Myristica.
Eine eingehende Beschreibung der Früchte und Samen verschiedener MJf'ristica-Avtm veröffentlichte J. Moeller, pharm. Centralh. 1880, Nr. 51.
Das flüchtige Oel der Muscatnüsse besteht nach Schacht aus einem demTerpenthinöle isomeren Kohlenwasserstoff und einem sauerstoffhaltigen Oele (Ma-c6n). Ersterer siedet bei 160°, letzteres bei 165° C. Myristin schmilzt bei52° C., das fette Oel der Muskatnuss bei circa 32° C.
Die Muskatnuss wird vom gewöhnlichen Volke gegen Durchfall und Wechsel-fieber gebraucht. Die Dosis sollte ein Drittel-Nuss nicht übersteigen, denSgrössere Gaben haben oft giftige Wirkungen zur Folge.
Von einigen Seiten wurden Vergiftungsfälle in Folge des Genusses von raenals 10g Muskatnuss berichtet. Die Vergiftungssymptome hatten viel Aehuhckeit mit denen nach starken Opiumgaben. In einem Falle hatte ein Mädcm?von 11 Jahren eine halbe Muskatnuss genossen und die Vcrgiftungssympw 01waren dagegen mehr denen nach starken Dosen Belladonna ähnlich. SämmtbcFälle endeten nach Anwendung von Gegenmitteln mit Genesung. Gegcnnntwaren Kaffecaufguss, Ricinusöl, Terpenthinöl (?) (The Druggist's Circular anChem. Gaz. 1879, S. 85). irJ
Sanitäts-Rath Gaulke zu Insterburg berichtet einen Fall, in welchem e 1Mann gegen Magenbeschwerden eine Muskatnuss in Pulver verwandelt einn»' ^und nach einer Stunde Vergiftungs-Symptome eintraten. Bei freiem Sensonbeugte der Mann den Körper nach vorn, hielt den Mund weit geöffnet imachte gegen die Umstehenden Bewegungen, als ob er sie beissen wolle, j-phin und Senfpflaster beseitigten erst im Verlaufe von 24 Stunden diese &v J ^thümlichen klonischen Krämpfe. Bei näherer Nachforschung ergab sieh,die Muskatnuss zur Hälfte mit einer braunen, bitterschmeckenden Masse
zogen war. Gaulke vermuthete in diesem Ueberzuge den eingetrockneten
Milch-
saft einer [/pas-Species, vielleicht durch Zufall mit der Muscatnuss in Borübr' Bgekommen. Prakt. Arzt 1880, Nr. 10. üeber die giftige Wirkung grosser t»ben Muscatnuss vergleiche man pharm. Centralhalle 1881, S. 32.
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Macis. Prüfung der Waare des Materialisten oder Kleinkaufmannes.Muscatblüthe, der Samcnmantcl der auf den Molukken einheimischen mindien eultivirten Myristica fragrans IIouttuyn, ist die beste und ofnciWaare, es kommen aber auch die Samenmantel anderer Myristicaarten in j ieHandel, welche nur weniger aromatisch sind, aber als Gewürz für die j,
meist befriedigen. Mancher Waare fehlt das Gewürzhafte und muss sie ^Geruch und Geschmack geprüft werden, in so fern sie in ihrer Form und <oft wenig von der besseren Waare abweicht. Da die Macis an der . S " ,lU Q C 0 [e.trocknet wird, so erleidet sie hierbei immer einen Verlust an flüehtigena ^Dass die Materialwaarenhändler nur die officinelle Waare halten und ve ? y or _sollen, ist durch kein Gesetz bestimmt, es kann also dem Verkäufer ke . m llsl]U lwurf gemacht werden, wenn er die geringere Waare seinem Kunden in die '^ 0 .giebt, der immer in der Lage ist, die erhaltene Waare nach Geruch unschmack selbst zu controliren. yon
An die gepulverte Macis kann allerdings die Frage auf Beimischung . gStoffen, welche nicht Macis sind (z. B. Curcumapulver), herantreten. V aS hwere rpulver ist röthlichgelb von dem Geschmacke und Gerüche der Macis und sc Wa8gerals Wasser, denn wenn man in einem Probircylinder das Pulver mit B j eeine Minute kräftig durchschüttelt, so sammelt es sich in der Ruhe am