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Erg.-Bd. (1884)
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854
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854 Oxygenium.

Oxygeniuin.

Darstellung des Sauerstoffgases (Handb. II, S. 617). Im Laboratorium <} erFirma Atcdisson & Ponzis zu Cannes wurde 1880 (fiir die Russische Kaiserin)Sauerstoff durch Erhitzen von Kaliumchlorat bereitet. In Folge stürmischer Gas-cntWickelung wurden heisse Partikel des Salzes in das aus vulkanisirtem Kaut-schuk bestehende Gasleitungsrohr übergeführt. Es mögen dadurch gleichzeitigkleine Mengen Kohlenwasserstoffgas gebildet sein, welche durch den glimmendenKautschuk entzündet wurden und eine Explosion von bedeutendem Umfange ver-ursachten. Daraus ergiebt sich die Notwendigkeit, die Gasentwickelung aUSKaliumchlorat, gemischt mit reinem Braunstein, zu bewerkstelligen und Kaut-ßchukrohre möglichst zu vermeiden. Man vergleiche auch pharm. Centralh. 1880>S. 399.

In England ereignete sich vor Jahren bei der Darstellung des Sauerstotj-gases eine Explosion, welche Menschenleben vernichtete. Wahrscheinlich en -hielt der Braunstein (Manganhyperoxyd) Schwefelmetalle oder es war demse-ben ein Schwefelmetall-haltiges Erz substituirt.

Diese Vorfälle fordern zur Vorsicht auf, und zwar ist es geboten, ein

trock-

nes oder besser getrocknetes Kaliumchlorat, welches auf Abwesenheit oxy Qtionsfähiger Substanzen geprüft ist, welche möglicher Weise aus Versehen b elgemischt sein können, wie Salze mit organischen Säuren, Oxalate, Sulfite etc. zverwenden.

Kaliumchlorat und Manganhyperoxyd sind zu gleichen Thcilen zu mlSC .und zwar in Form grober Pulver. Das Manganhyperoxyd oder der Braunswird als grobes Pulver zuvor einer massigen Glühhitze ausgesetzt, um e ' wa '^Schwefel metalle, wie Spiessglanz oder kohl ige Massen, wie roher Graphit (1 lUbago), Braun- und Steinkohle, welche nicht selten mit Braunstein AehnlicnKhaben, zu zerstören. Diese im vorliegenden Falle höchst gefährlichen Substanzkönnen aus Versehen oder auch durch Fälschung beigemischt sein. Der Brastein wird geglüht und nach dem Glühen der Vorsicht halber auch noch cheimuntersucht auf Metalle, Schwefel, Kohle. Das Gemisch aus Kaliumchlorat Tgeglühtem Braunstein ist möglichst langsam mit massiger Flamme zu orM »so dass die GasentWickelung nur allmählich gesteigert ruhig und gleicbmvor sich geht. Die Mischung giebt den Sauerstoff leicht frei, ohne dass Ka ichlorat schmilzt. Nach der Operation kann das Kaliumchlorid von Braundurch Lösung in Wasser befreit und der Braunstein durch Auswaschenscharfes Trocknen zu einer neuen Sauerstoffentwickelung verwendet werden,er ist ja nur Contactsubstanz. > 0 ff,

300g trocknes Kaliumchlorat liefern etwas über 30g oder 27 Liter Sauers

Die Anwendung des Sauerstoffs (Handb. II, S. 618) ist in FranK1 uB dnoch eine häufige und athmen Kranke Wochen hindurch täglich Vormittags ^Nachmittags je 10 20 Liter ein. Bei Vergiftungen in Folge EinatlrmenS ^Kohlcnsäure, Kohlenoxydgas und anderen Gasen soll das Einathmen dos t

Stoffs in der That von heilsamer Wirkung sein. Die Wirkung soll sich zun ^durch geistige Aufgeregtheit wie nach Weingenuss äussern und besonders ^erregen. jjjjj.

In Frankreich wird Sauerstoff, comprimirt und verdünnt, sowohl zum ^athmen wie auch örtlich auf Wunden und Hautstellen öfters angewendet- ^hat die Beobachtung gemacht, dass Sauerstoff eingeathmet von sichtlichem ^flusse auf Wunden ist und deren Heilung fördert. Langieb umgiebt d * 0 ibeGangrän ergriffene Glied mit einer muffähnlichen Kautschukhüllo und hält