136
Balsamum Gurjunicum. — Balsamum Peruvianum.
der Mischung. Diese Reaction ist eine sehr sichere, aber es giebt auch einigeCopaivbalsam-Sorten, welche eine sehr ähnliche Reaction zulassen und nur insofernabweichen, als der violetten Färbung eine rothbraune vorausgeht. Aehnlich ver-läuft dieselbe Reaction mit mehreren Sorten Harzöl (Ol. Resinae Pini), nur hierist die violette Farbe etwas braun nuancirt. Mischungen aus Gurjunbalsam miteinigen Sorten Harzöl oder einigen Sorten Copaivabalsam geben in dieser Reactionebenfalls eine violette Färbung, jedoch tritt diese bei Gurjunbalsam gewöhnlichum mehrere Minuten schneller und intensiver ein.
Balsamum antarthriticum Indicum, Indischer Balsam wurde im Jahre 1878von der mit Geheimmitteln handelnden Firma Elnain & Cp. in Frankfurt a. M. inden Handel gebracht und als Mittel gegen Gelenkrheumatismus empfohlen, und vondem Obermedicinalrath H. von Holder als vortrefflich wirksam attestirt. DiesesMittel ist nicht mit Indischem Balsam (Gurjunbalsam oder Balsamum PeruvianumIndicum) zu verwechseln. Bei seinem ersten Erscheinen im Handel war es wahr-scheinlich Gurjunbalsam, mehr oder weniger versetzt mit Harzöl, denn eino kleineProbe des Balsams, welche in einem Umfang von circa 2g in Hager' s Hände kam,war nicht dickflüssig, enthielt aber in ihrer Hauptmasse anscheinend Gurjunbalsam,denn sie ergab mit Petroläther eine trübe milchige Mischung wie Gurjunbalsam undunter dem Mikroskop Hessen sich kleine Krystalle in der Flüssigkeit erkennen.Hager bemerkte daner bei Besprochung dieses Arkanums, pharm. Centralh. 1878,S. 383: „Jener Balsam ist wahrscheinlich nur jener bekannte Gurjunbalsam." — NachEd. Hahn's Geheimmittel und Specialitäten etc. besteht der Balsam nach der Ana-lyse des Apoth. Dr. Hirsch in Frankfurt a. M. aus 1 Th. Harzsäure, 2 Th. einesschweren und nicht verseifbaren Oels und etwas Fettsäure, auch Baldriansäure.Dieses analytische Resultat wurde seiner Zeit mit auffallender Animosität in einerMenge sich drängender Artikel in den Tagesblättern veröffentlicht und nur zum Be-weise, dass der Balsam nicht Gurjunbalsam sei. Ein
Balsamum antarthriticum' Indicum, Indischer Pflanzensaft, gegen Gicht-schmerzen, Muskelrheumatismen etc. wurde im Jahre 1876 von Hager analysirt undals Gurjunbalsam erkannt (23 g 1 Mk.). Vergl. pharm. Centralh. 1876, S. 313. Obder vorerwähnte Balsam mit diesem Arcanum aus derselben Geheimmittelquelle her-vorgegangen ist, war nicht mehr zu eruiren. Der vorerwähnte Balsam wurde 1878als etwas ganz Neues angerühmt und liegt die Wahrscheinlichkeit vor, dass der nichtAufnahme findende stark dickflüssige Balsam von 1876 durch Zusatz von Harzöldünnflüssiger gemacht und modificirt nochmals mit einer besonderen ärztlichen Em-pfehlung bedacht in den Verkehr gebracht wurde. Da Gurjunbalsam und Harzölauch wieder in verschiedenen Sorten in den Handel kommen, so ist es wohl leichtbegreiflich, dass die Mischungen des Geheimmittelkrämers nicht immer dieselbe Be-schaffenheit zeigten.
Balsamum Peruvianum.
Bei Untersuchung und Prüfung eines Perubalsams sind nach Hager folgendeOperationen erforderlich und auch ausreichend:
1. Prüfung des »pec. Gewichtes. (Die Kochsalzlösung hält man in gut ver-korkter Flasche vorräthig. Hndb. I, 555.)
2. Schüttelung mit Petroläther (der dann decanthirt farblos sein muss. D' eim Handb. gemachte Angabe über das Verhalten des Balsams nach dem Schüttelnist hinfällig, denn Benzoe enthaltendes Balsam würde sieh als ein reiner Balsamerweisen).
3. Lösung von 1 Th. Balsam in 7 Th. Weingeist, einestheils die Intensitätder Farbe der Lösung zu mustern, anderentheils zur Mischung mit Wasser.
4. Mischung von 6,0 des Balsams mit 8,0 conc. Schwefelsäure und B e ;handlung der ausgewaschenen und auf ihre Consistenz geprüften, dann in z* elgleiche Theile getheilten Masse mit Steinkohlenbenzin oder Benzol und nn'Petrolbenzin.