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Erg.-Bd. (1884)
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631
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Lac. Farbige Milch.

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abhängig von der Menge der Trockensubstanz der Milch etc. (pharm. Centralh.1879, S. 34).

Milch und Jod. Im Jahre 1878 berichteten die Zeitschriften eine neueEntdeckung, welche Puchot gemacht haben sollte, nämlich, dass die mit Jodversetzte mit Stärkemehl verfälschte Milch keine Stärkereaction ergebe, dassdiese erst nach Zusatz grösserer Mengen Jod eintrete. Hagek konnte nun nach-weisen, dass er diesen Gegenstand, die Entfärbung der Jodlösung durch Milch,resp. durch die Prote'instoffe der Milch, bereits 1869 in der pharm. Centralh.Nr. 10 berührte, ferner die Jodstärkemehlreaction in der Milch in demselbenBlatte 1873, Nr. 29, näher besprochen, diese Reaction auch speciell in seinen Un-tersuchungen, 1871, Bd. II, S. 423 aufgeführt habe. An letzterer Stelle ist gesagt:Die Milch hat nämlich die Eigenthümlichkeit (durch die Lactoproteme) eine ge-wisse Menge freies Jod, welches ihr in Lösung zugesetzt wird, zu binden undzu entfärben. Nachdem die Milch mit Jod gesättigt ist, kommt erst ein weitererZusatz Jodlösung zur Fixirung auf die Stärkemehlstoffe resp. Färbung derselben."

Mittelst reichlichen Zusatzes Jodlösung zur Milch 1213 CC. einer Yioo"Jodlösung zu 10 CC. Kuhmilch wird das Stärkemehl, welches der Milch etwaa l g Schleim zugesetzt ist, bleibend blau gefärbt. Es kann die Jodlösung auchzn r Bestimmung der Lactoproteme benutzt werden.

Wein geistige Gährung der Milch erkannte Reichardt (Jena), selbst nach©^getretener Säuerung, wenn die Milchkammer zu warm war und in irgend einerWeise Weingeisthefekörperchen in die Milch gelangten. Nur durch Ausbrennenm ittelst Flackerfeuers soll die Kammer von jenen Hefekörperchen befreit werdenkönnen.

Die Umwandlung des Eiweisses in Fett beim Reifen des Roquefort-Käse ist eine unbegründete Annahme. Ph. Centralh. 1880, S. 151.

Farbige Milch. Eine röthliche Milch kann Blut enthalten. Sie soll auchnac h dem Genuss von Galium verum, Rubia tinetorum, Equisetum- Arten,Larex-ArUm, jungen Sprossen der Laubhölzer, eine gelbliche bei Fütterungm 't gelben Moorrüben, eine blaue nach dem Genuss von Anchusa officiiialisUn d tinetoria, Butomus umbellatus, Melampyrum arvense und einiger Poly-ffonum-Arteia, Rhinanlhus- Arten entstehen.

Pilze auf und in der Milch. Es werden angegeben: a) auf der Milch:Mucor racemosus Fres., ästiger Kopfschimmel, Dictyostelium mucroides Bkef.,^uhum lactis Fbes., Milch-Eisschimmel, gemein auf saurer Milch, Penicilliumglaucuni Link wird in Form von zerriebenem schimmligem Brot dem Roquefort-Käse zugesetzt; b) in der Milch: Bacterium Termo Diu., B. lacticum Cohnbewirkt das Sauerwerden der Milch, Bacillus subtilis bewirkt das Ranzigwerdender Butter, Vibrio synxanfhus Ehrii., Bacterium der gelben Milch, MicrococcusP r odigiosus, Bacterium der rothen Milch, Vibrio syneyanus, Bacterium der blauenMilch, Bacillus anthracis, Milzbrandbacterium (Industriebl. 1879).

Blaue Milch. Die Erfahrung, dass die Milch beim Stehen an dem Niveaublaufleckig wird, sie auch wohl ganz blau werden kann, hat die Gelehrten wieder-holt beschäftigt. Hermstädt, welcher von den Bacterien, der Zeit entsprechend,nichts wusste, glaubte die Ursache in Futterkräutern suchen zu müssen. Fuchsund Ehrenberg erkannten Vibrionen als Ursache und nannten diese Vibrionescyanogeni. A. Hansen hat die Impfversuche der vorerwähnten Forscher weiterverfolgt und erkannt, dass diese Vibrionen auch auf andere Substraten (Kartoffeln,Zuckerlösungen etc.) gedeihen und sich vermehren. Die Milch bildet nur vor demGerinnen ein Nährsubstrat, die geronnene ist dies nicht mehr. Licht und Tempe-ratur sind ohne merklichen Einfluss. Sauerstoffzutritt ist erforderlich für die Ent-