (in 1000 Th. Wasser gelöst) zum Waschen bei Verbrennungen, . od teU ). 100 Th. Leinöl gelöst zum Bepinseln der Brandwunden (alle 10—15 ^" lU pi n - Es erweist sich schmerzlindernd, so dass die Patienten die Waschung oder ^ seiung damit immer wieder fordern. Bei der Behandlung bildete sich aUS ^ e i ; Hautresten, dem Secrete und dem Thymol-Oele ein Ueberzug, welcher er8 ;L* ne n nachdem darunter die Heilung beendet war. Die Heilungsdauer betrug 3 * (Wien. med. Wochenschr. 1880, Nr. 6. Med. Neuigk. 1880, S. 72)._ ^^ Das Thymol dient vorzugsweise, wenn man nicht nöthig hat, auf die g 24,93 Proc, aber in II nur 17,45 Proc. Tannin, im August in I 21,91 in II 8,77 Proc. i8 Rhus wird häufig als ein Neutrum aufgeführt, es ist aber generis com und entstammt dem griech. qov<;, 6, tf. ,-macist Ein Andidot des Rhus Toxicodendron soll nach Paksons (*5 g g7 3) 1878, S. 214) dieTinctura Sanguinariae Canadensis (Handb. H, • ße . sein. Die Entzündungen und Anschwellungen auf der Haut in Folge tur rtlhrung des frischen Giftsumachs sollen wiederholt mit der Blutwurze bestrichen werden. Tragacantha. — Trifolium. 1171 Tragacantha. Zur Erkennung des Tragants guter Qualitiät schlägt E. Masin (Dorpat) die Bestimmung des Lösungs- resp. Quellungsvermögens vor. Es findet sich sein Verfahren im Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte, S. 41—48 näher besprochen. Wesentlich ist die Prüfung des gepulverten Tragants, denn dieses kann mit fremden Stoffen überladen und verfälscht sein. Die im Handbuche IL S. 1151 angegebenen Verfahrungsweisen dürften zur Erkennung der reinen Waare genügen, wenn das Tragantpulver noch folgendes Verhalten zeigt. 1. Zweig desselben mit 5 g destillirtem Wasser gemischt müssen im Verlaufe einer Stunde einen starren Teig bilden, welcher beim Drücken den Fingern nur wenig anklebt. 2. Circa 0,1g mit destillirtem Wasser und dann mit kalischer Kupferlösung gemischt, darf bis zum Aufkochen erhitzt nicht reducirend wirken, die blaue Farbe muss unverändert bleiben. Die Asche besteht meist aus Kalkerde und muss weiss sein. Die Menge derselben beträgt gewöhnlich 2,4—2,8 Proc. und dürfte über 4 Proc. selten hinausgehen. Das höchste Aschenquantum ist (wie 1. c. angegeben) 5 Proc. Schlechte Waare hält oft 6—8 Proc. Der Feuchtigkeitsgehalt darf 12,5 Proc. nicht übersteigen. Das 8pec. Gew. eines guten Tragants bewegt sich zwischen 1,460—1,470. Derbe Pillenmassen, plastische Massen, erlangt man aus der Mischung von 6,0 Tragantpulver, 2,0 Altheepulver, 4,6 Glycerin und 2,3 Wasser oder aus 6,0 Tragantpulver, 2,0 Altheepulver, 5,0 Glycerin und 2,5 Wasser. Astragalus crotolaria Gray in Californien, und Astragalus mollissimus Torr, in Texas werden als Pflanzen bezeichnet, welche für Pferde giftig sind. __________ Sprengkohle, 100g Arabisches Gummi in 240g Wasser gelöst werden 'ersetzt mit 20g Storax in 60g Weingeist und 20g Benzoe in 30g Weingeist (90-proc.) gelöst. Dann werden noch 40g Tragantpulver mit 640g "eissein Wasser angerührt und zuletzt 240—280g feines Holzkohlen- Pulver hinzugemischt. Näheres pharm. Centralbl. 1880, S. 382. Jnnonia, Seife der Juno, ist ein bei Digestionswärme erzeugtes Geraisch aus 100j>; feinstem Tragantpulver, 50g Talkstein, 200g Rosenwasscr, 500g Glycerin, aro- ■ü-itisirt mit einem Gemisch aus 15 g Tinctura Benzoes und 5 Tropfen Oleum Naphae. Trifolium. Folia Trifolii fibrini (Handb. II, S. 1153). Der wässrige Aufguss des ^iebmklees gelatinirt mitunter, besonders wenn er mit Zucker oder einem ^yrupus versetzt ist. Jedenfalls ist in den Blättern ein Pectinstoff vertreten, «Jessen Lösung mit Zucker gelatinirt. Der Krankenwärter ist zu unterrichten, ^e Mixtur im Falle des Gelatinirens durch Einstellen der Flasche in Wasser l 'nd Erhitzen des Wassers wiederum flüssig zu machen. Trifolium pratense Linn., rother Wiesenklee, den Papilionaceae-Trifolieae "•«gehörend. Flores Trifolii pratensis, Klcebliithen, waren vor Zeiten officinell und sind in Euerer Zeit in England als Krebsmittel empfohlen worden. _ Die Blüthen schmecken sti sslich. Sie werden gegen chronischen Husten, Schleimflüsse der Harnwerk- 74* 1172 Trifolium. — Trimethylnminum. zeuge, äusserlich als Umschlag auf Wunden, Geschwüren, bei Augenflecken etc. benutzt. Auch diese Blumen werden als Krebsmittel wieder obsolet werden, denn sie enthalten nichts, was auf eine anticarcinomatöse Wirkung schliessen lässt. Petersburger Elixir des Dr. Rottmann (Depot Hanzlik's Adlerapotheke m Graz), ein weingeistiger Auszug bitterer Kräuter, besonders des Trifolium_ fibnnum, Cardobenedicten- und Tausengüldenkrauts, aromatisirt mit Pomeranzen, Anis, Zinrmt, in Summa ein Gemisch von 70g Tinctura amara, 20g Tinctura aromatica und 2 'f r0 Pj® Oleum Anisi. Aloe ist nicht darin vertreten (90g = 1,25 Mark oder 62 kr.). (»«• Geissler, Analyt.) Schweizerpillen, BRAND'sche Pillen, von W. Brand in Schaffhausen, sollen bestehen aus: Extr. Aloes, Extr. Absinthii, Extr. Trifolii, Extr. Gentianae, &*?• Achilleae moschatae ana 2,0; Extr. Seiini 3,0, Rad. Gentianae pulv. q. s. M. f- P 1 " lulae 100. Mitteldosis 2 Pillen. Wegen des Aloegehaltes sind diese Pillen als Bausr mittel zu verwerfen, denn wo Disposition zu Hämorrhoidalleiden vorhanden ist, wi dieses Leiden herbeigeführt. Trimethylaminum. i Trimethylaminum (Handb. II, S. 1156). Das Verhalten dieser Base gegen Metalllösungen ist ein entschieden anderes wie das des Amnions. C. ViNCE . hat in dieser Beziehung eine grosse Reihe Experimente angestellt und verößen licht (Chem. Centralbl. 1877, pharm. Centralh. 1877, S. 187). In Silberlösun» erzeugt es z. B. einen dunkelgrauen, im grossen Ueberschuss löslichen Nie* 16 schlag. Silberchlorid ist in Trimethylamin unlöslich. Mercurosalze geben ein schwarzen, Mercurisalze einen gelben, im Ueberschusse des Füllungsmittels löslichen Niederschlag. . C. Vincent verdankt man die Ausnutzung der Rübenschlempe auf Tn thylamin. Nach Extraction des Zuckers aus dem Rübensafte liefern die Rückst» bei der Destillation Ammoniakwasser und Methylalkohol, und Trimethylarnins» bleiben im Rückstande. Trimethylaminhydrochlorid bis auf 260° erhitzt wird \ Ammoniak, Trimethylamin und Chlormethyl zerlegt. Diese Dämpfe durch »» ' säure geleitet geben an diese die alkalischen Dämpfe ab, während Chlormethy B hindurchgeht. Chlormethyl ist für die Industrie der Anilinfarbstoffe von ' tigkeit. Bei der Erhitzung des Trimethylaminchlorids erfolgt die Zersetz» nach der Formel: 3N(CH 3 ) 3 HC1=NH 3 + 2N(CH 3 ) 3 + CH S C1. ion9 , Trimethylamin, correspondirende Verbindungen und andere Substitu Produkte des Amnions scheinen nach H. Karsten's Untersuchungen un fahrungen die Wirkungen des giftigen Schattens vieler Tropengewächse zu beding ^ im ■ .■.IllUllgUll UIV M UI»UU 6 »,U UVB ö^.ljjUU KA.U....V110 .H/IV,» "»f V "H---------------- ... T gO Besonders gefurchtet ist der Manschanillbaum, Hippomane ManzamUa •> auch einige andere Euphorbiaceen, Anacardiaceen und Artocarpeen, welchen r Ln sich zu nähern möglicht gemieden wird, denn das Verweilen in dem ocj' dieser Bäume hat schmerzhafte Entzündungen, bei reizbaren Personen selbs Tod zur Folge. CH. Teei-IER, ein Französischer Ingenieur, hat 1878 das Trimethyiam» , Grossen aus der Rübenschlempe dargestellt, zur Fabrikation des Eises einge^ ^ In geeigneten Apparaten wurden z. B. 1000 kg Eis für einen Preis von 1 i ( >0~~~ ft is hergestellt. Jedenfalls eignet sich Trimethylamin zur Kälteerzeugung bess Ammoniak. „ -.„larninl In 11 Chorea-Fällen wendete Pürkhauer Trimethylamin (tropy oft doch in allen Fällen ohne nennenswerten Erfolg, er musste es sog an wegen störender Nebenwirkungen aussetzen. Trimethylaminutn. Muscarinum. — Tuber. 1173 %j; Muscarinum (Handb. II, S. 1160). Harnack gab demselben die Formel C.-II.ljNCVj, dem dasselbe begleitenden Amanitin die Formel C 5 H 13 NO. Diese Formeln stimmen also mit derjenigen des Betains oder Oxyneurins überein (ph. Centralh. 1876, S. 340, 341). Muscarinum sulfuricum ist sowohl in Krystallen wie auch in Form einer syrup- dicken Flüssigkeit im Handel zu erlangen. Muscarin und auch seine Salze sind ungemein hygroskopisch, so dass es selbst beim Abdampfen unter der Luftpumpe schwer hält, sie vom Wasser zu befreien. Zwischen Muscarin und Atropin waltet ein mächtiger Antagonismus. Nach F. Falck können die Erscheinungen der Muscarin-Vergiftung, wenn sie noch nicht bis zum Ausbleiben der Circulation und Respiration gediehen sind, durch Atropin sicher und rasch beseitigt werden, im umgekehrten Falle aber nicht (ph. Centralh. 1879, S. 391). Schlosser schreibt als Mittel gegen Vergiftung mit Fliogenschwamm eine subcutane Injection von 0,01 Atropin. sulfuric. in 5,0 Aqua destill, gelöst vor. Im Falle einer Vergiftung mit Pilzen soll durch Kitzeln des Schlundes oder durch andere Mittel das Erbrechen befördert werden und sind wiederholt einige Tropfen der Atropinlösung subcutan zu injiciren, bis die schweren Vergiftungssymptome geschwunden sind. Nach Binger und Murrell ist Pilocarpin ebenfalls ein Antidot des Muscarins. (Zeitschr. d. österr. Ap. Ver. 1880, S. 363, 364.) Aminbasen. Eine solche wies Kikciimann (Arch. d. Ph., Bd. 10) im Heracleum asperum L., Anethum graueoletis L. nach, durch Destillation mit Soda im Kohlensäurestrome und durch Aufsaugen derselben in Schwefelsäurehaltigem Wasser, Zusatz von Aluminiumhydroxyd und Ueberführung in eine Alaunform, in welcher sich die Amine sehr gut bestimmen lassen. Tuber. Ueber giftige und über goniessbare Pilze hat Prof. Göppeut (Breslau) Mittheilungen gemacht, welche Beachtung verdienen, z. B. ph. Centralh. 1877, S. 29. Ueber eine Culturmethode der Champignons Rovellie's berichten die Wiener illustr. Garten-Ztg. 1881 und die Industrieblätter 1881 Folgendes: In eine Kiste werden Schichtenlagen, 10 cm hoch, von gekochten Lorbeeren gelegt, zwischen jede der Schichten kommt gut verrotteter Dünger aus Pflanzenresten, so dass das Ganze eine Höhe von eirca 20cm erreicht; dieses Gemenge w ird sehr fest zusammengedrückt und dann mit Kalk und Kinder-Excrementen bedeckt, damit keine Insekten und keine Nässe eindringen können; ein solch künstliches Terrain erhält sich durch drei Jahre und erzeugt die besten geschmackvollsten Pilze in reichlicher Menge. Trüffeln. Als unechte Trüffeln kommen im Handel vor: Rhizopogon r }il>esce?is Tulasnio, llhizopogon hdeolus Tulasne, Chaeromyces maeandri- fortnis Vittmann (weisse Trüffeln). — Als falsche und gesundheitsschädliche Trüffeln gelten Scleroderma vulgare Persoon und ScUroderma rerrueosum 1J|, :rsoon. In den Böhmischen Bädern werden den Trüffeln untergeschoben: ^■sclmittener Boletus edulis Bueliard, Morchella escidr//t(/VKns., Caniharcllus Cll >'irius Fries, Scleroderma vulgare Pers., Chaeromyces maeandrifornw Vitt., * >0 lysaceu?n urenarium Corda (Archiv der Pharm. 1881, 2. Hälfte, S. 125). 1176 Turnera. — Unona. Ylang-Ylang. stellt und nun das Kraut ausgepresst. Die hieraus gesammelte Colatur wird filtrirt, bis auf 100 Th. Rückstand abgedampft und mit den zurückgestellten 900 Th. erster Colatur vermischt und filtrirt. Dosis 0,5—1,0—1,5 dreimal täglich. Aufbewahrung. Damiana wird kleingeschnitten in dicht geschlossenen gläsernen oder weissblechenen Gefässen vor Tageslicht geschützt aufbewahrt. Anwendung. Die Wirkung des Damianakrautes, dieses neuauftauchenden Arzneimittels, erstreckt sich hauptsächlich auf die Harn- und Geschlechtsorgane und es dürfte dieses Kraut durch Bucco-Blätter vollständig ersetzt werden. Es erzeugt Polyurese unter Reizung der Geschlechtsorgane. Der durch irgend eine Krankheit unterdrückte Geschlechtstrieb soll durch einen 2—3 - monatlichen Gebrauch der Damiana wieder normal funktioniren (durch öftere kleinere Dosen Ferrichlorid und Cinchonidinsalz in Verbindung mit aromatischen Stoffen dürfte derselbe Zweck besser, sicherer und früher erreicht werden). Woodward behauptet, dass Damiana einen alten Mann oder eine alte Fr aU in Bezug der genitalen Functionen wieder jung und kräftig zu machen vermöge- Es besitze dieses Kraut vor Strychnin und Phosphor als Excitantien den Vorzug» dass es nicht giftig oder sonst schädlich sei. Dass es Gehirn und Nerven b°' deutend beeinflusst, geben die Amerikanischen Aerzte zu, jedoch halten es eimg e mehr für ein Tonicum als für ein Aphrodisiacum. . Das Extract giebt man 3—4-mal täglich zu 0,3—0,6—1,0, das Fluidextrakt zu 0,5—1,0—1,5, am besten in Pillen, denn der bittere scharfe Geschmack « nicht angenehm, und bei manchen Patienten stellen sich Uebelkeit, selbst E r ' brechen ein, besonders bei leerem Magen. Am besten nehmen sich die Eli* 1 oder Mixturen unter Nachtrinken von Kaffee ein. (1) Elixir Damianae. fy Extracti Damianae fluidi 50,0 Elixiris Aurantii compositi 5,0 Tincturae aromaticae 10,0 Syrupi Aurantii corticis Glycerinae ana 20.0. M. D. S. Täglich zwei- bis dreimal zwei TheelöfFel. (2) Mixtum damianata. ty Extracti Damianae fluidi 20,0 Aquae Menthae piperitae 150,0 Tincturae aromaticae 5,0 Syrupi Aurantii florum Glycerinae ana 30,0. M. D. S. Drei- bis viermal tag» 0 einen Esslöffel voll. Unona. Im Archiv der Pharm. 1881, 1. Hälfte S. 24 u. f. finden sich Not '^ von FlüOkigbb über das Ylang-Ylang-Oel oder Canangaöl. Der Mutterbaum mit Cananga odorata Hooksb FIL. et Thomson bezeichnet. Synonoyme Unona odorata Dunal, Ucaria odorata L., wohlriechender Traubenbaum, g den ostindischen Inseln einheimisch. L. c. S. 28 ist auch eine Abbildung blühenden und fruchttragenden Zweiges. Oleum Unonac odoratissimae, Oleum (Janangae, Canangaöl, Ylang-Ylang-Oel **»» ^ II, S. 1168. Conveet untersuchte dieses ätherische Oel. Es destillWe zwi ^ 170 und 290° über, bei höherer Temperatur zersetzte es sich. Nach (xA ^_ hält es eine sehr geringe Menge Benzoesäure in Form eines Esters, w ^^ en yd vfait bestätigt fand. Ferner enthält das Oel ein Phenol und einen A ium . oder ein Keton, insofern sicli beim Schütteln mit Natriumdisulnt (Monon ^ sulfit) eine geringe Menge Krystalle bildet. (Archiv der Ph. 1881, • S. 30, 31.) Unona. — Urea. 1177 Eine Identitätsreaction aufzusuchen oder eine Prüfung auf Reinheit dieses theuren Oeles zu erforschen, wurden keine Versuche angestellt. Die in dieser Beziehung im Handbuche angegebenen Reactionen wurden seiner Zeit von Hager mit einem direct aus Manilla bezogeneu Oele angestellt. Urea. Harnstoff entsteht aus der Einwirkung des Kaliumhypermanganats auf Kaliumcyanidlösung in Gegenwart eines Schwefelsäureüberschusses (Batjdrimont). Archiv der Ph. 1880, 2. Hälfte S. 147. Harnstoff bildete sich, als J. M. Thomson durch eine Mischung von Benzol und Ammoniak Luft leitete und er die gemischten Gase über glühenden Platindrath hinweg führte. Es resultirte neben Harnstoff Ammoniumcarbonat und eine in Aether lösliche Harzsubstanz. Bei Anwendung von Platin schwamm oder Platinasbest entstand kein Harnstoff, ebenso, wenn statt des Benzols Aethyleugas genommen wurde. Bei Ersatz des Benzols durch Acetylen wurde reichlich Harnstoff gebildet (Chem. Centralbl. 1881, S. 405). Der Apparat zu diesem Experiment ist im chem. Centralbl. 1882, 8. 99 beschrieben und bildlich dargestellt. Wird ein Gemisch von Harnstoff und Resorcin an der Luft erhitzt, so erfolgt ein blaues, dem Lackmuss ähnliches Sublimat. Eine Erklärung dieser Erscheinung ist von Birnbaum und Lurie gegeben, Ber. d. d. chem. Ges. XIII, S. 1618—1621. Ob Harnstoff ein Bestandtheil der Muskeln sei, ist noch eine offene Frage. Demant stellte Versuche in dieser Beziehung an und fand, dass in dem Muskelfleische entweder Harnstoff oder ein ähnliches Substitut, wie z. B. Guanidiu, vertreten ist, denn beim Kochen mit Baryumhydroxyd wurde Ammon entwickelt (chem. Centralbl. 1881, S. 6). In Betreff der Bildung des Harnstoffes im thierischen Organismus beobachtete Dreciisel, dass der Harnstoff nicht direct aus dem Eiweiss entsteht, dass vielmehr der Stickstoff gewisser Amidsäuren, namentlich derjenigen, welche Spal- tungsproduete der Eiweisskörper sind, zur Harnstoffbildung Verwendung finde, so auch der Stickstoff einiger Ammoniaksalze, in welchem Falle aber die gebundene Säure den Ausschlag giebt. Salmiak werde beim Hunde als solcher wieder ausgeschieden, während Ammoniumcarbonat ein Harnstoffmateriai abgebe, obgleich beim Kaninchen der Salmiak zur Harnstoffbildung Material liefere. Feder, Voit, H allervorjjen fanden ebenfalls, dass Ammoniumcarbonat und Ammoniumacetat beim Hunde in Harnstoff übergehen. Med. Centralbl. XVIII, S. 886 (1880). Ausführliches über die Harnstoffbildung berichtet Drechsel im Journ. f. prakt. Chem. XXIII, S. 87—96 und chem. Centralbl. 1881, S. 164. Bezüglich der physiologischen Wirkung des Harnstoffes und der Ammon- salze stellten Richet und Moutard - Martin Versuche an. Sie constatiren die Wirkungslosigkeit des Harnstoffs, denn Hunden mittlerer Grösse wurden bis zu 50 g Harnstoff in die Blutbahn injicirt, ohne dass dadurch der Tod herbeigeführt wurde. Der Harnstoff ging sofort in die Gewebe und Flüssigkeiten des Körpers über und ein bedeutender Theil wurde auf dein Verdauungswege abgesondert. Während eine vermeinte Harnabsonderung die Folge war, so enthielt der Harn verhältnissmässig weniger Harnstoff, während die Magenfliissigkeit 1,4 Proc., der Speichel 0,5 Proc. Harnstoff enthielten, also reich an Harnstoff waren. Ammoniumchlorid in starken Dosen subcutan injicirt erwies sich ebenfalls unschädlich und man soll daher bei der Urämie nicht der Nichtelimination der 1178 Urea. — Urina. Hämophain. Ammonsalze des Harnes den Tod zuschreiben. Der Magenschleim der an Urämie verendeten Hunde war sehr reich an Ammoniak. Eine kleine Menge dieses Schleimes mit reiner Harnstofflösung in Contact gebracht erregte sofort eine Gäh- rung, was die Gegenwart eines Fermentes in dem Schleime annehmen lässt. Bekanntlich versetzt der Blasenschleim eine Harnstofflösung ebenfalls in Gährung unter Bildung von Ammoniumcarbonat (Chem. Centralbl. 1881, S. 379, 380). Richet fand, dass auch der Magenschleim an anderer Krankheit gestorbener Hunde, ebenso der Magenschleim der Menschen, der Kaninchen eine Gährung des Harnstoffes veranlasst. Das Ferment ist wahrscheinlich ein organisiftes (Torula nach Pastkur). Eine concentrirto Harnstofflösung (10-proc.) geht nicht in Fäulniss über, sondern erleidet nur eine regelmässige ammoniakalische Gährung. Diese Zersetzung des Harnstoffs kann selbstverständlich auch im Magen lebender Thiere vorsichgehen, sobald auf exosmotischem Wege Harnstoff in die Verdauungsflüssigkeit eintritt. Die Bildung von Ammonium bei Urämie lässt sich also auf einen solchen Vorgang zurückführen, wenn in dem Verdauungssafte jene Fermentorganismen gegenwärtig sind (Chem. Centralbl. 1881, 8. 380; Archiv der Ph. 1881, 2. Hälfte, S. 223). Urina. Ilarn conservirende Substanzen sind Schwefelkohlenstoff (auf 1 Liter lg- Dauer Jahre hindurch), Aether (auf 1 Liter 3g), Chloroform (auf 1 Liter 2g), Amylalkohol (auf 1 Liter 1,5 g). Hacmophainharne. Orangegelbe, grüne, rothe Harne. Der Harn nach Gebrauch von Rhabarber und Santonin hat nach Munk's Angaben (Centralbl. f- d ' med. Wiss. 1878, S. 411) eine grünliche Farbe, welche durch Alkalien in R° tn übergeht. Alkalicarbonate erzeugen in dem Rheumharne sofort Rothfärbung, lffl Santoninharne nur nach und nach. Beim Rheumharne ist das Roth beständig, beim Santoninharne verschwindet es in 1 — 2 Tagen. Der durch Alkali rothgefärbte Rheumharn wird durch Digestion mit Zinkstaub entfärbt, der rothe Santoninbarn aber nicht. Rheumharn, mit Barytwasser oder Kalkmilch im Ueberschuss versetzt, tritt die rothe Farbe an den Niederschlag ab, das Filtrat ist farblos, beim Santoninbarn dagegen ist der Niederschlag nicht gefärbt und das Filtrat ist rot»- Icteriseher Harn. Im Harne icterischer Neugeborenen finden sich gelb 0 schollige Massen, welche durch Salpetersäure, welche entfärbend wirkt, nur wenig verändert werden. Verdünnte Salpetersäure führt die goldgelbe Faroe in Braungelb über. Pabbat und Robin halten diese gelben Massen für U m " wandelungsproducte der Blutkörperchen. Mit Glycerin gemischt gehen diese Massen nach Monaten in nadeiförmige Krystalle über (Archiv der Ph. 1880, 1. 1I;lltte ' S. 141). Cholcraharn. Der Harn der Cholerakranken ist an einem Eiweiss^ gehalt zu erkennen. Fehlt derselbe, so liegt auch nur ein Darmkatarrh un nicht Asiatische Cholera vor. Haragäkrnng. Normaler Harn kann keiner sauren Gährung unterliegen- Diese ist nur möglich, wenn der Harn Zucker, Weingeist etc. enthält. Für % wohnlich bleibt die anfangs vorhandene Säuremenge, ebenso die Ammoniakmcng kürzere oder längere Zeit unverändert, dann nimmt die durch Natron neutra " sirbare Säure ab, das Ammon aber zu bis zur alkalischen Reaction. Noch « rend der sauren Reaction tritt wie beim schon anfangs alkalisch reagiren Harne eine gleichmässige Trübung ein und mit ihr die Reaction auf Salpetrig Urina. Gährung. Aceton. 1179 säure. Diese kann möglicher Weise schon präformirt vorhanden sein, zum Theil entsteht sie aus der Fermentwirkung der Spaltpilze aus den im Harne vorhandenen Nitraten, oder durch Oxydation aus Ammon. Dann verschwindet sie früher oder später (Röhmann, Zeitschr. d. phys. Ch. V, 8. 94—121, ehem. Centralbl. 1881, S. 378). Ueber das im Harne vertretene Ferment des Harnstoffes, durch welches dieser in Ammoniumcarbonat übergeführt wird, ist unter Urea (8. 1177) Näheres mitgctheilt. Es ist wahrscheinlich das von Bechamp und Baltus mit Nephrozymase (Ncfrozymase, Nierengährstoff) bezeichnete, in jedem normalen Harne vertretene Ferment, welches durch die Nieren ausgeschieden wird. Bei vegetabilischer Nahrung ist dieses Ferment nur unbedeutend im Harne vertreten. Nierenstein aus Indigo bestehend erhielt Ord durch Dr. Bloxam. Er war der rechten Niere einer Frau entnommen, von Farbe dunkelbraun, zum Theil mit schwarzblauer körniger Schicht überzogen. Auf Papier hinterliess er einen bläulichschwavzen Strich. Im Platintiegel erhitzt verdampfte er unter stinkendem Gerüche nach verbrennenden Federn, und eine weisse aus Calciumphosphat bestehende Asche blieb zurück. Die specielle Untersuchung ergab geronnenes Blut, wenig kryst. Calciumphosphat und in grösster Menge Indigo (Berliner klin. Wochenschr. 1879, Nr. 25). Micrococcus ureae Cohn, zymogene Kugelbacterie, Harnbacterie, ist ein Harnferment in Form mikroskopisch kleiner kugliger oder ovaler Zellen, v on denen 2 — 8 rosenkranzförmig vereinigt sind. Sie bewirkt die alkalische Gährung des Harnes. Pasteur züchtete diese Bacterie und fand als beste Ent- wickelungstemperatur 30° C, 15° Kälte tödtet sie nicht, dagegen hebt eine Wärme von 70° die Entwickelungsfähigkeit vollkommen auf. Näheres berichtet K. v. Jaksch im med. Centralbl. XVIII, S. 180, ehem. Centralbl. 1880, S. 214. Aceton im Harn. Acetonurie ist bei den Diabetikern gewöhnlich. Mar- Kownikoff versetzte den Harn mit Weinsäure und unterwarf ihn einer fractio- nirten Destillation etc. Annal. d. Chemie 182, S. 362; Zeitschr. f. analyt. Ch. XVII, 8. 522. Aus 73 Liter Harn eines 16-jährigen an Diabetes und Melancholie leidenden Knabons wurden 33 g trocknes alkoholhaltiges Aceton gesammelt. Aus 82 Liter des Harnes eines Mädchens wurden nur 5 g Aceton abgeschieden. Nach Rupstein ist Aceton nicht präformirt im Harne vorhanden, sondern a ls Aethyldiacetsäure, welche bei der Destillation des Harnes in Aceton und Weingeist zerfällt. Die beiden letzteren müssten in einem Verhältniss von 5 : 6 vertreten sein. Markowniroff ist dagegen der Ansicht, dass sowohl Aceton wie Weingeist als Producte einer besonderen Gährung der Glykose auftreten und dass ein besonderes Acetonferment vorliegt. Markownikoff fand stets mehr Aceton als Aethylalkohol, Alsberg dagegen Aethylalkohol mit etwas Aceton. DEIOHMÜLLEB lagen einige diabetische Harne vor, welche durch Ferri- chlorid röthlieh bis violettbraun gefärbt wurden. 40 Liter des die rothe Ferri- chloridreaction gebenden Haines lieferten ihm 22,5g Aceton. Aus dem Fehlen des Aethylalkohols in ähnlichen Harnen lässt sich annehmen, dass die roth rea- girende Substanz nicht Acetessigestcr, sondern etwas Anderes sein muss, dass freie Essigsäure vorliegt, welcher Ansicht auch Toleens beistimmt. Man vergleiche auch Rundschau f. d. Intcr. d. Ph. 1881, 8. 826, 827. Eine diabetische Acetonurie liegt jedenfalls vor, wenn Ferrichlorid den Harn röthlieh bis violettbraun färbt (pharm. Centralh. 1881, 8. 544). Dass die rothe Reaction zu Phenolen oder Rhodan in Beziehung stehen kann, ist nicht unwahrscheinlich. 1180 Unna. Dass der mit Ferrichlorid sich rothfärbende Harn auch bei anderen acuten Krankheiten als bei Diabetes mellitus, besonders aber bei Kindern vorkommt, erwähnt v. Jacksch in d. Zeitschr. f. Heilkunde HI, 17 und ph. Centralh. 1882, S. 268, 269. Albumin im Harne (Handb. II, S. 1181). Meuu empfahl (1879) als Reagens auf Albumin im Harne eine Mischung aus je einem Th. Carbolsäure und Essigsäure, verdünnt mit 2 Th. Weingeist. Er mischt circa lOccm des Harnes mit 5 Tropfen Salpetersäure und lccm oder 25 Tropfen jener Car- bolsäurelösung, schüttelt um und lässt das Gemisch in Ruhe, wo sich dann das Albumin absetzt. Die Ausscheidung desselben soll noch schneller vor sich gehen, wenn man statt der Salpetersäure circa 5ccm gesättigter Glaubersalzlösung ver " wendet. Auch dieses Reagens ist ein sehr scharfes, hat aber auch das Unangenehme, im schleimhaltigen Harne eine Ausscheidung zu bewirken. Von Ilimow in St. Petersburg hat in Rücksicht auf den letzteren Umstand die MEHü'sche Methode modificirt (allg. med. Centralz. 1879, Nr. 62) und zwar lässt er den nicht genügend sauren Harn mit saurem Natriumphosphat ansäuern (weil dieses Salz gewöhnlich die saure Reaction des Harnes bedingt) und dann absetzen und fütriren, um Schleim und Urate zu beseitigen. Den filtrirten Bar versetzt Ilimow mit einer wässrigen Carbolsäurelösung (5 Säure, 1 Wasser). Erfolgt nun keine Trübung oder flockige Ausscheidung, auch nie nach dem Erwärmen, so kann der Harn mit aller Sicherheit als albuminfrei a gesehen werden. Mit dieser Reaction lässt sich nach Ilimow selbst eine annähernde quan i tative Bestimmung des Albumins verbinden. 25ccm jenes filtrirten Harnes ve setzt man in einem kalibrirten Cylinder mit 12,5 ccm gesättigter Glaubetsa lösung, welche nämlich die Coagulation des Albumins fördert, und !■*>■. jener 4,77-proc. Carbolsäurelösung, schüttelt um und lässt die Mischung 24 8tun im Wasserbade stehen. Durch geeignete sanfte Bewegung des Cylinders ' a sich das Niveau des Albuminabsatzes in eine horizontale Lage überführen, einem Beobachtungsrohre mit innerer Weite von 1 cm enthielt 1 ccm des Absa 0,012 g Albumin. Fäl . Zur quantitativen Bestimmung des Albumins genügt einfach die lung mit Pikrinsäure nach Hagek, wie sie S. 852 näher angegeben ist. Harn wird mit einigen Tropfen Essigsäure angesäuert, wenn er nicht sauer re»c , > oder mit Ammoniumacetat versetzt, wenn er sauer reagirt, mit wässriger r i säurelösung gefällt und mit derselben Lösung der Niederschlag ausgewase 66,66 Proc. des trockenen Niederschlages sind als Albumin anzunehmen. _ Esbach, welcher aber den Niederschlag mit Wasser auswäscht, will 4 / 5 des Alb pikrinats, also 80 Proc. als Albumin gelten lassen. Ueber letztere Bestimm vergl. man Zeitschr. d. österr. Ap.-Ver. 1880, S. 262. ^ d j e Als beste und sicherste Reaction auf Albumin "' * n BoEDECKEß'sche. Man vergl. Handb. II, S. 1181. M Albumin im gesunden Harn hat W. Leube nachgewiesen, J e(1 ~y t g U t e der Gehalt nicht über 0,1 Proc. hinaus. Er untersuchte den Harn aßt ^ eines Jägerbataillons 7 Tage hindurch. Der Harn trübte sich beim , AU !: pll> stets und die MlLLON'sche Reaction liess Albumin erkennen. (Archiv de 1879, 1. Hälfte, S. 281. Vikchow's Arch. Bd. 72, S. 145.) Diese ünteitt ^ ung ergiebt, dass ein geringer Albumingehalt im Harne nicht immer a ^ pathologische Erscheinung aufzufassen, derselbe bei manchen Personen Normales ist, und dass der Albumingehalt nach starken körperlichen An ^ ungen häufig vorkominmt. Die Eiweisssubstanz im Harne der Schwangel man Gravidin genannt. rühmt man edoch g&* Unna. 1181 Einen Taschenapparat für Aerzte zur Erkennung des Zuckers und Eiweisses im Harne beschreibt G. Döll, (Karlsruhe) in pharm. Centralh. 1882, S. 214. Metaphosphorsäure ist, wie Hindenlang's Experimente ergeben, das einfachste und beste Eiweissreagens. Keine anderen Bestandtheile des Harnes werden durch diese Säure gefällt. Ein Stückchen der Säure wird in kaltem Wasser gelöst und der klare oder filtrirte Harn damit versetzt. Die Lösung der Säure kann nicht vorräthig gehalten werden, weil sie in Orthosäure übergeht (ph. Centralh. 1881, S. 235; Berl. klin. Wochenschr. 1881, Nr. 15). Man vergl. auch diesen Ergänzungsb. S. 850. Trichloressigsäure soll noch ein schärferes Reagens auf Eiweiss im Harne sein. Zu einem ccm des filtrirten Harnes setzt A. Raabe ein Körnchen krystall. Trichloressigsäure und stellt ohne umzuschüttein bei Seite, wo sich um den Krystall eine scharf abgegrenzte Eiweisszone bildet. Da bei reichem Urat- frclialt eine ähnliche Zone entsteht (welche aber beim Schütteln oder Erwärmen verschwindet), so ist es wohl angezeigt, den Harn mit einem 2—3-fachen Vol. Wasser zu verdünnen (Archiv der Ph. 1881, 2. Hälfte S. 300). Ein interessantes Verfahren der Eiweissbestimmung veröffentlichte Musculus (Gaz. med. de Strasbourg 1880). Wenn man in einem Reagircylinder über 2 ccm conc. Salpetersäure einige ccm Harn behutsam schichtet, so bildet sich oft an der Berührungsfläche ein rother oder violetter, dann blauer Ring als Reaction des Uroxanthins. Bildet sich eine grüne Färbung, so liegt Gallenpigment vor, bildet sich aber eine ringförmige, nach oben und unten scharf abgegrenzte Trübung, so enthält der Harn entweder Eiweiss oder er ist reich an Uraten. Sind beide Substanzen zugleich vertreten, so besteht die Trübung aus 2 Ringen, welche durch eine helle Schicht getrennt sind. Wird der Harn mit einem mehrfachen Vol. Wasser verdünnt, so entsteht der Uratring nicht, wohl aber der Al- buminring. Dieser letztere tritt um so eher ein, je grösser der Albumingehalt. Bei 0,2 g Albumin im Liter beginnt die Bildung des Ringes sofort und mit jeder Hälfte des Gehaltes steigt auch die I.ildungszeit um das 2—3-fache, bei 0,1g in Y2 Minute, bei 0,05 g in 1 Minute, bei 0,04 g in 2 Minuten, bei 0,02 g in 3 Minuten. Näheres vergl. man im Archiv der Ph. 1881, 1. Hälfte, S. 468, 469. Paralbumin zu erkennen, soll man die betreffende filtrirte oder decan- thirte Flüssigkeit mit der 6-fachen Menge Wasser verdünnen und einige Stunden einen Kohlensäurestrom (aus Marmor und Salzsäure entwickelt) hindurchleiten. Eine eintretende Trübung in eine flockige weisse Fällung übergehend zeigt die Gegenwart von Paralbumin an (Vulpius. Archiv der Pharm. 1879, 2. Hälfte, S. 307—310). Gravid in oder Kyesteln ist eine Eiweisssubstanz im Harne der Schwangeren. Vergl. S. 1180 u. 1186. Pathologisches und gewöhnliches Eiweiss unterscheidet Maurik. Einige Eiweisse färben die kaiische Kupferlösung violett, andere nicht oder nur grünlich. Das bei hoher Körpertemperatur in den Harn übergegangene Biweiss giebt die grünliche Farbe. Grössere Eiweissstoffe im Typhusiiani verhindern die Reduction der kaiischen Kupferlösung durch Glykose (Archiv der Ph. 1880, 2 - Hälfte S. 155). In dem Harne der Schrumpfnierenkranken ist nicht alle Zeit Eiweiss anzutreffen und wechseln oft eiweisshaltiger und eiweissfreier Harn um 1 — 2 Tage ab. Es ist zur Diagnose somit die Untersuchung des Harnes öfter gefordert. Tn dem Harne der an Asiatischer Cholera Leidender ist Eiweiss ein nie fehlender Bestandteil (vergl. S. 1178). Alkalo'ide im Harne zu bestimmen, empfehlen Bouchard und Gadier Ka- 1182 Unna. Alkalo'i'de. liummercurijodid. Bei Mo rp hin gebrauch zeigt nach Hager's Erfahrungen der Harn die Eigenschaft ammoniakalische Silberlösung in der Siedehitze zu re- duciren unter Bildung eines Silberspiegels, während der Harn mit einem gleichen Volumen Pikrinsäurelösung gemischt, ferner auch durch Zusatz von Jodjodkahuni keine Trübung erleidet. Morphinharn giebt sich zu erkennen, wenn man ihn mit Silbernitratlösung versetzt, umschüttelt und nun behutsam conc. Schwefelsäure einfliessen lässt, so dass sich dieselbe am Grunde der Flüssigkeit ansammelt. An der Berührungsfläche beider Flüssigkeitssäulen tritt dunkle Färbung ein und wenn man J / 2 Minute später schüttelt, so ist die Mischung grau, oder man mischt 5ccm Harn mit 1,5—2 ccm Mercurichloridlösung, kocht auf und versetzt dann mit einem Ueberschuss Aetzammon. Bei Morphingehalt erfolgt eine graue (nicht weissliche oder gelbliche) Mischung und Mercurooxyd scheidet sich in der Ruhe ab. Eine äusserst unbedeutende reducirende Einwirkung auf K a " liumwismuthtartrat und kaiische Kupferlösung lässt der Morphinharn zuweilen wahrnehmen. Morphin geht zum grösseren Theile in die Faeces über, doch aucn nach hypodermatischer Morphinanwendung ist der Harn immer morphinhaltig- Behufs quantitativer Bestimmung muss mindestens 0,5 Liter Harn der Untersuchung unterworfen werden. Man versetzt den Harn mit lg Oxalsäure un filtrirt eine Stunde später, dampft das Filtrat bis auf 4 — 5 ccm Rückstand ein» mischt diesen mit circa 4g Kalkhydrat, extrahirt mit 20 — 30ccm Wassei, dampft den Auszug bis auf 4 — 5 ccm ein und versetzt ihn mit 3— 4 ccm Sa- miaklösung. Wenn sich nach einem Tage nicht Sichtliches oder Greifbares a - geschieden haben sollte, so muss die Flüssigkeit mit Amylalkohol ausgeschütte werden etc. . Bbunbau verfährt zur Bestimmung des Morphins im Harne in t0 gender Weise (Rep. de Pharm. 1881, S. 67): 100ccm filtrirter Harn werd ^"' mit circa 0,05—0,1 g Weinsäure versetzt, mit dem 2—3-fachen Vol. Amy' a ' hol kräftig geschüttelt. Von der einer Temperatur von 50—70° C. ausgesetzte Mischung wird der Amylalkohol decanthirt, dieser mit Aetzammon versetzt, na dem Umschütteln der Amylalkohol decanthirt und eingedampft und der »e darapfungsrückstand als Morphin bestimmt (Archiv der Pharm. 1881, t. H al ' S. 375). . Strychnin, Brucin, Veratrin sollen nach Sciiumoff's Versuchen verändert in den Harn übergehen. (Vom Salicin finden sich nur die Umwa lungsproducte im Harne vor.) Die Abscheidung der Alkalo'ide durch den eine abwechselnde, bald eine vermehr , ist nicht eine gleichmässige, sondern eine aowecnseinue, oaiu ewo ■— , bald eine sehr geringe oder zeitweise ausbleibende. Nach Morphingebrauc wurde zuweilen dieses Alkaloid im Harne angetroffen, ein anderes Mal nie > selbst noch grösseren Morphingaben. Als Reagens darauf benutzt man niei das FEÖHDE'sche, die Abscheidung geschieht nach der Methode von Otto un Deagendoeff mittelst Amylalkohols (Archiv der Ph. 1880, 2. Hälfte, S. lw Chinin im Harne. Das in die Verdauungswege eingeführte Chinin w nach Peesonne's Erfahrung unverändert im Harne angetroffen. Kebneb mm an, dass es darin als Dihydroxylchinin vorkommt, welches auch bei EmWirKu B oxydirender Substanzen auf Chinin in der Wärme entsteht. Guyociitn will es » Chinidin im Harne wieder angetroffen haben. Pebsonne lässt den Harn mitte Gerbsäure ausfällen, den Niederschlag auswaschen, mit Kalkhydrat miscne, aufkochen, austrocknen und dann mit Chloroform auf dem Verdrängung»* 8^ extrahiren. Der Verdampfungsrückstand der Chloroformlösung besteht aus Chinin und einem Harze, von welchem es durch verdünnte Schwefelsäure g^ trennt werden kann. Ein Kranker hatte 2 g Chininsulfat genommen und n ca. 8 Tagen war der gelassene Harn davon frei. Durch den Harn waren 0, Urina. Ammon. Benzoesäure. Blut. 1183 Chininsulfat abgeschieden. Der grössere Theil wäre wohl in den Faeces zu Buchen und nur ein kleiner Theil dürfte eine Zersetzung erfahren haben. (Rep. de Ph. 1878. Ph. Centralh. 1879, S. 10.) Bornträger fand die Chininharne stets etwas linksdrehend. Eine Ablenkung von 0,3 nach links war die stärkste, welche er beobachtete. Zuweilen fehlte das Drehungsvermögen gänzlich. Reynoso fand die Chininharne zuweilen von nur geringer, kaiische Kupferlösung reducirender Kraft (ehem. Centralbl. 1880, S. 696; Archiv d. Ph. 1880, 2. Hälfte 8. 118, 119). Den nach 12 Stunden auf eine Gabe von 0,3—0,5 g Chinidinsulfat, Chinin- hydrochlorid etc. mit Salzsäure gelassenen Harn fand Hager stets normal an Farbe, aber stark sauer. Er gab mit Jodjodkalium einen starken braunen, nach schwachem Ansäuern mit Schwefelsäure sowohl mit Pikrinsäurelösung als auch mitKa- liummercurijodidlösung massige Trübungen. Gerbsäure ergab einen überaus starken gelblichen Niederschlag. Auf Kaliumwismuthtartrat wirkte der Harn nicht, auf kaiische Kupferlösung nur entfernt reducirend. Auf Silberlösung und Mercuri- chlorid wirkte der Harn ■ ebenfalls nicht reducirend. Ainmon (Handb. II, S. 1204) ist im Harne quantitativ verschieden vertreten. Hallervorden fand im Tagesharne bei Nephritis 1,5; 0,889; 0,777; 0,48; 0,577 g Ammon. Duchek beobachtete eine vermehrte Ammonabscheidung auf dem Harnwege bei Pneumonie, Intermittens, Typhus. Hallervorden fand in dem Tagesharn von 8 Typhuskranken 1,1—2,66 g Ammon, in dem Harne zweier an Pneumonie Leidender 1,67 und 1,9g, bei Pleuritis 2,0, bei Intermittens 0,8 g, bei Typhus im Reconvalescenzstadium 0,24g. Mit Steigerung der Körpertemperatur steigt auch die Ammoniakabscheidung. Ein in 24 Stunden 4000 — 7000cem Harn secernirender Diabetiker sonderte mit dem Harne täglich 1,9 g Ammoniak ab, welche Menge Adamktewicz bei schwerem Diabetes auf 0,333 g, bei leichtem auf 0,544 g reducirt fand. Der Ammongehalt des diabetischen Harnes wechselte ungemein und wurde in 9 Fällen zu 0,13 — 5,96 g pro die bestimmt. Die Ursache der hohen Ammonausscheidung wird in einer hohen Säureausscheidung gesucht. In einem Falle erwies sich ein starker Gebrauch von Natriumbicarbonat a uf eine an und für sich sehr starke Ammonabsonderung (täglich bis zu 6 g) °hne allen Einiluss (Archiv für experim. Pathol. und Pharmak. XII, 4, 1880; Med. Neuigk. 1880, S. 360.) Georges beobachtete ein Zunehmen der Alkali- nität des Harnes auf Genuss von Alkalicarbonaten, nach jeder Mahlzeit eine Minderung der sauren Reaction, nach Einführung von Salzsäure in die Verdau- Ungswege eine Erhöhung der sauren Reaction des Harnes. Warme Bäder schienen °hne Einiluss auf die Reaction des Harnes zu sein (Archiv f. exp. Pathol. und Pharm. XI, 1879, S. 156). Benzoesäure und Hippiirsänre im Harne bestimmen Weyl und v. Anrep nach der Methode von Jaaresveld und Stokvis. Der mit Natron versetzte Harn wird zum Syrup eingedickt, mit Salzsäure sauer gemacht und nach 24 Stunden mit Essigäther ausgeschüttelt, welcher sowohl die Benzoesäure wie die Hippursäure aufnimmt. Den Acetäther-Auszug dampft man ein und behandelt den Verdampfungsrückstand mit frisch rectificirtem Petroläther, welcher die Benzoesäure löst, die Hippursäure ungelöst zurücklässt. Letztere erhitzt man mit c onc. Natronlauge zum Aufkochen, macht die Flüssigkeit mit Salzsäure sauer Und schüttelt wieder mit Petroläther aus. Dieser enthält nun die aus der Hip- Pursäure entstandene Benzoesäure. (Ztschr. d. österr. Ap.-Ver. 1881, S. 168.) Bcrnsteinsäure im Harne ist Folge von Spargelgenuss. Blnt im Harne. Das Reagens auf Blut, welches Almen zuerst empfahl (Handb. II, S. 1193), ist von mehreren Seiten als ein sicheres erkannt worden, 1184 Urina. aber man kann es nicht als Keagens auf Blut aus einem anderen Körpertheile z. B. aus einer Wunde anwenden, weil es damit die blaue Farbenreaction nicht giebt. Zur Ausführung dieser Reaction verfährt man in folgender Weise: Man mischt einige ccm Guajactinktur mit dem gleichen Vol. Terpentinöl, schüttelt bis sich eine Emulsion gebildet hat und setzt sodann den zu prüfenden Harn vorsichtig zu. Bei Berührung der Emulsion mit dem Harn wird das Guajacharz rasch als weisses, später schmutzig gelbes oder grünes feines Präcipitat gefällt. Enthält aber der Harn Blut, und selbst nur spurenweise, so färbt sich das Harz mehr oder weniger intensiv blau, oft fast indigoblau. Mit normalem oder eiweiss- resp. eiterhaltigem Harn tritt diese Blaufärbung nicht ein. E. Netjsser untersuchte Harne an Pleuritis und Tuberculose Leidender spectroskopisch. Die Harne zeigten eine blutrothe Farbe, ergaben die dem Oxy- hämoglobin zukommenden Absorptionstreifen, ohne 'dass weder Blut noch Oxy- hämoglobin nachweisbar waren. Nicht alle blutrothen Harne enthalten somit Blut (ehem. Central«. 1882, S. 244). Chloride im Harne. Eine Bestimmungsmethode derselben berichtet SM- kowsiu im med. Central«. XIX 1881, 8. 177, 178, ehem. Central«. 1881, S. 203, 204; C. Arnold in der Ztschr. d. physiol. Chem. V, 8. 81 — 91 und ehem. Central«. 1881, 8. 387; L. Habel und Fernholz im Archiv d. Ph v ' siol. XXIII, 8. 85, im Auszuge in der Chem. Ztg. 1880, S. 718 und Are«? der Ph. 1881, 1. Hälfte, S. 56 und 1882, 1. Hälfte 8. 219. Nach Salkowski werden 10ccm Harn in ein lOOccm-Kölbchen gegeben» auf 60 ccm verdünnt, zuerst mit 2 ccm Salpetersäure und dann mit löccmSilbC' lösung (1 ccm = 0,01 g NaCl) versetzt. Nach dem Umschütteln wird bis z ur Marke aufgefüllt, vom Filtrat 80 ccm mit 5 ccm kaltgesättigter chlorfreier Arnim miumferrisulfat-Lösung versetzt und der Silbergehalt mittelst Normal-Ammonium rhodanid-Lösung bestimmt. Die nach dem Umschütteln bleibende röthliche F&r ung deutet das Ende der Reaction an. Als Beispiel wird angegeben: 80cc Flüssigkeit mit Endreaction bei 6,8 ccm Rhodanidlösung. 100 ccm der FW» 91 »' 6,8x10 keit = 10 ccm Harn 8 8,5 ccm. Von der Silberlösung erfordern 1*> C genau 37,5 ccm Rhodanidlösung, es wurden also weniger gefordert 29 ccm R^ 0 nidlösung d. h. = ll,6ccm Silberlösung (37:15 as 29:11,6) = M 6 pl "° NaCl. Chloroform im Harne nachzuweisen unterwirft man circa 200ccm Die de» ciroa «""■" i„» Harnes einer Destillation, bis lOOccm übergegangen sind. Dem Destillat s ' man 5 g chemisch reines Aetznatron hinzu und digerirt einen Tag hindurch- mit Salpetersäure oder Essigsäure angesäuerte Flüssigkeit giebt, war Ch'°*°, ^ gegenwärtig, auf Zusatz von Silberlösung einen Silberchlorid-Niederschlag. »* ^ quantitativer Bestimmung sind von 200 ccm Harn mindestens 180 ccm abzu liren (Hager). Chloroform im Harne wirkt auf kaiische Kupferlösung desoxydirend. Chloral im Harne findet sich als solches nicht vor, sondern als Ur° c ^ ralsäure. Das Natriumsalz entspricht der Formel C 8 H 12 Cl 3 NaO,. p w „ rige Lösung wirkt reducirend und die reducirende Wirkung wird erhöht, ^ die Lösung des Salzes mit Schwefelsäure oder Salzsäure längere Zeit ß® a i_ : - J Chloroform in die Verdauungswege eingeführt geht nicht in Uro 0 _ Central«. ■*■ > wird, säure über. Specielleres über diese Säure vergl. man med. S. 337-339; chem. Central«. 1881, S. 486, 487. ülenbestanuineu wies a. roEHL in dem j~ a !"g gcn üt- mit Kalium bromid zu Grunde gerichteten Epileptikers nach durch A Cholesterin, diesen Gallenbestandtheil wies A. Poehl Unna. Gallenbestandtheile. 1185 teln des Harnes mittelst Aethyläthers. Diese Aetherlösung drehte den polari- sirten Lichtstrahl etwas nach links. Wahrscheinlich war hier noch ein fremder Körper (Glykocholsäure) von Einfluss, weil die reine Cholesterinlösung stark linksdrehend wirkt. Der wachsähnliche Verdampfungsrückstand der Aetherlösung wurde mit weingeistiger Aetzkalilösung aufgenommen, zur Trockne eingedampft, in Wasser gelöst und wiederum mit Aether ausgeschüttelt. Der Ver- dampfungsrttckstand dieser Aethorlösung wurde durch absoluten Weingeist in Krystalle übergeführt (vergl. Fig. 323, auf Seite 1211, Handb. II). Conc. Schwefelsäure und Jod ergaben eine blaugrüne, conc. Schwefelsäure und Ammon (Schiffs Keaction) eine rothe Farbenreaction. Eisen im Harne scheint nicht vorzukommen. Quillart stellte specielle physiologische und chemische Versuche an, aber das Eisen ging in keinem Falle in den Harn über (Archiv der Ph. 1882, S. 387). Galle im Harne (Handb. II, S. 1194). Als Reagens auf Galle und Gallenfarbstoffe im Harn dient nach Constantin Paul das Pariser Violett, Violet de Paris oder Methylanilin. Im gesunden, auch im zucker- und eiweisshaltigen Harne, verändert dieses Pigment den Farbenton nicht und es färbt ihn bläulich violett und zwar dichro'itisch, blau im auffallenden, violett im durchfallenden Lichte. Enthält der Harn Gallenbestandtheile, so geht der Farbenton in Roth über, dem Blutroth ähnlich. Die Reaction ist äusserst empfindlich, jedoch unsicher, wenn der Harn Chrysophansäure enthält wie z. B. nach dem Gebrauch von Rhabarber oder Senna. Eine andere, sehr leicht ausführbare Reaction auf Galle im Harne besteht nach Rosenbach darin, denselben in ein Filter zu geben, nach beendigter Filtration auf die Innenseite des noch feuchten Papiers (auf die der Flüssigkeit zugewendet gewesene Seite) mit einem Glasstabe einen Tropfen conc. aber nicht rauchender Salpetersäure zu setzen und zu beobachten. Die betupfte Stelle wird zuerst gelb, dann gelbroth, am Rande violett. Später bildet sich an der Peripherie der Flecke ein umfassender blauer Ring, welchen schliesslich ein smaragdgrüner Schein oder Kreis umschliesst. Diesen Modus durch Eintauchen des Papiers in den Harn abzukürzen, ist nicht zu empfehlen, weil dann die Farbenreaction zu mangelhaft eintritt. In dem Filter hat sich eine grössere Menge des Gallenpigments abgelagert (ph. Centralh. 1876 S. 402). II n, ukh empfiehlt zum Nachweise der Galle und Gallenp'gmente im Harne, 50—100 cem desselben gelind zu erwärmen, mit Barytwasser bis zur alkalischen Keaction zu versetzen, den Niederschlag abzusondern und auszuwaschen. Besprengt man nun eine kleine Probe des Niederschlages mit salpetrige Säure enthaltender Salpetersäure, so entstehen in den meisten Fällen sofort die bekannten Farliennüancen. — Noch sicherer erkennt man die Gegenwart der Gallenpigmente, wenn der Niederschlag mit Natriumcarbonatlösung erhitzt wird, wobei die Gallenpigmcnte mit grüner oder braungrüner Farbe in Lösung übergehen. Diese Lösung kann direct oder nach vorherigem Abdampfen zur Trockne, zur Anstellung der GMELIN'schen Reaction (Handb. II, S. 1104) benutzt werden; auch ist hier die Eigenschaft der Gallenpigmente in alkalischer Lösung zu ver- werthen, nämlich nach schwachem Ansäuern mit verdünnter Salzsäure oder Schwefelsäure in grünen Flocken, welche dann weiter geprüft werden können, auszuscheiden. A. Casali lässt zur Isolirung der Gallenpigmente den Harn mit Bleiacetat feilen und den Niederschlag mit Salzsäure gemischt mit Aether ausschütteln. Die Aetherlösung wird in 3 Glasschälchen vertfaeilt und abgedunstet, um dann den Inhal! des ersten Schälchens mit Baryumhyperoxyd und Schwefelnder, l'liarm. IYaxis. Suppl. 75 1186 Urina. Gallensäure. Harnsäure. Bäure, das zweite mit Stannichlorid und Schwefelsäure und das dritte mit Antimoniochlorid und Schwefelsäure zu behandeln und die Farben- reactionen sichtbar zu machen (ph. Centralh. 1879, S. 165). Zur Erkennung der Gallenpigmente lässt Masset zu 2ccm Harn 2—3 Tropfen conc. Schwefelsäure mischen und dann einen kleinen Krystall Kaliumnitrit dazugeben. Es tritt sofort eine blattgrüne Färbung ein, welche selbst in der Siedehitze besteht und mehrere Tage unverändert bleibt (Archiv d. Ph. 1879, 1. Hälfte, S. 457). Vitam modificirt die PETTENKOFEE'sche Reaction dahin, dass der Harn mit etwas Chininbisnlfat versetzt, der Säureüberschuss mit Ammon beseitigt und das ausgeschiedene gallensaure Chinin mit Aether ausgeschüttelt wird. Den Verdampfungsrückstand des Aetherauszuges löst man in Schwefelsäure, setzt wenig Zucker und Weingeist hinzu und befolgt die Pettenkofeb'scIio Methode. Näheres ph. Centralh. 1881, S. 90. E. Deechsel empfiehlt zum Nachweise der Gallensäuren mittelst der PetteN- KOFEß'schen Reaction statt Schwofelsäure Phosphor säure anzuwenden. Man fügt zu der möglichst concentrirten Lösung der gallensauren Alkalien soviel conc. Phosphorsäure, dass die Flüssigkeit schwach syrupartig ist, gicbt etwas Rohrzucker hinzu und erhitzt in einem Proberöhrchen im Wasserbade. Schon bei Spuren Gallensäure tritt nach kurzem Erhitzen eine rothe bis purpurviolette Färbung ein. Wie Reuulüs Moscatblli durch Experiment nachgewiesen hat, ist die Ausscheidung der Galle oder Gallenpigmente durch den Harn kein normaler physiologischer Vorgang, derselben liegt in jedem Falle ein pathologischer ZustaD zum Grunde (Ztschr. des östorr. Ap.-Ver. 1881, No. 2, S. 20). («lyeerin-Phosphorsiluie wird als ein constanter Bestandteil des Harnes angesehen. Sotnischewhky wies nach Absonderung der Phosphorsäure als Am- monium-Magnesiumphosphat aus 10 Liter Harn in dem Filtrate einen entsprechen den Glyceringehalt nach (Ztschr. f. physich Ch. IV, S. 214—210). Hori'^ 8ETLEB fand diese Säure im Harne bei Leukämie. In anderen Theilen < e Körpers kommt sie ebenfalls vor. Dass diese Säure ein normaler Bestandtß des Harnes sei, ist bisher noch nicht sicher nachgewiesen (Zeitschr. d. öster • Ap. Ver. 1881, S. 85). Gravidin, Kyeste'in, ist eine Eiweisssubstanz im Harne Schwangerer u soll Ursache des auf diesem Harne sich bildenden Häutchens sein. Nach a 1 "' 01 Angabe besteht letzteres aus Ammoiiiummagnosiumphosphat und Protozoen- Harnsäure (Handb. II, S. 1189). Erkennung derselben. Die M " rc ^." reaction beruht in der Oxydation der Harnsäure mittelst Salpetersäure un °_]; r .^ Setzung in Harnstoff und Alloxan und Verwandelung des letzteren m Murexid (Ammoniumpurpurat). Magnieb de la Soubüe wendet (Rep. de l »• IO ' re Stelle der Salpetersäure Bromwasser an. Sedimente, welche man auf " ar ° 8er untersuchen will, werden mit Wasser angerührt, mit einigen Tropfen B . r ° m | ro ther versetzt und in einem Wasserbade eingedampft. Es hinterbleibt ein 'f-] e S e ^ Absatz an den Wänden der Sohnale, welcher mit einem Tropfen Katilösung^ ^ genommen eine schöne blaue Färbung, oder durch einen Tropfen Ammoni ^ Purpurfarbe, welche dem Ammoniumpurpurat characteristiseh ist, annimm . ^^ soll auf diese Weise die geringsten Spuren Harnsäure nachweisen Können^ ^^ jedes überschüssige Bromwasser vermieden wird, indem sich sonst Hon ^^ dationsproduote als das Alloxan, nämlich Parabansäure und Oxalsifto"?» ffl0 . würden. E. Luuwki fällt behufs der Harnsäurebestimmung den Harn mitteis > ^ nikalischer Silberlösung und Magnesiamixtur aus. Der TTrina. Harnstoff. 1187 Harnsäure enthaltende Niederschlag wird mit amtnon'akalisehem Wasser ausgewaschen und in der Wärme durch verdünnte Schwofe lkal in in lösüng zerlegt, wobei Kaliumurat in Lösung übergeht. Das Fältrat wird mit Salzsäure angesäuert und im Wasserbade eingeengt. Die beim Erkalten ausgeschiedene Harnsäure wird gesammelt, mit Wasser gewaschen, bei 110° getrocknet und dann durch Behandeln mit Schwefelkohlenstoff und Aether von anhängendem Schwefel befreit (ehem. Centralbl. 1881, S. 390). Petit versetzt 200cem des filtrirten Harnes mit 5ccm rauchender Salzsäure, schüttelt mehrere Minuten kräftig, lässt eine Stunde (richtig wohl 1 Tag) stehen, sammelt den Bodensatz in einem üoppelfilter (das eine Filter muss genau so schwer sein wie das andere), wäscht mit Weingeist aus und trocknet bei 100° C. Er findet den Harnsäuregehalt im Liter, indem er die Differenz der Gewichte der beiden Filter mit 5 multieiplirt. Harnstoff. Handb. II, S. 1186. Die Ausscheidung des Harnstoffs auf dem Harnwege ist quantitativ eine sehr verschiedene, so entleerte ein Mann bei gleicher Ernährung im Verlaufe von 50—60 Stunden Harnmengen, welche im Liter 20,7—14,3—13,1 —1,8—9,8—12,8- -5,5—10,0 genthielten (Rep.de Pharm. 1880, S. 309, 310). Ueber die Harnstoff-Abscheidung in physiologischer und pathologischer Beziehung berichtet II. Oppenheim in Pfeüceu's Arch. XXIII, S. 446; med. Neuigk. 1881, S. 222. Reagenspapier auf Harnstoff. Nach Musculus ist im Blasenschleim ein Ferment des Harnstoffes, denselben in Ammoniumcarbonat umsetzend, vertreten. Es ist dem Mucin ähnlich. Papier mit diesem Schleime und mit Gurcuma-Aufguss getränkt dient als Reagens auf Harnstoff. Taucht man es in eine Harnstoff enthaltende Flüssigkeit und lässt es dann an der Luft trocken werden, so bräunt es sich in Folge der Bildung von Ammoniumcarbonat. Näheres vergl. man ph. Centralh. 1877, S. 58 u. f. und ehem. Centralbl. 1876. Der Schleim im Harne bei Blasenkatarrh ist besonders reich an diesem Ferment. Ilarnstoff-Roactionen. Wenn man eine Harnstofflösung in etwa 3 Th. Furfurollösung mit einigen Tropfen Salzsäure bringt, so erwärmt sieh die Flüssigkeil, färbt sich allmählich purpurroth und erstarrt endlich zu einer braunschwarzen Masse, (IL Schief. Ber. d. d. ehem. Ges. X, S. 773). Zum Nachweise des Harnstoffes empfiehlt E. BRÜCKE die Oxalsäure. Ji| ^k. Die extraetartige Masse, in welcher jH Hk ii in den Harnstoff nachweisen will, exlrahirt man in der Wärme, mit Amylalkohol, filtrirt und vermischt die klare Lösung mit einer gesättigten Lösung der Oxalsäure in Amylalkohol. Da der Niederschlag keine ausgebildeten Krystalle erkennen lässt, so erwärmt man die Mischung und stellt sie zur Krystallisation beiseite, um dann die Krystalle, unter dem Mikroskop zu mustern. Man vergl. auch Handb. II, 8. 1087. Bestimmung des Harnstoffes. Handb. II, S. 1187, 1188. Die Fällung mit l'alladiichlorid (Palladium- chlorid) liefert PdCi 2 + 2CN 2 H 4 0, in v/v//.:. ■ w "/'. Fig. 162. Harnstoffoxalat-Krystalle. 60mal vergr. 75* 1188 Urina. Harnstoff. Form eines krystall. bräunlichgelben, in Wasser schwer, in Weingeist nicht löslichen Niederschlages. Wie Dkeschel fand, ist die Fällung keine vollständige (Archiv der PL, 1. Hälfte, S. 132). Lecomte's Verfahren der Harnstoffbestiramung beruht auf der Einwirkung des Chlors (Natriumhypochlorits) auf Harnstoff, denselben in Kohlensäure und Stickstoffgas umzusetzen (CH 4 N 2 0 + H 2 0 + 6C1 = 6HCI + C0 2 + N 2 ). Die Kohlensäure wird mittelst Alkalis rcsorbirt und Stickstoffgas wird gesammelt und gemessen. 0,1g Harnstoff giebt 34 ccm Stickstoff aus. Eine Parallele hierzu ist das YvoN'sche Verfahren, nach welchem in Stelle des Chlors Brom in Anwendung kommt. Nach Yvon liefert 0,1g Harnstoff 37 ccm Stickstoff. 5g Brom werden in 30ccm Natronlauge gelöst und mit 125 ccm destill. Wasser verdünnt. Das Instrument ist ein Urometer, bestehend aus einem an beiden Enden offenem, circa 40cm langen Cylindorglasrohre, welches mittelst Glashahnes in 2 Theüe getheilt ist. Der obere, ungefähr 10 cm lange Theil (A) ist in Vio CCIn g etneilt > ebenso der untere Theil (B), der O-Punkt liegt aber beiderseits am Glashahno. Diese Vorrichtung, der Hahn geöffnet, wird in ein mit Quecksilber gefülltes Gefäss so gestellt, dass das Quecksilberniveau den Hahn berührt. Nun wird dieser geschlossen. Alsdann giebt man in den obaren Theil (A) des Glasröhre» 3 ccm des mit der 4-fachen Menge Wasser verdünnten Harnes. Hebt man das Glasrohr den Hahn zugleich öffnend, so fliesst der eingegossene verdünnte Harn in den unteren Theil. Mau schliesst den Hahn und giesst in A 1—2ccm Natronlauge, welche man in gleicher Weise durch Heben des Cylinders und Oeffhen des Halms in den Theil B einfliessen lässt. Der Zweck dieser Operation l9t die Zuführung der der Glaswandung anhängend gebliebenen Harntheile zu dein in B befindlichen Harne. Nach Scliluss des Hahnes darf in B sich kein l' ll |" Wäschen vorfinden. Nun füllt man den oberen Theil A mit der Natriumhypobroiw - lösung und lässt diese in gleicher Weise in den unteren Theil B, aber möghc" 8 schnell einfliessen. Die Reaction geht sofort vor sich. Die Menge des freig c wordenen Gases liest man ab. 1 ccm desselben entspricht 0,0027027 g Hai' 1 * stoff. vxO,0()27027 entspricht also dem Gewichte Harnstoff in 3ccm Harn verdünnt mit 12ccm Wasser. Viele Chemiker ziehen das EscHBACH'sche Urometer dem von Yvon empfohlenen vor. Die BüNSEN'sche Methode bezweckt die Ueberführung des Harnstoff*' 3 ' Ammoniumcarbonat. Eine Portion Harn wird mit ammoniakalischer Baryumchlon lösung gefällt, filtrirt und im üelbade 2—3 Stunden hindurch bis auf 200 • erhitzt. Das abgeschiedene Baryumcarbonat entspricht der 0,4041-fachen Menfe Harnstoff. Die . , llKJNTz'sche Methode basirt auf der Umwandlung in Ammonsalz, m e man (Ya HarnstoffsubBtanz mit Schwefelsäure bis auf 200° C. erhitzt. Die ' Harne vorhandenen Ammonsalze sind in Abzug zu bringen. Behufs der Stimmung als Nitrat wird der Harn bis auf >/ 10 seines Vol. eingedampft " nach dem Erkalten mit concentrirter reiner Salpetersäure im üeberschusa setzt. Das sich abscheidende Harnstoffnitrat wird gesondert und gewogen- Millon's Bestimmung beruht in der Ueberführung des Harnstoffes a SalpetrigSÄUre in Kohlensäure und Stickstoff (CII l N 2 0+N0 2 H= 2N '2+ |X 3H,0). Die Salpetrigsäure wird in Form des MnxoN'schen Reagens angewen • Beihilfe von conc. Schwefelsäure gebraucht wird (z. B. Fig. Als'Apparat dient ein solcher, wie er zur Bestimmung der Kohlensäure wird (z. 15. Fig. 14, Handb. I, ,»• ^ Liebig's Bestimmungsmethode ist im Handb. II, S. 1188 susfubrnen schrieben. Yvon's De Thieeey hat einen besonderen Apparat componirt, um nach ffl Methode Harnstoff mittelst Natriumhypobtom'ts (aus 40ccm Natronlauge, > Unna. Harnstoff. 1189 Wasser, 2 ccm Brom bestehend) zu bestimmen (Rep. de Pharm. 1880, 8. 250) und das entwickelte Stickstoffgas zu messen. Die Stickstoffentwickelung wird erleichtert durch Zusatz von Zucker oder Glykose (Fauconnier, Mehü. Archiv der Ph. 1880, 2. Hälfte S. 315). Mehu giebt an, dass das Stickstoffdeficit bei dieser Bestimmung um so grösser sei, je verdünnter die Hypobromitlösung und je niedriger die Temperatur ist. Bei Harn wird durch Glykosezusatz der entwickelte Stickstoff um 4—5 Proc, selten um mehr gesteigert. Es hängt dies von sonstigen Bestandteilen des Harnes ab. Enthält dieser wenig Extractiv- stoff, so ist der Zuwachs grösser, enthält er aber Blut, Eiter etc., so ist der Zuwachs im Gegentheil kleiner, namentlich nach Beginn der fauligen Gährung, (Chem. Centralb. 1880, S. 377). Der Harnstoff zersetzt sich mit Natriumhypobromit nach folgender Gleichung: C0 2 (NH 2 ) 2 + 3NaBrO = 3NaBr+C0 2 + N 2 + 2H 2 0. Es sind also 3 Mol. Hypobromit zur Zersetzung eines Mol. Harnstoff erforderlich. Die Bestimmung führt Quinquaud maassanalytisch durch eine alkalische Lösung von Na- triumarseniit (19,8 g As 2 0 :1 im Liter) unter Zusatz von einigen Tropfen Indig- schwofelsäure aus (Compt. rend. 93, S. 82). Eine Controle dieser Bestimmung veröffentlicht C. Arnold im Rep. d. anal. Ch. 1882, Nr. 1 und Nr. 3, S. 41. Statt der Indigolösung als Indicator wendet Arnold eine Lösung von Carmiu in Natronlauge in einer Concentration an, dass lccm der zu titrirenden Flüssigkeit zugesetzt durch den kleinsten Tropfen Hypobromitlösung entfärbt wird. Diese Reaction ist wegen des Ueberganges aus Dunkelpurpurroth in Gelb äusserst scharf, auch bei Lampenlicht zu erkennen. Die Titrirungen wurden mit Hypo- bromitlösungen ausgeführt, welche 0,5 bis auf 8,0 ccm Brom in lOOccm Kalilauge enthielten. Zuerst setzte Arnold die Hypobromitlösung im Uebersehuss zur Harnstofflösung. Es ergab sich, dass je weniger Uebersehuss desto niedriger die Harnstoff menge gefunden wurde. Nach dem Aufhören der Gasentwickelung wurde soviel Arsenigsäurelösung zugesetzt, bis ein einfallender Tropfen der Car- minnatronlösung nicht mehr entfärbt wurde, und schliesslich Hypobromitlösung bis zum Verschwinden der rothen Farbe hinzugesetzt. Hierbei ergab sich, dass je kürzer der Zeitraum zwischen dem ersten Zusatz von Hypobromit- und Arsenig Säurelösung, um so hoher stieg die Zahl der verbrauchten ccm Hypobromitlösung, also auch die Zahl der gefundenen Harnstoffmenge, obgleich man das Gegentheil bätte erwarten sollen. Daraus folgt, dass die Bestimmung des Harnstoffes mittelst Hypobromit» wenig Sicherheit bietet. Dieselbe Bestinnnungsmethode wurde ebenfalls von F. A. Falk geprüft: Rep. d. anal. Ch. 1882, S. 45. Wokmley fand, dass die Bestimmung des Harnstoffes mittelst Natrium- hypobromits nur dann richtige Resultate, bietet, wenn das Reagens frisch bereitet und die Harnstofflösung genügend verdünnt ist. Auf 1 Th. Harnstoff sind 1200 Th. der Hypobromitlösung zu verwenden. Den APJOHN'sehen Apparat fand er hierzu sehr passend (Chem. News XXXI, S. 63). Bei der LlEBlG'schen Methode der Harnstoffbestiimnung durch Titrirung mit Mercurinitrat (Handb. II, S. 1188) soll man ihn nach E. PrLÜGER bis zu 14 Proc. und mehr zu niedrig finden. Zur Erlangung richtiger Resulate ist die Harnstofflösung vorzutitriren und zwar dadurch, dass man solange Mercunnitrat- lösimg zufliesscn lässt, bis ein Probetropfen auf einer Glasplatte mit einem dicken Tropfen aufgeschwemmten Natriumbicarbonats beim Durcheinanderruhren bleibend,. Gelbfärbung zeigt. Dann ist man nur um einige Zehntel vom Endresultate entfernt und schreitet nun zur stetigen Titrirung d. h. man neutralisirt erst nach vollständigem oder nur um einige Zehntel ccm zu geringem Zusätze der Mercurinitratlösung. Alternirend nennt PFLÜGEB die Titrirung, wenn man die 1190 Urina. Indican. Jod. Mercurinitratlösung partiell zugiebt und gleich darauf neutralisirt, also mit der Titrirung und der Neutralisirung abwechselnd vorgeht (Archiv d. Physiol. XXI, S. 248. Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte, S. 379. Rep. d. anal. Ch. 1882, S. 153 u. f.). Man vergleiche auch das unter Urea Angegebene, S. 1177, 1178. Indican. Der Indigo bildende Stoff soll nach W. Wekbb ein ziemlich con- stanter Harnbestandtheil sein. Um Indican nachzuweisen, befolgt man die im Handb. II, S. 1191 angegebene Reaction mit rauchender Sal/.säure. W. WebEU (Lieh) hat das Verfahren modificirt. Er lässt 30ccm Harn mit gleichviel conc. rauchender Salzsäure mischen, über der Weingeistflamme erwärmen (nicht kochen) und 1 — 2 Tropfen verdünnte Salpetersäure zur Erhöhung der Reaction hinzusetzen. Die Farbe der Mischung wird dunkler und ist, wenn letztere erhitzt ist, braun zu nennen; bei mehr Indican ist ein deutlich-rother Stich zu bemerken. Um nun das In dir üb in und Indigoblau augenfällig zu machen, giebt man, nachdem die Mischung abgekühlt ist, eine etwa 2 — 3cm hohe Schicht Aether darauf und schüttelt tüchtig um. Der Aether zeigt sich nach dem Absetzen mit einem deutlichen blauen Schaume bedeckt, dessen Farbe bei den kleinsten Mengen Indigoblau noch zu erkennen ist, wenn man den Schaum gegen ein Blatt weissen Papiers betrachtet. Der Aether unter dem Schaume ist schön rosen- bis carmnv roth oder violett gefärbt, während die untere wässrige Flüssigkeit eine hellere, nur noch rein braune Farbe zeigt. Es ist zu bemerken, dass die Beobachtung des blauen Schaumes einige Minuten erfordert; sollte aber während dieser Zeit • die Reaction nicht deutlich hervortreten, so tröpfelt man einige Tropfen Weing eist auf den Schaum, wodurch dieser schnell verschwindet und die obere Schien durchsichtig wird. Auch die geringste Menge Indican s wird hierbei an der schönen blauen Farbe der oberen Schicht erkannt, aus welcher sieh nach m u nach Indigoblau zwischen beiden Flüssigkeiten absetzt, während Indirubin ,irl Aether gelöst bleibt. Weiser hat nach dieser Methode den Harn einiger P er " sonen geprüft und gefunden, dass in jedem sich Indigo bildender Stoff nacbwei» 6 liess. Nur in wenigen Ausnahmen war in dem Harne verschiedenartig erkrank» 1 Personen kein Indican, während es mit der Genesung sogleich wieder im " a "' zum Vorschein kam (Archiv d. Ph. 2. Hälfte, S. 340—342, ph. Centralh. 18 7 ' > Nr. 51). IIammersten versetzt lOccm Harn mit 3—5cem Chloroform und ^ cC . rauchender Salzsäure, darauf mit einem Tropfen gesättigter Ohlork»! lösung und schüttelt unter nur sanftem Wenden des Cylinders um. Ein B ** e ?v Schütteln ist zu vermeiden. Bei mittlerem Indicangehalt des Harnes färbt das Chloroform dauernd blau und wird auf Zusatz von 2 — 3 Tropfen Cblorka lösung intensiver blau. Nach zu starkem Chlorzusatz wird das Chloroform P™ ^ Ist Jod im Harne, so wird die Farbe roth, bei Gegenwart von Jod und J. n ^ zugleich aber violett. Statt der Chlorkalklösung kann auch eine '/^"P 1 ' 00 * ^ y e r. hypermanganatlösung in Anwendung kommen. (Ztschr. des österr. Apoth.- 1881, S. 5.) ä Jod im Harne findet sich auch nach iiusserlicher Anwendung der Jo cl P r rate. Der Harn zeigt sich dann öfters eiweisshaltig. ) ul Eine colorimetrische Bestimmung des Jods im Harne beschreibt VuU'i ph. Centralh. 1882, S. 170. Zur Erkennung des Jodgehaltes genügt ein Versetzen dos Harne ^ rauchender Salpetersäure und Ausschütteln mit Schwcfelkoblens \ oder lienzol. Behufs quantitativer Bestimmung muss der Harn mit etwas kali versetzt eingedampft, der Verdampfungsrückstand eingeäschert und Asche das Jod als Silberjodid bestimmt werden. m mit der Urina, Kreatin, Krytophansaure. Metalle. Avson. 1191 Das als Jod oder Jodoform oder als Jodid in die Verdauungswege eingeführte Jod ist im Harne selten als Jodid vertreten und wird seine Ausscheidung durch Einwirkung von Aetzalkali meist nothwendig sein. Man vergl. auch unter Indican die IlAMMERSTEN'sche Reaction. Kreatin und Kreatinin, Roactionen darauf nacli J. Weyl. Beim Vermischen einer verdünnten, kaum braunrothen, wässrigen Lösung des Natriumnitro- prussids mit einer sehr verdünnten Kreatininlösung oder einem Kreatinin enthaltenden Harne und unter tropfenweisem Zusätze von Aetznatronlösung entsteht eine schön rubinrothe Färbung, welche nach einiger Zeit in Strohgelb übergeht. Kroatin muss (durch Kochen in saurer Lösung) zuvor in Kreatinin übergeführt werden. Kryptophan säure (Handb. II, S. 1190) ist ein normaler Harnbestandtheil. Diese Säure (C 5 H 9 N0 5 ) wurde 1865 von W. Tudhichum entdeckt. Man zählt sie gewöhnlich zu den Harnfarbstoffen. Zu ihrer Abscheidung wird (Pelügek's Archiv XV.) der frische Harn mit Kalkmilch versetzt, filtrirt, das Filtrat durch Abdampfen eingeengt, mit Essigsäure angesäuert und bei Seite gestellt. Die sich absetzenden Krystalle werden beseitigt, die syrupöse Flüssigkeit aber mit 90-proc. Weingeist gemischt. Der dadurch entstandene Niederschlag wird mit Weingeist gewaschen, in Wasser gelöst und wiederum mit Weingeist gefällt. Der Niederschlag besteht aus Kryptophanaten des Kalkes und der Alkalien. Kryptophanate geben mit Ferrichlorid einen braunen Niederschlag. Die Kryptophansäure bildet eine amorphe gummiähnliche Masse, ist löslich in Wasser, wenig löslich in Weingeist, schwer löslich in Aether. Durch Mercurinitrat wird sie aus ihrer wässrigen Lösung gefällt. Metalle, Metallolide, wie Arsen, Blei, Kupfer, Wismnth etc. im Harne nachzuweisen, soll man nach E. Reichakdt 1—2 Liter Harn erwärmen, mit einem Paar Tropfen Salpetersäure ansäuern und */ 2 — 1 Stunde hindurch einen Schwefelwasserstoil'gas- strom hindurchleiten. Das einzuschlagende Verfahren vergl. man im Archiv der PL 1880, 2. Hälfte, S. 291, 292. Der Arsennachweis auf mikroskopischem Wege (nach Hageb) gelingt in gewandter Hand. 3 — 4ccm des Harnes werden mit 3 — 4 Tropfen Glycerin, ca. 20 Tropfen Ammoniumoxalat und einigen Tropfen Aetzammon gemischt und y. 2 Tropfen der Mischung auf dem einen Drittel eines Objectglases dünn ausgestrichen und über einer Weingeistflamme unter Hinundherbewegen eingetrocknet, so lange Dampf aufsteigt und bis der Fleck trocken erscheint. Unter dem Mikroskop bei circa 150-facher Vcrgrösserung findet man, war Arsen gegenwärtig, dunkle bis schwarze Massen innerhalb von hellen Kn stallkreisen, oder dunkle grauschwarze Krystallreihen. Sollten diese nicht vorhanden sein, so setzt man auf den Fleck noch einen halben Tropfen der Mischung, erhitzt nochmals in gleicher Weise, aber etwas stärker, und prüft wiederum optisch. Bleistoffe gehen nicht in den Harn über, und ihre Seeretion erfolgt nur auf dem Darmwege. Sobald Kaliumjodid in die Verdauungswege eingeführt wird, wird auch Blei reichlich auf dem Harnwege abgeschieden. Somit scheint bei chronischer Bleivergiftung der Gebrauch von Kaliumjodid die Elimination des Bleies besonders zu fördern. (Annuschat. Arch. f. exp. Path. u. Pharmakol. X, 1870 S. 2(11.) Quecksilber findet sich nach dem innerlichen und äusserlichcn Gebrauche im Harne; auch in den l'acces, im Speichel (Archiv der Ph. 1880. 1. Hälfte S. 139). Behufs Abscheidung wird der Harn mit etwas Salzsänre angesäuert und ein Paar Goldblättchen hineingehängt. Die nach 2 Tagen mit Weingeist und Aether abgewaschenen Goldblättchen werden in einem knieförmig gebogenen Glasröhrchen in dem 1192 Urina. Oxalsäure. Pepton. Phenol. einen Schenkel erhitzt und das darauf sitzende Quecksilber in den anderen Schenkel überdestillirt. Auch mit blankem Kupferdraht oder Bloch an Stelle der Goldblättchen lässt sich das Quecksilber sammeln. Ist der Harn nicht blassfarbig oder trübe, so ist es zweckmässig, 200ccm mit circa 8g Kaliumchlorat und dann unter Kochung nach und nach mit kleinen Portionen Salzsäure (40g 25proc.) zu versetzen, um die organischen Bestandtlieile zu zerstören. Die Ausscheidung des Quecksilbers und Amalgamation mit den Goldblättchen geht dann leichter und reiner vor sich. Ein etwaiger Bodensatz im Harne wird durch diese Proce- dur in Lösung gebracht (IIaüek). Ueber den Nachweis des Quecksilbers in thierischen Substanzen veröffentlichte P. Ludwk; eine ausführliche Arbeit im Med. Jahrb. 1880; ehem. Centralbl. 1881, S. 202; ph. Centralh. 1881, S. 436. Methylamin und Metliylliarnstoff kommen nach J. Schiffer im Harne der Carnivoren als Umsetzungsproducte des Kreatins vor (Ztschr. d. physiol. Chemie IV, S. 237). Oxalsäure (Ilandb. II, S. 1202) ist ein normaler, selbst constanter Bestandteil des Harnes. Calciumoxalat wird durch die sauren Phosphate in Lösung erhalten (ph. Centralh. 1877, S. 179). Pepton im Harne. Peptonurie ist, wie v. Jacksch fand, eine Begleiterin des acuten Gelenkrheumatismus. Phosphor wolframsäure fällt aus dem Haine, wie Hofmeister erforschte (ehem. Centralbl. 1881, S. 137), neben Pepton alcn Kreatinin und Xanthin, letzteres jedoch in sehr geringer Menge. Nachdem Ansäuern mit Essigsäure wird Kreatinin durch Phosphorwolframsäure nicht gefällt. Zur Fällung des Peptons nuiss man zuvor etwaigen Albumingehalt durch Ble 1 ' zuckerlösung beseitigen. Das Filtrat muss klar sein und darf mit Essigsäure und Kaliumferrocyanid keine Trübung geben. Das Filtrat versetzt man mit 1 /s ^°'" Essigsäure und dann mit einer mit Essigsäure versetzton Natriumphosphorwolfrainiat- Lösung. Ist kein Pepton gegenwärtig, so bleibt die Flüssigkeit klar. (Archiv der Pharm. 1881, 2. Hälfte. S. 366.) Vergl. auch unter Tyrosin S. 1196- Phenol im Harn. Ein schwarzer oder tintenfarbiger Harn nach innerlichem und auch äusserlichem Carbolsäuregebrauch ist als eine normale Erscheinung aufzufassen. Die tintenartige Färbung entwickelt sich erst während des Contactes des Harnes mit der Luft, ist also Folge eines Oxydation»' processes. Phenol tritt in den Harn als Phenolsulfosäure über und geht auch darin andere Verbindungen ein. Ein mit Phenol vergifteter Hund gab einen H» rll > welcher Hydrochinon enthielt. Nach starken Phenolgaben lenkt der Harn den Kolarisirten Lichtstrahl nach links ab (Baumann und Preusbe. Ztschr. f- P nv ® - Chem. 1879, 3; ph. Centralh. 1879. S. 318). Vergl. auch uuter Tyrosin 8. H 96 ' Nach Salkowski's Wahrnehmungen rindet sich eine phenolbild 01 " Substanz im Harne des kranken Menschen in erheblicher Menge, und ein hone Phenol-Gehalt fällt stets mit hohem I ml ican -Gehalt zusammen (man verg • oben unter in die, an). Sinkt im Verlauf der Krankheit der Indicangebalt a» ein Minimum, so trifft man auch nur Spuren Phenol an. Bei Bauchfellen Zündung trat ein sehr grosser Phenol- und fadican - Gehalt im Harne ein. Das Destillat aus dem mit Salzsäure angesäuerten Harne ergab mit Ferrichlori schwache Blaufärbung. Durch Fällung mit Bromwasser wurden im Maximum pro Liter 1,5575 g Phenol gefunden, während bei gemischter Nahrung der normale Gehalt nach Munk etwa 0,004g beträgt. (Her. d. d. chem. Ges. **> S. 1595). , Im Pferdeharn fand Baumann als phenolbildende Substanz die Pnen ^ schwefelsaure (aber nicht Phenolsulfosäure). Dass Benzol in die Verdauungsweg eingeführt Phenolbildung im Harne zur Folge hat, wurde schon längst beobachte . Unna. Phenol. 1193 Das dunkelfarbige Niveau gestandenen Pferdeharnes ist Folge von Brenz- cateehin und auch anderer Spaltungsproducte des Tannins, wie Baumann durch Experiment feststellte (Archiv d. Physiolog. XII, 63). Zur Abscheidung des Brenzcatechins wird der Harn mit Essigsäure versetzt und mit Aether ausgeschüttelt. Der Aetherauszug eingedampft hinterlässt eine harzige braunschwarze Masse, welche mit Wasser gelöst und dann filtrirt wird. Das Filtrat wird durch wenige Tropfen Bloiacetat von der färbenden Substanz befreit, das Filtrat mit Ammoniumcarbonat neutralisirt und nun mit Bleiacetat gefällt. Der mit H 2 S entbleite Niederschlag ergiebt in Wasser eine Lösung, welche eingedampft, mit Bariumoxyd neutralisirt und dann mit Aether ausgeschüttelt wird. Der Ver- dampfungsrückstand der Aetherlösung wird in Wasser gelöst und nun zu den Reactionen verwendet. Ferrichlorid färbt intensiv grün, auf Zusatz von Natrium- bicarbonat violett. Aetznatron oder Aetzammon färbt braun bis schwarzbraun, ammoniakalische Silberlösung wird sofort reducirt. Pferdeharn enthält ausser Hrenzcatechin noch eine Substanz, welche mit Salzsäure behandelt Brenzcatechin liefert und aus dem essigsauren Harne mit Aether ausgeschüttelt werden kann etc. Der Harn von Rindern und Pferden enthält reichlich Phenol und Tauryl- säure, welche letztere mit Kresol identisch ist. Beide sind im Harne als die Leichtspaltbaren Phenylschwefelsäure und Kresylschwefelsäure vertreten. Der Gehalt daran ist bei den Thieren ein minimaler, welche in Käfigen gehalten oder mit Kartoffeln und Hafer gefüttert werden (Centralbl. d. med. Wiss. 1878. S. 563 u. f.). ENGEL hält das Phenol im Haine für ein Verdauungsproduct durch die Bauchspeicheldrüse aus den eiweissartigen Stoffen. Bei der Fäulniss der Eiweiss- stoffe entsteht neben Indol stets auch Phenol. Tyrosin in die Verdauungswege eingeführt ergab im Harne eine Vermehrung von Kaliumphenylsulfat. Benzol liefert in gleicher Weise Phenol, und Phenol bildet unter Sauerstoffaufnahme Hydrocbinou und Pyrocateehin, welche Stoffe in alkalischer Lösung sich an der Luft bräunen. Dieser Vorgang erklärt das Entstehen brauner Harne (Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte, S. 312). Nach Vergiftung mit Phenol findet man im Harne Hydrochinon «',,11,0,11,0). Zur Bestimmung des Phenols und Kiesols wird ein Liter Harn mit 100 com verdünnter Schwefelsäure gemischt, destillirt und das Destillat mittelst Brom Wassers gefällt. Das ausgeschiedene Tribromphenol wird mit bromhaltigem Wasser gewaschen, über Schwefelsäure getrocknet und gewogen. .1. MüNK fand in einem Menschenharne von 24 Stunden nach vorwiegend animalischer Kost 0,006 g Tribromphenol, in lOOOccm Pferdeharn dagegen 5,214g. Bei reichlichem (ienusse Vegetabilischer Speisen stieg der Phenolgehalt im Harne auf das 3—8-fache. Nach dem (ienusse von Benzol vermehrt sicli die Menge des Phenols im Harne, nicht aber nach dem Genüsse von Phenol (ph. Centralh. 1876 S. 418). Der erwachsene, Mensch secernirt in 24 Stunden mit dem Harne durchschnittlich 0,015g Phenol. Ueber die Erkennung und Bestimmung des Phenols im Harne existirt eine sehr ausführliche Arbeit von Cloktta und Schaer im Archiv der Ph. 1881, 1. Hälfte, S 241 — 271, im Auszuge in ph. Centralh. 