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Erg.-Bd. (1884)
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Borax. Feuerschutzniittel.

Borax uad Salicylsäure oder Natriumsalicylat. Wenn diese Sub-stanzen in Lösung zusammentreffen, so nimmt diese einen sehr bitteren Ge-schmack an, wie dies auch schon unter Borsäure erwähnt ist. Solche Misch-ungen sind zu unterlassen, wenn man etwa Milch, Fleisch etc. damit conser-viren will.

Borax hat sich als ein vortreffliches Conservans des Butter fettes er-wiesen. Es genügt ein Zusatz von 56 Proc. feinem Boraxpulver.

In Betreff des Einflusses des Borax auf den Organismus berichtet Cyon dieResultate, welche er an Hunden beobachtete: 1. Borax, dem Fleische in einerMenge von 12 g per Tag, d. h. eine 17 Mal grössere Menge als zum Conser-viren nöthig ist, hinzugesetzt, kann von dem Körper aufgenommen werden, ohnedie geringste Störung in dem Ernährungsprocesse hervorzubringen. 2. WirdBorax an Stelle des Kochsalzes mit der Nahrung genossen, so tritt eine ver-hältnissmässig starke Vermehrung des Körpergewichtes in Folge grösserer Assi-milation ein. Polli stimmt den Ansichten Cyon's bei.

G. Le Bon will die entgegengesetzten Resultate gewonnen haben (Compt.rend. 1878) und erklärt den Borax in den Nahrungsmitteln für ein Gift, be-sonders schon aus dem Grunde, dass Peligot die giftigen Wirkungen des Boraxauf die Vegetation nachgewiesen hat. Diese letztere Folgerung ist übrigens einewenig begründete, denn Arsenigsäure ist z. B. ein Gift für den thierischen Orga-nismus, nicht aber oder kaum für den pflanzlichen, sie ist sogar ein Nährbodenfür Pilzvegetationen, wie Hager durch Experiment nachgewiesen hat. Massigeoder geringe Mengen Borax in die Verdauungswege eingeführt sind sicher ohneallen Nachtheil. Nach Versuchen an eigener Person vermochte Hager keineWirkungen zu beobachten, welche auf einen naehlheiligen Einflnss des Borax intäglichen zweimaligen Dosen von 0,51,0 g auf den Gesundheitszustand einesgesunden Menschen schliessen lassen.

Decroix hat den Borax als ein Heilmittel des Milzbrandes (bei Pferden)erkannt. Wahrscheinlich befindet er sich im Irrthume. Die Infectionsbacterienim Blute sind nicht Ursache dieser schrecklichen Krankheit, sondern sind dieFolge derselben.

Feuersclintzniittcl. Dass Borax ein gutes A n t exap t i cum, ein die Entzündungdurch Flamme hinderndes Mittel ist, beweisen die unter Amylum angegebenenVorschriften für Feuerschutzstärke (z. B. PATERA'sches Salz). Folgende Zu-sammensetzung soll ein Antexapticum für Gewebe und Holz sein, welche mit derheissen F^issigkeit getränkt oder bestrichen werden (the Druggist Circular eto.1879).

(1) Antexapticum ad texta tenera.

Feuerschutz für Gewebe.

r- Amyli triticei 20,0

Aquae fervidae 500,0.Mucilagine effecta, adde

Ammoni sulfurici 80,0

Ammoni carbonici 25,0

Acidi borici 17,0soluta in

Aquae calidae 500,0.

(2) Antexapticum ad res lignosas.

Feuerschutz für Holz,

I.

iy Amyli triticei 15,0Aquae fervidae 400,0.

Mucilagine effecta, addeGlutinis fabrilis 15,0soluta in

Aquae fervidae 200,0.Agitatiouo peracta, admisce liquori calidoAcidi borici 50,0Ammoni muriatici 150,0Liquoris Kali siliciciLiquori» Natri silicici ana 150,0soluta in

Aquae fervidae 500,0.Postremum adde

Aquae fervidae q. s.,ut post refrigerationem mixturae muci-lago fluida, effecta sit. Ad usum Gretalaevigata admiscetur, ut fiat massa »fruposa, rebus lignosis ope penicilli ilH"nenda.