474
Gelatina. Gelatine-Kapseln.
Keraen, lösliche Gelatine-Bougies für Behandlung der Gonorrhoe oder des Trippers etc.sind 3mm dicke, 12—13 Ctm. lange, cylindrische Bacillen, welche in ihrerHauptmasse aus 1 Th. Gelatine, 6 Th. Glycerin und 1 Th. Wasser oder aus3 Th. Gelatine, 21 Th. Glycerin und 2 Th. Wasser bestehen.
Fig. 71. Hohle Gelatinekapseln mit Deckel.
Fig. 70. Form einer 15slicnen Gelatine-Senkkerze (Bongie).
Zur Darstellung sind Formen nothwendig, doch können auch Glasröhren alsFormen benutzt werden, welche innen mit Oel ausgerieben und heiss gehaltenwerden müssen, wenn die Masse eingegossen wird. Solche Senkkerzen mit circa 0,02Zinksulfat, 0,015 Carbolsäure, 0,02 Belladonnaextract, 0,03 Gelsemiumextracthält man in Nordamerika vorräthig.
Elastische Kapseln (nach Taetz's P>"tent) zum Einhüllen der einzunehmende»Arzneikörper sind in Deutschland kaumin Gebrauch gekommen, weil darüber lBkeinem der Deutschen pharm. Blätter e*"was Specielleres gesagt ist. Die Mass®besteht aus 1 Th. Gelatine und 4 Tb*Glycerin. Diese Kapseln haben einen seu rhohen Einkaufspreis und müssen desha"'als ein entbehrlicher Luxus angeseu e,Jwerden. Die grossen Kapseln fassen c *'4 g Ricinussöl oder Leberthran, die kle 1 'nen ca. 2g, die zu Copaivbalsam 1—*&!Leckage findet kaum soviel statt, als b fllden kleinen harten Kapseln. Die Fi rm *Gehe & Co. in Dresden erwähnte dieselbe 0in einem ihrer Handelsberichte.
Chromleim (Handbuch Bd. II, S. 15) ist eine 10-proc. Leim- oder Ö e ."tinelösung (oder Gummiarabicumlösung), welche durch gelinde Wärme A u ^' 8gemacht kurz vor der Anwendung mit Kaliumdichromatlösung (auf l0 'Leim 2 Th. Chromat) vermischt wird. Der Einwirkung der Sonnenstrahlen augesetzt, wird dieser Leim unter Reduction der Chromsäure zu Chromoxyd 'Wasser unauflöslich und unaufquellbar. Daher ist Chromleim ein vortreffh« 5
Glaskitt, überhaupt ein Kitt für Gegenstände, welche aus einer durchsichtigeoder diaphanen Masse bestehen. Schwarz bestreicht (Dingi-er's polyt. ^° nX ?,1877) mit dem frisch bereiteten Chromleim beide Bruchflächen möglichst gj eic ,massig, drückt dieselben zusammen und befestigt sie in dieser Stellung dueine Schnur. Hierauf wird der Glasgegenstand in die Sonne gelegt und zeigt siderselbe schon nach wenigen Stunden festgekittet. Selbst heisses Wasser oden oxydirten Chromleim nicht auf, und die Sprungstelle ist kaum zu erkel "i 'Werthvolle Glasgeräthe, welche durch eine stärkere Kittfuge verunstaltet wü * !Ljkönnen auf diese Art sehr gut reparirt werden. Auch mikroskopische Deckg la ^bissen sich mit dem Chromleim besser als durch den schwarzen Asphaltkitt akitten. „. onJ -
Auch zur Herstellung wasserdichter Gewebe lässt sich der on ^leim benutzen, wo eine gewisse Straffheit nicht hinderlich ist. Man hat den