1188
Urina. Harnstoff.
Form eines krystall. bräunlichgelben, in Wasser schwer, in Weingeist nicht lös-lichen Niederschlages. Wie Dkeschel fand, ist die Fällung keine vollständige(Archiv der PL, 1. Hälfte, S. 132).
Lecomte's Verfahren der Harnstoffbestiramung beruht auf der Einwirkungdes Chlors (Natriumhypochlorits) auf Harnstoff, denselben in Kohlensäure undStickstoffgas umzusetzen (CH 4 N 2 0 + H 2 0 + 6C1 = 6HCI + C0 2 + N 2 ). Die Koh-lensäure wird mittelst Alkalis rcsorbirt und Stickstoffgas wird gesammelt undgemessen. 0,1g Harnstoff giebt 34 ccm Stickstoff aus. Eine Parallele hierzu istdas YvoN'sche Verfahren, nach welchem in Stelle des Chlors Brom in An-wendung kommt. Nach Yvon liefert 0,1g Harnstoff 37 ccm Stickstoff. 5g Bromwerden in 30ccm Natronlauge gelöst und mit 125 ccm destill. Wasser verdünnt.Das Instrument ist ein Urometer, bestehend aus einem an beiden Enden offenem,circa 40cm langen Cylindorglasrohre, welches mittelst Glashahnes in 2 Theüegetheilt ist. Der obere, ungefähr 10 cm lange Theil (A) ist in Vio CCIn g etneilt >ebenso der untere Theil (B), der O-Punkt liegt aber beiderseits am Glashahno.Diese Vorrichtung, der Hahn geöffnet, wird in ein mit Quecksilber gefülltesGefäss so gestellt, dass das Quecksilberniveau den Hahn berührt. Nun wirddieser geschlossen. Alsdann giebt man in den obaren Theil (A) des Glasröhre»3 ccm des mit der 4-fachen Menge Wasser verdünnten Harnes. Hebt man dasGlasrohr den Hahn zugleich öffnend, so fliesst der eingegossene verdünnte Harnin den unteren Theil. Mau schliesst den Hahn und giesst in A 1—2ccm Na-tronlauge, welche man in gleicher Weise durch Heben des Cylinders und Oeffhendes Halms in den Theil B einfliessen lässt. Der Zweck dieser Operation l9tdie Zuführung der der Glaswandung anhängend gebliebenen Harntheile zu deinin B befindlichen Harne. Nach Scliluss des Hahnes darf in B sich kein l' ll |"Wäschen vorfinden. Nun füllt man den oberen Theil A mit der Natriumhypobroiw -lösung und lässt diese in gleicher Weise in den unteren Theil B, aber möghc" 8schnell einfliessen. Die Reaction geht sofort vor sich. Die Menge des freig cwordenen Gases liest man ab. 1 ccm desselben entspricht 0,0027027 g Hai' 1 *stoff. vxO,0()27027 entspricht also dem Gewichte Harnstoff in 3ccm Harnverdünnt mit 12ccm Wasser. Viele Chemiker ziehen das EscHBACH'sche Uro-meter dem von Yvon empfohlenen vor.
Die BüNSEN'sche Methode bezweckt die Ueberführung des Harnstoff*' 3 'Ammoniumcarbonat. Eine Portion Harn wird mit ammoniakalischer Baryumchlonlösung gefällt, filtrirt und im üelbade 2—3 Stunden hindurch bis auf 200 •erhitzt. Das abgeschiedene Baryumcarbonat entspricht der 0,4041-fachen MenfeHarnstoff. Die . ,
llKJNTz'sche Methode basirt auf der Umwandlung in Ammonsalz, m eman (Ya HarnstoffsubBtanz mit Schwefelsäure bis auf 200° C. erhitzt. Die 'Harne vorhandenen Ammonsalze sind in Abzug zu bringen. Behufs derStimmung als Nitrat wird der Harn bis auf >/ 10 seines Vol. eingedampft "nach dem Erkalten mit concentrirter reiner Salpetersäure im üeberschusasetzt. Das sich abscheidende Harnstoffnitrat wird gesondert und gewogen-
Millon's Bestimmung beruht in der Ueberführung des Harnstoffes a
SalpetrigSÄUre in Kohlensäure und Stickstoff (CII l N 2 0+N0 2 H= 2N '2+ |X
3H,0). Die Salpetrigsäure wird in Form des MnxoN'schen Reagens angewen •
Beihilfe von conc. Schwefelsäure gebraucht wird (z. B. Fig.
Als'Apparat dient ein solcher, wie er zur Bestimmung der Kohlensäure
wird (z. 15. Fig. 14, Handb. I, ,»• ^
Liebig's Bestimmungsmethode ist im Handb. II, S. 1188 susfubrnenschrieben. Yvon's
De Thieeey hat einen besonderen Apparat componirt, um nach ffl
Methode Harnstoff mittelst Natriumhypobtom'ts (aus 40ccm Natronlauge, >