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Urina. Harnzucker.
Lichtstrahl nach links dreht, doch letztere Eigenschaft wird stets auch der nor-male Harn zeigen, wie Haas (Centralbl. f. d. med. Wiss. 1876 Nr. 9) angiebt.
Morphin, Chloralhydrat in starken giftigen Gaben haben nur zuweileneinen Zucker enthaltenden Harn zur Folge. Vergl. auch Urochloralsäureunter Chloral 8. 1184.
Ein neues Prüfungsverfahren auf die Anwesenheit von Zucker im Harne hatBrücke angegeben. Die im Handb. II, S. 1183 angegebene Präliminarprüfung'mit alkalischer Wismnthlösung hat vor der mit alkalischer Kupferlösung den Vorzugweder durch einen Harnsäuregehalt, noch durch einen Kreatingehalt des Harnesim mindesten alterirt zu werden. Da indess mitunter in einem Harne auch Spureneiner Schwefelverbindung vorkommen, welche zu einer ganz ähnlichen Farben-reaction Veranlassung geben, wie dies bei einem Gehalt an Zucker der Fall ist,so schlägt Brücke vor, den auf Zucker zu prüfenden Harn (falls er eine Schwe-felverbindung enthält) schwach mit Salzsäure anzusäuern, ihn hierauf mit einer an-gesäuerten Auflösung von Kaliumwismuthjodid zu versetzen (wodurch jede SpurSchwefel entfernt, ein etwaiger Gehalt an Zucker aber nicht im mindesten alte-rirt wird), dann nach einigen Minuten zu filtriren und das Filtrat unter Zusatzeines Ueberschusses von concentrirter Aetzkalilösung einige Minuten lang WJkochen; findet hierbei nunmehr eine Grau- oder Schwarzfärbung der Flüssigk eltstatt, resp. ein ebenso gefärbter Niederschlag, dann ist ein Zuckergehalt am 3Bestimmteste constatirt. Auf einen etwaigen Schwefelgehalt des Harnes ist au''' 1schon im Handb. II, S. 1183 bei der Prüfung auf Zucker Bedacht genommen-Die Kaliumwismuthjodidlösung Brücke's wird durch Auflösen frisch gefällte 11Wismuthsubnitrats in einer genügenden Menge heisser Kaliumjodidlösung untelZusatz von Salzsäure dargestellt. Es dürfte die im Handb. I, S. 206 angeg e 'bene Darstellungsweise wohl den Vorzug verdienen. Für dio Darstellung j eneReagens wäre verwendbar das aus 5,5 Wismuth gewonnene, frisch gefällte, noej 1feuchte Subnitrat. Dieses trägt man nach und nach in eine kochend heisse L 0 'sung von 30,0 Kaliumjodid in 150,0 dest. Wasser. Nach zehn Minuten lang eXAgitation macht man einen Zusatz von ungefähr 5,0 einer 25 proc. Salzsäure.
Der innerliche Gebrauch von Benzoesäure und Salicylsäure ^ u*>deren Salze versetzt den Harn in einen Zustand, in welchem er auf kaltenKupferlösung reducirend wirkt. Bei der Untersuchung des Harns auf Zuck 01gehalt sind über den Gebrauch genannter Säuren und Salze Erkundigungen enlzuziehen.
Die optische Prüfung auf llarnzucker hat empfindliche Seiten, denngiebt den polarisirten Lichtstrahl rechtsdrehende Harne, welche frei v .Zucker sind. Auch BORNTRÄGER hatte, Harne vor sich, deren Rotationenund +0,6 betrugen, ohne Zucker zu enthalten. Die Harne kamen von Personen»welche Morphinophagen gewesen und schon seit einer Woche entwöhnt, »Morphinohyperoptiker geworden waren (Archiv der Ph. 1880, 2. Hälfte, 8. %y>'
Die Bestimmung kleiner Mengen Zucker im Harne mittelst kalischer Kup .j (1lösung ist eine unsichere und erfordert verschiedene VoMlichtsmassnahmen, we !f'Worm-Müller des Näheren bespricht, im Arch. f. d. ges. I'hysiolog.; pharm. Ui'tralh. 1882, S. 143 und 144. Jedenfalls ist es angezeigt, um sicher zu gene >neben der Methode mittelst kalischer Kupferlösung auch die KNAPP'sche Metnooder eine andere (Ilandb. II, S. 1184) anzuwenden und die unter SaceharS. 1056 und 1057 dieses Ergänzungsbandes angegebenen Notizen zu beaefl •
Worm-Müller fand, dass die Harnsäure eine Reductionswirkung aut /j ulische Kupferlüsung ausübt und gebildetes Cnprooxyd mehr oder wenigerLösung erhält, wenn der Glykosogchalt des Harnes gering ist; werden a *^8 .2 Mol. Cuprisulfat auf 1 Mol. Harnsäure angewendet, so wird «las Cu 2 U