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Erg.-Bd. (1884)
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730
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Morplrinum hytlrochloricum.

Der in dieser Weise flüssig gewordene Schnee wird filtrirt und in ge*schlossenen Flaschen aufbewahrt. Mehrere 5-proc. Morphinhydrochloridlösungenmit Schneewasser haben sich im Verlaufe von 9 Monaten nicht im Geringstenverändert.*)

Madsen machte (Ny pharm. Tid., Jahrg. 9, S. 390) darauf aufmerksam,dass man im Handel zuweilen ein sauer reagirendes Salz antreffe, welches beisubcutaner Anwendung Schmerzen verursache, dass sich aber dieser Uebelstanddurch eine genügende Menge Natriumhydrat beseitigen lasse. Ein sauer rea-girendes Morphinhydrochlorid, ein Salz mit mechanisch anhängender Salzsäure,dürfte wohl bei uns in Deutschland selten vorkommen, wenigstens vermochteHager seit October 1877 unter 11 Salzen, zu verschiedenen Zeiten aus Dresdenund Berlin bezogen, kein einziges mit saurer Reaction anzutreffen. Andererseits

äussert eine 0,1-proc. Salzsäure subcutan injicirt keine irritirende Wirkung

und

bei einem sauer reagirenden Morphinhydrochloride dürfte die Lösung desselbennie einer 0,lproc. Salzsäure entsprechen.

Die Entsäuerung des Morphinliydrochlorids lässt sich einfach dadurch er-reichen, dass man das Salz in flacher Schale ausbreitet mit Fliesspapier bedeeKund mehrere Tage bei mittlerer Temperatur beiseite stellt. Die freie Salzsäuredampft theils freiwillig ab, theils wird sie durch das in der Luft nie fehlendeAmmon neutralisirt. Wäre der Gehalt an freier Säure so stark, dass der m 1Aetzammon genässte und genäherte Stab dicke Nebel herabfliessen lässt, so dürtzur Entsäuerung ein Umkrystallisiren nicht zu umgehen sein.

Das Morphinhydrochlorid bildet verschieden grosse Krystalle. Das aus dekleineren Krystallen bestehende Salz nimmt fast ein doppelt so grosses Volumeein als das aus den grösseren Krystallen bestehende. Der Feuchtigkeitsgeliadurch zwei Tage dauerndes Erwärmen bis zu 5060° bestimmt betrug in aeleichten Salze 12,52, im schweren 12,5 Proc. (Hagek). Jetzt bringt man daMorphinhydrochlorid meist in kleinen leichten würfligen Blöckchen in den Hau

Das wasserhaltige krystallisirte Salz ist in heissem Weingeist leicht löslio ,geht aber in dieser Lösung in den wasserfreien Zustand über und scheidewasserfreien Krystallen aus, welche in wasserfreiem Weingeist nur in Spurenlieh sind. Aehnliche wasserfreie Krystalle entstehen unter denselben Verhältnisauch bei anderen Morphinsalzen z. B. dem Morphintartrat (0. Hesse, HAChem. Centralbl. 1881, S. 296. Pharm. Centralh. 1880, S. 228).

Prüfung (Handb. II, S. 471). Das Morphinhydrochlorid darf höchstens Spure»Ammon enthalten, d. h. die Reaction auf Ammon mit dem mit 12,5-procsäure benetzten Glasstabe darf bei einer Mischung von 0,1 des Salzes mi Kammonfreien Wassers nach dem Zusätze von circa 1,0 Natronlauge nichtsichtlich oder deutlich zu erkennen sein. Enfernte Spuren Ammon fehlen ^

Einen Gehalt an freier Salzsäure erkennt man beim Nähern eines mit Amgenässten Glasstabes in die Oeffnung des Standgefasses des Morphinsalzes,solches saures Salz ist nicht zulässig. ^ 4

Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt gewöhnlich 12,513,5 Proc. Ueber kn " an gdarf er nicht hinausgehen. Die Bestimmung des Wassergehaltes, die Austroo ^geschieht in der Wärme des Wasserbades. Nach der Berechnung betragWassergehalt 14,38 Proc. Es existirt auch ein krystallisirtes wasserfreies ^drochlorid, welches nicht officinell ist, andererseits ist eine BeschwerungWasser nicht erkennbar und nur durch Anwendung von Wärme zu ertor

"" Sehne 6 '

*) Für die Darstellung der Lösung für subcutane Injectionen sollte man ^j,wasser sammeln und zwar entfernt von Bauchfängen und Wohnstätten aisudem Fallen des Schnees, ehe dieser durch Rauch und Staub verunreinigt wu