Druckschrift 
Erg.-Bd. (1884)
Entstehung
Seite
408
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

*- -

408

Duboisia.

Chloroform ausschüttelte. Der chloroformige Auszug wurde vom Chloroform be-freit, der Rückstand mit verdünnter Schwefelsäuse in Lösung gebracht und dieseLösung mit Ammon übersättigt. Der daraus erfolgende dunkelgraue Niederschlagsammelte sich nach und nach in Form ölartiger Tropfen. Derselbe wurde inAether gelöst und beim Abdunsten der Aetherlösung hinterblieb das Alkaloi'd inForm einer zähen gelblichen Masse. VAN Emden erhielt fluorescirende Lösungen.

Eigenschaften. Das Duboisin ist leicht löslich in Weingeist, Aether, Chloro-form, Schwefelkohlenstoff, Benzol, schwerlöslich in Wasser, dem es eine alkalischeReaction mittheilt. Beim langsamen Verdunsten der wässrigen Lösung findeteine Krystallisation statt.

J-J- Duboisinum sulfuricum, Duboisinsulfat, schwefelsaures Duboisin erhieltvan Emden in Form einer gelblichen amorphen Masse, deren Lösung nur wenigfluorescirte. Das Salz des Handels bildet amorphe hygroskopische Lamellen undist, wie aus den obigen Angaben hervorgeht, schwefelsaures Hyoscyamin.

Aufbewahrung. Duboisin (Hyoscyamin) und seine Salze zählen zu dendirecten Giften. Sie müssen dem entsprechend gesondert aufbewahrt werden undwegen ihrer Hygroskopicität in dicht mit Kork geschlossenen kleinen Gläsern.Auch Sonnenlicht ist fem zu halten.

Chemie und Toxicologie. Das Duboisin verhält sich (nach Gerrabd) gegenReagentien wenig abweichend von dem Atropin. Das Sulfat giebt mit KaHum-mer cur ijodid einen weissen, mit Aurichlorid, Platinchlorid einencitronengelben, mit Mercurichlorid (nur aus concentrirter Lösung) einen weissen,mit Kaliumrho danid keinen, mit Aetzkali, Aetznatron, Aetzamnioneinen weissen Niederschlag, welcher im Ueberschuss des Aetzalkalis löslich ist;mit Gerbsäure einen weissen, in Salzsäure löslichen Niederschlag.

Conc. Salpetersäure löst Duboisin mit brauner Farbe (Atropin ohne Bräunung)»conc. Schwefelsäure löst unter Bräunung und beim Erwärmen tritt ein unan-genehmer, an Buttersäure erinnernder Geruch auf (Atropin wird nicht gebräunt,in der Wärme löst er sich mit dunkler Farbe unter Hervortreten eines arorna-tischen angenehmen Geruches, dessen Intensität durch Zusatz von etwas Kalium-bichromat zunimmt. Unter Abscheidung von Chromoxyd entwickeln sich saureDämpfe). Mit Barythydrat unter Luftzutritt gekocht entwickeln sich unangenehmriechende Dämpfe (Atropin unter gleichen Umständen einen weissdornähnlichenoder einen dem Gaultheriaöle ähnlichen Geruch). Die Duboisinsalze (auch Atro-pinsalze) lösen sich leicht in Weingeist, schwer in Aether.

van Emden beobachtete mit einem aus dem Extract dargestellten Duboisin-sulfat noch folgende Reactionen: mit salpetersaurer Lösung des Natrium -phosphormolybdaenats gelblicher Niederschlag; mit Natriumphosph 0 /*molybdaenat voluminöser, beim Erwärmen sich lösender, beim Erkalten wiedererscheinender Niederschlag; mit Jodjodkalium ein braunrot lim-, mit Broni-bromkalium ein orangerother, in verdünnter Lösung gelber Niederschlag.

Petit führt als Unterscheidungsmerkmale des Duboisins vom Atropin einegrössere Löslichkeit in Wasser und die Eigenschaft an, den polarisirten Licht-strahl nach links zu drehen, bei 18° («) D = 15°, 5 in wässriger, und («)D = 8 °, 4 in weingeistiger Lösung (Atropin ist optisch inactiv). Zur Unter-scheidung kann auch der citronengelbo Niederschlag durch Platinichlorid dienen(Atropin giebt einen weisslich gelben Niederschlag) und auch der üble Geruch undie Färbung beim Behandeln mit conc. Schwefelsäure.

Wirkung und Anwendung. Duboisin (Hyoscyamin) bewirkt schneller unkräftiger Pupillenerweiterung als Atropin, ohne dessen irritirende Eigenschaften