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Butyrum. Prüfung der Butter.
butter sich hier wie Kuhbutter verhält, so hat die Probeweise keinen Anklangfinden können.
V. Husson's empirische Butterprobe ist eine Parallele zu der Bach-schen. Das Butterfett wird in seiner 10 fachen Menge eines Gemisches aus glei-chen Gewichtstheilen Aether und 90proc. Weingeist bei einer Wärme von 35 bis40° C. gelöst und die Lösung an einen Ort gestellt, dessen Temperatur eonstantungefähr 18° C. ist. Nach 24 Stunden hat die Lösung der reinen Milchbuttereinen Bodensatz aus Margarin gebildet, welcher gesammelt und ausgetrocknetnicht über 40 Proc. und nicht unter 35 Proc. betragen soll. Beträgt er über40 Proc, so deutet dies auf eine Verfälschung mit Talg der Wiederkäuer, ister dagegen geringer denn 35 Proc, so deutet dies auf Kunstbutter (nach Mouries),Schweinefett, Gänsefett.
Sowohl in der BACu'schen wie in der HussoN'schen Probe soll nach ur-sprünglicher Angabe die Butter, wie sie ist, in Lösung gebracht werden. Dadie Herren Autoren aber hierbei nicht an den verschiedenen Wassergehalt derButter dachten, welcher in die Lösungsflüssigkeit übergeht und deren Lösungs-Kraft herabdrückt, so haben ihre Methoden nur dann einigen Werth, wenn mandie durch Schmelzung, Absetzenlassen und Decanthation gereinigte Butter an-wendet. Uebrigens sind beide Proben von Hager, geprüft und als unbrauchbarerkannt worden (pharm. Centralhalle 1878 No. 5).
VI. Mikroskopische Prüfung. Dieselbe hat nur einen beschränktenWerth, denn die Kunstbutter, welche durch Buttern der Fettmasse mit Sahneoder Milch in der bekannten Weise oder durch Maschine hergestellt ist, erscheintunter der Linse nicht um einen Deut abweichend. Nur bei oberflächlicherMischung sind die Fettkü gelchen entweder doppelt so gross oder sie fehlen unddafür erblickt das Auge unförmliche Massen, durchsetzt von Stearinstäbchen odereckigen Partikeln.
Der Werth der HBHNER'schen Methode ist gewiss nicht zu bestreiten,doch ist von verschiedenen Seiten nachgewiesen worden, dass der Gehalt annicht flüchtigen Fettsäuren im Butterfett, welcher von Heiiner bis höchstens
88 Proc. zugelassen wird, ein noch höherer sein kann. M. Kretsohmab (Ber.d. d. eh. Ges. 1877) fand im Juni 89,34, im Juli 89,45, im August 89,57, imNov. 89,20 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren. Kretsohmab fand in 2 SortenKunstbutter 95,5 und 95,1 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren, im Schweinefett95,8 und 95,5 Proc Er macht noch darauf aufmerksam, dass die Fettsäurenbeim Trocknen bei 100—110° nach einiger Zeit in Folge Oxydation eine Ge-wichtszunahme erfahren.
Filsinger bat unter Befolgung der HEHNER'schen Methode auffallende undwohl zu beachtende Resultate erlangt. Unter den Kunstbutterarten (12 an derZahl aus verschiedenen Quellen bezogen) fand er in dem sogenannten Bayeri-schen Schmalz 87,5 bis 88 Proc, in der Kuhbutter (10 Fälle) 88—
89 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren. Da Heiiner 88 Proc. als höchste, 87,5Proc. als normale Meng«: annimmt, so hätten jene Kunstbuttersorten als rci" ()Butter, viele der Kuhbuttersorten als Kunstbutter erkannt werden müssen. AuchOscar DlETZSCH fand Pariser Sparbutter (Pariser Oleo-Margarine) mehrmals mit88 Proc jener Säuren.
Filsinger fand ferner wie auch Hager (pharm. Centralh. 1877, S. 413)>dass durch Schmelzen, Absetzenlassen, Decanthiren in der Wärme die Kuhbutterein völlig klares, die Kunstbutter aber ein trübes Fett liefert. Es wäre diese»Verhalten, wie schon erwähnt ist, als eine empirische Probe aufzufassen.