1881, S. 271. Das Destillat des mit Schwefelsäure versetzten Harns wird 1) durch Hromwasser unter Bildung von Tribromphenol getrübt. Der Niederschlag in Weingeist umkrystallisirt bietet besondere Mikro-Krystallformen. — 2) Das erwärmte Destillat erfährt durch Zusatz von '/,, Vol. Mercuronitratlösung und 1 — 2 Minuten dauerndes Sieden nach dem'Erkalten eine hellblutrothe oder hellcar- moisinrothe Färbung. — 3) Die Ammoniak-Brom-Reaction besteht darin, 1194 Urina. Phenol. Phosphor. Rhodan, 5—lOccm der verdünnten Phenollösung mit 2—3 Tropfen Aetzammon und dann später mit frischem Bromwasser zu versetzen. Hier findet die Bildung von Anilin statt und die üeberführung desselben in einen stabilen blauen Oxydationsfarbstoff. — 4. Die Ferrichloridreaction (Ergänzungsb. S. 10) steht den vorhergehenden Reactionen sehr nach. Das Weitere und Speciellere wolle man 1. c. nachsehen. Zum Nachweise des Phenols im Harne empfehlen T. u. D. Tommasi die Fichtenholzreaction. Man schüttelt den Harn mit einem gleichen Vol. Aether, decanthirt denselben, tränkt damit einen Fichtenholzspan (weniger gut Cypressen- holz und Eschenholz) oder Fichtenholzstäbchen und taucht ihn dann auf einen Augenblick in eine 12,5proc. Salzsäure, welcher auf 100cem circa 0,2g Kaliumchlorat (KC10 ;1 ) zugesetzt ist. Setzt man nun den Stab den directen Sonnenstrahlen aus, so tritt in einigen Minuten die blaue Färbung ein, wenn mindestens Ycooü Phenol im Harne vertreten war. Dieser Nachweis ist weder bequem noch alle Zeit ausführbar. (Ber. d. d. ehem. Ges. XIV, S. 1834.) Phosphor im Harne findet sich wohl immer nach Vergiftungen mit Phosphor. Ueber die Prüfung des Harnes auf Phosphorgehalt nach Hager's Methode ist das Nähere schon S. 943 und 944 unter Phosphorits angegeben. Es genügt; den Harn mit Aethyläther zu schütteln und den Aetherdunst bei mittlerer Temperatur (15—17,5° C.) auf Pergamentpapier einwirken zu lassen, welches mit Silbernitratlösung befeuchtet ist. Zweckmässig ist es, den Harn mit etwas verdünnter Schwefelsäure anzusäuern, um etwa vorwaltendes Ammon unschädlich zu machen. Ein Erwärmen des Harnes darf nicht stattfinden, denn in diesem Falle würden auch andere Stoffe im Harne die Bräunung des Papiers veranlassen. Selmi hat die Auslassungen Hagek's in der ph. Centralh. 1879 No. 38 aufg e ' nommen und dahin abgeändert, dass der Phosphorharn Phosphordunst in der Kälte ausdunstet und das dadurch gebräunte Silbersalzpapier mit Königswasser behandelt eine Flüssigkeit ergiebt, in welcher Ammoniummolybdänat Phosphorsäure erkennen lässt, dass ferner der Phosphordunst das mit Brechweinstem genetzte Papier nicht colorisch verändert. Pesci und Stbopvo erwähnen e De "' falls die Untersuchung eines 4 Phosphorharnes, welcher in einer Wasserstonatmosphäre ein phosphorhaltiges Destillat lieferte, mit Zink und 8chwefelsW re Phosphorwasserstoft entwickelte. Aus den Erfahrungen geht hervor, dass de Hain nach Phosphorvergiftungen ein wichtiges Material ist, die Vergiftung durc Phosphor nachzuweisen. (Ph. Centralh. 1880, S. 166.) Selmi's Arbeit ü ber die Aufsuchung des Phosphors im Harne befindet sich im Archiv der Ph» 1 1880, 2. Hälfte, S. 253 — 268. Rhodiin im IIa ine hat J. Munk unter der Voraussetzung nachgewiesen, dass wässrige Lösungen der Sulfocyansäure (Rhodanwasserstoffsäure) sich bei Kochen zum grössten Theile zersetzen unter Bildung von Kohlensäure, Schffß Wasserstoff, Ammoniak, Blausäure und l'ersulfocyansäure. Ein weingeistig Extractrttckstand von etwa 1 Liter Harn wurde in Wasser gelöst, mit 151e '^, fc ausgefällt, der Niederschlag gewaschen und mit Schwefelsäure zersetzt, das *" aber nach vorgängiger Alkalisirung stark eingedampft, dann mit Salzs destillirt. Im Destillate war Schwefelwasserstoff und Blausäure nachweiBD • Ebenso gelang die Darstellung aus dem Aetherextraeto. Sehr EWeckmässig auch die Isolirung mit Hülfe des Silberniederachlages. Da Rhodanide der Alk» ^ mit Silberlösung einen sehr schwer löslichen Niederschlag geben, so cn ^ auch der im Harne durch Silberlösung bewirkte Niederschlag neben 9'^'jig Uhodansilber. In 1 Liter Menschenharn fand Munk. durchschnittlich u ' gicli Natriumrhodanid. Nach dem Einnehmen von Ammoniumrhodanid fan Urina. Salicyls. Schwefel. Schwefelsäure. 1195 noch 7 — 8 Tage darnach Rhodan im Harne (Vjbciiow's Archiv. 1878. Ph. Centralh. 1878, S. 92). Salicylsiiure im Harne wirkt auf kaiische Kupferlösung reducirend. Zum Nachweise dieser Säure dampft man den Harn ein, vermischt ihn gegen das Ende des Eindampfens mit Kohle, macht ihn zu einem trocknen Pulver und extrahirt mittelst Weingeistes. Einige Tropfen des weingeistigen Auszuges mit Wasser verdünnt und dann mit verdünnter Ferri chlorid lösung versetzt ergeben bei Salicylsäuregehalt eine violette Färbung. Diese Prozedur ist dann nur am Flecke, wenn der Harn mit Ferrichlorid versetzt die entsprechende Färbung nicht giebt. Borntbäger empfiehlt die RoBiNET'sche Methode, welche darin besteht, den Harn mit überschüssigem Bleiacetat zu fällen, aus dem Filtrat das Blei mit Schwefelsäure zu beseitigen und dann das Filtrat mit Ferrichlorid zu versetzen (Ztsehr. f. analyt. Ch. XX, 8. 87 —89). Da bei Zusatz von Ferrichlorid zum Harne zunächst das Bisen von den Phosphaten in Anspruch genommen wird, so muss man mit dem Zutröpfeln der Eiserlösung noch einige Zeit fortfahren. s BßADBUBY, SlEBOLD und Andere versetzen den Harn mit etwas Potasche, dann mit wenig überschüssigem 1? 1 ein i trat , lillriren unter wiederholtem Zurück- giessen des Filtrats und reagiren schliesslich mit Ferrichlorid (Ztsehr. d. österr. Ap. Ver. 1881. S. 495). Schwefel im Harne zu bestimmen, wird der Harn eingedampft, mit der 10 fachen Menge Natron und Salpeter (ana) gemischt eingeäschert und in der Asche der Schwefelsäuregehalt mittelst Baryumchlorids bestimmt. Der Gehalt des Harnes an Sulfaten und Hyposulfiten ist besonders zu bestimmen, um die Menge Schwefel zu erforschen, welche nicht als Oxysäure vertreten ist. Schwefelsäure im Harne kommt in Form von Sulfaten und als gepaarte Schwefelsäure an Basen gebunden vor. Letztere wird mittelst Baryumchlorida nicht nur nicht gefällt, sie wird auch nach dem Ansäuern mit Essigsäure und durch Erwärmen des Harnes nicht zersetzt. Sie wird dagegen gespalten, wenn sie in einer Lösung nach Zusatz einer geringen Menge Salzsäure einige Minuten erwärmt wird. Die als Sulfat im Harn enthaltene Schwefelsäure kann deshalb nur aus essigsaurer Lösung gefällt werden. 25 oder öOocnj Harn werden mit Essigsäure, einem gleichen Vol. Wasser und Baryumchlorid im Ueberschusse versetzt und auf dem Wasserbade erwärmt, bis sich der Niederschlag klar abgesetzt hat. Der Niederschlag wird erst mit Wasser, dann mit warmer verdünnter Salzsäure und zuletzt wieder mit Wasser ausgewaschen; sein Gewicht ergiebt die Menge der in Form von Sulfat im Harne enthaltenen Schwefelsäure. Das mit den Waschwässern vereinigte Filtrat wird mit verdünnter Salzsäure versetzt und erwärmt, bis der in einigen Minuten gebildete Niederschlag sich klar abgesetzt hat. Dieser zweite Niederschlag enthält neben Baryumsulfat braune harzige Substanzen, welche sich nach dem Abfiltriren durch Waschen mit heissem Weingeist z 'im grössten Theile entfernen lassen. Zuletzt wird der Niederschlag mit heissem Wasser ausgewaschen. Das Gewicht des zweiten Niederschlages von Baryumsulfat ergiebt die Menge der in dem Harne enthaltenen gepaarten Schwefelsäure (E. Baumann. Zeitschr. für physiol. Ch. I. S. 70. Chem. Centralh. 1878. 8. 137). Terpeno überhaupt Terpentinöl und ähnliche Oele innerlich gebraucht erzeugen, wie van den Velden und Baumann durch Experimente an Thieren beobachteten, keine gepaarten Schwefelsäuren im Harne. Terpentinöl verminderte sogar die Ausscheidung gepaarter Schwefelsäuren. Dagegen erzeugen sauer* stoffhaltige ätherische Oele und solche, welche Phenole enthalten, mit der Schwefel- 1196 Urina, Spermatozoon. Stickstoff. Tyrosin. säure des Organismus ätherartige Verbindungen (Ber. d. d. ehem. Ges. 1876 IX, S. 1746). Spermatoito'itlen (Handb. II, S. 1198, 1199). Zur Erkennung der Spermaflecke dient Pikrinsäure, welche dauernd gelb färbt, ferner Perrichloridlösung, welche nicht roth (Speichelnecke aber roth) färbt. Longuet giebt folgende Anweisung: 1. Man schneide aus dem Stoffe mit Samenflecken ein kleines Quadrat, in dessen Mitte sich womöglich der Fleck befindet. — 2. Man tauche dicsc3 btüek in destill. Wasser, welches auf 5 g 5 bis G Tropfen ammonikalischo Car- minlösung enthält. — 3. Man lasse 2 Tage oder auch länger einwirken. — 4. Man zupfe den Stoff vorsichtig faserweise auseinander. — 5. Man bringe die Faserstränge, einen nach dem andern mit Glycerin betupft unter das Mikroskop bei 500 maliger Vergrösserung. Bei Gegenwart von Sperma bemerkt man dann um die vegetabilischen, nicht gefärbten Fasern herum Gruppen von Spermatozoiden, deren Kopf lebhaft roth erscheint, während der Schwanz ungefärbt ist (pharm. Centralh. 1878, S. 395). zt Dieses Verfahren fand Vogei, (Memmingen) nicht zutreffend, überhaupt konnteer mit Pikrinsäure, Anilinblau, Methylviolett, Pikroanilin, Fuchsin, Eosin, Bismarkbraun, Alkanna keine Resultate bezüglich der Erkennung der Spermatozoiden erlangen. Dagegen schabte er die spermatische Substanz ab, mischte sie auf einem Objectglase mit 1 Tropfen conc. Schwefelsäure und nach 2 Minuten mit 2 Tropfen Jodtinetur, um nach dem Auflegen eines Deckglases unter denl Mikroskop zu prüfen. Die Spermatozoiden sind in Folge ausgeschiedenen Jods braun gefärbt. Mittelst Weingeistes lassen sich dieselben wieder entfärben (Rep- d. analyt. Ch. 1881 No. 21; ph. Centralh. 1882, S. 30). Einfach ist die Sichtbarmachung der Spermatozoiden durch Tintisiren. Man legt die einzelnen Fädcheu des gefleckten Zeuges in einige Tropfen Gallussäure- lösung und nach 10 Minuten mischt man einen Tropfen verdünnter Ferrichlorid- lösung hinzu. Mit einer Nadel trägt man dann die Fasern in einen Tropfe" Glycerin, um nach Auflegung eines Deckglases die mikroskopischo Prüfung damit vorzunehmen. Nicht allein die Köpfe, auch die Schwänze der Spermakörperch 1511 treten grell hervor. Ein solches Präparat lässt sich Wochen hindurch consC" viren (1Iageb). Spermaflecke mit Glycerinbleikalklösung (unter Sulfur S. 1147) behandelt färben sich braun. Stickstoffgfilialt. Zur Bestimmung des Gesammtstickstoffgehaltes des Harne, dampft Wasiiiuiunk den Harn zuerst mit Gyps ein und zwar entweder im *a- cuum oder nach Zusatz von Oxalsäure im Wasserbade. Letzteres hat den Zwei' Ammoniak, welches durch eine Veränderung des Harnes entstanden sein kann zurückzuhalten. Fr wendete 10g Gyps, 5ccm Harn und 0,5g Oxalsäure an. Der trockne Rückstand wurde dann mit Natronkalk gemischt und wie gewöhnlich verbrannt, resp. der Stickstoff in Ammoniak übergeführt (ph. Centralh- 18'<>> S. 371). E. Ludwig befolgt die DüMAS'sche Methode. 5ccm Harn werden in einem Schiffchen aus Kupferblech oder Porcellan unter Zusatz einiger T ™P?® n Schwefelsäure eingedampft. Das Verbrennungsrohr hat 18 mm lichte Wei e. Zur Kohlensäurcentwicklung dient Manganocarbonat oder flüssige Kohlensaure- Vor die Spirale von Kupferdrahtnetz wird Kupferoxyd placirt, weil das ^W* des Handels gewöhnlich Zink enthält und dieses Kupfer Kohlensäure unter ü düng von Kohlenoxyd zersetzt (Med. Centralbl. XVHI, 8. 318). Tyrosin (Handb. II, 8. 1207). Weyl hat erkannt, dass in Folge der Fäu- niss aus Tyrosin Phenol entsteht. Tyrosin ist ein häufiger Bestandteil der weisskörper (Wolle, Käse). Dies erklärt die Beobachtung Ratjmann's, dass Urina. Urobilin. Zucker. 1197 Einwirkung der Bauchspeicheldrüse auf Eiweissstoffe Phenol entsteht, Phenol auch im Harne vertreten ist. Tyrosin und Leucin finden sich meist im Harne bei gelber Leberatrophie, chronischer Leberatrophie, Leukocythämie, Typhus, Blattern, auch bei Ikterus in Folge Obstruction der Gallenwege. Während der Reconvalescenz verschwand zuerst Tyrosin, dann Leucin. Das Auftreten von Tyrosin und Leucin scheint auf einer entsprechenden Harnstoffabnahme zu beruhen (med. Neuigk. 1881, 8- 4). Untmrtiwelligsiinrc wurde von Schmiedeberg und Meissner im Katzenharn, Hundeharn, und von Strümpell im Harne eines Typhuskranken aufgefunden (Ztschr. f. analyt. Ch. XVI, S. 134). Urobilin. Es giebt Harne von orangegelber auch rother Farbe, Harn opba'in-Harne, welche aber nicht ikterische sind, also keine Gallenfarb- stoffe enthalten, auch nicht durch Blut gefärbt sind. Die orangegelben Harne unterscheiden sich von den ikterischen, dass sie mit Salpetersäure nicht die Färbungen: grün, blau, violett, röthlich, orangegelb ergeben, sie werden vielmehr durch Salpetersäure dunkelroth oder mahagonifarben. Mehu bezeichnet diese llämophai'nliarne passender mit: hepatische Harne. Um den rothen Farbstoff zu sondern, soll man 1 Liter Harn mit 2g Schwefelsäure versetzen und dann darin Ammoniumsulfat bis zur Uebersättigung auflösen. Das Pigment scheidet ähnlich dem Ferrihydroxyd ab. Es wird gesammelt, mit gesättigter Ammoniumsulfatlösung ausgewaschen, getrocknet und endlich mittelst absoluten Weingeistes ixtrahirt. Wird zu der weingeistigen Pigmcntlösung tr-icknes Zinkcblorid gesetzt und nach dem Umschütteln liltrirt, so erscheint das Filtrat im durchfallenden Lichte rosenroth, im auffallenden Lichte dunkelgrün. Dieses hepatische Pigment, Urobilin, ist auch löslich in Wasser und in Amylalkohol (Zeitschr. d. österr. Ap.-V. 1878, S. 542, 543). Dass rothe Harne mitunter kein Blut, kein Oxyhämoglobin enthalten, bestätigte Neusseu, welchem rothe Harne von an Pleuritis und Tuberkulose Leidenden vorlagen (ehem. Centralbl. 1882, S. 244). Zocker im Harne (Handb. II, S. 1182). Pavy hat die Beobachtung gemacht, dass Zucker (circa 0,05 g auf d. Liter) ein constanter Bestandtheil des Harnes sei. Hager dagegen fand den Harn der Kinder und der Leute bis zum ''Osten Lebensjahre frei von Zucker, dagegen traf er in dem Harne gesunder alter Leute zuweilen Spuren Glykose an (ph. Centralh. 1877, S. 233). M. Abeles gelang es ebenfalls wie Pavy, im normalen Harne Zucker anzutreffen, und hält er geringe Mengen Zucker für einen normalen Harnbestandtheil (Archiv der Ph. 1879, 2. Hälfte, S. 543). Leumann und Seegen konnten im normalen Harne keinen Zucker auflinden. Regulus MOSCATELLI, welcher umfangreiche Experimente in dieser Beziehung anstellte, gelangte zu dem Resultate, dass im physk)- 1 'gischen Zustande kein Zucker mit dem Harne ausgeschieden wird, dass Zucker im Harne auf einen pathologischen Zustand hinweist (Zeitschrift d. österr. Ap.-Ver. 1881, Nr. 2). Wie Hofmeister nachgewiesen hat, enthält der Harn der Schwangeren nicht Glykose, sondern Lactose und ist das Leiden nicht mit Glykosurie, sondern mit Lactosurie zu bezeichnen. Durch Einführung von Nitrobenzol (Mirbanöl) in die Verdauungswege kann, wie Ewald durch Experiment feststellte, Glykosurie erzeugt werden. Der im Harne gefundene Zucker erwies sich zwar linksdrehend, auch nicht gäh- »'ungsfahig, dennoch verhielt er sieh gegen kaiische Kupferlösung wie Harnzucker. Auch v. Mioiung wies nach, dass der reducirende Stoff im Harne nach einer Vergiftung mit Nitrobenzol kein Harnzucker ist, dass dieser Stoff den polarisirten 1198 Urina. Harnzucker. Lichtstrahl nach links dreht, doch letztere Eigenschaft wird stets auch der normale Harn zeigen, wie Haas (Centralbl. f. d. med. Wiss. 1876 Nr. 9) angiebt. Morphin, Chloralhydrat in starken giftigen Gaben haben nur zuweilen einen Zucker enthaltenden Harn zur Folge. Vergl. auch Urochloralsäure unter Chloral 8. 1184. Ein neues Prüfungsverfahren auf die Anwesenheit von Zucker im Harne hat Brücke angegeben. Die im Handb. II, S. 1183 angegebene Präliminarprüfung' mit alkalischer Wismnthlösung hat vor der mit alkalischer Kupferlösung den Vorzug weder durch einen Harnsäuregehalt, noch durch einen Kreatingehalt des Harnes im mindesten alterirt zu werden. Da indess mitunter in einem Harne auch Spuren einer Schwefelverbindung vorkommen, welche zu einer ganz ähnlichen Farben- reaction Veranlassung geben, wie dies bei einem Gehalt an Zucker der Fall ist, so schlägt Brücke vor, den auf Zucker zu prüfenden Harn (falls er eine Schwefelverbindung enthält) schwach mit Salzsäure anzusäuern, ihn hierauf mit einer angesäuerten Auflösung von Kaliumwismuthjodid zu versetzen (wodurch jede Spur Schwefel entfernt, ein etwaiger Gehalt an Zucker aber nicht im mindesten alterirt wird), dann nach einigen Minuten zu filtriren und das Filtrat unter Zusatz eines Ueberschusses von concentrirter Aetzkalilösung einige Minuten lang WJ kochen; findet hierbei nunmehr eine Grau- oder Schwarzfärbung der Flüssigk elt statt, resp. ein ebenso gefärbter Niederschlag, dann ist ein Zuckergehalt am 3 Bestimmteste constatirt. Auf einen etwaigen Schwefelgehalt des Harnes ist au''' 1 schon im Handb. II, S. 1183 bei der Prüfung auf Zucker Bedacht genommen- Die Kaliumwismuthjodidlösung Brücke's wird durch Auflösen frisch gefällte 11 Wismuthsubnitrats in einer genügenden Menge heisser Kaliumjodidlösung untel Zusatz von Salzsäure dargestellt. Es dürfte die im Handb. I, S. 206 angeg e ' bene Darstellungsweise wohl den Vorzug verdienen. Für dio Darstellung j ene Reagens wäre verwendbar das aus 5,5 Wismuth gewonnene, frisch gefällte, noej 1 feuchte Subnitrat. Dieses trägt man nach und nach in eine kochend heisse L 0 ' sung von 30,0 Kaliumjodid in 150,0 dest. Wasser. Nach zehn Minuten lang eX Agitation macht man einen Zusatz von ungefähr 5,0 einer 25 proc. Salzsäure. Der innerliche Gebrauch von Benzoesäure und Salicylsäure ^ u*> deren Salze versetzt den Harn in einen Zustand, in welchem er auf kalten Kupferlösung reducirend wirkt. Bei der Untersuchung des Harns auf Zuck 01 gehalt sind über den Gebrauch genannter Säuren und Salze Erkundigungen enl zuziehen. Die optische Prüfung auf llarnzucker hat empfindliche Seiten, denn giebt den polarisirten Lichtstrahl rechtsdrehende Harne, welche frei v . Zucker sind. Auch BORNTRÄGER hatte, Harne vor sich, deren Rotationen und +0,6 betrugen, ohne Zucker zu enthalten. Die Harne kamen von Personen» welche Morphinophagen gewesen und schon seit einer Woche entwöhnt, » Morphinohyperoptiker geworden waren (Archiv der Ph. 1880, 2. Hälfte, 8. %y>' Die Bestimmung kleiner Mengen Zucker im Harne mittelst kalischer Kup .j (1 lösung ist eine unsichere und erfordert verschiedene VoMlichtsmassnahmen, we !f' Worm-Müller des Näheren bespricht, im Arch. f. d. ges. I'hysiolog.; pharm. Ui' tralh. 1882, S. 143 und 144. Jedenfalls ist es angezeigt, um sicher zu gene > neben der Methode mittelst kalischer Kupferlösung auch die KNAPP'sche Metno oder eine andere (Ilandb. II, S. 1184) anzuwenden und die unter Sacehar S. 1056 und 1057 dieses Ergänzungsbandes angegebenen Notizen zu beaefl • Worm-Müller fand, dass die Harnsäure eine Reductionswirkung aut /j u lische Kupferlüsung ausübt und gebildetes Cnprooxyd mehr oder weniger Lösung erhält, wenn der Glykosogchalt des Harnes gering ist; werden a *^8 . 2 Mol. Cuprisulfat auf 1 Mol. Harnsäure angewendet, so wird «las Cu 2 U Urina. Harnzucker. 1199 völlig ausgefällt. Um die Harnsäure nicht mit Harnzucker zu verwechseln, soll man die Harnsäure unter Anwendung von Siedehitze durch Fällen mit Salzsäure oder durch Filtration durch Thierkohle beseitigen. Letztere muss feingepulvert sein und die Flüssigkeit darf sich niemals über dem Niveau der Kohle im Filter befinden. Will man die Harnsäure nicht entfernen, so muss die Flüssigkeit unter Erhitzen bis auf 60—70° mit FEiiMNG'scher Lösung (Seignettesalz enthaltender kalischer Kupforlösung) behandelt werden (Archiv f. d. ges. Physiol. XXVII, S. 22—59; Kep. der analyt. Ch. 1882, S. 76 — 78). Auch Kreatinin reduoirt kaiische Kupforlösung. Ein Gehalt von 0,09 Proc. macht den Nachweis von 0,018 Proc. Zucker unmöglich. Das Nähere hierüber und über das Verhalten des menschlichen Harnes dem Cuprioxyd und Alkali gegenüber, und dadurch bedingte Modificationen bei den TiiOMMiiK'schen Proben berichtet Wobm-Mülleb im Archiv f. d. ges. Physiol. XXVII, S. 69—86 und 96 — 106 und Rep. der analyt. Ch. 1882 g. 78-80. Vor der Reaction mit kalischer Kupferlösung ist, liegt nur geringer Zuckergehalt vor, das Kreatin nothwendig zu beseitigen. Camelutti und Vaeente entfärben lOOccm Hain mit Thierkohle, verdunsten ihn bis zur Syrup- consistenz, setzen leem einer salzsauren 25 proc. Zinkchloridlösung (aus 1 Th. Zinkchlorid, 1 Th. Salzsäure und 2 Th, Wasser) hinzu, dann das doppelte Volumen Weingeist, verdampfen hierauf den Weingeist und verdünnen den Rückstand mit Wasser bis auf lOOccm. Diese Flüssigkeit wird nun auf Zucker untersucht (Bor. d. d. ch. Ges. 1881 No. 19). Einen Taschenapparat für Aerzte zur Erkennung des Zuckers und Eiweisses im Harne beschreibt G. Döll (Karlsruhe) ph. CentraTh. 1882, S. 214; Rundschau f. d. Int. der Pharm. 1882, S. 185. Der Apparat fasst Metapho- sphorsäure, und in Pulverform alkalische Kupforlösung (entwässertes Natriumsulfat enthaltend). Da durch den Sauerstoff der atmosphärischen Luft das aus der kaiischen Kupferlösung abgeschiedene Cuprooxyd sehr bald in Cuprioxyd zurückgeführt wird, so nimmt Battandier die Bestimmung in einem Kolben vor, welchem 2 Glasröhre aufgesetzt sind, davon das eine mit einer Moiiit'schcn Bürette, welche den Harn einschliesst, communicirt, das andere den Dämpfen Ab- rluss gestattet. Vor der Reaction ist die in der kaiischen Kupferlösung enthaltene Luft durch Erhitzen bis zum Aufkochen zu verjagen. Ueber Acetongehalt des diabetischen Harnes, Acetonurie, vergl. man unter Aceton S. 1179. Ueber die Bestimmung des Harnzuckers auf dem Wege der Polarisation des Lichtes vergl. man das unter Saccliarum S. 1059 Angeführte, so wie die darüber von GÄNGE im Archiv der Ph. 1881, 2. Hälfte, S. 95, gemachten Bemerkungen. Von ANNEESENS wurde Harn einer am Staar leidenden Person untersucht, welcher einen röthliohen Harnsäurebodensatz bildete, 1,022 schwer, im Uebrigen normal war. Kaiische Kupferlösung reducirte er sogar in der Kälte und wurde »ein Zuckergehalt auf 8,07 g im Liter bestimmt. Dieser Harn lenkte den pola- risirten Lichtstrahl aber nur soweit ab, dass danach ein Zuckergehalt von 0,26 Proc. hätte angenommen werden müssen. Dieser Fall lässt wiederum d le optische Methode der Zuckerbestimmung im Harne als eine hinfällige erkennen. ANNEESENS glaubt, dass hier die von Cassemann (Petersburg) vor einem Decennium erwähnte, mit Alcapton bezeichnete Zuckerart vorgelegen habe. Diese Zuckerart ist amorph und flüssig (Archiv der Ph 1882, S. 382). Ein diabetischer Harn, welcher durch Ferrichlorid rothgefärbt wird, soll Essigsäure enthalten. (Deichmüixbb, Tom.ens, Ann. des Ch. CCIX, 22 und 30.) 1200 Vaccinum. — Valeriana. Yaccinum. Vaccinium macrocarpum Aiton, Oxycocros macrocarpus Persoon, eine in Nord-Amerika, auch in Russland einheimische Vaceiniee. Frnctns Oxycoccos, grosse Moosbeere wird wie die Preisseibeere als Genussmittel benutzt. Sie ist daher ein dedeutender Handelsartikel. Moody untersuchte sie und fand er darin Proc. 9,64 Samen, vegetabilische Faser, 2,27 Citronensäure, 2,23 Zucker, 6,27 Pectinstoffe, 72,23 Feuchtigkeit, 1,25 Asche. Nicht darin vorhanden sind Tannin, Weinsäure, Aepfelsäure, Oxalsäure. Aus 37,3 kg Beeren bereitete Moody 746 g Citronensäure und 373 g absoluten Weingeist. Snccns s. Extractnm Oxycocci inspissatum (Handb. II, S. 1216). Maetens fand den Saft, welchen die gefrorenen, gequetschten Beeren beim Aufthauen ausfliessen lassen, in wohlgeschlossenen Glasttaschen unendlich ausdauernd. So auch den eingedickten Saft. Weder die Farbe noch der Geschmack unterliegen einer Veränderung (ph. Zeitschr. f. Russland 1876, S. 1). Auch diese Moosbeeren scheinen neben Citronensäure reichlich Benzoesäure zu enthalten. Frnctns Vitis Idaeae, Preissclkereii (Handb. II, 1216). Diese Beeren dienen jetzt zur Darstellung der Citronensäure, welche ihre Säure hauptsächlich reprä- sentirt. Naegeli und 0. Low haben auch in diesen Beeren Benzoesäure auf- gefunden. Der Preisselbeersaft wurde von Myi,ius (ph. Centralh. 1881, Nr. 39) einer Prüfung unterworfen und fand er darin Säure, berechnet auf 1,98 Proc- Citronensäure. Der Farbstoff verhielt sich abweichend von demjenigen alter ein- gemachter Beeren. Natronlauge färbte ihn zuerst violett, nach weiterem Zusatz grün. Der Niederschlag durch Bleiessig war anfänglich blauviolett, nach weiterem Bleiessigzusatze grün. Kaliumacetat und Alaun färbten lebhaft blauviole"' Der Farbstoff wird während der Aufbewahrung verändert und verhält sieh d an0 gegen Reagentien abweichend. Von den 1,98 Proc. der als Citronensäure berechneten Säure waren in der That nur 1,43 Proc. Citronensäure. Der Saft ist blau- säurefrei. Eine Verfälschung mit Kirschsaft soll durch die Gegenwart von ßla u ~ säure (durch Destillation abzuscheiden) erkannt werden. Da der Saft Q e Preisseibeeren nur unter Zusatz von Wasser genügend abgepresst werden kann, so muss eine Verdünnung mit einigen 20 Proc. Wasser als zulässig angenom^ 16 werden. Der Zuckergehalt, als Levulose berechnet, beträgt 3 — 4 Proc. Valeriana. Radix Valerianae (Handb. II, S. 1217). Hier sind die Verwechselungen mit falschen Wurzeln angegeben, aber nicht diejenige mit dem Kliizom und de Wurzeln von Veratrum album, der weissen Nieswurzel. Von einer soc Beimischung berichtete vor einigen Jahren Prof. Benti.ey (ph. Centralh. 1° > S. 309). Der Schopf an dem Veratrum - Rhizom zeigt concentrisch Btenen Blattscheiden und fehlt an der ISaldrianwurzel, welche meist viel kleine' i • Die Nieswurzel hat eine dunklere Farbe. Die oberhalb aus dem Veratni ^ Rhizom austretenden Wurzeln sind blasser an Farbe als die des _ Valen * J Rhizoms, sind auch weit runzeliger Der innere Bau der beiden Rhizomo » Valeriana. 1201 keinen Zweifel zu. Da also diese giftige Beimischung vorkommen kann, so ist eine Musterung der angekauften Waare unerlässlich. Eine andere gefährliche Verwechselung der Valeriana-Wurzel ist die Wurzel von Sium longifolium, welche Bernbeck für eine Abart des Sium latifolium L. (Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte, S. 431, 432 und ph. Centralh. 1881, Nr. 6) hält, was vielleicht ein Irrthum ist, denn Sium longifolium Pübsh ist Decandolle's Archemora ambigua, eine südamerikanische Giftpflanze, welche nach Bernbeck's Angabe auch in Deutschland in der Kheinniederung vorzukommen scheint. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Wurzel einer Sium- Art, welche als Varietät des Sium latifolium gelten kann. Die Wurzeln vieler Sium-Arten sind giftig oder enthalten im frischen Zustande eine giftige Substanz wie z. B. Radix Sii palustris s. Pastinacae aquaticae (von Sium latifolium), die Wurzel von Sium angustifolium L. (Berula angustifolia Koch), während Wurzeln anderer Sium- Arten angenehme Nahrungsmittel sind. Bernbeck beschreibt den Habitus des Sium longifolium. Von der Wurzel sagt er: „Getrocknet sind die Wurzelstöcke denen des Baldrians sehr ähnlich, die von Sium jedoch viel leichter, die einzelnen Fasern weniger markig und von mehr runzeligem, nicht hornartigem Aussehen. Da Bernbeck 1. c. den Pflanzennamen den Autornamen beizufügen vergessen hat, so sind Bedenken über die gemachten Angaben selbstverständlich." Wie Bruylants beobachtet hat, so nimmt der Valeriansäuregehalt der Baldrianwurzel mit der Länge der Lagerungszeit zu. Oleum Valerianae. Von G. Bruylants ist (Journ. de Ph. et de Chim. 1878, S. 349, 434) das Oel der Baldrianwurzel chemisch untersucht worden und es ergaben sich Resultate, welche von den bisher bekannten Angaben über Bal- drianöl bedeutend abweichen. Das Oel der frischen Wurzel ist verschieden von dem einer alten Wurzel. Bei 120° beginnt es zu sieden, die Temperatur steigt aber rasch auf 160° und gegen das Ende der Destillation auf 350°. G. B. unterwarf es einer fractionirten Destillation. Der zwischen 155 und 165° siedende Theil bestand wesentlich aus C 10 H 16 , gehörte also den Terpenen an. Ihm war wenig Valerian- und Essigsäure beigemischt. Der zwischen 205—210° destillirende Theil bestand aus ameisensaurem, essigsaurem und valeriansaurem Borneol, ebenso drei zwischen 220'—'245° übergehende Theile. Der zwischen 285 und 290° gesammelte Theil hatte eine ölige Consistenz, grünliche Farbe und schwachen Geruch. Die elementare Zusammensetzung Hess ein Oxyd des Borneols erkennen. Durch gasförmigen Chlorwasserstoff färbte sich die Flüssigkeit purpurroth, durch Phosphorperchlorid erst roth, dann blau und schliesslich grün. Diese selben Reactionen lassen auch das rohe Oel und Tinct. Valerian. aeth. zu. Valeriana-Oel präexistirt in der Wurzel. Es besteht aus einem Kohlenwasserstoff (C 10 H, e ) und mehreren Oxyden desselben, nämlich einem Alcohol = CioH 18 0 (Borneol), zusammengesetzten Aethern (C 10 H 17 CHO 2 — 0, 0 H 17 C 2 H 6 O 2 — Ci 0 n] 7 C.H 9 O 2 ) im & einem einfachen Aether = (C 10 H 17 ) 2 O. Die Valeriansäure präexistirt nebst Formylsäure und Essigsäure in der Wurzel verbunden mit Borneol, Natron und Kali und sind in alter Wurzel zum Theil auch frei, also in keiner Verbindung. Zur Darstellung der Valeriansäure soll man eine alte grob gepulverte Wurzel verwenden, diese mit dünner Aetzlauge erwärmen, dann mit Schwefelsäure übersättigt der Destillation unterwerfen. Hager, rkarm. Praxi« Suppl. 7(5 1202 Valeriana. — Vanilla. (1) Pulvis antepilepticns (Ragolo). EAGOLO'sches Pulver gegen Epilepsie. ty- Radicis Valerianae 50,0 Foliorum Aurantii Corticis Aurantii ana 10,0 Ammonii muriatici 7,5 Magnesiae subcarbonicae 5,0 Visci quercini 15,0 Olei Cajaputi 3,0. M. fiat pulvis subtilis. D. ad vitrum. S. Täglich 3—5-mal (je nach der Schwere der Krankheit) einen Theelöffel mit Kaffeeaufguss zu nehmen. (Diese Zusammensetzung soll in mehreren Fällen Heilerfolg, wenigstens eine langzeitige Sistirung des Leidens bewirkt haben. Jedenfalls lässt dieses Pulver eher eine Wirkung erwarten, als das entsprechende Geheimmittel). (2) Vinum nervinum Andrews. Nervenstärkender Wein. Nervenwein. Vf Acidi phosphorici 20,0 Vini Chinae 120,0 Tincturae Valerianae ammoniatae 60,0 Glycerinae 100,0 Vini Xerensis 200,0. M. D. S. 3 —4-mal täglich einen bis zwei Esslöflel voll zu nehmen (für nß 1 '" vöse und hinfällige Frauen). Vanilla. Nach den Mittheilungen Hobne's (Gardener's Chronicle 1881, S. 620) wird auf den Seschellen (Seychelles Islands) eine bedeutende Vanille-Cultur betrieben und soll die Waare eine ganz vorzügliche sein. Die in Mexico cultivirten Vanille - Arten sind, wie Poisson (Journ. de Ph- et de Ch. XXX, S. 27—32) berichtet: Vanilla sativa Lindley, V. silvestris Lindl., V. planifolia Andrews, V. Pornpona Schiede. Letztere liefert die geringwerthige, mit Vanillon bezeichnete Vanillensorte. In Guyana wird V. Guyanensis Splittgebbeb , bei Bahia V. palmarum Lindley, in P erU und Brasilien meist V. aromatica Swabtz, auf R6union zwei Varietäten von V. planifolia cultivirt. V. aromatica soll nach De Vriese nur eine Varietät der V. planifolia sein. Meist wird die Vanille an Holzgittern aufgezogen. Man vermehrt sie durch Stecklinge und erntet erst die Früchte der 3 Jahre alten Pflanze, welche im 10. —12. Lebensjahre abstirbt. Zur Erzielung reichlioli er Ernten wird die künstliche Befruchtung geübt und zwar werden in einer Aeh r nur 2—3 Blüthen befruchtet. An hellen warmen Tagen braucht man die Pollen* masse nicht in die NarbenhOhle einzuführen, vielmehr übt diese eine mächtig' Attraction auf die Pollenmasse aus und sobald man ein Häufchen der letztere nähert, so löst sich dasselbe von dem tragenden Instrument ab und fährt w ein Pfeil in die Narbenhöhle hinein, gleich wie ein Eisenpartikel vom Mag« angezogen wird. In 4 — 5 Wochen zeigt die Frucht ihre Grösse, das Beiiei erfordert aber 7 Monate. Auf Reunion wird vom Mai bis August, in Mexico i December geerntet. Das Trocknen der Früchte geschieht an der Luft oder i^ der Ofenwärme oder man zieht sie durch kochend heisses Wasser und trockne sie an der Luft. Schliesslich werden die getrockneten Früchte sortirt un Blechbüchsen eingeschichtet in den Handel gebracht. T Eine ausführliche Beschreibung der Vanillencultur findet sich von Jailt.. im Rep. de Pharm. (Lebaigue's) 1880, S. 357 u. f. und S. 411 u. folg-, ierne in Zeitschr. d. österr. Ap.-Ver. 1881, S. 155 u. f. , Eine mit Vanillegeruch reichlich ausgestattete Compoaite ist Liafris oao tissima, den Eupatoriaceen angehörend, in Nord-Amerika, besonders in ° Carolina einheimisch, über welche Thomas F. Wood berichtet (Zeitschr. d. oste Ap.-Ver. 1881, S. 224 u. f.). on Bestimmung des Vanillingehaltes in der Vanillenfrucht, Methode " Vanilla. Vanillina. 1203 Tiemann und Haarmann. Feingesclinittene Vanille wird mit Aether ausgezogen (worin sich das Vanillin vollkommen löst), bis der Rückstand vollständig geruch- und geschmacklos ist. Nachdem der Aether verdunstet ist, wird der Aether- Rückstand mit einem Gemisch aus gleichen Th. Wasser und einer gesättigten Lösung von Natriumhydrosulfit (saurem Natriumsulfit) vermischt. Nach heftigem Schütteln sondert sich die gelb gefärbte Aetherschicht von der fast farblosen wässrigen Lösung ab. Erstere wird wiederum mit gesättigter Natriumhydrosulfitlösung und Wasser geschüttelt, die Aetherschicht von der wässrigen Flüssigkeit getrennt und letztere mit der beim ersten Ausschütteln erhaltenen zusammengemischt. Diese wässrige Flüssigkeit enthält alles Vanillin in Verbindung mit schwefligsaurem Natrium. Um diese Verbindung zu zerstören, wird Schwefelsäure hinzugesetzt, welche die Schwefligsäure frei macht. Durch Erhitzen im Wasserbade wird die Schwefligsäure fast vollständig ausgetrieben, ohne dass ein Verlust an Vanillin eintritt. Schüttelt man nun die Lösung mit Aether, so geht die ge- sammte Menge des darin vorhandenen Vanillins in diesen über, und kann durch Abheben, vorsichtiges Abdestilliren oder Verdunstenlassen des Aethers im reinen Zustande gesammelt werden. Das Vanillin wird über Schwefelsäure, also ohne Wärmeanwendung getrocknet, bis keine Gewichtsabnahme mehr eintritt. Vanillina, der Aldehyd der Vanillinsäure (Handb. II, S. 1224). Das Vanillin wird je nach seiner Verwendung in vier Formen in den Handel gebracht: 1) Als reines, krystallisirtes Vanillin in Päckchen von 10, 20, 50 und 100g, welche immer die 50 fache Menge der feinsten und circa die 70 fache Menge guter Vanille repräsentiren; insbesondere für die Chocoladenfabrikation. — 2) In solchem Verhältniss mit Zucker gemengt, dass eine bestimmte Menge feinster Vanille durch das gleiche Gewicht Vanillinzucker vertreten wird; in Dosen für die Bonbonfabrikation, Confiserie und Conditorei. (Der übliche Vanillinzucker wird aus 1 Vanillin und 100 Zucker zusammengesetzt.) — 3) Für den Privatgebrauch in der Küche in derselben Mischung, jedoch in Päckchen zum Einzelpreise von 35 Pf., deren Inhalt gleich einer Schote feinster Vanille ist. Der Vanillinzucker wird genau in derselben Weise gebraucht wie die Vanille. — 4) Als Vanillinessenz für die Liqueurfabrikation, die 2 Proc. Vanillin enthält und von welcher 2g 1 Ltr. Grundliqueur aromatisiren. Ueber Vanillin als ein Aldehyd der Vanillinsäure und die synthetische Bil- dungsweisc haben Ferd. Tiemann, K. Reimer, Benno Mendelsohn, Kaeta Okimori Matsmoto und Andere Arbeiten geliefert und wolle man nachsehen: pharm. Centralh. 1876, S. 27, 268. Ber. d. d. ehem. Ges. 1876, 1877, 1879. Aus dem Coniferin eines mittelgrossen Fichtenbaumes sollen nach A. W. Hofmann für 80 Mk. Vanillin zu gewinnen sein. Tiemann hat erkannt, dass Coniferylalcohol und Ferulasäure nur verschiedene Oxydationsstufen des Eugenols, dass Vanillylalkohol, Vanil- lylaldehyd (Vanillin) und Vanillinsäure nur verschiedene Oxydationsstufen des Kreosols sind. Die Verhältnisse der Coniferylreihe zur Vanillinreihe entsprochen denen der Zimmtsäurereihe zur Benzoesäure. Wie die Glieder der Zinimtsäurereihe durch Oxydation in Benzaldehyd resp. Benzoesäure übergehen, ähnlich verwandeln sich die Glieder der Coniferylreihe durch Oxydation in Vanillin und Vanillinsäure. Auf die Darstellung des Vanillins aus Gewürznelkenöl resp. Eugenol (Handb. II, S. 1224) hat Tiemann ein Engl. Patent genommen. Das mit der 3-fachen Menge Aether verdünnte Oel wird mit schwacher Aetzkalilauge geschüttelt, die wässrige alkalische Lösung wird mit Säure zersetzt und das Eugenol daraus mittelst Aethers ausgeschüttelt. Das vom Aether befreite Eugenol wird durch Kochung mit Essigsäureanhydrid in Aceto-Eugenol übergeführt, dieses mit 76* 1204 Vanilla. Vanillin. verdünnter Kaliumhypermanganatlösung oxydirt und aus dieser Flüssigkeit durch Sättigen mit Alkali, Eindampfen, Säurezusatz und Ausschütteln mit Aether das Vanillin gesondert. Nach dem Ber. d. d. ehem. Ges. 1878, S. 1634 entdeckte Chr. Eump in Hannover in der Siam-Benzoe eine Substanz von den Eigenschaften des Vanilins, welche nach P. Jannasch's Untersuchungen auch dieselbe chemische Zusammensetzung hat. Zu ihrer Abscheidung aus der Siam-Benzoe, wird eine Menge von 2 Th. des Harzes und 1 Th. Kalkhydrat mit Wasser zu einem Breie gemischt, gekocht, colirt, aus der Colatur mittelst Salzsäure die Benzoesäure abgeschieden und nach Beseitigung derselben die saure Flüssigkeit mit Aether ausgeschüttelt. Die ätherische Lösung hinterlässt verdunstet Vanillin. Wie Bullet, de la Societe chim. de Paris 1878, S. 527 berichtet, hat Eugen Serullas eine Methode erfunden, aus Haferkleie, wie sie bei der Bereitung der Hafergrütze abfällt, oder vielmehr aus einem darin befindlichen Stoffe (Aveneiin) Vanillin oder einen wie Vanillin riechenden Stoff darzustellen. Die Methode ist in einer Oxydation begründet und hat der Erfinder ein Patent darauf genommen. Von A. Meissner in Olmütz ist, trotz des Rückganges der Nachfrage nach Vanillin, ein D. R.-Patent (17107) genommen worden, aus der Acet-ce-homo- vanillinsäure und Acetferulasäure in neutraler Lösung durch Oxydation mit Chromat und unter Erhitzen Vanillin darzustellen. Vanillin ist auch in einigen Rohzuckern angetroffen worden. Scheibler und Ed. 0. v. Lippmann lösten Rohzucker mit Vanillegeruch aus einer Böhmischen Fabrik bezogen) in wenig Wasser, neutralisirten die Lösung mit Salzsäure und schüttelten mit Aether aus. Der Aetherverdunstungsrückstand war von öliger Consistenz und starkem Vanillegeruch. Er wurde mit Natriumhydrosulfit- (doppelt schwefligsaurem Natrium) Lösung gebunden und aus dieser Verbindung nach der Methode von Tiemann und Haahmann abgeschieden. Diese* Vanillin verhielt sich in seiner elementaren Constitution und seinem chemischen und physikalischen Verhalten wie Vanillin aus der Vanillenfrucht. Die Bildung dieses Aldehyds oder dessen Abspaltung scheint die Einwirkung der Kalkerde auf einen noch nicht gekannten Bestandtheil im Rübensafte zu veranlassen. (Zeitschr. d. Ver. f. Rübenz.-Ind. XVII, S. 134 — 138. Chem. Centralbl. 1880, 8. 205, 206. Pharm. Centralh. 1880, S. 176. Ber. d. d. chem. Ges. 1880, 8. 335 u. 662.) Vanillin ist in kleinen Gaben ein völlig unschädlicher Körper. Dosen von 2g, Kaninchen gegeben, blieben ohne jede Wirkung und erst nach Dosen von 8 g fanden sich krankhafte Erscheinungen ein (C. Preusse, Zeitschr. fi" physiol. Ch. IV, S. 209). Hin und wieder haben sich bekanntlich nach dem Genuss von mit Vanu aromatisirten Genussmitteln Vergiftungssymptome eingestellt, welche bisher noer keine Erklärung fanden. Da die Vanillenpflanze eine Schlingpflanze ist un (z. B. auf Reunion) an den Stämmen der Jatropha Curcas L. fCurcas purgans Endlicher), deren Samen das Oleum infernale oder Höllenöl liefern un deren Milchsaft sehr giftig ist, aufgezogen wird, so kann hierin vielleicht i Ursache der Giftigkeit mancher Vanillensorte gesucht werden. Hager sprach in der pharm. Centralh. 1876, S. 76 die Erwartung a »j dass Vanillin den ekelhaften Moschus als Stimulans verdrängen, diesen sog obsolet machen werde, und bezeichnete er die Beseitigung des Moschus aUI L ige Arzneischatze als einen Fortschritt. Diese E™ Erfüllung gegangen. Dass das Vanillin in in Erwartung ist in keiner seiner Wirkung mit derjenigen Moschus rivalisirt, kann nicht in Abrede gestellt werden. Zun Aro- ueo iuuiscuuB rivaiisiii, Kanu moui iu ^miohc goBteut n»>»"'" OlS matisiren der Mixturen hat man Vanillin selten versucht, obgleich 0,05 t Vanilla. — Veratrinum. Veratrumalkaloide. 1205 der Vanillina saccharata ausreicht, eine Mixtur angenehm im Geruch und Geschmack zu machen. (1) Aqua stoinatica elegans. Der Kaiserin Mundwasser. Vf Vanillinae 0,1 Acidi benzo'ici sublhuati Thymoli ana 1,0. Solve in Tincturae Benzoes 25,0. Tum adde Aquae Rosae 175,0. Post agitationem sepone per horam unam, tum per chartain tailmlam funde. D. S. suo nomine. (2) Aqna Vitae vanillinata. Vanilla-Liqueur. fy Syrupi Sacchari 1100,0 Spiritus Vini (90%) 900,0 Aquae Rosae 100,0 (—200,0) Tincturae aromaticae 10,0. Mixtis adde Vanillinae 0,5 (—1,0) contritum cum Saccharo 10,0. Veratrinum. Veratrinum (Handb. II, S. 1227). Zur Prüfung auf Veratrin und andere Pflanzengifte empfiehlt 0. Pape, den fraglichen Stoff mit der 10-fachen Menge Stärkemehl zu vermischen und mit einigen Tropfen conc. Schwefelsäure zu versetzen. Es tritt bei Gegenwart von Veratrin eine braungelbe, beim Umrühren mit einem Glasstabe eine braunrothe Färbung ein. Salpetersäure und dann Wasserzusatz färben gelb. Morphin erleidet unter gleichen Verhältnissen durch Schwefelsäure keine Veränderung, setzt man aber dann Salpetersäure dazu und agitirt, so wird die morphinirte Stärke orangefarben (Archiv der Ph. 1876, 1. Hälfte S. 233). Robin mischt das Alkaloid mit dem doppelten Zucker, giebt auf eine nadel- kopfgrosse Menge einen Tropfen conc. Schwefelsäure und rührt um. Veratrin f&rbt sich dunkelgrün, Strychnin rothlich, später kaffeebraun, Atropin violett, Chininsulfat grün, dann hellgelb, später kaffeebraun, Morphinhydrochlorid rosa. Weight und Luff unterwarfen die Veratrum -Alkaloide einer besonderen Untersuchung. (Ber. d. D. eh. Ges. XI S. 1267.) Der pulverisirte Samen von Veratrum Sabadilla wurde mit alkoholischer Weinsäurelösung ausgezogen, der Auszug verdampft, die conc. Flüssigkeit vom Harze befreit und nun wiederholt mit Aether ausgeschüttelt. Jene Chemiker schieden drei Alkaloide durch Ausschütteln der mit Natriumhydroxyd versetzten Lösuug mittelst Aethers ab. — 1. Veratrin (Couebbe's oder amorphes Veratrin), G^HgjNOjj, das beim Verseifen in Dimethylprotocatechusäure und eine neue Base, Verin, C 28 H 45 N0 8 zerfällt. Verf. schlagen vor, die Bezeichnung Veratrin nur für obiges Alkaloid zu gebrauchen. — 2. Cevadin (Mekck's Veratrin), 032^^0,,. Alkalien spalten es in Methyl- crotonsäure (Cevadinsäure von Pelletier und Caventou) und eine Base Cevin, OTT C 27 H 43 N0 8 . Die Structur des Cevadins dürfte sein C 27 H 41 NO„ i, bildet ein in kaltem und heissem Wasser 1206 Veratrinum. Vorati'umalkalo'ido. fast unlösliches Sulfat, krystallisirt mit 2H 2 0 und giebt mit H 2 S0 4 dieselbe Re- action wie das Pseudojervin, dessen Sulfat in Wasser ziemlich löslich ist. —■ 4) Rubij ervin, C 26 H 43 N0 2 , sogenannt, weil es sich mit H 2 S0 4 roth färbt. Es giebt krystallinische Salze und ein in Wasser leicht lösliches Sulfat aus. Schmelzpunkt 237°. Die Aetherlösung der Mutterlaugen trocknet zu einem Firniss ein, welcher ein Alkalo'id von der Formel C 28 II 43 N0 5 enthält. Diesem Rubijervin war noch eine Base beigemischt, welche beim Verseifen Veratrinsäure ausgab. Die Mischung dieser Base mit Veratralbin reizt stark zum Niesen, verliert aber diese Eigenschaft beim Kochen mit weingeistiger Kaliumhydroxydlösung. Jedenfalls konufct die Niesen erregende Eigenschaft dem Veratrin zu, denn weder Jervin, noch Pseudojervin, Rubijervin oder Veratralbin haben diese Eigenschaft. Die rothe Lösung des Veratralbins in H 2 S0 4 gleicht der mit Cevadin und Veratrin erzeugten. — 5) Veratrin, amorph, niesenerregend, beim Verseifen mit Kaliumhydroxyd Veratrinsäure ausgebend. Veratrin wurde von Schmidt und Köpfen näher untersucht (Ber. d. D. eh. Ges. 1876, S. 1115) und kamen sie zu der Formel C 32 H 50 NO 9 . Veratrin- mercurichlorid erhielten sie als weissen Niederschlag von der Formel C 32 H 50 NO9 HCl -j- HgCl 2 . Veratrinsulfat und Veratrinhydrochlorid erhielten sie in Kry- stallen von den Formeln (C 32 H 50 NO 9 ) 2 H 2 SO 4 und Gj 2 H 50 NO 9 HCl. Von den isomeren Modifikationen des Veratrins erlangten sie diejenige, welche entsteht, wenn die saure Veratrinlösung unvollständig mit Aetzammon gefällt wird und der Niederschlag beim Auswaschen sich wieder in Wasser löst, beim Erhitzen aber wieder abscheidet. Diese Modifikation im Vacuum vom Wasser befreit bildet eine gelbliehe amorphe, leicht lösliche Masse. Ihre wässrige Lösung scheidet beim Erwärmen die unlösliche Modification ab, welche man auch durch Fällen mit Am- mon aus saurer Lösung erhält. Die elementare Zusammensetzung dieser Modi- ficatiönen und ihrer Salze ist eine und dieselbe. Beim Ueberfilhren des Veratrins mittelst verdünnten Weingeistes in die kry- stallisirende und eine in Wasser lösliche Modification tritt eine braune harzälm- liche Masse auf, welche ein Umwandlungsproduct aus der krystallisirenden Modification des Veratrins ist und als eine zweite amorphe Modification angenommen werden muss, insofern auch die elementare Zusammensetzung nicht abweicht. Sie ist im käuflichen Veratrin immer mehr oder weniger vertreten. Schmidt und Koppen prüften mehrere Veratrine des Handels. Sämmt- liche waren weiss, anscheinend amorph, zwischen 150 und 155 ° C. schmelzend, in Aether völlig löslich (Abwesenheit von Sabadillin), au Wasser nur Spuren abgebend (Sabadillin und Sabatrin). Die Wurzel des Veratrum viride enthält nach Ch. Bullock nur ein Alkalo'id, und zwar nicht Veratrin, sondern Jervin. Das angebliche Veratroidin ist ein Gemenge von Jervin und einem he. - farbigen Harze; je mehr letzteres vorherrscht, um so reichlicher löst es sich i» Aether. Um das Jervin ganz farblos herzustellen, soll man das Nitrat mit Natronlauge zersetzen, den Niederschlag auswaschen, ihn in Essigsäure lösen, mit Soda fällen, den gewaschenen Niederschlag in heissem Weingeist lösen und zur Kry- stallisation abdunsten. Es krystallisirt in dem Morphinsulfat ähnlichen weissen Prismen, schmilzt bei 193 — 195» C, löst sich nicht in Aether und wird von fixem und flüchtigem Alkali vollständig niedergeschlagen. In Veratrum album, V. viride und V. Lobelianum soll auch na,ch Tobi t Veratrin nicht vorkommen, wohl aber Jervin vorwaltend vertreten sein. Diese Alkakn'd stellte Tomen her, indem er die gepulverten Rhizome mit Wasser, we - ches mit Phosphorsäure stark sauer gemacht war, durchfeuchtete und nach Veratrinum. — Veratrum. 1207 stündiger Maceration mit 95-proc. Weingeist extrahirte. Die im Vacuum bis zur Extractdicke eingeengte Tinctur wurde mit Wasser extrahirt, aus dem Auszuge das Jervin durch Natriumcarbonat gefällt, dieses Alkalo'id mit thierischer Kohle etc. behandelt. Der bei Behandlung des Rückstandes aus den eingedampften Tincturen mit Wasser erhaltene Harzrückstand enthält noch Jervin. Er wird mit Aetzkalk und Wasser gemischt, getrocknet und dann mit Weingeist extrahirt und der weingeistige Auszug wie vorhin angegeben behandelt. Das in verdünnter Essigsäure gelöste Jervin liefert schöne Krystalle, aus deren Lösung "8fc durch Natriumcarbonat gefällt und dann aus Weingeist umkrystallisirt wird. So wurde das Alkalo'id in blendend weissen nadeiförmigen Krystallen gewonnen und seine Formel zu C 2 7H 47 N 2 0 8 befunden. Das Hydrochlorid enthielt 6,7 Proc. HC1(=C 27 H 47 N 2 0 8 ,HC1), das Sulfat 15,4 Proc. H 2 S0 4 (=C 27 H 47 N 2 O i) , H 2 S0 4 ). Letzteres ist also ein saures Salz. * IV (1) Steatinum veratrinatum (Mielck). (2) Unguentum veratrino-morphinatum Waldenburg. Veratrini 0,15 Morphin! acetici 0,1 Acidi acetici concentrati guttas 3 Unguenti cerei 10,0. Exactissime niisce D. S. Zum Einreiben (auf die Wange gegen Zahnschmerz, auch zum Einreiben anderer Körpertheile, welche rheumatisch schmerzen). Sebi taurini 85,0 Cerae albae 10,0. Liquatis immisce Veratrini 1,0 solutum in Spiritus Vini 10,0 Olei Kicini 15,0 Olei Menthae piperitao Olei Lavandulae ana 0,5, antea mixtis. Tic pllls, F. Eakle's, Chemist zu Hüll, sollen gegen Gesichtsschmerz und Migräne gebraucht werden. Es sind 16 Pillen a 0,2 g schwer, mit Lycopodium consper- girt. Jede Pille enthält 0,009g Veratrin und 0,02g Opium, Rhabarber, Gentiana- Extract. Cevadin Veratrum. Handbuch der pharm. Praxis II, S. 1231. Ueber Veratrum album und Veratrum, nigrum in biologischer und morphologischer Beziehung veröffentlicht Arthur Meyer im Archiv der Pharm. 1882, 1. Hälfte S. 81—101 eine ausführliche, mit Abbildungen ausgestattete Arbeit. Wrigiit und Luff schieden aus den trocknen Rhizomen beider Veratrum- Arten folgende Alkaloi'dmengen ab: Jervin P . seu 1 0 ' jervin ratrum album 1,3 0,4 ratrum viride 0,3 0,15 Robbins (Proceed. Amer. Pharm. Association) hat im Veratrum viride ein neues Alkalo'id entdeckt, welchem er den Namen Veratridin beilegt und das auf Thiere nach Art des Veratrins, jedoch in schwächerem Maasse wirken soll. Dieses Alkalo'id findet sich nur zu Vi 5 —V 2 o°/o indem Rhizom. Characteristisch ist die Reaction dieses Alkalo'ids mit Schwefelsäure, wobei nach mehrstündigem Stehen eine blauviolette Farbe resultirt, welche Veratrin mit Schwefelsäure niemals giebt. Das Veratridin soll krystallinisch und amorph im Rhizom des Veratrum viride vorkommen. Man vergleiche auch unter Veratrinum, S. 1205. Veratrum album Jervin 1,3 Pseudo- jervin 0,4 Rubi- jervin 0,25 Veratral- bin 2,2 Veratrin 0,05 Veratrum viride 0,3 0,15 0,02 Spur 0,004 Proc. 0,43 1208 Vetiveria. — Vincetoxkum. Vetiveria. Oleum Geranii Indicnm, Handb. II, S. 1241. Geranium- oder Rosen- blattgeranium-Oel, französisches Geranium- oder Palma-Rosae-Oel kommt nach Gihtl von Pelargonium Ttadula. Es ist entweder farblos, oder grünlich oder gelblich, selbst bräunlieh. Das letztere ist das am meisten geschätzte. Es siedet bei 216 — 220° C. und erstarrt bei 16 ° 0. Sein Geruch ist dem des Rosenöls ähnlich. Es polarisirt nach rechts. Dieses sowie das als Algier'sches Rosenöl bezeichnete, aus Pelargonium roseum Willd. und P. odoratissimum, ursprünglich im Oriente einheimischen, gegenwärtig aber auch mehrfach in Frankreich und a. a. 0. cultivirten Pflanzen gewonnene Oel, welches dem französischen sehr ähnlich ist, aber links polarisirt, dienen häufig zur Verfälschung des Rosenöles, während es selbst mit dem Oele von Andropogon-Arten (Grasöl) verfälscht wird. Das türkische Geraniumöl (rose — roshe oil, oil of rosegeranium, gin- gergras-oil) ist das ätherische Oel von Andropogon Pachnodes Irin., einer in Ostindien, Persien und Arabien einheimischen Graminee. Dieses Oel ist gelblich, dünnflüssig, von angenehm gewürzhaftem Gerüche, nicht leicht erstarrend, und kommt vorzüglich über Smyrna und Bombay in den Handel. Es wird angeblich in Mekka gewonnen. Das Palmae Rosa-Oel enthält Pelargonsäure C 9 H 18 0 4 , eine ölähn- liche farblose Flüssigkeit, die bei niederer Temperatur erstarrt bei 10° 0. schmilzt, bei 260° C. siedet. Diese Säure gehört der Reihe der Fettsäuren an. Ein weiterer Bestandtheil des Geraniumöles ist ein Alkohol, Geraniol (C 10 H 18 O), dem Borneo-Kampher isomer, eine farblose, rosenartig riechende, bei 232° 0. siedende Flüssigkeit, welche beim Erhitzen mit Zinkchlorid Geranien (C 10 Hi«)> eine farblose, nach Mohrrüben riechende, bei 163° C. siedende Flüssigkeit, ausgiebt. Das Palmarosaöl ist in 70-proc. Weingeist löslich. Seine Prüfung beruht nach Jaillard auf dieser Löslichkeit. 6 Tropfen Oel giebt man zu 5 ccm dieses Weingeistes. Erfolgt nicht sofort klare Lösung, so liegt auch eine Fälschung vor (Ztschr. d. österr. Ap.-Ver. 1878, S. 242, 1879, S. 268). Das rectificirte Geraniumöl ist klar und farblos. Eine von DkagendorF*' untersuchte Sorte entfärbte Bromoform und bildete mit Chloralhydrat eine farblose Mischung. Burow's Zahnpulver ist eine Pulver-Mischung aus Conchae praep. 10,0; R ad * Iwarancusac 20,0; Carbo ligni 40,0. Vincetoxicum. Die Schwalbenwurzel (Handb. II, S. 1242) galt in früheren Zeiten für ein sehr kräftiges Heilmittel, besonders gegen Hundswuth, daher auch der Mme Cynanchum {xvwv, Hund, und uy%siv, würgen). Dass sie scharfe giftige Sto enthält, unterliegt keinem Zweifel, denn auch mehrere Asclepias-Avten liefern m Amerika und Asien geschätzte Heilmittel. Cynanchum adhmaticum Linn. f Ipecacuanha W.) enthält in der Wurzel Emetin. Die Wurzel von 0. 9*9 an ' teum scheint auch Emetin zu enthalten, wird aber gegen Syphilis gebraucht un hat daher den Namen Mercurius vegetabilis erhalten. . ..^ In Cynanchum acutum L., welches an den Ufern des Amu-Dana wi Vincetoxicum. — Viburnum. 1209 wächst und für ein den Kameelen giftiges Nahrungsmittel gehalten wird, hat Buttlerof untersucht, ohne einen giftigen Bestandtheil aufzufinden. Einen harzigen krystallinischen Stoff, der abgeschieden wurde, bezeichnete man mit Cynanchol (Ber. d. d. ehem. Ges. VIII, S. 1684). Diesen Stoff hielt Hbssk Fig. 1f>3 Rhizom von AicJepins Tincetoxicum. anfangs für ein Gemenge von Echicerin und Echitin. Hesse untersuchte Bpäter das Cynanchol genau und nannte den in Nadeln krystallisirenden Theil des Cynanchols Cynanchocerin und den in Plättchen krystallisirenden Ci- nanchin. Specielleres vergl. man im Jahresbericht über die Fortschritte der Pharmacognosie etc. 13. Jahrg. 1878, S. 124, 125. Viburnum. Viburnum prunifolium LiNN., und V. obovafum Waetek, in Nord- Amerika einheimische Lonicereen und der Unterfamilie der Sambuceen angehörend. Extractnm Viburni corticis, das mittelst 45-proc. Weingeistes aus der Rinde jener beiden Viburnum-Arten gewonnene Extract. Es ist von ungemein stark bitterem Geschmack und dient als Nervinum, Antispasmodictim, Diu- reticum und Tonicum, ganz besonders bei Dysmenorrhoe und nervösen Störungen in der Schwangerschaft; vorzüglich wirksam soll es sich bewiesen haben als Mittel gegen Abortus. Daher wendet man es besonders als Prophylacticum sowohl gegen drohenden Abortus, wie bei habituellen Abortus, in einer Dosis von 0,5—1 g drei- bis viermal täglich an; bei einfacher Dysmenorrhoe, starken Blutungen und Schmerzen bringt es einige Tage vor den Menses, während und einige Tage nach denselben gegeben, grosse Erleichterung; bei Stenosis und mechanischen Hindernissen ist es wirkungslos. Zur Bekämpfung der spasmodischen und neu- 1210 Viburnum. — "Vinum. Most-Wein. ralgischen Dysmenorrhoe verabreicht man es mit Sedativis, bei Dysmenorrhoe in Folge von Fibroiden mit Plrgotin. Das Extractum fluidum bereitet man aus jenem Extract durch Auflösen in 3 Th. 30-proc. Weingeist. Bisher karü dieses Präparat nur in Nord-Amerika und in England in den Gebrauch, jedoch ist auch schon in Deutschland Nachfrage danach gewesen und hat es die Firma Gehe & Co. zu Dresden in ihre Preisliste eingerückt. Vinum. Bestandtheile des Mostes und des Weines sind Most Wasser I Traubenzucker iP ext y ose \ 12—30 Proc. 10—30 Proc. (Levulose/ Inosit (isomer mit Traubenzucker) „.. ) Weinsäure ] (0,4 v"- en u -, (Aepfelsäure f bis frei u. gebunden Tr £ uben8äure 10 anKah u. KalkJ^^^^^Jp^j Gummi Pflanzenschleim Pectinstoffe Gerbstoff (Oenotannin) Farbstoff (Oenolin) Extractivstoffe Asche, Mineralbestandtheile (Kali, Kalk, Magnesia, Phosphorsäure). 0,2—0,5 Wein Wasser Traubenzucker vorwiegend Levulose (0,05—1 Proc.) Inosit Weingeist (5—20 Proc.) Säuren, dieselben wie im Moste Gummi Gerbstoff (Oenotannin) Farbstoff (Oenolin) Glycerin (0,2—1,0 Proc.) Glykol (circa 0,05 Proc.) Extractivstoffe (1,5—2,5 Proc.) Bouquetbestandtheile (zusammengesetzte Aether) Mineralbestandtheile wie im Moste Asche (0,15—0,35 Proc). Proc. Zur Weinfabrikation werden folgende Substanzen benutzt, um Geschmack, Farbe, Geruch, Consistenz etc. zu verbessern oder zu modificiren: Wasser, Glycerin, Zucker, Stärkezucker, Weinsäure, Weinstein, Citronen- säure, Hefe, Tamarinden, Kino, Gerbsäure, künstliche Bouquetessenzen, Malagarosinen, Hollunderblüthen, Reseda, Muskatellersalbei fSalcia SclareaJ, Scharlachkraut (Moselblümchen), Salvia Hormium, Kerne von Mandeln, Pfirsischen, schwarze Johannisbeeren etc. etc., Zuckercouleur, Fuchsin, Kermesbeerensatt fPhytolacca), Heidelbeersaft, Malvenauszug, Kirschsaft, Kreuzbeerensaft, Maulbeeren, Rothrüben, Klatschrosen etc. Diese Substanzen sind sämmtlich ohne Nachtheil für die Gesundheit, es kommt nur darauf an, dass ihre Anwendung zur Verbesserung, Conservirung, Klärung und Farbekräftigung nicht in einem zu grossem Umfange geschieht. Es existiren noch eine Menge Zusätze, welche aber Geheimsache des Weinbauers sind und durch Analyse nicht nachgewiesen werden können. Diese Zusätze bedingen oft die geschätzten Eigentümlichkeiten einiger Weine. Als Klärmittel kommen auch Gerbsäure, Gelatine, Hausenblase, Kaolin, Bolus, Natriumsulfit, Schwefligsäure in den Gebrauch. Verwerfnc sind Alaun, Bleizucker, auch Schwefelsäure und die Umwandlung d e Weissweine in Rothweine. Prüfung. Das erste Erforderniss bei der Weinuntersuchung besteht dann, dass der Experte sich über die Gegend, Lage, Jahrgang des betreffenden weine orientirt, ferner dass eine genaue Orientirung über die Weinsorten evnze n Vinum. Behandlung der Weine. 1211 Länder, Gegenden vorliegt, die, wenn dieselbe nicht vorhanden ist, durch Untersuchung von zu beschaffendem Vergleichsmateriale erlangt werden muss. Es gebietet die Erfahrung, alle massigen Zusätze und Behandlungen des Weines, welche die Haltbarkeit, den Geschmack und das Aussehen verbessern oder modificiren, den Weincharacter aber in keiner Weise vernichten, und nicht gesundheitsschädlich sind, als zulässige anzuerkennen, denn Wein ist halb Naturproduct, halb Kunstproduct von jeher gewesen. Wesentlich ist die Be- urtheilung der richtigen Grenzen der Kunst und müssen Ueberschreitungen dieser Grenzen so viel als möglich verhindert werden. Zu beanstanden sind hiernach nicht folgende Manipulationen und Zusätze: — 1) das Schwefeln, — 2) das Klären und Schönen mit Gelatine und Hausenblase, — 3) Zuckerzusatz. Dass durch Zusatz von Kartoffelstärkezucker Fuselöl in Folge der Gährung entstehe, widerspricht der Erfahrung. — 4) Weingeistzusatz. Der Weingeist muss ein völlig gereinigter sein und darf keine Fuselöle enthalten. — Da zwischen Weingeist-, Glycerin- und Bernsteinsäure im Weine ein bestimmtes Verhältniss waltet, so wäre auch ein Weingeistzusatz leicht zu erkennen. Man vergl. unten unter Glycerin. — 5) Schwache Entsäuerung oder massiger Zusatz von Calciumcarbonat (Kreide sollte verboten werden), Marmor, Natriumcarbonat, gereinigter Pottasche. Es wäre hier die gesetzliche Bestimmung, nur Marmor anzuwenden, sehr am Platze. — 6) Das Gypsen in einem Umfange, dass im Liter Wein nicht mehr denn höchstens 2 g Kaliumsulfat vertreten sein darf (laut Verordnung in Frankreich). Das Gypsen ist eine seit mehr denn 2000 Jahren geübte Weinverbesserung. Es gewähren die gegypsten Weine den Vortheil, nie Steinkrankheiten zu veranlassen, welche ein häutiger Genuss sehr vieler nicht gegypster Weine zur Folge haben kann und hat. 7) Glycerinzusatz. Da der Wein von Hause aus Glycerin enthält, Glycerin ebenso unschädlich wie Zucker ist, so kann eine Verbesserung des Weines durch wenig Glycerin um so weniger beanstandet werden, als dadurch der Weincharakter in keiner Weise gestört wird. Wesentlich ist die Verwendung eines reinen Glycerins. Da zwischen Weingeist-, Glycerin- und Bernsteinsäure-Gehalt ein bestimmtes Verhältniss im Weine waltet, so ist ein Glycerinzusatz leicht zu erkennen und zu bestimmen. Man vgl. unter Glycerin. — 8) Salicylsäure- zusatz. Obgleich dadurch der Geschmack des Weines leidet, so macht man ihn behufs Conservirung. Wenn derselbe Zusatz auch bei anderen Nahrungsmitteln nicht beanstandet wird, so kann er auch hier nicht beanstandet werden. — 9) Farbstoffe zur Verstärkung der Farbe der Rothweine, welche unschuldiger Natur sind und von jeher Im Gebrauch waren. — 10) Wenn etwaige Zusätze wie Weingeist, Zucker, so gross sind, dass sie 5 Proc. des Weines nicht übersteigen, so stören sie den Weincharacter nicht, wohl aber im grösseren Maasse ausgeführt. Chaptalisirte, petiotisirte, gallisirte Weine sind bei Anwendung reiner Materialien und richtiger Behandlung nicht mit voller Sicherheit zu erkennen. Der doppelte Salmiakgeist soll jedoch ein Mittel ein, gallisirte Weine zu erkennen. Vermischt man nach R. Boettgek 2 Vol. Weingeist mit 1 Vol. dieses Liquor Ammonii causticus duplex, so giebt der reine Wein alsbald oder im Verlaufe einer Viertelstunde einen flockigen Niederschlag, der gallisirte aber bleibt entweder klar oder ein Niederschlag tritt weit später ein. Die oben benannten Weine, besonders die petiotisirten und gallisirten, unterscheiden sich, wie C. Weigelt fand, durch einen weit geringeren Stickstoffgehalt. Während der Stickstoffgehalt des Mostes 0,07 Proc, des reinen Weines 0,038 Proc. betrug, erreichte der künstliche Most nur 0,0028 Proc. und der künstliche Wein 0,002 Proc. (Dingler's polyt. Journ. 230, Hft. 6). 1212 Vinum. Kunstweine. Extractgehalt. Gegypste Weine erkennt man an dem vermehrten Gehalte an Kaliumsulfat und der Beschaffenheit der Asche, welche aus gegypsten Weinen neutral ist. Als Kunstweine sind alle die Weine zu bezeichnen, welche keinen oder doch höchstens 80 Proc. Naturwein enthalten. Kunstweine zeichnen sich durch niedrigeren Extractgehalt, Gehalt an freier Weinsäure und Missverhältnisse zwischen Säure-, Alcohol- und Extractgehalt gegenüber den natürlichen Weinen aus. Man vergl. unter Kunstweine S. 1223. Die Prüfung eines Weines umfasst folgende Punkte: I. Physikalische Beschaffenheit, spec. Gew., Klarheit. Z. B. Weine spec. Gew. Weine spec. Gew. Weine Amerikan. W. 1,007 Haut-Sauterne 0,995 Porter Madeira Bordeaux W. Burgunder Cider Forster Riesling Geisenheimer Grünberger 0,994 0,991 1,034 0,991 0,9935 0,9976 Marcobrunner Niersteiner Oppenheimer 0,987 0,989 0,986 0,991 0,997 0,991 Pisporter Rüdesheimer Steinberger Tokayer Wieslocher Weinheimer Die mikroskopische Prüfung wird durch die unter Bemerkungen S. 1232 unterstützt. ,verdorbene Weine" spec. Gew. 0,982 0,993 1,0025 1,0025 1,0201 0,9945 0,9925 gemachten Prismen, tingirt Man muss also Rothweine, in welchen sich octaedrische oder rhombische vom Oenocyanin, abscheiden, sind von vorzüglicher Qualität, auch den Bodensatz mikroskopisch betrachten. IL Extract. Der Extractgehalt der Deutschen und Französischen Weine beträgt 1,5 — 2,5 Proc, in südlichen Weinen bis zu 5 Proc, in Sicilianischen bis 8,5 Proc, in Steiermärker Weinen bis 3,7 Proc. Nach Kayser's Erfahrungen beträgt das Verhältniss der Asche zum Extract circa 1 : 10 mit nur geringen Schwankungen. Nach Wagenmann haben Sicüia- nische Weine im Mittel 8,44 Proc. Extract und 0,363 Proc. Asche (23 : 1); Steiermärker Weine 3,73 Proc. Extract und 0,165 Proc. Asche (23 : 1), Elsässer Weine 1,784 Proc. Extract und 0,225 Proc. Asche (7,9 : 1). Man vergleiche auch sub Asche. Hager fand in Deutschen Weinen 0,266—0,28—0,31 Proc Asche und 2,89—2,9—3,2 Proc. Extract. Die Extractbestimmung hat Hager dahin präcisirt, dass das Weinextract nur die Stoffe enthalten muss und darf, welche bis 100 ° 0. nicht flüchtig sind. HAGER bedient sich genau tarirter Glaskolben von 200 — 250 ccm Rauminhalt- Er füllt 100 ccm oder g des Weines in einen solchen Kolben und destillirt aus dem Wasserbade in der Weise, wie auf Seite 1122 und 1123 dieses Ergänzungsbandes angegeben ist, zunächst den Weingeist ab, um denselben seiner Menge nach zu bestimmen, indem er das Destillat auf 100 ccm oder g mit Wasser verdünnt und das spec. Gew. eruirt. Dem Rückstande im Kolben giesst er nun 120 ccm 90-proc. Weingeist zu, destillirt diesen Weingeist vollständig aus dem Wasserbade ab und wiederholt dieses Zugiessen von Weingeist und das AD- destilliren noch 1 mal, erhitzt nun den geöffneten mit einer lockeren Fhess- papierrolle geschlossenen Kolben im Wasserbade, so placirt, dass sich die Halslänge 2 / 3 ausserhalb des Wasserbades befindet, so lange, als die Papierrolle Feuchtigkeit aufnimmt. Sobald diese Papierrolle trocken bleibt, ist auch der Destillationsrückstand entwässert nnd wird nun nach seinem Gewichte bestimmt. Er enthält noch alles Glycerin, auch alle die Stoffe, welche bei deim Austrocknen an der Luft sich verflüchtigen, obgleich ihr Siedepunkt übet•10 ) liegt. Dieser Rückstand soll über 3,5 g nicht hinausgehen. Durch Ausschüttein mit einem Gemisch aus gleichen Vol. Aether und absolutem Weingeist lass Vinum. Weingeist-, Säure-, Zackergehalt. 1213 sich diesem Extract der Glycerin gehalt entziehen und bestimmen, indem man nach dem Abgiessen des Aetherweingeistes den Kolben wieder im Wasserbade erhitzt und dann wägt. Der Gewichtsverlust ist das Glycerin, jedoeh muss man, ehe man mit dem Aetherweingeist ausschüttelt, dem Extracte 0,5 g reines trocknes Calciumcarbonat als feines Pulver hinzusetzen, um die etwaigen freien Säuren zu binden und in dem Aether-Weingeist unlöslich zu machen. Der oben zur Destillation zweimal zugesetzte Weingeist im Wasserbade ab- destillirt entzieht dem Rückstande das Wasser fast vollständig ohne Verlust an dem vorhandenen Glycerin. Will man diesen Process mit nur zwei Destillationen vollziehen, so giesse man je 100 ccm absoluten Weingeist hinzu. Das in dieser Weise extrahirte Glycerin ist zu 95 Proc. reines Glycerin, denn 5 Proc. müssen für fremde oder Nicht- Glycerinstoffe angenommen werden, wie dies durch Experiment festgestellt wurde (Hager). Hätte man 1,1g Glycerin berechnet, so sind nur 1,045 g als gefunden anzusetzen. Man vergl. auch weiter unten unter Glycerin S. 1214. Ueber Extractbestimmung im Weine finden sich von J. Kessler und M. Barth beachtenwerthe Mittheilungen in Zeitschr. f. anal. Chem. 1882, XXI, S. 43 u. f. III. Weingeist oder Alcohol: 5—16 Proc. (—22°/ 0 bei südlichen Weinen, ohne dass Alcoholzusatz erfolgte). Geringere Weine enthalten 5 — 8 Proc, bessere deutsche Weine 8—15 Proc., französische und spanische Weine 10—16 Proc. Die Bestimmung des Alkohols geschieht einfach in der Weise, wie sie sub 2 bei Bestimmung des Extractes angegeben ist. In Australischen Weinen winden bis zu 24 Proc. Weingeist angetroffen. Die Bestimmung des Alkohols oder Weingeistes durch Ausschütteln mit einem Gemisch aus 4 Vol. Amylalkohol und 1 Vol. Aether giebt unsichere Resultate. Die Bestimmung des Weingeistgehaltes nach Saleron mit dem Tropfglase, vergl. Handb. II, S. 1247. IV. Säure des Weines, so weit sie sich durch saure Reaction kundgiebt. Sie wird als Weinsäure berechnet. 0,5—0,6 Proc. ist der höchste Gehalt. Man bestimmte die Säure acidimetrisch, also die ungebundene nebst der Hälfte der im Kaliumbitartrat vertretenen, und fand man im Proc. Proc. Proc. Bordeaux - Wein 0,232 Portwein 0,188 Narbonne 0,600 Bourgonge Beaune 0,194 do. 0,283 Madeira 0,310 Eremitage 0,232 Lacrimae Chr. 0,226 Teneriffa 0,352 Rheinwein 0,232 Champagner 0,220 Tavello 0,699 do. 0,480 do. 0,408 Aar wein 0,490 Sauterne 0,238 Roussillon 0,288 Moselwein 0,581 do. 0,207 do. 0,545 do. 0,432 Sehr verschieden ist also der Gehalt an freier oder nicht gesättigter Säure, "welche in guten Weinen nur in Spuren vorkommt. Berthelot und Fleurien fanden in gutem Weine sogar nur 0,05 Proc. freie Weinsäure neben 0,15 Proc. Bernsteinsäure, welche letztere überhaupt schon im Moste vertreten ist. V. Zucker: Es enthalten die Französischen und Deutschen vergohrenen Weine 0,05—0,5 Proc. (bis 1 Proc. kommt in reinen Frankenweinen vor). Natürliche Weine drehen den polarisirten Lichtstrahl schwach links, während mit Traubenzucker versetzte Weine rechtsdrehend sind. In Südweinen und den süssen Weinen ist der Zuckergehalt ein bedeutend grösserer. 1214 Vinum. Glycerin, Aschengehalt. Farbe. VI. Glycerin. In Südweinen geht der Glyceringehalt bis auf 0,8 Proc, in Französischen und Deutschen Weinen bis zu 0,5 Proc, meist bis zu 0,2 Proc. Seine Bestimmung kann mit der ExtractbeStimmung (sub 2) verbunden werden. Der ätherweingeistige Auszug aus dem Extract enthält nicht reines Glycerin, dasselbe enthält gegen 5 Proc. Nicht-Glycerin. Diese 5 Proc. (genau 4,87 Proc. im Durchschnitt) sind in Abzug zu bringen. Der Glyceringehalt kann im Naturweine bis auf 1,5 Proc. steigen und beträgt durchschnittlich 0,8—0,9 Proc. Geringe Mengen Glycerin wie z. B. 0,15—0,08—0,05 Proc. deuten auf Kunstweine, Faconweine (Ph. Centralh. 1878, S. 401—403). Aethylenalkohol oderGlykol (C 2 H 6 0 2 ) wurde von Henninger (Compt. rend. 95, S. 94 u. f.) bis zu 0,05 Proc. im Bordeauxweine und zwar als Butyl- glykol angetroffen, entsprechend circa 1 / 15 der Menge des Glycerins. Wahrscheinlich ist Glykol ein typischer Bestandtheil des Weines, da es in Gährflüssigkeiten gewöhnlich vertreten ist. Henninger schied es durch fractionirte Destillation aus dem Weine ab. (Chem. Centralbl. 1882, S. 562, 563). VII. Asche: 0,15 — 0,25 Proc, in gegypsten Weine — 0,6%. Die Asche natürlicher Weine reagirt alkalisch, der gegipsten meist neutral. Es werden 200 g des Weines eingedampft, das Extract oder der Rückstand in 2 Th. ge- theilt und jeder Theil eingeäschert. Der Expert hat bei grosser Aschenmenge zu untersuchen, ob der Wein in Flaschen aufbewahrt war, welche aus ihrer Glasmasse Kalk, Kali etc. an den Wein etwa abgetreten, haben. Die innere Glasfläche wird in dem Falle etwas matt und nicht völlig glatt und blank sein. E. Kaysek fand in lOOccm Wein einen Minimal-Kalkgehalt zu 0,003g, den Maximal-Kalkgehalt zu 0,016 g, in Deutschen Weinen zu 0,009—0,012g» den Minimal-Magnesiagehalt zu 0,005g, den Maximal-Magnesiage- halt zu 0,025 g, im Malaga zu 0,04g. Kayser fand zwischen Phosphorsäure und Magnesia meist ein Verhältniss von 10:6, entsprechend dem einfacb- aauren Salze P0 4 HMg, da P 2 0,: 2MgO == 10 : 5,63 (Rep. d. analyt. Ch. 1881)- Es wurden gesammelt aus Rheinweinen 0,11—0,28 Proc. Asche, aus Sau- terne 0,19 Proc, aus Roussillon 0,6 Proc, aus Tokayer 0,5, aus Assmanns- häuser 0,23 Proc, aus Aarweinen 0,22 Proc. Im Tokayer kann das Verhältniss der Aschenmenge zur Extractmenge selbst 1:20 betragen. Aus 3 Deutschen Weinen erhielt Hager Aschenmengen von alkalischer Reaction zu 0,266—0,28—0,31 Proc und Extractmengen zu 2,89—2,9—3,2 Proc, was dem Verhältnisse von 1 : 10 sehr nahe kommt. Im Extract war der ganze Glyceringehalt vertreten. In der Asche waren Kali, Magnesia und Kalk- erde vertreten wie 30 : 6 : 1 und zwar auf 100 Th. Wein 0,118—0,128—0,133 Proc Kali; 0,023—0,025—0,028 Proc Magnesia; 0,0043 — 0,0044 — 0,006 Proc. Kalkerde. Kalkerde und Magnesia wurden als Oxalate, erstere aus kalter, letztere aus kochender Lösung abgeschieden. Die Oxalate wurden eingeäschert. Hadelich fand die Asche eines Weissweinos zusammengesetzt aus 4G,08 K^i 3,83 Na 2 0; 1,51 CaO; 8,93 MgO; 0,33 Fe 2 0 3 ; Spur A1 2 0 3 ; l,56Si0 2 ; 18,79P 2 0 5 ; 15,0 S0 3 ; 1,95 Cl. Dass in der Asche der Weissweine Phosphorsäure vorkomme, wird von einigen Seiten bestritten. VIII. Erkennung der Farbe der Roth-Weine (man vergl. auch S. 1217 u. f.): 1. Zur Prüfung, ob die Weinfarbe eine ächte oder verbesserte, verstärkte oder künstliche ist, versetzt man eine Probe des Weines mit etwas Ammonium- vanadat, welches bei echtem Rothweine eine tief rothbraune Färbung hervorbringt, in Tannin enthaltenden Weinen aber eine tintenähnliche Farbe el ^ u . g (v. Wagner). Nach Andree's Erfahrung ist das rothe Pigment der w 6in- trauben stets ein und dasselbe (Archiv der Pharm. 1880, 1. Hälfte, S. 9&h Der echte Rothwein wird sich daher auch mit einem gleichen Vol. 30-proc reiner Salpetersäure vermischt im Verlaufe einer Stunde nicht verändern. Vinum. Farbe. Alaunisirte Weine. Beerenweine. 1215 2) Ein Stück viereckiger Kreide, Tafelkreide, wird wiederholt mit einigen Tropfen des zu prüfenden Rothweines betupft. Heidelbeersaft färbt blau, ins Violette übergehend, Malvenauszug färbt blaugrün bis grün, Kermesbeerensaft bleibt unverändert, ebenso Fuchsin. Aechter Eothwein wird Schieferfarben. 3) Anstatt Kreide kann man gebrannten Kalk anwenden, welcher dem Weine zugesetzt (1 Messerspitze auf ein Weinglas) und damit umgerührt wird. Aechter Wein giebt schwarzgraue, schieferfarbene Fällung, die überstehende Flüssigkeit wird braungelb. Heidelbeersaft färbt blau, allmählich in Grün übergehend. Fuchsin und Kermesbeerensaft färben nach kurzer Zeit gelb. 4) Fuchsin wird rasch erkannt, wenn man lOccm des von dem Weingeistgehalte befreiten Weines mit 4ccm Aetzammon vermischt, dann mit 5ccm Aether ausschüttelt. Von der sich absetzenden gelblichen Aetherschicht giebt man mittelst Glasstabes einen Tropfen auf weisses Papier oder weisse Leinwand. Der Aether verdampft und hinterlässt einen rosarothen Fleck. Ist dieser nicht kräftig so giebt man auf denselben noch ein Paar Tropfen der Aetherlösung. Bei reinem, nicht fuchsinirtem Weine scheidet sich die Aetherschicht farblos ab. Amylalkohol zum Ausschütteln des von seinem Weingeistgehalte befreiten Weines löst nicht allein Fuchsin, auch Orseille und nimmt aus reinem Rothwein eine schwache Rosafarbe auf. Durch Ausschütteln mit Wasser geht der Weinfarbstoff in das Wasser über, nicht aber Fuchsin und Orseille. Aetzammon entfärbt den mit Fuchsin gefärbten Seidenfaden, färbt aber orseillefarbigen violett Der Amylalkoholauszug mit einem gleichen Vol. Aetzammon geschüttelt bildet in der Ruhe 2 Schichten. Bei reinem Wein ist die untere Schicht gelblieh und klar, die obere gelblich und trübe, bei Fuchsingehalt die untere Schicht gelblich und klar, die obere farblos, bei Orseillegehalt aber ist die untere Schicht braun- roth, die obere rosa (Labiciie). Da der Fuchsinfarbstoff in Verbindung mit Gerbstoff sich an die Gefäss- wandung mit der Länge der Zeit fest ansetzt, so ist darauf Rücksicht zu nehmen. Wenn man den fuchsinirten Wein mit etwas Ferrojodidlösung versetzt und dann mit Aether ausschüttelt, so geht der Farbstoff als Jodverbindung in den damit geschüttelton Aether vollständig über und der Aether hinterlässt verdampft einen in dünner Schicht blauen, in dicker Schicht dunkelgrünen Rückstand mit metallischem Reflex (Valentin). Alannisirte Weine. Die Ausscheidung und Bestimmung der Alaunerde (AI. 0.) geschieht aus der Asche. Ihr Gewicht mit 9,237 multiplicirt ergiebt die Kalialaunmenge, mit 8,826 multiplicirt die Ammoniakalaunmenge. Louvet bespricht die Bestimmung des Alauns und des Gypses im Journ. de Ph et de Ch IH S. 285—289, ehem. Centralbl. 1881, S. 252. Beerenweine, Weine aus getrockneten Weinbeeren, tragen den Wein- character vollständig an sich, so dass ihre Unterscheidung und Erkennung sehr erschwert ist. Reboul (Journ. de Ph. et de Ch. II, Ph. Centralh. 1880, S. 378 u. f.) erkannte entsprechend den Angaben Beciiamp's und Chancel's, dass die Beerenweine 1) reicher an Gummi sind, während der Gummigehalt natürlicher Weine 1 p. Mille nicht zu tibersteigen pflegt. Einige wenige Südweine enthalten jedoch 2,0 bis 4,5 p. Mille. 