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1. — Melilotus.
nicht Mohr zum Autor, wie man wiederholt in den Fachblättern angegeben findet,sondern Menegazzi und wurde vor 3 Decennien veröffeutlicht. Bald daraufschlug Hoffmann vor, die Klärung mittelst Gerbstoffes und Leims zu bewirken,welche Methode aber von Wilms und Krauthausen sofort als eine sehr unpas-sende bezeichnet wurde (Arch. d. Ph. 1857, 1. Hälfte S. 39—43). Die Klärungmittelst Knochenkohle wurde von Otto Küiinkk angegeben, ist aber nicht inAufnahme gekommen, weil in dieser Kohle nicht selten Schwefelcalcium vertretenist. Menegazzi schrieb auf 1000g Honig 5 g Galläpfelpulver vor. Diese Mengeist selbstverständlich abhängig von der Menge der Albuminkörper, welche ÜBHonig vertreten sind. Ein gereinigter Honig für Arzneizwecke darfdurch Gerbstoffkörper, Leim, Schleimkörper, Hühnereiweiss nichtgeklärt sein, denn diese Stoffe lassen in dem Honig Theile zurück,welche die Haltbarkeit desselben theils mindern, theils im Honigals ungehörige beurtheilt werden müssen.
Es ist mitunter beobachtet worden, dass der mit Kreide saturirte Honignach dem Aufkochen wieder sauer reagirte. Ursache dieser Erscheinung ist dieGegenwart von Formiat und Acetat des Ammonium, welche beim Siedepunktein Ammon und Säure zerfallen.
Melilotus.
Melilotol. Schon vor Jahren versuchte T. L. Phipson die Menge Cumarinzu bestimmen, welche Melilotus offic. enthält. Bei diesen Experimenten ent-deckte er eine neue Substanz, das Melilotol, welches gewisse Analogien mitdem Salicylol (Salicyligsäure) und dem Cumarin bietet. Wenn man die blühendegetrocknete Pflanze mit Wasser destillirt, das Destillat mit Aether ausschüttelt unddie ätherische Lösung abdampft, so bleibt Melilotol als Rückstand. Die Ausbeutebeträgt ungefähr 0,2 Proc. der lufttrocknen Pflanze. Melilotol bildet ein bräun-liches Oel von saurer Reaction, ist sehr wenig löslich in Wasser, dein es »einenangenehmen Geruch ertheilt, schwerer als Wasser, leicht löslich in Weingeist n" aAether. Sein Geruch gleicht mehr dem von Anthoxanthum odoratum » ls det °des Cumarins oder der Tonkabohne. Beim Kochen mit eonc. Kalilösung l' c Jfes reichliche Mengen Melilotsäure unter Entwickelung eines schwachen b> "ruches nach bitteren Mandeln. Die Analyse des Melilotols ergab Zahlen, weloBmit der Formel C,,H 8 0 2 übereinstimmen, während die des Cumarins C 9 H 8 Oj »Phipson stellt nicht in Abrede, dass in der Pflanze auch fertig gebildetes Cumanvorkomme, allein ihren angenehmen Geruch verdankt sie dem Melilotol-kommt darin gemeinschaftlich mit Melilotsäure (C 9 Hi 0 0 8 ) vor. Wenn man W»tere nach dem Verfahren von Zwenger abscheidet, so erhält man immer gwisse Mengen des Melilotols, von dem sie sich nur schwer trennen lässt.
Melilotol differirt von dem Cumarin durch seine Zusammensetzung, <| ur ^
urch seinen Geruch und durch die Lig
seine Reaction auf Lackmus, sowie di
schaft, dass es aus seiner weingeistigen Lösung nicht krystallisirt. w«
Melilotsäure unterscheidet es sich ebenfalls durch Geruch, Zusammensetzung
muiuoiBume uuieiooiiemcu es sicü ebenfalls durch Geruch, Ziusamiuo»»""mangelndes Krystallisationsvermügen etc. Es ist möglich, dass sich in ^ m fl \Llilotenkraute das Cumarin zuerst bildet und dass dieses dann unter dem Ein«»naschenden Wasserstoffs sich in Melilotol umwandelt, welches seinerseits unAufnahme von Wasser in Melilotsäure übergeht- C H H r 0 2 (Cumarin) + il ,"£C 9 H 8 0 ? (Melilotol). - C 8 H 8 O 2 + H 2 O=xC 9 H 10 O 3 (Melilotsäure). Wenn m»» ° $Cumarin mit nascirendem Wasserstoffe (Natriumamalgam) behandelt, so