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Erg.-Bd. (1884)
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1197
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Urina. Urobilin. Zucker.

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Einwirkung der Bauchspeicheldrüse auf Eiweissstoffe Phenol entsteht, Phenolauch im Harne vertreten ist.

Tyrosin und Leucin finden sich meist im Harne bei gelber Leberatrophie,chronischer Leberatrophie, Leukocythämie, Typhus, Blattern, auch bei Ikterusin Folge Obstruction der Gallenwege. Während der Reconvalescenz verschwandzuerst Tyrosin, dann Leucin. Das Auftreten von Tyrosin und Leucin scheintauf einer entsprechenden Harnstoffabnahme zu beruhen (med. Neuigk. 1881, 8- 4).

Untmrtiwelligsiinrc wurde von Schmiedeberg und Meissner im Katzen-harn, Hundeharn, und von Strümpell im Harne eines Typhuskranken aufge-funden (Ztschr. f. analyt. Ch. XVI, S. 134).

Urobilin. Es giebt Harne von orangegelber auch rother Farbe, Ha-rn opba'in-Harne, welche aber nicht ikterische sind, also keine Gallenfarb-stoffe enthalten, auch nicht durch Blut gefärbt sind. Die orangegelben Harneunterscheiden sich von den ikterischen, dass sie mit Salpetersäure nicht dieFärbungen: grün, blau, violett, röthlich, orangegelb ergeben, sie werden vielmehrdurch Salpetersäure dunkelroth oder mahagonifarben. Mehu bezeichnet diesellämophai'nliarne passender mit: hepatische Harne. Um den rothen Farbstoffzu sondern, soll man 1 Liter Harn mit 2g Schwefelsäure versetzen und danndarin Ammoniumsulfat bis zur Uebersättigung auflösen. Das Pigment scheidetähnlich dem Ferrihydroxyd ab. Es wird gesammelt, mit gesättigter Ammonium-sulfatlösung ausgewaschen, getrocknet und endlich mittelst absoluten Weingeistesixtrahirt. Wird zu der weingeistigen Pigmcntlösung tr-icknes Zinkcblorid gesetztund nach dem Umschütteln liltrirt, so erscheint das Filtrat im durchfallendenLichte rosenroth, im auffallenden Lichte dunkelgrün. Dieses hepatische Pigment,Urobilin, ist auch löslich in Wasser und in Amylalkohol (Zeitschr. d. österr.

Ap.-V. 1878, S. 542, 543).

Dass rothe Harne mitunter kein Blut, kein Oxyhämoglobin enthalten, be-stätigte Neusseu, welchem rothe Harne von an Pleuritis und Tuberkulose Leiden-den vorlagen (ehem. Centralbl. 1882, S. 244).

Zocker im Harne (Handb. II, S. 1182). Pavy hat die Beobachtung ge-macht, dass Zucker (circa 0,05 g auf d. Liter) ein constanter Bestandtheil desHarnes sei. Hager dagegen fand den Harn der Kinder und der Leute bis zum''Osten Lebensjahre frei von Zucker, dagegen traf er in dem Harne gesunderalter Leute zuweilen Spuren Glykose an (ph. Centralh. 1877, S. 233). M. Abelesgelang es ebenfalls wie Pavy, im normalen Harne Zucker anzutreffen, und hälter geringe Mengen Zucker für einen normalen Harnbestandtheil (Archiv der Ph.1879, 2. Hälfte, S. 543). Leumann und Seegen konnten im normalen Harnekeinen Zucker auflinden. Regulus MOSCATELLI, welcher umfangreiche Experi-mente in dieser Beziehung anstellte, gelangte zu dem Resultate, dass im physk)-1 'gischen Zustande kein Zucker mit dem Harne ausgeschieden wird, dassZucker im Harne auf einen pathologischen Zustand hinweist (Zeit-schrift d. österr. Ap.-Ver. 1881, Nr. 2).

Wie Hofmeister nachgewiesen hat, enthält der Harn der Schwangeren nichtGlykose, sondern Lactose und ist das Leiden nicht mit Glykosurie, sondern mitLactosurie zu bezeichnen.

Durch Einführung von Nitrobenzol (Mirbanöl) in die Verdauungswegekann, wie Ewald durch Experiment feststellte, Glykosurie erzeugt werden.Der im Harne gefundene Zucker erwies sich zwar linksdrehend, auch nicht gäh-»'ungsfahig, dennoch verhielt er sieh gegen kaiische Kupferlösung wie Harnzucker.Auch v. Mioiung wies nach, dass der reducirende Stoff im Harne nach einerVergiftung mit Nitrobenzol kein Harnzucker ist, dass dieser Stoff den polarisirten