2) Die Beerenweine sind reicher an roducirendem Zucker, wovon die gewöhnlichen Weine meist nur 2—3g p. Mühs enthalten. — 3) Die Beerenweine rotiren meist links. ■ Wenn diese drei Eigen- 1216 Vinum. Bouquet. Citronensäure. Degorgirliefe. Schäften zugleich angetroffen werden, so kann auch der Wein als Beerenwein beurtheilt werden. — 4) Der Gummigehalt wird bestimmt, indem man lOOccm Wein bis auf 7—8g eindampft, mit 5ccm 45-proc. Weingeist mischt und beiseite stellt, um den Weinstein abzusondern. Das Filtrat wird mit soviel Weingeist vermischt, dass ein 95-proc. Weingeist hervorgeht. Dadurch wird das Gummi gefällt. Das Gummi wird in Wasser gelöst, eingetrocknet, gewogen, dann eingeäschert und die Asche in Abzug gebracht. Das Weitere der Untersuchung möge man 1. c. nachsehen. Blei im Weine nachzuweisen, ist bei Rothwein eine Entfärbung mit thierischer Kohle vorzunehmen, nachdem der Wein mit Essigsäure stark sauer gemacht ist. Ehe man Schwefelwasserstoff auf das Filtrat einwirken lässt, macht man mit Aetz- ammon schwach alkalisch oder neutral. Als Nebenprobe macht man 100 g des Weines mit Salzsäure stark sauer und giebt nach und nach 0,5 g Magnesiummetall hinzu. Dieses Metall löst sich völlig und Blei wird als grauschwarzes Pulver abgeschieden. Bonqnet. Während der Weingähruug und Lagerung können folgende Aether und riechende Substanzen entstehen: Essigäther, Butteräther, Aethylcaprylat, Aethylpelargonat, Aethylcaprinat, Caprylacetat, Butylalkohol, Capronylalkohol, Amyltartrat, Amylacetat, Amylmalat, Amylformiat, Propylalkohol, Propylbutyrat, Aethyltartrat, Acetal, Aldehyd, Glycol etc. Alle diese Stoffe treten in unendlich kleinen und unwägbaren Mengen im Weine auf. Cauline ist jetzt zum Weinfärben häufig benutzt worden. Dieses blaue Pigment ist absolut unschädlich und wird aus dem Spargel- oder Roth-Kohl (lat. caulis) hergestellt. Savigny und Collineau fanden dieses Pigment und noch andere Pigmente im Rothkohl zuerst auf. Citronensiinre kommt mitunter in Spuren als naürlicher Bestandtheil in den Weinen vor. Meist kommt sie durch directen Zusatz oder durch Behandeln mit Tamarinden in die Weine, um diesen das Aussehen alter Weine zu geben. D' e Bestimmung geschieht in der Weise, dass man das Extract des Weines mit 5 bis 10 Proc. Oxalsäure mischt, eintrocknet und nun mit Weingeist extrahirt; den weingeistigen Auszug abdampft, den Rückstand mit überschüssiger Kalkerde mischt und mit kaltem Wasser extrahirt. Die wässrige Lösung wird zum Kochen erhitzt, im Wasserbade eine Stunde erhalten, decanthirt, der Bodensatz reservirt, das Decanthat auf ein geringes Vol. eingedampft, mit dem reservirten Niederschlage vermischt, kochend gemacht und kochend heiss filtrirt. Das Filtrat kann nochmals auf i U Vol. eingeengt und dann kochend heiss wieder filtrirt werden. Die Bestimmung beruht also in der Löslichkeit des Calciumcitrats in kaltem Wasser und in der Unlöslichkeit desselben in kochendem Wasser. Seine Formel ist (C 6 H 5 0 7 ) 2 Ca3-f-4HO. Das Gewicht des gesammelten Calciumcitrats multiplic' rt mit 0,737 ergiebt die Menge der krystallisirten Citronensäure. Degorgirliefe ist ein aus Hefezellen bestehendes Ferment, welches man dem Champagnerwein in Flaschen, welcher wegen zu grossen Zuckergehaltes noch einer Gährung unterworfen werden muss, zusetzt. In den geschlossenen Flaschen geht der Gähract so lange vor sich, als atmosphärische Luft vorhanden ist, die Zellen sterben dann ab und setzen sich am Niveau des Weines dicht unter dem Verschlusse der Flasche ab, wo sie beim Oeffnen herausgeworfen werden. Lebe diese Hefe berichtet auch H. Schwabz in der Chem. Ztg. 1881, S. 108. Essigsäure ist in den Weinen, besonders in den Rothweinen immer, auch a s Auflösungsmittel des Farbstoffes nothwendig vertreten, bald in Spuren, baW wägbaren Mengen (bis zu 0,1 Proc. in den meisten Fällen bis zu °> 05 , , °° e . In Weinen, welche einer abnormen Gährung unterlagen und in umgescn ag Vitium. Farbstoffe. 1217 nen Weinen oder in Weinen, welche umschlugen und geheilt wurden, findet man bis 0,3 Proc. und mehr Essigsäure. Sie entsteht, wie Gautier nachweist, aus dem Weinstein, welcher in saures tartronsaures Kalium und Essigsäure zerfällt (2C 4 H-K0 6 = 2C 3 H 3 K0 5 (Kaliumbitartronat) + C 2 H 4 0 2 ). Ist Essigsäure in grösserer Menge vorhanden, so ist sie gewöhnlich auch von reichlicher Milchsäure begleitet, indem diese aus der Weinsäure entsteht. 3C 4 H 6 0 6 = 3C 3 H 4 0 5 (Tar- tronsäure) + C 3 H fl 0 3 (Milchsäure). Der Krankheit des Umschlagens unterliegen besonders Französische Weine. Sie ist sehr schwer zu heilen (pharm. Centralh. 1878, S. 372, 373). Im Rothweine ist die Essigsäure vorzugsweise die Substanz, welche den rothen Weinfarbstoff in Lösung erhält. Zur Bestimmung macht man 200g des Weines mit Natriumcarbonat alkalisch, dampft den Wein bis 10—15g ein und bringt diesen Rückstand mit einem starken Ueberschusse (z. B. 20 g) Phosphorsäure vermischt in eine kleine Retorte, destillirt circa J / 2 Vol. der Flüssigkeit ab, giebt zu dem Rückstande in der Retorte 20g Wasser und destillirt wiederum 20—30g über, welche Proeedur noch zweimal wiederholt wird. Auf diese Weise, also durch eine 4-malige Destillation wird alle Essigsäure abgesondert. Man vergl. auch Archiv der Pharm. 1879, 2. Hälfte S. 253, 254. Die Bestimmung der Essigsäure geschieht nach L. Weigert in folgender Weise (Zeitschrift für analytische Chemie, XVIII, 207), welche Bestimmung auf der Destillation bei vermindertem Luftdrucke beruht. 40—50ccm Wein werden in einen langhalsigen Kolben von 220 — 250ccm Rauminhalt gegeben. Der Kolben ist mittelst Gummistopfens und Glasrohres mit einem Kühler, dessen Sammelrohr mit einer starkwaudigen Eprouvette verbunden ist, vereinigt, und die Eprouvette mit einem zweifach durchbohrten Gummistopfen geschlossen. Durch die eine Durchbohrung geht das Sammelrohr des Kühlers, durch die andere wird mittelst knieförmig gebogenen Glasrohres die Verbindung mit einer Wasserluftpumpe bewirkt. Die Eprouvette ist vorher ausgemessen und die der schiefen Lage entsprechende Marke des Niveaus von 40—50 ccm an derselben angebracht. Die Destillation geschieht aus einem mit Kochsalz gesättigten Wasserbade, dessen Siedepunkt bei 109° C. liegt. Sowie das Destillat bis nahe zur Marke gestiegen, wird die Eprouvette durch langsames Drehen an dem Stöpsel, so dass die Luft nur allmählich eindringen kann, entfernt und das Destillat in ein anderes Gefäss behufs Titrirung gegossen. Der Rückstand im Kolben wird mit destillirtem Wasser wieder zum ursprünglichen Volumen, also 40 oder 50 ccm, verdünnt und die Destillation noch 4-mal wiederholt. Die Destillate werden mit Normal-Kalilösung titrirt. C. H. Wolff's Verfahren zur Bestimmung der Essigsäure nebst bildlicher Darstellung des Apparats dazu findet man im Rep. der analyt. Ch. 1881 und ehem. Centralbl. 1881, S. 105. Farbstoffe der Weine. Der Farbstoff der Rothweine ist das Oenocyanin, welches durch Säuren roth, durch Alkali blau wird. Neben diesem Oenocyanin fand Gautier einen in allen Weinen vertretenen rosenrothen Farbstoff. In den Weissweinen allein, in den Rothweinen neben Oenocyanin, ist ein gelb- bis braun- ßlrbender Farbstoff, Oenoflavin, vertreten. Letzterer kann den rothen Farbstoff ins Bräunliche modificiren. Nach Mulder ist der gelbe Farbstoff Tanno- melansäure, eine Modification der Gerbsäure. Oenocyanin bildet eine stark blauschwarze, in Wasser, Weingeist, Aether unlösliche, in Weinsäure oder Essigsäure- haltigem Weingeist leicht lösliche Substanz und kann seinen Lösungen durch Bleihydroxyd und thierische Kohle entzogen werden. Durch Aetzalkalien wird es in Braun verwandelt und zersetzt, ähnlich wie Tannin. Chlor entfärbt es Hager, Pharm. Praxis. Snppl. 77 1218 Vinum. Fremde Farbstoffe. unter Bräunung. Bleiacetat fällt das Oenocyanin blau. Seine Lösungen verändern beim Eindampfen die Farbe in Folge Einwirkung des Luftsauerstoffs. Je nachdem in einem Weine Oenocyanin oder Oenoflavin vorwaltet, ist auch die rothe Farbe nüancirt. So findet man violette, rothviolette, bräunlichviolette, braunrothe Weine. Fremde Farbstoffe, welche im Handb. II, S. 1253 erwähnt sind und gewöhnlich zur Verstärkung der Farbe des Rothweines seit hunderten von Jahren Anwendung fanden, lassen sich auf verschiedene Weise erkennen und nachweisen. Zunächst ist ihre Abscheidung aus dem Weine wesentlich. 100 cem des Rothweines, durch Abdampfen vom Weingeist befreit, werden mit circa 2,5 g 10-pt'oc Aetzammon gemischt und dann mit 5 — 6 g Bleiessig versetzt. Der Farbstoff an Blei gebunden wird vollständig gefällt. Der mit Wasser ausgewaschene Niederschlag wird mit Schwefelsäure zersetzt und der Farbstoff mittelst 60-proc. Weingeistes, welcher mit etwas Essigsäure sauer gemacht ist, aufgelöst, um ihn für weitere Prüfungen zu verwenden. Der vorstehende Bleiniederschlag ist aus reinem Rothwein blaugrau, bei Gegenwart von Pigmenten der Heidelbeeren bläulichgrau, der Beeren von Sambucus nigra schmutziggrün, des Campecheholzes unrein dunkelblau, der Cochenille blau, desCarmins, der rothenRübe, des Fuchsins schmutzig violettroth, des Fernambuk- oder Brasilienholzes unrein dunkelviolett, des Lackmus dunkelblau, der Malvenblüthen (Ahea roseaj dunkel olivengrün. Die fremden Farbstoffe werden, wie A. Dui'RE (Wagneb' s Jahresb. d. ehern- Technolog. 1877, S. 768) durch Experiment feststellte, auf dialytisebem Wege erkannt und zwar in folgender Weise. Man löst 5g Gelatine in 90 bis 100 cem heissem Wasser, giesst die Lösung auf einen flachen Teller und sehneidet sie erkaltet in Würfel, von welchen man 2—3 in den Wein legt. Nach 1 h bis 2 Tagen giesst man den Wein ab und legt die Würfel auf eine PoreeU* n " oder Glasfläche. War der Rothwein ein Naturwein, so ist der Würfel nur ftö der Oberfläche gefärbt, während bei Vorhandensein von Fuchsin, CocheniU e > Campecheholz, Rothholz, Indigo, rothem Kohl, rothen Rüben unj» Malvenblüthen die Farben in den Würfel eingedrungen sind und die Gallerte mit charakteristischer Farbe tränken, so z. B. Fuchsin prachtvoll ro }"' ähnlich rothe Rüben und rother Kohl, während Campecheholz gelbbraun, Indig 0 blau färbt u. s. w. R. Sülzeb lässt zur Erkennung der künstlichen Färbung die von 1-1a«' ,:U zur Prüfung des Himbeersyrups (Commentar 1874, II, S. 765) vorgeschl^' 111 ' Prüfungsmethode anwenden und den Wein mit einem gleichen Vol. 30-p r0< ;; reiner Salpetersäure mischen. Der echte Weinfarbstoff hält sich dann ca. eine Stunde lang unverändert, während die Farben aus Fuchsin, Alizarin, M a " ven, Heidelbeeren, rothen Rüben, Rothholz, Cochenille schon nach einigen Secunden verschwinden. Die BÖTTGBR'scue Reaction auf echte rothe Weinfarbe besteht darin, Rothwein mit dem 9-fachen Vol. Wasser zu verdünnen und diese Flüssigkeit mit /$ ihres Vol. einer concentrirten Kupfervitriollösung zu mischen. Ein reine Rothwein wird dadurch entfärbt. Der Farbstoff der Rainweidenbeere wird blau, der Kirsche, Malve, des Fuchsins violett und der der Heidelbeere bleibt unverändert (H. W. VOGEL. Dingijsb's Journ. Bd. 225, 8. 597). Der einer Gährung nicht unterlegene Weinfarbstoff wird durch das Reagens intensiv violett. Die sogenannte. Magnesia-Probe wird in folgender Weise »USgoxun - Man versetzt 20cem des Rothweines mit lg gebrannter Magnesia, durchschutte und schüttelt dann die Mischung mit einem Gemisch aus gleichen Theilen Amy - Vinum. Fremde Farbstoffe. 1219 alkohol und Aether aus. Im üebrigen gleicht dieses Verfahren dem im Handb. II, S. 1254 sub 10 angegebenen. Das Pigment aus dem Fernambuk- oder Brasilienholze färbt sich mit Ammoniak und alkalischen Stoffen tief carminroth bis violettroth. Wenn man Rothwein mit Braunsteinpulver macerirt, wiederholt durchschüttelt und erwärmt, so erleidet der fuchsinirte Wein an seiner Farbe keine Einbusse, während echte Rothweine und der mit anderen Pigmenten tingirte Wein fast oder ganz farblos werden (Pastkovich. Ber. d. d. ehem. Ges. XV, S. 808). Die Aetherprobe besteht in dem Ausschütteln des auf x / 3 —Vr^ 0 '* eingeengten, mit Aetzammon versetzten Weines mit Aether etc. Handb. II, S. 1254 sub 10. Im Handbuch II, S. 1255 findet man eine übersichtliche Reactionstabelle für Weinfarben von Gkibssmayer, eine kleinere Tabelle von Hilger findet man pharm. Centralh. 1876, S. 333. Ueber Nachweis der verschiedenen A n i 1 i n f a r b s t o f f e auf spectroscopischem Wege von Macagno in Chem. News 43, S. 169—170; Chem. Centralbl. 1881, S. 474. Ueber Weinuntersuchung resp. über die Erkennung künstlicher Weinfarben finden sich in der pharm. Centralh. 1881, S. 270,271 beachtenswerte Angaben. Fuchsin, Cochenille, Indigo, Campecheholz, Alkanna. Diese Farbstoffe werden nach G. Chancel in folgender Weise geschieden und erkannt. Da Bleiessig diese Farbstoffe mit Ausnahme des Fuchsins niederschlägt, so setzt man zu lOccm Wein 3ccm oder einen Ueberschuss Bleiessig und einige Tropfen Ammoniumcarbonat, erwärmt, filtrirt und wäscht mit Wasser nach. Ist das Filtrat gefärbt, so enthält es wahrscheinlich Fuchsin, von welchem nur entfernte Spuren in den Niederschlag mit übergehen. Den Niederschlag extra- hirt man mit 2-proc. Kaliumcarbonatlösung, welche die Spuren Fuchsin, dann Cochenilleroth und Indigo aufnimmt, Campecheroth und Alkanna aber zurücklässt. Bei nicht künstlich gefärbtem Rothweine ist der alkalische Auszug gelb bis grünlichgelb. Die Kaliumcarbonatlösung wird mit Essigsäure sauer gemacht und nach dem Ausschütteln mit Amylalkohol (behufs Beseitigung der anhängenden Fuchsinspuren) mit Schwefelsäure versetzt, welche das carminsaure oder indigoschwefelsaure Kalium zersetzt. Dann schüttelt man mit Amylalkohol die Carminsaure aus. Die Indigoschwefelsäure giebt sich durch ihre blaue Farbe, Carmin an seiner rothen Farbe zu erkennen. Der mit Kaliumcarbonatlösung extrahirte Bleiniederschlag soll nun mit einer 2-proc. Schwefolkaliumlösung behandelt werden, welche den Farbstoff des Campecheholzes und des Weines aufnimmt, d. h. das Blei wird in Schwe- felbloi verwandelt und die beiden Farbstoffe gehen in die alkalische Lösung über. Einfacher ist das Campecheholzroth direct im Weine zu suchen, indem man 5ccm des Weines mit 0,25 Kaliumcarbonat aufkocht, dann 4 — 8 Tropfen Kalk- Wasser hinzusetzt und filtrirt. Weinroth liefert ein grünlichgelbes Filtrat, Campecheholzroth ein rothes. Das oben gesammelte Schwefelblei mit Weingeist behandelt, giebt an diesen Alkannaroth ab. Nach der Methode RoMÄi'a und den Angaben Yvon's, Wubtz' u. A. setzt man zu 50ccm des Weines lOccm Bleiessig von 1,320 spec. Gew., erwärmt, jedoch nicht bis zum Kochen, filtrirt, fügt dem fast erkalteten Fütrate 10 Tropfen Essigsäure und 10cem Amylalkohol zu und schüttelt. Der dann in der Ruhe oberhalb wieder abgelagerte Amylalkohol ist farblos, wenn der Wein rein ist; rosa oder kirschroth, wenn der Wein Fuchsin enthält; 77* 122Ü Vinum. Weinfarbe. gelb, wenn der Wein Eosolsäure enthält; rosaroth oder violettroth, wenn der Wein Orseille enthält. Man giesst den gefärbten Amylalkohol ab, versetzt ihn mit einem gleichen Vol. Ammoniakliquor und schüttelt. Entfärbt sich der Amylalkohol, ohne den Ammoniakliquor zu färben, so hat man Fuchsin vor sich. Entfärbt sich der Amylalkohol, wird aber gleichzeitig der Ammoniakliquor violettroth, so zeigt dies Rosolsäure, wird er jedoch violettblau, so zeigt dies Orseille an. Faure beobachtete, dass sich reiner Weinfarbstoff durch Tannin und Gelatine vollständig (aus dem weingeistfreien Weine) fällen lässt, dagegen nicht die Farbstoffe der Malve, und wie Vogel fand, auch nicht der Farbstoff der Hollunder- beeren. Die Farbstoffe der Kirsche und Heidelbeere werden dadurch zu einem grossen Theile gefällt. Ztschr. d. analyt. Ch. XV, S. 485. L. c. S. 479 u. f. findet sich eine ausführliche Arbeit über die Entdeckung einer künstlichen Färbung des Weines auf spectralanalytischem Wege von H. W. Vogel. Nessler's Weinfarbenreagens ist eine Lösung von 7 Th. Alaun und 10 Th. Natriumacetat in 100 Th. Wasser und nur für Weine verwendbar, welche aus Weissweinen zu Rothweinen gemacht sind. Das Reagens verändert die Rothweinfarbe in den meisten Fällen nicht, verändert aber die Farbe der Malvenblüthen in Blau, der Heidelbeeren in Bläulich-Violett, der Kirschen in Blau oder Violett. Fuchsin (Rosalin) und Bordeanxroth werden oft zur Verstärkung der Weinfarbe benutzt. 0,01g auf ein Liter Wein genügt dazu und dürfte der Fuchsinzusate selten über 0,02 im Liter hinaus gehen. Erleidet der fuchsinirte Wein eine Nachgährung oder macht er Bodensätze, so geht ein Theil des Fuchsins in die sich bildenden Absätze über und der Wein zeigt eine verminderte Tinction. Dieses Pigment, welches sehr unschuldiger Natur ist, und im Rothweine al 3 keine Verfälschung erachtet werden sollte, weil es den Character des Weines nach keiner Seite hin beeinträchtigt, kann in sehr verschiedener Weise im Weine nachgewiesen werden, man vergl. auch Handb. II, 8. 1153, 1154. Um diesen Farbstoff quantitativ zu bestimmen, giebt man in ein Liter Wein circa 15OS gereinigte thierische Kohle in kleinen Stücken und digerirt anfangs einen Tag « n macerirt hierauf wiederum einen Tag hindurch unter bisweiligem Agitiren. N» cn dieser Zeit hat sich das Fuchsin sammt Wein-Pigment auf der Kohle verdichte , welche mit Wasser gewaschen, mit ammoniakalischem Weingeist oder auch nu mit Weingeist extrahirt wird (Yvon). Weingeist löst den Weinfarbstoff auf de Kohle nicht. Fuchsin wird durch Bleiessig nicht gefällt, wohl aber alle anderen Rothweinfarben. Nur Spuren Fuchsin hängen dem Bleiniederschlage an. Die Fuchsinfarbe wird durch Bromwasser nicht zerstört, wohl aber die anderen vegetabilischen Farben. Auf diese Weise kann der gesammelte Farbsto sicher als Fuchsin bestimmt werden (FlüCKIGEr). . m Bosolsäure wird durch Aetzarnmon nicht entfärbt, wodurch sie sich vo Fuchsin unterscheidet. Fohdes lässt 1) löcem des Weines in einem Reagircylinder mit 30 Tr°P_^ g Aetzarnmon versetzen, dann Chloroform zugeben und durch sanftes meurma _J| r( j Umwenden des Cylinders ausschütteln. In das abgesonderte ^ ulor . oform n r egs - etwas weisse Seide gegeben und gelind erwärmt. Die Seide färbt sich seni lieh rosa. Ein anderes Verfahren Fordes' ist: 2) Man behandelt lOccm « _ mit 15 Tropfen oder leem Ammoniak und lOccm Chloroform, wie sub Vinuin. Stearinfuchsinprobe. 1221 gegeben, und vermeidet auch hierbei das Schütteln der Röhre, um ein Emulgiren der Flüssigkeit zu verhüten. Hierauf trennt man das Chloroform durch einen Scheidetrichter, fängt es in einer Probirröhre auf, fügt etwas Wasser hinzu, so dass sich davon ungefähr 1 ccm über dem Chloroform befindet, und sättigt durch überschüssige Essigsäure. Das regenerirte Fuchsin trennt sich von dem Chloroform und wird von dem aufschwimmenden Wasser aufgenommen, welches sich dadurch mehr oder weniger stark färbt. Diese Probe lässt sich schnell ausführen und noch 1 mg Fuchsin in 1 Liter Wein nachweisen. — 3) Man mischr wie vorher in einer Proberöhre Wein, Ammoniak und Chloroform, nimmt abet nur 5ccm Chloroform; sobald sich letzteres am Boden der Röhre angesammelt hat, lässt man einen etwa 2—3 mg schweren Krystall von Citronensäure hineinfallen. Diese sättigt das Ammoniak und regenerirt das Fuchsin, welches sich um den Krystall mit schön rother Farbe ansetzt. Nach Pasteur und Wuktz versetzt man ca. 6ccm des Weines mit Barytwasser bis zur alkalischen Reaction, filtrirt, säuert das Filtrat mit Essigsäure an, wodurch das im Barytwasser farblose Rosanilin in rosagefärbtes Rosanilinacetat übergeht, welches sich aus der Lösung durch Amylalkohol ausschütteln lässt. Der Amylalkohol zeigt dann die geringsten Mengen (im Liter noch 0,0025 g) Fuchsin durch die charakterische Färbung an. Wolle oder Seide, welche durch Fuchsin roth gefärbt sind, müssen sich durch Ammoniak vollständig entfärben und durch Essigsäure neuerdings röthen lassen (Falieres). Enthält ein Wein Fuchsin und Rosolsäure, so lassen sich beide demselben durch Schütteln mit Aether unter Zusatz von Essigsäure entziehen. Giesst man dann die Aetherschicht in Ammoniakliquor und schüttelt, so bleibt das Fuchsin im Aether farblos als Rosanilin gelöst, während die Rosolsäure als rosolsaures Ammoniak mit violett rotlier Farbe in Lösung bleibt. Vergl. S. 1220. Konig's Methode des Rosanilin- oder Fuchsinnachwciscs beruht darauf, dass sich das Pigment aus einer alkalischen Flüssigkeit mittelst Aethers ausschütteln lässt und dass mit der Aetherlösung getränkte Wolle oder Seide sich an der Luft (oder in Essigsäuredämpfen) roth färben. Die Methode stimmt also mit den vorhergehend erwähnten Methoden überein und ist sehr leicht ausführbar. Stearinfuchsinprobe. Diese Probe besteht darin, lOOccm Rothwein auf 50—60° C. zu erwärmen, 4 — 5 g Stearinsäure im geschmolzenen Zustande dazuzugiessen, kräftig umzuschüttein und alsdann langsam erkalten zu lassen. Bei Gegenwart von Fuchsin und verwandten Pigmenten ist die am Niveau der Weinschicht gesammelte und erstarrte Stearinsäure rothgefärbt (Ew. Geissler). In Amylalkohol gelöst tritt die Stearinsäure den Farbstoff an den Amylalkohol ab. Zur Verdeckung der Fuchsinfarbe soll der Saft der rothen Rübe (Beta culga- ris rubra) dienen. Dieser Farbstoff lässt sich nicht mit Amylalkohol ausschütteln. Die spectroskopische Prüfung und Erkennung dieses Farbstoffes ist nachzusehen: Ber. d. d. ehem. Ges. XI, S. 1552, und Jahresb. über die Fortschr. der Phar- makognosie etc. XIII, S. 549 u. f. Das Rothrübenpigment ist unlöslich in Wasser, löslich in Weingeist, Aether, Schwefelkohlenstoff, fetten und ätherischen Oelen. Es soll mit dem Bixin viel Achnlichkoit haben (Sacü). Bordeaux roth, eine Sulfonsäure, wird nach Cn. Thomas dadurch erkannt, dass man 0,2 g Flockenseide mit 20 ccm .Wein im Wasserbade einige Minuten hindurch digerirt. Das natürliche Weinroth färbt violettlila und diese Farbe wird durch Ammon in Grün verändert. Bei Gegenwart von Bordeauxroth wird die Seide intensiv roth, auf Zusatz von Aetzammon aber braun. Gebrannten Alaun tingirt echter Rothwein grauviolett, Bordeauxroth aber rein roth (Rep. de Pharm. 38. S. 64). 1222 Vitium. Grenat. Rosolsäure. Glycerin. Man kann auch mit Barytnitrat die Schwefelsäure aus dem Weine fällen, den gelösten Barytsalzrest dann mittelst Ammoniumcarbonats beseitigen, das Fil- trat eindampfen, mit Salpetersäure ansäuern, weiter eindampfen, trocknen und in Asche verwandeln. Die Asche wird, war Bordeauxroth gegenwärtig, wiederum Schwefelsäure enthalten. C. Thomas giebt im Rep. de Ph. 38, S. 111 ein anderes ähnliches Verfahren an. Grenat, ein Pigment, welches bei der Darstellung des Fuchsins gewonnen wird, soll, wie Jousset de Beixesme (Rep. de Ph. 1879, S. 162; ph. Cen- tralh. 1879, S. 186) berichtet, zur Stärkung der Rothweinfarbe hauptsächlich benutzt werden (vergl. Blanchakd's Weinfarbe). Grenat ist wie das Fuchsin ein völlig unschuldiger Farbstoff, wie der genannte Chemiker durch Experiment an Thieren erkannt hat. Rosolsiinre neben Fuchsin im Weine zu erkennen und zu bestimmen haben Guyot und Bidaux Studien angestellt (ehem. Centralbl. 1877, S. 71, ph. Cen- tralh. 1877, S. 114). Rosolsäure löst sich in Wasser mit einer zwiebelrothen Farbe und ertheilt dem Weine eine dem echten Bordeauxweine täuschend ähnliche Färbung. Sie unterscheidet sich von dem Fuchsin dadurch, dass sie nicht wie dieses auf Zusatz von Ammoniak entfärbt, sondern dass sie dadurch rosa- roth gefärbt wird. Versetzt man den mit Rosolsäure gefärbten Wein mit Säure, so nimmt er eine gelbliche Färbung an. Durch Erhitzen des Weines mit Col- loxylin (Schiessbaumwolle) wird die Rosolsäure durch dieses fixirt, welches nach dem Waschen und Trocknen durch Ammoniak eine schön rosarothe Färbung annimmt. Eine alkalische Rosolsäurelösung giebt beim Schütteln mit Aether an letzteren nichts ab oder der Aether bleibt vollständig ungefärbt, auch nach Zusatz von Essigsäure. Wird dagegen eine durch Säuren gelb gefärbte Rosolsäurelösung mit Aether geschüttelt, so wird derselbe gelblich gefärbt und auf Zusatz eines Alkalis rosaroth. Mischt man eine Fuchsinlösung mit Essigsäure, so ändert sich die rothe Farbe nicht; Aether damit geschüttelt wird violettroth; versetzt man ihn mit Ammoniak, so erhält man zwei Schichten, eine untere farblos 0 und eine obere ätherische fuchsinrothe. Ueberschüssiges Ammoniak macht letztere Schicht farblos. Wird eine Rosolsäurelösung in gleicher Weise behandelt, so erhält man nach dem Schütteln mit Ammoniak eine untere wässerige Schicht von rosarother Färbung und eine obere ätherische vollkommen farblose Schicht. Rosolsäure wird also in ammoniakalischer Lösung von der ätherischen Schicht mit Rosafärbung aufgenommen. Zur Scheidung beider Farbstoffe, der Rosolsäure und des Fuchsins, bringt man sie in eine essigsaure Lösung. Schüttelt man diese mit Aether, so nimmt letzterer beide Farbstoffe auf. Decanthirt man ihn von «er wässerigen Flüssigkeit, so giebt er mit Ammoniak eine sehr charakteristische Ke- action. Die fuchsinrothe Färbung des Aethers verschwindet und die Rosolsäuie geht in die wässerige ammoniakalische Schicht über, so dass dann der Aethei farblos und die ammoniakalische Flüssigkeit rosaroth gefärbt erscheint. filyccrill. Ueber die Bestimmung des Glycerins vergl. man Handb. «> • 247 und 1260, sowie oben S. 1212 sub II und S. 1214 sub VI. Die sehr umständliche Bestimmung nach Raynaud ist im Auszuge in ae Chemiker Ztg. 1880, S. 276 angegeben. _ Macagno bestimmt das Glycerin im Weine in folgender Weise: 1 Liter wei wird mit einem Ueberschuss frischgefälltem Blcihydroxyd versetzt und im Wasse^ bade eingetrocknet. Der Rückstand wird mit absolutem Weingeist extrahirt un ^ der weingeistige Auszug, durch Hindurchleiten von Kohlensäure vom Blei e- freit, filtrirt und eingedampft. Als Rückstand soll reines Glycerin verbleiben. Vitium. Kunstweine. 1223 Da zwischen Weingeist, Glycerin und Bernsteinsäure nach Pasteur's Erfahrung ein bestimmtes Verhältniss zu walten pflegt, so kann aus dem vorhin mit Bleihydroxyd erhaltenen Bodensatz die Bernsteinsäure in der Weise abgeschieden werden, dass man ihn mit einer 10-proc. Ammoniumnitratlösung aufkocht, das Filtrat mit Schwefelwasserstoff behandelt, einen Ueberschuss desselben dur ch Erliitzen beseitigt, das Filtrat mit Ammon neutralisirt und mit Ferrichlorid ausfällt. Der Niederschlag wird gesammelt, getrocknet, eingeäschert und aus dem Ferrioxyd die Bernsteinsäure berechnet (Fe 2 0 3 x 1,25 = Bernsteinsäure). Das Verhältniss in einem Liter Wein ist z. B. Alkohol Glycerin Bernsteinsäure Alkohol Glycerin Bernsteinsiiure 11 4,980 0,924 13 5,882 1,176 12 5,430 1,086 14 6,425 1,250 Mit dem Weingeistgehalt steigt also auch der Glycerin- und Bernsteinsäuregehalt. Damit kann erkannt werden, ob ein Wein einen Weingeistzusatz erfahren hat. Aus 100 Th. Zucker bilden sich im Verlaufe der Gährung nach Pasteur's Angaben Kohlensäure 46,67 Th. Glycerin 3,23 Th. Weingeist 48,46 Th. Bernsteinsäure 0,61 Th. Hefenstoffe 1,03 Th. Kunst-Weine sind solche Fabrikate, welche die Bestandtheile der Weine ein- schliessen, aber nicht durch Gährung aus Weintraubcnsaft direct hervorgegangen sind. Solche Weine mit Accuratesse hergestellt, können von den natürlichen chemisch und physikalisch nicht unterschieden werden. Eine unbegründete Definition von Wein ist: „ein Getränk, welches durch weingeistige Gährung des Traubenmostes ohne jeden Zusatz hergestellt ist", denn dann sind alle Weine Kunstweinc, welche unter irgend einem Zusätze aus Traubenmost durch die weinige Gährung bereitet sind. Demnach wären auch gallisirte Weine, die oft besser sind als die reinen Naturweine, auch Kunstweine. — Eine Definition von Kunstwein findet man S. 1212 angegeben. Fig. 164. Saccharomyee» Cerevwtoe. 0. //. oliorhefe. U.U. Unterhefe. 450-m»lige Vergr. Fie 165 S. t Saccharomyett txtguus. charomyc* Pattoriamu. 450-m»lige Vergr 8. P. Sar- Besouders in Frankreich hat sich die Fabrikation künstlicher Weine eingenistet. Dieser Geschäftszweig wird in Herault, Cette und Meze enorm und zwar für den Export betrieben: der grössere Theil geht nach Russland, Danemark, Hol- 1224 Vitium. Oenokrine. Oenocyanin. bind, England, Nord- und Süd-Amerika. Cette soll allein jährlich 10 Millionen Gallonen im Werthe von 18 Mill. Francs absetzen. Wie leicht erklärlich können nur alkoholreiehe Weine, wie die Spanischen und Portugiesischen, mit Erfolg imitirt werden. Zur Nachahmung dieser Weine werden eine Menge im südlichen Frankreich gezogener billiger Weinsorten verwendet. Der Weingeistgehalt beträgt in diesen imitirten Weinen meist 11—12 Proe. Von Paul Müller ist (Bull, de Ch. Paris XXXII, S. 610) die mikroskopische Prüfung der Kunstweine vorgeschlagen worden. Die Fermente des echten Weines sind Saccharomyces ellipsoides, apiculatus, Pastorianus, seltener ext- guus und Reesii. Ein Kunstwein z. B. mit Glykose oder trocknen Trauben durch Bierhefe bereitet enthält Saccharomyces Cereoisiae, welcher im Weine nicht vorkommen soll. Saccharomyces apiculatus ist in Fig. 90, S. 702 zu finden. Oenokrine, Rothweinfarbenerkenner, ist ein Pariser Fabrikat zur Erkennung der echten Rothweine, ein Reagenspapier. Wird nach der Angabe ein Streife» der Oenokrine in einen echten, natürlichen Roth wein getaucht, so färbt er sich alsbald graublau und wird bleifarbig nach dem Trocknen. Ist dagegen ein Wein mit Fuchsin oder anderen Anilinstoffen künstlich gefärbt, so wird das Reagenspapier hell karminroth; wenn mit ammoniakalischer Cochenille blassviolett; wenn mit Hollunderbeeren, Malvenblüthen u. s. f., so färbt sich die Oenokrine lebhaft grün; bei Blauholz, Campecheholz nimmt es Weintresterfarbe an; mit Fernam- bukholz und Kermesbeeren wird es schmutzig gelb; mit Indigo-Extract tief blau. Ein Oenokrine-Papierstreifen wird ungefähr fünf Sekunden lang in reinen Wein getaucht, gut abgeschüttelt, damit jeder Ueberschuss an Flüssigkeit entfernt werde, und dann auf ein Stück weisses Papier gelegt. Ein zweiter Streifen des Reagenspapiers wird dann auf gleiche Weise in den verdächtigen Wein getaucht und neben den ersteren gelegt, um den sich ergebenden Unterschied sofort klarzustellen. Dieses Papier ist ein mit Bleiacetat getränktes Fliesspapier, wie Jul. Mülleb (Apotheker zu Breslau) gefunden hat. Derselbe beobachtete auch, dass diese Oenokrine in der That sehr praktisch ist, dass sie durch Fuchsin schön roth, durch Malvenabkochung blau, durch Campecheholzabkochung blau gefärbt wird, Heidelbeerensaft giebt jedoch denselben graublauen Farbenton wie echter Rothwein. Dies Papier ist nur in eine kleine Weinmenge zu tauchen- Oenocyanin, auch Oenolin, Oenorganin genannt, bezeichnet den Farbstoff des Rothweines. Specielleres darüber sehe man oben unter Farbstoff 6 des Weines nach. Den dort gemachten Angaben im Widerspruche variirt nach Andkee's Versuchen dieser Farbstoff nicht und'wenn Reactionen verschieden ausfallen, so habe dies seinen Grund in der Verschiedenheit der quantitativen Weinbestandtheile, besonders in einem grösseren oder geringeren Gerbstoffgeh 11 "- Andkke deflnirt den Weinfarbstoff als eine schwache Säure, welche sich leicht mit Blei verbindet. Gautiek hält den Weinfarbstoff für ein Oxydationsproduct des Oenotannins, und nimmt eine geringe Verschiedenheit in den Weinen verschiedener Gegenden und verschiedener Vitis- Arten an. Der Weinbauer ist häufig gezwungen, den rothen Naturwein in der Farbe zu verstärken, durch welche Operation der V* ein seinen Weincharacter nicht einbüsst, und es gränzt an Barbarismus, solchen nu unschuldigen Farbstoffen tiefer rothgefärbten Wein als ungeniessbar in den Rinnstein zu giessen oder zu vernichten. Die Weinconsumenten fordern seit je her einen Rothwein von dunkler und refüsiren den mit hellrother Farbe. D er Weinbauer kommt ja nur einer werthlosen, jedoch nicht zu beseitigenden lor- derung entgegen. Dazu kommt der Umstand, dass der Umfang des zugesetzten Farbematerials ein höchst unbedeutender ist. Nur die aus Weissweinen durch Virniua. Oenocyanin. 1225 fremde Farbstoffe hergestellten Rothweine wären zu verwerfen, wenn der Verkaufer diesen Umstand dem Käufer verheimlicht. Geschieht die Färbung mit dem rothen Farbstoffe des Weines, so kann darin keine Fälschung erkannt werden. Eine Weinfarbenessenz ist schon seit 100 Jahren im Handel und in 90 Fällen unter 100 hat man von jeher den Wein in der Farbe verstärkt, es ist also die Farbekräftigung eine durch die Zeitlänge berechtigte Gewohnheit geworden. Der Farbstoff des Rothweines wird durch wenig Aetzammon blau, durch einen Ueberschuss Aetzammon aber zerstört, oder er geht in Grün, beim Erwärmen in Braun über. Der Farbstoff der Heidelbeeren zeigt ein ähnliches Verhalten. In alten Weinen geht das Roth durch Amnion oft schnell in Grün über. Die fixen Alkalien verhalten sich dem Aetzammon ähnlich, die Carbonate nur etwas schwächer und langsamer die Farbe verändernd. Natriumcarbonat und Kalkwasser färben die durch Ammon in Blau übergehenden schmutzig graublau, die durch Ammon grün werdenden schmutzig braungrün, ebenso die Heidelbeerfarbe. Als bestes Reagens fand Andbee eine Magnesiafläche. Gebrannte Magnesia wird mit Wasser zu einem derben Breie angerührt, in ein Schälchen gegeben, darin in dicker Schicht ausgebreitet und eine möglichst glatte Oberfläche erzeugt. Man soll einige Tropfen des Weines am Rande des Schäl- chens niederfliessen lassen. Der Wein verzieht sich in dentritischen Verästelungen und geht schnell durch blaugrau oder grüngrau in Graubraun oder Braun über, welche Farben auch beim Austrocknen bleiben. Heidelbeerfarbe geht dagegen in Blau, Malvenroth in Grün über. Diese Farben bleiben auch beim Austrocknen. Auf Kreide wird junger Rothwein violett oder bläulich, älterer bläulich oder schiefergrau, Indigo, Fuchsin, Carmin, Farbhölzer bewahren die Farben, Kermesbeersaft wird gelb. Ueber das Verhalten des Weinfarbstoffes zu Reagentien hat Andere noch weitere Mittheilungen gemacht (Archiv der Ph. 1880, 1. Hälfte, S. 110 etc.). Andhee fand, dass Weinfarbstoff und Heidelbeerfarbstoff völlig identisch sind. Durch Amylalkohol lassen sich auch beide Farbstoffe ausschütteln, indem die sauren Lösungen in den Amylalkohol übergehen. In Spanien und Süd-Frankreich wird der Saft der Beeren von Phjtolacca derandra seit 200 Jahren zum Weinfärben benutzt. Obgleich dieser Saft pur- girende Eigenschaften besitzt, so überträgt er diese Wirkung nicht auf den Wein, weil eben diesem nur sehr wenig, also in sehr unschuldiger Menge zugesetzt wird. Der mit Spuren Fuchsin gefärbte Wein ist völlig unschuldig, selbst wenn ein arsenhaltiges Fuchsin hierzu verbraucht wird, weil im Liter schon 1 cg. ausreicht, die Farbe stark zu kräftigen, abgesehen davon, dass Fuchsin an und für sich so unschuldig ist wie der Phytolacca - Beerensaft in wenigen Grammen. Dennoch vegetirt immer noch die barocke Ansicht, in den mit unschuldigen Farbmaterialien versetzten oder vielmehr in der Farbe gekräftigten Kothweinen verfälschte Weine zu erkennen und als solche zu brandmarken. Ueber die Erkennung künstlich gefärbter Weine hat Stein beachtenswerte Mittheilungen gemacht pharm. Centralh. 1878, S. 4—7. ( Die Darstellung des Oenolius nach der Methode Vabennes besteht darin, die abgelagerte Rothweinhefe mit einer bestimmten Menge Kalkbrei zu vermischen, den Brei (durch Filtrirpumpo und Pressung) vom Wasser zu befreien, ihn mit 95-proc. Weingeist zu mischen und dann soviel 50-proc. Schwefelsäure hinzuzusetzen, als zur Umwandlung der Kalkerde in Calciumsulfat ausreicht. Das Oenolin geht in den Weingeist über. Durch Destillation und Eindampfen der weingeistigen Lösung erhält mau das Oenolin als schwarzes Pulver, 1226 Vimim. Oenotannin. welches zerrieben dem Coclienillepulver ähnlich ist. Dass der Kalkbrei möglichst eisenfrei sein muss, ist zu beachten (pharm. Centralh. 1878, S. 177). Das Oenolin, auch Oenolinsäure, Beerenroth genannt, bildet eine bläulichschwarze, zerrieben ein violett- bis braunrothes luftbeständiges Pulver, welches kaum in Wasser, etwas in angesäuertem Wasser, nicht in Aether, aber leicht in mit Essigsäure oder einer anderen Säure angesäuertem verdünntem Weingeist löslich ist. Das Ligulin, der Farbstoff der Beeren von Ligustrum vulgare L., Keinweide, ist dem Oenolin ähnlich, aber in Wasser mit carmoisinrother Farbe löslich. Färbewein, Wein färbe, Vin de tinte, ist eine in Frankreich viel gebrauchte Weinfarbe, bestehend aus dem Safte von Sambucus nigra und S. Ebulus, versetzt mit Alaunlösung. Zur Bestimmung des Oenolins wird nach F. Jean eine auf Tannin eingestellte Jodlösung tropfenweise zu lOccm des Weines, welcher mit 3com gesättigter Natriumbicarbonatlösung versetzt ist, so lange zugesetzt, bis ein Tropfen auf Stärkepapier einen blaugesäumten Fleck erzeugt. Nach Verdünnung auf öOccm wird nochmals titrirt. Damit ist Oenolin + Oenotannin bestimmt. Das Oenotannin wird dann für sich bestimmt und in Abzug gebracht. Man vergl. das Nähere unter Oenotannin. 100 Tannin entsprechen in ihrer Wirkung auf Jod 61,7 Oenolin. Da die Farbstoffe der Cochenille auch auf Jod wirken, so muss man sich von der Abwesenheit dos Pigmentes derselben versichern. Oenotannin. Wird behufs der Wein - Gerbstoffbestimmung der Wein mit ammoniakali scher Zinkacetatlösung versetzt, so reisst der dadurch entstehende Niederschlag (Zinktannat) auch etwas Farbstoff nieder, welcher sich leicht wieder beseitigen lässt, wenn man das Ganze erwärmt, wodurch der flockige Niederschlag sich bedeutend zusammenzieht, denselben nach dem Erkalten sammelt und auswäscht. Dann löst man den Niederschlag in verdünnter Schwefelsäure und bestimmt die Gerbsäure mit Chamäleon. Zur Erkennung des dem Weine bei der Klärung mit Gelatine etwa zuviel zugesetzten Gerbstoffes hat man Ammoniumvanadat empfohlen. Um Gerbstoff neben dem Weinfarbstoffe zu bestimmen, setzt GautiE b zu 100 — 200 CC. Wein 1 —2g Kupfercarbonat, schüttelt lebhaft, giesst ein gleiches Vol. Weingeist zu und Uberlässt die Flüssigkeit 15—20 Stunden der Ruhe. Alle Gerbsäure schlägt sich als Kupfertannat nieder. Der Farbston scheint sich auch mit dem Kupfer zu verbinden, bleibt aber löslich. Man filtnr und wäscht mit weingeisthaltendem Wasser so lange nach, bis es farblos abläut • In dem Filtrate bestimmt man den Farbstoff, indem man es auf '/;i eindampt, mit Schwefelsäure und Indigcarmin versetzt und dann mit Kaliumhypermang ana titrirt (Griessmeyer). ff Gautier entfernte später behufs der Oenotanninbestimmung den Farbsto , in dem er den Wein mit Natriumcarbonat genau sättigte und reichlich mit . Am moniumchlorid versetzte, um die Abscheidung des Farbstoffes zu beschleunigen. Das Filtrat wurde dann mit frisch gefälltem Cupricarbonat versetzt, naen - tägigem Stehen der Bodensatz gesammelt, mit verdünntem Weingeist abg - waschen, in Wasser vertheilt und mit Schwefelwasserstoff behandelt, bis a e Kupfer in Sulfid verwandelt war, dann auf 100° C. erhitzt und n ltrir *- .^, etwas rosenrothe Filtrat wird im Vacuum eingetrocknet, mit Aether (wohl ric^ tiger mit Actherweingeist) aufgenommen und diese Lösung über Schwefelsa zur Trockne gebracht. , n Das Oenotannin hinterbleibt als farblose oder schwach rosarothe krys ähnliche Häutchen. Es schmeckt zusammenziehend, ist in Wasser, Weingeist WUi Vinum. Rttbenwein. Salicylsäure. 1227 und Aether löslich, wird nur schwierig durch Leim gefällt, durch Alkalien aber gebräunt, fällt die Ferrisalze bouteillengrün, fällt auch Zinkacetat, Bleisalze, Quecksilbersalze, reducirt die Silbersalze in der Wärme bei Gegenwart von Ammoniak, nicht aber kaiische Kupferlösung; hat man jedoch den Gerbstoff mit verdünnter Salzsäure gekocht, so reducirt er alkalische Kupferlösung sofort. An der Luft wird das Oenotannin im aufgelösten Zustande ziemlich rasch erst rosaroth, dann rothbraun und unlöslich. Es scheint hiernach ziemlich gewiss, dass der rothe Farbstoff der Weine nur ein vorübergehendes Oxydationsprodukt des Oenotannins ist. Auch ist es keineswegs zweifelhaft, dass weder der Gerbstoff, noch der Farbstoff in allen Weinen der gleiche ist, obwohl sie nahe übereinstimmen. So z. B. ist die rosa- rothe Farbe der Weinsorte Aramon sehr verschieden von der Farbe anderer Weine, auch entwickelt sie sich sehr langsam während der Gährung. (Ber. d. d. ehem. Ges. u. Ztschr. d. österr. Ap.-Ver. 1877 Nr. 25.) F. Jean bestimmt Oenotannin in folgender Weise. Er extrahirt dasselbe aus dem mit Salzsäure versetzen Weine durch Ausschütteln mittelst Aethers. Der Verdampfungsrückstand der Aetherlösung wird mit Wasser aufgenommen und mit einer auf Tannin eingestellten .Todlösung titrirt. Oenotannin giebt mit Ferrichlorid eine grüne Lösung. Erhält man mit der sauren Aethcrausschüttelung eine andere Färbung oder einen Niederschlag, so enthält der Wein fremde Adstringentien (Chem. Ztg. 1881, S. 999). Riibcnwein. Nun die Reblaus die Weincultur über alles Maass stört, empfiehlt Ulan den Saft der Runkelrübe in Stelle des Weinmostes zu setzen. Der Rübenwein soll dem Traubenweine völlig ähnlich sein (?). (Monit. scientif. XII, 8- 238.) Salicylsiinrc. Die mit Salicylsäure versetzten Moste (!/ 2 —1 pe r Mille) sollen sich Jahre hindurch conserviren und wenn sie mit soviel entwässertem Natriumkarbonat versetzt werden, als zur Bindung der Salicylsäure erforderlich ist (auf lg Salicylsäure 0,4 g wasserleeres Natriumcarbonat), so lassen sie sich auf Zusatz von Weinhefe in die weinige Gährung überführen (v. Heyden). Ph. Centralh. !880. S. 358. Dass diese Salicylirung keineswegs für die Gährung vortheilhaft ist, dass selbst salicylirte Moste in die faulige Gährung übergehen, wurde von AmbüHL Witgetheilt (Industriebl. 1881, S. 13, pharm. Centralh. 1881, S. 62). Es ist behauptet, dass 10—12 g Salicylsäure auf 1 Hectol. Wein genügen, fliesen gesnnd zu erhalten. Da hierin nichts vorliegt, was die Gesundheit be- Wohen könnte, so haben mehrere Gelehrte sich gegen das von der Französischen Verwaltung ausgegangene Verbot der Anwendung der Salicylsäure zur Conser- v 'rung der Weine ausgesprochen, schliessend, dass durch eine weise Reglemen- U'unp; den ilmidelsinteressen besser gedient werde als durch ein strictes Verbot < Ch em. Ztg. 1881, S. 894). Um im Weine die Salicylsäure nachzuweisen, befreit man den Wein durch Abdampfen vom Weingeist und schüttelt nach Zusatz von etwas Phosphorsäure "nd Natriumsulfat mit Aether oder Chloroform oder Amylalkohol aus. Von der Aether- oder Amylalkohollösung giebt man mehrere Tropfen auf eine Mischung aus i_ 2 Tropfen Ferriehloridlösung mit lOccm Wasser und schüttelt um. Es "üt alsbald die violette oder eine tintenartige Färbung ein. Enthält der Wein Gerbsäure, so muss mit Steinkohlenbenzol ansgeschüttelt werden, welches ^°ul die Salicylsäure aber nicht die Gerbsäure löst. Von anderer Seite wird e 'n Ausschütteln mit Schwefelkohlenstoff empfohlen, welcher ebenfalls Gerbsäure n| cht löst (Hagek). 1228 Vinum. Sehwefligsäure. Nach L. Weigekt (Zeitschr. f. analy. Chem. XIX, S. 45) werden 50ccm Wein mit 5ccm Amylalkohol einige Minuten durchgeschüttelt, der bei ruhigem Stehen an der Oberfläche sich ansammelnde Amylalkohol abgegossen und in einer gleichen Menge Weingeist gelöst. Einige Tropfen Ferrichloridlösung rufen in dieser Lösung die Salicylsäurereaction hervor; die Gerbsäure des Weines würde nur spurenweise vom Amylalkohol aufgenommen und wäre daher nicht störend. Bestimmung der Salicylsäure im Weine von A. Remont in Chem. Centralbl. 1881, S. 773. Pertele versetzt 100—200 cem Wein mit Leimlösung bis zur vollständigen Fällung des Gerbstoffes, dampft den Wein mit dem Niederschlage bis zur Syrup- dicke ein und schüttelt diesen Rückstand mit Aether aus, in welchen die Salicylsäure übergeht. Chem. Ztg. 1881, S. 815. Die Conservirung der Weine durch Salicylsäurezusatz war bisher in Frankreich untersagt, jedoch ist man in neuerer Zeit .zu der Ansicht gelangt, dass 10 bis 40 g Salicylsäure auf 1 Hectoliter Wein für die Gesundheit ohne Nachtuen sind. Uebrigens wird der Geschmack des Weines bei 0,4g auf 1 Liter zieraheß unangenehm gemacht. Sehwefligsäure, welche theils durch das Schwefeln der Fässer, theils aucn durch Zusatz von Natriumbisulfit behufs Beschränkung] und Verbesserung der Weingährung oder zur Conseryirung und Gesunderhaltung der Weine in dieselben gelangt, soll nur in geringen Mengen vertreten sein z. B. im Liter höchsten zu 0,1g. Die Erkennung gegenwärtiger Schwefligsäure ist nicht schwer. Aus einen» Glaskölbchen mit winkelig gebogenem Glasröhre, welches in einem Reagircylnw am Niveau einiger cem Wasser ausmündet, worden 3—5ccm tlberüestillirt, Destillat nach Zusatz von etwas Salzsäure und Baryumchlorid mit KaliurnhyP 6 manganat versetzt, so lange sofortige Entfärbung eintritt. Bei Gegenwart vo Scliwefligsäure entsteht eine Trübung oder Fällung, aus Baryumsulfat bestehen- Das Destillat würde auch wenig Jodstärke entfärben oder einen Zusatz von ein gen Tropfen Jodwasser. Auch Jod führt die Schwefligsäure unter Entfärbung Schwefelsäure über. Zur quantitativen Bestimmung werden lOOccm Wem mit 3 — 4ccm Phosphorsäure versetzt und in vorerwähnter Weise mindeS e 20ccm abdestillirt. Oder man bestimmt im Weine zuerst die Schwefelsäure, ca nach Zusatz von Kaliumhypermanganat oder Jodlösung die dadurch aus Schwe säure entstandene Schwefelsäure. Die Baryumsulfatmenge mit 0,27468 nvu f\ cirt ergiebt die entsprechende Menge Schwefligsäureanhydrid. Um das B alV sulfat im Filter zu sammeln ist die Flüssigkeit zuvor aufzukochen (Hager)- B. Haas oxydirt die Schwefligsäure durch Jod. Er destillirt die freigem»^ g Säure im Kohlensäurestrome in eine wässrige Lösung von 5 g Jod una > Kaliumjodid, aufgefüllt bis zu 1 Liter. Aus dieser Lösung wird die Schw säure als Baryumsulfat abgeschieden und bestimmt und daraus die ^ eI j.?kizen Schwefligsäure berechnet. Beschreibung der Operationen und des dazu no ig Apparats findet man in Ber. d. d. chem. Ges. XV, S. 154; chem- Centr 1882, S. 427. . lliren L. Liebermann lässt ebenfalls 15—20 cem von 100 cem Wein abd ^" 9äure und dem mit gleichviel Wasser verdünnten Destillate einige Tropfen io ^ zusetzen. Unter Jodabscheidung entsteht aus der Schwefligsäure Schwele ^. Oder man soll das mit Salzsäure, Baryumchlorid und etwas Salpeters»«* ^. 0 setzte Destillat erwärmen (sehr unsichere Reaction, Hagfr) , oder man s ^ er . Schwefligsäure durch Wasserstoff im Status nascendi in Schwefelwassersto fuhren. Ber. d. d. eh. Ges. XV, 8. 439. Viuum. Schwefelsäure. Traubenpilz. 1229 Dass ein Theil der Schwefligsäure wahrend der Lagerung in Schwefelsäure tibergeht, ist eine bekannte Sache. Daher erklärt sich auch oft der grössere Schwefelsäuregehalt nicht gegypster Weine. Man vergl. den folgenden Theil. Schwefelsäure kann im freien Zustande in dem Weine vorhanden sein, ohne dass sie direct zugesetzt wurde. Wenn nämlich ein Wein mit 5 Th. Kaliumsulfat mit einem Weine mit 4 Th. Weinsäure gemischt und dann mit Weingeist versetzt werden, so fällt ein grosser Theil des Kalium als Weinstein aus und die Mischung enthält freie Schwefelsäure (Nessleb,). Die Prüfung auf freie Schwefelsäure: Handb. II, S. 12(52. Ein anderer den Sehwcfelsäuregehalt vermehrender Umstand ist der Zusatz von Schwefligsäure, Natriumdisulfit, das öftere Umfüllen in frisch geschwefelte Fässer etc. Ein Theil der Schwerligsäure geht während der Lagerung in Schwefelsäure über und kann den Schwefelsäuregehalt um 0,01 — 0,035 Proc. vermehren. N essler fand in Baden'schen Weinen bis zu 0,06 Proc., in einem sogar 0,15 Proc, in Französischen Rothweinen bis zu 0,116 Proc. Schwefelsäure (ph. Centralhalle 1877, S. 427, 428), ohne dass Verfälschung vorlag. Der Normalgehalt des Weines an Schwefelsäure (II 2 S0 4 ) im Liter schwankt nach Marty (l'Union pharm. XIX, S. 168) zwischen 0,109 und 0,328 g oder als Kaliumsulfat zwischen 0,194 und 0,583g im Liter. Beträgt dieser Gehalt, nicht darüber, so kann der Wein auch nicht als gegypster oder mit Schwefligsäure behandelter beurtlieilt werden. Die Asche der gegypsten Weine ist neutral, diejenige der mit gegypsten Weinen verschnittenen Weine ist dagegen alkalisch. Nur aus der Grösse des Schwefelsäuregehaltes lässt sich in wenigen Fällen auf ein Verschneiden mit gegypsten Weinen schliessen Marty's Methode besteht darin :14g krystall. Baryumchlorid unter Zusatz von 50 cem Salzsäure zu 1 Liter in Wasser zu lösen. 10 cem dieser Lösung entsprechen 0,1g Kaliumsulfat; 3 com der Lösung genügen aus 50 cem des bis zum Kochen erhitzten Weines alle normal existirende Schwefelsäure schnell auszufällen. Erfolgt in dem Filtrate auf Zusatz der Baryumchloridlösung keine Trübung, so ist der Wein rein, eine Trübung würde gegypsten oder mit gegypstem Weine versetzten Wein erkennen lassen. Eine 2. Portion, 50 cem des Weines, wird zum Sieden erhitzt und alsdann mit 10cem der Baryumchloridlösung versetzt. Trübt sich das Filtrat auf Zusatz von Baryumchloridlösung, so enthält der Wein mehr als 2g Kaliumsulfat im Liter und ist er ein gegypster Wein. Lei der Prüfung der Weine genügt es also zu erforschen, ob der normale Sehwefelsäuregehalt vorhanden oder ob derselbe überschritten ist. Man halte sich eine Lösung von 2,5g kryst. Baryumchlorid in 97,5g Wasser oder bis zu 100 cem aufgefüllt vorräthig, so dass 1 g oder 1 cem dieser Lösung 0,01g H 2 S0 4 ausfällt. Man setzt zu 100 cem oder g des stark salzsauer gemachten Weines 3cem oder g der Baryumchloridlösung, schüttelt um und filtrirt nach einer Stunde 1 — 2 com ab. Diese versetzt man mit einigen Tropfen verdünnter Schwefelsäure. Werden sie barytfrei angetroffen, so setzt man wieder 1 cem oder g der Barytlösung zu dem Weine, filtrirt nach einer Stunde etc. So erfährt man, ob der Sehwefelsäuregehalt die Grenze tiberschreitet, welche Grenze bei 0,035 Proc. abschliesst. Man kann die Prüfung am besten auf Erkennung des Minimalgehaltes (0,02 Proc.) und dos Maximalgehaltes (0.035 Proc.) einrichten. In den meisten Füllen wird man die Schwefelsäure bis zu 0,06 Proc. antreffen, weil das Schwefeln und Schwefligsäoreznsätee zum Weine nicht zu umgehen sind. Man vergl. auch 8. 12.'! 1 Marty's Angaben. Tranbenpila, Oidiurn Tuckeri. Werden nach .T.Moritz die damit behafteten Trauben bei Zeiten mit Schwefel bestäubt, so wird dieser Pilz getödtet und die 1230 Vinuni. Gegypste Weine. Verbreitung der Krankheit inhibirt (in Folge Bildung von Schwefligsäure). (Landw. Vers.-St. 25, 1—4. März. Geisenheim.) Weine, gegypste. Das Gypsen der Weine wurde schon von den alten Griechen und Römern geübt und ist eine über 2500 Jahre alte praktische Methode, geringe Weine zu guten trinkbaren und haltbaren Weinen zu machen. Dass jedes Uebermaass, man mag es antreffen wo man will, schädlich ist und sein kann, wird Niemand bezweifeln, so auch hier. Uebermässig gegypste Weine sind zu verwerfen. Dieser Ansicht folgend, lässt die Militärverwaltung in Frankreich Weine zu, deren Kaliumsulfatgehalt im Liter 2 g nicht übersteigt. Fi über hatte sie sogar als äusserste Grenze 4g bestimmt. Durch das Gypsen wird nämlich der Weinstein in Kaliumsulfat und Calciumbitartrat umgesetzt. Nur die noch in ihrer Ausbildung begriffene analytische Chemie der Nahrungs- und Genussmittel erkannte einige Male in dem Gypsen der Weine einen Betrug, eine Fälschung; und wurden Weinhändler bestraft, weil sie gegypsten Wein auf Lager hatten. Eine Bestrafung ist wohl dann nur im Rechte, wenn der Verkauf gegypster Weine auch gesetzlich verboten ist. Dazu kommt, dass die massig gegypsten Weine in mancher Beziehung der Gesundheit zuträglicher sind als die nicht gegypsten, denn der häufige Genuss der gegypsten Weine hat nie Steinkrankheit (Lithiasis) zur Folge, wovon man sich überzeugen kann durch das häufige Vorkommen dieser Krankheit in den Rhein - Gegenden und in dem Fehlen dieser Krankheit im südlichen Frankreich, wo fast nur gegypste Weine genossen werden- Dass bei massigem Genuss von 2—3 g Kaliumsulfat im Liter irgend ein Nacli- theil für die Gesundheit entstehen könnte, muss doch bezweifelt werden, yie *' mehr bieten sie den Vortheil, die Leibesöffnung rege zu erhalten. (Hager)- Das Gypsen der Weine bezweckt eine Verhinderung der Nachgährung; Klärung, Conservirung des Weines, Verbesserung des Geschmackes und e ine intensivere Färbung des Rothweines. Um die Naturweine vor Krankheiten zu wahren und sie dauerhafter zu machen, setzen die Weinküfer diesen Weine» 5—25 Proc. gegypsten Wein hinzu. Diese Zumischung bewirkt ein Absetze» der Hefetheile und dadurch wird die Nachgährung verhindert. Diese Methode dürfte wohl eine appetitlichere sein als die Schönung mit Blut, Leim, Gerbsäure» das Zusetzen von Salicylsäure oder andere unappetitliche Heilmethoden. Du 1 ' 6 stark gegypste Weine kommt der französische Weinbauer in die Lage, seine Wein- vorrathe vor einer Menge Krankheiten (z. B. Umschlagen) zu schützen, welcß seine Ernte, ja seinen Wohlstand mit Vernichtung bedrohen. ,. Kaliumsulfat unterstützt die Löslichkeit der Hefetheile und damit ist Nachgährung und mit ihr ein Bitterwerden, Trübewerden und Fadenziehen Weines verhindert. , Das Gypsen der Weine ist nur eine praktische Methode der Weinbehan lung, welche Methode die Weine des südlichen Frankreichs und nördlicn Spaniens zu trink- und haltbaren Weinen macht. Es giebt sogar Liebhabe für diese gegypsten Weine, welche nur diese Weine trinken und sich sehr wo und gesund dabei befinden. Nur bei Mangel an Ueberleguug kann in den massig gegypsten Weinen Betrug und Fälschung erblickt werden. ., In der Schweiz wurde (1882) eine Commission, bestehend aus den Chemikc Nencki, Lichtheim und Lüchsingeb, beauftragt sich über gegypste Weine züglich deren Gesundhoitsschädlichkeit zu äussern. Diese Commission seil J5 folgende Formulirung der gesetzlichen Bestimmung vor: „Die Piatrage darf den Umfang haben, dass dem Weine höchstens 2g Kaliumsulfat im Iiter zug^ führt werden, doch ist Jedermann, welcher Naturwein kauft, berechtigt, W zurückzuweisen, welcher mehr als 0,6g Kaliumsulfat im Litev enthält." Di Vinuui. Weinfarbe. Weinholz. 1231 Begutachtung dürfte Anerkennung finden. In dem Gutachten findet sich auch folgender Passus (Archiv der Ph. 1882, 1. Hälfte, S. 626): „Die Gesund heitsschädlichk ei tgegypster Weine, welche selbst mehr als 2g Kaliumsulfat im Liter enthalten, ist bis jetzt durch zweifellose Thatsachen uicht erwiesen." Dass bei fortgesetztem Gebrauche sehr stark gegypste Weine sich Gesundheitsschädlichkeit herausstellen könne, wie die Commission angiebt, ist wahrscheinlich, und deshalb sollten sie für den Verkauf, aber nicht als Lagerweine, um sie zum Verschneiden anderer Weine zu benutzen, verboten werden. Um Wein weingeistreicher zu machen, wendet man gebrannten Gyps an, welcher dem Weine Wasser entzieht. Durch diese Manipulation kommen nur Spuren Kaliumsulfat in den Wein. Ueber die Prüfung der gegypsten Weine vergl. unter Schwefelsäure S. 1229. Die Asche der gegypsten Weine entwickelt beim Uebergiessen mit verdünnter Salzsäure gewöhnlich einen Geruch nach Schwefelwasserstoff. Nach Mabty (l'Union pharm. XIX S. 168) kann nur ein Wein, der mehr als 0,328 g Schwefelsäurehydrat oder 0,583 g Kaliumsulfat im Liter enthält, als ein gegypster Wein oder als ein mit gegypstem Weine verschnittener Wein angenommen werden. Ansichten über die Zulässigkeit des Gypsens der Weine finden sich ph. Central!). 1881 No. 27 ausgesprochen. Da findet sich auch die Behauptung, dass der Weinsteingehalt ein wesentlicher Umstand des Weincharakters ist, und dieser durch Eintritt von Kaliumsulfat zerstört werde. Die physiologische Wirkung beider Salze in kleinen Gaben ist eine und dieselbe und andererseits kann bei einem Genussmittel doch wohl nur der Geschmack der entscheidende Factor sein. Drittens dienen die stark gegypsten Weine zum Verschneiden und Gesundhalten anderer Weine. Wenn dies nicht zulässig sein darf, dann müsste in gleichem Maasse das Schwefeln, das Zusetzen von Salicylsäure, von Schwefligsäure u. dgl. m. für unzulässig erklärt werden. Was kostet es auch den Chemikern, wenn der Weinbauer und Weinhändler Millionen Liter Wein als verdorben und ungeniess- bar weggiessen muss? Dies würde geschehen, wenn die Ausbesserung und Behandlung der Weine verboten wäre. Weine, verfälschte. Mit dieser Bezeichnung sind diejenigen Weine zu belegen, "Welche als Naturweine Behandlungen erfahren, wodurch der Weincharacter chemisch und physikalisch zerstört ist, oder die Weine, welche mehr denn über 10 Proc. Zusätze erhielten, die den Bestandtheilen des Naturweines entweder fremd oder als gesundheitsschädliche bekannt sind. Gegypste Weine sind nur dann als verfälschte Weine zu erachten, wenn sie als Naturweine abgegeben sind. Die Charakterisirung der verfälschten Weine, wie sie S. 390 und 391, ph. Centralh. 1878, hingestellt ist, kann nur zum Theil als richtig anerkannt werden. Weinfarben wurden von W. Stein 3 Sorten untersucht. Sie hatten Syrnp- consistenz und enthielten zwei davon bis zu 18 vol. proc. Weingeist. Die eine Farbe hatte den Farbstoff der Malvenblüthen {Malva arborea) zur Grundlage, war aber frei von Zucker. Die andere Farbe war eine Fnehsinlösnng Mit Zuckersyrup, die dritte eine Mischung von Zuckercoulcur mit Jodgrün (C^öH^NaOJ,). Letztere muss als eine giftige Farbe aufgefasst werden, denn sie enthält die Bestandteile der Pikrinsäure. BLANUHARD'sche Weinfarbe besteht aus einer Lösung des Grenats (Kalium- isopurpurat) in Melasse. 1 Liter dieser Farbe genügt, um 2 Stückfässer Weisswein in Rothwein zu verwandeln. Weinholss (von Nessle« eingeführt) dient als Conservationsmittel des Weines. Es sind kleine Stäbchen aus weichem trooknem Holze oder Korkstückcheu, welche 1232 Vitium. Freie Weinsäure. mit einer heissen Mischung aus 1 Th. Salicylsäure und 4—5 Th. Paraffin getränkt sind. Diese Hölzchen zu circa zwei Hände voll in das Weinfass geworfen, schwimmen am Niveau des Weines und verhindern ein Kahnigwerden. Diese Methode ist jedenfalls besser als der Zusatz von Salicylsäure. Weinsäure, freie, kommt meist nur in den Weinen vor, zu deren Bereitung unreife oder halbreife Trauben verwendet wurden. Der Gehalt an freier Weinsäure, welcher zwischen 0,005 und 0,05 Proc. schwankt, häufig auch ganz fehlen kann, wird in der Weise bestimmt, dass man 200g des Weines auf ca. 6g eindampft, mit reinem trocknem, mit Salzsäure gereinigtem Kiessande oder gereinigter thierischer Kohle mischt, austrocknet, zerreibt, zuerst mittelst Aethers von der anhängenden Milchsäure und Bernsteinsäure befreit und alsdann mittelst absoluten Weingeistes extrahirt. Der Weingeist enthält die freie Weinsäure. Der Verdampfungsrückstand wird mit 2 g Wasser aufgenommen und nri* 2—5 com einer gesättigten Lösung von Kaliumtartrat in 45-proc. Weingeist vermischt. Diese Mischung muss in einem tarirten Jleagircylinder vorgenommen werden, weil sich etwas des nun auftretenden Weinsteins an die Gefässwandung fest ansetzt. Aus der Menge des sich im Laufe eines Tages abgesetzenden Weinsteines, welcher mit kaltem 45-proc. Weingeist abgewaschen und getrocknet ist, berechnet man die Weinsäure, indem man sein Gewicht mit 0,4 multiplicirt. Geht der Gehalt an freier Weinsäure über 0,05 Proc. hinaus, so kann der Wein z. B. mit vielem gegypstem Weine verschnitten sein oder er hat eine Be- handlung mit Schwefelsäure oder Alaun erfahren. Ein grosser Gehalt an freier Weinsäure macht den Wein jedenfalls verdächtig, in unzulässiger Weise behande' 1 zu sein. Man vergleiche oben S. 1213 über den Weinsäuregehalt. Zum Nachweise der freien Weinsäure dampft Claus den Wein zur Syrup- dicke ein und schüttelt die Weinsäure mittelst Aethers aus, welcher aus de wässrigen Lösung allerdings eine Spur Weinsäure aufnimmt (nicht aber aus ') Acefr. Fig 166. /ParasitUcl i Faden in der rasititehe Faden ans bitterem Weine Fig. 167. v Myooderma Vini. " J ^.%cinnit artr ^ er Fettkrankheit oder beim Faden- t Mycoderma Aceti, abgestorben. e p„Manient e >■ ziehen. k Kaliumbitartrat. / Fäden, Paraan v. r-witennlawen * Kalinmbitartrat. / Fäden, Parasiten Terdorbenem Weine. trocknen Masse, wie oben angegeben ist). Der Aetherauszug-Verdampf«^.^ stand mit Kaliumacetat giebt bei Gegenwart freier Weinsäure s . ^^gänre Weinstein. Ein notorisch reiner Wein gab, wie Claus berichtet, nie ^ ^ g , an Aether ab. Weinsäure ist in Aether absolut unlöslich und nur in so Vitium. Weingeistgehalt. Vertiorb. Weine. 1233 lieh bei Gegenwart von Wasser, als der Aether Wasser löst. Ein Weingeist- oder Wasser enthaltender Aether wird auch stets etwas Weinsäure lösen. Weiiisteingehalt steht zum Theil zum Weingeistgehalt und der Lagerungszeit Aschengehalt. Der Weinsteingehalt schwankt in Beziehung, nicht aber zum zwischen 0,06 und 0,3 Proc. Im rothen Bordeauxweine wurde Kaliumbitartrat gefunden: 0,066—0,197, im weissen Bordeauxweine 0,092—0,153, selten bis 0,29. Weinsaurer Kalk wurde im rothen Bordeauxweine gefunden 0,0074 bis 0,0236 Proc, im weissen Bordeauxweine 0,0077—0,0192 Proc. Weine, verdorbene, werden mikroskopisch erkannt, denn in ihrem Bodensatze oder den obenaufschwimmenden Theilen finden sich verschiedene, der Wein- und Essiggährung angehörende Gebilde, wie Mycoderma Aceti, Mycoderma Tini. Wenn sich die Filamenta parasitica vorfinden, so sind diese der sicherste Beweis eines kranken, besonders eines bitter gewordenen Weines. Sie sind leer oder mit Farbstoff gefüllt, theils verästelt, theils gegliedert. Nebenher fehlen nicht die abgestorbenen Essigbacterien. Kranke Weine enthalten fast immer Milchsäure. Ein Milchsäure enthaltender Wein hat sicher eine Krankheit erlitten. In den meisten Krankheiten verschwindet das Glycerin und vermindert sich der Weinsäuregehalt, und Propionsäure tritt dafür ein. Die organischen Gebilde können durch Gerbsäure gefällt werden. Man vergl. die Figuren auf Seite 1232. Weinarten. Californiaweine wurden in grösserer Zahl untersucht von Mkrkick (The American suchungen: Chemist 1875, Nr. 63, S. 85). Hier einige Resultate der TJnter- spec. Gew. Alkohol "Vol. Extract Asche Riesling Gutedel Muscatel Angelica I Lösliche Unlösliche Aschentheile Alkali 0,9890 0,9906 0,9901 1,0591 Angelica II 0,9835 „ Nach Untersuchung (Pharm. Journ. and Tran. Proc. 12,0 2,05 „ 11,0 1,99 „ 13,0 „ 11,5 » 21,0 der Californischen VIII, Nr. 401, S. 3,88 2,45 13,20 2,40 0,26 0,21 0,24 0,272 0,1 Weine durch 695) z. B. 0,01 0,024 0,03 0,045 0,053 0,04 0,008 0,044 Ivison Macadam 11,78 0,236 0,342 Säure 0,419 0,363 Zucker 1,623 8,146 Sherry 0,9932 Proc. 14,6 Portwein 1,0229 „ 15,99 Weine Steiermarks und der angrenzenden Theile Ungarns untersuchte M. Buchner. Er fand 6—9 Gew. Proc. Weingeist; 1,2—2,5 Proc. Extract; 0,6—0,8 Proc. Säure und 0,11—0,18 Proc. Asche. Sanitiits- und Arzneiweine Bukk's (Stuttgart) sind nach den von Hager und anderen Pharmaceuten ausgeführten Untersuchungen von vorzüglicher Qualität. Es sucht der Genannte den Apothekern bezüglich der Arzneistoflfe möglichst gehaltreiche Weine zu liefern (pharm. Centralh. 1878, S. 443). Gefrierpunkt der Weine. Derselbe hängt vom Weingeistgehalte ab. J. Mo- Ritz fand (Weinbau VIII, S. 47) folgende Gefrierpunkte: Weingeistgeh. Gefrierpunkt Weingeistgeh. Gefrierpunkt Weingeistgeh. Gefrierpunkt 7,8 Proc. — 3,3 ° 9,3 8,6 „ — 3,7» 9,9 9,1 n — 4,0» 10,0 9,2 „ — 4,1» 10,1 Proc. — 3,75 ( -4,1» -1,1° — 4,1» 10,6 Proc. — 4,9» 12,2 „ — 5,7» 12,5 „ — 5,9» 13,0 „ — 7,0» Hager, Pharm. Praxis. Suppl, 78 1234 Vinum. Schaumweinbereitung. — Viola. Untersuchung der Rothweine von A. Gawalovski: pharm. Centralh. 1879, Nr. 11. Ueber den Farbstoff der Rothweine und deren künstliche Färbung hat Ad. Andree (Münder a/D.) eine interessante Arbeit geliefert: Archiv der Pharm. 1880, 1. Hälfte S. 90 u. f. Ueber das optische Verhalten der Weine und der gallisirten Weine von Neubauer: Ztschr. f. anal. Ch. XVII, S. 321. Werthvolle Mittheilungen über Extractbestimmung, das optische Verhalten, Chlorbestimmung, freie Weinsäure, Citronensäurebestimmung von Nessler und Barth finden sich in der Zeitschr. f. analyt. Chem. XXI, S. 43—63. Untersuchungen der Weine sind besprochen ph. Centralh. 1876, S. 98. Die Veränderungen des Weines im Verlaufe langer und vieljähriger Aufbewahrung bespricht Berthelot: chem. Centralbl. 1879, Nr. 22; pharm. Centralh. 1879, S. 316. Schaumweinbereitnng, eine angeblich neue Methode, von E. Gressler (Halle) eingeführt, beruht unter Anwendung besonderer Vorrichtungen auf den Zusatz von Natriumbicarbonat zu dem Gemisch aus Wein und Kaliumbitartrat. Auf 10 Th. reinen Weinsteines genügen 4,4 Th. Natriumbicarbonat. Ph. Centralh. 1880, S. 216. Die Bereitung von Schaumwein ist von R. Hennig in der Chemiker Ztg. 1877 und pharm. Centralh. 1878 Nr. 1 in einer sehr praktischen Weise beschrieben. Die Schaumweine bester Qualität fand er bestehend durchschnittlich in Proc. aus 0,6 freier Säuro, 8,5 Weingeist, 8,5 Zucker, 0,8—1,0 Gly- cerin, 12,5 extractiver Materie, organischen Salzen. Weinanalyse. Ph. Centralh. 1882, Nr. 19 bis 22 liefert eine vortreffliche Arbeit des Dr. Ew. Geissler. Weinbereitung, neue Methode. Reihlen's neues Verfahren der Weinbereitung (D. Reichs-Patent 10945) weicht in sofern von der bisher übliche 11 ab, als der Most mit sammt den Trabern 15—20 Minuten gekocht wird, * 0 ' durch Farbstoffe und Arome in den Most in grösster Menge tibergehen (Rundschau f. d. Interess. der Pharm. 1882, S. 21). WeinklÜrmittel sind Hausenblase, Eiweisspulver, Gelatine, Aprert's Pulverine, Krystallschöne, Ciaritas, Jullien's Weinklärpulver, Caolin, Tannin, Natriumsulfit (Industriebl. 1881, S. 29). Poudre Verrier, ein in Frankreich im Handel vorkommendes Woin-Klärmittel, ist nach Neubauer's Befunde eingetrocknetes und zerriebenes Blut von Schlachtvieh. Haarherstellungspräparate, Siggelkow's bestehen aus 1) einer Pomade- Adipis suilli 30,0; Olei Cocois 10,0; Tinct. Catechu 2,0; Bals. Peruv. 1,0; Acetiig«. 10. — 2) Balsam I, Gemisch aus 200g Rothwein und 10g Acet. aromatio. — f) ". sl . . samll, Lösung von 2g Carbolsiiure in 100g Wasser. (Preis 30 Mk.) (Krause, Analyt- Lebensessenz, Conuory's. Diese angeblich vom Dr. med. V. Condory erfundene Essenz ist eine Flasche Weisswein, gemischt mit Zimmtpulver. (21 M» 1 "'' (Ew. Geissler, Analyt.) Viola. Syrupus Violae (caeruleus). Zur Darstellung dieses Syrups giebt BEI * N13E f e) . (pharm. Centralh. 1881, S. 144) eine empfehlenswcvthe Anweisung. 1°°S frischen, von den Kelchen befreiten Blumenblätter der Viola odorata w&^ in einem messingenen oder steinernen Mörser zerquetscht, nach und nac 50g 90-proc. Weingeist versetzt, das Gemisch in einem Porcellangefass oi 8 Stunden beiseite gestellt und dann ausgepresst. Der Pressrückstand wird no Viola. — Viscum. 1235 mit soviel Wasser nackgewaschen, dass die Colatur 100 g beträgt. Diese Colatur wird flltrirt und in völlig gefüllten, mit paraffinirten Korken dieht geschlossenen Flaschen (als Extractum ad syrupum Violae) aufbewahrt. 1 Th. dieser Colatur mit 9 Th. eines consistenten Syrupus Sacchari gemischt liefert ex tempore einen vortrefflichen und haltbaren Syrupus Violae. Flores Violae odoratae. Die frischen entkelchten Blüthen können in Form einer Conserve lange Zeit gehalten werden. 100 Th. dieser Blüthen werden in einem steinernen Mörser zerquetscht und dann mit 300 Th. grobgepulvertem Raffinade-Zucker, 60 Th. absolutem Weingeist und 40 Th. reinem Glycerin gemischt und an einem schattigen Orte in dicht geschlossenem Ge- fäss aufbewahrt. 5 Th. dieser Conserve entsprechen einem Th, der frischen Blüthen. Herba Violae fticoloris (Handb. II, 8. 1267). Von Mandelin wurde in diesem Kraute Salicylsäure aufgefunden, auch ein eigentümlicher gelber Farbstoff, ferner eine auffallende Menge Magnesiumtartrat (in der bei Dorpat gewachsenen Pflanze). Die wildwachsende Pflanze enthält mehr Salicylsäure als die in Gärten gezogene. Es scheint in dieser und einigen anderen Viola-Arten ein glykosidischer Körper vertreten zu sein, von welchem beim Kochen in verdünnter Salzsäure Salicylsäure abspaltet. (Archiv der Pharm. 1882, 1. Hälfte, S. 378.) Viscum. Beim Aufkochen des Viscum album mit Salpetersäure versetztem Wasser sonderte B. Pavlevsky eine in monoklinischen Nadeln krystallisirende, schwer in Wasser lösliche, in Weingeist und Aether unlösliche, zwischen 101 und 103 ° schmelzende, in der Zusammensetzung der Formel (CH 3 0 ;j )xHO entsprechende Säure ab, welche mit Ca, Ba, Pb und Ag wohl charakterisirte Salze lieferte (ehem. Centralbl. 1880, S. 707). Von 0. Hesse wurde aus Calycium chrysoeephalum , einer auf Eichen, Birken, Kiefern vegetirenden gelben Flechte, durch kochendes Ligro'in eine gelbe krystallisirende Substanz ausgezogen, welche den Namen Calycin erhalten hat. (Bericht d. d. ehem. Ges. XIII, S. 1816). Nach einem Berichte des Dr. Long zu Louisville (Nord-Amerika) soll Viscum album dieselbe Wirkung haben wie Mutterkorn, Wehen bewirken und Mutterblutungen noch kräftiger hemmen. Nach Angaben Ckossier's soll dieses Viscum eine andere Loranthacee, Pharodendron flacescens Nuttal, sein, welche in Nord-Amerika in Stelle des Viscum album im Gebrauch ist. Viscum viride, grüner Vogelleim. Die reifen Mispelbeeren werden zerquetscht und mit Wasser zu einem dünnen Breie angerührt, von den Kernen mittelst eines Siebes befreit und die Flüssigkeit zu gehöriger Consistens eingedampft. Vogel leim zu conserviren, soll man denselben nach Gawalovski s Angabe mit Wasser bedeckt halten, welches >/ 2 Proc. Schwefelsäure enthält. In der Farbe verdorbener Vogelleim soll mit einer Lösung von lg Kaliumdichromat, 2g Schwefelsäure und 100g Wasser gehörig durchknetet und damit macerirt werden. (Rundschau f. d. Interess. der Pharm, etc. 1881, S. 764). Vogelleimersatz ist eine in der Wärme hergestellte Mischung aus je 10 Th. Leim und Wasser, versetzt mit 1—2 Th. Zinkchlorid. --------------- 78* 1236 Volumetrie». Stathmetometrica. Volumetrica. Stathmetometrica. Die alkaliiuetrisehen Indicatoren hat Dünn (pharm. Journ. and Transact. VIII, Nr. 417, S. 1030) auf ihren Werth geprüft: Lackmus, Aurin, Pbenolphtalei'n, Fluorescin, Cochenille, Haematoxylin, Alizarin, Ferrisalicylat, Kaliumsulfindigonat, alkalische Berlinerblau-Lösung. Letztere ist werthlos, weil sie sich bei jeder Wiederherstellung der sauren Reaction weniger empfindlich zeigt. — Gleich empfindlich erwiesen sich Aurin, Ilämatoxylin, Campecheholz, Cochenille, weniger empfindlich Phenolphtaleiin und Fluorescin, noch weniger Alizarin und Lackmus. In der Siedhitze blieb die Empfindlichkeit dieselbe bei Aurin und Ilämatoxylin, gering bei Phenolphtale'in, so dass die Endreaction schwer zu bestimmen war, sehr verringert war die Empfindlichkeit des Fluorescins, der Cochenille und des Alizarins. Campecheholz war unbrauchbar. Dünn giebt dem Aurin den ersten Platz. Ausführlicheres in Zeitschr. d. österr. Ap.-Ver. 1878, 8. 459, 460. Apfelsinenschalentinctnr, bereitet aus frischen zerschnittenen Schalen mit wenig absolutem Weingeist eingedampft, mit Aether vom Oele befreit etc., hält Bornträger für einen guten Indicator, welcher sich in Wasser farblos löst und von Alkali citronengelb gefärbt wird, bei Gegenwart von freiem Amnion aber unbrauchbar ist (Ztschr. f. anal. Ch. XVII, S. 459). Campechebolzpigment ein Indicator. 10 Th. Campecheholz werden mit 200 Th. 10-proc. Weingeist digerirt und schnell filtrirt. Säuren färben gelb, Alkalien blau violett ohne Zwischennüancen. Carminliisnng, alkalische, Carmin in Natronlauge gelöst, als Ersatz der Indigolösung, wo diese als Indicator in Anwendung kommt, empfiehlt C. Arnold {Rep. d. analyt. Chem. 1882, S. 41) in einer Concentration, dass leem derselben der zu titrirenden Lösung zugesetzt durch einen kleinen Tropfen Hypobromit- lösung entfärbt wird. Fiavescin, ein neuer, fast farbloser Indicator, welcher bereits S. 1030 u- 1031 Erwähnung fand, wird in weingeistiger Lösung einer alkalischen Flüssigkeit zugesetzt diese rein gelb tingiren. Kohlensäure wirkt, sobald sie Bicarbonat erzeugt, entfärbend. Die Gelbfärbung und Entfärbung geht in weingeistigen Lösungen schneller vor sich, als in wässrigen. Wie die Kohlensäure wirken auch andere Säuren entfärbend, selbst die Fett- und Harzsäuern, während alkalische Substanzen das Gelb restituiren. (Zeitschr. f. anal. Chem. XIX, S. 45« bis 467. Ph. Centralh. 1880, S. 415, 438, 439 enthält ausführliche Mittheilungen. Archiv der Ph. 1881, 1. Hälfte, S. 213 und 214.) Kaliumdicliromat"als Titrirsubstanz für Alkalien ist von M. Richter (R e P- d. analyt. Chem. 1882, S. 138, 139) empfohlen, nach der Formel K 2 Cr 2 0 7 + K 2 0 = 2K 2 CrO ( . Das Dichromat wird in Wasser gelöst und mit nur sehr wenig Phenolphtale'in versetzt. Grosse Mengen des letzteren verlangsamen die Endreaction. Die Dichromatlösung muss mit Schwefelsäure und die Kalilauge mit Phenolphtale'in eingestellt werden, weil Lackmus weniger empfindlich ist. Bein i "" tritt des Kalis in die Lösung des Dichromats geht zunächst die gelbrothe Farbe desselben in die gelbe des Kaliummonochromats über und bei jedem Tropica des Kalis tritt an der Einfallsstelle eine Rothfärbung auf, welche beim Schüttein schwindet. Am Schlüsse der Reaction^bleibt die rothe Farbe einigemale lang m bestehen. Mit einer schwach gelbrothen Färbung soll man aufhören und * ^ Vergleich eine Lösung des Monochromats von gleicher Concentration heranzie (lg K 2 Cr0 4 in 150—200g Wasser). Der Uebergang aus der sattgelben in a rothgelbe Farbe ist sehr scharf. Volumetrie». Statlmietometriea. 1237 Richter empfiehlt das Kaliumdichromat als Titersubstanz für die Aetzalkalien und Amnion, wobei Monoehromate resultiren (Zeitschr. f. anal. Cliem. XXI, S. 204—208). Methyl orange, Helianthin, Trop'äolin D., Porrier's Orange 1fr. 3 wurde als Indicator in der Alkalimetric von G. Lunge (Rep. d. anal. Ch. 1882, S. 29) empfohlen. Dasselbe ist ein Sulfobenzazodimcthylamin und von Lunge mit dem kürzeren Namen: Methylorange belegt. Dieses Pigment ist in alkalischer Lösung gelb, in saurer Lösung roth, nur gegen C0 2 und H 2 S, auch gegen Essigsäure verhält es sich indifferent, daher bei Titration der Roh-Soda passend verwendbar. Man wendet es in verdünnter wässriger Lösung und bei gewöhnlicher Temperatur an, denn in der Wärme ist die Reaction undeutlich. Bezugsquelle: Firma T. Schuchardt in Görlitz. Nitrophenylsitnre (Ortho-Nitrophenol, C 6 H 4 N0 2 . OH), dargestellt durch Macera- tion des Phenols mit 30-proc. Salpetersäure, giebt mit 10000 Th. Wasser eine farblose Lösung, welche auf Zusatz einer Spur Alkali eine gelbe Farbo annimmt. Langbeck empfiehlt sie daher als Indicator bei Prüfung farbloser oder doch nur schwachfarbiger Flüssigkeiten. (Chem. Ztg. 1881, S. 289.) Um die temporäre Härte eines Brunnenwassers zu prüfen, löst man 1 Th. Nitrophenylsäure in 5000 Th. Wasser und stellt andererseits Hundertstelnormallösungen von Kali und Essigsäure her. In zwei Gläser giesst man je 100 cem destillirtes und in ein drittes 100 cem des zu untersuchenden Wassers und setzt jedem 5ccm der Nitrophenyl- säurelösung hinzu. Das destillirte Wasser bleibt fast farblos, während Brunnenwasser eine schwächere oder stärkere gelbe Farbe je nach der Härte annimmt. Nun lässt man die Kalilösung zu einer Probe von destill. Wasser tropfen, bis die Farbe dieselbe Nuance zeigt, wie die des Brunnenwassers. Jedes verbrauchte cem ist gleich 0,00028 g Calciumoxyd. Zur Controlirung des Resultates fügt man nun dem gefärbten Brunnenwasser von der Essigsäurelösung hinzu. Ist die Ti- trirung des destillirten Wassers genau ausgeführt, so wird das Brunnenwasser nahezu farblos sein, wenn ebensoviel cem Säurelösung zugesetzt sind, als beim dest. Wasser Kalilösung nöthig war, um dieselbe Farbennüance zu erreichen. Phenacctolin, ein noch wenig versuchter Indicator, dargestellt durch Erhitzen eines Gemisches gleicher Mol. Phenol, Essigsäureanhydrid und conc. Schwefelsaure in einem Kolben mit Rückflusskühler und schliessliches Eindampfen zur Trockne, wobei das Pigment als braune Substanz zurückbleibt. Es löst sich in Aetzalkalien mit blassgelbor Farbe und geht mit Carbonaten, besonders den Car- bonaten der Erden sattrothe Verbindungen ein. Näheres in Zeitschr. d. Ver. f. Rüb.-Z.-Iud. 1881, S. 357 u. ff., im Auszuge: chem. Centralbl. 