Druckschrift 
Erg.-Bd. (1884)
Entstehung
Seite
1236
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1236

Volumetrie». Stathmetometrica.

Volumetrica. Stathmetometrica.

Die alkaliiuetrisehen Indicatoren hat Dünn (pharm. Journ. and Transact. VIII,Nr. 417, S. 1030) auf ihren Werth geprüft: Lackmus, Aurin, Pbenolphtalei'n,Fluorescin, Cochenille, Haematoxylin, Alizarin, Ferrisalicylat, Kaliumsulfindigonat,alkalische Berlinerblau-Lösung. Letztere ist werthlos, weil sie sich bei jederWiederherstellung der sauren Reaction weniger empfindlich zeigt. Gleichempfindlich erwiesen sich Aurin, Ilämatoxylin, Campecheholz, Cochenille, wenigerempfindlich Phenolphtaleiin und Fluorescin, noch weniger Alizarin und Lackmus.In der Siedhitze blieb die Empfindlichkeit dieselbe bei Aurin und Ilämatoxylin,gering bei Phenolphtale'in, so dass die Endreaction schwer zu bestimmen war,sehr verringert war die Empfindlichkeit des Fluorescins, der Cochenille und desAlizarins. Campecheholz war unbrauchbar. Dünn giebt dem Aurin den erstenPlatz. Ausführlicheres in Zeitschr. d. österr. Ap.-Ver. 1878, 8. 459, 460.

Apfelsinenschalentinctnr, bereitet aus frischen zerschnittenen Schalen mit wenigabsolutem Weingeist eingedampft, mit Aether vom Oele befreit etc., hält Born-träger für einen guten Indicator, welcher sich in Wasser farblos löst und vonAlkali citronengelb gefärbt wird, bei Gegenwart von freiem Amnion aber un-brauchbar ist (Ztschr. f. anal. Ch. XVII, S. 459).

Campechebolzpigment ein Indicator. 10 Th. Campecheholz werden mit 200Th. 10-proc. Weingeist digerirt und schnell filtrirt. Säuren färben gelb, Alkalienblau violett ohne Zwischennüancen.

Carminliisnng, alkalische, Carmin in Natronlauge gelöst, als Ersatz der Indigo-lösung, wo diese als Indicator in Anwendung kommt, empfiehlt C. Arnold{Rep. d. analyt. Chem. 1882, S. 41) in einer Concentration, dass leem derselbender zu titrirenden Lösung zugesetzt durch einen kleinen Tropfen Hypobromit-lösung entfärbt wird.

Fiavescin, ein neuer, fast farbloser Indicator, welcher bereits S. 1030 u-1031 Erwähnung fand, wird in weingeistiger Lösung einer alkalischen Flüssig-keit zugesetzt diese rein gelb tingiren. Kohlensäure wirkt, sobald sie Bicarbonaterzeugt, entfärbend. Die Gelbfärbung und Entfärbung geht in weingeistigenLösungen schneller vor sich, als in wässrigen. Wie die Kohlensäure wirkenauch andere Säuren entfärbend, selbst die Fett- und Harzsäuern, während alka-lische Substanzen das Gelb restituiren. (Zeitschr. f. anal. Chem. XIX, S. 45«bis 467. Ph. Centralh. 1880, S. 415, 438, 439 enthält ausführliche Mitthei-lungen. Archiv der Ph. 1881, 1. Hälfte, S. 213 und 214.)

Kaliumdicliromat"als Titrirsubstanz für Alkalien ist von M. Richter (R e P-d. analyt. Chem. 1882, S. 138, 139) empfohlen, nach der Formel K 2 Cr 2 0 7 +K 2 0 = 2K 2 CrO ( . Das Dichromat wird in Wasser gelöst und mit nur sehr wenigPhenolphtale'in versetzt. Grosse Mengen des letzteren verlangsamen die Endre-action. Die Dichromatlösung muss mit Schwefelsäure und die Kalilauge mit Phe-nolphtale'in eingestellt werden, weil Lackmus weniger empfindlich ist. Bein i ""tritt des Kalis in die Lösung des Dichromats geht zunächst die gelbrothe Farbedesselben in die gelbe des Kaliummonochromats über und bei jedem Tropicades Kalis tritt an der Einfallsstelle eine Rothfärbung auf, welche beim Schüttein

schwindet. Am Schlüsse der Reaction^bleibt die rothe Farbe einigemale lang mbestehen. Mit einer schwach gelbrothen Färbung soll man aufhören und * ^Vergleich eine Lösung des Monochromats von gleicher Concentration heranzie(lg K 2 Cr0 4 in 150200g Wasser). Der Uebergang aus der sattgelben in arothgelbe Farbe ist sehr scharf.