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Curara. Strychnos triplinervia.
der Indianer ritzte mit der Spitze einer Nadel, welche mit dem Gifte befeuchtetwar, mehrere Thiere und der Tod trat bei der Eidechse nach 10, bei der Rattenach 4, bei einem Huhne nach 3 Minuten ein. In demselben Producte konnteProf. Heintz keine Spur Strychnin auffinden. Diese Wahrnehmung lässt schliessen,dass die Strychnosalkaloide irgend eine Abänderung erfahren haben, mag diesenun in der Wirkung des Sonnenlichtes oder durch irgend einen Umstand im Vol-laufe der Kochung herbeigeführt sein, oder die Strychnostheile, welche Verweildüng fanden, enthielten kein Strychnin.
Jobert erforschte, dass durch Extraction von Theilen der Strychnos Ca-stelnauana und Cocculus toxiferus Curare hergestellt wird, dass mitunter auchTheile anderer Pflanzen z. B. der Pauilinia, Taja etc. dazu verwendet werden,dass aber die Bestandtheile der Strychnos - Arten auch immer die Hauptbestand-teile des Curare bilden.
Couty und de Lacerda haben Forschungen angestellt, um die Mutter-pflanze des Curare zu erkennen, und sie fanden, dass Strychnos tripKnercia inder Wurzel und der Rinde die Stoffe darbietet, welche dem Curare eigen sind,doch fanden Andere, dass das Extract daraus eine weit schwächere Wirkunghat oder bedeutend weniger giftig ist als das Curare der Indianer. Couty undLacerda fanden ferner, dass das durch Digestion und in der Hitze des Dampfbadeshergestellte Extract aus jener Strychnos- Art viel reicher an Curare sei, als dasdurch Kochung dargestellte, dass Curare aus den Orginal-Kabassen und Thon-töpfchen entnommen beim Kochen über freiem Feuer seine Wirksamkeit einbüsst.Die Wurzeln liefern die grössere Extractausbeute, die Extraete der Rinden sindaber die wirksameren. Die Extraete zeigten die Curarewirkung, aber immereine schwächere als das Curare aus den Kalabassen und Thontöpfchen derIndianer.
Jobert berichtet (Journ. de Pli. et de Oh. Tome I, p. 33), dass StrychnosCastehiauana, eine Phytolaeee (Pctiveria), eine Aroidee (Adenohma) undeine Aristolochiacee Stoffe zu dem Curare der Tecunas-Indianer liefern, dass aberauch von Strychnos rubiginosa und triplinervia Theile zur Curare - Bereitungverwendet werden.
Jobebt fand, dass die Süd-Amerikanischen Strychnos - Arten eine gleichephysiologische Wirkung äussern, indem sie nicht wie die Asiatischen Strychnos-Arten tetanisirend wirken, sie vielmehr die Muskeln der Reflexbewegung beein-flussen, auf das System der Bewegungsnerven wirken, das Empfindungsvermögen,die Sinnesorgane und den Circulationsapparat schonen. Das Herz der Fröscheschlug noch 24 Stunden nach Einführung des Giftes. Jobert mahnt, das C a "rare des Handels durch ein zuverlässiges Präparat zu ersetzen. Die Peru-Indianersollen sogar gebrannten Zucker ihrem Pfeilgifte zusetzen, welches wenig v0 "Strychnos - Arten, dagegen viel von einer Monispermacee (ChondrospermurnJenthält.
Ckevaux bereitete Curare (3 kg) aus der Stammrinde von Strychnos Ca-stehiauana, welches er dem College de France vorlegte und welchem er eine zehn-mal grössere Wirkung als dem Curare der Indianer nachrühmte (Journ. de Pn-et de Ch. Tome I).
Curare enthält nach Th. Sachs circa 75 Proc. in kaltem Wasser Lös-liches. Absoluter Weingeist löst nur geringe Spuren. Das Curarin ist darin alsSulfat vertreten.
f Extractum corticis Stryclini triplinerviae. Die kleingeschnittene und zerstampf' 6Rinde incl. Splint der Strychnos triplinervia wird mit der doppelten MengeWasser übergössen 6 Tage niaoerirt, dann nach Zusatz einer gleichen MengeWasser einen Tag digcrirt und ausgcpresst. Der Pressrückstand wird nochmals
WL