1881, S. 411. Dieses von DEGENER als Indicator empfohlene Pigment löst sich in Weingeist mit grüner Farbe. Versetzt man ein Gemisch von Baryumhydroxyd mit Baryum- carbonat mit einigen Tropfen der Phenacetolinlösung und fügt allmählich verdünnte Säure zu, so wird die Farbe immer intensiver roth, bis das Aetzbaryt gesättigt ist und die Säure das Baryumcarbonat anzugreifen beginnt. Ein weiterer Zusatz der Säure, bringt dann die Farbe momentan zum Verschwinden. Wird käufliche kaustische Soda nach dieser Methode titrirt, so werden zu der Lösung derselben, welche stets neben Natriumhydroxyd etwas Natriumcarbonat enthält, einige Tropfen Phenacetolinlösung bis zur kaum merklichen Gelbfärbung zugesetzt. Wenn man nun Normalsäure zufliesseu lässt, so schlägt die Farbe, sobald alles Aetznatron gesättigt ist, deutlich in schwach Rosa um. Die nächsten Säure- Tropfen machen das Roth stärker. Das an der Einlaufsstelle eintretende Gelbwerden lässt man unberücksichtigt, so lange die Flüssigkeit beim Schütteln sofort rosa und dann wieder fast farblos wird. Wenn sie dauernd schwach rosa bleibt, 1238 Volumetrien. Stathmetometrica. ist alles Natriumhydroxyd gesättigt und Natriumcarbonat ist unberührt. Man setzt nun mehr Säure zu, wobei die Farbe erst stark roth und gegen das Ende zu gelbroth wird. Im Augenblicke, wo das Carbonat gesättigt ist, geht das Roth plötzlich und scharf in Goldgelb über. Man erfährt somit bei der bleibenden Rothfärbung die Menge des Aetznatrons, durch die Zerstörung der Rothfärbung die Menge des vorhandenen Carbonats. Phenolo-Phtaleinnm, Phenolphtale'in (C 20 H 14 O 4 ), eine hellgelbe, bei 250° schmelzende, in Kalilauge mit fuchsinrother Farbe lösliche, wie das Phenacetolin aus gleichen Mol. Phenol, Phtalsäureanhydrid und conc. Schwefelsäure unter Erhitzen hergestellte Verbindung, welche mit Aetzkali zusammengeschmolzen in Dioxybenzophenon und Benzoesäure übergeht. E. Luck hat dieses Phenolphtale'in als einen Indicator zum Titriren der Alkalien und Säuren erkannt. (Zeitschr. f. analyt. Chem. XVI, 1877, S. 332 u. ff.) Dieser Indicator ist in Wasser und in angesäuertem Wasser farblos löslich, geht aber bei Ueberschuss von Aetzalkali in Dunkel-Purpurroth über. Luck löst 1 Tb.. Phenolphtalem in 30 Th. 90-proc. Weingeist und setzt davon zu 100 cem der zu titrirenden Flüssigkeit 1—2 Tropfen. Gewöhnlich löst man 1 Th. des Phenolphtaleins in 100 Th. verdünntem Weingeist, welche Lösung die Ph. Germ. II als Solutio Phenolphtaleini in die Reactivreihe aufgenommen hat. Der Farbenübergang ist ein scharfer, kaum ein nüancirter und die geringste Menge Alkali oder Säure erzeugt ein deutliches Roth oder Farblosigkeit. K. Tümsky beurtheilt dieses Reagens als einen der Lackmuslösung nachstehenden Indicator und hält das Phenolphtalei'npapier für ganz unbrauchbar, weil die Reaetion in Aetzammondämpfen und verdünnten Alkalicarbonatlösungen ausbleibe (chem. Centralbl. 1881, S. 26). Balling erkannte diese Umstände von der richtigen Seite und stellt bei der volumetrischen Bestimmung vieler Metalle bei Anwendung von Alkalicarbonatlösungen als Titrirflüssigkeit die Forderung, dass die zu prüfende Flüssigkeit neutral sein müsse und Ammoniaksalze und Salz 6 alkalischer Erden nicht gegenwärtig sein dürfen, weil erstere den Eintritt der Endreaction beeinträchtigen und das Verbrauchsquantum an Reactiv vermehren, sie auch mit Metallsalzen in Verbindung treten und in Lösung verbleiben. D a Bleicarbonat in Ammoniaksalzen etwas löslich ist, so müssen auch diese Salze fern bleiben, wenn es sich |um die Bestimmung des Bleies handelt. BalliN g giebt in der Chem. Ztg. 1881, Nr. 23 eine ausführliche Anweisung über die Verwendung des Phenolphtaleins als Indicator. Man soll die neutrale auf Metallgehalt zu prüfende Flüssigkeit auf 200—250 cem mit einem Metallgehalt von 0,2—0,3g verdünnen, zum Kochen erhitzen, einige Tropfen der Indicatorlösung hinzusetzen und die Titrirflüssigkeit zufliessen lassen, bis die über dem Niederschlage sich klärende Flüssigkeit eine dauernde blassrothe Farbe zeigt etc. Wie Vielhabeu (im Archiv d. Ph. 1878, 2. Hälfte, S. 410) bemerkt, ist Phenolphtale'in nur da anwendbar, wo Bicarbonate nicht in Frage kommen, denn gegen diese ist es unempfindlich. Bei Reactionen auf und mit Carbonateu ist es also nicht verwendbar. Man vergl. auch S. 1244. Reagenspapier, sehr empfindliches, mit Lackmus hergestellt. Zur vjü- stellung desselben giebt Pellet (Sucrerie Beige X, Nr. 2, chem. Centralbl. 1»» j» 8. 232) folgende Anweisung: Eine klare wässrige Lackmuslösung wird Schwefelsäure so neutralisirt, dass sie weinroth erscheint und ein damit aut w sem Porcellan gemachter Strich eingetrocknet weder zwiebelroth noch blau, s dem weinroth erscheint, was durch Zusatz sowohl von der Lackmuslösung von Schwefelsäure zu erreichen ist. Mittelst eines Pinsels wird die ^JPJjjLjj» auf geleimtes, weder saures noch alkalisches Papier aufgetragen. Zur rr Volumetrica. Stathmetometrica. 1239 auf Alkalinität oder Säure wird von der zu prüfenden Flüssigkeit ein Tröpfchen auf das trockne Reagenspapier gesetzt. Im ersteren Falle würde der betupfte Fleck blau, im anderen zwiebelroth werden. Tropacoline. Hierunter versteht man eine Reihe gelber und orangerother Pigmente, welche der Einschiebung von Sulfogruppen in die Amidoazokörper und Oxyazokörper ihr Entstehen verdanken und in der Färberei viel Anwendung finden. Im Handel unterscheidet man sie nach den Nuancen durch Buchstaben Y (yellow) und 0 (orange). Tropäolin 00 ist das Natriumsalz der Phenyl- amidoazobenzolsulfosäure (NaSO., . C 6 H 4 . N), durch Einwirkung von Diazobenzol- sulfosäure-Natrium auf Diphenylamin dargestellt. Tropäolin 00. Dieses von 0. Witt zuerst hergestellte Pigment empfiehlt W. v. Milleb (Ber. d. d. ehem. Ges. XI, 1878, S. 460) als Indicator in der Alkalimetrie. Es ist das im Handel mit 00 sortirte Tropäolin, welches mit Säuren und auch Oxalsäure aus Gelb in Carmoisinroth übergeht und durch saure Salze, ferner durch Kohlensäure und Bicarbonate keine Veränderung erleidet. Hierin liegt sein Vorzug vor dem Lackmus, indem man statt der Natronlösung in der Alkalimetrie eine Normallösung von Natriumcarbonat anwenden kann. Ferner wird die gelbe Färbung des Tropäolins nur durch freie Säuren, nicht durch Metallsalzlösungen in Roth übergeführt, so dass man geringe Mengen beigemischter freier Säure dadurch zu erkennen vermag. Die gelbe Farbe wird durch Schwefelwasserstoff ebenfalls nicht verändert. Der zu titrirenden Alkali- Flüssigkeit, circa 50ccm, setzt man 2ccm einer 0,05—0,1-proc. wässrigen Tro- päolinlösung hinzu und lässt dann die Normalsäure zufliessen, bis die gelbe Farbe plötzlich in gelbroth übergeht. Wärme darf nicht angewendet werden. Dieser Farbenwechsel ist ziemlich scharf begrenzt, denn ein weiterer Tropfen Normal- Säure verwandelt das Gelbroth schon in reines Roth. Tropäolin 000, Witte's, eignet sich nach Conradin zum Nachweise freien und an Kohlensäure gebundeneu Alkalis, es wird aber in saurer Lösung gelb und in alkalischer Lösung roth. Tropäolin-Piipicr, mit Tropäolinlösung getränktes und dann getrocknetes weisses Papier. Es soll nicht so scharf die Reaction einer Flüssigkeit erkennen lassen, wie Lackmuspapier. Miüen zur Alkalimetrie. L. Siebold befolgt eine Methode, welche sich auf Liebig's Verfahren zur Bestimmung der Cyanwasserstoffsäure mittelst Silbernitrats gründet. Verdünnte Lösungen der Alkalien oder Alkalicarbonate werden mit überschüssiger Blausäure versetzt und dann mit Normal-Silbernitratlösuug bis zum Eintritt einer bleibenden Opalescenz titrirt. Die Reaction erfolgt nach der Gleichung: K 2 C0 3 + 2HCN + AgN0 3 = KAgCN + KNO :) + C0 2 . (Berichte d. d. ehem. Ges. 1878, S. 1834.) Als Titersubstanz für Normal-Alkali empfiehlt IL Bokntbägeb den reinen Weinstein, erhalten durch Fällung aus conc. Kaliumaoetetlösung mittelst concentrirtcr Weinsäurelösung, Auswaschen mit verdünntem Weingeist etc. 188,13 g entsprechen 1000 cem Normal-Alkalilösung. Von StohmanN wird für denselben Zweck das Kaliumtetraoxalat empfohlen (Chem. Zig- 1881, S. 519). Titrir-Lösung zur Bestimmung von Oxyden, welche leicht Sauerstoff abgeben. Von Tkkkeil wird zu diesem Zwecke eine Ferrosulfatlösung vorgeschlagen, deren Titer mittelst Kaliumhypermanganats bestimmt wird. Es sollen 100g Ferrosulfat in Wasser gelöst, dann mit 200g conc. Schwefelsäure versetzt und mit Wasser zu 1 Liter aufgefüllt weiden. Der zu untersuchende Körper soll sehr fein zertheilt sein. Man bringt davon 2 — 3 Decig. in eine Abdampf- 1240 Volumetrica. Stathmetometrica. — Xanthium. schale, welche 30, 40 bis 50com der Ferrosulfatlösung enthält, erwärmt unter Umrühren, verdünnt mit Wasser und bestimmt den verbliebenen Ferrogehalt. Die Differenz ergiebt die Menge des desoxydirten Stoffes. 1 Th. Ferrioxyd (Fe 2 0 3 ) entspricht 0,5994 Th. Mg0 2 ; 1,5114 Ba0 2 ; 0,3035 HO; 2,1350 Pb0 2 ; 1,0535 Co oder Ni; 0,3165 Cl der Hypochlorite. Treten Blei oder Baryt in der Probe auf, so ist ein Salzsäurezusatz erforderlich. Unlösliche Substanzen aus der Probe zu entfernen, ist nicht immer nothwendig. (Archiv d. Pharm. 1881, 2. Hälfte, S. 148, 149.) Die alkalimctrisclie Bestimmung der Sulfate wird nach J. Grossmann (Che.m News XLI, S. 114—116) in der Weise ausgeführt, dass man das Sulfat mit überschüssiger, aber bestimmter Menge Baryumhydroxd vermischt, auf ein begrenztes Volumen bringt, schüttelt und absetzen lässt. Von der klaren Lösung wird die Hälfte gesondert, mit Kohlensäure behandelt, auf ein bestimmtes Volumen gebracht, nach dem Absetzen des Baryumcarbonats die Hälfte des Volumens mit Normalschwefelsäure titrirt. Den Vorgang erklären folgende Formeln: Na 2 SOi + (x+l)Ba0 2 H 2 = 2NaOH + xBa0 2 H 2 + BaSO«; ferner xBa0 2 H, + 2NaOH + xC0 2 = 2NaOH + BaC0 3 + xH 2 0. Das Natriumhydroxyd, NaOH, entspricht also H 2 S0 4 oder Na 2 S0 4 . Ein neues volumetrisches Verfahren, Sulfate im Wasser zu bestimmen, mich Aug. Houzeau (Rep. d. Ph. 1878 Nr. 11). Dieses gekürzte Verfahren lässt sich auch für andere Reagentien einrichten. Zur Bestimmung der Sulfate erfordert es: 1. die Anwendung eines Tropfenzählers oder des Graviolume- ters, in Stelle der graduirten Bürette, — 2. eine Bestimmung der Zeit der vollendeten chemischen Reaction, — 3. dazu noch die Substitution des theoretischen Aequivalcnts durch ein empirisches in dem relativen Verhalten zwischen Präcipitat und präeipitirendem Körper. — Die Methode bietet den Vortheil» nur lOccm Wasser zur Prüfung zu verwenden. — lOccm des Wassers werde» in einen (12 cm langen, 1,8 cm weiten) Reagircylinder gegeben und mit 1 Tropfe 11 Essigsäure sauer gemacht. Hierauf giebt man aus dem Tropfenzähler mit g e " fettetem Schnabel (welcher in 25 Tropfen einen cem ausgiebt) 2, 4, 6, 8 oder 10 Tropfen einer titrirten Baryumchloridlösung, welche im Liter 30,5 g BaClj 2II 2 0 enthält, hinzu. Hat sich nach Verlauf von 3 Minuten eine Trübung S e ~ bildet, filtrirt man durch ein genässtes einfaches oder doppeltes Filter, welches ungefähr 12ccm fasst. Das Filtrat, in einem Reagircylinder aufgefangen, ver " setzt man wiederum mit einem oder mehreren Tropfen der Baryumsalzlösung» wartet 3 Minuten und giesst, wenn eine Trübung eingetreten ist, durch dassel» 6 Filter. In dieser Weise fährt man fort, bis das Filtrat aufhört, mit dem R ea ' gens nach Verlauf von 3 Minuten eine Trübung zu geben. Im Verlaufe vo 30 Minuten könne man zwei solcher Analysen ausführen, auch lasse sich diese Methode auf die Bestimmung der Kalkerde und anderer Metalloxyde anwenden. Xanthium. I. Xanthium spinosum Linn., eine als Unkraut wuchernde, im wärmeren Russland und in Deutschland, sowie in Gegenden dos südlichen Europas einheimische Senecioidee, dem Tribus der Melampodincen angehörend. Folia Xanthii spinosi sind von Kostoff und Gkzymala als Pr0 P^QQ ticum gegen Hydrophobie empfohlen worden, sowohl innerlich zu 50,0 — 1 ; pro die, als auch äusserlich im Aufguss auf die Bisswunde. Von anderer oe erklärte man dieses Medicament für unwirksam, es hat also das Schicksal a Xanthium spinös. Xantb. strumar. 1241 der Arzneien erfahren, welche von je her als antihydrophobische Mittel empfohlen wurden. Die von Gkzymala seit 20 Jahren gemachten Beobachtungen und Versuche bei Menschen und Thieren, welche von tollen Hunden und Wölfen gebissen waren, ergaben immer gute Heilerfolge. Die Dosis für Erwachsene normirte er auf 0,6g täglich 3mal in Pulverform, für Kinder auf 0,3g, drei Wochen hindurch. Thieren wurde entsprechend dem Körpergewichte eine verhältnissmässiga grössere Gabe verabreicht. Dass dieses Kraut ein schweisstreibendes, etwas diuretisch - wirkendes und die Speichelabsonderung vermehrendes Mittel ist, dass es die Körpertemperatur und die Digestion erhöht, selbst Nausea bewirkt, ist längst bekannt. Yvon fand in dem lufttrocknen Kraute in Proc. Feuchtigkeit 11,83; Stärkemehl 10,63; Glykose 0,81; in Aether lösliches Harz 2,04; organ. Säuren, Lignin 63,04; in der Asche Ferrioxyd 0,14; Thonerde 0,42; Kalkerde 2,45; Magnesia 2,44; Kali 0,15; Schwefelsäure 0,50; Phosphorsäure 0,89; Salzsäure 0,52; Kieselsäure 1,02. Alkaloidisches vermochte Yvon nicht abzuscheiden. (Jahresber. über die Fortschr. der Pharm. XI, 1876 S. 119; Archiv der Pharm. 1877, 2. Hälfte, S. 569). Dass dieses Kraut kein ganz unschuldiges Mittel ist, kann man aus einer Vergiftung damit entnehmen, von welcher Bancroft Erwähnung macht, durch welche eine ganze Viehheerde zu Brisbane in Mitleidenschaft gezogen wurde (Arch. d. Ph. 1880, 2. Hälfte S. 223). Die Analyse der Asche beschreibt Go- DEFFBOY (Wien) im Archiv d. Ph. 1877, 1. Hälfte S. 297 U. ff. II. Xanth'um sfrumarium, Spitzklette, Kropfklette, in Deutschland und im ganzen mittleren Europa eiuheimisch, auf Schutthaufen und an Wegrändern wachsend. Semen Xanthii (struinarii), Semen Lappae minoris. Die Samen der genannten Pflanze dienten in Russland als Nahrungsmittel Und zum Auspressen des fetten Oeles. A. Zander (Dorpat) berichtet darüber, dass sowohl der Samen wie das Oel genossen Ver- giftungserscheinungen zur Folge gehabt haben, dennoch habe er nach dem Einnehmen von Fig , cs x,n,m,>„, ttrumarium. Biüthen- 1,5 g des Pulvers keine nachtheiligen Wirk- itr»u«, Btttke uni Frucit. nagen verspürt. Die Analyse ergab in Proc. 5,44 Feuchtigkeit; 38,6 Fett; 2,4 Harz; 3,3 Saccharose, 36,6 Eiweiss etc. 1,27 Xanthostrumarin und organ. Säure; 1,56 Extractivstoff; Cellulose 1,52. Xantho strumar in ist ein Glykosid, amorph, hellgelb, stickstofffrei, löslich in Wasser, Weingeist, Aether, Amylalkohol, Chloroform, Benzol. Es wird durch Gerbsäure oder Gelatine nicht gefällt und giebt mit Ferrichlorid einen dunkelgrünen, mit Cupriacetat einen grünblauen, mit Bleiacetat (-inen citronen- gelben, mit Platinichlorid einen rothgelben, mit Aurichlorid einen braunen, mit Morcurichlorid einen blass schmutzigfarbigen, mit Kaliummeivurijodid einen bräunlich gelben, mit Phosphorwolframsäure einen schmutzig farbigen, mit Pikrinsäure einen gelben, mit Zinkacetat einen citrouengelben Niederschlag. Zucker mit Schwefelsäure färben violettroth; mit Ferrichlorid und Schwefelsäure gelb, später carminroth. (Arch. d. Ph. 1881, .'?. Hälfte S. 398.) 1242 Xanthium. — Zedoaria. — Zincum. Zinkstaub. Alle Theile des X. strumarium sollen Jod enthalten und soll der frisch aus der Pflanze gepresste Saft gegen Skrofeln, Kropf, Flechten, Geschwülste, Krebs, die Samen und Wurzel gegen Ruhren und Blasenleiden heilsam wirken (Rosenthal's Synopsis). Xanthin hat mit dem Xanthium nichts zu thun, denn damit bezeichnete man einen in manchen Harnsteinen, auch im Guano vorkommenden Stofi (C 5 H 4 N 4 0 2 ), welcher auch als Harnigsäure, Harnoxyd, Xanthicoxyd unterschieden wurde, und welchen E. Fischer zuerst verstand in Theobromin und Coffein zu verwandeln. Zedoaria. Das Zedoariarhizom soll mit dem Rhizom von Zingiber Cassumunar Rox- bourgh vermischt vorkommen, was erklärlich ist, denn dieses Rhizom trägt auch den Namen Rhizoma Zedoariae luteum (oder luteae). Es hat innen eine hochgelbe Farbe und ist daher leicht zu unterscheiden. Samariter, Universal-Liqueur, Dr. Huenagel's. 200g einer klaren röthlichen Flüssigkeit aus der Geheimmittelfabrik des E. Kreplin in Lehrte. Sie bestellt a"* 25g Weingeist, 16g Zucker, 161g Wasser, 1,5g Stott aus Galgant, Zittwerwurzel una etwas rothem Fruchtsafte. Dazu wird eine Broschüre gegeben mit dem Titel: D** Buch vom Samariter. (Hager, Analyt.) Zincum. Den Siedepunkt des Zinks bestimmte Violle zu 930°, Recquerel zu 932 » Deville zu 942°. Das im Handel vorkommende Zincum metallicum purissimum in bacillia ist einige Male bleihaltig angetroffen worden, welcher Umstand in de Electrolyse zu beachten ist. Im rohen Zinkmetall fand Wittstein Magnesium und Aluminium als Verunreinigungen (ph. Centralh. 1877 8. 159). Von Puiifal wurden in einem Zink, welches einer Oberschlesischen Zinkhütte entstammte, Spuren Silber angetroffen und zwar in einer Probe 0,001 Proc, in 3 Proben aus der Hohelohö- Hütte circa 0,002 Proc. Im Zink der Vieille Montagne und im Missouri-Zink wa kein Silber aufzufinden. (Berg- u. Hüttenm. Ztg. XXXXI, S. 63). Durch Erhitzen des gewalzten Zinks über 150 o C. verändert es seine Moie- kularstructur und geht in den krystallinischen Zustand über, es verliert an Festigkeit und schreit beim Biegen wie Zinn. Gewalztes Zink darf daher nicht über 150° C erhitzt werden, wenn es für Gefässc oder sonstige Gerätschaften verwendet wird. (Kauscher, Ber. d. d. eh. Ges. XIV, S. 2747). Um Zink von Arsen zu befreien, soll man nach Set.mi Zink schmelzen und ein Stück Salmiaksublimat in das Zink bis auf den Boden des Schmeiz- gefässes eintauchen. Das Arsen entweicht alsdann als Trichlorid. Zincum pulvere um, Zinkstaub, Zinkpiilvor. Der in den Handel koinme ° e g Zinkstaub ist ein graues, ausserordentlich feines, zur Farbenfabrikation verwendlia Pulver, welches aus ungefähr 40 Procent Zink, 2'/ 2 Proc. Blei, 4 Proc. Cadmui , 50 Proc. Zinkoxyd, 37g Proc. kohlensaurem Zink und etwas nicht_ metalliscne^ Staube besteht. In Folge seiner ausserordentlich feinen Zertheilung oxydiren sich sei metallischen Theile beim Feuchtwerden sehr schnell, indem sie dem Wasser Zincum. Zinkstaub. Explosion. 1243 Sauerstoff entziehen, wodurch beträchtliche Mengen von Wasserstoffgas frei werden. Gleichzeitig tritt, wie bei allen derartigen Vorgängen, eine so bedeutende Temperaturerhöhung ein, dass unter günstigen Umständen das entwickelte Wasserstoffgas sich entzünden und in der Nähe befindliche brennbare Stoffe in Brand setzen kann. Das war ohne Zweifel auch der Hergang in einem Falle, in welchem auf einem Schiffe, welches Zinkstaub geladen hatte, Feuer ausbrach. Dieser Fall ist näher mitgetheilt in ph. Centralh. 1877, S. 174. Der Zinkstaub enthält immer etwas Zinkoxyd und oft grössere oder kleinere Spuren Schwefel. Die Werthbestimmung oder vielmehr Gehaltsbestimmung des Zinkstaubes führt Drewsen (Zeitschr. f. anal. Ch. XIX, S. 50 u. ff.) in der Weise aus, dass er Zinkstaub, Kaliumdichromat und verd. Schwefelsäure zusammen schüttet. Es findet dann keine Wasserstoffentwickelung statt und die frei gemachte Chromsäure wird zu Chromoxyd reducirt, nach der Gleichung: 2Cr0 3 + 3H= Cr 2 03 + 3110. Die nicht reducirte Säure wird mittelst Ferrosulfat bestimmt. Man soll zwei Lösungen bereiten a) aus 40 g geschmolzenem Kaliumdichromat mit Wasser bis auf 1000 ccm und b) aus 200 g kryst. Ferrosulfat und 200 g verd. Schwefelsäure bis auf 1000 ccm verdünnt. Die gegenseitigen Titer beider Lösungen sind auszugleichen und festzustellen. Nachdem man den gegenseitigen Wirkuugswerth bestimmt hat, setze man zu dem (lg) im Becherglase befindlichen Zinkstaube 100 ccm der Kaliumdichromatlösung, füge noch 10 ccm verdünnte Schwefelsäure hinzu, rühre um, setze wieder 10ccm der verdünnten Schwefelsäure hinzu und lasse unter bisweiligem Umrühren i / i Stunde stehen. Nachdem die Reaction vollendet ist (ein kleiner Rest des Metalls bleibt immer ungelöst) füge man eine überschüssige Menge Schwefelsäure und 50 ccm der Ferrosulfatlösung hinzu, hierauf aber tropfenweise von letzterer Lösung bis ein Tropfen mit Kaliumferridcyanid eine deutliche blaue Reaction ergiebt,- und titrire mit der Dichromatlösung zurück, bis die Reaction verschwindet. Man ziehe nun von den verbrauchten ccm der Chromatlösung die Meugo ab, welche der angewandten Menge der Ferrosulfatlösung entspricht. Das in den übrig bleibenden ccm enthaltene Chromat wird nun mit dem Quotienten 0,66113 multiplicirt, um das in dem Zinkstaube vorhandene metallische Zink zu ermitteln. Es wurden z. B. gefunden 82,13—90,84 —82,54 Proc. metallisches Zink. Ein Verfahren der Werthbestimmung des Zinkstaubes nebst Apparat veröffentlichten Beilstein und Jawein in d. Bericht, d. d. eh. Ges. XIII, S. 948 n. ff., auch in ehem. Centralbl. 1880, S. 775. Das Verfahren ist ein elektrolytisches. Die Zinknitrat- oder Zinksulfatlösung wird mit Ammon bis zur beginnenden Fällung versetzt, alsdann KCy zugefügt, bis die Lösung wieder klar ist. In diese werden nun die Platinelectroden von 4 BuNSEN'schen Elementen eingesenkt. Bei zu starker Erwärmung ist die Zersetzungsstelle in kaltes Wasser zu stellen. Nach vollendeter Fällung wird die Electrode zurückgezogen, das Zink mit Wasser, dann mit Weingeist, schliesslich mit Aether ausgewaschen und im Exsiccator getrocknet. (Nach der Wägung löst man das Zink in Salzsäure und Salpetersäure etc. auf.) Nun bringt man die gereinigte Electrode wiederum in die Lösung in der Zersetzungszelle, um sich von der völligen Ausfällung zu überzeugen. Explosionen beim Auflösen von Zink in grossen Mengen sind wiederholt beobachtet worden. Im Fabrikbetriebe gebietet es die Vorsicht, diese Operation entweder im Freien oder in einem gut ziehenden Räume und bei massiger Wärme (40—50° C.) vorzunehmen. Eine Erklärung dieser Explosionen ist schwer zu finden. Da Zinkstaub mit Feuchtigkeit und Luft im Contact in den Zustand der Glühung übergeht, so glaubt man, dass das von der Säure zum grösseren Theile corrodirte Zinkstück dem Zinkstaube gleiche, während der Action an die 1244 Zincum. Bestimmung des Zinks. Oberfläche der Flüssigkeit gerissen werde, hier mit Luft in Berührung komme und einen plötzlichen Glühzustand durchlaufe, das Wasserstoffgas entzündend. Chemie und Analyse. Die Trennung des Cadmium vom Zink erreicht man auf electrolytischem Wege durch Zink, welches das Cadmium vollständig metallisch ausscheidet. Dass Zink schwefelhaltig sein kann, hat sich wiederholt bestätigt. In einem sogenannten chemisch reinen Zinke in Stangen fand A. Wageneb 0,004 Proc. Schwefel. (Ztschr. f. anal. Ch. XX, S. 496.) Die electrolytische Bestimmung des Zinks wird nach Reinhardt und Ihle schon bei massiger Stromstärke ermöglicht, wenn man es als Oxalat oder als Kaliumzinkoxalat verwendet. Man versetzt die neutrale Zinksulfatoder Zinkchloridlösung mit überschüssigem neutralem Kaliumoxalat, bis der erst entstandene Oxalatniederschlag wieder in Lösung übergegangen ist. Näheres m Journ. f. prakt. Ch. XXIV, S. 193—201. Chem. Centralbl. 1881, S. 708. In einer Zinksulfatlösung, welche bis zu 0,2 Proc. Zink enthält, verwandelt H 2 S das Zink in Sulfid und nur circa 2 mg Schwefelzink bleiben im Liter in Lösung. Auch aus der sehr stark verdünnten Chlorid- und Nitratlösung wird das Zink als Sulfid durch H 2 S abgeschieden etc. Leop. Schneider, Zeitschr. d. österr. Ap. V. XXIX, S. 523. Chem. Centralbl. 1881, S. 771. Eine Bestimmung des Zinks mittelst Schwefelnatrium unter Anwendung des Phenolphtalei'ns als Indicator bespricht A. M. Balling (Chem- Ztg. 1882, S. 62). Frühere Versuche mit diesem Indicator ergaben, dass nur solche Metalle, deren Verbindungen mit Schwefelnatrium oder Alkalicarbonat weisse Niederschläge geben, mit genügender Schärfe zu bestimmen sind. B el der Gehaltsbestimmung der Sphalerits oder der Zinkblende sei die Herstellung einer neutralen Lösung keineswegs drängend, wenn man nach Abscheidung "I er Metalle der Kupfer-Silber-Gruppe durch H 2 S und durch Oxydation des Eisen 9 im Filtrat das Ferrioxyd mittelst Baryumcarbonats fällt. Im Falle Schwefelsäure gegenwärtig sei, müsse dieselbe mittelst Baryumchlorids beseitigt werden, um dann das Ferrioxyd durch Baryumcarbonat zu fällen. Wenn ferner Mangan nicht gegenwärtig ist, so kann alsbald zur Titrirung geschritten werden. D e Titer der Schwefelnatriumlösung muss auf eine neutrale Zinksalzlösung gesteil sein. Das Phenolphtalein soll hier als Indicator sehr scharf wirken. Zur Darstellung der Normal-Zinklösung löst man 10g chem. reine» Zink (oder 12,46 g frisch geglühtes Zinkoxyd) in verdünnter Salzsäure, versetz mit 6 g Ammoniumchlorid und so viel Aetzammon, dass das anfangs ausgeschieden Zinkoxyd wieder in Lösung übergeht, und verdünnt dann auf 1 Liter. Die Schwefelnatriumlösung bereitet man in der Weise, dass nia 600 ccm. Natronlauge von ca. 1,095 spec. Gew. mit H 2 S vollständig sättigt uno dann mit soviel derselben Natronlauge versetzt, bis der Geruch nach H 2 » ver " schwunden ist. Schliesslich wird mit Wasser verdünnt, bis sie der Zinklösung gleichwerthig ist, also lccm ausreicht auf lccm der Zinklösung oder 0,01 S '/Ank. Hierzu lässt man zu 10 ccm der Natriumsulfidlösung von der Zinklösung unter Agitation zufliessen, bis ein Tropfen der Mischung mit 1 Tropfen der Niccolochloridlösung oder Thalliochloridlösung (-Papier) keine Schwärzung mein erzeugt. Hätte man zu 10 ccm jener Sulfidlösung 35,8 ccm der Zinklösung verbraucht, so müssten je 100 ccm der Sulfidlösung mit 258ccm Wasser (10: 35,8 = 100:358) oder bis auf 358 ccm verdünnt werden. . Von der zu titrirenden Zinklösung verwendet man eine Lösung, weld» ungefähr im Gehalte an Zink, Ammoniumchlorid und Aetzammon der obige Normalzinklösung entspricht und lässt zu derselben die Sulfidlösung fliessen. Zincum. Thalliumpapier. Vergiftung. 1245 Thalliiimpapier, ein Indicator bei der Zinktitrirmethode, empfahl M. Schroeder (Rosdzin), welcher die Bestimmung des Zinks mittelst Schwefelnatrium für keine genügend zuverlässige hält. Das Thalliumpapier soll empfindlicher sein als das von Detjs empfohlene Kobaltpapier, und gegenüber dem Bleipapier zeichnet es sich dadurch aus, dass sich das Zinksulfid unter gewissen Verhältnissen gegen Thalliumsalze indifferent verhält. In wässriger Natriumsulfidlösung soll die Empfindlichkeit des Thalliumpapiers noch einmal so gross als die des Kobaltpapiers sein, und da die Zinklösungen für die Titrirung stets viel Salmiak und Aetzammon enthalten, so soll die Empfindlichkeit des Thalliumpapiers sogar 4-mal so gross sein. Nach Sciiroeder's Angaben sind folgende Bedingungen zu erfüllen: 1) einen möglichst gleichmässigen Aminoniuinchloridgehalt in der Zinklösung, 2) einen möglichst gleichen Aetzammongehalt und 3) muss die zu bestimmende Zinklösung denselben Amnion- und Salmiakgehalt haben als die zur Titerstellung benutzte Zinklösung. Angestellte Volumanalysen mit Gewichtsanalysen verglichen ergaben z. B. folgende Differenzen —0,81 Proc, —0,1 Proc, +0,14 Proc., 0,33 Proc. Zink. (Berg- u. llüttenm. Ztg. 41, 4. Chem. Ztg. 1882, S. 47.) Zink ist ein natürlicher Bestandtheil des thierischen und pflanzlichen Körpers, denn Bellammy und Leciiartier (Journ. de Ph. et de Ch. 1877) haben durch zahlreiche Versuche die Anwesenheit des Zinks in den Thieren und Pflanzen nachgewiesen. Unter anderen Versuchen unterwarfen sie auch die Leber eines Mannes von 35 Jahren, welcher am Typhus verstorben war, der Analyse. Ein Quantum von 1780 g wurde in kleine Stücke zerschnitten, in einer Porzellanschale getrocknet, mit 150g conc. Schwefelsäure befeuchtet und verkohlt. Es hinterblieb eine Masse von 205 g, welche gepulvert und mit Wasser uiiler Zusatz von Salpetersäure ausgekocht wurde. Die Filtrate wurden mit Ammoniak übersättigt, das ausgefällte Eisenoxyd beseitigt, das Filtrat mit Essigsäure angesäuert und dann mit Schwefelwasserstoff behandelt. Ks entstand ein weisser Niederschlag, welchen man in Salpetersäure löste. Diese Lösung ergab mit Ammoniak und mit Kalilauge weisse, im Ueberschuss der Reagentien wieder lösliche Niederschläge. Eingetrocknet und geglüht hinterblieb ein in der Hitze gelber, erkaltet weisser, mit Kobaltnitrat befeuchtet und geglüht grüner Niederschlag von 0,02 g Zinkoxyd. Ferner wurden 18 hart gekochte Hühnereier, von den Schalen befreit, (1152g) in einer Porzellanschale verkohlt. Die 39g besagende schwammige Kohle enthielt 0,02 g Zinkoxyd. Sie fanden auch Zink in den Körnern des Roggens, Mais, der Gerste, der Wicke und Bohne. Bei der Runkelrübe, den Maisstengeln und dem Klee blieb das Ergebniss zweifelhaft. Wahrscheinlich enthalten diese weit weniger Zink als jene Samen. Auch RAOüi/r und Breton haben in Thier- und Pflanzenkörpern Zink angetroffen. Fleüry schied aus 500 g Eingeweide und Leber eines Menschen 0,0085 g Zink aus (Archiv d. Pharm. 1880, erste Hälfte, S. 60). Zum Nachweise des Zinks in Vergiftungsfällen wird nötliigen Falles eine Giftlösung mittelst Salzsäure und Kaliumchlorats hergestellt, wie im Handb. I, S. 485 angegeben ist, im Uebrigen verfahren, wie oben üioi.i.am.my und Lechabtibb ausführten. Dass Zink in minimalem Umfang.' ein natürlicher Bestandtheil des Thierkörpers sein kann, haben wir an derselben Stelle erfahren. "ass Zink durch Nahrungsmittel in den Körper eingeführt wird, wo in den Wirth- Bchaften Zinkgefässe im Gebrauch sind, ist ebenfalls zu beachten. H. Fleck hat diesen Gegenstand wiederholt gerügt. (Man vergl. ph. Centralh. 1878, S. 483, 48 1, Corresp.-Bl. des Vor. anal. Chem. 1878.) Dass aus der durch Behandeln m 't Salzsäure und Kaliumchlorat gewonnenen Giftlösung nach dem Uebersättigen mit Aetzammon und dem erfolgten Ansäuren mit Salzsäure eingeleitetes Schwefelwasserstoff Zinksulfid ausscheidet, hat seinen Grund darin, dass durch den Oxy- 1246 Zincum. Verzinkung. Zinkgefusse. dationsprocess aus gegenwärtigen Amylumkörpem, Zucker, Glykosiden etc. verschiedene organische Säuren (Essigsäure, Oxalsäure, Ameisensäure etc.) entstanden sind und vor dem schliesslichen Salzsäurezusatze aus ihrer Verbindung mit Ammonium frei gemacht werden. Diesen auffallenden Umstand hat Chapuis (Journ. de Pharm et de Ch. 1878, S. 379) erklärt. Nähere Mittheilungen über diesen Gegenstand machte R. Otto im Archiv der Ph. 1880, zweite Hälfte, S. 100—102. Bleiweissersatz ist ein Gemisch aus Zinksulfid mit Blanc fix, nur mus3 hierzu ein Leinölfimiss verwendet werden, welcher mit Salpetersäure austrocknend gemacht ist. L'öthwasscr der Klemptner ist eine Auflösung von Zink in verdünnter Schwefelsäure (5 Zink, 10 conc. Schwefelsäure, 50 Wasser). Das unter Zinc. chlorat. augeführte Löthwasser verdient den Vorzug. Zinklothe. Hartes Zinkloth zum Löthen bei Eisen und Kanonenmetall ist eine Legirung aus 2 Kupfer und 1 Zink. Zinkhaltige Lothe sind Messingloth, bestehend 1) aus ana Kupfer und Zink. — 2) 1 Silber, 8 Kupfer und 8 Zink. — Stahlloth besteht aus 10 Silber, 5 Kupfer, 2 Zink. Ein galvanisches Element von besonderer Kraft hat Reynieb aufgestellt. Die positive, aus Zink bestehende Electrode taucht in Aetznatronlauge, die negative, aus Kupfer bestehende in eine Cuprisulfatlösung. Beide Lösungen sind durch einen Behälter aus Pergamentpapier geschieden, so dass die Natronlauge sich iu diesem Behälter befindet und der Behälter in der Cuprisulfatlösung steht. (Patent- Anwalt 1880, 8. 318.) Verkupfemng des Zinks. Hierzu empfiehlt Hess folgendes Bad: 130g Cupri - sulfat, 240g gepulverter Weinstein und 300g kryst. Natriumcarbon&t werden je in 2 Ltr Wasser gelöst und dann gemischt. Der hieraus resultirende Niederschlag wird in 500ccm Aetznatronlauge von 1,125 sp. G. gelöst Dieses vor Einwirkung von Luft und Kohlensäure zu schützende Bad soll J e nach der Dauer verschieden dicke Ueberzüge liefern. (Metallarb. VI, 94.) Verzinkung des Kupfers. Zur Verzinkung des Kupfers, Messings oder der verkupferten Metalle genügt ein 100° C. heisses Bad aus einer Lösung eines Zinksalzes in concentrirter Natriumhydroxydlüsung und gleichzeitiger Contact D llt Zinkstücken (Weil). Verzinkungsmetliode in Stelle einer Vernickelung soll gelingen, wenn m an die blanken Metallgegenstände in eine Abkochung von Zinkkörnern in einer LÖSflBe von 3 Th. Salmiak in 10 Th. Wasser in Berührung mit Zink untergetaucht stehen lässt. Der Ueberzug soll schönen metallischen Glanz haben. Zinkgefusse als Aufbewahrungsgefässe für Kräuter etc. Diese werden a« f ihrer Innenfläche mehr oder weniger, oft bis zur Durchlöcherung, corroair- Wenn man die Zinkgefässe innen mit einem Lacke, einer Lösung von 8chell»c 10 Th., Colophon 5 Th., in 50—60 Th. absolutem Weingeist überzieht, so dauern sie ewig. In ein 10 Liter-Gefäss giesst man 1 Liter des Lackes, ScM> es das Gefäss und schüttelt nun kräftig um. Dann lässt man den Lack in e passendes Gefäss wieder auslaufen, wozu eine Zeit von mindestens 24 Stun e erforderlich ist, und lässt hierauf das offene Gefäss einige Tage (am bes an einem lauwarmen Orte) stehen. Zink wird nach A. Wagneb's Versuchen bei Zutritt von kohlensäurefreier Luft durch alle Lösungen angegriffen; am stärksten durch Aetznatro , Zincum. Zinkhütten-Arbeiter. Actinium. 1247 sowie durch Salmiak, bedeutend durch schwefelsaures Kalium, weniger durch Chlormagnesium, destillirtes Wasser und kohlensaures Natrium, ziemlich wenig durch Salpeter und Alkalimetallchloride, sehr unbedeutend durch Kalkwasser. Merkliche Mengen löslicher Zinkverbindungen entstehen durch Einwirkung von Aetznatron-, Salmiak-, Chlormagnesium-Lösung, nur Spuren durch destillirtes Wasser und Kalkwasser. Bei Zutritt von Kohlensäurehaltiger Luft wirken alle Lösungen auf Zink ein, am stärksten Chlormagnesium und schwefelsaures Kalium, bedeutend und ziemlich gleichmässig Alkalimetallchloride, Salpeter und Salmiak, weniger destillirtes Wasser. Bei Einwirkung anderer Lösungen gingen merkliche Zinkmengen in löslichen Zustand über. Das Nähere hierüber in pharm. Centralh. 1876, S. 107, 108, 117, 118. Bayerisches Ind. n. Gew. Bl. 1876. Snydebs stellte auch Versuche über das Verhalten des Zinks zu Salzlösungen an, und er fand, dass Zink Salzlösungen in concentrirtem wie in verdünntem Zustande ohne Zutritt von Sauerstoif unter Wasserstoffentwickelung und Bildung von Zinkoxyd zersetzt (pharm. Centralh. 1878, S. 395). Zinkreservoire werden vom Wasser mit der Länge der Zeit durchlöchert, wenn das Zink andere Metalle, wie Blei, Kupfer, als Verunreinigung enthält. In Folge der electrischen Spannung werden diese Metalle schneller und kräftiger von den Salzen, dem Ammon, der Kohlensäure und Luft, welche im Wasser mehr oder weniger vertreten sind, angegriffen und in Oxyde verwandelt oder gelöst. Je reiner das Zink ist, um so länger werden sich auch die Reservoire erhalten. Rocques untersuchte die Bodensätze in den zinkenen Wasserreservoirs und fand er darin 5,0 und 11.56 Proc. Zinkoxyd, 2,01 und 5,85 Proc. Bleioxyd und Spuren Kupfer. (Bull, de la Soc. dum. XXXIII, S. 499.) Zinkhütten - Arbeiter unterliegen nach längerer Zeit des Aufathmens von Zinkdämpfen heftigen Katarrhen und Lungenemphysemen. Nach circa 10-jähriger Arbeit in der Zinkhütte treten Körperschwiiche, Kreuzschmerzen, Gefühl von Brennen und Kribbeln in den Unterextremitäten (kommen bei alten Leuten auch vor, welche nicht in Zinkhütten arbeiteten), Unempfindlichkeit etc. ein. Schlockow hat seine Erfahrungen hierüber ausführlich im Centralbl. f. d. med. Wiss. 1879, Nr. 50, auch in Med. Neuigkeiten 1879, Nr. 52 mitgetheilt. Der schlimmste Zustand jener Arbeiter hat Aehnlichkeit mit Rückenmarkslähmung. Electromotor von W. Rosin (gegen Rheumatismus) besteht aus einer 7,5cm langen und ."»ein breiten, doppelten, in der Mitte buchtig aufgetriebenen Zinkplatte mit den Enden eines 30cm langen, 1,2mm dicken Kupferdrathes durch Oesen verbunden. An der einen Oese ist ein 110 cm langer gewundener verzinnter Messingdraht befestigt. Der Apparat soll auf dem blossen Leibe getragen werden. (3 Mark). Gichtkette mit Flussableitung von Winter (Berlin) besteht aus 70 Gliedern, welche aus Zink, Kupfer und Messing bestellen und welche mit einer 2-Markstück grossen Kapsel in Verbindung ist, so.'dass diese Kapsel, wenn die Kette um den Ibil p gehängt ist, bis auf die Herzgrube reicht. (10 Mark.) Gichtringe, Ringe aus zwei verschiedenen Metallen zusammengesetzt. Hüte, electrische, sind Hüte, deren Lederfutterstreifen mit Zink und Kupferblech oder Drath verbunden ist. Metalltherapie bezeichnet ein Heilverfahren, bei welchem man blosse Scheiben und Stücke verschiedener Metalle auf den nackten Körper auflegt, wodurch etwa geschwundene Sensibilität und Muskelkraft aufgefrischt und gekräftigt werden soll. Die e me Person bedarf diese, die andere wiederum andere Metalle. Actinium, Actinmetall. T. L. PmraoN beobachtete (1880), dass durch Baryumsulfid gefälltes Zinksulfid nach dem Glühen unter Einwirkung des Son- 1248 Zincum. — Zincum aceticum. — Zincum bromatum. nenlichtes seine Farbe veränderte und sich schwärzte, im Dunklen aber wieder weiss wurde. Dies Hess die Gegenwart eines besondern Metalls vermuthen, und es gelang auch aus dem Zinksulfid das Oxyd des Actiniums zu isoliren und durch Lösen desselben in Salzsäure und Fällen der Lösung mit Schwefelammonium Aetininmsulfid zu gewinnen. Das Actiniumoxyd hat eine weisse Farbe, welche sich im Licht nicht ändert. Es ist, frisch gefällt, in überschüssiger Natronlauge nicht löslich und wird aus seinen Lösungen bei Gegenwart von Ammoniumsalzen durch Ammoniak nicht gefällt. Das Actiniumsulfid ist canariengelb, schwer löslich in Essigsäure, aber leichtlöslich in verdünnten Mineralsäuren; im directen Sonnenlicht nimmt es sofort eine dunklere Färbung an und wird innerhalb 20 Minuten schwarz, ausgenommen, wenn es mit einer Glasplatte bedeckt ist. Dieses neue Metall scheint ziemlich häufig im käuflichen Zink vorzukommen, es unterscheidet sich ausreichend von Magan, Zink und Cadmium, hat jedoch viel Aehn- liches mit Lanthan. (Compt. rend. durch Chem. Centr. Bl. 1881, Nr. 43.) Durch Zink wird Actinium nicht abgeschieden, aber durch Magnesium, alsdann einen hellgrauen, durch Pressung glänzend werdenden Niederschlag bildend. Dasselbe lässt sich in Weingeist sehr gut conserviren. Nur durch Aetzuatron lässt es sich aus der Zinklösung ausfällen. Das Sulfid oxydirt sich an der Luft. Es ist mit der Erwähnung das Actiniums angenommen, dass Phipson sich nicht geirrt und keine Verwechselung mit einem anderen bekannten Metalle stattgefunden hat. Zincum aceticum. Im Handbuch ist dieses Acetat, welches Rademaciier mit „Narcoticum minerale" bezeichnete, mit der Formel Zn!C 2 H :j 0 2 l 2 + 3H 2 0 aufgeführt, wie aber schon Dibbits 1872, Berthelot 1873 und Franchimont 1878 fanden, so sind in dem Salze nur 2 Mol. Krystallwasser vertreten. Die Formel lautet also: Zn[C 2 H 3 0 2 ] 2 + 2H 2 0. Bei 100° C. verdampft alles Wasser, bei 241 — 242° erfolgt Schmelzung und vollständige Sublimation (Bor. d. d. chem. Ges. XII, S. 11). In besonderen schweren Fällen des Delirium alcoholicum hat Rose nn diesem Narcoticum minerah oder dem Opium metatticum Radnmacheri herrliche, Heilerfolge erzielt. Er gab es zu 4—6g pro die in schleimigen Veluke' n ' Schädliche Nebenwirkungen traten trotz der hohen Gaben nicht ein. Die 3 Ja e der Genesung waren verschleppte mit schweren Complicationen, wie Fiebe , adynamischen Zuständen, zerstörtem Bewusstsein, fuliginöser (schwarz beleg e ) Zunge, collabirten Zügen, mussitirenden (murmelnden) Delirien, Flockenlesen, su sultus tendinum (Sehuenhüpfen), schwachem Puls etc. (prakt. Arzt 1880, S. o )• Zincum bromatum. Zincnm bromatum, Zinkbromid, Zinkbromiir, Bromzink (ZnBr = 112,6 o er ZnBr 2 = 225,2). Darstellung nach Ivon. 14,36g kryst. Zinksulfat und 1W}S\™YL . • t ____ j„„ „„„„— 0 r,n-Dr;phP.ti. T>ifi rlaraiifl m-fnio-omlp. Flüssigkeit überw»^ ab- bromid werden zusammengerieben. Die daraus erfolgende Flüssigk . 20 Minuten der Ruhe und versetzt sie alsdann mit 50 g sehr Te ^ z \ nk , solutem Weingeist, mischt und bringt das Ganze in ein Filter. v\ ^ bromidlösung fliesst farblos ab. Mit gleichem Weingeist wäscht man nacn. Zincum bromaturn. — Zincum carbonienm. 1249 Lösung wird durch Abdampfen (im Dunstsammler) zur Trockne gebracht. Zuletzt ist ein Sandbad anzuwenden. Die trockne Salzmasse wird alsbald in gut und dicht zu verschliessende Flaschen eingefüllt. Ausbeute 11g. Seine Darstellung aus Zinkoxyd und Bromwasserstoffsäure ist wegen Mangels der Bromwasserstoffsäure nicht immer ex tempore ausführbar. Eigenschaften. Zinkbromid bildet ein farbloses, krystallinisehes, kygro- skopisches, beim Erhitzen schmelzendes und dann völlig flüchtiges, in Wasser, Weingeist und Aether leicht lösliches Pulver. Prüfung. Es genügt die völlige Verflüchtigung und Sublimation ohne Zersetzung. Anwendung. Man giebt es zu 0,005 — 0,01 — 0,015 in Wasser gelöst 3—4mal täglich gegen Epilepsie, das Zittern der Greise, Paralyse, Hysterie. Es gilt überhaupt als ein sehr passender Ersatz des Zincum chloratum. Stärkste Einzelgabe 0,02, stärkste Tagesgabe 0,12g. Liquor Zinei broinati ex tempore darzustellen bei Mangel des trocknen Salzes. Man mischt in einem Porcellanmörser 10,6g fein zerriebenes Kaliumbrom id und 12,7g fein zerriebenes kryst. Zinksulfat und versetzt mit 10 g destill. Wasser. Nach einer halben Stunde mischt man 50g Weingeist hinzu, bringt das Gemisch in ein mit Weingeist genässtes kleines Filter und wäscht dieses mit soviel Weingeist nach, dass das Filtrat 80 — 90g ausfüllt. Durch Abdampfen wird das Filtrat auf 50 g reducirt, welche dann 10 g Zinkbromid enthalten. Syrupiis Zinci bromati s. Zinci bromidati, eine Lösung von 1,0g Zinkbromid in 99,0 Syrupus Sacchari oder eine Mischung aus 5 Th. Liquor Zinci bromati mit 95 Th. Syrupus Sacchari. Theelöffelweiso zu nehmen. Zincum carhoniemn. Zincum carbonienm (Handb. II, S. 1288) wird im Grossen auch dadurch hergestellt, dass man das Zinkoxyd-enthaltende Material mit conc. Lösungen des Ammoniumcarbonats in Ammoniakwasser digerirt, also eine ammoniakalische Zinklösung herstellt, alsdann diese Lösung durch Zinksulfatlösung zersetzt und den Niederschlag auswäscht etc. IiithossoilC, Bianka scheinen Zinkcarbouat und Zinksulfid haltige Deckpigmente zu sein. Zinkolitli, Gbbpfith's Zinkweiss, Boulez' Zinkolitbwciss ist durch Mischen von Zinksulfatlösung mit Schwefelbaryum erzeugt und dann geglüht und gepulvert. Es dient als Bleiweisssurrogat. Ph. Centralh. 1881, S. 167. Zinkgelb ist ein basisches Ziukchromat (ZnCrO, -f Zn[OH] 2 ). Nibilum alblim (Handb. U, S. 1289) ist im Handel mit Misstrauen anzusehen, denn ea ist oft ein Falsificat, dessen Hauptmasse aus Gyps, Thon, Kreide etc. besteht. In Stelle desselben sollte man nur Zincum carbonienm abgeben. (1) Flos Juvenuin. Spiritus odoratj 10,0 t -■ ,..„., Aauae ßosae 200,0. Lairds Junendb 1 utlie. ,,. ' B Misce. H- Bismuthl subchloratl 10,<> / 2 ) Liquor cosmeticus albus. TaTci VeKll?' 0 ' Noaveau Blanc de Perles. Weisses i.iui veiieti i.>,o Sohminkwasser. Ulycennae :>,<> , . . . . „._ Carminl optiml rubrl 0,5 «r Zinci carbonici 20,0 Hager, Pharm, Praxis, Suppl, 79 1250 Zincum carbonicum. — Zincum chloratum. Magnesiae subcarbonioae 10,0 Talci Veneti subtilissime triti 5,0. Misce triturando cum Glycerinae 20,0 Aquae Iiosao 120,0 Spiritus Rosae 5,0. Diese Mischung entspricht dem Pariser LuBiN'schennouveau Blanc de Perles. (3) Liquor cosmeticus Parisiensis. Lait de Perles Lbgkand (Paris). fy Zinci carbonici 25,0 Bismuthi subnitrici 10,0 Calcii chlorati crystallisati 5,0 Talci Veneti subtilissime triti 10,0 Magnesiae subcarbonicae 5,0 Glycerinae 20,0 Aquae Eosae 200,0. Misce oxactissime. D. S. Zum Schminken. (4) Pulvis inspersorius Infantum. Einstreue. Einstreupulver für Wundflächen. ly Zinci carbonici 20,0 Magnesiae subcarbonicae 5,0 Acidi salicylici 2,5 Amyli triticei 40,0 Talci Veneti praeparati 35,0. Mixtis insperge Olei Bergamottae 1,0 solutum in Spiritus Vini absoluti 4,0. Ein sehr passendes Einstreupulver für wunde Hautstellen kleiner Kinder. Zincum chloratum. Bei der Darstellung des Zinkchlorids aus Zinkstanb im Grossen kommt es vor, dass sich das entwickelte Wasserstoffgas im Contact mit den an die Oberfläche der Flüssigkeit gehobenen Zinkpartikeln entzündet und Explosionen veranlasst. (Industriobl. 1878, ph. Centralh. 1878, S. 266.) Jokissbn's Reagens besteht aus einer Lösung von lg Zinkchlorid in 30g Salzsäure und 30 g Wasser. Das durch Abdampfen auf weisser Porcellantlächo eingetrocknete Alkalo'id oder Glykosid mischt er mit 2—3 Tropfen des Reagens und erhitzt im Darnpfbade einige Zeit weiter bis zur völligen Trockenheit. Es treten dann Färbungen ein. Es erscheinen (Arch. d. Ph. 1880, 1. Hälfte, S. 386): Aconitin schmutziggelb Narce'in olivengrün Berberin gelb Salicin rothviolett Brucin schmutziggelb Santonin blauviolett Cubebin carminroth Strychnin rosa Chinin blassgrün Thebai'n gelb Delphinin rothbraun Veratrin roth. Digital in kastanienbraun Keine characteristisclie Färbungen ergaben Anemonin, Atropin, Caffei'n, Can- tharidin, Chelidonin, Cinchonin, Codein, Morphin, Narcotin, Pikrotoxin. Bei Digifalin trat zuerst eine grüne, dann kastanienbraune, zuletzt schwarze Färbung auf. Eiweissartige Substanzen nahmen zunächst einen violetten, bald in schwarz übergehenden Farbenton an. Zinkchlorid wird in der chemischen Technik sehr häufig in Stelle der Schwefelsäure angewendet, z. B. zum Raffiniren der fetten Oele, zur Pergamentpapierfabrikation, zur Abscheidung der Stearinsäure, Zersetzung des Chlorkalkes etc. An und für sich ist Zinkchlorid ein gutes Desinfectionsmittel. LÖthsal7, ist ein Salz durch Krystallisation hergestellt aus einer Mischung von 100 Th. Salmiak mit 150 Th. wenig Wasser enthaltendem ZinK- chlorid, gelöst in 300 Th. kochendem Wasser etc. Es entspricht der Formel 2NH 4 C1 + ZnCl 2 . Lothwasser kann man dadurch herstellen, dass man 100 Th. Zink in 500 Th. Zincum chloratum. — Zincum hypermanganicum. 1251 roher Salzsäure, verdünnt mit 100 Th. Wasser, löst und dann 100 Th. Salmiak zusetzt. Das entweichende Wasserstoffgas ist sehr giftig und daher die Lösung des Zinks in einem Schornsteine oder im Freien vorzunehmen. Zinkoxychlorid, eine Mischung aus gleichen Th. Zinkchlorid und Zinkoxyd bildet den SoitEL'schen Zahnkitt. Zincum hypochlorosnm solntnm, Zincum subchlorosum solutum, gechlorte Zinklösung, nennt FAIBTHOBNB die Colatur aus einer Mischung von einer colirten Lösung aus 1 Th. Chlorkalk mit einer filtrirten Lösung von 2 Th. Zink- vitriol, welche je in circa 10 Th. Wasser gelöst sind. Die resultirende Flüssigkeit wird colirt. Diese Flüssigkeit dient zur Desinfection und zum Bleichen. (Ph. Centralh. 1881, S. 386.) Diiew's Dcsinfectant ist eine ähnliche Zinkchloridmischung. (1) Glycerolatum Zinci clilorati. fy Zinci clilorati 1,0. Solve in Glycorinae 100,0. (In diesem Verhältniss werden auch andere Glycorolate aus giftigen Metallchloriden hergestellt.) (2) Pasta cscharotica] Canquoih (Charles). ty Zinci chlorati 10,0 Farinae secalinae 15,0 Spiritus Vini diluti (60<>/ 0 ) 1,0—2,0. M. Die Masse wird zu 1mm dicken Platten ausgewalzt und in gut geschlossenen Gläsern aufbewahrt. Zincum hypermanganicum. ■J Zincum liyperinanganicum, Zinkpcrmanganat, Zinkliypermanganat, übermangansaures Zink (Zn[Mn0 4 ] 2 ) wird aus Baryumpermanganat und Zinksulfat hergestellt. Da es als reines Salz im Handel früher nicht vorkam, das käufliche Salz meist nur zum Theil in Wasser löslich war, so empfahl sich das Vorrätkig- hallen einer 10-proc. Lösung, welche in 15— 20-facher Verdünnung gegen Gonorrhoe in Anwendung kam. Die Farbe des Salzes und seiner Lösung ist der des Kaliumhypermanganats ahnlich. Biel veröffentlichte (ph. Ztsch. f. Russland 1880, Nr. 23, Archiv der Ph. 1881, erste Hälfte, S. 142) folgende Gehaltstabelle. (Temperatur 15° C.) Proc. spec.Gew. Proc. spec.Gew. Proc. spec.Gew. Proc. spec.Gew. Proc. spec.Gew 1 1,5 2 2,6 3 3,5 4 4,5 6 5,5 6 6,5 7 7,5 1,010 1,014 1,019 1,024 1,029 1,034 1,039 1,011 1,049 1,054 1,069 1,064 1,069 1,074 8 8,5 9 9,5 10 10,5 11 11,6 12 12,5 13 13,5 14 14,5 1,080 1,085 1,090 1,096 1,101 1,106 1,111 1,116 1,122 1,127 1,133 1,138 1,111 1,119 15 15,5 16 16,5 17 17,5 1« 18,5 19 19,5 20 20,5 21 21,5 1,155 1,160 1,166 1,171 1,177 1,182 1,188 1,191 1,200 1,205 1,211 1,217 1,223 1,228 22 22,5 23 23,5 24 24,5 25 25,5 26 26,5 27 27,5 28 28,5 1,234 1,240 1,246 1,252 1,258 1,264 1,270 1,276 1,282 1,288 1,294 1,300 1,307 1,313 29 29,5 .•so 80,5 :;i 31,5 32 32,5 33 33,5 34 34,5 35 35,5 1,:H9 1,325 1,332 1,338 1,344 1,350 1,357 1,363 1,370 1,376 1,383 1,389 1,395 1,402 79 < 1252 Zincum hypermanganicum. — Zincum oxydatum. Die Gehaltsprüfung führte BiEL mittelst Normaloxalsäure aus nach der Formel: 303 Zinltpermanganat 630 Oxalsäure 147 Schwefelsäure Kohlensäure Zn(Mn0 4 ) 2 + 5C 2 H 2 0 4 , 2H 2 0 + 3H 2 S0 4 = 10CO 2 MaTigansnlfat Zinksulfat Wasser. + 2Mn80 4 + ZnS0 4 + 8H 2 0. Es sind also 33ccm Normaloxalsäure nöthig zur Entfärbung lg des Zinkper- manganats. Zinkpermanganat (Handb. II, S. 1286) wird jetzt von der ehem. Fabrik auf Actien in schönen Tafeln von tief dunkler Farbe geliefert. Dieses Salz lässt allmählich Sauerstoff frei, so dass in dicht geschlossenen Glasflaschen lange Zeit aufbewahrt sich soviel Sauerstoff ansammelt, dass ein Zersprengen der Flasche oder ein vehementes Wegschleudern des Glasstopfens stattfinden kann. Zincum oxydatum. Zur Darstellung im Grossen lässt IIokmann behufs der Reinigung von fremden Metallen und der Fällung von Oxydbydrat; in folgender Weise verfahren: Man versetzt die Lösung des Zinksulfats oder Zinkchlorids mit soviel Ammoniak im Ueberschuss, dass sich das Zinkhydroxyd im Augenblicke der Fällung wieder auflöst. In diese Lösung leitet man einige Blasen Kohlensäure ein, um Kalk, Eisen und Mangan auszufällen. Die durch Absetzenlassen geklärte Flüssigkeit wird in einer Destillirblase durch Einleiten von Wasserdampf vom Ammoniak befreit; es scheidet sich Zinkhydroxyd aus und die restirende Flüssigkeit ist je nach dem Material Ammoniumsulfat oder Ammoniumchlorid. Letztere beiden liefern wieder bei der Behandlung mit Aetzkalk Ammoniak. Das Zinkhydroxyd liefert durch Glühen Zinkoxyd. (Le moniteur de produits chimiques Nr. 9, 1881.) Sapo meiern, Zincum palmitino-olc'inicum s. stcarino-oleTnicum, Zinkseife. 100 Th. Venediscbe Seife oder Kernseife in trockner pulveriger Form worden in 300 Th. eines 15 proc. Weingeistes unter Erwärmen gelöst, nöthigen Falles colirt und dann mit einer filtrirten heissen Lösung von 50 Th. reinem kryst. Zinksulfat in 300 Th. Wasser vermischt. Nach einigen Stunden wird die Flüssigkeit abgegossen, die Zinkseife mit kaltem Wasser unter Agitiren ausgewaschen und auf Porzellantellern ausgebreitet völlig ausgetrocknet. Nach einer anderen Vorschrift werden 11 Th. reines Zinkoxyd, mit 20 Th. Wasser fein zerrieben, mit 35 Th. Stearinsäure und 35 Th. Oelsäure nebst 10 Th. Wasser in der Wärme des Wasserbades gemischt und digerirt, schliesslich getrocknet und gepulvert. Diese Seife ist dem Talkpulver äusserlich ähnlich. Nach dem „Les Corps gras industriels VII, S. 114" soll man 30g reines Zinkoxyd in 170g eines 20-proc. Aetzammons oder der genügenden Menge lösen, die Lösung mit 175g Fettsäure versetzen und mischen, den Niederschlag auswaschen etc. Die Fettsäure wird aus 185—190g trockner Seife durch 33—35 g engl. Schwefelsäure, verdünnt mit Wasser, abgeschieden. Zilien]«! liypopliosphorosum ist von Gardnek in Stelle des Zincum oxydatum als Medicament empfohlen worden. Essollen 0,5 in 30,0 Syrupus Sacchari gelöst, theelöffelweise zu nehmen, in Anwendung kommen. Zincum iijitricnm bacillatum. Zinkätzstiilichcn. Zinknitrat wird geschmolzeil in 4 mm weite Papierröhren ausgegossen und in gut zu schliessenden Glasröhren Zincum oxydatum. Schiidcrlackfarbe. 1253 aufbewahrt. Diese Zinkätzstäbchen dienen ähnlichen Zwecken wie Höllenstein. Zinknitrat wird durch Lösung reinen Zinkoxyds in Salpetersäure dargestellt. Zincum salicylicnm (Handb. II, S. 1286) wird bei Blennorhagien, Zungenkrebs, Augenfluss äusserlich und innerlich angewendet. Die Gaben sind denen von Zincum aceticum ähnlich. Es ist in 25 Th. kaltem Wasser, sehr leicht in Weingeist löslich. Zahnkitt, Zahnplombc von Rostaing de Rostagne. Eine durch Schmelzung von 1 Th. neutralem Calciumphosphat, 20—30 Th. Zinkoxyd und 15 Th. Ammoniumphosphat, welche zuvor innig gemischt sind, hergestellte glasige Masse wird in verdünnter Phosphorsäure gelöst, mit Magnesia versetzt und eingedampft. Zur Anwendung soll es mit Wasser gemischt werden. Einen anderen Kitt bereitet man durch Benetzen von 3000 Th. Zinkoxyd mit einer fil- trirten Lösung von 30 — 50 Th. Borsäure in verdünntem Weingeist, Austrocknen und Glühen (sogar Weissglühen!). Archiv der Ph. 1880, 1. Hälfte S. 228. Ein Pulver und eine Flüssigkeit zur Darstellung von Zahnkitt wurden von Stolba untersucht und fand er das Pulver aus Zinkoxyd, durch Glühen aus dem Nitrat dargestellt, und die Flüssigkeit aus Phosphorsäure bestehend. Die FAIBTHOBNE'sche Zahnplombe ist eine vorzügliche und wird bereitet aus 200 Th. Zinkoxyd, 8 Th. Kieselsäure, 4 Th. Borax und 5 Th. Glaspulver, welche in eine höchstfeine Pulvermischung verwandelt sind. Dieses Pulver wird zum Gebrauch mit concentrirter Zinkchloridlösung zu einer Pasta gemacht und das Pulver und die Flüssigkeit, jedes für sich in einem Fläschcben, abgegeben. Die Zinkchloridlösung kann auch durch Phospborsäure ersetzt werden. Meersclianni, künstlicher (Handb. I, S. 112) kann dargestellt werden aus 6— 6 Th. gebrannter Magnesia, 1 Th. Zink weiss und ammoniakalischer Caseinlösung. (Wagner). Wiener Meerschaum kann durch Kochung von 100 Th. Natronwasserglas, GO Th. Magnesiasubcarbonat und 80 Th. weissemBolus oder natürlichem Meerschaumpulver hergestellt werden (Holdmank). Schilderlackfarbe, weisse, nicht gelbwerdende, wird auspraeeipitirt. Schwer- spath 40,0, reinem Zinkoxyd 130,0, Plumbum aceticum subt. pulv. 5,0, Leinölfirniss (durch Salpetersäure austrocknend gemacht) 120,0, Dammarlack 20,0, Bals. Copaivae 20,0 hergestellt. Die drei ersten Stoffe werden mit dem 3. Theile Leinölfirnisses in einer Reibschale oder auf einem Reibstein höchst fein präparirt. Unter einer glycorinhaltigen Wasserschicht lässt sich die Farbe lange Zeit aufbewahren. Zum Gebrauch setzt man nur wenig Terpentinöl oder Benzol hinzu. Ckacaü's Schilderlack ist ein ähnlicher. Schilderlackfarbe, gelbe. Diese hat eine ähnliche Zusammensetzung, nur in Stelle des Schwerspaths ist Chromgelb, 40,0—80,0, zuzusetzen. Für die Schrift nimmt man gebrannten Kienruss mit Copallaok und Terpentinöl präparirt. Der Dammarlack ist auf das angegebene Quantum zu beschränken, im anderen Falle wird der getrocknete Anstrich beim Befassen mit der Hand kleberig. Dieser Lack soll nur das Springen der Farbenlage verhindern. iv M. (1) Steatiiuim Zinci benzontum Bell. Zinci oxydati 10,0 Adipis suilli benzo'i'nati 20,0 Schi ovilli benzo'i'nati 40,0. H (2) Ungnentum antiherpeticum NlKTSCIIE. Salzflussheilsalbe. Florum Zinci 1,0 Acidi oarbolioi 0,5 Acoti plumbici 1254 Zincum oxydatuui. — Zincum sulfuricurn. Tincturae Arnicäe ana guttas 10 Unguenti ceroi 15,0. M. f. unguentum. D. S. Dünn auf Leinen gestrichen aufzulegen. Mixta contere cum Acidi ole'inici 40,0. Tum interdum terendo paullulum calefac, donec massa emplastica offecta fuerit. Dieses Zinkoleaf soll auf Ekzeme, auch Pruritus ani von vorzüglicher Wirkung sein. Seine Wirkung ist eino weit mildere als diejenige desUngt. Zinci. Handb. II, Seite 1303. (3) Zincum olel'nicum. Zinkoleat. R> Zinci oxydati (5,0 Aquae destillatae 5,0. Eye-salre, genuine American, J. Pettit's, ist Unguentum Zinci. Epilepsicpnlver von E. Kamg (Berlin). Acht Pulver, jedes enthaltend 0,25 Zinkoxyd, 0,25 Artemisiarhizom, 0,5 Zucker (8 Mark). (Sohabdleb, Analyt.) Menyl von A. Nieske (Dresden), ein Cosmeticum für rotho Nasen, bosteht aus einer Flüssigkeit und einem Pulver (5 Mark). Erstere ist eine wohlriechende Lösung von Benzoesäure, Salicylsäure und Thymol in verdünntem Weingeist. Das Pulver besteht aus Zinkweiss, Talkpulver und einer Spur Phenol. (Ew. Geissler, Analyt.) Ein anderes Menyl war ein Veilchcnwurzelaufguss mit Calomel gemischt. Mittel gegen Krumpfe der Säuglinge von E. Karjg (Berlin) hatte dieselbe Zusammensetzung wie das oben angegebene Epilepsiepulver (8 Mark). Nail-powder (Fingernagelpulver) ist ein Gemisch aus 20,0 Zinkoxyd, 0,2Darin in und einigen Tropfen wohlriechenden Oeles. Auf weiches Leder gestreut bereibt man damit die Fingernägel. Zincum sulfuricum. Die Reinigung derZinksulfatlöSungen von Eisen, welches gewöhnlich als Ferrosalz vertreten ist, geschieht nach den Berichten in den Fachblättern am einfachsten durch Erforschung der Menge des nöthigen Kaliumhypermanganats, das Ferrosalz in Ferrisalz überzuführen, die Flüssigkeit bis auf 105° C. zu erhitzen und dann mit einer überschüssigen Menge Zinkhydroxyd zu vermischen, absetzen zu lassen und zu liitrircn. Ein etwa zu starker Zusatz des Permanganats wird durch Zusatz von etwas Aotzammon und Erhitzen beseitigt. Einfacher und bequemer ist es, der Zinksulfatlösung eine ausreichende Menge feingepulverten, möglichst reinen Manganhyperoxyds zuzusetzen, unter Umrühren bis zum Aufkochen «0 erhitzen oder einige Stunden hindurch bei 90—100° C. zu digeriren, hierauf soviel Zinkoxyd hinzuziunischen, als Manganhydroxyd in Anwendung kam, noch eine halbe Stunde zu digeriren und schliesslich zu iiltriren. Ist alles Eisen io Oxyd verwandelt, so wirkt das Filtrat auf Kaliumhypermanganat nicht mein' entfärbend ein. Das Filtrat darf schliesslich mit Gerbsäure im Verlaufe einiger Minuten keine dunkle Färbung hervorbringen. (Uaokr). Ein Weingeist von 0,940 spec. Gew. löst in 50ccm lg des krystall. Zinksulfats. Zinksulfat soll in vielen Fällen das Silbernitrat bosser ersetzen (vergl. 8.114b Laschkewitsch gebraucht es bei chronischem Magenkatarrh (0,015g pro dosi), bei heftigen Schmerzen mit 0,005g Codein verbunden. Auch bei Katarrhen, welche den Magenkrebs begleiten, erwies es sich sehr hilfreich. Als stärkste emetische Dosis gilt lg. Solvo in Aquae destillatae 100,0. D. S. Zum Einspritzen, zum Verbände (blutender oder wunder Hautflächen, bei Uterinblutungen, mit Wasser verdünnt zum Waschen schweissiger Hände und Küsse). (1) Aqua Bntanea. Aqua aluminosa composita. Liquor Alu- minis compositus. Aqua adstringens. Inject™ adstringens. Aqua Aluminis Bäte. W Zinci sulfurici Aluminis crudi ana 1,5. Ziucum sulfuricum. 1255 (2) Bacilla zincica. Bacilla cunoiformia zincioa. Cereoli nasales zincici. Nasen-Zinkstäbchen. Nasen- bacillen mit Zinksulfat (Grohs'). W Gelatinae albae 30,0 Glycorinao 20,0 Aqnao destillatae 10,0 Zinci sulfurici 2,5. Misce et solve cüluro balnei aquae et li- quorom in modulos centum et viginti euneiformes funde. Baeilla 0,02g Zinci sulfurici continentia refrigerata Charta pa raffinata oircumdentur. D. S. Zum Betupfen der Nasenhöhlen (bei übermässiger Schleimabsonderong). Ph. Contralh. 1880, S. 87. Von diesen Gftons'schen Nasen bacillcn giebt es 4 Sorten, eine mit. 0,02 Cuprum salfuri- cuin, die 2. mit 0,02 Zincum sulfuricum, die 3. mit 0,03 Extractuin Ratanhae und die 4. mit 0,06 Acidum carbolicum. (3) Liquor corrosivus Pharmacopoeae Germanicae editionis II. Vf Cupri sulfurici Zinei sulfurici ana ti,0. Solve in Aceti crudi 70,0, tum admlsce Aceti plumbici 12,0. D. S. Zum äusserlichen Gebrauche (mit Wasser verdünnt zum Verbände, auch zu Waschungen gegen Pruritus ani et vulvae). (4) Mixtur» digestiva Niewooniczanski. iv Zinci sulfurici 0,2 (—0,25). Solve in Aquae destillatae 200,0. D. S. Viermal täglich '/•> Esslöffel (bei Magenkatarrh, Uebelkeit, Stahlverstopf- ung, Unterleibsneuralgien), Vet. (5) Ungnentum antiherpeticum canum. Ungnentum antisimonideum. für Hunde. Käudesalbc Vf Zinci sulfurici 20,0 Acidi benzo'ici praeeipitati Acidi carbolici Glycorinao ana 5,0. Contcrondo optimo mixtis adde Unguenti basilioi 30,0 Sebi taurini 20,0, antea loni caloro liquata. Diese Salbo wird auf lie Hautstellen bei Hunden aufgelegt, welche von der Eunde- fellmilbe, der von Simon entdeckten Milbe, bewohnt sind. Die Krankheit hat den Namen Simonide erhalten. Die Stellen zeigen starke Entzündung und sind daher geröthet, die Haare fallen aus, das Pell verdickt sich, schliesslich entsteht eine. Hautwunde. Clement hat dagegen eine Vorschrift gegeben, welche die Ansicht annehmen lässt, dass er mit Canthariden auch AcaroTden vertreiben könne. Seine Salbo besteht aus 35g Zinksulfat, 15g Cantharidenpulver und 50g Fett. Canthariden gegen Räude anzuwenden, scheint besonders in Frankreich Gebrauch zusein. Man ahme dies nicht nach! Vet. (6) Unguentum antipsoricum tau- roruin Hoülez. Hoülkz's Räudesalbe der Rinder. iy Zinci sulfurici Aluminis Sulfuris Sublimat] Cupri acetici Cantharidum ana, 5,0. Terendo in pulverem subtilem redaeta commisce cum Unguenti Hydrargyri cinerei 30,0 Adipis suilli 230,0. Die Canthariden und den Schwefel wegzulassen, dafür aber Carbolsäure und Ter- penthinbl einzuschieben, gewährt eine besser wirkondo Salbe. Angenwasser, Dr. Wagnur's, ist eine 0,3-proc. Zinkvitriollösung, Augonwnssor von J. F. Grüis (llcilbronn) ist ein Gemisch aus Zinkoxyd, Zink- sulfat und mit Zucker versetztem Fcnchelwasser. (Stein, Analyt.) Zahnhalsbänder, galvanische von Otto Glatte (Berlin), 25cm lange, 3cm breite rotlie SammetStreifen, mit ihren Längsseiten zusammengenäht und mit Bandern versehen. Sie schliessen drei mit Leim überzogene, der eine mit Kupfervitriol, aer andere mit Zinkvitriol, der dritte mit Braunstein bestreute Papierstreifen ein, (Kol- LOSSER, Analyt.) 1256 Ziugibor. Zingitocr. Von Tiiresh sind mehrere Ingwersorten untersucht (Archiv d. Ph. 1880, 2. Hälfte S. 67—69). Die Resultate sind im Folgenden zusammengestellt. Die Extraction geschah in der verzeichneten Folge. Nach der Extraction mit Aether folgte die Maceration mit Wasser, darauf die mit Weingeist, dann die Extraction mit 1-proc. Natriumhydroxydlösung, schliesslich die Extraction mittelst 1-proc. Salzsäure. I. Jamnika-, II. Jamaika-, III. Cochinchina- und IV. Afrika-Ingwer. I. II. in. IV. Aetherextract 5,64 3,28 4,97 8,06 Wässriges Extract 9,45 12,00 12,10 7,50 Weingeistiges Extract 0,80 0,40 0,28 0,63 Alkalisches Extract 23,88 28,08 8,12 1,86 Stärkemehl 18,75 18,12 15,79 13,50 Saures Extract 4,32 1,00 11,96 10,92 Cellulose etc. 21,08 20,13 25,45 38,74 Feuchtigkeit 11,02 13,42 13,53 14,52 Asche 5,06 3,57 4,80 4,27 In dem Aetherextracte findet sich ein farbloses krystallinisches Fett, ein rothes Weichharz, zwei Harzsauren, ein neutrales Harz, flüchtiges Oel und Gin- gerol, welches den scharfen Geschmack des Ingwers bedingt. Wasser soll diesem Extracte Weichharz und ein Alkaloid (!) entziehen. Mit Petroläther lässt sich aus dem Aetherextracte das kryst. Fett, ätherisches Oel und ein rothes Fett ausziehen. Aus dem mit Petroläther behandelten Aetherextraeto lässt sich mit 50-proc. Weingeist, das Gingeroi (neben Kalksalzen) extrahiren. Dieses ist halbflüssig, hellroth, intensiv stechend von Geschmack. Der mit Aether behandelte Ingwer wurde nun mit Wasser behandelt etc. Das Nähere wolle man 1. c. nachsehen. Eine sehr ausfii lirli che von vielen Abbildungen begleitete Arbeit über die Rhizome mehrerer Zingiberaceen hat Arthur Meyeb im Archiv 1881, 1. Hälfte, S. 401 — 429 veröffentlicht, auf welche wir nur verweisen können. Oleum Zingiberfs hat Tiiresh untersucht (Archiv der Ph. 1882, 1. Hälfte, S. 67). Hiernach ist dieses ätherisch* Oel strohgelb, von kampferartigem Geruch, aromatischem, nicht scharfem Geschmack und dicklicher Consistenz, schwer löslich in rectificirtem (verdünntem?) Weingeist, leicht löslich in Aether, Chloro- form, Benzol, Schwefelkohlenstoff und Essigsäure. An der Luft wird es sauer und verharzt. 10s ist linksdrehend. Conc. Schwefelsäure löst es bluthroth, gewöhnliche Salpetersäure färbt es blau, roth, dann purpurroth, schliesslich erfolgt Aufbrausen und die Bildung eines harzigen Körpers. Es ist aus mehreren Kohlenwasserstoffen und Oxyden zusammengesetzt. Den grösseren Theil bildet ein Kohlnwasserstoff von der Formel —7 Procent. Als Verfälschungen des Ingwerpulvers werden angegeben: Eicheln, Rapskuchen, Brot, Curcuma. Letztere würde auf die Farbe des fogwerpulvers von grossem Einflüsse sein und ist eine absichtliche Beimischung sehr unwahrscheinlich, dagegen hat man vor Jahren unter dem ganzen Ingwer einige Curcuma- 1258 Zingiber. rliizome angetroffen, welche jedenfalls aus Versehen diese Rangerhöhung erfahren hatten. Der filtrirte Aufguss mit kaltem Wasser würde bei Gegenwart von Cur cum a nicht nur gelblich sein, er würde auch mit Bleiacetat eine stärkere Fällung geben. Ingwerpulver mit kalter Boraxlösung geschüttelt und nach einer halben Stunde filtrirt liefert ein kaum gefärbtos Filtrat, welches aber bei Gegenwart von Curcuma rothbräunlich bis röthlich - gelbbraun gefärbt ist. Bei Gegenwart von Eicheln in dem Ingwerpulver würde der filtrirte kalte Aufguss nicht ermangeln, sich mit Ferrichlorid stark dunkel bis tintenartig zu färben, und bei Gegenwart von Brot würde in demselben fillrirten Aufgüsse .Todjodkalium die Stärke- raehlreaction hervorbringen. Zur mikroskopischen UnterBuchung dos gepulverten Ingwers mischt man dieses mit dünnem Glycerin. Unter dem Objective beobachtet man 1) Oelzcllen, 2) Fig. 170. sui-Vozoiien (los TriRweis (400-mal vorgr.). rundliehe Harzzellen, '.'>) eckige Parenchymzellen mit Starkezellea gefüllt. 4) Die Gefässbündel bestehen aus dünnwandigen Faserzellen, dickwandigen, eine weite Höhlung einschliessenden Prosenchymzellen und Treppengefässen. Die Stärkezellen sind flach, oval 0,02—0,04 mm lang und zeigen deutliche con- centrische Schichtungen. Formelomento auB dem Qewetio dos JngwovH, ca. 120-mal vergrössert. h Harzzellen, o Oel/.ellen, xp Gfftfftil- bündel mit Treppengofäss, a Stärkemehl. IV (1) Guttae anticholericae Badt. Badt'b Choleratropfen. Tincturae Zingiberis Tinctnrae Opii simplicis ana 5,0, Tincturae aromaticae 10,0. (2) Mixtum (Jucryana. Mixtur» obturana Query. IV Chloroformii 5,0 Tincturae Zingiberis 15,0 Syrupi Gummi Mimosae 10,0. M. D. S. Umgeschttttelt theelöffelweis« 7,n nehmen (bei Durchfall, Magenkatarrh, Dannkatarrh). M. D. S. Choleratropfen. Dreistündlich 2o_30 Tropfen (bei Eintritt von Cholerasymptomen 2—3-mal halbstündlich 20 bis :S0 Tropfen). Ginger Ale wird nach der Deutsch-Americ. Apoth.-Ztg. bereitet: In 15 Liter Wasser werden 190,0g Natriumbicarbonat gelöst, nach 12 Stunden decanthirl und darin 990,0« Zucker gelöst. Nim wird es mit, Ginger Ale Extracf (Zingib. L3G0, Gort. Citri, reo. 125, Fruct. Capsici 125 werden mit 3760 Weingeist 11 Tage maoerirt ausgepressl und filtrirt) nach Geschmack versetzt, mit Caramel gefärbt und in Flaschen gefüllt. Die Mischung betrage 18 Liter. In jode Flasche zu i/i Liter wird dann 5g Acid. tartaricum gegeben. Ginger-Alc-Kxtract wird aus 150 Th. zerschnittenem Ingwer, 18 Th. frischen Citronensohalen, 13Th. Spanischem Pfeffer und 400 Th. 60-proc. Weingoist durch Maceration, Auspressen und Filtration bereitet. A n li a n ff. Die zweite Ausgabe der Pharraacopoea Germanica, welche 1882 im Buch- handel erschien, enthält eine ziemlich lange Reihe Vorschriften zur Darstellung von Medicinstoffen und Galenischen Arzneien, welche bereits die erste, im Jahre 1872 erschienene Ausgabe reeipirt hatte, aber in vielfach abweichender Fassung und mit verschiedenen Abänderungen und Veränderungen. Da diese Vorschriften aus der 1. Ausgabe auch in das Ilandb. der pharm. Praxis übergingen und jetzt zum Theil gegenstandslos geworden sind, so folgt hier als Anhang ein jenen Veränderungen entsprechendes Excerpt der Pharmacopoea Germanica, editio altera, in alphabetischer Reihenfolge und schliesslich ein Ver- zeieliniss der von dieser Ausgabe normirten Maximalgaben der giftigen und starkwirkenden Arzneistoffe, Laut einer Bemerkung in der Praefatio der Phar- macopoe ist überall, wo im Texte Aqua vorgeschrieben ist, Aqua dcstillata zu nehmen. Wo in diesem Excerpte nur Aqua angegeben ist, setze man daher auch Aqua destillata. Excerptnm Pliarmacopoeae Germanicae, editionis alterae (1882). Acctum coloris expers vel flavum. r)°/ 0 C 2 H ,*>.,. Anitum aroinuticum paratum ex Ol. Larand., Ol. Menth, pip., Ol. Rorismar., Ol. Junip. bacc, Ol. Cinnamomi ana 1,0; Ol. Citri, Ol. Caryophyll. ana 2,0; Spirit. Vini SOOfi\ Acidi acetici diluti (30%) 450,0; Aquae dest. 1200,0. Liquor per aliquot dies sepositus et interdum conquassatus filtratur. Pond. spec. 0,987 --0,991. Acctum Digitalis maecrando per octo dies paratur e Fol. Digital. />. 5, Spirit. Vini p. 5, Acidi aect. dilut. p. 9, Aquae dest. p, 36, Acctum pyrolignosum cruduui et rectifieatum contineaat 6% Acid! »cetioj. Acctum Scillae maceratione paratum e Bulbi Scillae p. 50; Spirit. Vini p. 50] Acidi acet. dilut. p. 90; Aquae dest. p. 360. Acidnm aecticum continet 9G n / 0 Acidi (C 2 H.,0 2 )- Acidum aceticum dilutum continet 30% Acidi (C 2 II 4 0 2 ). Acidum carbolienm crudum cont. circiter 90% Phenoli. 1260 Anhang. Exccrpt. PL. Germ. V Aeidum carbolicuin liqucfactum ex Acidi carbolici cryst. p. 10 et Aquae dest. 1 paratur. Aciduni formicicum cont. 25°/ 0 CII 2 0 2 . Pond. spec. 1,060—1,063. Aeidum hydrochloricum cont. 25°/ 0 Chloroliydrogenii. Pond. spec. 1,124. Aeidum hydrochloricum erudum cont. 29°/ 0 CLlorohydrogenii. Pond. spec. minimum 1,158. Aeidum hydrocliloricum dilutum cont. 12,5 °/ 0 Chloroliydrogenii. Pond. spec. 1,061. Aeidum lacticum. Pond. spec. 1,210—1,220. Aeidum nitricum cont. 30°/ 0 HN0 3 . Pond. spec. 1,185. Aeidum nitricum fumans. Pond. spec. 1,450—1,500. Aeidum phosphoricum cont. 2O°/ 0 H 3 P0 4 . Pond. spec. 1,120. Aeidum sulfuricum. Pond. spec. 1,836—1,840. Cont. 94—97% H s S0 4 . Aeidum sulfuricum erudum cont. non minus quam 91 °/ 0 H 2 S0 4 . Pond. spec. 1,830. Aeidum sulfuricum dilutum miscendo paratur ex Acidi sulfurici puri p. 1 et Aquae dest. p. 5. Pd. spec. 1,110—1,114. Aethcr. Pond. spec. 0,724—0,728. Aethor acetieus. Pond. spec. 0,900—0,904. Ammonium chloratum ferratum miscendo ex Ammonii chlorati p. 32 et Liquoris Ferri sesquiclilorati p. .9, agitando evaporandoque calore balnei aquae paratur. Sit pulvis e rubro flavus. Antidotnm Arscnici est mixtura e Liq. Ferri sulfurici oxydati p. 100 et Aquae frigidae p. 250, cui adduntur Magnesiae ustae p. 15 cum Aquae frigidae p. 250 contritae. Sempor recenter parandum est. Aqua Aiuygdalarum amararnm paratur ex Amygdal. amarar. p. 12, quam maxime ab oleo pingui exprimendo liberatis et in pulverem subtilem redactis, commixtis cum Aquae dest. p. 80 et Spiritus p. 1. Mixtura per horas 12 seposita, permittendo vapores aquosos destillentur p. 11, quae in reeeptaculo Spiritus^). 1 continente colliguntur. Liquor in reeeptaculo collectus adden- do quantitatem sufficientem mixturae e Spiritus p. 1 et Aquae dest. p. 5 paratae corrigendus est, ut partes millenae partem unam Acidi hydroeyanici (HCy) contineant. Aqua carbolisata. Partes aquae 100 continent partes 3 (tres) Acidi carbolici crystallisati. Acidi carb. liquefacti p. 33 miseeantur cum Aquae destill, p. 067. Aqua chlorata conti neat 0,4 °/ 0 Ohlori gasiformis. Aqua (linnamomi. Cort. Cinnamomi p. 1, superfusa Spiritus p. 1 et Aquae q. s., stet per horas duodeeim, tum destillando partes 10 colligantur. Aqua Picis. Pieis liqnidae p. 1, cum Pumicis pulverati, aqua eloti, deinde siccati p. 3 commixtae, A ( |u;k^ dest. />. 10 affunduntur, tum mixtura per quin- que minutas partes liorae conquasaatur, postremum filtratur. Aqua Plnmbi est mixtura e Liq. Plumbi aubaeetici /). / et Aquae dest. p. 49- Argentnm nitricum cum Kalio nitrico ex Argenti nitriei p. 1 et Kalii nitrici p. 2 componitur. Auro-Natrium chloratum respondet mixturae ex Auri terchlorati cum Natrii chlorati ana partihus. Contineat 30°/ 0 Auri. Kalsamnm Nucistae e Cerae flavae p. 1, Ol. Olivae p. 2 et Ol. Nucistae p. 6 liquando componitur. Anhang. Excerpt. Pli. Germ. 1261 Oalcaria chlorata 20°/o Chlori efficacis contineat. Charta nitrata ope solutionis Kalo nitrici p. 1 in Aquae p. 5 paratnr. Ohiniiinm ferro-citricnm continet p. 9 Chinini in partibus centenis. Para- tur ex Acidi citrici p. 6, Aquae dest. p. 500 et Ferri pulv. p. 3. Solutioni filtratae, tum ad spissitudinem syrupi evaporando redaetae, Chininum e p. /,.'>' Chinini sulfurici Liquore Natri caustici admixto praeeipitatum additur. Liquor spissior, in laminis vitreis pansus, ad siccitatem redigitur. Lamellae nitidae. Chloroformiuiii. Pond. spec. 1,485—1,489. Collodium cantharidattim paratur macerando per triduum e Cantharid. p. 50, Aetlieris p. 80. Colaturae p. 42, Lanae Collodii p. 2 et Spiritus Vini p. 6 in Collodium transdueuntur. Collodium clastieuni ex Olei Ricini p. 1 et Collodii p. 49 miscendo paratur. Ciiprum oxydatum est candefactum. Dccoctnm Sarsaparillae compositum fortius paratur e Rad. Sarsaparill. p. 100, Sacchari et Aluininis ana 5,0, superfusis Aquae dest. p. 2000. Mixturae per horas trea calore balnei aquae digestae adduntur Fruct. Anisi eont., Fruct. Foeniculi cont. ana p. 5, Fol. Sennae conc. p. 25, Rad. Liquirit. conc. p. 10. Colaturae decanthatae sint />. 2500. Decoctum Sarsaparillae compositum mitius aequali modo paratur e Rad. Sarsaparill p. 50, Aquae />. 2400, Cort. Fruct. Citri, Cort. Cinnamomi, Fruct Car- damomi, Rad. Liquirit. ana p. 5. Colaturae decanthatae Bint p. 2500. Elaeosacchara parantur ex Olei aetherei gutta 1 et Sacchari pulv. gramma- tis 2. Ex tempore. Eleetiiarium e tSonua e Fol. Sennae pulv. p, 10 Syrupi Saceh. p. 40 et Pulp. Tamarind. dep. p. 50 calefaciendo calore balnei aquae miscendoque paratur. Klixir ainariim est liquor ex Ex.tr. Absinth, p. 10 et Elaeosacch. Menth, pip. p. 5 solvendo in Aquae p. 25 et addendo Tinct. aromat. atque Tinct. amarae ana p. 5 paratus. Liquor est paullulum turbidus. Eli.vir Auraiiliornm compositum. Cort. Aurant. fruct. conc. p. 50, Cort. Cinnamomi Cass. p. 10, Kalii carbonici />. 2,5, Buperfusae Vini Xerensia p. 250 macerent per octo dies. In oolatura addendo Vini q. s. ad p. 230 redaeta solvuntur ana p. 5 Extractorum Gentianae, Absinthii, Trifolii fibrini et Casca- rillae. Liquor sedimentatus filtratur. Liquor limpidus. Elixir o Sncco Liqniritiae. Praeceptum editionis primae. Liquor, si aquae p. decern diluitur, praebeat mixturam limpidam. Ilandb. II, 3f>8 (4). Emplastrum adliaesivnm paratur ex Empl. Lithargyri p. 500, Cerae flavae p. 50, ReBinae Dammar p. 50, Colophonii p. 50 et Terebinthinae p. 5. Empl. Cantharidim perpetnnm paratur e Colophonii p.70. Cerae flavae j». &0, Terebinth. p. 35, Sebi/). 20, Cantharid. subt. pulv. p. 20 et Euphorbia pulv.p. ■'<■ Empl. Ccrussac ex Empl. Litharg. p. 60, Ol. Olivae p. 10 et Cerussae subt. pulv. p. 35, addendo aquae paullum coquendoque paratur. Empl. fiisrum camplioratiiiu ooquendo e Minii praep. p- SO et Ol. Olivae p. 60, tum addendo Cerae flavae p. 15 et Camphorae cum Olei Olivae paullo contritae p. I paratur. Empl. Bydrargyri ex Hydrargyri p. 100 cum Ol. Terebinth. terendo divisis, Terebinth. p. 50, Empl. Lithargyri p. 300 et Cerae p. 50 paratur. Empl. saponatniu ex Empl. Litharg. p- 70, Cerae flav. p. 10, liquatis et addendo Saponia medicati pulv. p. 5 et Campliorae p. 1 paratur. 12G2 Anhang. Ezeerpt. Ph. fterm. Emulsioites olcosac ex Olei (Amygdal.) p. 2, Gummi Arabici p. 1 et Aquae dest. p. 17 emulgendo parantur. Kmulsiones seminalcs parantur e seminis vel fructus p. 1 et Aquae dest. q. s., ut colaturae siiit p. 10. Extraeta narcotica sicca ex Extracto narcotico et Kadice Liquiritiae pulv. ita parantur, ut partes 2 Extracti sicci aequent /). / Extracti narcotici normalis. Extracta narcotica soluta ex Extracti p. 10, Aquae dest. p. 6, Spiritus p. 1 et Glycerinae ;;. 