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Urina. Phenol. Phosphor. Rhodan,
5—lOccm der verdünnten Phenollösung mit 2—3 Tropfen Aetzammon und dannspäter mit frischem Bromwasser zu versetzen. Hier findet die Bildung vonAnilin statt und die üeberführung desselben in einen stabilen blauen Oxydations-farbstoff. — 4. Die Ferrichloridreaction (Ergänzungsb. S. 10) steht denvorhergehenden Reactionen sehr nach. Das Weitere und Speciellere wolle man1. c. nachsehen.
Zum Nachweise des Phenols im Harne empfehlen T. u. D. Tommasi dieFichtenholzreaction. Man schüttelt den Harn mit einem gleichen Vol. Aether,decanthirt denselben, tränkt damit einen Fichtenholzspan (weniger gut Cypressen-holz und Eschenholz) oder Fichtenholzstäbchen und taucht ihn dann aufeinen Augenblick in eine 12,5proc. Salzsäure, welcher auf 100cem circa 0,2gKaliumchlorat (KC10 ;1 ) zugesetzt ist. Setzt man nun den Stab den directenSonnenstrahlen aus, so tritt in einigen Minuten die blaue Färbung ein, wennmindestens Ycooü Phenol im Harne vertreten war. Dieser Nachweis ist wederbequem noch alle Zeit ausführbar. (Ber. d. d. ehem. Ges. XIV, S. 1834.)
Phosphor im Harne findet sich wohl immer nach Vergiftungen mit Phosphor.Ueber die Prüfung des Harnes auf Phosphorgehalt nach Hager's Methode istdas Nähere schon S. 943 und 944 unter Phosphorits angegeben. Es genügt;den Harn mit Aethyläther zu schütteln und den Aetherdunst bei mittlerer Tem-peratur (15—17,5° C.) auf Pergamentpapier einwirken zu lassen, welches mitSilbernitratlösung befeuchtet ist. Zweckmässig ist es, den Harn mit etwas ver-dünnter Schwefelsäure anzusäuern, um etwa vorwaltendes Ammon unschädlichzu machen. Ein Erwärmen des Harnes darf nicht stattfinden, denn in diesemFalle würden auch andere Stoffe im Harne die Bräunung des Papiers veranlassen.Selmi hat die Auslassungen Hagek's in der ph. Centralh. 1879 No. 38 aufg e 'nommen und dahin abgeändert, dass der Phosphorharn Phosphordunst in derKälte ausdunstet und das dadurch gebräunte Silbersalzpapier mit Königswasserbehandelt eine Flüssigkeit ergiebt, in welcher Ammoniummolybdänat Phosphor-säure erkennen lässt, dass ferner der Phosphordunst das mit Brechweinstemgenetzte Papier nicht colorisch verändert. Pesci und Stbopvo erwähnen e De "'falls die Untersuchung eines 4 Phosphorharnes, welcher in einer Wasserston-atmosphäre ein phosphorhaltiges Destillat lieferte, mit Zink und 8chwefelsW rePhosphorwasserstoft entwickelte. Aus den Erfahrungen geht hervor, dass deHain nach Phosphorvergiftungen ein wichtiges Material ist, die Vergiftung durcPhosphor nachzuweisen. (Ph. Centralh. 1880, S. 166.) Selmi's Arbeit ü berdie Aufsuchung des Phosphors im Harne befindet sich im Archiv der Ph» 11880, 2. Hälfte, S. 253 — 268.
Rhodiin im IIa ine hat J. Munk unter der Voraussetzung nachgewiesen,dass wässrige Lösungen der Sulfocyansäure (Rhodanwasserstoffsäure) sich beiKochen zum grössten Theile zersetzen unter Bildung von Kohlensäure, SchffßWasserstoff, Ammoniak, Blausäure und l'ersulfocyansäure. Ein weingeistigExtractrttckstand von etwa 1 Liter Harn wurde in Wasser gelöst, mit 151e '^, fcausgefällt, der Niederschlag gewaschen und mit Schwefelsäure zersetzt, das *"aber nach vorgängiger Alkalisirung stark eingedampft, dann mit Salzsdestillirt. Im Destillate war Schwefelwasserstoff und Blausäure nachweiBD •Ebenso gelang die Darstellung aus dem Aetherextraeto. Sehr EWeckmässigauch die Isolirung mit Hülfe des Silberniederachlages. Da Rhodanide der Alk» ^mit Silberlösung einen sehr schwer löslichen Niederschlag geben, so cn ^auch der im Harne durch Silberlösung bewirkte Niederschlag neben 9'^'jigUhodansilber. In 1 Liter Menschenharn fand Munk. durchschnittlich u ' gicliNatriumrhodanid. Nach dem Einnehmen von Ammoniumrhodanid fan