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Farbige Pflanzenstoffe.
Der auf diese. Weise bereitete Orlean kommt jedoch nur selten, in ganz kleinen,runden oder eckigen Zeltchen in den Handel. Der Orlean stellt eine hell blut-rothe, feuchte oder bröckliche, öfters weiche, auch schmierige Masse dar. Ertrocknet gerne ein, wodurch die Farbe braun und matt wird, durch Urin suchtman ihn weich zu erhalten. Wird er sehr trocken, so bemerkt man manchmalweifse, krystallinische Puncte. Geruch ist eigenthümlich, animalisch. Geschmackzusammenziehend. Der Orlean ist in Alkalien und Weingeist löslich. Vom Ae-ther wird er mehr oder weniger aufgenommen. Es kann aus ihm das Or ellin,harziges Orleangelb dargestellt werden. Man gebraucht den Orlean häufigin den Färbereien. Er mufs nicht zu feucht seyn , von Schimmel nicht gelittenhaben und auf Papier einen orangegelben Strich geben. Häufig besitzt der Orleaneinen unangenehmen, selbst stinkenden Geruch, Folge einer eingetretenenZersetzung. Verfälschungen mit englischem Roth , kohlensaurem Kali, zerrie-benen Ziegelsteinen : kommen wohl selten vor. Doch beobachtete C e d i e einen ver-fälschten. In Ostindien bereitet man von Metella tinetoria einen Orlean, der inganz trockenen, geruchlosen, dunkel orangerothen Kuchen vorkommt, die 63 Pro-cent Farbestoff enthalten. DieSaamen der Bixa Orellana Linn. findet man öftersunter dem Namen Un acu, Uanacü. Den angeführten Pflanzenstoffen reiht sich an:
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Nr. 512. GUAR ANA.Guarana. Pasta Guaranae. Guarana. Guaranapaste.
Paullinia s orbilis Mart. Guaranagebende Paulünia. Octandria,Trigynia. CI. VIII. Ord. 3. Familie der Sapindeen.
Ein Strauch Nordbrasilien's, aus dessen Früchten das Guarana bereitet wird.Dieser eigenthümlicheArzneistoff wurde im Jahr 1817 zuerst von Radat beschrie-ben und später vermuthete Virey, dafs Rhizophora Mangle (Cl. VIII. Ord. 1.)die Stammpflanze sey. Allein 1826 zeigte von Martius, dafs die oben ange-führte Pflanze das Muttergewächs ist. Das Guarana wird vorzüglich von demIndianerstamme der Mauhes in der Provinz von Para am Tapajoz und bei derVilla Topinambarana bereitet. Im October und November reifen die Saamen: siewerden dann aus den Kapseln gelöst und an die Sonne gestellt. Wenn sie so weitausgetrocknet sind, dafs der sie einschliefsende Saameuhalter mit den Fingernabgerieben werden kann, so bringt man sie in einen steinernen Mörser oder aufeine vertiefte Sandsteinplatte, die durch Kohlen erwärmt worden ist. Man reibt siedann zu feinem Pulver und mengt dasselbe mit Wasser oder setzt es über Nachtdem Thau aus. Die Masse läfst sich jetzt zu einem Teig kneten, unter welchemman noch einzelne ganze oder in Stücke zerthcilte Saamen knetet. Man balltnun aus der Masse gewöhnlich cylindrische oder spitzweckfürmige, bis zu 20 Un-zen schwere Pasten, seltner Kugeln. Man trocknet sie an der Sonne oderin dem Rauch der Hütte, in der Nähe des Feuers. Durch anhaltendes Trocknenwird die Masse sehr fest. In Blätter von Scitamineen eingewickelt, in Körbeoder Säcke verpackt, hält sich diese Substanz Jahre lang, ohne zu verderben.Auf dem mit zahlreichen Knochenfortsätzen versehenen Zungenbeine des FischesPirarucu (Sudis Gigas Cuvier) wird das Guarana gerieben und mit Zucker undWasser als ein der Cbocolade- Limonade ähnliches Getränk häufig genossen.
Farbe
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