3 parantur. Extractnm Absinthü ex Herbae Absintli. p. 20 extrahendo primum mixturae ope e Spiritus p. 40 et Aquae dest. p. 60, deinde mixturae ope e Spiritus p. 20 et Aquae dest. p. 30 maceratione paratur. Extractnm Aconit! e tuberibus Aconiti bis macerando per dies sex et per triduura ope Spiritus p. 60, dilutarum Aquae dest. p. 45, paratur. Extractnm Belladonnac. Praecept. edit. primae. Handb. I, 580. Exlractum Calami e Rhizomate Calami macerando ope Spiritus 36°/o ve ' ope mixturae e Spiritus p. 60 et Aquae dest. p. 00 paratur. Extractum Chinac aquosum (i. q. frigide paratum) macerando e Cortice! Chinae (succirubrae) paratur. Extractum consistentiae tenuis s. syrupi. Extractum Chinac spirituosum i. q. Extract. Chinae Ph. editionis primae, sed e Cortice Chinae succirubrae paratur. Extractum siecum. Handb. I, 832. Extractum Colocynthidis parum differt. Extractio maceratione efficitur. Extractnm Cubebarum. Paratio nou differt. Sit densitatis mellis. Handb. I, 964. Extractum Digitalis modo quo Extractum Belladonnae paratur, nisi quod Herbae Digitalis recentis et florentis p. 10 Aquae parte 1 conspersae contun- duntur et exprimuntur, et residuum herbae deinde Aquae partibus 3 mixtum denus exprimitur. Colaturae commixtae, ad 80° C. calcfactae, deinde denuo perlino teum fusae et evaporando t&p. 2 remanentes redaetae commiscentur cum Spiritu- p. 2. Liquor saepius conquassatus post horas 24 colatur. Residuum in cola- torio in lagenam bene obturandam immitttitur, admixta Spiritus diluti p. 1, inter calofaciendum saepius conquassando traetatur, post Sedimentationen) decantbatur et hie liquor limpidus liquori antea eollecto additur. Filtratione peraeta liq"" 1 ' evaporando ad extracti spissi densitatem redigitur. Loco Aquae semper Aq" ;l dest. sumatur. Extractum llclcnii macerando ope Spiritus 36 °/ 0 vel mixturae e Spiritus p. /!l> et Aqnae dest. p. 90 paratur. Extractum (|uassiac. Extractio aqua dest. ebulliente efficitur. Sit siecum- Extractum Rhei macerando ope Spiritus 36 °/ 0 paratur. Sit siecum. Extractum Rhei compositum ex Extracti Rhei /;. 30, Extr. Alors />■ 10, B esl " nae Jalapae p. 5 et Saponis medicati p. 20 Spiritu diluto inspersis evaporando siccandoque paratur. Sit siecum. Extractum Sahina« ope Spiritus 36% macerando paratur. Sit spissum. Extractum Seealis cornuti. Seealis cornuti p. 10 cum Aq. dest. p. 20 mixtae et per horas sex sepositae exprimuntur et residuum aequali modo traetatur. Colaturae mixtae evaporando ad ;;. 5 residuas reduetae et cum Spiritus diluti p. 5 commixtae, deinde interdum agitando per triduum sepositae ßltrantur <'t '" extractum spissum rediguntttr. Extractnm Stryclini i. q. Extractum Stryohni spirituosum Ph. editionis primae. Ferrum ciirlionicuni sarcharatuin. Sedimentum e Perri sulfurici p- 50, solutis in Aq. dest, cbullientis/;. 200, etNatrii bicarbonici p. 35, solutis in Aquae tepidae partibtts 500, ('ffectum, tum aqua fervida elotum et ab humiditate (primendo; Anhang. Excerpt. l'h. Gorm. 1263 quam maxime liberatum additur mixturae e Saccliari lactis p. 10 et Sacchari albi p. 30, tum evaporatux. Addcndo Saccliari albi q. s. massae residuae siccae partes 100 explentur, quae partibus decem Ferri respondent. Ferrum jodatum e Ferri pulv. p. 30, Aquae dest. p. 100 et Jodi p. 82 paratur. Mixtura filtrata Ferri jodati partibus 100 rospondet. Ad massam pilul. prae- ceptum, ille liquor in patina ferrea celeriter evaporandus est. Forrum oxjdatum saceliaratuiii solubile e Liquoris Ferri sesquiclilorati pond. spec. 1,280 — 1,282 />. 30 et Saccliari q. s. paratur, ut p. 100 expleantur. Cen- tenae partes respondent Ferri partibus tribus. Ergänsmngsb. S. 432. Ferrum sulfuricum (cryst.) e solutione aquosa Spiritum addendo praeeipitatur. Gclatina Carnigen, l'raeceptum Ph. edit. primae. (Handb. II, S. 726 sub 1.) Gclatina Liclienis Islandici. Fraeceptum editionis primae. (Handb. II, S. 353 subl.) Infiisum Sennac compositum e Foliorum Seimao p. 5, Aquae dest. fervidae p. 30, Tartari natronati p. 5 et Mannae p. 10 1. a. paratur. Linimentum ammoniato-campuoratum miscendo ex Olei camphorati p. 30, Olei Papaveris p. 10 et Liquoris Ammonii caust. p. 10 paratur. Iiinimentnm ammoiiiatum miscendo ex Ol. Olivae p. 30, Ol. Papav. p. 10 et Liq. Ammonii caust. p. 10 paratur. Linimentum sapouato - camplioratiun paratur solvendo Saponis medicati p. 60 et Camphorae p. 20 in mixtura Spirit. p. 810 cum Glycerinae p. 50. Liquori Ol. Thymi p. 4, Ol. Rorismarini p, 6 et Liq. Ammonii caust. p. 50 adduntur. Linimentum sajioiiato-camplioratum liquidum miscendo paratur e Spirit. camphorati p. 1'JO, Spirit. saponati p. 350, Liq. Ammonii caust. p. 24, Ol. Thymi p. 2, Ol. Rorismarini />. /. Linimentum toreltintliinatuin miscendo paratur e Kalii carbonici crudi p. 6, Saponis kalini venalis p. 54 et Ol. Terebinth. p. 40. Liquor Alnminii aeetici. Aluminii sulfurici/». 300, solutis in Aquae dest./>. 800 et oommixtis cum Acidi aeetici diluti />. 300, adduntur inter agitationem Calcii carbonici praeeipitati p. 130 cum Aquae partibus 200 contritae. Post Loras 24 mixtura saepius agitata in colatoriuni transfertur et sedimentum exprimitur. Colatura ßltratur. Pond. spec. 1,044—1,046. Cont. 7,5—8,0°/ 0 Alum. subacetic. Liquor Ammonii aeetici. Pond. spec. 1,032—1,034. Cont. 15% 0»H S O^NH 4 . Liquor corrosivus paratur solvendo Cupri sulfurici et Zinci sulfurici ana p. 0 in Aceti crudi /;. 10 et addendo Aceti plumbici p. 12. Ex tempore. Liquor Ferri aeetici. Praecipitatum e Liquoris Ferri sesquiclilorati p. 10, diliitis Aquae p. 50, addendo Liq. Ammonii caust. /*. 10 dilutas Aquae />. 200 effectum, elotum et fortiter expressum solvitur in Acidi aeetici diluti />. 8, '»'" cum Aqua a. e. miscetur, ut pond. sp. sit 1,081—1,083. Cont. 4,8-5 % Fe. Liquor Ferri oxychlorati. Praecipitatum addendo Liq. Ferri sesquiclilorati p. 35, dilutas Aquae p. 100, ad Liq. Ammonii caustici p. 35, dilutas Aquae p. 320 effectum, aqua emtum et expressum cum Acidi hydrochlorici p. •'> miscetur et per triduum loco tepido seponitur, tum Aquae q. s. temperatur, ut solutionis Pond. spec. sit 1,050. Contineat 3,5 H/ 0 Ferri inetallici. Liquor Ferri sesquiclilorati. Pond. spec. 1,280—1,282. Centinet 10% Ferri. Liquor Ferri sulfurici ovvdati paratur e Ferri sulfurici p. 80, Aquae p. 40, Acidi sulfurici p. 15 et Acidi nitrici/». 18. Pond. spec. 1,428—1,430. 10% Fe. Liquor Kali caustici. Pond. spec. 1,142—1,146. Cont. ca. 15% ROH. Liquor kalii arsenicosi. Acidi aroenicosi, Kalii carbonici et Aquae ana p. 1 1264 Anhang. Excerpt. Ph. Germ. usque ad solutionem calefactis admiscentur Aquae p. 40 et Spiritus Melisaes compositi p. 15, tum Aquae purae q. s., ut mixturae sint p. 100. Liquor Mrii caustici. Pond. spee. 1,159—1,163. Cont. 15%NaOH. Liquor Natrii silicici. Pond. spee. 1,300—1,400. Magnesium citricum effervesecns. Magnosii subearbonici p. 25 et Acidi citri« p. 75 cum Aquae p. 10 niixtae siccantur et in pulveren» redaetae miscentur cum mixtura pulveroae Natrii bicarbonici p_. 85, Acidi citrici p. 40 et Sacchari p. 20 parata. Inspergendo paullulum Spiritus et agitandü granula efficiuntur. Mcl rosatum. Flor. Rcsae p. 1 cum Aquae p, 6 per horas 24 maceratft praebet colaturam, quae ad spissitudinem syrupi evaporata et cum Spiritus copia quintupla commixta, tum filtrata cum Mellis depurati p .10 commiscetur, deinde evaporatur, ut p. 10 remaneant. Oleum cantliaridatum. Digerendo o Cantharid. pulv. p. 3 in Oloi Rapae p- 10, exprimendo filtrandoque paratur. Oleum Hyoscyami (coctum) ex Herbae Ilyoscyami conc. p. 4, inspersis Spiritus p. 3, digerendo calore balnei aquae in Olei Olivae p. 40, exprimendo filtrandoque paratur. Paraflinum liqnidum. Pond. spee. 0,840. Pilulae Ferri carbouici. I'raecipitatum e Ferri sulfurici p. 50, solutis in Aquae p. 200, et Natrii bicarbonici p. 35, solutis in Aquae tepidae /;. 500 effectum, tum elotum et cum Sacchari pulv. p. 8 et Mellis dep. p. 26 commixtiun celeriter evaporatur, donec p. 40 remanserint. E yrammatis 20, admixto paululo Rad. Al- thaeae pulv., pilulae 200 formantur, quae cortice Cinnamomi pulv. consperguntur. Pulpa Tamariiidorum depurata miscendo paratur ex pulpae depuratae spissioris /;. 5 et Sacchari pulverati p. 1. Pulvis [peeacuanhae opiatus miscendo paratur ex Opii pulv. et Rad. Ipecacu- nnhae ]>ulv. ana p. 1 et Sacchari [actis p. 8. Pulvis sulicylicus cum Talco miscendo paratur ex Acidi salicylici p. 3, Amy'i triticei p. 10, Talci Veneti p, 87. Sit pulvis subtilis. Sal Carolinum factitium est mixtura pulverea e Natrii sulfurici sicci p. 44, Kalii sulfurici />. 2, Natrii cbiorati p. IS et Natrii bicarbonici />. 36. Mixturae gramata 6 soluta in Aquae litra mm Aquam Carolinam factitiam praebent. Sapo kuliiiiis. Olei Lini /;. 100 commixtae cum Liquoris Kali caustici p> 135 et inter agitatiofiem calore balnei aquae per horam dimidiam calefactae miacentur cum Spiritus p, 25, deinde cum Aquae calidae p. 200, ut massa pellucida ßat, cujus pondus evaporando ad />. 150 redigitur. Sit massa sub- fusca flava, pellucida et lubrica. Sapo medicatiis paratur e Liquoris Natri caustici p, 120, Adipis suilli et Olei Olivae ana p. 50. Massa^perfecte saponificata commiscetur cum Spiritus p. 12, deinde cum 'Aquae />. 200. Postea addendo liquorem flltratum paratum e Natrii chlorati />. '-'5, Natrii carboniei />. 3 et Aquae />. SO sapo seoernitur. Sapo expressus et concisus siccatur et in pulverem redigitur. Naturatio i. q. Potio Riveri. Specks aromaticae miscendo parantur e Fol. Menth, pip., Herb. Scrpyl h Herb. Thymi, Flor. Lavandul. ana p. 2, Cafyophyllor. contus. et Cttbebaruni cont. ana p. 1. Npcn'es laiaates (St. Germain) miscendo parantur'e Pol. Sennae p. t°> Flot J Sambuci /*. lo, Fruct. Foeniculi, Pruct. Anisi ana p. 5 el Tartari dep. />■ Anhang. Excerpt. Ph. Germ. 1265 Folia Sennae aquae paullulo humectata Tartaro depurato pulverato quam maxime aequaliter consperguntur, tum siccata cum ceteris speciebus commiscentur. Spccies Lignornm miscendo paratur e Ligni Guajaci p. 5, Radicis Ononidis je». 3, Rad. Liquiritiae mundatae et Ligni Sassafras ana p. 1. Species pectorales. Praeceptum idem edit. primae nisi quod loco' Fructus Anisi stellati sumitur Fructus Anisi. Handb. I, p. 243. Spiritus Fonnicarum miscendo paratur e Spiritus p. 70, Aquae p. 26 et Acidi formicici p. 4. Spiritus Mclissae compositns. Praeceptum Ph. edit. primae, nisi quod Fructus. Coriandri omittendus est. Spiritus Mcnthae piperitae i. q. Spir. Menth, pip. Anglicus. Spiritns saponatus. Olei Olivae p. 60 Liquoris Kali caustici partibus 10 simul addendo Spiritus p. 75 saponificatae miscentur cum Spiritus p. 225 et Aquae p. 170. Pond. spec. 0,925—0,935. Spiritus Sinapis miscendo paratur ex Olei Sinapis p, 1 et Spiritus p. 49. Pond. spec. 0,833—0,837. Spiritus Vini Cognacense, Cognac. Pond. spec. 0,920—0,924. Coloris flavi sit. Snccns Liquiritiae dcpnratus est extractum ■ spissum. Sulfnr (lepnratum. Sulfuris sublimati p. 100, ope macerationis in Liquoris Ammonii caustici p. 10 cum Aquae p. 70 mixtis per diem unum, tum aqua elu- endo ab Arseno liberantur. Syrnpns Althaoac. Rad. Althaeae conc. p. 10 per tres horas in Spiritus p. 5 et Aquae p. 250 maceratae praebeant colatnrae p. 200, quae cum Sacchari p. 300 in syrupum partes 500 aequantem rediguntur. Sit paullum flavidus. Syrnpus Ainygdalarum. Amygdalarum dulcium p. 50 et amanmim p. 10 post decorticationem et ablutionem cum Aquae p. 120 emulguntur. Colatnrae p. 130 cum Sacchari p. 200 et Aquae Aurantii florum/3. 10 in syrupum rediguntur, cujus pondus p. 340 exaequare debet. Syrnpus Aurantii corticis. Corticis fructus Aurantii conc. p. 5 per bidnum macerando in Vini generosi albi p. 45 praebeant colaturae p. 40, quae cum Sacchari p. 60 in syrupum, cujus pondus p. 100 exaequet, transdueuntur. Syrnpus Aurantii liornm e Sacchari p. 60 in Aquae p. 20 inter ebullitionem solutis, tum addendo Aquae Aurantii florum p. 20 paratur. Syrupus exaequet p. WO. Syrnpus Ccrasornm e succi fermentati p. 35 et Sacchari p. 65 paratur. Syrupns Cinnamomi. Corticis Cinnamomi p. 10 in Aquae Cinnamomi />■ 50 per biduum maceratae praebeant colaturae p. 40, quae cum Sacchari f. 60 in syrupum rediguntur. Pondus syrupi p. 100 exaequet. Syrupus Ferri jodati. Modus faciendi hactenus differt, ut e Ferri p. 20, Aquae p. 300, Jodi ;;. U et Sacchari p. 650 syrupus ponderis p. 1000 aequantia efficiatur. Continet 5°/ 0 Ferri jodati. Syrupus Ferri OXjdati solnbilis paratur miscendo e Ferri oxydati saccharati solubilis, Aquae et Syrupi Sacchari partibus aequalibna. Continet 1 / 0 Ferri. Syrnpus Ipecacuaiihae. Rad. Ipecacuanhae p. 1 per biduum in Spiritus diluti P- 5 et Aquae /). 40 macerando praebeat colaturam nltratam ponderis ;;. 40 aequantis, quae cum Sacchari p. 60 in syrupum redigitur. Sint p. 100 syrupi. Hager, Pharm. Praxis. Suppl. °® 1266 Anhang. Excerpt. Ph. Germ. Syrupus Liquiritiae. Rad. Liquiritiae mundatae p. 20, per horas duodecim in Liquoris Ammonii caustici p. 10 commixtis cum p. 100 Aquae maceratae, ex- primendo praebeant colaturam, quae evaporando ad partes 10 redacta et cum Spiritus p. 10 commixta, tum post horas duodecim filtrata cum Syrupi Sacchari q. s. miscetur, ut partes 100 expleantur. Syrupus Mannae. Colatura filtrata solutionis Mannae purae p. 10 in Aquae p. 40 cum Sacchari p. 50 praebeat syrupum ponderis p. 100 aequantis. Syrupus Menthae. Fol. Menthae pip. p. 10, Spiritus partibus 5 humectatae macerando per diem unum in Aquae p. 50 exprimendo praebeant colaturae p. 40, quae cum Sacchari p. 60 in syrupum rediguntur. Sint p. 100 Syrupi. Syrnpus Papaveris. Fruct. Papaveris conc. p. 10 Spiritus partibus 5 humectatae, digerendo in balneo aquae per horam unam in Aquae p. 50 praebeant colaturae p. 35, quae filtratae cum Sacchari p. 65 in syrupum rediguntur. Syrupus Rhamni catliarticae. Succi fermentati et filtrati p. 35 cum Sacchar p. 65 in syrupum rediguntur. Pondus syrupi p. 100 exaequet. Syrupus Rhei. Rad. Rhei conc. p. 10, Cort. Cinnamomi p. 2 et Kalii car- bonici p. 1 macerando in Aquae p. 100 praebeant colaturae filtratae p. 80, quae cum Sacchari p, 120 in syrupum rediguntur. Pondus syrupi p. 200 exaequet. Syrupus Rubi Idaei. Succi fermentati et filtrati p. 35 cum Sacchari p. 65 in syrupum rediguntur. Pondus syrupi p. 100 exaequet. Syrupus Senegae. Radicis Senegae conc. p. 5 macerando per biduum in Spiritus p. 5 mixtis cum Aquae p. 45 colaturae expressae et filtratae p. 40 praebeant, quae cum Sacchari p. 60 in syrupum rediguntur. Sint p. 100 syrupi. Syrupus Sennae. Fol. Sennae p. 10 et Fruct. Foeniculi p. 1 digerendo pe r tertiam horae partem in Spiritus p. 5, commixtis cum Aquae p. 45, praebeant exprimendo colaturae p. 35, quae cum Sacchari p. 65 in syrupum rediguntur. Syrupus Seunac cum Manna miscendo e Syrupi Sennae et Syrupi Mannae ana partibus paratur. Syrupus simplex paratur e Sacchari p. 60 et Aquae dest. p. 40. Sint syrupi p. 100. Tincturac macerando in lagena clausa per hebdomadem parantur. Tinctura Aloes composita paratur ex Aloes p. 6, Rad. Rhei, Rad. Gentianao, Rhizomatis Zcdoariae, Croci ana p. 1 et Spiritus diluti p. 200. Tinctura amara paratur e Rad. Gentianae, Herb. Ccntaurei ana p. 3, Coi • fruct. Aurantü p. 2, Fructuum Aurantii immaturorum, Rhizomatis Zedoariae ana p. 1 et Spiritus diluti p. 50. Tinctura aromatica paratur e Cort. Cinnamomi p. 5, Rhiz. Zingiberis p- 2 > Rhiz. Galangae, Caryophyllonim, Fruct. Cardamomi ana p. 1 et Spiritus diluti p. 50. Tinctura Digitalis paratur e Fol. Digitalis p. 1 et Spiritus diluti p. 10. Tinctura Ferri acetici acthcrca miscendo paratur e Liquoris Ferri acetici p.8 i Spiritus p. 12 et Aetheris acetici p. 8. Cont. 4°/ 0 Ferri. Pd. spec. 1,044—1,04 >. Tinctura Ferri chlorati aetherca miscendo paratur e Liquoris Ferri se , s 1 ulC ' ^ rati p. 1, Aetheris p. 2 et Spiritus p. 7. Mixtura radiis solis ex P onitm JL vu3 . bene insolata loco umbroso seponatur, ut denuo flavescat. Sit liquor Pond. spec. 0,850—0,854. Cont. p. 1 Ferri in /;. 100. Anhang. Excerpt. Ph. Germ. 1267 Tinctnra Ferri pomata. Extracti Ferri pomati p. 1 solvitur in Aquae Cinna- momi p. 9. Tinctura Opii benzoica paratur ex Opii pulv., Olei Anisi ana p. 1, Campho- rae p. 2, Acidi benzoici p. 4 et Spiritus diluti p. 192. Cont. 0,5 % Opii. Tinctura Opii erocata paratur ex Opii pulv. p. 30, Croci p. 10, Caryophyl- Iorum, Cort. Cinnamomi ana p. 2, Spiritus diluti et Aquae dest. ana p. 150. Pond. spec. 0,980—0,984. Solubile ex Opii partibus 10 in 100 p. contineat. Tinctura Opii simplex paratur ex Opii pulv. p. 1, Spiritus diluti et Aquae dest. ana p. 5. Pond. spec. 0,974—0,978. Solubile ex Opii partibus 10 in 100 p. contineat. Tinctura Rhei aqnosa paratur e Rad. Rhei p. 100, Boracis et Kalii carbonici ana p. 10, Aquae dest. p. 900, Aquae Cinnamomi p. 150 et Spiritus p. 90. Aqua Cinnamomi postremum colaturae additur. Tinctura Rhei vinosa. Praeceptum vix differt. Colaturae filtratae pars sep- tima sui ponderis Saccbari addenda est. Tinctura Veratri paratur e Rhizomatis Veratri p. 1 et Spiritus diluti p. 10. Trochisci Santcnini. Singuli 0,025g Santonini contineant. Ungnentnm basilicum paratur ex Olei Olivae communis p. 45, Cerae flavae, Colophonii, Sebi ovillj ana p. 15 et Terebintbinae p. 10. Ungucntum Cantharidmn paratur digerendo calore balnei aquae per horas decem Cantharid. grosse pulv. /;. 2 in Olei Olivae ;;. S. E colaturae expii- mendo collectae et filtratae p. 7 et Ccrae flavae p. 3 fiat unguentum flavum. Ungnentnm cerenm constat ex Ol. Olivae p. 7 et Cerae flavae p. 3. Unguentum Cerussae paratur miscendo e Cerussae p. 3 et Unguenti Paraf- fini p. 7. Ungnentnm Cernssac camphoratum constat ex Unguenti Cerussae p. 95 et Cam- phorae pulveratae p. 5. Unguentum diachylon (llebrae). Emplastri Lithargyri eluendo a Glycerina et siccando ab aqua liberati p. 5 commiscentur cum Olei Olivae p. 5. Unguentum (ilyccrini. Calore baleni aquae Tragacanthae p. 1 primum cum Spiritus p. 5, tum cum Glycerinae p. 50 conterendo miscentur, deinde digeruntur. Ungnentnm Hydrargyri alltuni paratur ex Hydrargyri praeeipitati albi p, 1 et Unguenti Parafßni />. '.). Unguentnm llydrarayri cincreum paratur ex Hydrargyri p. 10, Adipis suilli p. 13 et Sebi ovi'lli ;>.' 7. Ungnentnm Hydrargyri rubrum paratur ex Hydrargyri oxydati p. 1 et Unguenti Parafßni p. 9. Unguentum Kalii jodati. Kalii jodati p. 20, solutae in Aqaae p. 10 miscentur cuni Unguenti Paraffini /). 170. Ungiientiiiu Paraffini. Paraffini solidi p. 1 leni calore mixta cum Paraffini liquidi p. 4. Ungnentnm Plnnibi paratur e Adipis suilli p. 92 et Liquoris Plumbi subace- tici p. 8. Ungncntum Plnmbi tannici miscendo paratur ex Acidi tannici triti p. 1, Aceti Plumbici p. 2 et Adipis suilli p. 17. Ex tempore. 1268 Anhang. Excerpt. Ph, Germ. Ungnentum Sabinae paratur ex Extracti Sabinae p. 1 et Unguenti cerei p. 9. Unguentnm Tartari stibiati paratur e Tartari stibiati p. 2 et Unguenti Pa- raffini p. 8. Unguentnm Zinci paratur e Zinci oxydati crudi p. 1 et Adipis suilli p. 9. Vinnm camphoratnm. Camphorae p. 1, soluta in Spiritus p. 1, miscetur pri- roum cum Mucilaginis G. Arab. p. 3, deinde cum Vini generosi albi p. 45. Mixtura conquassata dispensatur. Tinum Chinae. Tincturae Chinae, Glycerinae ana p. 100 et Vini Xerensis p. 300 miscentur et post hebdomades tres filtrantur. Vinnm Pepsini paratur e Pepsini, Glycerinae et Aquae ana p. 50, Vini generosi albi p. 1845 et Acidi hydrochlorici p. 5. Mixtura per dies sex seposita et interea saepius agitata filtratur. Liquores volumetrici Ph. Germ, editionis II. Acidnm hydrochloricum volnmctricum (Normal-Salzsäure) miscendo paratur ex Acidi hydrochlorici (1,124 p. sp.) g. 146 et Aquae dest. q. s., ut litra und expleatur. Liquor Amyli volnmetricns. Amyli g. 4, Zinci chlorati g. 20, et Aquae dest. g, 100 coquuntur, donec solutio effecta fuerit, tum, admixtis Zinci jodati puri sicoi g. 2, Aquae dest. q. s. additur, ut litra una expleatur. Sit coloris expcrs, paullum tantummodo opalescens. Liquor Argcnti nitrici volnmetricus (Vio-Normal-Silberlösung) paratur solvendo Argenti nitrici g. 17 in Aquae dest. q. s., ut litra una expleatur. Liquor Jodi volnmetricus (Normal-Jodlösung) paratur solvendo Jodi sicci g. 12,7 et Kalii jodati g. 20 in Aquae dest. q. s., ut litra una expleatur. Liquor Kalii bromati volumetriens (Normal-Kaliumbromidlösung). Litra una continet Kalii bromati siccati g. 5,94. Liquor Kalii bromici volumetriens (Normal - Kaliumbromatlösung). Litra una continet Kalii bromici siccati g. 1,667. Liquor Kalii hydrici volumetriens (Normal-Kalilösung) paratur solvendo Kali caustici fusi g. 56 ad 58 in Aqua destillatae q. s., ut litra una expleatur ve * Acidi oxalici g. 1 ad saturationem com 15,9 liquoris requirat. Liquor Kalii permanganici volumetriens. Litra una Kalii hypermanganici g- 1 contineat vel g. 0,1 fili ferrci in Acido sulfurico diluto solutum centimetris cu- bicis 56,2 liquoris respondeat. Liquor Bfatrii chlorati volnmetricus ( 1 /io- Norma l- Natl- i um chloridlösung). Litra una contineat g. 5,85 Natrii chlorati siccati. Liquor Natrii thiosiilfiiriei volnmetricns (Normal-Natriumthiosulfatlösung). Litra una Natrii subsulfurosi s. thiosulfurici g. 24,8 contineat vel cem 23,6 liquoris ad decolorationem Jodi 0,3 g. soluti sufficiant. (>/ 5 -Normallösung.) Solutio Phenolophtale'ini paratur solvendo Phenolophtaleini g. 1 in Spiritus diluti g. 100. Tinctura Coccionellac macerando e Coccionellae pulv. g. 3, Spiritus g. 50 et Aquae dest. g. 200 paratur. Tabelle der Maximalgaben. Sie giebt die von der Pharmacopoea Germanica ed. II normirten stärksten Dosen der Arzneimittel für einen erwachsenen Menschen an, welche der Arzt beim Ver* schreiben zum innerlichen Gebrauch nicht überschreiten darf, es sei denn, dass er ein Ausrufungszeichen (!) hinzufügt. (Nota. Der nachträglich Tom Deutschen Bundesrate angeordnete Znsatz ist in diese Tabelle eingeschoben und mit einem Stern versehen.) Gram m e Gabe Einzelgabe. auf den Tag. Gramme Gabe Einzel gäbe. auf den Tag. Acotum Digitalis . Acidum arsenicosum Acidum carbolicum. Apomorphin. hydrochloric Aqua Amygdalarum amar. Argontum nitricum . . Atropinum sulfuricum. Auro-Natrium chloratum Cantharides .... *Chloralum hydratum . Codeinum ..... Coffeinum ..... Cuprum sulfuricum . . Extract. Aconit! . . . Extract. Belladonnae . Extract. Cannabis Indicae Extract. Colocynthidis Extract. Digitalis . Extract. Hyoscyami Extract. Opii . . . Extract. Scillae . . Extract. Strychni . Folia Belladonnae . Folia Digitalis . . Folia Stramonii . . Fructus Colocynthidis Gutti...... Herba Conil . . . Berba Hyoaoyami . l'ydrargyruin bichlor corrosiv...... Hydrargyr. biiodat. rubr Hydrargyrum cyanatum Hydrargyrum jodatum Hydrargyrum oxydat.. at 2,0 0,005 0,1 0,01 2,0 0,03 0,001 o,o;> 0,05 3,0 0,05 0,2 *&. 0,02 0,05 0,1 0,05 0,2 0,2 0,15 0,2 0.05 0,2 0,2 0,2 0,3 0,3 0,3 0,3 0,03 0,03 0,03 0,0:') 0,03 10,0 0,02 0,5 0,05 8,0 0,2 0,003 0,2 0,15 6,0 0,2 0,6 0,1 0,2 0,4 0,2 1,0 1,0 0,5 1,0 0,1 0,65 l,o 1,0 1,0 1,0 2,0 1,5 0,1 0,1 0,1 0,2 0,1 Hydrargyrum oxydat. via humida parat. . Jodoformium . . Jodum .... Kroosotum . . . Lactucarium . . Liquor Kalii arsenicosi Morphinum hydrochlor Morphinum sulfuricum Oleum Crotonis . Opium .... Phosphorus . . Physostigmin. snlicylic. Pilocarpin, hydrochloric. Pluinbum aceticum . Santoninum. . . . Secale cornutum. . Semen Strychni . . Strychninum nitricum Summitates Sabinae Tartarus stibiatua . Tinctura Aconiti. . Tinctura Oantharidum Tinctura Colohici . Tinctura Colocynthidis Tinctura Digitalis . Tinctura lodi . . . Tinctura Loboliae . Tinctura Opii crocata Tinctura Opii simplex Tinctura Strychni Tubera Aconiti . Veratrinum . . Vinum Colchici . Zincum sulfuricum 0,03 0,2 0,05 0,1 0,3 0,5 0,03 0,03 0,05 0,15 0,001 0,001 0,03 0,1 0,1 1,0 0,1 0,01 1,0 0,2 0,5 0,5 2,0 1,0 1,5 0,2 l.o 1,5 1,5 1,0 0,1 0,005 2,0 1,0 0,1 1,0 0,2 0,5 1,0 2,0 0,1 0,1 0,1 0,5 0,005 0.003 0,06 0,5 0,3 5,0 0,2 0,02 2,0 0,5 2,0 1,5 6,0 3,0 5,0 1,0 5,0 5,0 5,0 2,0 0,5 0,02 (5,0 Man setze: s. 43 Zeile 17 v . unt s. 55 s. ] 41 Zeile 15 v. ob. s. 154 j; 20 v. unt. 8. 193 )7 17 v. ob. 8. 200 n 22 v. ob. 8. 217 !} 2 v. unt. 8. 301 jj 7 v. ob. 8. 303 n 8 v. unt. 8. 312 tt 6 v. ob. S. 312 !> 8 v. ob. s. 312 )) 9 v. unt. 8. 323 S. 333 jj 26 v. ob. s. 353 n 21 v. ob. s. 382 n 10 v. ob. s. 438 rt 11 V. ob. 8. 459 n 4 v. unt. s. 473 » 9 v. unt. s. 522 !) 4 v. unt. s. 529 )7 13 v. unt. s. 538 n 6 v. unt. 8. 541 jj 12 v. unt. 8. 547 n 9 v. unt. 8. 578 n 14 v. ob. S. 578 o 27 v. unt. 8. 578 » 26 v. unt. 8. 583 ji 5 v. unt. S. 588 i? 9 v. ob. 8. 600 n 13 v. unt. 8. 616 n 3 v. ob. S. 668 n 14 v. mit. s. 684 n 6 v. unt. 8. 755 )? 14 v. unt. 8. 841 jj 8 v. ob. 8. 848 B. 889 » 1 V. unt. 8. 908 n 6 v. unt. S. 951 n 5 v. ob. B. 989 !) 23 v. unt. S. 1016 J? 8u.9v.unt. s. 1017 )) 18 v. ob. 8. 1043 )J 2 v. ob. s. 1069 J5 16 v. ob. 8. 1071 n 14 v. ob. 8. 1080 jl 22 v. ob. 8. 1102 ?! 7 v. ob. S. 1161 n 2 v. ob. 8. 1161 r> 3 v. ob. 8. 1169 n 1 V. ob. S. 1170 n 5 v. unt. s. 1208 n 1 V. unt. Druckfehler. Baume statt Beaiime. Ateesknollen, Aconitum Atees statt Alteesknollen. serratifolia statt serratifolium. Griesbach statt Gkiesebach. oiiitmcnt statt ointcracnt. Kaliiimiithylsiilfocarbonat statt Kalinmsiilfocarbonat. Kümmel statt Anis. Kaliumdi-chromat statt Kaliumdich-romat. in Kellern immer statt in Keller nimmer. antiphlogisticarum statt autphlogisticarum. Cinchonidinumtannicum statt Cinclioninum tannicum Cinchonins statt Cinhonins. Grüner Zinnober wurde früher aus Berliuerblau, Ka- liumcliromat und Bleiacetat bereitet. Coffeingehalt statt Coffingehalt. Medicinal statt Medicina. Grescentia statt Cressentia. phospliorici statt phorphorici. Sulfat statt Sulfalt. rotundi et oblongi statt rotundae et oblongae. Durchfällen statt Durchfällen. allein statt alle in. Slop von CadüNBEEG statt St,op in Cadenberg. setze man nach Arsenik hinzu: findet man. Pilulcs d'iodure et de chlorure mercurieux etc. timindam jodoformiatam statt tiirundain chloroformiatam. Turimda jodoformiata statt Tnrnnda chloroforraiata. Linimentum jodoformiatum statt Linimentum chloro- formiatum. VALAENBÜRG Statt Vm,KKNI5URG. Powder statt Powdrc. Schmelze statt Schmeze. kann zugefügt werden: Kaliumferricyanid. liquidum statt liquidium. Nach statt Von. Natriumhypophosphits statt Natrium hyposulfits. Gretirum statt Crecticum. die Seitenzahl statt 488. Pikrinsäure statt Pekrinsänrei „Jahrgang 1881" hinter Centralhalle, Am,arantm statt Amaranilim. Rcsina statt licsina. Metrorrhagia statt Metorrhagia. Dui'HYTKi'iN statt DuriTYTiUJN. Starke statt Siiauke. Mikrokokken statt Mykrokokken. Ueber statt N(;!ic,r Aachnor statt Achner. Sinapis statt Sinapsis. Japanischen statt Javanischen. .Iap:in statt Javan. antiphthisica statt antiphthysica. Antidot statt Andidot. In ist zu streichen. Register zum Ergänzungsbande. Aachner Hader 1080. — Indigo 522. 572. Abadie, kftnstl. Leim 476. Abce^se s. Geschwüre. Abel, comprimirtc Schiessbaamwolle 356. — Gelatine 177. — Petrolprüfungsapparat 91(3. Abelin. Ungt. antieczematio. II. Abies balsamea 1156. — pectinata 1158. 1156. Abieten 1 11. Abietin 989. Abietine, Parisei 1000. Abietinum 989. Abolith 692. Abolitionstropfen, Esra 71. Abomasinii praep. 909. Abry, Dungextract 185. Absinthe, Schweizer 1. Absinthium 1. Absolutes Milchverkäsungsmittel, GrSringei 637. Absortent cotton 199, ■fit, destill. Kammfett 57. Acacia 1. — Bambolah ins. — Cateehn 225. — Greggii (1511. — scan.lens Hill. nsia 1. — Srnira 225. — Verck 1. Acaciengnmmi 1. Aoenaphten 100«. Acer Segundp 1054. — rubrum 1051. — Saccharin. IHM. 0 im Harn 1179. — im Methylalcohol 1125. Acetonurio 1179. Acetum 3. Ph. Germ. II. 1259. — aromatic. Ph. denn. II. 1259. — cosmetie I. — Digitalis Ph. Germ. II. 1259. — fiornm oimmnn 5. ~Pyioligno8.cirud.Ph.Germ.H.1259 — — rect. Ph. Genn. 1259. — Scillae Ph. Germ. 1 ' Achillaeaatrata, rlavonnae,moschata . . ete. 721. Acholie 1152. A, 'hras Balata 616. — dissoeta 51«. — Sapota 517. Achroodextrin «98. 699. Acldalia brumata 991. Acide benzoique de la houille 5. — phyllique 660. Acidum acetic. 3. Ph. Germ. 1259. — — dil. 4. Ph. Germ. 1259. — — Injectionsdosis 575. — — trichlorat. 4. — benzoie. 5. — — Eigenschaften 746. — — Injectionsdosis 571. — boric. 7. — — mit Acid. salicylic. 8. — boro-salicylic. 10. — carbolic. 9. — — camphorat. 1:1. — — cnid. Ph. Germ. 1259. — — Injectionsdosis 571. — — liquefact. Ph. denn. 1200. — carbonic. 16. — chinopicric. 30. — chlorie. dilijt. 599. — chromie. 17. — chrysophanic. 111. — — erud. 110. — citric. 18. — copaivic. 131. — cresotinie. 19. — fllicio. 41(1. — formicic. 119. — — concentr.. 450. — — dilut. 150. — — Ph. Germ. 1260. — formylic. 119. — gallic. 20. — gentiolannic. 481. — hydrobromic. 20. — — oonc. 20. — — dilut. 20. — hydrochloric. 22. — — Ph. Germ. 1260. — — crud. Ph. Germ. 1200. _ — dilut. Ph. Germ. 1260. in Kaltemischungen 22. — hydroeyanio. 23. — hydrojodie. 24. — — Zersetzung durchLioht 580 — hydrosilicioüuoric. 21. — hydrosulfuric. 24. — hyperchloric. 03. — lactic. 25. — — Ph. denn. 1200. — metacopairio. 131- — molybdaenic. 25. — monochloro-acet. 4. Acidum nitric. 25. — — Th. Germ. 1260. — — fumans Ph. Germ. 1260. — nitrosum 2«. — oleinic. 27. — orthohydroxybenzoie. 31. — ozalio. 28. — oxyphenic. 220. — phosphoric. 29. — — glaciale 29. Ph. Germ. 1200. — picrinic. 29. — pyrogallic. 30. — — als Arznei 30. 456. - ratanhitiinnic. I035. — salicylic. 31, cryst. — dialysat. 32. 33. — — mit Borax, Borsäure 33. — — praeciplt, 32. — recryst.33. saeeharat.41. — — sohlt 41. Sublimat 32. • Boleiotinic, 157. 103. - silieic. 11. - silicio-wolframic. 64. pirienm 31. acoi&io. 17. ,i l'urie. 47. — — Ph. Germ. 12(10. — — an hy drum 17. — — crudum Ph. Germ. 1260 — — cryst. 17. Desarsenication 18. — — dilut. Ph. Germ. 1200. — — fumans 17 — — Siedepunkt f. wiissriger Mischungen 48. _ __ Bfisch. 18. — sulfuroenm 49. __ __ laTissimnm 50. ''h.t tliymionm 1100. trichloroacetic. 4. urieuin :.2. _ ralerlanlc. 53. __ _ Injectionsdosis 574. __ — Reinigung 53. — vieirinie. 209. Acipenser Gueldenstaedtii 569. _ stellat. Mio. Ackerwachtelweizen sso. Acne rosacea, Llnimentum camph. »Ulf. 29s. Aconellin 56. 1272 Register. Aconitin, Aconitinum 54, — Englisches 54. 50. — Injectionsdosis 574. Aconitknollen, Japan. 50. Aconitum 55, Atees 55. — ferox 50, heterophyll. 55. 50. — Napell. 55, viros. 50. Acor, Liq. stomalgic. 75:;. Acrakonitin, Ludwig's 54. 50. Actinium 1247, Oxyd 1248. Actiniumsulüd 1248. Actinmetall 1247. Adam's Meth. d. Milchunters. 644. Adamkiewicz, Pepton 913. — Pepton pulver. 913. Adams, Collod. chrysarobinat. 111. Addisson, Granul. d'arseniate etc. 120. Adenolema 392. Adeps 50. — mineralis 890. mcreat. 871. — Petrolei 890. — — mit Perubalsam 899. Aderschminke 689. Adiposis. Mittel dageg. 700. Adier's Copirverfahren 954. Adlerseife lüso. Adolf, Ungt. antipsoric. 1149. Adonis Apennina vernal. 399. Aeruginismus :J87. Aesculin 479. Aether 57 Ph. Germ. 1200. — bromats — jodatus 58. — acetic. 58, Ph. Germ. 1260. — mercurialifl, v. Sigmund 543. Aetherische Oele 787. Aetherolea 7S7. — concentrirte 78S. — Pfg.in. bromirt. Chloroform700. — verdorbene 790. — Verfälsch. 789. — — m. Terpenen 790. — — m. Weingeist. Seifenlös- ung 791. Aetherprobe bei Rothwein 1219. Aetherweingeistiges Extract der Gewürze 318. Aethiops cretaceuß 534. Aethusa Cynapinm 305 (u.) 937. Aethylalkohol 1116. Aethylalcohol, Keact. n. Jacquemart 1120. Aethylbromid 58. Aethyldiacetsäure 1179. Aotbyle bromata 58. jodata 58. Aethyljodia 58. Aethylxanthogens. Kalium 200. Aot/.ammon 70. AetzcOllodium 543. Aetzflüseigkelt für Kupfer 383. Aetzkali, 592. Aetznatron, vanadinhaltig. 744. Aetznatronlauge, Gutzkow*« Verfahren 743. Aetznatronlauge, Prüfung 744. Aetzstifte, Heller'sche 118. Aetzsublimat geg. Hausschwamm 541, Aetzwasser für Stahl u. Eisen 110. Afrika-Moschus 733. Afrikanischer Kopal 307. Agar-A^ar 473 Japan. 195. Agathotes (Jhirayta 229. Agropyrum 59. Agrostemma Githago, Mehl 886. Ague-Curo, Ayor 268. •Sayne 268. Ague-Mixturo, (Jhristic's 268. Agyrollth 112. Ahornzucker 1054. Airy, Extern Kmbrocat. 189. — Pills for the cough 732. AkaroMharz 057. Akaaga 1142. Akne, Hautfinne s, Acne. Akolyotin 55. Akonin 55. Akonitin 54, Engl. 54. 56. Akonitknollen 55. Alabaster, Compound Chinese Tablet of. 182. Alabasterimitation 396. Alaun 71. — i. Brote 883, — i. Mehle 884. Alaunisirte Woine 1215. Alaunkuchon, Engl. 71. Alaunsurrogat, Kauffmann 71. Albers, Gnttae antitromic. 729. Alhocarbon 741. Albolith, Riemann's 002. Alhumen peptonat. 015. Albumin 020. — Nachweiss n. Heynsius 850. — im Harn 1180. — patholog. u. gewöhnl. 1181. — reines 815. — Zusammensetzung 845. Albuminat. d. Eisons 121. Albuminbestimmung 852. Albumine, freie 848. Albumingehalt i. Eiweiss 848. — i. d. Milch 041. Alburninoid 030. Albumlnose 829. — Mialhe 015. Albumin-TVpton 010. Albuminreactionen 819. Albumin, jodat. c. Ferro citr. Guerri 428. — ovi sicc. 847, pur. 815. Albuminurie, Beh, m. Fuchsin 972. Album in Verbindungen 848. Alcapton 1109. Alcoa rosea 1218. Alcohol amyllcns 59. Aldehydgrtin 952. 982. Alectorolophus hirsut,, major , minor 886. Aleurites coftata 135. Holuccana, triloba 1042. Aleuroscop, Sollnick 894. Alexitorium 223. Alfenide 383. Alfroy-Dnguet, Acid. chinopicric. 30. Algarobia glandulosa 1. Algarobilla 131. Algarohillae 10S. Algarobillafrftchte 131. Algarohillo 488. Algarobito, Algarobo 131. Algarohto 168. Al^arovilla 131. Algontine 711. Alizarin 961. 981. p M-purinu. FIavopurpurin9S3 — künstliches 1050. Alizarine commoreiale 971. Alizarinum Bicc. 111, Ali/.arinblait 961, Ylzarintinto 058. Alkali, Einwirkung auf Glykose und Saccharose 1055. Alkalibbui 982. Alkaligrün 976. Alkalimetrie 1230. Alkalimetrische Enaicatoren 1230. Alkalischer flüssiger Leim 175. Alkalisch. Spanischfliegenpflafll 193 Zahnpulver, Deschamp Alkaloldbestimmung d. d. Gerbstoff Bleioxyd-Meth. 62. — pharm, n. Hager 02. Alkaloide 00. — Gegengifte 67. — im Bier 252. — Ueactionsschema n. Staa and Otto 67. Alkaloidgehaltd.Pflanz. Düngung 59. Alkaloidia 59. Alkaloidreagentien 63. Alkaloidseifeu 1073. 1071. Alkaloidsublimate 66. Alkaloidvergiftungen, Remed. anti- dotic. styptic. 471. Alkanna 69. Alkannapigment 1218. Alkoholprobe nach Hager 165. Alkoholtafeln 1115. Allart u. Pellet, Best. d. Zinns 1126. Allen, Flacongonerateur universel des eheveux 1017. — Massa pilul Phosphori saponat 945. — Methode d. Best. d. Kohlenwasserstoffe i. fett. Oelen S08. — Nachweis d. Fuselöls 1121. — und Hanbury, Tonga 1134. Allylrhodanür 1102. Allylsenföl 1102. Allylsulfocarbamid 1107. Allylsulfocyanür 1102. Allylsulfoharnstoff 1107. Alrnendrons 591. Alnöin 961, Aloö 69. — Nachw. im Biere 253. 256. — Prüfung 70. — TJebergang in die Milch 632. Aloöbitter, Aloöharz 00. AloÖresin, AloÜresins;Lure 70. Aloöretin, Aloöretsäure 70. Aloin, Aloina 70. Alopecia s. Haarausfall. Alpenkr&nter, Dr. Schröder's 1"9"; Alpenkräuter-Eisenbitter, Dennlö* * 112. Alpenkräuter seife 1080. Alpenkräntertheo 1007. Alt, Pulvis antigonorrhoieus 605. Alt endo rfer Mutterlauge 002. Alumen 71. ■ rrienm 111. — kalico-ferricum 411. Aluniina 72, acetica 73. — nitrica 7;t. — oloinica, sulfurica 75. Aluminium nitricum TA. Aluminiumacetat 78, Aluminiumacetatlösung 74. Aluminiuninitrat 73. Aluminiumoxyd 72. Aluminiumpalmitat 1078. Alumininmsulfat 75. Alvares, Cocapillen Alvin, Mixt, antiphthlsica 1169- Amalgama, natrica 742. Amanitinum l L73. Q .. Amarantus caudat., salicifol. * 0 -\ja Amblyopie n. d. Tapakrauchen "" Araboina-Nelken 222. Ambra, künstliche 1140. Ambrosia, Sterling 1017. Ameisen 119. 110. Ameisenspiritus l19. Amerii ' ""'■ , . . l7(J Amerik. Gesundheitschokolade n« Amerikanischer Honig m. Araerikani ches Backpulver 754. — Ledertuch 1023. _ Leuchtpetrol 935. Amethystus Liquida U2->. Amidoazobenaol 952. Imidobenaol 051. Aminbasen 1173. Ammon-Chlorkalk 303. im Harn 1183. i,n Wasser, Post. 99. nlensaures 7". r i Gummi Ära». <>• molybdaensaures 78. — phosphorsaures 79. Register. 1273 Ammon salpetersaures 78. l rinitrocresylsaures 967. Ammoniacum 75. Ammoniakglyeyrrhizin 668. Ammoniakgummi Ammoniakprobe auf fette Oele 803 tur Chinin 2S(i. Amraoniakseifen 1074. Ammoniaksoda 760. Ammonürtes Bussholx 664. Ammonium baldriansaurt — chloratum 76, — — ferrat 423, — — — Ph. Genn. 1260. — jodatum 76. — valerianic. 53. — valeriansaures 53. A i moniumtrijodid 76. Ammoniumcarbonat 77. AmmoniumcarbonatBest. i.Wasser 0" — m. Gummi Arab 78, Ammoniumcobaltochlorid '-\2.1. Ammonium-Magn- siumcitrat 688. Ammoniummol) l daenal 78. Ammoniumnitrat 7s. Ammoniumphosphat 70. Ainraoninmpicrinat 29. Ammoniumrhodamd 621, Ammoniumvanadat 955. Ammonum 76. — carbonic. 77. — molybdaenic. 78. — nitric. 78. — phosphoric. 70. — piorinic. 29. — ralerlani ranadini< onvalerian t1 im Mi legueta 1003. AmorceB d*allumettes, t ourvolsier 946 Araorpho-Chinidin Amygdalin 80. Amygdalae virides 710. Amygdalus 70. Amyko 0. Amykos, Galen 0. Amykosaseptin 9. Amylaether nitros. 81, dilut. 82. Amylalcohol 59. Amylalkohol im Bier 239. Igummi 188. i Amylina 91, 248. Amylnitrit, 81, 82. Amylnitritkugeln 473« Amyloid 206. Amyloidsubstanzen 973 Amylopsin, Amylopsinum 865, Amylose 1060. Amylum 82, lösliches 699. — Best, im Mehle 83. — jodatum 67, 580. — Maydis 71 ;. — Oryzae 843. Spaltungen roducte 82. Amylum kaliumjodidpapier 262. Aroyriu llo. Anactinisches Ola ü, KreUer L080. mie i. Blutarmuth, Chloro Le, Pilnlae phoenigrali ae 130. hetioum, Edl Auamirtin 327. Anaposia s. Magendrücken. Anasarra g. Hydro Anatherin-Mnmhva^er Till. — n. Polaok u. Btoeder >l \ Anatherina, Anatherine Anatomische Pr ipar ite, Conservlrung n. Toninetti 6, Anchnsin 69. ^ncieux, Liniment, styptlc Andeer, Mixl reson Lnica 1038. Anderegg & Grob, Kinderaehl 636. Andira antheln tntica 110. Araroba llo. — vermifuga 110. Andhobaöl 1089. Andras, Clavaetliyl 1160. Andree, Augensalbe 550. Andrews, Vinum nervin. 1202. Andromeda Lesehonaultii 472. — — Carbolsäurematerial 9. Andropogon 10ls. 1208. Pacnnodes 1048. 1208. Anethum graveolens 1173. Augamos- Guano 512. \ngelin amarzogo 110. Angina, Gargansma aceticom 5. — memhran.u'ea. l'ulveresantidiph- theritici 620. Angiopyra.Entzündungslieli s. 1 Lahor Anglo-Siv]s^ Condens. Milk Cp., Eindermehl 892. Angola-Kopa) Anhydriseher Stückentirnis? 1006, Anilin, Anilinnni 95, 851, 1005. Einwirkung d. Chloride 953. — Glftigk. ■ Anilinblau 'ivi. Anilinbraun 952, 982. Anilinbronze, irisirende 961. Anilinfarben, Erk. n. Spiller 98t — Färben u. Drucken 953, — Giftigkeit 978, eh. n. Göldschmidt 982. Anilinfarbenflecke 954. Anilin färb Stoffe — Schädlichkeit 't7ü. — Uli, — Nachweis im Wein 1219. Anilingell) 952, Anilingrün 952, 968. — arsenikalischea mit Pikrinsäure 977. Anilinliydrochloridtinte Am hin mus 980. Anilinkastanienbraun 0^2. Anilin I Anilinpigmente, Farben d. Wolle955, P] a 117. 070. Anilinoi Anilinpont i ;i u Anilinscharlat h 982. Anilins ehreibtinte Anilinschwan — Darstellung 'Uli. t arten v Baumwolle, Hol «■hie. Wolle ! — IV 614 iinen 0d2, 963. Anilintinten Anllintintenpa Animalische der Ar1 L95. — — Unterscheid, v. d. vege- tahilischerj Animalischer Kant Animalisches Chinioidln 20.1. Animalisches Curari Ann !-■ Anis. Anisui; Anforde 95. Anonymes sempervirens 478. Anschwellungen, Collod, jodat. 619. Pulvis fcopic, jodat. l'n omal.. Liniment., * ob - — der Brüste, Sachet tk Anstrich f Geban le m och Partentone 110, — f. Schiffsböden 120. Anstrichmasse f. feuchte Wände, Hol« 1006. Antarthritic powder, Fortland 482. — specific Antarthritischer antirheumatischer Blutreinigungsthee Wilhelm 1099. ■ — ad texta tenera L58. Anthracen 1004. Anthraohinon 1112. ..... Anthrax, Aqua antanthracica tüiö. AntUAoidum-PülTer, Hollana. tw. Antiar] — toxicaria S95. Anti- Brand -Kssenz 147, Antichlor 305. 757. Anticriptogamico liquido 188. Antidiphtherit. Gurgelwasser 1125. Antidote to Malaria 428. Antidotum alkaloidium 471, — Arsenici Ph. Germ. 1260. Antifat-Mittel 621. Antifat- Pills Antifettsuchtmittel 621. Antigonorrhoicum, Wankers 1032. Antiherpetic capsules, Berkeley' 11>05 Antihydropin 156. Antik.iterliqueur 1125. Antikaterwein 23. Antikesseistein, Marohn 112. — patent, v. Meyn u. Co. 142. Antikesselsteinkuchen 357. Antikesselsteinlauge, Hauff 745. Antikesselsteinmittel 103. 142. 418. — Levesque 226. — Stock 159. Antilithie-Acid-Kur, Hodges 53. AutiliUiic-Acid. Präparat Hodges 53. Antilope Dorcas 733. Antilopen-Moschus 733. Antimerulion, Zerener 9. 743. Migraine-Geist, Krausser &15. Antimon, explosives 1131, — — Trennnngv. Arsen 117. 1 IM. Antimonchlorid als Alkaloidreagens 64. AntimonehloridHquor 1131. Antimonoxyd 1131. Antimonwasserstoff, Einwirkung auf ■ urieyanid 117. 941. 1131. — Reaktion 117. Antimonzinnober 1132. Antipatrin 741. Antipernium, Henschi i'ever and ague-cure, Wilkoft 268. Antipsilothron, Hegewald 172. Antirheuma i i ilungerford- cke 16. L89 Antirrhinaaure Antiseptie fiui 1, Morell 120. — muH, Lister 12. Antisepl d 199, be 414. L3 Antiseptischer Karbolsäurewa staub 490. — Verband, Esmareh's doppelter 500 — — i Antonio, Jerusalem^ 71t. Apfel«incnbowlenesFenz 1117. Apfelsinenschalentinktnr nentinktur 1117. In 037. Apiin 9 17. Apiol. Apiola — Capsules, Yoret et Homolle Aplopappus U74. — Venetus 1171. Apoakonitin Apochinamin 285. Apocynum androsaemuoi. -*o. im ,,,; . I 1001. Apomorphin 08. Apomorphin. hydrochlonc, 97, __ — Inji 574. __ — saccharat, ,,s - Aponeurosen - Entzündung , Ungl oplato -mereuriale 8 17. Apparat nie. Gerard 91. Appetitlosigkeit, Mixt. £odae American. Appleby. Üassa Filul. Phosph( i. Appretur der Gewebe, Bestimmung 502. ------Glanzstirke, Borline t 1274 Appretur-Kleisterm. Magnesium 693. -----Masse, Clarlie's 476. AppTobirtes Kaftesurrogat 347. Apyriustärke 92. Aqua 98. — Acidi carbonici c. Ferro pyro- phosphorico430, Soltmann 437. — ad coryzam, v. Schrütter 543. — adstringens 1254. — aSrophora mart. Jeannel 443. — — Mialhe, simplex 444. — Aluminis, Bato 1254. — aluminosa composita 1254. — Amygdalarum amararum 80. — — Ph. Germ. 12(10. — antanthracica 1010. — antanthracica MayerhofFer 1010. — antephelidiea 696. — anticatarrhoica,v. SchröÜer5l3. — antipsorica canum 1130. — antipsorica Kanquo 1130. — apodontotica 1033. — aromatica pilophila 568. — Aurantii flor. 120. — Batanea 1254. — benzoica 7. — bis deatillata 102. 573. — — mit Aq. Laurocerasi, Injectionsdosis 574. — Calcariao glycerinata 1S2. — carbolisata Ph. Germ. 1260. — carbonica ferrata 444. — Carvi duleis 210. — chlorata Ph. Germ. 1200. — cimlcicida 763. — Öinnamoml Ph, Germ. 1200. — cnodalofuga 312. — Coloniensis desinficiena 14. — Ferri phosphorici alba 13S. — Ferri pyrophosphoric. aörophora 436. — Florida 588. — gingivalis 7-10. — Hydrogenii hyperoxydati 554. — — Anwendung 565. — — Aufbewahrung 655. — — Prüfung 554. — Lauro-Geras! 661. — lenlens Lehmann 1016. — marina Acido carbonico per- satiata 743. — — aestuans 743, _ — carbonica 743. — — fiir Aquarien 743. — mercurlal. cauat. 549. — mineral. Perr. arteflc. 436. — — ferruginosa 128. — opbthalmica Jungten 543. — opiata Berends 835. — — prophylact. neonat. 703. inisata oxalica 860. — Picisconc. Magnes-Lahena 1006. — — correeta 1006. — —- Honrotto 1006. _ _ ph, Germ. 1200. _ Plrnnbi Ph. Germ. 1460. _ Prüfung 99. _- Reginae Hnngar. 1049. -.ins 1205. — therm. Oarolinens. quadruple» Acido carb. Baturata 705 — thymolica 1169. traumatica T'.illroth 1010. — Vita« antitr ichin otica 41. Caraaorum 237. _ _ Kupfergehalt 237. — — Genti.m. Vogeaian. 482. — — glycerinata 491. — — Btomachica Cujawica 130. — — Surinam ensis 1020. — — vanillinata 1205. Aquarellfarben, arsenhalt. 963. Aquarium-Cement 663, Aquavit, Telchmeler's 10 Aquilaria Agallochum 1049. Register. Arabisches Gummi, Arten und Handelssorten 1. Arachisol 813. Aräometer, Pinchon's chemisches 814. Aralia papyrifera 201. Araroba 110, Anwendung 111. — Aufbewahrung llo. — Bestaudtheile 110. — depurata 111. Ararobapflastermull 1095. Arhor Dianae 112. Archemora ambigua 1201. Argented-tln 1127. Argentid 1S2. Argentina, Argentine 112. Argentiniren 112. Argentum 112. — nitricum 113. — — Anwendung 114. — — c. Kali nitr. 114. — — Ph. Germ. 1200. — fus. solidat. 113. — — solidificat. 113. — Injectionsdosis 575. Argilla diplomata Loewig 72. Arguzoid 770. Aricin 264, 205, essigsaures 205. -— oxalsaures 265. Aricinacetat 205. Aricinoxalat 205. Arizona-Schellack 050. Arkenbout, Mittel geg. Getroidebrand 390. Armenischer Bolus 73. — — in Chokoladenmehl 178. — — in Sago 91, Arnal, Pilnlae corrigentea 446. Arnaudon'a Grün 967. Arndt, Gicht- u. Kheumatropf. 838, Arnica 115. Arrac, kunstl. 1117. Arsen 115, im Gehirn 119. — im Harn 1191. — im Schwefel 11 18. — in MetallsuHiden 117. — therapent. Anwendung 115. — ToxicoiagUcb.es 1 in. nienten 117. Arsenhaltige Farben 120. — —, Gesundheitsschädlich keil 97s. — Tapeten u. Zeugl'arhen 110. Arsenhaltiges Glanzpapier 202. B nre ala Anlii eptic. 119. — als Antizymotie. U9. Arsenigsäure im Wasser, Beseitigung lls. Arsenik als Antiseptic. 119. — als Antizymotie. 149. — Trennung vom Antimon 117. Araenikrückst&nde, Ausnutzung 120. Araeninhalationen 110. Arseninjoctionen, hypodeniiatischo '115. Arsennachweis, empirischer 11s, Etager'a modinoirter l is. Mir Chinin 110. Arsemim 115. ArsenwasserstofT 110. I Wercurijodid 911. -Vergiftung 119. ArsenTerbindungen 938. Artemisia 121. — Abainth. im Bier 255. Arthritis s. Gicht. Arthrophlogoaii a, Gelenkentzl Arthrorheumafl.Gelenk-Kheumatl im. Arum aeguinum 180. Arznoiweino Burk's 1233. Asanim arifolium 121. — Canadense 121. Asbestkohle 71. Ascariden, Liquor ascarldifugua 544. Ascaris capsularis 21 1. Asclepias [208. — Vincetoxicum 1090. Ascophora Mucedo s91, nigricans 890. Asellus 122. Asiatische Chocolade 179. Askolin 50. Aspergillus glauc. SÖ0, maxim. 891. Aspidium Filix. mas. 440. 0s0. — marginale 116. Aspidosperma Quebracho 124. lerminum 125. 126. Assmannshausen, Lithionquelle 075. Aster glutinosus 50s. Asthenie s. Hinfälligkeit. Asthma, Gutt. antasthmat. 614, 077 — Elix. antasthmat. Aubree — Liq.Coniini ad inject.suheut.300 — Mixt, antasthmat. 596. 077. — Pulv. fumal. antasthmat. 139. — Bherar'a Mittel 1170. — krampfhaft., Gutt. antasthmat. 014, Pil. Digitalini c. Chini- dino 403. Tinct. Valer. aetb. Asthinatic and fumig.iting pastilleSi Kidder & Co., White & Co. 144. Asthma-Cure, Gnilt's 1131. Astlimakraut, holländisches 1134. Asthmaräucherkerzen 1 II. Asthma-Remody, LangelTs III. Asthmasalbe, Sturzenegger 57. Astragalkalfee 349.* Aatragalna baeticua 319. — crotolaria, inolissimiis 1171. Aterosperma moschat. 1085, Atesin 50. Atlasdynamit 492. Atlasorange 981. Atlasscharbirb 981. Atmosphärischo Luft, comprimirt, als Heilmittel 855. Atramin, Seydel 964. Atraminlack 901. Atropa Belladonna 112. Atrophie, Pilnlae phoenigmioae 433. Atropin 120. 560. pilepsie 128 — Gegengift 127. 113. — künstliches 12s. — salieylsaures 128. — schwefelsaures 128. — Simon's 120. — und Morphin, Antagonist. 7ia* Atropinuin 120, salicylicum 128, — sulfurienm 12s. — Injectionsdosis 574. Atropinchlorhydrat 561. Atropinsallcylat 128. „<, Atropinsalze 127, Atroplnaulfat !-'• Aubree, Elixir antiasthmat. 669. Aufblähen s. Flatulenz. Auffrischung vergilbter und ver- blasater Schriftaüge 860. Aufgesprungene Händo,Ungt.lenien8 salicylatum 12. ,„ Aufguss, wiissriger, der Gewürze Ali* Aufregung 1 . ,. Augen, entzündete, Ungt. Ophthalmia- Opiat. 536. . ca — thr&nende, GoMyriumvindeJ»»» — triefende, Liquor ****Qth*ttr peuticus544,TJngtophthalm. opiat. 530. Augenamulette für Pferde -24. augenbalaam, Salomon 536. Augenontzttndg, chron., Collyr. anti blepbarospast. 836. — katharrhal.,Aq.ophthalni.opi»» — purulente, Collyrium vinde-jSS. Augenlidentzündg, Ungt.hlephantic. 550. — Ungt. Jodoformii 579. g Augenlidflechten, TJngt.Jod©»™-* 7 *' Augenlidkrampf, Collyr. antiblepta- rospast. 836. . „+{1,1«- Angenlidaohwache, Collyr- antibie- pharospasticum 8S6« Register 1275 Augensalhe, St. Andröo 550. — Kreickmeyer 550. Augensehleimfluss, Aq. ophthalmica 5 l:s. — d. Neugeborenen, Ungt. anti- glamyric. 586. Angcnstifte mit Opium 8110. Anteil wusser f. neugebor.Kinder 703. Augenwasser, grünes 388. Gruis 1255, Dr. Wagner 1255. Aurantia 964. Aurantia-Kaisergelb 904. Aurantin, Aurantinum 989. Anrantium 129. Aimn 962. 980. 981. Auro-Natrium chloratum. Ph. Germ. 1200. Anrum 130. — Abscheidung aus Tonbädern 130. Aussatz, Lombardischer 889. Ausschankpressionen für Bier 257. Ausschlage s. Exantheme. Ausschlag, Liniment, antipsoric. 935. — der Kopfhaut, Syrup. antiscro- phulos. 590. Austral-Sassafras 10S5. -----Sassafrasol 1085. Autographische Tinte 950. Ava 880. Avenarius, Carbolineum 11. Avignonbeeren 907. Avornin 451. Avorninsänre 451. Awa-Wur/.el 681. Axungia Castorei 223. Ayer, ague-Oure 208. — Cathartic Pills 51S Azaalein 952. Azobenzol 326. Azofarben 326. Azolitmin, Kane 969. Azot 780. Azotate mercurieux bibasique 549. Azulen 1026, Azulin 980. — bedingte Schädlichkeit 978. Azulmin 23. Azurblau 975. Azurin 952. 980. Bablah, Bablahülsen 468, Babyfood 92. Baccae Chamaemori 1052. — Coccognidii 991. — Juniperi 591. - Rubi tdael 1050. Bach, empir. Butterprobe 165. Bacilla antiscarlatina 41. -*- cuneiformia carbolica 14. — — zinziea 1255. — Cupri sulfuvici Weber 390. — gelatinosa 473, aasalia I7:'>, — ocularla c. Opio Leglas 830. — Olei Crotonis Limousin 379. — Picis liq. ophthalm. Leglas 1000. — zinzica 1265. in Bettnässen 712. — bei Nasenkatarrb. 173. Hula contra enuresin nocturnam 712. — e Furo vosieuloso 453. — masticlüna 712. — Morphini morphinlsmatiooruni 727. — pectoralia orocata 071. Bacillus anthracis 206. 031. — subtilis 98. 631. Backen, Bestand. Getreldemeh] s7:i. |acker'sschwedischerBittertheel029. Backmehl, Llebig's 751. Backpulver 751. — Amerikanisches 754. — «Hedicke i Co. 92. 751. — Liebig' mos 9'i 751. — Wiener B84. Backwerk, Analyse N70. Aschenbestimmung sT9, — Best. (i. Fettgehalts s70. —" — d. Feuchtigkeitsgehalts 876. ~~ — d. Kohlenhydrate S7s. ~ — d. ProUIngehalts t-77. Bacterien 208. -----Keime i. Wasser 98. -Nahrung nach Pasteur 75s. Bactoriiim anthracicam 200. — d. blauen Kilch 031. — d. gelben Milch 631. — d. rothen Milch 031. — lacticum 631. — Termo 031. Badesalz, Colbergermünde 092. gadt, Gutt. anticholeric. 125s. Sjoer, Aachener 1080. gal», Liq. injector, Paracotoinae374, B »6r, r.au antineuralgique 777. T - Bärensprung, Mixt, mercur. albu- _ minosa 515. T - Barle, Wasserglasoonvposition 45. — weisse "-v hmi orseife 45. Bagros, Peptonklystier 918. Bahiapulver 110. Bahre, Blutreinigungskrauterdecoct. 1097. Baker-Guano 512. Baking-Powder, Borwick & Sons 754. Balata 227. 518, Batdrianöl 1201. üaldriansäure 53, Darst. 1201. — Praexistenz im Baldrian 120!. — Reinigung 5:i. Baldrlans&ures Ammonium 53. Baldrianwurzol 1200. — Verfälsch. 1201, Verwechsel. 1200. Ballen, antisertisclio 100. Balling'sche Gehaltstabellefax Rohr- zuekerlosungen 6 Balling's Saecharimeter 246, Ballota 510. Balneum im'oum,Magnes-Iiahensl007. Balsam, Berliner 402. — Harlemer 1100. Holländischer 1160« — Jernsalemitan. 741. — Indischer 130. — Oehme'aeher 130. typtic, Warren's 1100. Balsamisch - weinige Kräutorepsenz, Barth oleiny-Gorhardt 570. Balsamisches Hair-Mark 802. Balsamnnsse 468. Halsamocai'iion, Balsamoearpum 181. — brevifolium 181. 468. Balsamodendron Africanum 730. Cafal. üfuku] 789. Myrrha 738, piibeseeus 730. l.iiNaiiimn ad papillos, llowe.l 001. — antarthritic. Indio. L38. -- antichimetlio. 1158. — antodontal^ic. 836. — Carpathie. 989. — Conti fructus 366. — t'opaivae 132. — — Indiae Orient. (34. ^- - Prufungsmethode 132. Dipteroi Gurjunicum 135. — Libani 989. :nstar I'h. fierm. 1200. pectorale Meibom 1158. Perurian. 136. — — artlfloiale 139. Prüfung 136. 137. — salieylico-beuzoiiiatum Mit. Tolutanum 189. — vulnevar. chloralat. 207. Baltz, Emulsio antigonorrhoica 605. ßambarrabntter 1089. 7.Bamberger, Gutt.antasthmatio. 677. — Liq. Hydrargyri albuminati 514. — Mixt, antidiarrhoica 522. Bambukbutter 1089. Banculnusse 591. Banculnussol 808. 1042. Bandwurm 211. mulsio Kusfo ea». Bandwurm Emulsio taenifuga 035. — Kürbis.sa.i!icii :is2. — Oleum taenifugum 1159. BandwuriiilüsscTi luv Hunde 389. Bandwurm confe et 624. Bandwurmkur bei Kindern nach Fleischmann 507. — nach Janssen 506. — rationelle 1 17. Bandwurmmittel 448, — Böttichex's 11s. — derBrüderd.heil.Franziskus624. — LutzVs 448. — Mohrmann's 1013. — MutVs 448. Bandwurmtrank, Mayer's 447. 559. Banka-Zinn 1126. Bankulnussöl, Bankulol SOS. 1042. Bansi's Bielefelder Tropfen 1011. ia tinetoria 140. nwurzel 140. Barbaloin 70. Barbarino & Kilp, ehem. Präparat zur Verbess. d. Petrols 936. i's Reaktiv 813. Barel's Zahntinktur 511. Barella's Unirersal-MagenpulTer 755 Barlett's Ozonapparat 860. Barne's Frostbalsam 1158. Barosma ericifol., sorratifol. 141. Barometer, vegetabilisches 770. Barometerpapier 20(1. — Bering's 770. Banal, Cigares antiasthmatiques605 — Papier antiasthmatique 605. Barruel, Mixt, antiphthisica 720 Bartflechtensalbe 1008. Barth's Mottenpulver 1001. Barthelemy. Fieberlimonnde 1100. — Gerhardt's balsumiscb-weiniuro Krkuteressenz 570. — KräuterosPenz 1011. Barthelemy-Kraut 570. BarthezetRilliet.Mixt.anti8past.380. Barthold & I 1 : pulver 204 Bartsia alplna ss,; . Baryt, kohlensaurer 1 II. fclueteriaurer 142. Baryta 141. cavbonica 141. __ nitrica 1 12. __ snlfurosa 50. Barytgelb 967 Barythydrat 1 II. Barytwaseer in weichem Glase 141. Baryum chloratum 142. Baryumcarbonat 141. Baryumchlorid 142. Baryumdioxyd, volumetr. Best. d. activen Sauerstoffs 861. Baryumhydroxyd 141. Baryumnitrat 142. 127(3 Baryumsulfit 50. Basham, Mixtura martiata 424. Basflia butyracea :i L is. 1089. Baesia latifolia, longifolia 1089. — obovata 1089. — Parkii 327. Bassiafett 1089. Bassorin 1080. Bäte, Aqua Aluminis 1254. Batiator Wurzel 587. Bätons de reglisse (citrins) 671. ü auch spei eh eldriisenanfguss 868. BauchwassersuchtjCoUod.jodoformi- . at. 577. Bauer'« Essenzöl 895. Baume antizymique 43. Baume cicut< — de Conicine. Guillermond 360. — Racine 1023, Suisse 1023. Baumleim 992. Baumöl 809. — CohAionsprobe 812. — Probe nach Merz 812. — Prüfung auf Kupfer 813. — Schaumprobe 812. — spectroscop. Prüf. 812. Baumwolle 494, — bromirte 498, cblorirte 498. — in Leinen, Erkennung 49G. — und Wolle, Best. 497. — Jodschwefelsäure-Beaktion 497. Baumwollensamemjl 808. — in Olivenöl 813. BaumwoHensamenölfabrikation 799. Baumwollenschwamm 499. Bay-Rum 1125. Bdellium African. Indic. 73S. 739. — mattes, wohlriechendes 739. Beasley, Balsamum antodontalgicum 836. Beau, Kräuterpulver 1098. Beckmann, Decoct. Frangulae conc. 451. Beely, Gyps-Hanf-Schienen 186. Beer, Stomachicum 1. Beerenroth 1226. Beerenweine 1215. Behne's Schutzpulver geg. Petrol- lain pi 936. Behrend, LiquorTartari martiat!444, Beifusswurzel 121. Beins, Carboloum 16. — Mineral w asser apparat 106. Belemnltes 46. lu Bell, Campecheholztinten 521. Bell, SteatinumZinci broraatum 1253. Belladonna 142. Analyse 112. Belladonnin 127. Belladonnineaure 127. Belmontin 902. Benedictiner, Pingel's 072, — Liijueur 1118. — — PingePfi 737. Benedictusöl, Zapp's 815. lin 572. Bengalische Flammen 057. Fiechleim 472. Benguela-Kopal, weicher afrikan.367. . 1033. Benzidam 951. Benzin, Benzinum 144. 921. — Anwendung 1 15. i »iapensation l 1 1. Benzinum [ithanthracinum 1 f 1. — — alsFettfleckvertilger l ib. Benzoe" 1 ls. —81 , 1 19. Benzoöarten 148. m 119. Benzoögaze, Bruns 6. Benzoe-.luie 6, — .....- Bruns 6, Benzo6seife t079. Benzofi-Watte. Bruni 6. Benzoesäui — Eigenschaften 710. Register. Benzoesäure, englischer Fabriken 5. — im Harn, Best. 1183. — Löslichkeit 6, Prfg. 5. — im Organismus d. Vogel 6. Benzoösaure-Gaze, Bruns 6. -----Jute, Brun^ 6. -----Wasser 7. -----Watte, Bruns 6. Benzoösaures Eisen, basisches 123. Benzoinirter Talg 1095. Benzol 144. 1004. — in ätherischen Oelen 793. — Nachweisim Steinkohlengas 145. — reines 144. — Unterscheidung von Petrol- benzin 935. Benzolin 922. P.rnzolinhalationen 145. Benzolum purum 144. Benzotrichlorid 970. Berberinphosphat 119. Berberinum phosphoricum 149. Berberis, Berberitze 119. Betendes, Oereoli P.als. Copaiv. 135. Berends, Aq. opthalm. opiata 835. Berg-Caramel-Seife 1080. Berger'a Zuckerharnruhrmittel 827, Bergkrankheit, PÜ. montanorum 293. Bergmann'sNanrfluBsigkeit 75s. 1063. schwarzes, weisses 936. ^ hee blauer 1165. Bering's Barometerpapier 770. — Kraftkaifee 338. 348. — Signirtinte 958. — Zündmasse 602. Berkeley'santiherpeticcapaules 1005. Berliner Balsam 492. — Blau, cryst. 429. — unauslöschliche Tinte 960. — Universalthee 1098. Berlit, comprimirter Kaffee 348. Bernagoud, bleifreie Glasur 45. I ein 1 1 15. — Unterscheidg,v.Copal367. 1145. — Unterschcidg, von kunstli* 1 1 16. P,ernsteinkitt 308. 1117. Bernsteinkolofon, gattirter 1146. Bernsteinlacke 1146. BernsteinÖl 1146. Bernsteinsaure 17. Bernsteinsäure i. Qarn 1183. Berthe, Syrup. Codeini 329. Bertholletia eicelsa 590. Bertholletie, hohe 590. Bertrand's Bydroxymeter 861. Oxybarymeter 861. Beruhigungspulver 277. Berula anguatlfolia 1201. Berzelius, Vanadintinte 955. Beschwerung der Gewebe 502. — der Wolle, Best. 502, — der Schafwolle 502. Beta alba, altiss. rubra 300. — vulgaris radioe rnbra 951, Betaln 308. Bettpissen Erwachsener, Suppositoria Seealis cornuti 466. I'.ezold, Liq. antiotorrboic. 41. Bianka 1249. Bianthrachinon 111. Biber, -blut 223. -feil 221. Bibergalle, -geil 223. BibergeU;Oaiciumcarhonatg6halt224. Bibernas ,,, 223 Biberzahne 224. Bihirin (Buxin) i. Biere 239. Bieberich-Scharlaeh 981. 982. Bielefelder Tropfen, Bansi 1041. Bier 238. — Aclditatsquotient 250. — Amylalkoholgehalt 239. — AscnenbeStimmung 248. — besondere Zusätze 245. Be tandth. 243. d. Asche 244. — Best. d. Proteinstoffe 252. Bier, Best. d. Glycerins u. Hopfenharzes 217. — — d. Stärkezuckers 248. — Beurtheilung 240. — braunes 245. — Caleiuinsulfatbestimmung 251. — Extractbestimmung 246. — Farbe 245. — fremdartige Zusätze 239. — Gehalt an Eiweissstoffen 238. — — ~ Glycerin 238. — — — Maltose 23s. — gehörig vergohrenes 241. - GlycerinbeStimmung 247. —. Glykosebestimmung 218. -^ helles 245. — kleberhaltjges 241. — Kochsalzgebalt 251. — Kohlensaurebestimmung 249. — mikroekop. Prfg. 241. — Hilchsauregehalt 250. mittelschweres 215. — Nachweis u.Best.freierScliwefel- säure 25 1 . — _ _ _ frcierSchweflig- säure 250. — nicht trinkbares 215. — Phosphorsäurebestimmung 249, — Pikrinsäuregehalt 250. — Prüfung auf Alkaloide, Bittere*. u. Hopfensurrogate 252. — Relation 259. — Saurebestimmung 249. . — — im entkohlensäuerten 24* —• SaUoylsfturenaohwels 251. — schweres 216. — Stammwürze 248. — starkes 215. t — Veränderung durch Lagern 244* verfälscht.211. verwerflich. 24*« — vollmundiges 243. —- Weingeist- u. Extraktbest. - H J* — Wiederherstellung verdorbene» 241. Bleralkaloid 254. 352. Bieranalyse, Gang 243, Bierconservirungsmittel 239. Bierdruckapparat 257. Bierextrakt, Wirkung 241. Bierhefe 211. 699. untergährige G99. Bierklan BierkUrmlttel 239. 250. Bierstein 256. Bierwaage 246. . v :„ Biett, Pilulae Uydrargyri jodati vir) dis 546. Bigelovia Veneta 1171. Bignonia sempervirens 477. ^ Bilious cordial, Ohamberlaine ■ • ,5fU ' Billroth, Ai], traumat, 1016. Bilsenkraut:, 559. Bimstein 1027. ,^ 6 Bindehautentaftndung, chronisc» Collynuin viride 388. .7 — TJngt. antichronicoconjunct. i< Binitronaphthol 741. Binitronaphthylsaure 741. [allen 168. Biorkmann, Vigorit 1003. Bioxybenzol 226. 1035. BirkenÖlbalsaa 101'. • i(, 546. pnrgatifs et verrann« Grafs 1086. Bismarkbraun 952. Bismuthum 150. ritric. 151. — depurat. 150. — hydroxydicum 152. — nitrienm 153. — oleinic. 152. — oxydat. hydric. IM. — ratanhitannic. 1035. Kcsrister. 1277 Bismuthum subnitric 153. — — purum 153. — tannicum 152. Bischof, Eisenschwammfilter 103. Bischofit 692. Bisquit-Khidermehl 892. Bisquit- u. Kindermehle, Analyse 893. üissa hol, Bissabol 7:19. Bittere Qewürztinktur 182. Bittermandelöl, ätherisches, 80. Bittermandelwasser 80. Bittersalz 689. — eisenhaltiges 691. Bitterwasser, mineralische 690. Bitterwasser, Ungarisches 109. — von R-uhinat 765. Bitterwassersalz 690, 891. Bixin, amorph, kryst. 840. Blace, Zahntropfen 68. 72. Black-boy-gum 657, Blähung, Gutt. antempneum&t. 147. Blaschenausschlag s. Eczeme. Blanc de fard 689. — de perles, nouveau 1249. — Francais 689. Blasenkatarrh, Beh. mit Natrumhen- zoat 748. — Gutt, anticystocatarrhoic. 135. — Mixt, pectoral. leniens 671. Blasenkrampf, Ungt. anticystospastic. 837. Blasentang 452. -----extract, flüssiges 452. Blasius, Ungt. phagedaenic, 548. Blasse Gesichtsfarbe, Pil. phoenigmic. 433 Blatta orientalis 165, Blattfarhe grüne 965. Blattl&usemittel 159. Blattsaure 660. ■ Lchtspiritus 1094. Taschenapotheke 541. Berliner, kryst. 429. — Blumer's 964. Leithener 324. Blaud'sche Pillen 122. Blane Galle 115, - Milch 631. — Tillen ilor Engländer 534. Blauer Carmin 572. irgthee l [65. Blaufarhe 324. Blau-Gummibaum 412. Blauholz 520. Blauholzextract d. Handels 520. Blauholzpapier 262. Blauholztinten 521. 956. 958. Blausäure 23. Bjausana 324. Blaustifte 959. Blechemballagen mit Buntdruck 1129. Blei, Bestimmung in Lösung' Jodat 101'.. — Chemie und Analyse 1013. Bitterthee, Schwedischer 1029. Blei, chromsaures, Vergift. 603. Einwirkg, com-. Schwefelsaure 1011. — Einwirkg. der Salz-L&S, 1011. — Erkenng, in Glas, Glasur. 1014. — im Harn 1 191, — im Wein 1216. — im Zinn 1127. — ki 11)15. — maassanalyt, Bestg. 1014. — Nachweiss in Genussmitteln 1011. — ölsaures 802. Bleichromat, gelbes, in Baekwerk 8110. — Vergiftung. 603. Bleichsoda, Henkers 754. Bleichsucht, Pil. montanorum 293. Bleichsuchtpastillen 312. gleiohung der Zeugfaser 50. Bleicollod 356. ig 1015. Glycerat 1015. Bleifrass durch Cement 1012. Bleifreie Glasur 45. — — nach Jannasch 9. — — Richard's 1021. Bleiglatte 1019. Bleiglyceridkitt 489. Bleijodid 1018. Bleioleinat 802. Bleiröhren 104. Bleipilaster, Bezugsquelle 1020. — -Salboniiuill 1094. — — m. 10°/ 0 Perubalsam 1094. Bleiquecksilberjodid 1019. Bleirauch im Hüttenrauch 1012. Bleiroth 1021. Bleisalbe 1015. Bleisilioat L015. Bleisubacetat 1015. Blei-Glycerat 1015. Bleisuche 1127. Bleisulfat, löslich in Bleisubacetat 1015. Bleiverbindnngrn, Medikament, 1012. Bleivergiftungen 1012, 1013. Bleiweiss, Darstellung LÖ18, — Ersatz als Deckfarbe L018. L246. — Gelbwerden der Anstriche 1018, Bleiweisskitt nach Jud 1018, Bleizuckerpapier 262, Blennorrhoe der Harnwerkzeuge, Pil, auticatarrh. antiperiodicae 1003. — Emuls. antigonorrh. 605. — d.Urethra; Liq.antiblennorrhoie. inject. 7 10. — d. Neugeborenen; Ungt. anti- glamyric. 536. Blepharitis, Ungt. blepharitic — Collyr. antiblepharospastic. 836 Bleu de Lyon 952. — — Paris 952. — noir Coupier, Carre's 905. — Boluhle 952. — Thenard 324. — vegetal pour les yeines 689. Blister essence, Simon 194. Blistering ointment, James 193. Blitz, flüssiger 110. ihren 600. Bloch, Parisex Legirung ; Blood Hixture, Clark's (121. Blue mountain tea 1165. um-tree 412. Blume's Rharbarberpillen Hill. Blumenthal, Laurineen 189. Blumer's Blau 984. Blut, Asche 1066. — im Harn 1183. P.lutarmutb, Trochisci roborant, 277. Blutauswurf, Liq. Extr. Secalla 465. Blutegel 525. Blutegelsumpf, nach Nachtmann 525. ampf, kleiner 526. Blutende fiautflachen, Aq. Batanea [254. Blutflecke, Untersucbg. n. Btruve 1068. Blutfieckenkrankheit, Mixt contra purpuram haemorrhagic. 166, — Mixtura martiata l11. Blutfiu.sse, Mixtura martiata 111. Blutfluss (Uterus), Üfixt, antime- trorrhagica 1141. — Pil. corrigent. 166. Blutkörperchen der Thierartan 1066. Blutkraut, golhes 552. Blutlac« Blutreaktionen 1068. Blutreinigungspillen, Rottwil I Blutreinigungsl heevoa Wilhelm 1098, — Schwedischer 1082. Blutr»inigungstropfen, Deutsche 143. Blutspeien, Syrup. Alumin. Liq. Extr. See. oorn. 465. Pil. autihaemorrh. iOlö. Blutspucken, Mixt. geg. 49. — Mixt anthaemopfisicaaciaa49. Blutstillen, Liq. styptic. 14. Blut- und Eisenbrosehen 277. Blutungen s. Haemorrhagien, Blutflüsse. Bockbier 244. Böhmische Christwurz, Nieswurz399. Bobmischer Theo 1165, Böning's Colorigene 1149. Boergrave's Salz. 689. Boernave's Krauterpulver 1098. Boetticher's Bandwurmmittel 448. Bohlig's Magnesiumpräparat 685. — patent. Magneslaprap. 6s6. — Wasserreinignng 104. Bohnenmehl im Mehle 880. — Reaktion 886. Bohuss, Lacticin 637. Boileau, Bot. anticephalalgic. 731. Boillet et Comp., Läuterndes Pulver 936. Boinet, Pulv. topic. jodat 583. Bois durci 404. 10"1. Bolbitum Dorcadis Africanae 733. Boletus edulis 1173. Boli adstringentes antidiarThoici vitulorum 1031. — antidiarrhoiei, Parmentier S36. — contra enuresin nocturn. 712. — e Fuco vesiculoso 453. — taenifugi canum 389. Bologneser Leuchtstein 970. Bolus Armena 73. — Armenischer in Sago 91. Bomahnusse 470. Bombay-Mastix 711. Bombukbutter 327. 1089. Benjean, Extr, Secal. cornuti 454. — Ergotina rectificati Bonjean, Syrup. Secal. cornnti 466. — & Sorquet, Pil. litholytic. 749. Boracites citratus 688. Borax 157. — als Antikesselsteinmittel 159. — als Conservans 158. — als Feuersehutzmittel 158. — n. Glycerin 157. — u. Natrinmsalicylat 15S. 761. — u. Salicylsaure 8. 158, Borbleipfla^trr-Salbenmuli 1084. Bordeauxroth i. Wein 1220. — Erkenng. 1221. Borfiuorkalium 24. Borivent, Trochisci digestivi 155. Borlint 8. Born des Lebens 1017. Borneo-Kopal 367. Bornesit 227. Borocat, Conservirsalz 9. — Jannasch's 160. Borocitrai 688. Borocitrat der Magnesia 673, Borpflastermull 1095. Borphenollint 8. Borphenolwatte 8. Borsäure 7. — Einfluss auf d. Vegetation 7. — geg. Hausschwamm 8. — und Salicylsaure 8. Borsäureanhydrid 7. Borsalicylsaure 40. — Anwendung 10. amen, muschusduftender 1085. Borwatte 8. . . r . Horwiek & Sons, Baking powder 754. Boswell, schwarze Tusche 196. Bo tny-Bay-Kino 622. Botriocpehalus latus 211. Botrytis grisea 891. —- vulgaris 891. Bouchard, Vin. kreosotat. (127. Bouchardat, Emulsio bals. anti- bronchitica 139. Bouchardat, Syrup. anterethic. 837. Boudet's Reactiv 813, Bougies 473. Boulez Zinkolithweiss 1249. 1278 Register. Boulton, Mixt, jodo-carbolica 583. Bourgeaud, Capsul. gelatinös, c. Ol. Jec. Aselli kreosotat. 627. Bourke, Jodine-Liniment 584, Boutigny-Gibert, Syrup. Hydrarg. bijodati jodurat. 548. Boutigny et Kochard, Pil.mercuriales 547. Bovend's Krepin 43. de Boyer, Syrup. antiphthisic. phe- nylat. 491. Braconnot, unauslöschliche Tinte 61. »59. Brady, Mariazeller Magentropfen 1041. Braune s. Angina. Brain's Sprengpulver 493. 600. Brak-Kaffee 332. Brakvedsbarkextract 450. Brama-Livs-Elixir,Mansfeld-Büllner und Lassen 71. Brand'sche Pillen 1172. Brand- und Heilsalbe 1008. Brandbeulen, Liniment, antanthra- cinum 1158. Brandpulver 754. Brandsalbe, wunderbare 502. Brandstreupulver 754. Brandt, holländischer Haarbalsam 52. Brandwunden, Behandig. nach San- tesson 11. — Glycorolat. Menthae 722. — Pulvis catacauma sanans 754. — Ungt, antieaustic. mirabile 502. — Ungt. Jodoformii comp. 579. Brand wundenbalsam 562. Brandwumlenlininient 1016. Brantwein 1119. — Verunreinigg. 1119. — Verfälschg. m. Natriumcarbonat 111!!. Branntweindelirium , Mixtura pota- torum 010. Brasilianische Kastanien 591. — Steinnüsse 591. Brasilienholzextracttinte 956. Brasilienholzpigment 121S. Bratwurst mit, Stärkemehl 213. Braunkohi*', Schwalbest. 195. Braun's Farben f. Hausgebrauch 987. Braunstein 704. — zur Darstellung von Sauerstofl 854. Brausseme erwasser 743, Brausepulvermaschine, Doane's 753. I ili 1 wii.sser JeanneP« 443. — Mialhe's 111. Bravais, Per dialyso 420. Brechmittel für Binder 1182. Br«*h weinst ein 1131, Brechweinsteinpas läge 953. Brechaucker, tönig eer 1132, Breidieth, Entomoetine 102s. Brematin 002. Brennkitt f. •■ L0O6. Brennpetrol. 920. 921. Brenzcatechln, 226. 1085, Brenzcatechinsäure, Brenxoateehu- säure 220. Brenzcatechintinte 956. Brenzgallnssaure 30. Arznei SO. — als Antiseptic, 30. Brenzöle tot. Brera, Oleum fcaenifug. 1159, Brera, Pnlv. antidiarrhoie. 587, l, Sacculus joduratus 020. Gichtpulrer 7 19. Brillanten, Faluner 1127. Brillantine, Olaon Brinckmeyer, Dnirersalkrauterpul- rer 1098. Brise-rocks 604. Broad bent, Ol. »nosphorat. 946. Brochocki & Co., Bau de Javelle crystallina 306. Brockelhuf, Ungt. ungularlum 15. Brom, Bromum 100. — festes, starres 101. — im Eiter 161. Bromheerwasser 1119. Brombromkalium 000. Bromirte Baumwolle 498. — Charpie 498. Bromirtes Kaliumbromid 609. Bromkali 607. Bromkalium 007. Bromlithium 678. Bromoform, Bromoformium 301. — im Brom 160. — spec. Gew. 301. Bromseil'e 1079. Bromum solidificatum 161. Bromwasserstoffsaure 20. — u. Phosphor 039. Bromzink 1248. Bromzink, 1249. Bronchectasie, Mixt. Inhalator. 15. Bronchitis adynamica, Mixt, kreo- sotata 620. — hartnäckige, Emuls. haisam. antibronchit. 130. — mit Emphysemen, Liq. Inhalator, antibronchit. L159, — putrida, Mixt, inhalatoria 15. — sicca, Liq. Inhalator, kreosotat. 020. Broncehrniss 005. Broncelack, Pariser 657. Bronoelegirung 1127. Bronce-Patina 70. Broncepulver 884. Broncirdüssigkoit 005. — chemische n. Walther 384. — schwarze f. Messing 384. Broncirmasse, chemische 384. Broncirlak 005. Brosimnm Galactodendron 055. Brot, alaunhaltlges 884, — arsenhaltiges 884. — Best, der Asche 85. — Blaufärb. m. Khinantin ssO. — bleioxydhaltig. SO. chemisches 884, für Diabetiker s7:i. — kupfervitriolhaltig. 884. Lneral. Verunreinig. 875. — m. Alaun Sli. — m. Li'^iiminosensamen 87. — m. Mutterkorn 80. — ranziges ssr>. zinkvitriolhaltig. 885. Zusammensetzung 879. Brotanalyse 874. Brot-Pepton, Sanders 914. Brots chiromel 890, Brucheinklemmung, Enema nicotia- nat. 770. — Ungi. opiato-merour, s37. Bruchkraut 1082. Bruchleiden s. Hernien. Brnein, Brucinum 102. gengift 163. — im Harn 1182. — Umwandlung in Strychnln 1135, Brucinpapier 202. Brünirnüsßigkeil f. Kupfer 384, Brünirung des tu en : 119. Brugier, II. Min ... 530. Brugmansia bicolor 1134. Brumata-Lein 991, neuer 992, Brun. Syrup. IV.loi.Byllinao 1025. Syrup. PodophyUotoxinae io25. Brunfelsia Hopiana, anifloi Brunner, Liq. aluminos. benzoino- carbolisat. 75. Brunolsaiire 1004. Bruns, Benzocgaze, Jute 6. Benzoöwatte 6. — Carbolsäure-Lint 13. Liq. Alumiu acetic, 75. — Listor's Carbolgaze 12. Bruns, Salicylgaze 30. — Salicyljute 39. — Salicylwatte 39. Brunton, Mixtura potatorum 610. Brueteanschwellung, Sachet re^o- lutif 620. Brustbacillen, gelbe 671. Brustbalsain. Meibom 1158. Brustcigaretten 191, Brusthöhle, hydropische Zustände, Ungt. antihydropic. 545. Rrustkugelchen von Poczta 072. Brustloiden. Syrup. boni Samarit. 732. Brustleidenmittel, Mayen 698. Brustpillen, KeicheltVs 072. Brusttheo, Hamburger 672. Brustwarzen, wunde, Fomentum ad attrita 51. Brustwarzenbalsam, Howell's 001. — Schelling's 57. Brustwarzenliniment 10:15. Brustwarzenspiritus 171. Brustwarzenwasser 5t. Bryoidin HO. Buche de Avestruz 005. r.nelulnn'ker schwärze 975, Buchenholztheerkreösot 021. Bucheokernkuchen 1031. Buchholz, ehem. Präp. z. Verbesser. d. Petrols 030. Buchmann, rheinisch. Fruchtkaffee348 Buckley, Liq. Piols alkaliu. 1007. Bühligen, Haarmittel 115. Bukkublätter 141. Bulbus Scillae 1087. Bullock's Popsinum porci 903. Bullrich's Salz 751. Bnlly-tree 516. Bumahnüsse 470. Bunsen. Harnstoffbest. 1188. Bunsenliqueur, Kensler's 1098. Burchell, Zahnhalsbander 183. iiiniti tiiibiiissoti, Gazeolum 1007. Burk's Chinaweine 268. — Sanitats- n. Arzneiweine 1233« Bnrnett . .ihren IUI. ■ 194. Carapa Guianensis 1089. — Touloucouna 1089. Carapaöl, Carapin 1089. Carara-Marmor-Imitation 396. Carbazotine 604. Carba animalis, mineralis 195. — vegetabilis 196. — — Essigsäuregehalt 19C. Carbolate of Jodine lnhalant 15. Carbol-Bleipflaster-Salbenmull 1091. Carboleum, Beins' 16. Carbolflrniss 14. Carbolgaze, Lister's 12. Carbolgewehe (3. Carbolineum, Avenarius 14. Carbolinlialationen 11. Carbol-Lackpflaster 499. Carbolnasalbougies 1 1. Cai imlnasenstäbchen 14. Carbolsäure 9. 1004. — Bildung u. Vorkommen 10. — Darst. aus Andromeda Lescb3- naultii 9. — Gegengift 12. — Gehaltsbest. d. rohen 11. — quantitative Best, 10. — Rothfärbung 10. Wirkung 12. Carbolsäureinjectionen 11. ('in-holKiiiiri'klystiere 11. Carbolsäurelint, Bruns 13. Carbolsäurewasserstaub 499. Carbolsalbenmull 1094. Carbolspray 499. Carboltalggaze 1095. Carboltalglappen 1095, Carboltalgsparadrap -i'.is. Carbol-Verbandstoffe, Prüf. 13. Carbonblut 1071. Carboneum oxydat. 196. Bulfuratuni 198. Cavbonisiren des Thones, Gypses 1006. Carbonyl 190. Carbopetroscen 923. Carboscene 923. Carbunkol, Liniment, antanthracin. 1158. Carcinoma, Pulv. antisarcomatic. 731. Liniment, Conii 300. — Liquores Coniini ad inject, sub- cut. 3011. CardobriuMru'itMikraut im Bier 255. Carica Papaya 200. Carissa 395. ' Carlblom, Pulvis taenifugus 448. Cantiin, blaueT 572. CarminlÖsung, alkalische 123G. Carminpi^mcnt 1218, Carminrotb d. Miniaturmalerei 320. Carmintinto, rotbe 320. Carneiro, Elect. autisyphilitic. 1084. Cnrnot, Best, des Kali's Caro 202. Carragenirte Watte 194. Carr,'.; Bleu nolr Ooupier »l>o. . Carrie Glycerolat. Chloroformu 491. Carscb Jernsalemer Reimgungsthee .MI. 218, CuriSlT. larfOluro 218. tropfen 219. 'livaefomns 1054. hyllinenrotli 951. Caryopbyllus 219. Casoara Bittere 482. MS Casein der Milch 629, Best. 641. Casein-Pepton 910. 223. acutifolia 1097, — Boxburghii 313. 12S0 Register. Cassia caryophyllata 1049. — lignea 313. — occidentalis 334. 344. Cassiabark 313. Cassiasamenkaftee 340. 344. Cassia-Zimmt 313. — Aschenmenge 315. — Prfg. 316. Cassissaft 1041. Cassisthee 1041. Castoreum 223. Catappenbaum, gelber 400. Oatarrn, Schnuff, Marsball's 777. CatarrhalischeHalsbeschwerden,Tro- chisci c. Acido benzolco 7. Cataplasma Lini 002. — piceum, Magnes-Lahens 1007. -----Compresse Joaniqueinaltorable 002. Catechin 225. Catechu 225. Catgut 400. Cathartic Pills, Ayer's 518. Cathartin 1007. Cathartinsäure 1007. Oathartogenin 1007. Cathartomannit 1007. l'atillon, Extr. Secal. cornuti 468. Cattle Modicine, CufTs «21. Cautschuc 226. — animalischer 227. — Aromatisirung 228. — fettdicfcter 22». — glycerinirter 22S. — hornisirter 227. — künstlicher 22s. 663. — Tränkung der Kleidungastücke 220. Cautschukadhaesivpflaster 227. Cautschukbenzollösnng 228. «'nnlscbuk-Firnisse 228. Cautschuk-Graphit-Firniss 228. Cautschuk-Laeke 228. Cautsckukpergament 227. Pautschuipflaeter 220. Cautschtücpfropfen 227. Cautschukpillen 220. Catitsehuksparadrap 227. Cay-Chuy 305. Ceanothus reelinatus 680. Cedrin 1100. < 'edrobalsara 089. Cedronbaum 1099. Cedronbohne, Cedronin 1099. Cedronsamen 1099. CeUoidin 355. Cellnloid 185. 250. 350. Oellulose 25S. des Handels 10t. Verdichtungsringe 262. Cement, französischer 16. Kenne's 1S7. Kästle- 45. — Singer*« 46. ooi. — Ure Y fl 46. 99t. — Varley's 46. Centaurinm 229. Centrifugalmilchprobe^Lefeldt'sOlO. Centrifugenmagermilcb 029. Centrifugenmilcn 629. CephaMia [peeftenanha 584. Cephalalgie, PotusanticephaUlg. 731. 10, alba 230. — Japouiea 235. Cerasus 230. -vium, Padns 237. — serotina, Virginiana 237. ^ Ceratum cosmetic. saponat. 236. Cerbera Oftallam 07. f'erberin 07. Cerealien, Nahrwerthbest. 88. t d. l'roteinsubstanz 83, I euchtlgkeitsgehalt 84. paiv. Berendes 135. i ao olubilei 473. asales zineici 125:». Ceresin 235, gelbes 901. — mit Japanischem Wachs 901. — weisses 001. Ceresina, alba, flava 901. CereviBia 238. ~ Picis, Magnes-Lahens 1007. Oerium 257, Oxalat 257. Oeroxalat 257. Cemssa nigra 100. Cespitin 1001. Cevadillin 1052. 1205. Cevadin 1052. 1205. Cevin 1052. 1205. Ceylon-Zi.nmt 31 1. Chabrely, Pulv. topicus jodat. 583. Chaeromyces maeandriformis 1173. Chamaeleon s. Kaliumhyperinanganat (,'liambard, The purgatif 1098, Chamberlain, Relief 180. Chamberlaine 'bilious cordial 590. Chamomilla 257. Champignons, Cultur 1173. Chandy Ms. Chanteaud, Purgatif refraichissantOOT Chaptalisivte Weine 1211. Charpentin's Best. d. Fettsäuren in fetten Oelen 802. Charpie 602, öromirte 498. Cliarta 258. — adhaeeiva Indica Gummi 2. — capsicinata 101. — cigaretaria Cannabis Indic. 191. — Guttapercha 516, —- haematoxylinata simplex 202. — nitrata Ph. Germ. 1261. — resinosa 259, — sinapinata 1101. Chartae reagentes 262. Chartier, comprimirter Kaffee von Euch, Chartier und Berlii 348. Chartreuse 721. Chatelain, Triastase 256. (.'haulmoogra odorata 510. Ohaulmoograöl 520. Chaulmoograsamen 510. Cbavica officinarum 003. Cbavicin, Chavicinsäure 993. Chemical food, Parrish 431. Chemiker-Tinte 521. Chemische Broncirflüssigkeit WalteT 384. — Nahrung, ChurchilVs 755. — Photometermischung 511. Chemischer Nährsaft, Parrish — Rasirschaum 1081. — Safran 375. Chenopodium Quinoa 951. Cherehe-plomb 1127. Cherry, Pilulae Phosphori 946. Chesebrongh manufacturing Company. Vaseline 000. Chetelat, Demarson et Co., Philodermine 442. Cheuvreil, Schmolzpunkte der Fettsäuron 1002. Chevalier, Peptonklystior 918. Chevallier, colorimetrische Orlean- probe 838. Ohicle 227. 