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Erg.-Bd. (1884)
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1189
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Unna. Harnstoff.

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Wasser, 2 ccm Brom bestehend) zu bestimmen (Rep. de Pharm. 1880, 8. 250)und das entwickelte Stickstoffgas zu messen. Die Stickstoffentwickelung wirderleichtert durch Zusatz von Zucker oder Glykose (Fauconnier, Mehü. Archivder Ph. 1880, 2. Hälfte S. 315). Mehu giebt an, dass das Stickstoffdeficit beidieser Bestimmung um so grösser sei, je verdünnter die Hypobromitlösung undje niedriger die Temperatur ist. Bei Harn wird durch Glykosezusatz der ent-wickelte Stickstoff um 45 Proc, selten um mehr gesteigert. Es hängt diesvon sonstigen Bestandteilen des Harnes ab. Enthält dieser wenig Extractiv-stoff, so ist der Zuwachs grösser, enthält er aber Blut, Eiter etc., so ist derZuwachs im Gegentheil kleiner, namentlich nach Beginn der fauligen Gährung,(Chem. Centralb. 1880, S. 377).

Der Harnstoff zersetzt sich mit Natriumhypobromit nach folgenderGleichung: C0 2 (NH 2 ) 2 + 3NaBrO = 3NaBr+C0 2 + N 2 + 2H 2 0. Es sind also 3Mol. Hypobromit zur Zersetzung eines Mol. Harnstoff erforderlich. Die Bestim-mung führt Quinquaud maassanalytisch durch eine alkalische Lösung von Na-triumarseniit (19,8 g As 2 0 :1 im Liter) unter Zusatz von einigen Tropfen Indig-schwofelsäure aus (Compt. rend. 93, S. 82). Eine Controle dieser Bestimmungveröffentlicht C. Arnold im Rep. d. anal. Ch. 1882, Nr. 1 und Nr. 3, S. 41.Statt der Indigolösung als Indicator wendet Arnold eine Lösung von Carmiuin Natronlauge in einer Concentration an, dass lccm der zu titrirenden Flüssig-keit zugesetzt durch den kleinsten Tropfen Hypobromitlösung entfärbt wird.Diese Reaction ist wegen des Ueberganges aus Dunkelpurpurroth in Gelb äusserstscharf, auch bei Lampenlicht zu erkennen. Die Titrirungen wurden mit Hypo-bromitlösungen ausgeführt, welche 0,5 bis auf 8,0 ccm Brom in lOOccm Kali-lauge enthielten. Zuerst setzte Arnold die Hypobromitlösung im Uebersehusszur Harnstofflösung. Es ergab sich, dass je weniger Uebersehuss desto niedrigerdie Harnstoff menge gefunden wurde. Nach dem Aufhören der Gasentwickelungwurde soviel Arsenigsäurelösung zugesetzt, bis ein einfallender Tropfen der Car-minnatronlösung nicht mehr entfärbt wurde, und schliesslich Hypobromitlösungbis zum Verschwinden der rothen Farbe hinzugesetzt. Hierbei ergab sich, dassje kürzer der Zeitraum zwischen dem ersten Zusatz von Hypobromit- und ArsenigSäurelösung, um so hoher stieg die Zahl der verbrauchten ccm Hypobromitlösung,also auch die Zahl der gefundenen Harnstoffmenge, obgleich man das Gegentheilbätte erwarten sollen.

Daraus folgt, dass die Bestimmung des Harnstoffes mittelst Hypobromit»wenig Sicherheit bietet. Dieselbe Bestinnnungsmethode wurde ebenfalls von F.A. Falk geprüft: Rep. d. anal. Ch. 1882, S. 45.

Wokmley fand, dass die Bestimmung des Harnstoffes mittelst Natrium-hypobromits nur dann richtige Resultate, bietet, wenn das Reagens frisch be-reitet und die Harnstofflösung genügend verdünnt ist. Auf 1 Th. Harnstoff sind1200 Th. der Hypobromitlösung zu verwenden. Den APJOHN'sehen Apparat fander hierzu sehr passend (Chem. News XXXI, S. 63).

Bei der LlEBlG'schen Methode der Harnstoffbestiimnung durch Titrirung mitMercurinitrat (Handb. II, S. 1188) soll man ihn nach E. PrLÜGER bis zu 14Proc. und mehr zu niedrig finden. Zur Erlangung richtiger Resulate ist dieHarnstofflösung vorzutitriren und zwar dadurch, dass man solange Mercunnitrat-lösimg zufliesscn lässt, bis ein Probetropfen auf einer Glasplatte mit einem dickenTropfen aufgeschwemmten Natriumbicarbonats beim Durcheinanderruhren blei-bend,. Gelbfärbung zeigt. Dann ist man nur um einige Zehntel vom Endresultateentfernt und schreitet nun zur stetigen Titrirung d. h. man neutralisirt erstnach vollständigem oder nur um einige Zehntel ccm zu geringem Zusätze derMercurinitratlösung. Alternirend nennt PFLÜGEB die Titrirung, wenn man die