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Digitalis. Digitalinum.
II. Digitalinnm amoiphiim (s. incrystallisabile) (Digitalinum tiertnanicum purum)besteht hauptsächlich aus Digital ein und bildet ein gelbliches, nach Digitalisriechendes, in den Mund gebracht sofort stark bitter schmeckendes Pulver. HerStaub reizt heftig die Schleimhäute der Nase und der Augen. Es ist in Wasserleicht löslich, so auch in verdünntem Weingeist, nicht aber in Aether, unbedeu-tend in Chloroform (das krystall. Digitatin ist in Chloroform leicht löslich).
Conc. Schwefelsäure färbt sich damit schmutzig grün und auf Zusatz vonwenig Salpetersäure allmählich smaragdgrün. Conc. Schwefelsäure, welche mitetwas Kaliumbromid versetzt ist, löst es mit purpurroter Farbe, welche aufZusatz von etwas Salzsäure in Grün übergeht.
Digitalinum Germanicum, wie es von H. Finzelberg in Andernachin den Handel gebracht wird, entspricht im Ganzen diesem amorphen Digitalin,und nur ein sehr geringer Gehalt an krystallinischem Digitalin, wie unter demMikroskop zu erkennen ist, unterscheidet es. Mit conc. Schwefelsäure färbt essich mehr braun als grün und in derselben Säure, welche mit etwas Kalium-bromid versetzt ist, löst es sich braunlichroth. Weil es krystallinisches Digitalinenthält, löst es sich auch nicht klar in Wasser und nur zum Theil in Chloro-form. Letztere Lösung filtrirt und mit einem gleichen Vol. conc. etwas Kalinm-bromidhaltender Schwefelsäure geschüttelt ergiebt in der Kühe zwei Schichte»,von denen die obere chloroformige orangegelb, die untere purpurroth erscheint.Die chloroformige filtrirte Lösung abgedunstet ergiebt einen amorphen, nur voneinzelnen Krystallen durchsetzen Rückstand. Die physiologische Wirkung stimm''mit der des reinen amorphen Digitalins Uberein.
Anwendung und Dosis des Digitalins. Was über die Dosis im Handbuch(Bd. I, S. 1006) angegeben ist, bezieht sich auf das früher als Deutsches Digital) 0in dem Handel vorkommende. Das heutige Präparat ist reiner und daher sein 6Dosis eine kleinere. Der verordende Arzt hat gewöhnlich das mit crystallisatumbezeichnete im Sinne. Gemeinlich hält man 1,0 Digitalisblatt und 0,001 Digital 1 "in der Wirkung gleich. Da man als Maximaldosis der Platter 0,3 annimmt, sowären 0,0003 Digitalin als Maximaldosis, und solche auf den Tag zu 0,001, e,lt 'sprechend 1,0 Folia Digitalis, anzunehmen. Dass sich diese Berechnung in ( ^'''Praxis als keine zutreffende erweist, ergab sich aus speziellen Versuchen.
Die Gabe des krystallisirten Digitalins wäre wohl in folgender Grösse, auj-zustellen: 0,0005—0,001 — 0,0015 drei- bis fünfmal täglich. Stärkste Eh»« 1 "gäbe 0,002, stärkste Tagesgabe 0,008.
In Frankreich unterscheidet man ein NATiVELLE'sehes und HoMOLLE'scbeDigitalin, von welchen letzteres in 3—4mal grösserer Menge genommen werdekann. Das Digitalin der Oesterreichischen Pharmakopoe entspricht dem krystalisirten Digitalin.
Waldenburg und Simon geben als Einzelgaben 0,001 — 0,003 zwei-dreimal täglich an und halten für das NATivELEE'sche Digitalin 0,0002.'0,0005 als Einzelgabe, 0,001 als Tagesgabe dem Verhältniss entsprechend.
Der Arzt, welcher Digitalin anwenden will, sollte zuvor beim ApotheKErkundigungen einziehen, welche Sorte Digitalin zur Disposition steht, oder ostimmen, welches Digitalin er anzuwenden wünscht. Ist der Charakter des pig 1talins nicht sicher erkannt, so beginne man mit der kleinsten Gabe und steige'sie je nach der Wirkung. ^
Man hat das Digitalin auch in Salbenform angewendet und auf 0,1Digitalin, mit einigen Tropfen Weingeist gelöst, 10,0 Fett verordnet.
Die Reaetionen auf Digitalin führt 0. Papf. in folgender Weise a(Arch. d. Ph. 1876): Er lässt das Dig'talin, die hellgelbe nicht krystalhnif'
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Form, welche in den Apotheken und Chemikalienhandlungen gebräuchlich
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