Urina, Kreatin, Krytophansaure. Metalle. Avson.
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Das als Jod oder Jodoform oder als Jodid in die Verdauungswege einge-führte Jod ist im Harne selten als Jodid vertreten und wird seine Ausscheidungdurch Einwirkung von Aetzalkali meist nothwendig sein. Man vergl. auch unterIndican die IlAMMERSTEN'sche Reaction.
Kreatin und Kreatinin, Roactionen darauf nacli J. Weyl. Beim Vermischeneiner verdünnten, kaum braunrothen, wässrigen Lösung des Natriumnitro-prussids mit einer sehr verdünnten Kreatininlösung oder einem Kreatinin ent-haltenden Harne und unter tropfenweisem Zusätze von Aetznatronlösung ent-steht eine schön rubinrothe Färbung, welche nach einiger Zeit in Strohgelb über-geht. Kroatin muss (durch Kochen in saurer Lösung) zuvor in Kreatinin über-geführt werden.
Kryptophan säure (Handb. II, S. 1190) ist ein normaler Harnbestandtheil.Diese Säure (C 5 H 9 N0 5 ) wurde 1865 von W. Tudhichum entdeckt. Man zähltsie gewöhnlich zu den Harnfarbstoffen. Zu ihrer Abscheidung wird (Pelügek'sArchiv XV.) der frische Harn mit Kalkmilch versetzt, filtrirt, das Filtrat durchAbdampfen eingeengt, mit Essigsäure angesäuert und bei Seite gestellt. Die sichabsetzenden Krystalle werden beseitigt, die syrupöse Flüssigkeit aber mit 90-proc.Weingeist gemischt. Der dadurch entstandene Niederschlag wird mit Weingeistgewaschen, in Wasser gelöst und wiederum mit Weingeist gefällt. Der Nieder-schlag besteht aus Kryptophanaten des Kalkes und der Alkalien. Kryptophanategeben mit Ferrichlorid einen braunen Niederschlag. Die Kryptophansäure bildeteine amorphe gummiähnliche Masse, ist löslich in Wasser, wenig löslich in Wein-geist, schwer löslich in Aether. Durch Mercurinitrat wird sie aus ihrer wässrigenLösung gefällt.
Metalle, Metallolide, wie Arsen, Blei, Kupfer, Wismnth etc. im Harne nachzuweisen,soll man nach E. Reichakdt 1—2 Liter Harn erwärmen, mit einem Paar TropfenSalpetersäure ansäuern und */ 2 — 1 Stunde hindurch einen Schwefelwasserstoil'gas-strom hindurchleiten. Das einzuschlagende Verfahren vergl. man im Archiv derPL 1880, 2. Hälfte, S. 291, 292.
Der Arsennachweis auf mikroskopischem Wege (nach Hageb) gelingt ingewandter Hand. 3 — 4ccm des Harnes werden mit 3 — 4 Tropfen Glycerin,ca. 20 Tropfen Ammoniumoxalat und einigen Tropfen Aetzammon gemischtund y. 2 Tropfen der Mischung auf dem einen Drittel eines Objectglases dünn aus-gestrichen und über einer Weingeistflamme unter Hinundherbewegen eingetrocknet,so lange Dampf aufsteigt und bis der Fleck trocken erscheint. Unter dem Mi-kroskop bei circa 150-facher Vcrgrösserung findet man, war Arsen gegenwärtig,dunkle bis schwarze Massen innerhalb von hellen Kn stallkreisen, oder dunkle grau-schwarze Krystallreihen. Sollten diese nicht vorhanden sein, so setzt man auf denFleck noch einen halben Tropfen der Mischung, erhitzt nochmals in gleicher Weise,aber etwas stärker, und prüft wiederum optisch.
Bleistoffe gehen nicht in den Harn über, und ihre Seeretion erfolgt nurauf dem Darmwege. Sobald Kaliumjodid in die Verdauungswege eingeführt wird,wird auch Blei reichlich auf dem Harnwege abgeschieden. Somit scheint beichronischer Bleivergiftung der Gebrauch von Kaliumjodid die Elimination desBleies besonders zu fördern. (Annuschat. Arch. f. exp. Path. u. Pharmakol.X, 1870 S. 2(11.)
Quecksilber findet sich nach dem innerlichen und äusserlichcn Gebraucheim Harne; auch in den l'acces, im Speichel (Archiv der Ph. 1880. 1. Hälfte S. 139).Behufs Abscheidung wird der Harn mit etwas Salzsänre angesäuert und ein PaarGoldblättchen hineingehängt. Die nach 2 Tagen mit Weingeist und Aether abge-waschenen Goldblättchen werden in einem knieförmig gebogenen Glasröhrchen in dem