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Erg.-Bd. (1884)
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Lac. Milchalkalo'ide.

falls verändertes Albumin, welche Bezeichnung berechtigt, diese ModifikationAlbuminoid zu nennen (Hager).

Bezüglich der Constitution der Milch wurden die Resultate aus den Unter-suchungen Damlewsky's und Radenhausen's bekannt. Da dieselben die bishergemachten Erfahrungen bedeutend modificiren, ohne jedoch für die Praxis derMilchprüfung Erfolge in Aussicht zu stellen, so sei nur auf Gerbeb's Angabenin Schweiz. Zeitschr. f. Pharm. 1880 Nr. 22 und pharm. Centralh. 1880, S.210 hingewiesen.

Gasgehalt der Milch. Die frisch gemolkene Milch enthält Gase, nämlichKohlensäure, Sauerstoff und Stickstoff. Ein Volumen Milch soll i / i l ganzesVolumen Gas einschliessen. Die Kohlensäure ist am reichlichsten vertreten.Durch Schütteln mit Luft und Kohlensäure nimmt die Milch reichlich davon aufund hält sie dieselben länger denn einen Tag zurück. Die frisch gemolkeneMilch ist aus diesem Grunde stets specifisch leichter als eine mehrere Stundengestandene.

Condensirte Kuh-Milch (Handb. II, S. 1345). Die Cham'er soll nach Angabeeiner Auslassung in der Kölner Ztg. 1878 auf 100 Th. Proteinstoff 63 Th.Butterfett und 375 Th. Zucker, die Kempfen'er auf 100 Th. Proteinstoff 66Th. Butterfett und 221 Th. Zucker enthalten. Da in der Frauenmilch ein Ver-hältniss von 100 : 62 :147 waltet, so sei es erklärlich, dass wegen des zu grossenZuckergehaltes die condensirte Milch nicht den Nährwerth haben könne als dieFrauenmilch, dass die condensirte Milch mehr die Fettbildung unterstützt, aberweniger kräftig als die Muttermilch oder als die frische Kuhmilch sei, dass diemit condensirter Milch ausschliesslich ernährten Kinder leichter den Kinderkrank-heiten unterworfen seien und diese dann häufiger einen letalen Ausgang nehmen,sei nur zu wahr, aber auch erklärlich. Die künstliche Ernährung des Kindesim Säuglingsalter sei und bleibe verwerflich.

Milch Alkaloide. Wynter Blyth will zwei Alkaloide in der Milch aufge-funden haben (Pharm. Journ. and Transact. Mai 1879 S. 987), welche er nachAbscheidung des Casei'ns, der Spur Harnstoff und des Albumins durch Mercuri-nitrat fällte. Der Niederschlag durch Schwefelwasserstoff zersetzt lieferte dasGalaktin durch Fällung mit Bleiacetat. Nach Fällung des Galaktins wurdedas überschüssige Blei mit Schwefelwasserstoff beseitigt und das Filtrat nach Be-seitigung des überschüssigen Schwefelwasserstoffs mit Mercurinitrat versetzt unddadurch das zweite Alkaloid, Laktochrom, so genannt wegen seiner hellorange"rothen Farbe, gefällt. Der Niederschlag entspricht der Formel HgO,C 6 H 18 N0 6 .Wie es scheint sind diese Alkaloide nur Albuminoide, von welchen ja einige auchmit Alkalo'idreagentien Niederschläge zu geben pflegen (Hacek). Ausserdem hatBlyth aus der Kuhmilch noch zwei Körper abgeschieden, deren Zusammensetzungden Formeln CHW und C^O 1 entsprachen und welche auf kaiische Cupri-sulfaltlösung reducirend wirken. Blyth meint, diese Körper seien aus dem Futterin die Milch übergegangen.

Veränderung der Milch durch Koehung. Eine solche hat Schreinebnachgewiesen (Ber. d. Naturf. Vers, zu München 1877). Seil, fand, dass dereigenthümlicho Geruch der Milch durch Schwefelwasserstoff erzeugt wird,dass die Dämpfe der kochenden Milch Bleiessig haltendes Papier bräunen, derSchwefelwasserstoffgehalt durch Kochung beseitigt wird, dass ferner Milch vordem Kochen 1012 Proc. mehr 0,10,2-proc. Schwefelsäure bis zur Gerinnungerfordere als nach dem Kochen. Auch die nöthige Labmenge ist für die ge-kochte und nicht gekochte Milch verschieden. Säuremenge und Labmengo sind