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Erg.-Bd. (1884)
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Hyoscyamus. Hyoscyamin.

Nr. 7). Die Masse oder Substanz wurde mit salzsaurem Wasser extrahirt, der Aus-zug zur Syrupdicke eingeengt und mit Weingeist extrahirt. Nach dem Ver-dampfen des Weingeistes wurde der Verdampfungsrückstand mit Petroläther wieder-holt ausgeschüttelt, dann mit Amnion alkalisch gemacht, erwärmt, nun mit Ben-zol ausgeschüttelt und der benzolige Auszug bei 50 ° C. eingedampft. Es hinter-blieb ein amorpher gelblicher Rückstand von 0,006 g aus 720g getrocknetem (?)Hyoscyamus. Wurde statt des Petroläthers und Benzols Aether genommen, sowar der Effect noch geringer, wurde dagegen die wässrige mit Salzsäure ange-säuerte Flüssigkeit mit Petroläther, Benzol, Aether oder Amylalkohol und dannnach dem Alkalischmachen durch Ammon mit Chloroform ausgeschüttelt, so wur-den 0,108 g jener amorphen gelblichen alkaloi'dischen Masse gesammelt. Somitempfiehlt sich die Ausschüttelung der alkalischen Flüssigkeit mit Chloroform alsdie geeignetste, die saure Flüssigkeit aber durch Ausschütteln mit Chloroform zureinigen ist nicht zulässig, weil Chloroform hier das Alkaloid auch aufnimmt.

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C 17 H 23 NO ;

Hyoscyamin hat nach A. Ladenbtjrg's Untersuchungen die Formel(=289), schmilzt bei 108,5° C. Es sind wahrscheinlich Hyoscya-min, Daturin und Duboisin nicht verschiedene Alkaloide und ein und der-selbe Körper, denn mit diesen beiden anderen Alkaloi'den hat es den Schmelz-punkt gemein, auch giebt es dieselben Reaktionen: die salzsaure Lösung giebt inverdünnter Flüssigkeit durch Pikrinsäure ein gelbes Oel, das aber fast momentanzu hübschen regelmässigen Tafeln erstarrt, durch Platinchlorid entsteht kein Nie-derschlag. Jodjodkalium bewirkt sofort die Ausscheidung eines krystallinisehenPerJodids, Gerbsäure bewirkt eine geringe Trübung, Kaliumquecksilberjodid eineweisse amorphe Fällung.

Die Golddoppelsalze von Duboisin, Daturin und Hyoscyamin zeigen gleicheZusammensetzung, gleichen Schmelzpunkt und gleiche Krystallform.

Diese drei Alkaloide sind also identisch, dagegen sind dieselben nur isom 1 ' 1 '?nicht identisch mit dem Atropin, das zwar die gleiche Formel hat, aber dessenSchmelzpunkt höher, bei 113,5°, liegt und das auch in der Krystallform, fernerim Golddoppelsalz, welches beim Atropin schon bei 135° schmilzt, Verschieden-heiten zeigt.

Alle vier Alkaloide aber sind Trope Ine. Werden dieselben mit einer wäsS"rigen Lösung von krystallisirtem Baryumhydrat auf 60° erwärmt, so tritt b» 1vollständige Zersetzung ein. Wird die so erhaltene Lösung durch Kohlensäu rvom Baryt befreit, dann mit Salzsäure angesäuert und mit Aether ausgeschütte ;so geht in den Aether eine Säure über, die durch Verdunsten desselben gewönnewerden kann. Verdampft man die mit Aether ausgeschüttelte saure Flüssigkei,übersättigt dieselbe mit Kali, erwärmt und schüttelt wiederholt mit Aether aus,so resultirt aus dem Aether ein krystallinisch erstarrendes Oel, welches die EigenSchäften einer Base zeigt. Diese Spaltungsprodukte nun sind bei allen vier Al-kaloi'den identisch. Die aus dem Hyoscyamin (Daturin, Duboisin) gewonnen^Hyoseinsäure ist vollkommen identisch mit der Tropasäure, das Hyoscin m *dem Tropin. Aus Hyoseinsäure und Hyoscin kann Atropin dargestellt, H v0 .cyamin also in Atropin umgewandelt werden. Sollte es gelingen, auch Atrop'^in Hyoscyamin umzuwandeln, so Hesse sich dieses Alkaloid (und also auch Du'» 0sin und Daturin) künstlich darstellen. (( _

Im Hyoscyamus finde sich, wie A. Ladenburg berichtet, neben dem W^noch ein zweites Alkaloid, welches bisher zuweilen als amort

Hyoscyamin von dem krystallisirten Hyoscyamin unterschieden w« ^Dasselbe bleibe nach der Entfernung des auskrystallisirenden Alkalo'ids inMutterlauge und käme als Hyoscyamin in Form eines braunen zähen Syrups