517. ----- Gummi 517. Chilenischer 'lünsefuss 951. China 203. -----alk..ioide 261. — — Drehungsvermögen 278. — — ExtractVon u. Best. 266. — — tabellarische Characte- riwtik 281. — — Wägung i n Chinaprapa- raten 266. Chinaalkaloidgehalt pharm. Präparate 278. Chinaalkaloidpillen, saure 276. Clnna:ilV;iloidsulfate,Löslichkeit287. Chinagras 498. Chinamicin 265. Chinamidin 264. nach 434. Chinamin 264. Chinapräparate, Best. d. Chinaalka- loide 200. Chinaprobe, Grahe'sche 266. Chinarinden, amerikanische 203. — Aufbewahrung 201. — Extraction u. Alkaloidbest. 2615. — Javanische 263. — Ostindische 203. — Verlust an Alkaloid durch Einwirkung des Sonnenlichts «. Lagerung 203. Chinarindenalkaloide 204. Chinasiiure. 265. Chinaweine, Burk's 268. Chinese Medicine 189. Chinesische Broncirmasse 384. allapfe] 468. — Tinte 521. ChinesischevHaarlifiuorjHoffmannll* — Leim 472. — Zimmt 313. Chinesisches Grün 007, — Haarfärbemittel, Rothe u. Co. 31. 115. — Roispapier 261. — Trockenöl 664. Chinetum 270. — sulfuricum 279. Chinhydron 343. Chinidin 201. 270. 278. Chinidin 201. 270. 300. — Einkauf 273. — gerbsaures 274. — jodwasserxtofl'saurrs 271. — salzsaures 271. — schwefelsaures 270. Chinidinhydrochlorat 271. Chinidinhydrojodat 271. Chinidinsalze, Anwendung 273. — mikrosknp. Prfg 272. Chinidinseifcn 1071. Chinidinsulfat 270. 271. — mikroskop. Prfg. 272. Chinidintannat 274. ^hinidinum 270. — bimuriatic. earbaniidat. 274- glyeyrrhi/.inal. pur. 273. hydrochloric. 271. — hydrojodic. 271. muriatic. 271. — sulfuric. 270. — tannic. 274. — ureato-hydrochloric. 274. Chinin, Chininum 201. 27S. — äthylschwefelsaures 283. — arsensaures 116. — chinasaures 281. — citronensaures 281. — Fluoresconz 278. — gerbsaures 201. — — geschmackloses AH* _ gest. d. Gehalts 2W- — Geschmackscorrigentien zw- — im Harn 1182. — rohes 273. — ßalicylsaures 282. — salzsaures 284. — saures saücylsaures 283. — sanres salzsaures 284. tis 280. __ __ Eintrocknung 286. _ _ Prüfung 286. __ aeinignn« 200 . _ Verfälschung m- S» w säure 289. _ Wassergehalt Ä*. — süsses 273. Chinin&thylsnlfat 2W. Chininausschläge Z7;J- ChiuinOlume 220. 2»*- .„« OWninblume, deutsche i&* Chininchinat 281. ^ Register. 1281 Chininchokoladenpastillen, Rozsnyay's 275. Cliinincitrat 281. Clnnineisencitrat 281. Chinineisenlaetat 282. Chinineisenpastillen, Rozsnyay's275. Chinineisensulfat 439. Chin ineisensyrup, unterphosphorig- saurer 437. Ohininferrilactat 131. Chininferrosulfat 139. Chiningehalt, Best. 27S. Chininnarnstoffhydrooblorld 284. Chiniuhydrochlorid, Prfg. 284. Cüminhypophosphitsyrup 137, Chininkugeln nach Muennich 290. Chininleberthran 283. (liiiiinoleostearat 1071. Chininpraparate, geschmacklose, Kozsnyay's 275. Chininprobe, Hesse*s 289. Chininsalicylat 2s2, saures 283. Chininsulfat 285. geg^ Diphtheritis 286. Reinigung 290. — Verfälschung m.Bali cyl säure 289. Cliininsyrup, unierphopphorigsaurer 437. Chinintannat 291. eschmackloses 291. — quant.Best. d.Chiningehalts292. Kozsnyay's 27(1. Chininum 278. amorphum 281. — arsenieic. 110, — bihydrochloric. 284. bimuriatic. 284. — carbamidat, 281. bishydrochlorat. 284. chinicum 281. citrlcum 281. — crudum 281. — dulce 273. — ferro-citric. 281. — - Host. d. Chiningehalts 281. — - Ph. Germ, 1261. — ferrolacticum 282, — hydrochloricum 284. [njectionsdosis 574. — lactic. martiat. 282. — oleostearinic. 1071. Balicylic. 282, acid. 283. — sulfoaethylic, 283. Bulfovinic. 283. sulfuric. 285. ßulfurio., geg Diphtheritis 286. — Eintrocknung 286. — — Prüfung 286. — — Keinigung 290. — — Verfälschung m.Salicyl- — Wassergehalt 285. ■— tannicum Ph. Germ. I. 291. — — geschmackloses 291. — insipidum 291. —' — «niant. Best. d. Chiningehall . «reato-hydrochloric. 284. J^jmnzuckerln Roasnyay 27.'». 1 iiniin.tin 278. ^Jittobalsamum GoBselini 283. i QifÄtidin, Chlnoidinum 292. animalisches 293. — borsaures 293. ■ Reinigung des käuflichen 292. chwefelsaures 293. J^hinoidinborat 293. ^TOoidinjodosulfat 279. , ,ll ">idiiiHiiliiij. !93 ainoidinum boracicum 293. ~~ boricum 293 r Bttlfuricnr. utinoleln 798, ' ......lin, Chinolinum 798. 1005. Rhinol ogische Arbeiten 269. ' w os-Terpentin 1154. Anwendung M55 ]| ager, Pharm. Praxis. Suppl, 1 Chios-Bestandtheila 1154. — Prüfung 1154. Chirata 293. Chiratin 293. Chiratina saccharata 294. Chiratinzucker 294. Chinium 281. Braslliense 279. Chlor, Chlorum 302. uns Kaliumchlorat u. Salzsäure 305. Erkennung neb. Brom u. Jod 302. — Gegengift 303. u. Platin-Best. neb. einander 1009. — volumetr. ISestg 302. Chloral im Harn I IM perle 295. Chloral Chloroform 288. Chloralhydrat 291. — als Gift 296. Vesicatorium 290. Gegengift 127. tnig in Fetten 295. saure Reaktion 295. Chloralkampfer 297. Chloralkampferliniment 297. Chloralkampfersalbenmull 1091. Chloralkapseln 295. Chloralperlen 295. Chloraireagens 73s. Chloralyde, Mitchell 298. Chloratum camphorat. 297. — — comp. 297. — hydratum 294. — — als Gift 290. — — als Vesicatorium 296. — — Gegengift 127. — — in Platten 29). — — Injectionsdosis 574, — — Lösung in Fetten 295, — morpliiuatum 297. Chloranodyne,Parko, Davis u.Co. 302. Chlorate, Zersetzung durch concen- trirte Oxalsäurelösung 597. Chlorammonium 7ii. Chlorbaryum 142. Chloi benioösAure 747. Chlorcalcium 187. Chlorgas als Desinflciens 305. Chloride im Harn, Best. 1184. Chlorige Saure, zweifach chlorsaure Chlorirte Baumwolle 198, Chlorkali 596. Chlorkalium 611, Chlorkalk, explosiver 303. — mit Salmiak 304, mit Schwefel, Glycerin, Salmiak, Amnion enthalt. Substanzen 103 Chlorkalkseife 1079. Chlorkobalt 322. Chlorlithiura 874. Chlornatrium 7 !'•. Chlorochlors&ui Chloroform, Chloroformium 29s. Anwendun i lonservj rung englisches 298. ii ei 9 etzung 299 Gegengift 30t. — im Blute, Nachweis 1071 im Harn 1184, in ath, Oelen 793. Verunreinigung m. Amylalkohol 300. Chloroformium Anglicum 298. Ph, Germ. 1261. Dhosphoratnm, Glovei 945. Chloroform Narkose, gefahi Chloroformöl 815, Chloroformwein 302. \. 191 191. . cigarettirte 780. ■ Inlage 782. mit künstl Deckblatt 779, natürliche 777. Ciment cristallin pour porcel Tina. 30S. Cinchona amygdalifolia 270. Calisaya Javanica 270. — —- Leil; 81 1282 Register. Cinchona ferruginea200. — Pelletierana 264. Cinchona Pitayensis 270. — succirubra 263. Cinchonenwurzeln,Alkaloidentli.263, Cinchonichin 284. Cinchonicin 264. Cinchonidin 264. 30!). — chlorwasserstoffsaures 311. — gerbsaures 312. — salicylsaures 311. — schwefelsaures 309. — saures 309. Cinchonidinum 309. — hydrochloricum 311. — muriaticum 311. — salicylicum 811. — sulfuricum 309. — sulfuric. acid. 309. — tannicum 312. Cinehonidinbisulfat 309. Gin chonidinhydrochlorid 311. Cindionidinsalicylat 311. Cinchonidinseifen 1074. Cinchonidinsulfat 308. Cinchonidintannat 312. Cinchonin. Cinchomnum 264. '112. — bromwasserstoffsaures 312. Cinchoninhydrobromat 312. Cinchonin. hydrobromic. 312. Cinchoquinine 293. Cinchotenidin 809. Cinnamomuin 318. Cinnamylalkohol 1114. Citrins 469. Citroborat der Magnesia 688. Cttro-Molybdaenat 1112. Citronen 318. CitronenfrÖchte 318. CltronenÖl 320, patent. 320. Citroncitsiiure 18. Citronenwaures Wismuth 161, Citronensaft 18. 318. deutscher 18. ^- Fleischer'seher 319. — gereinigter 319. — Saturationstabelle 319. Citronensaft-Syrup 320. Oitronin 982. Citrus 318. Claon, Brillantine 46. Clarissima, Walberer's Ulli. Clark'fl Blood mixture 621. Clark's Hoplemuroma 1009. (Jlarke's AppreturmaKse 170. Clausnitzer u. Mayer, Milcharialysr 1 611. Clavaetbyl, Arnims' U60. Cleaning and Washing Gry stall, Twelvetrees u. Sons 755, Cleaver, Morphinbest. im Opium H22. Clemens, Liq. Arseniei bromati 110. — Solutio antidiphtherit. 162, Clement, XJngt. antiberpetic. canum 1255. Clermont'seber Syrup 116. Cloakenstoffe, im Wasser 100. ciysma eeleticorum 776. Coaltar pulverulent de Magno^ 1-a- hens 100S. Cobaltioxyd, schwarzes 321. Cobaltioxyde des Handels 321. Cobaltoacetat 322. Cobaltoaluminat 324. Cobaltoar^eniat, 324. Cobaltocarbonat 321. Cobaltochlorid 322. Oohalto chlorid am monium 322. Oofcaltonitrat 323. Cobaltooxyd 321. Cobaltophosphat 323. 321. Cobaltophüsphatammoniak 32 (. Cobaltorhodanid 770 Cobaltum 321. — Chlorat. 322, nitric. 323. Coblenzer, Nestle*s Kindertnehl 636. — Patent-Glanz-Stärke 94. Coca 32t. Cocablatter 324. — Wirkung 325. Cocain, Cocainum 325. — amorphes 325. Cocapillen 325. Cocapräparate, SampsonV 325. Coca-Vinel 321. Cochenille, Best, des Farbenwortln" 325. Cochenillepigment 1218. Cocbeux, Gichtinktur 353. Cocei Gnidii 991. Coccionella 325. Coccognin 995. Cocculin 995. Cocculus 326. — toxiferus 391. Coccus Lacca 655. Cocos 327. — nucifera 327. Cocosbutter 1089. Codein, Codeinum 328. Cod-oil 990. Codöl 990, prima, secundu 990 Coelin 323. Coelner Feen-Wasser 1017. Zahnsohmernoitte] 223. Coeloma, Hornhautgeschwfl p, Coerulein 1026. Coeruleum 323. Coffea 329. Coffein, Coffeinum 350. — baldriansaures 360. — Best, in Öuarana 514. — Best, im Kaffee 330. — bromwasserstoffsaures 350, Chlorwasserstoff saures 350. citronensaurt b 350. liydrobromsaures 350. l njectionsdosls 574, aiicylsaures 3.50. wal/.sau res 360. Coffein-Kall, kaffeegerbsaures 343, Coffeinum citrionm 350. liydrobromic. 350. — - hydrochloricum 350. muriaticum 350. lallcyllcum 360. ▼alerianicum 350. Coffeonum 351. Coffin's Klndsrmehl s92. Cognac Ph. Germ. 1205. Cognac, Darstellung 1115. — künstlicher 1117. Cognaccssenz 111S. Cognacmixtur 1125. Cognacöl 1116. 1117. Cohnu. Cp.,Paralithiconminerale7r)5 Goirte, Solution 184. Colatorien aus Glaswolle 15. CollKTgermünde Badesalz 092. Colchioin 3.M. im Hier 239. [njectionsdosls 574. Colchicum 351. — Nachweiss im Bier 256. Cold-cream 327. — — American 901. — — ohne Fett 236. Cold-water soap, Sinclair's 1080, (loler, Kampf er milch 189. Coli du Japon 172. Collardeau T a Colorimeter 889, Collare piceum 1007. Collas, Pll. 0. Lithio bromato 671. Oolle blanche 3, do Chine 172. Colliame 2. 3. 72. Collodin 773. 798. 1005. Collier de goudron 1007. Collodin 616. Collodion abortif des pustulf s Tm-io- liques 513. Collodium 363. — abort. ad pustul. Tariol. Dujar- din-Beaumetz 543. — eantharidatum Ph. Germ. 1261. — chrysarobinat Adams 111. — concentrat. 355. — c. Acido chrysophanieo 111. — c. Araroba 111. — c. Hydrarg. bichlorato 543. — crotonatum 380. — corrosiv. mercur.,v. Sigmund 543 — corrosiv. mercur. Waidenburg 543. — duplex 356. — elasticum Ph. Germ. 1201. — gelatinatum 355. — jodatum 619. — jodoformiat. James 577. — lentescens turbid. 356. — plumbicum 356. — psoricum v. Sigmund 513. — saturnin. 356. Collodiumgurt geg. Seekrankheit 355. Collodininpyroxyline 353. Colloxylin 353. Colloxilin. corapress. pur. 355. Colocynthis ira Bier 285, Colopbonium 356. Succinl 1116. Colorigene, Boning's 1119. Colorimeter, Houton-Labillardiere*9 839. Colubrina Fermeutum 0s0. — ferruginosa 680. ■ reolinata 680. < lolumbia-Kino 622. Collyrium antiblepharospast. Oeste'" Leu 836. — opiat. neonat., v. Niemeyei ^ !,> saHcylatum 128, stillatit. duboisinat, K)9. — stillatitium Graefe 128 — viride 388. Comachrome 111. Conrpagnie d'Hyöidne Francais«i ''' aU de Lys de Paris 155. Compardon, Pttlv.anticatarrhalis ** a ' Compositio carbol. universal. 16- ... Composition, vegetabilische, Bursi 171. Compound Chinese Tab I et Ol &> baster 182. POWdei oi" opium 837, .-» Comprimirte Schießbaumwolle ■■•'■ Tabletten a, i;alu-hloric.öU7-^>^- Comprimirl. : - Condylome, Pasta caust. mercur. • — Pulv. oaustic. 550. . — weiche, Aether mercurial. Conelne 357. Congoe 1160. , , . ,,j Conicinum, Injectionsdosis 574. Coniferengeist neuer 115». Vomacka's 1160. Coniferylalkohol 1203. Coniin, Conilnum 357. ^ 543 linimwass^rstofl'Haures [njectionsdosls 571. ~ ;i 5 DnttraohsldusgTO Cmiinliydroliromat :I59. Conilnum hydrobromicum >a». _ _ lnj,M-,tion«lalsamflüssigkeitz.KIystior135 Copairaaure 134. Copa) 366. Copaleorten 300. Copiranparat 470. Oopirtfnte 956, ans Campeeheholzextract 521. Pariaet 958. Copirtintenatift 959. CopirTerfahren, Ädlert 954, Coquelicot, roth 980. Oorallin 980, 982. ;,'"i»'. Emulsio Kusso 023. Corbel- Lagneau, Trohiaci jodo- mercuriati 546. orchorue capanlaria 197. ordial, Godftey'a 838. Coriaria Ihymifolia 958. ;"'iuin 1006. '."iiiidin 773. Cerne et Demeaux, Mixt, ilesin- i'ectoria 1007. '■'"■nod-beef, Vergiftg. 215. c,'.','',"'"i lt ' ,s Bornhautentisndg. ETaoona dealccateu ^ornelis, Co ('uro Coi rn «atirpatora 227. nae 473. Puaoulea brillants 001 ^-orrespondenzkartentinte 49. Cortex Aspidospermatis Qnebracho 121. — Aterospermatis 10S5. — Chinae Calisayae 203. — — ruber 201. — Cinnamomi Cassiae 313. Coto, Cotonis 30s. — Coto falsus 370. lviythrophlaei 587. — Fedegozo 311. — Frangulae 450. — Granati 503. — — radicis 503. — luglandis Ph. Amer. 590 — — vinereae radicis 590. — Paulliniae pinnatae radicis 515. — Pereiro 97. — Primi Virginias*« 237. — Quebracho 124. — Quercus 1029. Salicis 1063. — Sapotae öl 7. — Strychni Ganther. 1142. Corviaart, Syrup, Pepaini 910. oryza. I'ulv. orrliin. stypt. 52. Cosinetisehes "Wasser, Lehmann 530. Cosmolin 902. Cosmoline 896. 900. 922. — Schmidt & Wildenhagen 922. Cotica 369. Coto 30s. Coto-Coto 868. Cotoin, Cotoina, Cotoinnm 309. 371. Cotoin, Eigenschaften 371. Cotonetin 371. Ootoriude 30s. Cototinotnt 370. Collen absorbent 199. Couörbe. Morphinbeat. S22. Cough liOienges, Keating'a 10ss. Couleur 321. Courousa 203. Court Plaster 509. Courvoisier, Amorces d'allumettes 946. Cracan'a Schilderlack 1253. CraTobanm 1048. Crayona ä Phuile do Croton 379. — au nltrate d'argent 113. medicamanteuz 1 1 13. Creme d'Eugenie 536, (irescenl la ednlla 382. tinaanre 19. Creaaol. Oresaylaanra 1001. Crevoisler, l'ulv. f'uinal. antasthmat. 143. Orlape. Hitchel'a Chloralyde 29s. Crocetin 375, Orocin 375. 37 I, Farbekraft. 377. sativus 375, Verfalsohg. 374. Croton 379. — Tiglium 379. Crotonchloralhydrat 381. Crotono-Obloralnm 381, Crotonol 379. CrotonöIoollodiuiD 380, Crotqnstifta 379. Croup, Liquor inhalatorius bromatua 161. Crnciferenole, Unterachelg. 812, Crncq , Rftpara I 4o quin- quina 208. 1018. Cryptidin 1005. Crystall-Wasehpulver, Engl. Pat Reiniggs -, 755. Cubebae, Cubeben 381. Cubebenöl, Cubebin 381. Cucullanus elegans 211. Cucurbita maxima, — Pepo 381. Cuft's Cattle Medicine 621. Cnjawiacher Magenliqueur 130. Cumen, Cumol 1001. Cuprialbuminate 851. (' u prisulfatlösung, ammoniakal ische 390. fuprixanthogenat 767. Cuprocblorid 385. Cuprodiphosphoniumchlorür 941. Cuprum 382. — acetic. 3S8. — bichlorat. 385. — chlorat. alb. 385. — chloridat. 385. — oxydat. :!>-s. — Ph. Germ. 1201. Cuprnm semichlorat. 385. su I Curie. 389. — — ammoniat. 390. Ctiracao-Guano 512. Curara, Curare 391. — animalisches 395. I ujectionsilo.sis 574. Curarln, Curarinum 393. Curatio taenil'iiga rationalis 447. Cureas purgans 380. 1201. Cururuape 515. Cuscamidin, Cnacamia 204. 265. Cusco-China 201. Cuaconidin 205. Cusconin 201. 20."». C\ ankalium 01 1. Cvankalium, Gegengift 012. Sorten 011. - Verunreinigungen 011. Cyanoo 552, C.vanus 390. ('y.inwassersteO'saiiro, Anwendg 23. l'yelanien Knropaeum 394. Cyclamin, Gyelamina 391. Cyclamiretin 395, Cyclopia galeoidea. intermedia 1165. — latifolia, sessiliflora 1105 — Vogelii I 165. Cyelopiäfluorescin 1 165. Cyclopiarotb, Cyclopin 1 105. Cymen 1004. 1256. I'. via in Hills. Cymogen 921. Cymol 1001. Cynanchin, Cynanchocerin 1209. Cynanobol 1209. Cynanchum, acut. 1208. astlmiatic, gigant. 1208. Ipeeaenanha 1208. Cyprinus alburnus 513. Cypriscber Terpentin 1154. Cyrillo, Ungt. antisyphilitic 545. Cysticercus 211. Cystalgie s. lilasenkrampf. Cystitis, Cyatoapaamos, s. Blason- katarrli, illasenknun|.l. Czaj-Esaeni 1165. CzarnecW, Vin. Kreosot. 027 v Janoatalra, onent. Kopf- schuppeukrauteressenz 160. Jjuetylus Idaeus 46. l; "-ns Oleae 809. "abHa 952 Dahmen'a Prot f. Diabetlk. 873. aucan ji,, s t u Bratarrungspunktea «1 Fettsäuren 1992. Scbmetapankte Oer Fetta&urerj 1093. Ö. Dalmatisches lusektenpulrer 1027 Dambonit, Dambose 227. Damenpulver, Wiener i<>'>- I '.Ulli ana 1171. Dammara, Dammarbar« 399. Dampfkessolspelaewassei 101. Dampfrobrhallm««« 195, Dandelion and Qninine Pilious and Liver Pills, King's 1041. Dapbse Meiereum 991. Dapbnin, Dapbnetin 721. Darmkatarrh, chron. Mixt, salicylica vinosa II. Darmsaft, menschlicher 912. Darmsaiten 199. 81* 1284 Kegistoi. Darmverschlingung, Beh. m. Quecksilber 532. Datura sanguin., Stranion. 1134. Dalurin, Daturinum 120. 559. 500. 1133. — Gegengift 1134. — identisch, m. Duboisin und Jlyo- scyamin 1134. — Injectionsdosis 574. — Nachweis 1134. — Reaktion 1184. — verschieden v. Atropin 1133. Daturinsalze 127. 1133. Daubenton t Troch. Ipeeae. - r >s7. Daves!, Pulv, antidiarrhoui 837. Davis, Pain-Killer '>1I. — Parke & Co., Chloranodyne 302. — — Formul. med. e Pepsino parat. 1)11. 912. Debout, Spirit. antipyret. 1159. Dfl< oct der Franziskaner ZU St, Mo mit 721. Decoct. Frangul. conc. IM. — Frangul. Suecic. 151. — Maiti Ph. mil. Bor. 704. — Sassaparill. comp. Ph. Germ. 1261. Degorgirhefe 1216. D6gras 28. Dejectbestandtbeile i. Wasser 100. Delesplerre, direc.t. Schwarz 974. Delesseit 967. Delioux, Liq. jod. ad enema 620. Delirium tremens; strychnin 1139. Deilenbaugh, Hixt. Amm, picrln, 2'> Delphineum 657. DrHphinin 1129. 1130. Delphinoidin 1129. 1130. D<>l[>liisin 1129. 1130. Delsautj Poudre 5 (8 Demarson, Chetelat et Co.. Philo- derminc 112 1119 Demeaux, Mixt, desinfeet. 1007. — Steinkoblentheersrife 1000. Dennler. Eisenbitter U2, Deschamps. Pulv. dentifr. alkal. 689. Desinfectant, Drew 1 [251 Dei Infecting powder 79. Desinfection 0, \Vuintcn,Ungt. Jodoform ii 579. Desinfectionscharpie 498. Desinfectlonsmethode n Po eh] 558. Deeinfectionspulv.. Duglas 1 16. — Friederich's 741. — Petri's 1009. Desinfectionsflflssigk., SÜvern's 1007. De uiii'i tionswa* . Vai ne**« 020. rtko gelchen 910. Kammfett, Abt 57. Deuts« bei Kaffi e 106 — Kraftatber. Gross' L89. — Natron Kaffee, Thilo & v DÖh ren 349. — Pfeffer 994. Deutsches Kreosot 625. Deval, Ungt. blepharit. 550. Deveaux' Guajacin 510. i antt '■/' in;i.t. i Hi Dextran 1061 Dextrin, Dextrina 396 Dextrinmehl, Sambne*s 892. Dextrose 090. i neben Lavulose 1059 Dianenbaum 112. Diabetes mellitus. Beh, m, Natr ftli cylic 701. — — Glycer. kreosot 020. — — Mixt, antldlahet 1 i Diachylonsalbe 1019, Ersatz L020 Diatetisi 0 I \ astall \ ill i A anabarg Diagometer, Bousseau'i 811- Dialysatur I Dialysatoi I i he Membran 128 175 Dialysirte Ferrioxychloridlosung 124. — Seife 1074. Dialysirtes Eisen 426. Dialytischer Apparat 425. Diamanten, künstliche 195. Diamantine, Guignot 2. Diarrhoe, Mixt, antidiarrh. 374. 1142 — Mixt, antidiarrh. bismuth. 152 — Pulv. antidiarrh, 153. — atonisehe, Pulv. antidiarrh, 587. — chronische, Boli antidiarrh. 836, — colliquativc, Pulv. antidiarrh, 837, Mixt, antidiarrh. 522. — d. Phthisiker, Mixt, antidiarrh. 374. — nach Darmtuberkulose, Mixt, cotonata 371. Diastae, Diastasse 698, Best, im Malzextract 096. Dibenzoylhydrocoton 370. Dibutyrilphloroglucin 447. Dicarboscene 923. Dil hopsis Gutta 515. Diclncnonin 292. Diconchinin 264. 292. Dicotoin 369, Dictyostelium mucroldes 631, Dicypellium caryophyllat, 1048, Diedeck's Metallputz seife 1081. Dieffenhai Ina sequina 180. Diesel, Prufg d. Olivenöls 813, Dieterii u, Cer it sallcyl. 42. II< ftpfl asterband 27. — Salicylsaure-Cold-Cream 40 Ball* ylsäure-Wunä- und Fuss salbe 42. patic Pulver US ungen , '1 roch, digest. Borivent (5 i. Digestive lozenges, Roworthi u ,n Digfstivs.il/. 751, Digestivwein Ö11 i ii l digitale i ni im re 398, IM i IM m. Digitalina, Digital inum 398. Anwendung und Dosis 100. — Finzelbei g*s (00. — Somolle's 100 — Injei tionsdosis 575, — Nativelle's 400. Digitaliniim activ. 398, amorph. 100. cry t, |.....h rman. 100 Im rystallisabile 100. — passivum 398, 397, — -Vergiftung 101. Digitalresin 399, Digltalsfture S98 Digitin, Digltom tn 198, Digitonin in 398. Digitoxin | 19, DibomorUH lioniu 264, 292. Dihydro-Stryi limn 1 1 15 Dihydroxylbenzol 1035. Dimethyl-Protocatechusaure 1052. Dimethylpj rrol ^' |S . Dinaskrystall, plastisches 10. — Neuenhofer'a plastisches 1*2. Dlnitrocelluloi Diokje Nüsse 470. ii Pancera 30. 60 i Diphenylamin (alpeter- saure 26. DiphenylroBanilin 952- Diphth. ngival 710. Beh in Nati i imbenzoat 748. 112». tiiq antidiphth, c. Chloralo 298, Liq Inhalat, bromat, IM. — jodocarhoHi Holt», Bothe 11 vaporarius |i d l1 Mixt tntldiphtb 290 »68, 11 i Pulv. antidiphth 620 lolutio mtiaiphth. 16' Weigere Kurnn thode , ü Diphthentismittel, Herbabny' 1170 Dipfctherltl ij rfi ervatlf, Croch, ro- In.rant. inf. 27*. ii. . Oel 797. Dipterocarpus crispalatus 13&. Distoma ovatum 840. Dita, Ditarinde 403. Ditain 301. 103, DItamin 403. Dlttmann's elect. Waschseife 1081. Diulisis 569. Dividivischoten 468. Doane's Brausepulvermaschine 753. Dobell's Laxiressenz 1025. Doeumentenlack 518. Dochmlus duodenalis 211. — trigonocephalus 211. Dochtprobe Hager'a (Butter) 164, v DÖhren*s Kaffeesurrogat 348. — Natronkaffee 349, Döll's Taschenapparat z. Erk. v. /ucker u. Eiweiss im Harne 1199. Doltchos Soja 349, DoHfuss' [ndigo-Ersatz 968, Domiana 1 171. Donia glutlnpsa 508, Donnerkeil, Donnersteiu 10. Doppel-Collodium 356. Doi schleberthran 122. Dorn, Ungt. ad pernio«. 491. Do o, Tabelle der Maximal-, nach Ph. Germ, ed II. L269. — — entoparenchymat. Injec- tion. 575. Dotterpigment 849. Dover's camphorirt. Pulver 838. Doyer & Co., Cafe de Rheims 317. Drachenblut, Draco 103, I »r;i.in röhren 199, Dren : Desinfectant 1251, Drosera longifolia, rotundifol. 404. Drouot'sche Pflaster 724. Druckfarbe mit unverbrennlicb* 11 8i uriftzügen 1010. Druidenstein 16 II rusenanschwellung. Collod. jo&°~ iat. 577. Drfl lenge i hwülste, Empl.Plumbu 0 " datl 1019. — Tinct. Jodoformii comp. 578. — Ungt. systellans 547. Drüsen Verhärtung., Pulv. topicusj 0 " «1 i.i, 583. Ungt, Jodoformii 579. Dm lenöl, Mio. i tschul efaser, i rkenng, 196. _ Jod i liwrlcls.uirereaktion 497. Duboisia 406. Hopwoodii 109. — myoporoides 406. Duboisin. Dubolsinnm 107. 559. 560. — Antidot 109. ilirl — Identität mit Daturin *» Byoscyamin Nil. : i hwefelsaures 108, ■n anre 109. Duboisinsulfat los. Dni..... iniini sulfurio. 108. Dubuisson, Gazeolum 1007. r Dncoux & Tronete, Tartnfüge loo. Düngerjauche im Wasser1W. Düngung, Alkaloidgehalt d. ue wachse •''■ Duffey, Mixt salioylica *i. 22 Duflos; Morphinbest, Inj Opium W- Desinfectionspulver Xö. Duguet, A-oia chinopioric 30. , Dnjardin-Beaumetz, Oollod, abortiT ad pustulas variolarum w Dung Extract, Abry l s -- Dunkelblaustifte 959. Dupuy et Vanier, Sirop Wl , b< Dupuytr« ...tropico-pin« 1 1017. 19l Durand, Bpilepsiemittel "»• . j 0 Dnrchfoll, M.x Stryohni Amerio 1142 PH Algeriennes 712. — Fulv. antidiarrhoicus ÖJ" . Register. 1285 Durchfall, Syiup. Aluminae acet. 75. — colliquativ. d. Phthisiker Mixt. antidiarrhoica 522. — d. Absatzkälber,Boli adstringent. antidiarrh. vitulor. 1031. — d. Kälber, Pulv. antidiarrhoic. vitulor. 1031. •— d. Kinder, Pulvis antiphlogist. infant. 277. Dnrcnrltt 51. Dural, Theobromade 179. — Theobromine 179. Dwight's Choleramittel 838. Dynamit, Analyse 192. — mit Methylnitrat 492. Dysenterie, Liq. jodat. ad. enema 620. Dysenterie, Pil. phoenigmicae 433. Dysgalaktie, Milchabsonderung, schwache. Dysmenorrhoe, Tinct. Jodoforniii comp. 578. Dyspepsia acida, Mixt, antidyspept. Mosler 41. — Mixt, stomachica 599. — Pil. peptic. Hager 910. — Tinct. hypnotica potatorum 729, Earle. Tic pills 1207. East Indian Balsam Capivi 134. Easton, Syrup. Perri phosphat. c. Chinino et Strychnino 1110. — 's Syrup 435. — — Bereitungextempore438. Hau antineuralgique de Ba6r 777. — d'Afriquo 991, — de Babama 9G0. — de beautö 541. — de Cologne pilocome 508. — de Mont blanc 960. — de Javelle crystallisö, Bro- chocki & Co. 308. — de la Floride 900. — de Lys de Paris de la Comp. iVIlygicno Krancaise 155. — de vie degenti.ine des montag' nards dans les Vosges 4s2 — de X.. chemiste 900. — des perlos .MI. — divino de Lavande, Königsee Olil. — Egyptienne 900. — ferree gaaeuse 111. — hemostetique de Monterosi (ilil. — medicinale düusson 353. — mercurielle oattst. 519. pour la bouchc 511. econde 1125. - stagnotique de Naples 861. Ebenholzbeizr Ebermayer, Glanavergoldnng 130 Ebonit 227. Ebstein. Mixt,, antidiabet. 15. Eburin 200. 494. Ecbalium 410. Ecbolin 455. — Anwendung 464. Ecgonln 325. Echicerin 1209. Eohitamin. Echltenin 103. ü-chltin 1200. Eojart, Fischconservatlon tl gckenkopfcchlange 1085, hcorce costiere 680, Eczema inanmu,., Ungt. anteonemat. I lo. Eczemate, Glycerolat. bisinuthk 155. tczeme, chronische.Ungt. anteoaem- aticum 711. Mzeme mit brennendem Sohmen, Jjiq. alkal. anteeaemat. 753. T »pirit. boriens 8. gdison's Anasthetionm 732. ';'. Ii ''«<'ti, öuttantloystocatarrh, 135, anenreeoent Seltzer Aperient, Tar- rant's 692. v. Effner, Eier-Conserven 853. fcgelsumpf, kleiner 526. — im Zimmer, Nachtmann's 525. Egersalz 689, Eggers &Stollforth, Nitro-Phosphoric T . Guano [85. *■ '"it, Pilzmycelien 845. '''"■■belkaifee 338. — mikroskopisches Bild 1001. MckelstarkemeM 1001. {"cnenholasagesp&ne 1031. *jichenphlobaphen 1030. *H'heurinde 1029. tielienrindengerbsäure 1029. »"chenroth 1030 ES, Eichstätter Walpurgisöl 815. Eier, Conservirung 846. — — fürd. pharm.GebrauchMO. — der Seespinne 840, — Färben 847. Eieralbumin 848. — Tabelle d. Lösungen 845. Eierconserven, v. Eflner'sche Sr>:t. Eierfarben d. Firma W. Brauns 847. Eigelb, gekochtes 847. Eibgelh 845. Eingemachte Früchte, Conservirg 43. Einspritzung 572. — hypodermatisehe 572. — intravenöse 573. — parenchymatöse 572. — subcutane 572. Kinstreue 1250. Einstreupulver f. Wundflächen 1250. — mildes bei Schweiws-Füsseu II. Eisdavstcllung 101, ex temp. 106. Eisen 115. — Aetzwas^er 419. — basisrli-!KMi/;«M"'saures 123. Br&niruug 419. dialysirtes 426. — hydrogenisirlis lls. — im Harn 1 185, — in NickelsaUen 768, — katalytisches 127. — pyrophosphorisches 118. — reduoirtea H5. — — Gehaltabest 415. — — Jodprobe 117. — von Horaeus 417. — Rosten 418. — Scheidung in Erzen 418. Verplatinlrung HU 1. Eisenalaun 441. Eisenalbuminat 121. Eisenbitter. Denuler's 112. Eisenbntteler Conservesali 757. I DZ t. Eisencarbonat, zuckerhaltiges 122. EUenchlnawein, Burk's 268. Eisen-Chininhypophosphit syrup 137. Eisenchloridlösung 122. l'ru Fg, ,tn I' ßreie Sahsafl Bisenoitrat mit Magnesia 128. Eisenhaltiges Bittersalx 691. Mineralwasser der frans. Mili- tairlaxarethe 428. Eisenhut 55, Nep&l'soher 56. Eisenhypophospnit 137, Eisern odör-Leberth ran 121. Bisenkitte 119, 11 ls. Eisenleber th ran 123. ßisenliqueur, Hertl 112. ;nesiapillen, Kirch m an n's Eisenniilcli 138. EiscnoxychloridlÖsung 425. — dialysirte 12 t. Eisenoxyd essigsaures 420. — milchsaures 130, — schwefelsaures 440. — GehaltstabHle 441. Eisenoxydul neb.Eisenoxyd,Be?t.l..1. — schwefelsaures 139. __ _ Gehaltstabelle 439. Eisenpepton, Eisenpeptonat Uli. Eisenphosphatsyrnp m. Kalk 434. — m. Milchsäure 435. Eisenpomatextract 431. EisenpyrophosphatwasserSoltmann's 437. Eisenrostwidriges Pulver 615. Eisensaccharat -133. — concentrirtes 431. Eisensalmiak 12:t. Eisenschwärze 1148. Eisenschwamm 10, Kiseusehwammfilter, Bischors Kit. Eisensyrup unterphosphorigsamer 437. — — m. Chinin, Kalk 437. Eisenverstählungspasta 420. Eisenvitriol, Antikesselsteinmittel 439. Eisenvitriol 139. — Gehaltstabelle 439. Kisenwa^ser, .leanuel's 143. künstliches 136. — Mialhe's 111. — pyrophosphorsaures 436. Eisenwein, v. Lipp's 431. — Tannigene 31. 115. Eiserne Werkzi'iigp, ILirtimgu.Stählung 120. EiHerzeiiguiigsinascliiiie 101. lig, Verunreiniggm.Furfuri.l :; EisessigB&ure 1. Eismaschine 101. Eisphosphorsäure 29. (ßacterien) 20*. i;iterungen,Liq;.(inhalat,)bromat.l6i. Eitner's Lederschwjrae -'»22. Elweiss des Hühnereies 845. — Best. inVerdauungsflüßsigk.917, — Conservirung 846, — der Eier 848. tlnissproducte 819. — Nachweis nach Heynsius 850. pathologisches u gewöhnliche! 1181. — Eeag. Mclaiiliosphorsäure 1181. l rockenes des Handels 847. Umwandlung in Fett 631, Ei weisskörper, ibscheidg, aus d* Blute 1065, Best. 851. s.v>. Reaktionen 819. Eiwei Kivveisspepton !)15. Eiweissstoffe, Host. n. Pelnmdt E» — im Bier 238. B< \\ 252. Ekzeme. Tergl. B«eme. Eiaeooarpus copaliferus 367. l,'l leooo ocub verrucosus i.s.>. I^Änala-Hi. Germ 1261. Elaiometer, Bobley'e MI. BIa is önineensis 327. 946 995. 1078, piaphrium grareolena 1010. ElastirichoLt'i in maese, Kapseln, Stempel 471, 175. Klaterin. Elaterinm 410. Elateriumgurke 410. Elatina, Elatine 991. 1006. Electric soap 1081. Electrische Hüte 1217. — Waschseite, Dittmann's 1081. 1286 Register. Electriscber Ozonisator, Siemens 860. Klectro-magnetisches Gewebe 516. Electroraotor, Bosin's 1217. Eleetuariumantepilept. Lau derer 524. Electuarium antisyphilit. 1084. — e Senna Ph. Germ. 1261« — phosphorat. 941. Element, galvanisches 1246. Elemi, Elemiharze HO. Blemisäure HO. Elfenbein, künstlich. 142. 186. 366. vegetabilisches 227. Elisabeth and St. Marie nat. Vichy Waters 754. Blixir aller Heiligen 1041. — amarum Ph. Germ. 1261. — antiasthmatiquo d'Aubroe 659. — Aurant. comp. Ph. Germ. 1261. — Chinae comp, ferratum 268. — Chinchonae comp. 268. Damiano« 1176. — digestiv, amar. 588. Blixir e Sncco Liqnlrlt.Pli.0erm. 1261. — Glycyrrhias. aromaj. comp. 671. — Guaranao 515. — Liquirit. aromat. 671. — ■Lupuli 680. — of Pyrophosphate of Iron, Qui- nia and Strychnia 1110. — Panereatini 871, — PauFHniae 515, — Pepsine 011. — — and Quinine 011. — — Strychnia andßismuth 911. — Pepsini c Strychnino et Bis- mutho Ol l. — - et CWnini 911. — — simplex Ol 1. — Petersburger, Hottmann 1172. — Pyrophosp*natia Ferri cum Chi- nino et Strychnino 1140. — eacre, sacrum 1041. — Stryehnii Americ. 1142. EHxirium Camph. monobromat 190. — lupulin. 680. Elliniann, Physsix balls 71. Elnain u. Co., Shaker Extract. 588. Kl ricr, bleifreies Haarrnittel 155. Emaille für Gusseisen 1129. Emailmaflse f. Eisen n. Raetz 159. Kmailsoda 754. Emailtinte 957. Emanateur hygienique 1005. Emb's Fettlaugenmehl 1081, Embelia Kibes 001. Emblica olficinalis 469* Emeraldin 052. Emesis h Erbrechen. Emetin, Emetinum 586. Injectionsdosis 575. — Reaktion 587, Emodin 151. Emplaatrum 411. — adhaesW. 1020, Ph. Germ. 1261, — autorchiceleo-diaphoret. 610. — Canthar. Ph Germ. 1261. — — alkalin. extens. 193. __ _. perpet. Ph. Gönn. 1261. ~ Cernss;ie Ph Germ. 1261 — Chlorali hydrati 207. — Chloralo hydr. conspers. 207. t'avocapiens Weber 992, — fusc. camphorat. Ph. Germ 1261. Bydrargyri Ph. Germ 1261. jodato-opiat. Lugol 582. I-accae carholieat 100. Lithargyri Ph. Germ. 1261. Lithargyrl comp.Ph Germ 1261. — raasto-malactic. Wolf 546. Mezerei canthnridat. 721. IMumbi jodati 1010. — saponat. Ph. Germ. 1261. Empleurum serrulat. 141. Kniser l'astillp.n 109. QnelleaU, flüssiges 10S. Ennüsio antigonorrliDica Blatz 605. Emulsio baisam. antibronohit. Bou- chardat 139. — balsam. anticatarrh. Wiss 139. — Camph. monobromat. 100. — c. Terebinth. Chienßi 1158. — Kusso Corbe 623. — Resorcinae 1038. — scammoniata Planche 1086. — taenif'u^u' 935. — Thymoli 1100. — thymolica Wunderlich 1100. Emulsiones oleosae Ph. Germ. 1202. — seminales Ph. Gönn. 1202. EnamelofAmerica, Gregoire tt.Co.754, Encüa reticulata, Enckianin 663. Encre bloue Rouennais^ 958, — de la petit vertu 057. — Japonnaise 521. 958, — Prussienne 521. — söche magique 057. Enema Bals. Copaiv. 135. — halsamic. Velpeau 135. — nicotianat. Waidenburg 776 — peptonat. 918. Engbrüstigkeit |s. Asthma). Gutt. antasthmat. 611. 077. EngePs Atlasdynamit 492. — Kopf- u. Zaluischnierz-Ableiter 1110. Engelsfcedt, Pil. mercurial. 545, Engessor, Pancreas reotifleat. 800. Englisch-G rftn 968. Englisch - Patent EleiaigungB- Cry- stall - Waschpulver 755. Englisch''. Alaunkuchen 71. — Magnesia 683, — Pferdepillen 71. — Phissicks 71. Englischer Wunderbalsam 139. 1160. — Krieg! 149. Englisches Gewürz 987. — Grün 068. — Laxirsalz 689, — Waschkrystall 755. Entada Pursaötha 016. Entartung, amyloide 206. Entflecknng 954. Entgypsung d. Wassers 103. Enthaarungspulver 188. Enthaarungsteig 188. Entomoctine, Breidieth's 1028. Entoparenchymatische Einspritzungen 572. Injcctionen, Dosentabelle 575. Entsäuerung d. Weine 1211. Entzündungswidrige Pillen 276. Enuresis noctura, Bacillula masti- china 712. — — dreh Strychnin geheilt 1139. Enzian im Bier 255. i wurznl 4SI. — Tann in geh alt 481. EOI in 005. 0S1. 1036, Eosinlacke 966. Ephelidöne, Viola's 1115. Epilep i ( ', Cbloral. camphorat 207. Epilepsie, PuIt. antepilept. Bagolo 1202. — Liq.ArsenicihromatiClemensl 16, Liq. Curarae 394. mit Atropin bAlndelt 128. PH, antepilept. 129, PH. <-. Extr. fah. Calabaric. 950. Pil. c. Lithio bromato 674. Epilepsiemittel der Frau G zogin v.Mecklenburg-Schwerin 182. Durand's 121. iu.Ukow'a 121. Guroch's 010, h'rc^irr's 010. Epilepsiepillen 129. Kpilrpsicpulver, Karig's 1251. Boller's 195. ure 628, Brasin 1 1). 089. Erbrechen, Mixtura antemetica ß Erhsen-Malz-Mehl, I ; riedel 92. Erbsenmehl, Reaktion 8S6. Brdgalle 220. Erdkobalt, schwarzer 324. Erdmetallseiten 1073. Erdniissul 813. Erdöl, Raffinage 921. — rohes 010. Brdschichten auf Petrol, Leuchtgas ■m\ prüfen 934. Erdwachs 901, gebleichtes 060. Erethisir. Byr. anterethic. S37. Erethismus s. Unruhe. Erfrischungspastillen 1 150. Erfrorene Glieder, Collod. jodat. 619. Ergotin, Ergotin.i, 155, 457. — Anwendung 163. 161. Ergotina Postans 100, rationaliter parata H;ige.r 160. — rectificata Bonjean 158. — rectificata Bonjean 458. — WenzelPs 458. — Wornich 150. — Yvon's 100. Ergotinum Wernichil 159. Ergotinin, Ergotininnm 458. — bromwassevM.ofVsaures 159. — chlorwasserstofisaures 159. schwefelsaures 459. Krbaltiingspulver, Oppermann 9, Erica vulgaris 000. Ericin 966. Ericinol 785. Erkaltung, Empl. Chloralo hydrato conspeT«. 207. Ernecke u. Hannemann, Petrol-Prüf- angsapparat. 912. Erregung, nervitsc,Syrup. auteretb 11 '- Bouchardat. *'-'>7. Eryslpelas(Bothlauf)lI26, Liq. Fern sulf. oxydnlati 130. — mit Wasserglas behandelt 41. Erythraea Centaurium 220. — — im Bier 255. Erythrin 070. Eryth rocephaleln 585. Erythrodoxtrin 000. Erythrophlaeum Guineense 587 — judiciale 587. Eschel 324. Eachweger Seife 1075. Eserin, salicylsaures 010. — schwefelsaures Ols. Eserinsulfat 948. Eserinum bromat. 918. — hydrobromic. 948. — salicylic. 019. — sulfuric. Ols. — — in Lamellen 918. Esmarch's doppelter antisept. band 500. — Pulvis antisarcomat. 731. Esra, Abolithionstropfen 71. squet .'> Ss . i: senoe de la liquour des dictins L118. — d'orient 513. i amara. Konigweer 1. antigingivitica Schalftr aui. gingtval. anodyna Schalter-Uli. Itiva Dohell 1025. Lignor., ffönigee' ■' n - odoratissima ;> ss - peptonata 919. seripara, Soxhlet 009. viridis :i ss - , . , 7 oq i: enz en (Oel-), concentritte 788. Darstellung 111». icl 1 r„nr.'lltrirte 78». (,iüi. Oele) patent. '»»• Essenidl, B»uer's 895. Essig :&. , . chw»M werdender i. Ver- Bone- — als Denatnrirnngsn Spiritus 11IB Bsslgather 58. Bitter 71. I Essigessenz 4. ittel des Register. 1287 Essigsäure 3. — im diabet. Harne 1199. — enthaltend Furfurol 3. Essigsiiuvebacterien 242. Essigsaure Thonorde 78. Ether cicut6 Gerard 365. Etherole antiseptique, Bennos 43. Etiquettenleim 175. Euoalypten 418. Eucalypti 113. Eucalyptolen H3. Eucalyptus globulus 112. — — Cultur III. Euealyptusblättor 112. Eucalyptusöle 412. Euchlorine 305. Eugenol 222. Eugensaure 222. Eugling, Labossenz 909. — Llq, seriparus 909. Euphrasia Odontites 886. Eupion, Lüslichk. in Weingeist 935. Eurotin 001). Eurotinnin Oryzea 699. Evre-Gelb 32:1. Exantheme, acute, Pulv. concitantes Formey 837. — syphilitische, Ungt. mercuriale all», l'ortificat. 545. Kxniysator 425. Explosiygelatiae 177. tl«. Exportbier, Bestandteile 211. Extern Embrooation, Dr. Airy's IM). Extract, atherifeingeietiges d. Go- wftrae ■/.. Prfg. 318. weingeistiges d. Gewürze .117. Extraeta narootica sicca Tb. Genn. 1262. — soluta Ph. Germ. 1262. Eztractionsapparat, Thorn's 711'.). Extractnm Absinth« Ph. Germ. 1262. Aeoniti Ph. Germ. 1202. — Aloes 70. — Apoeyniandrosaemifolii fluid. 00. — — canmibini fluid. 96, — Arenariac 1083. — Asari Canad. fluid. 121. Aspidospematis cort. 125 fluid. 120. Barosroae fluid. 141. — Bclladonnae 143. — — Ph. Germ. 1262. Extractum Calami Ph. Germ. 1262. — Campechiani Ligni 520. — Cannabis Tb. Germ. 1202. — — Ind. in Mixturen 191. — Chinae aquos. Ph. Germ. 1162. — — frigide parat. 267. — — liquid. 207. — — regiae liquid. Th. Brit. 267. — — rubrae liquid. 267. — — spirituos. Ph. Germ. 1262. — Cinchon. flav. liquid. 267. — — 8aocirubrae 207. — Colchici sein. 851. — Colocynthidis Ph. Germ. 1262. — Conii fluid. 165. — Cotonis (Coto) fluid. 369. Oubeb. Ph. Germ. 1262. — spirituos. 381. — Damianae 1175. — — fluid. 1175. — Digitalis Ph. Germ. 1202. I'roserae 405. Iluboisiae 407. — Eucalypti liquidum 412. — Farinae 097. — Ferri pomat. 131. — Francisceae uniflorae fluid. 535. — Fuci vesiculosi liq. 152. — Gelsoinii fluid. MI. — ~ spirituos. ISO. — Granati cort. rad. 591. Grindeliae boraxat. 508. — — fluid, boraxat. 50S. — — robustae fluid. 50s. — — squarrosae fluid. 508. — Guajaci ligni 510. — Guaranae fluid. 513. Helenii Ph. Genn. 1202. Ilydrastis fluid, llyoscyami 559, — — fluid. 559. Imperator. 570. — Iridis, versio. comp. 5ss. — Lentis« 7 III. — Liquirit. ammoniat. 665. — — fluid. 688. — — Macropiperis 0s2. — Malti Olli. — — Anwendung 697. — — Prüfung 005. — Manacae fluid. 535. — Maydis stigmat. 713. Extraot Opiiniu S20. — — Injectionsdosis 575. — Oxycocci inspissat. 1200. — Paracotonis cort. 370. — Physostigmatis 01s. — Piscidiae cort. s:is. — Podophylli chloroformic. 1021. 1025. — Quassiae Ph. Germ. 1202. — — liquid. 1029. — Quebracho cort. 125. _- — — fluid. 120. — Khei Ph. Austr. Kilo. — Rhei Ph. Germ. 1262. — — comp. Ph, Germ. 1262. — Eorellae 105. — Sabinae Ph. Germ. 1262. — Sanguinis 1065. — Scillae 10S7. — Secal. cornuti 454. 457. — — — ad us. hypodermat. 162. — — — Injectionsdosis 575. — — — Ph. Germ. 1202. — —■ — bis depurat. 454. — — — bispurificat. 459. — — — Bonjean 454. _ _ — Catillon 158. — — - dialysat. 451. 150. _ _ _ fluid. 400. _ _ _ fluid. Yvon 460, _ _ _ purificati 160. 101. — — — — fluid. 101. — — —sicc. c.Dextrina455,462. — — - Wernlch 161. — — — Wernich 155. 150. —■ Sem. Legiiniinosar. 007. — Straiuonii spirit. 1133. — Strychni Ph. Germ, 1201. — — fluid. 1141. — — spirit. 1142. — — triplinerviae cort. 392. — Tamarind. conc. 1150. traxaei 1152. — Tormentiltae 1170. — Turnerae 1175, fluid. 1175. — Viburni cort. 1209, fluid. 1210. Extrait de camelias 536. de musc. 733. Extraiis parfumes 700. Eye-salve genuine American, Pettit's 1251. gaba Libidibl 468. Fabae Calabaricae olo. — ~ Werthbest. 010 Fabor's Tintenstifte 050. lafon-Arrac 1117. Facon-Cognac 1117. Jfacon-Rum 1117 Faulniesalkalotte 361. Fahnejelm's Neu-Sebastin 493. anihornc'sche Zahnplombe 125:!. Fallsucht s. Epilepeie. «aluner Brillanten 1127. '.auulien-Medicin., König 71. Farben Ton Spielwaaren u. Genusg- mittein, polizeil.Verordn.987. I'aibnng der Faser, 953. Farbe 32 t. — Erkenn, im Gewebe 988. — schwarze Schmelz- für Schilder auf Porzellan 324. Farben der Tapeten, arsenhaltige 110. 120. — Arsengebalt 117. lur den Hausgebrauch 9S7. farbewein 1226. ■'ail,stifte zum Schreiben anf Glas, _ Porzellan, Metall 059. Farbstoff, Erkennung 983. Farbstoffe, gelbe 967., grüne 967. Fards ooi. Farina Lini 862. Famier Augensalbe 1017. l'aser Untersch. animalischer Ton d vegetarischen 1115. — vulkanisirte 201. Fassbende 1 ", Werthbest. d. Nabrungsund Futtermittel 881. Fassbutter 100. Fasseschol (H'malte) 521. Faulbaumrinde 450. Faust u. Schuster, Kindermehl S92 Febris S. Fieber. Feen-Wasser, Cölner 1017. Feigenkaffee 348. I'ein-Ess-Bouquet 588. Fei 415. Female pills, Hooper's 71. Fenchelsorten 448. Fenstereis 691. Fer dialyse de Bravais 426. Feimentoleum 59. Fermentum 600. iVinnuibnepignient 121S. Ferrat, Wurmsalbe f. Pferde 121. Ferriacetat 420. Ferrialbuminat 421. Ferrichlorid, Alkaloidreagens 61. Ferricbloridlösung 422. Prf. auf freie Salzsäure 121. Kerridcyankalinm 616. Fcnid-Natriumcitricopbosphal Ferrlhydrat, amorphes 420. F8rrihypophospb.it 137. Ferrilactat 130. Ferrioxychloridlösung.dialysirte 124. — concentrirte 125. Ferriphosphat u. Natriumcitrat 1 10. Ferripomatextract 431, Ferrisnbbenzoat 12:1. i'errisiiblaitat. 430. Ferrisubsulfat 440. Ferrisulfat-Glycerolat 441. Ferrisulfatlösung I 10. _ Gehaltstabelle 441. Ferriterhydrat 420. Ferrocarbonat, znckerhalt. 422. ferro-Chininum sulfuric. 439. Ferrocyank.ilium 01 1. Ferro-Ferricyanid.crystallisirtes 429. Ferro-Kalium oxalicum 41s. Ferro-Magnesium sulfuric. 691. Ferro-Natrium sulfuric. 439. 1288 Ferrooxyd neben FerrioxydP.ost. 131. Ferrosiüfat I ig Ferrosulfatlösungen, GehaltstabeUo 4:«). Ferrum 115. — acetic. 420. — albuminat. 421. — - liquid. 421. — albuminat. sicc. 421. — benzoic. oxydat. 12 '■ — carbonic. 422. sacch. 122. — oarb sacch. I'h. Germ. 1262. -r catalysat. 127. — chlorat. 422, citric. 128. — citric. c. Magnesia 428. — cyanat. 129. — bydrat. amorpb. solubile 126, — hydro-oxydat. dialysat. liquid l'b. Auetr. 121. ~- bypophosphorB. 437. — jodat. 429. Th. Germ. 121«. fcicum 130, oxydat. 4:10. malicum i :i — oxydat. 111. dialysat. 121 l> — oxydat. Baoch solubile 433, — — Tb. Germ. 1283. — — concenl r it. 1 H. — peptonat. Uli. in lamell. 914. — phosphoric. 134, al b — — oxydat. c. Natrio citrico 436. — reduetum 115. — — Gehaltsbest. 415. — — Jodprobe 117. — — von Heraeua 417. — saocharo-natric. 1 U. —■ sesquichlorat. 122. — — Alkaloidreagena 64, — Snbanlfurio. oxydat. 140, — sull'urat. Ils. — aulfurii 119, l'li Germ I »3 — aulfurie. eryatalliaat. II 1 '. — — Gehaltstabelled. i ■ l Hl. — — oxydat. e. Kali 441. — — — Darstellung 112 — tartarie. 1 1 '. Ferulaaäure 121 I 6 ',') te l'aryophyllorum 219. 1 etti, Seh im' 1/.- o*. Eratarrongspunkte KW». i ette Oele 799 — — Beselt 27. , 1030 i ' 16 llivm 1031. Flavopurpumi . Alr/ann n [BOpui pnrin, Erkennung 983. in äoulan's 991 E Lochten , Liniment an1 : uupli11iol.it. 712. i pomad. raselir, it. 901. ende, Ungt. anti Fleischmann 12 Flechten trüge Hitabl Gesiebt, un.l Kopf, Ungl m tieezematio. Abelin 11. Fleohtenspiritus 1118. i leckenextlm tion 9 i Flecktyphus. Natr. benzoic. 71s. »all eylie. 761. Fleck« i '"■' 77 11 ineois' 1082, Fleisch 202, bleihaltig. 213. — Conservirung 20:1. — gesundheitsschädliches 216, — giftiges von Fischen 215. — ollulunösos 2I-'>. — trichinöses 216. — typhöser Rinder 215. — ungeniessbares 216. Inrbenes 205. Fleischbrotconserve 203, Flei8chconserven 203. konservirung, Herzen'fl 9. — Wickersheimer' Fleischfaserzwieback für Mumie 201, Fleischmann. Method. taenifuga — Ungt. antieezematic. 12. Fleiachpepton 913 Fleischproductionsgesellschaft i teraburg 202. FleiBchsaft 202. -Klystier 202. Fleiachwurat mit Starkemehl 211 Flenry, Morphinbest. im Opium Sil, Fliego, Spanische 191. i heui hwa8ser 763. Fliegen chwamm, Antidot 1173. KIiiIiwii. KISI. i-U»ii.l Beautider, Phalon & Bon I«), Florida-Wasser ,">nn I lores Arnicae, Vergiftung. 115. — Cinao ins. — — liest, il Santoningehaltä 308. - Wertbbest. ;108. Colchioi 351. r.vuii 196 i.i iniirii ie 608, Koi M 11v.l.*! arboreae <<)l. — vulgaris 701. — Bhoeadoe 89 », 'i in teeti 11 il. Trifolii pratensis 1171. Vii.i. ii- odoratae 1215. Flos .luv iinuin 1249, ge Oele 7s7. Oxydationsproducte s ' Fluckiger, Morphinbestimmung i" 1 Opium s2;. Hu, Igkeit, Little'sohe 18. 16. — Puschkarow'sche 5. Fluid Mr.it 201. -----Lightning 1110. Fluoren 1004. Flonresceln 1036. gebromt. 905. Flouresceinlaike 966. [allen (Pferde), Liniment. J°- dooarbol. 582. i in*, Bulzbergei 71. Foenii ulum Panmorium, vulgare U»- 1 "ili r.rllu Irmi ir 1 l >■ 1 li.ini iriiinri 10 ( OC Digitalis 197. Duboi i ie i"7. Hyosc] imi »69. —' Jaborandi ' (, 2- Braail .62. — — Pernambuco •''-• VYerthbi ' 663 Juglandis 589. — __ cinereae 5W< Lanrocerasl 660. • inrnius 69. Niootianae 770 „„ temonio PatchoulT --•*■ Bibis nigri 1041. t nun 1049. — Stramonü 1133. — Tan ii eti 1 1 il. irr.lrll.ln H'O. Trifolii fribrin) 1171. iirrur 1171. — Xantliii spinosi 124«. Fomentum ad uttntii <'•..« ,- 0 - 0 - formiat. 578. Fooä for cattle, Thorley fifil. — Parrish's ohemical 184. 434. Fordes, Morphinbest. im Opium s2 . Forges'er Wasser, Ersatz III. Formey, Mixt, sedans 837. — Pulv. concitant. 837, Formicae 449. Formulae medicamont. e Pepsine patat. Parke, Davis ftCo.91 I. Fournaise's Methode des ff diclituiaolious d Gewebe 7 Fournier, Vin. Kreoaoti 027. 1 owler l.i'i. Kili arsenicosi I 16. Solutio arsenioalis 11(1. Fox'a Zwillingsleim 569. Keuchhusl enmittel 992. Fraentzel, Pil, Atroplni 129. — Vin. kreosotat. 027. Francisoea uniflora Francois' Fleckwasser I0S2. I i angula 150. I t ingulin 161, Prangulinsaure 161. Franz 1 Gichtgeist 302. — & Co., Pnritas. ISO. Franz- Joseph Quellensalz 691. Franziskaner Brfider zu St.Hounl Decoi 1 721. — — Haarbalsa m I II. Franzosen (Perlsucht) 63'.. ra rertioillata 229. Frauenmiloh 628 Preise, Starkeglanz 93. Fn m.v, Syrup. antiphthisic, 191, Sy rup. antiphthiaic.chloral. löl. Freriehs Mixt, salina antii fcerii — Spoc. antihydropio. 722. FrerioSsu.Co., Kindermehl 636 892 Freaemangel des Bindea 1132. Friedel, I rhsen Mala Sieh] 92. 1 riedrich's Desinfectionspulver 711. 1 riedtich Mixt, jodata >x; Friederichshaller Sil/ 691. Frost, Glycerolat. Uenthae 722. Frostbalsara, Barne'a 1168. Benschel 8 16 Frostbeulen, Bals.antiohimetlio. 1 158 — C'ollod. jodoformiat. .",77. liegister. riostbcnlen,Liniment.ad pornion.ö7x. — Liniment atyptlc. — Oleum oxygenatum 20. — Ungt. Jodoformii 579. Frostheulensalbe, Korn'.. Frostgeschwüre, Ungt. ad perniones 491. Frostmittel. Mott's 11.18. — Collodium jodat. 619. Frostnachtschmetterling 991. Frostschutzpomade der Baronin Stempel ös. Frostapanner '.ml. Fruchtkaffee, Rheinischer, Buch- mann'a .; 1s. Fruchtsafte, Conservirung 43 — Kl&rung 236. Prüfg dei i Irbung 'im; Fruchtsyrupe, Prüfg aui Färbung 181 I im httafi Izui Kor. VFiele'a 1063. I rächte, Conservirung 1:1. Frühauf, RoatfleckzeretSrer 29. Fruit-laxative lozengee 1150. I runeau, Papier contre asthma 60 Fructua Acaciae Bamholah 468 — Algarobil — — Anwem — — Beatandtheile 182. Anisi vulgaris 'i. - — — ni Frucl i — Prüfun Bablah 168 ii ..... iarpi I :l 168 — — Anwendung Beatandtheile 132. Capsici anuui 193 Caryi 217. i lin ns. — Coocull 326. — — Gegengift 327. — im Bier mi maculati 365. Coriari ie lux. Foenii uli lis. Juniperi Mezerei 994. — Myrobalanl lex 1289 Fruotua Oryzaoexcorticat. pulv. 841. — Oxycoccos 1200. — Petroselini 936. — Pycnocomae 170. — Bubi libui 1050. — — rntb färbender Saft 1051. — Sabadillae 1052. — Terminaliae 468. — Tritici strychninat. 1139. Vitis Idaci 1200. Fuchsin 952. 967. 982. — im Wein 1215. 1220. — in der Wurst 215. — Nachweis nach Valentin 081. — reines 072. — Unschädlichkeit des reinen 979. — Zusatz zum Wein 1220. Fuchaispapier ! uchsschwanz 951. 2, vesiculosus 452. Ir Gasuhren 693. Fugine ilx. Fuhrmann, Mottentinktur 180. Fulminatin 493. iimault 101. Fumigator, i 118. ii hen-coopa 1009. Fungua Funk' ' 5 1099. Lerotins&nre 156 Fusel-Essenz 117. Fuselöl, Beat in Spiritus 1121. — Nachweis n ich Allen 1 121. — i Branntwein 1117. im h Joris8en 1 121. lenkitt 177 991. I ussschn n upulver |[ Fulv, im hydrot 11 stieben. diaehylon 1020. I attermittel, Werthhest. xxl Runkelrübe 306, (; ibianöl 020. öadus Callariaa 122. M ; ,li|j|i " "■ Co . Bai kpulrer 92 7,1 1 iiinin:;, weingeistige 1116 ' *»efuss, Chi].....scher 951 »alactin 65 i Galactodendron utile 665 ," ■'■' '«»i- i-l.«..-. Pi .....tigalact 130 ' "»ctopoeiache Mittel in« i '' ■"■ "i'li.vl (Milchconaerriru ' ilaktin 630 «alambutter 327. 1089 '' 'IlMiiuiii 1(17 .....'. Amykos 0. ?{',\Y "T 1 "»Benpillen 519 öa ä^Ä^ r °J ,fen 'J o 0nig»eer482. ■' IBS, Sineni ea los. ,. " iiiimiii ta 171. Gallapfel 468. Ohineaische los — Japanesische 168 B *H« «5 blaue, V gaUeu Gallenfarbstoffe i. Harn [185 "."»'"■eaktion.Pettenkofer'ache 115 „a"ens»ure Im Harn 1186 P a er .te s. Gelatine. in isirte Wo,i,o 1211 '; ;lll »s. Indischer JjaUusbaum Ostindiacher Ins '■' " gerbsäure 50, "'''Ulis; ;|„1..... — in der Tinte 955. Gallustinte, billige 057. Gambetta-Tinti l.;l.tilb' i ne, Mixt, m u i i tta IIb u uiiiir.iule Gardy, Huile de G I niiin. .M.H I. ml |. Ki iiilli .l Kühe Ii IS, II: ;i rogenium 786. -iftige IU70. i; isolin ( I i 1 1 i Igie, 1 1 ii; ii.L-.tro mpf. er 98. Gattirter Bernsteinkolofon II 16 Gaul b 217. Gaultheria leueoeoarpa 472. punctata 172. Gaulthii r, Abacheidg d.Que. au ' tntiaeptische 199 Guzellenrooschus 733. ölen 921 iromat B»0. , 6l) ji rItm tterblutungen, 1 il. baemo- Secale com. 463. uttervorfall s. Hetroptosis, Gebärpulvei 166, Gehurtspulvi r, Busses 166. id, Gedonit 11 b>. 713. Gehaltstabelied GlycerinlS — der Ferrisulfatlösungen 141. — der Fi — der Platinchloridlosungen 1010 — der Zinkpera Gehe £ Co ,Iiegumii Opi f. 817, jflfeizenmehlextract 697. Gehirnhautentzündung. Mixt. anti- ISO. : icticin 638. 1 20. permum laove 97. 1 — Vollosii 97. Thee 1008. Gelatina, Gelatine 472. Gelatlna Carrageu Ph. Germ 1203 Gelatina glycennal i. 173 — Lieh. Island I'b Germ - Liiiuint pi — vegetabilis 472. Gelatine u. Pancreas SOI. — explosive 177. I) I, — — Analyse 192, Gelatine-Bougies 471. Gelatinekapselleim 476. Gelatineplatten 473. Gelatine-Senkterzen, Lösliche 473. Gelatinelösung, Conservationsmittel 11 Gelb, Köllner 967. — Steinbühler 971, VohPs, 078. Gelbboeren 007. Gelberde 967. Gelbfeuer m. Schellack G00. Gelbholz u. cone. Salzsäure 258. Gelbholztint« Gelbetifte 959. Gelbsucht s. Icterus (555). Gelbwurz, kanadische 552. Gelenkentzündungen, Ungt. Jodo- formii 679. Gelenkgicht, chron. Pil. antarthrlt. 711. Gelenkrheumatismus: Natruraben- zoat 718. — acuter: Natrum salicylic. 760. — Mixt, antirheumat. 020. Gelenksehwamin, Empl. jodato-opiat. Qngt. ad. tumor. all». 683. Gelidenm corneum 61 9 Gelin, Dr. Addison*« granulös. d'arseniate d'or dynamise 120. Gelidenm corneum 196. Gelose 172. 569. Gelsemienfluidextraot 180. Gel -finiriin 179. 181. Golsruiininum hydrochloric. 481. niinresinoid 480. Gelsemlns&nre 479. Gelseminum, resinoides 189. Gelsemium 477, lucidum 178. nitldum, sempervirens 477. Gemalztes Roggenmehl-Extract 097. Gemüseconserven, Grtinf,i,rbuiL£ 388, laipferhaltig. 387. Geneuil, Pulv. antcoryzoic. 190. Gentelei Grün 907. Gentiana 481 — Burseri, Burseriana 481. — im Bier 2.")5. — Uebergang in d. Milch 0'..'. Gontiana-Violett 907. Gentiotannin 481. Genussmittel, Gruppirung 177. Georgine 967, Geranien 1208. Geraniol 1048. 1208. Geraniumöl 1048. 1208. Geranosin 052. Gerard, Apparatine 91. — Ethor cicute 365 Gerber & Co, Klndermehl 02. 892. — u. Etadenhausen, Analyse d. Bist nii- n. Kindermehli — lfilehuntersuehung 646. Gerbsäure 0 Gerbstoff-Iileioxyd-Methodr 62 Gerhardt, Barthelemy's Kräuter- ■i/ 570. Geruch aus der Käse, Pulv, errbin. Btypt Gerstonmehl im Roggenmehlbrot 880. — Reaktion 886. Geschmack, saurer im Munde, Liq. stomalgic. 75t. Geschwülste: Sachet resolutil Cam- boulives 620. — atheromatose-. Pulv. antlsar- comat 731 — gummöse; Ungt. Blum Im ,|"<1 comp Kilo — Bcrophulnse Empl. jod opiat — secund syphifc Gly« rrina jod. caust. oSi. Register, Goscbwüro: Mixt, jodata 5S3. Byrup. antifcrophulos. 5 10 — carbunkulosc , Liniment, ant- antbriie. 1158. — im Munde, Aq.. gingival 710. •— phagodänische: Liq.. Tartrat. forr. kalici 111. — scrophulöse: Empl. jod. opiat. — — Ungt. ad. apostcin.L 550. — d. Vergolder, Liniment inaurat. 440. Gesichtsfarbe blasse: Pil. pboenig micae 433. Troch. roborant 277. Troch. roborant. infant, 278. s. Ohlorosis. Gosiehtsneuralgio. Glycerolat. Kalii cyanati 61 1 Gesichtsrose, Liniment, autcrysipel. Rothe 11 :>s. Gesundhoitsbutter 619 Gesundheitschocolade, amenV 179, Gesundheitskaffe, bomoeop., Krep- lin's 848. Gesnndheltamostrieh 1 los. Gesundheitstafelbitter 71. Getränke, Conservirung l '• weingeistige, Dar st, i i l Getreidebrand, Arkenbeut's Mittel 300. — t. Gimborn's Mittel 390 Getreide-Fuselöl 1117. Getreidekaffee 838. (.ei reidemehJ, ansehe, 85. 86 in l)oxtrin u. (ilylui.-.i B I rg) ffthrt 91, m, Alaun 81 — m. Algengebilden SO. — m. Baryumcan onat 88. — m. Hülsensamenmehl 87. — m. Lehmgehalt 86. — m. Mutterkorn 89. — m. Zinkweiss ss. Getreidemehlstaubexploaionen 91. Getreidesamen, geölter 91. Getreidesamenkaffee 335. Getreidestein 250. Getreidezwieback 894. Gewebe, Beschwerung 502. — gas- u. wasserdicht. 510. — elektromagnetisches 510. — nicht Feuer fangend 501. — rotugeliirbto 980, — Salicylirung 501. — Untersuchung 495. — wasserdichte 474, 601. Gewebefaser, Färbung 953. Gewürz, d. Kuchenbäcker 737. — Englisches 987. Gewürze, &therweingeist.ExtractS18 — kalter wässriger Aufeuss 31V — Weingeist. Extract 317, — Prüfung 317.31*. Gewürznelken 219. < iim\ ii rznelkenöl 222. Gewurznelkenpulver, Prüfung 220. Ge\l ur/.ul 7:>7. l/.nlixir 071. Gewürztinktur, bittere 482. Gezow, Ruhneraugencollod. 1 1. Gibert-Boutigny. Syiu|. Hydrarg bijod. jodurat. 548. Gioht: Gollocl. jodoformiat. 577. ttixt, antarthrlt. Arneric. 836. Pil. <■.. Lith. bromat 671 chronische Gelenk-, Pil antarthrlt. 711. Gicht u. Rheumatismus: Mittel, Mo essIn eer*s 1009, Laville'i Arndt 's s:ts.Collod jodoformiat r>77. Gichtelixir, GttHelmo's 291. Gichtgeist, Iran// 302. GichtSette, Winter'sche 3*«. 1217 Gichtknoten: Massa antitopb. 674, Ungt. antitophic. 675. Gichtmittel, Reynold's, Want's 353. Gichtpapier 269. Gichtpulver, Brian*s 740, Poxtland's 482. Gichtringe 1217. Gichtsbirting 259. Gicht piritus, Blau's 1001. Gicbttinktur, Cocheux 353 Gichttropfon, Iliissmi Giehtwasser, Funk's 5. 1099. — Husson's ". >.; — Metzgers L099. Gioht wolle, Nauenburg'a 1S9. v. (.nai, Linot. Rhei 1041. Glffey, Schiele & Co., Kindermehl 892. Gifte, organische, Ausmittig. 00. Giftlösung 117. Giftsumach 1170. Giftsumachbiatter 1170. Giftweizen 1139, Gigartina spinosa 509. Gile, Lin. ofjod. ofammon.70 -1 Gimbert, Vin, kreosotat. 027. v. Gimborn, Batterpulver 170 — Mittel geg. Getreidobraml 190, Ginger Ale 1269. — - Extract 1268, ras-oil uns. 120s. Gingeroi 1 ' 16 Gingivitis, bi^sent. gingival. anodyna 301. Githagln *S7. Glacialin 9. Glanz-Elastic-St&rke, 93. Glanzpapier mit, Ajsenfarben 202. Glanzstarko 9.1, arsenhaltig 91. Glanzvorgoldun 1 ■ 1 knzTersilberung 112. Gla amerikan. Prei 16 — anaetinisohes I > — mit Metallüberzug 1133. Glaskitt 15. 107. 17 1. Glas- und Metallkitt 1022. Glaesum 11 l-> Glastinte 9 »8 Glasur bW'ilrci 46, Jannascb's 0. — Constantin's 1022. — Kichard's bleifreie 1021. — f. Ofenkacheln 45. — Seger's 1022. — f. weisse Ofenkacheln 1022. Glasuren, Kayser'K 1021. Glasnrmasse, weisse 1022. Glaswolle 44» Wiener 45. Glaswollen-Colatorien 45. Glatte, Zahnhalsbander 390. Glaubersalz, 703. Glee it, Glessum 1145. , fl Glieder erfrorene, Collod. jodat. *>»-'- — schmerzende,Vaseline-Cami ,,lür " 1. e 902 Gliederkrampf s. Convulsionen. GUederkrankheit s. Arthritis. Gilt eher 886, Globeöl 021. . .oi.n Globuli Chinini sacch.Muennlohi^ — digestivi 704. — gelatinoso-jodati 019. BtTTchnini 1140. — vaginales 473. ß . Q — - cum Kalio jodato 619. __ _ meronrial : > u Globulin, Globulin« sts - Gloeiopeltii tenax 509- „ lirnure a Gloeoeapsa baematodes. purpure etc. 1069. t (|l , Glover, Chloroform, phosphorat. Glucinsfture L066 Glutinln 92. 1.1 vi erat 484. .,, . m c^r ■ ,1, »rbonate de Uth.ne 67B. aiycratttm, Laudanisat. 836. IMmnl'i uliarot. IUI"- Rataniae 1035. " 5 '",;vr, t dc,aunhi.l035. — Iaudanis6 836. m Kegister. 1291 Glycerin, Glycerina 184. — als Lösungsmittel Ist, chemisches Verhalten ls6. — im liier 238, Best. 247. — im Wein, liest. 1222. — Krystalle 184. — mit Chlorkalk 303. 487. Nachweis ls7. — physiologische Wirkung ISO. — Prüfung 486. — und Borax 157. — — —m. Natriumbicarbonat m. — u. kalischo Kupferlösung 1S7. zu subcutan. Injection. 484. 57:1. Glycerina chloroformata 191. — ferrichloridata 121. — iodato-eaustica Richter 582. — kreosotata dulcie 020. — kreosotata fusca 626. — nitrosata, nitrosa 492, Glycerinatgelatine 488. Glycerinbarometer, Jordan 488. Glyceringelatine 1711. 489. Glycerinhautbalsam 492, Glycerinismus 490. Glycerinkitt 489. Glycerinliquenr 491 Glycerinphosphorsäurc iinllarno 1 186. dlyeerinseife 1076. transparente ISO. Glycerismua 190. GlyceritumFerri Bulfurici orydati I M Glycerolatum Acidi earbol. 191. futipsoric. Merletta 191. — bismuthic. 155. — camphorat. 491. — Chloroformii 491. * — eserinat. 950. — Extr. fah. Calabar. 950. — Ferri sulf. oxydati 441. — haematoxylinat. 522. — Kalii cyanati Camboulives Hl I. — lithio. Limousin 675. — Menthae 722. — Pepsini 909. — — c. Salicina Postans 910. — physostigminal. 950, — Plumhi subacet. KU'.. — Salicinae Postans 1064, — — c. Pepsino Postans 1064. — Sulfat, ferriei 111. — thymolic. 1169. — Zinci chlorati 1251. Glycerolö 484. — Hthique 675. Glycina Franco-Gallica 668. Glycine «Im- Franzosen 668. Glyeion, Glycium 070. — ammoniacale 668. ~ liquid. 668. Glycyrraetin 671. Glycyrrhizln 670. ~ Best, im Succ. Liquirit. 666. Glycyrrhi/.ina, Glycyrrhizinum 66s. — ammoniacalis 068. Glycyrrhizin Chinidin 273. G ly«yrrliizinsäure 670. 'Hykammon, Glykammonum 668. Glykogen 214. Glyltokoll n. Pankrras 865. Glykose 214. 699. 1055. — Best, mittelst kalischer Kupferlösung 1056. — im Kohrzucker 1053. — im Blut 1069. — Veränderung durch verdünnte Saure 1057. Glykoside, Reaction^cheuu C7. '■lykosurie 1197. gnoskopin 819. ( ">apulver 110. Gohleyl tflaiomcter 814. '"xUYey's Cordial 838. Gobel, veget. Pflanzcnextract JOlb. i Gölis, Mixt, anticterica neonat. 765. PulV. antiphlogist. 403. Gold 130. — Abscheidung a. Tonbädern 130. — Goldähnlicho Legirung, Coo- per's :iv;. Goldarseniat 120, Goldbronze 384, Goldchloridlösung, Ozonreagens 858. Goldenrood 1165. Goldfirniss 367. Goldlack 367. 657. Goldmann, Kaiser-Zahnwasser 511, Goldruthe, wohlriechende 1105. Goldschwefel, arsenhaltig 1132. Golis, Mixt, antiphlogist, Lnfant. 605. Gollicz, Sirop de brou de noix fer- rugineux 590. Gommier bleu de Tasmanie 412. Gonorrhoe, Chinobalsam. Gosselini 288. — Liq. injector. Bismuthi ratan- hitanniei 1035. — hartnäckige,Liq. tannic.jodat.52 .^eundäre, Mixt, jodata 583. Googul 739. Gosselin's Chinobalsanmiti 283. Gossypium 194. — herbaceum, Wurzel rinde l'.il. Gottfried u. Sachsenroeder, flüssiger Baffinadeiucker 1063. Gotzkow, Epilepaiemittel 121. Goudron de Norwege 1009. i:\ycdnno 1007. (lou'l ronni&re 1005. Gouibourt-Sohacht t Morphinbest,833. Gr&f, Bisenlts purgatifs et veimi- fuges 1086. Gräfe, Collyr. stillatit. 128, — Ungt. opthalm.antiphotophobic, 585. Grains de beaute, Penelle 433, Grana Chaulmoograe 519. — Gnidii 994, ' Granatastrinde 503. Granatbraun 980. Granatin, Granatrinde 503. Granatum, Granatwunelrinde 503, Grandkleie 842, Granula antichlorotica 433, — euproaopoetica 433. — paralimnorum 433. Granulation, Ungt. Jodoformii 570. Granules d'arseniate etc. Addison's 120. Granulöse 694. Grasbuttei 164, Grasöl 1208. Grasvegetation im Strassenpfla^ter 187. 693. Graves, Pil. Plumbi opiat. 1016. Tinct. hypnot. potator. 729. Gravid in I ISO. 1186. Green, Mixt, antasthmat. 677. — Pil. consopient. 732. Gregg, Laurolin 970. Gregoire u. Co. Enamel of America 754. Gr6na1 im Wein 1222. oluble 980. Grenetine 472. Gressler, Kehaumweinbereit. 1234. Griechisches Wasser 536. Grieskleie 842. Gries- und Steinbildung, Kxtr. Im- peratoriae 570. Gricss' Reagens a. Salpetrig Griffith, halbfestes Petrol. 919. Pil. petroleatae 936. ZinkwellB [249, Grillenmitte] 159. e pills 144. Gurjunbalsam 135. 1202 Register, GuTjunhalsam im Copaivabalsam 131. — Prüfung 185. G-urjunsaure 135. G-urscVs Epilepsiemittel 010. Cürtelflechte s. Zona, Acid. boric. 8. Gusseissen, Emaille 1129- — Verzinnung 1128. Gusseisen^cliutz 663, Gutta-Akolian 51(1. Gutta-Gambir 225. Gutta-percha 515, cbartacea 510. (Jutta foliacea 510. Guttaperchapapier 516. Guttaputihsundek, -rauibong 510. Guttarubbor, -singgarip 510. Guttasoosoo, Guttataban 516. Guttae anodynae Roginae 101. — antasthmat. Oesterlen 814« — antastbmatic, v. Bamberger 077. — antempneumatic. 147. — antepilepticao 960. — — Marsball-Hall 1140. — antihydrot. ltiehter l<>. unticholeric. Badt 1258, — anticystoeatarrh. Edlefsen 135. — antischuretic. W.ildenburg 770. •ntitromie. Albrrs 72'.). — antodontalg. ptenylat. 14. — carvolatae 210. — COlchico-£Uaj;u-, 353. — contra cborcam { .)50. — laxativae Monti 1025. Guttae ntliolythii.'. Krallt 737. — sidero-ckalybeat. Weiler 421. Gutti 518. Guttmann, Mixt, antidiphtherit. 568. Guttulae physoatigminatae 050. Gutzkow's Darst. d. Natronlauge 7 I i. Guyot, Caps de goudron 1005. Gynocardia odorata 519. Gyps Erstarrung 180. KriUongift 187. GypsabgDsse, -waschbare 187. — Schutzanstrich 187. Gypa i ^inent. Schott 182. Gypsen des Weinee 1211. Gyps-Hanf-Schienen 186, lUakjorringtbran 122. Haarbalsam, llauvy de Buwler 111'.). — (1. Franziskaner-Bruder 111. — Hiawatha, lloyi's, Wright 115. Holländisch. Brandt 52. leitigung a Enthaarung. Maar-Ernahrung. LangenbedTn 177. Haarerzeugungstinctur, Kneife] 268. Haarfärbemittel 300, bleihaltige 960. — Chinesisch., Kothou. Co. 31, 1 LS. — Dr. Leyri HaarhersteÜungspraparate, Siggel- kow's 1234. Haarlifl.no r, Chines., Hoff mann 115. IIa i.rmark. b -■ Li imisi li 902, Haarmittel, Bnhligen'a 115. Haarspiritns, LidlofFs 130. Wilm'B 1126 Haarstarkungsfluidum, Koch'y 102. IUarverjungungsiiiikb, Frau/, u. Co. ISO. Ilaarverjüngiingsmittel, Svelin's 153. Ber, Laforest 112. Haarwnchssalbe, Selle'a 208. Haarwuchswasflflr 568 Haarzuoker 1063, f 1 l1>l1s hadt e Haberet bt, Berl, Üniv< csalthee L098. 11 ;li leer, i inpi. antoTchiceleo ipho ret. 619. Haem itin 848. L066. Haematinchlorhydrat 1000. Haematine 521. Kaematinhydrochlorat 1066, Haematinon 1022. HaematokrystalHn 1007. Haematoxylinp ipiei 521. ttoxylintinte 956, oxylon i20 aturie IM Becal. com., Syr. I' rgol m tri t' 8 1066 [laemoglobin 10(>7. Haenn talle 1067, Ha« mophainharne 117s i i<)7 Haemoptoi Liq Ext] ad inject, au beut Haemoptysia, Pil. antihaemori b L016. Haem«. — Extr. Secal eorn 185 antltnetrorrhag 1111. Kix1 mart, in Pil coi i 466. Pil. haernoatatii Haeraorrhoidalknoten, Ungt anti haemokyi tomat 1017. Haemorrhoicl klthee 161 109S. Hat mo rrhoidentb.ee 151. 1098, Hartepulrer 61 i Harl a i Härtung geiat 171 Härtung ro itai hu I : >1 Hauser instri« bfarbe 110. Hafene gpuWer 600. Haferm* hl 886, Weibezahn' pi ■ 823 Hager, Alkalo ug 62. — A ' LI Hb. H. IFugor, Baum51prufung soll. ButterunterBuchung 164, 16 i. Balsam. salicyl. bi uzoin&t. 111. — liandwurmkügolchen 389. — Bandwurmpillen :S8lt. fOtUta rational, parat. 460. — Fn eloibestimmung 1121. — Gowur/.piii hing :il 7. — Kaffeeuntersuchung 331. K itarrhpillen 276, 312. Liq. conservat. universal. 42. — Lithokolyter 169. U i Lchuntersuohung 646. Morphinbest. im Opium 833. — Oolo, aeth. Weingeistmischprobe 7 ( .)2. Olfäctor. anticatarrh. ('ort. 1159. — Pil. antiphlogistic. '270. — Pil. pboenigmicae 133, Hager - Jacobson - G< isler, Morphinbest. im Opium 834. II »idehonig 71 1. Heiflschthran 122. : l')2. II. im- milkan 1017. llair Bestor.r,ltfcVs705,Smitb 1 »46 II i.ii u 1,'ik lu-l, Bozodunt, v.in Bua kirk» 1 1081. Hallogenin, Halogenin 112. Haloxylin 193. Halsentaündung, öarg irifinia antlpa- nancble. 7. 836. Halton, ttixt.antimetrorrbagicall 11. Hamburger Brnsttbee 072. gelbes LebensOl 139. Leben "l 96, Magenbitter, 318, 183, Drops, 118. 183. i ropfen 71. Hamlin's VFizard oil 189. Hanbury, Kassa pilnl. Pbosph. lapo- 946, e1 411en Tonga 1134 11 Mnir aufge iprungene Handwa i i KrepHn"s 1082. si bv ■ nweissb&nde, Hanf, 190. »retten, (ii imanlVs 191. ihihii t ,-r l rki nnung 196. Jodscbw« fei .hu' ..... aktion L97. li mfscblenen IH6. ina n i rnei ke, PetrolprW II ui en Krftgci l'ulv dntidiarrb.8 17 II inzlick , Dr. Sottmann's Petersburger Elixir 1172. Hardidadik 179. 1 1 up Ferrl hypopbospb 1 17 intip orio 11 i'i I .im I Ulli. ii hu Ai. i..... 117» alkalolde 1181. Aiiinniiniii ii i i'i Benzoesäure 1183 1183. Blei 1191, Chloral 1184 ,.i viiIh. ii 1178, Eisen 11s TUrn, Essigsäure im Diabet. II .1 Galle Gallenfarbstoffe 1185 — (lallt ns&üre 1 Isfi. — gel bor. grüner 117s. li.'|. itiscber 1197 Hippursaure 1183. — Hydroi hinon 1192, 1193. — ikterisober 117s. Jod 1190. Kroatin, Creatinin 1191, Kreosol 1193, — Kryptopban8&ure 1 HM. — Kupier 1191, Leuciu 1197. Metalle Moi,ii.iiin.lo um Metbyl »min 1192 Metbylharnstoff 1192. Morphin 1182. Oxalsäure 1192, Pepton 11 ■' Phenol 1192, lim. Phosphor 1194. Quecksilber 1191. abodan 1194, rother 117s. i iiuro I III , s. liw. fei 1196 S< hwefels un-o 1 [96 Spei tnatozolde 1 196. Btiekstoffgehalt 1196, Tyrosin lim, üntersi hw< fligs i uro 1197. Wirkung »th Ol le 1196 der Terpene 1 196 — des r i erpentinOls I l'-* r> - — Wismut.li ll'H — mit Zucker 11117, 1198. Harnbacterie 1 179. lim nl.l »senleiden. Extr. tmperat >'0. npiio.it, .1 r. bradysuriam ■ r > (l -- Mittel ;'i'!'. vi, li K inj; 10 Harngährnng 1178, Harnigsäure 124« Harnkraut 1082, rother 1082. Harnoxyd 1242. Harnruhr, Mixt antidiabet L65.C5W are 52, Erkennung ll s,; - Harn »urebodensatz im Harn 119". Harn äurei oncretionen, Liq. sapo • litholyt, nos icomii Monspe». 1079. ,_, , [\a,\ m iteini Li' ilicbkeit 673. Harnstofl 1177. 1187. ,.-, _ Bestimmung 11^7, Bildung in ■ phj lolOg Wirkung 1177. 'inil Ke or. 111 1177. toffbestimmnngsmethede B" n ' '"' ' 'io I 1 SS ' . , , is* Heintz'sche ll88.Leoomtes" Liebig'a i iss. Millon's li» Harnstoff-Ferment 1170. toffoxalatkrystalle 187. ipier HS'- ll irntreibender 'l hee *>"'- llniiivoiliillo,,, Gutt. antischuretic. Harnzueker, Prüfung auf. 1' 9S - Hartensteln'8 Legumlnose »»•... so5 llarzliostimmung i.lott. 0elen801. w Register. 129< Itarzbrot 894. Harzeasenz 989. 990. Harzfiecko 954. llarzlirniss, Thies 991. Harzgeist 990. Harzöl 989, gereinigtes 990. Harzöle 798. — Best, n. Allen u. Thomson so?. — Verseifung 808. HarzÖlseife, leuchtende 1075. Harzseife des Handels 1075. Harzthran 990. Hasenhacke, "Üngt. antihyperostoa54S. Mixt, antidiabetica 465, HaufFs Antikesselsteinlauge 715. — Antikesselsteinmittel 103. Haugk's Rothlaufgift 1126. II. iusonbla.su 569. aus Seetang, Japan es. 509, Hausessenz, Rohr'sche 590. Hausschwamm 542. — Verniclit. d. Borsäure 9. Haustus taenifug. Mayer 447. Haut, aufgesprungene, üng. teniens salicyl. 42. flaut- u. Nervenkrankheiten, Ol. phosphor. Broadhent 046. Hautaffectionen d. Vergolder, Liniment. Inauratorum 110, Hautausschlage, Üngt. pomad. Tase- tinat 901. Hautflecke 536. Hautjucken s. Pruritus, Hautleiden, asthenische, PuIt. con- citant. 837. Hautpusteln, Collod.jodoformiat. 577, Hautachorf d. Pferde, Üngt. antipi tyric. 42. Hautschweiss, Pulv. Inspersor anti- hydrot. n, Hautstellen, wunde, Foment, ad at- trita 51. Hautwunden, Pulv. inspersor. bis- muth. 155, Havannahonig 714. Havebutter 164. Hayer, Üngt. Jodoforraii 579. Hayesin 7. Hayrwardt u. Oo.,Pfefferminzextract 72t. Hebra'e Bapo mollla 1080. üngt, diaehylon 1019. Heeremanne Co., Kunstmehl, Kunel weiss 93. Hegewald, Antipailothron 172. He « 699, Eigenschaft., Prüfg. 701. trockene 701, Liefekraftmesser 703. Hefen-Natterbaum 680 Hefepilz 699. Heftpflaster, Bezug 1020. Heftpflasterband, DietericVa 27. auf Segeltuch 28. Hehner's SIeth. d, Butterprüfung 166. geidelheerpigment 1218. 1225. Heidelbeerwasser 1110. Heidelberger Schwindauchtsmitt. 838 JlPilbitterer, Rowland's 1064. Heilpfl a8 t 6r( Richard'a I lt. j* eü salbe, Vasel. benzoinata 901. £ e }* universalsalbe, Brugier's 536. J ieim's nervenstärkender Thee 722 11 imchenmittel l.v.i geinersdorff'B Pepsin 912. Heiserkeit, Garg synanch. §36. t»T **OCh. o, Acido benz. gektograph 476. Hektographentinte 170. 967. gelianthin 1237. geliotropium odorat. 588. gelcom» s, Geschwür, gellblauatifte 959. gelleboraorin. Helleborin 521. «elleborina, Helleborimnn 524. antipn ra- 7. ftelleborns 523, officinalis 521. — orientalis 524. Heller'sche Aetzstifte 113. Hellot, Bympathet. Tinte 322. 11( Imintholithus 40. Hematine 521. Hemeralopie s. Nachtblindheit. HemialburainÄe, Kulm 915. Henkel u. Co., Universalwaschmittel 1082. — Waschsoda 755. Henkers Bleichsoda 751. Hennablatter 69. Hcnoch, Bf ixt. c. pur pur am haemorr- hag. 400. Henry, Acid. chinopicric. 30. Tyrabus-Oribasci 112. Henschel's Antipernium 835. Hensler, Bunsenliqueur 1098. — geg. Fettsucht 1098. Hensler-Maubach, di&t.-kosmet, An- stalt Villa Annaburg 75-1. Hi ptan I M. Heracleum asperum 1173. [gant. (116. Herba Caladii seguini iso. Cannabis [ndic. Mio. Centanrii min. 229. Chiraytae 229. — Chirettae 229. Conii maculati 365, I lamianae 117 l. Droserae 104. Herniariae 1082. l ?ae 721. Ledi palustris 662. Weliloti 729. Origani Creticl 84t. fcorellae, Boris soljj [04, lorae 1165. i.i nacetl 1151. \ iolae fcricoloris 12 15. Herbabny's Diphtheritismittel 1 170 t iodzin 43. Herbe ;i toua leS mauz 771. de La dame des fÖrets 721. Herbsthonig 711. Herbstzi itloae 361, im Biei Herby'a capsules 1005. M Brn i.i i acacerata, Enema m■■ 776. Herniaria glabra 1082. hirsuta, rubra 1082. Herpes, Liniment, antiherpet, chry Im n;il. III. Herpes tonsurans, 379. Bpirit. boric. Neumann 8 Herrmann's Uykothanaton 22. — Schwammtod 22. HertVa Eisenliqueur 442. Herzbeutelentzündung, Collod. jodo- formiat, 577. Herzen, Fleiechconservirung 9., Herzleiden. Pil. peptic, Hager 910 — Gntt, atttasthmat, 677. <'liininprobe 289. Heuasthma, Itfixt.ctr. catarrh.aestiT. I 'ii Heufiebermixtur 620. Heuroann's eropir, Petrolprobe 931. Heualer-Maubach , gi | Heusner's Lactoscop 639. Heuwurm 1078. Heu Zwieback Heynaius, Alburainnachwe) Hexanitrocellulose Hexanitrodiphenylamin - Ammonium 964. Hexensäure 1050. II iawatha Haarbaisam, 115. Hibbon, liquid blister 193 and Smith, JodMiater 648, Hiller, üngt. opiftto-mercur. »37 Himalaya Thee 1166. Himbeeräther, BnglUcher 1051. Himbeeren, BestandtheUe 1050, Himbeersaft 1051. Hinfälligkeit, Troeh. roboraut. 277. Hippocoll, Hippocolla 1172. llippomane Maazanilla 472. Hippursäure 53. — im Harn 1183. Ilirudines 525. Ilirudo mesomelas 525. llirzel, gas- u. wasserdicht. Gewebe 516. Hitzblätterchen. (s. Eczema) TJngt. antieezemat. Abelin 41. Hoang-Nan 1 1 42. Hodengeschwulst, Empl. antorchi- celeo-diaphoret. 619. Hodges, Antilithic-Acid-Kur 53. Höllenöl 1204. Höllenstein 1 13. Höllensteinstifte, harte 113. Hofebutter 164. Hoffmann's Chines. Haarliquor 115. Hoffmann's Violett 952. Wind- n. Magentropf. 723. Hokiak 172. Holländische Kaffee-Eaaenz 348. Tropfen I Mio. Holländischer Balsam 1 160. Haarbalsam, liraudt 52. Kakao 171. Holländisches Anti-Acidum-PulY. 159 Hollunderbeerenpigment 1218, Holtz, Liq_. jodocarboL 11. 582. llolzanstrich, conservirender 992. insektieidischer 703. Holzbeize, gelbe 30. — schwarze 522. 003. 974, Holzcellulose Holzflrniss 1006. Holzgeist, als Denaturirungsmittel 1114. — React. n. Jacqnemard 1120. Holzkassie 313. Holzkitt 15. Holzlack geg. Haussenwamm 9. Holzöl 135. eapanspiritus 1 115. >fl 25s. Holzstoff seife, Feyerabend 1081. Holztheer 1004., Anwendung 1005, Holztinktur, Königseer 511. Holztropfen, Königseer 511. Homatropin 561. Homocinchoniciu 264. Homocinchonidin 264. 309. Homocinchon tu Homoeopathische Chocolade 179. Hqmoeo Kreplin's 348. Homolle'a Seigte ergote pnrif, 162. Pulv.contra choleram Asiat.11 10 Homolle etYoret,Apiol-Capsules933 Homopyrrol 79s. Homs, Sirop 732. Honig 713, Amerikanisch. 711. Honig giftiger 718, llliriscaer 714, — Italienischer 714. Prüfung, ehem. 717. Prüfung, mikroskop. "15 Reinigung 719. i rngarischer 711. hung 711. [Tonigharz 657. Honigthee 1165, Honigtrank, Iacobi's 1151. Hooper, female pills 71. — Mixt, antasthmat. 077. Hopfen (177. Schwefelung 8 Hopfenbaum 241. Hopfenbier, Bestand« Hopfenbitter 254. 679 Hopfenextract. 254, Hopfen harz i;79. — im Bier, Best ■ ; 680. 1204 Hopfensurrogate 230. f>8ö. — im Bier, Nachweis 252. Hoplemuroma, Clark's 1009. Hornhautentzündung, Jodoform 579. Hornhautg' schwüre, Jodoform 579. Horst, Zündholzmasse 602. HouleCj Ungt. antipsoric. taur. 1255. Houton-Labillardiere, Coiorimeter 839. Howol, Brustwarzenbalsam 901. Hoyt's II iawatha Haarbalsam, Wright 115. Huaco 509. Huber's Reag. auf freie Mineral- sauren 25. 78. Hudson'a Seifenextract 1081. NüOnor's Hohnellmastpulver 1183. Ilultnoraugencollodium, Gezow's 44. Hühneraugenessena 49. Hühneraugenmagnete 1149. Hühnerattgenmittel, Wit - Tschai- kowski 11. Hühneraugenpflaster, Lentner's 992. Hühnerei. Güte a. Aller 844. Hühnermilch 847. II ahnerstall-Baucherwerk 1009. Hülsenfrncntmehl i. Getreidemehle SSO. Hülsensamen-Kaffee 338. 342, Hüte, elektrische 1217. Hufeland, Liq. antidysent. ad clys- ma 51 1. — Ungt. antisyphilit. 545. Ilnl* hikI Kl au enh eilsalb e 15. Hufnagel'H Lebenswecker 672. Samariter 1242. — Pniveraalliqueur 1242. Zahnmitte] 727. Hughe, Milchpulvor 9. Huguenin, Liq. Ferri ad inject, sub- cut. 438. Huile de bois 135. de foie de moruo pancreat. 871. de Gabian 920. — Genesee 920. de GÜle 684. — de marc 11 1 7. de rasa 989. Beneca 920. — tournante 809. Hnland'fl Kaltwasserwaschseife 1081. Hundefellmilbe 1255. Register. ITunde-I'leischfasprzwieback 204. Hundswuthmittel, Thömer'a 182. — Liniment praeserrat. 619. Ilungerford's Anti - Rheumatismus» salbe 10, 189. Uunyadi-Janos-Bitterquelle 109. — Bittersalz 091. Husson's Butterprobe 166. — Gichtwasser 368, — Medicinal Water 353. Husten, Bals. pectorale 1158. — Linct. communis 836, Mixt. ctr. tussim 123. — Mixt, pectoral. leniens 071. — Syrup. boni Samaritanl 732. Husten d. Kinder, Vulv. antiphlogist. infant. 277. — Mixt, pectoral. antathrit. 353. — Trochisci roborant. infant. 278. Hustenbacillen 671. Hnete-Nicht, Pietsch u. Co. 698. Hustenmittel, Mayen 698. Huetenmixtur, Gull's 123. HuBtenpillen 277. Hustenpulver, Pogacnig's 751. IlydnocarpW odoratus 519. renenara, Wightiana 519, Hydrargyro-PlumDum jodat. 1019. Hydrargyrum 628. amidato-bichlorat. 536. blchlorat. corrosiv. 511. — — — Mittel gegen Haus schwamm 641. — — — Injectionsdosls 575. — bijoflat. rubrum 517. — — — Injectionsdosis 575. — chloratum 536. — — mite, Enlectionsdosis 575. _ _ - käufliches 536. — - Zersetzung 537. — cum Greta 534. depuratum 528. — jodatum546, viride 540. — nitricum 548. Oleom argarinlö, 560, — oleostearinic. 550. — oxydatum 550, flavum 550. — -- nlgrum, Weigert's 561, — oxydulat. 551. — — nitrico-ammonlatum 651, peptonat, 915. — snbnitric. oxydulat. 519, — snlfnratum 551. TTycirastin, Hydrastinum 56S. Hydrastina, resinoides 653. Hydrastis 552, Canadensis 552. Uydrobromsäure, conc. 20. — Darst. ex trmp. 20. — verdünnte 18. Ilydrobrncin 1141. Hydrocarbür, Löslichkeit in Weingeist 035. Hydrocellulose 259. 495. HydrocMnon 343. 908. 1035. — im Harn 1192. 1193. Hydrochloras Chinini et Ureae 2S1. Hydrocblorsaura 22. Hydrocotoin 370. 373. Hydrocrocis arsenicalis 116. Hydrofugin 75. Hydrogenisirtes Eisen 118. Ilydrogonium, Reinigung 559 — hyperoxydat. 554. — — eolutum 554, Hydrojodsaure 24. Hydrolelne 871. Hydromel 718. Hydrops, Liniment, antihydrop. 935, — Spec. antihydrop. 722. Ungt. antihydrop. 545. Hydroschwefligsaures Natrium 750. Ilydroxymeter, Bertrand'ß 861. Hygrin 324. Hygrometer a.Kohalt.-Papier 281 321. — pflanzliches 770. Hyoscerin 659. Hyoscin 559. 581. Hyoscyamin 559. 500. Hyoscyaminchlorhydrat 561. Hyosoyaminsulfat 561. Hyoscyaminum sulfuric. 561. Hyoscyamus 559, Antidot 559. Hyoscyamusharz 559. Hyoscypikrin 559. Hypertrophia tonsillar., Liq. jodat. Bumbold. 682. Hypochloris calcious aqua solutus Cod. Gall. 305. Hypochondriasissenilis., Gutt. anti- tromic. 729. Hypodermatlsche Injectionen. 572. Dosentabelle 574. Hysterie, Gutt. anodyn. Reginae 301. Mixt, anodyn. Chloroform. 301. Troch. roborant. 277, Mixt, antispasmodica 732. Jaborandl, Jahorandiblfttter 502. Wertnbe stimm uns 503. Jaborandin 563, Jaboria 503. Jackson, Cacbou arurnatise 672. Jacobi, Honigtrank 1151. Jacobsen's Tintenstifte 952. Jacqnemin's Ethodeinreaktion 95. Jagdpapier 1016. Jahn, Pil, antihaemorrh. 