Druckschrift 
Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 1 (1839)
Entstehung
Seite
203
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

MBVBIBI

Palmae. 203

Corypha cerifera Arm da.(Mart. Gen. et sp. Palm. tah. 49. 50.)

Die Wachse oryphe wächst theils einzeln, theils ganzeWälder bildend an den schattigen Ufern des Rio Francescoin Brasilien. Der Stamm wird 30—40 Fuss hoch, er ist gerade,geringelt und besonders nach oben mit den bleibenden Basender dornigen Blattstiele besetzt. Die Blattstiele, 2—3 Fusslang, sind am Rande mit rückwärts gekrümmten starken Dor-nen bewaffnet; das Blatt selbst hat einen fast kreisförmigen Um-,riss und ist fächerförmig — in viele 2 % Fuss lange, lanzett-förmige Abschnitte getheilt, ohne fadenförmige Fortsätze zwi-schen diesen Abschnitten. Die grossen ästigen Kolben werdenan 6 Fuss lang, - sie sind zuerst aufrecht, im fruchttragenden^Zustande herabhängend; die Aeste des Kolbens und die kleinengelblichen Blüthen sind seidenartig behaart. Die Frucht ist eineeirundliche, bei der Reife weiche, fleischige, schwarz-grüne, bitterschmeckende Beere; der Saamenkern ist vom Scheitel zur Basismit mehreren Furchen durchzogen und in der Mitte im Dinernhohl.

Aus den Blattwinkeln tritt eine Sorte des sogenanntenPalmwachses in kleinen Stückchen hervor, die von den Indiern

fesammelt und zusammengeschmolzen werden. Ich besitze esurch die Güte des Herrn Schimmelbusch; es ist gelblich-weiss ohne Glanz, hart und sehr spröde; in der gewöhnlichenTemperatur ohne Geruch; erwärmt aber verbreitet es einentigenthümUchen, nicht unangenehmen Geruch. Sein spec. Ge-wicht ist 0,980; es schmilzt bei 97° C. — Nach Brande istes ein reines vegetabilisches Wachs, doch blieben von 10 Gran,die in heissem Alkohol gelöst waren, nach dem Erkalten 2 Gr.aufgelöst, die wahrscheinlich als ein dem vegetabilischen Wachseigenthümliches Harz zu betrachten sind, um so mehr, da die-ses Wachs mit conc. -Schwefelsäure braun wurde, was auf Harz-gehalt deutet, während das unsrige mit dieser Säure nicht ver-ändert wurde und auch die Säure sich nicht färbte. Durch seineSprödigkeit ist es sehr von dem Bienenwachs verschieden undeignet sich auch nach meinen Versuchen ohne bedeutenden Zusatzvon achtem Wachs nicht zu Kerzen. (Journ. de Pharm. XX.)

Corypha umbraculifera ist eine der schönsien Palmen Ostindien.'.Der 70 Fuss hohe Stamm trägt eine Krone fach erförmiger Blätter, welcheso gross sind, dass sie eine Krone von 40 Fuss im Durchmesser bilden.Dieser Stamm, giebt reichlich Sago.

I