Farbige Pflanzenstoffe.
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donia coccifera Baumg., Cladonia digitata Hoffm. sollen ebenfalls zur Berei-tung des Persio und wahrscheinlich auch zur Darstellung von Lackmus dienen.Ein drittes Product, jedoch vorzüglich aus der Parmelia Iioecella, ist die
Orseille. Orselle. Oricelle. Orceille. Hoccelle. Ursolle.Orchel. Orcheil. 0 r s ei 11 e en p ät e. Die Orseille, die als eine Artunvollendeter Lackmus betrachtet werden kann , nämlich in der Periode, inwelcher das Flcchtenroth noch nicht in Flechtenblau umgewandelt ist , wird auffolgende Weise bereitet: Das Flechtcnpulver wird mit Urin zu einem Teige ge-formt , den man faulen läfst; um der Fäulnifs Einhalt zu thun, fügt man ein Al-kali hinzu und durch Wein giebt man der Masse die gehörige Consistenz. Sostellt die Orseille einen steifen, ziemlich festen, dunkel violettrothen Teig vonstarkein und unangenehmem Geruch dar. Man bemerkt viele kleine Pflanzenstück-chen, welche mit vielen kleinen, weifsen Puncten (einem efflorescirten Ammo-niaksalze) bedeckt sind. Wasser wird von der Orseille dunkelroth gefärbt. DieParelle, einen der Orseille ähnlichen Farbstoff, bereitet man aus dem Isidiumcorallinum und einer Varietät der Variolaria Oreina Ach., einer Flechte, wel-che in der Auvergne häufig ist. Die Parelle ist eine geringe Sorte der Orseille.Früher nahm man an, dafs sie aus Parmelia parella Ach. bereitet werde, wasübrigens nach Corq nicht so ist. Robiquet untersuchte die Variolaria dealbataD e c. (Liehen dealbatus A c h.), die auch zur Orseillebereitung benützt wird.
Nr. 511. ORLEANA.
Orellatia. Orlean. Acliiote. Acbiotte. Acliiat.Roucou. Ruku. Roku. Arnotta. Annatto.Urucu. Terra Orleana. Orlean.
Atole.Anotte.
Rocou.Uruko.
Bixa Orellana Linn. Bixa amerlcana Poir. Gemeiner Orlean-iaum. Polyandria, Monogynia. Cl. XIII. Ord. 1. Familie der Bixineen.
Der Orlean ist schon seit einigen hundert Jahren bekannt und soll seinenNamen dem Beschiffer des Amazonenstromes Francisco de Orellana (1541)verdanken. Ein Baum der Antillen und des heifsen Aincrika's. Nach Gilii kenntman in Guajana jedoch zwei Artea des Orleanbaumes. Die kapselförm'm-e,pflaumengrofse Frucht enthält viele kleine, unregelmäfsige, schwach dreieckige Saa-men. Diese sind mit einer klebrigen, harzigen, weichen, schön hochrothen Masseumgeben. Diese Masse ist nichts anders, als der Arillus. Um den Orlean zubereiten, sammelt man die Früchte, entfernt die äussere Schaale und zerstampftnun die mit dem Arillus überzogenen Saamen in hölzernen Trögen mit Wasser.Man giebt sodann die ganze Masse auf ein Sieb, um das Grobe zu entfernen, undübcrliifst das Durchgelaufene einer Art Gährung. Den am Boden abgesetz-ten Orlean trocknet man im Schatten und formt dann 3 bis 4 Pfund schwere Ku-chen daraus, die man in Schilfblättern versendet. Die vorzüglichere Sorte ist derCajenneorlean, weniger geschätzt ist der ziemlich feuchte, in Fässern vorkom-mende brasilianische. Ein ausgezeichnet schöner Orlean wird dadurch gewonnen,dafs man die Saamen mit dem Arillus zwischen den Fingern reibt, welche manvorher mit Oel bestrichen hat. Der Orlean bleibt an den Fingern hängen, manschabt ihn ab und trocknet ihn an der Sonne: diefs ist das Verfahren der Indianer.