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Erg.-Bd. (1884)
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Cacao. Chocoladc.

Fehlt Stärkemehl in der Mischung, so erreicht man auch ein ähnliches Getränk,welches aber in kurzer Zeit, in 1520 Minuten der Ruhe die Kakaosubstanzabsetzt, und eine dünne, nicht angenehm schmeckende Flüssigkeit sammelt sichüber dem Bodensatz. Das muss aber verhütet werden und ein Mehl- oderStärkemehlzusatz macht das Getränk so schleimig, dass sich kein Bodensatzbildet. Somit ist ein Zusatz einer stärkemehlhaltigen Substanz zum Kakao not-wendig und keine Verfälschung. Denn dann könnte man auch die Gewürze oderden Zucker als Verfälschungen ansehen. Die Frauen, welche die feineren Choco-ladensorten zu kaufen pflegen, setzen derselben stets etwas Stärkemehl hinzu,um die dauernde Schleimigkeit des Chocoladengetränkes zu erreichen. Bei einemzusammengesetzten Nahrungsmittel können nur ungehörige, der Gesundheit nach-theilige und nicht als Nährsubstanz verbrauchbare Beimischungen Beanstandungfinden.

Dies gilt auch vom Chocoladensuppenmehl, einer Pulvermischung aus10 Proc. Kakao, 70 Proc. Zucker, 10 Proc. Mehl und 1 Proc. ArmenischemBolus. Dieses ist eine Mischung zum Zwecke der Darstellung einer Suppe mitChocoladengeschmack, indem die Hausfrau zu kochendem Wasser einige Löffeldes Mehles setzt. Hier hat man den Mehlzusatz und den Armenischen Bolusbeanstandet, obgleich letzterer das unschuldigste Farbmaterial ist, welches existirtund in alter Zeit als solches viel gebraucht wurde. Diesem Bolus kommt nachkeiner Seite hin auch nur eine Spur einer Wirkung auf den Organismus zu,selbst in grösseren Mengen genossen zeigt er keine nachtheilige Wirkung.

Bei Prüfung derChocolade kommen in Erwägung 1) der Geschmack, 2) derGehalt an reiner unverfälschter Kakaomasse, 3) die Abwesenheit gesundheits-schädlicher Mineral- und Pflanzenstoffc, welche nicht als Nahrungs- und Genuss-mittel dienen, z. B. Holzfaser, präparirte Cellulose, Thonerde, Schwerspath, Kalk-carbonat etc.

Eine Portion der Chocolade wird eingeäschert und die Asche auf ihre Be-standteile untersucht. Ein Gehalt von 12 Proc. Natriumcarbonat in derChocolade ist gegenstandslos. Es soll ein solches Präparat ein besseres Getränkliefern.

Eine andere Portion wird getrocknet mit einem Fünfteltheil Kalisalpeterund Natriumcarbonat gemischt und eingeäschert. Diese Asche wird auf Arsenikuntersucht.

Kupfer ist zuweilen in der Asche angetroffen worden, wahrscheinlich i»Folge Darstellung der Chocolade in kupfernen Gefässen. Dann kann es nur inSpuren vertreten sein und ist dessbalb ohne allen Nachtheil auf die Gesundheit.5 Ctg. Kupfer pro Kilo der Chocolade sollte als unschädlich zuzulassen sein.Auch Zinn wurde von Hager, jedoch auch nur in Spuren, in einer Chocoladeangetroffen. Behufs Erkennung solcher Metalle übergiesst man 0,25 g der Aschemit 10 CC. Wasser und 10 Tropfen Salzsäure, schüttelt einige Male um, undstellt dann einen blanken Zinkstab hinein. Nach 12 Stunden hat sich derZinkstab mit einer Schicht des fremden Metalls bedeckt. Man reinigt den Stabdurch Eintauchen in Wasser, lässt ihn trocken werden und schabt dann denUeberzug ab, behufs Prüfung auf Kupfer oder Zinn. Auf Zink ist die Aschebesonders zu untersuchen.

Gyps Thon, Calciumcarbonat, Bolus können nur dann beanstandet werden,wenn ihre Mengen eine Beschwerung des Gewichtes erkennen lassen und solltedie zulässige Grenze zu 1,5 Proc. angenommen werden. Dass diese Stoffe auchbis zu dieser Menge die Qualität der Chocolade herunterdrücken, kann nienbestritten werden. Schwerspath, dieses schon oft als Verfälschung des Stärke-