Hydrogenium hyperoxydatum.
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Temperatur unter —10° im Vacuum eine Substanz von der ZusammensetzungK^H^Og gewonnen werden. Dieselbe kann als eine Verbindung von 1 Mol.Kaliumdioxyd mit 2 Mol. Wasserstoffdioxyd, K 2 0 2 2H 2 0 2 , betrachtet werden, undzwar auf Grund des Umstandes, dass bei der Zersetzung mit Säuren auf 1 Aeq.Kaliumsalz 3 Aeq. H ä 0 2 entstehen. Dieser Körper erleidet zwischen —10 und+ 50° C. eine freiwillige Zersetzung, die sich desto schneller vollzieht, je höherdie Temperatur ist; diese Zersetzung ist von Wärmeentbindung, Sauerstoffent-wickelung und Gelbfärbung der Substanz begleitet. Das Endresultat derselbenkann durch folgende Gleichung ausgedrückt werden:
3K 2 H 4 0 6 =30 2 +K 2 0 4 + 4(KOH+H 2 0).
Nachem Em. Schöne den letzteren Theil theoretisch weiter ausgeführt hat,sagt er:
Auf Grund der in dieser Arbeit mitgetheilten Thatsachen gebe ich schliess-lich eine Erklärung über die sogen. Katalyse des Wasserstoffsuperoxydes durchkaustische Alkalien. Diese wird keineswegs, wie Mitschebxich und Berzeliusdeinen, bloss durch die Gegenwart der Alkalien bewirkt. Schon Weetzien hatden Versuch gemacht (Ann. Chem. 138. 152), den Vorgang durch rein chemi-8 che Reactionen zu erklären. Er sagt: „Bei der Einwirkung von Wasserstoff-peroxyd auf die Metallhydrate der Alkalien entstehen wohl auch zunächst Per-°xydhydrate, welche aber unter Sauerstoffentwickelung in Metallhydrat und Wasser^fallen, wie die Peroxyde dieser Metalle mit Wasser sich zu Metallhydrat undSauerstoff umsetzen, wobei umgekehrt kleine Mengen von Wasserstoffperoxyd ent-stehen :
2HK0 + 2H,0,=2HKO, + 211,0
und 2
2HK0 2 =2HKO+0 2 .
Auf diesem Verhalten der Metallhydrate der Alkalien gegen Wasserstoffperoxydberuht die Zersetzbarkeit des letzteren."
Die weiteren, meist theoretischen Erklärungen sind in den Annalen der Che-mie 1. c. nachsusehen.
Wasserstoffhyperoxyd und Kaliumjodid. Ueber das gegenseitigeVerhalten beider Substanzen stellte Em. Schöne Experimente an, weil Berthelotbehauptet hatte, dass beide absolut reine Substanzen ohne Einwirkung auf ein-ander bleiben. Der sich allmählich einfindenden gelben Färbung lägen wohl dieKohlensäure der Luft oder die Bestandteile zum Grunde, obgleich Berthelotfordern nachgewiesen hatte, dass bei Begegnung von Wasserstoffhyperoxyd undKaliumjodid durch Katalyse ersteres in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegtwerde, unter gleichzeitiger Ausscheidung geringer Mengen Jods. Schöne nahmabsolut reines und neutrales Kaliumjodid, löste es in total reinem (durch Ozongereinigtem) Wasser und mischte diese concentrirte Lösung mit einer starkenwässrigen Lösung des reinsten Wasserstoffhyperoxyds, so dass in 100 CC. min-destens 25g Kaliumjodid und mindestens lg Wasserstoffhyperoxyd vertretenwaren. E. Schöne gelangte nun (Annal. der Chem. Bd. 195) unter anderenErgebnissen auch zu folgenden Schlüssen:
1. Reines Wasserstoffhyperoxyd scheidet aus Kaliumjodid Jod aus, gleichvielob e 8 in Dampfform oder in Wasser gelöst einwirkt. — 2. Diese Einwirkungerfolgt unter Bildung von Aetzkali, welches die durch freie Säure bedingte saureReaetion des Wasserstoffhyperoxydes aufhebt. — 3. Je verdünnter die Lösungen,Um so später erfolgt die Reaetion und um so langsamer vollzieht sie sich. Beieinem Gehalt von 0,0000001 Wasserstoffhyperoxyd vergehen etwa 20 Minuten,bis Reaetion eintritt. — 4. Von der unter Vermittelung von Eisenvitriol hervor-