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Erg.-Bd. (1884)
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Eucalyptus.

Kotlies Blutlaugensalz mit Ferrichlorid mit dem Wasser gemischt schieden sofortBerlinerblau aus. Kaliumhypermanganat wurde von diesem Wasser entfärbt.

Dieselbe Eigenschaft macht sich bei der Pulverisation des Oels besondersbemerkbar. Eine relativ geringe Menge Eucalyptols genügt, um nach Pulverisa-tion desselben eine Ozonification der Luft nachzuweisen (mit Kaliumjodidkleister-papier und Thalliumoxydulhydrat).

Das Oel von Eucalyptus citriodora hat einen an Citronenöl erinnerndenGeruch und eignet sich besonders als Desinfectionsmittel der Zimmerluft. Manbenetzt Sägespanmehl mit dem Oele und stellt diese in Näpfchen vertheilt in 1Zimmer auf. Man benutzt dieses Oel auch als Parfüm der Seifen. Durch wieder-holtes Mischen von Luft, Eucalyptusöl und Wasser, welche letzteren eine Pulve-risation erfahren, erzeugt man sogenannte antiseptische Präparate, ver-wendbar zu Toilettenmitteln, zum Auswaschen und Verbände der Wunden etc.

Das Eucalyptusöl zum Verbände der Wunden wird mit der 9 fachen MengeWeingeist gemischt. Diese Mischung wird mit dem 56 fachen Volumen Wasserverdünnt und damit Gaze, Leinen, Charpie, welche für den Verband bestimmtsind, mittelst Zerstäubungsapparates befeuchtet.

H. Gimbert hat der Akademie der Wissensch. zu Paris ein Memorial über-geben, welches nachweist, dass die Cultur des Eucalyptus globulus ungesundefeuchte Gegenden in gesunde umwandelt. Da dieser Baum nur in dem Klima»in welchem die Orange gedeiht, vegetiren kann, so kann auch die Wohltbat,welche dieser Baum gewährt, nur im südlichen Europa, überhaupt allein in wär-meren Himmelsstrichen genutzt werden.

Eucalyptus globulus besitzt die auffallende Fähigkeit, dass er die zehnfacheMenge seines Gewichts Wasser dem Boden entzieht und zugleich eine kampb er 'artige desinficirende Luft ausathmet. Wenn man ihn in Sümpfen anpflanzt?trocknet er dieselben in kurzer Zeit aus. Die Engländer sind die ersten gewesen?welche damit Versuche anstellten; denn in Zeit von drei Jahren hat sich » aSungesunde Klima der Cap-Colonie in Folge der Anpflanzung von E. globuM 8total geändert.

Vor einigen Jahren fing man auch in Algier an, E. globulus zu pflanzen, unzwar auf drei verschiedenen Punkten der Umgebung Algier's. Ungefähr 33 K' 10 'meter von der Stadt entfernt befindet sich die Meierei Fondouck, berüchtigt wegeder dort herrschenden pestilenzialiscb.cn Luft. Im Frühjahr 1867 pflanzte m adaselbst 13000 Stück Veilchenbäume an. Das Resultat liess nicht lange auf siewarten, denn schon im Juli desselben Jahres konnte nachgewiesen werden, dakein einziger Fiebcrfall vorgekommen sei, während die Einwohner von Fondouin der heissen Jahreszeit, in Folge der dem Boden entsteigenden miasmatischeDünste, stets viele Fieberkranke zu pflegen hatten. Dieses Resultat erfolgte iso kurzer Zeit, obgleich die Bäume kaum die Höhe von 3 Meter erreicht hatten-Seit dieser Zeit ist das Klima ein gesundes und hat man nie wieder etwas voFieberfällen gehört. Auch bei Constantine war Ben Machydlin ebenfalls sehr be-rüchtigt, da der Boden dort Sommer und Winter einen Morast bildet. In /jl31 _von fünf Jahren war der Boden durch Anpflanzung von 14000 Stück Veilclmn-bäumen zu einem gesunden umgewandelt, und die früher kränkelnden Bewohneerfreuen sich heute einer ausgezeichneten Gesundheit. Durch diese grossen A ^Pflanzungen ist das Fieber ganz aus den Umgebungen von Algier und Constantigewichen. Auch auf der Insel Cuba ist der Veilchenbaum eingeführt worden unhat er in kurzer Zeit an allen Orten, wo er angepflanzt wurde, den Boden gsund gemacht und die herrschenden Fieber zum Verschwinden gebracht. DergleicBeispiele führt Gimbekt noch mehrere an.