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Fungus Seealis.
Die Sclerotinsäure ist geschmacklos, farblos, wenig hygroskopisch,löslich in Wasser, aber auch in 45 proc. kaltem und 75proc. heissem Weingeist.Sie ist ebenfalls Colloidsubstanz, obgleich sie in Gegenwart anderer Stoffedialysirt. Durch 85 — 90 proc. Weingeist wird sie aus ihrer wässrigen Lösungniedergeschlagen. Durch Maceration des Niederschlages in Salzsäure und Wieder-fällen mittelst Weingeistes erlangt man das reine Präparat, welches Dragendorffin 100 Th. zu 40 Kohlenstoff, 5,2 Wasserstoff, 4,2 Stickstoff und 50,2 Sauer-stoff zusammengesetzt fand (C l2 H 19 N0 9 ). Die Reactionen der Sclerotinsäure sinddenen des Scleromucins ziemlich ähnlich. Mit Calcinm giebt die Säure eine Ver-bindung, welche 19—20 Proc. Kalkerde ausgiebt.
Dkagendokff und Podwissotzkt schieden aus dem Mutterkorne den Farb-stoff ab, welchen sie Sclererythrin nennen. Dieser ist in Wasser unlöslich,löslich in verdünntem und absolutem Weingeist, Aether, Chloroform und mitschöner Murexidfarbe in Lösungen der Alkalien, aus welcher letzteren Lösung erdurch Zusatz einer Säure und Ausschütteln mit Aether abgeschieden werdenkann. Die weingeistige Lösung giebt mit Aluminiumsulfat und Zinkchlorid eineschön rothe Mischung, und mit Kalksalzen, Barytsalzen und den Salzen ver-schiedener Schwermetalle blaue Niederschläge. Neben dem Sclererythrin fandendie genannten Chemiker noch einen anderen Farbstoff im Mutterkorn, welcher inden gewöhnlichen Lösungsmitteln sehr schwer löslich ist, dagegen von Alkalilösungenund Schwefelsäure mit violetter Farbe gelöst wird. Beide Farbstoffe sind auf Fröschenicht ganz unwirksam, aber im Mutterkorn in zu geringer Menge vertreten.Völlig unwirksam erwiesen sich ein braunes Harz und zwei krystallinischeKörper, welche als Sclerocrystallin und Scleroxanthin bezeichnet sindund von denen der letztere für ein Hydrat des ersteren gehalten wird.
Sclerojodin scheidet sich bei der Absonderung des Sclererythrins allmäh-lich als ein dunkelblauschwarzes Pulver ab, welches weder in Wasser noch mWeingeist, Aether, Chloroform, wohl aber in Aetzalkalilaugo löslich ist. D ieMutterkornalkalolde fand. Dragendorff ohne alle Mutterkornwirkungresp. war ihm die Abscheidung derselben nicht ausführbar und glaubt er, dasssie dieselben Substanzen sein können oder Gemische derselben, wie solche in v ° r "hergehenden Anführungen Erwähnung fanden. Nun ist Dragendorff ein seWzuverlässiger Chemiker, so dass man ihm ohne Rückhalt beistimmen darf.
Im Verbände mit Podwissotzkt hat er übrigens das Thema noch weiterbearbeitet, und aus der nicht gereinigten Sclerotinsäure schied er eine Fusco -sclerotinsäure, ferner aus anderen Theilen aus dem Mutterkorn Pikroseierotin ab. Die erstere ist in kaltem Aether und 85proc. Weingeist, nichtPetroläther löslich.
Dass Pyrogallussäure eine dem Mutterkorn ähnliche Wirkung b* twurde behauptet. Amerikanische Aerzte sollen die Mistel zu denselben Zwecwie das Mutterkorn anwenden, doch ist die Mistelart nicht näher angegeben.Nord-Amerika hat man Viscum flavescens Prush., V. rubrum L., welcheunser Viscum gebraucht werden. Nach einer Nachricht wäre es nur ^ ., ealbum, aus welchem man in Nord-Amerika Abkochungen, Extracte etc. b< f e ' ' 3um sie in den Krankheiten anzuwenden, wo man die Wirkung des Mutterkobedarf. Nach Long's Angaben hängt diese Mutterkornwirkung nicht vonBeschaffenheit oder der Art des Baumes ab, welchen Viscum als Parasit bewo •Einige behaupten nämlich, dass das auf Ulme oder Eiche vegetirende Visdas kräftigere sei.