Fungus Seealis. Acid. sclerotinic.
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Acidum sclerotinicum, sclcrotische Säure, sclcrotinische Siiure, Sclerotiusiinrc.Diese durch Dragfndorff aufgefundene Säure ist in therapeutische Verwendunggekommen und wird von Dr. Friedrich Witte in Rostock dargestellt und in"en Handel gebracht mit folgender Erklärung: „Diese Säure bildet die wirksameSubstanz des Mutterkorns, welche alle für die Therapie wichtigen Eigenschaftendesselben in sich vereinigt und ihrer pul verförmigen Beschaffenheit, sowie ihrer^eichtlöslichkeit in Wasser halber sich besonders für praktische Verwendung zuWedicinischen Zwecken eignet. Dieselbe kann zu Subcutan-Injectionen empfohlenWerden, da sie bei sehr prompter Wirkung im Unterhaut-Zellen-Gewebe nicht die''törungen verursacht, welche den Gebrauch anderer Mutterkorn-Präparate begleiten.Aber auch für innerliche Anwendung hat die Sclerotinsäure vor dem Mutterkorn,seinen Infusen und Extracten den Vorzug unveränderlicher Zusammensetzung, der-^'folge sie eine genaue Dosirung gestattet, welche bei den letztbezeichnetenArzneimitteln unmöglich ist. Zu Subcutan-Injectionen gegen Blutflüsse u. s. w.genügen 0,04—0,05 Gramm, in der fünffachen Wassermenge gelöst, einmal bisl,,f 'listens zweimal täglich. Während die pulverförmige Sclerotinsäure unbegrenztlange Zeit unverändert aufbewahrt werden kann, dürfen Lösungen derselben nur3 Tage vorräthig gehalten werden."Auch dieses Präparat erwies sich im Anfange seines Bekanntwerdens vor-züglich wirksam, um dann dem Schicksale der anderen Präparate anheimzufallen.e, ce Anwendung soll jetzt nur nur noch eine seltene sein.
, Darstellung der Sclerotinsäure. Das gepulverte Mutterkorn wird mite still. Wasser erschöpft, d"r Auszug im Vacuum bis zur Syrupdicke ein-geengt, dann mit einem gleichen Vol. eines 95proc. Weingeistes gemischt,ach dem Absetzen filtrirt und das Filtrat mit soviel starkem Weingeist versetzt,8 dieser eine Trübung bewirkt. Der Niederschlag ist Sclerotinsäure, gebunden11 Kalium, Natrium, Calcium etc. Der nach einem Tage gesonderte, mit abso-ein Weingeist abgewaschene Niederschlag wird in 40 - volum - proc. Weingeistgelöst, die Lösung (behufs Absonderung eines geringen Theiles Scleromucins) fil-g r 'rt und das Filtrat mit 5—6 CC. Salzsäure von 1,1 spec. Gew. (bis zur starkuren Reaction) versetzt, wenn nöthig filtrirt und das Filtrat nochmals mit ab-,"J' em _Weingeist ausgefällt. Um sie noch reiner zu erlangen, löst man den Nieder-ehlag in mit etwas Salzsäure sauer gemachtem 40-volum-proc. Weingeist, filtrirtvr, fällt wieder mit absolutem Weingeist. Der bei lauer Wärme getrocknetetederschlag wird zerrieben und in gut verkorkten Flaschen aufbewahrt.
Eigenschaften. Die Sclerotinsäure des Handels ist ein geruchloses, salzig
erwärmend schmeckendes, sauer reagirendes, mehr oder weniger zimmtfarbi-
jfv S ' , am orphes Pulver (reine Säure ist fast geschmacklos). Sie ist stark hygro-
opisch und äussert diese Eigenschaft schon während der Wägung oder Ein-
^ung in ein Gefäss, zerfliesst aber nicht. Sie ist in Wasser und verdünntem
• em geist leicht löslich, in starkem Weingeist, Aether, Chloroform unlöslich. Sie
nicht glykosidisch und wirkt nur langsam auf kaiische Kupferlösung ein.
<jj~ P nos Phormolybdänsäure und auch Gerbsäure wird sie gefällt, nicht aber durch
e übrigen Alkalo'idreagentien. Ihre Lösung in Aetznatronlauge giebt mit Nitro-
Wissidnatrium keine blaue oder violette Färbung. Chlorwasser, auch Carbolsäure
b . irken auf ihre Lösungen trübend. Die Sclerotinsäure völlig rein darzustellen
et et Schwierigkeiten und hängen ihr gewöhnlich als Verunreinigungen noch
puren der Silicate und Phosphate des Kalium, Eisens und Mangans an.
Ergotina, Ergotin, Extractnm Sccalis cornnti (Handb. Bd. I, S. 1118). Cables
. "ersuchte 9 aus verschiedenen Quellen bezogene Präparate, welche eine auffal-
nde Verschiedenheit ergaben. Der Feuchtigkeitsgehalt schwankte zwischen 9,5