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Erg.-Bd. (1884)
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Hydrogeniuin hyperoxydatum. Desinfectionsmethode.

gerufenen Reaction unterscheidet sich die directe Einwirkung beider Agentien durchein allmähliches Vorschreiten. 5. Die Keaction erfolgt unter Sauerstoffent-wickelung, welche bei Gegenwart von mehr als 1,2 g Wasserstoffhyperoxyd auf100 CC. ein lebhaftes Schäumen verursacht. 6. Die Flüssigkeit färbt sichdurch ausgeschiedenes Jod entweder gelb, oder bei Gegenwart von Stärke blau. DieIntensität der Färbung ist bis zu einer gewissen Grenze unabhängig von derMenge des Hyperoxyds. Erst wenn der Gehalt unter 0,01g im Liter sinkt, istohne Stärkezusatz kein merkbarer Unterschied der Färbung erkennbar, bei Zu-satz von Stärke doch erst bei einem Gehalt unter 1,2 Miliig. im Liter. 7. DerVorgang durch katalytische Einwirkung besteht darin, dass auch Bromkalium,Chlorkalium, Chlornatrium, Chlorcalcium und andere Halo'idsalze der Alkali- undalkalischen Erd-Metalle analog einwirken und zwar sei die Energie in dem Maassebei verschiedenen Salzen höher, als das Atomgewicht der verschiedenen Halogenegrösser sei. Auch scheinen Kaliumhalo'idsalze energischer zu wirken, als dieentsprechenden Natriumsalze.

Wenn nach Berthelot Wasserstoffhyperoxyd und Kaliumhyper-manganat auf einander einwirken, so ist der Erfolg eine Sauerstoffgabontwicke-lung. Der eine wie der andere Stoff erleidet eine Reduction. Jener Chemiker,welcher auch fand, dass Ozon in Wasser so gut wie unlöslich ist, wurde durchseine Experimente zur Annahme eines Wasserstofftrioxyds geführt und zwarnach der Gleichung Mn20 7 +5H0 2 = 2MnO + 5H0 3 . (Compt. rend. 90, S. 656u. f., Kundschau 1880, 615.) Berthelot fand ferner, dass Wasserstoff-hyperoxyd einer spontanen Zersetzung unterliegt unter Bildung von Wasserund Freiwerden von Sauerstoff, dass also die von anderer Seite behauptete Stabilitätdes Wasserstoffhyperoxyds nicht vorhanden sei. Er fand, dass es sich um solangsamer zersetzt, je verdünnter seine Lösung ist und je niedriger die Tempe-raturgrade sind. Eine freie Salzsäure enthaltende Lösung hält die spontaneZersetzung besser und länger zurück als eine Lösung, welche Schwefelsäure ent-hält. Freies Alkali fördert die spontane Zersetzung dagegen auffallend.

Berthelot's Erfahrungen widersprechen denen Rud. Boettger's, welcherangiebt, dass sich mit Wasserstoffhyperoxyd geschwängertes Wasser unendlich langeaufbewahren lasse, selbst in Flaschen mit Korkstopfen, ohne sich im Geringstenzu zersetzen, dass es selbst ohne Nachtheil gekocht werden könne.

Rudolph Boettger (Frankfurt) hat gefunden, dass die bleichende Kxattalten Terpenthinöls in einem Gehalt an Wasserstoffhyperoxyd zu suchen sei unflnicht dem Ozon angehöre, dass man ferner das Terpenthinöl mit Wasserstoß-hyperoxyd überladen könne, wenn man es mit Kaliumhypermanganat versetze.Wenn das mit Wasserstoffhyperoxyd überladene Terpenthinöl mit einem gleichenVolumen Weingeist gemischt wird, soll man eine stark bleichend wirkende Flüssig-keit gewinnen.

Desinfectionsmethode nach A. Poehl (Petersb. medic. Ztg.). Einige Tere-bene besitzen die Eigenschaft, unter Einfluss von Luft und licht im Contactemit Wasser bedeutende Mengen Wasserstoffsuperoxyd in letzterem zu bilden.Solches hat Poehl an Eucalyptol nachgewiesen. Das über dem Tereben stehendeWasser, welches das Wasserstoffsuperoxyd in beträchtlicher Quantität enthäj >wird abgehoben und in dem Zerstäubungsapparat auspulverisirt. Hierbei zerfäldas Wasserstoffsuperoxyd in Wasser und Sauerstoff und zwar tritt letzterer inder allotropischen Modifikation als Ozon auf. Die bedeutende Ozonification dei^Luft ruft energische Desinfcction hervor. Da man ein und dieselbe Mengereben wiederholt zur Darstellung von Wasserstoffsuperoxydlösung verwenden kann.

so habe Poehl's Desinfectionsmethode neben der theoretischen Bedeutung

durch

Billigkeit und leichte Ausführung auch den erforderlichen praktischen Werth.