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Erg.-Bd. (1884)
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459
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Fungus Secnlia. Ergotin. Wernich.

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Wärme, zersetzend ein, und dabei tritt Trimethylamin auf. Die leichte Veränder-lichkeit dieses Körpers scheint die Ursache des baldigen Verderbens des gepul-verten Mutterkorns zu sein.

Das amorphe Ergotinin ist in allen Verhältnissen in Weingeist löslich, und'St es mit krystallisirtem gemischt, so vermehrt es die Löslichkeit desselben. Imübrigen besitzt es einen eigenthümlichen Geruch, welcher einem flüchtigen, nochn 'cht näher bestimmten Alkalo'ide anzugehören seheint. Das verharzte Ergotininls t fast unlöslich in Aether, aber ebenso löslich in Weingeist und Chloroform.

Behuf der Abscheidung des Ergotinins wird das feingepulverte Mutterkornmi t 95proc. Weingeist erschöpft, der weingeistige Auszug mit Aetznatron bis zurstark alkalischen Reaction versetzt und davon der Weingeist im Wasserbade ab-Qestillirt. Der Destillationsrückstand wird mit Aether extrahirt und der Aether-auszug durch Schütteln mit Wasser von der gelösten Seife befreit. Die Aether-Jiüssigkeit, von der stark gefärbten wässrigen Schicht gesondert, enthält das Al-kalo'id. Sie wird nun mit einer wässrigen Citronensäurelösung kräftig durch-schüttelt. Das Alkalo'id tritt an die Citronensäure. Nach dem Abgiessen derAetherschicht wird die Ergotinincitratfliissigkeit zunächst mit Aether geschütteltund gewaschen, dann mit Kaliumcarbonatlösung im Ueberschuss zersetzt und dasfrei gewordene Alkalo'id durch Schütteln mit Aether in diesen übergeführt. Dieätherische Alkaloi'dlösung wird, nachdem sie mittelst gereinigter thierischer Kohleen tfärbt ist, der Destillation unterworfen. Sobald sie sich hier zu trüben an-angt, giesst man sie in einen Glascylinder, welchen man geschlossen an einenu inklen kalten Ort stellt. Nach einem Tage findet man das Ergotinin in Kry-' a 'len ausgeschieden. Durch Einengen der Mutterlauge gewinnt man noch einigeVr ystalle. Die letzte Mutterlauge hinterlässt beim Eintrocknen einen gelbenackeren Rückstand.

Ein Kilogramm Mutterkorn der jüngsten Ernte lieferte 1,20 g Alkalo'id, da-li krystallisirt. Altes Mutterkorn gab i / 3 J / 5 weniger mit noch geringererin £e krystallisirtem Alkalo'id.

Die Ausbeute besteht also aus einem krystallisirten und einem amorphen

gotmin. Wärme und Licht sind nach Taneet allein die Agentien, durch

*en Einwirkung das krystallinische Alkalo'id in das amorphe übergeführt wird.

en n man eine weingeistige Lösung dem Sonnenlichte aussetzt, so färbt sie sich

n gemein schnell unter Verminderung des krystallinischen Alkalo'ids, die Farbe

er Flüssigkeit wird gelb, grün und, unter völligem Verscl.winden des Alkalo'ids,

elches verharzt, zuletzt braun. Dieser Veränderung unterliegt auch das trockne

Ikaloid, nur schreitet sie langsamer vor und die Farbe in Folge der Verände-

Un g erscheint roth. Diese Farbe soll auch in den sauren Lösungen hervortreten.

Das Verhalten der krystallinischen und amorphen Modification gegen Rea-

& e ntien, das Sättigungsvermögen, die Intensität der Fluorescenz der Lösungen

ind unverändert dieselben, beide Modificationen unterscheiden sich aber durch

1 re Auflöslichkeit, die amorphe ist weit auflöslicher als die krystallinische.

Das krystallisirte Alkalo'id, durch Villiers der Elementaranalyse (im La-boratorium Bertiielot's) unterzogen, ergab die Formel C 70 H 40 N 4 O 12 oder35H 40 N 4 O 6 . Das bromwasserstoffsaure, sowie das chlorwasserstoff-^ au re Salz waren amorph und dargestellt durch Fällung der Acetatlösung mit-oist verdünnter Bromwasserstoffsaure und verdünnter Salzsäure und Trocknen derNiederschläge zwischen Fliesspapier. Das Sulfalt allein konnte unter Verwendungler Sorgfalt in Krystallen gewonnen werden. (Vergl. ph. Ztg. 1879, Nr. 72.)

p Extractum Seealis corimti dialysando paratum s. dialysatnm s. bis purificatum,fi Hractum Seealis cornnti Wernich, Ergotinum Wcrnichii (Handb. Bd. I, S. 1119)

vonMe,