Druckschrift 
Erg.-Bd. (1884)
Entstehung
Seite
399
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Digitalis. Digitalinum.

399

Wärme in Glykose und Digitalresin zerfallt. 3) Digital ein, in Wasser undWeingeist löslich. 4) Digitoxin, eine krystallisirbare, nicht glykosidische Sub-stanz , welches durch Einwirkung verdünnter Säuren das amorphe Toxiresinausgibt. Dieses Digitoxin ist der hauptsächlichste und wirksamste Bestandteilder Digitalisblätter und auch Bestandteile des Digitalins Nativelle's. Auchdas Toxiresin ist ein gleich giftiger Stoff.

Der Digitalis-Aufguss giebt erkaltet und fdtrirt mit folgenden Reagentien"'Übungen: Pikrinsäure (schwache), mehrfaches Vol. Weingeist, Ammoniumoxalat,Oxalsäure, Kupfervitriol, Sohvteizeb's Reagens, Silberlösung. Gerbsäure erzeugteine starke Fällung, welche auf Zusatz von verdünnter Schwefelsäure nicht ver-sehwindet oder geringer wird. Jodlösung färbt etwas dunkler, ohne die Reactionau f Stärkemehl wahrnehmen zu lassen.

Mikroskopische Untersuchung. Das grobe Digitalispulver, auch die klein

geschnittenen Blätter sind mit dem Mikroskop leicht zu erkennen. Man weicht

r ln Verdünntem Glycerin ein, versieht auch das eine Object mit Jodlösung behufs

Rnction der Stärkemehlkörner. Es ergeben sich bei 100150facher Vergrösse-

lun g die einfachen mehrzelligen, kegelförmigen, dickwandigen, feinwarzigen Haare

or oberen Blattseite UDd auch Rudimente der sehr schmalen oder dünnen und

? enr langen dünnwandigen (nicht feiuwarzigen) Haare des Filzes der unteren

lattseite. Ferner sind die stieligen Zollen mit kugligem zweizeiligem Köpfchen,

Wehes mit einer gelben harzigen Masse gefüllt ist, charakteristisch. Dan Blatt-

gwebe zeichnet sich aus durch das netzförmige Gewebe innerhalb der von den

er ven umschlossenen Maschen. Vergl. Fig. 59 auf der vorhergehenden Seite.

Das feine Pulver ermangelt gewöhnlich der Haare oder es sind darin nurTOchstücke und die Spitzen jener Haare vertreten. Die Köpfchen der Stiel-en finden sich vereinzelt darin vor. Das feine Pulver bietet wenig Anhalts-Kte, um mit Sicherheit seine Zugehörigkeit zu erkennen.

Adonis vernalis Linn., A. Apennina Jacquin (Böhmische Nies- und Christ-auf o P as Kraut dieser Rannnculacee ist von Bubnow im Infusum zu 5 10Inf Wasser physiologisch untersucht und in der Wirkung mit Digitalis-

" s nm übereinstimmend befunden (Petersburger med. Wochenschrift 1879).

v ielnic'i ?'^ a ". nllm ' richtiger Digitalina, des Handels ist kein bestimmter Körper,ail8 R]atJ. ein varial)les Gemisch der in der Digitalis vertretenen Glykoside. Ist esi'eichr \ t V ° n der blnl,Gml(m Pflanze entnommen dargestellt, so enthält es amwerden Di K'. ioxin «nd weniger Digitalin und Digitalein. Die Reactionen

Ersehe' Wegen dieser unbeständigen Zusammensetzung nicht immer in gleicherwelche ^ vcrh ! ufen - Zunächst sind zwei Sorten Digitalin zu unterscheiden,

e wahrscheinlich von Ähnlicher, aber verschieden starker Wirkung sind,t'ulv ' "'S'talinum crystallisattim (s. activum), bildet ein weisses kryatalüniachesaber ' wei88e nadeiförmige Krystalle, welche neutral und geruchlos sind,Ges j, 6 " len im Munde sicn allmählich entwickelnden, sehr bitteren anhaltendenjedo h f* haben - Es ist in Wass ei' kaum löslich, ebenso in Aether und Benzol, leicht löslich in Weingeist und besonders sehr leicht löslich in Chloroform.Pari \ COnC * Schwefelsäure löst es sich mit grüner Farbe, oder auch mit braunerund 6 f Un<1 g, ' e ' 3t be ' m Verdünnen mit Wasser eine grüne Lösung. BromdampfZust ^ ( * riin dcr LüSUn ß in cono > Schwefelsäure in Johannwbeerroth um, aufReib J 0n Wa8ser tritt die grüne Farbe wieder hervor. Salzsäure löst mit grün-Lös r rbe ' welclle allmählich in Smaragdgrün übergeht. Wasser fällt aus dieser

Un g eine Harzsubstanz und es entwickelt sich ein süsslicher Geruch