1010 Jalapa 508. Jalapenharz 668. Japan Akonitknollen 56. Gallapfel 108. — Hausenblase 589. Japanischer Agar-Agar 195, Japantalg 235. Jarnaika-Kaffce 348. — -Kino 022. JamaicaTum 1118. James, Blistering ointment 193. ollod, Jodoformiat, 577. Perm o- Vz ei i aa 902. — TJngt. Jodoformii 579. Jarcguarandj Jandonrs. Mixt, ferrlco-tartarica n I. Jandouach, Brachmlttel bei \ i 190. Jannaech, Dleifreie GlasUT 9. — Borocat 180, «x. .Tannasch. Oonscrvosalz 9. v. Janostalva, Kopfschiippenlnaiiter- h;h. n's Ilandwiirnikur 606, Jasmin-Bignonie I7S. Jatropha unreal 1204. Jatrophasanre 380. Jaune acide uns, Anglals 987. Janne brillant 967, d'or 741. de man 967, li* 987. Indien 'HiT, mandarine %1. — paillo mineral '-M17. Javanln 265. Javanische Bhabarberwanel 1039 Jayne, J88. Joacin ll". Jcaja 1142. Ichaboe-Qnano 512. [cbthyocolla 569. itixt ealina anticterica 700, Viii. chloroformtat. 302. Jcannel's Brao - r 44:t. — PH. mnrnonagog. laacant. 144. Jerichoroth 980. Jerrln 1205, Dant. 1206. Jetollne 963. Jerusalems Beinignngsthee, Carsch oll. Jerusalemitanischer Balsam , Ant«' nio's 711. Igasnrin 1111. [gnatiunbohne 1142. Ilfx Paragnayensls 569. BOrbillfl Mi;). [lllnoiehonlg 711. Ullpebnttei 1089. Illirlicher Honig 714. Imitationslack f. mattgeechlill- U"» 1065. [raperatorla, [mperatorin o'«. Indlcan, Nachweis 1190. Indicatoren, »llcaUmetrische l»' Indlonm 570, solnl'il" 572. Indigblan r.70. 1190. Indigcarmin 572. Indigestion il. lüi.ili'S 1132. Indigo 570, Aachener 522. 571. — artilic'iH, Slnger'e '->U. BT*. Verhalten in Glycerin 5/o. — wilder 140. Indigo Krsalz, DollftlS 968. — Kanb & Co '■"''*■ l adlgollne 522. i adigopigment 121H, ladlrubin 11^10. Indiaohe Veilchpnwnr« 58». Indischer Balsam 136. Register. 1295 Indischer Gallns 468. — Pflaniensaft 136. — Syrup 1059. — mit Stärkesyrup 105(1. Indisch-Hanf-Cigaretton , Grimault 191. Indol 849. Indulin 572. 982. Inoh 395. I nlectionskrankheitf n, Natriumbcn- zoat 748. liiflammable Gewebe 501. I itf'usnm fol. Digital. Gelatiniren 1197. Ipoeaeuanliae 585. — — comp. Ph. Hann. 5S7. — Pancreatis 868. — Quillajae 1032. — Sennae comp. 1097, Ph. denn. 12011. Inga higlobosa 349. lugluvin 905. Ingwer 1250, Afrikanisch. 1257. — Indianisch. 121, Ostindisch. 1267. Prüfung 1257. westindischer 1257. Ingwerol 1250. Engwersorten, Untorsuchg. 1250,1257. Injectio adstringens 1254. 1 iijcction, intravenöse 573, (njectionen, hypodermat. Dosentabelle 574. — intravenöse 673. — parenchymatöse, Dosentabelle 675. Injoctionsspritze, Leiter's, Ijiier's, Pravatz' 572. Insekten- nnd Milbentödtor IIS. Insektonfrass, Liq. eonservat. universal. 42, Insoktenpulver, Dalmatisches 1027. — Persisches 1027, Prüfung I02S. li'sektenpulTertinktiir l()2s. [nsektenraucherkerzchen 1028. In- sktenBcheuchwasser 703. Insektenstich, Liniment, praeservat 010. Insektioidischer Holzanstrlch 763. Instantaneous ink extractor, Perry u. Co. 2o. fnulin 307, Inulin Kleberbrot s72 nvertin, Invertina ooo. 703. Invertzucker 1052. 1061. Invartzuckerlösung, Bereitung 1056. Jod, Jodum 579. — Extraction a. Jodbadern 5S2. — im Harn 1100. — in Gerbstoffen, Nachweis 581. — Injectionsdosen 575. 576. — und Milch 631. — Uebergang in die Milch 632. Jodammonium 76. Jodate der Alkalien 580. Jodbleipflastermull 1095. .Ioil01isl.fr, Hibbon and Smith 548. Jod-Brom-Schwefelseife 1080. Jodbutter 619, Jod-Oarbol 582. JodcoUodium 619. Jodeisenleberthran 121. 129. 582. Jodeisensyrup 429, gefärbt 429. Jodglycerin, oanatisofaei 582. Jodgrün 952. 868. 982. — mit Pikrinsäure 982. Jodide und Bleihyperojtyd 581. — of lead Piaster Ph. Brit. 1019. Jodine, Churchill'* 584. — Biesenfeld -Ms. Jodine-Liniment, Houi-ke'* 584. Jodirtes Stärkemehl 07. Jodjodkalium 65. 580. 818. Jodkalium 010. — u. Wassorstoffbyperoxyd 557. Jodklystier 020. Jodlitbium 676. Jodmetalle, Zerseti. 0. Chroms&ure 580, Jodoform, Jodoformium 576. Jodoformcharpie 57s. Jodoform-Golfodium 577. Jodoformkrrstalle 577. Jodoform-Saibenmull looi. Jodo.....trische Bestimmung 581. Jodphosphonium 939. Jodpulver u. Phosphor 938. Jodqueoksilber, grünes MO. — rothes 517. Jodsaure, Verhalt, z. Strychnin 1136. Jodsodaschwefelseife, ECrankenheiler ois. Jodaodaseife, Krankenheller ois. .ledstärke 580. Joduretum Plunibi et Hydrargyri 1019. .lodviolott 952. 982, Jodwasserstoffsaure 24. Jodwasserstoffsäure u. Phosphor 939 — Zersetzung im Licht 580. Johannisbeerblatter 1041. Jordan's Glycerinbarometer 488. Jorissen's Morphinreaktion 726. — Reagens 1250. — Reaction auf Fuselöl 1124. Ipecacuanha 584, falsche 5S5. — farinosa 585, geringelte 584. Ipecacuanha, mehlige, schwarz- streifige 585. I reifige, striata 584. 585. — undulata, wellige 585. Ipecacuanhasäuro 585. Iris 588. Germanica 588. Iris-Extract 688. liisirende Anilinbronze 961. Iriswurzel 588. Irrlichter, Mexikan. 742. lrsa 588. Irvine, comp. Chinese Tablet of Ala- baster 182. Isatin 570, Synthese 570. Iscburia. Gutt. antischuret. 776. [solit, lsolitb 230. 902. [sonandra Gutta 515, Motleyana 516. [sonaphtol 711. [sopelletierin 505. isopepsin 012. [sopunicin 605. Isopurpurin neb. Alizarin u. Flavo- purpurin 983, Isopurpursaure 30. .Iml, Hleiweisskitt 101s. Jüngken, Aq. ophthalmica 5411. — Ungt. antichronicoconjunctivit. 1(117. Jugendblüthe, Laird's 1210. Juglandin 589. Juglans cathartica 590. cinerea 500, regia 589. Jnglon 5 so. cii, Pil. l'ancreatini 871. Jungfernbluthe 101. Juniperin 591, Juniperue 591. Junonia 1171. Jutefaser, Erkennung too. Jodschwefels&urereaction 107. Juviabaum 590. .luvias 50 1 . Ivresse apiolique 937. — quinique 937. Ixodes reduvius, Beseitigg. 533. hilteerzeugung ex tempore loo. "ltemischungmitNatrfum»ulfat765. KUteroUchungen ans Salzsäure und . Schnee 22. K&ee, Prüfung 655. «asegift 364. 635. Kaffee, ansgezog.336.Coffeiubcst.330. — comprimirt. 348. Coil'eingehalt 333. 340. — deutscher 006. — Extractgehalt S34. — gebrannter 3.1 1, Aroma 330. — ehem. Prüfg. 337 "~ — empir. Prüfg. 035. — ExtTactbestimmung 338. — Geschmack 335. — miskroskop. Prüfg. 340. — Schwimmprobe 330. 340. "~ — Tastprobe 335. — havarirter 329, marinirter 329. — Oelgehalt 340, Reinigg. 320. — Röstung 330, Schwedisch. 349. — ungebrannter 331. "~ Untersuchg.n. Hager331, Krauch 3 15. — Veränderung dch. Brennen 330, E, j- ~ — I$0. Kaliumwismuthjodid 05. Kalium xanthogenat 200. Kalk 181, kohlensaurer 182, milchsaurer 183, phosphorsaurer 1 Sl, schwefelsaurer! M>,ii n te.r- phosphorigsaurer 183. Kalkbisulfit 50, Kalkborat 7. Kalkeisenphosphatsyrup 434. Kalkeisensyrup, unterphosphorigs. 4IJ7. Kalkerdehydrat-Morphin 820. Kalliston, Burnett's 100. Kalmus 181. Kalomel 536. Kaltwasserw aschseife, Iluland'slOSI. Kamala 621, verfälschte 621. Kamille 257. Kammfett destillirtes, Abt 57. Kampfer 188. Kamphersalbenmull 1094. Kampherschwefelseife 1080. Kanadisches Wasserkraut 552, Kane's Azolitmin 909. Kanehl 314. Kanoldt's T*marindenconserren 1151. Kappenwurm 211. itische 47 1. Karbol-Lackpflaster 199, Karbolsäure '.'., s. Carbolsäure. iraSBerstauh,antiseptischer 199. Karbolspray 199. Karbunkel, Liq. ctr. carbunc. 582. Karig, EpilepsiepulTer 1254. — geg. Krämpfe 1251. .. ll.i rnleiden 50. Kariowa, A tili kesselt teinmittel 142. Karlsbader Mineralwasser 705. — Halz 7fi:t, echtes 701, künet- tiohes 763, Brunneng] 7(11. Kartoffelfuselöl 1117. Kartoffelstärkezucker 1055, 1060. Kastanien, brasilianische 591, Katalytiscb.es Bisen 127. Katarrh, Eraulsio anticatarrh, Wiss. 139, !M i x f.. pectoral. leniens 671. • \ K Inder , Pulv. antipb i i nl.i 111._ 277. ßherar's Kittel 117(1. Pil, anticatarrh. antiperiod.1003. Mixt. oleosa anticstarrh, 815, Katarrhpillen Hager'a 270. 312. Katarrhtropfen, Wurms 130. K atechu 225. Kater! ropfen, Worms 77. Kater wein 23, Katgut I9!i. njammer, Pil, pept. Ilager 910, Katzenstein 16, Kaub & Co., Indigo-Ersatz 968, Kauffmann, Alaunsurrogat 71. electromot.Zah nhalsbänderl l 19. — & Mohr, antirheumat, Pei K räuterbalsam 1160, Kaukai Lsches Petroleum 919. - idung vom Amerikan. Petrol Kautabak 77v Kautschuk 226 amalischer 227, A romal i i i ang , fettd ichter 22s, | 228, hornl' iiun tlicher 228, 663 Trunk um; d. Kleidungsstücke 229. ttukadhä liopflaster 227. Kautschuk 1- 228. huk-Graphit-Firniss 228. '.'s. Kautschukmasse 1 1 18. ankpergament 227. •20._ Kautfohukpfropfen 227 Kautschnkpillen 226 Kautschuksjiaradrap 227. Kava-Kava 680. Kawa-Extract 682. Kawa-Kawa OSO. Kawa-Tinctur 682, Kawin 681. Kayser, Glasuren 1021. Keating'ü Cough Lozenges 1088. Kellerhalsfrachte 994. — mikroskop. Bild 1001. Kellpg, Red. Drops 189. Kempe, Thonerdeseife 1082. — Wanzenmittel 16. Kenne, (Jement 187, Keratitis s. Hornhautentzündung. Kermes, verfälschter 1132. Kerner's Chininprohe 286. Kernseife, künstliche 1075. Kerosen 920, 921, Kerosin 921. spoc. Gew. 926. Kerosolen 921, Kerzennussbaum 1042. Kerzennussöl 1042. Kesselstein 103, 112. iteinmittel, Riley's 1032. Lsteinmittel Ketunöl 1012. Keuchhusten, Bromkaliuminhala- tionen 609. — Candel, fumal. pertussient. 020. Gazeolum 1007. Liq. inhalat. ctr. tuss. convulsiva 010. Llq, Coniini ad inject, subeut. 360. Mixt. Ammonü picrinici 29. Pulv. antibechic. 777. — Syrup. öecal. com. 466. Syrup. ctr. pevtusaim. 277. — Troch. roborant. Infant. 278. Keuchhustenmittel, l'raas' 992. Keuchhustenpastillen 27s. Keuchhusten-Räucherkerzen, Vichot 020. Keuchhustensaft 277. Keuchhusten-Specific., Dellenba 29. Im j er'sche Tillen 511. Kidder & Co., asthmatic and fun»' gating pastilles 111. Kiet'er.ia.lelol 988. . Kienel, Präservativ geg. Syphilis '■'■ Kienol 1150. K Leselfluorwasserstoffsäure 24. KIi selsäure 1 1. K L< lelwol framsäure 01. k ikekunemalo 410. Kindercholera, Mixt, antidiarrb"" 1 infant. Rothe 15, Kinderkrafl brotchen 27s. Kindermehl, Dr. Preriohs 636. — Gerber & Co. 92. Grob & And er egg *',:{0. Nestle's 636. Kindermehle 892, Analyse 893. Kindernährungspulver, Dr. uen-, mann Kinderpillen, Köuigseer 838. - Kinderpulver m. Chinidintannat in- Kindersuppe, v. Liebig's892. Dandelion and Quin"';* .ml l.iver Pills 1041, Kinn- n. Bartflechte, Ungt. antim peticum 7. Ki .....122, Indisches 622. malabarisch^ 622. Kinotinktur, Gelatiniren 623. Kirchberg, Mykodermaticon >. Kirohmann's, Eisenmagnesiapu 685, l.i eil. Kirchner. PorenÖl 1081. tlt 237. Kirschbaum, wilder 237. ■ i 237. »ibeerblätter 660. , beeröl 061. , BiliouB 130. Kegister. 1297 Kirschlorbeerwassor 661. Kirscbrindonsyriip '217. Kirschsyrup 230.' Kirschwasser 237. 1119. — Blausäuregehalt 1119. — Kupfergehalt 237. — Schweizer 237. — Kupfergehalt 237. Kitt für Aquarien u, Wasserbehälter 11«. — — Bernsteinsachen 368. — — Eisen 4m. — — Laugenbehalter 229. — Marmer 476. - Porzellan, Glas, Holz 45. — — Porzellan, Marmor 477. — — Bauregefasse 229. — - Sandstein. Wasserleit- nngsröhren 1022. ly's 45, Siamesischer 45. — Sicburgor's 1023, wasserbeständiger 477. — wasserdichter 603. — zwischen Glas u, Metall 1022. — — Leder u. Metall 476. Klären des Weines 1211. Klarpulver für Weingeist. Flüssigkeiten 853. Klappertopf 886. arosenblnthen 895. Klauenleiden d. Zweihufer, üngt. nngular. 15. Kleber im Getreide 872. — im Mehl, Best. 872. Kleberbrot 872, Klcbergobäck 873. Kleber-Inulinbrot 873. Kleber-Mandelbrot B78. Klebermehlmesser 894. Kleberspeisen 873. Klebpflaster, Hautendorfeches 477. — vegetabilisches 477. Klebschleim f.Etiquett. anf Metall 2. — f. Pflasterausgusspapier 2. Kleeblfithen 1171, Kleestraueh 241. Kleiderwasser 545. Kleidungstucke mit Kautschuk zu tranken 220. Beienflecbte, Liniment, thymolat 1169. Kleister, Consei-Tationsmittei II Kleister für Papiersignaturea auf all. '.13. 1120. _,"-. , — — Seile'« 2. Klosterbitter, Pingel's 737. KJoateressenz, Spanische 139. K'otten, Starkeglans oi. Kluge'sWurmkuchen. Wurmpastillen 308. 1073. Klumpenlacl 655. Kneifer« Haarerzeugungstinktw 268. Kmght's Villen 1080. Knochenfett 1094. Knochono] 708. Nahrsalmnisohung 691. Knopflaok 655 Knnx-s PnlTer 305. Kobalt 321 „. Nickel, Trennung 708. tbronze 823 Kohaltchlorür 322. Kob<farben, bedingte Schädlich- .. keit 322. Kobaltgelb 323. *°baltglas 321, Kobaltgrun 323. Kobaltmonoxyd 321. Kobaltoxydul 321. — Salpetersäure« 323 KObaltrosa 323, Kobaltroth. 323. Kohaltschwlrse 321 , K " '•Uloltramarin 324 KobaltTiolett 823 "."»»Jtxanthogenat 767. «ochs Fleckwasser 1081. t.., Iil "sta.rkungsflui(lum 402. Koch'« Kaiseröl 923. Pfefferminzwasser 723. 11 a ger, Pharmac. Praxi». Snppl Koch's vegetab. Maiwuchs-Extr.-Po- made 738. Kochbutter 163. Kochreis 842, Färbg. m. Indigo 844. Kochsalz 743, im Biere 251. Kockelskörner 326. 995. gengift 327. — Nachweis im Bier 255. — mikroskop. Bild 1002. Köhler's Politur 657. König, Familien-Modieinen 71. — Hamburger Brustthee 672. Königintropfen, schmerz- u. krampf- stillemle 801. Königsblau 321. Königschinawein 267. Konigseer Brechzucker 1132. — Kau divine de Lavande 601. — Essentia aniara 1. — — Lignor. 511. — Gall- u. Magentropfen 482. — KaiserpiUen 518. — Kinderpillen 838. — Krampftropfen 22:.. 838. — Mutterkolikessenz 225. — Salztinktur 511. 595. — Salztropfen 511 Königswasser. Dämpfe 22. Körperchen, Miescher'sche 207. — Pollender'sche 206. — Rainey'sche 207. Körperschwäche, Pil. montanor. 203. Pil. phoenigmic. 133. Koffein. Darstg. 350, Gabe 351. — baldriansaures 330, bro m Wasserstoff saure — chlorwassorstoffsaures 350. — citronensaures 350, — hydrobromsaures 350. bydrochlorsaun 350. KohU. 105, Kohlendunsl Kohlengas, Kohlenoxydgas 100. Gegengift 17. — Giftigkeit 1071. — in der Luft, Nachweis 1071. — Nachweis im Blute 1070. — quantilat Best. 1070. Kohlensaure lo. neb. Sehwefligsaure 17. — im liier. Bestimmung 249. Wirkung und Gegengift 17. Kohlensl I 100. Kohlentheerfarben,Schadlichkeil 070 Erkennung 981. Kohlenwasserstoffe in fetten Oelen, Best. n. Allen u. r fhomson 80s. Köhler's Sohweisspulver 015. Kokos-Cold-Cream 327. Kokosnussöl 327. Kolik, Mixt, anodyna chloroformiata 301. — d. Pferde, Kreplin'S Mittel 727. Koloquinteu i. Bier, Nachweis 253. Kombe 30."., Kopal s. Copal. Kopf, heisser, der Kinder, Pnlv autiphlogist. int'aut. 277. Kopf- und Zahnschmerz-Abieiter, Engel's 1110. Kopfgrind,Pngt.otr.tineain capitis 12 — Ungt. Kalii bromo-bromati 610, - Empl. favocapien« 002. Liq. antachoreus 770. Kopf-Haarfärbemittel, William's 153 Kopfläuse. Ungt. ctr. tineam cap. 12 Kopfschimmel, ästigei 6 II Kopfschmerz. Guttae anodynae Re- ginae 301. Kopfschmerz. Pulvis nervi. nervöser, Natr. saHoylicum761 Kopfschuppen-Krauteressens, onen- tal., St. C. C'zene v Jano- stalva 160. , ,. Kopp, Liq antidysent. ad elysma M - Liq. ascaridifug. ad elysma 54 Koprostasis s. Hartleibigkeit. i 31 1 Korallin, Schädlichkeit 077. Korallingelb, Schädlichkeit 078. Kork, Sohliesskraft 1031. Korkteppich 663. Korn, Nordhäuser 1115. Kornblumenblüthen 396. Kornbranntwein 1115. Kornrademehl, Reaktion 886 Kornradesamen im Mehl 887 Kornzucker 1051. Koryza s. Schnupfen. Katarrh. Kosein 623, Kosin I Kossala, Kossalasamen 022. Kossina, Kosso 623. Kossoblütben 623. Kothe, Zahnschöne 44. 72. — Zahnwasser 44. Kotorinde 368, Kototropfen 370. Kowrie-Kopal 366. Kräftigung, Aqua aerophora Jeannel 443. Krämpfe d. Säuglinge, Karig's Mittel 1251. Kränze, platte aus Gelatine 473. Kratz- u. Raudewaschwasser 1130. Krätzcollodium 643. Krätze, Aqua antipsorica. 1130. — Glycerolat. antipsoric. 491. — Liniment, antipsoric. naphtolat. 742. — — styptic. 530, antipsoric. 7. Krätzmilben« Kzatzsalbe, napbtolirte 742 — Pentzlin's 1008. Krätzspiritus 7. 147. Krätzwasser 703. {Kräuterbalsam, KaiifFmann u. Mohr 1100. Kräuterbrustsyrup. Lazarowitl 072. Kräuteressenz, Bi. ! .Isam weinige 570. 1011. Krauter-Magenbiiter-Essen« 672. Kräutcr-Magcnelixir,Wundram's723. Krautermehl, BetzlafTs I Kräuteröl, Schweizer 815. Kräuterpulver, Boerhave's 1098. — Le Beau'sches loos. Krauterrheuinatismusliqueur,Schrei- ber's M52. Kräutersaft. Sprengel's 672. theo, Boerhave's 1008. Krauter«.isser. grün. Kraftather, Deutscher, Gross 1S9. Kraftbalsam, Gaul 217. Kraltl.rötchen 277, f. Kinder 27s Kraftkaffee, Bering's 338. '.IS. Kraftpastillen 27;, f. Kinder 27s. an, Krombach 438. Kraft- und Magenpillen 482. Krahmer, Trunksuchtsmittel 183. .['. Cliloraluni camphorat 207 tt anodynae Reginae 301. — Mixt, anodyna Chloroform. 301. Krampf, hysterischer, Mixt, anti- spasmod. 732. Eranvpfhusten, Pil. bechicae 562. Krampfliniment 836. Krampfstillendes Liniment. 836. Krampftropfen, Königseer 225. 838. Crankenheiler Jodsodaschwefelseif« (118. _ Jodsodaseife 618. ... ,,,„ — Quellsalsseife 618, verstärkte 618 — Salz 018. Krapp gemahlener, Prüfung 1050. I _pp, K _ Verfälschung 1050. Krapproth 1050. Erasokoma 710. Krauch, Kalleeuntersuch. 345. Kraus, Gutt. litholyticae 737. Krauseminzöl 721. Krauser, Anti-Migraine-Geist 515. Kraut geg. alle Krankheiten 771. Kroatin im Harn 1101. Kreatinin im Harn 1 191. Kreide, schwarze 071. 82 1298 Kreikmeyer's Augensalbe 550. Kreller, Anadoli 1080. Kreosol 625. Kreosot, Kreosotum 621. — Anwendung 625, Deutsches 625. — Englisches 625, mineralisch. 624. — Morson'sches 625. — Unterscheidung v. Carbolsäure 624. — vegetabilisches 624, Kreosot-Glycerin 620. Kreosotstrauch 656. Kreosotzahnpillen 627. Kreosozon, Leube 49. Krepin, liovpnd's 43. Kreplin, Wasser geg. aufgesprungene H&nde 1082. — homoeonat. Ohocolade 179. — homoeopat, Gesundheitskaffee 848. — Dr.Hufnagf.rsLebenswecker072. — — Zahnwehmittel 727. — Pferdekolikmittel 727. — Vegetabilienpomade 815, KreBol im Harn 1193. Kretschmar's Lackmustinktur 969. Kretschrner's Trunksucbtsmittel 755. Kreuznacher Mutterlaugensalz 609. 610. Kreyat 293. Kriefl, Engl. Wunderbalsam 149. Krocker's Milchprüfer 64(1. Kronig's Trunks uchtsmittcl 483. Krombacb's Kraftsyrup 13s. — Sirop röparatenr 138. Kropf, Collodnmi jodatum 619, Kropfklette 1241. ' Krüger-Hansen, Pulv. antidiarrhoici 837. Register. Krügler, Epilepsiemittel 610. Krummholzol 1156. Kryptopbansäure i. Harne 1191. Kry stallin 961. Krystallinische Musterung desWeiss- blechs 22. Krystallporcellankitt 477. Krystallpulver 754. Krystallseifen 1076. Krystallzucker 1051. Kuchen, schwarze, Bestandth. 1034. Kuchengewürz, Kuchengewürzöl 737. Kuchenlack 655. Kuckla'a Petrolprüfungsapparat 932. Küchenschabe 155. KühlsiLl/ 743. Kühn, Hemialbuminose 915. Kümmelöl 218. Kümmelsamen 217. — Prüfung, Verfälschung 217. Kümmelspreuol 218. Kümmelwasser, gesüsstes 219. Kürbissamen 381. Kugelbacterie, zymogene 1179. Kugelflaschen 107. Kuhbaum 655. Kuhlmann, magnet.-heilkräftiges. Wasser 110. Kuhmilch 628, Asche 628. — condensirte 630. Kumys, künstliches 636. Kundaöl 1089. Kunst-Arrac 1117. Kunst-Cognac 1117. KnnstWehn z. Anziiiuleu 1009. Kunstmehl, Heeremanns & Co. 93. Kunst-Rum 1117. Kunstweine 1212, 1223. Kunstweiss, Heeremanns & Co. 93. Kunstwit, Heeremanns & Co. 93. Kunz, Laotin 638. Kunze, Liq. Curarae ad injectsubcut. 394. — Liq. inject, epileptic. 391. Kupfer 382, Best. 382, i. Essig 4, im Harn 1191, i. Nahrungsmitteln 386, Reaction 510, Scbönbein's Reagens 382. — Verzinkung 1246. Kupferacetat 388. Kupfer-Aetzflüssigkeit 383. Kuplor-Brünirflüssigkeit 384. Kupferchlorur :ls:>. Kupferfarben 968. Kupferhydrür 382. Kupferlegirungen 382. 3s3. Kupferlösung, kaiische, Lowe's 386. — Pellet's 1058. Kupferoxyd 388. — essigsaures 388. — Fällung d. Alkalien 382, — schwefelsaures 389. Kupfersalze als Farbmaterial 987. — Giftigkeit 386. Kupfersulfat 389. Kupfervitriol im Brote 884. ------Lösung, ammoniakal. 390. Kupferxanthogenat 767. Kurri-powder, Kurripulver 318- Kussin 623. Kussinum amorph. 623, cryst. 623. Kus&o 623. Kyanol 951. Kyestein (Gravidin) 1181, 1186. Labaigue, Vaseline-Cold-cream 230. Labessonz 901, Kugling's, Soxhlet 969. — zur Käsebereitung 637. Labflüssjgkeit, Soxhlet's 637. Labmagen, präparirter, Witte 909. Labpulver 637. Lac 627, cosmet. Keginae 149. — Scammonii Planche 1086. — subpeptonatum 915. Lacca 655, Guttuperchae 518. — in tabulis 655, Alba 656. — musica purificata Wartba 969. LachBtein 46. Iiack 655. — f. Papiersignaturen 396, 1065. — f. Schriftstücke 518. — f. Woissblech 367. — grüner 96s. — Imitation matt geschliiT. Glases 106.-). Lackmus 968. Lackmuspigment 121 s. Lackmustinctur 969. Lactated pepsine, Parke, l>avis &(.',,. 912. Lac ticin, Bohuss 1 637. — Gehrig & Grunzig 638. — Kunz's 638. Lactoglykose 1654. Lacto-Legutninose, Gerbrr's 892. Lactopepsin d. Nordamerikaner 910. Lactopfpsinn 912. Lacto-Pepsinum 910. Lactoprotelne 629. LactoHCop, Pt'Kcr's 639. 's 639. LactoKnrie 1 197. Laetuca 658. — elo LactucLfiu 658, Tu. Lactucarium 668, Canadense 658. Lactucasauxe 659. Lactucin, Lactucimim 059. Lactucon 659. Lactucopiciiu 659. Cjarohenterpentin 115:1. Lause (Filzläuse), Spirit. benzolat. dep. 148. Ungt. Jodof. Lin- demann 579. Siehe auch Kopflaus.. Läuterndes Pulver, Ilofrmann's lloillet k Co. 936. Lävulan 1061. LaTUlin 1030, 1061. L&TUlOSaD 1061. L&Tulose 1061, liest. 1059. Laforest, Haarwasser l12. . Nerrenkapsela 1143. Lagerbier, Bestandteile 244. Lagneau, Candel. jodat. 583. i, Sei mar! La] 113. Lahens-Magnes, A-. Nesalei 991, — Chinesischer 172. * i mittel 11 . — fli: -- im- Pergamentpapier 261. - künstlicher, Abadie'a 17< — wasserdichter 603. — w ■ ischer 472. Leimmasse, elai tische 175. Leimen des Papiers 202. Lein 002. Leinenfaaer, Leinfaaer 662. — Erkennun — Jodschwetels&urereaktion 107. Leinengewebe. Behandlung m. Kalk- C 502.1 Leinknchi d 30 I, Bestandth. L034. Leiaö] 002, frische — Verfalsch.m, Harz, Kolophon etc. 804. Leinölflrniss, schnell trocknender 663. Leinsamenmehl 002. Leiter'sche Spritze 572. Leithenor Blau 32 1 Lemarquand'S unoxydirb. Legirung 383, Lennox-Brown,Ungt. ad ozaenam579. Leonhardi, Zahnperlen Ramcois 185. Leontodin, Leontodina 1152. Lepidin 100 • - Lepra, Ungt. anteczemat. 741. B, Pyrophosphate de fer et de soude 138. Leriche, Mixt, antineuralg. 1159. , Letzel, PuIy. errhiu.ctr. ozienam .">78. t Leube, Kreosozon 19. — Massa ad clysma nutriens 868. — Pepton carnemn 914. Leuchtende Zifferblätter 188. Leuchtfarbe 970. Leuchtgas 021. — i. Brunnenwasser 98, Nachweis 99. Leuchtöl 921. Leuchtpetroleum 920. 921. Best. 928. — als Stickluftbildner 924. — amerikan. u. kaukasische) — Entflammnngapunkt 927. — gefahrloses 924. — metalllosend 924. — Prüf. 924 - Prüfg. auf Hckwefelgehalt 985. — Siedepunkt, spec. Gew. 926. Leuchtstein, Bologneser 970. Leucin 848. — beider lsiulnissrn. Pankreas 805. — im Harn 1197. I.iMiekart. .'MoiiM-hon-Parasiten 211. Leuciscus alburnus 211. Leucol, Leucolin 1005. Leucotin :t70. 373, Leukorrhoe, Mixt, jodatfi — atonisehe, Pil.antilencorrh 134. Leusmann u. Zabel, Caffee-Brsata M8. Leutner, Hühneraugenpflaster 992. Levesque, Antikesselsteinmittel 220 Lovulin 1001. Levulose 099. 100!. Lewin, Mixt, thymolica 1109. Lewis, Pil. fehriflig. fort. 290. Leyrer. Haarfarbemittel 155, Liatris odoratissima 1202. Libidibibaum 168, Libocedrus decurrens 709. Licaria Oujanensis !0|s Licaria-Essena 1049. Lichtscheu, scroj hulöse. Ungt. photo- phobophtalin. 562. Lidloff, Haarspiritus 139. Lie tea 1163. Liebaut's Kegonerateur 1084. Liebe's Legnminose,16sli< he Form894, Liebig's Backmehl, 92. 7">4. Harnstoffbest. 1188. v. Liehig'a Eindersappe 892, Malto-Legumir, Liehreich. .Mixt. Butylo-Chlorali3Sl Lignose, Trützschler-Faltenstein 193. Lignnm Aloes 1040. Nysi is ooo. Ligroine 921. Ligulin 1220. rnm lucidum 235. algare 1226. Lignstrum-Wachs 235. Lily White, superior 183. Linie juice and Glycerine LimettenöL, 12Q, kunstliches 320, Limonienpomade 81 "■. Limousin, Bacilla Ol. Crotonis 379. — Ölycerolat. lithio. 675, — Lithium carbonicum effervesc. granulat. 675. Lithium oleostearinie, ö7ö. I Dg1 antitophio. 675. Limpidumpulrer, Perry s 44J. Linaloeöl 1019. Linamentum jodoformiat. 578. Linctus antaeid. infant. Voigt G3G. — communis Mackenzie 836. — pectorali^ leniens 07!. — Eh- i v. Gietl [041. — Bhei aromatic. Tode 1041. Linde's Eismaschine 105. Lindemann. Ungt. Jodoformii 579. Liudenhonig 714. Lindner's Ozonometer 860. Lindo's Alkaloidrcaction 64. Liniment d. Franziskaner-Brüder 189 — krampfstillendes 8 tö — of Jodide of Ammonia, Gile 76. — of Jodine of Ammonia. Gile 584. Liniment, ad combustion. Laub 182. I perniones 578. — ammoniato-camphorat.Ph.Gt rm. 1263. — ammoniat. Ph. Germ. 1263. — antanthracinum 1158. — auterysipelaceum 582. — anterysipelaticum 1158. — anthydropicum 935. — antiehimeticum 1158. — antiherpet. chrysarobinat. 111 — antionthicum 530. — antipsoricum 7. — — naphtolat. 742. — — O' Korke 935. — antiscabiosum 147. — antispasmodic. Wendt 836 — Bismuthi nitrici 155. — camphorato-sulfurat. 298. — carholisatum, Platt 14. — Chorali hydrati 293. — chloraLo-oamphorat. 297. onii Guiliiermond 300 — Hydrargyri 534 — inaurator. v. d. Weyde 440. — jodo-carbolic. Bothe 582. — menthatum 722. Meutholi Egan 722. mercuriale 534, — Ophthalmie. Tatlgnot 945. — praeserTator. Souoelrao 619 — pyricaustic. Schwartae 1016 — saponac. panp. "Willmott 1079. — saponato-camphorat. Ph. Germ. 1203. — saponato-camphorat. liqu. Ph. Germ. 1203. — styptieum Ancieux 536. — Terebinthinae acetic. Symons 1158. tcrebinthinat. Ph. Germ. 1263. — tbymolatuin 1 169. Link, Fettlaugenmehl 1081. Linksfruchtzucker 1061. Linoleum 003. Lint 500. Linteum boricatum 8. — phenolo-boricat. 8. Linum 002. Lippen-Vaseline 902. ^ Liqueur d'injection de Conicine — de Cassis 1041. — de la Chartreuse 721. mSinea Benedictins 1118. L, ^Aun>'wahrunglMS.Üarst.ll15. — Entfu^elung u. Klärung 1111. Liquid blister of Hibhon 193. Liauid-extract of Cinchona 267. Liquido anticriptogamico L86. Liquiril ia 664. Liquor Aeidi benzoici 7. — — sclerotinici(ad us.sv.; 10, — ad turund. jodoformiat. 578. — alkalin. anteezemat. Lushe 753. — Aluminae acet. Bruns 75. — — Burow 74. — — glycerinat. 74. 82* 1300 Register. Liquor Aluminae nitricue 73. — Aluminii acet. Ph. Germ. 1263. — Aluminis comp. 1254. — aluminos. benz.-carbolisat., Brunner 75. — Ammoni caust. 70, Vergiftg. 77. — Ammonii acet. Ph. Germ. 1263. — — anisatus Ph. Austr. 77. — — - Injectionsdosis 575. — Amyli Volumetrie. 1268. — antachoreus Wenzel 776. — antiblennorrb. inject. 740. — antidiphtherit. c. Chlovalo 298. — antidysenteric. ad clysma 544. — antigonorrh. fort., mitior 52. — antihydropicus 157. — antiotorrhoie. ßezold 41. — antipsoric. decolor 763. — antirhinostegnot. inject. 753. — antiseptic. Volkmann 1169^ — Apomorphini hydrochlorici fad inject, subeut.) OS. — Argenti nitrici Volumetrie. 1208. — Arseni chlorophospboreti 015. — Arsenici bromati, Clemens 116. — ascaridifug. ad clysma, Kopp 544. — Bismuthi tartarici natric. 152. — CalcariaechlorataeCod.Gall.305. — — pyrophos[>hor.-lacticae183. — Chinini aethylosulfuriei (ad in- ubeut.) 200. — Chlorali hydrati ad inject, subeut. 298. — — fortior, Rokitansky 208. — — morphinat. ad inject, subeut. 208. —■ Choroformiicornp.Anglormn 301, -- Chlorophosphiili Arseni 045. — Conicinae Guiliiermond 366 — Conii ad inject.GnilliermondliGfi. — Coniini hydrobrom. ad inj. subeut. 360. — conservat. universal. Hager 42. — ctr. earbuncul. ad inject, subeut. 582. — corrosivus Ph. Germ. 1255. 1263. — cosmetic. alb. 1240. — - Parisiens. 1250, — crapulam excutens 112r>. — Cupri eulfurici ammoniat. 390. — cupricus Kalic. Lowe 386. — Curarae ad inject, subeut., Kunze 391. — desinfectorius Süvern 1007. — — Vacher 626. — Duboisini ad inject, subeut. 400. — Ergotinae Vidal (ad us. subeut.) 165. — Extr. Fungi Seealis com. ad inject, subeut. 465. — Ferri acetici Ph. Germ. 1263 — Ferri ad inject, subeut. Ilugueniri 438. — — hypophosphorosi comp., Macmillan 755. — — oxychlorati Ph. Germ 1263. — — peroxychlorati 424, conc. 425. — — sesquichlorati 422. — _ — Best, des Eisens u. Chlors 423. — — — Ph. Germ. 1263. — — — Prtilg. auf freie Salz- saure 423. — — nubsulfurj, oxydati 410. — — sulfuric oxydati MO. _ __ ... ph, Gorm. 1263. — _ _ Gehaltstabelle 441. — haemostaticus Mo n sei HO. — Hydrargyri albuminati Bambfr- aer 544. — Dl chlorati c/'Natrio chlo- ratn St^rn 544. — - peptonati -Ml. Liquor hypodermat.-injector.rnercnv. Stern 544. — Inhalator, antasthmat. Waidenburg 836. — — antibronchit. Waidenburg 1169, — — bromatus Netolitzky 161. 610. — — ctr. tuss. couvulsiv. Cadwoll 610. — — kreosotatus Mandl 626. — — Warren 1100. — injectorxd tonsillas hypertroph. Rumbold 610. — — Bismnthi vatanhitannici Trandafirescu 1035. — — epilepticorum Kunze 301. — — exeitans Rohde 7. — — Paraeotinae Baelz 374. — — Stryehnini ad us. hypo- derm. 1 II 1. — inseeta fugans 763. — Jodi volumetricus 1268. — jodatus ad enema Delioux 621) — -—ad inject, subeut. 582. — — desinfect. Marchall de Calvi 620. — Rumbold ad inject, sub- mueos. 5^2. — jodocarbolic.ud us.inhalator.582. — — Holtz 14. 582. — jodocarbolic. Rothe 14. — joduratus Sendner :>s:t. — . — Waring-Curran 583. — Kali arsenicosi 116. — caustici Ph. Gerra. 1263. — Kalii arsenicosi Ph. Germ. 1201. — — bromati volumetr. 1268, — — bromiei volumetr. 1268. — — bromo-bromati 609. — — hydriei Volumetrie. 1268. — — jodo-jodati 618. — — permanganici volum. 120S — Morphini aceticil'harm. Brit.72ll — — hydrochlorici Ph. Bril 731. — Natri aethylati Richardson 745 — — caust., Ber. extemp. 741. — — — crudus 711. — — — Ph. Gorm 1261. — — — PrÜfg. auf Ammon u. Vanadin 744, — — chlorati, rothliche Fiirli uns 305. — — salycilici 762. — Natrii chlorati volumetr. \'.'f>^ — — siliciei Tb. Germ. 1261. — — thiosulfurici volumetr. 1268. — papillaris 1035. Picifl alkalinus Buckley 1007. — Plumbi acetici Ph. Aostr. 1016 __ — _ Ph.mil. Bor. 1016. — — Bubacetici l'h.Austr. 1015. phimosln [eniens Ratier 1016. — Pilocarpini ad inject.subeut,56S. - rhinohygranticus 511. — rhinotherapeuticuH 544, tHcylicus 11, •iponatus litholyticus nosocomü Monspeliensis 1070. —■ Semisulfatis ferrici 4 10. Sendner — seriparns EugUng 009. — Stibii chlorati 1131. — stomalgicus 75:1. stypticus benzoinat. 75. PftYesi 1 I. — Subsulfatis ferrici 440. tanniens jodatus, v. Sigmund 52. — Tartari märtiati Behrrnd 444. — Tartrat. ferrico-kalici, Ricord 411. — vaporarius jodalus 583. Warlng-Cnrran 583, 1 — Zinci bromati 1219. LiquoresConiini ad inject, subeut.360 Lisian.tb.US sempervirens 477. Lister, antiseptic muH 12. — antiseptischer Verband 499. — Carbolgaze 12. — etNussbanm,Ungt.AcidiboriciS. Lithiasis, Extract. Imperatoriae 570. — Gutt. litholyticae 737. — Pil. c. Lithio bromato 674. — in Weingegenden 12:10. Lithion benzoesaures 672. — citronensaures 675. — kohlensaures 674. Lithionquello b. Assmannshausen 675. Lithium benzoTcum 672. — Best. neb. K u. Na 674. — bromatum 673. — carbonium 674. — — effervesc. granulat. Li- mousin 675. — chloratum 674. — citricum 675, effervescens 676. — jodatum 676. —> oleoetearinio. Limousin 675. Lithiumbenzoat 672. Lithiumbromid 673 Lithiumcarbonat 674. Lithiumchlorid 671. Lithiumeitrat 675. Lithiumjodid 676. Lithokolytor, Hagere's pharmac. 159. Lithomarlit lS7. Lithoreaktif, Weiss Lithospermurfl offloinale 1165. Lithossono 1240. Littlo'sche Flüssigkeit 15. 16, — Ersatz 15. Lobelacrin 677. Lobelia 677. Lobeliaa&ure 677. Lobelin 677. LobeHnlobeliat 677. Lobos-Guano 512. Locock's Pulmonic-W.ifers 1088. Lösch, Alkaloldbest. 61. Löthsalz 21, 1250. Löthwasser 1250. — der Klempner 1246. Löwe, Liquor cupricus kalicus *8& Löwenzahn Kaffee :i3s. Lowig, Patontthonerde 72. Lolium tomulent. i. Mehlo 8S6. Lora bardischer Aussatz 889. Lond .....'r Purpur 971. Long's Matfonwrin 871, — Viti. digestiv, 871. Lotbe, zinkhaltige 1246. Lotio alkaliit- Lotion alkalinc 595. Lubin, NouveauBlanc dePerles 1250. Lucich, Pilulae Natri copaivici I3 4 » Luciline 936. Lüer'sohe Spritze 572. Litgon-Tltcc U63. Luftdichter Zeugstoff 175. Lugol, Empl. jodato-opiat. 582. — Ungt. ad. tumor. alb. 583. Lukas, schwarze Tusche 196 Lukrabo 519. , , ; „ l.ungenblutungen, PH. haemostatto. 466. fi- Lung«nkatarrh,Emul8io baisam. anw eaUrrh. Wiss 139. — chronischer, Balsam, pectorai* ,1;,S " , o*. — — zur Milchconservirung 638. — bezoiea l Be i neben CaO 684. — boro-oitTica 073, «SS. i bonica 686, — citrica 687, Magnesia citrica effervescenzc. Ferro 42S. — — ferrata 12s. — — granulata 688. — — — effervescens 688. — — lamellata os7. — — martiata 428. — citronensaure 087. — des Handels 686. Englische, gebrannte 683, FaÜung d. Oxalsäure 683. — gebrannte itinata 685. liydro-silicica 688. — kieselsaure 0S8. Magnesia, kohlensaure, Engl. 080. — — Nauheimer, Oeynhauser OSO. — — Prüf, auf CaO 686. — Fällung dch. Oxalsäure 684. — Reaktion 683. — schwefelsaure 689. — silicica 688. — sulfurjca 689. — — ferrata 091. — usta 683 Magnesia-Benz-Acetat 750. Magnesia-Eisencitrat 428. Magnesiakitt 693. Magnesiapräparat, Bohlig's patent. «80. Magnesiaprobe d.Rothweinfarbe 121s. Magnesie en gelöo os:>. Magnesit, Frankensteiner 086. — Sttyrischer 886. Magnesit-Schwefelsaure-Rückstand (Dung) WH. Magnesium 002 s. Magnesia — chloratum 692. citrio. efferresc, Ph.Germ, 1201 iL Stickstoff 002. Magnesium Itenzoat 085. z. M Llchconserrirnng 638. Magnesiumborocitrat 673, oss. Magnesiumclilorid 002. Magnesiumeitrat 087. — in Körnern OSS. Magnesiumleim 693. Magnesiumpr¶t, P.ohlig's 085. Magneeiumsüioat 688. Magnesiumsulfat 689. Magnetisch-heilkräftiges Wasser, Kulilmaun's 1 10. Magnus' Pyrophor US. Mahagoni-Beiie 00. Mahwabutter, harte, weiche 1089. Maibutter 101. Maihonig 714. Majoran, Majorana 003. Majorana Onites, Smyrnaea 811 Maloranöl 693. Mainzer Flsohleim 500. Maisch, Morphinbest. i. Opium S'JO. Kaisgift so, sss. ee 338. Maiskornspiritus 1116. Maismehl i. GetreidemebJ 880. — Reaktion sso, verdorbenes 88. Maisst&rkemehl 88. . ,. - B Malwuchs-Extraet-Pomade, Kocm 73s. Mal rosso (Pellagra) 889. Malabarisches Kino 022. Malachitgrün 970, 982. I 809. Mal.ignettapfeffer 1003. Malco 78, 1019. Mallard, Portugallöl 130. Malusse«, Solutio 1071. Mallet-Essigprüfung 3. Maloo 1160. Maltin 09S. Maltodextrin 698. Malto-Legumin, v. Liebig's 892. Maltose 238, 698, im. Maltum Olli. Malva 701. — arborea 704. - vulgaris 701. Malvenblüthenpigment 1218. Malz 091. — Extractmenge 238. Malzbonbous 698. Malxextract 004, Diastasebest. 096. — künstliches 697. — Pietsch u. Co., 698. — spec. Gew. 695. Malzextract-Leberthr&n 123 Malzkaffi Malzzucker < Mamaoeria 200. Mamma - Entzündung., Empl. masto- malactic. 546. Manaoa 535, Extract 535. Mancheetergelb 7 II . Mandarin-Pomade soo. Mandelöl, ätherisches, Prüfung 80. — fettes. Prüfung 70. Mandelsaure 561. Mandl, Liquor Inhalat, kreosot. 026. Mangan, Abschoidung als Superoxyd 700. — Best, im Eisen 707. — TOlumetr. Best, in Erzen 707. Dianganchlorid 700. Manganerze in der Bukowina 701. tnhyperoxyd, Ozontrager 705. ehem. Natur 705. — Regeneration aus Rückständen 701. — Verhalt, zu Alkalien n. Säuren 700. Mangauoxyde, Verbalt. zn Alkalien u. Säuren 700. Manganreaction 706. Mangantetrachlorid 700. Manganum hyperoxydatum "Ol. — m. Schwefelantimon rermi 701. iurieum 706. Mango Manigaettapfeffer 1003. ManilIa-Kop :l l 307. Manna "110. .! lifornische 709. Pnglia 700. Manna-Limonade 710. Mannit-Limonade 710. Uanschanillbaum 1172. Mansfeld-Bnllner u. Lassen, Brama- Livs-Elixir 71. Maracaibo-Balsam 132. Marchai de'Oalvi, Liq. jodat. des- infeotorius. 020. Margarat 1073. Marsball, Catarrh Schnuff 777. vermischt 1302 Register. Marshall - Hall, Gutt. antepilepticae. 1140. Marshall u. Co., Nitro-Phosphoric. Guano 185. Mariazeller Magentropfen, Brady's 1041. Marienbad bei Fettleibigkeit 705. Marillac, eonstantes Grün 0011. Marine-Säuerling 108. .Marktmilch (3s. — verschiedener Art 029. Marktpolizeiliche Milchprüfung 645. Marmelade de. Tamarin 1150. orimitation 896. Marmorkitt 17«. 177. Marobn, Antikesselstcinmittel 103. 142. Marron 952. Martiusgelb 741. Maschinenfette 492. Masing, Werthbest. d. Calaborbohne 949. Massaad clysmanutriens Leube SOS. — antitophioa 074. — depilatoria 18S. — glutinosa glycerinata 489. — pancreatica rectifieataEngesscr 869. — pilularum Blaudii 422. — — Hyoscyami comp. 661. — — Phosphori Appleby 945. — — — rational mixta015. — — — sanonata ilanbury, Allen 945. Massaranduba 517. Massen plastische 1171. Mastdarmvorl'all, Liquor Ergotinae Vidal 105. Mastic ä greffer, Constant's 992. Mastic-Cement 45. Mastieho, Mastix 710. Benutzung im Orient 710. — Lösliehkeit 711. — männlicher 710. — Verfälschungen 711. — weiblicher 71(1. Mastixernte auf Cliios 710. Mastix-Gluko 710. Mastixkuchen 710. Mastvieliinilver, Barthold u. Co.201. Le Mat, Päcard u. Bloch, Pariser Legirung 388. Matt 500. Matein 570. Materia diastatica 698. Matt-Firniss 057. Maturirsalze 1 10. Maubach, diätet.-kosmet. Anst. Villa Annaburg 751 — Mittel geg. Adiposis 700. Mauerwand-Austrieh f. Kellcrräume 107S. Manlwurfsgift, giftfreies 111. Mantendorfsche» Klebpflastcr I77. .Mauvanilin »52 Mawybaum 1089. Maximaldosentabelle n. Th. Gorm il cd, 1200. a, geg, Husten, Brustleiden 698. Bandwurmtran 'i 1 17. rphinbest, i. Opium 826. — Beag. auf Alkaloide 05. — u. Clausnitzer,Milchanalyse 011. Mayeiholl'er, Aq. ■ al016 Uayet, l'il. tanifugae IIS. ttays vulgaris 712. Maysgifte 713, Maysgriffcl 712. larben 712, Maysöl 713. Mayssl, llngt. antipsoric. 1149. Maysst&rkemehl 713. M'boudoan 1112. Iteat, fluid 201. -----Juice, Valentine'« 201. Madicinal-Leberthran, natürl. 122. — -"Water, Süssen, Waiit 353. Mcdicine Chinose ISO. Medulla Sassafras ramor. 1085. Meorliolme 946. Meerschaum OS». — künstlicher 1253, Wagenmann's 1S2. Meerwasser für Aquarien 7 13. — m. Kohlensaure gesattigt. 715. Moorwasserprodukte, hygienische 110 ser-Säuerling 108. Meerzwiebel 1087. Mehl i. q. Getreidemehl. Mehl, Aschenbost. 86, 86. — aus geölten Getreidekörnern SS5. — für Geflügel 201. — in Dextrin u. Glykose fihi führt 91. — mit Algengehilden SO. — m. Baryumearbonat 88. — m. Lehmgehalt so. — m. Zinkweiss S8. — Nachweis d. Alauns SO. — — d. Leguminosenmehls S7. — — d. Muttorkornes SO. — — d Koggenmohles 87. — ranziges B85. Mehlarten, Zusammensetzung 870. MolilStaubexplosionen 91. Mebluntersuchuiig, Vogl's ssr,. Meibom, Balsam, pectorale 1158. Mejillones-Guano 512. i, Beichert'scheBntterprufungs- methode 108. •würzet 570. Mekouoiosin 819. Mol 713, depuratum 710. — rosatum I'h. Germ. 1201. Melampyrum arvenso SSO. I itatum sso. Molanämio 1000. Melanogeno 000. Eigenin 785. Kelanthin 7S5. aseife 1075. osyrup, indischer 1050. — Verschneiden mit Stiirkesyrup 105». Melilotenfrüchte, Persische 721. Melilotiu-Kafl'co 510. Melilotol 720. Melilotsäure 720. Melilotus 720. Indiens 721. — Mauritanic, offlcinal. 721. Melinit 007. Mclis. Glykosegehalt 105,1. Melkwasser 050. Mellago Tamarindorum 1150. — Taraxaoi 1152. Blelonenbaum 200. Melononbaumsai't 200. Menesgelb 052. 1020. — abgelöschte, Englische 1021. — Best. d. Bleioxyds u. Dioxyds 1021. — oxydirte 1021. Meningitis cerebralls, Mixt, anti- spastiea 389. — tuherculosa.,Pulv. antiphlogist. 405. llenispermin 32" 005. n, Louckart's 211. Mentha 721. Monthon 722, Menthol 722. Mentholkampfer 722. Menyl, Niosko 7. 1170. 1251. Mercader's u. Terre's Pyrolith. 605. Mercier, Bemed antldlphtherit. 1149. irialien, TJebergane in d, Milch 052. Mercurialin 723. Mercnrialis annua, porennis 723. Mercurial salbe 52s. Mercurial-Suppositorien 535. Morciiriclllorid 511. .ig Haussehwarara 511. nieyanid u. Phosphor-, Arsen-, AntimonwasserstofT 041. Mercurijodid 517. — bei Natriumflammo 547. — scharlachrothe Modifikation 532. Mercurijodidlösung, kaiische 105S. ^ Mercurinatriumchloridlösung,Stern's 51 1. Mercurio vegetal 535. Morcuripoptonat 015. Mercurius Sublimat, adust. van Wy 543. — subnitrosus 510. — vegetabilis 535. 120S. Mercurochlorid 530. Morcurojodid 510. Mercurooxyd, schwarzes 551. Merk, Morphinbest. i. Opium 826. Merletta, Glycerolat. antipsoric. 101. Merulientod 0. Mernlius, Vernicht. dch. Borsaure 9. Merz's Baumölprobo 812. Mespilodaphne pretiosa 368. agloth 1210. Metabioxyphenol 220. kivsaure 131. Metadiamidohenzol, Eeagens auf Balpetrigsaui Metallhlech-Klefstei f. Papier 93.1129 — — Solle's 2. Metalle im Harn, Nachweis 1191. Metallglänzender Ueberzug auf Glas ' 1138. Motallin 002. Metalloide i. Harn Hill. Metallputzpomade 20. Metallputzseife, Diedeck's Sohn 1081. MetallputzBe 607. Metallseifen 1073. 1071. 1070. Metalltherapie 1217. Metallvergiftungen, Bemed.antidotic styptic. 471. Motamylin 001. Metaphenylcndiamin, Eeagens aul I rigeäure 20. Metava uadsäure 384. Method, taenifuga, Fleischmann 507. — — Janssen 500. Methyläther zur Eisbereitung 104. Methylalkohol in Aothylalkoh" 1 - Nachweis 1121. — — Nachweis u. Best. I -■>• — Beaction nach Jacquemart 11*0' — und Fuselöl, qiuint. Host. !'''• Methylamin im Harn 1192. Metliylcrotonsäuro 370. 1052. Mothylenhichlorid 7J'.i. — Unterscheidung v. 721. Methylenum biohloratum Methylorange 070. 1237. Methyl pol lotiorin 505. Methylpunicin 504. 505. Mothylviolott 0S2. Methysticin 0SI. Mclra's rothe Tinte 05S. Metrocelides s. Muttermale. Mctroptosis (Gel.iirmutlervoi'l.illl, i'omenl. ad attrit. 51. Metrorrhagie, l'il. antihaemorrnow. a 1010, Mixt, antimotrorn 1U1 - . ,ons Metzger'e Gichtwasser 5. 10HB. Mezquite-Gummi 1. K4 - Mezquitobaum 2, Mexlcangum 517. Mexicanisohe Irrlichter lii. Meyer's Petroleumprufer WM. , Meyn U dp.. Antikesselstcinmittel 103. 112. Mozorenm 721. Mialhe. A Ihuminose 015. Brausestahlwasser 144. . Protonitratedemeroure rat De». % ml., iodoferrat. Mö. Troch. Tartari mart. Kö. Miohea, Canocarpin 1032. 4 Michei; Liq. Ext. Seoal. ( ern. inject, subeut. 4». la 10. Chloroform 723: Begaster. 1303 Michigan Ague-Cnre, Petermann 268. Micrococcen 20s. — im Blut 1069. Micrococcus prodigiosus 631. 892. — ureae I I79. Micromeria hortensis 1086. — montana 1086. Mictus oruentus s. Haematurie. Mielck, Sobum carbolisat. 1095. — Steatinum piceat. 1008. — Steatinum piceat. fort. 1008. — Steatinum veratrinat. 1207. Mierzinski's Kaffeegrün 968. Mieseher'sehe Körperchen 207. Migraine, Natrum salicylicum 761. — Chloralum campborat. 207. — Chloral. campborat. comp. 297. — Guttue antasthmatic. 614. — Liniment. Mentholi 722. — Mixt, anodyna Chloroform. 301. — Fulv. antihemicranic. imperial. 727. — Tinct. Chloroformii comp. 302. aepulver 703. iMikothanaton, Herrmann's 22. ynn'n 864. Milben- und Inflektentödter 148. Miloh 027, abgerahmte 62». — als Contagiumtr&ger 032. — Best. d. Albumingehalts 641, — Best, des Caseingehalts 641, st. d. Milchzuckers. 1054 — Best, des Wassergehalts 642. — blase 631, oondcnsirte 636. i rbige 631. Fettbeet, nach Honton 642. — Fettbest. nach Soxhlet 642. — Fett- und Oaseinbaflt. n. Lehmann 641. — Gasgehalt 030. Lbe 032, giftigi ilbabgerahmte 62>, 038. — kranke] - Kiibe 633. in Kalkwusser 636. — m. Schleim- u. EiterkSrp. 033 — Reaktionen 0:1!.. thliohe 631. — subpeptonisirte — und Jod 031. — \ dcb. Kochung 030 — verschiedener Thier. — weingeistige Gahrung 631 Milchabsonderung, profuse, ril. anti- hoic. 430. Mjlchalkaloide 630. nalyse, Litteratur 055. nach Olausnitzer n. Mayer (III — nach Ritthausen 641. bäum, mittelamerikaBiecher 655. Müchcentrifugen 629. Milcheoi litte] 9. 038. 631. Milchersatz für Kalber, Spouncoru. Sons 638. Milchfluss s. Galactorrhoe. Milchpepton 629 Milchpilze 631. Milchprüfei 640. ischer, Mittelstrass 640. "Jlchprüfung, marktpoiizeiliche 645. MUchprüfungsapparal l'etri u. Muoneko's 043. MilchpnlTer, Hughe 9. Milchrahm 629. Milchs&urebacterien 243. Iz, Paulcke's 1063. Müchsorten 629. Milchspiegel 639. Milchnntersuchnng n, Adam 644. . Gerber n. Radenhausen 645. n. Hager 646. Casein- und Fettgehalts 654. 651. — des spec. Gew. 147. 054. Milchuntersuchg.n. Best.d.Trockensubstanz 650. 051 — Boraxgehalt, empir. Frohe 050. 654 — Canzleipapierprobe 047. 649. — Erkennung, halb oder ganz abgerahmter Milch 040. 654. — Erkennung verdünnter Milch 047. 654. — Fett- u. Casein-(Frotein-1 Bestimmung 651. i — Fliesspapierprobo 01s. — Jodweingeistfallung 651. — Lactose- u. Alhuminoidbest. 652, mikroskop. Schau 646. 654. Milchzucker u. Alhuminoidbest. 652. 654. — Papier-Fleckprobe 017. 649. Proteingehalt 654. — Sodagehalt, empir. Frohe 650. 654. Spiritus-Milchprobe 647. TJebersioht kurz Milchverfälschung 63s. Milchverkasungsmittel, Grözi 637. Milchwein 636. Milchzucker 1054. — Best, in der Milch 612. 1054. — colorimetrische Best. 640. roffnende Wirkung 1055. - wasserfreier 1054. Miliaria s. Friesel. Milk Substitute for rearing calves andpigs.Spounceru. Sons638. l\liller, Alorphinbest. i. Opium B26, Millon's HarnstorTbest. 1 188. Milossin 1152. Milzanschwellung.Oollod.jodoformiat 577. Alilzleiden. Pil. montaner, 203, Chi- no'idin. boric. 293. Milzbrandhactcrie 206. 631, Mimosa Sandra, Sun: Mimusops Balata 516, elata 517. imeral ! i; !i invasser, künstl 4S6 Mineralgeist I i 1. kllsche Vegetation 300. Mineralisches Grün 968, Gummi 75 Mineral-Nährmittel, Ro.ynoso 429. Mineralöl, Best, n. Allen n. Thomson SOS. — Lösliehkoit in Weingeist 935. Mineralsäiiren.IluS if freie 25, 78. — Nachwels freier im Essig 3. Mineralwasser eisenhaltiges, rransos Militairlazarethe 428. — künstliches 108. Mineral wassorap parate 106. Mischprobe der ätherischen Gele, Niepce's de St. Victor 795. Mischung, Grimaud's 615. Slispelbeeren 1235, Mistel 466. Mitchell Chloralyde 298. Mittel, stärkende, Kucker 201. Mittelstrass, optischer Buchprüfer 640. Mixture for clarifying eider 477. IMixture amethysta Roveil 340. amethystos 1125. aodyna Chloroform. 301. — antarthritica Amcric 830. — antasthmat. Green 677. — • Hooper's677, Wolfl"s590. — antemetica 596. anthaemoptys. arid. 49. —- antieholerica Sacerdote 628. — anticterica neonat. Gölis 765. antidiabel 16. 165, Lebert 15. — antidiarrhoica 374. — _ von Bamberg«* »■" Oesterlen 1 1 12. _ bismuthioa 152. — — infantum Rotbe 15 Mixture antidiphtheritica Guttmann 508. — — Mnnk, Wade 599. — — Warren 1160. Wiss 290. — antidyspeptica Mosler 41. — antineuralgica Leriche 1159, — antiphlogist. infant. Gölis 605. — antiphthysica Alvin 1169. — — Barruel 720, Lebert 440. — antiplenrit. Sendner 56!. — antinneumonit. Sendner 561. — antiprurit, Scholz 181. intirlteumat. Strohmayer 620. — antiscrophulosa 269. — mart 269. — — Sendner 589. — antispasmod. Lebert 732. — antispast. Eilliet et Barthez 380. — bromata Redenbacher 161. — Butylo-Chlorali Liebreich 381. -iini sali', dulciflcata 349. feae chininal — Cognacensis 1125. — ctr. catarrh. aestiv. 020. ■— ctr. purpuram haemorrhag. lle- noeb U16. tussim Gull 123. — Cotoinae 374, cotonata 374. — damianata 1176. depurativa Ricord 547. — desinfectoria Corne etDemeaux 1007. — digestiva Niewodniczanski 1255. — ecoritlca Oesterlen 700. — — Vogel 809. ertica Query 125s. errico-tartarica Jandonre 111. Guajaci resin. 511. gummosa 2. bydrobromica 22. - inhalatoria Waidenburg 15. — jodata Friedrich 683. - iodo-carbolica Beulten 583. Kali tartar. Ph. mil. Bor. 007. kalina Stütz . Maget, Murchison 026. — [ithinica 67 1. isiae benzoie Ost;. martiata Basham 121. — — Trousseau 111. — mercurial.albumin.Baerensprung 5 15. — Natri borosalicylici 76.1. .rosa Ph. mil. Bor. — oleosa anticatarrh. Waldenburg S15. — pectoral.antarthrit.Weatheriead ttoral. leniens 671. potatorura Lender Brunton 610. — Queryana 1258. esorcinica Andcer . — salicylica Duffey 41. — — infantum, vinosa 41. — salina anticterica Frericb . ;us Formey 837. ,., Weiler 421. — Sodae American» 753. li Wunderlich .«. .ehm. London 482. _ - Wade 599. thymolica Lenin 1169. ,'riolis Laborant. Finzelberg766. ModeUlrthon-Ersatz 73. Moehringai, Möhnngsöl 021. Gicht- und Rheum.it.- Einreibung 1009. icht-u.Bheumat.-Pflaster 1009. Ilogda-, Mogdad-Kaffee 334. 336.344. Mohnkapseln 895. Mohrmann, Bandwurmmittel 1043. Mohr, Morphinbest. i. Opi:: Mohr u. Kauffmann. antirheumat. Persischer Krauter! 1304 Moleschott,Collodiumjodoforraiat.577 Molkenprotein 629. Moll 498. Mollisine 902. Molybdaensäure 25. Molybdaensaures Ammon 26. 78« Mönarda punctata 1 Ulli. Monas prodigiosa 891. Monhydroxylbenzol 1035. Monochloressigsäure 4. Mononitrocellulosc Mons, Ungt. Gynocardiae 520. Monsel, blutstillende Flüssigkeit440, — Lip. haemostat icus II 1 '. — Salz 440. Monti, Gutt. laxativae 1025. Montrose Pallen, Ungt. len. thymolat. 1170. Moore's Tbeersalbe 1008. — Ungt. piceat. 1008. Moosl>< n L200. Bloospflanzenzeltchen 194. — Roznauer 195. Hoosspiritug 11 IG. Morbus maculos. Werlhofü, Mixt ctr. purpuram baornorrhagic. 166, Morcbella eseulenta 117:;. Morell, antjseptic, fluid. 120. Morfit's Oonservirungsverfahren 473. Moringerbsäure-Tin 11 Morphia .suppositories 732. Morpbeum 306. Morphin, Aufnahme durch den Körper 727. — blausaures 728, — bromwasaerstoffsaurea 7)11. ires 728, Lgsaures 728. — im Bier 239. — im Harn, Best. 1182. — Best, im Opium, n. Cleavei 822, --------n. Couerbe, Duflos, S22. --------n. Fleury, Flückiger 823. --------n. Fordos, Guibourt 825. --------n. Guibourt-Scbacbt 837. — — n. Guichard, Guiliiermond 325. --------n. Hager 833. --------n. Hager-Jaeobson-Geisler 834. --------n. Langlois 825. --------n. Maisch, Mayer 826. -------n. Merk, Miller 826. --------n. Motu-, Mylius S27. --------n. Payen, Petit 828. --------n. Prescott 828. -------n. Procter, Prollius 829. --------Regnauld, Bieffer S29. -------n. ßother 830. --------n.8aint-Planeat, Schacht 830, -------n. Schneider, Stein 831, — — n. Thiboumery, de Vrij 832. .-------n. WiUstoelt-Petermann 832. _____n. Yvon 833. Morpiones s. Filzläuse, vergl. t Spirit. benzol. depurat, 148, Horpbin. salzsaures 729, saures 730. — Morphin, schwefelsaures 732. — u. Atropin, Antagonismus 725. — u. Salpetersaure 726. — weinsaures 72s. Morphinacetat, kryst. 728. Korphincitrat 728. Iftorphinhy&robromat 731. Moi phinhydrobromid 731. tforphinhyd rochlor id 729. Mornhiuliyd coCyanid 728. Register. Morphinniederschlage, Identitäts- probe 834. Morphinreaction, Jorissen's 720. — Pellagri's, Tattersall's 726. Morphinometrische Methoden 822. — Vergleiehung 835. Morphinsulfat 732. Morphintartrat 728. Morpbimim 725. — Aequivalentverhältniss d. Salze 725. — Antidot 725. — Löslichkeit in Chloroform 725. — aceticum, cryst. 72^. — — Injectionsdosis 575. — citri cum 72S. — liydrobromicum 731. — hydrobromic, Injeetionsdosis 575. — hydrochloricum 729. — — Injeetionsdosis 575. — hydrocyanicüm 72s. — sulfuricum 732. — tartaricum 728. Morptonengeist 515. Morpiones s. Filzlause, U^use. Morson'sches Kreosot 625. Morveum 306. Moschus 733. — cum Saccharo 733. — künstlicher, 1146. — saccliav;t.tus 733. Moschusessenz 733. Moschusgeruch, Absorption 733. Mosler, Mixt, antidyspept. H. — Pil. antileucaemic. 1004. Most, Bestandteile 1210. Mostardum 1107. Mostrich, Beurtheilung 1107. Mostrichmehl, Untersuchung 1108. Mott, Frostmittol 1158. — Liniment, antichimetic. 1158. Motionpulver, Barth's 1001. — neues 711, Mottentinktur, Fuhrmannes 189. Mount, Liniment der Franziskaner- Brüder 189. Mouton. Fettbest. d. Milch 642. M iia.1;t;i-I';iii;i, 168. Btucana cyllndrospernia 946. Muciiago Gummi Arabici 2. MiM'or canlnus, cocclneus 891. — cyanocepbalus 891, elegans 890. — flavus 891, Mueedo 890, 1110. — nigricans 891. — racemosns 212, 631, 702, 1110. — stolonifer,violai-ous, virensSlll. Müller's Lazarowits Kräuter-Brust- Syrup 072. — orientalische Scbünheitspasta 230. — Poudro d'Adonis 689. albe 1050. — Verdauungsliqueur 483. Müller n. Co., Leder-Appretur 107s. Müller, Packard u. Co., Patent-Su- perphosphat 184. Muencke u. Petri, MilchprÜfungs- at 013. Muennich, Globuli Cbinini saccha- rati 290. Mull 19S. Mullopannus emplasticns 1095. in- L09!. Kultbeere 1052. Mundfaule, Mixturajodata 583, Mixl antidiphth. Muni. Mundiauoberpillen 672. Mundseife 1080. — Zalraon's aromatische 1081. Mund- u. Zahnessenz 753. — — — Schaffer's 301. Mund- u. Zahnwasser 740. Mundwasser der Kaiserin 120"). — Rissberger's 75. Munitor 41. Munk, Mixt, antidiphtherit. 599. Murchison, Mixt, kreosotata 020. Murdoek,Glycerolat. Chloroformii49l Murexidreaktion 52. 1186. Muria jodobromata 610. Muscarin, Gegengift 127. Muscarin um 1173. sulfuricum 1173. MuBcatblüthe, Mv^katblüthe 731. — Prüfung 731. Huscatnuss, Muskatuuss 731. — Beurtheilung n. Prüfung 735. — giftige Wirkung 731. MuscatuussOl, äthev. 731. Muskelatrophie, Syrup. Ferri arse- nicici 116. Mii!skelschwäche,Pil. phoenigmic. 433. Muth'B Bandwurmmittel 1 1^. Mutterblulfluss s. Metrorrhagia. Mutterkolikessenz. Konigseer 225. Mutterkorn 153, Aufbewahrung 154. — im Brote, Nach. Hoffmann888. — Nachweis im Mehl, Brote 89. — wirksame BesUndtlieilo 451. Mutterkornalkaloide 156, Mutterkomoxtract, rationell bereitetes 100. Mntterkornmelil, Reaktion 886. Mutterkornöl 466. M utterkornpillen 100. Bfutterkornpräparate, Anwende. 16* Mutterkornpulver purificirtes 162- — rectifleirtes 162. Mutterlauge, Saline Altendorf 692. Mutterlaugensalz, Tlio.odorshallor Soolo OKI. — Kreuznacher 609. 010. —■ Sülzer 61 Muttermale, Mittel 379, Myasthenia s. Muskel schwache. Mycoderma Aeeli 212. 1233. — cerevisiiU' 7(12, Villi 1233. . Mydriasis, (iuttul. physostigminat.95t Myer's Zahnwaei er 1033. Mykodermai.ikon, Kirchberg 5. Mykothanaton 22. Mylabris Olchorii 191 Myodynia s. Rheumatismus. Myoj)sin,Myop'-ininn, Darstellung M '- > Myosin SIS. S72. Lpillenverengerung . . Myositiss. Mn kelentztindung,Chin*" hydrochl.,Chiniain.sttlfuric, tannic. '270. 271. 284. Myotica: Pilocarpin, Eresin 948. Myristica 734. fragrans 7:ü, sebifera 1090. Myrobalanen 468, bellerischfl "* ■ 'ihe, graue, grosse 169. — Indische, runde 170 — schwarze 169. 170. Myrobalanenbaum 169, Myrobalani 168. Belericae, Belliricae [70. — Chebulae, cltrinae 169. — Embllcae, ilavae 469. ~ Indicae, nigrae 470. — rotundae 1*0. Myrobalanus llelerica 4(0. Chebula, citrina 169. Wyronsaures Kalium 1107. ,,,, 73s, tndlca 739. ,„„719 Myrrhe, Beimisch, d.unsortirten^ — gummige, &Hge etc. >■>*■ Nachtblindheit, Inf. flor. Cyani 898. Nachtmann's Blutegelsumpf 525. Naehtschweiss, profus., Pil. Atropin Fraentzel 129. — Pil. phoenigmic. 433. — Pulv. inspersor. antihydrot. 41. Nachwehen, Mixt, »edansFormey Sa7. Naovi materni s. Muttermale. Nahrntasigieit, Bergmann's758.100:;. Nährpulver, Parmentier '.Kl. Nährsalzmischung, Knop'n («II. NahiBaft, ehem., Parrish's 434. Nährzwieback, Opel's 8111. Nahrung, Churohill'.s ehem. 755. Nahrungsmittel, Werthbest. 881. Nahrungs- u, Genussmittel, Ein- theilung 177. Napellin, Hnbschmann'a 55. — Wigger's 54. Naphtalin, Naphtalina 741 10(11 Naphtalingelb 981. 1)82. Naphtalinnydrur 1004. Naphtalinroth 981, Naphthalen 711 Naphthalin, Naphthalin«. 711. 1004. Naphthometer, Parrish's 932. Naphtol, Naphtolum 741. 1001. Naphtylalkohol 711. Kaphtylaminsalae, Eeact. auf Holz- Btoff 258. Naplitylwasserstoff 741. NarceSnum hydrochlorio,, Inject.- dosis 676. Narcotlcum minerale 1248. Naaenbacillon m. Zinksulfat 1255. nbluten, Pulv. errhin. stypt 52 ftasenbougies II. Nasendouche, Liq. antirhinostegnot Lnjector. 7:.:t. »asengoschwttre, stinkende, Puiv errhin. etr. ozaenam '.7S. — Ungt. ad ozaenam 579. Nasenheilbalsam 54 1. Nasenkatarrli, Pulv. antiooryjsoic. 190 — Pulv. inspersor bismuth. 165 nasankatarrhwasser 61:; Nasenschleimfluss, Baollia euneiform carbol. I I. — Pulv. errhin. etr. ozaenam 578, — 1 ulv. errhinus stypt. 52. Hasenwasser 763 «asen-Zinkstabohen 1255. öatal-Arrowroot Natalgaiiajirel, Natalgallus 170 Nataloin 70. Natrio-Kiilinni citrio lü tartarioum ooi; Natri «™(»- Natron, Natrium) 742. aloratum 7i;i. '''.'''''''•'""I'llosphorico-citrie.llli — lerrisaccharatum in NatrinT' * 1, y l . ll ',N-lri«„, !l lk„l,ol 1 lt7ll «atnumaluminiumsilical natnumama CClalul,;:,,. |l; , rst -y, Hatnumbeuzoat 746 «»triumWcarbonat, Prüf. a. Amnion. mbisnlfit 50 «ajriumborsalioylat 702 »atriumearbonat 750. »atriumclilnrid 71:1 Natnunichlorotienz.Kit 7 17 5?'™»J"rioitricopho8phal 436. «atrlumferrisaccharal 131. Natriumferrosulfat 139 Natrlumformiat 762 ' NMnumhydrosulrlt - 756. "Mnumhyperoxyd 743 Jji'Jfiumhypopi,,, B ,, it j 55 ™ "'»lUfOMiliii;;,,;. Antiehlor 30! «atuummonocarbo.iat 751. «atriumnitrat 750. Register. IV. Natriumnitrit 756. — als Antiehlor 305. Natriumphosphat 7. r .7. Natriumsalicylat758, u. Boraxl58.761 Natriumsalicylatlösun Natriumsclerotinat 462, NatriumsesquicaThoiiat 751. Natriumsulfat 763. Natriumsulfit, Antiehlor 305. Hatriumsuperoxydhydral Natriumthfosulfat 756. Natrium wo Iframiat 766, Natro-Kali citvicum 19. — — tartaric. 606. Natron (Natrium) am. — IVji'aeh kohlensaures 751. — benzoesaures 745. — bordisaHcyleaures 7*>2. — borsalicylsftures 7(12. — doppolt kohlensaures, Prüf, a, Amnion. 751. — hydroschwefligsaures 756. — kohlensaures 750. - phosphorsaures 757. — pyrophosphorsaures 758. — salicylsaures 768. — salpetersaures 756. — salpetrigsaurea 756. — als Antiehlor 305. — schwefelsaures 763. — sohwefligs. als Antiehlor 305. ilerotinsaures 462. — thioschwefel&aures 751). unterphosphorigsaures 765, unterschwefligsaures 75(1. — — als Antiehlor 505. vanadinhaltiges 714. — wolframsaures 766, — zinnsaures 1129. Natrona reflned saponifier 72. Natronbisulflt 60. Natroncopaivatpillen, Lucich's L34, Natronkaffee, deutscher 349. Natronlauge, Darst. n. Gutakow 743, — Prüf. a. Amnion u. Vanad. 741 — rohe 744. Katronwasserglas, Conserrations- mitte) 14. Natrum (Natrium) 713, aethylat. 744 — aethylicum 744. benaoieu m 746. — biboracio. m. Acia. salicylic. 8. — bicarbonicum 751. — boroaalioylicura 762. — carbonicum 750. — copaivicum 134. — ferrisaccharatum 431. — formicicum 702. — hypophosphorosum 755. hyposulfurosum 756. — nitrieum, nitrosmii 750. — phosphoricum 757. pyrophosphorio, 758. salicylicum 758. — sclerotinicum 462. iquicarbonic. 751. - sulfuricum 763. — thiosulfuricum 756. -: olframicum 766. Natterbaum 680. Nauclea Gambir 225. Nauenburg, Gichtwolle ls'.i. Ohrenol 189. . Uebelkeit. Navassa-Guano 512. Neaara 395. Nectandra 368 Negerkaffee 344. Negundo fraxinifolium 1054. Nolkensauro 222. Nelkenstengelöl 223. Nelkenstiele 219, Nelkenaimmtbaum i"i s * Nematoden 210. Nepalischer Eisenhut 5<>. 1305 Nepalin 54, Flückiger's 56. Nopente, Nepentes Nephritis Morbus Brightii:s.Nierenleiden. Nephritis calculosa S. Grie>- u. Steiubildung. Nephrodium Filix mas 440. Nervenkapseln, Lafosse's 114:>. Nerven- u. Hautleiden, Ol. phos- phorat. Broadbent 040, s. Neuralgien. Nervenschwäche,Sherar's Mittel 1170. Nervenstärkender Thee, HoinTs 722. — Wein, Nervenwein 1202. Nervöse Erreg. Syrup. antherethic, BouchardatV 837. Nervöser Kopfschmerz, Beh.m.Natr. salicylic 761. acht, Pil. antiphlog. 27t;. — Pastill, Chinini llozsnyay 276. Nessler's Brumata-Lcim 991. ruf,a.fr. Schwefelsäure3. — Sauerwurmvertilger 1078. Weinfarbenreagens 1210. Nestle's Kindermehl 636. 892. Netolitzky, Liq. inhalat. bromat. 101. 010. Neublau 572. Neuenheuser, plast. Dinas-Krystall Neufaliue 936. Neu-Granada-Ipe*acuanha 684. Neumann, Spirit. boricus 8. — Ungt. Acidi ohryeophanici 111. Neuralgie <\. 5. Nervs, Butylchloral- hydrat 381. des Trigeminus ;'.:)(i. Neuralgien,Chloral.caii!ph. comp. 297. ollod, jodoformiat. 577. — Empl. Chloralo conspers, 297. Liniment. .Mentholi 722. — Liq. Coniini ad inj. subeut. 360. — Mixt.antineuralg. Leriche 1151*. — Pil. antirheumat. Sobernheim 837. — Pil. c. Extr. fab, Calabar. 050. — Pulv. errhin ant ineuralg. 7.12. — Tinct. Chloroformii comp Neuraline 838. Neurasthenia s. Nerveuschwache. Neurose s. Nervenleiden. Neu-Sehastin, Fahnejelm*s 403. Neuseelandische Flachsfaser,Srk.490 — Jodschi\: .klion 198. Neuviolett 052. Neynaber, Ungt. anticaustic. 1008, Niecolum sulfuricum 707. — — ammoniatum 7ns. Nicholsonblau, Ersatz 070. Nickel 767, liest, neb. Kobalt 70s. ^- Trennung v. Kobalt — Trennung v. Zink 707. Nickelbronze 770. Nickelsalze 767, Pi • ,; ' , ■ Niekelxanthogi'niit 7*»". Nicotian tica, Tabacum aö. Nicotin, Nicotinum 774. _ Be-t. im Tabak -74, > t#. h , is 575. ntexveheidung v. Conim 776. Nicotinsaure 770. Nielle des blas ss 7- über 112. v Niemeyer, Collyr. opiat. neonator. 836. Niepce de Saint-Victor, Mischprobe ftth. Oele 705. Nieren- u. Harnblasenleiden, s. Harn- blasenleiden. Nierenstein, Viu. chloroformiat, — aus Indigo bestehend 1170. Nieske, Menyl 7, 1170, 1254. Nieswurz, böhmische 300. 1306 Register. Nieswurz, grüne, schwarze 523, 524. Nietsche, Ungt. antiherpetic. 1253. Niewodniczanski, Mixt, digestiva 1255. Nigella Damascena 786, sativa 785. Nigellin 785. Niger cakes 1034. Nigranilin 962. Nigrosintinten 957. Nihilum album 1249. Nitidin 149. Nitriflcation 604. Mtrirsäure 26. Nitrlrter Turbith 549. Nitrocresole 370. Nitrobenzin, Nitrobenzinum 145. — Gegengift 145. — Nachweis n. Bechamp 147. — — Dragendorff, Jacquemin 145. Nitrobcnzol 145. Nitrogenium, Best. 786, Nachweis787. Nitroglauberit 756. Nitroglycerin, Nitroglycerin 492. — als Arzneimittel 493, Nitroglycerina oleo solut. s. oleosa 492. Nitroglycerinpillen 494. Nitrolin 001, 1063. Nitronaphthalin 970. Nitrophenylsäure 1237. Mitrophosphatdünger, Wilko's 185. Nitro-Phosphoric-Guano 185. Nitroprussidkupfor 791. Nitrosilber 114. Nobel's Gelatine 477. — Sprengpulver 49:!. Nohaschek, Universal-Balsam 1160. Nordhäuser Korn 1115. Normal-Jodlösung, -Kalilösung 1268. Normal-Kaliumbromatlös., -Kalium» bromidlös. 1268. -----Natriumthiosulfatlösuug 126». — ■ Salzsäure, -Silberlösung 1268. -----Zinklosung, Darst. 1244. Normandy's Purpurtinte 958. Nouveau Blanc de Perles 1249. Nuces Bomahae, Bumahae 470. Nuclei Cembrae 9S9, Pistaciae 710. Nuclein 918. Nussbanm, TJngt. Acidi borici 8. Nussbaumholzmahagonyartigz. färh» 955. Nussextract, Maczuski's 590. Nussschalensyrup, eisonhaltiger 59C. Nux vomica Chiaspajcnsis 391. Nyotalople, Inf. flor. Cyani 396. Nyssa aauatica, billora 660. Nyssaholz 060. Obee, Viola's Ephelidene 1115. Oberhcfo 699, Oberhefenzellen 242. Oblatencapseln 94. oblatenverschlussapparat, Sevzik 94 Obryssaxylon 131. Ochernal's Schlafpastillen 672. Ochsenblut, trocknes 1065. Odontitis s. Zahnpulnenentzündung. Odontine 1080. Odontophyie s. Zahnbildung. Oedema s. Geschwftf&te, Hydrops. Oelschläger, Pulvis nervin. 763. Oehmo'scher Balsam 139. Oel, Dippel'scbos 797. ixes 990, Harlemer 1160. Oele ätherische 787 s. Olea aether. — —Wirkung auf den Harn 1185. »lache 798. — concentrirte (ätherische") 787. — extrastarke (ätherische) 788. — fette 799, s. Olea pinguia. — flüchtige 787. — höchstconcentrirte (ätherische) 7hS. — patentirte (ätherische) 788. Oelfarbenüocke, Beseitigung 954. OelfirnissbauTri 808. Oelürnissbaumöl 808. Oelfrucbtbaum 186. Oelgemälde, Reinigung 147. — alte, Reinigung 1032. Oel-Naphtha 919. Oelpalme 995. io 27. Oelsaureniesser, Burstyn's 801. thather 1116, 1117. Oenocyanin 1217, 1224. Oenoflavtn 1217, Oenokrine 1224. Oenolin 1221, Darst. 1225. Bestimmung 1220. Oenolinsaure 1226. Oenorganin 1221, Oenotannin 1226. Oesterlen, Collyr. antiblepharospast. 836. Öutt, antasthmat. 614. ixt. antidiarrhoie. 1112. — Mixt, eceritica 709. — Pil. bechicae 562. Ofenkacheln-GlaSM 45, weisse 1022. Ofenwolle 16. Ohrendouche, Liq,. antirhinostegnot. inject. 753. Ohrenfluss, Liim 3, Roth 1021. Waschpulver 1082. Parke, Davis u. Co., Chloranodyne 302. — — Elix, Pepsini c. Strychnino et Bismutho 911. — — Elix. Pepsin! et Chinin! 911. — — Elix. Pepsini simpl. 911. — — Formulao medicament. e Pepsino parat. 911. — — Lactated Pepsine 912. — — Saccharatcd Pepsine 912. — — Vinum Pepsini 911. Parkes'silberähnliche Legirung 383. Parkesin 356, Parkia Africana 349, Parmentier, Boli antidiarrhoiei 836. Nährpulver 93. Parrish, chemical food 184. 434. — ehem. Nahrsaft IM. 131. — Naphthometer 932. Parvolin 773. 798. 1005. Pasta ad combustiom — Americana 935. — caustica mercur. Rieord 519. aarotica Canquoin 1251. BiichePs 49. — Olei Ricini sacch. Starke 1043. Pasteur's Bacterien-Nahrung 75s. Pastillen, Emeer 109. — gegen Bett nässen 712. digestives de Borivent 155 Pastilli antaphonici 7. — Chinini Rozsnyay 275. Pastille Daubenton 587. — laxativi 1150. — Tannochinini ferrati Rozsnvay 275. Pastinaca sativa, Aethylalkoholge- halt d. Früchte 1116. Pate antitartrique 103' Patent-Glanz-Stärke, Coblenzer !(4. Patentöl 990. Patent-Ozonapparat, Gruner's 860. Patent-Superphosphat, Müller, Packard etc. IM. Patent-Thonerde, Löwig's 72. Patera'sche Salzlosung 92. Patina auf Bronze 76. Patchouli, Patschuliblätter, Oel 1026. Paulcke, Milchsalz 1063. Paullinia Cnruru 391 , pinnata 515. Pavesi. chlorirte Baumwolle 49^ — Liquor stypticus 14. Payen, Morphinbest. i. Opium vJ8. Paytamin, Paytin 265. IVecoblumen 1160. Pedicularis palustris 886. Peine-Wasser, Dr. Olfer 306. Pekauussbaum 1054. Pekoe 1160. Pelargonnim 1048. 1208. — odoratissimura 1048. 1208. — Radula, roseum 1018. 120S. Polargonsäure 1048. 1208. Pellagra (Flechtenleiden) 889. Pellagri's Morphinreaction 726. Pellet's Kupferlösung 1058. — Pleasant purgativo 1025. Pellet u. Allart, quant. Best. d. Zinns 1126. Pelletau, Ungt. systellans 517. Pelletlerin503, Pclletierintannat 506. IV.llotierinum tannicum 506. Pemphigus s. Nesselsucht. Penelle, Grains de beautö Penicillium glauoum 631. 890. — Maidis 889. Pennes, Etherolü antiseptique 43. Pentanitrocelluloso 353. Pento-Epilatoire 120. Pentzlin, Ungt. antipsoric. 1008. Pepsin, absolutes 901. — aus d. Magen d. Strausse — gezuckertes '.um. Heinersdorfa 912. — i. chom. u. physiolog. Beziebg. 900. — Injectionsdosis 570. — latentes 905. nach Englische« Art 904 rationelle Anwendung 907. limon's 911. . ,. Pepsine der verschiedenen 1 abritten — Deutsche 903, Englische 904. Pepsinum 903. — absolutum Finzelberg 904. — c. Amylo 904, aeid. 901 — Germanic.planesolub. Witte 904. ranulat. rase. 903. — porci Bullock's 903. purum pulverat. 901. — saccharatnm 909. pepsinwein 901. 911. Pepsinyl, Warner u. Co. 905. Peptikosfc Uiewe's 912. Pepton 912, Adamkiewic»' 912. aennung 912. - Best.in Verdauungsflüssigk. ■ , ' '• Bildg n. ehem. ZusammenseUg. cacaotinat. c. Extr. CarmsOU. — carnatum Witte 91 1. aeum Leube 911. — - cum Extr, Carnis 914. ■ Fallung i. Harne 1192, — ferratum Witte 911. — hydrargyratum 915, Register. 1309 Pepton i. Harn 917. — m. Cacao u. Fleischextract 91:!. — m. Fleischcxtract 914, ~- proteineuni 914. — pulv. Adamkiewicz 913. — purum 915. — Sanders' Ulli. — tritieeum coctura 911 — vegetabile 914. Pepton-Chocolade 913. Pepton-Chocolade, Püschol 913. Peptone, Best, n. Schmidt 852. — gereinigte 916. — im Bier 238. — Reaktionen 910. Pepton-Eisen-Chocolado 9!:!. Peptonessenz 919. Peptonklystier, Bagros' 918. Peptonpräparato 913. Percarboscene 923. Pefcua lamellata i. q. Charta Guttapercha 516. Pereirin, Pereiro-Einde 97. Pereies, Phoenixessenz 46. 263. Pergament vegetabilisches 227. rergamentpapierkleister 261. 475. Perger u. Co., Kaffeepräparat 343. Periplaneta Orientalis 155. Perles de Clertan 299. Perlessenz 513. Perlsucht d. Kinder 633. Perniones s. Frost. Ungt. 491. Perret, Acid. chinopicric. 30. Perrin, Fumigator 318. Perrot, Salubrino culinaire 4.!. — — oenosoto 43, — — -Saccharosote 43. Perry, Limpidumpulver 443. Perry u. Co., instantanous ink cx- tvactor 29. Persea caryophyllacea 1048. Persicein, Persicin Persiretin 1027. Persisch-Roth 971. Persische Molilotenfrüciite 721. Persisches Insektenpulver 1027. Persisches Opium, Fettgehalt 815. PerS02's Wagenschmiere 903. Pertussis s. Keuchhusten. Perubalsam 1:10, Ersatz 119. — künstlicher 139. — Untersuchung u. Früfg. 136. — Verfälschungen 137. Peru-Guano 512, l'eru-Kopal 367. Peruviana aromatica 509. Peruvo-Vaselina 902. Pessaria mercurialia 534 Petala Rosae, Glykosegehalt 1043. — — kunstlich gefärbte 1043. — — rother Farbstoff 1043. — — rnbrae 1043. Petechien, Mixt, contr. purpuram haemorrhag. 166. Petermann, Michigan Ague-Curo 268. Petersburger EHx. Dr. Rottmann- Hanzlick 1172. Petersilienfrüchte, fettes Oel 936. Petiotisirto Weine 1211. Petit, Morphlnbest. i. Opium 828. retiveria 392. Petri, Desiufoctionspulvev 1009. Petri u. Muencko, Milchprufungs- apparat 643. Petrol 919. 920. T'fltroläthcr 921. 922, schwerer 921. lvt.rolardum. Petrolarinum 902. Petrolbenzin, retrolcuinbenzin 111. 921. - Unterscheid, v. Benaol 147. 935. Petrolbrande, Löschung 923. Petrolonm-Hill 925. Petroleum 919. \merikan. crud. correct. 919. — — rectiflcat. 920. — Beseitig, d. üblen Geruches 924. — corrigirtes rohes 919. — festes 922. Petroleum. Griffith's halbfestes 919 — kaukasisches 919. 935. — Pennsylvanisches 922. 935. — l'rfg. d. Schwefelgehalts 935. — Raflinage, r.iffinirtes 921. — rohes, Anwendung 920. — rohes, verbessertes 919. Petroleumprüfungsapparat' Petroleumprüf ungsapparat,AbePs933. — Engler's 932. — Ernecke n. Hannemann's 932. — Kuckia's.Meyer's, Salleron's932. — Sayboldt's 932. — Tagliabuc's 932. — Taucher's 934, Urbain's 932. Petrolfässer,Feuergefährlichkeit923. Petrolfeuer, Löschung 923. Fetrolglasgefässe. Reinigg. 924. Petrohna 902. 922, Petroline 925. Pretrollampen, Kitt f. Glasbehälter 161. Petrollampenoxplosionen, Behne's Schutzpulver 936. Petrolnaphtha 922, Petrolseife 936. l'etrolsprit 921. Petroscen 923. Petroselinum sativum 936. Petrosolaröl 921. Pettenkofer, Gnllenreaktion 415. Pettit's genuine American Eye-salve 1254. Pfeffer, Deutscher 994. — — mikroskop. Bild 1001. — Best, des fetten Oels 999. — havarirter 999. — schwarzer, künstl. 998. — — mikroskop. Verhältnisse 1000. — — Prfg. auf Verfälsch. 993. — — Untersuchung nach Hager 9911. — — — Aschengehalt, Aufguss 997. — — — kalter Aufguss 997. — — — wässrig. Ixtract 990, — — — weiug. Extract 996. — Spanischer 193. — weisser 997, künstlicher 998. — — mikroskop. Verhältnisse 1000. ~ — Untersuchung n. Hager 99. — — — Aschengehalt 998. h- — — kalten- Aut'gu — — — wässrig. Extract 998. — -- — weing. Extract i»0S. Pfefferharz scharfe Pfefferminzextract, Hayrward u. Co. 723. Pfefferminzkampher 722. rfefferminzküehelchen, Engl. 722. Pfefl'crminzöl 721, Ameriknn. 721. Pieffermin/.platlchen, Englische 722. Pfefferminzwasser, Kocb's 723. Pfeilgift 391, ostafrikaniach. 395. Pferdefliegenstraucb 110. Pferdehuf,Erosion. l!ngt. ungular.15. Pferdekolikmittel, Kreplin's 727. Pferdepillen, Englische 71. Pferdepurgirkugeln 71. Pferdesohorfsalbe 12. Pferdestaub Pflanzenconserrirung 120. Pflansenextract, Gobel's vegetahil. 1018. Pflanzenfarben 933. Pflanaenkohle 190. Pflansenpepsin 201, Pflanzenpepton 914. Pflanzenrnyosin s"2. Pflanzenpapier, Gummi's Ostind, - Pflanzensaft, Indischer 136. Pflanzensedativ, Wilhelm* 1080. Pflanzenwasser, roedicmiscne io- Pflanaenzellstoff 258. Pflanzlicher Hygrometer , ,0. Pflaster, Drouot'sches 724. —, jeder Art, Bezugsquelle 412. — perforirte, poröse 411. — Ritter'sches 11:12 Pflasterausgusspapier 2. — Klebschleim dafür 2 Pflastermull 1095. Pflasterperforator 411. Pfropfwachs 992. Pbagedaenische Geschwüre, I,.,i. Tartrat. ferr.-kalici 444. Phalaena geometra brumata 991. Phalon u. Son, Floral Beautifler 160. — — Paphian Lotion 160. Pharaoschlangen 021. Pharaoschlangenmasse 603. Pharodendron flavescens 1235. Phaseolus vulg. Reakt.d.Mehles8S6. Pbenacetolin 1237. Phenicienne 980. Phenol 849, 1004, i. Harn 1192. — Best. i. Harne 1193. — Nachweis i. Hante 1194. Phenolenfarben OSO. Phenolfarben 980. Phenolkampfer 13. Phenolo-Phtaleinura 1238. Phenolphtalefn 12:i>. rhenylamin 951 Phenylblau 980. 9S2. Phenylbraun 9S0. 982. Phenylfarben. Schädlichkeit 977, - Phenylirt fen 14. Phenylrosanilinacetat 952. Phenylroth 980. Phenylsaure '■>. 1004. Phenylviolett 9S2. Philodermine, Demarson etc.442.1140 Thimose, brandige, Liq, phiraosin- leniens Ratier 1010. PhissicVs, Englische 71. Phloridzin 1001, Phlorol 1004. Phloroglucin.Reakt. auf Holzstoff 258 Phlorose 1001, Phlorylsäure 1004. I'hobaphen 678. Phoenixessenz, Pereies 40. 263. Phoenixol 021. Phosphat, Westindisches 185. Phosphatige Säure 29. Phosphin 952. 971. Phosphoniumverbindungen 938. Phosphor 938, Ozonisator 938. — Anwendung 939. — flüssiger 939. — im Harn, Prüfung 1194. — im Sauerstoff 938. — Leuchtvermögen 938. — Löslichk. i. conc. Essigsäure 938. — Nachweis n. Hager 913. — — im Harn 945. — rother, schwarzer 939, — n. Bromwasserstoff 939, — u. Jodwasserstoff 939. — Verhalt, z. Metallsalzlös. Phosphorale 940. Phosphorartige Substanz i. Leichen. 94".. Phosphorbrei 941. Phosphorbronce 3S5. Phosphordampfe, Vorsicht geg. 940. Phosphorigsaureanhydrid 988. r-Kalk 946. Phosphorkupfer 943. Phosphorpillen, Bereitung 942. re 21 K est. im Biere 249. — Best, im Guano 512. — Trennung v. Thonerde u. Ferri- oxyd 29. Phosphorus 938. horverbindung, explosive 938. I'hosphorverbindungen, flüchtige in faulenden Albuminkörpern 943. Phosphorvergiftung 940. Phosphorwasserstoff, Reaktion 117. — selbstentzündlicher 910. 1310 Register. Phosphorwasserstoffgas als Gift 941. Phosphorweizen 042. Photogen, Löslichk. i. Weingeist935. Photometermischung, ehem. 541. Photonaphtb.il »20. Photophobie, Ungt. ophthalm. anti- photophoh. 535. Photophor 946, Phthisis, Mixt, antiphthisica 729. — Miit inhalator. Waidenburg 15. — Pil. petroleat. antiphthisie. 936, — Syrup antiphthisicus 491. — Yinum kreosotat. 627. — chronische, Mixt, antiphthisica 440. Phulwarabutter 1080. Phycocyan 452, Phycoxanthin 452. Phyllanthus Emblica 409. Phyllobates bicolor toxicaria 395. , — Chocoenses 896. — melanorrhinus 300. Phylloxera vastatrix 200. Physik halle 71. Physostigma 946, cylindrosperm. 946. PhysostigmapTäparate, Anwend. 040. Physostigmin 947. — salicyls. 949, schwefeis. 948. Physostigminsalicylat 010. Physostigminsulfat 948. Physostigminum hydrobromic. 948. — salicylic. 949, sulfuric. 94s. Phytolacca 051. — decandra 951, 1225, — electrica 051. Phytolaccasaft 1225, Phytolaecin 051. Phytosterin 917. Pichler, Resolvirseife 1081. Pieard, Bloch etc., Pariser Legirung 383. Picechinon 1005, Picen 1005. Picolin 773. 1005, Siedepunkt 797. Piorinate 0S2. Picrocyamins.uire 30. Picroeclerotin 456, l'icrotinum 327. Picrotoxinum, Antidot, Keakt. 327. Pictet, Eismaschine 105, Piephackensalbe für Pferde 518. Pierce, Pleasant purgative Pellet's 102:,. Pierre de fougere 133. Piesse, Sacchet ä l'heliotrope 588. Pietsch u. Co., Huste-Nicht 698. Pigmenta »~il Pigmente f. Genussmittel 987. Pigmentim Aleannao 69, Pikraminsäure, Giftigkeit 07s. Pikrinsäure 20. OSO. 0s2. Gift 978. — im Hier, Nachweis 256. Pikroerythrin 970. Pikropodophyllin 1024. Pikropodophyllins&ure 1021. Pikrotin 327. Pikrotoxin 005. Pile-Doctors 11. Pillen, blaue, der Engländer 534. — Brand'sche 1172. — der Sumpfbewohne« 133. — entzundungswidrige 276. — für Bergsteig/ — gegen Fettleibigkeit 453. — Keyser'sche 541. — Knight's 1086. — magenatarken&e, Sendner 182. — Redlinger'schc >1! Pillenmassen, derl ■ ' 171. Pills roi the cough, Dr. Airy 732. — Günther's sedative 111. Pilo«'. Pilocarpin, l'ilncarpinum 564. — Gegengift 127. — sali, v' nires 505. Pilocarpinhydrocnlortd 505. Filocarpinsalicylat 50s. Pilocarpinum hydrochloric — hydrochlor. Injectionedosis 575. — muriatic. 565, salicylic. 568. Pilocarpus officinalis, pinnatifolius 562. — pinnatus, Selloanus 562. Pilulae Algerienses 712. — alterantes Clinici (Berolinenses) 545. — anodynae Yeo 381. — antarthritic. alb. Wolf 353. — — Simon 711. — antepilepticae 129. — anticardialgic. Richter 155. — anticatarrh. antiperiod. Sendner 100 1 — — pauperum 313 — antichloroticae Lebert 440. — antigalactorrhoic. G. de Mussy 4 10. — antihaemorrhoie. Jahn 1000. — antileucaemic. Mosler 1004. — antileucorrhoic. Sundelin 434. — antiperiodic. anticatarrh. Sendner 1003. — antiphlogistic. Hager 276. — antipolysarcic., fort. Sendner 453. — antirbeumatic. Sobernheim 837. — antisyphilitic. Zeissl 57s. — antodontalgic. kreosot. 027. — Atropini Fraentzel 129. — bechieae Oestorlen 562. — benzoinatae 749. — Chineti 280. — cicutatae GuilHermond 366. — Cinchonidini : — Cinchonini aeidae 313, — Conii 360. — consopientes Groon 732. — contra tussim 277. — corrigentes Arnal 100. — — von Sigmund 546. — c. Extr. fab Oalabar. 950. — c. Lithio bromato Collas 674. — c. Ol. Terebinth. 1159. c. Thymolo 1100. — Cupri oxydati Hager 1s i. — dige.stivi S71. — Digitalini c. Chinidino 403. — emmenagog. laxant. Jeannel444. — eupepticao 704. — febrifugae fort. Lewis 290. — Ferri carbonici Ph. Germ. 1264. — Ferri jodati simpl. 430. — Ferri sesquichlorati 424. — Fuci vesiculosi 453. — Gtycerinae nitrosat. 494. — guajacinae l'h. mil. 511. — haematocathartic. Rottwitt [443. — haomostatic. Richter 466, — Hydrargyri 584. — — jodati viride 46, — — nitrici Sainte Marie 549. — hydrobromicae 22. — Hyoscyami comp. 561. — jodoferratae 430. — lodoferruginos. G. de Mussy 430. — Jodoformrit. Zeissl Ö7S. — kreoeotatae 027. — litholyticae Collas 074. — — Socouet u. Bonjean 749. — martiatae stomach. Weiler 424. — mereurialos Engelatedt 545. — — Boutigny et Rochard 547. montaner um 201. — Natri copairici, Luclch 131. — opiatao Ph. mil. Hör. S .7. — Pancreatini aperlent. 