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Erg.-Bd. (1884)
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1178
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Urea. Urina. Hämophain.

Ammonsalze des Harnes den Tod zuschreiben. Der Magenschleim der an Urämieverendeten Hunde war sehr reich an Ammoniak. Eine kleine Menge diesesSchleimes mit reiner Harnstofflösung in Contact gebracht erregte sofort eine Gäh-rung, was die Gegenwart eines Fermentes in dem Schleime annehmen lässt.Bekanntlich versetzt der Blasenschleim eine Harnstofflösung ebenfalls in Gährungunter Bildung von Ammoniumcarbonat (Chem. Centralbl. 1881, S. 379, 380).Richet fand, dass auch der Magenschleim an anderer Krankheit gestorbenerHunde, ebenso der Magenschleim der Menschen, der Kaninchen eine Gährungdes Harnstoffes veranlasst. Das Ferment ist wahrscheinlich ein organisiftes(Torula nach Pastkur). Eine concentrirto Harnstofflösung (10-proc.) geht nichtin Fäulniss über, sondern erleidet nur eine regelmässige ammoniakalische Gäh-rung. Diese Zersetzung des Harnstoffs kann selbstverständlich auch im Magenlebender Thiere vorsichgehen, sobald auf exosmotischem Wege Harnstoff in dieVerdauungsflüssigkeit eintritt. Die Bildung von Ammonium bei Urämie lässt sichalso auf einen solchen Vorgang zurückführen, wenn in dem Verdauungssaftejene Fermentorganismen gegenwärtig sind (Chem. Centralbl. 1881, 8. 380;Archiv der Ph. 1881, 2. Hälfte, S. 223).

Urina.

Ilarn conservirende Substanzen sind Schwefelkohlenstoff (auf 1 Liter lg-Dauer Jahre hindurch), Aether (auf 1 Liter 3g), Chloroform (auf 1 Liter2g), Amylalkohol (auf 1 Liter 1,5 g).

Hacmophainharne. Orangegelbe, grüne, rothe Harne. Der Harn nach Gebrauchvon Rhabarber und Santonin hat nach Munk's Angaben (Centralbl. f- d 'med. Wiss. 1878, S. 411) eine grünliche Farbe, welche durch Alkalien in R° tnübergeht. Alkalicarbonate erzeugen in dem Rheumharne sofort Rothfärbung, lfflSantoninharne nur nach und nach. Beim Rheumharne ist das Roth beständig, beimSantoninharne verschwindet es in 1 2 Tagen. Der durch Alkali rothgefärbteRheumharn wird durch Digestion mit Zinkstaub entfärbt, der rothe Santoninbarnaber nicht. Rheumharn, mit Barytwasser oder Kalkmilch im Ueberschuss ver-setzt, tritt die rothe Farbe an den Niederschlag ab, das Filtrat ist farblos, beimSantoninbarn dagegen ist der Niederschlag nicht gefärbt und das Filtrat ist rot»-

Icteriseher Harn. Im Harne icterischer Neugeborenen finden sich gelb 0schollige Massen, welche durch Salpetersäure, welche entfärbend wirkt, nurwenig verändert werden. Verdünnte Salpetersäure führt die goldgelbe Faroein Braungelb über. Pabbat und Robin halten diese gelben Massen für U m "wandelungsproducte der Blutkörperchen. Mit Glycerin gemischt gehen diese Massennach Monaten in nadeiförmige Krystalle über (Archiv der Ph. 1880, 1. 1I;lltte 'S. 141).

Cholcraharn. Der Harn der Cholerakranken ist an einem Eiweiss^gehalt zu erkennen. Fehlt derselbe, so liegt auch nur ein Darmkatarrh unnicht Asiatische Cholera vor.

Haragäkrnng. Normaler Harn kann keiner sauren Gährung unterliegen-Diese ist nur möglich, wenn der Harn Zucker, Weingeist etc. enthält. Für %wohnlich bleibt die anfangs vorhandene Säuremenge, ebenso die Ammoniakmcngkürzere oder längere Zeit unverändert, dann nimmt die durch Natron neutra "sirbare Säure ab, das Ammon aber zu bis zur alkalischen Reaction. Noch «rend der sauren Reaction tritt wie beim schon anfangs alkalisch reagirenHarne eine gleichmässige Trübung ein und mit ihr die Reaction auf Salpetrig