Terobinthina. Terpentinöle.
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eine völlig klare Mischung. Ein erbsengrosses Stückchen Harz wird mit 3 ccmAetznatronlauge (1,334 spec. Gewicht) übergössen und im Reagircylinder 2—3Minuten gekocht. Es darf in die Lauge nichts in Lösung übergehen und die-selbe mit Wasser verdünnt auf Zusatz von Salzsäure keine Trübung erfahren.Ein ziemlich gleiches Verhalten zeigen auch die erwähnten fremden Harze. DerMangel eines bitteren Geschmackes ist ein wesentliches Kennzeichen des Chios-Terpentins.
Die Unreinigkeiten in diesem Terpentin sind mikroskopisch betrachtet freivon Tüpfelgefässen, welche in denen der Pinus- und Abies-Harze nie fehlen.
Anwendung. Irgend ein Kaufmann hatte einen Ballen Chios-Terpentin seitDecennien auf dem Lager und um damit zu räumen, appellirte er an die Leicht-gläubigkeit der Aerzte und man sprengte das Gerücht aus, dieses Harz sei ein"Pecificum gegen Krebs. Die Erwartung erfüllte sich und es war die Waareflicht nur schnell vergriffen, sie war auch nicht mehr in ausreichender Mengeherbeizuschaffen. Der Verf. des Ergänzungsbandes verdankt den Besitz einer" r obe echter Waare nur der Güte des Apothekers Janssen zu Florenz.
Chios-Terpentin wird innerlich und äusserlich angewendet, innerlich zu 0,25—-0,5—0,75 zwei- bis viermal täglich bei Lungen- und Luftröhrenkatarrhen und^ebsleiden, äusserlich gegen krebsartige Leiden in Form von Salben und Lini-menten. Um den Chios-Terpentin in Emulsion zu geben, wäre er mit gleichviel^ndelöl durch Schmelzung zu vereinigen, und um ihn in Pillenform zu bringen,ü 'lte man ihn mit einem halben Gewichte Wachs durch Schmelzung vereinigenUI1( i mit etwas organischem Pulver versetzen.
^ Clay warnt vor falschem Chios-Terpentin (The Chemist and Druggist, 1880
aiheft), der oft schädliche, selbst gefährliche Wirkung zeige. Die falschen
a rze theilen dem Harne einen veilclienähnlichen Geruch mit und reizen die Haut
. n eigentümlicher Weise. Die Recepte, welche Chios-Terpentin vorschreiben,
sen ihn gewöhnlich mit Schwefel verbinden oder mischen.
Ueber Chios-Terpentin findet sich eine grössere Arbeit in der Zeitschr. d.
%• österr. Ap.Ver. 1880 Nr. 28, und ein Brief darüber in der Rundschau f.
u> Interessen der Pharm, etc. 1881, S. 303.
Te Oleum TereMntbinae (Handb. II, 1118 u. f.). Eine ausführliche Arbeit überrpentinöle haben R. Godkffkoy und K. Ledekmann in der Zeitschr. d. allg.
^äterr. Ap.-Ver. 1877, Nr. 24 u. f. veröffentlicht. Aus derselben sei erwähnt,ss di e fri^h i K , re jt e t en o e i e neutral sind, aber in Berührung mit Luft eine
jj re Keaction annehmen, dass der von diesem Oele resorbirte Sauerstoff, wie
die < A ZETT an Siebt, nicht in Ozon oder WasserstofThyperoxyd übergehe, sondern
rp Bildung ei, lcs Oxydes des Terpens (Ci 0 H 10 ) veranlasse, welches Oxyd mitr P e .noxydhydrat (C I(I 1I U) 0 +11,0) zu bezeichnen sei.
f„. ,'° Terpentine enthalten 5—34 Proc. Oel. Im Handel unterscheidet man
Agende Sorten:
*) Oestcrreichisches Terpentinöl, von Pinus Austriaca, ist farblosschwach gelblich, vollkommen klar. Spec. Gew. 0,864. Siedepunkt, ^57° C. Es lenkt den polarisirten Lichtstrahl naeh links ab. LöslichOftp<> 9 0-proc. Weingeist. Das rectificirte Oel hatte ein spec. Gew. vonti'nn Und W:U ' '" 8 Th * 9 °-P roc - Weingeist löslich. — 2) Deutsches Terpen-L p. Von Pinus silvestrü, Pinus Abies L., Pinus vulgaris L., Ptnus piceaSied "*' r "'" ndal " Lk. gleicht dem vorhergehenden. Spec. Gew. 0,86—0,87.Qe» Dkt 155 ~ 160 ° G - Ist linksdrehend. Das rectificirte Oel hatte ein spec.von 0,868 und war in 7 Th. 90-proc. Weingeist löslich. — 3) Fran-
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