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Morphinum. Reactionen.
Morphins hat Polstorff noch weitere Untersuchungen angestellt. Vergl. diebezüglichen Artikel in Bericht, d. d. ehem. Ges. 13. Jahrg. Archiv der Ph. 1880.Ueber das Verhalten des Morphins zu Kaliumferricyanid, die daraus hervor-gehende Bildung von Oxydimorphin vergl. Ber. d. d. ehem. Ges. XIII, 8. 86,Arch. d. Ph. 1880 1. Hälfte S. 374. E. Grimaux entdeckte ein Verfahren,Morphin in Codein und in homologe Basen umzuwandeln (Cempt. rend. 92.S. 1140 etc.; Chem. Centralbl. 1881, Nr. 32).
Peltagri's Morphinreaetion wird in folgender Weise ausgeführt. Mantrocknet die Lösung des Morphins ein, nimmt den Verdampfungsnickstand mitconc. Salzsäure auf, fügt wenige Tropfen conc. Schwefelsäure hinzu unddampft abermals ein. Bei Gegenwart von Morphin bemerkt man an der Wandder Schale eine purpurrothe Färbung und nach Austreibung aller Salz-säure erscheint die rückständige Masse roth. Setzt man nun nach dem Erkaltenwieder etwas conc. Salzsäure hinzu, und neutralisirt mit Natriumhydrat, oderNatriumdicarbonat, so entsteht eino violette Färbung, welche in Aether nicMübergeht. Jodhaltige Jodwasserstoffsäure führt das Violett in Grün über, welchesAether mit purpurroter Farbe aufnimmt. Diese Färbungen haben ihren Grünin dem durch Einwirkung der Salzsäure entstandenen Apomorphin. Code'verhält sich ähnlich, doch ist es in Aether löslich und dadurch vom Morphin *trennen. Bei der Neutralisation mit Natriumdicarbonat entsteht bei Code'in eineblaue, auf Zusatz der jodhaltigen Jodwasserstoftsäure eine rothe Färbung. (J° ulde Ph. et de Ch. 1877, pag. 348.)
Jorissen's Morphinreaetion. Das Verfahren Jorissen's, selbst seinkleine Morphinmengen nachzuweisen, besteht darin, dass man die (von fremd 6Körpern möglichst freie) Morphinlösung eintrocknet, mit einigen Tropfen cor) ■Schwefelsäure versetzt und auf dem Dampfapparato erhitzt. Der Flüssigkeit Winun ein kleiner Krystall Ferrosulfats zugesetzt, dieser mit dem Glasstabe zerdrücund dann wird noch eine Minute hindurch erhitzt. In 2—3 CC. Aetzammonflüssiokeit, welche sich in einem weissen porzellanenen Schälchen befindet, lässt man 'schwefelsaure Morphinlösung cinfliessen, welche sich am Grunde sammelt,scheint die Berührungsfläche roth, am Rande in Violett übergehend, währendAmmonschicht eine blaue Farbe annimmt, und ist nach dem UmrührenMischung blau, so war Morphin gegenwärtig. Die Reaction resultirte selbst0,0006 g Morphin und Prof. Donny erlangte sie sogar bei 0,000006 g Morph' •Codein giebt diese Farbenreaction nicht. „q
Eine andere Reaction, wie Jorissen angiebt (Journ. de Ph. d'Anvers 1 'pag. 48, Rep. de Pharm. 1880, S. 158) ist folgende. Die eingetrocknete ^phinlösung wird mit wenig conc. Schwefelsäure aufgenommen, im Oelbade bis190—200° C. erhitzt, bis sie eine schwarzgrüne Masse darstellt, und nun trol '^ rt■weise in 10 CC. dest. Wasser gegossen. Bei Gegenwart von Morphin res fleine blaue Flüssigkeit. Schüttelt man einen Theil dieser blauen FlüBBigkßj*Aether, so färbt sich dieser purpurroth. Wird ein anderer Theil mit C ..^form geschüttelt, so färbt sich dieses blau, bei sehr wenig Morphin aber grünDiese Reaction soll noch 0,0004g Morphin anzeigen, aber auch mit Codeinlangt werden können. ^j.
Tattersall's Morphinreaetion. Wenn man Morphin mit conc. Seh* _^ tsäure aufnimmt und dazu einen Krystall des Natriumarseniats (Na a As0 3 ) S _und mischt, so erfolgt erst eine schmutzig violette, dann dunkel meergrüne t^bung. Hierauf treten Dämpfe auf und die Mischung scheint nun vorübergedunkelgrau (Chem. News. 1880, S. 63). . lneter-
Morphin und Salpetersäure. Wird Morphin mit concentrirter ba p ^säure gemischt, so erfolgt eine blutrothe Färbung. Es giebt zwar noch me