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Erg.-Bd. (1884)
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Vinum. Sehwefligsäure.

Nach L. Weigekt (Zeitschr. f. analy. Chem. XIX, S. 45) werden 50ccmWein mit 5ccm Amylalkohol einige Minuten durchgeschüttelt, der bei ruhigemStehen an der Oberfläche sich ansammelnde Amylalkohol abgegossen und in einergleichen Menge Weingeist gelöst. Einige Tropfen Ferrichloridlösung rufen indieser Lösung die Salicylsäurereaction hervor; die Gerbsäure des Weines würdenur spurenweise vom Amylalkohol aufgenommen und wäre daher nicht störend.

Bestimmung der Salicylsäure im Weine von A. Remont in Chem. Centralbl.1881, S. 773.

Pertele versetzt 100200 cem Wein mit Leimlösung bis zur vollständigenFällung des Gerbstoffes, dampft den Wein mit dem Niederschlage bis zur Syrup-dicke ein und schüttelt diesen Rückstand mit Aether aus, in welchen die Salicyl-säure übergeht. Chem. Ztg. 1881, S. 815.

Die Conservirung der Weine durch Salicylsäurezusatz war bisher in Frank-reich untersagt, jedoch ist man in neuerer Zeit .zu der Ansicht gelangt, dass 10bis 40 g Salicylsäure auf 1 Hectoliter Wein für die Gesundheit ohne Nachtuensind. Uebrigens wird der Geschmack des Weines bei 0,4g auf 1 Liter zieraheßunangenehm gemacht.

Sehwefligsäure, welche theils durch das Schwefeln der Fässer, theils aucndurch Zusatz von Natriumbisulfit behufs Beschränkung] und Verbesserung derWeingährung oder zur Conseryirung und Gesunderhaltung der Weine in dieselbengelangt, soll nur in geringen Mengen vertreten sein z. B. im Liter höchstenzu 0,1g.

Die Erkennung gegenwärtiger Schwefligsäure ist nicht schwer. Aus einen»Glaskölbchen mit winkelig gebogenem Glasröhre, welches in einem Reagircylnwam Niveau einiger cem Wasser ausmündet, worden 35ccm tlberüestillirt,Destillat nach Zusatz von etwas Salzsäure und Baryumchlorid mit KaliurnhyP 6manganat versetzt, so lange sofortige Entfärbung eintritt. Bei Gegenwart voScliwefligsäure entsteht eine Trübung oder Fällung, aus Baryumsulfat bestehen-Das Destillat würde auch wenig Jodstärke entfärben oder einen Zusatz von eingen Tropfen Jodwasser. Auch Jod führt die Schwefligsäure unter Entfärbung

Schwefelsäure über. Zur quantitativen Bestimmung werden lOOccm

Wem

mit 3 4ccm Phosphorsäure versetzt und in vorerwähnter Weise mindeS e20ccm abdestillirt. Oder man bestimmt im Weine zuerst die Schwefelsäure, canach Zusatz von Kaliumhypermanganat oder Jodlösung die dadurch aus Schwesäure entstandene Schwefelsäure. Die Baryumsulfatmenge mit 0,27468 nvu f\cirt ergiebt die entsprechende Menge Schwefligsäureanhydrid. Um das B alVsulfat im Filter zu sammeln ist die Flüssigkeit zuvor aufzukochen (Hager)-

B. Haas oxydirt die Schwefligsäure durch Jod. Er destillirt die freigem»^ gSäure im Kohlensäurestrome in eine wässrige Lösung von 5 g Jod una >Kaliumjodid, aufgefüllt bis zu 1 Liter. Aus dieser Lösung wird die Schwsäure als Baryumsulfat abgeschieden und bestimmt und daraus die ^ eI j.?kizenSchwefligsäure berechnet. Beschreibung der Operationen und des dazu no igApparats findet man in Ber. d. d. chem. Ges. XV, S. 154; chem- Centr1882, S. 427. . lliren

L. Liebermann lässt ebenfalls 1520 cem von 100 cem Wein abd ^" 9äureund dem mit gleichviel Wasser verdünnten Destillate einige Tropfen io ^zusetzen. Unter Jodabscheidung entsteht aus der Schwefligsäure Schwele ^.Oder man soll das mit Salzsäure, Baryumchlorid und etwas Salpeters»«* ^. 0setzte Destillat erwärmen (sehr unsichere Reaction, Hagfr) , oder man s ^ er .Schwefligsäure durch Wasserstoff im Status nascendi in Schwefelwasserstofuhren. Ber. d. d. eh. Ges. XV, 8. 439.