Butyrum. Prüfung der Butter. 165
butter keinen Butteräthergeruch, sondern einen einigermaassen obstähnlichen Ge-ruch und hintennach den unangenehmen Geruch nach altem Talg. Dass das zumVersuch verwendete Butterfett völlig abgesetzt haben muss und keine Casein-Partikel enthalten darf, ist selbstverständlich.
Wenngleich die Kunstbutter meist Talgfett enthaltend ist, so soll auch mitunterKunstbutter in den Handel kommen, welche kein Talgfett enthält, z. B. einesolche, welche aus Pferdefett und Kuhmilch bereitet ist. Für diese Fälle wäre
v °rher bemerkte Docht- und Geruchsprobe nicht anwendbar., n. Hager's Alkoholprobe. Wenn die Dochtprobo kein sicheres, über-au Pt kein Resultat giebt, so schreite man zu folgender Probe. "Von dem ge-schmolzenen decanthirten klaren ßutterfette giebt man in ein cylindrisches Glasgenau 1 g und dazu 12,5 g eines anhydrischen Weingeistes von 0,797—0,7998 Pec. Gew. Der passende Weingeist ist ein solcher von 0,798 spec. Gew. Mansetzt das Glas in ein Gefäss mit Wasser und erhitzt genau bis 60,5° C. Dannverschliesst man mit einem Stopfen und schüttelt kraftig um. Es erfolgt eineklare durchsichtige Lösung. Da hierbei eine kleine Abkühlung stattfindet unddesshalb Trübung eintritt, so stellt man das Gefäss noch einige Augenblicke indas Bad, welches auf 60—61» zu halten ist. Dann ergreift man das Glas auf'sNeue, trocknet es möglichst schnell mit einem in der linken Hand gehaltenenluehe oder Fliesspapierstreifen ab und schüttelt kräftig um. Liegt reines Butter-tett v 0r) g0 i8t die L ösung tota i klar und durchsichtig. Bei Gegenwart vonSchweinefett, Talg, Rüböl etc. ist die Mischung mehr oder weniger trübe, jenach dem Maasse der Verfälschung.
Zeit ut" Butter P roben aus vier verschiedenen Stellen und zu zehn verschiedenenfache AT bezo £ en v e rn ielten sich wie angegeben, sie lösten sich in der 12,5-und d i? e eines Wein S eistes von 0,798 spec. Gewicht bei 60° C. völlig klarlöst . C ^ Slcllti ff- Andere Fette, welche zur Verfälschung der Butter dienen,MisT S " icht kIar ' auch nicht bci einer Erhitzu »g auf 70» C. Was nun dieletzt 6n del Butter mit anderen Fetten betrifft, so ist allerdings die ErkennungBei ftT' Wen " S ' e DUr ZU 1— 10 Proc - in der Butter vertreten sind, keine sichere,das - e £ enwart von Talg wurden noch 4 Proc. wahrgenommen, bei Schweinefett,liesre SI , S ?^ r . verschieden erweist, scheint die Erkennungsgronze bei 11 Proc. zuein 7' ^ e ' ner ^ orte Ia » sie 80 S ar bei 16 Proc - D ' e K (>ril, .- s( e Trübung istwelch n' daSS die Butter ein fremdes Fett enthält. Ein flüssiges Butterfett,y f .. es Hage u aus guter Hand erhalten hatte, erwies sich in dieser Probe einernaiscüung verdächtig. Es war entweder verfälscht oder es giebt auch Butterfette,,, 6 • Se Pr obe mit Weingeist nicht aushalten. Spätere Erfahrungen gehörenwendig zur Beantwortung der Frage, ob die Prüflingsweise vollen Werth hat.D , , E ' ne dritte empirische Probe könnte sich darauf gründen, dass bei.^•Stellung des reinen Butterfettes durch Schmelzung, Absetzenlassen in deraime, Coliren unter Decanthation durch ein lockeres Bäuschchen Glaswolleeis ein bei circa 40" C. völlig klares Fett gesammelt wird. Bei Kunstbutterclleses Fett meist, vielleicht immer trübe. Es wird auch nicht klar, wenna n es einen ganzen Tag weiter in einer Wärme von ca. 40° C. absetzen lässt.jese Beobachtung wurde von Hager in mehreren Fällen, auch von Filsinger^^rgenommen.
R IV- Bach ' s empirische Butterprobe beruht auf der Löslichkeit desMterfeties in der 20 fachen Menge einer Mischung von 3 Vol. Aether und 1 Vol.nes> 95 proc. Weingeistes bei einer Temperatur von 19—21° C. Fremde Fette,] e Schweineschmalz, Talg, Pferdefett etc. sind darin unlöslich oder weniger lös-c "j selbst bei Erwärmen um mehrere Grade über 20° C. Da manche Kunst-