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Erg.-Bd. (1884)
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Morphinum acetic. citric. hydrocyan. tartaric.

Morphinum aceticum.

Ag. Belohoubek erwähnt (Rundschau 1880, S. 409; Chemiker-Zeitung1880, S. 539) das Vorkommen des Morphinacetats in grösseren und kleinerenKrystallen, so dass wie beim Hydrochlorid ein schwereres und ein leichteres vo-luminöses Präparat existire. Beide Formen traf er in Mischung an. Unter demMikroskop erkannte er durchsichtige kleine, fein nadeiförmige und undurchsichtige,zu weissen Knäueln gehäufte Krystalle. Die letzteren waren wahrscheinlich durchErwärmen getrocknete Krystalle, welche Spuren Essigsäure eingebüsst hatten.

Folgende Morphinsalze sind in neuerer Zeit empfohlen worden:

f f Morphinum citricnm, Morphincitrat wurde von FßONMiir,r,ER empfohlen-Seine Darstellung ex tempore besteht darin, dass man zur Erlangung einesGramms 0,65 krystallisirtes Morphin mit 0,4 Citronensäure mischt undmit 5 Tropfen Wasser zerreibt. Es ist dieses Salz bisher nicht in den Gebrauchgekommen.

J f Morphinum hydrocyanicum, Morphinhydrocyanat, Morphinhydrocyanifl.blausanres Morphin ist schwer herzustellen, weil es Blausäure abdunstet. U m ° mGramm ex tempore darzustellen, werden 0,8 krystall. Morphin zerrieben und nn*19,2 Aqua Amygdalarum amararum durchschüttelt, wenn nöthig anter Erwärmen.20g dieser Lösung enthalten also lg Morphinhydrocyanid (quantitativ entsprechen«lg des Hydrochlorids). Dieses Salz ist nicht in den Gebrauch gekommen.

f "f Morphinum tartaricum, Morphintartrat, vveinsanres Morphin (2C 17 lli'.iN0 3 ,C 1 HO (i + 3II 2 0=774).

Darstellung. 20 Th. krystallisirtes Morphin und 5 Th. reine trockn 0Weinsäure werden zu einem feinen Pulver gemischt, dann mit 12,5Wasser angefeuchtet und nach mehrstündigem Stellen bei sehr gelinder Wärmsoweit eingetrocknet, dass der Rückstand 25,7 25,8 Th. beträgt. Das ange-feuchtete Pulver geht unter Krystallbildung sofort in die Tartratverbindung über.Würde man die Masse mit Weingeist übergiessen und behandeln, so erhält mein Salz ohne Krystallwasser. Zur Darstellung ex tempore genügt die Mischungvon 0,78 kryst. Morphin und 0,15 gepulverter Weinsäure um 1,0 Morphintartrazu erlangen.

Eigenschaften. Das neutrale Morphintartrat bildet wie vorstehend dargstellt ein sehr weisses krystalliniscb.es Pulver von schwach saurer Reaction,lieh in 22 Th. Wasser, 150 Th. 90-proe. Weingeist, fast unlöslich in waSS ° nfreiem Weingeist, Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff. Das durch EindampK^der wässrigen Lösung dargestellte amorphe Salz geht unter Umständen mkrystallinische Form über, lange nadeiförmige Krystalle bildend.

Aufbewahrung. Morphintartrat zählt zu den Giften und ist in einem ver-schlossenen Schranke neben Atropin, Strychnin etc. aufzubewahren. Die ^ run ^warum Ph. Germ. Morphin und seine Salze nur den abgesondert aufzubewahrenoder den starkwirkenden Arzneikörpern zuzählt, sind im Handbuch II, s -angedeutet.

Anwendung. Von Erskine Stuart und Englischen Aerzten ist das °^phintartrat in Stelle der schwerlöslicheren Morphinsalze zu subcutanen Injec iempfohlen worden. Es soll ohne jede örtlich' irritirende Wirkung sein, sich ^in wässriger Lösung sehr gut conserviren, dass es einen Vorzug vor demphindyrhochlorid haben könne, muss jedoch bezweifelt werden. D em Ac