Geschichtlicher Ueberblick.
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und befriedigen andere Bedürfnisse (die Sprache ist ausschliess-liches Eigenthum des Mensche»). Manche Thiere haben Waffen,womit sie sich gegen ihre Feinde vertheidigen oder die sie selbstzu ihrem Raub und ihrer Nahrung bedürfen. Bei manchen zeigtsich ein Kunstsinn zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse, der un-sere höchste Bewunderung erregt, wie die kunstreichen Gebäudeder Bienen, des Bibers u. v. a. lehren, welchen Kunsttrieb man,so wie die übrigen Naturtriebe der Thiere zu ihrer Erhaltungu. s. w., Instinkt nennt, und der in der Regel mit ihrem Bauund Bedürfnissen aufs innigste zusammenhängt. — Doch wissendie Thiere ihr Dasein nicht. Nur dem Menschen ist durch dasgöttliche Geschenk der Vernunft (und Verstand), dasSelbst-bewusstsein gegeben, welches allein ihn fähig macht, übersich und seine Umgebung nachzudenken, die wunderbaren Werkeder Allmacht Gottes zu schauen, au seine höhere Bestimmungzu glauben, und das unendliche All zu ahnden.
ZWEITER ABSCHNITT.
Geschichtlicher Ueberblick, Systemhunde und Litteratur.Geschichte.
§. 42. Auch die Zoologie ist, so wie die übrigen Zweigeder Naturgeschichte, vorzüglich in neuerer Zeit eultivirt worden.Doch haben schon die Alten den Thieren ziun Theil mehr Auf-merksamkeit geschenkt, als den übrigen Naturprodukten, wegender nahen Beziehung, in der viele Thiere zu den Menschenstehen und wegen des mannigfaltigen Nutzens oder Schadens, densie ihm gewähren, ja indem ihm manche zu seiner Subsistenzfast unentbehrlich sind. Eine Folge hiervon war, dass die älte-sten Völker, Aegyptier, Griechen, Römer u. a. mehrere Thieregöttlich verehrten oder ihren Göttern als Sinnbilder beigesellten.
§. 43. Die Männer älterer und neuerer Zeit, denen dieZoologie ihre Ausbildung verdankt, sind nicht selten die näm-lichen, welche auch die übrigen Zweige der Naturwissenschaftenförderten. Aristoteles hat diesemJZweige bei weitem mehr Auf-merksamkeit geschenkt, als den übrigen. Mit grossem Scharf-sinn und für die damalige Zeit umfassender Sachkenntniss stellteer ein System auf, welches sehr lange Zeit als Muster dienteund dessen Abtheilungen zum Theil jetzt noch feststehen. Erbrachte die Thiere in zwei Hauptabtheiluitgen, in Thiere m i tBlut und Thiere ohne Blut. Die ersten wurden eiugetheiltin vierfüssige Thiere, die lebendige Junge gebä-ren (Süugeihiere), und in solche, welche Eier lcijcn (einigeAmphibien); feiner in Thiere mit zwei Füssi'-'. und Flü-geln (Viigel) und in Thiere ohne Füsse, aber mit Flos-sen (Fische). Die zweite Hauptabtheilung brachte er, je nach-dem die weichen Thcilc nach aussen, die festen nach innen, oderumgekehrt die festen aussen, die weichen nach innen sich he-