524
Helleborus. Helleborin.
ff Helleborina, Helleborinum, Helleborin, Helleboracrin (C s6 H^0 6 ), kleinefarblose glänzende nadeiförmige Krystalle oder ein solches krystallinisches Pulverohne Geruch, aber von brennendem scharfem bitterem Geschmacke, dessenStaub heftiges Niesen erregt, in kaltem Wasser unlöslich, in Aether schwer, inWeingeist und Chloroform leicht löslich ist. In conc. Zinkchloridlösung, auchbeim Kochen mit verdünnten Säuren, hier nur etwas schwieriger, spaltet es sich inHelleboresin und Glykose. Mit conc. Schwefelsäure färbt es sich hochroth undaus dieser Lösung wird es durch Wasser in farblosen Flocken abgeschieden.
Dieses Glykosid ist der Träger der narkotischen Eigenschaften der Helle-borusarten. Es wurde 1853 zuerst von Bastik erkannt, von Husemann undMarme dargestellt und untersucht. Letztere schieden aus 1000 g der RadixHellebori viridis höchstens 0,04 Proc. ab.
Darstellung. Die Wurzeln der grünen Nieswurz werden mit Weingeistextrahirt und das daraus hergestellte Extract, welches besonders neben HelleborinHelleboreiin und fettes Oel enthält, mit kochendem Wasser, welches das Helleborinlöst, wiederholt behandelt. Die wässrigen Auszüge werden von dem aufschwim-menden Fette befreit, eingeengt und beiseite gestellt. Das Helleborin sammeltsich theils als Bodensatz, theils in Form kleiner Krystalldrusen, welche am Ni-veau des Wassers schwimmen. Durch Abwaschen mit kaltem Wasser und Um-krystallisiren aus Weingeist wird es gereinigt.
Anwendung. Helleborin scheint bisher nicht arzneiliche Anwendung gefundenzu haben. Die Gabe würde zu 0,005—0,008—0,01 einige Male täglich, diestärkste Einzelgabe zu 0,01, die Gesammtgabe auf den Tag zu 0,04 anzuneh-men sein. Seine hauptsächliche Wirkung erstreckt sich auf die Nervencentr»und das Gehirn. X
(HI.) Helleborus orientalis Lamarck, Helleborus ofßcinalis SalisbU» v ?Orientalische Nieswurz, in Grichenland und Kleinasien einheimisch.
Radix Hellebori orientalis hat mit der Radix Hellebori nigri volleAehnlichkeit und scheint auch in Betreff der arzneilichen Wirksamkeit mit letztererübereinzustimmen. Sie wurde schon von Hippoceates und Dioscorides (a* 9slltßoQoq (lilac, schwarze Nieswurz) bei Geistesstörungen, Epilepsie und ^ a9 'sersucht verordnet und wird auch noch heut in Griechenland unter dem NamenSkarphe, ^xuocpij, gebraucht, obgleich die Griechische Pharmakopoe Rad. **•nigri aus Steyermark bezogen vorschreibt (Rosenthal,' s Synopsis). ToU» 1 ' 1 ''fort gab drei Patienten 1,0—1,5 des aus der orientalischen Nieswurz bereiteteExtracts. Die Wirkung bestand in Mattigkeit, Ekel, Leibschmerzen, Brennen lD *Magen, Convulsionen, Kopfkrämpfen, welche Erscheinungen sich einige Tage Wdurch wiederholten, doch nicht den Tod herbeiführten. Aus diesen Angabelässt sieb ungefähr entnehmen, dass diese Wurzel durch die des Hellw° rniger ersetzt werden kann.
Electnarium anlepilepticum Landerer. r- Visci quercini, Berbae Dicta""}jCretici ana 20,0; Eadicis Hellebori nigri, Radicis Valerianae ana 10,0; Extracti ^Oleandri e floribus et foliis recentibus parati 15,0; Mellis depurati q. s. M. liateituarium.
S. Längere Zeit hindurch Morgens und Abends einen Theelöffel zu n ®*"? e e 9 .(gegen Epilepsie. Dieses Mittel soll nach Versicherung des hochgeschätzten risors schon mehrmals diese Krankheit, welche aber hunderte von Ursachen haben »-^geheilt haben. Im Original ist Helleborus orientalis verzeichnet. Diese kommt J e .^tmit Hell, niger überein. Helleb. viridis ist wegen ihrer grösseren Giftigkeit ^ 0zu nehmen. Rathsam dürfte es sein, mit einem halben Theelöffel anzufangen unDosis von 8 zu ö Tagen um etwas zu steigern).