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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 1 (1839)
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Ericeae.

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III

Arctostaphylos Uva Ursi Kunth, Wiinineret Grabowsky.

Gemeine Bärentraube, Bärenbeere, Steinbeere.

(Plenk plant, med. tab. 340. Hayne Bd. 4. tab. 20. Düsseldorf. Sammlung

4. Liefer. tab. 7. Mann Deutschi, wildwachsende Arzncipfl. 20. Liefer. Guimpel

et T. Schlechtendal. t. 58. Arbutus Uva Ursi Linn.)

Die Bärentraube wächst gern an trocknen Heidestellen, introcknen Nadelwäldern, an steinigen sonnigen Orten in derganzen nördlichen Hemisphäre, in Europa, Asien und Ame-rika, auf den Voralpen der Schweiz u. s. w., aber auch inwärmeren Gegenden mangelt sie nicht ganz, wie sie dennschon Clusius in Spanien fand. Es ist ein kleiner zierlicherStrauch, mit 1 — 3 Fufs langen niederliegendeu Zweigen, diein der Jugend weifslich behaart sind. Die mit kurzen Stielenversehenen Blätter sind verkehrt - eiförmig, glänzend,, immer-grün , am Rande ganz. Die Blumen erscheinen im April undMai am Ende der Zweige in kleinen etwas gebogenen Trau-ben; die kurzen Blumenstielchen sind roth, mit eben so lan-gen lanzettförmigen Nebenblättchen gestutzt; die Corollen sindso grofs, wie die der Maiblume, weifsröthlich, an der Basisgitterartig durchscheinend. Die Beeren sind rund, erbsen-grofs, roth, innen weifs, von fade mehligem Geschmacke.

Officinell sind die Blätter: Folia Uvae Ursi *"). Siesind V» bis 1 Zoll lang ,2 — 3 Linien breit, verkehrt-eiförmig,gegen die Basis verschmälert, am Ende etwas umgebogen, ganz-randig, der Band nicht umgeschlagen, glatt, mit vorstehendemMittelnerv, auf der untern Seite netzartig geädert, welche Adernmit gleichlaufenden Furchen der obern Seite correspondiren(nicht punktirt), oben gesättigt grün, unten etwas blässer,steif, von etwas dicklicher lederartiger Beschaffenheit; sie sindgeruchlos und schmecken herb, adstringirend, bitterlich. Derwässerige Aufgufs wird durch salzsaures Eisenoxyd blau-schwarz gefärbt und gefällt.

Vorwaltende Bestandteile. Eisenblauender Ger-bestoff, Gallussäure und bittrer Extractivstoff. Nach Meiss-ner enthalten 100 Theile trockne Blätter 1,20 Gallussäure,36,40 Gerbestoff mit noch etwas Gallussäure, sodann nochHarz, Chlorophyll, Extractivstoff mit äpfelsauren und Spurensalzsaurer Salze, oxydirten Extractivstoff mit citronensauremKalk, Gummi und Extractivstoff durch Kali erhalten, 33,30u. s. w. (Berliner Jahrb. für die Pharmacie. 29. Jahrg. 2. Ab-theilung, pag. 87.)

Güte, Verfälschung. Die Blätter müssen schön grün,nicht braun, oder von Insekten zernagt seyn. Verwechselt

*) Vor ungefähr 90 Jahren kamen sie auch unter dem Namen Jakaslapak imHandel »or, wahrscheinlich als ein Gerbematerial.