871. — — conatlpant. 871. — — simplices 871. —■ pepticae ilagex 910. — petroleatae antiphthisli _ _ Griffith 9 — — simpl — uhoenigmicae Hager 433. phorl Cherry 046. — Phosphori Tavignot 910. — Piperini 1004. Pilulae Plumbi opiat. Graves 1016. — Protojodureti Mercurii opiat. Ph. Gall. 310 — Seealis cornuti 406. — sidero-chalybeat. Weiler 424. — stomachicae Sendner 482. — taenifugae Jesuitar. 1159. — - Mayet 448, Hülle 447. — thymolicae 1169. Pilules Algeriennes 712. — cicutees de Guiliiermond 360. — d' iodure et de ehlorure mer- curieux de Boutigny et Rochard 547. — de protonitrate de mercure 549. Pilze auf u. i. der Milch 631. — giftige u. geniessbare 1173. Pilzmycelien im Ei 845. Piment. 0S7. Timentpulver, Pf; Pinchon's thermisch. Aräometer 814. Piney Dammar 307. Piney-varnisch, Pineyiirniss 307. Pineyharz 367, Pineytalg 367, 1089, 1094. Pingel's Benedictiner 672. — Benedietinerliqueur 737. — Klosterbitter 737. Pinkoffln 971. Pinolin, Pinoline 989, .190. Pinus 989, Abies 1155. — austral. 1150, Austriaca 1155. — Combra 989, Larix 1150. — maritima 1156, picea 1153, 1155. — palustris, Pumilio 1156. — rotundata 1155, Sabiniana 144, 989. — silvestris 1155, Taeda 1150. — vulgaris 1155. Pipe, Ungt. antihyperostoseue Piper 993, Germanie. 994, — lactum 502, methysticum. OsO. — reticulatuin 503. Piperiu 993, Best. 993. riperinsiinve 00 1. Piperonylsauro 369. Piscidia Carthaglneftsis s3S. — Erythrina 838, Pisoni, t'afFee-Surrogat 318. Pistaeia Lentiseus 710, vera 710. — Terebinthus 1153. riisiiiaft, l'ulv. antibtchlcus 777. Pitscheri, Titurin. Pitury 109, Pityriasis, Liniment, thymolat — versicolor, Spirit. boric. Nou- mann 8. Ungt. es7. — Billadonnae 111. — Francisceae uniflorae 535. — Gelsemü 478, Antidote 480. — — Dosis, Wirli^r 479. — Gentianae, Tauningehalt 481. — Gossypii 494, — Helleb. nigri et viria., Untnr- schied 523. — ~ orientalis 524. — Hydrastis (Canadensis) 552. — Jaborandi 563. — Imporatoriae 570. — Ipecacuanhae 584. — — Bestandtheilo 585. — — Ceylonica 5S7. — — pulverata — Iridis 588. — Liqnirit. ammoniat. Landerer 664. — — glabrae 664. — Macropiperis 680. Radix Paeonlae peregrinao 863, — Rhei 101S, Abstammung Kl IS. — - Analyse 101«, Prüf. 104». — Sarsaparillae 108S. — Scillae 1087. — Senegae falsa 1006 — — verfälschte 1068 — Spermacoees hispidae 587. — Valerian., Verwechslung. 1200. — Zedoariae 1242. Raetz, Emaillemasse f. Eisen 159. Raul lierpillen (»72. Baude, Aq. anl psoriea 11*10 Liniment, antipsoric. naphto- lat. 742. — d. Hauethiere, Ungt. anteeze- mat. 741. Haudesalbe der Hinein, Ilnnde 125:>. R.iudewassor 7fil, (in Hunde 11110. Raffln'g Lustrine 1081 Raffinadezucker, flüssiger 1053. — gebläuter 105 I Raffinose 1061 Ragolo'schos Pulver geg. Epilepsie 1202. Ragosin « Co.. Oleona]htha 902. Ragoutpulver :!18. Ralney sches Köperchen 207. Raki mastichi 710. Ramcois's Zahnperlen 185. Ramuli Turnerae 1174. Ranque, Aq. antipsorica 11:10. Rapa 10«. Rhaphidospora 1134. Raphiodophora Vitiensis 1114 Raponticin 111. Rapskuchen 1011, ücstanilth. 10)4. — mikroskop Bild 1001. Rasirschaum. chemisoher 1081. Hataffla 1117. Ratanha, Hatanhagerbsaure 1015. Ratanhaphlobaphen, Ratanharoth 1015 Ratanhitannat 1035. Ratier, Liq. phimosinleniens 1016. Bfttionskaffee d. franz. Armee 349. Rattengift, giftfreies III. Rattenpapier 201. Raucedo s. Heiserkeit. Rauchen unter Einführung v. Ar»- neistoffen 773. Rauch »Opium 819. Rauchtabak. Erfordernisse guten 777. — mikroskop. Prüfung 781. — Verf&lschungsmaterial 780. Raupenleim ' Eausch-Antidot 1125. Reactionspapiere 262. i **"' ÄJ Register. 1313 .Brägens, Schneider'* 150. — f. ireie Minerals au ren 25, 78. Reagenspapiei 261, m. ßheum 1010. — sehr empiindiches 1238. Reblaustod 49. ■ iecveation, Erfrisch ungspastill.1150. Red Drops Kellogg ISO. Kedenbacher, Mixt, bromata 1G1. Redlinger'sche Pillen 541. Regenerationspillei 1 , Tanner 291. Regenorator, Dr. Liebaut's 1084. Regenti L'nguentum 1017. Regnanld, Morphinbest. i. Opium 829. Regne vegetal, Hanvy de Buwler 11 I' 1 . ReichelVfl Rrustpillen 072. Reichert's modiriciriie HehnerYehe Butteiprüfungsmeihode Ili7, R'ihlen, Weinbereitung 1234, Reinigungspillen, Dr. Lang's 511). Reinigungsspiritus 148. Re.inigungsthee, Jerusalemcr, Carsch 511. R'inmann's Grün 323. Reis, geölter 843. Reisetinte, Heisetintenpulver 958. Reiskorn, Reismehl 841, S42. Reispapier, chinesisches 201. ReispuWer 841. Reissen in d. Gliedern s. Neuralgien. Reisstärke S42. 84:*. Reisstarkemehl 84:t. Reizhusten, Hustenpastillen 277, Syrup. anterethie. Bonchardat 837, siehe auch unter Husten. Relief, Chamberlain's, Plagg's 189. Remedium antidiphtherit. Mereier 1149. — antiöotic. styptic. 471. Remigia ferruginea 269. Rennard, Salicylwatte 59. ReparatGUT ä baso de quinquina, Cruoq 268. Resina Draconis, echt* Sorten 403. — Guajaci 509, Wirkung 510. — Gutti depurata 518. — Jalapae 508. — Intruicisiea 367. -- Look 367. — Pini Cembrao 989. — Pini rceejis 991. — Podophylli 1023, Anwe.nd. 1021. — Bcamttioniao alba 1086, - Seoalis cornnti 462. - Vateviae 1 adl) a> - Xanthorrhoeae 401, (157. Rosine miölleuse 657 Resinoi&eum fjelsemii 480. h'^-nlvirseife, Picbler's 1ÖSI. Uesorcin, Reeoreina 1035. Abkömmlinge 1038. q. Harnstoff M77. Resoreiniai bstofl'c 963. 1038. Resorcinga/.e 1037. Reioroin-Heilaalbe 1038. Kesorcinlösungen z. Verbandstoffen 1037. Resorciuschwarz 071. Kusorcinspray, ftesorcinwatte 1017. li- orcin-Wundessenz Kits lt. .titutionslluid, Siraon's 77. Retinol 902. 990, Retinyl '.Mio. Retonohirftrulsfl 1085, Retalaffi Krautermehl ist. Routeru Steeg, Polarisationsappaiat 1050. Reveil, Mixt, amethyeta 3.1'.» Reynaud, Pyronome 757. Reynold, Gichtmitte.l 363. Reynoso, Mineral-Nährmittel 429i ß uabarberpapier 1040, Rhabarberpillen, Blurae's 10-11. RbabarberWurzel I03S, Analyse 1030, Prüfung 1040. Javanische 1039. Rh achtes, Pil, phoenigmicafl 433. Syrup. Jugland. comp. b90. r, Pharm Praxi Öuppl. Rhamnetin 067. Rhainnoxanthin 451. Rhamnoxanthinsaure 451. Rhanmus eolubrinus 680. — infectoria, tinetoria 967. Rhophidospora Vitiensis 1134. Rhea Americana 005. Rheinischer Fruchtkaffee, Buch- mann's 348. Rheinsäure 111. Rheotannsiiure 1039. Rheum 1038, officinale 1030. — palmatum Tangnticum 1038, Rheumatische Leiden, s. auch unter Gicht und Rheumatismus; Natr. salicyüc. 700. Rheumatismus, Glycerolat. campho- rat. 401,Pil. antirheumatieao 837. — Tinct. Formicar. comp. 450. Kheumatismusmittel, Laville's 353. Rlieuniatismussalbe, llungerford- Wedecke 16. 189. Mimimatismustropfen, Arndt 838. Kheumpapier 1040. Rliitrolen 921, 923. Rhinantin i. Brote 886. Rhinantogenin 886, im Brote 880. Rliinantus hirsutus 886, Rbinole, Wiedemann's 102. Rhizoma Caladii seguini 180. - Filicia 445, Aschengeh. 145. — — Extractmenge 445. ..... — Anwendung Uli. — Graminis 50. — Imperatoriae 570. — Iridi — Smilacis Chinas 1084. — Yeratri, Alkaloide 1207. Zedoariae 1242, luteum 1212. — Zingiberis 1256. Rhizopogon luteolus, rubescens 1173. RUizopnd nigricans 801. Rhodallin 1107. Rhodan im Harn, Nachweis 1194, Rhodanammonlnm 621. Rhodankalium 621. Rhode, Ki^ver and &gue-Cure 428, Hb (dein 072. Rhodeinreaktion, Jaequemtn's 95. Khodorrhi/.a Bcoparla HUT. Rhoeadin 895. Rhus 1170, silvestris 235. Toxicodeudvon,Aut.idot50S.1170 rernteifera 235. Ribes 1041. Rieh's Hair Restore.r 705. Richard'* bleifreie Glasur 1021. Heilpflasti r 144. Richärdson, Liq, Natri aethylati 745. OsonS fcher 555. Riehardsonia, emetlca, soabra 585, Richter,Frnhaufs Rostflecks 20. Glycerina jodato-caust, 582. Gutta« anthidrotloae 19, Pil, anticardialgic. 155. Pil, haemostaticae 466. Ricinus 1041. Ricinus51 bequem annehmen IÖ42. Karsgehalt 1011. in Copairabalsam 133. Rh ord, Llq. Tartratis ferrii IM. Mixtura depurativa 517. Pasta eaust. mercurial. 5l!t. Pil, llydrarg.juda.ti virid. 546, Syrup. Hydrargyro-Kalii jodati 5 is. Üngt Plnmbi jodati comp, '"M-. Ridge's Kindermohl 892. Ri< cke, üngt diaphoretic Rieffer, Morphinbest. i. Opium Riemann's AlHolith 092, Riesenfeld, Jodine S48. , lVpUkuso 912. 829 Riley, Kesselsteinmittel 1032. Rilliet et Barthez, Mixt. antisu:i 380. Ithulerblut, eingedicktes 1005. Kinderblutextract 1065. Rindertalgpomaden 1094. Rinmann's Grün 00;!. Rippentahak, Prüfung 783. RissbeTger, Mundwasser 75. lies Pflaster 1132. Ritsch, Bierstein 256. Kitthausen, Milchanalyse 641. Ririere'a Sei 4 1;. Rix Wwe., Original-Pasta-Pompadour 230. Rixdorfer doutsehe med. Buchhandlung, Trunksuehtsmittel ls',. Robandi'a Sprengpnlver 604. Ruliorirendes Pulver, Simon 269. Roccella 971. l'ruticosa, fusiformis 970. Roeellsaure 970. Rochard et Boutigny, Pil. mercurial. 547. Roe, Tinct. Jodoform, comp. 578. Rödtger, llarzbest. in fett. Gelen sii'p. Röhren, biegsame 405. Roggen fruchte, geröstete,mikrosko|i. Bild 1001. nkaH'ee 336. ukleie, Aschenbestandtheilo 879. Ri-ggenmehl, Nachw. 87, Reakt SM'. int Weizenmehl sso, Asche 870, iiinehlextraet, gemalztes 007. Roggen 3 >4. Rol anilin 952 Rol de, liiq. inj.M't. excitans 7. Rohr'sche Hausessenz 500. Rohrzucker 1052, Loslichkeil 10 Prüfung auf Glykose 1053, insky, Liq, Chlorali hydrati fort. 298. Rolland, ßassig. Feuerlöschmittel 1 in. Rol.er's Pulver 105. Romberg, Üngt antihydropic. 545. Rommel, Pyro-Extinctur 188. Rosa 1043. Rosanaphtbylamin 741. Rosanilin 967. 982, Constitution! Lgsaures 052. — Nachweis i. Weine 1220. in der Wurst 215. reines 072. salpeter^aures ffeinfarbnng 1220. Rosanilinaeetat 052. Rosanilinhydrochlorid 052. Rosanilinnitrat 952. Rosanilinpapier 955. Rosanilinnm acetic. 952, muriatic nitric. 052,subhydrochlor"n Rose, Liniment, jodo-carbolic. ■ Liniment, stypticum 636. Kose oi! 1048. 1208. Rosein 962. RosenblattgeraniumSl 1048. 1208. Rosenblumenblatter 1043. Glykosegehalt l' 1 !'- künstlicl geerbte 1043. ro ther Farbstofl 1043. Rosenholz 1049. Rosenmilchextract 1018. l- enöl 1043, Algerisches 208. Stearoptengehalt 1011. Oew. L043. Bo envaseline 002. Roshe oil 120s. motor 1247. Rosmarintlatter, (»elgeh. 1040. RosmarinÖl, Löslichkeit 1049. Rein. irinus 1049. t, Vasrlinae e. Parafl 001. ire osO. 1004. bedingte Schädlichkeit 077. — Nachweis i. Weine 1221. 83 1314 Register Rosolsäure Nachweis i. Weine neb. Fuchsin 1222. — Zusatz z. Weine 1220. Rossen der Stuten, Mittel ausGross- Strelitz 584. — — Pulv. untihippomanicus .">02. Ro^sigrlampfer 582 Ro>taing de Rostagne, Zabnkitt. Zahnplombe 1253. Rost-Ansatz. Schutzmittel 419. Rosten des Eisens 418. Rostflecke 954, Beseitige, aus Weisszeug 1129. — mittelst Oxalsäure zu entfernen 28. Rostfleckenpulver 607. Rostfleckzerstö rer, Frühauf-Richter ■l'.\. Rosthernia 131. Roth, Pariser 1021. Eothbackenglobülen 433. Rothe-Backenbrötchen 312. Rothe, Liniment, anterysipelatic. 1158. — Liniment, jodo-carbol. 582. — Liq. jodocarbolicus 14. Sabadilla 1052. Sabadillin 1052. 1205. Sabadillinhydrat 1052. Sabadillsamen, Bestandtbeile 10.".'2. — Best, des Alkaloidgehalts 1052. Sabal's Haemorrhoidensalbe 579. Sabatrin 1052. Sabattia corymbosa 229. Saccharated Pepsine 909. Saccharimeter, Ilalling's 240. Saccharin 1056.1062. Saccbarinsäuro 1002. Saccharitae tamarindinati lenientes 1150. Saccharites, Zuckerpräparat. Saccharola Chinini Rozsnyay 275. Saccharomyces apiculatus 702. 1224. — cerevisiae 241. 701. 1223. — conglomeratus 702. — ellipsoides 1224. — exiguus 242. 122.!. — Pastorianus '212. 1223. — Reesii 702. 1224. Saccharose 699, mit Alkali 1055. Saccharum 1052, amylaceum 1055. — cherettinat. s. chiratir.at. 294. — Lactis 1054. — salicylatum 41. Sacchet ä 1'he.liotrope, Piesse 588 — resolutif Camboulives 620. Sacculmin, Sacculminsäure 1062. Sacculus joduratus Breslau 620. — resolutiTus 620. Sacerdote, Mixt, anticholerica 626. Sachsenroeder u. Gottfried, flüssig. Kaffinadezucker 1053. Sachsse, Quecksilborlosung 105H. Sächsisch Grün 323. Sägespäne, Verwendung 262. Säuferwahnsinn, Ammonium chlorat 76. S. auch Delirium tremens. Säure sclerotinische, sclcrotischc457. Säureflecke 954. Säuregofässe, Kitt 229. Säuren im Bier, Best. 249. Safran 374, chemischor 375. — Farbekraft 377, Prfg. 375. — Verfälschungen 374. Safranbronze 766. Safranin 952. 973. 981. 982. Safransurrogat 375. Saften, Safrol 1085. Sagena boricata 8, caragenata 194. — phenolo-boricata 8. Sago mit Armenischem Bolus 91. Sahne 62U. Rothe, Mixt, anlicliarrh. Infant. 15. Rothe u.Co., Chines. Haarfärbemittel 31. 115. Rother, Morphinbest. i. Opium 830 Rothfeuer mit Schellack 600. Rothholzpigment 1218. Rothine 980. Rothkohlpigment 1218. Rothlauf s. Erysipelas. Rothlaufgift, Haugk's 1126. Rottmann, Petersburger Elixir 1172. Rothrübenpigment 1221. Rothwein, Erkennung d. Farbe 1214. — mit Fuchsin gefärbter 979. Rothwein n. Ammoniumvanadat 956. Rottwitt, Deutsche Blutreinigungs- pillen 443. Rouge vegetal 689. Rouhamon Gujanensis 391. Rousseau's Diagometer 814. Routh, Chlorphosphide of arsenic.919. Rowland's Heil bitterer 1064. Roworth's digestive lozenges 1150. Roznauer Moospflanzenzeltchen 195 Rozsnyay, nicht bittere Chininpräparate 275. s. Saint-Alban'er Wasser, Ersatz 411. Saint-Barthelemy's Fieber-Liniment 1160. Saint-Marie, Pil. Hydrarg. nitr. Oxydul. 549. Saint-Plancat, Morphinbest. i. Opium 830. Sal airarum martiat. 691. — Carolinumfactit.Ph. Germ. 1264. — Monseli 440. — refrigeratorium Finzelberg 743. — thermar. Carolinens. factit. 763. Haladiukaffee 334. Salbe d. Tapezirers Müller 1050. — Schlumborger's 511. Salbeiöl 1064. Salbcnmull, Salbenmulle 49S, 1091. Salbenstifte 1143. Salicin 1064. Salicylate, TJebergang i. d. Milch 632. Salicyldschute 500. Salicyl-Fussschweisspulver 41. Salicylgaze 39, Bruns 39. Salicyliren der Gewebe 500. Salicylismus 39. Salicyljute 500, Bruns 39. Salieyl-Läusesalbe 42. Salicylsäure 31, Anwendung 35. — als Antaphrodisiacum 38. als Antipyretic. Antisept. 36. — als Antinymoticum 35. als Arzneimittel 38. delatere Wirkung 36. aialysirte 32, 33. r. r. Worms Katertropfen 77. Schönbein Vi Reagens auf Kupfer 382. Schonen der Weine 1211. Schönheitskörner, Penelle's 433. Schönheitsmilch der Königin 149. Schönheitspasta, oriental ,Müll er 2 16 Schönheitswasser Ml. Schöpfer, Sauerkalk 183. 755. — Scheu-fu 121. Scholz, Mixt, antipruritica 181. Schott, Gyps-Cement 182. Schottenzucker 1054. Schrader. elect Zahnhalsbänder 1119. Schreiber, Kräuterrheuraatismusli- queur 1152. Schreyer u. Cp., Zahnpillen 1004. Schrift. Tilgung 900. Schriftziige, Auffrischung verblasster 960. Schröder's Alpenkräuter 1097. v. Schrötter Aqua ad coryzam 541. Schrumpf nieron kranke, Eiweiss im Harne 1181. Schucharth, Pulvis causticus 550. Schütz, Li«, bahalat. bromat. 161. Schul-u Wandtafellack 657. Schutzmittel geg. Sypbylis.Kioners I , ScliutzpulvergegPetrnllampenexplo- sion, Behne's 936. Schutz taffent, oiledsilkprotectivoöOII i !■<■ (Blatta) 155. Schwache d. Geistes u. Körper- (Adynamial, Trocliisci roboi. 277. Pil. phoenigmic. 433. Schwalbenwurzel 1208. Schwammtod, Herrmann 22. Schwartze, Liniment, pyricanstic 1016. Schwarz, directes, Wattine-P spierre 974. •\! * 131t* liegistur. Schwarzblutleiden 1069. Schwärs« Broncirflüssigkeit auf Messing 584, — Holzbeize 522 603. — Kreide 071 — Schminke 106. — Tusche 196. Schwarzfärbung d. Holzen 974. Schwarzknabengummi 657. Schwarzkuchen 1034, Schwarzkümmel, Moskauer 785. Schwarzsenfpulver, concent. 1100 Schwarzstifte '' ,o Schwedische Streichzündhölzchen, Araengeh, 601. 042. — Zündhölzer, arsengeh 601.042. Schwedischer Bitterthee, Backer's 1020 — Blutreinigungsthee 1082. — Kaffee 140. Thee 451. Schwefel I147,Best d Arsengeh 1117. — Beet i. Harne 1195. — Best. i. Pyriten n. Gröger 1148. — Best i. Schwefelkiesen n. Frese nius 114^ — Gewinnung auf Sicilien 1117. — m. Chlorkalk 103 — Bfodificationen 1147. — Nachweis i Kiesen, Kohlen etc 1117. — Nachweis i. organisch. Körpern 1147. — Nachweis 1. organ. Verbind neb, Stickstoff u. Halogen 11 IS — Oxydation den Brom I Ib — Verhalten geg. Wasser 1147. Schwefelantimonz. Färben, Ersatz 166 Schwefelantimone 1112. Schwel'elblau^aure 621. Schwefelblumen, Wirkg auf Oidium Tuckeri 1148. Schwefelcadmium 179 Scli wefolcalcium 18s. Schwefelcyamillyl 102. Schwefelcyankalium 621. Schwefelkohlenstoff los — in ath, Oelen 7')'. — i. äth. Senfole 1 01. — mit Kalihydral Schwefelkühlenstofriampo 198 Schwefelkohlenstoffsaures Kalium 200. Schwefeln d. Hopfens 078. — der Weine 1211 Schwefelnatriumlösuag Dar t 1244. Schwefelphosphor, flii i iger 0 19 Schwefelplatine, chera Verhalt.1009 Schwefelquecksilber 551, Zersetzbar keit 551 Schwefelsäure 47. anliy.lns.be 17. — Best, der Stickst off verbind. 17. Dosarsenication 48. — freie, i. Biere, Nachweis 251. — i. Harne, Nachweis 1195, — l. Weine. Normalgehalt 1220. — krystallisirte 17. — quant. volumetr. Best. n.Jean 18. — rauchende 17. — Siedepunktf z Dftsinfection 19 Schwoig-Rohr 180, Schweinefett 50 Schweine-Pankreas 867. Schweinepulver, Swoboda's 11 vi Schweiss, profus., Syrup. Aluminae acet. 75. Schweisse, hectische, Gutt. anthidrot. Richter 49. Sehweiss-Hände, Aq. Batanea 1254. Schweiss-Füsse, Einstreupulver 41 Schweissputver f. Eisen u. Stabil;]."). — f. Schmiedeisen 615 — f. Stahl 615, Kohler's 015. Schweizer Absinthe 1. Kirschwasser, Kupfernen 217 — Kräuteröl 815. — Pillen, Brand's 1172. Seife 1075, Wunderbalsam 102* Schwermetallseifen 1071. Schwindsucht, Balsam pectorale 1158. S. auch Phthisis — Glycerina kreosot. dul. i 626 Schwindsuchtsmittel, Ma.v Sberar's 1170. Scilla, Scillain, Scillin 1087. Scillipicrin, Scillitin, Scillitoxin 1087. Sclererythrin, Seierokrystallin 456. Scleroderma verrueos. vulgare 117:1. Sclerojodin456, Scleromucin455,402 Sclerotinische Saure 457. Sclerotinsanre 455, Anwend. 401. Sclerotische Säure 457. Scleroxanthin 456 Scorbut. Zahnfleisch, Aq. gingival. 710 Scorodonia silvestris 241. Scrophulose GeschwüUte^Geschwflre Empl. jod 11 o opia I chwüre, Üngt. ad apostema 550. — Lichtscheu, Ungt. photophobo- phthalm 6 Scrophulo^s Llnct, Khei aromat. Tode 1011. — Mixt, antiscrophulosa ' — Ol. Joe. A^. jodoforrniat 57s — Spec. antKerophnios. 589. Syrup. Jugl nid. comp. 590. — Troehisci jodomercurial i 546 Scymnus boreaHs 122. Sealy's Kitt 45. Sehum 1088 — Bassiae Africanum -127. — henzoinal um 1095 — hovinum li ltr.it ini Hiss carbolisatum l 18 Hielt k lo (5 — Sebum Chaulmoograe 520. — ovillum filtrat. 1088. Seeale cornut 453, rectf 462. — — sai i ha ratum 166 wirksame Bestandtheile 154 Secalina ■!'>.! Sedanschwarz 521 3. dative Pills, Gunther's 111 Stuhlgang Sedlitz Chanteauo deshydrate e1 el ferves. ent 607 Seekrankheit, Collodiuingurt I — Pulvis hypnotlcua 610 Seetang-Hausen bla-f 569 .i i Aqu irieu 74 I aerling los. Si ger'g «üasiir 102.» Seichert, RosnauerMoospflanzenzelt- clien 195 Seide für d. Schutzhülle (Verband) 500 — geölte 500 — neb. Wolle, Ei kennun Seidelbastsamen 994, ?eidenfaden zur Wr.ndnaht 500. Setdeunapier, gefii nlsi tei mim ■ Idl, Magenkrampfelixir 229. i ife 107'., <1 Juno 1171. dialysirte 1071 hwegt r 1075. gefüllte 1075 ni'iie englische Kall Wasi ei Wasch- Unland*« 10S1 Schweizer 107 ■ thon«:di h ilti| - K< mpe a 108? — Untersuchung 1070. Seifenextract, Hudson 4 « 1081. Seifenpulver gechlortes 1079. Seifentinktur, Nachw. u. Best, i ath. Oel. 701. Seignettesalz 606 Sei de conserve 100. de Riviere 143. — martial de Lagresie 411. Seladonit 007. Selenite perfectionee 001. Seile. Haarwuchssalbe 268. Kleister f. Papieretiquetts auf Metallblech 2. Spllnick , s Aleuroscop 894. Semen Acaciae scandentis 946. — Bertholletiae 591. — Bombacis 404. Carvi, Prüf, Verfälsch. 217. — Cedronis 1000. — Cembrae 989, — Chamaeleae 994. — Chaulmoograe 519. — Cinae, Best. d. Santonins >08. — Cinae, Werthhest. :108. — Coccognidii 994 — Cocculi 326, Antidot 327. i. liier. Nachwei — Curc;idis 180 Elais Ghrlneensis 011; — Erucae 1107, pulv. exoleat. 1100. — Gynocardi.ie 510. — Foeniculi 448. — Lappae minoris 1241. — Mucaenae cylindroSpermae 010. Uyristii ae 715, giftige 7 M — — Prüf. u. Beurtbeil. 735. — Nigellae, Moskauer 785. — l'istaciae 710. Paeoniae peregrinae 862, — Sabadil] , r.ost,Alkaloidg. 1052. — Simabao 1099. — Sinapis pulv. exoleat. 1100. st iphidis agriae 1129, Strychni, Alkaloidgeh. 1141. — — Antidot 1142. — — Ignatii 1142. — Xantlui (strumarii) 1241. Sendner. Liq vaporarius jod.il 581. magenstarkende Pillen 482 Mixt, antiphlogist. infant 005. — Mixt, antipneumoniti. a 561, - Mixt, antiscrophulo^a 689. — Mixt. ctr. catarrh. aestiv. 020. Pauls taenifugua 624. l'il antioatarrh antiperiod 100:1. l'il. antipolyearcic fort 15 '•. — Pil. stomachicae 482. — Spec. antiscrophulos. 589 — Syrup. antiscruphulos. 590 Seneca. Huile 920 Senega10ir>. nördliche, südliche 10 16 il Egel 525. Senegalgummi 2. ffl urzol 1095, verfals. hte [095. 3enl 1107, gelber 1107. schwaraer 1100, weisser 1107. 3enfmehl, Ünt< rsuchung 1 ins Senföl IHM. Best 1106 künstliche U0i Prfg 1103 — quant. Best. 1100. 3« hwefet kohlenstoffgeh ihm Senfpapier 1101. Senf pul ver, bi hwarzes entölt 1 100. — geruchzerstSrende Wirkg. 1100. Senfsamen. Analys*:, Untersuch. 1101. Senfkerzen, lösliche Gelatine- 171. Senna 1007, Alexaudrinische 1007. Sepium 689. Sopsin. Septicin 361. SeptoHne Serpyllum 1098 Serronia Faborandi 'O't, serronin 503. Serumalbumin 848. Serviette magique 1027, 1082, Sesainkuchen, Befftandth. 1034. Register 1,317 Besam öl, Ostind , Erkenn, i. Olivenöl 813. Bevzik, Oblaten-VerschlussapparatOI Seydel, Atraroin 961. Shaker-Extract, Elnain & Co. 588, 1025. — — Ersatz 588. Shand, Compound Chinese tablet of alabaster 182. Sheabaum 327, Sheabutter 327, los-). Sherar'fl Mittel geg. Schwindsucht, Astbma, etc. 1170. Shirting 108, Siamesischer Kitt 13. Sicherheitsgas 925, Sicherbeitspapier 261. Siddeley.EiserseugungsraascMne 10 1. Sioburger's Kitt 1023. - I Siemens' elect. Ozonisator MIO. Siggelkow's Haarherstollungs] rap L234. Sigmond's condens. Ziegenmilch 628 v. Sigmund, Aether mercurial. >l i — Collod. corrosiv, merourialeöl i — Liq. tannieus jodat. 52. — Pil. eorrigentes 510. — Supposit. ctr. bradysuriam 562, — Ungt. mercur. alb. fortif 54 i. Signallicht 002. Signirtinte, Beringt 958. Silber 112, selenbaltig 112. Silborähnliche Legirung Parke's 181, Silberflecke, Entfernung 954 auf Geweben, Tilgung 1 1 1. Silbornitrat. LftsHohk. Schmelzpunkt 113. Bilberoxyd, salpetersaures 113, — — Löslich* II J, Prfg. 114. — — Schmelzpunkt L13 Silberschwamm zu Zahnplombeo 112 Silicate 44, Best (I Alkalien 11 Siliqna Libidibi 468 Silk protektive 500, Simaba 1099, Oedron 1099 — ferruglnea, YTaldivia 1099, Simabasamen 1099. Simon's Atropin 120. — Blister essence 194. — Pepsin 911. — Pil. antarthriticae 711 — Eestitutionsfluid 77 — roborirendes Pulver 269; Simondo, OL Jec. As. coffeat, 123. Simonide 1255. Sinaibin, Sinalbinsenfdl 1107, i] In, saures schwefelsaures 1107. Sinapis 1 100, juncea, nigra 1102 Sinelair's cold- water- soap 1080, Singer's dement 16. 991, Indigo artificiel Sinigrin 1107. Sinistrin 1062. 108«. ßintenis-Mocca-Sacca-Kaffee I i I Siphons 108. Sirop antirhachitigue do Vanin- 821 — au Copabu 135. — d'arseniate de fer 116. — d'Homs 732. — d'iodbydrargyrate d'iod. d< tass 548 — de brou de noix ferrug, Golliez 590 — de Cassis 1041. — de Conicine Öuilliermond H■("■ — de goudron de NorwÄge 1009 — de Larose I (0 430 — depuratoire de Larose 821, — du bOU S.inuniain 7 12. — du Dr. Vanier et IMipuv 621 — reparateur, Krombaob 418. Sium angustifolium 1201. — latifol., longifol. 1201. Skarpbe 524. Skrofeln, Pilulae phoenigmicai ! — vergl. Scrophulosis. Smalte 324, Smilacin 1084 Smilax aspera 1084, China 1083, Smith. TIair Bestoror 40 — and llibbon, Jodblister 54S. U. mil Soap electric 1081. — Sinelair's eold-water- 1080. Sobemhelm, Pil. antirheumat. * ; ~. Sotaloin 70. Socquet u. Bonjean, Pil. litbolyt. 749 Soda, liest, d. Natriumsulfats 750. — Darstellung 750. — — mittelstTrimethylaniinsTM) — — nach Solvay 750. — Prfg. auf Sulfit- u. Hyposulfit- gehalt 7.j0. Sodalauge d, Wäscherinnen 711 lintschwefelung n. Sehern ci- K&stner 750. Soda-Limonade 754. Sodamixtur 753, Sodbrennen i. q_. Pyrosis. Sodbrennen, Pil. peptic. II i Liq. stomallc.753, Pulv. ant- aeidus \\k- Soja Mspida, Soja-Kaffee 349 Solant (geg. Kesselstein) 755. Solari, Empl, Ghloralo conspi Solaröl 003, spec. Gew. 926. Solidago odora, retrorsa 1165. Soltmann's Eisenpyrophosphat- waseer 437. Solutio Aoidi arsenicosi, therap. An wendg. 115. — antidiphtheritica Giemen arsenicalia Fowleri 116. — Kalassei 1071 Phenol ophtaleini 1268 — Succi Liqirit. conc. Ph Bor. 672. Solution Coirre" 18 1 Solvay's Ammoniaksodaver fahren 750. Sommerbier, Bestandth. 241. 3ommerbutter 164. Sommersprossenwasser 506. Sombrero-Guano 512 Sonnenkraut, Sonnenthau 404, Soolmutterlauge, TheodorshalPsche 809 Soor, Liq. inbal.it. bromat. 161, Sophora anticholerica, spei iosa ; '" tlnctoria 110, tomentosa 191 SorePscher Zahnkitt 1251. Soubeiran, Liniment, praeserrat 61 I, Souohong 1160 Soulan's Flasohenverschluss 991. Southern Senega 1096. Soxhiet, Essentia seripara 909 Fettbest, der Milch 642. l ibeasen« 909, Labflassigkeil 837, Spaa'er Wasser, Ersatz 444. Spanisch-Fliegenpflaster 193 Spanisch Schwarz 974, Spanische Fliege 191. — Klosteressenz I 19 Spanischer Pfeffer 193, Spat, Ungt. antihyperostoseum 548, Spatsalbe, rothe 548, Spartein ho Hieve 239. 3 partium scopariuro 239. Species antiphydropic. Frerichs 722. — antiscropnul. Sendner 589, — aromaticae Ph. Germ. 1201. -■- diuret. saltnae 607. Frangulae cort. 451. — laxantes Ph. Germ. 1264. — • St Germaio 1007. — Lignornm Ph, Germ. 1265. — nervinaeHeim 722. — pectorales Ph, Germ. 1265. — pnrgantes Ph. paup, 7''■ — purgativ. Ph. paup, Berol 766 Specfflque antigoutteux de Beynold 35 t. Speichel s. SaHvatio Speikwurzel 724. Speisefett, pankreaiHrtes S71. Speiseöle feite. KlärungSOO. ,,i in,;. Benrtheilg 1107 Speisosenfmehl, Untersuchung 1108. Spence-Metall 438. 1148. Spermacoce hispida 587. Spermatozoiden, Erk. i. Harn 1190 Sphaerococcus corneus 195. Spilanthes 1110. Spiller, Krk. d.KohlentheerfarbenOM Spirit of Chloroform Ph. Brit. 301. SpiritW 1110, ad mammas 471. — aethoreus, InjectionsdosK 575. mtipsoric. (Catharinenhosp z Stuttgart) 1144. — antipyreticus Debout 1159. — benzolatus depurat. 148. — boricus Neumann 8. — Cerasor. 237, Kupfergeh. 217. Chloroformii 301. — Coniferarum novus 1159. — Formicarum 449, comp. 410. 450. — - Ph. Term. 1265. — — Säuregebalt 449. — formicicus 150. Gnajaci, guajacinus 510. — Melissae comp. Pb. Germ. 1265. Menthae pip. Ph. Germ. 1265. — mentholatus 722. Meutholi comp. 722. — morpionieidus 545. — Sacchari 1118. — saponatus Ph. Germ. 1265. — Saponis Kaiini Ph. Austr. 1080. Sinapis Ph. Perm 1265. — thelorrhosticns 171. Vini 1110. — — Cognacensis,Pb.Germ.1265. — — oll., Injectionsdosis 576. — — Gallici, Nitrobenzolgeh. 1120. Spirochaeta Obermeieri 1069. Spirochaeten 1069. Spiroptera obtusa 211. Spireäure 31. Spitaklette 1241. Spitzwegerich-Brustbonbons 1063. Spounger u. Sons, Milchersatz für Kalber 638. SprengePs Krautersaft 672. Sprenggelatine 356. 477. Sprengkohle 1171. Sprengpulver, Brain's 193 600, llafenegtrer's 600, Nobel's 493. Poch's 605, Robandi's 604. — WattlenV 605 Spritze \ eii Pravats, Luer, Leiter 57 i Squire, Ungt. AeidichrysopbaniciUl. St aar, grüner (Glaukom-Anfall) 949 Stachelfruchtkörner 519. Stählung, Hortung eiserner Werkzeuge 420 starke, löslich« 699 — natürlicher Säuregehalt 1055. — Ueberführung in Zucker ! [lani 93 94. Preise 93, Klotten's 01. Starkegl.inz-Stiirkemebl 81. Starkemehl, Best i. d Fleischwurst 214. — Best. i. Getreidemebl 83. — jodiiies 07. Spaltungsprodukte ^2. Stärkende Mittel, Rucker 291. St irkendes C*xirsalB 691, te für d. Haus 93. ackei i. Bier. Be^t. 218. Rohraucker ! S1 Lrkwuclarsyrup i. Bier, Best. 248. Stärkungsbrötchen 277, 278. Stahl. Aetzwasser 419, Stahlloth 1216. Stahltropf. 120, Stahl-u. Eisentropf 424. Stammwürze 248. stannieblorid 1129. Stanniol lack fi;>s. Stannocblorid 1129, Alkaloidreagens St.mnum 1126, chloratum 1129 Staphisagria 1120, Staphisagrin 1129, 1318 Register. 3tar Butter Powder 170, Starke, Pasta Ol Rieini 1043. — Pasta Ol. Kiciui saecharata 1043. Starrkrampf s. Tetanus. Stas u. Otto, Reaktionsscbema der gift. Alkaloide u. Glykoside 67. ^tathmetometrica 1236. taub auf Strassen, Verbindg. 187. teapsin, Steapsinum 805. tearat 1073, Stearinfuchsinprobo 1221. ^tearophanin 995. steatin, Steatinum 1091. -teatinum albuni 1004. — benzoinatum 1095. — c. Oleo. cadino 1008. — c. Oleo Rusci 100S. — flavidum 1094. — opiatum 837. — piceatum Mielck 1008. — piceatum fortius Mielck 1008. — tbymolatum 1169. eratrinatuto Mielck 1207. — Zinci bromatum Bell 1253. iiapfelblätter, Alkaloidgeh 1133. Steeg u Reuter Polarisationsappavat 1059. Stein, Lydiscber 131. Stein, Horphinbest. i. Opium 831. Stein- u. Griessbildung 1230, Extr. Imperat. 570, Pil. e Lith, brom.it 674. Steinbübler Gelb 974. ner*i Vermin Killer 940. Steingrfin 967, Steinbirse 1105. Steinkitt 477. Steinkohle, Schwefeltest. 105. Stoinkohlenbenzin 114, PrÜfg. 111. — Fettfleckenvertilger 145. Steinkoblcnruss, Arsengeh. 195, ■iliohlentbeer, Bestandth, 1001. Steinkohlentheerkampfer 741. Steinkoblentbeeröl, leichtes 114. Steinkohlentheerseife,Demoaux\sche 100r.. Steinkrankheit 1230 Steinnfisse, Brasilianische 591. Stempel elastische 475. Stempel, Frostschutzpomade 58. Stempelfarbe 974, 975, m. Atramin 904. stempiglienfarbe 975. Stephanskörner, Best,i.ndth. 1129. Sterling, Ambrosia 1017. Stern, Liq. Hydrarg bichlorat. <'. Natrio chlorato 54 1. Stern ihren 600, Steroxylin 40. tmetall 383. Stibinm 1131, chloratum 1131. — — als Alkaloidreagens 64 — oxydatum 1 1 ;i — sulfuratum 1132. — — aurant. Pfg. a. Arsen 1132. TS';, Stickoxydulgas 78. Stickoxydulwasser 78. Stickstoff 786, Best. l. Cer< alicn 83. Stickstoll'gas 786. — Nachweis 787. toft'gehalt d. Harns, Best. 1196, -Hack 657. Stiefelwichse 975, Englische wasser- dichte 195. Stifte 1111. Stigmata Maydis 712. Stiuingia sebifera 1078. Htipii.es i'rancisceae uniflorae 535. — Grindeliae »08 Stock, AntikesselsteinmittellO I Stockflecke i. Papier, Beseitig. 308, Stockschnupfen, Pulvis topicus jodatum 583,Pulv. errh. stypt. 52 — conf Katarrh. Stoeder. Anathorin-Mundwasser 611. stollbfulensaTbo ffir Pferde 518. Stollforth, Nitro-Phosphoric Quan 185.' Stomacace s. Mundfäule. Stomachicum, O. Beer 1. Stomatitis mcrcurialis, Behandl. m. Holztheer 1005 Stoppelbutter 164. Storax 111;, Bestand«!. 1144. — Reinigung 1143. Storkow'er Magensalz-Verdauungspulver l 07 Stragalkaffee 349. Stramonium 11!'.. Stramoniumkraut, Alkaloidgeh. 11 Vi. Strang, Lungenschwindsuchtsmittel 57. Strassenstaub, Verhinderung 187. Stvauss, Sampson's ü'oeaprüp. 325. Streiehzündhölzehen. Schwedische, Arsengell. 001, 942. Streublau :<21. Stricknadelprobe auf Milch 630. Striegelstaub 221. Strobili Lupuli 077, Schwefel 078. Strohbutter 101. Strobmeyer, Mixt, antirbeumat. 620. strongylus commutat., filaria 210. Strophantin 39!. Strophantus hispidus, Kombi 395; Strychnin, Antidote 11)8, sp. Gew. 1135. — chemisches Verhalten 1135. — Nachweis i. Cadavern 1137. —salpetersaures 1140 — schwefelsaures 11 ;'». — Trennung vom Chinin 1138. — Uehergang i. d. Harn 1182. Stryehninferrilactat 431, 1139. Strychninglolnilen 1110. Strychninnitrat 1140. :-trychninreaktionen 1135. Strychninsulfat L189. Strychninum 11 15, ferrilacticum 1139, — nitric. 1140, sacch. 11 ID. — — Injectionsdosis 575. sulfuricum 11 19. . II rychninwelzen 1139. Strycbnos 1111, Cabalonga 391, 1142. — Castelnaea, Castelnaeana 301. — Castelnauana, cogens 391. — Crevauxii 391, Gautheriana 1142. — Gubleri. Gujanensis 391. Melinoniana, rnbiginoxi 301. — Schomburgkii, toxifera 391. — triplinervia, Yapurensis 391. Strychnosfluidextract 1141. Strychnossamen, Alkaloidgeh. 1111. Antidot 1142. Strycbnostinktur, Anwend. 1112. stuckenfirniss, anhydrischer 1001., Stutz. Mixt, kalina 596. Stuhlgang barter, Aq Vitae glyce- rinata 101. — träger, Mixt, oleos. anticatarrh. 815. Stublverstopfung. Mixt, digost. Nie- wodniczau ki 1 ' Stuhlzwang, Supposit. ctr. bradysur. 502. Stuppfett 003. Sturzenegger, Asthmasalbe 57. Stutenmilch 628. 1. d. Proteinstoffe SSO. Styli Jodoformil desinfect UM — medicinales I 1 1',. —• ophthalmici camphorati 1143. — — c Hydrarg. oxyd. 1143. — — C Zinco et Hydrarg. o>;yd. IM.;. Styptic Balsam, WarrenV 1100. Styracin, Styracinum 1144, Styrax IM ', liquldue 1143, — — Bestandtheile 1141. — — depuratut, 11M. Styrocamphen, Styrol 1111. Styrolen 1004, Slyron IUI. Styrylalcohol Uli Subcutane Inject. 572, Dosei tab.574. Sublimat-Collodium 543. Sublimate aus Alkaloiden 66. SubsuU'as forricus 440. Succinum 1145, Bernsteinsäuregeb, 1145. — Löslichkeit, Schwefelgeh. 1145, — spec. Gew., Unterschied von Copal 1145. Succirubrarinde 261. Succus Caladii seguini rec. 180. — Caricae Papayae 200. — Carnis expressus 202. — Citri. Darst. u. Conservirung 318. — Citri depuratus, Fleis^her's 310. — Citri, Saturationstabelle 31Ö — Liquirit. crud. Werthbest. 666 — — depuratus 007. — — dep. Ph. Germ. 1265. — Massarandubae 517. — Oxycocci inspiss. 1200. — Papayae 200. Sudankaflee 349 Sudans: ral-Kopale 300. Siilzer Mutterlaugensalz 609. Süss-Chinin, 273, rohes 273. Süssbolz 004, ammoniirtes 664. Sussholzfluidextraet 008. Siis^kümmelwasser 210. Süverns Desinfectionsrlüssigkeit 1007. Sulf.is Ferri et Chinini 430. — ferrico-kalicus 441. — ferroso-mugnesicus 601. Sulfate, alkalimetr. Best. 1240. - im Wasser, Best. 100. — volumetr. Best. n.Houzeau 1210. Sulfid-Metall-Composition 438. Sul i' iH'nzazodimethylamin 1237. Sulfobenzolazodimethylamin 070. Sulfocarbonate alkalische. Best. 100. Sulfocarbonsaures Kali 200. Sulfocyanakrinyl 1 107. Sulfosaccbarinsäure 1062. Sullur 1M7, depur. Ph. (lernt. 1205. srger, Flusstinctur 71. Summitates Grindeliae 508. Sumpfhewohner, Pillen f. 433. Sumpfporst 862, Sundelin, Aq. antephelidica 596. — Pil. antileucorrhoic. 434. Suporior Lily White 183. Superphosphate 184. Suppenbrot 872. Suppen- u. Saucenfarbe 1003. Suppositoria ctr. bradisuryam, v. Sigmund 562. — c. Chloralo hydrato 298. — mercurialia Ph, l'.rit. 535 — — morphinata 5 15. fforphini Ph. Brit. 732. — — hydrochlorici 732. Secal. corn. Ulimann 466. — vaginal, c. Chloralo hydr. 298, Surinam (Aq. vit.) 1029. Surinamisches Quassienholz 1028. Susan 5sh. Sus^ylunmrinde 587. Sussyrinde 587, Svelin. Polt 153 Swan u Procter,Opium rectificatuin 817. Sweet Quinino 273. Swoboda's Schweinepulver 1133. Symons, Liniment. Terebinth. acet. 1158. Sympathetische Tinten, 322. 958. 985 — — Erkenng. 985. Sympatliio-Pulver, Digby's 443. Synanthrose 87. 1062. Synchytrium Mischorianum 207. Syntonin 912. Syphilis, Empl. Chloralo conspers. 207, Sirop d'iodhydrargyrafo d'iodure de potessium 548, Ungt antisyphü, 515. — constitutionelle, Troch. jodo- mercuriati 546. Register. 131 9 Sypliilis, secundar-tertiär, Mixt, de- purat. Ricord 547. — —_ Enumerationen, Glycerina jodato-caustica 582. — tertiäre, Syr. Hydrarg. bijod. jodurat. 548. Syphilis-Schutzmittel. Kienol's 43. Syphilitische Affectionen, Ungt. Jodoformü 579. — Exantheme, Ungt. mercuriale all., fortif. 545. — Exulcerationen, Glycerina jo- dato-caust. 582. — Neubildungen secundiirerNatur, Collod.c. Hydrarg. bichlorato corros. 54 I. Byrup 1059, Verschnitt m. Starke- zucker 105!». — Clerraont'scher 116. — Indischer 1059, Verschnitt 1059 — of wild cherry bark 217. Syrupus Althaeae Fh. Germ. 1265 Syrupus Aluminao acet. 75. — Amygdalarum Ph. Germ. 1265 — anterethicus Bouehardat 837, — antiphlogist. infant. 277. — antipbthisic. chlorat. Fremy491. — antipbthisic. Fremy 491 — antiphthisic.phenylat. DeBoyer 491. — antirhachitic. Vanier 590. — antiscrophuloB. Sendner 590. Arenariao 1083. Asari Canadensis 122. — Aurantii corticisPh. Germ. 1265. — — flor. Ph. Germ. 1265J — Bals. CopaiT. Puche 135. — Bals. Tolutani 140. — honi Samaritani 732. — Calcariae vieirinieae 269. — Camph. monobromat. emnlsiv. 190. — Cerasi corticis 237. Syrupus Cerasoium 236. — — Ph. Germ. 1265. — Chinae 267. — Chlorhydro-pbosphatis ferrosi 435. — CMoro-phosphatis ferrici 415. — Cinnamomi Ph. Germ. 1265. — Citri succi 320. — Codeini 329, Berthe 329. — Codeini citrati 329. — communis 1059. — Conii fruct. Guiliiermond 866. Coniini 361. — contra pertussim 277. — Eastoni 438, 1140. — Ergotinae Bonjean 466. — Ergotinae martiat. 466. — Ferri arsenicici 116. — Ferri et Calcii lactico-phosph. 438. — Ferrihypophosph.,Hardy,Wood 437. 1-Yrri Jodati 429, Ph. Germ. 1265. lern jod.it i in. Anilingrün 429. — Ferri lactico-phosphonei 435. — Ferri oxydati solubilis Ph. Germ. 1265. — Ferri phosphatis c. Chinino et Strychnino 1140. — Ferri phosphoric. c. Chinino et Strychnino 435, 438. — Ferri phosphorici oxydul. Ph. Brit. 434. — Ferri phosphorico-chlorati 435, — Ferri phosphorico-sesquichlo- rati oxydati 4 16, — Ferro-Calcar. hypophosphoros. 417. — — — phosphoric. 134. — Ferro-Chinini hypophosphorosi 437. — Ferro-Kali tart. Ph. Franco- Gall. 444. Syrupus Gaultheriae 472. — Grindeliae 508. — Hydrarg. bijod. jodurat. Boutigny-Gibert 548. — Hydrargyro-Kalii jodati Bicord 1s — jodoferratus Mialhe 445. — Ipecacuanhae Ph. Germ, t — Juglandis comp. 590. — Lactophosphat. Calcii et Ferri -138. — — ferrosi 435. — Liquiritiae 665, ex temp. 665. _ — Ph. Germ. 1266. — Mannae Ph. Germ. 1266. — Menthae Ph. Germ. 1266. — Morpbini Wunderlich 732, — Naphtalinae 741. — Papaveris Ph. Germ. 1266. — Pepsini Corvisart, Tosi 910. — Pepti, peptonatus 919. — Picis Magnes-Lahens 1008. — Pini turion. 989. — Podophyllini Briin 1025. — Podophyllotoxinae Brun 1025. — Rhamni catbart. Ph. Germ. 1266. — Rhei Ph. Germ. 1:66. — Ribium nigr. 1041. — Rubi Id. 1051, Ph. Germ. 1266. — Secal. cornuti Bonjean 466. Secal, com. ferratus 466. — Senegae Ph. Germ. 1266. — Sennae Ph. Germ. 1266. — Sennae c. Manna Ph. Germ. 12m;. — simpler Ph. Germ. 1266. — Tartari ferrati 444. — Tolutanus 140. — Vieirinae 269. — Violae caeruleus 1234. — viridis 967. — Zinci bromati 1249. — Zinci bromidati 1249. Syspasis s. Krampf. Tabelle der Dosen hypodermatischer lnjectionon 571. — der Dosen parenchymatöser Injectlonen 575. — der Lösungen d. Eieralbumine m. 15°/ 0 Feuchtigkeit 845. — der Schmelz- u. Erstarrungspunkte der Fette 1090. — der Schmelzpunkte von Mi tb ungen, d. Fettsäuren n. C'he- vreul 1092, n. Daluun 1093 — der spec. Gew. der Extraetlös ungen (Malzextracts) und Trockensubstanzgehaltes n. Hager 695. Tabacosis pulmonum 772. Tabak 770, Genustmittel 777. — — Untersuchg. u. Prfg. 779, Tabak, Asche 771, Beimischungen 778. — Nicotingehalt 771. — Vergiftung, Wirkg. 771. — vermicidische Wirkg. 773. Tabakbeize 777. Tabakrauch 772, Analyse 773. — Bestandth. 773, Untersuch. 778. Tabakrauchen, Einfluss a. Gehör 771. Tabakspfeft'er 9s7 Tabletten, comprimirte (Kali chlori- cum) 597, vis Tablettes de tartrate ferrico-potas- sique -1 1 >. Tabulae ad odontopbyiam 24. — Aethaeae 698, Caragaheen 191. _ Malti 69S. Menthae pip. 722, Taenia mediocanellata 211. — solium 211. S. Bandwurm. Taeti, elastische Kapseln 474. I Tafellack 055. Tafelreis 842, gefärbt m. Indigo8 II. I ifelsenf 110s. Ta-fung-tze 519, Wirkg. 519. i ig-Puder 689. I ftgliabue*a Petrolprfifungsapparat 932. — Pyrometer, offenes 932. Takuts 471, Talotua os9. Talg, benzoinirtes 1095. Beat. d. Feuchtigkeit 1093 — Best. d. starren Fettstoffe 1091 — filtrirter Dieterioh*a L088. — Nachw. d. Verfälschung 1093 Prüfung u. Werthliest. 1090. — vegetabilisches 327. 1 ilgsalbfl 1094 Talkstein, präparirter 689. Tamar Indien 1150. I aniarinden, Aegyptische 1150. — Verfälschung, westind II 0 1 amarindenbonbons 1151. Tamarinden-Conserve 1150. Tamarinden-Conserven, Kanoldt 1 » 1151. Tamarindenextract 1150. Tamarlndus 1 [60, Tamarisken-Gallen 471. Tamarix articulata, oriental. 47!. Tampons, medicamentöse 473. Tanacet-Gerbt-auri' 1151, Tanacetin, Tanacetum 11W. Tanacetylhydrur 1151. Tauchen, Sachet resolutif 620. Tannenzapfenöl 1156. Tanner, Regenerationspillon 291. Tannigene, Eisenwein's 31, 115, — Russ' 31, 11 '. Tanninpapier 202. Tanninschwara 974, Tanninseife loso. Tannomelana&ure 1217. Tapetenfarhen, arsenhaltige 11'-. Taracaninl56,Tarakak, schwane 155. Tarasp 765, Taraxacum 1152. Tarrant's effervescent Seltzer ape- rient 692. Tartarus stib. 1131. Injectionsdos. 576. Tartrate, Erkenng. neb. Citraten, Malaten etc. 606. Tartrifuge, Tronete n. Ducoux Taschenapotheke d. Dr. Blau 541. TattersaH's Morphinreaktion <2t> Taucher's Petroleumprnfer 934, Taumellolchmeli] 886, React. 886 Taurilsäure 1193. Tausendgüldenkraut 229. — Machweis i. Biere 255. Taveau'scher Zahnkitt 710 Tavignot, Liniment. Ophthalmie. 945. — Pil. Phosphori 946. Taxus 1152, baccata 1152. Taxusbeeren, Taxusbliitter 1153. Tazma 719. Teichmeier, Aquavit 10S.*>. Teinture Americaine pour la barbe 961. Tektrion 693. Tela bombyeina densior, amylo sub- aeta 498. — carbolico-stearata 498. 1095. — resinata 259. Tellier's, Methode der Eiserzeugnnk- 106. (20 Register, Templetonia crj italHna 516 inöl 1 166. ant*8 Pulver (06, l ennipannus emplasl ic, 1098. unguentarius lo 11. i ei b< n Terpen 7s7. I ei ebi n 1 j Ina 115t. — Cbia i I . ■ Tn fung ! ! .1 — communis 1 [ ,:( Cy] ria 1154, — de chios pistaoina 1154, — laricina Rossica 1153, Ternunalia 1032, bellerica 170. ' bebnla 169, 170. citrlna 16 i terpen 7s7. 1152. Terpi ne, Ei k, in ath Oelen 701. Wirkg auj d Kam 1105. Terpenoxydhydr a t i Terpentin, Cyprisi her 1154, i ( opaivabalsam 13 '. — Russist bei. 1153 von < bio« I l.'l Terpentinpistacie 1153, ,, i inöl 1 155. Bandwurm mittel 1156 Bleichflüssigkeit 859 1157. — Desinficiens I [57, — bei Diphtheritie 1157, — Deuti 'lies U55 einfa< h ges< hwefeltes 1158. — Engli i hea 11 6, E ranzö i 1155 n ath. Oelen 79 i Copaivabalsam 133. 1 165 I 156, ■ b ilten gegen Ilii/,e 11 »6. Wirkung auf den Harn 119 ni inöldunet, na< bthei ligei Ein 1157. 'I erpentinÖl-Emulsiori 1 1 >6 u 's Pyrolith ( 0 > 'J'- rreur, Ohi&macome 120. * acao I7n, aus, Liq Coniini ad inject. Bubcut. 366. Xe1 ranitro cell ti los« 353, Teui mim Scorodonia 241. Texas-Ratanha 1036. 'I halit i nun maetocai pum 301, ! ba il« ii 92 • 'l hal liumpapiei l ! I l ii imnidium 891, elegans 891; The «I« 1 sante 1098. — de Smyrne 1098. purgatif de * bamhord 1098 Thea 1 im. Theaterflammen 600 Thee, liest, d. Tanningehalts in l — Böhmischer 1 M 5 — Chinesisch, u Japanisch 1161. — Chinesischer, Untersuchg, 1162. El k. il. extrahirten 1102. — Färbung u. Beschwerung 1163, — Geist'scner 1008. — b.ivarirter 1 101. — Heim'fl neryenstarkender 722. — mikroskop. Prüfung 1164, — Schlumbcrger's 511. her 151. — Thein-(Coffein-)gehalt 1163. — Verfälschungen 1163. .— wassertreibender 607. Theeblumen 1160. Theo-Essenz 1165. Theegennss, Wirkung 1181. I Leesorten 1161, Aschf um enge 1161. — Extractivstoffe, Eeuchtigkeits- gehalt 1161. ,i ad 1007. r-Bleipßaster-SalbeniBuU 1095. Theercandelen 1007. impfer 1005. Theer-Drageen 1008. Tneerfarben, Kmrtheilg. d. Schädlichkeit 976. — Erk. n. Spiller 981. Theerfirnlss 1000. flecke, Entfernung 054. Theerhalsband 1007. Theerkerzen 1007. Theersalbe, Moore's 1008 Theerseife 1082, Theerum chlag 1007. Theerwasser 98, verbessertes lOOli Theewasserersatz 991, The er wein lOOS, Theobroma Cacao, leiocarpurfi 170. — pentagonum 170. — Salzmannianum 170. Theobromade, Üuval 179, I heobromin 171 1 1(1 . L itichkeit 171 qnant Beat, 176 Reaktionen 17 1 Theobromine, Dura) 179. Theodorshall. Soolmutterlauge 609 Theodorsh.il] er Soole, Mutterlaugensalz 610. 'I b olin 9S9. Thermisches Aräometer, Plnel on'a 81 l ni 07. Thevotia neriifol.97. Tlu vetin 07. Thiboumery, Morphinhe^t i. Opium 832, Thielmann, Liniment, antanthrac II »8 i hierkohle 195. Ihuvlirniss 9 't Thilo u, v. Üobren, Deutscher Natron-Kaffee 349. de Thierry'.s An, ■/,. Yvon*s< hen II trnston b< ■- 1 Meth, 1188, Tbiosinamin 1107. Thiotetrapyridin 776. Thömer's KundswuthmH tel 182 Thomson's M< fcn, d. Best, d Kohlen wasseri toffi i atfi. Oelen SOS, Thonerde, essigsaure, Balpetersaure 73, b( hwefelsaure, Pi oi n Thonerdehj Irat.Chi mie a Analy »72 Thonerdepalmitatlack 1078. I hon erde seife Kempe 10S2. Thorley. food for c ittle ' 61 l luirn'M hei Exl ra< t ..... ipparaÜ 700 Thüringer Wasserpillen 19 Tbymol. Thymolum 1098, 1166 Anwende. 1108. Darstg I16G Eigenscn., Reaktion 1107. Thymianöl, Prüfung 1168. Thymolcs/mpfer, Thymoieum 1166, Tbymol-Glycerolat, verdünnt, l 169 Thymol-Salbenmull 109 >. Thymus 1160, Serpyllum 1098. — vulgaris 1 166. Tic plllB, Earle'a 1207. I ig] in.-:i um 1170 langala 022. Tima 382. Timbo 515. I inihowurzelrinde 515. Tinctura Aloßs comp. T'h. Germ. 200. — Aloßs c. Rkeo 1041, — amara Ph. Germ. 1266 anticardialgica 818, — Apocyai and rosa emifolil 96 — — cannabini 96 — aromatica Ph. Genn. 1200 — aromatico-amara ls2. — ABari Canadensis 121. — Aspidospermatis I25. Extr. I2ö. — — aquosa 125, — Barosmae 141, — Belladonna« 1 lt. — Blattae orientalis 157. — Caladü segulni 181, — Cannab.Ind.,injectiünsdosis57ö. — Capsici 194. — Cedronis 1100. — Cbloroformiicomp.rh. Bri1 102 — Coccionellae 1208. — Colcbici 361. Colchicingeb. 351. — Conii aetherea 365. — Coto, Cotonis 370. Tinctura Cupri acetici Schacht 358 — Digitalis Ph. Germ, 1266. Droseree lo -. Fabae ' 'älab irii ae 947 — Ferri acet aetb. Pb.Germ, 1200. — — acetici renal. 120, ._ — chlorati aetb. Ph. Germ. 1200. pumata Ph. (iorm. 1207. Foj micarum comp 1 19. I «0. — formicica c< mp, Ph Germ ! »0 Gallar'ure jpdata 58 l. — Guajaei ligni in. Glycerin 510. re in m, Glycerin 510. Haematoxyli 520. Hydr bstia |'' tnadens.) 553, {i anadens i rad. rec, 65 1, bypnoticn potat, Graves 721*. — Jodi »80 Jodoformii comp. Koo 578. Laccae ftiusicae 969 Liquirit. saocharata 665, 1. ■ipnlini aramoniata 080. Btacropiperia 6s2. aervin i Barthi 1144, um. um Jugland. 589. — Opii benzolca Ph Germ. 1267. — — crocata Ph. Germ. 1207. - — (simplex)eolorimetr. Prfg. 821. — Opii desodorata 822. — — empirische Prfg: Sil. — — I njectionsdosis 576, — — Ph. Germ. 1207. sine odore s22. Paracotonis 370. Physostigm. 947, aetb 948.91 i. Pyretbri Horura 10*28. Quebracho aquosa 125. j_ — i orticis 125 Extr. 125. Bhei iquosa 1040. l'b. Germ 1207. Khei vinosa Ph Germ, 11 1267. Rorellaa 10 >. Rosae petal, rec. 1043. Busci 798. Simabae 1 100. Strycbni, Anwendung 1112 — Veratri Ph. Genn. 1207. Vieirinae 269. vnlnerai ia r. sorcinat t 1018 Pinea capitis, Liq antacboreus 770. Iivosa , Ungt. piperac. Ca/.e- aeuve 1004. tonsurans, Baoilla Ol. Crotonis 379, uvae [Traubenwurm) 1078. Tineol 121. 711. Tinevelly-genna 1007. Tinte, autogfapbische 9»6 Berlinef anauslöscblit he 960. — Braconnot's unauslÖscblicbe 51. n »9 i larmin- 326. Chinesische 521. Ooplr- 521, feuerfeste 957 für feuerfestes Papier 200. — f. Gewebe i d Chlorbleiche 958, — für tlectographen 176, 9 > s für ÜTeia blech 384. — mit unverbrennlichen Schrift* zügen 1010. — sympathetische 322, 058. 085. — — Erkennung 985. — 'lyrische Purpur- 320. — unsichtbare f. Correspondena- Karten 19. I Inten 0i — m. Blauholz 521. de Sandele 980. — f. Hoctograph u. Chromograph 958. ittthe etc. 958. 'I intenflecke, Tilgung 954. 980 | Tintenpflanzi> ans Neu Granada 058. Register. 1321 Tintenschriftstücke, Prüfung auf Verfälschung 984. Tintenstifte 522, a. Chromnitrat 959. für Glas, Porzellan 959. :■ obsen'8 959. Tischbutter 163, 'I IterlÖsung z.Best, von leii htSau i stoffabgebenden Oxyden 12W. Tode, Linct, Bhei aromafc. KUI. 'I pferglasur, bleifreie 45. Toiletteseifen, glänzende 1076. wachshaltige 1076. — wasserfreie 1076. Toller-llnmlelnss, Liniment, prae- servat. 619. Tollkirsche 112. l olubalBam 119. Toluen 1004, Toluidin 952. 1665. Voluidinblau 952, Toluol 1004. 'I "ii,; i.. Allen & II inluny 1134. Tomnotti, Conservi r. anatom. Präp 6 Torfbeere 1052. I "i mentilla 1170. Tosi, synip. Pepöini 910. Totten'sches Schiesspulver 356. Tournahte Oel so 1 ». uiti, Capsules du doct. Herby 1005. Toxicodendron 1170, Toxiresjn 399. Traber/th, Zahnschmerzmitte] 200 'I i kgemfttq plceata 1008, 'I ragemal Ea picea, Magnes- Lahefis 1008. rranspVent-Glycerin seife 189. 1070. 'I ransparentseifen 1076. Traga« antha, Tragant 1171. fesche, Prüfung 1171. i c md »Aresen, Llq, Injecl Bismuthi r LtanhitaDVnci lo 15 rraubenbaum, wohlriechender 1176. I raubenpil« 1229. Traubensäure 52. Traubenwurm J078 II mbi nzuWcer 10 i i l rkennung im Rohrzucker 1053 i;< dm lionsr ermögen 10 >v '! raumatlca, Wundmittel. 9. Wunden. Trebei Branntwein 1 116. Treitler, Wundertranklein 181. I Troster-Branntwoin 1 116, Tiiamidobenzül 071. Triastas, Triastase 256. 758. Trichina cyprinorum 211, — spiralls 208. Trichine 208, Trichiniasis 209. Trichloressigsäure, Albumin 1181. Trieb oeephalus affinis 211. Trifolium 1171, pratense 1171. Trigonocephalufl contortrix los;.. Tribydro-3try< 1min 1135. Trimethylamin, ffrimethylami num 1172. Trimethylpyrrol 798. Trinitrocellulose I i I Trinitrocresylsaunss Amnion 967. Trioxibenzol 258 Tripper s. Gonorrhoe. Triticin 59. 1002. TTitolylrosanillfl 9 »2. Trochisc! antichlorotici 312. ctr enuresin nocto rn 712. — cum Acido beazoleo 7. — digestivi Borrrent 155. jodomen uri iti cum Morphino Corbe] Lagneau 546 — Ipecacuanb Daubenton 587 — lax:ttivi H50 prophylactici II. ■ eantes 1 150 — roborantes 277, Infant 278. i ntonini Ph. Gm». 1207. — Tamarind. 1 ixant. 1150. Tartan mart. Mialhe 145, Troi kenol, Chinesisches 664. Tommelsuchteseens Russ 77. Pronete u. Ducoux, Tartrifuge 755 I ropaeolinMl 9S0. 1239, I» 970 12t? — Witte'e 1239. Tropaeollne 968. 1230, Papier 1230 Tropas&ure 561. Tropeine 560, Tropin 127. 560. Treffen, fTamburger 71. — Hollandische 1160 \\ issmann'sche s 18 Trflschel, Gargarisma joä*t »82 Trousseau's Leberl hranersatz 61 ' — Mixt, raartiata 1 11. Trüffeln 1171, falsche 1173. — unechte, weisse 1173. Trützschler-Faltensein, Lignose 49'.. Trunkenheit, J\lixt, amethysta Be- veil 149, Trunksuchtsmitte] 1114. — der Rixdorfer Deutsch-Med, Buchhandlung ihmers's 183. — Kretschmer's , Krönig's, Vollmann's 183. Trypsin 867. rschahlmugrakömer 519. TschahlmugraÖl »20. Pst haikowski, Hühneraugen mittel 11. Tuber 1173. Tubera Aconiti 55, Japonic Tuberculosis, Glycerina kreosotata dnlcis 626. Kreosot 625, Natrumbenzoat 7 |s. 749. Tuberkulose der Rinder 633. Tuch, Erkennug d. Färbung 572. Türkischer Weizen 712. Tulasilber 112. Tully. Pulvis opiatus 732. Tulucunaöl 1089. Tumor b. Geschwulst Tupeloholz, Tupelostifte 660 Turbith nitreux, nitrirter 549 Turnantöl 609. Turnera 1 174, aphrodisiaca 1 174. diffusa 1174. Turnerenthee 1171. Tui |> ( thum nitricum 549 Turund» broffla t i 198, — desinferl i va 498 — jodoformiata 578. Tusche, Bchwarze 196. Tussis s, Hu : Twelwetri Washing and cleaning crystall ■ Typhus exanthemat, M4x1 täte 020. Pyrabus-Orib ts< i Henry's 112 l'n i pul tin i in 848. Tyrosin i Ftjalnissproduct) i Marne 1196, Ucbelkeit, Mixt, digest. Niewodnie- zanski 1255. Ueberbeinsalbe f. Pferde 548, Uebercblorsäure 63, Ührmacherö] 80. Ulexit 7. U Iceratio s. Wunden, eiternde, ÜHtis s, Zahnfleischentzündung, Ullmann, Suppst. Secal. com, 166 Ultramarin 9Ä, a. Tapet, 976. Uncaria Gambir 225. Ungarisch. Bitterwasser 109. Ungarisoher Honig 714. Unger, Pul v. antat ld, 605 Pul v l enyj ei ans 60 • Ungeziefer d. Mausth., Wasser 112. Unguentum Acid. boric. Lister, Nuss- baum 8. — Acldi ohrysophanlci Neumann, Squire 111. — ad apostema Rust 550. — ad oaaenam Dennox-Brown 679. — ad perniones Dorn 491 — ad tumor. alb. Lugo! — ad ungulas 15. — antartnrophlogistio, 548, — anteezetnat, 741, Abelin 41, Devoigie440, Fleischmann42. — anticaustic. mirabile 562, _ _ Neynabev 1008. — antii lironieeionjunctivit. 1017. — anticystospast Waldenburg837. — antiglamyric. Fischer 536. XJ. Ungarn tum antihaemokyrtomatic Waidenburg 1017. - antiherpetje 1008, icre 7. —■ oanum [2 leniens 7 Nietsche I 25 I antihydropic Bombei antihyperostos, rühr aatipityrio. erjn< - antipsoric. Adolf 11 19. :uil ipsoric chrysarobinat 111 antlpftorio. Hardy,Mayssl Uli — — naphtolat — — Tentzlin 1008 — — tauroruni HooUi Veain 1149, aniisiilionitlciiin — a&tisyphi litic — itntitopbic. Limou-sifi (.7». Ararobae 111. atropicö-plumb. Dupuytran 1011 — basilio. I'li (Jerm. 1267. — benzoio benaoinic 119 blepharitii Deva — Oanibarld, Ph Germ. 1267. — cereum Ph. dorm. 1^07. Ph Germ. 1*7. — C'eni-^ campb. Ph. Ger». 1287 < haulmeograe 520. - Chlorali hydratl 288. . cneemopaust ho»J >* LooislOOS. ctr bestiae molest 42 — ctr. tineam capii : I Dguentum corrosiy. rnbr. MS hylon alb. 1020 _ _ Hefcra 1019 — — Ph Austr Addit. 1020 Ph Orm 1267 diaphoretio. Biecke ll'JO. epulotie. 1169. Glycerini Ph Gri». 1267 l.. yiPHM.nl 520, Iffftll li.i.iMiiitrrli ild Sabal "i7'l Hydrarg. all. Ph (Irin 1267 Hydrarg bijodali (ort — — einer 52S, in bacnlis, in global '.:(). Ol«« Amygdal. dilut 635. Ph Grra. 1267. — — citri' _ — globalat nl l,nna Ph. II ra. 1*7 Jodoform 579, i "i"! 1 K i) 11 bromo-bromati 610. 618, Ph (Irin. 1267. — lenirn^ salic.vl 12 ten thymol, tfontrose Pallen 1170. _ lonion^ vasellnat. 236. 901. — Ligni Campech. 522, — Litbargyri l'h. Austr. 1017. mereariale alb. fortincat , v Sigmund 545 — ophtbalm. opiat. Rust 536. — opth.antiphotophob Gl — opiato mercurial. Hiller 8'17. r.iiallini 1 !i Gi 1322 Register. Unguentum Petrolei 922, — phageda^nie. Blaaiua 548. — photophobophthalm.Wutzer562, — piceatum Moore 1008. — piperaceum Cazeneuve 1001 — Plumbi Ph. Grm 1207. — Plumbi acetici 1017. — — jodati comp. Ricord 1010. — — tannici Ph. Grm. 1207. — plumb. 1015, Ph Austr. 1017. — — glycerinat. Unna 1017. — pomadin. vaselinat. 001. — Porteri 257, Regenti 1017. — Resorcinae 1038, Rusci 708. — Sabinae Ph. Germ. 1208. — saturnin. Ph. Austr 1017. — systellans Polletan 547. — Tart. stib. Ph. Grm. 1268. — ungularium 15. — veratrino-morphin. Waidenburg 1207. — vulnerar. salicvlat. 42. — Zinci Ph. Grm. 1268. Universal-Balsam 1160. — — Nohaschek's 1160. -----Carbolcomposition 15. Universal-Hustenpastillon 276. -----Klebschleim 2 -----Kräuterpulv.,Brinckmeyer1008 -----Liqueur, Hufnagel 1242. -----Magenpulv., Barella's 755. — -Putzpulver 183. - -Thee, Berliner, 1098. Unna, Ungt. plumb. glycerinat. 1017. Unona 1176, odorata 1176. Unruhe-Gefühl, Syrup. anterethie 8 " Untergähr. Bierhefo 242. 600. Unterhefe 242. 699. Unterleibsschmerzen , Mixt, anti- diarrhoica Oesterlen 1142. Unterleibssehwindsucht, Glycerina kreosot fusca 626, Unterphosphorigsaurer Chininsyrup 437. — Eisen-Chininsyrup 437. — Kalk-Eisensyrup 4:17. Unterphosphorsäure 20. Unterschwefligsaure 756, Beact. 756. — i. Harne 1107. Unterschwofligs. Natron als Antichlor 305. Unwandelbares Grün, Marillae's 603, Unwohlsein, Syr. boni Samarit 712 Opas bidji 391. Urbain's Petrolprüfungsapp. 932. Ure's Cement 46. 991. Urea 1170. Urethritis, Urethroblennorrhoe s. Harnröhrenentzündung, Tripper. Urethrorrhoe, Ausfiuss avs d. Harnröhre (.Tripper). Urina 1178. Urobilin i. Harn 1197. Urochloralsaure 297. 1184. Urocystitis s. Harnblasenentzündung Natr. salicyl, Ohinid. snlf Urolithiasis 8. Harnsteinbildg., Stein« und Grieftbildung. Uroxanthin 1181. Ursprosser i. Wasser 98. Urticaria, Chinidin, sulf. Natr, eali- cylic. 701, Spir. boric. Neu- mann 8. Vergl. Nesselsucbt. Usnea 971. Uterin-, s. Gebarmutter. Uternsaffectionen, Pil. corrigent 46)'». Uterusblutnng, Pil. corrigent. 460. Uvaria odorata 1176. Vaccinium 1200, macrocarp. 1200. Vacher, Liq. desinfector. 626. Vaginalkugeln 195. Van Valaenburg 429, 583. Valentin, Nacliw. d Fuchsins 981. Valentine, Meat-.Iuice 204. Valeriana 1200, Valeriana«)! 1201. Valeriansäure 58. — Darst. a. Baldrian 1201. — Präexistenz i. Baldrian 1201. — Reinigung 53. Valkenburg 1, Valaenburg 429. 581. Vanadintinte, Bersellna 955. Vanier, Sirop antirhachitique 621. — Syrup. antirhachiticus 590. Vanier et Dupuy, Sirop 621. Vanilla, Vanille 1202. — aromatica, Guyanensis 1202. — palmarum, planifolia 1202. — Pompona, sativa, silvest. 1202. Vanilla-Liqneur 1205. Vanille, Bestg. des Vanillin* 1202, — Vergiftungssymptomo 1304. VaniUecnltni 1202 Vanillin, Vanillina 1203 (Muschnaer- satz 1201.) — aus Aveneln 1204. — aus Gewürznelken öl, reap. Enge- nol 1203. — aus Siam-Benzoe 140. 1204. — in Robzucker 1204. VanilHnsäure 1203, Vanillou 1202. Vanillylaldenydl203,Vanillylalkohol 1203. Vaporine 1063. Varicocole, B. Krampfaderbruch. Variolaria 971. Varley'a Cement 46. Vaselina, Vaseline 806. — Austriaca depur. 899. 900. — benzoinata 901. ■— camphorata 902. — labialis 002. — parafünata 000, — pomad. alba, rosea, rubra 902. — solidificata 901, Vaseline, Bezug, 899. — mit Pernbaleam 002, Oester- reichiaches 899. Vaselin-Camphor-Ice 002. Vaseline-Campfer-Eis 002. Vaseline-Cold-cream 236. Vaseline-llaaröl 001, Vaselinöl 900. Vaselinpomade 002, rothe 902 Vaapail, Poudre 755. Vateria Indica, Vateriaharz 367. Vateriatalg 1089. Vogetabilienpomade, Kreplin's 815. Vegetabilische Composit., Bursitt47l. — Diastase 69s. — Faser, Erk. der Art 406. Unterschied v. d. animalischen 195, — Maiwuchs-Extr.-Pomade,Korb's 738. Vegetabilischer Mercurius 535. — Fischleim 500. Vegetabilisches Barometor 770. — Elfenbein 227. — Klebpflaster 477. — Pergament 227. — Pflanzcnextract, GröbePe 101s. — Talg 327. 367, Vegetation, mineralische 390. VeilcUenbaum I12. Veilchenwnra, Indische 588. Veilchenwurzelpulver, arsenhaltig 5SS. Veitstanz, Pil. c. Extr. fab. Cala- baric. 950, Vellosina 269. Velpeau, Enema balsamic. 135. Venus, Spanische Klosteressenz 139. Venusperlen, Penelle 433. Venustinctur, Bonnot's 1018. Veiatralbin 1205, Veratridin 1207. Veratrin, Veratrinum 1052. 1205. — Abscheidung durcnd. Harn 1182. — Couerbe's amorphes 1205 — Injectionsdosis 575, Nacliw. 1205. Veratrine d. Handels, Untersin-hg. 1200. Veratrinsaure Veratroidin 1206. Veratrum 1207, albuin 1205. — Lobelianum 1206, nigrum 1207. — Sabadilla 1205, viride 1206. Veratrumsaure 1052. Verband, List<>r's antisept. 499. EsmartVe doppelt, antlsept. 500, Verbandstoffe antiseptische !;'.. Verbleien von Kupfer u, Zinn 1015. Verbrennungen, Giycerolat. Menthae 722, Sodalösung 752, Pnlv. cataeauma sanans 751, Pasta ad combust. 689, Liniment, ad combust. Laub 182. Verbrüh pul ver 754. Verdauung 867. — anormale, Glob. digest. 704. Mixt. Sodae Americ. 753. Pil. pep- ticae 910, Vinum Pepsini91 1. Verdauungsferment im Brot h72. Verdauunggliqueur Müller's isl. Verdauungsmangel e. Verdauung. Veredlungsharz 992" Vergolder-Liniment 440. Vergoldung d. Eisens n. Ebermayer 130, n. Kirchmann 130. — Erkennung echter 112. Verin 1052. 1205. Verkupferung d. Zinks 1246, galvan. 385. Vermin Killer, Steiner's 940 Vernickelung 769. n. Stolba 770. Vernix ad texta gossyp. et lint 518. — guttaperchata ad corium 518, Veroneser-Erde 907, -Grün 907. Verpichungslack 356. Verrier, Poudre 1234.1 Versilberung, echte Erkennung 112. Versilberungsputzpulver 113. Vert Anglais 968. — d'Usebe 952. Vert emeraude, turquoise 968. Verzinkung d. Kupfers 1246. — statt Vernickelung 1246. Verzinnen a. kaltem Wege 1128. Verzinnung, krystallinische 112S. — d. Gussohens 1128. — von Metallen abzuheben 1128. — Prfg. auf Blei 1127. Vesicator, Blasenpflaster. Vessigon, Flussgalle (Kniegeschwulst der Pferde). Vetiveria 1208. Vezin, Ungt. autipsoric. 1149. Vial,Capsul.äVhiülodegenevrierMH. Vibrio syncyanus, synxanthus 631. Vibriones cyanogeni 631. Viburnum obovat. prunifol. 1200, Vichot's Keuchhuscn-Kaucherkerz- cheu 620. Yichy-Waters, Elisabeth~a. St. Marie 754. Vicia Faba, Reaction d. Mehls 886. — sativa 1002. Victoriaorange 967. 982. Vidal, Liq. Ergotin. (ad US subcut.) 465. Vieirin, Vieirina, Vieirlnsaure 269. Vigorit, Bjorkmann, Nordenfeldtoni, 1003. Vin de tinte 1220. — digestif de Schmitt 911. Vinaigre cosmetique 4. — de mille llnurs 5. Vincetoxicum 1208, Vine Pepsine 911 Vinel 324. Register. 1323 Vino Verniuth di Turino J. Vinum 1210, amethystum 21. — campborat. Ph. Grm. 1208. — China« Ph. Grm 1288. — — hygienic. 268. — — rationalis, regiae 2G7. — Chinini 2S3. — chloroformiatum 302. — Colchici. Colchicingeh. 351. — — Williams 353. — diastatico-pepsin. Schmitt 911. — digestivum Long 871. — eutocium 466. — kreosotatum 627. — Kreosoti Fournier 627. — nervinum Andrews 1202. — Pepsini909. 1)11, Ph. Grm. I 004. 1)11. — — Ph. Germ. II 1268. — piccatum 100S. — Picis liq. 1008, Magnes-Lahens 1006. Vinum salicylatum 42. — Seealis cornuti 466. Viola 12(4. Viola's Ephelidene, Ob6e's 111'' Violanilin 952. Violett, Hoit'mann's 052. — imperial hleu 951 — — nonpareil, louge 962. Violinsaiten 409. Virginia-Pomade 901, -Vaseline 800 Virginia 896. Viridin 77.1. 970. 1005. Viridinsäuio 331, Viridulin 976. Virola sehifera Virolatalg 1090. Viscum 12)5, alhum 456. 1215. — brumatieeps 992. — fiavesct'ns, rubrum 456. — viride 1215. Vitellin 848 Vitellolutein Vitellorubin 849. Vitellum ovi eoctum 847. Vive essonce 989. Vivier, Poudre nierveillcuse 120. Vogel, Mixtura eceritica 709. Vogelleim 1235, grüner 1235. Vogelleimersatz 1235. Vogl, Mehluntersuchung 8 V 5. Vogt, Liniment, anthydroin. Voigt, Linct. antaeid.. Infant, 686. Voico lozenges 7. Volkmann, Liq.. antisept. 1169 Yollmann, Trunksuchtsraittel 483. Volumetrica 1236. Volvulus Int »tinorum, Behandlung m. metall. Quecksilber Vomacka's Coniferengeist 1160. Vomitorium cnpric. antidotic. Jan- dousch 390. Vorbeugungsmittel s. Prophylacticum de Vry. Morpliinbest. i. Opium 8)2. Vulkanisirte Paser 261. Vulkanisirtes Papier 261. Vulkanit 516, Vulkanöl 921. 923. Wabayo 395. Wachholderbeeren 591. W.ubbolderbeeröl 691. Wachs 230, Best. d. s ec. Gew. 231, Prfg. 211. — flltrirtes, gebleichtes 230. — künstliches 230. — Ligustrum 235. — Nachweis des Harzos 232, Paraffins, Talges 233. — pharmaceut. Prfg. 234. — weisses 230, von Sze-chuen 235. Wachsgrindmittel 196 Wachamyrthen-Ruin 1125. Wade, verdünnte Chlorsäure 599. — Mixt, antidiphtherit 599. Wäsaei medicinische 102. Wagenfett 992. W igenuiann. kiinstl. Meerschaum 182. — Vaseline 899. Wagenschmiere 990, Fersoi'g 901. Wagner. Augenw.isf.er 1 ' — Best. d. Proteinstoffe SSO. catalytlachca Bi en 127. Warron, styptic baisam 1160. Walberer's Clarissima 1110. AValtlenburg, Collod. corrosiv. mer- cur. 543. — Enoma nicotianat. 776. — Guttae antischureticae 776 — Liq. Extr. Secal. com. ad inject, subcutan. 465. — Liq. inhalat. antastlunat. 816. — — — antibronchit. 1159, — Mixtura inhalatoria 15. — — oleos. antincatarrh. 815, — Ungt. anticystospastio. 837. — antihaomokyrtomat. 1017. — — veratrino-morph. 1207. Waldivin 1099 Waldwolle, Lairitz 992. Walke's Legirung 151. Wallnussbaum, weisser 590. W dlnuasblattei 5*). Walpurgisol '.116. Eichattttei 815. Walter's ehem. Broncirfluaaigk. 384 W aiultal'ellai k 657. Wankel, ATitigonorrboicum 1012. Want, Gichtinittel. .\i..,ii<- -Water (53, \\ iiizeiiinil t.el, !\. it] | e'a 16 \\ Eknsenwaaaer 76 • Waring-Curran, Liq. vaporar. jod. 581 Warner u. Co., Pepsinyl 905. w irnerl i Canadenaia 552. Warren, Liq. inhalatoriua 1169. — Mixt, antidiphtheritic i. 1169, Wartha's Chromogx iph 17i> — purificirter Lackmus 969. w. Warzen-Kopal 367. Waschblau 572, Waschextract 1082. Waschkrystall, Englisches 755. Waschmethode, Fr. Palme's 169. Waschpulver, Englisch Pat.-Keinig- ungs-Cryst. 755. — für feine Weisswäscbe 755. — Palme's 159, Pariser 1082. Waschsoda, Henckel u. Co. 755. Waschwasser, Dr. Lehmann's 101(1. 1018. Waschwichse für Schuhwerk 1095. Waschseife, Dittmann's electr. 1081. Waahlng and Cleaning Crystal! 755. v. Wasowicz, Chermont'scher Synip 116, Wasser 98, Bourtheilung als Trinkwasser 101. — Apparate z. Untersuchg. 110. — Beseitigg. d. Arsenigsaure (IV — Best, seiner Farbo 100. — bisdestillirtes 102 — f. d. Braubedarf 218. "»-luetisches. Dr. Lehmaiin's.vlli. Entrostung 103. — geg. Ungeziefer d. Hausthiere 312. Griechisches 638 höchst reines 102. Prfg. a. Amnion etc. 99. — — Cloakenstoft'e 100 — — Dejectbestandthoile 100. — — Dungerjauche 100. — — organ Stoff« 99. — — Salpetersäure 99, — — Salpetrigsäure. Sulfatel 00 Reinigung na« li Bomig 104. Trinkbarmai Innig 101. u. gasdichter Zeugstoff 516. unserer lieb Kaiserin 596. — Weicliniachung. harten 101. — z, Speisen d. Dampfkessel, em- pir lleurtli 11)1 — 2-mal dest. zu Injectionen 573. irbeafendiger Kitt 477. Wasserdichte Engl. Stiefelwichse 195. — Gewehe, Herstellg. 471. — Stolle 501. dichter Kitt, T.eini 60 (. — Zeugston 17 , ,01. W.i serdichtm u hen d.Gewebe75,501, n. l'mmi i — des Papiers 262. Was crdichtniachendeLederschmiere Wasaerdichtmaolender Firniss 518. Waaserfeater Gummikitt, Gummilack 2. Wasserglas, Conservationsmittel 44. — bei Erysipelas 44. — van Baerle 45. Wasserkraut, C'anadisches 552. Wasserlein, Polarisationsaprarat l05i) - Wasserleitungsröhren, Kitt 1022. W r asserpillen, Thüringer 519. Wasserstoffbereitung dch. Natrium 742 Wasserstoffeisen 418. Wasserstoffgas 559. — Absorption dch. Kupfer 382. — Reinigung 559. Wasaeratoffhyperoxjrä 554, Wirkung — u. Kaliumhypermanganal 558. — u. Kaliumjodid 557. — volnmetr. Best. d. actir. Sauor- stoffs 861. — Vorkommen u. seine Verbindungen 555. Wasserstoft'hyperoxydlösung 554. Haltbarkeit 558. loffsiiperoxydwasser 554. W r assertrioxyd 558. Wasser-Tupelobaum 660. acht s. Hydrops. Wassertreibenser Thee 607. Was-eruntersuchung, Apparate, Literatur 110. Watta 500. Watte 509. oarragenirte 194. Wattine-Delespierre 974. Wattlen's Sprengpnlver 605. Weatherhead.Mixt. pectoral. antarth. Weber, Grindpflaster 992. — Kupfervitriolstifte 390 — Mixt ctr. catarrh. aest. 620. — Wunderöllieo \\ ccbselfleber, Spint. antipyret. 1159. Wedeck«, Hungerford's Antirheuma- tismussalbe 1(1, 189. Weben, schwache, Pulveres eutocii 466. Wehenpulver, süsses 406. Weibezahn. präp Hafermehl 92. Weidenrinde 1(161. Weigert's Kur bei Diphtheritis 551. Weiler, Gutt. sidero-ehalybeat. 124. — Mixt, sidero-ehalybeat. 424. — Pil. mart. stomach. 424. — Pil. sidero-ehalybeat. 424. Wein alaunisirter 1215. — Aschenbest. 1214, Bestandth. 1210. — Best. d. Glyoorins 1222 — Best. i. Weingeistes 1213. 1324 Wein Best, .1 freien Weinsäure 1232. — Ilouquet |216. — chaptalisirter 1211. — Citronensäuregehalt 1216. — Entsäuerung 1211 — Erk, des Fuchsins 1215. — Erk. d. roth. Weinfarbe I214. — Erk. künstl. gefärbter 1225. — Essigsäurebestlmmung 1217. — Essigsäuregehalt 1216. Extractbestimmung 1212. — Farbstoff 1217. gallisirter 1211. — Gehalt an Aetbylenalcobol 1214. — Gehalt d. roth. Bordeauxweins an Calciumtartrat 1233. — Gefrierpunkt 1233, — gegypster 12:10. — Glycerinbest. 1212, 1214. — Glykolgehalt 1214. — Grenatzusatz 1222. — Gypsen 1211, Klaren 1210. — Kranker 1233. — Nachweis von Blei 1216. — Nachweis freier Weinsäure 1232. — Nachw. fremder Farbstoffe I IS. — nervenstärkender 1202. — parasitische Fäden 1233. — petiotisirter 1211. — physikalische Prfg, 1212. Säurebest, 1213. — Schönen, Schwefeln 1211. SchwefelBäuregeh, Pfg, 1220. — Schwefligsäuregehalt 1228. — spec. Gew. 1212. — verbessernde Zusätze 1211. — verdorbenl233, verfälscht 1231. — "Weinsteingeh. 1233, Zuckerbest. 1213. Weinarten 1233. Weinbereitung n. Reihlen 1234. Weinbranntwein 1110. Weine Steiermark« u. d. angrenzend. Th. Ungarns 1233. Weinfabrikation 1210. Weinfarbe 1226/1231 , Blanchard' 1231. Bol tger'i che Beaction Pils. Erkennung künstlicher 1219, Weinfarbenessenz 1225. Weinfarbenreagens, Kessler*! 1210. Weingeist 1110, Best. i. Bier 246. — colorimetr, Gehaltsbest, 111 ; - Denaturirung 1 1II. — i. äth. (»eleu 701, Erk. 701. Nachw. d. Wassers 1112. — Prl'g. d. offlcineHten 1112. ßeaction n. Jacquemart 1120 aeagenf 1121. ftectification i. Vacuo 1110. Reinigungsmethod. 1111. Verunreinigung m, Glykose! 1 12. Wirkung in.;. Weingeistige Gährung 1116. — Flu igkeiten, Gofrierp, im. — Getränke, Darst. 1115. Weingeistmischprobe d. äth. Oele n Säger 702. Weingerbstoff, Be t. 1220. — Best. neb. Weinfarbstoff 1226. Weinholz 1231, Weinklärmittell210, 1211. Weinliqueur 500. Weinmostrich I los. WeinÖl 1116, 1117, Weinprl'g. 1210. O^einrauschliqueur 1 125. Weinsäure 52, Be t. i. Wein teinfiOO. — Erk. neh. Citronen- Aepfel- Oxalsaure 606. — freie i. Wein 1212. Weinstein 006, Geh. i W«ine 1213, WeintresterÖl 1110. Weinnntersuchung, Literatur 1231 Weiss, Litboreactif 745. Weisslilech, Decorhung I I2S. — krystall. Musterung 22. Register. Weissblechgefäaae 1128. Weissblechlack 367. Weisshlechtinte 381. Weisser Präcipitat 536. Weisses Schminkpulver 6S9. Ch 211. Weissstifte 050. Weizen, geölter 01. — türkischer 712. Weizenmehl, Eeaction 886. Weizenmehlextract 007. Welselikorn 712. Wendt, Liniment, antispasmod. 816. Wenzel, Liq. antachoreus 770. WenzelTs Alkaloide 455, Anwendg. 164. Wenzell's Ergotin 45S. Wermuth 1, Nachw, i. Bierc 255. Wormuthol, ätherisches 1. Wernich. Extr. Secat com, 455. Westindisches Phosphat 185. Wetterblumenbouquct 770. v. d. Weyde, Liniment, inauratorum 410. White u. Co., asthmatic an Liq. Tari. mart, 1 II. Wundendesinfectionsflüssigkeil 6^0, Wunderbalsam, Englischer 139, 11''" _ — Kriogl 149, Schweizer 1023 Wunderhlut auf Hostien u. Brot 850, Wunderlich, Emuls. thymollca 1169 Mixt. Kto.oke.sii 731. Syrup. Morphin 1 7.(2. WunderÖl, Weher 1160. Wund ertranklein, Treitler 181. Wundheil 51, Wundheilpulver 2. Wundram, Hamburger Mugonbil 1 er 318. 183. 1 [amburgerMagen-Drops318 183 k zjpiter- Magen- Elixir 723. Wundsalhe 12. Wund sein Komont. ad attrita 51, l'ulv. inspers.antihydrot, H Wurmfarrnsäure 116, Wurmfarrnwurzel, 110. Wurmkuchen 1207, Dr. Kluge's 308. Wurmleiden s. Oxyuris. Wurmleiden, Pil. phoenigmioae 433, — d. Kinder, Troch. roborant. Infant. 278, Santonin 1072. Wurmmitlol für Pferde 1113. Wurmpastillen, l'r. Klugei's 308.1073 Wurmpatronon, [>r. Khigo.'s 308. Wurmsalbe für Pferde, Ferrat's 121. Wurst m. Fuchsin 215, m. Stärkemehl 213. Wurstgift 215. 301. Wutzer, Ungt. photophohophthalm. 502. van Wy, Mercur. snbl. adust. 513. .Register. 1325 Xanthalin, Xanthalingrün 952. Xauthicoxyd12t2, Xanthin 513 1242 Xanthium 1240, spinös. 1240. — strumarium 1241, Xanthorrhamnin 907. Xanthorrhoea 404, arborea 657. Xanthorrhoeaharz 401. Xanthostrumarin 1241. Xeromycteria (Trockenheit d. Nase) Pulv. errhin. stypt. 52. Xylen 1004, Xylocarpus Carapa 1089. Xylol 1004, lylophilin 259. Xystoa i. q. Turunda. Yankoua 081. Yellow Pucoon 552, -root 552. Yeo, Pilulae anodynae 381. Y. Ylang-Ylangöl 1176. YoretetHomolle,Aplol-Capsules937. Yoehinopapier 262. Yvon. Extr. Secal. com. fluid. 460. — Harnstoffbest tiss. — Morphinbest. i. Opium 833. Zabel, Oaffce-Ersatz 348. Zahn- and Koptschmerz-Ableiter, E..ge:'s 1110. — — Mundessenz 753. — — — Schaftor 301. ■ — Mundwasser 740. Zahnbildttng, /ahnen, Pulv. ad CdoMtophyiam 24, Pulv an- tlphlogiat, Infant. 277. — Tabulae ad Odont,.phyiam 24. Zahnfleischentzündung, Ess. antigin- givit. :.01. Zahnfleisch, scorbutisches, Aq. gin- givalia 710. Eahnfielsokrander, entzündete s. Gingivitis. Zahnfl.eisohsoh.men, Essent. gingiv. anodyna 301. Zahnhälse, biosliegende, Essent. gin- giTalis anodyna 801. Zahnhalsbander. Rurchell's 183. — ßlatte's 390. 1255. — alectromot., Kaufmann's, Schra- der's ! 149 Zahnhalsbäi der, galvan., Glatto 300, 1255 Zahnkitt, K> taing de Bostagne 1253, — Sorel 1251, Xaveau 710. Zahnmittel, Glyeerolat Chloroform. 491 Zaknnekrose, Essent. gingival. ano- dyaa 101. Zahnperlen, Ramcois 185 Zahnpillen, Schleyer u. Co. 1004. Zahnplombo. Fatrthorn'sohe 1 ' Rostaing de Rostagne 1253. Zahn plomben, 1127. Zahnpulver, alkalisches, Deschanip's 689. — Burovs 1208. — feine. 1201. — Schmedicko's 087. — wandelbares 607. Zahnsalz 753. /. ihnschmera, Ecsent. gingival. anodyna .01. — Gutt. antodontalg. phenyl. 14. — Ol. OhlorofoTmn 815. —■ Pil. antodontalg. krooaot, 027. — TJugt. veratr.-morph. 1207. Zahnschnier/.balsani 8 10. Zahnschmersmittel, Cölner223, Tra- berth's 2iio Z.lIi ii ^(b Hierzuniversalmittel 481. Kahn-Schöne, Kothe 44. 72. Zahnseife 1080. Zahntinktur, Barel'a 511. Zahntropfen,Blace>58. 72, Geiger 302 phenyUrte 1 1 Zahnwasser, Bannet's in;. ithe's 44, Meyer'» 1033 /.ihnwi hinittol. Hufnagel's 727. Zalmon, aromatische atundaeife 1081, / iii.iiuin 70, Eanzibaraloe 70. Zanzibar-Nelken 222. Zaplenlager-Legirung S83. z. Zapp's Bendictusöl 815. Zea Mays 88. 712, Theesurrogat 1165. Zei ken I: ^< h .fe, Bad 159. Zedoaria 1212. -rhizom 1242 Jedrobaleam 989. Zeichenstifte für Wäsche 114 Zelllthoid 250. Zois^l, Pil. antisyphilit. 578. Pil. jodoformiat. 57S Zerener, Antimerulion 9, flüss. 74!. Zeugfarben arsenhaltige 119. Zeugfa er. Bleichung 50. Zeugstoff, gas- und wasserdicht. 75. 175 501. .10 — luftdichter 475. nicht Fl unme fangend 71. er- n. luftdichter 475. 510 Zibärtlewasser 1119 üegelthee 1164 iegenrailch 628, con lensirte 02s Zifferblätter, leuchtende 188. Ziger 629 Zimmer-Blutegel-Sumpf n. Nacht- maan Zimmt 11 (, Chinesischer 313. echter, feiner 314. Zimmtalcohol 1144. Zimmtbi&tteröl 118. Zimmtpulver, Untersuch, u Prüfung 313. Zimmt^äure i. Benzoe 148. Zimnrtsäurephenylallylester 1144. Zinimtsaurepbenylpropylester 1111 Zitnnttsaurezin n 1 ither 1111 Ziniintsorti n Aethi rölgebs bengeh . Schleungeh. :ll 1. rkemehlgehalt 313, Zinalin 952. 976 Zlnoum 1242, aceticum 1248. — bromat 12443, carbonic. 1210 — ehlorat. 1250. Inject I' — hypermauganicum 1251. — hypochlorosum solut 1251. — h.vj <■! ho< phoroanm — metallic. puriss. in bacill. 1242. nitric. b.icillat. 1252. — olfcinicum 1254. — OXjdaluiu 1252. — palmitino-oleinic. 1252. — phosphoricum 040. — pulv. leuiii 1212. — saluyhcuin 40 1253. sie 1 rino .oleinicum 1252. — subchloros. solut. 1251. snlfurli n m Zingiber 1250 Cassuniunar 1212. 1257. Zink 1212. natnr! Bestandth. d. thierisi 5 u pil m/1 Köi pers 1245 Zink, Befreiung vom Arsen 1212 Bei I 11111j Schwefeluatriumsl244 leJitrolytisohe Best. 1241. [gsauves 1248. — Explosionen b Auflösen 1243. kohlensaures 1219 Zink, Molekularveränderung 1242. — Nachw. i. Vergiftungsfällen 1245. — schwefelhaltiges 1241 schwefelsaures 1254. Siedepunkt 1242. Trennung v. Cadmium 1244. v. ! 707. 11 bermangansaures 1251. \, rh ill / Salzlösung. 1247. Verkupferung 1246. Zinkacetat 1248. Zin k&tzstäbchen 1252. /iiikllenzoe-Salbenmull 1005. Zinkbromid, Zinkbromür 1248. Zinkchlorid 1250. Zinkgef&sse Aufbewahrungsgeflsse für Kräuter 1210 Zinkgelb 1249, Zinkgrün 323. Zinkhaltige Lothe 1210 Zinkhflttenarbeiter, Erkrank. 1247. Zinkhypermanganat 1251. Lösungen, Gebaltstabelle 1251. Zinklothe 1246 Zinkmetall, Ag, Mg u AI-haltiges 1212 Zinkolithweiss, Boulei 1249, Zinkole.it 1251, Zinkolith 1210. Zinkoxychlorid 1251, Zinkoxyd 1252. Zinkoxydhydrat 1252. Zinkpermanganatlösungen, Gebaltstabelle 1251. Zinkpulver 1212, Zinkreservoire für Wasser 1247. Zinksalicylat 10. 12 Zinkstauh 1212, Werthbest 1243. Zinksulfat, Reinig, v. Eisen 1251. Zinkvitriol i. Brei 885. Zinkweiss, Grifflth'a 1240. Zinkzanthogenat "07. Zinn 1120 Diaaggregation 1126 Einwirkung 0. Alkalien 1120 Prtfg. auf Blei 1127. .....int. Best ii. Pellet a Allai 1 1120. Zinnhrillunten 1127 Zinncblnrür, Alkaloidreagens Ol Zinngefasse 1 127 Zinngerathsohaften, Disaggi 1120 Zinnlack 658 Zinnlegirungen, spec. Gew. 1127. Zinnober, Ersaf iner 12;. 968 Quecksilberbest. 551. Zinnröhren 101. Disaggregation 1126 Zinnstahl 1128. Zirbelkiefer. Zirbelnüsse nso. Best 0 Santonin — Werthbest 108 Zona s. Gürtelflechto Alumin tica 74, Wasserglas, Stl opiat. 837. Zoster s. Zona. Zucker 1052. Zucker, Best, in der Rübe n. Scheu) ■ ler 1050. — im Harn 1107, Prfg&meth. 1198. — kalkhaltiger 1053. — Lösliehknit 1053. — unvergohrenor 2:18. — zur Darstell, d. Himbeersyrups 1051. Zuckerarten 1000. — Beductionsvermögon bezüglich kaiisch. Kupferlösung 1057 — verschiedene Best.-Methoden 1057. licgisier. Zuckercouleur 1063. Zuckerharnruhr, Amnion, hydrochlo- ric. 70. Vergl. auch, Diabetes. Zuckerharnruhrmittel, Berger'* 027. Zuckerpulver, gelind abführend. 100.1. — Glykosegehalt 105:1. Zuckerrunkehübc 306, Zunder Ahel's 1140. Zündhölzer, Schwedische 001. Zündholzmasse f. Keibflächon jeder Art llorst's 00.'. 1149. — giftfreie, a jod. Itiibflache zündend. 001. 942. — ohne Phosphor 942. Zündholzmassen 601. Zündmasse, Behring'« 602. — m. Phosphorkupfer 943. — für Schellacköammen liOO. Zündschnur 350. Zwetschenwasser 1110. Zwillingskloister, Zwillingsloim, Fox's 500. Zyma, Zyme, i. q. (Hhrstoff. Zymosis i. q. Cährung. Zymogen 867. Zymometor 703. Gebauer-Schwetsclike'-vhe Rnchdiuckerei In Halle.