Urina. Harnzucker.
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völlig ausgefällt. Um die Harnsäure nicht mit Harnzucker zu verwechseln, sollman die Harnsäure unter Anwendung von Siedehitze durch Fällen mit Salzsäureoder durch Filtration durch Thierkohle beseitigen. Letztere muss feingepulvertsein und die Flüssigkeit darf sich niemals über dem Niveau der Kohle im Filterbefinden. Will man die Harnsäure nicht entfernen, so muss die Flüssigkeit unterErhitzen bis auf 60—70° mit FEiiMNG'scher Lösung (Seignettesalz enthaltenderkalischer Kupforlösung) behandelt werden (Archiv f. d. ges. Physiol. XXVII,S. 22—59; Kep. der analyt. Ch. 1882, S. 76 — 78). Auch Kreatinin reduoirtkaiische Kupforlösung. Ein Gehalt von 0,09 Proc. macht den Nachweis von0,018 Proc. Zucker unmöglich. Das Nähere hierüber und über das Verhaltendes menschlichen Harnes dem Cuprioxyd und Alkali gegenüber, und dadurchbedingte Modificationen bei den TiiOMMiiK'schen Proben berichtet Wobm-Müllebim Archiv f. d. ges. Physiol. XXVII, S. 69—86 und 96 — 106 und Rep. deranalyt. Ch. 1882 g. 78-80.
Vor der Reaction mit kalischer Kupferlösung ist, liegt nur geringerZuckergehalt vor, das Kreatin nothwendig zu beseitigen. Camelutti und Va-eente entfärben lOOccm Hain mit Thierkohle, verdunsten ihn bis zur Syrup-consistenz, setzen leem einer salzsauren 25 proc. Zinkchloridlösung (aus 1 Th.Zinkchlorid, 1 Th. Salzsäure und 2 Th, Wasser) hinzu, dann das doppelteVolumen Weingeist, verdampfen hierauf den Weingeist und verdünnen den Rück-stand mit Wasser bis auf lOOccm. Diese Flüssigkeit wird nun auf Zucker unter-sucht (Bor. d. d. ch. Ges. 1881 No. 19).
Einen Taschenapparat für Aerzte zur Erkennung des Zuckers undEiweisses im Harne beschreibt G. Döll (Karlsruhe) ph. CentraTh. 1882, S. 214;Rundschau f. d. Int. der Pharm. 1882, S. 185. Der Apparat fasst Metapho-sphorsäure, und in Pulverform alkalische Kupforlösung (entwässertes Natriumsulfatenthaltend). Da durch den Sauerstoff der atmosphärischen Luft das aus derkaiischen Kupferlösung abgeschiedene Cuprooxyd sehr bald in Cuprioxydzurückgeführt wird, so nimmt Battandier die Bestimmung in einem Kolben vor,welchem 2 Glasröhre aufgesetzt sind, davon das eine mit einer Moiiit'schcn Bü-rette, welche den Harn einschliesst, communicirt, das andere den Dämpfen Ab-rluss gestattet. Vor der Reaction ist die in der kaiischen Kupferlösung enthalteneLuft durch Erhitzen bis zum Aufkochen zu verjagen.
Ueber Acetongehalt des diabetischen Harnes, Acetonurie, vergl. manunter Aceton S. 1179.
Ueber die Bestimmung des Harnzuckers auf dem Wege der Polarisationdes Lichtes vergl. man das unter Saccliarum S. 1059 Angeführte, so wie diedarüber von GÄNGE im Archiv der Ph. 1881, 2. Hälfte, S. 95, gemachtenBemerkungen.
Von ANNEESENS wurde Harn einer am Staar leidenden Person untersucht,welcher einen röthliohen Harnsäurebodensatz bildete, 1,022 schwer, im Uebrigennormal war. Kaiische Kupferlösung reducirte er sogar in der Kälte und wurde»ein Zuckergehalt auf 8,07 g im Liter bestimmt. Dieser Harn lenkte den pola-risirten Lichtstrahl aber nur soweit ab, dass danach ein Zuckergehalt von 0,26Proc. hätte angenommen werden müssen. Dieser Fall lässt wiederum d le optischeMethode der Zuckerbestimmung im Harne als eine hinfällige er-kennen. ANNEESENS glaubt, dass hier die von Cassemann (Petersburg) voreinem Decennium erwähnte, mit Alcapton bezeichnete Zuckerart vorgelegenhabe. Diese Zuckerart ist amorph und flüssig (Archiv der Ph 1882, S. 382).
Ein diabetischer Harn, welcher durch Ferrichlorid rothgefärbt wird,soll Essigsäure enthalten. (Deichmüixbb, Tom.ens, Ann. des Ch. CCIX,22 und 30.)