Unna. Gallenbestandtheile.
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teln des Harnes mittelst Aethyläthers. Diese Aetherlösung drehte den polari-sirten Lichtstrahl etwas nach links. Wahrscheinlich war hier noch ein fremderKörper (Glykocholsäure) von Einfluss, weil die reine Cholesterinlösung starklinksdrehend wirkt. Der wachsähnliche Verdampfungsrückstand der Aether-lösung wurde mit weingeistiger Aetzkalilösung aufgenommen, zur Trockne ein-gedampft, in Wasser gelöst und wiederum mit Aether ausgeschüttelt. Der Ver-dampfungsrttckstand dieser Aethorlösung wurde durch absoluten Weingeist inKrystalle übergeführt (vergl. Fig. 323, auf Seite 1211, Handb. II). Conc.Schwefelsäure und Jod ergaben eine blaugrüne, conc. Schwefelsäure und Ammon(Schiffs Keaction) eine rothe Farbenreaction.
Eisen im Harne scheint nicht vorzukommen. Quillart stellte speciellephysiologische und chemische Versuche an, aber das Eisen ging in keinem Fallein den Harn über (Archiv der Ph. 1882, S. 387).
Galle im Harne (Handb. II, S. 1194). Als Reagens auf Galle und Gallen-farbstoffe im Harn dient nach Constantin Paul das Pariser Violett,Violet de Paris oder Methylanilin. Im gesunden, auch im zucker- undeiweisshaltigen Harne, verändert dieses Pigment den Farbenton nicht und esfärbt ihn bläulich violett und zwar dichro'itisch, blau im auffallenden, violett imdurchfallenden Lichte. Enthält der Harn Gallenbestandtheile, so geht der Farben-ton in Roth über, dem Blutroth ähnlich. Die Reaction ist äusserst empfindlich,jedoch unsicher, wenn der Harn Chrysophansäure enthält wie z. B. nach demGebrauch von Rhabarber oder Senna.
Eine andere, sehr leicht ausführbare Reaction auf Galle im Harne bestehtnach Rosenbach darin, denselben in ein Filter zu geben, nach beendigter Fil-tration auf die Innenseite des noch feuchten Papiers (auf die der Flüssigkeitzugewendet gewesene Seite) mit einem Glasstabe einen Tropfen conc. aber nichtrauchender Salpetersäure zu setzen und zu beobachten. Die betupfte Stellewird zuerst gelb, dann gelbroth, am Rande violett. Später bildet sich an derPeripherie der Flecke ein umfassender blauer Ring, welchen schliesslich einsmaragdgrüner Schein oder Kreis umschliesst. Diesen Modus durch Eintauchendes Papiers in den Harn abzukürzen, ist nicht zu empfehlen, weil dann dieFarbenreaction zu mangelhaft eintritt. In dem Filter hat sich eine grössereMenge des Gallenpigments abgelagert (ph. Centralh. 1876 S. 402).
II n, ukh empfiehlt zum Nachweise der Galle und Gallenp'gmente im Harne,50—100 cem desselben gelind zu erwärmen, mit Barytwasser bis zur alkalischenKeaction zu versetzen, den Niederschlag abzusondern und auszuwaschen. Be-sprengt man nun eine kleine Probe des Niederschlages mit salpetrige Säure ent-haltender Salpetersäure, so entstehen in den meisten Fällen sofort die bekanntenFarliennüancen. — Noch sicherer erkennt man die Gegenwart der Gallenpig-mente, wenn der Niederschlag mit Natriumcarbonatlösung erhitzt wird, wobeidie Gallenpigmcnte mit grüner oder braungrüner Farbe in Lösung übergehen.Diese Lösung kann direct oder nach vorherigem Abdampfen zur Trockne, zurAnstellung der GMELIN'schen Reaction (Handb. II, S. 1104) benutzt werden;auch ist hier die Eigenschaft der Gallenpigmente in alkalischer Lösung zu ver-werthen, nämlich nach schwachem Ansäuern mit verdünnter Salzsäure oderSchwefelsäure in grünen Flocken, welche dann weiter geprüft werden können,auszuscheiden.
A. Casali lässt zur Isolirung der Gallenpigmente den Harn mit Bleiacetatfeilen und den Niederschlag mit Salzsäure gemischt mit Aether ausschütteln.Die Aetherlösung wird in 3 Glasschälchen vertfaeilt und abgedunstet, um dannden Inhal! des ersten Schälchens mit Baryumhyperoxyd und Schwefel-
nder, l'liarm. IYaxis. Suppl.
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